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Jackie

♂ As War Fades || Paint Horse | 14 Punkte (bzw. 18)

♂ As War Fades || Paint Horse | 14 Punkte (bzw. 18)
Jackie, 12 Feb. 2015
    • Jackie
      Ehemalige Berichte

      Zuchtumstellung?

      'Hmm. Hmmmm.', machte ich und nahm einen Schluck Tee. Coletto und Krümel stapelten sich auf meinem Schoß, wie sie es gerne taten, und ich kraulte beide nacheinander hinter den Ohren. Währenddessen telefonierte ich mit Delilah, denn wir hatten festgestellt, dass unsere züchterischen Interessen mittlerweile doch ein wenig auseinander gingen. 'Und wenn du River Dales behälst, ich wieder Secret Creek aufmache und wir Partnerzuchten werden, uns also die Zuchtpferde teilen, von den Rassen die wir beide weiterhin haben, also hauptsächlich Shettys?', schlug sie vor. Nach kurzem Überlegen stimmte ich zu, das war wohl das beste. Wir verabschiedeten uns und legten auf.
      River Dales gehörte nun also nurnoch mir. Ich dachte über das Zuchtkonzept nach. Jetzt, da ich privat hauptsächlich Western ritt, waren Welsh Cobs, Tinker und Shettys irgendwie nicht mehr das richtige. Klar, man kann mit ihnen klasse Fahren, mit allen dreien, und besonders mit den Shettys hatte ich viel Spaß an der Bodenarbeit. Tinker machen sich auch unter dem Westernsattel gut. Aber Welsh Cobs mit der riesigen Knieaktion wohl eher weniger... Allerdings liebte ich sie genau deswegen, und sie sind einfach wunderhübsche Tiere. Aber viel mehr konnte ich darüber nicht nachdenken, denn mein Handy klingelte schon wieder. Diesmal war es Thomas, mein Reitlehrer. 'Hey Larissa, wie sieht's aus, heute Zeit für ne Reitstunde?' - 'Klar', lächelte ich, war in Gedanken aber noch bei der Zucht. 'Worüber grübelst du?', hakte Thomas nach. Ich erklärte ihm die Situation. Ich sah förmlich vor meinem inneren Auge, wie er verständnisvoll nickte. 'Und wenn du noch eine Rasse dazu nimmst, die fürs Westernreiten einfach super sind, Quarters zum Beispiel?' Ich überlegte. 'Eigentlich mag ich Quarters ja gar nicht so, ich steh so auf bunte Pfe....hey, vielleicht währen Paints ja was, da hätte ich ja schon einen kleinen Vererber im Stall...' - 'Eigentlich wollte ich dich eh fragen, ob wir die Reitstunde heute nicht sausen lassen wollen und zur Paintzucht, die nur ein paar Kilometer von unserem Reitstall entfernt ist, fahren wollen. Die sind pleite gegangen, haben wohl auch n bisschen Dreck am Stecken, und müssen jetzt alle Pferde abgeben...In dem Sinne gibt's da heute eine kleine Auktion, auch mit Pferden von anderen Höfen. Und ich seh dir an, dass du gerne ein gut ausgebildetes Westernpferd hättest, und solche gibt es da. Du hättest auf jeden Fall genug Talent dazu und es würd sich mit Sicherheit lohnen... Außerdem weiß ich doch mittlerweile, dass du total auf Roans stehst, und da gäb es eine Stute, die Kristy...Paint Horse, Bay Roan Tobiano, wunderhübsch und mit Potenzial, nur etwas schwierig, müsstest du dir angucken. Könnte vielleicht auch ein kleiner Startschuss für die Zucht sein, wir können uns danach ja auch mal vor den Computer hängen und gucken, ob wir noch mehr Paints finden, die dir gefallen könnten, was meinst du? Dein zweiter Offenstall ist doch mittlerweile fertig renoviert und Reithalle sowie Reitplatz doch auch fast und....' - 'MOMENT. Meinst du, ich kann Geld scheißen?' - 'Ich glaube an dein züchterisches und reiterliches Können und würde Anfangs vielleicht mit einsteigen, wenn du magst. Einzige Bedingung wäre, dass ich meinen Flash bei dir unterstellen dürfte, wenn er sich mit deinen Hengsten soweit versteht, und ich eventuell bei dir als Reitlehrer auch für andere Schüler arbeiten könnte... Mit der Paintzucht geht nämlich nicht nur die Zucht an sich pleite, sondern auch der Reitstall, und das ist dieser hier...ich muss hier raus.' Er seufzte tief und ich überlegte. 'Gut, ich komm dann rüber zu euch und wir fahren zu der Auktion. Wenn mir Kristy zusagt, werde ich sie kaufen, und wenn es noch weitere Paints gibt, die mir da gefallen, ließe sich darüber reden, eine Zucht aufzubauen und dich als Reitlehrer einzustellen. Abgemacht? Wann soll ich rüberkommen? Sind Hunde erlaubt?' - 'Meinetwegen kannst du dich auf den Weg machen und ja, du kannst Coletto mitnehmen.' - 'Gut, ich kümmer mich eben noch auf die Arbeitsverteilung auf River Dales und lad dann Coletto ins Auto. Hänger häng ich mal vorsichtshalber an... Ich guck auf dem Weg noch eben auf meiner Weide vorbei und dann komm ich rüber. Bis später!' - 'Bis später!'
      Ich tippte die Nummer von Daniel ins Display. 'Hey Monsta!', begrüßste er mich. 'Hey Daniel. Machen wir's kurz, haste Bock zu Fahren? Dann würd ich vorschlagen du arbeitest Legacy und Morning im Gespann, Marcel kann Knives und Siana zusammen anspannen. Dann könnt ihr euch aufteilen, Dots möchte gerne ein bisschen vom Boden aus gefördert werden und Sorrows soll n bisschen Dressur gearbeitet werden.' - 'Wird gemacht, Chefin.', lachte er ins Telefon, verabschiedete sich und legte auf.

      Ich holte die Leine von Coletto und hakte sie ins Halsband. Mein Blick fiel auf den Hut, den mir Seth geschenkt hatte...kurz betrachtete ich ihn, mit einem schlechten Gewissen, noch nimmals abends eine SMS geschrieben zu haben. Ich redete mir ein, dass ich jetzt eh keine Zeit hätte (was ja auch irgendwo die Wahrheit war) und ging zum Auto, den Hut in der Hand, sozusagen als Glücksbringer. Dort legte ich Coletto sein Geschirr um, schnallte ihn an und hängte den Hänger an. So fuhr ich erst zu meiner Weide, wo alles in bester Ordnung war und alle Pferde friedlich grasten, und danach zum Reitstall, um dort Thomas zu begrüßen. Der sprang auch sofort ins Auto und so fuhren wir zu der Paint Horse-Zucht.
      Da die Auktion erst in einigen Stunden anfing, blieb noch genug Zeit, die Pferde anzusehen. Dank Thomas und seiner Kontakte zu diesem Hof, konnte ich glücklicher Weise darauf vertrauen, dass alle Pferde gesund waren. Er konnte mir zu jedem Pferd einen kleinen Roman erzählen. Als er mir von jedem Pferd erzählt hatte, gingen durch den Stall.

      Mir fiel sofort eine Rappscheck-Stute ins Auge. Ich ließ sie an meiner Hand schnüffeln. Sie war etwas zurückhaltend, aber ganz sanft. 'Ob ich die mal probereiten darf?', hauchte ich, fasziniert von den blauen Augen der Stute. 'Ja klar', meinte eine Männerstimme und drückte mir eine Trense in die Hand. 'Geputzt ist sie ja für die Auktion, der Sattel ist unten rechts in der Sattelkammer.' Während Thomas den Sattel holte, schlüpfte ich in die Box und legte der Stute - die übrigens Mausi gerufen wird, aber eigentlich The Morticians Daughter hieß - die Trense an. Mir gefiel sie voll und ganz, selbst der Name war total nach meinem Geschmack.
      Als Thomas und ich sie aufgesattelt hatten, ließ sie sich ohne Probleme aus der Box auf den Reitplatz führen. Dieser war rappelvoll. In einer Ecke sah ich eine Roanscheckstute, die ihren Reiter nicht aufsteigen ließ, und schmunzelte. Bei Mausi hatte ich mit dem Aufsteigen keine Probleme und bereits nach ein paar Runden war ich regelrecht verliebt. Thomas nahm mir die rosarote Brille ab. 'Wolltest du nicht entweder was ganz gut ausgebildetes oder ein ganz junges mit viel Potenzial? Mausi ist jetzt sieben, also weder super ausgebildet noch ganz jung...' Ich überlegte. Aber ich war doch so verliebt... 'Gucken wir, was der Preis so sagt', meinte ich und sprang ab. Nun konnte ich mir das Schlamassel mit der Roanscheckstute in der Ecke nicht mehr ansehen. Der Reiter hatte es noch immer nicht geschafft, aufzusteigen. Mausi drückte ich Thomas in die Hand und ging zu den beiden. Auf meine Frage, ob er Hilfe bräuchte, erntete ich nur ein zickiges 'machen Sie es doch besser!'. Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Ich nahm die Stute aus seiner Hand und führte sie ein paar Runden. Soweit das ging, immer wieder versuchte sie, die Führung zu übernehmen, sei es durch Zwicken oder einfach überholen. Damit hatte ich allerdings gerechnet.
      Nach ein paar Runden stoppte ich sie und stieg geschickt schnell auf, ohne dass die Stute Zeit zum Nachdenken hatte. Ich lächelte süffisant und klopfte sie. Sanft gab ich ihr Schenkeldruck und sie gehorchte aufs Wort und setzte sich in Bewegung. Sie schnaubte zwar missmutig, aber sie tat, was ich von ihr wollte.
      Währenddessen kam Thomas zurück und lachte. 'Du hast Kristy entdeckt. Ich wusste dass du mit ihr klarkommst! Wie gesagt, sie ist nicht unbedingt einfach, hat aber unheimlich Potenzial. Sie bräuchte einfach den richtigen Reiter...und sie würde in dein Beuteschema passen, mit 5 Jahren ist sie noch relativ jung.' Ich nickte überlegend und brachte die Stute zum Traben.
      Nach ein paar Wendungen und Gangwechseln stellte auch ich fest, dass die Stute unheimliches Potenzial hatte und unterm Sattel nicht halb so biestig war, wie im Umgang. Langsam ritt ich zu Thomas, um seinen Rat zu hören. 'Was meinst du?' - 'Ich würde mich freuen, wenn du sie nimmst. Ich habe Angst, dass sie sonst durch zig Hände geht, weil sie eben nicht einfach ist, auch wenn sie unheimliches Potenzial hat... Und du kommst super mit ihr klar, das könnte was werden.' Ich nickte und überlegte mir, wie hoch ich höchstens für sie gehen würde, während ich sie zurück in die Box brachte.
      Ich wollte mich schon so langsam auf die Plätze bei der Auktion begeben, als Thomas mich zurückrief. 'Hey, wenn du eine Zucht aufbauen möchtest...suchst du nicht noch einen Stammhalter, so lange Outlaw noch zu jung ist? Ich hab hier ein ganz besonderes Exemplar von Paint Horse gefunden...'
      In der hintersten Box stand ein schwarzbrauner Hengst. Ich schmunzelte. 'Paint Horse? Ich hätte schon gern nen bunten als Stammhalter...' Thomas grinste. 'Er ist bunt.' Ungläubig beäugte ich Thomas. 'Wo?' - 'Hol ihn mal raus und reit ihn mal Probe, ich glaub er ist klasse, zumindest was Abstammung und so angeht.' Ich tat wie Thomas sagte und legte ihm die Trense an. Als wir die Box verließen, kamen ein vollkommen weißer Hintern und zwei vollkommen weiße Hinterbeine zum Vorschein. Ich grinste. 'Als wäre er in einen Topf Farbe gefallen - genial!' Nun freute ich mich ein wenig mehr aufs Probereiten und auch unter dem Sattel machte er sich 1A. Er war zwar noch nicht perfekt ausgebildet, wie ich es eigentlich wollte, aber dieses Potenzial...unglaublich! Auch für ihn dachte ich mir schon innerlich ein Höchstgebot aus, als wir ihn zurück brachten. Ich MUSSTE diesen Hengst haben!

      Die Auktion begann gleich mit Mausi. Sie hatte einige Interessenten und ich fürchtete schon, keinen Zuschlag zu bekommen. Doch ich irrte mich, ich war tatsächlich Höchstbietende! Mausi gehörte MIR!
      Ich war immernoch voller Endorphine, als Kristys Auktion begann. Thomas stupste mich an, damit ich endlich aufmerksam wurde. '1.000 Joellen? Höre ich 1.000 Joellen?' Stille. Niemand bot. 'Niemand? Wirklich niemand für diese wunderschöne Stute?' Promt biestete Kristy ihre Führperson an. 'Irgendwo kann ichs verstehen...ich muss verrückt sein', flüsterte ich zu Thomas und hob endlich meine Hand. '1.000 Joellen von der Dame dort hinten! 1.500? Höre ich 1.500?' Der Auktionator versuchte alles erdenkliche, um mehr herauszuschlagen, doch letztenendes war das Startgebot auch das Höchstgebot und Kristy war meine.
      Immernoch glücklich sah ich, wie der Hengst in die Halle geführt wurde. Die Gebote schallten nur so durch den Raum und es wurde immer mehr. Ich sah ihn innerlich schon in einem anderen Stall, denn mir ging das Geld aus. Doch Thomas schaltete sich ein. 'Was du nicht hast, lege ich drauf', meinte er und hob seine Hand.
      Schließlich wurde 'Unbroken Soul Of A Rebel' das teuerste Pferd des Abends. Trotzdem ging auch er an uns!

      Überglücklich gingen wir zum Auto und öffneten den Hänger. Zum Glück hatte ich gleich das Modell für 3 Pferde mitgenommen. Jetzt mussten sich die drei nurnoch verstehen.
      Wider Erwarten war das jedoch kein Problem und schon kurze Zeit später standen die drei Pferde friedlich nebeneinander. Kristy hatte regelrecht einen Narren an Mausi gefressen...
      Auch auf der Weide zu Hause hatten wir keine Probleme. Ich schnappte mir gleich Bonsaj und Lady, um einen kleinen Spaziergang zu wagen und ein wenig nachzudenken.
      Thomas kam mir auf Flash entgegen und riss mich aus meinen Gedanken (die sich übrigens fast ausschließlich um Seth drehten, obwohl ich mir wohl mehr Gedanken um die Zucht machen sollte). 'Wie sieht's jetzt eigentlich aus mit der Zucht?', lachte er. Ich grinste. 'Mit drei Pferden im Gepäch, die sich alle für die Zucht eignen würden, würde ich wohl sagen....beschlossene Sache. Du kannst hier bald als Reitlehrer anfangen.' Er lächelte, sprang von Flash ab und nahm mich in den Arm. 'Danke', hauchte er mir ins Ohr. 'Ich hab zu danken', lächelte ich und erinnerte ihn an Unbroken, der ohne Thomas jetzt nicht auf meiner Weide stehen würde. 'Ich setz mich heute Abend noch vor's Internet und suche geeignete Stuten und Wallache, für Zucht, aber vor Allem für Reitschule und nicht zuletzt für den Sport. Schließlich wollte ich doch eigentlich ein perfekt ausgebildetes Paint für den Sport, naja', grinste ich. Er lächelte immernoch, musste dann aber weiter und auch ich brachte die beiden Ponys wieder auf die Weide.
      Dort sah ich, wie sich Unbroken und Delite ausgiebig beknabberten und Mausi mit Kristy über die Weide fetzte. Ich lächelte über das Glück, das ich mit den Pferden hatte. Bis jetzt hatte sich jeder mit jedem Vertragen.

      Coletto und ich fuhren im Auto zurück nach Hause. Dort öffnete ich erst einmal eine Flasche Sekt und fütterte Hund und Katze. Danach schaltete ich den PC ein. Während dieser hochfuhr, nahm ich einen Schluck, drehte die Musik aus und spielte mit dem Hut in meiner Hand. Würde bestimmt klasse aussehen, wenn ich dazu einfach eine schicke Röhre tragen würde, Westernboots, einen schicken Pyramidennietengürtel, Lederjacke,... Am besten mit einem schwarzen Sattel mit Trense ebenfalls mit Pyramidennieten.... Mit diesen Gedanken im Kopf schnappte ich mir erstmal Bleistift und Papier und entwarf einen Sattel. Irgendwann würde ich einen solchen für eins meiner Pferde bauen!
      Ich hörte Krallen auf dem Laminat schlürfen und schon bald saß Coletto neben mir. Neugierig betrachtete er den Hut, kam näher, beschnüffelte ihn und stupste auf die Stelle mit Namen und Handynummer von Seth. Schon hatte ich wieder ein schlechtes Gewissen... Tröstend legte Coletto seinen Kopf auf mein Bein und sah mich mit einem Dackelblick an. Sanft kraulte ich ihm die Ohren und überlegte... Rufe ich ihn an? Jetzt noch? Schreib ich ihm ne SMS?
      Ich zog das Handy aus meiner Hosentasche. Speicherte die Nummer ins Adressbuch. Öffnete das Adressbuch. Starrte auf die Nummer. Schloss das Adressbuch. Öffnete es wieder. Starrte wieder auf die Nummer. Schloss es wieder...
      Wenn ich anrufen würde, was würde ich überhaupt zu ihm sagen? Hallo, hier ist son Fan, dem du deinen Hut geschenkt hast, wollen wir uns mal treffen? Sicher nicht. Coletto winselte und auch Krümel gesellte sich zu uns. Als ich das Handy weglegen wollte, biss er mir in den Finger. 'Krümel!', rief ich erschrocken, behielt das Handy aber in der Hand. Endlich drückte ich auf die Nummer. Es tutete. Allerdings nicht lange. 'Hello?' Mein Herz schlug bis zum Hals 'Hallo Seth...', krächzte ich. Sehr sexy. 'Monsterflosse?' ER KANNTE MICH NOCH! Ich nickte, stellte dann aber fest, dass er das nicht hören könnte, und brachte ein schüchternes 'ja...' hervor. 'Ich dachte schon du meldest dich nicht mehr, ich freu mich so! Sag mal hast du irgendwann mal Zeit oder so?' Seine Stimme überschlug sich beinahe, was mich dann doch ein wenig grinsen lies. Also nahm ich allen Mut zusammen und sagte 'ich hab gerade eine Flasche Sekt geköpft und wollte mich vor dem Computer nach Verkaufspferden umschauen, hat sich n bisschen getan was meine Pferdepläne angeht....Interessiert dich wahrscheinlich weniger, aber vielleicht hast du Lust, mir beim Vernichten der Flasche Sekt zu helfen?' Ich hörte förmlich, wie er breit lächelte, und meine Anspannung wich. Ein bisschen zumindest. 'Natürlich, wo wohnst du denn?', fragte er und ich verriet ihm, wo ich wohnte.
      Er machte sich also auf den Weg und ich zog mir noch schnell was feineres an. Dann schloss ich mein Handy an die Anlage an, ein bisschen Musik konnte ja nie schaden.

      Schon bevor es klingelte, rannte Coletto wie von einem Schwarm Bienen verfolgt zur Tür. Etwas perplex stand ich dann schon an der Tür, bevor Seth die Chance hatte, überhaupt zu klingeln.
      Dieser wurde auch sofort von Coletto angewuselt. Lachend griff ich in sein Halsband und zog ihn ein wenig zurück, worauf hin mich Seth lächelnd mit einer Umarmung begrüßte.
      Wir gingen sofort ins Wohnzimmer und ich verteilte ein wenig Sekt. Kaum saßen wir, kam auch schon Krümel und schlich um unsere Beine. 'Ich hoffe du hast nichts gegen Katzen, Krümel ist ein wenig...anhänglich.', lächelte ich schüchtern. Seth lächelte zurück. 'Kein Problem. Was hast du denn jetzt geplant, was die Zucht angeht?' Ich erklärte ihm den kompletten Plan und er hörte gespannt zu. 'Also suchst du noch Shetlandponys und Paints, wenn ich das richtig verstanden habe?', hakte er am Schluss ab. 'Genau.' - 'Ja dann mal los!'
      So öffneten wir das Internet und begaben uns auf die Suche. Das erste Pferd, was uns ins Auge stieß, war eine prämierte Cremelloscheckstute und sofort griff ich nach dem Telefon, um den Besitzer zu kontaktieren. Dieser schien nett und erzählte mir von der angeblich besonders freundlichen, ruhigen Stute. Wir machten ein Termin für den nächsten Tag aus, damit ich mir die Stute ansehen konnte. Während wir telefonierten, hielt Seth Ausschau nach weiteren Pferden. Gerade als ich auflegte, hatte Seth eine weitere Stute gefunden. 'Die sieht besonders aus wie die talentiertesten Paints bei uns in Amerika!', berichtete er begeistert. Und auch ich war sehr angetan. Eine wunderschöne, knallig rotbraun-gescheckte, sehr bemuskelte, gut ausgeblidete Stute. Genau das was ich gesucht hatte! Wir scrollten etwas herunter, um die Beschreibung zu lesen. 'Sie heißt Splattersplatterbloodsplatter', schmunzelte Seth. 'Snow White's Poison Bite, wuhu!', lachte ich. 'Du kennst die?' - 'Klar, ich mag die total.' Seth lächelte 'Ich auch' Und so riefen wir auch ihren Besitzer an, um einen Termin zu vereinbaren.
      'Ich gucke mal kurz meine Mails nach, mittlerweile hat sich meine Suche ja ein wenig herumgesprochen, vielleicht meldet sich ja noch jemand mit Pferden für mich.' Und so war es tatsächlich. So wurde mir ein Graufalb-Shetlandfohlen angeboten, Winnie wollte ihre Jungstute Caramel Sensation abgeben - aber ausdrücklich nur in gute Hände, weswegen sie sich an mich wandte, und RoniChoni hatte einige Shettyzuchtpferde abzugeben. Alle boten mir an, einfach irgendwann vorbei zu kommen. Vielleicht ließe sich das ja morgen noch einrichten, nach den beiden Paintstuten, überlegte ich.
      'Lass uns mal ein bisschen weitergucken, du wirst ja sicher nicht alle angeguckten nehmen', schlug Seth vor. Also surften wir noch ein wenig herum.
      'Woa.', entfuhr es uns beiden, als wir, ziemlich am Ende der Kleinanzeigen angekommen, auf einen Hengst stoßen. Ein Silver Bay Sabino, Stichelhaare, Dapples, weiße Ohrspitzen. Ein wahrer Hingucker. 'Eigentlich hab ich genug Hengste...', überlegte ich, aber Seth klickte schon auf den Verkäufer, um sich den näher anzugucken. 'Vielleicht hat der Verkäufer ja noch ein paar ebenso nette Stuten, und das mit dem Hengst kannst du dir dann überlegen, wenn du ihn dir einfach mal anguckst.' Ich nickte und wir sahen durch die anderen Verkäufe durch. Dort befanden sich zwei als Quarter Pony eingetragene Mischlings-Ponystuten und tatsächlich eine schöne, Roanfarbene Paintstute, die wir uns näher ansahen und entschieden, auch bei diesem Verkäufer anzurufen und einen Termin zu machen.
      Damit wanden wir uns aber entgültig der noch relativ vollen Flasche Sekt zu und fuhren den PC runter. 'Mit wem willst du dir die Pferde eigentlich angucken?', fragte Seth. Ich brauchte da nicht lang überlegen. 'Ich denke mal mit Thomas, ich ruf ihn morgen früh dann gleich an, ob er Zeit hat... Der hat mehr Ahnung als ich, vor Allem was Paints angeht' Seth nickte. 'Kann ich vielleicht mitkommen?', fragte er etwas schüchtern. Ich lächelte. 'Klar, wenn du willst.' Er freute sich, ich mich auch, und wir beide nahmen einen Schluck Sekt.
      Und dann redeten wir. Redeten und redeten, über Tiere, Musik, Motorräder, Haare, einfach über alles. Stunden lang. So lang, dass er plötzlich auf die Uhr sah und feststellte, dass es schon Mitternacht war. Und so lang, dass wir gar nicht bemerkten, wie schnell alles draußen von einer dichten, weißen Schicht überdeckt wurde. So schlichen wir zum Fenster und sahen, mit dem letzten Glas Sekt in der Hand, in eine weite, weiße Landschaft, die von vielen weißen Flocken immer mehr bedeckt wurde. Es war eine wunder, wunderschöne Aussicht.
      Diese trübte sich jedoch bald, als wir auf den Parkplatz sahen, und feststellten, dass das Räumfahrzeug schon da war. Und alle Autos zugeschippt hatte. 'Den krieg ich ja nie da weg...', seufzte Seth. Tatsächlich traf es sein Auto am Schlimmsten. Während hinter meinem nur ein kleiner Berg war, versank das Heck seines Autos regelrecht in einem Schneeberg. Demotiviert ging er zum Stuhl und ließ sich auf diesen fallen. Offensichtlich machte er sich Gedanken, wie er denn bitteschön wieder zum Hotel kam. Ich atmete tief durch. 'Und was wenn du einfach hier bleibst? Ich find schon nen Platz und Decke und Kissen sollten sich auch auftreiben lassen...' Er sah mir in die Augen. 'Ehrlich? Hast du da kein Problem mit? Immerhin bin ich fast n Fremder...' Ich schüttelte mit dem Kopf. 'Passt schon. Du müsstest nur damit klar kommen, nicht allzu viel Schlaf zu bekommen, ich muss nämlich früh raus zu meinen Pferden.' Er lächelte. 'Kein Problem' Ich lächelte ihn ebenfalls kurz an und machte mich daran, Decken und Kissen zu suchen. 'Jetzt müsste man nurnoch ein Gästezimmer oder ein etwas breiteres Sofa haben', seufzte ich und starrte auf mein schmales Sofa, auf dem man unmöglich schlafen konnte. 'Geht schon', meinte er, und ich schüttelte nur mit dem Kopf. 'Ich kann dich da unmöglich schlafen lassen, da bekommt man Rückenschmerzen von, alles schon ausprobiert.' Er stand auf und kam einen Schritt näher. Nachdenklich starrte ich in Richtung meines Schlafzimmers, in dem ein großes Doppelbett stand. 'Und wenn...?', fragte er vorsichtig und folgte meinem Blick. 'Na gut', meinte ich und schleppte Kissen und Decken in mein Schlafzimmer. Er folgte mir.
      Schnell schnappte ich mir meinen Schlafanzug und ging ins Bad, um mich bettfertig zu machen. Wieder angekommen, stand er immernoch dort wie zuvor. 'Ich habe keinen Schlafanzug dabei...', murmelte er fast unverständlich. Ich grinste. 'Meinst du echt ich hätte ein Problem damit, wenn du nur in Unterwäsche schläfst?' Nun grinsten wir uns an. Kurz darauf machte ich es mir schon auf meiner Seite im Bett bequem, er entledigte sich unnötiger Kleidung und legte sich schnell auf die andere, konnte so jedoch nicht ganz meinen bewundernden Blicken entgehen. 'Was sagst du zu Tieren im Bett?', fragte ich vorsichtig. Er lächelte. 'Kein Problem, so lange mich keines rausschmeißt.' Als hätten sie das gehört, kamen Krümel und Coletto angetapst und sprangen mehr oder weniger elegant aufs Bett. Krümel auf die äußere Seite meines Kopfkissens und Coletto machte es sich zwischen Seth und mir bequem. 'Er scheint dich zu mögen', lächelte ich Seth an, und er streichelte dem Hund zärtlich über den Kopf. Dieser grunzte glücklich. Nachdem er seine abendlichen Streicheleinheiten abgeholt hatte, tapste er ans untere Bettende und kuschelte sich ein wenig unter meine Bettdecke. 'Sehr praktisch, wenn man kalte Füße hat', stellte Seth fest. 'Jep, deswegen hab ich ihm auch erlaubt im Bett zu schlafen', lachte ich. 'Gute Nacht' - 'Gute Nacht' So schaltete ich das Licht aus und kuschelte mich gemütlich in meine Decke. Seths und Colettos leisen Atemzügen lauschend schlief ich auch bald zufrieden ein.


      'Piep - Piep - Piep!'
      Das immer lauter werdende gepiepse meines Weckers weckte mich. Und das bleib nicht lange unbemerkt - Coletto kroch sofort hoch zu mir, natürlich unter der Decke, es könnte ja kalt werden. Mit einem Blick auf den noch schlafenden Seth schaltete ich den Wecker aus und begrüßte Coletto, indem ich ihn ausgiebig kraulte. Danach schlich ich mich aus dem Bett, ab in die Küche, das Futter für die Tiere vorbereiten. Ausnahmsweise folgten mir die beiden nicht - Krümel war noch am Schlafen und Coletto schien noch ein wenig bleiben zu wollen. Also stellte ich die vollen Näpfe einfach auf den Boden, zog mir Stallkleidung an und bereitete mit den wenigen Zutaten, die ich im Haus hatte, ein kleines Frühstück vor.
      Danach entschied ich, dass Seth so langsam auch aufstehen musste, und schlich wieder ins Schlafzimmer. 'Guten Morgen', flötete ich. Ein bereits hellwaches 'Guten Morgen' kam zurück und ich sah, wie sich Coletto auf Seths Bauch gemütlich gemacht hatte und gekrault wurde. Ich grinste. 'Frühstück wäre fertig, wenn du Hunger hast.' Seth lächelte. 'Danke, gern, ich zieh mir nur eben was an und komm dann rüber'
      Daraufhin ging ich zurück in die Küche und schnitt ein paar Scheiben Brot ab. Seth gesellte sich schon bald dazu und auch Coletto und Krümel machten sich nun eifrig über ihr Futter her. 'Kann ich dir vielleicht gleich helfen, mit deinen Pferden? Ich kann zwar nicht so gut mit Pferden umgehen aber du hast noch so viel vor heute da kannst du vielleicht ein bisschen Hilfe gebrauchen...' Ich lächelte. 'Klar, gerne'
      Und so setzten wir uns ins Auto und fuhren zusammen mit Coletto zu den Pferden. Der Schnee war mittlerweile wieder weggetaut, es herrschten 8°C und es schien herrlich die Sonne. Verrücktes Wetter.
      Am Zaun wurden wir auch gleich von Unbroken begrüßt. Kurz darauf folgten Mausi, Delite, Dakini, Outlaw, Whiskey und Bonsaj. Nur Kristy galoppierte unbeirrt über die Weide und buckelte ausgelassen. 'Selbst Schuld', murmelte ich und steckte allen Pferden eine Möhre zu. 'Okay, was kann ich tun?', fragte Seth. 'Du könntest schnell das Wasser hier vorne auffüllen, der Hahn ist am Offenstall. Ich hole währenddessen das Heu und...hm so viel war gar nicht zu tun, Arbeiten tu ich die Pferde heute Abend. Bonsaj und Lady haben eh eine Reitbeteiligung, die fünf neuen brauchen Ruhe und Delite schadet ein freier Tag auch nicht, nur die Fohlen brauchen ein bisschen Beschäftigung. Ich rufe mal eben Thomas an, ob er auch mitkommen kann' Seth nickte und ich wählte Thomas' Nummer, der auch ziemlich schnell am Apparat war. 'Hallo?', tönte es durch den Lautsprecher. 'Hi Thomas! Du ich hab mich mal ans Internet gesetzt und ein bisschen nach Pferden geguckt, kurz um, ich habe jetzt Termine bei sechs Leuten, um mir die Pferde anzuschauen. Du hast nicht zufällig Zeit und magst mir ein wenig helfen?' Er lachte. 'Das wird stressig, aber okay. Ich verbring gern Zeit mit dir.' - 'Seth kommt übrigens auch noch mit...' Thomas schien nicht sonderlich begeistert. 'Der Bandtyp da, der Gitarrist? Na wenns sein muss... Treffen wir uns an deiner Weide?' Ich stimmte zu und wir legten auf.
      Bald kam Thomas an - mit seinem großen Trailer - und wir fuhren los.

      Kurze Zeit später kamen wir bei Stute Nummer 1 an. Freundlich kam sie schon am Zaun auf uns zu und wir alle waren schon vom ersten Augenblick von der weißen Stute namens Goodbye Graceful begeistert, sodass nach dem Probereiten schon bald fest stand, dass wir sie mitnehmen würden. Wir wollten sie dann gleich abholen, wenn wir bei den anderen Pferden waren.
      Die zweite Stute, die gut ausgebildete Scheckstute, verschlug uns einfach nur die Sprache. Unheimlich bemuskelt, blutrot, schön und dieses Talent! Damit hatten wir heute schon die zweite Stute gekauft.
      Danach fuhren wir zu mKay, die uns auch sofort freundschaftlich begrüßte und uns die Shetlandponys zeigte, die sie abgeben wollte. Besonders Window, Nabila und Werina hatten es mir angetan und damit waren es heute schon fünf Pferde, die wir kauften. Zum Glück hatte ich viel gespart, um die Zucht aufbauen zu können.
      Das nächsten Pferde, die wir uns ansahen, waren wieder Shettys. Dieses Mal hatte es mir aber nur ein Fohlen namens 'Sweet Present' angetan. Auch für sie unterschrieben wir den Kaufvertrag.
      Bei Caramel Sensation war es keine Frage, ich kannte die Stute ja schon länger bei Winnie und fand sie einfach von Anfang an klasse. Auch sie hatte unheimliches Talent und war einfach wunderschön!
      Unsere letzte Anlaufstelle war der Besitzer des Silver Dapple-Hengstes und der Roanstute. Wir erfuhren, dass auch er seine vier Pferde privat hielt, jedoch in der Landwirtschaft auf Bio Umstieg und für diesen Umstieg viel Geld benötigte und sich die vier somit nicht mehr leisten konnte. Trauig streichelte er die schokobraune Ponystute, die an den Zaun gekommen war. 'Wow, wie ein Miniatur-Quarter', entfuhr es dem sichtlich beeindruckten Thomas. 'Ist ja auch ein Quarter Pony', lächelte der Besitzer traurig. Auch Seth und ich waren schon bald begeistert von der kleinen, wunderschönen Stute. Thomas nahm mich beiseite. 'Wie wäre es, wenn wir noch Quarter Ponys züchten?' - 'Hatte ich auch schon drüber nachgedacht...lass uns mal gucken was er für sie will und so und dann gucken wir weiter' Thomas nickte und wir gingen zurück zu Seth und dem Besitzer. Mittlerweile waren auch noch die drei anderen Pferde am Zaun. Ich ritt alle vier Probe und alle vier begeisterten mich. Noch dazu stellte sich herraus, dass Gisela die Tochter von der heute gekauften Goodbye Graceful ist und so entschied sich schon bald, dass wir alle As War Fades, Nevaeh, Gisela und Abigail übernehmen wollten.

      Nachdem wir alle Pferde abgeholt und mit den anderen bekannt gemacht hatten, setzten wir uns alle auf den Zaun und genossen den Anblick tobender Pferde vor einem wunderschönen Sonnenuntergang. Zum Glück hatten sich wieder alle vertragen. 'So, ich muss mich jetzt noch um den Verkauf meiner Welshis kümmern, auch wenns mir schwer fällt, und dann kann's so langsam los gehen mit River Dales', seufzte ich. 'Ich freu mich schon drauf, vor allem auf unsere Zusammenarbeit, auch wenn das mit dem Geld wohl ein wenig knapp wird, aber irgendwie schaffen wir das schon.' Auch ich freute mich bereits. 'Joa, die anderen Weiden und die Abfohlbox und ein Hauptgebäude müssen wohl erst einmal warten, wenn überhaupt', gab ich von mir. Da schaltete Seth sich ein. 'Vielleicht kann ich euch ein wenig behilflich sein? Wenn ich dafür Reitunterricht bekomme und n bisschen Einfluss habe. Meine Eltern haben mal erfolgreich Border Collies gezüchtet, da hab ich auch ein wenig Erfahrung, auch wenns was anderes ist als so ein Pferd, aber im Grunde...'
      Das würde Thomas und mir natürlich sehr helfen, und ich fand die Idee grunsätzlich gut, nur machte ich mir Sorgen um Thomas' Meinung. Doch nachdem ich ihn ansah, schien ihm die Idee doch zu gefallen, und so konnte ich beruhgt sagen: 'Meinetwegen gern!' Seth grinste breit. 'Dann seh ich auch meinen kleinen Outlaw öfter mal' Ich nickte.
      Thomas züchte eine Sektflasche und drei Plastikgläser. 'Darauf müssen wir anstoßen!'

      So ließen wir den Abend ausklingen und fuhren dann alle Richtung zu Hause. Bei mir angekommen schaute Seth ein wenig bedröppelt. 'Ich denke ich muss mich mal wieder bei meiner Band blicken lassen. Wir sehen uns ja hoffentlich...morgen oder so?' Traurig nickte ich. 'Bis morgen', verabschiedete ich mich. Seth sah mir einen Moment in die Augen und drückte mich dann zärtlich. 'Bis morgen', flüsterte er mir ins Ohr und ging.

      Es geht voran




      'Uaaaaa!', gähnte ich. Der Wecker hatte gerade geklingelt und wollte mich auffordern, aufzustehen. Was er aber nie schaffte. Also schlug ich einmal fest auf seine Oberseite und er gab sich geschlagen. Die Ruhe hielt jedoch nicht lang, denn schon hörte ich Hundekrallen auf Laminat klackern. Coletto drückte sich einmal kräftig ab und landete direkt auf mir. Lachend kraulte ich ihm die Ohren und empfang auch gleich Krümel. Nach ein paar Schmuseminuten bequemte ich mich dann doch mal aus dem Bett, richtete das Essen für Hund und Katze an, duschte, zog meine Pferdeklamotten an und schlang mein Frühstück in mich hinein. Heute würde ein einigermaßen entspannter Tag werden - keine großen Ausflüge, nur Pferdepflege und ein wenig Reiten. Und natürlich den neuen Reitplatz einweihen. Dachte ich zumindest.
      Gemütlich schlug ich die Anzeigenseite der Zeitung auf und entdeckte drei Anzeigen von Freundinnen. Sweetvelvetrose wollte ihren Bestand ein wenig verkleinern, Sammy gab einen Quarter Pony Hengst ab und mKay verkaufte einen Shettyhengst und ein Reitpony. Das Reitpony lag nicht in meinem Interessenbereich, aber da ich mit einem Shettyhengst in der Zucht nicht weit kommen würde und Sweetvelvetrose einige Paint Horses besaß, beschloss ich, den beiden einen kleinen Besuch abzustatten.
      Noch dazu fielen mir Anzeigen über zwei Paint-Hengste und ein Quarter Pony auf. Ich beschloss, mir auch die beiden mal anzusehen. Vielleicht würde der Tag doch nicht so ruhig werden.

      Doch erstmal packte ich Coletto ins Auto und war schon bald bei den Pferden.
      Dort ließ ich ihn von der Leine, er blieb eh immer in meiner Nähe, und versorgte die Pferde mit frischem Trinkwasser und Heu. Schon bald kam Thomas um die Ecke und wir machten uns daran, die Pferde zu trainieren. Das Fohlen-ABC saß bei Dakini, Outlaw, Whiskey und Present schon, Bonsaj, Lady Äppel, Sorrows und Morning hatten Reitbeteiligungen und Delite, Grace, Sensation und Nevaeh hatten Ruhetag, also entschieden wir uns, mit Mausi und Kristy zu beginnen. Da Thomas mit Kristy seine lieben Probleme hatte, schnappte er sich Mausi.
      Es dauerte ein wenig bis ich Kristy eingefangen hatte und Thomas war schon längst mit Mausi fertig, deshalb kam ich ein wenig nach ihm auf den Reitplatz. Als ich mich aufs Pferd schwang, ritt Thomas direkt neben mich und wir wärmten die beiden Stuten auf. 'Ach Monster?' - 'Hm?' - 'Ich habe für heute ein paar kleine Westernreiter eingeladen....ich hoffe das war okay? Ich dachte, ich könnte vielleicht schonmal die Shettys leihen...' Ich lächelte. 'Klar darfst du das, so hatten wir das vereinbart. Für größere Westernreiter dürftest du dir auch gerne mal die Grace, Mausi, Nevaeh, Abigail und Gisela leihen, und bei besonders talentierten gerne auch die anderen' Er lächelte. 'Danke, ich schnapp mir dann die Gisela, wenn wir ausreiten wollen - dann bin ich nicht so ganz viel über den Kleinen' Er lachte herzlich.
      Wir trabten noch ein bisschen und begannen mit einfacheren Figuren. Beide Pferde waren noch relativ untrainiert für ihr Potenzial und so begannen wir, den beiden Rückwärtsrichten und Schenkelweichen beizubringen und korrigierten uns gegenseitig.
      Nach ein paar geglückten Versuchen beschlossen wir, dass das genug für heute war, brachten die beiden zum Putzplatz, entfernten Zaumzeug, putzten sie und entließen sie in die Freiheit.
      Dann schnappte ich mir Bloody und Thomas sich Rebel. Die beiden waren schon weiter, also war unser Training mit den beiden insgesamt rasanter, aber auch anstrengender.
      Nachdem wir die beiden trainiert hatten, schnappte ich mir As War Fades und Thomas widmete sich der Horde Kinder, die gerade auf den Hof spaziert kamen. Er zeigte ihnen kurz alles und ging dann zur Weide - mittlerweile hatte ich Ass schon wieder auf die Weide gebracht, begrüßte die Kinder ebenfalls und half, die Halfter auszuteilen. Beim Putzen und Satteln half ich noch dabei, die Kinder einzuweisen und zu beaufsichtigen. Es war wirklich schön zu sehen, wie liebevoll die Kinder mit den Ponys umgingen, und wie brav die Ponys waren.
      Den Reitunterricht musste Thomas dann aber alleine schmeißen. Wir waren noch kurz auf dem Platz, ich mit Abigail, aber dann musste ich gehen, um mir einige Verkaufspferde anzugucken und Thomas hatte sich bereits Gisela geschnappt, um mit den Kindern einen kleinen Ausritt zu wagen.

      Da es doch einige Pferde zum Anschauen waren, machte ich mich gleich mit dem großen Trailer auf den Weg. Ich plante schnell, in welcher Reihenfolge ich fahre, und fuhr dann los - natürlich auch mit Coletto auf dem Beifahrersitz.
      Mein erster Weg führte mich zu sweet. Da sie nicht zu sehen war, ging ich gleich zur Weide mit den Verkaufspferden. Mein Blick fiel auf einer Braunscheckstute mit langem Langhaar - Ice Coffee hieß sie, ich kannte die Stute bereits. Sweet kam um die Ecke und begrüßte mich. 'Du möchtest Ice Coffee verkaufen?', fragte ich und sie nickte. Kurz danach wusste ich so ziemlich alles, was es über Ice zu Wissen gab, und wir vereinbarten einen kurzen Proberitt mit Ausritt. Da Ice Coffee anscheinend nichts gegen Hunde hatte, ließ ich Coletto gleich nebenher laufen. Die Stute gefiel mir, auch wenn sie ab und zu scheute. Aber Colettos und meine selbstsichere Ausstrahlung beruhigte sie schnell wieder - was für mich hieß, dass sich daran arbeiten ließe. Auch war sie noch unbeholfen und nicht ganz ausbalanciert, allerdings kann mal von einer dreijährigen Stute auch keine Wunder erwarten. Da wir gut miteinander klar kamen, unterschrieb ich auch sofort den Kaufvertrag, als wir wieder zurück auf dem Hof waren. 'Ich wollte mir noch ein paar andere Pferde angucken - ich komme zurück, um sie abzuholen, okay?' - 'Klar', lächelte Sweet und ich sprang mit Coletto ins Auto und wir machten uns auf dem Weg zu der Quarter Pony-Stute.
      Auch diese ritt ich Probe und entschied, sie zu kaufen. Written In The Stars würde einge gute Ergänzung für Zucht und Reitschule sein.
      Danach ging es zu einem der Painthengste, Als ich auf den Hof fuhr, wurde gerade ein Graufalbscheck-Wallach über den Hof vorbei an einer offensichtlich rossigen Stute geführt, der mir auch sehr gefiel - jedoch hatte ich keinen Platz für einen Wallach, für den Reitunterricht hatte ich bereits genug Stuten und der restliche Platz war für weitere Zuchtpferde reserviert, also schlug ich ihn mir bereits aus dem Kopf. Als ich ausstieg - Coletto blieb dieses Mal im Auto, weil ich den Hof nicht kannte - wurde ich auch bereits von dem Mann mit dem Wallach am Halfter begrüßt. 'Hallo', lächelte er freundlich, 'ich bin Matthew Moore, Chef und Besitzer hier. Kann ich ihnen helfen?' Ich war froh, gleich den zu treffen, den ich suchte. 'Hallo, ich bin Monsterflosse. Ja, ich habe ihre Anzeige gesehen und wollte mir ihren Hengst angucken, 'Dissident Aggressor' heißt er glaube ich' Herr Moore lächelte breiter. 'Der steht direkt neben mir.' Mir fiel die Kinnlade runter. Hengst? So ruhig? Neben rossiger Stute? Nun lachte er. 'Ja, das denken viele, Hengstmanieren hat er wirklich nicht. Wenn sie wollen, können sie ihn gerne mal nehmen und zum Putzplatz bringen, der ist gleich dort drüben. Dann können Sie ihn mal putzen, satteln und Probereiten, meinetwegen können Sie auch ins Gelände mit ihm.' Dankbar erwiderte ich sein Lächeln und übernahm den prächtigen Hengst. Beim Putzen blieb er vollkommen ruhig und genoss, und auch beim Satteln stand er wie eine 1. Ich freute mich schon aufs Probereiten - und das überzeugte mich entgültig. Dieser Hengst was so ruhig und hatte so ein Potenzial - er war perfekt für die Zucht und als Sportpferd für mich! Ich erkundigte mich nach dem Kaufpreis, handelte ein wenig und unterschrieb letzten Endes den Kaufvertrag. 'Kümmern Sie sich bitte gut um ihn, er ist meine eigene Aufzucht', seufzte Herr Moore. 'Ich werde mein bestes geben und Sie werden mit Sicherheit von uns hören', beruhigte ich ihn und sprang ins Auto, um zu Sammy zu fahren.
      Dort lief es dann auch ähnlich. Auch Absolute Zero, so hieß der Quarter Pony-Hengst, hatte unheimliches Potenzial und ich unterschrieb den Kaufvertrag. So fuhr ich auch weiter zu mKay, um mir ihren Shettyhengst anzusehen - Down Under hieß er, war ein Braunschecke und würde sich damit farblich super zu den Paints und Quarter Ponys gesellen. Auch bei ihm unterschrieb ich schnell den Kaufvertrag und lud den kleinen Hengst auch sofort ein, schließlich war er das letzte Pferd, was ich mir angucken wollte.
      Ich fuhr die Route zurück und lud bei Sammy auch Zero ein. Bei Herrn Moore wollte ich Aggressor abholen. Doch als ich ankam, sah Herr Moore ziemlich fertig aus. 'Was ist passiert? Ist was mit Aggressor?' Er schüttelte den Kopf. 'Nein, nicht mit Aggressor...ich hatte nur einen kleinen Streit mit meiner Frau... Ich frage nur ungern, aber hätten sie nicht zufällig Interesse an einem zweiten Hengst? Peckinpah heißt er...ich möchte ihn eigentlich nicht behalten, aber wir können ihn uns nicht leisten...da er aus unserer Zucht stammt und zu nah mit den meisten Stuten verwandt ist, können wir ihn nicht zur Zucht nutzen und so zum Spaß...ich wünschte es ginge, ich hänge so sehr an ihm, aber es geht einfach nicht mehr..und bei ihnen hätte er es sicher gut..' Er sah zu Boden und ich überlegte. 'Eigentlich habe ich schon mehr als genug Zuchthengste...aber vielleicht zeigen sie ihn mir einfach mal, dann überleg ich es mir vielleicht noch anders.' Er lächtelte leicht und ging Richtung Stall - ich folgte ihm. Er holte schnell ein Halfter aus der Sattelkammer und ging dann zu einer Box, in der ein Cremello stand. Moment mal...er war gar kein Cremello! Ganz leicht sah man eine hübsche Overoscheckung, die auch seinen Kopf wie in Farbe getaucht aussehen ließ, in seinem sonst hell fliegenschimmelfarbenen Fell. Er erinnerte mich ein wenig an Vanillecreme mit Sahne.
      Als Herr Moore ihn raussah, durfte ich einen doch relativ schlank gebauten, aber dennoch gut bemuskelten, schönen Paint Horse-Hengst begutachten. 'Er hat einen hohen Vollblutanteil, deswegen ist er relativ leicht gebaut. Sieht man auch gut an seinem feinen Kopf', mit den Worten strich er dem Hengst traurig über die Nüstern. Kurz darauf übergab er mir den Strick.
      Beim Putzen blieb Peckinpah ruhig, er genoss es, besonders, als ich seine wunderschöne, reinweiße Mähne enthedderte. Der Sattel passte ihm nicht richtig, dennoch ließ er ihn sich ohne Widerstand auflegen.
      Auch unter dem Sattel war er sehr begabt und ruhig. Selbst als Coletto aus dem Trailer ausbrach, quer über den Reitplatz stürmte und vor mir aufs Pferd sprang (anscheinend hatte er Sehnsucht), zeigte er keine Anzeichen von Angst, was mich sehr beeindruckte. Für den Geländeritt war leider keine Zeit mehr, da ich ja bereits andere Pferde im Trailer hatte, aber meine Entscheidung war bereits gefällt - ich würde ihn kaufen. So unterschrieb ich auch schnell den Kaufvertrag und lud ihn ein. Danach ging es noch schnell bei Sweet vorbei, um Ice einzuladen.

      Zu Hause ließ ich alle Pferde aus und brachte sie auf die Weide - glücklicher Weise vertrugen auch sie sich auf Anhieb mit meiner mittlerweile verdammt großen Herde. Thomas kam gerade um die Ecke, um meinen Fang zu bewundern, als mein Telefon klingelte. Meine ehemalige Zuchtpartnerin, als Green Hills noch stand, Flair, war dran. Sie klang aufgeregt. 'Monster...züchtest du noch Vollblüter?' Ich blieb ruhig, um sie zu beruhigen. 'Was ist los?' - 'Es gab einen Brand bei mir und ich muss alle Pferde irgendwo unterbringen...ich möchte sie auch nicht mehr, so leid es mir tut, ich kann es nicht...' 'Oh Gott', hauchte ich. 'Kannst du sie vielleicht nehmen?' Ich überlegte kurz und sah mich um. Ich hatte noch eine freie Weide mit Offenstall, beides sollte eigentlich genug Platz für alle Pferde bieten - zumindest vorrübergehend. 'Thomas, hast du deinen Pferdeauflieger noch?' Er nickte. 'Wieso?' - 'In meinen Trailer passen nur 5 Pferde, das reicht nicht.' Er machte große Augen. 'Ich erklärs dir später. Flair? Ich bereite alles vor und komme dann gleich vorbei.' - 'Okay', meinte sie etwas ruhiger und verabschiedete sich. 'Thomas, Flair hatte einen Brand. Sie kann und möchte ihre Pferde nicht mehr halten und hat mich gebeten, sie zu mir zu nehmen. Lass uns eben auf der Weide neben dem See den Stall einstreuen und den Zaun kontrollieren und dann...könntest du mir mit deinem Auflieger helfen, alle rüber zu bringen?' Er nickte leicht schockiert und machte sich sofort auf den Weg zur Weide. Ich schnappte mir noch schnell so viele Ballen Stroh wie ich tragen könnte und folgte ihm.
      Wir streuten eilig den Stall ein, füllten Wasser in die Tröge und gingen den Zaun ab. Zum Glück war er unbeschädigt. 'Fahr schonmal vor, ich hole meinen Trailer und komme dann nach', schlug Thomas vor. Sofort ging ich zu meinem Trailer.
      Schon bald kam ich bei Flair an, die mich aufgebracht erwartete. Nach und nach luden wir die ersten fünf Pferde - die Stuten Ace Of Spades, Black Pearl, Pirate Island, Blue Rag und Pia Facette - in meinen Trailer. Kurz darauf kam Thomas mit seinem Auflieger, in den wir die Hegste luden - El Davino, Warrior, Tschiwabschischi, El Racino, Baceno, Bloody Autumn, Magic Attack, Lord Of The Rings, Riverside, Desperados und Shyguy waren nun sicher verstaut. Auch die Sättel, Trensen, Bandagen, Gamaschen, Halfter und Decken verteilten wir auf Trailer, Auflieger und Fahrerhaus, was ein wenig Packtalent erforderte, das weder Flair noch ich hatten, doch zum Glück hatten wir Thomas.
      Bevor wir losfuhren, ging ich noch einmal durch Trailer und Auflieger und kontrollierte die Pferde. Einige kannte ich noch aus der Zeit, in der Flair und ich zusammen züchteten, El Racino war sogar eins unserer gezüchteten Pferde. Ich wurde ein wenig wehmutig, hatte jedoch nicht großartig Zeit zur Wehmut, denn wir mussten dringend los - wir wollten nicht unbedingt bis spät in die Nacht Pferde ausladen.
      Als wir wieder bei mir ankamen, parkten wir mitten auf dem Weg und fingen an, die gestressten Pferde auszuladen. Wir hatten bei manchen Pferden unsere liebe Mühe und wurden neugierig von meiner bestehenden Herde beäugt, letztenendes standen aber alle Vollblüter und Holsteiner auf der Weide. Thomas und ich lehnten uns an den Zaun und beobachteten, wie die Pferde die neue Weide erkundeten. Sie war ein wenig zu klein für alle. 'Und was hast du jetzt mit denen vor?', fragte Thomas. Ich seufzte. 'Ein paar werde ich vielleicht behalten...aber alle kann ich nicht behalten. Ich denke mal, ich rufe morgen mal Edfriend an, ob sie nicht eventuell Interesse an ein paar Pferden hätte. Sammy vielleicht auch noch. Und dann...mal sehen.' El Davino kam vorsichtig angetapst. Ich strich ihm über seine hübsche Blesse. 'Ich glaube, dich werde ich behalten. Ein wenig hast du mir ja gefehlt, seitdem Green Hills nicht mehr existiert, Süßer. Aber ich weiß noch nicht, was ich mit deinen Freunden mache.' Er schnaubte.
      Thomas ging und ich blieb noch ein wenig, beobachtete die Pferde im Sonnenuntergang und machte mich schließlich zusammen mit Coletto auf den Weg nach Hause.
      Dort kritzelte und codete ich noch einige Ideen für die Website für die neue Zucht und fiel dann erschöpft ins Bett.

      Am nächsten Tag machte ich mich bereits früh auf den Weg zu den Pferden, selbst Coletto war noch nicht ganz wach. Thomas brauchte heute so ziemlich alle Pferde für seinen Reitunterricht, dieses Mal waren unter seinen Schülern auch ältere, fortgeschrittene Reiter, und auch um den Rest meiner Pferde würde er sich kümmern, sodass ich mich voll und ganz um den Verbleib der Vollblüter kümmern konnte.
      Über Nacht hatte ich bereits beschlossen, dass ich noch einen zweiten Hengst behalten konnte, mehr aber nicht.
      Als ich am Gatter stand, hatten sich die Voll- und Warmblüter schon deutlich beruhigt. Flair hatte mir per Mail ein paar Informationen über die Vollblüter geschickt und in Frage kamen Ghostbuster und Bloody Autumn. Vielleicht war dies nicht der richtige Zeitpunkt für einen Proberitt, aber etwas anderes blieb mir nicht übrig, also schnappte ich mir ein Halfter und holte zuerst den Schimmelhengst von der Weide, putzte und sattelte ihn.
      Auf dem Platz war ich als einziger Englischreiter unter vielen Westernreitern heute der Außenseiter. Ich war froh, dass ich die englische Reitweise nicht verlernt hatte. Ghostbuster war mit Sicherheit ein sehr lieber, talentierter Hengst, aber ich wollte auch Autumn noch ausprobieren. Also brachte ich Ghost zurück auf die Weide und brachte seinen Sattel zurück. In der provisorischen Sattelkammer betrachtete ich Autumns Sattel eine Weile. Ein sehr hochwertiger, schöner Dressursattel, besonders weiches Leder, atemberaubende Qualität. Ich griff jedoch zuerst zum Halfter neben ihm, um mir dieses mal den gestiefelten Dunkelfuchs zu holen.
      Bereits am Putzplatz erwies er sich als nervös und temperamentvoll, und das war er auch unterm Sattel. Aber ich fühlte mich sofort wohl. Seine Gänge waren atemberaubend, ich hatte Mühe, auszusitzen, ich spürte sein ganzes Temperament und seine ganze Stärke unter mir. Selbst die anwesenden Westernreiter, die gerade Unterricht nahmen, schenkten uns beeindruckte Blicke. Meine Entscheidung war gefallen.
      Ich putzte den Hengst noch schnell und brachte ihn zurück auf die Weide, wo er freudig von Davino begrüßt wurde, um schnell zwei Anrufe zu tätigen. 'Hallo?', schallte es durch den Hörer. 'Eddi? Ich bins, Monster...' Ich schilderte ihr mein Problem genauestens. 'Ich suche noch ein oder zwei Vollblüter für meine Herde...kann ich nachher mal vorbei kommen?' - 'Klar', willigte ich ein und verabschiedete mich.
      Nun rief ich bei Sammy an. Auch ihr schilderte ich mein Problem, woraufhin sie vorbeikommen wollte.
      Eddi und Sammy kamen ungefähr zur gleichen Zeit vorbei und sahen sich die Pferde an. Kurz besprachen wir, wer Interesse an wem hatte, und die beiden verschwanden auf den Platz, zum Probereiten. Am Schluss stand fest: Eddi würde Ace Of Spades und Lord Of The Rings nehmen und Sammy würde mir mit Pirate Island, Black Pearl, Warrior, El Racino, Ghostbuster und Tschiwabschischi ebenfalls einige abnehmen. Wir einigten uns darauf, dass die beiden die Pferde die nächsten Tage direkt abholten, damit sie nicht noch mehr Stress wegen des geringen Platzes und mangelnder Auslastung aufgrund meines Zeitmangels hatten.

      Auch an diesem Tag fiel ich erschöpft ins Bett und schlief sofort ein, sodass ich gar nicht merkte, dass ich schon bald einen Hund und eine Katze im Bett hatte...
    • Jackie
      Ehemalige Berichte
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      Trainingsbericht As War Fades Western E- A
      Fröhlich vor mich hin pfeifend fuhr ich die Auffahrt von Monsterflosse’s Hof hinauf. Monster hatte mich nämlich gebeten eines ihrer Pferde, den Paint Horse- Hengst As War Fades in den Westerndisziplinen auszubilden und heute war der erste Trainingstag. Da ich schon länger kein Westernpferd mehr geritten war, hatte ich mich die letzten Tage nochmals über sämtliche aktuellen Regelungen und Anforderungen der einzelnen Klassen informiert und fühlte mich meiner Aufgabe nun auch gewachsen.
      Als ich aus dem Auto stieg, kam Monster mir bereits lächelnd entgegen und sagte:
      „Hey! Ich habe es leider ein bisschen eilig, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dir nur schnell alles zeige und dann wieder verschwinde? Du sagtest ja sowieso, dass du zumindest am Anfang des Trainings lieber alleine wärst…“
      „Klar, das macht gar nichts! Zeig mir einfach nur, wo das Hengstchen steht und wo ich seine Ausrüstung finde, den Rest schaffe ich dann schon selber.“, gab ich lachend zurück.
      Also führte Monster mich in ihren großen Stall und blieb schließlich vor der Box eines hübschen Scheckhengstes stehen.
      „Darf ich vorstellen? As War Fades!“, sagte sie stolz.
      „Wow das ist ja echt ein ganz Hübscher“, hauchte ich, während ich Ass behutsam über die Stirn strich.
      Dann folgte ich Monster zur Sattelkammer, wo sie mir flott alles zeigte was ich brauchte und mir dann auch gleich noch half die Ausrüstung zum Putzplatz zu schleppen. Ich bedankte mich bei ihr und ging dann As War Fades holen. Der schöne Hengst ließ sich problemlos von mir auf halftern und folgte mir auch brav zum Putzplatz. Dort ließ ich mir viel Zeit sein seidiges Fell zu bürsten, die Hufe auszukratzen und Mähne und Schweif zu verlesen, während ich ununterbrochen leise mit dem Hengst redete. Als ich Ass anschließend aufgesattelt hatte, hängte ich mir seine Trense über die Schulter und führte ihn am Halfter in die Halle. Ich wollte heute nämlich erst einmal vom Boden aus mit ihm arbeiten und anschließend vom Sattel seine Grundgangarten und seine Gehorsamkeit testen. Mein Ziel war es nämlich fürs erste lediglich, dass Ass auf meine Stimmkommandos reagierte und sich gut im Tempo regulieren ließ. Also ließ ich den Hengst am langen Seil um mich herumgehen und dirigierte ihn zu Anfang mit meiner Körpersprache und Stimmsignalen. Ass hörte schon sehr gut, weshalb ich schon bald darauf den Strick löste und ihn freilaufen ließ. Nun arbeitete ich ihn nur mit meiner Stimme, was auch schon recht gut klappte. Schließlich rief ich Ass zu mir, um noch das Rückwärtsrichten mit ihm zu üben. Ich stellte mich schräg vor ihn und tippte ihm auf die Brust. Dabei sagte ich:“Back!“. Ass schaute mich nur verwirrt an und blieb stehen. Also verstärkte ich mein Signal, indem ich das Seil in meiner Hand schüttelte und einen Schritt auf ihn zumachte. Ass verlagerte sein Gewicht nach hinten und wurde sofort von mir gelobt. Beim nächsten Mal machte er schon den ersten zögerlichen Schritt, wofür ich ihn wieder belohnte. Ich wiederholte das Ganze noch einige Male und Ass verstand allmählich was von ihm verlangt wurde und trat am Ende bereits bereitwillig zurück, wenn ich nur meine Hand hob und ein wenig schüttelte. Das würde für heute genügen.
      Also trenste ich Ass flott auf und schwang mich nach dem Nachgurten in den Sattel. Ass blieb brav stehen und wartete auf mein nächstes Kommando. Ich ließ ihn im Schritt antreten und ritt dann auf jeder Hand Zirkel und Volten, wobei ich darauf achtete, ihn vor allem durch meine Gewichtsverlagerung zu lenken. Das gleiche wiederholte ich im Trab und im Galopp. Danach arbeitete ich an den Tempo Regulierungen. Anfangs musste ich die Zügel zu Hilfe nehmen, doch nach und nach reagierte Ass immer sensibler auf meine Gewichtsverlagerung. Dies war vor allem für Reining und Pleasure Turniere sehr wichtig. Ich ritt Ass noch im Schritt trocken und beschloss es für heute gut sein zu lassen. Er hatte toll mitgearbeitet und die Klasse A im Western erreicht! Da ich Monsterflosse nicht mehr auffinden konnte, hinterließ ich ihr eine Nachricht am Büro:
      „Liebe Monsterflosse,
      Dein As War Fades ist nun in Western auf die Stufe A trainiert! Er reagiert wirklich sehr gut und ich freue mich schon, ihn für die höheren Klassen weiter zu fördern. Das Potenzial dazu hat er definitiv!
      Liebe Grüße
      Sammy“

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      Trainingsbericht As War Fades Western A-L
      Heute würde ich mit dem Training von As War Fades fortfahren. Ich hätte den hübschen Hengst bereits auf die Klasse A im Western trainiert und nun würde ich mit ihm an den Anforderungen der Klasse L arbeiten.
      Monsterflosse war nicht da, doch das störte mich nicht, da ich ja schon wusste, wo ich alles fand. Also ging ich gleich zur Box von Ass und machte den Paint Hengst fertig. Ich würde wieder mit etwas Bodenarbeit beginnen, um die Kommandos vom letzten Mal zu festigen, das Rückwärtsrichten zu verfeinern und vor allem um ihm die Seitengänge beizubringen. Die würde er später vor allem in Trail Aufgaben brauchen.
      Nachdem ich mit Ass die Halle betreten hatte, begann ich erst einmal damit den Hengst im Schritt und Trab aufzuwärmen. Dies machte ich, indem ich die Kommandos der letzten Trainingseinheit wiederholte. Ich ließ Ass viele Schritt-Trab und auch Trab-Halt-Wechsel machen, während ich beim Stehen besonders auf seine geschlossene Haltung achtete. Ass hielt meist etwas schief an – sein linkes Hinterbein immer etwas seitwärts. Also konzentrierte ich mich vor allem darauf und tippte ihn leicht mit der Gerte an. Nachdem er korrekt stand, lobte ich ihn sofort. Anschließend ließ ich ihn wieder ein paar Runden laufen und dann wieder halten. Es dauerte eine Weile, doch schließlich stand Ass meist so, dass ich zufrieden mit ihm war. Nun ließ ich ihn auf beiden Händen noch ein paar Runden galoppieren, bevor ich ihn wieder zu mir in die Bahnmitte holte. Nun war es an der Zeit, die Seitengänge zu üben. Ich stellte mich neben Ass und tippte seine Hinterhand an, bis ich spürte, dass er sein Gewicht verlagerte. Sofort hörte ich auf und lobte ihn. Dann wiederholte ich das Ganze. Diesmal ließ ich den Druck bestehen, bis Ass einen Schritt zur Seite machte und lobte ihn wieder.
      „Fein mein Junge, du machst das Klasse“, sagte ich zufrieden, als er schließlich zwei Schritte machte. Jetzt musste ich ihn noch dazu bringen, auch mit der Vorhand mitzugehen. Also tippte ich ihn wieder an der Flanke an und legte danach meine Hand an seine Schulter, um sofort Druck ausüben zu können. Als Ass hinten zur Seite ging, drückte ich gegen seine Schulter. Er schien erst etwas verwirrt, trat schließlich aber mit seinem Vorderbein nach rechts. Ich lobte ihn ausgiebig und beschloss, Ass erst wieder zwei Runden laufen zu lassen, damit ihm nicht langweilig wurde. Anschließend wiederholte ich meine Übung von der anderen Seite und stellte fest, dass diese wohl Ass schwächere Gehirnhälfte war, da ich doch deutlich länger brauchte.
      Als Ass nach einer Weile zuverlässig auf beiden Händen einige Schritte seitwärts ging, trenste ich ihn auf und schwang mich in den Sattel. Ass blieb wie gewohnt brav stehen. Ich strich ihm kurz über den Hals und ritt dann im Schritt an. Nun wiederholte ich zunächst das Speed Control. Ass reagierte schon sehr feinfühlig auf meine leiseste Gewichtsverlagerung und fiel schließlich auch auf mein Stimmkommando hin zuverlässig in den Schritt. Soweit so gut. Ich ließ Ass Halten, vergewisserte mich kurz, dass er richtig stand, nahm dann die Zügel ein wenig an und sagte: „Back!“. Der Hengst trat – wenn auch recht zögerlich - einige Schritte rückwärts und ich lobte ihn. Immerhin blieb er sofort stehen, wenn ich die Zügel nachgab, nur am Tempo mussten wir noch arbeiten. Also nochmal! Diesmal schnalzte ich während des Rückwärtsgehens mit der Zunge. Ass schien erst ein wenig verwirrt zu sein und probierte dann, das für ihn Naheliegendste aus – er wollte vorwärts gehen. Sofort nahm ich die Zügel an und sagte wieder „Back“. Dann schnalzte ich nochmals mit der Zunge. Diesmal versuchte Ass es mit schneller laufen. „Braver Junge!“, lobte ich postwendend.
      Nun trabte ich Ass an und ließ ihn immer mal wieder halten und ab und an auch rückwärtsgehen. Dann galoppierte ich an. Zuerst ritt ich Galopp-Schritt Übergänge und schließlich verlangte ich von Ass aus dem Galopp zu halten. Die ersten paar Mal waren etwas holperig, doch nach und nach klappte es immer besser, so dass ich auch darauf achten konnte, dass Ass geschlossen stand. Dies war meine Vorübung für den Sliding Stop. Von nun an würde ich in jeder Klasse vor dem Halten mehr Tempo aufnehmen, damit Ass sich daran gewöhnen konnte.
      Nun blieb nur noch das Seitwärts gehen. Ich drückte mein inneres Bein leicht an Ass Seite, stellte ihn nach innen und legte das äußere Bein verwahrend nach hinten. Mit der Gerte achtete ich darauf, dass Ass hinten überkreuzte. Anfangs bewegten wir uns noch sehr langsam und ich hatte ein wenig das Gefühl, dass Ass vor jedem Schritt kurz überlegen musste, doch am Ende klappte alles schon recht flüssig. Ich ließ Ass halten, lobte ihn ausgiebig und stieg dann ab. Ich freute mich schon sehr auf die nächste Trainingseinheit!
      „Liebe Monsterflosse,
      As War Fades ist nun in Western in die Klasse L aufgestiegen. Herzlichen Glückwunsch! Du solltest die Seitengänge, sowie das Rückwärtsrichten noch mit ihm üben, da diese eine wichtige Grundlage für spätere Lektionen bilden.
      Liebe Grüße
      Sammy!“

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      Trainingsbericht As War Fades Western L-M
      Bibbernd bog ich auf Monsterflosse’s Hof ein, stellte mein Auto ab und rannte dann zum Stall. Nachdem es die letzten Tage immer um die 34°C gehabt hatte, waren es heute grade mal 11°C und es schüttete wie aus Eimern. Im Stall angekommen, verlangsamte ich meine Schritte und ging zu der Box meines Trainingspferdes As War Fades. Der schöne Hengst streckte mir seinen Kopf entgegen und ich kraulte ihn liebevoll.
      „Na mein Kleiner? So langsam wird’s ernst mit dem Training…bald bist du ein richtiger Westernstar, wart’s nur ab!“, versicherte ich ihm.
      Dann lief ich schnell in die Sattelkammer und trug Ass‘ Ausrüstung vor seine Box. Heute würde ich den Hengst auf der Stallgasse fertig machen, da es draußen einfach zu widerlich war. Ich band Ass vor seiner Box an, putzte ihn und sattelte dann auf. „Hm und jetzt? Bis wir in der Halle ankommen, sind wir klatschnass…“, überlegte ich laut, während ich nochmals in die Sattelkammer ging und mit zwei wasserdichten Weidedecken zurückkam. Die eine legte ich Ass über und verschnallte sie vorne, die andere warf ich mir über den Kopf und hielt sie mit einer Hand vorne zu. Mit der anderen band ich Ass los und führte ihn aus dem Stall. Dann liefen wir so schnell es ging zur Reithalle und ich schloss erleichtert das Tor hinter uns. Dann befreite ich Ass von der triefend nassen Decke und legte meine eigene ebenfalls auf die Bande.
      Nachdem ich Ass ordentlich aufgewärmt hatte, wiederholte ich die Übungen vom letzten Mal. Zuerst schickte ich ihn rückwärts, dann arbeitete ich an den Seitengängen. Als ich zufrieden war, schwang ich mich in den Sattel. Ich erhob mich leicht, nahm die Zügel an und sagte :“Back!“. Sofort trat Ass rückwärts und ich schnalzte mit der Zunge, damit er schneller ging. Ass zögerte erst wieder kurz, dann schien er sich jedoch an das Gelernte zu erinnern und erhöhte sein Tempo. Ich gab die Zügel nach und lobte ihn. Nun wendete ich bei A ab und gab Ass die Hilfen zum seitwärts treten. Dies hatte vom Boden aus schon wesentlich besser geklappt als das letzte Mal und auch unter dem Sattel lief Ass schön flüssig. Also trabte ich an und wiederholte das Ganze. Zuerst schien Ass ein paar Koordinierungsprobleme zu haben und ging viel zu schnell an die Sache heran. Also versammelte ich ihn und dann klappte es auch. „Feiner Junge!“, lobte ich Ass.
      Nun ging es an eine völlig neue Lektion: den Außengalopp. Ich galoppierte Ass an und ritt eine einfache Schlangenlinie. Dabei konnte er sich schon einmal daran gewöhnen in den Wendungen im Kontergalopp zu gehen. Nach und nach dehnte ich die Bögen immer weiter aus. Anschließend machte ich das Ganze schwieriger, indem ich durch die ganze Bahn wechselte. So lief Ass nämlich bei Erreichen des Hufschlags im Außengalopp. Der Hengst schien ein wenig irritiert, lief aber brav weiter. Ich ließ ihn drei Runden galoppieren, dann parierte ich zum Schritt durch, lobte ihn und machte auf der anderen Hand weiter. Soweit so gut. Nun musste ich Ass noch beibringen, gleich im Außengalopp anzuspringen, wenn ich dies von ihm wollte. Also gab ich ihm die Galopphilfen, nur eben anders herum, als er es gewohnt war. Zuerst reagierte Ass gar nicht, als ich dann mit der Zunge schnalzte, sprang er zwar an aber im Handgalopp. Ich parierte sofort wieder durch und versuchte es noch einmal. Diesmal sprang Ass im Außengalopp an und dank des vorherigen Trainings blieb er auch in den Ecken dabei. Ich lobte ihn ausgiebig und widmete mich dann dem Halt aus dem Galopp. Zunächst ritt ich sehr langsamen Galopp, so wie beim letzten Training. Ass beherrschte die Übung nun vollends und hielt auch schön geschlossen an. Dies war für mich ein Zeichen, dass ich das Tempo langsam steigern konnte. Also ritt ich ihn nun im normalen Arbeitsgalopp und auch jetzt klappte das Halten noch gut. Nachdem er auch aus dem starken Galopp sauber zum Stehen kam, beschloss ich, dass es damit für heute genug war, ich wollte ihn ja nicht überfordern und auch wenn es jetzt sehr gut klappte, musste Ass sich erst an diese Stopps gewöhnen.
      Also stieg ich ab und machte mit meinem Programm weiter. Während Ass mir aufmerksam zu sah, schleppte ich schnell ein paar Stangen in die Bahn und legte sie ab dem dritten Hufschlag parallel zueinander auf. Hiermit würden wir Ass‘ Seitengänge verbessern. Vorerst musste ich allerdings noch die Vorhandwendung vom Boden aus mit ihm erarbeiten. Ich stellte mich seitlich neben Ass und drückte gegen seine Flanke. Wie er es gelernt hatte, ging Ass zur Seite, mit dem Unterschied, dass ich seinen Kopf bei mir hielt, weshalb er vorne nicht wie sonst mit gehen konnte. Zunächst blieb Ass alle paar Schritte verdutzt stehen, doch als ich ihn immer wieder lobte, wurde er allmählich sicherer. Nachdem ich die Übung auch auf der anderen Hand wiederholt hatte, stieg ich wieder in den Sattel. Nun drückte ich mein inneres Bein an, legte das Äußere verwahrend zurück und tippte Ass mit der Gerte hinten an. Nachdem wir eine 180° Wendung hinbekamen war ich zufrieden. Blieben nur noch die Stangen. Ich ritt Ass im langsamen Schritt darauf zu und ließ ihm erst einmal ein wenig Zeit, die Dinger zu betrachten. Dann stellte ich ihn ca drei Meter parallel zu den Stangen auf und gab ihm die Hilfen zum seitwärts treten. Als wir die Stangen erreichten musste Ass selbstständig darauf achten, die Stangen nicht zu touchieren. Die ersten zwei Durchgänge waren noch ziemlich holprig, da Ass den Abstand falsch einschätzte oder die Beine nicht hoch genug hob, doch nach und nach gewöhnte er sich an die neuen Gegebenheiten und ich merkte regelrecht, wie er sich konzentrierte. Nachdem wir auf beiden Händen zwei Mal ohne die Stangen zu berühren durchgekommen waren, lobte ich Ass ausgiebig, stieg dann ab und versorgte ihn.
      „Liebe Monsterflosse,
      herzlichen Glückwunsch, As War Fades ist nun in Western bis zur Klasse M trainiert! Er versteht wirklich sehr schnell und arbeitet immer toll mit! Am besten übst du den Außengalopp und weiterhin die Seitengänge mit ihm, damit er optimal für die höheren Klassen vorbereitet ist.
      Liebe Grüße
      Sammy“

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      Trainingsbericht As War Fades Western M-S
      Gähnend lief in Monsterflosse’s Stall. Da ich heute neben As War Fades noch zwei weitere Pferde trainieren sollte, war es noch sehr früh. Aber immerhin meinte es das Wetter besser, als beim letzten Mal. Trotz der frühen Stunde schien die Sonne bereits recht kräftig.
      „Guten Morgen mein Schöner! Tut mir Leid, dass es heute so früh ist, aber wenn es so heiß wird wie ich denke, ist es eh besser so!“, begrüßte ich As War Fades. Ich hatte den schönen Paint-Horse Hengst bereits richtig lieb gewonnen und war schon beinahe ein wenig traurig, dass unser Training nach dem heutigen Tag schon mehr als zur Hälfte vorbei sein würde.
      Wie immer deponierte ich zuerst Ass‘ Ausrüstung auf dem Putzplatz, bevor ich den Hengst aus der Box holte. Dann machte ich ihn flott fertig, da die heutigen Lektionen einiges an Zeit in Anspruch nehmen würden. Wir würden zum einen ein paar Trail Aufgaben durchreiten, das Rückwärtsrichten durch Stangen beginnen, die Seitengänge verfeinern und vor allem die fliegenden Wechsel und die Kurzkehrt als Vorbereitung für die späteren Spins lernen.
      Nachdem ich Ass aufgesattelt hatte, führte ich den Hengst in die Halle. Draußen auf dem Platz hatte ich mir bereits einige Hindernisse aufgebaut, aber zuerst wollte ich an etwas anderem arbeiten. Wie immer wärmte ich Ass vom Boden aus mit Stimmkommandos auf und übte nun auch schon das Halten aus dem Galopp. Ass‘ Reaktionen wurden immer schneller und präziser und ich war sehr zufrieden mit dem Hengst. Von einem guten Westernpferd wurde ein gewisses Maß an Selbstständigkeit erwartet und Ass reagierte mittlerweile genauso gut wie jedes Profi-Westernpferd. Ich wiederholte das Rückwärtsrichten und die Seitengänge noch kurz vom Boden aus und schwang mich anschließend in den Sattel. Dort ließ ich Ass zunächst den Außengalopp nochmals wiederholen und übte das Halten aus dem Galopp, wobei ich ihn zuvor wieder mehr Tempo aufnehmen ließ, als beim letzten Mal. Dann begann ich mit dem Training der fliegenden Wechsel. In der nächsten Klasse musste Ass diese punktgenau und teilweise auch schnell hintereinander ausführen können, doch heute würde ich sie ihm zunächst nur beibringen. Ich ritt auf dem Zirkel und stellte Ass bei X genau in dem Moment um, indem er mit dem inneren Vorderbein absprang. Dies tat ich, indem ich mein Gewicht übertrieben auf die andere Seite verlagerte, mein zuvor inneres Bein hinter den Gurt legte und Ass in die andere Richtung stellte. Somit war er praktisch gezwungen umzuspringen, da ich ihn aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Sobald er umsprang, parierte ich durch und lobte ihn ausgiebig, bevor wir es nochmals wiederholten – natürlich auch auf der anderen Hand. Nach und nach wurden meine Hilfen immer dezenter, bis ich schließlich nur noch leicht mein Gewicht verlagern und eine halbe Parade geben musste, damit Ass umsprang. „Feiner Junge!“, lobte ich ihn immer wieder. Nun parierte ich Ass zum Schritt durch. Es war Zeit an der Kurzkehrt zu arbeiten. Dazu ritt ich mit Ass den Anfang einer Volte, da er so schon annährend richtig gestellt war, stellte ihn noch weiter nach innen, drückte mein inneres Bein an und legte die Zügelenden verwahrend an Ass‘ Schulter. So ließ ich den Hengst nur ein zwei Schritte auf einmal auf der Hinterhand wenden, denn sonst bestand die Gefahr, dass er sich einfach herumwarf und das durfte er auf keinen Fall. Nach und nach ließ ich ihn immer mehr wenden, bis wir eine Viertel- und schließlich die angestrebte 180°- Wendung schafften. Mussten wir nur noch von der Volte wegkommen, damit Ass‘ Bewegungsablauf so ungestört wie möglich war. Ich ritt also auf dem dritten Hufschlag und gab Ass irgendwann die Hilfen für die Kurzkehrtwendung. Der Hengst war erst etwas verdutzt, erinnerte sich dann aber schnell an das eben Gelernte und vollführte eine beinahe perfekte Kurzkehrt. „Braver Kerl, das klappt ja schon richtig gut!“, sagte ich begeistert, während ich mich aus dem Sattel gleiten ließ und Ass hinaus auf den Reitplatz führte. Dort hatte ich eine Gasse mit Flatterbändern, eine Holzbrücke und verschiedene Stangenkombinationen aufgebaut. Ass sah mich erst ungläubig an, als wollte er mich fragen, was das nun schon wieder sollte.
      „Na komm mein Schöner, das ist doch ein Klacks, gegen das was wir bisher schon geschafft haben!“, sagte ich fröhlich und führte Ass ohne Zögern auf die Flatterbandgasse zu. Der Hengst reagierte so, wie ich es erwartet hatte – nämlich gar nicht. Er lief mir seelenruhig hinterher, selbst über die schmale Holzbrücke. Gut, dann eine Stufe schwerer. Ich stieg wieder auf seinen Rücken und durchritt die beiden Hindernisse nochmal. Doch auch jetzt zeigte Ass keinerlei Angst, sondern war eher neugierig. Ich lobte ihn und wendete mich den Stangen zu. Zunächst übten wir das parallele Übertreten im Seitengang. Ass hatte seine Lektion vom letzten Mal gelernt und schätzte den Abstand schon sehr gut ein. Nach einer Weile ging ich weiter zu den Zickzack-Stangen. Diese waren bei weitem anspruchsvoller, da Ass nicht immer den gleichen Abstand vor sich hatte, sondern variieren musste und das auch noch mit Vorder- und Hinterbeinen! Zunächst schien der Hengst restlos verwirrt, doch als ich mit feinen Hilfen ein wenig nachhalf, hatte er den Dreh auch hier bald wieder heraus. Soweit so gut. Fehlte nur noch eine letzte Übung für heute. Ich ritt Ass auf das letzte Stangengebilde zu, drehte ihn mit einer Kurzkehrtwendung um und gab ihm dann die Hilfen zum Rückwärtstreten. Dabei dirigierte ich ihn mit Schenkeln und vorsichtigem Antippen mit den Zügelenden durch eine gerade Gasse aus Stangen. In der nächst höheren Klasse, mussten wir dann ein L oder U durchreiten – rückwärts versteht sich. Aber für heute war es erst einmal genug. Ich ritt Ass gut trocken, versorgte ihn und gab ihm einen Kuss auf die weichen Nüstern. „Bis dann Schöner!“, flüsterte ich ihm zu, bevor ich ging um meine übliche Nachricht für Monsterflosse zu hinterlassen.
      „Liebe Monsterflosse,
      As War Fades ist nun in Western offiziell auf die Kasse S trainiert! Wiederhole bitte bis zum nächsten Mal die Kurzkehrtwendung und die fliegenden Wechsel mit ihm, da ich beide brauche, um für die nächste Klasse darauf aufzubauen! Deshalb sollt Ass sie absolut sicher beherrschen.
      Liebe Grüße
      Sammy“

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      Trainingsbericht As War Fades Western S-S*
      “Hallo du Hübscher, wie geht es uns den heute?“, säuselte ich als ich vor meinem Trainingspferd As War Fades stand. „Nur noch drei Mal Training und dann ist deine Westernausbildung abgeschlossen…Ich bin wirklich gespannt, ob deine Nachkommen einmal genauso talentiert sein werden, wie du es jetzt bist“, sagte ich, während ich Ass das Halfter überstreifte und ihn auf den Putzplatz führte. Dort säuberte ich sein Fell, seine Hufe und verlas Mähne und Schweif, bevor ich ihn aufsattelte. In der Halle angekommen, gurtete ich nach und schwang mich diesmal gleich in den Sattel. Die Ausbildung vom Boden hatte Ass nun weitgehend hinter sich, deshalb würde ich auch gleich vom Sattel aus beginnen. Draußen auf dem Platz hatte ich wieder Zick-Zack-Stangen und diesmal auch ein Stangen-L gelegt. Denen würden wir uns aber erst am Schluss widmen. Unser Trainingsplan bestand heute aus der Verfeinerung der Rückwärts- und Seitwärtsübungen, den präzisen fliegenden Wechseln und der Hinterhandwendung. Außerdem würde ich wie jedes Mal den Sliding Stop vorbereiten.
      Doch zunächst einmal wärmte ich den Paint Horse- Hengst im Schritt und Trab mit vielen verschiedenen Wendungen und Schritt-Trab Übergängen auf. Dabei wechselte ich zwischen reinen Gewichts- und Schenkelhilfen und reinen Stimmkommandos ab. Ass reagierte auf die kleinste Bewegung meinerseits, sodass ich ihn schließlich angaloppieren ließ. Wir drehten erst auf jeder Hand zwei bis drei Runden, wobei ich die Speed Control wieder einmal übte. Ich ließ Ass also nur durch Gewichtsverlagerung mal schneller und mal langsamer galoppieren. Dann wendete ich bei A ab und ließ Ass Tempo aufnehmen, bis ich kurz nach der Mitte der Bahn das Zeichen zum Halten gab. Ass kam – schon etwas schlitternd- zum Stehen, die Hinterbeine hatte er recht weit unter den Körper gezogen. „Mensch Süßer, du wirst wirklich jedes Mal besser!“, lobte ich ihn, wiederholte das Ganze noch zwei Mal bei etwa derselben Geschwindigkeit und widmete mich dann den fliegenden Wechseln. Das letzte Mal hatten wir den Wechsel nur beim durch den Zirkel Wechseln ausgeführt, nun begann ich damit, durch die ganze oder halbe Bahn zu wechseln und machte jeweils eine Länge vor Erreichen des Hufschlags einen fliegenden Wechsel. Anschließend erhöhte ich die Schwierigkeit, da Ass die fliegenden Wechsel auch auf einer Geraden beherrschen musste. Dies war nicht so einfach, da es hier keinen Handwechsel gab, also eigentlich auch keine Veranlassung zum Umspringen. Ich arbeitete zunächst daran, meine Hilfen noch weiter zu verfeinern, da Ass sonst womöglich versuchen würde, abzubiegen. Schließlich wendete ich dann bei C ab und galoppierte die Mittellinie hinunter. Nach einem Drittel gab ich ihm die Hilfen für den fliegenden Wechsel und Ass sprang brav um. Sehr gut. Nun mussten wir das nur noch ein paar Mal hintereinander hinbekommen. Ich wendete also erneut auf die Mittellinie ab und führte diesmal fünf Wechsel direkt hintereinander aus. Ich merkte Ass die Anstrengung an und auch ich musste für diese anspruchsvollen Lektionen in den hohen Klassen meine gesamte Konzentration aufwenden. Nach einem weiteren Durchgang auf der anderen Hand, parierte ich Ass zum Schritt und schließlich auf dem dritten Hufschlag zum Halten durch. Das letzte Mal hatte er ja bereits die Kurzkehrtwendung gelernt und heute war die Hinterhandwendung als Vorbereitung auf den Roll Back an der Reihe. Ich gab Ass also dieselben Hilfen wie auch bei der Kurzkehrt, nur dass mein innerer Schenkel nur seitwärts trieb und ich ihn vorne zurückhielt. Nun achtete ich besonders darauf, dass Ass langsam und Schritt für Schritt wendete, denn sonst bestand die Gefahr, dass er später den Roll Back nicht korrekt ausführte. Wir wiederholten das Ganze ein paar Mal, dann stieg ich ab und führte Ass nach draußen auf den Platz. Dort verrückte ich noch eine Stange und stieg dann wieder auf. Als erstes trainierten wir wieder die Zick-Zack-Stangen. Ass konzentrierte sich und wir schafften es seitwärts darüber hinweg ohne einmal anzustoßen. Ich lobte ihn und wiederholte die Übung auf der anderen Hand. Dann widmete ich mich dem Stangen L. Dieses mussten wir rückwärts durchqueren und ich war gespannt, wie Ass sich schlagen würde. Wie auch letztes Mal ritt ich Ass an die Stangen heran und machte dann eine Hinterhandwendung, um rückwärts gerade vor dem Eingang der Stangenform zu stehen. Dann gab ich ihm die Hilfen zum rückwärtstreten. Die gerade Strecke hatten wir ja beim letzten Mal schon geübt und sie stellte auch keine große Schwierigkeit für Ass dar. Als es um die Kurve ging musste Ass sich praktisch blind auf mich verlassen. Ich stellte ihn sehr langsam und behutsam, damit er sich daran gewöhnen konnte rückwärts um die Kurve zu gehen. Bei den nachfolgenden Durchgängen erhöhte ich das Tempo immer ein wenig, bis wir schon recht zügig am Ende waren. Dann lobte ich Ass, stieg ab und umsorgte ihn ordentlich.
      „Liebe Monsterflosse,
      herzlichen Glückwunsch! As War Fades ist nun in Western offiziell auf die Stufe S* trainiert! Die Hinterhandwendung und die punktgenauen Wechsel solltest du bis zum nächsten Mal noch wiederholen.
      Liebe Grüße
      Sammy“

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      Trainingsbericht As War Fades Western S*-S**
      “Mann ist das heiß heute!”, dachte ich laut, als ich von meinem Auto zu Monsterflosse’s Stall lief. Heute war vorerst der vorletzte Trainingstag mit As War Fades und es hatte mit Sicherheit über 35°C. Gott sei Dank mussten wir heute nur eine anstrengende Übung lernen, der Rest waren Trailaufgaben und Stangenarbeit – also alles Dinge, die man im Schritt erledigte. Schnell trug ich Ass‘ Ausrüstung zum Putzplatz, bevor ich den Hengst aus seiner Box holte. Den Platz hatte ich bereits mit verschiedenen Hindernissen und Stangen ausgestattet, wobei ich am überlegen war, einfach das ganze Training draußen abzuhalten. Da der Platz von Bäumen umringt war, gab es dort wenigstens Schatten und es war nicht ganz so stickig wie in der Halle.
      Nachdem ich Ass aus seiner Box geholt und zum Putzplatz gebracht hatte, säuberte ich sein Fell, kratzte die Hufe aus und verlaß Mähne und Schweif. Als ich ihn aufsattelte sagte ich leise: „Ja ich weiß mein Süßer, es ist heiß…Aber so anstrengend wird das heute nicht. Zumindest nicht körperlich, eher was für dein hübsches Köpfchen!“.
      Ich führte Ass zum Platz, schloss den Zaun hinter mir, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Dann begann ich damit, Ass aufzuwärmen. Ich ließ die Zügelhilfen wie immer komplett weg und arbeitete ihn nur mit Stimme und Gewicht, was diesmal ein wenig anspruchsvoller war, als in der Halle, da hier die ganzen Sachen herumstanden, die ich später brauchen würde. Ich galoppierte Ass auf beiden Händen nur kurz ab und übte auch nur zweimal das Stoppen aus dem Galopp, bevor ich beschloss mich mit den neuen Sachen zu beschäftigen. Heute würden wir den Roll Back üben, der auf der Hinterhandwendung aufbaute. Deshalb wiederholte ich zuerst diese auf beiden Händen und an verschiedenen Punkten des Platzes. Dann ging ich an der langen Seite des Platzes auf den dritten Hufschlag und parierte Ass zum Halten durch. Ich stellte den schönen Hengst in Bewegungsrichtung – also zur Bande, legte meinen inneren Schenkel verwahrend an den Gurt und gab mit dem äußeren Schenkel und den Zügelhilfen den Impuls zum Abwenden. Dabei lag der äußere Zügel an Ass‘ Hals und der innere führte ihn seitwärts in die Wendung. Während der Drehung lag das meiste Gewicht auf dem inneren Hinterbein. Ass war anfangs noch etwas sehr hektisch und neigte dazu, nach der Drehung einfach loszustürmen, doch nach einigen Wiederholungen klappte das Ganze schon besser. Als er schließlich sogar im Galopp wendete und dann parallel zur Bande weitergaloppierte, entschied ich, dass es damit für heute genug war und widmete mich den Trail-Aufgaben. Ich hatte eine Gasse mit Flatterbändern, ein Tor, einen Wassergraben und eine Wippe für Ass aufgebaut und war gespannt wie er sich verhalten würde. Ich würde ihm so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig bei der Bewältigung der Hindernisse behilflich sein, um seine Selbstständigkeit noch weiter zu fördern.
      Zuerst ritt ich auf die Flatterbandgasse zu. Ass hob den Kopf und spielte ein wenig unsicher mit den Ohren. Da es zu meiner großen Zufriedenheit mittlerweile zwar immer noch heiß war, aber immerhin ein schöner Wind wehte, bewegten sich die Flatterbänder wild durch die Luft. Auf meine Aufforderung hin trat Ass zögerlich an die Flatterbänder heran, bis er mit dem Kopf schon in der Gasse stand. Ich bewegte mich nicht, als er stehen blieb, somit konnte er sich in Ruhe an das Gefühl, der um herumwirbelnden Bänder gewöhnen. Nach einer Weile schien Ass auch einzusehen, dass die Dinger sich seltsam anfühlten, ihn aber nicht auffressen würden. So ging er dann auch gemächlich durch die Gasse und ich lobte ihn ausgiebig, als wir das Hindernis auch auf der anderen Hand ruhig durchschritten. Nun war die Wippe an der Reihe. Ass bewegte sich ohne Zögern hinauf, trat aber hektisch ein paar Schritte rückwärts, als er merkte, dass sich das Brett unter seinem Gewicht auf der anderen Seite zum Boden neigte. Ich ließ ihn wieder stillstehen und gab ihm dann die Hilfen zum Antreten. Ass bewegte sich zögerlich nach vorne und zuckte diesmal lediglich zusammen, als die Wippe sich bewegte. Während den nächsten paar Wiederholungen wurde Ass immer ruhiger und sicherer. „Fein mein Guter!“, lobte ich, während ich Ass zum Wassergraben ritt. An dessen dünner Stelle, sollte Ass einfach nur darüber gehen, an der breiten Stelle musste er hindurchwaten. Über die schmale Stelle ging Ass ohne zu Zögern hinweg, vor dem hindurch gehen sträubte er sich etwas. Ich ließ ihn das Wasser an aller Ruhe betrachten, bis er von sich aus einen Schritt nach vorn machte. So durchquerte er Schritt für Schritt das Wasser und wurde von mir natürlich postwendend gelobt. Fehlte nur noch das Tor. Dies war die anspruchsvollste Aufgabe, da ich als Reiter Ass so fein justieren musste, dass ich das Tor öffnen, hindurchreiten und wieder schließen konnte und zwar ohne das Tor dabei loszulassen. Ich ritt Ass seitlich an das Tor heran und griff nach dem Scharnier. Dann ließ ich Ass eine halbe Hinterhandwendung machen und dann rückwärtstreten. Währenddessen zog ich das Tor auf. Nun musste Ass noch weiter seitwärts treten, anschließend wieder rückwärts und zum Schluss nochmals eine halbe Hinterhandwendung zur anderen Seite. Ass schenkte mir seine volle Konzentration und wir hatten das Tor relativ schnell durchquert und wieder geschlossen. Ich lobte Ass und wir gingen an die letzte Übung. Zuerst ritten wir zur Wiederholung rückwärts durch das Stangen L. Danach kam die neue Aufgabe. Meine Zick-Zack-Stangen waren nun nicht mehr nur in unregelmäßigen Abständen aufgebaut, sondern ich hatte auch noch jede zweite Stange erhöht. Dies forderte Ass noch mehr, da er nun an gewissen Stellen die Beine höher heben musste. Wie gewohnt ging Ass ruhig und gelassen seitwärts. Die ersten zwei Mal stieß er noch gegen die Stangen, dann hatte er gelernt, die Beine auf einen Schenkeldruck von mir hin höher zu nehmen. Als das Ganze auch auf der anderen Hand klappte, beschloss ich das Training für heute zu beenden. Ass hatte sich trotz der Hitze super geschlagen!
      „Liebe Monsterflosse,
      As War Fades ist nun in Western auf die Stufe S** trainiert! Herzlichen Glückwunsch! Du kannst das Halten aus dem Galopp noch mit ihm Üben und außerdem den Roll Back wiederholen.
      Liebe Grüße
      Sammy“

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      Trainingsbericht As War Fades Western S**-S***
      Ein wenig wehmütig betrat ich an diesem Tag Monsterflosse’s Stall. Heute würde ich das letzte Mal mit meinem Trainingspferd As War Fades arbeiten und diese Tatsache stimmte mich ein wenig traurig, da ich nun doch ziemlich lange und vor allem intensiv mit dem schönen Hengst gearbeitet hatte. „Hallo du Hübscher!“, begrüßte ich Ass liebevoll, bevor ich ihn aus der Box holte. Heute würden wir die letzten Lektionen des Westernreitens trainieren beziehungsweise schon Gelerntes verfeinern. Dazu gehörten der Spin, der richtige Sliding Stop, das schnelle Rückwärtsrichten und die verfeinerten Roll Backs. Danach war Ass‘ Ausbildung abgeschlossen und Monster musste die Übungen nur ab und an mit ihm wiederholen. So gut wie der Hengst immer mitarbeitete, würde er sicherlich viel Erfolg auf Turnieren haben und wenn er seine Fähigkeiten auch noch weitervererbte hatte Monster mit ihm einen hervorragenden Zuchthengst gefunden. Ich machte Ass in aller Ruhe fertig und führte ihn dann in die Halle. Diesmal hatte ich ja ausnahmsweise nichts mehr aufbauen müssen, da wir unsere Stangenarbeit und auch das Trail-Training bereits letzte Woche abgeschlossen hatten. In der Halle angekommen, gurtete ich nach und schwang mich dann in den Sattel. Wie immer begann ich damit, Ass auf beiden Händen locker zu machen und gut aufzuwärmen, dann wiederholte ich die Hinterhandwendung, die fliegenden Wechsel, Seitengänge, den Außengalopp und die Kurzkehrt. Schließlich begann ich weiter am Roll Back zu arbeiten. Zunächst übten wir den Roll Back wie gehabt auf dem dritten Hufschlag, mit der Bande als Begrenzung, doch danach wechselte ich in die Mitte der Halle. Ass musste die Wendung schließlich an jedem Punkt der Bahn korrekt ausführen. Zuerst neigte der Hengst dazu, zu sehr zur Seite zu gehen, anstatt sich ordentlich auf der Hinterhand zu drehen, doch nach und nach wurden unsere Drehungen immer besser und geschmeidiger. Also hakte ich diese Übung im Kopf ab und machte mit dem Rückwärtsrichten weiter. Ass war ja schon so weit gekommen, dass er seinen Rückwärtsgang beschleunigte, wenn ich mit der Zunge schnalzte. Nun musste er aber noch lernen weiterhin – allerdings schneller - rückwärts zu gehen, wenn ich meine Schenkel andrückte. Normalerweise bedeutete diese Hilfe ja „Schritt“, also musste ich Ass den Unterschied zwischen dem Andrücken beim Rückwärtstreten und dem Andrücken beim Stehen klarmachen. Zu Anfang richtete ich ihn wie gewohnt rückwärts, dann verstärkte ich den Druck meiner Schenkel. Wie erwartet blieb Ass erst Stehen und wollte dann im Schritt antreten. Sofort ließ ich ihn wieder rückwärts treten und gab wieder die Schenkelhilfen. Ass probierte nun etwas Neues und beschleunigte tatsächlich seine Schritte nach hinten! Ich stellte sofort meine Hilfen ein und lobte den Hengst. Nach einigen Minuten wiederholte ich die Übung. Nun ließ ich Ass durch Schenkeldruck immer schneller rückwärtsgehen, bis er an das Tempo der hoch ausgebildeten Turnierpferde herankam. „Feiner Junge!“, sagte ich dann, bevor ich ihn ein paar Runden locker in der Halle galoppierte. Dabei erhöhte und verlangsamte ich das Tempo abwechselnd, um Ass aufmerksam zu halten. Als ich ihn auch auf der anderen Hand kurz galoppiert hatte, parierte ich wieder zum Schritt durch. Nun war die letzte neue und wohl auch schwierigste Lektion des Westernsports an der Reihe: Der Spin. Für diesen gab ich Ass die gleichen Hilfen wie auch bei der Hinterhandwendung, nur dass ich diesmal mehr Tempo verlangte. Anfangs wollte Ass nach ein paar Tritten aus der Drehung herauslaufen und tat dies auch. Wenn ich ihn nun zurückgenommen hätte, um die Drehung fertig zu reiten, hätte der Hengst nicht verstanden, was er falsch gemacht hatte. Also begann ich den Spin kurzer Hand einfach von neuem. Ass versuchte noch ein paar Mal einfach gerade aus zu laufen, doch dann hatte er verstanden, dass es ihm überhaupt nichts brachte, und er den Spin immer wieder neu beginnen musste. Nach einer Weile schafften wir also eine ganze Drehung und ich lobte Ass ausgiebig. Nun wiederholte ich erst noch einmal das Rückwärtsrichten – diesmal auch auf einer gebogenen Linie wie im Stangen U und die Seitwärtsgänge, dann machte ich mich wieder an die Spins. Diesmal ließ ich Ass nicht nach einer Umdrehung aufhören, sondern machte erst zwei, dann drei und schließlich sogar vier Umdrehungen. Dabei sorgte Ass äußeres Hinterbein für die Geschwindigkeit, während er praktisch um sein inneres Hinterbein herumtrat. Der Schwung der ersten Drehung reichte auch für die weiteren und so musste ich Ass nur immer wieder gerade richten. Als ich schließlich zufrieden war, fehlte uns nur noch der Sliding Stop. Diesen hatte ich mit Ass ja bereits seit der zweiten Trainingseinheit vorbereitet und heute war endlich der Tag gekommen, an dem wir den ersten richtigen Stop durchführen würden. Ich galoppierte Ass an und ließ ihn erst zwei Runden frisch vorwärts laufen, bevor ich bei A abbog und zum Sprint ansetzte. Kurz vor der Mitte der Bahn gab ich Ass die Hilfen zum Halten und der Hengst kam schlitternd zum Stehen, dass der Sand in alle Richtungen spritzte. Ich klopfte ihm lobend den Hals und ritt dann aus der Halle heraus auf den Platz, da dieser etwas länger war als die Halle. Dort wiederholte ich das Ganze, nur dass ich diesmal noch mehr Tempo aufbaute. Ass kam wie zuvor mit tief untergesetzter Hinterhand zum Stehen. „Puh, Süßer, das wars. Ausgelernt! Jetzt hast du dir aber eine schöne Dusche verdient!“, sagte ich zufrieden, während ich Ass trocken ritt und ihn dann ein letztes Mal umsorgte, bevor ich wie gewohnt einen Zettel für Monster schrieb:
      “Liebe Monsterflosse,
      herzlichen Glückwunsch! As War Fades hat seine Westernausbildung erfolgreich abgeschlossen und ist nun auf die Stufe S*** trainiert! Ich wünsche euch auch weiterhin viel Spaß und Erfolg!
      Liebe Grüße
      Sammy“

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    • Jackie
      Ehemalige Berichte
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      Trainingsbericht As War Fades Distanz E-A
      Fröhlich vor mich hin summend kam ich auf Monsterflosse’s Hof an. Nachdem ich vor zwei Wochen die Ausbildung ihres Paint-Horse-Hengstes As War Fades abgeschlossen und befürchtet hatte, den schönen Hengst erst einmal nicht mehr zu sehen, hatte sie mich nun gestern angerufen und mich gebeten ihn in Distanz auf die Klasse A auszubilden. Ich hatte mich riesig gefreut und natürlich sofort zugesagt. Nun stand ich wieder einmal vor der Box des Hengstes und begrüßte ihn liebevoll, indem ich ihm sanft über den feinen Kopf rieb. „Na du Hübscher? Jetzt arbeiten wir doch wieder miteinander!“, sagte ich lächelnd zu dem Hengst, während ich ihn zum Putzplatz führte. Und nicht nur das, Distanztraining war sehr viel aufwändiger und zeitintensiver als andere Reitweisen, weshalb ich Ass nun ca. einen Monat lang trainieren würde und das zwei bis dreimal die Woche. An den restlichen Tagen sollte Monster mit ihm leichte Arbeit machen, also Bodenarbeit, Gymnastizierung und so weiter. Ich putzte Ass gründlich und sattelte ihn anschließend auf. Dann befestigte ich meine Satteltaschen an seinem Westernsattel. Darin befanden sich eine Handvoll Leckerlies, eine Flasche Wasser für mich und mein Pulsmessgerät für Ass. Wir würden mit langsamen Ritten im Schritt beginnen und vorerst auch nur ca. 15 km weit reiten. Dabei würde ich mehrmals Halt machen und Ass‘ P/A-Werte überprüfen. Normalerweise begann ich vor dem eigentlichen Distanztraining mit Gelassenheitsübungen und ging viel Spazieren, doch da ich Ass im Trail ebenfalls auf Klasse S*** trainiert hatte, war der Hengst alle möglichen – und unmöglichen – Situationen gewöhnt und ließ sich durch beinahe nichts aus der Ruhe bringen. Als ich mich nochmals versichert hatte, dass sich alles Nötige in meinen Taschen befand, machte ich mich auf den Weg. Ich hatte mir für den Anfang sehr einfache und vorwiegend ebene Strecken ausgesucht, damit Ass sich an die Anforderung gewöhnen konnte. Der Hengst ging gelassen vorwärts und ich musste ihn nur ab und an ein wenig bremsen. Alle fünf Kilometer stieg ich ab und kontrollierte Ass Puls. Wie erwartet, bereitete diese Strecke dem Hengst keine Probleme, aber er stand eben auch sehr gut im Training.
      Die nächsten Male baute ich mehrere Trabphasen in meine 15 Kilometer –Strecken ein, allerdings immer nur auf ebenem Boden. Anschließend erhöhte ich die Länge der Strecken bis auf 40 Kilometer. Dabei wechselte ich zwischen kurzen Trabritten und langen Schrittritten ab, bis ich schließlich auch auf den vierzig Kilometern streckenweise trabte. Nach drei Wochen war es dann endlich an der Zeit, die Umgebung zu wechseln, was genauer gesagt bedeutete, dass wir unser Training stückweise in den Wald verlegten. Dort gab es noch einigermaßen flache An- und Abstiege, sodass wir der Leistung der Klasse A gerecht werden konnten. Anfangs ritt ich wieder vermehrt im Schritt, verlängerte dann zunächst die Streckenlänge und die Menge der Anstiege und legte schließlich mittelange bis lange Trabphasen ein. Nach vier Wochen war Ass schließlich soweit, dass er eine 40 Kilometer lange Strecke mit recht vielen leichten Anstiegen mit langen Trabphasen gehen konnte, und dabei sehr schnell auf den angestrebten Puls von 64/64 zurückkam. Nach dem letzten Trainingstag, umsorgte ich Ass sehr sehr langsam und sagte zum Abschied: „Tschüss mein Schöner, wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja bald wieder!“
      „Liebe Monsterflosse,
      As War Fades ist nun im Distanzreiten offiziell auf die Klasse A trainiert, herzlichen Glückwunsch! Du solltest nun kontinuierlich an seiner Ausdauer arbeiten und oft Berge reiten.
      viele Grüße

      Sammy“




      Pflegebericht
      Seufzend saß ich im Auto. Mir wurde alles zu viel, so schön diese Landschaft auch war, ich konnte sie einfach nicht mehr sehen. Es war ewig her, dass ich verreist war.
      An der Weide erwartete mich bereits Thomas, er hatte bereits einen Ausritt mit den seinen kleinsten Reitschülern auf Nevaeh, Gisela, Taciturn, Lady Gina, Rebellious Dots, Sternenblick und Avero gewagt und brachte gerade Goodbye Graceful auf die Weide. 'So spät heute?', neckte er mich. Ich nickte nur und wandte mich einer meiner Neuankömmlinge Ensnare The Sun zu. 'Wollen wir mal prüfem. pn Sunny und Lovely Summertime das Gelände hier gefällt? Wir könnten Outlaw Torn, Scream Aim Fire und Dakan El Assuad mitnehmen, dann lernen die drei auch gleich was kennen.' Mir gefiel sein Vorschlag und so schnappte ich mir Sunnys Halfter, putzte und sattelte sie, während Thomas das gleiche bei Summer tat, Danach legten wir Outlaw, Fire und Dakan die Halfter an, jedoch ohne Führstrick, sie würden wohl von sich aus folgen.
      Als wir uns in den Sattel schwangen, waren Sunny und Summer angesichts der neuen Umgebung noch etwas nervös, beruhigten sich aber schnell. Die beiden Stuten schienen sich prächtig zu verstehen und die Fohlen liefen uns brav hinterher, als wir unsere Runde durch den Wald und um den See drehten. Als wir wieder an der Weide ankamen, entließen wir die fünf wieder in die Freiheit. Ich schaute Thomas an. 'Plan für heute?', fragte ich. Er überlegte kurz. 'Ich habe bereits mit As War Fades und Aggressor gearbeitet, Samarti hat sich heute um Bloody Autumn gekümmert, er ist also auch schon gelaufen. Riverside und El Davino könnten einen Ruhetag gebrauchen, ebenso wie Peckinpah, er hat gestern gut mitgearbeitet. Blue Rag kränkelt ein wenig und Abigail hat einen schlechten Tag, sodass sie heute vielleicht auch besser auf der Weide bleibt. Bleiben also noch Kristy Killings, The Morticians Daughter und Ghost Of The Midwinter Fires. Du siehst heute nicht wirklich fit aus, also - ich kümmere mich um Mausi und Kristy und du arbeitest mit Ghosti und gönnst dir dann ein wenig Ruhe?' Sah man mir das so an? Ich willigte ein und schnappte mir das größte Halfter im Stall, um ein wenig mit Ghosti zu arbeiten. Der junge Hengt war noch komplett roh, er kannte zwar das Fohlen-ABC und folgte auch willig, die Arbeit auf dem Platz war ihm jedoch noch gänzlich fremd.
      Freundlich begrüßte mich der Hengst auf der Weide und ich legte ihm sein Halfter an, um ihn auf den Platz zu bringen. Dort hakte ich erst einmal den Führstrick aus und ließ ihn laufen, während ich eine Art Round Pen improvisierte. Ghosti schnupperte neugierig an der Longe, die ich mittlerweile als Untenrstützung zu uns geholt hatte. Ich hakte sie jedoch nicht in sein Halfter, sondern nutzte sie als Unterstützung, um ihn zum Laufen zu bewegen. Schnell hatte er verstanden was ich von ihm wollte, und lief unbeeindruckt im Schritt um mich herum. Ich baute ein wenig mehr Druck auf und rief 'Teeerab!' Ghosti war erst irritiert, fing dann aber an zu traben und senkte bald entspannd den Kopf. 'Braaav', lobte ich. Selbst den Richtungswechsel verstand er schnell - das sollte genug für heute sein. Ich hakte den Führstrick wieder in Ghostis Halfter und brachte ihn zurück auf die Weide.
      Dort begegnete ich Thomas mit Kristy. 'Sag mal Larissa, hast du schonmal an Urlaub gedacht? Irgendwo in ein anderes Land? Spanien vielleicht? Oder sogar Amerika, da kannst du gleich was über Paints erfahren?' Erstaunt sah ich ihn an. 'Sehe ich so fertig aus?' Er lachte ohne meine Frage zu beantworten. 'Geh nach Hause, gönn dir Zeit mit Coletto und Krümmel und informier dich mal ein bisschen, ich glaube, eine Reise täte dir mal gut, mal ein anderes Umfeld, weg von hier. Ich schmeiß das schon. Und wenn du wegfährst, kümmere ich mich schon um den Hof, die Pferde und gerne auch um Krümmel und Coletto. Ich hab ja jetzut notfalls auch Reitschüler, die ich versklaven kann.' Das brachte tatsächlich auch mich zum lachen. Ich verabschiedete mich und fuhr nach Hause.

      Nach einem ausgiebigen Waldspaziergang mit Coletto setzte ich mich vor meinen Computer. Coletto machte es sich neben mir, Krümel auf mir gemütlich. Ich startete meine Suche nach geeigneten Reisezielen, fand jedoch nur wenig Begeisterung für Spanien, Italien & Co. Amerika würde mich schon irgendwo interessieren - aber so ganz das Wahre war das auch nicht. Da kamen mir diese wunderschönen, goldglänzenden Pferde in den Kopf, die Achal Tekkiner, wie Edfriend einige besaß. Ihr Alazar war einfach wundervoll! Ich googlete ein wenig und fand einige Gestüte in Russland, Afghanistan und der Mongolei, bei denen mich ein Besuch reizen würde. Entscheiden wollte ich mich jedoch noch nicht. Da es mittlerweile spät geworden war, schaltete ich meinen Computer aus und legte mich ins Bett.

      Besuch bei Monsterflosse!

      Unbroken Soul of A Rebel, As War Fades, Dissident Aggressor, El Davino, Bloody Autumn, Riverside, Pekinpah, Sternenblick, Avero, Ghost of the Midwinter Fires

      Rebellious Dots, Outlaw Torn, The Morticians Daughter, Kristy Killings, Goodbye Graceful, Nevaeh, Gisela, Abigail, Blue Rag, Ensnare the Sun, Scream Aim Fire, Taciturn, Dakan el Assuad, Lovely Summertime, Lady Gina



      Leise vor mich hinsummend, fuhr ich auf Monsterflosse's Hof und stellte mein Auto ab. Ich hatte meiner Freundin versprochen, mich heute um ihre Pferde zu kümmern. Es war erst kurz nach sieben Uhr morgens. Da ich sehr viel vor mir hatte, hatte ich es für klüger gehalten, gleich morgens mit der Arbeit zu beginnen. Durch meine vielen Trainingseinheiten mit As War Fades kannte ich mich bereits gut auf dem Hof aus und steuerte zielstrebig auf den Hengststall zu. Dort wurde ich bereits mit ungeduldigem Scharren und hungrigem Wiehern begrüßt.
      "Ja, ja ist schon gut, bin ja schon dabei ihr Hübschen!", rief ich fröhlich und ging in die Futterkammer, wo ich anhand des Futterplans jedem Hengst sein Frühstück zusammen stellte.
      Dann stellte ich die Eimer übereinander in eine Schubkarre und lief die Stallgasse hinunter. Ich beschloss bei Monsters Neuzugang, dem Tinkerhengst Ghost of the Midwinter Fires anzufangen. Der wunderhübsche Schecke starrte mich auffordernd an und machte dann brav Platz, während ich sein Futter in die Krippe kippte. Während Ghost gierig zu fressen begann, wurden die anderen Hengste wieder unruhig. Ich blieb vor As War Fades' Box stehen und sah den Paint Horse Hengst tadelnd an. "Na na, was ist denn das für ein Benehmen, hm? Wenn die Jungspunde nicht warten können okay, aber du?"
      Dann lächelte ich, gab dem schönen Hengst sein Futter und strich ihm sanft den blonden Schopf aus der Stirn. Weiter ging es mit den beiden Shetland Ponies Avero und Sternenblick. Die Zwerge fielen regelrecht über ihr Futter her und beachteten mich nicht weiter. Auch Monster's Vollblut Hengste Bloody Autumn, Riverside und El Davino waren schnell versorgt. Letzterer war der Vater meines Rapphengstes El Racino und ich konnte es kaum glauben, wie ähnlich sich die beiden charakterlich waren.
      Zuletzt blieben nur noch Pekinpah, Dissident Aggressor und Unbroken Soul of A Rebel. Ich begann mit dem braun weiß gescheckten Paint Hengst Rebel und streichelte ihm sanft über die strahlend weiße Blesse. Der Grullo Tobiano Dissident Aggressor schmuste sogar ein wenig mit mir, bevor er sich würdevoll seinem Futter zuwandte und Pekinpah hatte es mir sowieso angetan. Der Porzellanschecke gehörte zu meinen Lieblingen unter Monster's Pferden und ich hoffte sehr, ihn eines Tages trainieren zu dürfen.
      Nachdem ich die Schubkarre wieder weggebracht hatte, ging ich hinüber in den Stutenstall, um auch den Damen des Hofes ihr Frühstück zuzubereiten.

      Hier bekamen als erstes die Shetlandpony Damen ihr Kraftfutter. Das waren die süße Rebellious Dots, Taciturn und Lady Gina. Die drei Zwerge machten sich genau wie ihre männlichen Freunde gierig über das Futter her, während die anderen Stuten lauthals protestierten. Als nächstes kümmerte ich mich um Monster's Quarter Ponies, Gisela, Nevaeh und Scream Aim Fire. Alle drei warteten brav ab, bis das Futter in ihren Krippen war und begannen erst zu fressen, als ich ihre Boxen wieder verlassen hatte. Danach war Kristy Killings an der Reihe. Die hübsche Stute hatte ich bereits im Western trainiert und sollte sie demnächst auch noch höher ausbilden. Nachdem nun auch die Fohlen Dakan El Assuad - ein Halbbruder meiner Ravenback - und der kleine Paint Hengst Outlaw Torn versorgt waren, kümmerte ich mich um die Englische Vollblut Stute Blue Rag und anschließend um ihre Boxennachbarin Lovely Summertime. Dann waren Ensnare the Sun und Abigail an der Reihe, bevor es zuletzt zu Goodbye Graceful und The Morticians Daughter ging. Nachdem ich auch hier Schubkarre und Eimer ausgewaschen hatte, war eine angenehme Ruhe eingekehrt, in der nur das beruhigende Kauen der Pferde zu hören war. Ich schnappte mir einen Besen und begann draußen den Hof zu fegen. Anschließend äppelte ich die weitläufigen Weiden ab.

      Nachdem auch das geschafft war, ging ich zurück in den Hengststall und stellte zufrieden fest, dass die schönen Tiere mittlerweile aufgegessen hatten. Also holte ich einen nach dem anderen aus seiner Box und stellte sie auf die Paddocks. Da ich nicht wusste, welche Hengste sich gut verstanden, ging ich lieber kein Risiko ein. Anschließend durften auch die Stuten nach draußen. Hier wählte ich eine der größten Koppeln und führte die Stuten immer zu zweit hinaus. Nachdem ich mich eine Weile lang vergewissert hatten, dass sie keinen Blödsinn anstellten, kehrte ich in den Stall zurück und machte mich daran, alle Boxen auszumisten.
      Zwischendurch gönnte ich mir immer wieder kleinere Pausen und als ich schließlich die letzte volle Schubkarre auf dem Misthaufen ausleerte, atmete ich erleichtert auf. Das war ganz schön anstrengend gewesen. Nun war es auch höchste Zeit, den Stall fertig zu richten, da ich die Pferde ja auch wieder hinein holen musste. Also schmiss ich in jede Box einen großen Haufen Heu, kontrollierte die Tränken und fegte anschließend die Stallgassen. Dann bewaffnete ich mich mit Putzzeug und begann die Stuten herein zu holen. Als ich alle bis auf Kristy Killings und Ensnare the Sun im Stall hatte, begann es bereits langsam zu dämmern. Ich gähnte, holte die beiden Stuten von der Koppel, putzte sie flott über und brachte sie dann in den Stall. Fehlten nur noch die zehn Hengste. Auch sie führte ich wieder einzeln zum Putzplatz, säuberte Hufe und Fell, verlas die Schweife und kämmte die Mähnen. Dann durften die Guten zu ihrem Abendessen in den erleuchteten Stall.



      Zum Abschluss kontrollierte ich noch einmal ob alle Boxen richtig verschlossen waren, löschte das Licht in den Ställen und machte mich auf den Heimweg. Demnächst würde ich wiederkommen, um das eine oder andere der Pferde ein wenig zu bewegen...

      Bericht für Salera´s Westernpferde

      ~ Nacota, Temptation´s Pokerface, Treasure Love, Shadowlight, Salinero, Gigolo, Frozen Love Affair´s, Masura, Ayasha ~



      Salera hatte mich gefragt, ob ich mich um ihre Westernpferde kümmern konnte, da sie momentan sehr eingeschränkt war. Als ich auf ihrem Hof ankam, ging ich in die Sattelkammer und holte dort Halfter, Führstrick und Putzbox von Nacota . An seiner Box angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Nun betrat ich die Box und begrüßte den Hengst und legte ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte ihn aus der Box heraus. Nachdem ich ihn angebunden hatte, öffnete ich die Putzbox und nahm Striegel und Kardätsche heraus. Mit dem Striegel bürstete ich den getrockneten Dreck und Staub heraus. Anschließend fuhr ich mit der Kardätsche über sein Gesicht und seine Beine. Nun nahm ich die Mähnenbürste heraus und fing an, sein Langhaar zu kämmen. Den Schweif verlaß ich erst per Hand und kämmte diesen dann noch mal mit der Mähnenbürste. Zum Schluss, kratzte ich noch seine Hufe aus und legte den Hufkratzer wieder in die Putzbox. Nun schloss ich die Putzbox wieder und räumte diese auf. Wieder bei Nacota angekommen, band ich ihn los und brachte ihn auf die Weide. Anschließend mistete ich noch seine Box aus und holte die Sachen von Temptations Pokerface. Als ich an der Box des Hengstes angekommen war, stellte ich die Putzbox ab und öffnete nun die Boxentür. Ich betrat die Box und begrüßte den Hengst und legte ihm dann sein Halfter an. Nun befestigte ich noch den Führstrick am Halfter, führte ihn aus der Box heraus und band ihn davor an. Nun öffnete ich die Putzbox und nahm den Striegel heraus. Mit diesem entfernte ich den getrockneten Dreck aus seinem Fell. Anschließend legte ich die Bürste zurück und nahm nun die Kardätsche heraus. Damit bürstete ich sein Gesicht und seine Beine. Ich legte die Bürste wieder zurück und nahm nun die Mähnenbürste heraus und kämmte damit sein Langhaar. Zum Schluß kratzte ich noch seine Hufe aus. Als ich seine Putzbox aufgeräumt hatte, band ich ihn los und brachte ihn auf die Weide. Bevor ich mich dem nächsten Pferd zuwendete, mistete ich noch seine Box aus. Nun holte ich die Sachen von Treasure Love. An ihrer Box angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Ich betrat ihre Box und streichelte die Stute hinter den Ohren. Anschließend legte ich ihr das Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte sie aus ihrer Box heraus. Als ich die Jährlingsstute angebunden hatte, öffnete ich die Putzbox und holte den Striegel heraus. Damit bürstete ich den getrockneten Dreck heraus. Danach nahm ich die Kardätsche heraus und bürstete damit ihr Gesicht und ihre Beine. Anschließend nahm ich die Mähnenbürste heraus und kämmte damit ihr Langhaar. Zum Schluss kratzte ich noch ihre Hufe aus. Nun band ich die Stute los und brachte sie auf die Weide, wo sie buckelnd vor Freude davon rannte. Ich räumte noch ihre Putzbox auf und mistete dann noch ihre Box. Aus der Sattelkammer holte ich nun die Sachen von Shadowlight. Als ich an seiner Box angekommen war, stellte ich die Putzbox ab. Nun öffnete ich die Boxentür und betrat die Box. Der Hengst begrüßte mich, in dem er seine Nase in meine Jackentasche schieben wollte. "Nein, ich habe keine Leckerlies dabei", sagte ich lachend und legte ihm sein Halfter an. Ich befestigte noch den Führstrick am Halfter und führte ihn dann raus und band ihn an. Nun öffnete ich die Putzbox und bürstete erst den Dreck mit dem Striegel heraus, anschließend die Beine und Gesicht mit der Kardätsche. Anschließend kämmte ich noch sein Langhaar und kratzte ihm die Hufe aus. Nachdem ich ihn auf die Weide gebracht hatte, räumte ich seine Putzbox auf und mistete seine Box. Ich holte aus der Sattelkammer die Sachen von Salinero und ging zu seiner Box. Dort stellte ich als erstes die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Ich begrüßte den Hengst und legte ihm dann sein Halfter an. Nun befestigte ich den Führstrick am Halfter und führte den Hengst aus seiner Box heraus und band ihn davor an. Ich öffnete die Putzbox, nahm den Striegel heraus und bürstete damit den getrockneten Dreck und Staub heraus. Anschließend tauschte ich den Striegel gegen die Kardätsche aus und bürstete damit sein Gesicht und seine Beine. Anschließend kämmte ich noch sein Langhaar und kratzte zum Schluss seine Hufe aus. Als ich ihn auf die Weide gebracht hatte, mistete ich seine Box aus und räumte die Putzbox auf. Ich nahm gleich die Sachen von Gigolo mit und ging zu seiner Box. Dort angekommen, stellte ich die Putzbox ab, öffnete die Boxentür und betrat die Box. Nachdem ich den Hengst begrüßt hatte, legte ich ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte ihn aus seiner Box heraus. Ich band den Hengst an, öffente die Putzbox und holte den Striegel heraus. Als der Dreck und Staub entfernt waren, nahm ich die Kardätsche heraus und fuhr damit nochmal über seinen gesamten Körper. Anschließend kämmte ich noch sein Langhaar und kratzte seine Hufe aus. Nun band ich ihn los und brachte ihn auf die Weide. Danach räumte ich die Putzbox auf und mistete noch seine Box aus. Nun holte ich Frozen Love Affair´s Sachen aus der Sattelkammer und machte mich auf den Weg zu ihrer Box. Nachdem ich die Putzbox abgestellt hatte, öffnete ich die Boxentür. Als ich die Stute aus ihrer Box geholt und davor angebunden hatte, fing ich an, sie mit dem Striegel zu putzen. Anschließend fuhr ich noch mal mit der Kardätsche drüber und kämmte ihr Langhaar. Als auch ihre Hufe sauber waren, band ich die Stute los und brachte sie auf die Weide. Ich mistete noch die Box aus und räumte die Putzbox auf. Ich nahm auch gleich die Sachen von Masura mit. Als ich die Stute aus der Box geholt und davor angebunden hatte, fing ich an, ihr Fell zu putzen, bis es sauber war. Danach kämmte ich ihr Langhaar und kratzte ihre Hufe aus. Nachdem ich sie auf die Weide gebracht hatte, mistete ich ihre Box und räumte die Putzbox auf. Nun kam Ayasha an die Reihe. Nachdem ich ihre Sachen aus der Sattelkammer geholt hatte, ging ich zu ihrer Box und holte sie dort raus. Dann putzte ich ihr Fell, kämmte ihr Langhaar und kratzte ihre Hufe aus. Nun brachte ich sie auf die Weide und mistete anschließend ihre Box aus. Die Putzbox nahm ich mit und nahm die Sachen von Honey Dunit Great mit. Bei der Stute angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Als ich die Stute aus der Box geholt und angebunden hatte, putzte ich sie, kämmte ihr Langhaar und kratzte ihre Hufe aus. Nun brachte ich sie auf die Weide und mistete ihre Box aus. Nachdem ich ihre Putzbox aufgeräumt hatte, nahm ich die Sachen von As War Fades mit. Als ich den Hengst aus seiner Box geholt hatte, band ich ihn davor an und öffnete die Putzbox. Mit dem Striegel bürstete ich den ganzen getrockneten Dreck raus. Mit der Kardätsche bürstete ich noch seinen restlichen Körper. Anschließend kämmte ich sein Langhaar und kratzte seine Hufe aus. Als ich ihn auf die Weide gebracht hatte, mistete ich seine Box aus und räumte seine Putzbox auf. Ich schnappte mir den Besen und fegte die Stallgasse, bis sie sauber war.

      Text © Ranjit | 7000 Zeichen
    • SopherlMacaulay
      Sammeltierarztbericht März 2015

      Prince wieherte mir schon entgegen als ich in den Stall kam. Insgesamt waren alle Tiere etwas unruhig. Hatten die Haflinger etwa getratscht und erzählt dass eine tierärztliche Generalinspektion anstand? Ich schmunzelte und fegte die Stallgasse bevor ich den Hengst aus seiner Box holte . Freundlich begrüßte er mich und folgte mir auf die Stallgasse. Einmal festgebunden entspannte er sich und ließ sich abtasten. Auch beim Hufe kontrollieren war er brav. Die Zähne und die Augen wollte er sich nicht so gern kontrollieren lassen, doch ich brachte ihn mit sanfter Stimme dazu mich anzusehn und den Mund wenigstens ein Stück weit auf zu machen.
      Blacky drehte sich demonstrativ von mir weg und grummelte als ich den Führstrick bei ihm einhakte. Der gute hatte wirklich keine Lust auf eine Untersuchung. Doch da musste er leider durch. Ich grinste und versprach ihm, dass, je bräver er war, es umso kürzer dauern würde. Doch der Hengst ließ sich nicht von mir einlullen und zog eine Show ab. Herumgetrappel, Füße in den Boden stemmen und den Kopf hochwerfen. Ich verdrehte die Augen und rahmte ihn zwischen Boxenwand und mir ein um ihn zu untersuchen. Danach grummelte ich zurück, was er sich so aufführe, er sei doch gesund und hätte keinen Grund zur Aufregung. Mit Cinderella hatte ich die nächsten Schwierigkeiten am Hals, sie zickte, angestachelt durch Blacky, herum und meinte sie könne mich dazu bringen sie gleich auf die Weide zu lassen. Diesem Spielchen konnte ich mich entgegensetzten, denn sie war ein Classic Pony und dadurch schön handlich. Da ich mich nicht sonderlich anstrengen musste sie festzuhalten konnte ich sie recht einfach abtasten und auch die Hufe waren schnell kontrolliert. Bei den Augen kam mir zu Gute dass sie den Kopf hochreckte wie eine eitle kleine Dame. Schnell waren auch Augen und Zähne, die sich ebenfalls in bestem Zustand befanden, kontrolliert.
      Auch bei Angel hatte ich heute kein Glück. Die Stute zickte mich an als ich nur vor der Box stand! Doch es half nichts, da musste ich wohl durch. Ich atmete tief durch und holte die Stute aus der Box. Wahlweise konnte man es auch als zerren beschreiben, den herauskommen wollte sie so gar nicht. Dennoch setzte ich mich durch. Jedoch auch angebunden zu sein machte ihr nichts aus. Übellaunig schlug sie nach hinten aus und machte ihrem Ärger Luft. An Abtasten war fast gar nicht zu denken und Hufe kontrollieren wurde zur Königsdisziplin. Als sie sich dann noch vehement weigerte den Mund auf zu machen, vermutete ich schon dass sie villeicht irgendeine wunde Stelle im Maul hatte aber dem war nicht so, wie ich auch an ihren Augen sehen konnte als sie den Kopf hin und her warf. Sie hatte einfach überhaupt keine Lust.
      Ich schnappte mir die Vier und ließ mich von ihnen zu den Koppeln ziehen. Ich war froh als ich in den Stall zurückkam und mich beim Stallgasse fegen etwas entspannen konnte.
      Dafür hatte ich bei Luzifer die Entspannung pur. Mein Pflegepferd schmiegte sich vertrauensvoll an mich und war ein wahrer Schatz. Schnell hatte ich ihn abgetastet, Mund, Augen und Hufe kontrolliert. Auch Lakritz machte die Anstrengung von zuvor wieder wett. Der verspielte Isländer wollte erst mal eine Runde kuscheln, bevor er begann meinen Arztkoffer auseinander zu nehmen. Ich konnte mein Köfferchen grad noch retten und untersuchte den neugierigen kleinen Kerl. Jedoch brauchte ich nicht lang. Isländertypisch strotzte er nicht nur vor Plüschefell sondern auch vor Gesundheit. Cherie hingegen holte mich von meiner Wolke sieben recht schnell wieder herunter. Sie war zwar gesund, führte sich aber auf als sei sie hochkrank und das ärmste Pferd der Welt. Sie brauchte die Aufmerksamkeit und versuchte die ganze Zeit Leckerlies zu bekommen. Als das nicht funktionierte grummelte sie verärgert und ignorierte mich vollkommen. Ich grinste in mich hinein und wandte mich Wiki zu. Diese zeigte heute ihr Temperament. Sie stob aus der Box und ließ sich kaum anbinden. Ständig zerrte sie am Führstrick und wollte nur hinaus. Ich schüttelte den Kopf und machte mich an ihre Untersuchung, was recht einfach war, da sie nur die Koppel im Sinn hatte. Sie stand wie angewurzelt, zerrte an ihrem Strick und ließ alles mit sich machen. Schnell war auch ihre Gesundheit festgestellt und es ging für die Pferde hinaus zur Weide.
      Nach dem kehren schnappte ich mir I See You. Der Hengst war einmal wieder die Ruhe selbst und schnaubte freundlich zur Begrüßung. Alles ließ er mit sich machen, ob nun Abtasten, die Hufe hob er brav an und der Mund ging von selber auf. Auch Panino hatte heute seinen guten Tag. Sonst war der Hengst recht eigenwillig doch heute machte er vorzüglich mit und erleichterte mir die Arbeit zusehends. Auch er zeigte seine Zähnchen ohne Gegenwehr und aus den Augen blitzte es fröhlich heraus. Während ich Azzurro aus der Box holte, murmelte ich vor mich hin dass mir die Pferde so am liebsten waren. Brav und Gesund. Auch Azzurro war heute ein Engel. ER hatte mitbekommen wie mich einige Pferde geärgert hatten und versuchte das wieder gut zu machen. ER knabberte leicht an mir und schmiegte sich immer wieder an. Auch bei ihm lief alles reibungslos, er drehte sich sogar so, dass ich möglichst wenig laufen musste. Ich dankte ihm mit einer extra Streicheleinheit und wandte mich Skywalker zu. Der junge Hengst schlief heute noch fast, langsam trottete er hinter mir her und kaute auf seinem Heu herum. Ich grinste und begann mit der Untersuchung. Schnell war ich auch bei ihm der Überzeugung dass er bester Gesundheit war.
      Weil es mit den vieren so gut gegangen war, wurde ich fast mutig. Ich beschloss die beiden andren Erwachsenen auch noch aus den Boxen zu holen und dann mit sechs Pferden statt mit vieren zur Weide zu spazieren. Als erstes widmete ich mich Herbert. Von ihm wurde ich in meinem Mut bestärkt. Er stolperte zwar fast über seine eigenen Hufe und auch meine Füße musste ich in Sicherheit bringen, jedoch machte er bei der Untersuchung alles wieder weg. Der Hengst war nicht nur brav und wohlerzogen, auch ließ er keine Möglichkeit zum schmusen auch. Doch, so machte es wirklich Spaß die Gesundheit eines Pferdes fest zu stellen. Auch Ass war heute sehr lieb und brachte mich endgültig zurück auf Wolke sieben. Der Hengst ließ sich wunderbar untersuchen und hielt mich die entsprechenden Körperteile regelrecht hin.
      Mit sechs Pferden, drei an jeder Hand, schwebte ich zu den Koppeln.
      Dann noch schnell die Stallgasse gefegt und ran an die Jungtiere. Findus war heute mein erster Kandidat. Der intelligente Hengst schnaubte mich an und wollte sich schon kaum untersuchen lassen – das schien ihm zu langweilig. Ich musste während der Untersuchung alle meine Gerätschaften vor ihm in Sicherheit bringen – er hatte es sich wohl in den Kopf gesetzt meine Gerätschaften näher zu untersuchen, dass er den Umgang lernte und sich dann das nächste Mal selber Untersuchen konnte. Auch Puppy war heute sehr neugierig – allerdings interessierte sie sich eher für Findus. Sie ließ alles mit sich machen, solang ich sie nur Findus anstarren ließ. Ich scherzte, dass sie wohl verliebt sei, da schnaubte sie, schüttelte den Kopf und sah mir hinterher als ich Par Dieux auf der Box holte. Noch jemand zum anstarren für Puppy und der Junghengst strebte zu ihr. Nun gut, dachte ich mir und ließ die beiden sich beschnuppern. Während die beiden Freundschaft schlossen, untersuchte ich flugs den Junghengst und freute mich – auch er war bei bester Gesundheit. Zudem fand ich es schon sehr niedlich wie er und Puppy anbändelten. Ich ließ die beiden Freundschaft schließen und holte Cabbalero aus der Box. Ungestüm rannte er auf die Stallgasse und ließ sich kaum bändigen. Immer diese Junghengste! Zu viel Energie auf vier Beinen. Ich seufzte und versuchte den Hengst ruhig zu halten, zumindest bis ich ihn Untersucht hatte. Da war viel Geschick nötig, beinah hätte ich mir eine gequetschte Zehe und einen gebissenen Finger eingehandelt, da er meinte derart rumhampeln zu müssen. Ich war sehr froh als er mit den anderen auf der Weide war und ich mich kurz beim kehren ausruhen konnte.
      Auch mit Cilion hatte ich heute keine Freude, er wollte unbedingt hinaus, er trabte schon fast auf der Stelle. Das einzige was halbwegs funktionierte war ihn abzutasten und die Augen zu kontrollieren, den Mund bekam ich schier nicht auf und die Hufe wollten mich beinahe aus dem Weg schupfen. Ich schüttelte den Kopf und schnappte mir den nächsten Kandidaten. Castiel ließ es heute ruhig angehn. Freundlich sah er mich an und folgte mir bereitwillig. Auch die Untersuchung stellte kein Problem dar, er stand ruhig wie ein Fels in der Brandung und ließ alles mit sich machen. Die Hufe gab er gar von selbst und so schwebte ich mit einem Lächeln auf den Lippen zu Snow. Die als eigenwillig bekannte Stute war heute ausgesprochen lieb und schnoberte an meinem Arztkoffer herum. Auch als ich ihn außer Reichweite gebracht hatte fand sie ihn spannender als die Untersuchung und so hatte ich in kürzester Zeit festgestellt dass auch sie bei wunderbarer Gesundheit war. Maelis war die letzte für heute und hatte ihren tollpatschigen Tag. Ich konnte sie gerade noch davon abhalten versehentlich gegen die Boxenwand zu rennen. Aber sonst war sie heute ein absoluter Schatz. Auch wenn die mir, als ich ihre Beine und Hufe untersuchte aus Versehen kurz auf den Fuß stieg. Sie merkte es aber selber und ehe es angefangen hatte wehzutun war der Huf auch schon wieder auf dem Boden. Als ich auch ihre Gesundheit festgestellt hatte, brachte ich alle auf die Weide und sah ihnen noch ein wenig beim spielen und toben zu.

      9580 Zeichen
    • SopherlMacaulay
      Sammelpflegebericht März 2015

      Prince konnte mich zur Zeit gar nicht leiden. Nach meinem Rundumcheck diesen Monat war er gar nicht gut auf mich zu sprechen und versuchte, sobald ich im Sattel saß, wieder herunter zu bekommen. Das Training war jedes Mal wieder ein Kampf, und ich war froh, dass Blacky Temperament sich noch im Winterschlaf befand. Er war aufgeweckt jedoch liebenswert und ging wunderbar unter dem Sattel. Auch Cinderella war ein Schätzchen. Heute übte ich mit ihr Freispringen und mit Feuereifer warf sie sich über die Hindernisse und hatte ihren Spaß daran.
      Angel zeigte zwar ihr Temperament, war jedoch sehr brav. Mit ihr schwebte ich heute fast durchs Dressurviereck, sie war mit Feuereifer bei der Sache, schritt weit aus und machte von der Zuschauertribüne wie vom Sattel aus eine gute Figur. Luzifer zeigte sich heute von seiner schlechtesten Seite. Der Friese buckelte und wollte sich schon gar nicht von der Weide holen lassen. Kein rankommen an ihn und als ich ihn an der Longe hatte weigerte er sich schlichtweg auch nur einen Schritt zu tun. Seufzend brachte ich ihn wieder auf die Weide und holte Lakritz. Dieser hatte wenigstens Spaß an seinem Training. Bodentraining stand heute auf dem Plan und willig machte das Pony mit. Freudig schnappte ich mir Findus, der heute gefordert werden wollte. Er lief wunderbar an der Longe, genauso wie sein Freund Par Dieux. Die beiden waren so ausgelassen, dass sie noch voller Energie über die Weide rannten, als ich sie beide wieder dort hin gebracht hatte.
      Mit Puppy machte ich heute einen kleinen Spaziergang. Ich und die Stute genossen das Frühlingswetter und da es schön warm war, machte ich die junge Stute mit den Bächen in der Gegend vertraut. Begeistert planschte sie im Wasser herum und war nur schwer zur Rückkehr zu bewegen. Mon Chérie entpuppte sich als träger Faulpelz. Entgegen ihrer sonstigen Art schlurfte sie schon fast über den Platz und war zu nichts zu bewegen wofür Anstrengung vonnöten war.
      Auch Wiki hatte heute ihren faulen Tag. Gemächlich trottete sie auf dem Platz herum und wenn ein Mensch in der Nähe war, stellte sie sich an den Zaun und weigerte sich weiter zu gehen, ehe die Person mit ihr geschmust hatte.
      Mit I see you hatte ich schon mehr Glück. Er ließ sich für das Reiningtraining begeistern und arbeitete gut mit. Cabbalero riss mir fast die Longe aus der Hand. Der junge Hengst stürmte über den Platz, dass ich mit ihm zum Roundpen wechselte. Dort war er nicht weniger stürmisch, aber ich konnte ihn frei laufen lassen und wurde nicht mehr von ihm durch die Gegend gezerrt. Cillion war nicht weniger stürmisch, jedoch schleifte er mich wenigstens nicht über den ganzen Platz. Allerdings wollte er partout nicht Schritt gehen, er tat als sei selbst Trab eine Beleidigung für seinen Laufdrang. Castiel wollte heute auch nicht von der Koppel, er fand das Gras viel verlockender als das Training. Nach zehn Minuten erfolglosen Überredungs – und Bestechungsversuchen, ließ ich ihn auf der Koppel. Sollte er seinen Ruhetag haben wenn er ihn unbedingt wollte.
      Mit Panino ging ich ins Gelände, wir übten ein wenig an Naturhindernissen und ich ließ ihn rennen. Er freute sich, dass er sich die Winterstarre aus seinen Muskeln bekam. Azzurro und ich genossen einen wunderbaren Ausritt durch die Felder. Gemächlich trabten wir bald hierhin, bald dorthin und waren total entspannt als wir wieder am Hof ankamen.
      Dead Snow konnte ich mit Bodentraining begeistern. Eifrig war sie dabei und ich hatte wirklich Freude daran, mit ihr zu arbeiten. Skywalker war heute auch ein Schätzchen. Auch er war mit Feuereifer dabei und wir machten uns gut im Springtraining. Maelis sprang fröhlich um mich herum und freute sich, dass ich mit für ein wenig Longenarbeit entschieden hatte. Ich hatte sie erst vor kurzem mit der Longe bekannt gemacht und sie schien sich mit ihr angefreundet zu haben. Sie lief brav um mich herum und zeigte mir ihre schönen Gänge.
      Herbert war heute sehr gut dabei, solang ich ihm Leckerlis zusteckte. Auch mit ihm arbeitete ich heute an der Longe und machte zum Abschluss noch einen Spaziergang mit ihm. Ass machte es mir heute leiicht, eifrig arbeitete er mit und zeigte sich von seiner besten Seite. Mit unserem Neuzugang Reijka machte ich mich erst einmal vertraut. Ich schmuste mit ihr und machte einen ausgiebigen Spaziergang mit ihr, dass sie den Hof und die Umgebung kennen lernen konnte.

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    • Veija
      August 2015, by Veija
      Pflegebricht für alle Pferde von Jackie

      Heute war ich auf dem Weg zur Heartland Farm- also zu Amy Fleming. Sie hatte im Internet eine Anzeige aufgegeben, bei der sie dringend um Hilfe bei der Pflege ihrer Pferde bat. Da ich schon ein paar ihrer Pferde geritten hatte meldete ich mich sofort und fuhr nun also mit dem Wagen auf ihren Hof. Dort angekommen begrüßte sie mich kurz, ehe sie wegen eines dringenden Termins vom Hof verschwand. Da ich mich schon ein wenig auskannte, ging ich sofort zu ihrem Haflingerstall und fing mit dem ersten Pferd an. Nimué war eine 2-Jährige Haflingerstute, die nur Flausen im Kopf hatte. Ich wollte sie aufhalftern, da hob sie den Kopf und knabberte einfach den Strick an. "Ey, lass das!", sagte ich zog ihn ihr aus dem Maul, ehe ich es dann doch schaffte das Halfter über ihren Kopf zu bekommen.Dann brachte ich sie raus auf die Koppel, ehe ich wieder in den Stall ging um das nächste Pferd raus zu bringen. Burberry war der nächste Kandidat, den ich auf eine andere Koppel stellte. Da ich mir nicht sicher war wo hin mit den Halftern, zog ich sie einfach den Pferden aus und hängte sie wieder an die Box. Schließlich musste ich die Pferde ja auch wieder reinbringen. Das nächste Pferd war Lady Äppel. Bei ihrem Namen musste ich leicht schmunzeln, da ich dabei sofort an das Gerät "Apple" dachte, ehe ich an Äpfel denken mussten und mein Bauch sich knurrend zu Wort meldete. Doch noch war die Arbeit nicht getan, schließlich wollten alle Pferde auf die Koppel!
      Das nächste Pferd war Small Joker. Ein westernmäßig gerittener, recht heller Haflinger. Ein wunderschönes Pferd. Doch als ich Calla sah, war es um mich geschehen. Ich liebkoste das wunderschöne Fohlen und wollte es gar nicht mehr gehen lassen, doch es drängte um auf die Koppel zu kommen. Das nächste Pferd war nun Figaros Schattenfalter, den ich recht schnell auf der Koppel hatte. Nun hatte ich noch 6 Pferde vor mir, ehe ich mein Frühstück auspacken würde. So brachte ich nacheinander Windsor, Abajo, Jargo, Mrs. Pretty, L'Ombre de la Lune und Bonito auf die Koppel. Bei Bonito musste ich schmunzeln. Ich hatte ihn für Amy auf einer Körung geritten und seit dem hatte er sich wirklich verändert! Er war wirklich kräftig geworden und ich hatte auch schon einige Fohlen von ihm gesehen- ein wunderschönes Pferd. Nun machte ich eine kurze Frühstückspause und aß meinen Apfel und ein Brot, ehe ich wieder an die Arbeit ging. Nun kamen Golden Diamond, Picola, Mirabella, Sternsinger, Sunshine Shadow und Suburb Lights auf die Koppel. Zu meinem Glück hatte Amy einen Koppelplan aufgehangen, damit ich wusste, welches Pferd auf welche Weide kam. Nun waren es noch 9 Haflinger, die ich auf die Koppel bringen musste. Nordstern, Meike, Amersterdam Girl, Askan, Nachtigall, Money in a Bank, Little Baby, Samie und L'ombre de la Figaro. Auf letzteren achtete ich besonders, da ich wusste, dass er einer von Amys Lieblingen war.
      Nun ging es zum anderen Stall, schließlich wollten die anderen Pferde auch auf die Koppel und nicht den ganzen Tag im Stall stehen!
      Das erste Pferd, welches ich auf die Koppel brachte, war Rékja. Eine wirklich schicke Isländerstute gefolgt von As War Fades, für den ich mal Interesse gezeigt hatte. Wenn nachher noch Zeit bleiben würde, würde ich ihn noch kurz reiten, doch jetzt war keine Zeit dazu. Nach War Fades kamen Herbert, Maelis, Skywalker, HGT's Dead Snow, auch ein wunderschönes Westernpferd, Azzurro, Panino und Burnin' Castiel auf die Koppeln.
      Es folgten Valentines Cilion, Cabbalero, der sich wirklich gut gemacht hatte, I see you und Wikotikabesa. An diese Stute konnte ich mich noch besonders erinnern, da Amy und ich uns beinaje gestritten hatten, wer denn nun ihr Besitzer sei. Wir hatten sie beide besucht und Probe geritten und wollten sie beide haben. Durch ein Missverständnis kamen wir beide am gleichen Tag mit Hängern an und wollten sie mitnehmen. Da sie aber an Amy verkauft war, ging ich leer aus. Umso mehr freute ich mich, ein paar Minuten mit der wunderschönen Stute verbringen zu können. Doch da die Arbeit nicht wartete, musste es weiter gehen. So brachte ich Par Dieux, Mon Chérie, Puppy, Findus II, Lakritz, Luzifer, The Death Angel, Cindarella, The Black Death und Prince of the half moon auf die Koppeln, ehe es ans ausmisten ging. Bei so vielen Pferden war ich natürlich den ganzen Tag beschäftigt, so dass ich erst abends um 10 Uhr alle Pferde wieder im Stall hatte. Jedes der Tiere hatte seine Ration Heu bekommen. Nach einem Plan, den Amy im Stall hängen hatte, hatte ich allen Pferde Kraftfutter rationiert und war schließlich an As War Fades' Box stehen geblieben. Schmunzelnd betrachtete ich den Hengst, ehe ich ihn doch nochmal aus der Box holte und mit ihm in die Halle ging. Ich longierte ihn eine Weile, ehe ich ein paar Trailübungen vom Boden aus machte. Der Hengst machte willig mit und ich lobte ihn zum Schluss, indem ich ihm den Hals klopfte. "Guter Junge", sagte ich und brachte ihn wieder in den Stall. Ich hatte ihn doch nicht mehr reiten wollen, da ich von Amy keine Erlaubnis bekommen hatte, eines der Tiere zu satteln. Wäre dann etwas passiert, hätte ich nicht so gut dagestanden. Vielleicht würde sich irgendwann anders die Gelegenheit ergeben, den Hengst und auch Amys Paint Stute Wikotikabesa zu reiten.
    • Jackie
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      24. Oktober 2015 - Lune wird eingeritten
      12.195 Zeichen © Jackie


      Voller Tatendrang stürzte ich mich in den Stall hinein. "Ok Ty, ich möchte dass du heute selbst ein Pferd einreitest !" - mein Freund blickte mich völlig erstaunt an. Dann kam ein leises "Ich ?" aus seinem Mund. Ich gab ihn einen flüchtigen Kuss. Ein Kopfnicken bestätigte seine Frage. "Lune ist noch nicht eingeritten, darum wirst du dich kümmern"

      "Aber ich habe doch gar keine Ahnung wie das geht"

      "Darum bin ich ja hier". Lächelnd reichte ich ihm den Strich und das Halfter. "Zieh es ihr über", anschließend führte er die junge Haflingerstute aus dem Stall. Brav und ahnungslos folgte sie dem Stallburschen. Ich holte in der Zwischenzeit einen Dummy, welcher die Stute an das Gewicht eines Reiters gewöhnen soll. Nachdem ich den Dummy zum Roundpen getragen hatte, eilte ich erneut in den Stall um Trense, Sattelpad und Westernsattel zu holen. Ich hätte zwar vor, Lune in Zunft ohne Gebiss zu reiten - doch sollte sie sich an das Gebiss gewöhnen, sollte ich es irgendwann mal benötigen. Ty wartete artig im Roundpen und verwöhnte in der Zwischenzeit die Stute mit sanften Fingerbewegungen. Ich rollte mit den Augen als ich den dösenden Blick der Stute sah. "Lass uns beginnen", Ty nahm den Strick auf "Ich werde Lune nun für dich halten. Als erstes werden wir sie mit dem Gewicht des Dummys vertraut machen. Drücke erstmal mit den Handflächen auf ihren Rücken, nicht all zu fest - aber es sollte Druck vorhanden sein." Ty befolgte meinen Anweisungen und verlagerte sein Gewicht in seine Handflächen. Lune zuckte kurz zusammen, anschließend beschnupperte sie Ty neugierig. Ich kraulte die Stute sanft, sodass Ty nun den Dummy auf den Rücken legen konnte. "Sei vorsichtig und lege ihn mit ruhigen Bewegungen drauf. Wir wollen die Stute nicht verängstigen". Als der Dummy ihren Rücken erreichte, wollte die Stute nach vorne los preschen. Doch ich hatte sie fest im Griff und beruhigte sie, indem ich ihre Stirn mit Kreisbewegungen kraulte. "So ist braaav", murmelte ich mit tiefer Stimme. "Das machst du gut Ty. Ich führe Lune nun eine Runde durch den Roundpen. Lune taumelte neben mir her, kämpfte immer noch mit dem 'Ding' auf ihren Rücken. Dennoch vertraute sie mir und versuchte nicht zu buckeln, oder los zu rennen. Nachdem ich wieder stehen blieb, sagte ich Ty, er solle den Dummy vom Pferd nehmen und das Westernpad auf den Rücken legen. Dieses akzeptierte Lune, es war schließlich leichter als der Dummy - außerdem war sie an Decken gewöhnt. "Und jetzt den Sattel" - Die Stute wollte immer wieder ausweichen, als sie das riesige Monster sah - doch dazu ließ ich ihr keine Wahl. Ehe sie in Panik geriert, rieb ich sie sanft mit Lavendelöl ein, das lenkte sie ein wenig ab. "So ist gut Ty, und jetzt drauf damit". Möglichst sanft, schwang er den Sattel über den Rücken. Nun trat Lune aus, machte einen kleinen Buckler und wollte erneut lospreschen. "Sie weicht jetzt nicht aus, will aber den Sattel von ihrem Rücken bekommen. Ist ja selbstverständlich wenn man sich in ihre Lage versetzt", erklärte ich Ty. Ich hielt sie auf, führte sie stattdessen noch mal eine Runde. Wir mussten aufpassen, dass der Sattel nicht vom Rücken fiel - immerhin war er noch nicht fest gegurtet. "Ty, den Gurt... mach ihn erstmal locker." Lune lehnte die die Ohren nach hinten, der Gurt war recht locker angezogen - dennoch so fest, dass der Sattel nicht runterfallen konnte. "Wir longieren sie erstmal. Dann regt sie sich ab." Wie auch beim Join-Up scheuchten wir die Stute durch den Zirkel. Sie richtete relativ schnell die Ohren nach innen und begann zu kauen. Es war immerhin nicht das erste mal das Lune ein Join-Up machte. Nachdem die Stute zu uns lief, fuhren wir mit dem Training fort. „Nun die Trense“, ich reichte dem Jungen die dunkelbraune Westerntrense und machte ihm Platz. „Halt am besten ein Leckerchen unter dem Gebiss“. Leckerchen ? Die Stute nahm die Trense nichts ahnend entgegen. Das war unser Vorteil ! Lune war an manchen Tagen echt verfressen. Mümmelnd genoss sie das Banenen-Apfel-Leckerchen und sabberte fröhlich auf den Sand. „Besser ging es nicht oder?“

      „Nein, besser hätte es gar nicht werden können“.

      Wir lachten und lobten die Stute. Ehe sie sich gegen die Trense wehrte, reichten wir ihr das nächste Leckerchen. Lune hatte richtig Spaß sich mit solchen Köstlichkeiten bedienen zu lassen. Ob sie die Trense überhaupt wahr nahm ? „Wir führen sie erstmal ok?“, Ty nickte, nahm die Zügel und führte die Stute durch den Roundpen. Sanft redeten wir auf sie ein, lobten sie und reichten hin und wieder die ein oder andere Köstlichkeit entgegen. Nun war die Stute entspannt genug, damit wir nachgurten konnten. Ty zog den Gurt an. Lune stöhnte etwas, das war sie einfach noch nicht gewohnt. „Ty, ich steig lieber zuerst auf, für den Fall der Fälle“

      „Ich kann das auch gerne machen“, bestand Ty. Also überließ ich ihm die Zügel und beobachtete ihn wie er mit einem Mal auf dem Pferd saß. Die Zügel blieben locker, ich fixierte Lune zur Sicherheit, sie sollte ja nicht gleich lospreschen. „Und jetzt lob sie kräftig“. Sie wurde nahezu verwöhnt. Während Ty sie streichelte, ihren Hals klatschte und sie lobte, versorgte ich sie mit Bananen Leckerchen. „Super Lune!“. „Und jetzt mach langsam Ty.“, er ritt im Schritt durch den Zirkel. Hielt zwischendurch mal an, wurde manchmal schneller. Die Zügel blieben locker.

      Nach einer guten Stunde, hatten wir es geschafft Lune in allen Gangarten zu reiten. Natürlich mussten wir die Übung mehrmals wiederholen, ansonsten könnte man nicht sicher gehen, dass sie wirklich reitbar ist.



      „Ty, kümmer du dich um Lune... Futter, Wasser, Striegeln, eindecken. Ich trainiere nämlich jetzt Windsor.“ Windsor war ein robuster Haflinger. Er hatte bereits ein Dressurturnier gewonnen und wurde mehrmals trainiert. Ich war stolz ihn im Stall stehen zu haben. Elsaria, eine nette Frau mit welcher ich vor Jahren mal Kontakt hatte – war die ehemalige Besitzerin von Windsor. Mit ihr hatte ich in früheren Zeiten mal über eine Haflingerzucht nachgedacht. Es ist traurig, dass wir Windsor nun eine so lange Zeit besaßen und er immer noch nicht gekört war. Aber das Leben war leider kein Ponyhof. Also trainierten wir ihn regelmäßig um ihn für die Kör, aber auch für die kommenden Turniere in Form zu halten. Windsor war für ein Haflinger recht erfahren was die Dressur angeht. Darum musste er heute für das S-Niveau vorbereitet werden. Diesen Monat müssten wir das halten aus der Passage, die Traversalverschiebung im Galopp, eine halbe und ganze Pirouette im versammelten Galopp, den fliegenden Galoppwechsel, die Schaukel, die Piaffe und die Passage üben. Aber auch einige neue Bahnfiguren würden auf uns zu kommen. Da ich mich die letzten Tage bereits mit Windsor beschäftigt hatte, lag es nun an mir die ganzen Lektionen zu wiederholen. Auf die Piaffe freute ich mich am meisten. Es war einfach das schönste, zu merken wie das Pferd unter dem Sattel eines der schwierigsten Anforderungen erfüllt. Ich ritt Windsor zunächst im Schritt warm, anschließend trabte ich im versammelten Trab auf den Hufschlag eine ganze Bahn. Windsor sollte im Takt kommen. Gott sei Dank war heute kein regnerischer Tag. Sonst hätte ich gar nicht üben können. Leider besaßen wir auf Heartland keine Reithalle, aber wir dachte alle ernsthaft darüber nach eine zuzulegen. Doch fehlte uns dafür noch ein wenig mehr Platz. Nach 10 Minuten kam Ty zu mir. Er beobachtete mich und Windsor gespannt. „Was tust du da?“, fragte er neugierig „Das hier ist eine Traversal. Ich werde ihn nun angaloppieren um die Traversalverschiebung zu üben“. Nach der Traversalverschiebung erfolgte der fliegende Galoppwechsel. Auf der linken Hand, ritt ich eine 10 Meter Volte im Galopp. Windsor arbeitete anständig mit. Ich ritt wieder auf den Zirkel, wechselte dann erneut im fliegendem Galopp und steuerte auf die ganze Bahn zu. Ich nahm die Zügel auf und bremste Windsor in den Trab ab. In der Ecke machte ich kehrt, anschließend führte ich eine Passage aus. Ich ritt in die Mitte des Platzes, zügelte ihn erneut und gab ihm eine Beinhilfe wodurch er die Piaffe ausübte. Mit hoch angehobenen Beinen stolzierte Windsor mittig des Platzes. Ty klatschte begeistert. „Mensch, der ist ja richtig gut geworden“. Ich zog meinen imaginären Zylinder ab und verbeugte mich vor ihm. Wir lachten zusammen „Klappt super!“ In einer Travers ritt ich zurück zum Hufschlag, zügelte Windsor in einen versammelten Schritt und ritt ihn anschließend zum Tor. „Ich würde sagen er ist fertig für das nächste Turnier!“, Ty blickte stolz auf mich „Der ist echt ein Naturtalent.“.

      Nachdem wir Windsor in den Stall gebracht hatten, übernahm Caleb und deckte den schwitzenden Haflinger ein. „Fütterst du ihn?“, fragte ich den Stallburschen. „Ja“, Caleb griff bereits zum Futtereimer und bewegte sich Richtung Futterkammer. „Caleb warte, ich komme mit!“ - rief ich noch schnell hinterher. Mir fiel nämlich ein, dass wir die restlichen Pferde auch noch füttern wollten. Das würde eine Ewigkeit dauern. Gut das Mellory und Ty uns zur Hand gehen wollten. „So gab es endlich eine Möglichkeit Mellory zu beschäftigen“, dachte ich amüsiert.



      Wir begannen im Zuchtstall. Mit mehreren Schubkarren voller Heu, begaben wir uns auf den Hof. „Lass uns zuerst zur Stuten und Fohlenweide gehen“. Die sogenannte Zuchtweide. Mellory folgte mir. Caleb und Ty fuhren mit einem Traktor zur Hengstweide. Da wir nur einen Traktor besaßen mussten wir eben die Schubkarren voll Heu schieben. Auf der Stutenweide angekommen, füllte ich mit Mellory die große Heuraufe. Lana, Figaros Schattenfalter, L'ombre de la Lune, Lady Äppel, Golden Diamond und Amsterdam Girl galoppierten gierig auf die Raufe zu. Genüsslich fraßen sie das frische Heu. „Ich sehe schon, das wird nicht ausreichen. Lass uns noch mal zurück gehen und die Schubkarren füllen.

      In der Zwischenzeit füllten Caleb und Ty die Heuraufe auf der Hengstweide auf. Windsor, Bonito, Sunshine Shadow, Askan, Samie, aber auch Small Joker stürmten zu dem frischen Futter. Waren Haflinger eigentlich immer so verfressen ? Jargo schlief unter dem Unterstand, neben ihm stand Burberry. „Ich glaube der Unterstand müsste auch mal wieder gemistet werden“, Ty seufzte. Da kam L'ombe de la Figaro auf die beiden zugetrabt. „Ja, du bist bestimmt gleicher Meinung was?“ er kraulte den Hengst. Suburb Lights kam schließlich auch zu der Herde galoppiert um vom Heu zu fressen. Golden Samurai döste in der Herbstsonne und Sternsinger schmuste mit Abajo. „Caleb lass und mal den Offenstall ausmisten“. Caleb stöhnte, gab aber dann nach.

      Mellory und ich erreichten wieder die Stutenweide, und wir begaben uns zur zweiten Raufe. Als wir diese aufgefüllt hatten, kamen schon die kleinen Fohlen Picola und Mirabella auf sie zu. Fröhlich knabberten die beiden an unseren Jacken. Mrs. Pretty und Little Baby trottelten entspannt zu der zweiten Raufe um sich schließlich auch etwas zu gönnen. Aber auch Calla und Nachtigall kamen nach. Nordstern und Meike schienen kein Interesse zu haben, sie blieben lieber mit Money in a Bank und Nimué zusammen am Fluss um zu trinken. Die Haflinger wären hiermit versorgt. „Lass uns nun zu der anderen Stutenweide gehen. Vorher müssen wir aber noch mal Heu auffüllen“ - Leider war der Alltag auf Heartland nicht immer amüsant. Darum mussten wir uns auch solchen monotonen Aufgaben widmen. Auf der anderen Stutenweide standen Rékja, Maelis, Wikotikabesa, Puppy, Mon Chérie, The Death Angel, Burnin Castiel, Valentines Cillion, Par Dieux, Cabbalero, Findus, HGT's Dead Snow und die kleine Cindarella. Während wir uns um die Heuraufen der Stuten kümmerten, waren Ty und Caleb mit dem ausmisten des Offenstalls fertig. Sie fuhren mit dem Trecker durch und schoben den Mist nach draußen. Als sie fertig waren begaben sie sich zur Hengstweide um auch die anderen Hengste zu versorgen. The Black Death, Prince of the Half Moon, Laktritz und Luzifer, Azzurro, Skywalker, Panino und Herbert, standen mit Celsius, As war Fades und I See you zusammen in einer Herde.



      Nun waren alle Pferde versorgt. Erleichtert und doch völlig ausgepowert verbrachten wir den Abend gemeinsam im Wohnzimmer. „Wir sollten echt mehr Stallburschen einstellen“. Sagte Lou zu uns. „Ihr seht ja völlig fertig aus!“.
    • Jackie
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      31. Dezember 2015 - Westerntraining S***
      3135 Zeichen © Jackie


      - Aus Amys Sicht -
      "Habt ihr alles was ihr braucht ?", fragte ich in die Runde, Jack, Lou, Ty, Georgina und Mallory waren völlig außer sich. "Amy, das ist so cool - so ein Wanderritt habe ich schon ewig nicht mehr gemacht.", die kleine Georgie war ebenfalls begeistert "Du ewig nicht mehr ? Ich bis jetzt noch gar nicht!". Ich lächelte liebevoll, es war so schön wenn man jemanden glücklich machen konnte. Ich stieg auf die Haflingerstute Calla auf, fasste die Westernzügel und rückte meinen Hut zurecht. Ty saß auf der Zuchtstute Nimué, ein wirklich zuverlässiges Jungpferd, ausgebildet bei den besten Trainern, nämlich dem WHT Ausbildungscenter und mir persönlich! Lou auf As War Fades, Jack auf My Blue Gun und Mallory auf Suburb Lights schienen auch bereit zu sein. Lediglich Georgie hatte etwas Probleme in den Sattel zu kommen. L'ombre de la Lune tänzelte ungeduldig über den Hof, sodass das kleine Mädchen nicht aufsteigen konnte. "Setz dich durch, ich helf dir!", schnell stieg ich ab, damit wir heute noch los konnten. Dann half ich meiner Stiefschwester in den Sattel und stieg selber wieder auf. "Sind wir nun soweit ?", nach einer lauten Bestätigung ritt ich vor. "Komm Ty...", Ich lächelte ihn an, lachte etwas und unterhielt mich mit ihm. "Amy, ich finde es toll, dass du uns nicht wie Dreck behandelst. Im Gegensatz zu dieser Vel Stanton.. Als Stallbursche war man echt am Arsch." ich rollte amüsiert mit den Augen. "Ist doch klar Ty!".
      Heute wollten wir unsere Pferde etwas in Western trainieren, da nicht alle mit den Umgang von Westernpferden vertraut waren, erklärte ich es ihnen unterwegs. Ich zeigte meiner Familie, aber auch meinen Freunden wie sie die Zügel halten mussten, im Sattel sitzen sollten und ihr Pferd richtig lenken. Später sollte jeder selber ein Westernkommando ausführen. "Wenn wir jetzt angaloppieren, lehnt euch im Sattel nach vorne, haltet die Zügel über den Hals und lasst euer Pferd laufen. Das wird später nützlich sein wenn ihr es in Reining reiten wollt. Aber auch wenn ihr ein Round up machen wollt. "Amy? Was ist ein Round Up?", fragte mich Georgie verdutzt. Unter mir befanden sich mehr Springreiter als Westernreiter. "Round Up... kannst auch Kühe treiben dazu sagen." - "Ah Ok."
      Nach 20 Minuten trieben wir unsere Pferde schließlich an um auf ganzer Strecke zu galoppieren. "Einfach die Zügel nahe anziehen um einen schnellen Stop einzuführen". Ich führte es ihnen nach einigen Metern vor, trieb Calla schließlich etwas und lehnte die Zügel nach Links. Sie führte einen Spin durch. Lou staunte nicht schlecht. "Woher hast du das gelernt ?" - "Caleb hat es mir gezeigt", antwortete ich begeistert.
      Die restlichen Stunden die wir auf unseren Pferden ritten, übten wir weitere Westernlektionen. Ich war stolz auf mich, dass die anderen so bereitwillig waren etwas neues zu lernen! Scheint als wäre ich eine gute Lehrerin. Nach einem 4 Stündigen Ausritt sattelten wir die Pferde ab und stellten sie auf die Weide. Die Haflinger, aber auch das Quarter und das Paint Horse konnten nun eine Stufe höher in Western aufsteigen. Ich könnte ihnen nun neue Lektionen beibringen, was eine Freude!
    • Jackie
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      28. Januar 2016 - Distanztraining A-L
      8463 Zeichen © Jackie

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      Distanztraining My Blue Gun E → A + As War Fades A → L | 8402 Zeichen | © Canyon
      »Ach« seufzte ich, als ich die große und weltweit bekannte Heartlandfarm zum zweiten Mal in meinem Leben sah. »So ein tolles Gestüt, da fühlt man sich ja gleich wie zu Hause!« murmelte ich, als ich die Tür des Taxis öffnete und mit meinem Rucksack heraussprang.
      Charly, welche ich mir als Hilfe mitgenommen hatte, kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, vorallem weil sie schon immer ein großer Fan von Haflinger gewesen war.
      Heute würden wir es jedoch nicht mit den dicken Haffis zu tun bekommen, sondern mit den etwas bunteren Hengsten As War Fades und My Blue Gun. Beide waren westerngeritten und so war es nur logisch gewesen, dass ich mir wieder meine Unterstützung Charly zum Trainieren mitgenommen hatte, denn ihr Wissen im Bereich des Westernreitens war vielleicht nochmal etwas größer als das meine.
      Nachdem wir den Fahrer bezahlt hatten, machten wir uns auf die Suche nach Amy Fleming. Wir hatten leider nicht viel Zeit, da wir heute Abend bereits weiter zu Bekannten von Charly fahren wollten, welchen wir, oder besser gesagt Charly, schon länger mal wieder einen Besuch abstatten wollten.
      Amy fanden wir im Stall, wo sie gerade dabei war, fleißig die Boxen zu misten. Auf unsere Bitte hin hatte sie die beiden Hengste bereits im Stall gelassen, damit wir gleich mit unserer Arbeit starten konnte.
      Auf unserem Plan stand für heute, die beiden Hengste im Bereich des Distanzreitens eine Stufe zu erhöhen. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit beim letzten Mal schon gehabt, mit meiner Ausbilderin Bella das Gelände zu erkunden und so hatte ich nun eine grobe Strecke im Kopf, welche ich heute mit den beiden Hengsten zurücklegen wollte. Da der eine, den ich reiten würde, bereits eine Stufe höher war, würde ich da noch eine Strecke alleine weiter reiten, weswegen es mir schon in den Fingern juckte.
      Während ich das Paint Horse As War Fades und Charly das Quarter Horse My Blue Gun putzte, erklärte uns Amy etwas über die beiden Hengste, welche doch schon einen beträchtlichen Altersunterschied hatten.
      »Also bei beiden müsst ihr euch auf keinen Fall Gedanken machen, dass etwas passieren könnte. Sie sind wohl erzogen und auf sie ist immer Verlass.« beruhigte sie uns, als wir den Beiden die schweren Westernsättel auf den Rücken setzten.
      Ich hatte selbst auch keine Bedenken, denn auch beim Putzen waren sie mehr als aufmerksam und lieb gewesen und so würde es beim Reiten nicht anders werden.
      »Haben wir alles?« fragte Charly mich und versicherte sich ein letztes Mal, ob wirklich alles Notwendige in unseren Rucksäcken verstaut war. »Wasser, Handy, Pulsmesser, Karte...« murmelte sie, während sie ihren Rucksack auseinander nahm, aber anscheinend nichts finden konnte, was wir vergessen haben könnten.
      »Den Pulsmesser kannst du mir gleich nochmal geben. Ich würde gerne vor dem Start bei beiden Pferden ihre Messwerte nehmen.« sagte ich zu meiner Begleitung und nahm den Pulsmesser entgegen.

      Wenige Minuten später war alles abflugbereit und ich schwang mich in den bequemen Westernsattel. Wir verabschiedeten uns von Amy und gaben ihr eine Zeit, wann wir wieder auf dem Hof sein würden.
      Charly würde wohl früher ankommen, da sie heute laut Strecke nur 18 Kilometer zurücklegen musste und ich mit As War Fades nochmal sieben Kilometer drauflegen würde.
      Im langsamen Schritt ritten wir vom Hof und erwärmten die ersten hundert Meter die Pferde, in dem wir auf der Strecke einen Slalomparcours um imaginäre Hütchen ritten und so die beiden Hengste ordentlich in beide Richtungen bogen. Dann trieben wir die beiden Pferde etwas mehr, blieben jedoch noch im Schritt. Bei einem Distanzritt kam es zwar auch auf die Schnelligkeit an, aber auch auf die Ausdauer und wenn wir schon am Anfang all die Kraft in schnellere Gangarten stecken würden, wäre am Ende nichts mehr übrig. Außerdem waren bei einem richtigen Distanzritt auf der Strecke Tierarztkontrollen verteilt und wenn das Pferd dort zu hohe Pulswerte hatte, war der Ritt für einen vorbei.
      Wir hatten uns überlegt, dass wir alle neun Kilometer eine kurze Pause einlegen wollten, um den Puls zu messen und so den Pferden eine kurze Pause zu gönnen. Die erste Pause würden wir also noch zusammen machen und die zweite würde ich dann alleine durchstehen müssen.
      Als ich die Zeit für reif hielt, trabten wir auf gerader Strecke an. Ich merkte gleich, dass beide Hengste schon gut trainiert worden waren, denn schnell fanden sie einen gleichmäßigen Rhythmus ihrer Schritte, welcher uns erlaubte, eine Zeit lang im gemütlichen, aber schnelleren Trab ein großes Stück der ersten Etappe zurückzulegen.
      An einer gemütlichen Stelle, etwas abseits des befahrenen Weges, machten wir eine Pause. Ein kleines Bächlein gab Ass und Blue eine Abkühlung und auch Charly und ich genossen einen großen Schluck von unseren Wasservorräten. Nach fünf Minuten nahmen wir unsere Pulsmesser und nahmen die erstaunlich guten Werte der beiden Pferde.
      »Da können wir das Tempo jetzt ja noch etwas anziehen«, witzelte Charly, bevor sie sich die Daten von den Beiden notierte und dann alles wieder in ihrem Rucksack verstaute.
      Auch der zweite Abschnitt der Strecke war so gut wie der Erste. Ich konnte mich an die Strecke noch gut erinnern und so fanden wir mit Hilfe meines Gedächtnisses und Charlys Karte, ohne Probleme den Weg. Zum Glück, denn ich hatte auch schon Ritte erlebt, wo wir den Weg nicht gefunden hatten uns so erst ungeplant im Dunkeln wieder zu Hause gewesen waren.
      Als ich merkte, dass die Pferde die Lust am Schritt und Trab so langsam verloren und das Gelände gerade die passenden Eigenschaften aufwies, galoppierten wir die Beiden an und ich war erstaunt, in was für einem gleichmäßigem Tempo wir reiten konnten.
      Leider war die Strecke von Charly und My Blue Gun bald zu Ende, sodass wir uns an einer Kreuzung verabschieden mussten und Charly den Weg in Richtung Heartlandfarm einschlug, während ich mit As War Fades noch einige Kilometer drauflegte.
      Diese Kilometer konzentrierte ich mich ausführlich auf die Eigenschaften von ihm, legte weiterhin die Pausen ein und notierte mir meine Messwerte.
      Ich genoss den Ausritt ausführlich, denn wie oft war man schon hier, und obwohl auch meine Kraft sich langsam etwas senkte, übte ich mit ihm weiter und achtete nun achtsamer auf seine Bedürfnisse.
      Schnell merkte ich, dass Ass auf geraden Strecke eher das Tempo etwas erhöhen wollte und nicht ungern auch mal galoppierte. Hügel lief er lieber im Schritt hinauf und auf weichem Boden trabte er besonders gerne.
      Obwohl ich den Ritt sehr genoss, führte uns der Weg langsam aber stetig zurück in Richtung zu Hause und nach 25 Kilometern hatten wir es endlich geschafft.
      Der große Hof, As War Fades zu Hause, tauchte vor uns auf und kaum hatten wir uns versehen, hielten wir vor dem großen Stallgebäude an und ich ließ mich aus dem Sattel gleiten.
      Meine Hose klebte mir eklig an den Beinen und auch As War Fades Fell war mit Schweiß bedeckt.
      Sattel, sowie Sattelpad dampften, als ich sie dem Hengst vom Rücken nahm. Mein nächster Griff ging zu meinem Rucksack, denn die letzte Messung der Pulswerte von ihm stand an. Charly hatte mir ihren Zettel mit den Werten gegeben, welchen ich später Amy geben würde, damit sie bei späteren Trainingseinheiten überprüfen konnte, wie die Beiden beim letzten Mal gewesen waren.
      »Gute Werte!« freute ich mich nach meiner Messung und kraulte den Hals von dem hübschen Pferd. In dem Moment kam auch Charly aus dem Stall und half mir, den Hengst in seine Box zu bringen, wo auf ihn bereits frisches Heu und Wasser wartete. Damit er sich nicht erkältete, putzten wir ihn nochmal gründlich über und legten ihm dann eine Decke auf. Als ich gerade die Boxentür schloss, kam Amy auf uns zu. Sichtlich freute sie sich, dass das Training mit den beiden Pferden so gut verlaufen war und lud uns noch zu einer Tasse warmen Tee ein, welche wir aber dankend abschlugen.
      »Es war wirklich toll bei euch, aber wir müssen weiter. Auf den Tee kommen wir gerne aber ein anderes Mal zurück!« bedankte ich mich bei Amy und übergab ihr noch den Zettel mit den Worten, dass As War Fades sich nun auf Stufe L und My Blue Gun auf Stufe A befand.
      »Danke, dass ihr da gewesen wart!« rief sie uns noch hinterher, als wir zum Taxi gingen, welches Charly uns bereits bestellt hatte.
      Wir winkten ein letztens Mal und dann stiegen wir ein. Ich mag keine Taxis, dachte ich, aber es ist die einzige Möglichkeit, solche tollen Gestüte wie die Heartlandfarm ohne Auto kennenzulernen.
    • Jackie
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      2. Februar 2016 - Tierarztbesuch
      14.809 Zeichen © Friese

      Heute stand mal wieder ein großer Auftrag an. Es ging um 10 Pferde, welche bei Amy auf Heartland standen. Ich war schon im Morgengrauen losgefahren und war nun nach einer langen Fahrt angekommen. Ich seufzte erleichtert und stieg dann aus meinem Wagen. Ich hatte nicht wie immer meinen normalen Koffer dabei sondern einen größeren, damit auch wirklich alles reingegangen war. Dann lief ich auf den großen Stall vor mir zu. Ich freute mich sehr, dass ich einen großen Auftrag bekommen hatte und so mal eine Abwechslung hatte.
      Im Stall angekommen begrüßte mich Amy schon sehr freundlich. „ Das erste Pferd ist Pearl. Sie ist eine gutmütige Stute, also solltest du kein Problem mit ihr haben“ meinte ich und sie holte die Araberstute aus der Box. Ich klopfte den Hals der Stute und begrüßte sie somit. „ Was soll bei ihr alles gemacht werden?“ fragte ich nochmal auf und Amy klärte mich auf. Ich untersuchte die Stute kurz, wobei ich weder am Herzen noch am restlichen Körper Unregelmäßigkeiten oder Wunden feststellen konnte. Gemeinsam gingen wir nach draußen wo Amy die Stute an der Hand vortrabte. Nach einem kurzen Nicken meinerseits gingen wir wieder nach drinnen. Ich hatte bei Pearl keine Taktunklarheit feststellen können und so konnten wir mit der Behandlung fortfahren. Nachdem ich dies Amy mitgeteilt hatte, suchte ich die Spritzen im Koffer zu Recht. Ich zog sie auf und verabreichte sie dann der Stute. Sie fand diese Prozedur nicht gerade so angenehm und warf deshalb ihren Kopf in die Luft. Ich beruhigte sie kurz und gab ihr dann ein Leckerlie. Die nächsten Schritte würde sie auch nicht gerade gut finden. Das war mir aber schon klar. Ich öffnete ihr Maul und schaute mir ihre Zähne an. Diese schliff ich dann ab, da sie ein paar kleine Kanten aufwiesen und die Stute bei weiterem Wachsen der Zähne ihr somit beim Fressen Schmerzen bereiten würden. Ich klopfte ihr danach den Hals und gab ihr dann mit einem Leckerlie das Mittel gegen Würmer. Auch dies fand sie wieder relativ nervig und warf den Kopf wieder nach oben. Als letztes musste sie jetzt noch gechippt werden. Ich rasierte als erstes die Stelle am Hals und drückte ihr dann den Transponder in die Stelle. Ich lobte sie nochmal und holte dann das Lesegerät. Ich überprüfte die Nummer nochmal und trug sie dann ein. „ So alles fertig. Du kannst sie wieder in ihre Box bringen“ meinte ich dann zu ihr und dies tat Amy dann auch. Als nächstes holte sie Golden Girl.
      „ Mit ihr dürften wir auch keine Probleme haben. Sie ist auch eine ganz liebe Stute“ meinte sie dann und ich nickte nur kurz. Ich sah mir als erstes den Kopf der Stute an und konnte hier keine Kratzer oder Wunden feststellen. Danach lobte ich sie und tastete ihre weiteren Körper an. Nachdem ich dann damit auch fertig war, hörte ich sie ab. Auch hier machte sie gut mit und ich konnte keine Unregelmäßigkeiten oder ein Rascheln in der Lunge feststellen. Dann sah ich mir ihre Zähne an. Diese hatten noch eine gute Länge und wiesen weder Ecken noch Kanten auf, weshalb ich sie nicht abschleifen musste. Als nächstes wollte ich die Stute chippen und holte hierfür den Transponder aus meiner Tasche. Ich rasierte eine Stelle an der linken Halsseite frei und verabreichte ihr dort den Chip. Dann holte ich das Lesegerät und prüfte die Nummer. Nachdem alles passte lobte ich Golden Girl und fuhr dann fort. Ich zog die Spritzen mit den gewünschten Impfstoffen auf und verabreichte sie ihr. Zu gut da letzt bekam die Stute noch ihre Wurmkur. Sie schluckte sie gut runter, wobei Begeisterung auch anders aussah. Zum Abschluss bekam sie noch ein Leckerlie und Jackie brachte sie dann in die Box.
      Der nächste war Abajo. Ein stattlicher Haflingerhengst. Ich begrüßte ihn und lobte ihn dann sanft. Danach begann ich mit seinem Kopf. Dieser war in einem wirklich guten Zustand. Als nächstes schaute ich mir seine beiden Seiten an. Auch hier war alles in bester Ordnung und ich konnte wirklich nichts bemängeln. Weder Verletzungen noch Schwellungen. Dies teilte ich Amy wieder mit und sie schien darüber sehr erfreut zu sein. Gemeinsam gingen wir raus und sie trabte den Hengst vor. Er lief taktklar und ich konnte nichts feststellen, was einer Lahmheit auch nur nahe kommen würde. Er ging auch nicht steif. Wir gingen wieder nach drinnen und ich führte meine Behandlung fort. Der Hengst sollte noch geimpft werden und eine Wurmkur bekomme. Ich verabreichte ihm als erstes die Spritzen und dann gab ich ihm mit einem Leckerlie zusammen. Er schnaubte nach beiden ein bisschen genervt ab, jedoch blieb er relativ ruhig. Nun musste der Hengst nur noch gechippt werden. Dies sollte aber auch keine zu großen Probleme aufwerfen. Ich rasierte die Stelle am Hals und brachte dann den Transponder an. Nachdem ich damit fertig war, brachte Amy auch ihn in die Box und ich richte alles für das nächste Pferd her.
      Hierbei handelte es sich um Picola. Eine hübsche Jungstute, welche genauso wie die anderen nur ein bisschen untersucht werden sollte. Bei ihr hatte Amy jedoch noch eine Verletzung entdeckt, welche ich noch säubern sollte. Ich begann damit den Körper der Stute nach weiteren Verletzungen oder Schrammen zu begutachten, konnte aber keine weiteren feststellen. Ich versorgte die bereits vorhandene Wunde und ging dann zusammen mit Amy nach draußen. Dort schauten wir, ob sie, wie die anderen auch taktklar lief. Dies tat sie zum Glück auch und so konnten wir wieder rein gehen und uns weiter um ihre Behandlung kümmern. Ich zog die Spritzen mit den nötigen Impfungen aus meiner Tasche und verabreichte diese Picola. Die Stute riss ihren Kopf kurz empört nach oben und ich wusste, dass sie auch mit dem nächsten Schritt nicht sonderlich zu frieden sein würde. Denn nun stand noch die Zahnkotrolle an. Ich öffnete das Maul der Stute und schaute mir alle ihre Zähne genauer an. Diese waren alle in einer sehr guten Verfassung und ich musste keinen abschleifen. Das nächste und auch letzte bei der Stute war die Wurmkur. Mir war klar, dass ich nach dem heutigen Tag nicht ihr bester Freund seien würde und so nahm ich mir erst mal ein Leckerlie. Dann gab ich ihm direkt die Wurmkur, welche sie scheinbar auch nicht so lecker fand. Etwas wiederwillig schüttelte sie den Kopf und ließ sich dann, sichtbar erleichtert, dass die Prozedur zu Ende war, in ihre Box führen.
      Während ich die Sachen für das nächste Pferd herrichte, holte Amy dieses bereits. Dieses Mal handelte es sich auch wieder um eine junge Stute, Mirabella. Älter als die Stute davor, aber auch noch nicht sonderlich vertraut mit Tierärzten und allem drum herum. Ich begrüßte sie erstmal und gab ihr dann ein Leckerlie. Bei ihr stand nur die ganz normale Kontrollen an, impfen und die Wurmkur. Ich schaute mir als erstes ihren Kopf an. Dieser war in einer sehr guten Verfassung und wies weder Schrammen noch andere Verletzungen auf. Ich lobte sie und sah mir dann ihren weiteren Körper an. Auch dieser wies nur die für Jungpferde typischen ‚Kampfspuren‘ auf. Ich lobte die Stute nochmal und ging dann zusammen mit Amy nach draußen. Sie ließ die Stute an der Hand ein paar Mal auf und ab traben und auch bei ihr konnte ich keine Lahmheit feststellen. Gemeinsam gingen wir drei wieder rein und ich fuhr mit der Behandlung fort. Als erstes zog ich die Spritzen auf und impfte die Stute. Danach sah ich mir ihre Zähne an. Diese musste ich ein bisschen abschleifen, da sie ein paar Kanten aufwiesen. Aber auch dies ging schnell und die Stute ließ es brav über sich ergehen. Nun fehlte auch ihr nur noch die Wurmkur und die verabreichte ich ihr jetzt ruhig. Die Stute schnaubte danach ein bisschen genervt ab, aber mit einem Leckerlie war wieder alles in Ordnung. Amy brachte sie wieder in ihre Box und holte Double Diamond.
      Sie war kein Haflinger und ich freute mich bereits die Stute kennenzulernen. Ich begrüßte sie erstmal herzlich und klopfte dann ihren Hals. Die Stute war bereits auf mich zugelahmt und ich musste mir nun als erstes ihr Bein anschauen. Ich taste das Bein ab. Es war weder warm, noch besonders dick. „ Ich hab ein Ultraschallgerät im Auto. Ich werd ihn schnell holen, dann können wir sehen ob etwas an den Muskeln kaputt ist“ meinte ich und ging dann zu meinem Wagen. Ich trug das kleine Gerät schnell in den Stall und schaute mir dann ihr Bein an. Die Muskeln und Sehen sahen gut aus und dies sagte ich auch zu Amy. Sie war darüber sehr froh. „ Wahrscheinlich hat sie sich das Bein einfach nur geprellt. Die Heilung dauert hierbei ca zwischen einem Monat und sechs Wochen. Am beste wäre, wenn du sie nicht wirklich belastest, da es sonst noch länger dauern kann. Gut wäre es auch, wenn du sie vor ab nur auf einen Paddock stellst oder eine kleine abgetrennte Weide, damit sie nicht galoppieren kann oder bocken kann“ erklärte ich ihr dann alles noch genauer. Dann sah ich mir noch die Zähne der Stute an und sagt zu Amy, dass diese in einer perfekten Länge waren. Ich impfte sie noch kurz und gab ihr ihre Wurmkur. „ Hier sind noch leichte Schmerz- und Entzündungshemmer, damit das Bein einfach nicht so an den Muskeln verkrampft und die Prellung schneller abheilt“ fügte ich dann noch hinzu. Amy nickte und brachte die Stute wieder in die Box. Dann holte sie mir einen kleinen Deutschen Reitponyhengst.
      Der Name des Hengstes war Celsius. Ich begrüßte ihn auch und lobte ihn dann. Bei ihm musste ich nur eine kurze Kontrolle durchführen. Ich klopfte den Hals des Hengstes und sah mir dann seinen Kopf an. Dieser sah genau wie sein Körper, welchen ich mir direkt danach ansah, sehr gut aus. Danach ging es auch schon an die Zahnkontrolle. Seine Zähne mussten kräftig abgeschliffen werden, da sie einige Ecken und Kanten aufwiesen. Der Hengst ließ dies aber auch sehr brav, was laut Amys Beschreibung gar nicht zu ihm passte, über sich ergehen und so ging es ganz schnell. Wir gingen wieder nach draußen und dort ließ sie den Hengst vortraben. Hier zeigte er wieder seinen echten Charakter, denn er bockte ein bisschen und nach langem hin und her, ging er dann doch vorwärts. Nun fehlten nur noch die Impfungen und die Wurmkur. Ich zog in aller Ruhe die Spritzen auf und verabreichte sie dann. Diese verabreichte ich dem Schimmel und lobte ihn ein weiteres Mal. Ach die Wurmkur war schnell in seinem Maul und er schluckte sie brav. Zur Verabschiedung bekam er noch ein Leckerlie und Amy brachte auch ihn wieder in seine Box. Unser nächstes Pferd war auch kein Haflinger sondern ein hübscher gescheckter Isländer.
      Ich begrüßte Rékja und die Stute schnaubte mir freundlich entgegen. Bei ihr war es das gleiche Programm wie bei Celsius, also nichts besonders langes. Ich sah mir ihren Kopf an und dann noch den weiteren Körper. Sie blieb ruhig stehen und ich konnte mir ihre Beine ausgiebig anschauen. Auch ihr Rücken und der Bauch waren in einer guten Verfassung. Amy führte sie vor mir nach draußen und trabte sie dann schnell nach an. Sie lief sofort brav an ihrer Hand nach vorne und ging mit einem schönen, weichen Trab. Dieser war sehr taktklar und auch sonst war sie kein Stück steif oder verspannt. Ich schaute mir nun ihre Zähne an. Diese sahen, wie auch bei Celsius, ein bisschen zu lang aus und ich begann auch sie abzuschleifen. Ich lobte die Stute dazwischen und schliff sie dann weiter ab. Nachdem sie passend waren, lobte ich sie ein weiteres Mal. Dann zog ich die Spritzen auf und verabreichte sie Rékja. Sie war so brav, dass es gar kein Problem war mit ihr die ganze Prozedur ein bisschen schneller durch zu ziehen. Ich gab ihr noch die Wurmkur und ließ sie dann von Amy wieder in ihre Box bringen. Sie brachte das vorletzte Pferd auch gleich mit.
      Dies war As War. Ein Hengst, welcher auch sehr gut in meinen Stall und vor allem auch in meine Zuchtrichtung passen würde. Ich begrüßte ihn und klopfte dann kurz seinen Hals. Die eher schwierigen und langen Behandlungen hatten wir für heute schon hinter uns und so war es bei dem Hengst auch nur noch eine kurze und schnell Behandlung. Ich sah mir seinen Kopf an, welcher in einem sehr guten Zustand war. Dann sah ich mir seinen bemuskelten Körper an und stellte auch hier keine Verletzungen fest. Gemeinsam gingen wir nach draußen und Amy trabte auch ihn vor. Er ging auch taktklar und so konnten wir schnell wieder reingehen. Es wurde langsam dunkel draußen und wir mussten uns beeilen. Ich sah mir seine Zähne an, welche in eine wirklich guten Verfassung waren. Wie der ganze Hengst allgemein. Ich zog die letzten Spritzen auf und verabreichte sie ihm. Dann gab ich ihm noch seine Wurmkur. Er bekam noch ein Leckerlie und ich klopfte seinen Hals. Der Hengst schnaubte tief ab und ich war froh, dass er alles so gut über sich ergehen ließ. Sie brachte ihn wieder in seine Box und holte dann gleich Herbert aus seiner Box.
      Sie führte einen hübschen Tigerschecken auf mich zu und ich begrüßte ihn herzlich. Dann fing ich auch schon an ihn zu untersuchen. Er war der letzte für heute und ich war froh, dass es bald zu Ende war. Ich begutachtete zuerst seinen Kopf und dann den weiteren Körper. Wie bei den anderen Pferden war auch er in Ordnung und so konnte ich gleich mit Amy und ihm nach draußen gehen. Sie trabte ihn in der Dämmerung und ich konnte auch bei ihm keine Lahmheit feststellen. Gemeinsam gingen wir wieder rein und ich fuhr mit der Behandlung fort. Als erstes impfte ich ihn und fuhr dann mit der Wurmkur fort. Der Hengst nahm beides ein bisschen wiederwillig an, ließ es aber über sich ergehen. Ich klopfte seinen Hals nochmal und fuhr dann mit seinen Zähnen fort. Ich öffnete sein Maul und sah mir dann die Zähne an. Sie sahen sehr gut aus, hatten jedoch ein paar Kanten und so musste ich diese ein bisschen abschleifen. Dies ging aber auch ganz schnell und so waren wir dann auch schon fertig. Amy brachte den Hengst in seine Box und ich räumte in der Zwischenzeit meine Tasche wieder ein. Hierzu gehörte es auch den Müll in eine gesonderte Tüte zu verpacken. Amy meinte dann sie könne mir diese auch abnehmen und in ihrem Müll entsorgen. Ich nickte nur freundlich und packte dann den Rest meiner Sachen zusammen. Gemeinsam gingen wir zu meinem Wagen. Ich war hundemüde und Amy sichtbar auch. Ich packte meine Ultraschall und den Koffer in meine Wagen. Dann verabschiedete ich mich von Amy und fuhr nach Hause. Ich gähnte kurz und streckte mich dann. Am Hof angekommen stieg ich aus und nahm den Koffer mit aus dem Wagen. Ich räumte den Koffer für meinen Tierarzttermin morgen wieder. Nachdem ich damit fertig war, ging ich in das große Haupthaus und machte mir noch etwas zu Essen. Ich spülte meinen Teller und ging dann in mein Zimmer. Bevor ich schlafen ging, duschte ich mich noch und warf einen Blick in meinen Kalender. Morgen standen weniger Pferde auf dem Plan und der erste Termin war zu dem später. Dementsprechend stellte ich meinen Wecker auch ein bisschen später und ging dann ins Bett. Sofort schlief ich tief ein.
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    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Jackie
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    12 Feb. 2015
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    Hengst
    16 Jahre
    Rasse Paint Horse
    Stockmaß 149cm
    Deckhaar Sooty Silver Bay Sabino
    Abzeichen Blesse, Halbweiße Fessel VL, Halbweißer Fuß VR, Weißer Fuß HL, Weißer Fuß HR
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    As War Fades, oder kurz einfach nur Ass, ist ein Hengst mit riesigem Potenzial. Er ist unglaublich gut bemuskelt, was besonders gut zur Geltung kommt, wenn er gut im Training steht, und hat eine ungewöhnliche Farbe - all das gekoppelt mit seinem enormen Potenzial machen ihn zu einem Zuchthengstanwärter. Unter dem Sattel spürt man gut die komplette Kraft, die in ihm steckt, und es ist ein geniales Gefühl, auf so einem starken Pferd zu sitzen, was auf den leisesten Wink hört und dann schnelle Spins dreht oder aus einem schnellen Galopp plötzlich stehen bleibt und einen Sliding Stop hinlegt. Auch im Umgang ist er ein sehr ruhiger, lieber Hengst. Selbst einzige rossige Stuten bringen ihn nicht aus der Ruhe - ist es allerdings eine Herde, sollte man ein wenig aufpassen, dann lässt er gerne mal den Hengst raushängen. Ansonsten kann man sich im Gelände und auch in der Bahn immer auf ihn verlassen.

    Besitzer Jackie (Amy Fleming)
    VKR/Ersteller Monsterflosse
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    Galopprennen E
    Springen E
    Military E
    Western E A L M S S* S**S***
    Dressur E
    Distanz E A L M S S*
    Fahren E
    Gang E

    Wendigkeit -N-
    Farbig = Trainer
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    As War Fades wird western geritten.

    Eingetragene Zucht
    Gekört Nein

    Nachkommen
    keine
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    Letzter Tierarztbesuch 02.02.2016
    Was wurde getan:

    As war Fades wurde geimpft, gechippt und bekam eine Wurmkur verabreicht.
    Der Tierarzt hat keine Auffälligkeiten feststellen können.


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    Letzter Hufschmiedbesuch 10.10.2016
    Was wurde gemacht:
    Sliding und Stahleisen, korrektur und ausschneiden

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