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Tassila

♀ Seleya | 5 Punkte

Erfolge: 2 P. | Training: 1 P. | Foto: 2 P.

♀ Seleya | 5 Punkte
Tassila, 23 Jan. 2017
sweetvelvetrose, kira, Muemmi und 7 anderen gefällt das.
    • Tassila
      Pflege April - Normalität im Ausnahmezustand

      Auf dem großen Anwesen in Irland hatte sich nach den einschneidenden Ereignissen wieder soetwas wie Normalität eingestellt. Die verbliebenen Pferde werden täglich trainiert, sogar einige Neuankömmlinge haben sich hier eingefunden. Dennoch laufen die Planungen hinter den Kulissen auf Hochtouren, ein Umzug ist geplant, zurück auf's europäische Festland, genauer in die ostbayerische Gegend. Ein mögliches neues zu Hause wurde schon ausgekundschaftet, ein altes Herrenhaus mit Gutsanlage.

      Bis es soweit ist, geht das Leben auf der grünen Insel seinen gewohnten Lauf:
      die drei prämierten Stuten Dublin, Aerith und Might bite a Bit genießen ihr Leben größtenteils auf den weitläufigen Weiden, da sie nicht mehr aktiv im Turnierbetrieb gehen, werden sie nur leicht gearbeitet. Die größten Freizeitler jedoch sind die Youngsters: Gigolo's Smokin Silverado, Depressed Mr. Dexterity, Here comes Copycat und Golden Redstar. Die Junghengste bilden eine harmonische Gruppe (meistens zumindest) und lernen nebenher im täglichen Handling die Grundlagen des guten Umgangs mit Menschen.
      Die aktiven Turnierpferde sind ebenfalls in Gruppen aufgeteilt auf verschiedene Weiden, wo sie nach Möglichkeit mehrere Stunden täglich verbringen. Trainiert wird dann je nach Disziplinen: Chuckling Dancing Mess, Silmaril und Seleya, die Langstreckenläufer sind meist in der Umgebung unterwegs um auf verschiedenen Terrains und Steigungen zu trainieren.
      Die verbliebenen Galopper Suddenly Airborne und Sing my Lullaby sind bereits in aller Frühe auf der oft noch nebligen Grasbahn oder der kleineren Sandstrecke anzutreffen.
      In der Reithalle und den Aussenplätzen ist immer etwas los, wenn die Dressur- und Vielseitigkeitspferde sowie die Quarter Horses trainieren: Lune de Miel, Efeu, Aquila, Joaquín, Sweeney, Alonso, Acapulco und Roses never Die.
    • Tassila
      [​IMG]
      Distanz E - A
      Seleya | Silmaril | Chuckling Dancing Mess

      22.335 Zeichen | Canyon

      Wenn ich einmal hier bin, dachte ich bei mir, kann ich auch gleich noch ein paar Blumen kaufen. Es regnete und der Himmel sah so aus, als sei er seit Tagen so grau und bewölkt. Ziemlich demotivierend. Ich mochte Regen, aber diese Hochhäuser, die ihre Arme ausstreckten, als würden sie die dicken Regenwolken zu uns hinunter ziehen wollen, die machten den erfrischenden Regen zu einem Guss voller Traurigkeit.
      Petyr und Vuyo neben mir schienen dies jedoch gar nicht zu merken. Sie unterhielten sich angeregt über Betriebssysteme. Bereits nach den ersten Minuten im Flugzeug hatte ich aufgehört, diesem Gespräch folgen zu wollen.
      "Da vorne ist ein Blumenladen," unterbrach ich das Gespräch der beiden. "Ich bin gleich wieder da." Vuyo nickte kurz und Petyr schien mich gar nicht erst gehört zu haben. Ich seufzte. Dann zog ich meine Kapuze über den Kopf und verließ den regensicheren Busunterstand.
      Der Blumenladen auf der anderen Straßenseite war über und über mit den verschiedensten Pflanzen bedeckt und wahrscheinlich kannte ich keine drei von denen beim Namen. Ich war definitiv zu selten Blumen kaufen.

      Fünf Minuten später verließ ich mit einem kleinen Strauß roter Tulpen den Laden. Der Regen war immer noch nicht weniger geworden und verwandelte die viel befahrene Straße zu einem reisenden Bach.
      "Was hast du denn mit denen vor?" Petyr drehte sich erstaunt zu mir. Ich war auch erstaunt, aber eher deswegen, weil mein Freund mich ausnahmsweise auch mal bemerkte. Mittlerweile war ich zu dem Entschluss gekommen, dass Charlys Idee doch gar nicht so praktisch war. "Schau mal, ich spendiere euch den Flug, ihr trainiert zusammen Tassilas Pferde und du kannst deine Schwester zum Geburtstag gratulieren. Perfekt, oder?" Hörte ich ihre Stimme in meinem Kopf nachhallen. Ja total perfekt.
      "Für meine Schwester." Nuschelte ich und deutete dann auf das andere Ende der Straße. "Da, Bus."

      Gefühlte Stunden später hielt der Bus an einer einsamen Haltestelle irgendwo im Nichts. Bepackt mit schweren Rucksäcken standen wir also orientierungslos wie im zum Glück immer weniger werdenden Regen. Drei Junge Männer, welche eigentlich schon längst ganz woanders sein sollten.
      "Seit ihr euch sicher, dass das der richtige Bus und die richtige Haltestelle gewesen ist?" Vuyo zweifelte anscheinend an Petyrs nicht vorhandenen Ortskenntnissen. Dieser hatte derweilen seine Nase tief in sein Handy gesteckt, auf welcher er angeblich eine unfehlbare App hatte.
      Wieder deutete ich nach links die Straße entlang und diesmal folgten die Blicke meiner beiden Gefährten meiner Bewegung. Ein einsames kleines Auto fuhr die geschlängelte Straße entlang, verschwand immer mal hinter einem Hügel, nur um kurz darauf wieder aus dem Nichts aufzutauchen.
      "Ist sie das?" Petyr kniff die Augen zusammen und versuchte den Fahrer des Gefährts zu erkennen. Ich zuckte nur mit den Schultern. Solche sinnlosen Fragen war ich mittlerweile nach all diesen Jahren von ihm gewöhnt.
      Klarheit hatten wir erst, als der kleine Wagen auf der anderen Straßenseite anhielt und das Fenster herunter gekurbelt wurde. "Seit ihr die drei vom THT?" Die Frau hinter dem Steuer war jung und hübsch und jedenfalls Petyr und Vuyo schien dieser Fakt davon zu überzeugen, dass sie die Richtige war. Ich folgte ihnen wie immer, was anderes blieb mir ja sowieso nicht übrig.

      Tassila brachte uns auf ein Gestüt unweit der Haltestelle, aber trotzdem soweit, dass ich ganz froh war, nicht hatte laufen zu müssen. Sie schien nett, vor allem hilfsbereit und wenig schreckhaft, immerhin fuhr sie mit drei jungen Männern durch die Gegend. Ohne größere Komplikationen kamen wir jedoch heil auf dem recht großen, aber sehr übersichtlichen Gestüt an. Vom Regen der letzten Tage sah alles recht verlassen und trostlos aus. Die Stangen auf dem Springplatz waren großen Pfützen gewichen und die meisten Pferde standen entweder im trockenen Stall unter den auf den Weiden verteilten Unterständen.
      Petyr und ich teilten uns ein Zimmer, während Vuyo das Glück hatte, eines für sich alleine zu ergattern. Es war klein und gemütlich und während Petyr seinen kompletten Inhalt des Rucksacks im gesamten Zimmer verteilte, ließ ich meinen Rucksack gepackt neben dem Bett stehen. In einigem Tagen würden wir sowieso wieder abreisen, was sollte dann die Arbeit mit dem Ein- und Ausräumen.
      Nachdem wir drei uns eingelebt hatten, Vuyo geduscht und Petyr vergeblich nach dem WLAN-Schlüssel gesucht hatte, machten wir uns auf den Weg in den Stall. Tassila erwartete uns bereits mit den drei Trainingspferden, welche vor ihren Boxen angebunden waren. Bereits im Auto hatten wir Tassila kennenlernen dürfen und Infos über die Pferde sammeln können, sodass mittlerweile feststand, wer welches Pferd trainieren würde. Vuyo blieb seiner alten Leidenschaft treu und würde das Englische Vollblut Missy trainieren. Den ganzen Namen hatte ich mir natürlich nicht gemerkt. Petyr hingegen, der Hengstkenner, würde sich dem einzigen Hengst verschreiben, Silmaril. Bis jetzt hatte Petyr meist die schwierigeren Fälle bekommen. Anscheinend schien seine Motivation nämlich nie enden zu können und er hatte das Talent, sobald der Morgenmuffel munter war, den Tag aufs Neue mit positiver und ständig nervender Einstellung zu beginnen. Für mich blieb nur noch Seleya. Hübsch, zart und ziemlich flink unterwegs, hatte Tassila mir diese beschrieben und ich hatte das Gefühl, dass wir das Ganze ohne Probleme hinbekommen würden.
      Außer den Pferden zeigte Tass uns noch den Stall mit seiner Sattelkammer, sowie die wichtigsten Gebäude des Hofes.
      Ich hatte das Gefühl, als würde das Gestüt nach Nelken duften und hinterließ in mir einen sehr positiven Nachdruck. Auch im Inneren des Stalls herrschte eine angenehme Stimmung. Die Decke hing weit über unseren Köpfen und war gepickt von lichtdurchflutenden Fenstern, welche jedenfalls etwas das miese Wetter vertrieben, das außerhalb des Stall herrschte. Nach einer Führung ließ Tassila uns alleine und jedenfalls ich freute mich darauf, nun mit Seleya beginnen zu können. Petyr hingegen hätte anscheinend gerne noch etwas mehr Zeit mit ihr verbracht, wandte sich dann aber wohl oder übel auch seinem Pferd zu.
      "Spaziergang?" Fragend blickte ich in die kleine Runde. Petyr verzog etwas das Gesicht, etwas Aktion hätte ihm bestimmt besser gefallen, nickte aber. Vuyo war wie immer einverstanden. Ih war schon viele Jahre Trainer und mittlerweile hatte ich mir einen recht guten und festen Trainingsplan angeeignet, welcher natürlich von Auftrag zu Auftrag auf die Bedürfnisse des Pferdes zugeschnitten wurde. Aber diesmal schien ein gemeinsamer Spaziergang für den Anfang keine schlechte Idee.
      "Draußen ist es aber nass." Meckerte Petyr, als er einen Blick aus dem Stalltor warf.
      "Umso besser, da können sich die Pferde gleich dran gewöhnen, dass man beim Distanzreiten mit jedem Wetter klarkommen muss und ein bisschen Nässe ist da wohl das geringste Übel." Meinte ich und begann dann damit, Seleya zu putzen. Stück für Stück erkundete ich ihren Körper, suchte nach Stellen die der jungen Stute gefielen und achtete auf die Dinge, die sie nicht so mochte. Sie schein recht pflegeleicht und schnell hatte ich eine Stelle unter dem Kinn gefunden, wo sie genüsslich den Kopf streckte und sobald ich aufhörte, nach mehr bettelte. Ich war wie immer der letzte, der den Stall verließ. Draußen traf ich wieder auf Petyr und Vuyo und zu dritt machten wir uns auf den Weg. Tassila hatte uns eine kleine Reitkarte gegeben und da wir die nächsten Tage sowieso viel im Gelände unterwegs sein wollten, war dies die perfekte Chance die Reitwege rund um das Gestüt bereits jetzt kennenzulernen und nicht erst dann, wenn es darauf an kam.
      Der Regen hatte zum Glück mittlerweile ganz aufgehört, auch wenn sich Petyr alle paar Minuten beschwerte, dass dieser nun aus dem Blätterdach der Bäume über uns tropfte. Trotzdem merkte ich ihm an, dass er sich auf das Training in der wunderschönen Natur Irlands freute. Auch Vuyo war heute sehr ausgelassen. Obwohl meist schweigsam, dauerte es nur wenige Minuten und die beiden waren abermals in ein tiefes Gespräch vertieft.
      Ich ließ mich etwas zurückfallen und erkundete mit Seleya die Natur rund um uns herum. Ich musste wissen, worauf ich mich einließ, wenn ich das erste Mal in de Distanzsattel steigen würde. Vor raschelndem Laub und allerlei Tiergeräuschen schien Seleya kaum bis gar keine Scheu zu haben. Nur ihr Spiegelbild in den zahlreich vertretenen Pfützen auf nserem Weg wollte ihr nicht gefallen. Stur blieb sie stehen und rührte sich keinen Schritt vor oder zurück. Ich ließ mir die benötigte Zeit, auch wenn dies bedeutete, meine beiden Kollegen etwas aus den Augen zu verlieren.
      Nachdem wir eine besonders fiese Pfütze nach etwas Überredungskunst und einigem nützlichen Wissen überwunden war, war ich soweit zurückgefallen, dass ich mich dazu entschied, etwas anzutraben. Leider war mein Schuhwerk nicht perfekt und ich hatte die hochmotivierte Seleya überschätzt, welche mich die ersten Meter unhaltbar mit sich schleifte, bis ich die Kontrolle wiedergefunden hatte und den Araber zum Durchparieren brachte. Bis wir nun Vuyo und Petyr erreicht hatten, übte ich ausführlich antraben und durchparieren und konnte jedenfalls kleine Fortschritte bei uns sehen.
      Auch Vuyo und Petyr hatten die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern ähnliche Übungen durchgeführt. Sie schienen ein ganz gutes Team zu sein und gaben sich durchgängig gegenseitig Tipps.
      "Bereit für den Rückweg?" Keuchend kam ich neben ihnen zum stehen und blickte die beiden fragend an.
      Petyr nickte erleichtert und wendete seinen Hengst zum Gehen. "Let's go home!" Rief er unbedacht laut und Silmaril machte einen erschrockenen Ausweichschritt zur Seite.
      "Ach Petyr", ich seufzte. "Kommt, lasst uns gehen."

      Am Abend brachte ein Taxi Petyr und mich zu der nicht weit entfernten Wohnung meiner Schwester Juli. Vuyo hatte auf dem Gestüt bleiben wollen. Er kannte meine Schwester noch nicht und so höflich wie er war, hatte er uns alleine fahren lassen. Die frühlingshaften Tulpen hatte ich natürlich in all der Eile doch vergessen. Dann würde eben Tassila die Glückliche sein, wenn sie morgen noch leben sollten.
      Als meine etwas jüngere Schwester mit strahlendem Gesicht ihre Wohnungstür für uns öffnete, hielt ich ihr stattdessen ein paar flüchtig gepflückte Wildblumen vom Straßenrand entgegen und wahrscheinlich freute sie sich über diese mehr, als über die Gekauften. Petyr und ich verbrachten den Abend mit ihr auf der gemütlichen Couch, quatschten und riefen uns viel zu spät ein Taxi, welches uns zurück zum Gestüt fuhr. Ich fühlte mich besser und ein warmes Gefühl hatte sich in meiner Herzgegend ausgebreitet. Morgen konnte das Training starten! Ich war bereit.

      In aller Frühe betrat ich den Stall. Die meisten Pferde schliefen noch und nur das sachte Atmen der Tiere war in der morgendlichen Stille zu vernehmen. Kurz nach mir betrat auch Vuyo den Stall und etwas zu spät traf auch Petyr zu uns. Petyr hatte für sich und seinen Hengst den Roundpen zugesprochen bekommen, während Vuyo und ich mit den beiden Stuten die Halle nutzen würden. Es war das erste Mal, dass drei vom Trainerteam des THT gemeinsam einen Auftrag bearbeiteten und ich war gespannt zu sehen, wie sich drei Pferde unterschiedlich in den wenigen Tagen entwickeln würden.
      Ein fester Bestandteil des Trainings bei uns war die ständige Boden- und Platzarbeit und das vor allem bei jungen Pferden. Selbst mit unserem erfolgreichen Distanztraining war das Training im Gelände nur das Sahnehäubchen. Viel wichtiger war ein ausgeglichenes und gut trainiertes Pferd, auf welches, egal bei welchem Gelände, Verlass sein musste. Wir hatten es diesmal mit jungen Pferden zu tun und genau bei diesen war eine gründliche Vorbereitung bei einem anstehenden Distanzritt wichtig.
      Vuyo hatte mit seiner Missy die Aufgabe, der bereits erfolgreichen Galopper Stute beizubringen, dass es beim Distanzreiten nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Ausdauer und einen für alle gesunden Mittelweg ging. Missy musste also lernen, ihre Energie einzuteilen und das für eine längere Strecke. Mit Seleya hatte ich einiges vor. Sie war bis jetzt eher Freizeitmäßig geritten wurden und dieses Training war das erste professionell durchgeführte. Am Ende des Aufenthaltes hier hatten wir drei vor, mit unseren Pferden einen Distanzritt in der Nähe zu gehen und bis dahin mussten alle Pferde fit sein.
      Bei Seleya merkte ich schnell, dass über den Winter verständlicherweise nicht viel getan wurde. Sie war anfangs ziemlich unausgeglichen und wollte bei unserer ersten Longeneinheit früher schneller werden, als ich es erlaubte. Anstatt dies zuzulassen, parierte ich sie immer in diesen Moment durch und versuchte so viel Tempo wie möglich rauszunehmen und erst wieder schneller zu werden, wenn Seleya selbst wieder ruhiger geworden war.
      Vuyo arbeitet heute mit Trabstangen. Missy hatte das Talent, gerne ihre Beine im Schritt und Trab kaum anzuheben und die Stangen zwangen sie nun aber dazu. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich immer wieder Vuyos Arbeit und war ziemlich zufrieden mit seinen Fortschritten.
      Nach der ersten Longenarbeit brachte ich Seleya über die Mittagszeit auf die Weide. Auch Vuyo und Petyr taten es mir gleich. Während Vuyo sich jedoch etwas ausruhte, liehen Petyr und ich uns von Tass zwei Fahrräder und erkundeten die besten Wege für das Training rund ums Gestüt, um heute Nachmittag das Gelände schon gut zu kennen. Währenddessen berichtete mir Petyr vom Training mit Silmaril.
      “Er fühlt sich in geschlossenen Räumen auf jeden Fall sicherer, auch wenn seine Konzentration noch schnell auf andere Dinge überfliegt, vor allem, wenn er andere Pferde hört. Hübsche Stuten sind da sein Beuteschema.” Petyr grinste.
      “Da kenne ich noch jemanden.” Murmelte ich und blickte Petyr kurz an.
      “Haha”, lachte dieser trocken und berichtete mir dann noch weiter von Silmaril und seinen unschlagbar klaren Gangarten.
      Kurz bevor die Nachmittagssonne ganz hinter der dicken Wolkenwand verschwand, waren wir wieder auf dem Hof und nach einer kurzen Kaffeepause holten wir die Pferde wieder zu uns und sattelten diese für einen Ausritt. Mit unserem angesammelten Geländewissen und dem GPS Gerät von Petyr sollte hoffentlich nichts schief gehen. Erstaunt war ich auch, als ich die teure und gut gepflegte Distanzausrüstung der drei Pferde. Jede war schöner als die andere und als diese dann auf den Pferderücken lagen, wurde aus den jungen und unerfahrenen Pferden richtige Ausdauerläufer.
      Für heute stand nur ein Ausritt an. Zwar würden wir einige Stunden unterwegs sein, jedoch im gemäßigten Tempo und vor allem Missy und Seleya würde ein entspannter Ausritt sichtlich gut tun.
      Nachdem auch wir mit allem Nötigem und Überflüssigem ausgerüstet war, saßen wir das erste Mal auf unsere Trainingspferde auf und verließen im Entenmarsch den Hof. Silmaril und passend dazu Nico vorneweg, dann die entspannte Missy und Vuyo hinterher und zum Schluss dann natürlich Seleya und Malte. Also ich, ich Malte. Sie schien etwas entspannter zu laufen, wenn die Pferde vor ihr das Tempo angaben und Seleya nicht ständig davon ausging, dass sie zu langsam war. Auch ich genoss nach kurzer Eingewöhnungszeit am langen Zügel den Ritt, sprach unterwegs viel mit Sally und vielleicht summte ich auch hin und wieder Lieder vor mich hin. Ich war gut drauf, der heutige Tag konnte also nur ein Erfolg werden!
      Nach einiger Zeit tauschten wir die Reihenfolge. Vor allem, um etwas zu experimentieren, aber auch, weil Petyr mittlerweile mehrmals die falsche Abzweigung genommen hatte und wir so von unserer geplanten Route abweichen mussten.
      Petyr reihte sich nun hinter mir ein und Vuyo führte. Jedoch wurde bereits nach kurzer Zeit klar, dass die Kombination Silmaril und Seleya keine gute Idee gewesen war. Seleya wurde wieder unruhiger und tänzelnde hin und wieder von der einen Seite zu anderen. Auch Silmaril konnte den Duft der Stute vor ihm nicht ignorieren und obwohl Petyr einen größtmöglichsten Abstand hielt, tauschten wir nach einigen Metern abermals die Plätze. Seleya und ich hatten nun die Ehre und auch wenn ich Petyr hoffnungslos in Sachen Orientierung fand, war auch ich kein Meister darin. Allerdings war es für mich und Leya ein gutes Training und nach einiger Einspielzeit fand ich verschiedeneMethoden, den Ritt angenehm für alle zu gestalten. Das musste ein Trainer eben können. Gute Lösungen finden.
      Im Endeffekt war der Ausritt sehr lehrreich gewesen und als wir kurz vor der Dämmerung erschöpft aber zufrieden wieder das Gestüt betraten, hatten wir einige Ideen bekommen, wie wir das morgige Training gestalten würden.
      Müde fielen wir drei, und sicherlich auch die Pferde, wenig später ins Bett. Ich träumte mal wieder spannendes Zeug und das war definitiv ein Zeichen für einen gelungenen vergangenen Tag.

      Die nächsten zwei Tage waren recht ähnlich angelegt. Früh aufstehen, Pferde fertig machen und dann ab zur Bodenarbeit. Damit sich Silmaril an die Anwesenheit von Stuten gewöhnte und trotzdem konzentriert bei der Arbeit blieb, durfte Vuyo für seine Arbeit mit Missy den Round Pen nutzen, während ich mir nun die Halle mit Petyr teilen musste, welcher während seiner Arbeit nervige Musik hören musste. Vorteil daran war, dass sich die Pferde an anstrengende Geräuschkulisse gewöhnen konnten.
      Auch am Nachmittag ging es wieder zum Training ins Gelände. Diesmal trennten wir uns jedoch, damit jeder einzeln mit seinem Pferd üben konnte. Wir erhöhten diesmal auch das Tempo und die Anforderungen und machten uns von vornherein eine feste Strecke aus, auf welcher wir während der Mittagszeit sogar Wassereimer verteilt hatten. Außerdem begannen wir damit, Aufzeichnungen über den Puls def Pferde zu machen, um auch an dieser Baustelle noch etwas arbeiten zu können. Bei Leya stellte ich schnell fest, dass ihr Puls zu Anfang meist recht hoch war, was natürlich an ihrer Aufregung und der Energie lag, welche sie loswerden wollte. Ich nahm mir vor, sie morgen vor dem Ritt auf dem Platz warmzureiten um jedenfalls etwas an Energie loszuwerden. Es wäre schade, wenn sie bereits beim ersten Vet Check rausfliegen würde, obwohl ihr Puls später niedriger wird.
      Petyr hatte eher mit der Scheu seines Hengstes zu tun. Unbekannte und plötzlich auftauchende Geräusche verstörten den Hengst immer noch, sodass Petyr am nächsten Morgen ein kleines Schrecktraining für den Hengst zusammen suchte.
      Missy schien im Schritt und Trab ihr Gleichgewicht gefunden zu haben, legte jedoch im Galopp ziemlich an Tempo zu und bereitete damit Vuyo einige Probleme. Um ihm dort etwas Last von den Schultern zu nehmen, nahm ich mir am Tag darauf etwas Zeit und schaute den beiden bei der Arbeit zu, um ihnen dann schlussendlich einige hilfreiche Tipps und Ideenanregungen unterbreiten zu können.
      Nach zwei Tagen intensivem Training und Vorbereitung fuhren wir vier Tage nach unserer Ankunft mit den drei Pferden zu einem kleinen Distanzritt einige Kilometer südlich. Für Silmaril und Missy war dies keine neue Erfahrung, meine Seleya schien mit all den Pferden, verschiedenen Gerüchen und Stimmen noch etwas überfordert. Ich nahm mir wieder die Zeit, um sie abseits des Getümmels zu beruhigen und zu erwärmen, um dann auf der Strecke durchstarten zu können. Auch die vielen Tierarztkontrollen waren neu für sie, jedoch gewöhnte sie sich nach den ersten Untersuchungen recht schnell daran und zog mit ihrer eleganten Haltung immer mehr Blicke auf sich.
      Kurz vor unserem gemeinsamen Start versammelten wir uns nahe von diesem und besprachen nochmal die wichtigsten Details. Wir hofften natürlich, dass wir alle gemeinsam durchkamen und niemanden auf halber Strecke zurücklassen mussten.
      Als wir endlich starten konnten, schienen die Pferde anfangs noch etwas unruhig und wir mussten unser Tempo geringer halten als geplant, jedoch legte sich auch dies nach den ersten Meter in der ruhigen und wunderschönen Natur und zu sechst trabten wir am Feldrand entlang.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, als wir nach zehn Kilometern den ersten Vet Check erreichten. Unterwegs hatten wir bereits einmal kurz Trinkpause gemacht und mussten beim Tierarzt aufgrund eines kleinen Staus etwas länger warten. Zum Glück kam so auch Seleya problemlos durch die Kontrolle, die Pulswerte wurden auf dem roten Stück Papier notiert und zehn Minuten später starteten wir in die nächste Runde.
      Nach zwei Stunden erreichten wir tatsächlich unversehrt, aber erschöpft das Ziel. Vor allem auf dem letzten Stück hatten wir uns Zeit gelassen und damit zwar etwas Zeit verloren, welche wir jedoch durch die guten Pulswerte hoffentlich wieder aufholen würden.
      Wir warfen den Pferden Abschwitzdecken über und führten sie nach überstandenen Kontrollen einige Minuten trocken, bevor wir uns eine ruhige Ecke suchten und die Pferde grasen ließen. Für einen Platz hatte es diesmal noch nicht gereicht. Allerdings waren wir heute auch die unerfahrensten gewesen und hatten dafür ziemlich gut abgeschnitten.
      Am frühen Abend ging es dann für uns drei zurück zum Gestüt, wo wir von Tass erwartet wurden, welche gespannt auf Neuigkeiten wartete. Einen Sieg hatten wir ihr zwar nicht zu verkünden, dafür aber, dass alle drei Pferde in den verschiedensten Gebieten Fortschritte gemacht hatten und sich ausnahmslos alle einen Aufstieg in ein höheres Level erarbeitet hatten. Tass schien ziemlich zufrieden und ich mochte zufriedene Kunden.
      Es war das letzte Mal für uns gewesen, dass wir uns auf die Pferde gesetzt hatten. Nach einer viel zu kurzen Nacht holten wir die Pferde am nächsten Morgen noch einmal für etwas Bodenarbeit zu uns. Bewegung war wichtig, vor allem nach so einem Ritt.
      Meine Taschen waren jedoch schon gepackt und als ich nach getaner Arbeit Seleya auf die Weide gebracht und mich verabschiedet hatte, lud ich diese in Tassilas Auto und wenig später standen wir zu dritt wieder an der Bushaltestelle, diesmal jedoch auf der anderen Straßenseite.
      "Das war toll, das sollten wir wiederholen." Meinte Vuyo und blickte erst zu Petyr und dann zur anderen Seite zu mir. Auch ich musste zugeben, dass es Spaß gemacht hatte, mit zwei meiner besten Freunde zu verreisen. Vielleicht würde ich es auch wieder tun, mit großer Wahrscheinlichkeit dann, wenn es wieder ein so gelungenes Training werden würde, wie es hier auf dem Gestüt im Süden Irlands gewesen war.​
    • Tassila
      Pflege Dezember - Eine Herde zieht um

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      "Auf den Neuanfang!" Die Erleichterung ist jedem der im Kreis Stehenden im Gesicht anzusehen, als sie alle mit Sektgläsern anstoßen. Die Gestütsleiterin, Pfleger, Bereiter und Umzugshelfer sehen müde aus, aber glücklich. Denn 28 Pferde werden heute ihre erste Nacht im neuen Heim in Ostbayern verbringen, hinter ihnen und der Crew liegt eine Reise über Land und durch die Luft. Gerade für die Jungpfperde war die lange Reise kräftezährend, letztendlich ging aber alles bis auf kleinigkeiten reibungslos über die Bühne. Jetzt sind alle Pferde auf die Stallgebäude aufgeteilt, die letzten Reste vom Abendessen werden vernichtet und nurnoch gelegentliches Schnauben ist zu hören, es kehrt Ruhe ein.
      Die Crew zieht sich ins Haupthaus zurück, Freunde vor Ort haben Gulasch für alle vorbereitet um die Reisenden willkommen zu heißen.
    • Tassila
      Pflege Mai

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      Der Sommer hat Einzug gehalten in Bayern, und das schon im April. Temperaturen bis 28 Grad haben jeden auf dem Hof den eisigen Winter vergessen lassen und die Pferde haben endlich wieder frisches Grün. Zunächst stundenweise werden die Gruppen auf die Koppeln losgelassen, und wie jedes Jahr ist der erste Weidegang eine rasante Angelegenheit.

      Zudem beginnt die Turniersaison und erste Erfolge gibt es auch schon zu verbuchen. Jedes Wochenende schwärmen die Reiter aus, auf Veranstaltungen in allen Sparten des Sports sind die Teams zu finden. Zu Hause läuft das alltägliche Training und es laufen die Planungen für das geplante Hoffest, das Ende Juli stattfinden soll..
    • Tassila
      Pflege August

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      "... und gegen Abend steigendes Gewitterrisiko in Teilen der Oberpfalz und Niederbayern..." - hatte gestern Abend zumindest der Wetterfrosch der lokalen Radiostation behauptet, wobei das mal wieder alles oder nichts heißen konnte. In diesem Falle: nichts, kein Tröpfchen Regen ging im Tal nieder, die anhaltende Hitze ging langsam aber sicher jedem hier auf den Geist. Ausser vielleicht den Wüstenpferden, die fühlen sich wahrscheinlich gerade wie im Land ihrer Ahnen. Für die Normalsterblichen heißen Temperaturen bis zu 36° aber vor allem eines: Training nur in den Morgenstunden und Abends. Auch sind die für Pferde zugänglichen Gewässer der Umgebung ein sehr populärer Anlaufpunkt, kaum ein Ausritt kommt daran vorbei. Man munkelt, dass auch schon berittene Exkursionen losgeschickt wurden, um die Qualität der Eisdielen der umliegenden Dörfer zu erforschen...
    • Tassila
      Pflege August 2019

      tc Amor Casdove, scs Silmaril, Belfalas, Asfari-Sharin, Seleya, Foggy Dew, D'Argo, Fada Fid, Arcadia Bay

      22°, bewölkter Himmel und der Geruch von Regen in der Luft. Soweit irgend möglich, stehen alle Fenster auf dem Hof sperrangelweit offen, hin und wieder bringt eine leichte Brise die Blätter der Bäume zum Rascheln. Für alle auf dem Hof, ob Mensch oder Tier, sieht so der perfekte Sommertag aus, zumindest wenn eine Hitzeperiode mit Temperaturen bis 38 Grad und hinter ihnen liegt.

      Während der letzten Wochen war das Training der Pferde auf die Morgen- und Abendstunden beschränkt gewesen. Jetzt geht es wieder geschäftiger zu, und auch die Hofhunde liegen nichtmehr nur wie Bettvorleger im Schatten herum.

      Derzeit warten gleich drei Hengste nurnoch auf den Termin der nächsten Körung, nachdem sie monatelang darauf vorbereitet worden waren. Allwöchentlich schwärmen Teams aus der Oberpfalz in alle Himmelsrichtungen aus und stellen die Pferde in einem breiten Spektrum an Disziplinen vor. Nebenher laufen die Vorbereitungen zum Sommerfest auf der Anlage, das für Mitte August geplant ist.
    • Sevannie
      Verschoben am 25.02.2020
      Grund: 6 Monate lang keine Pflege
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Tassila
    Datum:
    23 Jan. 2017
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    Kommentare:
    7

    EXIF Data

    File Size:
    373,4 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

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    Abstammung
    Von: Unbekannt
    Aus der: Unbekannt

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    Grunddaten
    Geburtstag & Alter: 13.05.. ; 6 Jahre
    Geburtsort: (USA)
    Geschlecht: Stute
    Rasse: Arab. Vollblut
    Fellfarbe: (Bay) Fleabitten Grey | Fliegenschimmel (EE,Aa,GG)
    Stockmaß: 1,50 m

    Abzeichen
    Kopf: Schnippe + Stern
    Beine: /

    Charakterbeschreibung
    folgt

    Ausbildung & Fitness
    Gesundheit: sehr gut
    TA: //
    HS: //
    T: Distanz E - A | Canyon, 16.04.17
    Einsatz: Distanz

    Zuchtdaten
    Prämiert: nein
    Besitzer: Tassila
    Nachkommen: -

    Erfolge
    289.DR | 364.DR
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