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Veija

♀ Drama Baby

11 Körpunkte

♀ Drama Baby
Veija, 30 Dez. 2016
Cooper gefällt das.
    • Veija
      September 2016, by Veija
      One Mile

      Bellamy
      “Habt ihr schon gehört, Verena fährt jetzt voll auf Vollblüter ab und will sich zwei neue kaufen, zu den paar, die sie schon hat.”, sagte ich zu Murphy und meiner Schwester Octavia. Letzterer sah man an, dass sie sich riesig darüber freute. “Und wo will sie die herbekommen?”, fragte sie mich. “Sie hat was von Auktionsrennen gesagt, Drama Queen und Turf Runner heißen die beiden, starten in Calgary am Samstag in Rennen 3 und 5. Kommen beide von einer so genannten Davis Farm.”, erklärte ich ihnen und schwieg dann kurz, als Svejn den Stall betrat. Naja, eher berollte, denn er saß noch immer ab und zu in seinem elektrischen Rollstuhl. “Worüber habt ihr geredet?”, fragte er mich und ich lächelte kurz. Ich wusste, dass er im Moment nicht ganz so gut auf mich zu sprechen war, weshalb ich ihm einfach die Wahrheit erzählte. “Hab mitbekommen, dass Verena sich zwei neue Vollblüter anschaffen will, Turf Runner und Drama Queen heißen die beiden. Laufen am Samstag in Calgary in einem Verkaufsrennen.”, erklärte ich ihm. “Noch mehr Pferde?”, sagte er und rollte mit den Augen. “Ja, aber sie will ja auch fast 40 Pferde verkaufen.” “Auch Vollblüter?” “Nein.” “Hm.” Gespräch beendet, Svejn rollte davon. Oh je, da war wohl jemand schon wieder sauer oder enttäuscht, dass er nicht von allem was hier abging wusste. Ich machte mir jedoch nichts weiter draus, denn ich hatte Pferde zu versorgen. In den letzten Wochen hatte ich ein paar neue Schützlinge zugeteilt bekommen, darunter zum Beispiel Wildfire. Der Hengst war nun 3 jährig und sollte eingeritten werden. Eigentlich wurden die Vollblüter ja schon mit zwei geritten, aber unsere Chefin hatte so viel mit den Westernpferden zu tun gehabt, dass für die Vollblüter weniger Zeit da gewesen war, obwohl die Tiere eigentlich mehr Zeit benötigten, als die Westernpferde. So kam es, dass ich die Box eines völlig verzogenen dreijährigen mistete, der sich nichtmal ordentlich führen ließ. “Du bist ein dummer Sturkopf Wildfire, damit du das weißt!”, fluchte ich und zog ihn unsanft hinter mit her. Mittlerweile wurde er mit Kette über der Nase geführt, da er immer hengstiger wurde. Früher, so hatte Verena mir erzählt, wäre an sowas nicht zu denken gewesen. Aber heute… heute war alles anders.
      Der letzte Satz ließ mich schmunzeln. Was hätte ich nur gemacht, wenn ich nicht auf diese Ranch gekommen wäre? Vermutlich nicht viel. Ich hätte meine Strafe im Gefängnis abgesessen und würde nun wieder klauen, aber die Pferde veränderten mich. Doch nicht nur mich, auch Octavia, Finn und Murphy kamen mir verändert vor, sogar reifer. Doch um nicht vom sturen Esel abzulenken: welcher sich mehr als doof anstellte, neben mir her zu gehen. Ich sollte beim Einreiten helfen. Zwar hatte ich schon ein paar Reitstunden auf Thjalfe hinter mir, doch ein Vollblut zu reiten war da eine ganz andere Sache.
      Endlich hatten wir die Koppel erreicht und ich konnte den Gummiball hüpfen lassen. Er nahm mich beim Wort und machte einen riesen Buckler, ehe er im gestreckten Galopp vor mir flüchtete. Gott sei Dank hatte ich daran gedacht, ihm Gamaschen und Sprungglocken anzuziehen, sonst hätte Verena mich vermutlich einmal in der Mitte durchgeschnitten, sollte sich der Hengst durch meine Dummheit verletzt haben. Genau wusste ich nicht, warum sie so an dem Pferd hing, doch es war so und niemand konnte etwas daran ändern.
      Etwas genervt ging ich also zurück zu Wildfires Box und fing an diese zu misten und neu zu streuen. Seit neustem benutzte Verena kein Stoh mehr, sondern Pellets. Ich war kein großer Fan davon, aber was man nicht alles tat, wenn man nur ein Angestellter ohne richtige eigene Meinung war. Nachdem ich also den Sack Pellets ausgeschüttet hatte, füllte ich Wildfires Heunetz auf, gab ihm ein wenig Kraftfutter in seinen Trog und schaute, ob mit dem Tränkbecken alles in Ordnung war. Als alles ok war wandte ich mich dem nächsten Pferd zu, welches im Gegensatz zu Wildfire ein wahrer Schatz war. Chocolate Dream hieß der Achal Tekkiner Hengst, der mir sehr ans Herz gewachsen war. Laut Verena hatte er einmal die Gips Reminder Ranch verlassen, war jedoch nach circa einem Jahr wieder hier gelandet und würde die Ranch nie wieder verlassen- mir war das recht, der Hengst war einfach einsame spitze. “Hallo Schokobär.”, begrüßte ich den Hengst lächelnd und strich ihm über den Kopf. Choco senkte Besagten und ließ sich durch den Schopf wuscheln. Ich zog ihm ebenfalls Gamaschen an, ehe ich ihn raus auf die Koppel brachte. Er machte nicht so einen Zirkus wie Wildfire, wusste sich wirklich an der Hand zu benehmen, was mich freute. Ich hatte nicht so viel Erfahrung mit Pferden, als dass ich ein herumtänzelndes, beklopptes Pferd führen konnte, ohne selbst über den Haufen gerannt zu werden.
      Als Choco auf der Koppel war schnappte ich mir noch Nyanda und Scoubidou, deren Besitzerin sich nicht mehr blicken ließ. Schon eine ganze Weile standen die beiden bei uns, wobei Nyanda wirklich talentiert im Rennsport war, Scoubidou dagegen war einfach ein wenig verhaltensgestört, er stand eigentlich einfach nur rum, obwohl er ein sehr hübscher Hengst war. Nachdem die beiden dann auch auf der Koppel waren machte ich mich daran die Boxen zu misten. Zu erst die von Choco, wobei ich seine Box nur abänpfeln musste, weil er erst vor zwei Tagen neue Pellets bekommen hatte. Das Heubetz füllte ich auf, Kraftfutter gab es in einen Eimer und dann war ich auch schon fertig mit seiner Box. Es folgte noch die Box von Nyanda und dann war ich auch schon fertig. Scoubidou stand immer auf einem Paddock, er hasste die Box. Was würde das wohl werden, wenn er erst mal in eine Startbox rein müsste?

      Octavia
      Etwas wehleidig hatte ich die Unterhaltung zwischen Bellamy und Svejn beobachtet, jedoch konnte ich nichts daran ändern, weshalb ich meiner Wege ging und freudig im Stall umher huschte. Verena hatte mir die Verantwortung über Priamos Ruffia Kincsem, Firewalker, Stiffler und Zuckerschock übertragen, über die ich mehr als froh war. Die vier waren einfach klasse Pferde, mit denen man super arbeiten konnte.
      Heute Morgen waren sie nicht auf der Rennbahn gewesen, da die Vollblüter heute Pause hatten und dementsprechend früh auf die Koppel kommen konnten. So schnappte ich mir Pria, legte ihr Gamaschen und Sprungglocken an und ließ sie noch in der Box stehen, bis ich Zucker fertig hatte. Auch ihr legte ich Bein- & Hufschutz an, ehe ich mit den beiden raus auf die Koppel ging. Auch Stiffler und Firewalker hatte ich fertig gemacht und raus gebracht, ehe ich anfing die vier Boxen zu misten, die Heunetze zu füllen, das Kraftfutter zu verteilen und nach dem Wasser zu schauen. Als das geschafft war machte ich eine kleine Pause, in dem ich mich auf den Zaun setzte und zu den grasenden Pferden rüber schaute. Shiryo und Daryl gone Mad standen beide noch im Stall, obwohl Verena sich darum kümmern wollte. Ich ließ die beiden Pferde aber auch stehen, denn das letzte was ich wollte, war Streit mit Verena darüber, ob sie nun die Pferde raus stellte oder ein Mitarbeiter.

      Caleb
      Murrend machte ich mich auf den Weg in den Vollblütertrakt. Eigentlich zog mich gar nichts zu diesen Pferden hier, aber Verena hatte mich abdegradiert, dass ich doch bitte Shiryo und Daryl gone Mad auf die Koppel stellen sollte. Ausgerechnet letzteren konnte ich absolut nicht leiden, denn Redneck war einfach ein nerviges Pferd, bei dem ich noch immer nicht verstehen konnte, warum Verena ihn gekauft hatte. Doch das war nicht mein Problem, ich kümmerte mich um die Westernpferde und ließ die Vollblüter Vollblüter sein- naja, bis auf heute. Ich schnappte mir zu erst die Stute Shiryo, die von allen nur Shio genannt wurde und legte ihr Gamaschen an, ehe ich sie auf die Koppel brachte. Dann schnappte ich mir Daryl, was leichter gesagt, als getan war. Der Hengst hasste mich abgrundtief und zog dauernd seine Beine weg. Nicht nur einmal ermahnte ich ihn mit meiner Stimme und klatschte ihm dann eine, bis ich die Beinschoner drauf hatte und das nervige Bündel über die Koppel fegte. Zurück im Stall traf ich auf Octavia. “Wo ist Verena eigentlich?”, fragte sie mich, als ob ich auf alles eine Antwort wüsste. “Keine Ahnung.”, damit war das Gespräch beendet und ich kümmerte mich darum, die Boxen aus zu misten, ehe ich die Heunetze auffüllte und das Kraftfutter verteilte.
      Als ich dann wieder ins Haus gehen wollte, sah ich Bellamy und Wildfire im Round Pen- Bellamy schien ziemlich verzweifelt zu sein, weshalb ich zu ihm rüber ging und ihm helfen wollte. “Wo liegt das Problem?”, fragte ich ausgesprochen freundlich und bekam auch ein knappes Lächeln geschenkt. “Der kommt dauernd nach innen und will mich über den Haufen rennen…”, erklärte er mir. “Halt die Peitsche an seine Schulter, wenn er nach innen kommt wackel damit und sonst berühr ihn, bis er wieder nach außen geht. Wenn das noch immer nichts hilft, schlag zu.”, sagte ich schulterzuckend und sah ihm eine Weile zu. Bellamy lernte schnell, das musste man ihm lassen. Es dauerte nicht lange, da lief Wildfire in schönen großen Kreisen um Bellamy herum. “Wenn du die Seite wechseln willst, halt ihn an, stell dich vor ihn, tausch die Hand, in der du die Peitsche hast und schnalz. Normalerweise weicht er dann deinem Druck und geht in die andere Richtung.”; erklärte ich ihm und schaute ihm zu. Als alles klappte machte ich mich auf den Weg ins Haus, jedoch nicht, ohne Bellamy vorher noch einen Rat zu geben. “Lass ihn nicht zu lange laufen, geht auf die Gelenke. Nehm ihn lieber an die Hand und geh ein Stück spazieren, aber verlass den Hof nicht, der kann dir schnell abhauen.”, sagte ich lachend und verschwand dann wirklich im Haus, wo ich auf Verena traf.
      “Ich dachte du hast zu tun?” “Hab ich auch, gleich kommt Semetti mit Raised from Hell und Wolfs Bane. Face Down und Cup Cake kommen auch gleich noch.” “Und die hast du alle gekauft?”, fragte ich sie mit hochgezogenen Augenbrauen. “Himmel, nein. Raised from Hell habe ich zurück gekauft, der Rest kommt nur zum Training. Zwei Pferde einreiten, eins in Distanz trainieren. Bei dem einen Pferd kannst du mir beim Einreiten helfen. Cup Cake ist eine Paint x Appaloosastute, die wir Western einreiten sollen. Am besten bis Samstag.”, sagte sie und sah mich an. Ich schüttelte nur den Kopf. “Wir haben heute Sonntag, das ist nicht viel Zeit.” “Du schaffst das.”, lachte sie und ging ihrer Wege. Ich schaute kurz auf mein Handy und trug mir das Pferd ein. Noch mehr Arbeit.

      Verena
      Es dauerte nicht lange, da fuhr Smetti auf den Hof. Viel hatten wir nicht zu reden, denn er war ja auch zum arbeiten hier und nicht zum quatschen. Wolfs Bane luden wir zusammen aus, um Raised from Hell kümmerte ich mich alleine. Die Stute kam wieder auf die große Koppel und wurde sofort von den anderen Pferden empfangen- Pferde vergaßen nicht.
      Nach einer Weile kamen dann auch Cup Cake und Face Down, welche ich auch in den Stall stellte und dem Fahrer ein Trinkgeld gab, ehe ich Elena anrief und ihr sagte, dass ihre Pferde wohlbehalten angekommen waren. Dann fing ich auch schon mit dem Training an. Face Down wurde geputzt und gesattelt und ich ging für gute zwei Stunden ins Gelände, um ihre Kondition zu testen. Die war ganz ordentlich, so dass wir auf dem Rückweg fast nur trabten oder galoppierten. Wieder am Hof angekommen stellte ich sie wieder in die Box und schnappte mir Wolfs Bane, die ich ein wenig longierte. Sie kannte das schon alles, weshalb ich sofort mit dem Sattel anfangen konnte. Ich zeigte ihr die Satteldecke und legte sie auf ihren Rücken. Das machte ihr gar nichts aus, weshalb sofort der Sattel folgte. Ich zeigte ihn ihr, legte ihn dann auf den Rücken und machte vorsichtig den Sattelgurt zu. Die Steigbügel hatte ich hoch gemacht, so dass sie nicht an ihren Bauch schlagen konnten. Dann schickte ich sie wieder von mir weg. Nach ein paar Bucklern war das jedoch auch getan- sie gewöhnte sich wirklich schnell daran, so dass ich ihn heute schon ein Loch enger schnallte. Sofort plusterte sie sich auf, doch nach ein paar Runden an der Longe gab sich das. Dann machte ich auch schon Schluss für heute und ging zu Bellamy, der das selbe mit Wildfire versuchte. Nicht nur einmal flog der Sattel durch die Luft. “Ich wüsste mal gerne, was er hat. Tierarzt war letztens erst da, im Rücken hat er nichts. Ich kann mir aber nicht leisten, ihn nochmal auf die Koppel zu stellen- so schwer es mir fällt, entweder das klappt bald, oder er muss weg.”, sagte ich und schaute in das geschockte Gesicht von Bellamy. So kannte er mich gar nicht. Ich zuckte nur mit den Schultern und ging dann ins Haus, von wo aus ich ihn ein wenig weiter beobachten konnte. Er schlug sich gut und wollte einfach nicht aufgeben. Sowas liebte ich ja, Kampfgeist.
      Am nächsten Morgen war ich schon früh auf den Beinen, weil ich nicht nur Caleb beim Einreiten von Cup Cake helfen, sondern auch meine Pferde trainieren wollte. Caleb war noch früher auf den Beinen als ich und hatte es sogar schon geschafft, einen Sattel auf die Stute zu legen. Westernpferde waren da meistens viel robuster als englische Pferde, vielleicht weil sie manchmal viel zu grob angepackt wurden, so dass sie einfach schon im jungen Alter abgestumpft waren. Kurz seufzte ich. “Du scheinst ja keine Hilfe zu brauchen, machst du das Selbe wie hier nachher auch mit Wolf’s Bane, nur in Englischmontur? Dann geh ich ins Gelände..” “Wird gemacht, Chef.”, sagte er ausnahmsweise sehr hilfsbereit, ehe ich in den Stall ging und mir Face Down schnappte. Face Down war wirklich eines meiner Lieblingspferde von Friese, sollte sie die Stute jemals verkaufen, konnte sie sich sicher sein, dass ich alles dafür tun würde, sie auf meine Ranch zu nehmen.
      Nachdem ich sie also geputzt und gesattelt hatte gingen wir ins Gelände, wo wir heute ein wenig schneller unterwegs waren als gestern. Ich trieb die Stute zu langen Trabstrecken an, was auch für mich sehr anstrengend war, doch wenn wir immer wieder galoppierten, war das schon okay. Ich würde Face Down auch jetzt schon als fertig abstempeln, lediglich ein paar kürzere, aber schnellere Distanzen wollte ich noch mit ihr gehen, bevor sie wieder abgeholt werden würde.
      Wieder auf der Ranch angekommen war Caleb gerade dabei, mit Wolfs Bane Aufsteigübungen zu machen. “Ich bin begeistert, das Pferd hier lernt so unglaublich schnell!”, sagte er und ich lächelte. Das hörte man doch gerne! Schon am zweiten Tag saß Caleb auf dem Pferd- er war gerade komplett aufgestiegen, und wurde nicht abgeworfen. Er ritt ein paar Runden im Kreis und stieg dann wieder ab.
      In den nächsten Tagen ritt ich jeden Tag mit Face Down aus, beließ es bei der gleichen Strecke, legte sie aber immer flotter zurück. Talentiert war die Stute, das musste man ihr lassen.
      Auch Cup Cake konnte Caleb immer besser reiten und lenken. Wolfs Bane machte auch riesige Fortschritte, so dass alle Pferde schon am Freitag wieder abgeholt werden konnten. Wir verabschiedeten Smetti ganz herzlich und wünschten ihm eine gute Heimfahrt- ebenfalls wünschten wir ihm viel Glück mit seinem neuen Pferd! Sympathy for the Devil hatte auf jeden Fall ein gutes Zuhause gefunden, was mich ungmein freute.
      Nun war der Tag des Auktionsrennens gekommen.
      “Na macht schon.”, drängte ich meine Mitarbeiter und schob sie voran- naja nur verbal. “Rennen 3 und 5 Leute, ich will mir Drama Baby und Turf Runner vorher noch ansehen!”, fluchte ich und hüpfte von einem auf das andere Bein. Es wurde gerade das zweite Rennen ausgerufen, so dass ich mich beeilen musste, um auf die beiden Pferde, die ich kaufen wollte, zu bieten. Auf beide Pferde setzte ich je 9.000 Dollar, mit der Hoffnung, dass das reichen würde, denn ich wollte sie beide unbedingt haben. Dann startete auch schon Rennen 3!
      “Los schnell, vorne an die Bande zu den Bildschirmen!”, sagte ich etwas lauter, ehe wir uns an die Rail, wie man es so schön sagte, vor quetschten. Kris Furillo würde Drama Baby in Rennen 3 und auch Turf Runner in Rennen 5 reiten, also konnten wir gespannt sein.
      Die Boxen öffneten sich und die Pferde schossen nach vorne! Schon nach ein paar Metern zeigte sich, was für ein riesen Potenzial Drama Baby hatte! Sie setzte sich sofort von den anderen ab und gewann die Spitze für sich! Zwar war das hier ein Verkaufsrennen, die Pferde waren alle nicht so sonderlich gut, aber Drama schien doch das gewisse etwas zu einem Rennpferd zu haben, denn sie schoss mit 140 sec. als erste ins Ziel! “Wow, habt ihr das gesehen?! Wie genial ist sie bitte!”, sagte ich und quetschte mich dann durch die Menge, um zum Wettbüro zu gehen und zu erfahren, wer die Stute bekommen würde. Tatsächlich waren wir die glücklichen “Gewinner” und konnten unser Pferd Nummer 1 verladen. Etwas wehmütig schaute Dramas Jockey ihr hinterher, verzog sich dann aber sogleich wieder. “Ist gut Mädchen, ganz brav”, beruhigte ich sie und lud sie zusammen mit Caleb ein, ehe wir uns Turf Runner im Showring ansahen. “Auch ein tolles Tier, findest du nicht?”, fragte ich Caleb und er nickte. Dann gingen wir zur Bahn und gesellten uns zu Svejn, Bellamy und Octavia- der Rest war auf der Ranch geblieben, denn dort mussten auch Pferde versorgt werden.
      Die Startboxen flogen für das fünfte Rennen auf, Turf Runner kam gar nicht gut weg. “Oh man, lauf doch!”, fluchte ich beinahe und man konnte sehen, wie er mit jedem Galoppsrpung aufholte! Auch er flog als erster ins Ziel, mit einer Zeit von 150 sec.! 10 sec. langsamer als Drama Baby, aber die Pferde waren ja auch erst 3 Jahre alt.
      Voller Erwartung lief ich zum Wettbüro und wartete mit den anderen Interessenten darauf, dass verkündet wurde, wer das Pferd ersteigert hatte. “Verena O’Connor, Gips Reminder Ranch”, tönte es dann durch den Lautsprecher und ich klatschte mir einmal in die Hände, denn unser Tag hier in Calgary war ein voller Erfolg gewesen! Ich übergab das Geld und ging dann zu den Ställen, um mein Eigentum abzuholen, ehe mich Kris Furillo abfing, die Jockette von Drama Baby und Turf Runner. “Hallo, ich bin Kris Furillo. Ich weiß, dass sowas nicht wirklich angebracht ist, aber ich hänge wirklich sehr an Drama Baby und auch an Turf Runner und würde ihnen anbieten, die beiden umsonst für sie zu trainieren- hauptsache ich kann in ihrer Nähe bleiben.”, sagte sie und schluckte dann, ehe sie bestohlen von dem einen auf den anderen Fuß trat. “Wie viele Rennen haben sie denn schon gewonnen?” “Mit diesen beiden hier sind es 51, ich bin also ein richtiger Jockey.”, erklärte sie mir. “Und dann wollen sie umsonst reiten?” “Ja, die beiden Pferde bedeuten mir sehr viel.”, erklärte sie dann. “Da haben sie aber Glück, dass ich solche Mensch- Pferdbeziehungen schätze. Sie dürfen bei mir arbeiten, vorher möchte ich sie aber noch reiten sehen. Dann können wir gerne über eine Bezahlung sprechen- umsonst muss niemand für mich arbeiten.”, erklärte ich ihr und sie sah mich verdattert an. “Ich.. wow.. Ich muss gleich noch das 9. und 11. Rennen reiten, dann gehöre ich ganz ihnen.” “Verena. Sag bitte Verena zu mir.”, meinte ich lächelnd und schüttelte ihr die Hand, ehe ich mir Turf Runner holen ging und zusammen mit meinen Angestellten in den Trailer stellte. “Ich habe eben nicht nur zwei Pferde gekauft, sondern noch gratis einen Jockey dazu bekommen.”, verkündete ich die Neuigkeit und sah in verdutzte Gesichter. “Die Jockette der beiden Pferde, die hier im Trailer stehen will kostenlos für mich arbeiten, hängt wohl sehr an den Pferden. Fahrt die Pferde schon mal heim, ich komme schon irgendwie nach Hause.”, erklärte ich ihnen, winkte zum Abschied und setzte mich dann auf die Tribüne. Auch Rennen 9 und 11 gewann Kris, wenn auch nur knapp. Talent hatte sie schon, das musste man ihr lassen.
      Nach ihren Rennen ging ich zu den Boxen, um mich ein wenig mit ihr zu unterhalten. Wir redeten eine ganze Weile und vereinbarten dann, dass sie am nächsten Morgen zu uns kommen und vorreiten würde.
      So kam es dann auch, dass sie am nächsten Morgen schon recht früh bei uns ankam. Ich hatte gerade die Boxen von Drag me to Hell, Supernova, Sacramento XX, Golden Ebano und Nyanda fertig gemacht und die Pferde auf die Koppel gebracht.
      “Guten Morgen Kris”, sagte ich freundlich und schaute lächelnd zu ihr. “Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass du Turf Runner oder Drama Baby reiten sollst, aber die sind gestern erst ein Rennen gelaufen. Du kannst Supernova starten, ich selbst reite Drag me to Hell. Beide waren jetzt in der Zucht und müssen wieder auftrainiert werden. Wir reiten sie eine halbe Runde im lockeren Galopp, traben bis zum Anfang und machen dann einen fliegenden Start. 5 Furlongs reiten wir nur, lass sie nicht alles geben, sie werden ja gerade erst wieder antrainiert.”, erklärte ich und sie nickte. “Alles klar.”, antwortete sie mir und wir schnappten und Hell und Nova, welche ich fälschlicherweise eben auf die Koppel gestellte hatte. Wir putzten und sattelten die Pferde und ich winkte Bellamy hinzu, damit er uns mit den Pferden half. Wir gingen zusammen auf die Bahn, Bellamy gab und Starthilfe und dann galoppierten wir eine halbe Runde, trabten bis zum Start und sahen zu Bellamy, der das Startzeichen gab. Beide Pferde schossen nach vorne und man merkte wirklich, dass sie sehr eingerostet waren. Nova zog an Hell vorbei, ich konnte aber auch nicht mehr aufholen, so dass Nova und Kris ins Ziel schossen, ehe wir die Pferde über den Rest der Bahn ausgaloppieren ließen, bevor wir zu Bellamy gingen. “Nova hatte eine Zeit von 59 sec. und Hell von 105 sec.”, erklärte er. “Guter Ritt.”, sagte ich zu Kris und gemeinsam brachten wir die Pferde in den Stall, um sie fertig für die Koppel zu machen. Wir machten noch einen kurzen Abstecher bei Drama und Turf, die sich sofort freuten, als sie Kris sahen. Ich lächelte. “Wir suchen auch noch einen neuen Trainer für die Vollblüter, hättest du da jemanden?” “Pablo Betard.”, sagte sie wie aus der Pistole geschossen und streichelte Dramas Kopf. Pablo Betard…
    • Veija
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      Oktober 2016, by Sosox3
      Aluminiumhufeisen für Drama Baby

      "Tausend Sterne am Himmel"

      „Meinst du Rising Star könnte gegen Ende der Woche zusammen mit Croatoan, Classic Gold, Classic Spring, Calorro und Riverside mit rüber fliegen? Also Calorro nur wenn Rising Star auch mit rüber fliegt“, fragte mich Smetti und ich schaute ihn nur nachdenklich an. „So an sich eigentlich schon. Nur würde ich den beiden dann heute noch die Hufe machen, wenn es geht. Riverside bräuchte auch neue Aluminiumeisen.“ „Ich habe hier immer so viel zu tun mit deinen Pferden. Kannst du denen nicht selber die Hufe machen?“ „Also langsam nervt mich deine Maulerei. Ich muss die Pferde trainieren die heute auf dem Plan stehen: Candypie, Balerinë, Silberstern, Attentivenly, Meister Propper, Born to Die und Itaque. Von den Fohlen ganz zu schweigen! Ich denke ich hab da einiges mehr zu tun als du!“ Ich hasste es mit ihm zu streiten, aber er musste einsehen, dass ich ebenfalls viel zu tun hatte und ob ich jetzt drei Pferden die Hufe mache oder gut 10 zu versorgen und trainieren habe ist dabei aber ein ganz großer Unterschied. „Ist okey, ich mach als erstes Risa und Calorro…“, grummelte er wütend und ging in die Küche. Unsere Möbel blieben allesamt hier und würden für einen Nachmieter da sein. Er machte sich einen Kaffee zum Mitnehmen und verließ dann mit einem lauten Knall die Tür. „Penner“, murmelte ich und zog mich rasch um. Wir hatten gerade mal 9 Uhr und so fing der Tag schon an. Der Stress tat uns beiden nicht gut. Das konnte noch was werden...
      Ich nahm mir als erstes Balerinë zu Herzen, denn sie war noch immer sehr übermütig im Handling. Die Rappstute neben mir ging schnellen Schrittes fast vor mir und ich musste sie immer wieder rückwärtsrichten. Irgendwann würde sie es schon lernen. Immerhin blieb sie beim Putzen stiller als all meine anderen Pferde. So beruhigte sie mich auch gleich damit. Heute wollte ich sie nur ein wenig in den Grundgangarten in verschiedenen Bahnfiguren reiten, da sie etwas schwieriger wurde, sobald bei ihr die Rosse einsetzte. Und das war gerade der Fall. „Na komm schon“, murmelte ich und gab ein wenig mehr Druck auf die Zügel, da sie sich gerade quer stellte. Nach mehr maligen ziehen konnte ich sie dann doch überreden mir in die Halle zu folgen in der sich gerade Nicolaus, unser Trainer, mit Meister Propper ein wenig Warm ritt. Mich wunderte es nicht, dass Bali sich da nicht rein begeben wollte. Aber wenigstens im Schritt musste sie ein wenig durchhalten. Ich gurtete kurz nach und schon wurden Meister Propper die Ohren angelegt und gedroht was das Zeug hielt. „Hör jetzt auf!“, motzte ich Bali an und war kurz davor ihr eine zu donnern. Nico behielt den Fellponyhengst vorsichtshalber nur auf dem Oberen Zirkel, damit ich sie auf dem unteren Zirkel ein wenig warm reiten konnte. Als ich richtig mit der Arbeit anfangen wollte, verließ Nico die Halle vorsichtig. Nun hatten wir die Halle wieder ganz für uns alleine, bis Smetti bei uns rein schlich und mich zum Halleneingang bat. „Könntest du vielleicht Riverside und den anderen selbst die Hufe machen? Ich habe gerade einen Auftrag hier in Canada bekommen und müsste wohl heute dorthin für Zwei Hengste. Würde uns ja auch wieder Geld reinbringen in die Kasse.“ Während er sich weiter rechtfertigte oder es zumindest versuchte hatte ich meine Entscheidung schon längst fest beschlossen. „Fahr hin“, lautete meine kurze Antwort und er sah mich nur etwas verwirrt an. „O-ok“, brachte er vorsichtig raus und nahm meine Entscheidung lieber hin als diese zu hinterfragen bevor ich mich doch um entschied. „Ich pack dann gerade die Sachen und hoffe, dass ich bis morgen früh wieder da bin und dir dann bei allem helfen kann“, sagte er mir und gab mir einen Kuss, den ich ein wenig genoss auch wenn wir uns gerade erst gestritten hatten. „Bis dann, mein Großer.“ Während ich versuchte Balerinë die Schlangenlinien schmackhaft zu machen, füllte Smetti alle möglichen Vorräte des Trucks auf und machte sich dann auf den Weg zu seinem neuen Kunden Svejn. Die Fahrt alleine schon dauerte ein paar Stunden bis er überhaupt die Gips Reminder Ranch erreicht hatte und machte sich dann auf die Suche nach dem Besitzer und seinen Pferden. Die Ranch war mehr als riesig und beherbergte viele Reit und Zuchtpferde. Die Suche nach seinem Kunden erleichterte es aber definitiv nicht. Smetti wusste weder wie er noch wie seine Pferde aussahen und zum anderen auch gar nicht wo diese standen um dort auf ihn zu warten. Bis dann ein Mann mittleren Alters in einem Rolator angefahren kam. Seine schwarzen Haare waren zu einem Zopf gebunden und die Seiten waren rasiert, ähnlich kurz wie meine, nur, dass ich einen Undercut besaß. „Sie müssen der Hufschmied sein“, sagte er etwas grimmig dreinschauende Mann und bei genauerem beobachten sah ich das der Mann eine Schiene am rechten Schienbein trug und wohl nicht auftreten konnte. Gekleidet war er ganz in Schwarz und würde Rachel ihm wohl in der Nacht begegnen hätte sie wohl eine Heidenangst gehabt. Aber das hatte sie ja öfter. „Ich bringe sie dann gerade zu meinen zwei Hengsten“, grummelte er und Smetti fühlte sich nicht gerade wohl, da er Svejn nicht einschätzen konnte. „Bekommt Verena nicht auch ein Pferd von ihnen wieder?“, fragte er den jungen Mann und schaute ihn neugierig an. „Ja, woher wissen sie davon? Der Anhänger ist auch schon mit dem Pferd geladen auf dem Hof. Ich hatte Verena vorhin Bescheid gegeben, dass sie sie ausladen soll. Das Pferd hasst mich. Die einzige, die sie irgendwie von Weide zum Stall bringen konnte war Rachel und das auch nur, weil sie konsequenter ist und sich nicht unterbuttern lässt von ihren Pferden…“, sprudelte es nur so aus Smetti heraus. Svejn grinste nur und schmunzelte. „Dann habe ich ja richtige Schätze.“
      Ich hatte mich bereits mit Balerinë auseinandergesetzt und sie auf die Weide zu Acacia, Born to Die und Croatoan gestellt um mich dann um Silberstern zu kümmern, welchen ich heute ein wenig ausritt. Er machte sich super unterm Sattel, sehr gelehrig und auch sonst zeigte er sich super kooperativ. Abby ritt zurzeit Candypie auf der Bahn und versuchte die Runde immer schneller zu absolvieren.
      Smetti hatte sich in der Zeit schon mit Smaug beschäftigt und ihm seine Hufe gekürzt. Smaug war währenddessen ganz ruhig geblieben und schaute nur hier und da mal zu dem Hufschmied herunter. Auch beim Feilen am Ende schaute der Hengst wissbegierig dabei zu wie ihm die Hufe gefeilt wurde, ähnlich einer Pediküre beim Menschen. Der zweite Hengst war Thjalfe, ein komischer Mix aus Warmblut und Shire horse, dass Smetti so noch nicht gesehen hatte, wobei er einen Weideunfall vermutete. Auch er war so gelassen wie Croatoan, zumindest waren sie von der Gelassenheit sehr vergleichbar. Auch seine Hufe waren gut in Form, nur beschlich Smetti ein unangenehmer Verdacht einer schleichenden Strahlfäule und beim Kürzen der Hufe fiel es ihm immer mehr auf. Er machte die Hufe rasch fertig und lief zum Auto um eine Salbe gegen Strahlfäule zu holen. Diese sollte Svejn 2x täglich auf die Hufe schmieren, dann sollte das wieder im Griff sein. „Ich stelle ihnen die Rechnung aus und mache mich gerade auf die Suche nach Verena.“ Svejn nickte und warf einen Blick auf die Rechnung, welche Smetti ihm ausgestellt hatte. Während Smetti nun Verena suchte, brachte ich Silberstern in die Box und rief kurz bei Smetti an. Es klingelte eine Weile bis er dranging und auch unsere Unterhaltung fiel eher kühl aus. Er hatte Raised from Hell mitgenommen um sie dort abzusetzen und Wolfs Bane nach dem Einreiten wieder mitzubringen. Ich wusste auch nicht was er dort so lange tat. Klar waren die Hin- und Rückfahrt ziemlich lang, dennoch wusste ich irgendwoher, das alles länger dauern würde als gedacht. Ich schnappte mir nun Rising Star um ihr die Hufe zu feilen und auch ihren Sohn Calorro würde ich die Hufe kurz kontrollieren. „Hey Verena, hast du Raised from Hell ausgeladen bekommen?“, fragte Smetti die Ranchleitung und sie nickte. „Na klar, anstrengend ist sie aber immer noch. Ich hätte da noch ein paar Verkaufspferde, wenn du magst kannst du sie dir mal anschauen.“ „Klar, warum nicht“, zuckte er mit den Schultern und folgte der bekannten Züchterin. Sie hatten viele Pferde zu verkaufen und in den Stallungen waren einige Hübsche Tiere dabei. Darunter auch Dynur, welcher vor kurzem erst unseren Hof verlassen hatte und ein Schimmelscheckhengst, welche mit neugierigen Augen zu Smetti sah und seine Ohren aufmerksam nach vorne richtete. „Wer ist denn der Hübsche da?“, dachte er laut und las genauso laut auch den Namen des Schildes aus. „Ist der wirklich so wie sein Name vermuten lässt?“, fragte er vorsichtig und richtete seinen Blick auf die Gestütsleitung. „Nein, er ist ein ganz lieber. Den kann man auch mit anderen Hengsten auf die Weide stellen. Unterm Sattel ist er auch ein Schatz.“ „Hmm.“ Und weiter ging der Weg durch die riesige Stallung und er sah viele verschiedene und auch tolle und erfolgreiche Pferde, welche nun einen neuen Besitzer suchten, doch der Sympathy fort he Devil ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. „Sag an, was willst du für den Guten von eben?“, fragte er gerade heraus. „9000“, sagte sie direkt und er schluckte. „Sagen wir 8000 und ich mache zwei deiner Pferde die Hufe. Heute noch!“, feilschte er und sie stimmte ein. Rachel würde es nicht wirklich gefallen das Smetti Geld ausgeben würde, aber er passte so gut zu ihm. „Ich bring dich dann zu den zwei Pferden, die die Hufe gemacht brauchen. Wobei… du brauchst sicher die Aluminium-Hufeisen. Ich bring sie besser zu deinem Wagen. Dann hast du ja alles dort“ „So geht’s auch“, lächelte er und machte sich auf den Weg zu seinem Wagen. Erneut rief ich Smetti an um zu sehen wo er blieb und ob er schon losgefahren sei, doch er erzählte mir nur was von ich solle ihm nicht böse sein und von wegen, dass ich nicht allzu lange wach bleiben sollte. Langsam machte er mir ein paar Sorgen und ich wusste nicht wohin uns das führen sollte oder auch würde. Immerhin konnte ich mich jetzt auf Attentivenly einlassen, da sie bald wohl auch auf einer Körung ihr Können und auch ihr Temperament zeigen und heute gab mir Nico eine Stunde auf ihr, damit ich sie ein wenig besser arbeiten konnte und so auf die Körung vorbereiten konnte. Sie machte sich zwar super unterm Sattel, konnte aber die Hölle am Boden sein mit ihrer Aufmerksamkeitssuchenden Art. Doch daran sollte es nicht liegen, ich fragte mich nur wann mein Freund seinen Weg nach Hause finden würde…
      „Das ist Drama Baby, die ist noch neu hier. Ich hoffe er stellt sich gut an.“ Der junge Hufschmied nickte nur und sah sich die Hufe des Vollblüters an. Sie waren eigentlich ganz in Ordnung, nur etwas aus der Form. So schnitt er nur sehr vorsichtig die Hufe aus und raspelte sie dann um sie in die Form zu bringen. Auch beim feilen gab er sich wie bei jedem Mal Mühe und lobte den Vollblüter neben sich. Dann schaute er welche Aluminium-Eisen der Stute passten und nagelte diese ebenso vorsichtig an. Beim Vortraben ergab sich keine Taktverschiebung und so sahnte das Pferd ein Leckerli ab und mir wurde der nächste und zum Glück auch letzte gebracht. Er hatte den Namen ‚Turf Runner‘ und war ein interessanter Brauner und Smetti vermutete ein Splash-Gen. Auch seine Hufe sahen ihn Ordnung aus, waren auch super in Form, sodass er nur Raspelte und feilte. Turf Runner schaute ihn nur aufmerksam an, als er auch ihm die Aluminium Hufeisen anbrachte. Die leichten Hufeisen waren nicht gerade die einfachsten wenn es darum ging sie anzubringen, doch bis jetzt hatten wir immer Glück gehabt. „So der Gute ist dann auch fertig“, lächelte er mit einem breiten Grinsen und nahm einen Batzen Geld aus der Hosentasche. „Ich habe vorhin noch einmal nachgezählt. Sind genau 8000.“ „Alles klar, wir machen gerade die Unterlagen und dann verladen wir deinen Hengst für den Nachhauseweg."
    • Veija
      Oktober 2016, by Veija
      Auftakt in ein neues Leben

      In den letzten Wochen war viel auf der Ranch passiert. Ein ganzer Haufen Pferde hatte uns verlassen, ein paar waren dazu gekommen. Einige Mitarbeiter und ich hatten an einem Dressurturnier teilgenommen, an dem Aaron und Augen auf! Ich komme, sogar den ersten Platz gemacht hatten!
      Worauf wir besonders stolz waren war, dass Bellamy und Zuckerschock es geschafft hatten, den 3. Platz zu ergattern! Sehr zum Leidwesen von Octavia, die Bellamy regelrecht angeschrien hatte, weil sie eine Platzierung ergattern wollte. Nun waren wieder alle Zuhause und es hätte ja Ruhe einkehren können, wenn da nicht noch immer die Idee wäre, um zu ziehen. Svejn und ich wollten uns heute einen potenziellen Hof anschauen, denn die Ambitionen der Gips Reminder Ranch hatten sich ein wenig geändert, und auch dieser Hof gab nicht mehr das her, was er einmal versprochen hatte.
      "Svejn jetzt komm schon!", sagte ich etwas genervt und drehte den Autoschlüssel in meiner Hand hin und her. "Ich komm ja schon...", sagte er genervt und humpelt voran. Er durfte mittlerweile wieder laufen und auch reiten, aber das Laufen schien ihm noch ziemliche Probleme zu machen, weshalb er seinen Alltag lieber reitend verbrachte- zum Leidwesen seines Physiotherapeuten, denn dieser hatte ihm verboten, zu viel zu reiten. Aber er kannte Svejn mittlerweile ja sehr gut, er konnte nicht ohne reiten.
      Endlich waren wir im Auto und ich konnte los fahren. Die Fahrt verlief eigentlich relativ stillschweigend, denn Svejn musste sich auf sein Handy konzentrieren, um mir den Weg zu sagen- ich musste mich auf die Straße konzentrieren, denn diese Ranch lag wirklich weit ab vom Schuss, aber dennoch in der Nähe der Ferienranch und unserer alten Ranch.
      Dort angekommen schauten wir uns schon skeptisch um, denn die gesamte Ranch wirkte verlassen, überall waren die Zäune kaputt, Hecken und hohes Gras wucherten überall. "Hm, nicht das, was ich mir erhofft hatte.", sagte ich niedergeschlagen zu Svejn, der wohl meine Meinung teilte. "Komm, wir gehen erst mal zum Haus und lassen uns alles zeigen.", meinte er schulterzuckend und zusammen gingen wir zum Haupthaus, wo auch schon auf uns gewartet wurde. "Guten Morgen Mr. & Miss O'Connor.", sagte die junge Dame, die weder Svejn noch ich korrigierten. Svejns Name war einfach zu kompliziert. "Vorweg muss ich ihnen leider sagen, dass die Ranch in keinem guten Zustand ist, denn mein Vater ist vor etwa einem Jahr von uns gegangen und seit dem steht die Ranch leer.", erklärte sie und und fing an, uns eine kurze Runde durch das Haus zu führen. "Warum hatte ihr Vater eigentlich ein so großes Haus?", fragte ich die Dame dann bei der Tatsache, dass hier mein Team dreimal reinpassen würde. "Sie werden gleich bei der Führung sehen, dass sie hier eine riesige Ranch betreten haben. Deshalb ist auch das Haus sehr groß.", sagte sie und führte uns aus dem Haus heraus in die obere Ecke der Ranch. Dort waren zwei Offenställe mit 3 großen Koppeln. "Hier könntest du deine Pferde hin stellen.", sagte ich freudig mit einem Blick auf den Offenstall, bei dem eine große Koppel war. "Und hier könnten die Jungpferde stehen.", schwärmte ich, ehe wir weiter gingen. Es gab ein kleines Gemüsefeld, einen See und nun kamen wir an der Rennbahn an. "Wow.", sagte ich begeistert. Es war um mich geschehen, diese Ranch würde unser neues Zuhause werden. Svejn hatte meinen Blick gesehen und zwanghaft gelächelt, wir würden so viel Arbeit in die Ranch stecken müssen, bevor wir hier einziehen konnten, doch er wusste, dass wir das schaffen konnten.
      Die junge Frau zeigte uns noch den Rest der Ranch, zum Beispiel die drei großen Ställe mit Paddocks und Koppeln, die Offenställe, die Reithalle aber auch die beiden Reitplätze. Neben der Ranch gab es noch einiges an Weideland und einen großen Wald, den wir mit kaufen konnten. "Wir werden uns morgen melden.", verabschiedeten wir uns dann, ehe wir uns auf den Weg nach Hause machten. Diese Fahrt verlief wesentlich lauter. Ich quatschte Svejn die Ohren voll mit der Ranch und dass ich sie unbedingt haben wollte, auch wenn sie einfach viel zu groß für uns war. "Aber wir könnten Einsteller nehmen.", meinte ich dann und er nickte.
      Am Abend erzählte ich meinen Mitarbeitern von der Ranch und schon am nächsten Morgen befand ich mich wieder dort- diesmal in Begleitung von Caleb, damit er sich ein Bild vom Hof machen konnte. Ich legte noch immer viel Wert auf seine Meinung, weshalb ich sein OK haben wollte, bevor ich den Kaufvertrag unterschreiben wollte. Er segnete die Ranch ab und ich unterschrieb den Kaufvertrag, nachdem ich den Preis noch ein wenig gedrückt hatte. Nun kamen die verkauften Pferde der Ranch zugute, denn ohne diesen Verkauf hätten wir die neue Ranch nicht kaufen können und solange wir noch hier lebten, konnten wir die alte Ranch nicht verkaufen.
      So kam es, dass wir eine ganze Weile erst die Pferde auf der alten Ranch versorgten und dann auf die neue Ranch fuhren, um die Zäune zu reparieren, die Stallungen neu zu verputzen, und und und.

      Nun war der Tag des Umzugs endlich gekommen, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Leider würde es nur ewig dauern, alle Pferde rüber zu bekommen, denn wir hatten noch immer 63 Pferde. Vermutlich würden bald noch ein paar Pferde den Besitzer wechseln, aber diese 63 Tiere würden allesamt mit auf die neue Ranch kommen. Ein grober Plan, wo welche Pferde hinkamen, war schon gemacht- und da man hier in Kanada oder generell in Amerika nicht so zimperlich war, was Pferde verladen anging, hatten wir uns ein paar einfache Trailer geliehen, in die die Pferde einfach hinein sprangen. Um jedoch trotzdem Verletzungen zu vermeiden, würden alle Pferde Transportgamaschen tragen, denn ganz leichtsinnig musste man ja nicht sein.
      Anfangen wollten wir mit den Jungpferden, da diese am längsten brauchen würden, bis wir sie im Hänger hatten. VK A Gun Colored Lena, Like Twist and Gun, VK Drag's Solo Queen, PFS' Blossom Magic sowie Wimpys Little Devil und ihr Fohlen GRH's Unbroken Soul of a Devil waren die ersten Pferde, die wir verluden und zur neuen Gips Reminder Ranch fuhren. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die Tiere im Trailer hatten, doch sobald alle drin waren, waren wir ruck zuck auf der neuen Ranch und konnten die Tiere auf die Koppel entlassen. Wimpys Little Devil war wirklich ein Ruhepol, was ich nicht gedacht hatte. Ich ließ sie mit ihrem Fohlen noch ein paar Tage bei den Stutfohlen laufen, ehe Devil abgesetzt wurde und die Stute ihre Box im Trainingsstall bezog, denn wir wollten sie wieder aufbauen und im Sport laufen lassen.
      Die nächsten Pferde waren die Hengstfohlen VK Bellas Dun Gotta Gun, Bellamy' O, VK Funky's Wild Berry und PFS' VK' Snap in Style. Zusätzlich fuhren noch Cielos Double Dun It und Chocolate Dream mit. Choco und Gipsy fanden ihren Platz in ihren Stallungen, die anderen Pferde kamen auf die Koppel.
      Nun schauten wir erneut ein wenig nach den Plätzen, wo die Pferde hinkommen sollten, so dass wir in windesweile Arsil, Bahar, Daryl gone Mad, Golden Ebano, Sacramento XX, Scoubidou, Silberstern, Seattle Slew, Turf Runnder, Wildfire, Firewalker, Stiffler, Drag me to Hell, Drama Baby, My lovely Horror Kid, Nyanda, Priamos Ruffia Kincem, Shiryō, Supernova, Teasie, Wolfs Bane, Zuckerschock, Abraham van Helsing, Alan's Psychedelic Breakfast , Cauldron of Renascence , Eldrian Antrax, Funky Powerbabe, Gun and Slide, Hollywood King Gun, Hollywood's Silver Dream, Spooks Gotta Gun, Stormbringer, Amarula van Helsing, Augen auf! Ich komme, Bella Dun Del Cielo, Kristy Killings , Marly's Pluie , Snuff, Blazing Flame, Comeback of a fallen Goddess, Dakota, DunIts Smart Investment, My sweet little Secret, Ocarina of Time, Raspberry, Scarlet Sun, Snapper Little Lena, Striga, VK Aquila T Mistery, Samug, Thjalve van de Jötunheimr und Moon's Pumpkin auf der neuen Ranch hatten. Lediglich bei Zues und Raised from Hell hatten wir unsere Probleme, so dass wir sie beide sedieren mussten, um sie verladen zu können. Sie fanden auch beide einen Platz auf den Koppeln, wo sie 24/7 stehen würden, bis wir mit ihrem Training weiter gekommen waren, dass wir sie anfassen konnten. Zues würde auch bald kastriert werden. Zwar war das schade um seine Abstammung, aber wir konnten das Risiko nicht mehr eingehen und hofften, dass er es als Wallach zumindest ein wenig einfacher haben würde als jetzt als Hengst.
      Erschöpft fiel ich am Abend auf die Couch. "Ich glaube morgen gibts nen freien Tag.", lachte ich und schaute in die Runde, denn noch waren alle Mitarbeiter in der Stube bei mir. "Also.. Pferde misten, füttern und auf die Koppel bringen morgens. Es wir keins trainiert, geritten oder sonst was. Macht, was ihr wollt.", lachte ich und schaute in eine Runde zufrieden nickender Gesichter.
    • Veija
      Dezember 2016, by Veija
      Weihnachtliche Nachwehen

      "Du kannst doch nicht einfach...", fing ich an und starrte meine Schwester fassungslos an. "Du hast die alle zurückgekauft? Wie.. ? Wie hast du die alle wieder bekommen? Und vor allem: wo sollen wir mit denen hin? Wir haben hier keinen Platz O..." "Wir ziehen wieder nach Kanada.", sagte meine Schwester bestimmend und breitete eine Karte vor mir aus. "Schau mal, so könnte unsere neue Ranch aussehen. Aber es gibt tausende Ranchs in Kanada, wir können kaufen, was wir wollen! Wir haben so viel Geld...", schwärmte sie und so langsam gefiel mir die Idee doch ein wenig. Nicht, dass Bracelet keine wunderbare Gastgeberin war- wir wollten bald wieder etwas eigenes haben und wieder alle Pferde um uns herum haben, so wie es sich gehörte. "Wen hast du denn alles wieder gekauft?", fragte ich sie dann, damit ich die ungefähren Kosten im Blick behalten konnte. "Drama Baby, Wildfire, Priamos Ruffia Kincsem, Snap in Style und Blossom Magic.", trällerte sie freudig und ich schlug mir mit der Hand an den Kopf. "Oh mein Gott. Was sollen wir denn mit den ganzen Vollblütern?!" "Trainieren Bell! Trainieren! Wir führen das Erbe der Gips Reminder Ranch fort und bringen die Pferde auf die Rennbahn! Das ist das, was Verena wollte und was sie gerade aufbauen wollte!", tadelte Octavia mich beinahe und ich nickte. "Ja, ja du hast recht."
      "Es waren zwei schöne Tage hier mit Auguri, sie hat Dakota sogar neues Zubehör gekauft... aber lass uns noch vor Silvester zurück nach Kanada fliegen.", bat sie mich und ich schaute mich flehend an. "Vor Silvester wird das glaube ich nichts mehr werden... schließlich müssen wir das zu erst mit Brace besprechen, wir schulden ihr ja auch Geld." "Jetzt sei kein Spielverderber Bell, wir schaffen das.", pflichtete Octavia mir bei. Kurz seufzte ich. "Na gut, ziehen wir zurück nach Kanada!"

      Ein paar Tage später

      "Was haben wir noch vergessen?", fragte ich meine Schwester und schaute die drei dick eingepackten Pferde an. Alan's Psychedelic Breakfast, Dakota und Raspberry hatten alle drei ihre Transportgamaschen und die verschiedenen Decken an, die sie während dem Transport im Flugzeug schützen würden. Bei Bracelet hatten wir uns schon verabschiedet. Traurig war sie schon sehr, dass wir sie so schnell wieder verlassen würden, aber sie konnte uns verstehen und freute sich, dass wir uns eine neue Ranch gekauft hatten und es nun endlich wieder geschafft hatten, unseren Hintern hoch zu bekommen und uns aufzurappeln- schließlich wurden wir ja auch nicht jünger.
      Es dauerte eine ganze Weile, bis die Pferde im Flugzeug waren, schließlich wurden sie alle drei sediert und dann eingeladen. Auch der Flug schien sich schier ewig hinzuziehen, weshalb die Pferde dann umso froher waren, als sie endlich über die Koppeln unserer kanadischen Ranch galoppieren konnten. "Wir holen die anderen aber auch jetzt sofort, was sagst du O?", fragte ich meine Schwester und sie nickte. So dauerte es nicht lange, ehe wir Magic Lanijos, den wir erst vor kurzem gekauft hatten, GRH's Unbroken Magic, Baby Doll Melody, VK Bella's Dun Gotta Gun, It's me, Amira!, Gun and Slide, Vaena, die uns bald verlassen würde, Seattle Slew, Wolfs Bane, GRH's Unbroken Soul of a Devil, VK A Gun Colored Lena, Zues, DunIts Smart Investment, Snapper Little Lena und VK Funky's Wild Berry auf der Ranch hatten. In den nächsten Tagen würden dann noch die fehlenden Pferde folgen, ehe die Ranch wieder komplett war und wir mit dem weiteren Training beginnen konnten. Ich freute mich schon riesig darauf, endlich die anderen Pferde wieder in die Arme zu schließen.
    • Veija
      Dezember 2016, by Zion
      Kurzes Update

      Buskerud – Norwegen
      Die einst kleine süße Ranch hatte sich zu einem relativ großen Reitstall entwickelt, allerdings ist dieser alte Charme erhalten geblieben. Wie jeden Morgen begannen Malte und ich mit der Stallarbeit. Vorher wurde die Pferde auf ihre Weiden gebracht und sie schienen sich sehr über den dicken Schnee zu freuen. „Malte, fährst du heute die Schubkarre?“, fragte ich. Er nickte genervt. Die klirrende Kälte machte uns nichts aus. Also begannen wir mit der Stallarbeit und arbeiteten uns durch die Boxen. Währenddessen unterhielten wir uns über die Zukunftsplanung und überlegten wie wir unser Training aufstellten. Wir kamen zum Entschluss, dass wir eine Reitschule aufmachen wollte, aber wann, das stand noch in den Sternen. Nachdem die Boxen blitzsauber waren und die Sonne durch die dicken Wolken gekommen war, entschloss ich mich dazu auszureiten und Malte schloss sich an. Zusammen machten wir Braddock und Oslogi fertig und stiegen auf. Die Ponys stapften schnaufend durch den Schnee und der warme Atem stieg in Nebelschwaben nach oben. „Na Lust auf ein kleines Wettrennen?“, stachelte Malte mich an. Ohne eine Antwort trieb ich Braddock an und ging vorerst in Führung. Doch diese Rechnung hatte ich ohne den sturen Braddock gemacht, denn der blieb schnurstracks stehen und katapultierte mich fast aus dem Sattel. Malte, der nun zu lachen begann, gewann das Rennen.

      Sandpoint – Idaho

      Nach dem ganzen durcheinander mit dem Verkauf der Ranch, dem Umzug und allem Drum und Dran war viel Zeit vergangen und es gab Höhen und Tiefen. Die Fohlen entwickelten sich prächtig und die anderen Pferde kamen auch super miteinander klar. Auch wir hatten uns hier auf Atomics Valley gut eingelebt und waren mehr als zufrieden. Mein kleiner Finley war mittlerweile schon ein Jahr alt und ist mein treuer Begleiter. Da Vriska im Moment eher wenig Zeit hat, habe ich ihr angeboten, ihre Painthorse Stute mitzuversorgen. Am Morgen brachten Scott, Lucy und ich brachten zuerst Kisshimbye, Aiyana, Havanna Girl, Magnificent Crow, Heretic Anthem, Pallaton, Spezial Luna Zip und Ginger Rose auf die eine Weide. Anschließend führten wir Mayor Jetsetter Oak, Chapter 24 und GH’s Acapulco Gold auf die Hengstweide. Heute hatten die Pferde ihren freien Tag und durften über die verschneiten Weiden tollen und einfach nur Pferd sein.

      Buskerud – Norwegen

      Als wir wieder zurück auf dem Hof waren, begrüßten uns Charly und Nico, die anscheinend gerade auf dem Weg zu den Weiden waren. Da Malte und ich im Moment nichts zu tun hatten, setzten wir uns an die Planung für die Reitschule und zählten die Pferde auf, die auf alle Fälle dazugehören werden. „Also die Ponys auf alle Fälle!“, sagte Malte. Ich zählte meine Ponys zusammen … Bixs, Bella Donna O Sole Mio (unsere beiden Neuzugänge), Glamour’s Rubina, Blazing Flame, Belle, Hendersin und Braddock. „Mhh ich glaube, Jupiter kommt auch dazu, hier hat er einfach zu wenig Verwendung“, warf ich ein. Malte stimmte zu und machte eine Liste mit allen Pferden.
      Nachdem unsere freie Zeit vorbei war, beschäftigten wir die anderen Pferde. Da ich meinen ganzen Pferden nicht mehr gerecht wurde, habe ich mir Reitbeteiligungen angeschafft, die mir so ziemlich bei allem helfen. Reitbeteiligungen sind eventuell das falsche Wort, da eine Person gleich mehrere Pferde versorgt und reitet. Angefangen bei den Vollblütern, um Sir Benny Miles kümmere ich mich höchstpersönlich, da er der Liebling von meiner Cousine Fiona ist. Die anderen also Ramazotti, Darjeeling, Stiffler, Scoubi, Nyanda, Drama Baby, Firewalker und Sir Golden Mile waren unter der Obhut von Liz Larson. Liz ist eine Powerfrau, die weiß wie man mit temperamentvollen Vollblütern umgeht. Sie ist gerade 20 Jahre jung und auf dem Weg Trainerin zu werden und hilft bei uns aus. Sie hat meistens rosa oder blaue Haare die ihr bis zur Schulter reichen. Ihre Augen sind eisblau und wie bereits gesagt ist sie eine Powerfrau mit Willensstärke. Für die Friesen, also Filou, Nienke, Modjo, Batman und Xinu übernahm ich selbstverständlich die Pflege. Die Ponys teilten wir uns immer unterschiedlich auf und in der Reitschule hatte sie ja dann genug Abwechslung. Sacarina und Strolch wurden ebenfalls von uns allen versorgt wie Scion und die anderen Fohlen auch. Harvey, Solsikke und Golden Comet standen unter meiner Obhut und der von James Gordon. Der Engländer hat eine Springkarriere hinter sich und suchte nun Abwechslung und Entspannung hier bei uns in Norwegen. Bevor White Face verkauft wurde, wurde er von Malte gepflegt und geritten.
      Am frühen Abend entschieden wir uns für eine Kutschfahrt mit den Friesen, da Nienke rossig war und es so für eine Kutschfahrt mit Hengsten eher ungünstig war, spannten wir das erste Mal Filou an. Nach anfänglichen Zickerein lief alles einwandfrei und Malte, Charly, Nico, Bart und ich als Kutscher verbrachten einen schönen Abend im Winterwonderland von Norwegen.
    • Veija
      März 2017, by Veija
      Ein kleines großes bisschen Verantwortung

      Bellamy
      Kaum hatten wir die Stutkrönung mit DunIts Smart Investment überstanden, merkten wir zum ersten Mal, wie viel Verantwortung so ein Haufen Pferde mit sich brachte. Am Morgen ausschlafen, weil man erst am Abend eingeteilt war, ging nun nicht mehr. Wir mussten morgens um 7 Uhr aufstehen, alle Pferde füttern und auf die Koppeln bringen, was Octavia und ich heute auch schon gemacht hatten. "Wen willst du heute reiten? Oder sollen wir versuchen, mit allen etwas zu machen?", fragte ich sie und sie sah von ihrem Schreibtisch auf. "Wir sollten zunächst einmal klären, wer sich um welches der Pferde kümmert- schließlich müssen sie ja alle versorgt werden.", erwiderte sie nur und schnappte sich zwei Zettel. Einen schob sie, zusammen mit einem Kulli, zu mir herüber. "Schreib mal auf, wen du versorgen willst. Wir haben 27 Pferde.", erklärte sie und ich nickte.
      Eine ganze Weile kritzelten wir auf den Blättern herum, verglichen die Namen und zählten nach. Jetzt endlich hatten wir die beiden finalen Listen in den Händen. "Ich kümmere mich also um A Shining Chrome, Alans Psychedelic Breakfast, Baby Doll Melody, Dakota, DunIts Smart Investment, um die du dich auch ab und an kümmerst beziehungsweise reitest, Unbroken Soul of A Devil, Unbroken Magic, Gun and Slide, Snapper Little Lena, A Gun Colored Lena, Funkys Wild Berry und Zues.", las ich meine Liste vor und sah dann zu meiner Schwester. "Ich versorge dann Drama Baby, It's me, Amira, Lady Gweny, Magic Lanijos, Blossom Magic, Snap in Style, Priamos Ruffia Kincsem, Prias Colourful Soul, Raspberry, Seattle Slew, Bellas Dun Gotta Gun, Wildfire,Wolfs Bane und Zoltaire.", sagte sie und ich nickte. "Super, dann hätten wir das geklärt.", sagte sie knapp. "Hängst du die Zettel im Stall an die Pinnwand? Dann können wir sie uns immer anschauen, bis wir wissen, wer wen versorgt.", lachte sie und ich nickte. "Klar.", meinte ich und schaute auf die Uhr. 10 Uhr. "Kochst du etwas zu essen für um 12? Dafür kümmere ich mich um Barbie und bereite ihn aufs einreiten vor.", versuchte ich zu verhandeln und sie lachte. "Klar. Aber mach es ordentlich.", lachte sie noch und schüttelte grinsend den Kopf, als ich das Zimmer verließ. Ich ging hoch in mein Zimmer, um mich umzuziehen, denn in Jogginghose konnte ich schlecht reiten. In Kanada herrschten so langsam frühlingshafte Temperaturen, doch nachts wurde es noch ziemlich kalt, weshalb wir fast alle Pferde eindecken mussten. Später, wenn die Ranch mal so richtig ins Rollen kam, waren noch Offenställe geplant, doch alles mit der Zeit.
      Wieder unten angekommen zog ich mir die Westernboots an und packte mich in Schal, Mütze und Jacke ein. Dann schnappte ich mir die beiden Zettel und ging aus dem Haus. Flüchtig sah ich zum zugefrorenen See, auf dem Surtout, der alte Rottweilerrüde von Verena, bestimmt seinen Spaß gehabt hätte, doch auch er war bei der Explosion der Ranch gestorben. Kurz seufzte ich und lief beinahe mehr, als dass ich ging, zum Stall und öffnete die schwere Tür. Wohlige Wärme schoss mir entgegen und ich konnte wieder durchatmen. So früh morgens war es doch noch ziemlich kalt. Schnell heftete ich die beiden Zettel an die Pinnwand und ging zu den Boxen der Pferde. Gefüttert hatten wir sie heute am frühen Morgen schon, gemistete oder gar auf die Koppel gebracht war noch keines der Pferde. Ich fing also damit an, die Türen zu den Paddocks eines jeden Pferdes zu öffnen, damit sie wenigstens etwas frische Luft schnappen konnten, während ich hier herum tüftelte.
      Ich blickte mich in der Stallgasse um und würde wirklich heute mit Barbie anfangen, damit Octavia merkte, dass ich meine Versprechen durchaus hielt. "Na mein Hübscher, groß bist du geworden.", begrüßte ich den Hengst und streichelte ihm über die Nase. Egal welches Pferd ich mir anschaute, Traurigkeit hatten sie alle im Blick. Ob sie wussten, was genau passiert war oder warum sie, nach all dem Stress, nun hier in dieser Stallung mit Octavia und mir standen? Doch wer wusste das schon. Ich band Barbie am gegenüberliegenden Putzplatz an und nahm mir eine der Bürsten, ehe ich sanft über sein Fell strich. Er war nicht schmutzig, aber er sollte sich daran gewöhnen, von Menschenhand angefasst und überall berührt zu werden. Das Putzen hatte da einen ganz tollen Nebeneffekt, da es den Hengst massierte. Barbie legte den Kopf schief und machte den Hals lang, was zeigte, dass er die kreisenden Bewegungen wirklich genoss. Als ich den Körper auf beiden Seiten gestriegelt hatte, machte ich mich an die Beine. Auch hier war ich vorsichtig, denn der Hengst war ein Jungpferd und alles kam ihnen zunächst als Bedrohung vor. Doch der Hengst blieb gelassen. Er hatte wohl doch einiges von seiner Oma geerbt. Nachdem ich mich nun auch um seine Hufe und seine Mähne gekümmert hatte, band ich ihn los und stiefelte mit ihm zur Halle. Es war schon mühsam, die schwere Tür auf zu bekommen, doch wir schafften es und gingen ins Warme. Barbie plusterte sich sofort auf und schnaubte einmal laut, ehe er im Kreis um mich herum tänzelte- da kam wohl doch der Hengst raus, denn schließlich roch alles nach anderen Pferden. Ich klickte nur den Führstrick aus dem Halfter und schickte ihn von mir weg, damit er sich die Beine vertreten konnte. Ich verließ die Halle derweil wieder und ging in den Stall, wo ich mir seine Box ansah. Sie musste nicht komplett ausgemistet werden, weshalb ich damit schnell fertig war und in die Box zu Alan ging, mit dem ich auch sehr schnell fertig war. Bei Baby Doll war es ein wenig mehr Arbeit, doch auch sie hatte ich noch relativ schnell fertig. Kurz schaute ich auf die Uhr: Essenszeit. Ich ging also Barbie wieder einfangen und brachte ihn in seine Box, ehe ich ins Haus zu Octavia ging.
      Gegessen hatten wir relativ schnell ohne große Konversation, so dass ich schnell wieder in den Stall gehen konnte und mir meine Liste anschaute. GRH's Unbroken Magic, GRH's Unbroken Soul of a Devil, VK A Gun Colored Lena, VK Funky's Wild Berry, A Shining Chrome, It's me, Amira, PFS' Blossom Magic, PFS' Snap in Style, Prias Colourful Soul, Wolfsbane und Zoltaire brachte ich auf die Koppel, da wir heute mit den Jungpferden nichts machen würden. Auch Snapper Little Lena durfte mit den Kleinen auf die Koppel, ich hatte noch nicht so ganz rausgefunden, wie ich richtig mit der Stute arbeiten sollte, weshalb ich sie lieber noch eine Weile Pferd sein lassen wollte. Auch Zues stand auf der kleinen Koppel neben den Stallungen alleine herum, und fristete sein Leben dort. Auch bei ihm wusste ich noch nicht so wirklich, was ich mit ihm anstellen wollte. Kastrieren stand jedoch bei seiner Abstammung außer Frage. Einschläfern auch, denn Verena lag etwas an diesem verfluchten Pferd, weshalb wir uns mit ein paar Trainern kurzschließen, und nach Lösungen forschen wollten, bevor wir entschieden, was wir mit ihm machen wollten. Laut einem bekannten von Verena konnte Zues bereits longiert werden. Doch seit er wieder hier war, war er unausstehlicher denn je, weshalb ich mich nicht an ihn heran traute.
      Mit wem ich heute auf jeden Fall arbeiten wollte, war Alan's Psychedelic Breakfast. Schnell war der Rappe gesattelt und wir fanden uns in der Halle ein, wo ich ihn zunächst ein wenig warm ritt und dann auf beiden Händen lediglich die Grundgangarten übte, bevor ich noch Schritt-, Trab-, und Galoppstangen auf den Boden legte und ein wenig mit ihm übte. "Braver Bursche.", lobte ich den Hengst und brachte ihn nach dem Abreiten in den Stall, machte ihn fertig und brachte ihn dann auf die Koppel. Baby Doll Melody und Dakota longierte ich lediglich ein wenig, damit sie heute zumindest etwas Bewegung hatten. Was ich mit DunIts Smart Investment anstellen wollte, wusste ich noch nicht so genau, weshalb ich mir zu erst Gun and Slide schnappte, ihn sattelte und die selben Übungen in der Halle mit ihm machte, die ich auch mit Alan gemacht hatte. Zum Einen wurde ich dabei sattelfester, zum Anderen wurde er bewegt.
      Nach dem Training kam auch er auf die Koppel, ehe ich mir nun doch Candy schnappte, sie sattelte und auch mit ihr das gleiche Training absolvierte, wie ich mit Alan und Blue zuvor auch gemacht hatte. Nach getaner Arbeit durfte sie dann auch auf die Koppel und erfreute sich des Lebens. Nun fing ich mit Misten und füttern an.

      Octavia
      Mein Bruder war so nett gewesen, den Großteil der Pferde, um die ich mich kümmern sollte, zu versorgen, damit ich kochen und mich um den Haushalt kümmern konnte. Nun endlich machte ich mich auf den Weg in den Stall und schaute kurz auf meinen Zettel, ehe ich die Boxen abging, um zu schauen, wer noch im Stall stand und mit wem ich noch etwas machen musste. Drama Baby, Lady Gweny, Seattle Slew und Wildfire xx stellte ich in die Führanlage, da sich die Vollblüter gemütlich die Beine vertreten konnten. Priamos Ruffia Kincsem stand noch im Stall, doch da sie mehr oder weniger noch in Babypause war, kam sie auf die Koppel zu ihrer Tochter. Wer mir noch blieb waren Raspberry und Magic Lanijos. Anfangen würde ich mit Raspberry. Ich holte sie aus der Box, putzte und sattelte sie und verließ den Hof zu einem kleinen Ausritt, den die Stute sichtlich genoss, denn sie liebte Ausritte.
      Etwa eine Stunde waren wir unterwegs, ehe wir wieder auf dem Hof ankamen und ich die Stute fertig für die Koppel machte. Auch Drama Baby, Lady Gweny, Seattle Slew und Wildfire befreite ich aus ihrem Elend und brachte sie auf die Koppel. Mit panischem Blick schaute ich Wildfire zu, wie er wie ein Bekloppter über die Koppel fegte- irgendwann würde er sich etwas brechen, da war ich mir ziemlich sicher. Da er jedoch bald auf die Rennbahn sollte, hatte ich darauf recht wenig Lust.
      Als letztes Pferd für heute blieb mir noch Magic Lanijos, mit dem ich allerdings nicht sonderlich viel machen wollte, da ich ihn langsam ans Einreiten gewöhnen wollte. Ich holte ihn mir also aus der Box und fing an, ihn gründlich zu putzen. Das kannte er bereits ein wenig und machte mir dabei auch keine Probleme. Auf dem Hof übte ich dann die Stimmkommandos zum Losgehen und Stehenbleiben. Auch das verstand der kleine Hengst super, so dass auch er auf die Koppel durfte.
      Ich mistete noch die Boxen und gab allen ihr Heu, ehe es Abend wurde und ich zusammen mit Bellamy wieder alle Pferde in den Stall brachte.
      Ganz schön viel Verantwortung, so ein Haufen Pferde.
    • Veija
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      Mai 2017, by Veija

      Radioactive - the prisoners 2.0

      "Oh mein Gott, Bellamy.. schau mal!", rief Octavia durchs Haus nach oben und ich hörte, wie sie ungeduldig von einem aufs andere Bein trippelte. "Die haben den jährlichen Tag der offenen Tür- Tag im Gefängnis aus dem wir kommen. Sollen wir nicht auch Jugendlichen eine Chance auf das geben, was Verena uns gegeben hat?", rief sie mir entgegen und ich grummelte etwas in meinen nicht vorhandenen Bart hinein, ehe ich die Treppe herunter lief. "Und wie hast du dir das vorgestellt? Hallo alle zusammen, unsere Anleiter sind frühzeitig gestorben, aber wir haben die letzten drei Wochen unserer Frist auch so geschafft und sind nun hier, um Jugendliche aus dem Knast zu holen... glaube kaum, dass das klappt." "Ach Bell lass es uns doch bitte probieren. Komm schon. Lass uns welchen eine Chance geben!", trällerte sie und ich rollte mit den Augen. "Schön, zeig mal die Anzeige."
      "Was machen Finn und Murphy eigentlich?", fragte ich O nach einer Weile des Schweigens. Betreten zuckte sie die Schultern. "Ich habe nichts mehr von ihnen gehört, seit sie weg gegangen sind. Auch nicht von Emily, Ethan und Grace.", sagte sie schulterzuckend. "Hm, schade...", meinte ich beiläufig und starrte weiter ausdruckslos auf den Computer. "Gut... lass ihnen eine E-Mail schreiben. Mal schauen was sie antworten. Schreibst du ihnen? Dann geh ich schon nach den Pferden schauen. Aber schreib nichts von unserer Frist, dass wir eine Zeit ohne Aufsicht waren. Ich habe keine Lust nachträglich wieder sitzen zu müssen. Oder dass uns unsere Arbeit hier als Trainer aberkannt wird, wegen so etwas dummem...", erklärte ich O und sie nickte. "Fein. Bring du die Pferde raus, ich kümmere mich hierum.", gab sie mir mit zu verstehen und schob mich vom Laptop weg. "Jetzt mach schon, hau ab.", sagte sie augenrollend und öffnete das E-Mail Fenster, was wohl mein Stichwort war, zu gehen.
      Draußen angekommen wollte ich nach den Pferden schauen. Da sie schon alle auf den Koppeln standen, blieb der Gang zum Stall aus. Zu erst steuerte ich die Koppel der Jungstuten an, auf der ich GRH's Unbroken Magic, A Gun Colored Lena, Dante's Wild Lady, It's me, Amira!, PFS' Blossom Magic, Prias Colourful Soul und Wolfs Bane erblickte. Alle schienen munter zu sein und erfreuten sich ihres Lebens, weshalb ich weiter zu den Junghengsten ging. A Shining Chrome, Cruel Twist of Fate, GRH's Unbroken Soul of a Devil, VK Funky's Wild Berry, Magic Lanijos, PFS' Snap in Style und Zoltaire tobten zusammen und rangelten, wie es Junghengste nun mal taten. Eine Weile blieb ich stehen und schaute ihnen dabei zu, bevor ich weiter zur Stutenkoppel ging, auf der mit Abstand die meisten unserer Pferde standen. Schon von weitem sah ich Baby Doll Melody, Dakota und DunIts Smart Investment, die zusammen grasten. Als ich näher heran kam, erkannte ich auch die restlichen Pferde. Magnificiant Crow, Snapper Little Lena, Drama Baby, Flashlight, Lady Gweny, Priamos Ruffia Kincsem, Raspberry und Zuckerschock. Auch diese Pferde beobachtete ich eine Weile, ehe mir die neuste Stute im Bunde auffiel. Minnie Maus. Das neuste Pferd von Octavia. Wir hatten sie von Gwendolyn von der Nahanni River Ranch. Octavia hatte mir schon seit Wochen in den Ohren gelegen, dass sie ein gut ausgebildetes Buschpony haben wollte, damit sie selbst in ihrem Training weiterkommen konnte. Schlussendlich hatte ich nachgegeben und wir hatten das Pony teuer gekauft. Ich hatte Octavia jedoch angedroht, wenn sie mit ihr keine Gewinne erzielen würde, würde ich sie wieder an Gwen zurück geben. Das war natürlich nur ein Scherz gewesen. Die kleine Maus wuchs mir von Tag zu Tag mehr ans Herz- keine Ahnung wie sie das machte. Wenn es doch nur bei den anderen Pferden auch so einfach wäre, deren Herz zu gewinnen... Doch ich war guter Dinge, dass sie das auch bald schaffen würde, denn Raspberry und auch Flashlight zeigten immer mehr Interesse an der kleinen Rappstute, so dass sie wohl bald zur Herde gehören würde.
      Zum Schluss meines Rundgangs fehlten noch die Hengste, die auf mehrere Koppeln, fernab der Stuten aufgeteilt waren, damit sie sich nicht die Köpfe einschlugen. Gott sei Dank waren sie alle recht friedlich- sah man von Zues ab. Wir wussten noch immer nicht, was wir mit ihm machen wollten, weshalb er noch immer auf seinem Koppelstück sein Leben für sich alleine dahin fristete und das tat, was Pferde nun mal taten. Fressen, fressen und nochmal fressen. Ich schüttelte kurz seufzend den Kopf und ging weiter zu den Koppeln, wo ich schließlich alle Hengste fand. Alan's Psychedelic Breakfast hatte in dem Rappen Chapter 24 einen wirklichen Freund gefunden. Die beiden kannten sich schon von früher und hielten wie Pech und Schwefel zusammen. Ganz zum Leidwesen von Gun and Slide, der, bevor Chapter wieder zu uns gekommen war, der beste Kumpel von Alan war. Seitdem hatte er sich etwas abgeschottet und hielt sich vor allem mit Wildfire xx und VK Bella's Dun Gotta Gun, mit denen er jedoch ziemlich ruppig umging, machten sie auch nur einen Schritt in die Richtung der beiden anderen Hengste. Golden Ebano stand noch immer etwas abseits, würde jedoch, soweit ich das sehen konnte, bald der Herde etwas näher kommen.
      Im Großen und Ganzen war ich jedoch mehr als zufrieden mit unseren Pferden, so dass ich wieder zu Octavia nach drinnen ging und mich über ihre Schulter beugte. "Und, was sagen sie?", fragte ich neugierig, ehe mir auffiel, dass O sich umgezogen hatte. "Zieh dich um, wir fahren rüber.", sagte sie und drehte sich freudig herum. "Sie freuen sich riesig uns zu sehen. Ich schieße noch ein paar Bilder der Pferde, dann können wir los.", sagte sie und ich nickte.
      In Windeseile hatte ich mich umgezogen und traf O beim Rover. "Komm schon, ich warte schon ewig hier!", tadelte sie mich doch ich rollte nur mit den Augen. "Ewig.. vielleicht zwei Minuten.", meinte ich genervt und stieg ein. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen startete ich den Motor und wir fuhren in Richtung Gefängnis.
      Es dauerte eine gute Stunde, ehe wir dort angekommen waren und uns einen Parkplatz gesucht hatten. Wir stiegen aus und atmeten einmal schwer durch. "Willst du da wirklich nochmal rein?", fragte ich O, die betreten von einem auf das andere Bein trat, ehe sie zögerlich antwortete: "Ja, helfen wir ein paar Jugendlichen.", sagte sie entschlossen, warf ihre Haare nach hinten und stolzierte vor mir her, ehe wir am Eingang ankamen und einmal durchsucht wurden. Dann gingen wir zur Rezeption, bekamen unserer Besucherausweise und standen dann unserer alten Aufseherin gegenüber. Ich schluckte. "Mr. und Mrs. Blake, Sie wollte ich eigentlich hier nie wieder sehen.", sagte sie streng und schaute abwechselnd zwischen mir und O hin und her. "Wir.. wir sind hier wegen dem Tag der.. der offenen Tür. Wir wollen.. Jugendlichen ermöglichen, wieder auf den rechten Weg zu kommen... mit den Pferden.. auf unserer Ranch, so wie die O'Connors es damals bei uns gemacht.. haben...", stammelte ich und sofort hellte sich die Miene von Mrs. P. auf. "Erzählen sie mir, wie geht es .. wie heißt sie, Verena? Wie geht es ihr und der Ranch?", fragte sie neugierig ehe O und ich einen mitleidigen Blick wechselten. "Sie ist tot. Ebenso wie eine Menge Mitarbeiter der alten Ranch und ein ganzer Haufen Pferde...", sagte ich traurig und konnte Mrs. P. im Gesicht absehen, wie Leid es ihr tat. "Warum das?", fragte sie nach einiger Zeit der Stille. "Eine Explosion.", murmelte O betreten und wir lächelten zaghaft. "Das ist ja schrecklich.. und Sie beiden, was ist nun mit Ihnen?", fragte sie dann, ehe wir ihr unsere Geschichte erzählten. Angefangen bei totaler Verzweiflung, über den Aufenthalt in Schweden und die Hilfsbereitschaft all unserer Freunde. Zum Schluss vom Blakes Crow Meadow, wo wir das Erbe der Gips Reminder Ranch fortführen wollen. Dazu gehörte nun mal auch, dass wir Jugendlichen die selbe Chance bieten wollen, wie Verena uns geboten hatte. "Ich bin begeistert.. was diese junge Frau alles für Sie beide getan hat... unbeschreiblich.", erklärte sie und ich fügte in Gedanken hinzu 'und doch musste sie viel zu früh sterben'.
      "Kommen Sie, ich führe Sie ein wenig herum. In den 1,5 Jahren ihrer Abwesenheit hat sich einiges geändert.", erklärte sie und wir gingen eine Weile im Gefängnis herum, ehe wir bei allen Anderen ankamen. Erstaunte und verwunderte Blicke trafen uns, als sie uns und vor allem die Besucherausweise sahen. Wir setzten uns in eine der hinteren Reihen und hörten dem Gefängnischef dabei zu, als er seine Rede von der Wichtigkeit dieses Projektes hielt und immer wieder verstohlen zu uns schaute, ehe er uns doch tatsächlich auf die Bühne rief. Widerwillig standen O und ich auf, gingen auf die Bühne und erzählten auch den Gefangenen und Besuchern dieses Tag der offenen Tür, warum wir hier waren und vor allem, wie wir es so weit geschafft hatten. Auch erzählten wir wie viel uns an diesem Projekt lag, und dass wir gerne weiteren Jugendlichen die Chance geben wollen, das zu erreichen, was wir erreicht haben.
      Plötzlich stand einer der Gefangenen auf, blickte zu uns hoch und sagte: "Vergebt ihr auch dritte Chancen?"Ich hatte gar nicht so schnell reagiert, wie O von der Bühne sprang und, ein wenig zu schnell für die Aufseher, auf den jungen Mann zurannte. "Murphy!", quietschte sie und fiel ihm um den Hals. Da er Handschellen anhatte und sich nicht wirklich abfangen konnte, fielen er und O beinahe auf den Boden, doch ein beherzter Griff der Polizisten hielt die Beiden auf den Beinen, denn diese waren nun auch dort angekommen. Widerwillig ließ Octavia von Murphy ab und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. "Was machst du hier, wo ist Finn?", hörte ich sie drauf los quasseln, nachdem auch ich von der Bühne und näher zu den Beiden hingegangen war. "Das können Sie gerne später klären.", meinte Mrs. P. und bedeutete Murphy mit einem strengen Blick, sich wieder hinzusetzen. Kurz schluckte ich, ehe ich wieder meinen Platz in den hinteren Reihen einnahm. Octavia wies ich an, sich neben mich zu setzen. Einen letzten Blick warf ich zu Murphy hinüber, ehe ich leise seufzte und meine Hände zur Faust faltete. Was auch immer er angestellt hatte, ihn würden wir auf jeden Fall mit auf unsere Ranch holen, egal was sein würde.
      Jetzt blieb nur noch die Frage, wen wir noch mitnehmen würden. Platz hatten wir für drei neue Mitarbeiter.
      Neben Murphy waren mir noch zwei weitere Gefangene aufgefallen. Einen jungen Mann, den ich etwas jünger als mich schätzte namens Travis Elmore und einen ebenfalls jungen Mann, der Ähnlichkeiten mit Caleb hatte und sogar den selben Nachnamen trug.
      Eine ganze Weile dauerte es, bis sich alle Ranches vorgestellt hatten und wir gemeinsam im Speisesaal essen wollten. Bewusst setzten wir uns zu unserem alten bekannten Murphy an den Tisch. Vorwurfsvoll schaute ich ihn an. "Was hast du angestellt, dass du wieder hier gelandet bist?", fragte ich ihn und verschränkte meine Arme vor der Brust, ehe ich mich doch dazu entschied, etwas zu essen. Murphy schien nicht wirklich mit der Sprache heraus zu rücken, weshalb wir ihn einfach essen ließen. "Wir können auch darüber sprechen wenn wir auf der Ranch sind...", meinte ich beiläufig und widmete mich wieder meinem Teller, was einen verwunderten Seitenblick von Murphy zur Folge hatte.
      Es dauerte noch eine Weile des Papierkrams, ehe wir Murphy, Travis und Connor mitnehmen konnten. Gemeinsam gingen wir zum Auto und setzten uns rein, bevor wir zur Ranch zurückfuhren.
      Die Fahrt verlief stillschweigend, weites gehend erkannte ich aber ein helles Strahlen in den Augen der drei, die sich sichtlich darüber freuten, endlich aus dem Bunker hinaus auf eine Ranch gehen zu können. "John kennen wir bereits, wir haben lange Zeit zusammen im Gefängnis gelebt.", lockerte ich irgendwann die Stimmung. "Euch beide, Travis und Connor, müssen wir erst einmal kennen lernen. Doch ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß an den Pferden wie wir, denn darum geht es ja. die Arbeit mit den Pferden."
      "Wir werden Sie nicht enttäuschen.", sagte Travis mit einem strahlendem Lächeln im Gesicht. "Bellamy..", antwortete ich Travis und zeigte zu Octavia, die neben mir auf dem Beifahrersitz saß. "Und das ist Octavia, meine Schwester. Also Finger weg von ihr.", scherzte ich und erntete dafür einen harten Schlag von meiner Schwester gegen den Oberarm. "Autschi.", lachte ich und sah im Rückspiegel, wie sich John, Travis und Connor verschmitzt ansahen und herzlich drauf los lachten. Verdammt, Connor hatte das selbe süffisante Grinsen wie Caleb. Ob sie verwandt waren?
    • Veija
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      Juli 2017, by Veija
      Zerplatzende Träume?


      "Drama Baby ruuuuhig.. ist gut...", murmelte Octavia und schaute mich auffordernd an. Ich hatte Lady Gweny an der Hand und führte sie neben O auf dem Hof her. Beide Stuten sollten heute wieder antrainiert werden, weil wir sie beide bei einem kleinen Rennen an der Ostküste Kanadas genannt hatten. Oder war es an der Ostküste Amerikas? Wir wussten es nicht mehr. Wir hatten uns auf jeden Fall 2 Jockeys ausgeborgt, die zu erst Drama Baby und Lady Gweny gegeneinander reiten würden, dann Stiffler und Firewalker, wobei das Rennen der beiden Hengst darüber entscheiden würde, was mit ihnen passieren sollte. Sie waren beide jetzt 10 Jahre alt und schon eine Weile nicht mehr auf der Bahn gewesen. Leider. Denn wenn sie nicht mehr rennen würden, mussten sie uns leider wieder verlassen. Zeitmangel und andere Interessen hieß es da. Doch wir waren guter Dinge. Schließlich hatte sich ein Trainer und ein Jockey angekündigt, die sich unseren Hof anschauen und eventuell hier arbeiten wollten. Sie waren uns sogar beide schon bekannt und hatten für Verena arbeiten sollen, bevor das Unglück passiert war.
      "Hey ihr zwei!", begrüßte ich die beiden Jockeys und schüttelte ihnen die Hand. "Das sind die ersten beiden. Warm geführt sind sie, ihr könnt eigentlich schon rauf.", sagte ich zu den beiden Damen und hal ihnen beim Aufsitzen. Gemeinsam gingen wir zur Bahn. "Die Scheckstute ist Lady Gweny, kaum gelaufen. Aber schon 7 Jahre. Die andere Stute ist Dama Baby. Zwei Jahre und hat schon drei 1. Plätze und einen zweiten Platz in Rennen gemacht. Wir setzen große Hoffnungen in sie.", erklärte ich und ließ Lady los. Octavia tat es mir gleich und ließ Drama Baby los, ehe die beiden Pferde im Galopp davonstoben. Sie galoppierten jetzt eine lockere Runde bis zu den Startboxen, wo wir sie reinbuxieren wollten.
      Es dauerte auch nicht lange, bis sie da waren und wir sie reinbringen konnten. 3...2...1... Los! Da preschten sie davon. "Woah hast du das gesehen, Bell? Wie Drama losgesprungen ist?", sagte Octavia begeistert und hüpfte auf und ab. "Ja, das hab ich gesehen. Sie hält sich ganz wacker, aber Gweny gibt auch nicht auf.", meinte ich schmunzelnd und drehte mich eine Sekunde später um, als unsere drei Mitarbeiter zu uns stoßen. "Hört mal ihr 3, könnt ihr Firewalker und Stiffler fertig machen? Murphy weiß wie das geht und zeigt euch beiden alles.", sagte ich und konnte wahrlich hören, wie John mit den Augen rollte. "Du hast Mist gebaut und fängst hier wieder ganz unten an, gib mir nicht die Schuld dafür.", murmelte ich und schickte sie mit einer Armbewegung weg.
      "Gweny kommt Drama gar nicht nach.", murmelte ich und schaute etwas geknickte zu den beiden Pferden. Als sie ins Ziel liefen, hatte Drama gefühlt 50 Pferdelängen Vorsprung. "Gweny können wir vergessen für die Bahn.", sagte O niedergeschlagen und wir gingen zusammen zu den Pferden. Wir übernahmen, sattelten ab und brachten sie in die Führanlage, damit sie im Schritt runterkommen konnten und sich nicht erkälteten. "Und, was sagt ihr?", fragte O die beiden dann und hörte aufmerksam zu. "Gweny könnt ihr leider vergessen für die Bahn. Sie kommt nicht aus sich raus und verkriecht sich hinter den anderen Pferden. Die war und wird kein Rennpferd, tut mir Leid.", sagte eine der Jockettes und zuckte mit den Schultern. "Auch mit viel Training ist es eher unwahrscheinlich.", fügte sie hinzu. "Drama Baby allerdings.. die hat es wirklich drauf. Schaut, dass ihr die fast täglich laufen lasst, damit sie sich verbessert und noch schneller wird. Die kann euch nach vorne bringen.", sagte die Andere freudig und klopfte mir auf die Schulter. "Super, ein Erfolg...", murmelte ich, ehe man Hufgetrappel hörte. "Da sind die nächsten beiden. 10 Jährige Hengste. Der ohne Abzeichen ist Stiffler, der mit Firewalker. Enttäuscht uns nicht.", erklärte ich und half den beiden in die Sättel. "Danke ihr drei. Ihr könnt hier bei Drama und Gweny stehen bleiben, ihnen gleich eine Fliegendecke drauflegen und sie auf die Koppel bringen.", gab ich die Befehle und ging dann hinter den Jockeys her zur Bahn. Auch dieses Mal galoppierten sie eine Runde im lockeren Galopp, wir halfen ihnen in die Startboxen und sie flogen auf. Stiffler und Walker blieben bis zum Ende Kopf an Kopf und galoppierten fast zusammen ins Ziel- Stif eine Nasenlänge vor Walker.
      O und ich gingen zu den Pferden, nahmen sie ab und brachten sie in die jetzt freie Führanlage. "Und?", fragte ich die beiden Reiter und wartete. "Mit etwas arbeit könnten die zwei wieder rennen. Aber stellt es euch nicht zu leicht vor.", sagten sie und verabschiedeten sich dann. Sie hatten noch viel zu tun heute.
      Zerplatzen unsere Träume nun vom Renngeschäft? Nur eines von vier Pferden hatte das Zeug zum Champion. Eins wurde aussortiert und bei zweien mussten wir eine heiden Arbeit reinstecken. 12 Rennpferde hatten wir noch in "Reserve". Wer von ihnen hat das Zeug zum Champion?
    • Veija
      Von kalt zu warm - Umzug nach New Mexiko

      September 2017, by Veija
      Samstag
      Octavia
      "Bellamy ich hasse die Kälte hier in Kanada.", sagte ich am Frühstückstisch zu meinem Bruder und hatte sofort die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter. "O, hier sind es 19 Grad, welche Kälte meinst du?", fragte Bellamy mich und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich meine die kommende Kälte. Kaum eines der Pferde hat eine Decke, hier fällt so viel Schnee dass man nichteinmal die Haustür aufbekommt, die Pferde schieben so viel Winterfell, was du zum Reiten kaum sauber bekommst und wie willst du hier im Winter ausreiten? Richtig, gar nicht. Du versinkst im Schnee.", erklärte ich und verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust. "Wenn ich einwerfen darf...", fing Murphy an: "Die Landschaft ist hier das ganze Jahr über wunderschön. Die Seen sind traumhaft und die Berge erst...", sagte er und schaute zwischen Bellamy und mir hin und her. "John hat recht. Ist es das nicht wert?", fragte Bellamy. "Nein Bell. Ich.. ich habe mir schon verschiedene Höfe im Rest von Amerika angesehen, in New Mexiko zum Beispiel wäre es dauerhaft warm.", schwärmte ich und zückte mein Handy, um allen die Ranch zu zeigen. "Die hat echt Potenzial.", meinte Travis. "Jede Koppel scheint dort ein kleines Stück Wald zu haben und es fließt ein Bach durch quasi jede Koppel, in dem sich die Pferde auch abkühlen können.", schlussfolgerte er, ehe er erschrocken die Luft einzog und Murphy und Connor anschaute. "Wir dürfen das Land doch gar nicht verlassen, oder?", fragte er traurig und schaute zu mir auf. "Ich weiß nicht...", musste ich zugeben. "Aber das bringen wir in Erfahrung, sollte es zur Diskussion stehen und..." "Von mir aus.", sagte Bellamy plump. "Was?", fragten die restlichen vier, inklusive meiner Wenigkeit gleichzeitig. "Von mir aus können wir umziehen.", meinte er lächelnd. "Ich rufe da mal an und O du fragst im Gefängnis nach, ob unsere drei Schützlinge uns begleiten dürfen.", sagte er, bevor er anfangen musste zu lachen. "Jetzt schaut doch nicht so verdutzt. Ich besitze von Kanada nur schlechte Erfahrungen und traurige Erinnerungen. Ich bin sofort dabei, sollte es klappen und wir umziehen können.", sagte er und stand auf, um den Tisch abzuräumen. "Okay.", sagte ich noch immer total neben der Spur. "Dann kümmern wir uns mal drum- nachdem die Pferde versorgt sind.", lachte ich und schaute auf meine Liste der Pferde, wer wen machen sollte. "Murphy du gehst mit Bellamy und schaust nach folgenden Pferden: Alan's Psychedelic Breakfast, Baby Doll Melody, Chapter 24, DunIts Smart Investment..." "Gott O, gib mir einfach die Liste.", fluchte Murphy und riss sie mir aus der Hand, ehe er ein Foto davon machte und sie mir danach wiedergab. "Gut, das sind 14 Pferde nach denen Bellamy und ich schauen sollen, wir gehen dann schon mal.", sagte er knapp und er und Bellamy verließen den Raum. "Was ist denn mit dem los?", fragte Travis und ich zuckte mit den Schultern. "Hat bestimmt seine Tage...", murmelte Connor und verkniff sich sein dummes Grinsen, als ich ihn böse ansah. Noch immer hatte ich mich nicht getraut zu fragen, ob er mit Caleb verwandt war oder nicht. Das würde mir mein Leben doch um einiges erleichtern, aber ich trauerte noch zu sehr um ihn und alle anderen, die auf der Ranch verstorben waren, auch wenn es jetzt schon fast ein Jahr her war.
      Ein Jahr.. wie die Zeit verging. Seit einem Jahr mussten Bell und ich uns alleine durchkämpfen. Wir schafften das auch gut, das stand außer Frage. Doch vermisste ich Verena und Caleb und auch all die anderen jeden Tag. Ob das irgendwann aufhörte? Sie zu vermissen und den Schmerz zu spüren? Ein Anfang wäre ein Umzug. Weg aus Kanada, weg von den schrecklichen Erinnerungen, welche immer und immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzten, wenn ich am Unfallort vorbeifuhr oder ein Brief im Briefkasten war, der mit der Versicherung und dem Vorgang der Explosion zu tun hatte. Noch immer beschäftigte sich die Polizei mit dem Fall und ließ uns einfach nicht in Ruhe. Bellamy nahm mir zwar die meiste Arbeit ab, die mit der alten Ranch zu tun hatte, doch ich bekam natürlich viel mit, da wir meist zusammen zu Terminen mussten. "O?", riss mich irgendwann eine Stimme aus den Gedanken. "Was sollen wir machen? Du siehst nämlich nicht so gut aus...", sagte Travis, der mich aus den Gedanken gerissen hatte. "Oh, nein nein. Mir geht es gut. Ich war nur in Gedanken versunken. Kein Grund zur Sorge.", beruhigte ich ihn. "Wir drei machen die Küche fertig und gehen dann nach den Jungpferden schauen, was sie so anstellen. Vielleicht gehen wir eine Runde mit drei der Pferde spazieren, mal sehen.", sagte ich und stand auf, um den Tisch abzuräumen. Connor und Travis halfen mir ohne murren und motzen...

      Bellamy
      "Was war das denn, Murphy?", fragte ich den jungen Mann neben mir, als wir zusammen zu den Westernpferden gingen. "Bin heute morgen wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden.", antwortete er knapp und ich lachte kurz auf, ehe mich sein fragender Blick traf. "Dann freu dich, wir müssen alle Boxen misten." "Oh man...", kam nur noch zurück, ehe wir den Stall betraten und er sich einmal kurz streckte, bevor wir gemeinsam zum Laufstall der Stuten gingen. Wir halfterten uns Baby Doll Melody, DunIts Smart Investment, Ginny my Love, die wir seit kurzem unser eigen nennen durften und die sich gut eingelebt hatte, Jade, Magnificient Crow, Snapper Little Lena, Stormborn und VK A Gun Colored Lena nach und nach auf und brachten sie auf die Koppel, ehe wir uns zu den Hengsten begaben. Alan's Psychedelic Breakfast, Chapter 24, Genuine Lil Cut, Gun and Slide, VK Bellas Dun Gotta Gun und Whinney kamen nach und nach auf ihre verschiedenen Koppeln und erfreuten sich des Lebens, dass sie endlich toben und fressen durften. Blue wälzte sich sofort und war nun nicht mehr braun-weiß sondern Ton in Ton braun. "Murphy fang du bei den Stuten an, ich mach zu erst die Hengste und geb denen dann auch gleich Heu und Kraftfutter.", wies ich meinen Mitarbeiter an und schaute ihm noch nach, wie er aus dem Stall verschwand, um sich eine Schubkarre zu holen. Ich tat es ihm gleich und fing mit Alan's Box an, arbeitete mich nach und nach bis zu Whinneys Box vor. Es dauerte eine Weile, bis alle Boxen gemistet waren und ich anfangen konnte, das Heu und Kraftfutter zu verteilen. Jeder der Hengste bekam nur eine sehr kleine Portion davon, da sie nicht wirklich aktiv im Training waren und sonst nicht wussten, wo sie mit ihrer ganzen Energie hin sollten.
      Als ich damit fertig war ging ich zu Murphy und half ihm, den Laufstall der Stuten zu misten. Ruck zuck waren wir fertig, füllten Heu in die Netze und gingen zum Stallabteil, in dem die Englischen Vollblüter untergebracht waren. Auch hier brachten wir zu erst die Hengste nach draußen. Schnell waren Firewalker, Golden Ebano, Peacful Redemption, Seattle Slew, Stiffler, Wildfire xx und ZM's Zanaro auf ihren Koppelabteilen. Leider stand jeder der Hengste für sich alleine. "Auf der neuen Ranch will ich das ändern.", sagte ich total aus dem Kontext gerissen und sah die Ratlosigkeit in Murphys Gesicht. "Was.. willst du ändern?", fragte er mich. "Dass die Hengste alle alleine stehen. Ich will auf der neuen Ranch Kleingruppen zusammenstellen. So dass sie sozialisiert bleiben und nicht total durchdrehen vor Einsamkeit. Desweiteren überlege ich, ein paar der Hengste kastrieren zu lassen. Wer brauch schon so viele Hengste, wenn er nicht aktiv züchten möchte? Vor allem, da wir uns auf die Paint und Quarter Horses konzentrieren wollen.", erklärte ich ihm und er nickte. "Die Stuten auch alle raus?", fragte er mich, als wir wieder im Stall angekommen waren. Ich nickte. "Die können auch alle zusammen auf das Abteil neben die Westernstuten.", erklärte ich ihm. "Ich fange schon mal an zu misten. Du schaffst das!", pflichtete ich ihm bei und fing mit der Schubkarre in die Box von Firewalker, um mit dem Misten anzufangen. Immer wieder sah ich Murphy mit Pferden an mir vorbei gehen. So waren Drama Baby, Priamos Ruffia Kincsem und Zuckerschock innerhalb ein paar Minuten auf der Koppel. Dann half er mir mit dem misten und füttern sowie dem Verteilen des Kraftfutters, so dass wir es noch vor dem Mittagessen schafften, unseren Teil der Abmachung zu erfüllen- fast. Ein paar Pferde fehlten noch, doch die würden es auch bis nach dem Mittagessen im Stall aushalten können. So gingen Murphy und ich nach drinnen und fingen an, das Mittagessen vorzubereiten, da O mit den anderen beiden Jungs noch unterwegs war.

      Octavia
      Nachdem wir die Küche aufgeräumt hatten, gingen wir zusammen zu meinen englisch gerittenen Pferden in den Stall. "Travis du schnappst dir Hot Spot und Minnie Maus. Connor du nimmst dir Samarra und ich schnappe mir Flashlight und Raspberry. Dann unauffällig folgen.", gab ich die Anweisung und ging vor ihnen weg in Richtung Koppeln. Die Vollblüterstuten standen noch nicht draußen, die Westernpferdstuten jedoch schon, also hatten Bellamy und Murphy sich meine Liste doch zu Herzen genommen und arbeiteten nach meinen Anweisungen, was mich zum Grinsen brachte. Zusammen stellten wir die Stuten auf ihr Koppelabteil und gingen wieder in den Stall. "Um es einfach zu machen mistet jeder das Pferd, welches er eben auf die Koppel gebracht hat. Zusätzlich machst du, Connor, noch Flashlight. Dann kann ich mit dem Heu und Kraftfutter geben schneller anfangen und wir können flotter weiter machen.", sagte ich und fing, als wir wieder im Stall angekommen waren, sofort mit Raspberrys Box an. Die Stute war mir wahnsinnig ans Herz gewachsen und eines meiner Lieblingspferde hier auf der Ranch. Sie mochte ich wirklich nicht missen, dachte ich mir und fuhr mit der Schubkarre auf den Misthaufen, ehe ich neues Stroh holte und die Box neu einstreute. Dann fing ich an, allen ihr Heu in die Netze zu stopfen und ihnen ihre Ration Kraftfutter in die Tröge zu geben. Als wir fertig waren, sah ich auf die Uhr. Wir hatten nicht so lange gebraucht, wie ich gedacht hatte. "Kommt wir gehen noch zu den Offenställen der Jungpferde und schnappen uns drei, mit denen wir eine Runde drehen. Wir haben ja noch genug Zeit.", sagte ich zu Travis und Connor, die beiden nickten und folgten mir dann.
      Zu erst schauten wir nach den Hengsten, welche irgendwie noch alle verträumt im Offenstall lagen. A Shinig Chrome, Abe's Aelfric, Cruel Twist of Fate, Culain, GRH's Unbroken Soul of a Devil, Magic Lanijos, PFS' Snap in Style, PFS' Unclouded Summer Skies, der seit kurzem auch bei uns war, Sir Golden Mile, VK Funky's Wild Berry und Zoltaire schlummerten friedlich vor sich hin. Lediglich Zues und Sparkled Wings, der Mustang den wir seit kurzem adoptiert hatten, standen zusammen ziemlich weit abseits. "Oh je, da müssen wir nochmal schauen. Zues und der zusammen... die machen sich gegenseitig scheu.", sagte ich kopfschüttelnd. "Misten können wir nicht, wenn die alle noch schlafen.", lachte ich und wir gingen rüber zu den Stuten, die schon alle auf den Beinen waren. Ashinta, Dante's Wild Lady, Dress to Impress, Ginger Rose, GRH's Unbroken Magic, I've got a blue soul, It's me, Amira!, Sweet Revenge, PFS' Blossom Magic, Prias Colourful Soul und Wolfs Bane tobten über die Koppel, fraßen oder standen an der Heuballe. "Gut, die können wir misten.", sagte ich und ging auf die Suche nach Mistgabeln und einer Schubkarre. Beim Hengststall wurde ich fündig und so misteten wir zu dritt in aller Schnelle den Stall aus, streuten neu ein und verteilten eine Menge Streicheleinheiten. Danach gingen wir schnell noch mit Blossom Magic, Prias Soul und Wolfs Bane eine Runde spazieren, ehe wir uns doch noch an den Hengstfohlenstall wagen konnten und schließlich zum Mittagessen ins Haus gehen konnten. "Oh, ihr seid aber schon fleißig.", sagte ich lächelnd und betrat die Küche, in der es unbeschreiblich gut roch. "Was gibts denn?", fragte Connor neugierig. "Oh, Pizza!", stellte er dann fest und setzte sich an den Tisch. "O, hast du schon im Gefängnis angerufen?", fragte mein Bruder mich irgendwann. "Ne, noch nicht. Du in New Mexiko?" "Ne, noch nicht. Mach ich aber heute Mittag.", sagte er und ich nickte. "Gut, dann schnapp ich mir gleich unsere drei Jungs und versorge die restlichen Pferde, ja?", fragte ich ihn. "Gut. Ich erledige dann gleich beides. Ranch und Information. Dann könnt ihr noch was mit den Pferden machen.", sagte er und ich nickte. "Gut. Und jetzt lass uns essen, ich hab so einen Hunger!", lachte ich und setzte mich ebenfalls an den Tisch.
      "Welche Pferde fehlen denn noch?", fragte Bellamy mich, während wir uns alle auf die Pizza stürzten. "Ceara Isleen, A King of Magic, Abraham van Helsing, Dakota, Náttdís van Ghosts, Skrúður, Thjalfe van de Jötunheimr und Væna frá glæsileika eyjarinar. Ach und Kunis, aber der ist ja unser Sorgenkind. Haben wir schon all seine Decken gewaschen?", fragte ich dann in die Runde. "Ja, hab ich gleich nachdem der Tierarzt da war.", meldete sich Travis zu Wort und ich nickte. "Gut. Die Box müssen wir ja komplett misten.", erklärte ich dann.
      Nach etwa einer Stunde waren wir fertig mit Essen und die drei Jungs gingen mit mir zu den restlichen Pferden. "Ceara Isleen muss raus, King of Magic, Abraham, Dakota, Alfi und die drei Isländer.", sagte ich zu meinen Mitarbeitern. "Husch, husch.", lachte ich und kümmerte mich selbst um Kunis, welchen ich aus der Box nahm und am Putzplatz ganz abseits anband. Ich mistete die Box gründlich, streute sie dann neu ein, gab ihm Heu und brachte ihn dann wieder in die Box. Anschließend gingen Murphy, Travis, Connor und ich nach drinnen, um zu schauen, wie weit Bellamy war.

      Bellamy
      Kaum waren die vier verschwunden, hatte ich mir das Telefon geschnappt und ein wenig herum telefoniert. Im Gefängnis ging alles soweit klar, solange wir mit einem in New Mexiko kooperierten und uns von diesen Leuten Besuche gefallen ließen. Auch bei der Ranch schien zunächst alles klar zu sein, so dass wir am nächsten Tag eingeladen waren, die Ranch anschauen zu dürfen.
      Ich war gerade fertig mit telefonieren, als O und die anderen rein kamen. "Und?", fragte O sofort neugierig. "Murphy, Travis und Connor dürfen uns nicht begleiten.", sagte ich niedergeschlagen und sah den Schock, der sich auf ihre Gesichter legte. "Aber...", fing Connor an und stockte, als er mein Grinsen sah. "Nein, ihr dürft mitkommen. Allerdings ändern sich die Auflagen ein wenig und wir müssen mit einem Gefängnis in New Mexiko kooperieren. Dann geht alles klar.", sagte ich und erntete wütende Blicke, doch das war es mir wert gewesen. "Die Ranch können wir im Übrigen morgen besuchen fahren. O und ich werden fliegen, euch gehört also für einen Tag die Ranch.", erklärte ich und schon wischen die wütenden Blicke stolzen Blicken. "Oh, cool.", sagte Connor und strahlte. "Hoffentlich klappt dann alles und wir haben es bald warm.", zitierte er mehr oder weniger O von heute morgen und lachte. "Den Rest des Tages habt ihr frei, O und ich kümmern uns um den Rest. Damit ihr morgen alles alleine schafft.", sagte ich und schickte sie dann aus der Küche, um mit meiner Schwester noch einiges zu bereden.
      Gegen Abend holten wir alle Pferde wieder in den Stall, bevor wir ins Bett gingen.

      Sonntag
      Octavia
      Aufgeregt wie noch nie zuvor saß ich neben meinem schlafenden Bruder im Flugzeug. Heute morgen war alles drunter und drüber gegangen. Ich hatte unsere drei Mitarbeiter nicht gerne alleine gelassen, obwohl sie mir ständig versicherten, keinen Unfug anzustellen. Dann hatte ich noch beinahe meinen Rucksack vergessen, in dem alles wichtige für eine Übernachtung in New Mexiko war und und und. Jetzt endlich saßen wir im Flieger und es dauerte nur noch ein paar Minuten, bis wir landen würden.
      Nach der Landung kümmerte Bellamy sich um ein Taxi, welches uns zum Hof in der Nähe von Albuquerque bringen würde, denn da stand die neue Ranch. Schnell waren wir da und sahen uns schon ein wenig um, bevor der Makler kam. Er stellte sich vor und führte uns nochmal herum. Den alten Besitzern war der Hof zu groß und zu teuer in der Unterhaltung gewesen, weshalb sie sich eine kleinere Anlage gekauft hatten, die jedoch hier ganz in der Nähe war und eine Geländestrecke beinhaltete, die wir sehr gerne auch bei Bedarf mitbenutzen durften. "Oh, das trifft sich ja gut.", sagte ich freudig und wir gingen alle Ställe und Reitplätze durch. Eine Halle gab es hier auch, die jedoch für Dressurreiten gedacht war. Groß genug für eine Westernhalle war sie jedoch, so dass wir nur den Sand austauschen mussten. Im Großen und Ganzen gefiel uns die Ranch bis auf ein paar Kleinigkeiten.
      So einigten wir uns auf einen Preis, unterzeichneten die Verträge und konnten die Anlage unser eigen nennen.
      Am nächsten Tag waren wir wieder auf unserer Ranch in Kanada, erzählten allen die freudige Nachricht und fingen an, unsere Sachen zu packen.


      Ein paar Tage später
      Octavia
      Alle Sachen waren gepackt und die Möbel, die mitkamen, das Pferdezubehör und alles weitere war schon auf dem Weg zum neuen Hof. Den Pferden wollten wir keine 22 Stunden Autofahrt antun, weshalb sie wohl oder übel doch fliegen mussten. 62 Pferde mussten also eingedeckt, verladen und zum Flughafen gebracht werden. Anschließend sediert, verladen und geflogen. Travis und Connor waren zusammen mit unseren Sachen mit den beiden Trucks mitgefahren, um Bellamy, Murphy und meine Wenigkeit später in Empfang zu nehmen. Natürlich mit den 62 Pferden, was auch sonst.
      Es dauerte schier ewig, alle Pferde in den Hänger zu bekommen- und noch länger, alle zu sedieren und in den Flieger zu kriegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir dann endlich in der Luft- einer aufgeregter als der Andere.
      Kurz nach dem Landen bekam ich die Nachricht, dass Travis und Connor seit ein paar Stunden an der Ranch angekommen waren und schon fleißig dabei waren, alles einzuräumen und an Ort und Stelle zu tragen. Ich lächelte kurz und gab Bellamy die Nachricht weiter, ehe wir um das Flugzeug herum gingen, und dabei halfen, alle Pferde wieder auszuladen. Natürlich waren wir eine ziemliche Attraktion auf dem Flugplatz. Wann sah man schon so viele Pferde aus einem Flugzeug steigen?
      Nach gut zwei Stunden war alles geklärt und die Pferde in den Hängern, um sie in ihr neues Zuhause zu bringen, welches wir dann auch am Abend erreichten.
      Alle Pferde kamen in die für sie vorgesehenen Boxen und durften sich erst einmal ausruhen. Viele der Tiere legten sich erschöpft hin und schliefen sofort ein.
      Auch wir fünf Zweibeiner fielen quasi sofort ins Bett und schliefen beruhigt ein, dass alles fast genau nach Plan verlaufen war und wir jetzt die nächsten Tage ein wenig verschnaufen konnten.​
    • Veija
      Auf der Bahn

      Februar 2018, by Veija
      Octavia
      Ich war noch nicht zu spät! Dachte ich lachend und klapperte zu erst die Boxen ab. Einige der Pferde waren schon auf dem Putzplatz und wurden fürs Training fertig gemacht, nur wer es war konnte ich jetzt nicht genau sagen. An It's me, Amira!'s Box blieb ich stehen. Sie war eines von zwei Augen auf! Ich komme - Fohlen, welche auf der alten Ranch gezogen wurden. Leider hatte das Schicksal es mit Amiras Mutter nicht gut gemeint, denn sie war im vergangenen Jahr plötzlich verstorben. Traurig waren wir alle über den Verlust dieser tollen Stute, doch wir waren auch froh, dass wir einen so tollen Nachkommen von ihr hatten wie Amira. Sie lernte so wahnsinnig schnell, auch wenn wir uns sicher waren, dass sie, genau wie ihre Mutter, kein Rennbahncrack werden würde. Noch war sie zwar nicht eingeritten, aber wir würden es zu erst mit der Rennbahn versuchen. Wenn es nicht funktionieren sollte, dann würde sie in den Südstall wechseln und umtrainiert werden, zu einem Vielseitigkeitspferd. Vielleicht lag die Distanz ihr ja auch, wir wussten es nicht.
      Ich halfterte sie nun schnell auf und ging zur Koppel. Nebendran stand PFS' Snap in Style. Ein sehr vielversprechender Junghengst, den es auch bald unter den Sattel verschlagen würde. Ich machte Amiras Halfter ab und ließ sie laufen. Sofort tobte sie davon und pflückte sich einzelne Grashalme vom Boden auf. Sie genoss es wirklich noch nicht im Training zu sein. Auch Schnappy, wie der Hengst von allen witzigerweise genannt wurde, graste friedlich vor sich hin und ließ sich von der Dame gar nicht stören.
      Endlich war ich am Putzplatz angekommen und sah, dass niemand mehr da war. Hmpf, da hatte ich die Jockeys wohl verpasst. Ich ging also schnellen Schrittes zur Rennbahn und konnte in der Ferne Candlejack, Wildfire xx und Peacful Redemption erkennen, die alle drei in Galopprennen noch auf der Stufe E waren und so gut gegeneinander laufen konnten. Es dauerte eine Weile, bis die Pferde in den Boxen waren und die Türen aufflogen. Alle drei schossen sofort nach vorne und ich konnte im Endeffekt gar nicht sagen, wer von ihnen als erster ins Ziel schoss. Aber eines war sicher: es war bei allen Pferden noch ausbaubar. Als die Jockeys schließlich an mir vorbei kamen, berichteten sie mir kurz über die neusten Trainingserfolge der Pferde und ich nickte zustimmend. Die drei Hengste kamen nach dem Absatteln in die Führanlage, damit sie trocken wurden und die Jockeys übernahmen nun Wolfs Bane, PFS' Blossom Magic und Drama Baby, welche von den Mitarbeitern der Ranch schon gesattelt und warm geführt worden sind. Auch die drei Damen waren noch auf Stufe E, weshalb ich mir von dem Rennen noch nicht so viel erwartete. Ein Rennpferd auszubilden dauerte eben seine Zeit. Doch wir hatten auch wahre Asse hier im Stall stehen. Ich schaute mir den Beginn des Rennens an und war vom Kampfgeist der Drei begeistert. Während sie also abgeritten wurden, schnappte ich mir Jack, Wildfire und Redemption und brachte sie auf die Koppel, wo sie sich sofort über das Gras her machten.
      Als ich zur Führanlage zurück kam, standen schon die drei Stuten dort. Im Stall fragte ich die Jockeys noch wie es gewesen ist, und sie murmelten irgendwas zustimmendes. Stiffler und Daryl Gone Mad waren mittlerweile beide auf der Stufe A. Und während die beiden auf der Rennbahn waren, machte ich schon Zuckerschock und Priamos Ruffia Kincsem fertig. Zucker war mittlerweile auf S, Pria auf S*. Sie hatten beide schon Fohlen bekommen und sollten nun wieder ein wenig antrainiert werden. Zuckerschock sollte auf alle Fälle wieder aktiver im Sport laufen, bei Pria waren wir uns da noch nicht so sicher, ob sie in den Sport zurück sollte oder als Zuchtstute verblieb. Bis wir uns dahingehend geeinigt hatten, wurde sie wieder antrainiert. Schaden konnte das auf alle Fälle nicht. Die letzten beiden der Vollblütertruppe waren Firewalker, der auf S* war und Seattle Slew, der in der Klasse S lief. Firewalker hatte immer mehr abgebaut, was seine Rennleistungen angingen, so dass wir bei ihm wirklich am Überlegen waren, was wir mit ihm anstellen sollten. Auch heute kam er Seattle Slew nicht hinterher. "Bringt das noch was?", fragte ich einen unserer Jockeys und er überlegte kurz, schüttelte dann jedoch den Kopf. "Aber versucht es noch eine Weile. Wenn nicht, nehmt in aus dem Rennsport, ihr tut damit niemandem etwas gutes, wenn ihr ihn drin lasst.", sagte er und ich nickte. Na dann... aber wir hatten ein paar Top Nachwuchsrennpferde, die seinen Platz bestimmt schnell einnehmen würden.
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  • Album:
    BRR Sommerweide
    Hochgeladen von:
    Veija
    Datum:
    30 Dez. 2016
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    EXIF Data

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    154,1 KB
    Mime Type:
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    Height:
    640px
     

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  • Exterieur
    Name: Drama Baby
    Rufname: Bae, Drama
    Alter: 01.01.2015, 6 Jahre
    Geschlecht: Stute
    Größe: 1,61m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Fellfarbe: Fuchs (eeAa)


    Stammbaum
    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    Charakter:
    Bae ist durch und durch eine Zicke, sie ist niemals böswillig, dennoch diskutiert sie unheimlich gern mit ihrem Reiter und will immer ihren eigenen Kopf durchsetzten, was es leider manchmal nicht so einfach macht sie zu reiten. Des weiteren braucht sie Aufmerksamkeit wo es nur geht, sie liebt es bespaßt und gekuschelt zu werden und macht sich trotz ihrer naja 'komplizierten' Art zu einem everybody's Darling.

    Zuchtinfos

    Gekört/Gekrönt: nein

    Besitzer: Veija
    Vorbesitzer:
    Gezüchtet bei/Zucht: Davis Farms

    VKR: kira

    Kaufpreis: 900 Joellen
    Zu Verkaufen: nein


    Qualifikationen:

    eingeritten
    nicht eingefahren


    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen A

    Western

    Erfolge:
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    2. Platz 373. Galopprennen, 1. Platz 375. Galopprennen, 1. Platz 380. Galopprennen, 1. Platz 383. Galopprennen, 1. Platz 388. Galopprennen, 3. Platz 404. Galopprennen, 1. Platz 408. Galopprennen, 1. Platz 411. Galopprennen, 1. Platz 2. Auslosung 540. Valentinstagsrennen, 1. Platz 542. Rennen

    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch:

    Hufschmied:
    Letzter Besuch: Oktober 2016
    Beschlag: Aluminiumhufeisen

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