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Tassila

♀ Chuckling Dancing Mess

"Missy" | prämierte Stute | Decktaxe: 130 j. | Abstammung: 1 P. | Galopper, Distanz

♀ Chuckling Dancing Mess
Tassila, 28 Jan. 2017
Cooper und Zion gefällt das.
    • Tassila
      Bisheriges Training - 4 Punkte

      Dressur E-A [10.03.16 - Jackie]

      "Willkommen auf Briar Ridge", sagte Vel Stanton mit ihrem niemals endenden Lächeln. Dabei bildeten sich richtige Grübchen in ihrem Gesicht von denen Ashley meinen könnte, sie hätten niemals existiert. "Eh ja vielen Dank. Miss Stanton ? Ich muss aber leider wieder gehen, ich wollte ihnen nur die Pferde vorbei bringen", Hunter Crowley war etwas in Eile. "Ich habe noch nicht eingecheckt", sagte er ziemlich nervös und spielte dabei immer wieder mit seinen Fingern an seiner Jacke. Vel, schien begriffen zu haben, sie nickte und hob ihre Augenbrauen in die Höhe. "Können sie sich nur eben eine Minute Zeit nehmen ? Sie müssen noch die Papiere unterschreiben, danach kümmern sich unsere Trainer um ihre Beiden.", er nickte und folgte Vel ins Büro. In der Stallgasse hantierte währenddessen Ashley mit Redneck (Darly Gone Mad). "Ashley lass das Pferd in Ruhe ! Es wird dich noch verletzen", schimpfte Vel ihr hinterher. "Aber Mum!", Ashley sah das Vollblut etwas enttäuscht an "Meine Mutter hat doch gar keine Ahnung von dir". Liebevoll streichelte sie Rednecks Gesicht, es war untypisch für ihn, dass er sich anfassen ließ. "Nun aber zu ihnen", sprach Vel zu Hunter. "Hier steht ihr Wohnort, dort der Name ihrer Pferde sowie sonstige Informationen. Sie müssen nur noch unterschreiben. Bear Brook EC in Lincolnshire stimmt aber oder?"
      "Ja alles richtig", hektisch unterschrieb Hunter den Trainingsvertrag. "Sehr gut. Kommen sie wirklich von so weit her ?"
      "Ja, jetzt muss ich aber los!", glatt stieß Hunter den Stuhl beim aufstehen um, so eilig hatte er es. Vel blickte den jungen Burschen verwundert hinterher und folgte ihm im schnellen Schritt. "Bis bald!", Hunter warf ihr noch ein letztes Lächeln zu und stieg in seinen Wagen um sich auf zum Hotel zu machen. Nun waren die Pferde an der Reihe. Vel teilte Rick McSullen den Auftrag zu, welcher Thomas befahl die Pferde zu versorgen. Morgen sollten sie dann trainiert werden.
      *
      Am nächsten Morgen übernahm Jarret den zierlichen Rapproan Hengst, Heart of Ocean. Er holte das bereits gesattelte Pferd aus der Box, um ihn in der Halle warm zu reiten. Dabei fasste Jarret die Zügel kurz, sodass Ocean wenig Halsfreiheit hatte. Nach 10 Minuten gab Jarret dem Hengst die Haken um anzutraben. Da Ocean bereits einige Lektionen aus der A Dressur kannte, fehlte nicht mehr viel was dem Pferd beigebracht werden musste. Jarret ritt an F vorbei zu A und wechselte bei K durch die halbe Bahn, bei B angekommen ritt er schließlich wieder auf dem Hufschlag weiter. Nun musste Ocean das gleiche Spektakel auf der anderen Hand bewältigen, also ritt Jarret zunächst nach E um von dort aus in einem Bogen nach A zu reiten, nun konnte er an K vorbei Richtung H reiten. Im Trab ritt er zunächst auf den Hufschlag bis nach M um erneut durch die halbe Bahn zu wechseln. Bei E machte er zunächst halt. Auf Dauer wurde Ocean das Gebiss jedoch zu unangenehm, er schüttelte den Kopf und versuchte die Zügel los zu reißen, Jarret jedoch blieb hart und zog die Zügel bloß noch straffer an. Ocean begann zu quietschen und versuchte den Kopf nach unten zu reißen, da gab Jarret ihm die Gerte und trieb ihn in kleinen 8-Meter Volten. Ocean gab nach und beruhigte sich. Als nächstes galoppierte Jarret Ocean an. Nach einem Zirkel parierte er Ocean wieder in den Schritt durch und galoppierte ihn nach vier Schritten auf der neuen Hand wieder an. Ocean jedoch stockte etwas, darum wollte Jarret die Übung wiederholen. Er parierte Ocean durch, gab ihn nach drei Schritten eine halbe Parade und gab mit dem neuen inneren Zügel nach. Ocean galoppierte an. Nun gab er dem Hengst eine Parade und setzte sich tief in den Sattel, schloss dann seine Fäußte und spannte seinen Oberschenkel an, Jarret gab nach und trieb Ocean wieder an. "Perfekt", sagte er nüchtern und fuhr das Training fort indem er im versammelten Trab das Viereck verkleinerte und wieder vergrößerte. Zu guter letzt hielt er Ocean an und ließ ihm die Zügel aus der Hand kauen, dann stieg Jarret ab um Ocean an Thomas zu übergeben. "Bitte", sagte er kühl und drückte dem Pfleger die Zügel in die Hand. Thomas betrachtete den hübschen Hengst und rieb seine Stirn. "Mensch du schwitzt ja richtig", schnell brachte er den Rapproan in den Stall um ihn abzusatteln und ihm eine Decke aufzulegen damit er nicht krank wurde. "Jarret kann ein richtiges Arschloch sein oder ?", Thomas seufzte und verweilte eine Weile bei Hunters Pferd.
      *
      Nun war Sven damit beschäftigt Missy (Chuckling Dancing Mess) zu trainieren. Sie war mit der Dressur noch gar nicht vertraut, weshalb ihr Trainingsprogramm relativ klein ausfallen würde. Zunächst ritt Sven in die Reithalle ein und gurtete Missys Sattel nach. Schließlich trieb er die Vollblutstute an, sodass sie im Mittelschritt durch die ganze Bahn ging. Sven hielt die Zügel angenehm locker und achtete auf Missys Körpersprache. Zunächst ritt Sven nach C, auf den Zirkelpunkt bei M über X und schließlich zum Zirkelpunkt H. Erneut ritt Sven eine ganze Bahn, daraufhin trieb er Missy an um auf der linken Hand leichtzutraben. Nun ritt er in Schlangenlinien durch die ganze Bahn. Von A nach K, vorbei am Zirkelpunkt nach B und schließlich vom Zirkelpunkt von H nach C. Seine Hände lagen dabei konstant und ruhig am Hals der Stute. Nachdem Missy zehn Minuten lang getrabt wurde, gab er eine Parade und galoppierte Missy an. In Missy wurden Instinkte ausgelöst die sie dazu verleiten wollten schneller zu laufen, Sven jedoch hielt sie im Zaum, sodass sie in einem angenehmen Arbeitstrab auf der linken Hand lief. Nun wollte Sven die Seiten tauschen, also wechselte er durch die ganze Bahn und galoppierte auf der rechten Hand einen großen Zirkel. "Klopf Klopf", rief auf einmal eine sanfte Frauenstimme. Nein es war nicht Ashley. Sven drehte sich um und blickte zur Bande. Dort stand Judy, welche ihn temperamentvoll anlächelte. "Kann ich dir einen Ratschlag geben ?", sie lächelte.
      "Was denn ?" Sven zog ein wenig an den Zügeln bis Missy, wenn auch widerwillig stehen blieb. "Die Stute braucht etwas zu tun. Ich würd mit ihr Stangenarbeit machen, dann ist sie konzentrierter als wenn sie lächerliche Hufschlagfiguren laufen muss.", nun betrat Judy die Halle und nahm sich die ersten Holzstangen von der Wand. "Ich leg dir welche hin", sie schleppte die schwere Stange in die Mitte der Halle und holte 4 weitere. Dann klopfte sie sich die Hände ab und stellte sich an die Hallenwand. "So, dann reit mal im Trab über die Stangen". Sven taxierte die Holzbalken an und ließ Missy schnellen Schrittes drüber traben. PLONG. Die Stute stolperte über das Holz und schlürfte zurück auf den Hufschlag. "Guck. Sie ist gar nicht ganz bei Sache. Also noch mal". Erneut taxierte Sven die Stangen an. "Treib sie ein wenig", Missys Kopf schnellte hoch als Sven ihr etwas in den Bauch drückte. Schnell hob sie die Hufe weiter an und trabte diesmal etwas ordentlicher über die Stangen. "Das sieht schon besser aus Sven, allerdings war es nicht perfekt. Versuchs noch mal". Sven steuerte erneut auf die Stangen zu. Diesmal blieb die Stute konzentriert und trabte sauber über die Stangen hinweg. "Perfekt. Als Abschluss des Tages galoppier mit ihr über die Stangen. Aber warte, ich muss einen größeren Abstand legen". Bis Judy fertig war, ritt Sven die Stute im Galopp auf den Zirkel. Nun galoppierte er direkt auf die Stangen zu, allerdings in einem Mittelgalopp. Missy berührte einige Stangen, wurde kurz darauf aber direkt konzentrierter. Nach einem zweiten Anlauf, berührte sie nur noch eine Stange. "Gut. Ich möchte jetzt 5 Runden auf den Zirkel sehen, ohne dass du, bzw. das Pferd die Stangen berührt. Sven schwitzte bereits, ritt auf den Zirkel und über die Stangen hinweg. Nun war keine Zeit zum ausruhen, Sven musste erneut auf den Zirkel reiten um über die Stangen zu galoppieren. Nach den weiteren Versuchen konnte Sven endlich in den Schritt und auf die ganze Bahn reiten. Er ließ die Zügel locker, klopfte Missys Hals und lehnte sich erleichtert in den Sattel. "Man bist du eine Mimose", scherzte Judy und warf ihm einen neckenden Blick rüber. "Hey, kannst du mir mal die Decke rüberreichen?"
      "Ist dir kalt?", Judy lachte laut. "Natürlich nicht, aber das Pferd dampft" Sven konnte ein Männer-Kichern dennoch nicht unterdrücken. Er nahm ihr dankbar die Decke entgegen und deckte das Vollblut beim Trockenreiten ein. Es war als würde alle Last von Missy fallen, ein lautes Furzgeräusch ertönte, gefolgt von einem großen Apfelhaufen. "Mach ich schon", sagte Judy amüsiert und bewegte sich zum Mistboy. "Danke". Nach einigen Minuten stieg Sven vom Pferd und führte es in den Stall. Den Rest übernahm Thomas.
      *
      Als Thomas am nächsten Tag den Stallrundgang machte, bekam er einen Schrecken als er Ocean erblickte. Er stand an der hintersten Ecke der Box mit angelehnten Ohren und aufgerollten (?) Augen. "Hey alles gut", sagte Thomas mit einer sanften, leisen Stimme. Bei den Klang seiner Stimme, richtete Ocean seine Ohren wieder auf, blieb dennoch weiterhin hinten in der Box stehen. Eigentlich sollte Ocean in kürze von Jarret geritten werden. Also wartete Thomas einfach auf den Trainer und fütterte in der Zeit die anderen Pferde. Als Jarret reindonnerte und Ocean aus der Box führen wollte, sah er, dass das Pferd nicht gesattelt war. Wütend brüllte er durch die Stallgasse "WARUM IST ER NICHT GESATTELT ?" Thomas lief schnell zu ihm und versuchte ihm den Zustand des Pferdes zu erklären. "Hör mal! Das ist mir Scheiß egal! Deine Aufgabe ist es die Pferde vor dem Training zu satteln! Ansonsten siehste dich auf der Straße wieder". Das hat gesessen, Thomas blickte verschämt zu Boden. Er hielt es nicht für richtig das Pferd in solch einem Zustand zu reiten, geschweige denn überhaupt zu satteln. Aber was sollte er bloß tun, er konnte doch nicht gefeuert werden. Also ging er schnellen Schritts in die Sattelkammer um alles nötige zu holen. Ocean zu satteln war jedoch mehr als eine Herausforderung. Der Hengst wusste genau was geschehen wird und drehte sich ständig weg. Das er Thomas nicht angriff war schon ein Wunder. Als Thomas es jedoch geschafft hatte die Trense und den Sattel anzulegen, dampfte Jarret wütend davon. Thomas konnte ihm nicht folgen da er zuerst seine Arbeit zu ende machen musste. Also beeilte er sich mit seinen Verpflichtungen und betrat Augenblicklich die Halle um Jarret beim Training zu zusehen. Was er jedoch sah war mehr als nur erschreckend. Jarret riss an den Zügeln, hielt sie unangenehm kurz sodass Ocean keine Freiheit mehr hatte. Die Dressurlektionen beherrschte er zwar nun - aber Thomas bezweifelte, dass er sich in Zukunft gut reiten lassen würde. Zwischendurch tat Ocean sogar den ein oder anderen Buckler, Jarret jedoch gab ihm einen Hieb mit der Gerte und anschließend einige Volten um das Pferd wieder zu beruhigen. "Was wird bloß Hunter sagen", murmelte Thomas enttäuscht. Er ging noch mal zurück in den Stall um dem Pferd eine Decke zu holen wenn es vom 'Training' wieder kam. Dann brachte er den völlig verstörten Ocean eingedeckt in die Box. Thomas blieb etwas länger als nötig in der Box "Oh mein armer armer Junge. Was soll ich denn bloß tun. Es tut mir so Leid!" Das Training mit Missy hingegen verlief gut. Sven hatte die Stute gut unter Kontrolle und konnte ihr Temperament zum Vorteil nutzen.
      *
      Hunter bekam nach eineinhalb Wochen einen Anruf. Ocean und Missy seien soweit. Also fuhr Hunter nach GreenBriar Ridge. "Hallo", Vel lächelte ihn begeistert an. "Schön dass es so schnell ging", sagte Hunter etwas verunsichert. "Thomas verlädt die Pferde jetzt in den Hänger, wenn sie wollen können sie in der Zeit einen Kaffee trinken"
      "Oh nein Mrs. Stanton! Ich helfe Thomas, sind ja schließlich meine Pferde" - "Ok", Vels Lächeln verflog und sie blickte verunsichert in den Stall. Offensichtlich hatte Hunter dies mitbekommen denn er fragte "Ist etwas?", als er das schrille wiehern seines Pferdes hörte. Langsam und zögerlich betrat er den Stall um zu sehen was vorgefallen war. Ocean bäumte sich mehrfach auf, versuchte sich zu wehren und weigerte sich einen Schritt weiter zu gehen. Hunters Herz wäre beinahe in die Hose gerutscht als er sein Pferd erblickte. Schnell lief er auf Ocean zu "Ruhig mein Junge", erst als Ocean mit allen Vieren auf den Boden stand, blickte er zu Thomas und sagte wütend "Was habt ihr mit meinem Pferd gemacht!?", Thomas kamen beinahe die Tränen. Er war doch unschuldig. Er wollte Jarret doch immer wieder davon abhalten. Schnell klärte er die Situation auf, enttäuscht streichelte Hunter sein Pferd. "Oh mein Junge. Wie konnt ich denn nur ahnen". Thomas führte in der Zwischenzeit Missy in den Hänger, wartete vor dem schließen noch auf Hunter, der sein Pferd beruhigt hatte und zu der Stute stellte. "Hunter es tut mir wirklich Leid. Jarret kann reiten, hat aber absolut kein Feingefühl was die Pferde betrifft", Hunter antwortete nichts darauf, sondern stieg stumm in den Wagen. Mit dieser jämmerlichen Verabschiedung fuhr er schließlich zurück nach England.

      Dressur A-L [30.06.16 - Samarti]
      Obwohl Matthew sich ursprünglich um das Training von der Vollblutstute von Hunter kümmern wollte, blieb es letztendlich doch an mir hängen – und das nur aus dem Grund, dass Matthew sich bald mal Urlaub nehmen wollte und somit noch einige letzte Einkäufe erledigen musste, denn für ihn ging es nächste Woche nach Spanien. Ein wenig neidisch war ich schon, aber ich hatte selbst allerhand hier zu tun; mein Urlaub müsste sich also mal verschieben.
      Auch mit der Vollblutstute ging ich immer wieder ins Gelände. Bei ihr war besonders wichtig, dass sie sich mir öffnete, denn zu ihr durchzudringen war anfangs sichtlich schwer. Hunter hatte mich bereits vorgewarnt, dass sie sehr wählerisch sein sollte, dennoch hätte ich nicht damit gerechnet, dass sie mich zu Beginn komplett ignorieren und überhaupt nicht beachten würde.
      Die Bodenarbeit und die Arbeit im Gelände, inklusive entspannter Schrittausritte, nutzten wir also vor allem, um uns gegenseitig kennenzulernen und damit sie mir vertraute. Wäre diese Basis erst einmal geschaffen und das Fundament gelegt, würde dies die Arbeit mit dem Vollblut sichtlich vereinfachen und erleichtern. Und tatsächlich ging mein Plan nach einer Weile auf, denn nach einiger Zeit wurde die eigentlich ziemlich hübsche Stute sehr viel kooperativer als sie es ganz am Anfang noch gewesen war.

      Chuckling Dancing Mess hob nicht einmal den Kopf, als ich vor ihrer Box stand und hinein lugte, denn die Stute widmete sich vollkommen ihrem Heu und würdigte mich keines Blickes. Erst, als sich die Boxentür öffnete und sie das Halfter in meiner Hand erkannte, drehte sie mir den Hintern zu und legte die Ohren etwas an, um mir ihr Desinteresse mehr als deutlich zu machen. Während sie weiterhin auf ihrem Heu kaute, gelang es mir irgendwann, das Pferd auszutricksen und ihr das Halfter über den ausdrucksstarken Kopf zu streifen, was Missy zwar über sich ergehen ließ, doch ich konnte jetzt schon ihre Unlust erkennen, die sie auch nicht zu verstecken versuchte.
      Ehrlich gesagt ließ ich mir einige Zeit, um die goldfarbene Stute vorzubereiten und trödelte ziemlich viel herum, um mich davor zu drücken, die Hitze draußen zu durchqueren. Doch als bereits eine gute Stunde vergangen war und die Dämmerung langsam einsetzte, da es schon knapp zwanzig Uhr war, blieb mir nichts anderes über, als mich gemächlich mit dem Englischen Vollblut auf den Weg in die Reithalle zu machen. Diese stand glücklicherweise nicht weit von dem Stallgebäude, in dem wir waren, entfernt, sodass unser Weg zwar verdammt warm, aber angenehm kurz war.

      In der Reithalle angekommen, bemerkte ich, dass wir die Einzigen waren, die hier momentan herumturnten, worüber ich ebenso erleichtert wie glücklich war. Die Reithalle für sich allein zu haben war immer eine Erleichterung, denn so musste ich nicht auf die anderen Reiter Rücksicht nehmen, die möglicherweise etwas völlig anderes planten. Und wenn hier Sprünge gestanden hätten, hätte uns dies beim Training eher beeinträchtigt als weitergeholfen.
      Die Klasse L beinhaltete in der Dressur ganze fünf neue Bahnfiguren, denen wir uns in der ersten Zeit widmen würden, damit Missy ein angenehmer Einstieg in das neue Niveau geboten werden würde. Während in der Klasse A nur zehn Meter-Volten im Trab gefordert waren, kamen in der L-Dressur acht Meter-Volten dazu, die im Galopp absolviert werden sollten. Dennoch war dies keine Hürde, die für die Vollblutstute unmöglich zu bewältigen war. Wir begannen mit einem größeren Durchmesser, der ihr leichter fiel, und arbeiteten uns langsam auf die acht Meter zu, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Danach ging es an die Figur Halbe Volte links, halbe Volte rechts und Aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser. Diese benötigten zwar insgesamt etwas mehr Zeit als die acht Meter-Volte, doch durch das vorige Training hatte sie bereits begriffen, dass sie etwas längere Wendungen laufen musste, um die Figuren korrekt auszuführen.
      Nachdem auch diese Figuren so aussahen, wie sie aussehen sollten, folgten noch der Wechsel durch die halbe Bahn und der Wechsel durch die Länge der Bahn, welche jedoch kaum der Rede wert waren.

      Ich bemerkte schnell, dass Chuckling Dancing Mess zwar arbeitswillig war, war sie doch sehr hektisch und flott unterwegs. Des Öfteren hatte ich Probleme, sie im Trab zu halten, weil sie stattdessen lieber eine Runde galoppieren wollte. Dieser Punkt bedurfte definitiv noch einiger Arbeit, denn so trabte sie kaum und wenn, dann nur sehr kurze Strecken, bis sie schon in den Galopp fiel. Besonders bei den versammelten Gangarten fiel das stark ins Auge.
      Obwohl dies in der L-Dressur lediglich die Versammlung im Trab und die Versammlung im Galopp betraf, hatte Missy schnell herausgefunden, dass die Herangehensweise für sie total Banane war. Die Schritt-Trab-Übergänge, die wir durchführten, um den versammelten Trab zu erreichen, fand sie, auf gut Deutsch gesagt, stinklangweilig und total dämlich, weshalb sie hier öfter mal auf Durchzug stellte und sich gegen mich wandte. Wenn es dann mal klappte, dass wir mehrere Wiederholungen durchführen konnten, so verstand das Vollblut doch recht schnell, was ich von ihr verlangte und zeigte somit, dass ihr Widerspruch keinesfalls aus Dummheit bestand, sondern einfach, weil sie keine Lust hatte.
      Während wir die Schritt-Trab-Übergänge wiederholten, verlangsamte Chuckling Dancing Mess ihren Trab also schon bald völlig selbstständig – zumindest nachdem wir ihr den Teil mit dem Angaloppieren aus dem Kopf geschlagen hatten –, da sie schnell den Sinn dahinter fand und verstand, dass sie nach dem Trab sowieso wieder den Schritt erwarten sollte und durchpariert werden würde. Dabei verkürzte sie also ihr äußeres Erscheinungsbild, was uns auf Dauer dann irgendwann zu den Anfängen eines versammelten Trabs führte, welche es nur noch auszubauen galt.
      Ebenso verhielt es sich beim versammelten Galopp. Auch hier folgten einige Schritt-Galopp-Übergänge, und da der Gold Champagne nicht blöd war, konnte sie natürlich eins und eins kombinieren und wurde auch im Galopp langsamer und verkürzte ihren Rahmen, wobei sie sich versammelte.

      Als die Gangarten sicher saßen und die Versammlungen einwandfrei abgerufen werden konnten, wandten wir uns dem Ende des Trainings zu: den Lektionen. Zwar hatte ich hin und wieder im Training auch mal einige, kleinere Anfänge der Lektionen eingebaut, damit Abwechslung gegeben war, so richtig Thema wurden diese jedoch immer erst zum Schluss, damit wir uns stets langsam steigern konnten. Neu hinzu kamen diesmal der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung, wobei wir hier mit dem Außengalopp begannen.
      Hierbei galoppierten wir im Handgalopp und wechselten dann durch die halbe Bahn. Da beim Wechsel durch die ganze Bahn die Ecke ziemlich früh kam und Pferde dann im schlimmsten Fall in den Kreuzgalopp wechselten, war die halbe Bahn die günstigere Alternative, um den Außengalopp zu erreichen.
      Nach dem Wechsel durch die halbe Bahn hatten wir etwa zwanzig Meter, die wir im Außengalopp hinter uns brachten, bevor die nächste Ecke kam, in die wir allerdings nicht ritten, danach allerdings direkt wieder durch die halbe Bahn wechselten, um wieder in den Handgalopp zu springen, woraufhin ich Missy lobte und das Vorgehen wiederholte. Während der Übung musste ich natürlich stets darauf achten, dass ich meine Verbindung zum Pferdemaul nicht verlor und mein Gewicht richtig einzusetzen wusste. Zudem übten wir das Ganze auf beiden Händen, damit nicht der Fall eintrat, den ich bei einem meiner „Patienten“ schon einmal erleben durfte: Der Ausbilder hatte den Außengalopp lediglich auf der rechten Hand geübt, weshalb die linke Hand praktisch zur Unmöglichkeit geworden war.
      Auf den Außengalopp folgte die Kurzkehrt, die wir erreichten, indem ich die Schritte der Vollblutstute verkürzte, Missy also aufnahm, und nach links stellte, woraufhin das Pferd sich nach innen biegen sollte. Zu der Biegung nach innen verlagerte ich mein Gewicht in die Richtung, trieb mit dem inneren Schenkel und ließ den äußeren eine Handbreit hinter den Sattelgurt wandern, um die Biegung aufrechtzuerhalten. Am äußeren Zügel gab ich nach, um die Biegung überhaupt erst zu ermöglichen. Ab dem Moment, an dem das Pferd vorwärts-seitwärts treten wollte, hielt ich die Vorwärtsbewegung auf, indem ich mein Kreuz und meine Oberschenkel anspannte und eine kurze Parade am äußeren Zügel gab.
      Ich spürte immer wieder, wie konzentriert der Vierbeiner bei der Arbeit war und wie sehr sie sich trotz ihres Dickkopfes doch bemühte, alles korrekt auszuführen. Mit der Zeit hatten wir immer mehr gelernt, miteinander zu arbeiten, sodass die Phasen, in denen wir beide auf stur schalteten, so gut wie gar nicht mehr eintraten – und wenn doch, dann wurde die Übung so umfunktioniert, dass auch Missy nachgab und bereitwillig mitarbeitete.
      Immer, wenn die Sechsjährige seitwärts getreten war, trieb ich innen nach, um den nächsten Schritt auszulösen. Kreuz, Oberschenkel und der äußere Zügel hielten wieder die Vorwärtsbewegung auf. Dies ging so weiter, bis ein Halbkreis entstanden war, dann wiederholten wir das ganze Vorgehen nochmal – mit der Ausnahme, dass ich die Vorwärtsbewegung diesmal nicht aufhielt. Daraufhin stellte ich Missy wieder gerade und ritt mit ihr weiter.
      Je öfter wir dies übten, desto genauer und schöner führte das helle Pferd die Übung aus, sodass ich mich auch hiermit bald zufriedengeben konnte und die Kurzkehrt ebenfalls abhakt werden konnte.
      Der letzte Punkt auf meiner imaginären Checkliste war die Hinterhandwendung, welche für die Engländerin wohl am einfachsten anzueignen war. Zur Übung lagen hier am Anfang zwei Stangen in einem rechten Winkel zueinander auf dem Boden, die als Begrenzung dienen sollte. Dann ritten wir auf die Mittellinie, wendeten aus dem Schritt heraus und führten unseren Weg in die Ecke fort, in welche wir hineinritten. Es lag nun an ihr, dass sie sich um ihr inneres Hinterbein drehte.
      Wir übten dies so lange, bis es auch ohne die Stangen klappte und ich somit auch hier einen geschwungenen Haken setzen konnte, was das Ende des Trainings bedeutete.

      Es war also das dritte von drei Pferden, die in Hunter Crowleys Besitz waren und mit denen wir das Training erfolgreich abgeschlossen hatten. Dies bedeutete für mich, dass ich nun die Trainingsbestätigungen gesammelt per Post verschicken könnte und die drei Vierbeiner ihre Heimreise antreten würde. Mit Clarke hatte ich bereits gesprochen, ein Flieger war für mich – beziehungsweise die Pferde – organisiert worden und das einzige, was ich dabei zu tun hatte, war, die drei zum Flughafen zu verfrachten.
      Leichter gesagt als getan. In den Transporter wollten Ocean und Missy nicht so recht, ließen sich erst mit der Hilfe von Eismärchen und einigen Leckerlis dazu bringen, den Weg in die kleinen Boxen im Transporter zu bestreiten. Aber auch das war irgendwann geschafft und nachdem ich die Klappe verschlossen hatte, stieg ich ins Auto, drehte den Schlüssel im Zündschloss und machte mich auf den gefühlt unendlich langen Weg zum nächsten Flughafen.

      Dressur L-M [20.10.16 - Friese]
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      Chuckling Dancing Mess - Dressur L auf M; Scarlet in Birth - Military E auf A
      „Missy ist doch gut. Wir haben doch die letzten Tage auch miteinander gearbeitet“ seufzte ich, als ich versuchte der Stute das Halfter über den Kopf zu ziehen. Die letzten Tage waren relativ gut verlaufen und nun sowas.

      Rückblick
      Vor ein paar Tagen war mein Flugzeug gelandet und Hunter hatte mich gleich abgeholt. Wir hatten alles Wichtige bereits vor meiner Abreise geklärt und hatten dann die letzten Details im Auto noch geklärt. Am Hof stiegen wir aus und er hatte mir die Pferde gezeigt. Zwei hübsche Dinger und auch vom Charakter her waren sie wirkliche Herausforderungen. Die nächsten Tage sollten nach meiner ersten Einschätzung sehr spannend werden.

      Zurück im Hier und Jetzt
      Oh ja! Die letzten Tage waren spannend geworden, aber es war dennoch gut gelaufen. Nichts im Vergleich zu jetzt gerade. Nach gut einer viertel Stunde hatte ich es jetzt dann doch mal geschafft. Chuckling Dancing Mess war dennoch nicht sonderlich begeistert. Ich seufzte kurz und klopfte ihr doch noch kurz den Hals. Ich holte ihren Putzkoffer und fing an ihr Fell sauber zu machen. Dies ging relativ schnell und ich ging nochmal in die Sattelkammer. Dort nahm ich mir ihren Dressursattel und die Trense mit. Sanft klopfte ich nochmal ihren Hals und legte ihr dann den Sattel auf den Rücken. Die Stute zickte wieder ein bisschen und ich versuchte nochmal sie zu beruhigen. Das würde ja heute ein witziges Training werden. Ich holte noch meinen Helm und die Gerte. Dann zog ich mir ersteren auf und trenste die Stute noch. Gemeinsam ging ich mit ihr zur Halle. Dort stieg ich dann auf ihren Rücken. Wir hatten bereits mit den Aufgaben der M-Dressur angefangen, aber da sie heute so komisch drauf war, wollte ich sie nicht weiter überfordern oder fördern sondern einfach nochmal ein bisschen den Grundgehorsam unter dem Sattel üben. Ich hatte Hunter vorher nach Erlaubnis gefragt und er fand die Idee wirklich gut. Ich klopfte sanft ihren Hals als ich aufstieg und ritt sie in aller Ruhe warm. Ganz in Ruhe war dies jedoch nicht, da sie immer wieder den Hals hochriss. Ich klopfte ihren Hals nochmal und übte dann Schritt-Trab- Übergänge. Sie sollte einfach lernen, dass sie dann nicht einfach weiterrennen sollte. Unsere eigentliche Trainingseinheit bestand nur daraus und aus Zirkeln und Volten. Vorhand- und Hinterhandwendung. Am Ende ließ ich ihr die Zügel lang und ritt sie wieder ab. Wirklich gefallen hatte ihr das ganze heute merkbar nicht und ich konnte mir schon denken, dass sie auch morgen nicht sonderlich Lust hatte zu arbeiten. Nachdem sie trocken war, stieg ich von ihrem Rücken und führte sie dann noch kurz ein paar Runden. Hierbei musste sie immer strickt hinter mir bleiben. Eigentlich würde ich das überflüssig finden, aber ich fand ihre Art mir gegenüber heute einfach nicht in Ordnung. Gerade schnappen und das ohne Ende war ich einfach kein Fan von. Ich brachte die Stute in ihre Box und verräumte dann alles. Als nächstes holte ich Scarlet in Birth aus ihrer Box und putzte sie dann. Die Stute hatte auch einen eher anstrengenden Charakter. Ich klopfte ihren Hals und holte dann ihren Sattel und die Trense. Dann holte ich noch die Gamaschen und meinen Helm. Ich platzierte alles auf der Stute und führte sie dann aus dem Stall. Ich lobte sie nochmal kurz und stieg dann auf ihren Rücken. Ich ließ ihr die Zügel lang und ritt sie im Gelände warm. Als nächstes folgte die Geländestrecke. Scarlet war ganz schön hitzig und schien schon zu wissen was nun kommen würde, als ich den Weg zur Strecke an. Ich trabte die Stute erst mal an der Strecke vorbei und ging sie dann im Galopp in die Richtung zurück in die wir gekommen waren. Danach lenkte ich sie nun endgültig auf die Strecke und sprang sie eine Runde. Die Stute zog brav an den Sprüngen an und schnaubte immer wieder ab. Scheinbar schien ihr das ganze hier sehr Spaß zu machen, aber genau das hatte ich die letzten Tage schon gemerkt. Morgen würde ich sie auf dem Platz nochmal springen. Aber darüber würde ich mir morgen nach dem Training mit Missy genauer Gedanken machen. Ich klopfte sanft den Hals der Stute und ging den Parcours dann ein weiteres Mal. Zum Schluss ritt ich sie ab und ließ ihr die Zügel auf dem Weg nachhause heim. Am Stall zurück, stieg ich von ihrem Rücken und klopfte ihr nochmal den Hals. Dann brachte ich sie in die Box und sattelte sie ab. Als nächstes folgte die Trense. Ich räumte beides auf und entfernte dann noch die Gamaschen von ihren Beinen. Ich räumte auch sie auf und gab den beiden Stuten noch etwas zu fressen. Für heute hatten sie beide den restlichen Tag eine Pause verdient. Ich klopfte beiden Hals nochmal, doch Messy schien darüber nicht gerade so erfreut. Ich ging nach drinnen und machte mir was zum Essen. Dann schaute ich meinen Plan nochmal durch und vermerkte in meinem Trainingsbuch über alles heute. Ich las mir noch ein paar Bücher durch über Bodenarbeit, Fohlen ABC und Einreiten. Da es schon spät war ging ich nur noch kurz duschen und auch schon ins Bett.
      Ich holte Chuckling Dancing Mess aus der Box und heute schien alles wieder besser sein. Nicht super, aber besser als gestern. Ich klopfte den Hals der gold champagnefarbenen Stute. Ich band sie dann vor der Box an und putzte sie schließlich. Als nächstes holte ich den Sattel und die Trense. Ich platzierte den Sattel auf ihrem Rücken und ging ein weiteres Mal in die Sattelkammer. Ich holte die Bandagen aus dem Spind und ging dann wieder zurück zu der Vollblutstute. Ich klopfte nochmal ihren Hals und bandagierte ihr die Beine. Als ich damit fertig war trenste ich sie und setzte meinen Helm auf. Gemeinsam ging ich mit ihr wieder zur Halle und stieg dort auf ihren Rücken. Ich ritt sie wieder in aller Ruhe warm und begann dann mit den bereits geübten Aufgaben der M-Dressur. Das heutige Merkmal lag auf Traversalen und Traversen. Ich klopfte ihr immer wieder dazwischen den Hals und versuchte weiterhin sie nicht zu überfordern. Dennoch sollte sie heute ein bisschen weiterkommen, da ich bald abreisen würde. Nachdem ich mit dem Training fertig war, ritt ich sie ab und brachte sie dann wieder in den Stall. Ich räumte ihr Zubehör auf und brachte sie nach draußen auf die Weide. Ich holte Scarlet aus der Box und putzte sie auch. Ich ging in die Sattelkammer und holte dann sowohl den Sattel als auch die Trense. Ich holte zudem noch die Gamaschen und platzierte alles auf der Stute. Ich zog ihr nochmal die Trense vom Kopf, da ich komplett vergessen hatte, dass ich die Hindernisse noch nicht aufgebaut hatte. Ich zog ihr das Halfter wieder auf dem Kopf. Ich ließ sie kurz stehen und ging zum Platz. Ich baute die Hindernisse auf und ging wieder nach drinnen. Zusammen mit der Stute ging ich wieder nach draußen und stieg auf ihren Rücken. Den Helm hatte ich natürlich mitgenommen und bereits aufgesetzt. Ich ritt sie warm und begann mit dem Parcours. Sie machte wirklich gut mit, war hier und da zwar noch ein bisschen zu stürmisch, aber das würden wir bis zu meiner Abreise auch noch hinbekommen.

      Genau diese war auch in einer guten Woche schon gekommen. Die Zeit war wirklich sehr schnell vergangen, aber ich war froh, was ich mit beiden Stuten erreicht hatte. Ich stellte beide Hunter nochmal in der gewünschten Disziplin vor und ging ein letztes Mal auf seinem Hof zum Duschen. Danach fuhr er mich zum Flughafen und ich stieg in das Flugzeug zu Rachel. Sie hatte mich um Hilfe im Stall geboten, besser gesagt um ein paar Trainingseinheiten für zwei Pferde.

      Galopprennen A-L [26.05.16 - Veija]
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      Chuckling Dancing Mess & Majd Galopprennen A-L
      Heute waren Alexis und ich auf dem Weg zu Hunter Crowley nach England. Warum Alexis mit von der Partie war? Da ich mich um zwei Pferde kümmern musste. Chuckling Dancing Mess, eine Gold Champagne Stute, und Majd, ein Bay Tobiano Araber Hengst. Ob es so gut war die beiden zusammen galoppieren zu lassen, würde sich noch rausstellen. Doch zunächst saßen wir im Flugzeug und es würde wohl noch eine Weile dauern, ehe wir landen würden. "Was denkst du, wie trainiert man Vollblüter am besten?", fragte ich Alexis und sie überlegte. "Auf einem Rennen hat doch mal jemand gesagt, dass die Pferde jeden Tag 1,5 Stunden trainiert werden." "Das stimmt.", lobte ich sie. "Nur was macht man so lange? Ein Rennen dauert nur knapp 2-4 Minuten.", lachte ich und sah sie fragend an. "Jetzt muss ich überlegen...", murmelte sie. "Ah, ich weiß es! Ich glaube der Trainer hatte gesagt, dass sie die Pferde in aller Ruhe putzen, circa eine halbe Stunde warm reiten und dann auf die Bahn gehen. Mit in die Box stellen und losgaloppieren lassen ist es ja nicht getan.", verkündete sie stolz und wartete auf mein Lob. "Ja und wie gehts weiter? Nach dem Aufwärmen sind sie auf der Bahn, und dann?", fragte ich sie nun weiter. "Hmmm ich glaube eine Runde Aufgalopp und dann traben sie eine Weile, bis sie in die Startboxen gehen und das richtige Rennen anfängt?", fragte sie unsicher, doch ich nickte. "So hat er das zwar nicht gesagt, aber ich trainiere die Vollblüter so. Naja, ich wärme nicht so lange auf, sonst sind die ja schon völlig fertig, bevor sie mal richtig galoppiert sind.", erklärte ich ihr. "Ich schlafe noch eine Runde, es dauert noch etwas bis wir da sind." "Okay, ich auch."

      Irgendwann, als das Flugzeug zum Landeflug ansetzte, wachte ich wieder auf und schaute nach draußen. Jetzt war wieder der Moment gekommen, weshalb ich Flugzeuge so serh verabscheute- aber was wollte man machen, Pferde hin und her zu fliegen war wesentlich teurer, als Menschen hin und her zu fliegen. Nach dem Landen holten wir unsere Koffer ab und sahen uns nach einem Mann um, der mit einem Schild mit unseren Namen rumlaufen würde, doch wir fanden keinen. Ich schlug mir an den Kopf. "Wir sollten doch eigentlich schon vor ein paar Wochen hier auftauchen, den Termin hatte ich ja abgesagt. Klar, dass er jetzt nicht hier ist. Mist...", fluchte ich und sah auf mein Handy. Wir waren, warum auch immer, in Birmingham gelandet, was knapp 120 Kilometer von Lincolnshire, wo der Hof von Hunter lag, entfernt war. "Ein Taxi wird mordsteuer, ich rufe grade zu Hause an, dass sie mir die Nummer von Hunter durchgeben.", erklärte ich Alexis. "Schau du dich ein wenig um." Es dauerte also nicht lange, ehe ich die Telefonnummer von Hunter Crowley hatte und ihn anrufen konnte, um ihm unsere Lage zu erklären. Er erklärte sich sofort bereit, uns abholen zu kommen und entschuldigte sich gefühlte hundert Mal, obwohl ich ihm andauernd ins Wort fiel um ihm zu sagen, dass es meine Schuld wäre. Er würde ungefähr 1,5 Stunden brauchen, da er ordentlich fuhr und so erzählte er uns noch, dass gegenüber des Flughafens ein gutes Restaurant sei, wo er uns abholen könnte. Ich bejahte dies und sammelte Alexis ein, ehe wir in das Restaurant gingen und uns etwas zu essen bestellten. Unsere Mägen knurrten mittlerweile schon ganz schön.
      Nach einer guten Stunde waren wir satt gegessen und setzten uns draußen auf eine Bank, um auf Hunter zu warten, der nach einer Weile auch angefahren kam. "Hallo, ich bin Verena.", stellte ich mich vor. "Das ist Alexis, meine Cousine." "Freut mich.", sagte er und schüttelte uns beiden die Hand. "Dann wollen wir mal...", meinte er, ehe er uns, ganz Gentleman-like, die Koffer abnahm und verstaute. Ich setzte mich vorne ins Auto, Alexis hinten. Während der Fahrt sprachen wir relativ wenig, schließlich kannten wir uns kaum. In den nächsten Tagen würden wir uns näher kennen lernen und hätten uns bestimmt mehr zu erzählen. "Ich zeige euch gleich euer Zimmer, ich hoffe es ist ok, dass ihr ein Zimmer zusammen habt. Wenn ihr ausgepackt habt, könnt ihr euch die Pferde anschauen, dann gibts auch schon etwas zu essen.", wies er uns ein. Gesagt getan. Auf dem Hof angekommen zeigte er uns unser Zimmer, wir packten aus und waren ziemlich schnell im Stall verschwunden. Dort war ich gar nicht mehr von Savory Blossom wegzubekommen und hätte das Fohlen am liebsten in meinen Koffer gestopft. Ich hatte eine Vorliebe für Blütenzaubers Fohlen, eins durfte ich ja schon mein Eigen nennen, die kleine Blossom Magic. Aber auch sonst hatte Hunter einige Pferde hier stehen, die mir nicht ganz unbekannt waren. Auch zwei Tinker standen hier in seinem Stall, einen davon würde ich nächsten Monat trainieren, sogar in Western! Darauf freute ich mich schon.
      Doch bei diesem Besuch waren wir wegen zweier Vollblüter hier, die wir noch nicht gefunden hatten. "Oh guck mal, da!", sagte Alexis und zeigte auf eine Box, aus der ein schicker Goldschopf herausschaute. "Ah, das ist bestimmt Chuckling Dancing Mess, welche ich zu Hause die ganze Zeit Dancing Chuckling Morris genannte hatte.", lachte ich und Alexis sah mich nur fragend an. "Morris?" "Keine Ahnung, frag mich nicht...", murrte ich und schaute mich weiter um. "Oh, da ist Majd auch.", erklärte ich und auch zu diesem Pferd gingen wir herüber. Wir kraulten auch ihn kurz, bevor wir endlich wieder ins Haus gingen, um etwas zu essen. Es waren jetzt doch wieder drei Stunden vergangen und ein wenig Hunger hatten wir beide. Hunter hatte einen leckeren Hähnchensalat gemacht, wozu wir Brot aßen. "Hm, lecker!", lachte ich und unser Gespräch wurde schon etwas lockerer. Hunter erzählte über seine Pferde, wir erzählten über unsere Ranch.. Schließlich kamen wir zu dem Entschluss, dass Hunter hier ein paar super Galopper hatte. Vielleicht konnte man sich in naher, oder ferner, Zukunft einmal unter die Arme greifen, wenn Not am Mann war.
      Letztendlich ließen wir den Abend mit ein paar Bierflaschen ausklingen und gingen dann ins Bett, denn am nächsten Tag fing das eigentliche Training ja erst an.
      "Hunter hat ja gar keine Rennbahn hier...", sagte ich beim Anziehen zu Alexis und sah ihren entgeisterten Blick. "Na dann müssen wir ihn fragen, wo eine ist und dann da hin fahren.", sagte sie trocken und zuckte mit den Schultern. "Stimmt auch wieder...", murmelte ich und so gingen wir runter, um zusammen mit Hunter etwas zu frühstücken. "Sag mal, wo ist denn die nächste Rennbahn? Du hast ja gar keine hier.", fragte ich ihn dann und erklärte mir den Weg zur nächsten. "Ihr könnt unseren Wagen mit dem Hänger nehmen, ich brauche ihn die nächsten Tage nicht." "Super!", sagten Alexis und ich fast zeitgleich, ehe wir unser Geschirr abräumten und nochmal nach oben flitzten, um unsere Helme zu holen. Erst dann gingen wir in den Stall und verstauten die Ausrüstung im Hänger, bevor wir die Pferde aus der Box holten, sie kurz über putzten und dann im Hänger verstauten. Die Fahrt dauerte nicht lange, ehe wir an der kleinen Rennbahn ankamen. Es war wohl so eine Art Gemeinschaftsrennbahn, denn wir waren hier nicht alleine. Zähneknirschend sah ich zu Alexis. Ich hasste es, wenn beim Training fremde Pferde und Trainer dabei waren, denn oft wurden meine Trainingsmethoden kritisiert, obwohl ich sie für die richtigen hielt. Es war wohl nicht gerne gesehen, dass eine Frau Trainer und Jockey zugleich war. Mal schauen, was die Engländer so zu meckern hatten.
      "Komm, lass uns die beiden ausladen und fertig machen", erklärte ich ihr und sogleich luden wir die beiden Pferde aus, banden eins auf jeder Seite des Hängers an. Majd stand wie eine eins am Hänger, mein herumgewusel, weil ich dauernd Sachen verlegte, interessierte ihn überhaupt nicht, solange er ab und an eine Hand aufgelegt bekam und ich ihn für sein Verhalten lobte. Auch bei Missy und Alexis klappte alles super. Man musste wirklich sagen, Hunter hatte zwei super erzogene Vollblüter, das sah man nicht bei jedem. Als wir fertig waren, stellten wir die Steigbügel zu erst lang ein und gingen auf den kleinen Platz, welchen es an der Rennbahn gab. Gott sei Dank waren wir dort alleine und konnten die beiden Pferde in aller Ruhe aufwärmen. "Wir schauen uns das Ganze gleich mal an, ich habe keine Lust, die beiden mit fremden Pferden laufen zu lassen...", erklärte ich Alexis und sie nickte. "Mir gefällt die Bahn hier auch nicht."
      Nach einer guten halben Stunde aufwärmen stellten wir die Bügel kürzer und gingen zur Sandbahn. Majd war immer noch total cool, während Missy zuunehmends nervöser wurde und unter Alexis hin und her tänzelte. "Du hättest doch besser den Hengst reiten sollen.", lachte ich und schaute zu ihr rüber. Sie fand das jedoch gar nicht so witzig und biss angestrengt die Zähne zusammen. Auf der Bahn abgekommen tänzelte Majd auch ein wenig, so dass ich ihn in den Galopp antrieb und in Richtung Startboxen galoppierte. Alexis und Missy waren uns um Längen voraus, denn die Stute war sofort angaloppiert und losgeschossen. Die Trabphase ließen wir aus, da wir hier eben nicht die Einzigen waren, die hier trainieren wollten. Zum Glück halfen uns dann ein paar Leute, die beiden Pferde in die Startbox zu bekommen, ehe das Signal ertönte und wir losflogen. Missy war sofort einen Kopf vor uns, sie konnte besser starten als der Araber, doch das machte nichts, denn wir holten auf! Es war wirklich bis zum Schluss ein Kopf an Kopf Rennen, welches Missy und Alexis gewannen. "Super!", sagte ich zu den beiden und wir verließen die Bahn, da wir schon angepöbelt wurden, dass wir Platz machen sollten. Hier machte das Training wirklich keinen Spaß. Nachdem ich einen Mann zurück angezickt hatte, entschuldigte er sich und wir wurden in Ruhe gelassen, so dass wir die Pferde absatteln, kurz mit dem Schlauch abspritzen und trocken führen konnten, ohne nochmal darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass wir zu langsam seien. Nach gut drei Stunden auf der Bahn fuhren wir wieder zu Hunter und erzählten ihm von dem Tag.
      Die nächsten beiden Tage blieben wir auf seinem Hof und bauten Kondition auf, was wir nicht nur an der Longe, sondern auch unter dem Sattel machten. Zudem übten wir das Starten mit Majd. Die nächsten drei Tage fuhren wir wieder auf die Rennbahn, ehe der Tag der Abreise gekommen war. "Fährst du uns nochmal zum Flughafen?", fragten wir Hunter und er nickte. Wir packten also schnell unsere Sachen, legten sie ins Auto und warteten auf Hunter. Auf der Fahrt redeten wir ziemlich viel über Missy und Majd, ehe wir uns von ihm verabschiedeten und auf unseren Flieger warteten. Für lange würde der Abschied nicht sein, denn bald würde ich für ihn zurückkommen, um ihm die Westernszene ein wenig näher zu bringen.
    • Tassila
      Bisherige Gesundheitsversorgung - Punkte verfallen

      Tierarzt [06.03.16 - Cooper]
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      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung| Pferde des BearBrook ec
      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.

      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns.

      Hufschmied [07.05.16 - Elsaria]
      Hufschmiede Glorieas
      Großauftrag für 13 Pferde
      Heute kam der erste Großauftrag von einem Mister Crowley. Er hatte 13 Pferde die einen Hufschmied bräuchten. Gestern erst rief er mich aus England an und fragte ob ich kurzfristig kommen könnte. Darum machte ich mich am Abend noch auf den Weg nach England. Ich flog mit der letzten Maschine, in England hatte ich einen netten Kollegen der mir sein gut ausgerüstetes Mobile Hufschmiedwerkstadt lieh. Ich musste nur die Materialien die ich benötigte ersetzen, aber das war vollkommen okay.
      Mein Flug war okay, und holte um 6:30 das versprochene Hufschmiedauto und fuhr dann direkt zu mstr.Crowley. Ich war leicht aufgeregt, denn ich wusste nicht, wie er reagieren würde, wenn plötzlich eine Frau vor ihm stehen würde. Der Beruf ist sehr männerlastig. Ich kam gegen 7:30 an und wurde von einem charmanten gut aussehenden Hunter Crowley.
      Nach unserer kleinen vorstellungsrunde begann ich zuerst mit Heart of Ocean. „ Er ist seit neuestem schwierig mit fremden Menschen, hatte was Schlechtes erlebt. Hab aber leider keine Zeit um dabei zu sein!“ hörte ich noch die neben Info von Hunter. „ Keine Sorge, ich krieg das hin!“ sagte ich und beschloss mit dem schwierigsten anzufangen. Ich baute alles auf und holte mir dann den Rapproanhengst Heart of Ocean.
      Schon in der Box kam er mit angelegten Ohren auf mich zu, doch ich bemerkte natürlich dass er zwei seiner Beine nie richtig belastete. „ Na was hast du für ein Problem süßer!“ redete ich ruhig auf ihn ein. Geduldig wartete ich ab bis er sich beruhigte und legte gekonnt sein halfter auf. „Na komm mal mit! Lass mich das Ansehen!“ ich tat so als würde Ocean mich verstehen und lief zu meinem Arbeitsplatz. Nun vom ersten Blick sahen die Hufen zwar gepflegt aus, aber ziemlich abgenützt aus.
      Ich hob das linke Vorderbein und schaute es mir genauer an. Bald entdeckte ich die stelle die sich entzündet hat und eine Quetschung. „Er hat eine Pododermatitis, das ist eine Huflederhaut Entzündung, dies kann viele Ursachen haben, matschiges Paddock, Dreck, falsche Pflege der hufe, zu langes Reiten auf hartem Untergrund und vieles mehr. Sie sollten ihn jetzt ein paar Tage schonen, am besten kein Training bis es wieder verheilt ist, das ist schmerzhaft, sollte er immer noch schmerz anzeigen, würde ich empfehlen einen Ta für einen Schmerzspritze zu rufen. Bei gründlicher Pflege und Reinigung, sollte das in ein paar Tagen verheilt sein. 2x täglich das Bein 10 Minuten lang mit kaltem Wasser kühlen.!“ Sagte ich zu einem Stallburschen Dieser verzog die Mine leicht sagte aber dann dass er das weiterleiten würde. Ich kürzte dann die restlichen hufen, und entlies Ocean in seine Box und holte mir das nächste Pferd. Diesmal war es ein Tinkerwallach namens Samson. Ich kontrollierte zuerst seine hufe. Diese waren in Ordnung, nun raspelte ich sie etwas kürzer und hinten sollten sie Allu eisen bekommen. Da er viel auf harten untergründen gefahren wird, würde ich für ein Stolleneisen entscheiden, da kann man wenn nötig noch 2-4 Stifte reindrehen, damit das Rutschgefahr verringert wird. Also suchte ich seine Größe heraus und begann mich an die Arbeit Den Ofen schon angeschmissen suchte ich die Größe von Samson. Nun legte ich die Eisen eine Weile in den 100 Grad heißen Ofen, und als diese dann soweit waren hielt ich es an Samsons Huf. Es qualmte und das verbrannte Horn stank bestialisch. Samson stand still und so ging meine Arbeit sehr schnell voran, der letzte Nagel sitzt und ich betrachtete Samson noch einmal. Ich hatte noch nie einen Auftrag bekommen, die Pferde hinten zu beschlagen. Nach langen eigenen Recherchen fand ich heraus, dass es einige aber jedoch wenige Pferde gab die von hinten beschlagen wurden, deshalb war es für mich dann nicht mehr so abstrakt. Nun fettete ich noch die Hufen von Samson ein und konnte mich dem nächsten Pferd widmen.
      Als nächstes kam eine chuckling dancing mess, Missy wie sie von allen genannt wurde, war eine goldfarbende Englisches Vollblut. Da sie Barhuferin war, musste ich keine Eisen vorbereiten. Ich ließ mir die Stute vorlaufen und entdeckte keine Fehlstellung. Sie waren etwas zu lang, aber das war kein Problem. Ich fing mit dem ersten Bein an und arbeitete ruhig weiter nach hinten. Missy hielt brav still und ich lobte die 6 jährige Stute. Die Hufzustand waren sehr gut. Wenn der Abnützung so bleibt bräuchte sie nicht beschlagen werden zu mindestens jetzt nicht. Nach ca. 20 Minuten war ich auch mit ihr fertig und als nächstes kam Slap Happy. Die junge Vollblutstute raubte mir den Atem. Ich hatte sie auf einer Stutkörung gesehen und nun stand sie da und sollten die hufen gemacht bekommen. Ich strich der hübschen stute übers Fell und schaute mir ihre Hufen an. Sie waren in Ordnung etwas lang, aber das war bei Mutterstuten häufiger der Fall, da das Fohlen aber bereits abgesetzt wurde, bekam happy nun ihre Maniküre. Happy ließ sich das nur wiederwillig gefallen. „ Normalerweise ist sie nicht so“ meinte Hunter zu mir. Ich erklärte ihm dass die meisten Pferde nach der Geburt ihres erstens Fohlens ihre Charaktereigenschaften verbessern oder gar verschlechtern können. Und das es für mich kein Problem war. Nun war auch Happy fertig und sie konnte wieder in ihre Box. Nun kam einer der Stallburschen mit einem schönen AraberHengst. Auch ihn ließ ich Vortraben und beobachtete genau wie er läuft. Mit hocherhobenen Hauptes und Schweifes präsentierte sich der Braunschecke. Er wusste wie. „ Das ist Mjad, ein aus Saudi-Arabien gezogener 2 Jähriger Araberhengst!“ erzählte mir hunter stolz. „ Das soll ein Hengst sein?“ fragte ich etwas ironisch gemeint, denn der Hengst stand gelassen still da obwohl gerade eine sichtlich rossige stute vorbeigeführt wurde. Nun hob ich seinen ersten Vorderhuf und sah mir es genau an. „ Die hufen sind etwas trocken, fett müsste reichen!“. Gab ich neben bei meine Meinung kund. Seine Hufen waren sonst sehr gut gepflegt, ich musste auch nicht viel wegnehmen. Ich arbeitete routiniert meine Arbeit und da der Hengst so brav stand waren wir auch schnell fertig. Und das für einen 2 jährigen. „ Wie machst du das? Hast du Tipps?!“. In meiner Karriere als Schmiedin lernte ich einige 2 jährige kennen die nicht so artig still standen. „ Er liebt Pfefferminze! Ich hoffe du hast welche!“ bemerkte hunter grinsend als er sah das ich ihn loben wollte. Natürlich hatte ich welche dabei. Mjad nahm das Leckerli an und kaute zufrieden und genüsslich rum nun konnte er wieder in seine Box. Nun kam eine DRP Stute namens Eismärchen.“ Sie ist von Geburt an auf einem Auge Blind!“ erklärte mir Hunter. Ich ließ sie mir kurz Vortraben und sah dass alles in Ordnung war. „ Also mit den Hufen hat sie nichts! Gut gewachsen, richtige Stellung, jetzt nur noch 1-2 cm wegnehmen und dann ist sie da wieder fit!“ lächelte ich. Gesagt getan. Ich machte mich ans Werk. „ Nach der Stute trinken wir einen Kaffee!“ sagte Hunter und grinste mich an. Ich sah kurz auf die Uhr, ich war schon, 3h am Werk, wie die Zeit verging. Eismärchen stand brav da und knabberte hin und da mein Hosenbund an. Endlich kam ich am letzten huf an und hunter ging in die Küche um den Kaffee aufzusetzen. Nun da Eismärchen fertig war, wusch ich mir die Hände und ging in die Küche. Dankend nahm ich die heiße Tasse Kaffee entgegen. „ Du Joicy, was ich….. fragen wollte, Bildest du auch aus? Würdest du mich als Lehrling nehmen?!“ fragte mich Hunter. Ich blickte kurz auf nahm einen Schluck meines Milchkaffees und setzte diese ab. „ Ja ich darf ausbilden, und eigentlich arbeite ich gerne alleine, ich wurde schon zu oft enttäuscht, du setzt da viel Herzblut rein, um dann von anderen gehört zu kriegen wie streng oder scheiße ich sei!“ Kurze Pause. „ Aber wenn du wirklich willst und du dich einen Monat ins Zeugs legst dann würde ich nochmal eine Ausnahme machen. „ Ich werde dich nicht enttäuschen!“ sagte mir hunter. „ Na dann legst du mit dem Rest hier mit an! Sagte ich und Stand auf als nächstes kam die tragende bear totem denali an die Reihe. Ich ließ mir die Stute Vortraben. „ Was siehst du?!“ fragte ich meinen neuen lehring. „ Das sie Risse im huf hat? Und einen B..Bockhuf?!“ kam zur Antwort. Das war recht gut, denn genau das gleiche hatte ich auch festgestellt. „ Die risse sind nicht schlimm mit einer speziellen Knetmasse kleben wir diese zu nachdem wir sie ausgeschnitten haben!“ erklärte ich. Sorgfältig machte ich den ersten Vorderhuf und den Hinterhuf, zeigte hunter wie das ging, und die zweite Seite machte er mit meiner Hilfe. Beim ausschneiden stellte er sich etwas tollpatschig an und schnitt sich mit dem Hufmesser in den Handballen, wie man sowas schaffte wusste ich nicht. Nun da hunter sich verletzt hatte schaute er einfach zu und ich machte Denali fertig. Dann drückte ich die Knetmasse ein und fettete die hufen ein. Nun kam der englische Vollbluthengst Mr. Raw Depression an der Reihe. Seine Hufen waren in Ordnung, ich musste nur einige ausgefranste stellen korregieren und fette auch diese ein. Der Hengst war atemberaubend, ob er wohl auf meine gekehrte Trakehners tute Musical Star sollte wäre wirklich eine Überlegung wert. Nun nachdem Raw brav war bekam er ein Leckerli und nun kamen wir zum vorletzten Pferd CHH´Lamperd. Von ihm hatte Vorbesitzer des Gestütes Van Helsing ein Nachkommen aus Star gezogen. Und es war eine gute Entscheidung. Der kleine entwickelte sich prächtig. Auch lamperd´s hufen waren schnell gemacht und so kamen wir zum letzten Pferd einen Tinkerhengst namens Areion. Auch er sollte hinten allu eisen bekommen. Hunter wärmte den Ofen auf. Ich erklärte ihm warum ich gerne heiß beschlage. „ Es gibt zwei verschiedene Beschlag Arten. Kalt beschlag verwendet man häufiger bei Isländern oder jungen Pferden, oder auch welche die Rauch und Feuer nicht abkönnen, hat einen Nachteil, wenn du den huf ausschneidest, entstehen kleine Luftbläschen und diese bleiben auch beim kaltbeschlag bestehen, und so fällt das eisen schneller ab. Beim heißbeschag, macht man das eisen zuerst heiß, ca. 70-100 Grad, legt es auf das Horn, das eisen brennt sich in den huf ein und verschließt diese Bläschen, und so verlieren die Pferde weniger die eisen!“ nun schnitt ich die hufen aus, und hunter gab mir von Anhieb an, die richtige Größe des Eisens. „ Ein Naturtalent!“ lachte ich. Es machte mehr Spaß wenn man zu zweit ist das musste ich eingestehen. Um 16:15 war ich mit dem letzten Bein fertig. Und so konnte ich mich auf dem Weg nachhause machen.
    • Tassila
        • Pflege [27.01.16 - sadasha]
          Nicht viel Neues
          Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
          Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
          Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
          Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.
        • Pflege [06.03.16 - sadasha]
          Das erste Fohlen
          Es ist gerade einmal zwei Wochen her, das ich mit zwei meiner Pferde in Kanada war. Zwei Wochen und es wahr keine leichte Zeit dort. Immer wieder nahm ich Kontakt zu meinen Eltern in England auf um zu hören wie es Slap Happy ging. Die hoch tragende Vollblutstute machte sich prächtig. Erst als ich heim kam fing sie an schwierig zu werden. Sie war unerfahren, launisch. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Abfohlen verbrachte ich die meiste Zeit an ihrer extra großen Abfohlbox. Immer wieder dachte ich es sei gleich so weit. Miss Chattahoochee stand mir dabei zur Seite und mit ihrer Hilfe brachte Slap Happy nach zwei unendlich langen Tagen ohne Schlaf ein im ersten Augenblick sehr zerbrechlich wirkendes Rappfohlen zur Welt. Es war eine Stute, fast gänzlich schwarz und zierlich gebaut. Nach ein paar unbeholfenen Aufstehversuchen stand sie auf ihren unendlich langen Stelzen und suchte instinktiv den Weg zur Milch. „Na das sieht doch großartig aus.“ sagte ich mehr als stolz. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich mich abwenden konnte und der Schlaf mich nun doch übermannte.
          Cooper Chattahoochee begleitete uns durch die erste Zeit und führte alle wichtigen Fohlenuntersuchungen und -impfungen selbst durch. Es stand schon während Slap Happys Tragezeit fest, dass sie allergrößtes Interesse an diesem Fohlen hätte. Immerhin ist es der erste Nachkomme ihres ehemaligen Hengstes CHH' Lamperd, der nun in meinem Besitz war. Dass es dann auch noch eine lackschwarze Stute war, war es komplett um sie geschehen. Ich muss gestehen, dass auch ich überwältigt war von der Eleganz die dieses junge Pferd mit sich brachte und es war faszinierend die Entwicklung beobachten zu können. Es war immer wieder etwas ganz Besonderes. Man kann sich einfach nicht satt sehen an überheblichen Luftsprüngen, abgedrehten Spurts und liebevollen Schmuseeinheiten zwischen Fohlen und Stute. Ein halbes Jahr lang konnten die beiden ihre Zweisamkeit genießen, bis die kleine Stute, die wir Glamour of Death tauften, absetzten.
          Es war herzzerreißend wie die beiden nacheinander riefen und ich war mir sicher man würde uns der Tierquälerei beschulden, hätten wir direkte Nachbarn.
          Eine Woche dauerte es bis beide sich beruhigten und unabhängig voneinander wurden. Erst jetzt rief ich Miss Chattahoochee wieder nach England für den letzten Aufenthalt auf dem Bear Brook EC. Dieses mal nahm sie Glamour mit zu sich nach Hause. „Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft!“ verabschiedete ich mich und fuhr ein letztes mal durch die seidige, schwarze Mähne des sichtlich gewachsenen Fohlens. Zusammen mit einem hochwertigen Lederhalfter, einem dazu passenden Strick, den Papieren und ein paar Fotos, die wir in der letzten Zeit aufgenommen hatten, verließen Cooper und Glamour den Hof.
          „Eigentlich hätte ich Cooper ja aus Kanada direkt mitnehmen können nach England.“ dachte ich im Nachhinein.

          Neben Slap Happys Fohlen gab es außerdem zwei neue Errungenschaften für die Zucht. Mr. Raw Depression hatte seine Zuchtpapiere endlich bekommen und Bear Totem's Denali war aus Kanada zurückgekehrt und nun ebenfalls zur Zucht zugelassen. „Dann ist es ja nur noch Chuckling Dancing Mess bei den Vollblütern oder?“ merkte Steven an und ich nickte zufrieden. „Nur noch Missy, dann steht unser Zuchtstamm.“ Zu schade, dass der Kontakt zu Catalina noch immer unterbrochen war. Mittlerweile erreichte ich sie nicht mal mehr telefonisch. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Ein halbes Jahr Funkstille und ich dachte immer noch tagtäglich an unsere Zeit auf ihrem Hof. Wenngleich ich mich immer mehr damit abfand, dass dieses Kapitel wohl einen Haken bekommen kann, war es doch nicht einfach sie aus den Gedanken zu verdrängen. Die letzte Zeit hatte mich die Arbeit rund um das Fohlen abgelenkt. Jetzt, wo das wegfiel, wurde ich wieder ruhiger. Besonders meiner Mutter fiel das auf, doch ich tat es wie immer ab und trainierte stattdessen die Pferde. Neben Missy waren ja auch die Ponys noch da. Jamie kümmerte sich zwar super um das Training von Arcany, Pendragon und Heart of Ocean und Iceflower und Princess Sansa waren weiterhin in Kanada im Training, aber ich wollte mich ab und an selbst vom aktuellen Trainingsstand überzeugen.Zusammen mit Jamie schaffte ich es am Tag über die Hälfte der Pferde zu bewegen. Dabei ritt sie stets auf dem alten Samson und ich nahm Mr. Raw Depression oder Bear Totem's Denali. Auch für Jamie war die Geburt des Fohlens sehr lehrreich. Sie hatte noch nie die Möglichkeit so hautnah dabei zu sein und für sie als angehende Tierärztin gab es wohl kein besseres Lehrbuch als die Praxis selbst.
        • Pflege [21.05.16 - sadasha]
          Ein derber Rückschlag
          Im Grunde wusste ich ja schon, dass es mit Catalina jetzt schwieriger werden würde. Jetzt wo sie schwer krank war. Jetzt wo ich von ihrem Seitensprung wusste. Aber der Anruf den ich gestern bekam, gerade als ich mit dem Beschlagen eines Pferdes fertig war, riss mich vollends aus der Fassung, die ich mir so hart erarbeitet hatte die letzten Wochen. „Deine Freundin ist gestorben, Hunter. Willst du nicht herkommen? Die Ärzte geben uns keine Details.“ hieß es da und die Worte schallten noch so deutlich in meinem Kopf, dass sie mich abermals betäubten, wenn ich nur daran dachte. Zum Glück saß ich, sodass mir das flaue Gefühl, dass sich nun auftat, egal sein konnte. Umkippen konnte ich nicht und in der Sitztasche vor mir waren Beutel für den Fall der Fälle, dass ich mich übergeben müsste. Dann die Ansage der Crew, dass wir in wenigen Momenten landen würden. Da ich mich nicht abgeschnallt hatte über den kurzen Flug von Deutschland nach England, kümmerte mich das monotone Gerede nicht.

          Eine halbe Stunde später war ich in Phase Zwei, auf dem Weg zurück in die Heimat: Lincolnshire. Die Zugverbindungen waren so grottenschlecht und über alle Maße überteuert, dass ich mir den Luxus ein Taxi zu nehmen gönnte. Der Taxifahrer warf immer mal einen verunsicherten bis besorgten Blick zur Seite und sprach mich, als das Navi die Ankunft in 5 Minuten ankündigte, doch noch an: „Sir, ist alles in Ordnung? Sie wirken bedrückt.“ fragte er höflich und wusste das sehr zu schätzen. Ich schenkte ihm zur Besänftigung ein kleines Lächeln. „Alles okay. Tut mir leid, dass ich so schweigsam bin.“ Den Rest der Fahrt redete mein Fahrer ununterbrochen. Es beruhigte ihn sichtlich und so war ich ihm nicht böse, auch wenn ich ihm nicht wirklich zuhörte. Ich dachte an Nichts. Zumindest versuchte ich das. Die Leere, die seit dem Anruf in mir herrschte breitete sich in solchen Momenten schneller aus als normal. Dann endlich sah ich die Einfahrt meines Hofes. Höflich wie ich war bedankte ich mich für das Gespräch, gab ein gutes Trinkgeld und stieg aus.

          Auf dem Hof wirkte ein reges Treiben. Dass hier zwei Personen fehlten würde man nicht bemerken, wüsste man es nicht. Gine und Isaac hatten ihre Meute im Griff. Ruby war gerade mit Denali und ihrem Fohlen, dass ich dank meiner Abwesenheit verpasst hatte, auf dem Springplatz beschäftigt. „Hey Honey!“ - „Mom.“ Meine Mutter schnellte mit erhobenen Armen zu mir um mich direkt in den Arm zu nehmen. So fest, dass ich diese Liebkosung abbrach. „Ist gut.“ Besorgt sah sie mich an. Das tat heute jeder.
          Aber die Tatsache außer Acht gelassen, dass ich ein unfassbar schlechtes Gewissen gegenüber Catalina hatte, der ich nicht zur Seite stand in ihren letzten Stunden, ging es mir gut. Ich war nicht mal traurig. Natürlich auch nicht glücklich, ich fühlte einfach... Nichts. „Komm rein, ich hab Essen gemacht. Du hast wieder abgenommen!“ Wieder warf sie einen besorgten Blick auf mich, diesmal musterte sie mich kurz von oben nach unten. Ich ließ mich ins Haus bugsieren, wo mein Vater gerade fertig mit dem Essen war. „Gut dich zu sehen, Junge!“ Ich nickte. Meine Eltern waren überfürsorglich. Sie hatten ihre Gründe, aber im Moment hielt ich das für unnötig. Noch bevor ich saß, hatte meine Mutter mir einen Teller fertig gemacht und vor die Nase geschoben. Nach Essen war mir nicht zu Mute und so stocherte ich lediglich ein wenig herum, bis meine Mutter mir nach einer halben Stunde den Teller wieder abnahm und ihn so verpackte, dass ich ihn mir sollte ich doch Hunger bekommen, wieder warm machen konnte. „Was willst du jetzt machen?“ fragte mein Vater schließlich und unterbrach damit die herrliche Stille der letzten vierzig Minuten. „Ins Krankenhaus fahren.“ Mit den Worten stand ich auf und warf einen Blick aus dem Fenster. Es war trocken und noch immer hell draußen. Zwar kündigte sich schon lange der Herbst an, so war es dennoch noch nicht zu spät das Motorrad zu nehmen. Sowohl mein Vater, als auch meine Mutter sahen mich entsetzt an, als ich mich wieder zu ihnen wandte. „Was?“ fragte ich verwirrt und verließ das Zimmer ohne eine Antwort abzuwarten. „Fahr vorsichtig!“ rief mir Mutter hinterher.
          Auf dem Weg nach draußen schnappte ich Schlüssel, Jacke, Handschuhe und Helm vom Flur auf und machte mich vor meiner Maschine fertig.

          Etwa zwanzig Minuten später stand ich an der Rezeption im Krankenhaus. „Ich würde gerne mehr über Miss Dixon's Tod erfahren. Ich bin- ...ich war war ihr Partner.“ Die Frau musterte mich kurz, war einen Blick auf ihren Bildschirm und tippte irgendwas in ihre Tastatur. „Tut mir leid, ich darf Ihnen keine Auskunft geben. Nur Familienangehörige.“ Ich brummte unzufrieden. „Wo finde ich ihren Arzt?“ Die Dame sah mich vielsagend an. „Aber Sir. Haben sie Kontaktdaten von Miss Dixons Angehörigen?“ Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken die Gelegenheit auszunutzen. Sie bekommt Kontaktdaten, ich bekomme Antwort auf meine Frage. Dabei hatte ich nicht mal Kontaktdaten. Darüber hatten wir nie gesprochen. „Konnten Sie niemanden erreichen?“ fragte ich entgegen meines Planes. Die Dame nickte eifrig. „Doch doch, ein paar haben wir erreicht. Aber man weiß ja nie.“ Merkwürdige Antwort. Dann sah ich den Arzt vorbeilaufen, von dem ich wusste, dass er Catalina behandelt hatte. Ich lief ihm hinterher und hielt ihn schließlich an. „Dr. bitte, einen Moment nur.“ bat ich und er hielt inne. „Was genau ist mit Miss Dixon passiert? Sie wissen schon, die schwer CF kranke Frau?“ Der Mann seufzte und sah mich durchdringend an. „Erstens, darf ich Ihnen dazu nichts sagen, außer dass sie gestorben ist. Zweitens, sollten Sie es vielleicht bei den Angehörigen versuchen. Sie sind wohl im Hotel gleich gegenüber, hab ich gehört. Und Drittens, sollten sie dringend schlafen, sie sehen nicht mehr gesund aus.“ Wieder einer dieser besorgten Blicke. „Danke.“ sagte ich und lächelte nun tatsächlich, ganz ehrlich. Endlich eine gute Nachricht. Als wäre ich dabei einen Termin zu verpassen, rannte ich den kompletten Weg aus dem Krankenhaus und orientierte mich dann kurz um das Hotel ausfindig zu machen. Es gab nur eines hier und so ging ich zu Fuß rüber und fragte nach Dixon. Man leitete mich weiter und schließlich stand ich vor drei Personen, die mich ein wenig misstrauisch ansahen. „Hi.“ unangenehmer konnte diese Situation kaum sein. „Sie sind Verwandte von Catalina Dixon?“ fragte ich zögerlich und bekam ein ebenso zögerliches Nicken zurück. „Und wer sind sie?“ fragte der einzige Mann in der Runde. „Hunter Crowley.“ sprudelte es aus mir heraus. „Ehm, Catalina's Freund.“ fügte ich schnell hinzu, als eine der Frauen eine Augenbraue hob. Jetzt schienen sie etwas mit mir anfangen zu können, was nicht hieß, dass sie offener wurden. „Gut, chrm... Ich wollte auch nur fragen wann ihre Beerdigung ist.“ log ich und bekam prompt eine Antwort, bevor sich alle drei wieder abwandten. Unzufrieden mit diesem Resultat verließ ich das Hotel wieder und fuhr zurück nach Hause um dort gleich müde ins Bett zu fallen.

          „AUFSTEHEN!! Aufstehen, aufstehen, Auuuufsteheeen!“ jemand rüttelte mich grob wach und hielt mir schließlich seine eiskalten Finger an die Wange. „Los jetzt, mach dich fertig!“ Gine... Wiederwillig richtete ich mich auf. „Was ist denn los?!“ - „Slap Happy's Fohlen kommt, das willst du ja wohl nicht verpassen oder?“ Sofort war ich hellwach. Nein, ihr Fohlen wollte ich unter keinen Umständen verpassen! Schneller als Gine gucken konnte war ich angezogen und lief runter in den Stall. Tatsächlich, meine braune Stute lief in ihrer Box Runden und sah immer wieder zu ihrem Bauch. „Geh noch nicht rein.“ riet Gine mir und so wartete ich geduldig vor der Box, bis Slap Happy sich den Wehen ergab und zu Boden sank. Gerade als ich die Boxentüre aufschieben wollte griff Gine erneut ein: „Warte noch, es kann sein, dass sie sich nochmal umentscheidet.“ ernst sah sie mich ab und nahm meine Hände von der Türe. 'Umentscheidet'... sowas macht meine Slap Happy nicht... Nie. „Siehst du!“ - Verdammt! Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich geglaubt meine Stute in diesem Punkt zu kennen. Die große Braune stand wieder, den Kopf gesenkt, als würde sie überlegen was sie nun tun sollte. Ein zwei Schritte ging sie nach vorne und sank dann wieder zu Boden. Einige Minutenlang lag sie komplett auf der Seite, bis sie sich noch einmal halb aufrichtete um zu ihrem Bauch zu sehen. „Gut, wir können jetzt rein. Sie wird denke ich nicht mehr aufstehen.“ - Gine schob die Türe auf - „Kann ich helfen?“ der irische Akzent verriet mir, dass Isaac gleich hinter mir stand. „Vielleicht.“ sagte Gine knapp und prüfte fachmännisch die Lage. Dafür, dass sie sonst immer sehr aufdringlich und kommunikativ war, war sie jetzt ausgesprochen ruhig und professionell. Isaac und ich kamen in die Box und schoben die Türe zu. Ohne überhaupt zu fragen schritt ich zum Kopf meiner Stute, hockte mich hin und fing an sie zu kraulen. Am Hals, an den Ohren und schließlich strich ich mit der flachen Hand über ihr hübsches Gesicht. Isaac sah sich die Lage von hinten. „Also in Irland... Da machen wir das anders.“ fing er lachend an zu erzählen um die Spannung zu nehmen. „Da kommen die tragenden Stuten auf die Weide un-“ - „Halt-die-Klappe!“ fauchte Gine ihn an. „Da kommt es!“ Ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen und als es ihr möglich war griff sie beherzt die Füße des kleinen Pferdes und erleichterte meiner Stute so das Abfohlen. „Es liegt super, sie macht das toll!“ - „Ist ja auch nicht ihr Erstes...“ brummte ich; zu leise, um von den beiden gehört zu werden. Es vergingen gefühlte Stunden bis das Fohlen mit einem letzten Schub den Mutterleib vollends verlassen hatte. Es war durch und durch braun, ein Hinterhuf erstrahlte aber in hellem Beige und etwas versetzt von der Mitte der Stirn fanden sich ein paar einzelne weiße Härchen. Es war ein Hengstfohlen, das ich mir schöner nicht hätte erträumen können. „Der dunkelt bestimmt noch nach, wenn er wächst. Die paar weißen Haare kannst du dir abschminken.“ fachsimpelte Isaac. „Das verwächst sich alles und der Huf dunkelt auch nach.“ Gine war dem groß gewachsenen Iren einen abwertenden Blick zu. „Er ist gut wie er ist. Hör auf ihn schlecht zu machen.“ Ich grinste. Auch Isaac lachte, was er aber im Grunde immer tat. „Sie hat recht.“ griff ich ein, bevor die beiden sich in eine Diskussion reiten konnten wie ein altes Ehepaar. „Er ist gut. Punkt.“ Ich stand auf und streckte mich ausgiebig. Slap Happy blieb noch einige Minuten liegen und solange wachte Gine über sie und das Hengstfohlen. „Isaac, an die Arbeit. Gine fällt für die nächsten stunden aus, sie muss die zwei im Auge behalten, damit nichts schief geht.“ - „Oh du reitest also auch mal wieder eines deiner Pferde?“ - „Fang bloß nicht an wie Steven mein Freund.“ ich schmunzelte. Isaac lachte wieder und legte mir brüderlich eine seiner großen Hände auf die Schulter. „Niemals, mein Hübscher.“ Verwirrt sah ich ihn an und bekam einen verruchten Blick als Antwort. Da ich nicht schwul war, wirkte das nicht und so räusperte ich mich und warf einen kurzen Blick auf die Boxenschilder. „Guuut... Isaac, kannst du die western gerittenen übernehmen?“ - er nickte - „Ich mache dann Pendragon, Ocean, Eismärchen...“ Isaac ließ einen verträumten Seufzer los „...und Ray. Alles Okay?“ prüfend blickte ich ihn an. Der Ire nickte und wirkte als hätte er irgendwelche Drogen genommen. „Dann los.“ mit den Worten drehte ich mich um. Missy, Lamperd und Majd waren seit ein paar Stunden auf der Galopprennbahn eines Bekannten. Princess Sansa und Iceflower waren wie schon seit Monaten auf Trainingsurlaub, bis sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Die übrigen Stuten, also Denali und Arcany, hatten noch ihr Fohlen bei Fuß und standen mit eben diesen und Savory Blossom auf der größten Weide, die wir bieten konnten. Das heute kurz gehaltene Training mit den Pferden tat gut und bis zum Abend hatte ich vergessen, warum ich überhaupt hier war. Erst als ich auf Mr. Raw Depression saß, ihm die Zügel lang ließ und meine Gedanken abschweiften kam mir Catalina's Tod wieder in den Sinn. In fünf Tagen ist die Beerdigung. Dann würde noch einmal ihre Verwandten treffen, die nicht sonderlich überzeugt von mir waren. Sollte ich mir das wirklich antun? Immerhin hatte auch das Verhältnis zu Catalina am Ende einen Knacks. Nein. Sie hatte es verdient, dass ich ihr die letzte Ehre erweise, egal was sie getan oder nicht getan hatte. Wer weiß schon, was wirklich passiert ist.

          Gedankenverloren stieg ich ab und führte Ray auf die Stallgasse, sattelte ihn langsam ab und stand dann wie paralysiert da und starrte seine Beine an, die eben noch Bandagen trugen. Wo waren die hin? „Hey, hast du schon ein Namen für Slap Happy's Hengstfohlen?“ jemand schlug mir unwirsch die Hand auf den Rücken, sodass ich jäh aus meiner Trance erwachte und hochschrak. „Woah, ich wollte dich nicht erschrecken, sry.“ Isaac sah mich stirnrunzelnd an. „Also?“ Seine Gesichtszüge lockerten sich und es bildte sich ein erwartungsvolles Grinsen. Lachte er denn wirklich immer? „Nein, ich hab mir da noch keine Gedanken zu gemacht.“ gab ich zur Antwort und sah in die Bandagentasche, wo jemand feinsäuberlich die Bandagen verstaut hatte. „Warst du das?“ Isaac nickte eifrig. „Danke.“ ich lächelte und packte zu guter Letzt Bandagentasche, Trense und Putzkiste auf einmal um sie in die Sattelkammer zu bringen. Als ich wieder kam stand nur noch Isaac auf der Stallgasse. „Bist du mit deinen Kandidaten durch oder wieso nimmst du mir meine Arbeit weg?“ ich schmunzelte, er sollte sich nicht angegriffen fühlen. „Ach weißt du...“ fing er an und legte mir abermals einen Arm um die Schultern, was mir ein unangenehmes Gefühl einbrachte. „Ich dachte mir, etwas Unterstützung und Aufmerksamkeit, würde dir heute nicht schaden. Als Gine vorbeikam und ein gelachtes „Na ihr zwei Süßen?“ in den Raum warf löste ich mich aus Isaac's Griff und machte mich auf ins Haupthaus um mit meinen Eltern die nächsten Tage zu besprechen. Ich würde nach Catalina's Beerdigung wieder abreisen. Noch ein Jahr Ausbildung in der deutschen Eifel hatte ich vor mir, bis ich wieder endgültig nach England zurückkehren konnte. Die wenigen Tage zu Hause wollte ich dann wenigstens sinnvoll nutzen. „Die Jenkins Brüder aus Kalifornien haben sich gemeldet, sie wollten dich sprechen?“ fragte meine Mutter mehr als dass sie es sagte. „Haben sie gesagt, was sie wollen?“ fragte ich zurück und sie schüttelte den Kopf. „Gut, dann war es sicher nichts Wichtiges.“ Die beiden hatten immer irgendwelche Probleme mit denen ich nichts zu tun haben wollte. Hätte ich ihnen mal nie die Trakehner verkauft... Dann hätte ich heute meine Ruhe. Ich ließ den Tag mit einer Zigarette und meinem Skizzenbuch ausklingen. Ich zeichnete Nonsense... Nichts Nennenswertes, nicht mal etwas, das mit dem Tag heute zu tun hatte. Alles in mir versuchte im Moment auszublenden, was in Wirklichkeit geschehen war. Das machte diese Zeit erträglicher. Die nächsten Tage würde ich viel mit den frisch weitergebildeten Pferden arbeiten. Würde die Zuchtplanungen für nächstes Jahr erledigen und Namen für die drei aktuellen Fohlen finden. Vielleicht fand sich sogar schon ein Interessent für das Reitpony Stutefohlen? Jedenfalls plante ich so, dass zwischen der Arbeit kaum Pausen lagen in denen ich zu viel nachdenken konnte. So zumindest die Strategie.
        • Pflege [29.05.16 - sadasha]
          Neue Gesichter
          Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

          Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

          Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
          „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

          Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
          Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

          „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.
        • Rennbericht [07.06.16 - Jackie]
          Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
          "Viel Spaß beim Rennen" eine junge Frau welche an der Kasse stand, drückte die Karten für das Rennen, sowie das Programmheft in die Hand der ungeduldigen Gäste. Manche blickten schon genervt von so viel Freundlichkeit in die Menschenansammlung - andere bewunderten voller Vorfreude das große Anwesen, auf dem in einer Stunde das große Rennen stattfinden würde.
          Zunächst wurden die Pferde im Führring vorgestellt. Ein Blick in das Programmheft verrieht, dass insgesamt zwei Rennen mit je elf Pferden stattfand. Schließlich versammelten sich die Zuschauer vor dem runden Gatter um die Pferde zu betrachten. "Schau mal! Die Nummer 1! Ich habe gehört sie hat schon vier Rennen gewonnen", ein kleiner Junge zerrte am Ärmel seiner Mutter. "Schon, aber die Nummer 5 war auch nicht gerade erfolglos". Überall tauschten sich Zuschauer über die teilnehmenden Pferde aus. Als eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher erschallte. "Willkommen auf den Aufgewichtsrennen. Das erste Rennen findet in einer dreiviertelstunde statt. Teilnehmen tun die Nummer 1 "Caspian of the Moonlightvalley mit Charly Lancaster" dieses Pferd hat bereits vier Rennen gewonnen, die Nummer 2 "Duke of Darkness mit Jani Rednisch" zwei Rennen gewonnen, Die Nummer 3 "Faster mit Janice Anderson" ebenfalls zwei Rennen gewonnen, die Nummer 4 "Sacramento mit Aiden Nicholas Clark" noch keine Rennen gewonnen, stammt allerdings vom erfolgreichen Ehrengold und der Khiara El Assuad ab. Die Nummer 5 "I've got the moves like jagger mit Lucas Bergström" hat schon ganze drei Rennen gewonnen. Die Nummer 6 "Riverside mit Valerie Wincox" ein erfolgreiches Rennen. Ebenso die Nummer 7 Vai Alida von Trader Joe, aus der Valley Victoria, geritten von Michelle Rose. Die Nummer 8 "Valentines Alysheba mit Cinaéd O'Mordha" wird heute wohl ihr erstes Rennen laufen. Die Nummer 9 "Chuckling Dancing Mess mit Max Nygaard", ebenfalls einen Sieg. Die Nummer 10 "Kagami El Assuad mit Samantha O'Neil" ist bereits zwei erfolgreiche Rennen gelaufen und stammt aus Pawaneeh und ebenfalls Khiara El Assuad ab. Die Nummer 11 ist die wohl jüngste Starterin im Rennen. "Stromers Painting Gold mit Kira Esenbeck" vom erfolgreichen Stromer, aus der Painting Shadows. Auch sie wird heute wohl ihr erstes Rennen laufen.", die Stimme legte eine kurze Pause ein. "Nun ich wünsche euch allen viel Glück beim wetten! Der Wettschalter ist nun eröffnet.
          Es dauerte nicht lange und die Wetten wurden abgegeben. Die Zuschauer suchten sich einen Platz zum sitzen oder zum stehen und hielten nervös ihre Wett-Quitting in der Hand. "Oh schau nur! Es geht los! Die Pferde werden in die Startboxen gebracht!", ein junges Mädchen zeigte aufgeregt auf die 11 Pferde, welche nervös Kreise drehten um der Startbox zu entweichen. Als es dann schließlich soweit war, dauerte es keine 30 Sekunden ehe die Pferde starteten. In Startbox 1 befand sich die Nummer 4, sie hatte gute Chancen die anderen zu überholen, an zweiter Stelle war die Nummer 3, während Stromer's Painting Gold in Startbox 3 stand. Auf einmal preschten alle Pferde gleichzeitig los. Es war ein atemberaubender Anblick. Der erste Enttäuschte Ausruf, kam von einem Mann, welcher auf die Nummer 2 gewettet hat. "LAUF SCHON!", rief er. Doch auch nun hörte man die Stimme des Kommentators. "Sacramento und Kagami El Assuad geben einen atemberaubenden Start ab, beide führen Kopf an Kopf. Sacramento holt Kagami ein... doch was ist das, Vai Alida kommt von hinten und überholt Sacramento." Es dauerte nicht lange, als von hinten die Nummer 3 aufholte. "Faster überholt, Vai Alida fällt zurück, Faster holt auf. Faster liegt vorne! Duke of Darkness wagt einen Angriff und überholt Faster und Vai Alida. Doch Faster lässt sich nicht aufhalten und führt wieder an erster Stelle. Duke of Darkness hinten dran. Die Beiden nähern sich der Ziellinie, die Pferde geben ihr Bestes! 1700m sind erreicht! Faster holt auf, Faster läuft in die Zielgerade, Duke of Darkness bleibt zurück... Vai Alida holt auf. Faster ist über die Ziellinie! Vai Alida hinterher!", überrascht verstummte der Kommentator für eine Sekunde "Doch was ist das! I've got the Moves Like Jagger prescht an Duke of Darkness vorbei und macht tatsächlich den dritten Platz! Knapp geführt von Duke of Darkness. Chuckling Dancing Mess läuft als nächster über die Ziellinie, dicht gefolgt von Stromers Painting Gold und Caspian of the Moonlightvalley. Jetzt kommt auch Kagami El Assuad und Valentines Alysheba in das Ziel! Riverside mit Valerie Wincox belegen leider den letzten Platz.
          Die Menge jubelte, gerade zu den letzten 200 Metern hin wurde es auf der Tribüne immer lauter. Lediglich ein paar Menschen die nicht auf das Siegerpferd gesetzt hatten, schmissen ihre Qutting sauer zu Boden. "So ein Mist", fluchte ein älterer Herr, welcher offenbar die Niete erwischt hatte. Die Gewinner begaben sich mittlerweile zur Kasse um ihren Gewinn ausgezahlt zu bekommen, während die Siegerehrung begann. Während Faster von Tim Fleming im Kreis geführt wurde und darauf wartete abgespritzt zu werden, bestieg Janice Anderson das Siegerpodest und nahm den Pokal entgegen. Neben ihr Lucas Bergström und Michelle Rose.
          Die Zweite Runde stand an und die Zuschauer hatten erneut Zeit sich die Pferde anzusehen, um auf ihren Favoriten zu setzen. "Wir haben heute einen absoluten Top Favoriten", sagte die Stimme aus dem Lautsprecher. "Success Story XX geritten von Meg Smith. Hat bereits 8 erfolgreiche Rennen gelaufen. Aber auch CHH' Lamperd geritten von José Prestes weist mit seinen 5 Siegen ein großartiges Potential auf. Zuckerschock mit 3 Siegen steht damit ebenfalls auf der Liste der Favoriten." Schließlich meldete sich wieder die junge Frauenstimme, welche schon zu Beginn kommentiert hat. "Es startet die Nummer 1 "One Cool Cat mit Rita Ferrero", die Nummer 2 "Badriyah mit Jani Rednisch", die Nummer 3 "First von Rothen mit Amy Fleming", die Nummer 4 "Priamos Ruffia Kincsem mit Aiden Nicholas Clark", die Nummer 5 "Ikarus mit Kathrin McAlistair", die Nummer 6 "Silberstern mit Abby Montgomery", die Nummer 7 "Hidden-Flyer mit John Jonson", die Nummer 8,9 und 10 habe ich vorhin bereits genannt und die Nummer 11 "ZM's Zanaro mit Andrew Cole". Nun, ich wünsche euch wieder viel Erfolg beim wetten!", die Stimme verstummte und die Menge stürzte sich auf die Wettschalter und Tribünen. Jeden Moment sollte es soweit sein.
          Nachdem auch das letzte Pferd für das zweite Rennen in der Box war, herrschte eine kurze Weile Stille. Mit einem Mal ging es los, die Pferde startete und der Kommentator griff zu Mikrofon. "CHH' Lamperd legt einen perfekten Start ab! Er führt an der Spitze. Badriyah wagt einen Versuch zu Überholen. Badriyah überholt One Cool Cat und First von Rothen. Badriyah führt. Lamperd holt auf. Lamperd führt. First von Rothen holt Badriyah auf. First von Rothen bleibt hinter Lamperd. Priamos Ruffia Kincsem holt auf, Priamos und First laufen Kopf an Kopf, Lamperd führt immer noch, nahe gefolgt von ZM's Zanaro. Zanaro liegt zurück, Zuckerschock wagt einen Angriff von hinten, wird jedoch von First von Rothen ausgebremst. Die Pferde nähern sich der Zielgeraden. Lamperd immer noch an erster Stelle, dicht gefolgt von First von Rothen. Hinter ihm Priamos. Nur noch wenige Meter! Lamperd führt an erster Stelle! First von Rothen läuft nach ihm über die Ziellinie, gefolgt von Priamos. Auf den vierten Platz Badriyah gleich im Anschluss Zanaro und als sechster erst Success Story XX. Was ein Jammer! Erst jetzt laufen Ikarus, One Cool Cat und Zuckerschock über die Ziellinie. Silberstern liegt leider weit als letzter zurück!", die Stimme verstummte und das aufgeregte Publikum stürmte erneut zum Wettschalter um auch hier die Gewinne abzuholen. Auch für die zweite Runde standen die Jockeys auf den Podest um den Pokal überreicht zu bekommen. José Prestes auf der höhsten Treppe und gleich daneben Amy Fleming und Aiden Nicholas Clark. Amy lächelte ihrem Vater zu "Dad, gleich zwei Siege an einem Tag! Ist das nicht der wahnsinn!", ihre Worte überschlugen sich beinahe vor Aufregung. "Das war ein wirklich spannendes Kopf-an-Kopf Rennen", sagte währenddessen ein Mädchen zu ihrem Freund. Dieser nickte und drückte ihr einen liebevollen Kuss auf den Mund, zusammen gingen sie Hand in Hand auf den Weg Richtung Parplatz. Andere Zuschauer blieben im Restaurant, während die Besitzer noch ein Meeting hielten.
        • Pflege [06.09.16 - sadasha]
          Exhausting
          Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.

          Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.

          Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.

          Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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          Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?

          Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

          Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.

          Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.

          Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.
    • Tassila
      Pflege April - Normalität im Ausnahmezustand

      Auf dem großen Anwesen in Irland hatte sich nach den einschneidenden Ereignissen wieder soetwas wie Normalität eingestellt. Die verbliebenen Pferde werden täglich trainiert, sogar einige Neuankömmlinge haben sich hier eingefunden. Dennoch laufen die Planungen hinter den Kulissen auf Hochtouren, ein Umzug ist geplant, zurück auf's europäische Festland, genauer in die ostbayerische Gegend. Ein mögliches neues zu Hause wurde schon ausgekundschaftet, ein altes Herrenhaus mit Gutsanlage.

      Bis es soweit ist, geht das Leben auf der grünen Insel seinen gewohnten Lauf:
      die drei prämierten Stuten Dublin, Aerith und Might bite a Bit genießen ihr Leben größtenteils auf den weitläufigen Weiden, da sie nicht mehr aktiv im Turnierbetrieb gehen, werden sie nur leicht gearbeitet. Die größten Freizeitler jedoch sind die Youngsters: Gigolo's Smokin Silverado, Depressed Mr. Dexterity, Here comes Copycat und Golden Redstar. Die Junghengste bilden eine harmonische Gruppe (meistens zumindest) und lernen nebenher im täglichen Handling die Grundlagen des guten Umgangs mit Menschen.
      Die aktiven Turnierpferde sind ebenfalls in Gruppen aufgeteilt auf verschiedene Weiden, wo sie nach Möglichkeit mehrere Stunden täglich verbringen. Trainiert wird dann je nach Disziplinen: Chuckling Dancing Mess, Silmaril und Seleya, die Langstreckenläufer sind meist in der Umgebung unterwegs um auf verschiedenen Terrains und Steigungen zu trainieren.
      Die verbliebenen Galopper Suddenly Airborne und Sing my Lullaby sind bereits in aller Frühe auf der oft noch nebligen Grasbahn oder der kleineren Sandstrecke anzutreffen.
      In der Reithalle und den Aussenplätzen ist immer etwas los, wenn die Dressur- und Vielseitigkeitspferde sowie die Quarter Horses trainieren: Lune de Miel, Efeu, Aquila, Joaquín, Sweeney, Alonso, Acapulco und Roses never Die.
    • Tassila
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      Distanz E - A
      Seleya | Silmaril | Chuckling Dancing Mess

      22.335 Zeichen | Canyon

      Wenn ich einmal hier bin, dachte ich bei mir, kann ich auch gleich noch ein paar Blumen kaufen. Es regnete und der Himmel sah so aus, als sei er seit Tagen so grau und bewölkt. Ziemlich demotivierend. Ich mochte Regen, aber diese Hochhäuser, die ihre Arme ausstreckten, als würden sie die dicken Regenwolken zu uns hinunter ziehen wollen, die machten den erfrischenden Regen zu einem Guss voller Traurigkeit.
      Petyr und Vuyo neben mir schienen dies jedoch gar nicht zu merken. Sie unterhielten sich angeregt über Betriebssysteme. Bereits nach den ersten Minuten im Flugzeug hatte ich aufgehört, diesem Gespräch folgen zu wollen.
      "Da vorne ist ein Blumenladen," unterbrach ich das Gespräch der beiden. "Ich bin gleich wieder da." Vuyo nickte kurz und Petyr schien mich gar nicht erst gehört zu haben. Ich seufzte. Dann zog ich meine Kapuze über den Kopf und verließ den regensicheren Busunterstand.
      Der Blumenladen auf der anderen Straßenseite war über und über mit den verschiedensten Pflanzen bedeckt und wahrscheinlich kannte ich keine drei von denen beim Namen. Ich war definitiv zu selten Blumen kaufen.

      Fünf Minuten später verließ ich mit einem kleinen Strauß roter Tulpen den Laden. Der Regen war immer noch nicht weniger geworden und verwandelte die viel befahrene Straße zu einem reisenden Bach.
      "Was hast du denn mit denen vor?" Petyr drehte sich erstaunt zu mir. Ich war auch erstaunt, aber eher deswegen, weil mein Freund mich ausnahmsweise auch mal bemerkte. Mittlerweile war ich zu dem Entschluss gekommen, dass Charlys Idee doch gar nicht so praktisch war. "Schau mal, ich spendiere euch den Flug, ihr trainiert zusammen Tassilas Pferde und du kannst deine Schwester zum Geburtstag gratulieren. Perfekt, oder?" Hörte ich ihre Stimme in meinem Kopf nachhallen. Ja total perfekt.
      "Für meine Schwester." Nuschelte ich und deutete dann auf das andere Ende der Straße. "Da, Bus."

      Gefühlte Stunden später hielt der Bus an einer einsamen Haltestelle irgendwo im Nichts. Bepackt mit schweren Rucksäcken standen wir also orientierungslos wie im zum Glück immer weniger werdenden Regen. Drei Junge Männer, welche eigentlich schon längst ganz woanders sein sollten.
      "Seit ihr euch sicher, dass das der richtige Bus und die richtige Haltestelle gewesen ist?" Vuyo zweifelte anscheinend an Petyrs nicht vorhandenen Ortskenntnissen. Dieser hatte derweilen seine Nase tief in sein Handy gesteckt, auf welcher er angeblich eine unfehlbare App hatte.
      Wieder deutete ich nach links die Straße entlang und diesmal folgten die Blicke meiner beiden Gefährten meiner Bewegung. Ein einsames kleines Auto fuhr die geschlängelte Straße entlang, verschwand immer mal hinter einem Hügel, nur um kurz darauf wieder aus dem Nichts aufzutauchen.
      "Ist sie das?" Petyr kniff die Augen zusammen und versuchte den Fahrer des Gefährts zu erkennen. Ich zuckte nur mit den Schultern. Solche sinnlosen Fragen war ich mittlerweile nach all diesen Jahren von ihm gewöhnt.
      Klarheit hatten wir erst, als der kleine Wagen auf der anderen Straßenseite anhielt und das Fenster herunter gekurbelt wurde. "Seit ihr die drei vom THT?" Die Frau hinter dem Steuer war jung und hübsch und jedenfalls Petyr und Vuyo schien dieser Fakt davon zu überzeugen, dass sie die Richtige war. Ich folgte ihnen wie immer, was anderes blieb mir ja sowieso nicht übrig.

      Tassila brachte uns auf ein Gestüt unweit der Haltestelle, aber trotzdem soweit, dass ich ganz froh war, nicht hatte laufen zu müssen. Sie schien nett, vor allem hilfsbereit und wenig schreckhaft, immerhin fuhr sie mit drei jungen Männern durch die Gegend. Ohne größere Komplikationen kamen wir jedoch heil auf dem recht großen, aber sehr übersichtlichen Gestüt an. Vom Regen der letzten Tage sah alles recht verlassen und trostlos aus. Die Stangen auf dem Springplatz waren großen Pfützen gewichen und die meisten Pferde standen entweder im trockenen Stall unter den auf den Weiden verteilten Unterständen.
      Petyr und ich teilten uns ein Zimmer, während Vuyo das Glück hatte, eines für sich alleine zu ergattern. Es war klein und gemütlich und während Petyr seinen kompletten Inhalt des Rucksacks im gesamten Zimmer verteilte, ließ ich meinen Rucksack gepackt neben dem Bett stehen. In einigem Tagen würden wir sowieso wieder abreisen, was sollte dann die Arbeit mit dem Ein- und Ausräumen.
      Nachdem wir drei uns eingelebt hatten, Vuyo geduscht und Petyr vergeblich nach dem WLAN-Schlüssel gesucht hatte, machten wir uns auf den Weg in den Stall. Tassila erwartete uns bereits mit den drei Trainingspferden, welche vor ihren Boxen angebunden waren. Bereits im Auto hatten wir Tassila kennenlernen dürfen und Infos über die Pferde sammeln können, sodass mittlerweile feststand, wer welches Pferd trainieren würde. Vuyo blieb seiner alten Leidenschaft treu und würde das Englische Vollblut Missy trainieren. Den ganzen Namen hatte ich mir natürlich nicht gemerkt. Petyr hingegen, der Hengstkenner, würde sich dem einzigen Hengst verschreiben, Silmaril. Bis jetzt hatte Petyr meist die schwierigeren Fälle bekommen. Anscheinend schien seine Motivation nämlich nie enden zu können und er hatte das Talent, sobald der Morgenmuffel munter war, den Tag aufs Neue mit positiver und ständig nervender Einstellung zu beginnen. Für mich blieb nur noch Seleya. Hübsch, zart und ziemlich flink unterwegs, hatte Tassila mir diese beschrieben und ich hatte das Gefühl, dass wir das Ganze ohne Probleme hinbekommen würden.
      Außer den Pferden zeigte Tass uns noch den Stall mit seiner Sattelkammer, sowie die wichtigsten Gebäude des Hofes.
      Ich hatte das Gefühl, als würde das Gestüt nach Nelken duften und hinterließ in mir einen sehr positiven Nachdruck. Auch im Inneren des Stalls herrschte eine angenehme Stimmung. Die Decke hing weit über unseren Köpfen und war gepickt von lichtdurchflutenden Fenstern, welche jedenfalls etwas das miese Wetter vertrieben, das außerhalb des Stall herrschte. Nach einer Führung ließ Tassila uns alleine und jedenfalls ich freute mich darauf, nun mit Seleya beginnen zu können. Petyr hingegen hätte anscheinend gerne noch etwas mehr Zeit mit ihr verbracht, wandte sich dann aber wohl oder übel auch seinem Pferd zu.
      "Spaziergang?" Fragend blickte ich in die kleine Runde. Petyr verzog etwas das Gesicht, etwas Aktion hätte ihm bestimmt besser gefallen, nickte aber. Vuyo war wie immer einverstanden. Ih war schon viele Jahre Trainer und mittlerweile hatte ich mir einen recht guten und festen Trainingsplan angeeignet, welcher natürlich von Auftrag zu Auftrag auf die Bedürfnisse des Pferdes zugeschnitten wurde. Aber diesmal schien ein gemeinsamer Spaziergang für den Anfang keine schlechte Idee.
      "Draußen ist es aber nass." Meckerte Petyr, als er einen Blick aus dem Stalltor warf.
      "Umso besser, da können sich die Pferde gleich dran gewöhnen, dass man beim Distanzreiten mit jedem Wetter klarkommen muss und ein bisschen Nässe ist da wohl das geringste Übel." Meinte ich und begann dann damit, Seleya zu putzen. Stück für Stück erkundete ich ihren Körper, suchte nach Stellen die der jungen Stute gefielen und achtete auf die Dinge, die sie nicht so mochte. Sie schein recht pflegeleicht und schnell hatte ich eine Stelle unter dem Kinn gefunden, wo sie genüsslich den Kopf streckte und sobald ich aufhörte, nach mehr bettelte. Ich war wie immer der letzte, der den Stall verließ. Draußen traf ich wieder auf Petyr und Vuyo und zu dritt machten wir uns auf den Weg. Tassila hatte uns eine kleine Reitkarte gegeben und da wir die nächsten Tage sowieso viel im Gelände unterwegs sein wollten, war dies die perfekte Chance die Reitwege rund um das Gestüt bereits jetzt kennenzulernen und nicht erst dann, wenn es darauf an kam.
      Der Regen hatte zum Glück mittlerweile ganz aufgehört, auch wenn sich Petyr alle paar Minuten beschwerte, dass dieser nun aus dem Blätterdach der Bäume über uns tropfte. Trotzdem merkte ich ihm an, dass er sich auf das Training in der wunderschönen Natur Irlands freute. Auch Vuyo war heute sehr ausgelassen. Obwohl meist schweigsam, dauerte es nur wenige Minuten und die beiden waren abermals in ein tiefes Gespräch vertieft.
      Ich ließ mich etwas zurückfallen und erkundete mit Seleya die Natur rund um uns herum. Ich musste wissen, worauf ich mich einließ, wenn ich das erste Mal in de Distanzsattel steigen würde. Vor raschelndem Laub und allerlei Tiergeräuschen schien Seleya kaum bis gar keine Scheu zu haben. Nur ihr Spiegelbild in den zahlreich vertretenen Pfützen auf nserem Weg wollte ihr nicht gefallen. Stur blieb sie stehen und rührte sich keinen Schritt vor oder zurück. Ich ließ mir die benötigte Zeit, auch wenn dies bedeutete, meine beiden Kollegen etwas aus den Augen zu verlieren.
      Nachdem wir eine besonders fiese Pfütze nach etwas Überredungskunst und einigem nützlichen Wissen überwunden war, war ich soweit zurückgefallen, dass ich mich dazu entschied, etwas anzutraben. Leider war mein Schuhwerk nicht perfekt und ich hatte die hochmotivierte Seleya überschätzt, welche mich die ersten Meter unhaltbar mit sich schleifte, bis ich die Kontrolle wiedergefunden hatte und den Araber zum Durchparieren brachte. Bis wir nun Vuyo und Petyr erreicht hatten, übte ich ausführlich antraben und durchparieren und konnte jedenfalls kleine Fortschritte bei uns sehen.
      Auch Vuyo und Petyr hatten die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern ähnliche Übungen durchgeführt. Sie schienen ein ganz gutes Team zu sein und gaben sich durchgängig gegenseitig Tipps.
      "Bereit für den Rückweg?" Keuchend kam ich neben ihnen zum stehen und blickte die beiden fragend an.
      Petyr nickte erleichtert und wendete seinen Hengst zum Gehen. "Let's go home!" Rief er unbedacht laut und Silmaril machte einen erschrockenen Ausweichschritt zur Seite.
      "Ach Petyr", ich seufzte. "Kommt, lasst uns gehen."

      Am Abend brachte ein Taxi Petyr und mich zu der nicht weit entfernten Wohnung meiner Schwester Juli. Vuyo hatte auf dem Gestüt bleiben wollen. Er kannte meine Schwester noch nicht und so höflich wie er war, hatte er uns alleine fahren lassen. Die frühlingshaften Tulpen hatte ich natürlich in all der Eile doch vergessen. Dann würde eben Tassila die Glückliche sein, wenn sie morgen noch leben sollten.
      Als meine etwas jüngere Schwester mit strahlendem Gesicht ihre Wohnungstür für uns öffnete, hielt ich ihr stattdessen ein paar flüchtig gepflückte Wildblumen vom Straßenrand entgegen und wahrscheinlich freute sie sich über diese mehr, als über die Gekauften. Petyr und ich verbrachten den Abend mit ihr auf der gemütlichen Couch, quatschten und riefen uns viel zu spät ein Taxi, welches uns zurück zum Gestüt fuhr. Ich fühlte mich besser und ein warmes Gefühl hatte sich in meiner Herzgegend ausgebreitet. Morgen konnte das Training starten! Ich war bereit.

      In aller Frühe betrat ich den Stall. Die meisten Pferde schliefen noch und nur das sachte Atmen der Tiere war in der morgendlichen Stille zu vernehmen. Kurz nach mir betrat auch Vuyo den Stall und etwas zu spät traf auch Petyr zu uns. Petyr hatte für sich und seinen Hengst den Roundpen zugesprochen bekommen, während Vuyo und ich mit den beiden Stuten die Halle nutzen würden. Es war das erste Mal, dass drei vom Trainerteam des THT gemeinsam einen Auftrag bearbeiteten und ich war gespannt zu sehen, wie sich drei Pferde unterschiedlich in den wenigen Tagen entwickeln würden.
      Ein fester Bestandteil des Trainings bei uns war die ständige Boden- und Platzarbeit und das vor allem bei jungen Pferden. Selbst mit unserem erfolgreichen Distanztraining war das Training im Gelände nur das Sahnehäubchen. Viel wichtiger war ein ausgeglichenes und gut trainiertes Pferd, auf welches, egal bei welchem Gelände, Verlass sein musste. Wir hatten es diesmal mit jungen Pferden zu tun und genau bei diesen war eine gründliche Vorbereitung bei einem anstehenden Distanzritt wichtig.
      Vuyo hatte mit seiner Missy die Aufgabe, der bereits erfolgreichen Galopper Stute beizubringen, dass es beim Distanzreiten nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Ausdauer und einen für alle gesunden Mittelweg ging. Missy musste also lernen, ihre Energie einzuteilen und das für eine längere Strecke. Mit Seleya hatte ich einiges vor. Sie war bis jetzt eher Freizeitmäßig geritten wurden und dieses Training war das erste professionell durchgeführte. Am Ende des Aufenthaltes hier hatten wir drei vor, mit unseren Pferden einen Distanzritt in der Nähe zu gehen und bis dahin mussten alle Pferde fit sein.
      Bei Seleya merkte ich schnell, dass über den Winter verständlicherweise nicht viel getan wurde. Sie war anfangs ziemlich unausgeglichen und wollte bei unserer ersten Longeneinheit früher schneller werden, als ich es erlaubte. Anstatt dies zuzulassen, parierte ich sie immer in diesen Moment durch und versuchte so viel Tempo wie möglich rauszunehmen und erst wieder schneller zu werden, wenn Seleya selbst wieder ruhiger geworden war.
      Vuyo arbeitet heute mit Trabstangen. Missy hatte das Talent, gerne ihre Beine im Schritt und Trab kaum anzuheben und die Stangen zwangen sie nun aber dazu. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich immer wieder Vuyos Arbeit und war ziemlich zufrieden mit seinen Fortschritten.
      Nach der ersten Longenarbeit brachte ich Seleya über die Mittagszeit auf die Weide. Auch Vuyo und Petyr taten es mir gleich. Während Vuyo sich jedoch etwas ausruhte, liehen Petyr und ich uns von Tass zwei Fahrräder und erkundeten die besten Wege für das Training rund ums Gestüt, um heute Nachmittag das Gelände schon gut zu kennen. Währenddessen berichtete mir Petyr vom Training mit Silmaril.
      “Er fühlt sich in geschlossenen Räumen auf jeden Fall sicherer, auch wenn seine Konzentration noch schnell auf andere Dinge überfliegt, vor allem, wenn er andere Pferde hört. Hübsche Stuten sind da sein Beuteschema.” Petyr grinste.
      “Da kenne ich noch jemanden.” Murmelte ich und blickte Petyr kurz an.
      “Haha”, lachte dieser trocken und berichtete mir dann noch weiter von Silmaril und seinen unschlagbar klaren Gangarten.
      Kurz bevor die Nachmittagssonne ganz hinter der dicken Wolkenwand verschwand, waren wir wieder auf dem Hof und nach einer kurzen Kaffeepause holten wir die Pferde wieder zu uns und sattelten diese für einen Ausritt. Mit unserem angesammelten Geländewissen und dem GPS Gerät von Petyr sollte hoffentlich nichts schief gehen. Erstaunt war ich auch, als ich die teure und gut gepflegte Distanzausrüstung der drei Pferde. Jede war schöner als die andere und als diese dann auf den Pferderücken lagen, wurde aus den jungen und unerfahrenen Pferden richtige Ausdauerläufer.
      Für heute stand nur ein Ausritt an. Zwar würden wir einige Stunden unterwegs sein, jedoch im gemäßigten Tempo und vor allem Missy und Seleya würde ein entspannter Ausritt sichtlich gut tun.
      Nachdem auch wir mit allem Nötigem und Überflüssigem ausgerüstet war, saßen wir das erste Mal auf unsere Trainingspferde auf und verließen im Entenmarsch den Hof. Silmaril und passend dazu Nico vorneweg, dann die entspannte Missy und Vuyo hinterher und zum Schluss dann natürlich Seleya und Malte. Also ich, ich Malte. Sie schien etwas entspannter zu laufen, wenn die Pferde vor ihr das Tempo angaben und Seleya nicht ständig davon ausging, dass sie zu langsam war. Auch ich genoss nach kurzer Eingewöhnungszeit am langen Zügel den Ritt, sprach unterwegs viel mit Sally und vielleicht summte ich auch hin und wieder Lieder vor mich hin. Ich war gut drauf, der heutige Tag konnte also nur ein Erfolg werden!
      Nach einiger Zeit tauschten wir die Reihenfolge. Vor allem, um etwas zu experimentieren, aber auch, weil Petyr mittlerweile mehrmals die falsche Abzweigung genommen hatte und wir so von unserer geplanten Route abweichen mussten.
      Petyr reihte sich nun hinter mir ein und Vuyo führte. Jedoch wurde bereits nach kurzer Zeit klar, dass die Kombination Silmaril und Seleya keine gute Idee gewesen war. Seleya wurde wieder unruhiger und tänzelnde hin und wieder von der einen Seite zu anderen. Auch Silmaril konnte den Duft der Stute vor ihm nicht ignorieren und obwohl Petyr einen größtmöglichsten Abstand hielt, tauschten wir nach einigen Metern abermals die Plätze. Seleya und ich hatten nun die Ehre und auch wenn ich Petyr hoffnungslos in Sachen Orientierung fand, war auch ich kein Meister darin. Allerdings war es für mich und Leya ein gutes Training und nach einiger Einspielzeit fand ich verschiedeneMethoden, den Ritt angenehm für alle zu gestalten. Das musste ein Trainer eben können. Gute Lösungen finden.
      Im Endeffekt war der Ausritt sehr lehrreich gewesen und als wir kurz vor der Dämmerung erschöpft aber zufrieden wieder das Gestüt betraten, hatten wir einige Ideen bekommen, wie wir das morgige Training gestalten würden.
      Müde fielen wir drei, und sicherlich auch die Pferde, wenig später ins Bett. Ich träumte mal wieder spannendes Zeug und das war definitiv ein Zeichen für einen gelungenen vergangenen Tag.

      Die nächsten zwei Tage waren recht ähnlich angelegt. Früh aufstehen, Pferde fertig machen und dann ab zur Bodenarbeit. Damit sich Silmaril an die Anwesenheit von Stuten gewöhnte und trotzdem konzentriert bei der Arbeit blieb, durfte Vuyo für seine Arbeit mit Missy den Round Pen nutzen, während ich mir nun die Halle mit Petyr teilen musste, welcher während seiner Arbeit nervige Musik hören musste. Vorteil daran war, dass sich die Pferde an anstrengende Geräuschkulisse gewöhnen konnten.
      Auch am Nachmittag ging es wieder zum Training ins Gelände. Diesmal trennten wir uns jedoch, damit jeder einzeln mit seinem Pferd üben konnte. Wir erhöhten diesmal auch das Tempo und die Anforderungen und machten uns von vornherein eine feste Strecke aus, auf welcher wir während der Mittagszeit sogar Wassereimer verteilt hatten. Außerdem begannen wir damit, Aufzeichnungen über den Puls def Pferde zu machen, um auch an dieser Baustelle noch etwas arbeiten zu können. Bei Leya stellte ich schnell fest, dass ihr Puls zu Anfang meist recht hoch war, was natürlich an ihrer Aufregung und der Energie lag, welche sie loswerden wollte. Ich nahm mir vor, sie morgen vor dem Ritt auf dem Platz warmzureiten um jedenfalls etwas an Energie loszuwerden. Es wäre schade, wenn sie bereits beim ersten Vet Check rausfliegen würde, obwohl ihr Puls später niedriger wird.
      Petyr hatte eher mit der Scheu seines Hengstes zu tun. Unbekannte und plötzlich auftauchende Geräusche verstörten den Hengst immer noch, sodass Petyr am nächsten Morgen ein kleines Schrecktraining für den Hengst zusammen suchte.
      Missy schien im Schritt und Trab ihr Gleichgewicht gefunden zu haben, legte jedoch im Galopp ziemlich an Tempo zu und bereitete damit Vuyo einige Probleme. Um ihm dort etwas Last von den Schultern zu nehmen, nahm ich mir am Tag darauf etwas Zeit und schaute den beiden bei der Arbeit zu, um ihnen dann schlussendlich einige hilfreiche Tipps und Ideenanregungen unterbreiten zu können.
      Nach zwei Tagen intensivem Training und Vorbereitung fuhren wir vier Tage nach unserer Ankunft mit den drei Pferden zu einem kleinen Distanzritt einige Kilometer südlich. Für Silmaril und Missy war dies keine neue Erfahrung, meine Seleya schien mit all den Pferden, verschiedenen Gerüchen und Stimmen noch etwas überfordert. Ich nahm mir wieder die Zeit, um sie abseits des Getümmels zu beruhigen und zu erwärmen, um dann auf der Strecke durchstarten zu können. Auch die vielen Tierarztkontrollen waren neu für sie, jedoch gewöhnte sie sich nach den ersten Untersuchungen recht schnell daran und zog mit ihrer eleganten Haltung immer mehr Blicke auf sich.
      Kurz vor unserem gemeinsamen Start versammelten wir uns nahe von diesem und besprachen nochmal die wichtigsten Details. Wir hofften natürlich, dass wir alle gemeinsam durchkamen und niemanden auf halber Strecke zurücklassen mussten.
      Als wir endlich starten konnten, schienen die Pferde anfangs noch etwas unruhig und wir mussten unser Tempo geringer halten als geplant, jedoch legte sich auch dies nach den ersten Meter in der ruhigen und wunderschönen Natur und zu sechst trabten wir am Feldrand entlang.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, als wir nach zehn Kilometern den ersten Vet Check erreichten. Unterwegs hatten wir bereits einmal kurz Trinkpause gemacht und mussten beim Tierarzt aufgrund eines kleinen Staus etwas länger warten. Zum Glück kam so auch Seleya problemlos durch die Kontrolle, die Pulswerte wurden auf dem roten Stück Papier notiert und zehn Minuten später starteten wir in die nächste Runde.
      Nach zwei Stunden erreichten wir tatsächlich unversehrt, aber erschöpft das Ziel. Vor allem auf dem letzten Stück hatten wir uns Zeit gelassen und damit zwar etwas Zeit verloren, welche wir jedoch durch die guten Pulswerte hoffentlich wieder aufholen würden.
      Wir warfen den Pferden Abschwitzdecken über und führten sie nach überstandenen Kontrollen einige Minuten trocken, bevor wir uns eine ruhige Ecke suchten und die Pferde grasen ließen. Für einen Platz hatte es diesmal noch nicht gereicht. Allerdings waren wir heute auch die unerfahrensten gewesen und hatten dafür ziemlich gut abgeschnitten.
      Am frühen Abend ging es dann für uns drei zurück zum Gestüt, wo wir von Tass erwartet wurden, welche gespannt auf Neuigkeiten wartete. Einen Sieg hatten wir ihr zwar nicht zu verkünden, dafür aber, dass alle drei Pferde in den verschiedensten Gebieten Fortschritte gemacht hatten und sich ausnahmslos alle einen Aufstieg in ein höheres Level erarbeitet hatten. Tass schien ziemlich zufrieden und ich mochte zufriedene Kunden.
      Es war das letzte Mal für uns gewesen, dass wir uns auf die Pferde gesetzt hatten. Nach einer viel zu kurzen Nacht holten wir die Pferde am nächsten Morgen noch einmal für etwas Bodenarbeit zu uns. Bewegung war wichtig, vor allem nach so einem Ritt.
      Meine Taschen waren jedoch schon gepackt und als ich nach getaner Arbeit Seleya auf die Weide gebracht und mich verabschiedet hatte, lud ich diese in Tassilas Auto und wenig später standen wir zu dritt wieder an der Bushaltestelle, diesmal jedoch auf der anderen Straßenseite.
      "Das war toll, das sollten wir wiederholen." Meinte Vuyo und blickte erst zu Petyr und dann zur anderen Seite zu mir. Auch ich musste zugeben, dass es Spaß gemacht hatte, mit zwei meiner besten Freunde zu verreisen. Vielleicht würde ich es auch wieder tun, mit großer Wahrscheinlichkeit dann, wenn es wieder ein so gelungenes Training werden würde, wie es hier auf dem Gestüt im Süden Irlands gewesen war.​
    • Tassila
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      2631 Zeichen von Calypso

      Da ich sowieso schon in Irland war, verband ich gleich mehrere Termine. Jetzt war ich wieder in den Süden Irlands unterwegs zu Tassila. Hier sollte ich zwei Pferde, die für die Prämierung vorbereitet werden sollten, anschauen und behandeln. Als ich auf dem Hof ankam kam mir ein zuständiger Mitarbeiter, Anton, entgegen und teilte mir mit das er heute die Untersuchungen mit begleiten würde. Er ging mit mir zu der ersten Patientin, eine Englische Vollblutstute namens Chuckling Dancing Mess. Er nannte sie liebevoll Messy und holte sie aus der Box heraus. Er warnte mich gleich mal vor das sie kein einfaches Pferd war und ich lieber etwas vorsichtiger sein sollte. Ich bekam ihre schlechte Stimmung gleich mal ein wenig zu spüren, denn als ich nur ein bisschen näher an sie heran trat warf sie den Kopf in meine Richtung und versuchte doch tatsächlich zu schnappen. Anton hatte sie jedoch fest am Strick und konnte sie gut einschätzen wann sie ihren Angriff starten würde. Ich versuchte die Untersuchung ruhig und trotzdem in einem flotten Tempo zu absolvieren. Das Abtasten gestaltete sich als etwas schwierig da Messy wirklich viele Tricks entwickelt hatte um sich einen Tierarzt vom Leib zu halten. Ich war jedoch geduldig und ließ sie ihren Willen nicht durchgehen. Nach dem Abhören mit dem Stethoskop kam das Impfen dran, was ich mit Anton´s Hilfe sehr gut meisterte, und schließlich laß ich den Chip noch ab und überreichte Anton eine Wurmkur. Die sollte er ihr lieber verabreichen. Zum Schluss ließ ich sie mir nochmal vorlaufen um die Bewegungsabläufe anzuschauen und zu sehen ob alles in Ordnung war. Ich streichelte Messy vorsichtig am Hals und entließ sie dann wieder in ihre Freiheit.
      Kurz darauf brachte Anton dann den nächsten Patienten. Einen wunderschönen Palomino Schecke namens Acapulco goes for Gold. Ich freundete mich sogleich mit ihm an und fing an ihn abzutasten. Der Hengst schien die Behandlung sogar etwas zu genießen, ganz im Gegensatz zu seiner vorherigen Artgenossin. Auch ihn ließ ich vortraben und hörte dann Herz und Lunge ab. Sein Allgemeinzustand war bestens und auch sonst machte er auf mich einen guten Eindruck. Schließlich ging es noch ans Impfen. Ich zog die erste Spritze auf und trat an Pacco heran. Er beäugte mich etwas kritisch, machte aber keinerlei Anstalten. Ein kleiner Piekser und schon war es geschafft. „Priima“ lobte ich ihn und streichelte über seine Schulter. „Die Wurmkur gebe ich wieder dir“ ich überreichte sie Anton und füllte noch den Impfpass aus. Dann kontrollierte ich noch den Chip mit dem Lesegerät und verabschiedete mich schließlich von meinen Freunde aus Irland.​
    • Snoopy
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      Hufkontrolle + Nachschneiden | Chuckling Dancing Mess & Acapulco goes for Gold

      Heute stand ein ruhiger Termin an, natürlich war eines der Pferde, soweit ich von der Besitzerin Tassila wusste, etwas heikel im Umgang, dies war diesmal die Stute, also stellte ich mich schon mal an Beine festhalten und Assistenten ein. Da ich nun seit neusten meinen Assistenten James Mickaleson dabei habe. ,,Hallo Tassila!", grüßte ich die Besitzerin der beiden Pferde und stellte meinen Assistenten gleich mal vor.
      Sie nickte und bat uns zum Stall, aufgrund dessen, da das Wetter heute nicht sonderlich gut war, verlegten wir den Termin nach Innen, dadurch das keine Eisen gemacht werden müssen war dies natürlich auch viel einfacher. Zuerst beschloss Tassila die Stute
      Chuckling Dancing Mess, kurz Missy, zu holen damit der schwere Fall hinter uns war. Als sie die Gold Champagne Stute angebunden war, grüßte ich diese mit einer Karotte, vielleicht brachte ja ein wenig Einschleimen was, doch schnell war klar das diese nicht so erfreut war als James ihr Bein anhob, schnell wollte sie es wieder zurück ziehen doch mein Partner hielt stand und nickte mir zu, als Zeichen das ich beginnen konnte. Also nahm ich mir mein Hufmesser und schnitt das abgestorbene Horn weg. Kurz musste ich inne halten da sie versuchte das Bein weg zu ziehen. ,,Tassila, probieren sie mal Missy abzulenken, damit wir schneller jedes Huf fertig haben.", bat ich die Besitzerin, welche sofort meiner Bitte nachging. Nach kurzen Kräftemessen ging es auch schon weiter und das Innenhorn war wieder normal, weitere Auffälligkeiten gab es nicht. Nun platzierte James den Hufbock und ich stellte das Huf auf diesen ab. Dort schnitt ich das überstehende Horn weg und raspelte den Rand zurecht. Das erste Bein konnte wieder zurück auf den Boden. Nun gingen wir zum zweiten Vorderhuf und dies hob ich nun an, hier schnitt ich nach einem kurzen Festhalten des Beines das Innenhorn aus und bockte das Huf auf. Nach kurzen Zucken konnte ich das zweite Huf abschließen und stellte es nach dem Glatt Raspeln wieder auf dem Boden. Nun kamen die Hinterbeine dran, James übernahm wieder die Beine und ich kümmerte mich ums Ausschneiden. Missy wurde zickig und wollte ihr Bein wegziehen, James ließ es schnell los und wich aus, da sie drohte zu fallen und auszuschlagen. Tassila beruhigte sie sofort und sprach mit liebevollen Worten: ,, Komm Kleine, ich weiß du magst das nicht aber es muss sein...". Wir warteten kurz ab bis sie nickte und nahmen unsere Aufgabe wieder zur Hand. James packte wieder das Bein und ich machte weiter, schnell war das Inennhorn frisch ausgeschnitten und wir bockten ihr Hinterbein auf. James hielt es fest und ich raspelte die Kanten weg, bis sie wieder glatt waren. Ich schnitt noch ein paar Ecken zurecht und ließ das Huf zu Boden, dann nahm James das letzte Huf, wo er das Innenhorn ausschnitt und ich mich dann um das Außenhorn kümmerte. James stellte das Bein auf den Hufbock, hielt es fest und ich wagte mich nach ein paar Zuckungen von der Stute, an das Huf. Hier schnitt ich ein stark verwachsenes Horn weg und begradigte den Rand wieder und somit ging ich nochmal mit der Hufraspel über die kaputten Stellen. ,,Hier musst du etwas aufpassen das es nicht wieder ausbricht und wenn doch sofort Anrufen, sonst sollte es wieder in Ordnung kommen!", lehrte ich Tassila und James ließ das Bein herunter. Tassila nickte, band die Stute los und führte sie zurück zum Paddock.
      Tassila kam mit einem hübschen Paint Horse namens Acapulco goes for Gold zurück, welcher laut ihr eher keine Probleme machen sollte. Also nickten wir ihr nochmal zustimmend zu, als sie dies erwähnte und machten uns an die Arbeit. James nahm sich wieder zuerst ein Vorderbein und nickte mir zu das ich anfangen konnte, also wagte wir uns weiter voran und James übernahm das Ausschneiden des Hufes, das abgestorbene Horn war nun weg und der Strahl wieder gerade. Nun legte James den Huf wieder auf den Bock und konnte ohne Probleme überstehendes Horn entfernen. Der Hengst war wirklich eine andere Nummer als die Stute, er wahr sichtlich Tiefen entspannt und genoss die 'Maniküre'. Tassila lobte den Schecken und entfernte sich ein paar Schritte um James bei seiner Arbeit zuzuschauen. Ich muss schon sagen mein neuer Helfer machte wirklich gute Arbeit. Als er das erste Huf fertig hatte stellte er es ab und nahm das zweite Vorderbein in Griff und schnitt mit ein paar gekonnten Bewegungen den Innenstrahl sowie das innere Horn zurecht. Unebenheiten waren entfernt und er stellte den Huf auf den Hufbock, wo er wieder mit der Außenkorrektur weiter machte. Er schnitt die ungeraden Stellen weg, raspelte sie glatt und stellte das Bein wieder auf den Boden ab. Nun half ich ihn beim Hinterbein und hielt es für den Anfang fest, da wir noch nicht wussten wie er da wohl Reagieren würde. Doch er ließ es über sich ergehen und James konnte ohne Probleme das Innenhorn schneiden. Auch beim Aufbocken des Hinterhufes, machte der Schecke keine Zuckungen und kaute gemütlich mit den Zähnen, während James sein Außenhorn begradigte und Kanten mit der Hufraspel entfernte. Das dritte Huf war erfolgreich neu geschnitten und das letzte war an der Reihe. Diesen übernahm nun ich hob das bein ab, schnappte mir den Huf und schnitt das abgestorbenen Innenhorn weg. Dann stellte ich sein Hinterhuf auf den etwas entfernten Hufbock und begradigte mit ein paar Bewegungen den Rand des Hufes. Schon war die Arbeit getan und ich ließ das Bein zu Boden. Tassila strahlte über beide Ohren und lobte ihren gescheckten Hengst ehe sie nochmal eine Runde drehte und die neuen Hufe bewunderte. ,,Ich bringe Pacco nur mal eben Weg und dann können wir den Rest klären. Nickend gab ihr James die Antwort und ich kehrte das am Boden liegende Hirn weg, machte es in eine Schaufel und schmiss den Dreck auf die mit Mist befüllte Schubkarre.
      Als Tassila zurück kam, hatte sie für uns zwei Kaffee's dabei, welche wir ihr dankend abnahmen und noch ein wenig zusammen saßen.

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    • Tassila
      Chuckling Dancing Mess bei der Prämierung | 2. September 2017

      "Lang ist's her" murmelte ich, setzte den Blinker und lenkte das Gespann auf das Gelände des Gestüts. Hier war heute Hochbetrieb, eine Stutenschau fand statt und trotz grau verhangenem Himmels hatten sich sogar ein paar Besucher her verirrt...

      Ich war mit Chuckling Dancing Mess hier, die Vollblutstute war noch nicht lange in meinem Besitz, doch ich habe sie bereits mit guten Voraussetzungen für die Prämierung übernommen und heute ist es nun soweit, sofern alles wie geplant klappt. Die Prüfung war zweigeteilt, zunächst sollten die Pferde an der Hand präsentiert werden, bevor dann die Rittigkeit bei einer Dressurkür demonstriert wird.

      Ich stieg aus, und warf blinzend einen Blick nach oben nachdem ich schon den ersten Regentropfen auf der Nasenspitze abbekommen hatte. "Ach komm, es kann doch jetzt noch ein Stündchen trocken bleiben, bitte.." grummelte Anton, der Missy heute unterm Sattel vorstellen sollte. Bis wir das (ebenfalls etwas mürrische) Vollblut ausgepackt und etwas herumgeführt hatten, war ein gleichmäßiger Nieselregen aufgezogen. Bei der Beurteilung an der Hand hatte ich deshalb eine äußerst wache und vorwärtsdrängende Stute neben mir, da die Regenschirme im Publikum ihr nicht wirklich gefielen. Ich brauchte deshalb auch gleich drei Ansätze, bis Missy zu Beginn gut stand um ihren Körperbau und Haltung begutachten zu lassen. Sie kaute ununterbrochen auf dem Gebiss und ihre Ohren zuckten unruhig hin und her, sodass ich ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf mich lenken musste.
      Die obligatorische Trabrunde verlief hingegen besser als gedacht, Missy entlockte sich sogar ein wenig mehr Knieaktion als sie als ehemaliges Renn- und jetzt Distanzpferd normalerweise für nötig hielt: 'The Queen is not amused' und das zeigte Missy auch.

      "Wo hast du das Dressurpferd denn hergezaubert?" fragte Anton grinsend als er uns wieder zum Auto begleitete. "Wir nerven die zu Hause einfach zu wenig!" gab ich zurück und wir machten uns daran, das Vollblut zu satteln..

      Vom Zaun aus verfolgte ich dann Anton und Missy, die nach dem Gruß an die Richter zunächst Trab und Galopp jeweils auf ganzer Bahn linker und rechter Hand zeigten. Als Anton die Stute dann zum Schritt durchparierte, schien sich diese auch ein wenig beruhigt zu haben. Gut so, denn die folgenden Schlangenlinien im Trab zeigten so deutlich mehr Durchlässigkeit. Direkt auf meiner Höhe galoppierte Anton Missy dann wieder an und die beiden bogen auf eine Kreisbahn ein, gefolgt von einem Handwechsel durch den Zirkel, bevor er wieder zum Trab parierte und in der Bahnmitte hielt. Missy stand diesmal auf Anhieb ordentlich und kassierte nach der Verabschiedung erstmal Lob von ihrem lächelnden Reiter. Auch ich war vollends zufrieden mit der temperamentvollen Stute, jetzt hieß es abwarten wie das Urteil der Richter ausfallen wird..
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    • Tassila
      Pflege Dezember - Eine Herde zieht um

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      "Auf den Neuanfang!" Die Erleichterung ist jedem der im Kreis Stehenden im Gesicht anzusehen, als sie alle mit Sektgläsern anstoßen. Die Gestütsleiterin, Pfleger, Bereiter und Umzugshelfer sehen müde aus, aber glücklich. Denn 28 Pferde werden heute ihre erste Nacht im neuen Heim in Ostbayern verbringen, hinter ihnen und der Crew liegt eine Reise über Land und durch die Luft. Gerade für die Jungpfperde war die lange Reise kräftezährend, letztendlich ging aber alles bis auf kleinigkeiten reibungslos über die Bühne. Jetzt sind alle Pferde auf die Stallgebäude aufgeteilt, die letzten Reste vom Abendessen werden vernichtet und nurnoch gelegentliches Schnauben ist zu hören, es kehrt Ruhe ein.
      Die Crew zieht sich ins Haupthaus zurück, Freunde vor Ort haben Gulasch für alle vorbereitet um die Reisenden willkommen zu heißen.
    • Tassila
      Pflege Mai

      Moya, Orpheus, Here comes Copycat, Gigolo's smokin Silverado, Depressed Mr. Dexterity, Lune de Miel, Efeu, VK Golden Redstar, Official Legito, Laith, Connerie, tc Roses never Die, Chuckling dancing Mess, Valentine's Dublin, scs Silmaril, Seleya, Belfalas, tc Amor Casdove, scs Sweeney Todd, Allons-y Alonso, Hibiskus, tc My little colored Ken, scs Suddenly Airborne, scs Might Bite a Bit, Acapulco goes for Gold, Aerith, scs Sing my Lullaby, Aquila, Joaquín


      Der Sommer hat Einzug gehalten in Bayern, und das schon im April. Temperaturen bis 28 Grad haben jeden auf dem Hof den eisigen Winter vergessen lassen und die Pferde haben endlich wieder frisches Grün. Zunächst stundenweise werden die Gruppen auf die Koppeln losgelassen, und wie jedes Jahr ist der erste Weidegang eine rasante Angelegenheit.

      Zudem beginnt die Turniersaison und erste Erfolge gibt es auch schon zu verbuchen. Jedes Wochenende schwärmen die Reiter aus, auf Veranstaltungen in allen Sparten des Sports sind die Teams zu finden. Zu Hause läuft das alltägliche Training und es laufen die Planungen für das geplante Hoffest, das Ende Juli stattfinden soll..
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Tassila
    Datum:
    28 Jan. 2017
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    Abstammung
    Von: unbekannt
    Aus der: unbekannt

    Grunddaten
    Geburtstag & Alter: 20.5. ; 7 Jahre
    Herkunft: (England)
    Geschlecht: Stute
    Rasse: EVB
    Fellfarbe: Gold Champagne (ee,aa,ff,nCr,nCh)
    Stockmaß: 1,54m

    Charakterbeschreibung
    Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. So hate Hunter Crowley diese Stute erstmals beschrieben und es trifft ihren Charakter auf den Punkt. Missy, wie sie immer gerufen wird, hat so viel Willensstärke und Durchhaltevermögen, dass sie im Rennsport mit Sicherheit Erfolge erzielen wird. Im Umgang mit anderen Pferden zeigt sie sich zickig, auch bei Menschen ist sie wählerisch. Sie lässt sich nicht von jedem anfassen und verschnappt jeden, den sie eben nicht mag (Tierärzte, Hufschmiede, Kinder, ...).

    Ausbildung & Fitness
    Gesundheit: sehr gut
    TA: //
    HS: //
    T: //
    Einsatz: Distanz | (ex Galopper) | Zucht

    Zuchtdaten
    Prämiert: ja
    Besitzer: Tassila
    VKR/Ersteller: Vhioti

    Erfolge
    241.DR | 251.DR | 249.DR | 295. DR | 238.DR | 338.GR | 334.GR | 343.GR
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    452.SK
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    Nachkommen
    Cheshire Cat| Classic Champagne | v.d. One Cool Cat