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Mohikanerin

☢ River's Fjörgyn

Stute | Isländer | Gekört | (c) Mohikanerin

☢ River's Fjörgyn
Mohikanerin, 28 Dez. 2017
Rinnaja gefällt das.
    • Mohikanerin
      Alte Berichte (1)

      24. Juli 2013
      Ankunftsbericht | 1033 Zeichen | © Svartur
      Nachdem erst vor zwei Tagen mein neuer Hengst Kelvin angekommen war, sollte heute wieder ein neues Fohlen kommen. Ich hatte schon länger geplant es zu kaufen, jedoch musste es noch ein halbes Jahr bei der Mutter sein. Das Fohlen hieß Fjörgyn und kommt von bekannten Züchtern, mit denen ich befreundet bin. Ich war dort zu besuch gewesen und hatte mich in das kleine Fellknäul verliebt, dazu kam, dass die Stute eine enorme Gangveranlagung hatte und damit super für die Zucht geeignet war. Heute würde sie endlich ankommen. Ich streute gerade noch etwas Stroh in ihre zukünftige Box als auch schon der Hänger kam. Ich lud sie aus und führte sie in die Box, wobei sie wieherte, mir aber trotzdem brav folgte. In dieser Box würde sie die ersten Tage bleiben, bis sie sich eingewöhnt hatte, dann würde sie zu den anderen Jungpferden in die Herde kommen. Das Finanzielle wurde ebenfalls schon früher geregelt und so konnte ich mich weiter an die Arbeit machen. Das Fohlen beobachete ich noch eine Weile, jedoch gab es keine Komplkationen.

      24. Juli 2013
      Hufschmiedbericht | 965 Zeichen | © Helly25
      Heute waren Fjörgyn's Hufe an der Reihe, überprüft zu werden. Ich kam ein bisschen zu spät, denn mein Auto hatte den Geist aufgegeben. Fjörgyn stand schon fertig angebunden da. Ich streichelte sie kurz, dann holte ich meine Werkzeuge. Fjörgyn beäugte mich neugierig, als ich an ihren Hufen zu arbeiten begann. Zuerst kratzte ich ihr gründlich die Hufe aus, dann überprüfte ich eben jene nach Beschädigungen, Entzündungen oder Ähnlichem. Danach machte ich einen Probeschnitt, bei dem ich feststellte, dass ungewöhnlich viel ausgeschnitten werden musste. Dann entfernte ich das viele lose Sohlenhorn bei allen Hufen, was sich Fjörgyn ebenfalls brav gefallen ließ. Danach raspelte ich noch ein wenig an den Hufen herum, und schon waren wir auch damit fertig. Ich ließ sie probeweise ein wenig traben und galoppieren. Die Hufe waren gut, so wie sie jetzt waren. Zu guter Letzt bekam sie noch ein Stück Apfel von mir, dann verabschiedete ich mich und fuhr vom Hof.

      12. August 2013
      Tierklinik | 2152 Zeichen | © Sheyla
      Als mich Svartur in der Tierklinik anrief und mich bat fünf ihrer Fohlen zu impfen, versprach ich ihr in zwanzig Minuten da zu sein. Ich packte die Spritzen und die Impfstoffe in meinen Tierarztkoffer und fuhr dann mit meinem Jeep los. Da der Hof von Svartur nur etwa zehn Minuten von der Tierklinik entfernt war, ging es nicht lange bis ich auf ihren Hof fuhr und den Motor von meinem Jeep abstellte. Ich packte meinen Koffer und stieg aus dem Auto aus. Gleich wurde ich freundlich von Svartur empfangen: "Hallo Sheyla, wie geht es dir?" Ich lächelte und beantwortete ihre Frage: "Danke, ganz gut. Und dir?" Sie sagte das es ihr ebenfalls gut gehen würde. Danach zeigte sie mir den Weg zum Putzplatz und stellte mir die einzelnen Fohlen vor, die ich heute Impfen sollte: Heart of Ocean, Celebration on the Sky, Steel Heart, Blossi und Fjörgyn. Ich begrüsste jedes einzelne Fohlen mit einem Leckerli und mit einigen Streicheleinheiten. "So, dann wollen wir mal Anfangen", murmelte ich und öffnete den Tierarztkoffer. Daraus nahm ich die erste Spritze mit dem Impfstoff und ging auf Heart of Ocean zu. Ich streichelte seinen Hals und stich ihm schnell aber zielsicher in den Hals und schon war der Impfstoff für die Impfungen im Hals. Ich klopfte ihm den Hals und lächelte. Als nächstes war Celebration on the Sky dran. Die Süsse Vollblut Schecken Stute sah mich verwundert an als ich die Spritze in ihren Hals steckte. Auch ihr klopfte ich den Hals und lobte sie. Dann kam Steel Heart dran. Die Fuchsschimmel Stute wieherte erschrocken auf, als ich den Impfstoff in sie hinein spritze. Jedoch war dies ebenso schnell vorbei, wie es begann. Ich gab ihr zu Beruhigung ein Leckerli und lobte sie. Nun waren noch zwei Fohlen dran: Blossi und Fjörgyn. Das Islandpferd Fohlen Blossi starrte nur in auf den Boden anstatt Anstalt zu machen nach mich zu beissen oder sonstiges. Dagegen war Fjörgyn ein Stures Fohlen und wollte die ganze Zeit nach mir schnappen. Aber auch bei ihr war die Impfung schnell vorbei. Nun waren alle Fohlen gegen die verschiedenen Krankheiten geschützt. Ich verabschiedete mich von Svartur und fuhr anschliessend zurück in die Klinik.

      14. August 2013
      Pflegebericht | 646 Zeichen | © Ostwind12
      Dann gingen wir noch zu den kleinen Fohlen,die immer total niedlich sind,wir hatten sie für ein paar Stunden auf die Wiese gebracht,ich nahm PFS' Heart of Ocean und Destiny Horror,Svartur nahm Celebration on the Sky und Zero Grafity und führten sie zur Wiese.Dann durften sie los und sie sind um ihr Leben gerannt eine kurve nach der anderen hinter einander her.Nun holten wir Arikado und Blossi und Steel Heart,Ysjar und River's Forgüyn und die kamen dann ebenfalls auf die Wiese,mehr hatten wir dann heute aber auch nicht zu tun,also verabschiedete ich mich und fuhr nach Hause,dann ging ich noch Duschen und schaute noch ein bisschen Fernsehn

      11. September 2013
      Anbau der Gestütsstallungen | 5293 Zeichen | © Svartur
      Da in den letzten Tagen wieder zwei neue Pferde angekommen waren und es auch sonst sehr knapp geworden war mit dem Platz für alle Pferde, waren schon seit mehreren Tagen Bauarbeiter und Handwerker bei uns auf dem Hof um fünf weitere große Paddocks zu erstellen. Wir hatten etwas Land dazu gekauft, welches neben unseren Offenställen war und somit war auch genug Platz geschaffen. Die Pferde standen die Zeit über draußen auf den Weiden in großen Herden, die meisten hatten jedoch mittlerweile eine Decke an, da es an der Küste kühl geworden war. Heute Nachmittag würde ich endlich alle Paddocks wieder in Betrieb nehmen können und auch gleich einige neue Pferde zusammenführen können. Bis es soweit war streute ich schon mal frisches Stroh in die Innenboxen der Offenställe und füllte alle Heuraufen auf. Dann endlich waren auch die letzten Lackierungsarbeiten an den Zäunen abgeschlossen und ich konnte anfangen die Pferde in die entsprechenden Offenställe zu bringen. Zuerst holte ich hierfür alle Jungpferde, bzw. einen Teil der Jungpferde scheuchte ich schnell auf das umzäunte Strandstück, damit ich die anderen der Reihe nach in ihr neues Zuhause führen konnte. Zuerst nahm ich Blossi und Ýsjar an ihre Halfter und führte sie auf einen der beiden extra groß angelegten Jungpferdeoffenställe. Neugierig schauten sie sich um während ich Heart of Ocean und Arikado ebenfalls hereinholte. Auch die beiden schauten sich um, während dich Blossi und Ýsjar längst dem Heu gewidmet hatten. Als nächstes füllte ich den anderen Jungpferdeoffenstall indem ich Celebration on the Sky, Ch’s Destiny Horror, Steel Heart und Fjörgyn den ebenfalls eingezäunten Weg vom Strand zum Paddock trieb. Sie kannten das Treiben und liefen brav voran, bis sie im Paddock ankamen. Schnell schloss ich die Tür, ehe einer der Zwerge wieder entwischen konnte. Dieser Gruppe war der neue Paddock recht egal und bald standen alle Jungpferde an der Silage und fraßen. Als nächstes war die Stuntenherde an der Reihe. Da Where I belong noch in der Box stand holte ich sie zuerst und führte sie auf einen der älteren Paddocks. Dann holte ich Elding, die künftig mit ihr zusammenstehen würde und stellte sie dazu. Beide beschnupperten sich etwas und lagen schon bald nebeneinander im kuscheligen Stroh. Nun waren die beiden Isländerstuten Blesa und Zander dran. Die beiden standen schon im vorherigen Winter zusammen und verstanden sich sehr gut, weswegen ich sie zurück in ihren alten Offenstall führte und dann direkt weiter zu Maskotka und De Luxe ging. Die beiden hatten sich zu guten Freundinnen entwickelt und würden sich nun einen der neu errichteten Offenställe teilen. Danach eilte ich weiter zu Fairytale Silvermoon und Fauta, den letzten beiden Stuten. Beide kamen in ihr altes Paddock, wo sie den letzten Winter verbracht hatten. Da sie öfter schon zwischenzeitlich dort standen, machte es ihnen nichts aus und ich holte die ersten Hengste rein. Hýreygur und Hákur, die eigentlich beide sehr bestimmt waren und es schwer war für beide einen Partner zu finden, hatten sich super gut angefreundet und standen beide schon im Paddock, da sie noch nicht lange auf dem Hof waren. Also ging ich zur Hengstweide und beschloss direkt vier Hengste auf einmal zu nehmen. Hierzu nutzte ich Dschehim, dem ich blind vertraute. Und zwar halfterte ich Funky Powerbabe, Alvari und Absoluteley Right auf und nahm die drei als Handpferde, während ich mich vom Zaun aus auf Dschehims Rücken gleiten ließ. Der Hengst kannte das Reiten ohne alles nur zu gut und trat brav im Schritt an. Als erstes ritt ich in den neuen Offenstall von Dschehim und Powerbabe hinein, wo ich von Dschehims Rücken glitt und Powerbabe sein Halfter abnahm. Dann ging ich mit Alvari und Absolutely in ichr zukünftiges Zuhause, wo ich auch den beiden die Halfter abnahm. Nun ging ich erneut zur Hengstweide und holte von dort Kelvin, Kajano, San Diago und White Face. Da Kelvin aus dem Showsport kam beherrschte auch er das Reiten ohne alles, sodass ich dieses Mal von ihm aus die Pferde hinein führte. Wieder stieg ich Kelvins und Kajanos Paddock ab und schloss die Tür hinter den beiden, dann machte ich mich auf den Weg um San Diago und White Face wegzubringen. Nun waren nur noch vier Paddocks zu füllen und ich begann mit dem einzigen Dreierpaddock. Dort standen schon Hýreygur und Hákur und Djarfur sollte noch folgen. Er war schon öfter mit den beiden auf einer Koppel gewesen und es gab nie Probleme. Damit ich nicht mehr so oft zur etwas weiter entfernten Hengstkoppel laufen musste nahm ich die beiden sanften Riesen Richard Parker und The Rhythm of your Heat direkt mit. Schnell war ich wieder zurück und kurz darauf befanden sich die drei in ihren entsprechenden Paddocks. Die Tinkerhengste verstanden sich ebenfalls gut und ich ging das letzte Mal für diesen Tag Pferde holen. Die letzten würden Snickers, Little Chacks, Brown White Schokoboy und Boy of Love sein. Auch hier konnte ich wieder ein Pferd ohne alles reiten, diesmal war es der kleine Exmoorponyhengst Snickers. Ich setzte mich auf ihn und führte die anderen neben mir her. Wieder klappte alles einwandfrei und kurz darauf waren alle Gestütspferd in ihrem mehr oder weniger neuen Zuhause angelangt. Ich fegte noch schnell die Stallgasse und ging dann geschafft und müde ins Wohnhaus.

      21. September 2013
      Pflegebericht | 949 Zeichen | © Svartur
      Mit dem Halfter in der Hand lief ich zu der kleinen Stute, die mit den anderen Jungpferden auf der Weide graste. Als ich laut ihren Namen über die Koppel rief kam sie zu mir getrabt und ich gab ihr ein Leckerli als Belohnung. Dann ging ich mit ihr zum Putzplatz, wo ich zuerst ihr Fell mit einem Striegel reinigte, anschließend kämmte ich Mähne und Schweif. Zum Schluss kratzte ich noch die vier kleinen Hufe aus und band Fjörgyn dann los. Ich ging mit ihr zum Reitplatz, wo ich den Strick vom Halfter löste. Schnell wie eine Rakete schoss Fjörgyn los und rannte bockens über den Platz. Ich schaute ihr mit einem Lächeln im Gesicht zu und wartete bis sie sich fertig ausgetobt hatte. Als es endlich so weit war, kam sie wieder zu mir und ich kraulte sie noch eine ganze Weile, bevor ich den Strick wieder befestigte und zurück mit ihr zum Putzplatz ging. Hier bekam sie noch etwas Mineralfutter und Leinöl, bevor ich sie zurück in die Herde brachte.

      22. September 2013
      Hufschmiedbesuch | 2254 Zeichen | © Zaii
      Schon als mir Svartur den Namen meiner nächsten Kundin verriet, wusste ich die Rasse und ich wurde nicht enttäuscht: Fjörgyn war eine hübsche mausfalbenfarbene Stute und brummelte Svartur bereits freundlich zu, als wir vor ihrer Box standen. Während Svartur die Zweijährige aus ihrer Box führte, holte ich aus dem Auto meinen Hufbock, dann ließ ich sie auf dem Hof vorlaufen, hier war der Boden eben und hart. Fjörgyn zeigte den rassetypischen Gehwillen und auch ihre Gangveranlagung war nicht zu übersehen, wechselte sie doch während des Trabens zwischen Trab und Tölt. Fjörgyn lief taktklar und rein, wahrscheinlich würde hier keine ungewöhnlich große Behandlung nötig sein. Svartur führte die Islandstute zurück in den Stall wo ich mich erst mal mit einem Leckerli vorstellte, ehe die Stute angebunden wurde. Mit ihren zwei Jahren hatte Fjörgyn schon ein paar Hufschmiedsbesuche hinter sich und zu meiner Freude keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht, wie mir Svartur versicherte. Diese Meinung hatte ich auch, denn als ich mit Fjörgyns linken Vorderhuf begann, konnte ich ihn ohne Probleme säubern und auf dem Hufbock abstellen. Während ich am Hufrand feilte und raspelte sah Fjörgyn mir neugierig zu, machte aber keinerlei Anstalten, sich zu wehren. Auch das anschließende Ausschneiden verlief problemlos. Nach dem Absetzen lobte ich die noch junge Stute, ehe ich mit dem rechten Vorderbein weitermachte. Hier musste ich etwas mehr Zerfallshorn aus der Sohle schneiden, als am linken Vorderhuf. Genau so brav wie die Voderbeine hob Fjörgyn auch ihre Hinterbeine und so war es mir ein leichtes, die Hufwand mit Hilfe von Klinge und Schlageisen zu kürzen, anschließend die Sohle auszuschneiden und schließlich die Hufwand platt zu raspeln und entstandene Ecken abzurunden. Am linken wie am rechten Hinterbein hatte Fjörgyn festes, gesundes Horn, auch ihre Vorderhufe waren gesund.
      Nach der Behandlung ließ ich Fjörgyn erneut auf dem Hof vorlaufen. Zwar lief die Stute jetzt etwas steifer als vorhin, doch nachdem ich meine Werkzeuge wieder in meinem Auto verstaut hatte und der Lauftest wiederholt wurde, hatte sich auch dies gelegt. Meine Arbeit war also getan und so verabschiedete ich mich von Svartur und ihren Schützlingen.

      16. Oktober 2013
      Pflegebericht | 1201 Zeichen | © Chubby
      Kräftig trat ich in die Pedale meines Weinroten Hollandrades. Es war bereits Halb 10, und ich hing meinem Zeitplan 30 Minuten hinterher. Der Regen klatschte mir ins Gesicht, was zur Folge hatte, das ich Durchgeweicht wie ein Stück Toastbrot auf Svartur's Gestüt ankam. Flüchtig grüßte ich Besucher während ich in Richtung Jungpferdestall joggte.

      Ich schnappte mir Zuerst Sky's und Arikado's Halfter, und führte beide aus der Box. Mit Zwei Jungpferden an der Hand machte ich mich in Richtung Wald und ging eine kleine Runde. Nach 30 Minuten kam ich zurück auf den Hof getrudelt und sammelte die nächsten ein: Blossi und Steel Heart. Mit ihnen wiederholte ich die Prozedur, und machte die gleiche Runde. Nach einer weiteren halben Stunde, entschied ich mich Ysjar's Fohlen ABC aufzufrischen, und wir übten Fleißig Hufe geben und Halfterführigkeit. Nun war Fjörgyn an der Reihe. Sie ließ ich ein wenig Freilaufen, damit sie sich ausgiebig Wälzen konnte. Nature und Sunshine durften auch ein wenig Spielen, und neue Dinge kennenlernen: Plastikplanen, Bälle, und Flatterbänder. Bruna unterzog sich einer ausgiebigen Putz Prozedur, ehe ich mich in einer Windeseile verabschiedete, und auf mein Rad schwang.

      20. November 2013
      Hufschmiedbericht | 4646 Zeichen | © Eowin
      Nachdem ich bei Rajandra fertig war, fuhr ich direkt weiter zu Svartur, bei der ich noch ein paar Schulden hatte, die ich durch das Hufe machen ihrer Pferde begleichen wollte.
      Als erstes auf der Liste standen die Jungpferde. Svartur war so freundlich, mir immer die Pferde nachzuholen, sodass ich zügig fertig werden könnte.
      Als erstes war Arikado an der Reihe. Der 2 Jährige ließ sich bereits gut anbinden und gab artig Hufe, sodass ich meine Arbeit gut verrichten konnte.
      Er blieb artig stehen, als ich vorsichtig an seinen Hufen raspelte. Viel zu machen war allerdings nicht – er hatte gute Hufe und sie waren noch nicht sonderlich lang.
      Anschließend war Blossi an der Reihe. Dass dieser Hengst ein Jahr jünger war, merkte man deutlich, denn ihn musste ich einige Male wirklich deutlich überreden, mit den Huf in die Hand zu geben. Er hatte die Fähigkeit zu stehen wie ein Baum.
      Doch auch seine Hufe waren gut, hier und da musste ich nur einige Risse korrigieren und den Strahl etwas zurechtschneiden, der sich verformt hatte aufgrund der winterlichen Nässe.
      Doch all das war kein Drama, sodass der Junghengst bald wieder zu seinen Spielkameraden auf die Weide durfte.
      Nun holte Svartur mir wieder einen Junghengst: Steel Heart. Der Kleine war gerade mal ein halbes Jahr alt – und das merkte man ihm auch an. Er war recht unsicher und hatte auch noch nicht sehr häufig die Hufe gegeben.
      Ich bat Svartur mir halten zu helfen. Sie drückte den Kleinen an die Wand, woraufhin ich zuerst den Vorderhuf korrigierte, dann den Hinterhuf. Nun drehten wir ihn und das Spiel begann von vorne. Bei ihm würde es wichtig werden, ihn wirklich regelmäßig kontrollieren zu lassen, da er von den Gelenken her nicht ganz korrekt stand und hier zumindest teilweise ein falsch wachsender Huf der Grund zu sein schien. Aber noch war dies behebbar – sofern man sich eben darum kümmerte.
      Anschließend holte Svartur mit River’s Fjörgyn. Auch diese kleine Stute kannte den Hufschmied schon recht gut und war dementsprechend artig.
      Ich konnte in aller Ruhe ihre Hufe hochnehmen, raspeln, zurechtfeilen, wieder abstellen, gucken ob alles passte und bei Bedarf wieder hoch nehmen.
      Ihre Hufqualität war jedoch nicht so gut und das Horn relativ weich, sodass ich hier schon etwas zu tun hatte, da auch der Strahl an dem nassen Wetter zu zehren hatte. Doch es war nicht so schlimm, dass man es weiter behandeln müsse – ich konnte das abgestorbene Horn komplett wegschneiden.
      Anschließend schnaubte die Kleine mich noch an, ließ sich kurz von mir streicheln und wurde dann wieder auf die Weide gebracht.
      Nun kam Enjoy Nature. Der kleine Hengst war schon 3 Jahre und benahm sich einigermaßen gut, bis auf dass man merken konnte, dass er langsam merkte, dass er Hengst war. Mein Vorteil war jedoch, dass er die richtig heftige Flegelphase noch nicht erreicht hatte.
      So konnte ich einigermaßen ruhig – mit Ausnahme von einigem Gewieher – seine Hufe kürzen und zurechtformen. Er hatte ausgesprochen schöne, wohlgeformte Hufe, da war nicht viel zu machen.
      Anschließend war Be My Sunshine an der Reihe. Die kleine Stute benahm sich wirklich vorbildlich, folgte artig, ließ sich hervorragend anbinden und gab exzellent Hufe.
      Ihre Hufqualität war dafür, naja, im Eimer. Sie waren eingerissen und spröde, an einer Stelle war ein Längsriss und sie hatte Strahlfäule. Ich schnitt viel an den Hufen herum und kittete die Risse, damit sie nicht weiterliefen. Aber das gesamte abgestorbene Gewebe der Strahlfäule konnte ich nicht wegschneiden – dann hätte ich auf’s Blut geschnitten. Ich empfahl Svartur also, dies weiter zu behandeln.
      Dann war Bruna an der Reihe. Auch diese kleine Stute war noch so jung, dass wir sie an die Wand drücken mussten, um sie nicht zu sehr zu stressen, da ihre Balance auch noch nicht wundervoll war.
      Aber ihre Qualität war gut. Sie hatte harte, widerstandsfähige Hufe und stand korrekt auf den Beinen. Hier korrigierte ich nur hier und da eine Kante, der Rest war in Ordnung.
      Nun war Black Bird an der Reihe. Auch ihre Hufe waren eine reine Baustelle.
      Ich schnibbelte, feilte, kittete und feilte dann wieder, dann kürzte ich noch etwas. Sie hatte einige Risse und der Strahl war teils etwas matschig, aber ich tat mein bestes.
      Für das Fohlen wäre es jedoch am besten, wenn man täglich mit ihr über harten Boden spazieren ginge und sie nicht mehr den ganzen Tag auf die Weide stellen würde – sie brauchte absolut trockenen, sauberen Boden, damit sich die Hufe regenerieren konnten.
      Dennoch war ich letzten Endes mit dem Ergebnis meiner Arbeit einigermaßen zufrieden.

      06. Dezember 2013
      Australien - Ein Traum wird wahr | 10.824 Zeichen | © Svartur
      Aufgeregt ging ich von Pferd zu Pferd und überprüfte ob alle in einer guten gesundheitlichen Verfassung waren um den langen Flug zu überstehen. Besonders bei den erst neu angekommenen Pferden Mellamo und Bailey hielt ich mich lange auf, um zu gucken wie sie die Hinfahrt überstanden hatten. Bailey hatte sich schon relativ gut eingelebt und mümmelte etwas an seinem Heu, Mellamo dagegen war erst gestern spontan von einer befreundeten Züchterin gekommen, da sie ihre Zucht umstellen würde und wusste wie sehr ich ihren Hengst immer geliebt hatte. Spontan kam er also mit und war noch immer etwas unruhig und der lange Flug würde ihn auch noch stressen, aber er war ein starker Hengst und würde den Stress gut aushalten können. Weiter ging ich nun zu Maxi und Loftsteinn. Beide standen gemeinsam in einer großen Paddockbox und kraulten sich ganz entspannt gegenseitig. Ich tastete nochmal alle Gelenke ab, konnte jedoch nichts auffälliges finden und ging nun zum letzten Hengst in diesem Hengststall, Glymur. Auch er schien vollkommen in Ordnung zu sein und so fing ich an allen fünf Hengsten Transportgamaschen sowie eine leichte Transportdecke anzulegen. Hier war es zwar noch kalt, und alle Pferde waren geschoren, doch in den circa zwanzig Stunden Flug, die sie vor sich hatten, würden es geheizt sein und in Australien herrschte so oder so ein ganz anderes Klima wie hier, sodass die Pferde dort so oder so komplett von den Decken befreit werden. Langsam wurden die Pferde auch unruhig, da sie merkten, dass etwas los war, da ich ihnen allen das Transportzubehör anlegte, jedoch wurde kein Hengst zu einem ernsthaften Problem. Nun kam auch der erste von vielen Helfern, die ich für heute bestellt hatte, da ein Umzug mit 28 Pferden ans andere Ende der Welt kein Zuckerschlecken war. Extra für uns würden heute zwei extra Frachtenflieger nach Australien fliegen, die die Pferde und ihr ganzes Zubehör transportieren würden, in dem einen Flugzeug würde mein Freund und treuer Begleiter mitfliegen, in dem anderen würde ich sitzen. Wir hatten die Flugzeuge so aufgeteilt, dass die Hengste im einen Flugzeug fliegen würden und die Stuten mit den Jungpferden im anderen, damit es zu keinen Auseinandersetzungen während dem Flug kommen würden. Nun hieß es aber die ersten fünf Pferde in den geliehenen Pferdetransporter einzuladen, die der Helfer dann zum nahe gelegenen Flughafen bringen würde. Dort hatte ich alles mit den Angestellten der Flugfirma geklärt und so wussten sie Bescheid, dass die Helfer die Pferde direkt in das Flugzeug einladen konnten, um den Stress für die Pferde möglichst gering zu halten. Nachdem alle eingeladen waren machte ich mich auf den Weg zum zweiten Hengststall, in dem sich momentan acht Pferde befangen. Zuerst ging ich zu den beiden Warmbluthengsten Boy of Love und Azzurro, beide waren in einer guten Verfassung und würden den Flug sicherlich gut überstehen. Ich legte auch ihnen die Transportgamaschen und eine leichte Decke an, bevor ich die Selbe Prozedur bei Blettur und Freki wiederholte. Anschließend checkte ich die beiden Islandpferdehengste Djarfur und Hýreygur durch. Hýreygur hatte eine kleine Bisswunde vom Spielen an der Kruppe, die jedoch kein Problem darstellen sollte. Schnell behandelte ich die Wunde mit einer Salbe und deckte ihn dann ein. Auch Djarfur deckte ich ein und legte ihm die Transportgamaschen an, ehe ich die acht Hengste in den größten der vier gemieteten Transportet führte. Sie wurden dann von Fynn, meinem Freund, zum Flughafen gefahren, von wo aus er mit den Hengsten zum Flug nach Australien starten würde, sobald das Flugzeug bereit war. Ich verabschiedete mich von ihm, wünschte ihm viel Glück und ging dann zum ersten Stutenstall, in dem nur Alaedis und Palimé standen. Beide standen einträchtig nebeneinander und dösten als ich kam, beide waren in einem guten gesundheitlichen Zustand, und würden Australien gut erreichen. Ihnen legte ich wie den vorigen Pferden das Transportzubehör an und führte sie in den kleinen 2-er Hänger hinein. Routiniert folgten mir die Stuten und entfernten sich kurz darauf mit einem meiner Helfer am Steuer vom Hof. Ich gönnte mir nun eine kurze Pause und trank noch einen Kaffe, während ich etwas wehmütig zurück dachte. Ich hatte noch immer nicht ganz realisiert, dass das, was mein Zuhause war, nun bald Vergangenheit war und ich nun bald in Australien sein würde. Dennoch freute ich mich schon sehr darauf, da ich dort mit meiner Freundin Zasa zusammen unsere beiden Lieblingsrassen züchten könnte und es auch sonst toll auf dem Gestüt war, wie ich bei mehreren Besuchen gemerkt hatte. Und dennoch – so ganz glücklich war ich in dem Moment nicht, denn schließlich musste ich auch viel zurücklassen, meine Freunde, meine Familie, das Gestüt und auch viele Pferde musste ich vor dem Umzug verkaufen. Plötzlich stand unser Stallbursche, Sebastian, neben mir. Ich hatte ihn gar nicht kommen gehört und er schien auch schon eine ganze Weile neben mir zu stehen. Er schaffte es mich aufzumuntern und mir wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, indem er mir erzählte, wie viel wir in Australien erleben würden und, dass die Pferde und das Gestüt sicherlich auch in guten Händen seien. Ich bedankte mich bei ihm und war einfach nur froh ihn zu haben, auf ihn war immer Verlass und so würde auch er mit nach Australien kommen. Nun aber hieß es die restlichen Pferde zu verladen. Zusammen mit Sebastian ging ich in den Stutenstall, wo ich mir zuerst die beiden Shettystuten Biene Mayaund Cakepop anschaute. Beide schauten kräftig und gesund aus, sodass ich sorglos Sebastian den Auftrag gab den beiden ihre extra für sie angefertigten, kleinen Transportgamaschen anzulegen und ihnen anschließend eine leichte Decke anzuziehen. Sofort machte er sich ans Werk während ich unterdessen Kvedja, Where I belong und Elding untersuchte. Auch Belong hatte eine kleine Bisswunde, die ich schnell eincremte bevor ich alle drei fertig für die Abfahrt machte. Dann lud ich die insgesamt fünf Stuten ein und ließ einen Helfer mit ihnen zum Flughafen fahren, wo sie direkt in das zweite Flugzeug eingeladen werden konnten. Als ich nun zu Fairytale und Fauta gehen wollte, erreichte mich ein Anruf von Fynn, dass der in einer knappen viertel Stunde losfliegen würde. Ich wünschte ihm nochmal viel Glück, dass alles gut gehen würde und widmete mich dann den beiden Stuten, die vor mir standen. Auch sie bekamen Transportgamaschen und eine Decke angelegt bevor sie zu zweit den anderen Stuten hinterherfuhren. Zu guter Letzt musste ich nun noch die fünf Jungpferde transportfertig machen. Zuerst ging ich zu Blossi und Enjoy Nature. Beide waren topfit, hatten jedoch bis in den Abend hinein getobt und hatten einige, kleine Wunden, die ich schnell versorgte. Dann ging ich weiter zu den drei Stuten Bruna, Fjörgyn und Black Bird, die mich alle erwartungsvoll anschauten, als ich den großen Laufstall betrat. Alle drei waren in einem guten Zustand, sodass sie sofort für den Transport fertig gemacht werden konnten und dann eingeladen wurden. Zusammen mit Sebastian fuhr ich nun zum Flughafen, wo all unsere Freunde und Verwandten standen um uns zu verabschieden. Mit Tränen in den Augen wurde sich umarmt, nochmal vorsichtshalber alle Handynummern gesichtet und dann hieß es Abschied nehmen. Die Helfer hatten unterdessen alle Stuten und Jungpferde in das Flugzeug gebracht und schweren Herzens trennte ich mich von Familie und Freunden und ging zusammen mit Sebastian in das Flugzeug. Während der Fahrt schlief ich etwas, beschäftigte mich aber meist mit der Frage: War dies die richtige Entscheidung?...Dann endlich nahte der erste Zwischenstopp. Die Pferde mussten leider in den engen Boxen bleiben, bekamen jedoch wieder frisches Wasser und ich füllte alle Heunetzte neu auf. Keines der Pferde schien sehr nervös zu sein, zwar standen sie nicht so ruhig wie sonst, aber es war auch nichts Ernsthaftes. Kurz darauf kam Sebastian mit etwas zu Essen zurück, welches wir schnell verschlangen. Dann ging es auch schon wieder zurück in Flieger, wo ich nun noch etwa acht Stunden verbringen musste. Ich spielte etwas Stadt, Land, Fluss mit Sebastian und versuchte dann noch etwas zu schlafen. Auf einmal merkte ich wie mein Körper geschüttelt würde. Müde schlug ich die Augen auf und blickte in Sebastians Gesicht, der mir gerade vermittelte, dass wir angekommen seien. Sofort war ich hellwach und rannte aus dem Flugzeug hinein ins Terminal, wo Zasa uns bereits erwartet, nach der Begrüßung kümmerten wir uns sofort um die Pferde und brachten sie aus dem Flugzeug. Zasa hatte sich hier schon um alles gekümmert, sodass wir kurz darauf schon quatschend im Auto saßen, mit einigen Pferden im Hänger, die anderen fuhren in einem großen LKW. Fynn war wohl mit den Hengsten schon am Hof angekommen und hatte sie alle auf die Koppeln gestellt, wo sie sich etwas die Beine vertreten konnten. Bei dem Flug sei alles gut gegangen, lediglich Hýreygur wäre so nervös gewesen, dass er eine Beruhigungsspritze benötigt hatte. Und dann waren wir da – dort wo ich nun hoffentlich den Rest meines Lebens verbringen würde. Doch lange blieb mir nicht Zeit zum Träumen, schließlich wollten alle Jungpferde und Stuten ebenfalls auf die Weiden. Hier traf ich auch Fynn wieder, der sofort eifrig mithalf, den Pferden die Transportgamaschen und Decken abzunehmen und sie anschließend auf die Koppeln zu bringen. Als alle versorgt waren setzten wir uns zu viert ins Haus und tranken dort eine kühle Cola, denn auch mich nahm das veränderte Klima sehr mit. Den Pferden ging es recht gut, da alle geschoren worden waren und in Dänemark nur mit Decke draußen waren, hier hatten sie nun keine Decken mehr an, da es ja deutlich wärmer war. Nach einer guten Stunde ging ich nochmal nach den Pferden schauen, die die Nacht auf den Koppeln rund um den Hof verbringen durften, dann viel ich müde, aber dennoch sicher den richtigen Schritt gewagt zu haben, in mein Bett im neuen, noch etwas fremden Zuhause.

      28. Januar 2014
      Stress vorprogrammiert | 4874 Zeichen | © Svartur
      Tja, wie soll man anfangen? Seit heute leben wir (Fynn, die Pferde und ich) wieder in der Nähe Deutschlands, genauer gesagt in Holland, auf dem Hof einer guten Freundin, mit der ich bereits von Australien aus über gefrorenes Sperma der Hengste gezüchtet hatte. Leider haben wir in Australien besonders mit einigen Isländern und Shettys starke Probleme bekommen, was das Klima betrifft. Da es nun langsam Hochsommer wird, verkraften einige die Hitze einfach nicht – es musste also schnell eine Lösung her. Sofort boten Vina und Hayley mir ihre Hilfe an und liehen mir sogar spontan Geld, da ein ganzer Umzug mit allen Pferden und dem ganzen Gepäck sehr teuer ist und nicht mal eben so bezahlt werden kann. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür! Für die Zucht ist es so oder so besser, wenn die Zuchtpferde beieinander stehen und so fing das Chaos schon vorgestern schnell bei uns an. Zuerst wurden mit Hilfe von vielen Einheimischen alle Möbel, Klamotten ect. in Umzugskisten gepackt und zum Flughafen transportiert, wo die Sachen bis zum nächsten Tag lagerten. Unterdessen legten wir bereits alle Pferdesachen raus, verpackten sie und schauten uns den gesundheitlichen Zustand aller Pferde an – besonders Fjörgyn ging es nicht so gut, ich hoffte, dass sie den Flug gut überstehen würde. Bis spät in die Nacht schufteten wir und kamen sage und schreibe circa zwei Stunden zum Schlafen ehe wir die ersten Pferde fertig machten. Im ersten Flugzeug waren einige Hengste sowie Zuchtpferde untergebracht, die Fynn und ich nun fertig machten und alle in verschiedene Transporter luden. Fynn übernahm Alvari, Boy of Love, Azzurro, Hákur, Glymur und Skrú, während ich Filou, Erutan, Bailey, Inside und Biene Maya fertig machte. Alle Pferde bekamen ein gut gepolstertes Halfter sowie ihre Transportgamaschen angezogen, von denen glücklicherweise noch alle vom letzten Flug vorhanden waren. Schnell stopfte ich noch die ganzen dicken Winterdecken in die jeweiligen Transporter bevor diese auch schon mit freundlichen Helfern zum Airport fuhren. Als nächstes machte Fynn Blettur, Freki, Elding und Hýreygur fertig. Ich unterdessen übernahm Promise, den erst gerade neu eingetroffenen Lemontree, der noch Probleme mit der Situation hatte, sich in Holland aber hoffentlich gut einleben würde, Palimé, Mellamo und Maxi. Allen ging es soweit gut, dass ich sie problemlos mit den Helfern zum Flughafen fahren lassen konnte. Große Sorgen machte ich mir hingegen um Skelfing, der ich gerade versuchte die Transportgamaschen anzulegen. Die Stute mit der besonderen Farbe war ebenfalls noch neu am Hof und reagiert dem Menschen gegenüber äußerst aggressiv. Sie war ein Fall für sich und in Holland würde ich hoffentlich in Ruhe mit ihr viel Vertrauensarbeit machen können, damit sie mir bald folgte, doch gerade versuchte sie nach mir zu beißen und zu treten, sodass ich schließlich aufgab und ihr erstmal eine Spritze mit Beruhigungsmittel gab. Bis dieses wirkte würde es allerdings etwas dauern und so verlud ich zuerst noch Belong, Álaedis, Kvedi, Cakepop und Hrydja. Anschließend brachte ich die nun ruhige Skelfing dazu und fuhr mit diesem Trupp zum Flughafen. Fynn fuhr kurz nach mir mit Fjörgyn, Blossi, Bird, Hvítasunna und Tvífari. Am Flughafen ging der Stress weiter, da alle Pferde, die sich noch nicht in einem der Flugzeuge befanden ebenfalls noch hinein mussten und alle auch noch ihre Beruhigungstabletten bekommen mussten. Erleichtert ließ ich mich in den Sitz anschließend fallen und dachte über diese Entscheidung nach, wieder von Australien wegzugehen. Ich entschied, dass es richtig war, da es einfach zum Wohl der Pferde war, und dieses lag mir nunmal am meisten am Herzen. Besonders freute es mich, dass Fynn mich wie immer unterstützte und sofort mithalf, zwar war der Abschied in Australien schwer, doch insgeheim freute ich mich auch auf eine schöne Zeit in Holland, wo die Pferde hoffentlich besser zurecht kommen würden. Dann schlief ich, wenn auch unruhig, für die nächsten Stunden ein. Schon kurz nachdem ich wieder aufgewacht war, war es auch schon Zeit für die Landung. Am Airport erwarteten uns bereits Hayley, Vina und ihre ganzen Helfer, die wir in den nächsten Tagen genauer kennen lernen würden. Nun hieß es aber erstmal alle Pferde auf dem Gestüt unter zu bringen. Da alles spontan war, wurden die Pferde auf Boxen, Paddocks und Weiden aufgeteilt, an manchen Stellen war es etwas eng, doch in mehreren Tagen würden auch mehr Weiden und Paddocks zur Verfügung stehen und so lange, würden alle gut miteinander auskommen. Die Pferde waren alle wohl auf, zwar erschöpft, aber ansonsten war alles im Lot. Wir deckten schnell noch alle Pferde dick ein und dann gingen wir hinüber in unser neues Heim, indem schon alles für unseren Empfang hergerichtet war. Ich bedankte mich besonders bei Vina und gemeinsam stießen wir auf eine hoffentlich schöne, gemeinsame Zeit an!

      01. Februar 2014
      Tierarztbericht | 2782 Zeichen | © Eddi
      Schon ein paar Tage später machte ich mich erneut auf den Weg zu Svartur. Sie war kürzlich mit ihren gesamten Pferden umgezogen und es standen einige Veränderungen an und gerade deshalb wollte sie ihre Lieblinge bei bester Gesundheit wissen. Meinen heutigen Patient kannte ich schon vom Sehen, damals war sie allerdings noch ein zuckersüßes Fohlen gewesen. Nun erwartete mich eine erwachsene Isländerstute und war gespannt, wie Fjörgyn sich gemacht hatte. Nach einer halbstündigen Fahrt kam ich auf dem Gestüt an und wurde dort schon von Svartur erwartet. Herzlich begrüßte ich sie und folgte ihr direkt mit in den Stall, wo ich meine Sachen auspackte und Svartur die Stute aus der Box holte. Fjörgyn war schöner als gedacht und blickte mich mit ihren ruhigen Augen neugierig an. Ich machte mich mit der Stute bekannt, ehe ich mit der Untersuchung begann. Zu allererst warf ich einen Blick in Nüstern und Ohren, doch dort war alles in Ordnung. Als nächste hörte ich Lunge und Herz ab, aber auch hier hörte sich alles wunderbar an. Nun betrachtete ich das Exterieur der Stute genauer und nahm dabei vor allem Gelenke und Sehnen unter die Lupe. Nachdem ich auch wusste, dass ihre Körpertemperatur im Normalbereich lag, konnte ich beruhigt impfen. Zuerst gab es die Spritze gegen Influenza, ehe darauf die Impfung gegen Tetanus folgte. Beide Piekser hielt Fjörgyn tapfer aus, genauso wie die letzten beiden Spritzen gegen Herpes und Tollwut. Ich lobte die Stute ausgiebig und mit Hilfe von Svartur verabreichte ich der Stute noch ihre Wurmkur und schon war die Prophylaxe geschafft. Nun gab ich Fjörgyn in jedes Auge ein paar Augentropfen, welche bewirkten, dass sich die Pupille weitete. Nach ein paar Minuten konnte ich mit der Leuchte genauer in ihre Augen schauen. Doch dabei fiel mir nichts Auffälliges auf, stattdessen besaß Fjörgyn die idealen Pferdeaugen und sie schien nicht einmal kurz- oder weitsichtig zu sein. Auch konnte ich keine Trübungen entdecken, so dass ich Svartur zufrieden zunickte und der Stute eine Pause gönnte. Denn ein Blick ins Maul war noch nötig, doch vorher sollte sie sich ausruhen. Dann holte ich die Maulsperre und verschaffte mir Einsicht in das Maul der Stute. Auch hier machte ich mir wieder Licht und schaute mir dann alle Reihen an. Die Zähne waren jedoch alle in Ordnung und gerade gewachsen. Fjörgyn schien auch seit kurzem aus dem Zahnwechsel gekommen zu sein, denn sie besaß überall schon ihre zweiten Zähne. Ich ließ Svartur auch noch einmal einen Blick in die Zähne werfen und erklärte ihr, woran es liegen könnte, wenn Fjörgyn mal Probleme mit dem Gebiss machen sollte. Danach befreite ich die Stute von der Maulsperre und entließ meine Patientin. Kurz darauf verabschiedete ich mich auch von Svartur und machte mich zurück in die Praxis.

      01. März 2014
      Die „Kleine“ ganz groß | 2735 Zeichen | © Svartur
      Erst vor Kurzem war die liebe Cooper bei uns am Gestüt gewesen und hatte angefangen Fjörgyn einzureiten – ich würde nun weiter mit ihr arbeiten. Ich hatte schon einige Male auf ihr gesessen und war wirklich begeistert. Sie hatte einen butterweichen Tölt, der auch mehr und mehr durchkam und auch die anderen Gangarten waren sehr schön zu sitzen. Sie zeigte sich als sehr neugierig und fand schnell heraus, wie neue Lektionen funktionierten. Und so machte sie mich wie schon so oft stolz und ich war einfach nur froh, dass ich sie schon damals als ganz kleines Fohlen von hier gekauft hatte, wo wir nun wohnten, sie war also wieder auf ihrem Heimatshof angekommen. Heute beschloss ich die kleine Stute erneut etwas zu reiten und anschließend sogar mal eine Runde alleine ausreiten zu gehen. Zuerst jedoch holte ich Fjörgyn von der Koppel, nahm ihr die Decke ab und begann sie ordentlich zu bürsten. Anschließend kämmte ich Mähne und Schweif gut durch, bevor ich zu guter Letzt die Hufe reinigte. Zum Satteln holte ich eine neue Schabracke aus der Sattelkammer, die ich extra für den neuen Sattel gekauft hatte, der inzwischen fertig angepasst war und ich Fjörgyn somit nicht mehr mit Westernsattel reiten musste. Auch hier hatte ich wieder ein schönes pink gewählt, da ich der Meinung war, dass ihr Pink super stand und dazu kam, dass ich die Farbe über alles liebte. Ich befestigte diese am Sattel und legte diesen dann Fjörgyn auf. Danach holte ich die ebenfalls neue Trense, zog sie ihr an und stellte sie passend ein. Die Trense war mit pinken Streifen versehen und passte somit perfekt zu der Schabracke. Zum Schluss noch ein Paar pinke Dressurgamaschen an die Beine und wir konnten zur Halle losgehen. Drinnen stieg ich sofort auf und ritt dann wie gewohnt im Schritt und Trab warm. Fjörgyn war inzwischen gut ausbalanciert und schaffte auch Wendungen ohne Probleme, wir arbeiteten nun noch an der Stellung, die jedoch in den Wendungen auch schon sehr schön war. Nach einer guten halben Stunde begann ich noch etwas zu tölten, bevor ich dann auch schon lobend aufhörte, das Hallentor von oben aus öffnete und mit Fjörgyn hinaus ritt. Zuerst war sie etwas zögerlich, da sie noch nie alleine draußen gewesen war, wurde jedoch mit jedem Schritt zunehmend sicherer. Ich schlug einen kleinen Rundweg um ein nahegelegenes Feld ein, sodass wir bald wieder Zuhause sein würden. Zum Glück war es recht windstill und wir begegneten keinen Tieren, denn sonst wäre Fjörgyn wahrscheinlich wieder nervös geworden, so trottete sie brav daher und hatte auch gegen einen kurzen Tölt nichts einzuwenden. Meiner Meinung nach viel zu schnell waren wir wieder am Hof, wo ich sie absattelte, ihr Kraftfutter gab und dann zurück auf die Koppel brachte.

      14. April 2014
      Stutentag! | 5312 Zeichen | © Svartur
      Gut gelaunt machte ich mich nach einem köstlichen Frühstück an die Arbeit. Mittlerweile hatten wir uns auf dem neuen Hof gut arrangiert und wurden direkt mit eingeplant. Während Fynja heute für einen Teil der Hengste und Jungpferde verantwortlich war, so musste ich mich um unsere eigenen Stuten kümmern. Helfen würde mir dabei heute Tjarda, eine der Stallhelferinnen. Um wirklich alle Pferde zu schaffen, musste es zügig gehen und so brachte Tjarda schon einige der Stuten auf die Koppel während ich mir als erstes die etwas schwierige Stute Skelfing. Fynja und ich hatten es inzwischen geschafft, dass die Stute willig mit einem mit kam und langsam anfing dem Menschen zu vertrauen. Doch es war nicht einfach mit ihr und es gab immer wieder Rückschläge. Auch hatten wir sie bis jetzt noch nicht wieder geritten, da wir erst ihr komplettes Vertrauen am Boden haben wollten und davon waren wir noch weit entfernt. Am Putzplatz schnappte ich mir eine Wurzelbürste und putze sie damit grob über bevor ich dann auch schon nach dem Hufe auskratzen mit ihr im Roundpen verschwand. Ich arbeitete sie auf jeder Hand gute fünfzehn Minuten ehe Tjarda auch schon fertig war und mich nach weiteren Aufgaben fragte. Ich wies ihr an als nächstes schonmal Hrydja für mich fertig zu machen. Ehe sie ging bedankte ich mich schnell und arbeitete dann noch fertig mit Skelfing. Diese hatte gut mitgearbeitet, auch wenn sie immer wieder mal nach mir austrat wenn ich sie antrieb – im Gegensatz zu früher war dies eine tolle Entwicklung, denn dort ging sie nur auf dem Menschen los. Nach dem Training deckte ich die geschwitzte Stute ein und übergab sie an meine Helferin, die mit ihr etwas grasen ging, denn auch das förderte ihr Vertrauen in den Menschen. Ich schnappte mir unterdessen Hrydja vom Putzplatz und ging mit ihr eine Runde spazieren. Sie hatte in den letzten Tagen problemlos mitgemacht und hatte sich die Auszeit verdient. Ich wählte einen Weg durch den Wald und ließ meiner Stute den Strick lang. Zwar vertraute ich ihr nicht zu hundert Prozent, dass sie den ganzen Spaziergang über ruhig bleiben würde, doch wenn man sie zu sehr einengt wird die Stute nur noch nervöser. Nach gut zehn Minuten schnaubte sie genüsslich ab und wurde langsam lockerer. Ich beschloss ein Stück mit ihr zu laufen. Brav trottete sie neben mir her und fing sogar freiwillig an zu traben, was für Hrydja sehr ungewöhnlich war und mich direkt positiv stimmte. Ich ging noch eine ganze Weile mit ihr ehe ich umdrehte und zurück zum Hof ging. Dort gab ich ihr etwas Kraftfutter und stellte sie dann zu den anderen Stuten auf die weitläufige Koppel. Sofort stürmte sie davon und rannte zu den anderen. Lachend ging ich hinfort und suchte Tjarda. Es war schwer sie zu finden, doch schließlich entdeckte ich sie und fragte sie, ob sie nicht Lust auf einen kleinen Ausritt hatte. Sie freute sich und nahm das Angebot dankend an. Da Tjarda mit unruhigen oder jungen Pferden oft nicht so gut klar kam wies ich ihr Dissy zu. Sie freute sich, denn die Stute war einer ihrer Lieblinge. Ich holte mir unterdessen Fauta und Kvedja. Gemeinsam machten wir die drei Pferde sauber und unterhielten uns dabei ausgelassen. Alles verlief problemlos und auch beim Satteln von Dissy und Fauta gab es keine Komplikationen. Bevor es los ging zog ich Kvedi noch ihre Trense an und befestigte eine Longierbrille an den Gebissringen. Dort wiederrum machte ich den Strick fest und stieg dann auf Fauta auf. Zügig schritten alle drei Pferde an und schienen voller Vorfreude zu sein. Der Ausritt verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle und Tjarda und ich hatten viel Spaß. Viel zu schnell kamen wir nach einigen rasanten Galopps wieder am Hof an, wo es schnell weitergehen musste. Die drei Stuten wurden abgesattelt, gefüttert und dann auf die Wiesen gestellt. Als letze Stute für heute holte ich mir eine meiner Lieblinge: Fjörgyn. Die Stute war noch gar nicht so lange unter dem Sattel und hatte sich doch prima gemacht. Ich kannte kaum ein Pferd, welches so fein auf die Hilfen reagierte ohne hektisch zu werden. Schon als ich sie von der Koppel holte pfiff ich fröhlich umher und machte sie dann mit großer Freude fertig. Nach einer langen Putzeinheit, die die Stute wie immer genoss sattelte und trenste ich sie – dann ging es hinaus auf die Ovalbahn. Gemütlich ritt ich die Stute dort warm und begann sie mit Schlangenlinien und Volten zu biegen. Schließlich ging ich für etwas Dressurarbeit in die Mitte der Bahn und erst nachdem ich merkte, wie sie locker wurde ging ich wieder auf die Bahn hinaus und töltete etwas. Sie verfügte über eine erstaunliche Tempovarianz und ich hatte viel Spaß. Auch Fjörgyn schien Spaß am Training zu haben und arbeitete ausgezeichnet mit. Langsam fing ich inzwischen auch an das Zügelüberstreichen im Tölt mit einzubauen. Zwar hingen die Zügel erst leicht durch doch sie überzeigte mich schon jetzt mit einer tollen Selbsthaltung. Nach einer dreiviertel Stunde beendete ich das Training und versorgte die Stute. Bevor es dunkel wurde mistete ich noch den Stutenstall und fuhr mit dem Hoftruck einen Ballen neues Heu in eine der zwei Raufen. Die andere war noch gefüllt und musste nicht gereinigt und befüllt werden. Abends half Tjarda mir dann beim Hereinholen aller Pferde bevor wir gemeinsam zu den anderen in das Wohnhaus gingen.

      08. Mai 2014
      Neuanfang! | 8850 Zeichen | © Svartur
      Direkt zu Anfang: Einfach war es nicht! Schon lange fühlten Fynn und ich uns nicht mehr wirklich wohl. Jeden Tag mussten um die zwanzig Pferde trainiert, versorgt und gepflegt werden. Einige Jahre ging das alles gut, doch inzwischen waren auch wir gereift und verstanden nun langsam, dass wir das alleine nicht mehr alles packen könnten. Zwar halfen uns Vina mit ihren Helfern wo es nur ging, doch der Drang wuchs immer mehr einfach das alte Leben hinter sich zu lassen und nochmal komplett neu anzufangen. Durchringen dazu konnten wir uns doch nie, bis wir bei dem Verkauf von Hnakki auf Zasa trafen. Auf Anhieb war die junge Dame Fynn symphytisch und auch ich kannte sie bereits, da ich mal eine Zeit lang zusammen mit ihr gelebt hatte. Wir erzählten ihr von unseren Ideen und so gestand auch sie uns, dass sie oft ihr altes Leben hinter sich lassen wollte. Tagelang telefonierten wir miteinander bis feststand: Gemeinsam würden wir den Neuanfang wagen! Einige Monate vergingen noch bis wir uns wirklich dazu entscheiden konnten die Pferde zu verkaufen und vor allem eine neue Bleibe ausgesucht hatten. Schließlich entschieden wir uns für einen ganz kleinen Hof in Estland, der einige Weiden hatte, an der Küste lag und auch Paddockboxen, ein Sandpaddock und einen Reitplatz bereit hielt. Für das weitere Training konnte man in den Nachbarort fahren, wo man eine Ovalbahn und eine Halle vorfinden konnte. Nachdem die Unterkunft geklärt war, wussten wir aber noch immer nicht so recht, welche Pferde eigentlich bleiben würden, fest stand, dass es nur sechs Pferde mit nach Estland schaffen würden. Fynn wollte unbedingt seine geliebte Fjörgyn und Alesco mitnehmen, wo hingegen ich auf Bailey und Glymur bestand. Anschließend entschieden wir uns noch für zwei der Fohlen, die wir gerade erst gekauft hatten. Es handelte sich um Cody, einen tollen Roansplash Quarterhengst und um eine kleine Isländerstute namens Ófeig, die später Fjörgyn Gesellschaft leisten sollte. Die übrigen Pferde wurden schweren Herzens verkauft – jedoch nur in allerbeste, uns bekannte Hände. Viele Tränen vergossen wir beim Abschied, aber dennoch fühlte es sich richtig an. Besonders bei Pferden wie Possibility und Erutan versetze es mir immer wieder einen Stich ins Herz… Freki und Hnakki fanden dagegen glücklicherweise eine neue Besitzerin in Zasa, die gemeinsam mit uns auswandern würde und somit am Hof blieben. Nach Monaten der Planung hieß es dann endgültig Abreise! Die Pferde wurden alle vom Tierarzt untersucht und als gesund empfunden – auch der Hufschmied war bei fast allen nochmal da gewesen um die Hüfchen zu überprüfen. Unsere ganzen Möbel und Habseligkeiten waren bereits mit dem Umzugswagen auf den Weg und Fynn und ich machten nun die Pferde fertig. Etwas müde noch gingen wir in die Ställe, befüllten die Heunetzte und hingen sie in den großen Transporter. Langsam wurden wir an der kalten Luft immer wacher, auch wenn die gestrige Abschiedsparty der absolute Hammer gewesen war und wir viel Spaß hatten, besonders Vina würde ich sehr vermissen! Diese machte gerade netterweise noch Lunchpakete für die lange Fahrt fertig während ich mir nun als erstes meinen Liebling Bailey schnappte. Wir hatten bereits gestern alle Pferde gründlich geputzt und dann für den heutigen Tag eingedeckt, sodass ich nur die Decke abnehmen, nochmal kurz drüberputzen, Hufe auskratzten und den Schweif bandagieren musste. Anschließend legte ich ihm schon die Transportgamaschen an und führte ihn zu dem Pferdehänger, wo ich ihn anband. Freudig wieherte er schon, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass wir ein Turnier besuchen würden, welche er liebte. Doch dazu würde es heute nicht kommen. Fynn hatte unterdessen Fjörgyn fertig gemacht und band sie neben Bailey an. Als nächstes schnappte er sich Glymur und ich beschäftigte mich mit dem ältesten der Jungpferden: Alesco. Der junge Hengst hatte sich als sehr verlässlich heraus gestellt und machte keine Probleme während ich ihn in der Hektik fertig machte. Auch er bekam Transportgamaschen angezogen, mit denen er dann zum Hänger stakste. Lachend zeigte ich ihm Fynn, der ebenfalls sofort begann los zu prusten und mit Glymur hinterher eilte. Der Hengst war für seine Verhältnisse sehr unruhig – er schien zu merken, dass etwas Wichtiges passieren würde statt dass es normal zu einem Turnier ging. Doch weiter konnte ich mir keine Sorgen um ihn machen, da ich noch den neuen Hengst Cody fertig machte. Er war noch etwas scheu und so kam ich nur schwer an ihn ran um ihn aufzuhalftern. Kaum war er angebunden fing er auch schon an zu zappeln, sodass ich die Putzprozedur möglichst kurz hielt. Fynn hatte auch Ófeig fertig gemacht und so luden wir die beiden Fohlen als erstes ein. Ófeig ging sofort entspannt in den großen Transporter, wo hingegen Cody ganz angespannt vor dem großen Wagen stand und sich nicht bewegte. „Komm schon Großer, es wird dir nichts passieren“, sagte ich leise und ging dann mit festen, sicheren Schritten voran. Wieder blieb er stehen und sträubte sich weiter zu gehen. Es brauchte einige Anläufe und Massen von Leckerlis bis wir Cody dazu bewegen konnte die Rampe zu erklimmen und sich in seinen Abteil zu stellen. Kaum war er oben lobte ich ihn ausführlich, stopfte ihn noch etwas mit Leckerlis voll und zeigte ihm dann sowohl die vorhandene Tränke als auch das Heunetz. Nach und nach entspannte der kleine Hengst sich immer mehr, bis er erleichtert abschnaubte und ich ihn dann anband. Ich ließ ihn ganz locker, damit er sich während der langen Fahrt auch etwas bewegen konnte, schloss dann die Tür hinter seinem Abteil und ging nach draußen. Alesco kam nun noch neben Cody. Auch ihm zeigte ich wo alles war, tätschelte ihm nochmal den Hals und schloss dann auch seine Tür. Daneben kam Glymur, neben ihn Bailey und schließlich in das letzte Abteil Fjörgyn. Die drei erwachsenen Pferde machten keine Probleme und so rief ich nur noch schnell in den Hänger: „Gute Reise euch – bis zur ersten Pause!“, dann schloss ich die Klappe und widmete mich Vina und allen Helfern, die bereits hinaus gekommen waren um uns ein letztes Mal zu verabschieden – es wurde ein tränenreicher Abschied, doch schon jetzt stand fest, dass ich alle ganz bald wieder besuchen kommen würde! Selbst Fynn standen die Tränen in den Augen, als er sich von seinem besten Kumpel Thor verabschieden musste. Wir lagen uns noch lange in den Armen bis wir die schweren Schritte in den Transporter gingen. Fynn wischte sich die Tränen am Pulli ab und setzte sich hinters Lenkrad, ich trauerte neben ihm auf dem Beifahrersitz.

      Nach einigen Stunden machten wir die erste Pause. Wir aßen und tranken etwas ehe wir nach den Pferden gucken gingen. Alle waren relativ entspannt und genossen die frische Luft, als ich die Abteilfenster jedes Pferdes öffnete. Nach einer guten Stunde ging es weiter. Es dauerte noch einige weitere Stunden bis wir endlich ankamen.
      „Das ist es nun Fynn – unser neues Leben…“, sagte ich mit einer leichten Wehmut in meiner Stimme, denn auch wenn ich mich riesig freute, so war der Abschied noch immer in meinem Kopf.. Fynn nahm mich in den Arm und gab mir die Nähe, die ich nun brachte. Nach einigen Minuten hatte ich mich beruhigt und wurde mit zunehmender Zeit immer vorfreudiger. Wir luden nun gemeinsam nacheinander die Pferde aus, nahmen ihnen Gamaschen und Halfter ab und brachten sie alle zusammen auf eine der großen Koppeln, wo sie sich etwas die Beine vertreten konnten. Sofort liefen sie in einer großen Herde los und wir schossen ein Erinnerungsfoto ehe wir schnell sechs Boxen im großen Stall einstreuten. Alle Boxen hatten einen Paddock nach außen und waren über Türen verbunden, die geöffnet werden konnten um den Pferden Kontakt zu ermöglichen. Die Ausläufe waren mit Paddockmatten bestückt und auch die Ställe selber waren aus einem weichen Material. Bei den Fohlen ließen wir die Verbindungstüren offen, damit sie gemeinsam die neuen Ställe erkunden konnten, die erwachsenen Pferde würden nachher erstmal jeder alleine in seine Box kommen. Während die Pferde noch etwas grasten schauten wir uns das Haus an. Das Umzugsunternehmen hatte bereits alles an den Platz gestellt, wie wir es in einen Plan eingezeichnet hatten – wir konnten also direkt mit dem Auspacken beginnen. Zuerst räumten wir das Nötigste in der Küche, dem Bad und im Schlafzimmer ein, der Rest würde nach und nach folgen. Dann luden wir das ganze Pferdezubehör aus dem Transporter in die kleine Sattelkammer und reinigten den Transporter anschließend bevor ich ihn schnell auf den Parkplatz fuhr. Wieder da war Fynn bereits dabei die Pferde herein zu holen. Ich half ihm schnell und gemeinsam schauten wir uns dann an, wie die Pferde das neue Heim begutachteten. Da alles ruhig blieb und es auch schon anfing zu dämmern, schlossen wir den Stall dann ab und machten uns auf in das Wohnhaus, wo wir direkt schlafen gingen.

      27. Mai 2014
      Eine neue Freundin!? | 3139 Zeichen | © Svartur
      „Was machen wir nur mit Fjörgyn?“, fragte ich verzweifelt Fynn. Doch auch dieser konnte mir keine Antwort bieten. Seit Tagen stand die große Stute nun schon alleine auf der Koppel und schien sich nicht wirklich wohl zu fühlen. Wir hatten schon probiert sie zu den Fohlen zu stellen, doch auch das wollte einfach nicht klappen, es fehlte ihr einfach eine Stute oder ein Wallach in ihrem Alter und ihrer Rasse. Wir hatten uns einige Isländer angeschaut doch der Funke war nie übergesprungen. Während wir noch grübelnd und erschöpft da saßen klingelte plötzlich das Telefon :“Fynja Kláradrottir hier, mit wem spreche ich?“. Am anderen Ende meldete sich Vina. Überglücklich über ihren Anruf fingen wir sofort an zu plaudern. Sie erzählte mir über ihre neueste Bekanntschaft, einen netten Herren aus London, den ich wohl bald kennenlernen dürfte und ich redete mir anschließend meinen Kummer mit Fjörgyn von der Seele. Vina hörte mir aufmerksam zu und überlegte dann gemeinsam mit mir. Schließlich sagte sie völlig unerwartet: „Wie wäre es denn wenn ich dir Kempa abgebe? Bei mir steht die Gute nur rum, mit Fjörgyn hat sie sich immer super verstanden und soweit ich das mitbekommen habe warst du auch immer gerne mit ihr auf längeren Ausritten unterwegs, oder?“, ich bejahte dies sofort und lachte glücklich los – auf meine Vina war nun wirklich immer Verlass! Schnell wurde mit Fynn gesprochen, der sich kurz darauf auch schon mit dem Hänger auf den Weg machte um die Kleine abzuholen. Ich bereitete unterdessen eine Box im alten Stall vor, der inzwischen saniert war. Man erkannte noch immer die alten Elemente und dennoch war alles modern ausgestattet. Anschließend ging das lange Warten los. Ich schnappte mir Fjörgyn und putze sie etwas. Glymur war momentan in Ausbildung, würde demnächst aber wohl wiederkommen. Anschließend longierte ich sie etwas, wobei sie sich aber noch immer mit der Anlehnung schwer tat, ich hoffte inständig, dass ein bald anstehender Bodenarbeitslehrgang uns beiden weiterhelfen könnte. Dann stellte ich Fjörgyn wieder auf die Koppel und beschäftigte mich mit dem Papierkram, bis ich das Auto auf dem Hof fahren hörte. Sofort rannte ich hinaus, umarmte Fynn flüchtig und schaute dann in das Hängerinnere. Kempa sah noch immer gut aus, auch wenn sie etwas zugelegt hatte. Wie sonst auch war sie die Ruhe selbst und wartete geduldig bis ich sie losgebunden hatte und auslud. Draußen begrüßte ich sie erstmal, ließ sie sich umschauen und brachte sie dann in die Reithalle. Dort rannte sie wie eine kleine Flitzekugel los und schaute sich im Stechtrab mit hoch erhobenem Kopf alles an. Während ich ihr lächelnd zuschaute schoss Fynn ein paar Fotos für unser Fotoalbum. Nach gut zehn Minuten fing ich sie wieder ein und brachte sie hinaus auf die Koppel zu Fjörgyn. Schon von weitem wieherten sich die beiden entgegen und Kempa ließ sich kaum halten. Kaum hatte ich das Halfter abgenommen raste sie zu Fjörgyn und beide beschnupperten sich. Dann wurde etwas gespielt ehe die beiden friedlich nebeneinander grasten, unser Plan war aufgegangen! Glücklich ließ ich die beiden erstmal alleine und widmete mich nun Bailey.
    • Mohikanerin
      Alte Berichte (2)

      27. Juni 2014
      Schnupperkurs Bodenarbeit | 50.142 Zeichen | © Gwen
      Pünktlich sieben Uhr morgens klingelte mein Wecker. Ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Bauch breit, als ich aufstand und Richtung Bad wanderte, um mich fertig zu machen. In den kommenden Tagen würde sich zeigen, ob mein Traumberuf wirklich für mich geschaffen war oder ob ich mir vielleicht doch lieber etwas anderes suchen sollte. Heute würden die sechs Teilnehmer meines zweitägigen Kurses auf dem Gestüt ankommen und dann würde sich zeigen, ob ich auch das Gelernte an andere Menschen weitergeben konnte. Natürlich plagten mich schon seit längerem Sorgen, denn ich war mir nicht einmal sicher, ob man mich frischgebackene 18-jährige ernst nehmen würde oder ob alle direkt nach der Ankunft kopfschüttelnd wieder nach Hause kehren würden.
      In der Küche begrüßte mich Elisa mit einem fröhlichen Grinsen. Sie wusste natürlich von meinen Befürchtungen und erzählte mir schon seit Tagen nichts anderes, als dass das schon alles klappen würde, mit meiner Vorbereitung ja sowieso. Natürlich hatte ich mir viel Mühe gegeben, damit auch wirklich alles reibungslos ablaufen würde und ich hatte mich schon vor dem heutigen Tag ausführlich mit den Paaren beschäftigt, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dennoch war ich mir immer noch sehr unsicher. Viel Zeit blieb mir jedoch nicht zum grübeln, denn 10 Uhr sollten die Teilnehmer hier eintrudeln und es musste noch genügend vorbereitet werden!
      Die Gästezimmer hatten Elisa und ich bereits gestern fein säuberlich vorbereitet. Es waren immer zwei-Bett-Zimmer, denn wir wollten schließlich auch die menschlichen Kontakte fördern und da der Kurs vollständig aus Frauen bestand, war das kein Problem. Für diejenigen, welche dann aber doch vehement alleine bleiben wollten, gab es natürlich auch noch Einzelzimmer. Heute waren dann die Unterkünfte für die Vierbeiner noch an der Reihe. Die kommenden zwei Tage würden die Pferde in einem großen Offenstall verbringen. Dabei hatten wir auch schon festgelegt, wer sich mit wem das Schlafgemach teilen würde, da bei dem Kurs sowohl Hengste als auch Stuten vorhanden waren. Wie auch ihre Besitzer würden sie jeweils zu zweit stehen dürfen, so dass Auseinandersetzungen eigentlich ausgeschlossen wurden. Für den Fall aller Fälle war natürlich auch vorgesorgt, doch wir hofften sehr, dass es kein großen Tiraden geben würde.
      Schneller als gedacht rückte der große Uhrzeiger der zehn entgegen und es dauerte nicht lange, bis der erste Pferdehänger am Eingang des Gestüts zu sehen war. Elisa half mir bei der Begrüßung der Gäste, denn wenn alle auf einmal kommen würden, hätten wir alle Hände voll zu tun. Ein großes Schild wies den Parkplatz aus, zu welchem ich auch direkt eilte, um meine erste Teilnehmerin zu begrüßen. „Herzlich Willkommen auf Crown Hill! Ich bin Gwendolyn Campbell.“ begrüßte ich die junge Frau, welche soeben ausstieg. „Hallo, ich bin Jessica Rheinburg und das dort ist Possibility.“ meinte sie lächelnd und deutete auf den Pferdekopf, welcher neugierig durch das Fenster des Hängers lugte. „Na dann wollen wir ihn mal ausladen.“ meinte sie und nickte zustimmend. Gemeinsam öffneten wir die Rampe und ohne Probleme ließ sich der Hengst rückwärts vom Hänger führen. Vorbildlich stand der Hengst an Jessicas Seite, doch es reichte ein kurzer Blick in sein Gesicht, um zu sehen, dass dieses Benehmen nicht positiv war. Jessica schaute mich traurig an. „Seine Vergangenheit ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.“ meinte sie und wir liefen gemeinsam Richtung Stall, währenddessen wir uns schon ein wenig unterhielten. Possibility stammte aus schlechter Haltung und seither schien er sich aufgegeben zu haben und war stets so abwesend, wie jetzt eben auch. Ich übergab das Paar Elisa, welche den beiden ihre Unterkünfte zeigen würde, während ich mich schon auf den Rückweg zum Parkplatz machte, um den nächsten Gast zu begrüßen.
      Es war Kathi, welche ich sogar schon vom Hören und Sehen her kannte, da sie gemeinsam mit der Sarah ein Gestüt führte, welche ich auf Heartland kennengelernt hatte. Freundlich begrüßte ich auch sie und musste erst einmal losprusten, als Kathi ihren Ponyhengst auslud. „Hm, du hast ja gesagt, er wäre rundlich, aber dass er so rundlich ist, hätte ich nicht gedacht!“ meinte ich grinsend und musterte Finlay von unten bis oben. Plötzlich gewannen Kathis Worte aus der Anmeldung ein ganz neues Gewicht, so wie auch Finlay es besaß. Ich begleitete die beiden mit zum Stall und zeigte Kathi erst einmal Finlays Offenstall. Das Highlandpony schien sich sofort wohlzufühlen, nachdem Kathi ihn losgemacht hatte. Zufrieden drehte er eine Runde im Offenstall, ehe er sich auch schon am Heunetz zu schaffen machte. „Siehst du, genau das meine ich!“ stöhnte Kathi genervt in meine Richtung, „Der hat nichts anderes als Fressen im Kopf!“. Ich hoffte ja inständig, dass sein Weidekumpane ihn ein wenig auf Trab bringen würde, doch gar so sicher war ich mir da nicht. Kathi zeigte ich noch ihr Gästezimmer, in welchem schon Jessica ihre Sachen auspackte. Beide begrüßten sich freundlich und durch Kathis unkomplizierte Art, kamen sie auch sofort ins Gespräch, so dass ich sie in Ruhe alleine lassen konnte. „12 Uhr treffen wir uns dann alle auf dem Hof bezüglich der Planung!“ sagte ich noch an, ehe ich schon verschwand.
      Als ich das Gästehaus verließ, hörte ich schon Hufgetrappel auf dem Parkplatz, so dass ich mich beeilte. Doch Elisa war schon da und hatte unseren nächsten Gast begrüßt, was auch kein Problem war, denn es handelte sich um Zai! Fröhlich lief ich ihr entgegen und umarmte sie erst einmal. „Toll, dass du hier bist!“ grinste ich fröhlich und Zai nickte: „Na, ich kanns mir doch nicht entgehen lassen, euch mal wieder zu besuchen. Danke übrigens, dass Dreamer ausnahmsweise mitmachen darf.“ zwinkerte sie mir zu. Zai hatte ihren jungen Hannoveranerhengst mitgenommen, welcher eigentlich noch zu jung für den Kurs war, da einen Teilnehmerbedingung für die Pferde ein Alter von 2 Jahren war. Da Dreamer aber nur noch vier Monate fehlten und ich wusste, dass Zai sehr gut mit ihm umging, hatte ich sie dennoch eingeladen, herzukommen und nun standen sie vor mir. „Ich hoffe, ich enttäusche euch nicht mit dem Kurs.“ meinte ich unsicher, doch Zai schüttelte nur lachend den Kopf und führte Dreamer in Richtung Stall. Der kleine Braune war auch der erste, welcher mal die neue Umgebung genauer in Augenschein nahm und sich dafür interessierte. Aufgeregt tänzelte er neben Zai her und stieß ab und an ein leises, aber hohes Wiehern aus. In Dreamers Quartier wartete auch schon jemand, denn er war der Weidekumpane, der Finlay ein wenig auf Trab halten sollte. Auch Zai konnte sich kein Grinsen verkneifen, als sie den Schimmel entdeckte. Dreamer hingegen war aufgeregter als zuvor und trabte in großen Kreisen um Finlay umher, nachdem er ihn erfolgreich vom Heunetz verdrängt hatte. Finlay stand nur genervt da, entlastete ein Hinterbein und schloss die Augen. „Na das wird noch interessant mit den beiden!“ meinte ich grinsend und zeigte Zai noch flott ihr Gästezimmer, ehe auch schon die nächsten Hänger angerollt kamen. „Ach ja und 12 Uhr treffen wir uns auf dem Hof!“ rief ich Zai noch hinterher, ehe ich es vergaß.
      Langsam wurde es schwer, jeden ausgiebig zu begrüßen und ihnen die Unterkünfte zu zeigen. Fynja und Maren kamen beinahe zeitgleich an, doch ich begrüßte zuerst Fynja und bat sie, ihre Stute direkt auszuladen. Fjörgyn blickte sich neugierig um und schien ganz aufgeregt zu sein, nach der langen Fahrt. Die Mausfalbin hatte ich schon jetzt ins Herz geschlossen, denn ein Blick in ihre braunen Augen reichte und jeder, der vorher Isländer nicht gemocht hatte, war plötzlich anderer Meinung, Maren ging es da nicht anders. Sie war soeben ausgestiegen und lief uns entgegen. „Hallo! Ich bin Gwendolyn Campbell.“ stellte ich mich vor und reichte ihr die Hand. Auch von Maren wurde Fjörgyn erst einmal gekrault. Ich klärte die beiden direkt auf, dass ihre beiden Stuten sich einen Offenstall teilen würde und da niemand aufgeregt Luft holte, schien alles okay zu sein. Fjörgyn brachten wir als erstes in den Offenstall und dann reichte ich Fynja an Elisa weiter, welche sie zu ihrem Zimmer bringen würde. Marens Vierbeinerin würde wahrscheinlich nicht ganz so unkompliziert in den Offenstall gehen und zur allgemeinen Stressminderung bat ich Maren, mit dem Hänger direkt an die Offenställe zu fahren. Sie nickte und machte sich auf den Weg, um das Auto zu holen. Als Hilfe hatte ich auch direkt noch Matthew gepackt, denn falls etwas passieren sollte, war ein dritter Mann sicherlich nicht schlecht. Caipirinha hieß die kleine Rappscheckin, welche jetzt schon fleißig Theater in dem Hänger machte. „Ich binde sie erst los und dann öffnen wir den Hänger, okay?“ meinte Maren und wir nickten.
      Als sie das Zeichen gab, ließen wir die Rampe hinunter und wichen sicherheitshalber zur Seite. Aufgeregt trappelte die kleine Stute rückwärts hinunter, wobei sie die letzten Zentimeter einfach übersprang. Maren wurde mehr oder weniger hinterhergeschleift. Umso besser war es, dass wir so nah am Offenstall waren, denn durch unsere indirekte Begrenzung stand Cai schnell und ohne großes Spektakel neben Fjörgyn im Offenstall. Cai sprang ausgelassen in die Luft und trat einmal in unsere Richtung aus, bis sie plötzlich erstarrt stehen blieb und die graue Isländerin vor sich anstarrte. „Na hui?“ meinte Maren grinsend, als Cai plötzlich alles andere als selbstbewusst war, denn Fjörgyn hatte die kleine Stute die gesamte Zeit ruhig beobachtet und das schien Cai nicht sonderlich zu gefallen. Vorsichtig näherte sie sich der grauen Stute und zu unserer Freude schienen sich beide sehr gut zu verstehen. „Ein Wunder.“ murmelte ich, denn eigentlich hatte ich fest mit Problemen gerechnet. Während wir die Stuten zusammengebracht hatten, war auch die letzte Teilnehmerin eingeflogen und stand grinsend hinter uns. „Na, was gibt’s hier denn spannendes zu sehen?“ meinte Alessia grinsend und wurde erst einmal von uns alle herzlich begrüßt. Neben ihr stand der kleine Shettyhengst Erutan Wishes, welcher sich neugierig umschaute. Er würde sich seinen Offenstall mit Possibility teilen. So zeigte ich Alessia direkt die Unterkunft ihres Ponys. Possibility nahm nicht wirklich Notiz von seinem neuen Artgenossen, sondern stand weiter dösend in der Ecke. Ich erläuterte Alessia direkt, dass er aus schlechter Haltung stammte und deshalb ein solch abweisendes Verhalten aufwies. Sie nickte und betrachtete den Hengst noch ein wenig, ehe ich sie in ihr Gästezimmer einweihte. Ich hatte sie mit zu Zai gepackt und die beiden verstanden sich auf Anhieb. Maren teilte sich das Zimmer mit Fynja und schon waren alle gut untergebracht. Wunder, oh Wunder, war es tatsächlich erst kurz nach um elf, so dass mir noch ein wenig Zeit blieb, alles für die Begrüßung vorzubereiten.
      „Herzlich Willkommen auf dem Gestüt Crown Hill, Sitz des WHT Ausbildungsbetriebs!“ meinte ich lächelnd, als wir alle in einem Kreis versammelt auf dem Hof saßen. Von allen Seiten wurde ich neugierig angelächelt und jeder wollte anscheinend wissen, wie es nun weitergehen würde. „Als erstes würde ich gerne die beiden Gruppen ansagen, in welchen wir dann arbeiten wollen.“ meinte ich kurz und wühlte in meinen Unterlagen, um den kleinen Klebezettel zu finden. „Also... In der ersten Gruppe sind Maren, Alessia und Kathi. Somit bilden Jessica, Zai und Fynja die zweite Gruppe.“ Von überall her kam ein zustimmendes Nicken, so dass ich die Tagesabläufe austeilte. „Das ist nur ein grober Zusammenschnitt, außer bei den Essen kann es zu zeitlichen Abweichungen kommen.“ meinte ich lächelnd und reichte jedem sein Blatt.
      Tag 1
      10 Uhr – Ankunft der Teilnehmer, Unterbringung der Pferde und Reiter
      12 Uhr – Begrüßung, Einleitung in den Plan der nächsten zwei Tage
      12:30 Uhr - Mittagessen
      14-15 Uhr – Erste Gruppe
      15-16 Uhr – Zweite Gruppe
      17-18 Uhr – Videoanalyse erste Einheit
      18:30 Uhr – Abendessen

      Tag 2
      9 Uhr – Frühstück
      10 Uhr – Kurze Durchsage zum Tagesablauf
      11-12 Uhr – Zweite Gruppe
      12:30 Uhr – Mittagessen
      14-15 Uhr – Erste Gruppe
      16-18 Uhr – Videoanalyse zweite Einheit, Skripts zum Nachhause nehmen
      18:30 Uhr – Abendessen
      19 Uhr – Abschließender Ausritt mit Traileinlage; Ende am Lagerfeuer

      Tag 3
      ab 7 Uhr – Frühstück möglich
      Abfahrt je nach Belieben

      „Gibt es noch Fragen?“ fragte ich, als alle das Blatt einigermaßen überflogen hatten. Kathi meldete sich und stellte ihre Frage: „Und die Pferde haben auch Vollpension?“ - „Ja, darum braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. Sollte noch etwas wichtiges bei euren Vierbeinern zu bedenken sein, dann könnt ihr mir das sagen und ich werde es weiterleiten.“, Kathi schien zufrieden mit meiner Antwort und lehnte sich wieder zurück. Auch die anderen sahen zufrieden aus. „Na dann würde ich sagen, dass es jetzt erst einmal eine Stärkung gibt, ehe die erste Gruppe auch schon an der Reihe ist!“ meinte ich grinsend und erhob mich. Der Kurs folgte mir brav wie Schüler ihrem Lehrer, wovon ich sie eigentlich anfangs abhalten wollte, bis mir einfiel, dass sie noch gar nicht wussten, wo der Essensraum – oder wie Elisa es gerne nannte, das Mini-Restaurant – war. Zu Essen gab es Hefeklöße mit Vanillesoße und Kirsch-Kompott. Zufrieden saßen alle vor ihren Tellern und aßen, aber auch rege Gespräche waren zu hören, als ich mich auf den Weg zu Elisa an den Tisch machte. „Und wie läufts?“ fragte sie neugierig und ich nickte glücklich. „Anscheinend besser als ich dachte.“ meinte ich lachend und begann zu essen.
      Schon zehn Minuten vor Beginn der ersten Einheit war die kleine Gruppe vollständig, so dass ich sie erst einmal für ihre Pünktlichkeit lobte. Wir hatten uns in der Halle zusammengefunden, da wir so die nötige Ruhe in die Gruppe bekommen konnten, ohne dass die Pferde von äußeren Einflüssen abgelenkt werden konnten. „In der ersten Stunde möchte ich vor allem auch erst einmal einen Einblick in die Theorie geben, denn nur wenn man weiß, wie etwas richtig geht, kann man es auch richtig machen.“ meinte ich und stellte der Gruppe mein „Vorführ“pferd Altair vor. Der braune Ponyhengst stand entspannt neben mir und wartete geduldig, bis ich mich mit ihm beschäftigen würde. „Ich habe mich schon ein wenig mit euren Problemen beschäftigt und auch schon einige Ideen gesammelt, allerdings finde ich es dennoch wichtig, dass ihr erst einmal die Grundlagen kennt, denn wenn wir mitten in dem ganzen Wirrwarr anfangen, tut das weder euch noch den Pferden gut.“ mit diesen Worten holte ich mir ein einstimmiges Nicken.
      „Zu Beginn würde ich gerne etwas über die Hilfsmittel und deren richtigen Umgang erzählen, denn vielen ist nicht bewusst, warum man ein anderes Halfter nehmen soll.“ Nun kam Altair zum Einsatz, denn an ihm zeigte ich die unterschiedlichen Hilfsmittel. Den Beginn machte wie immer das Knotenhalfter. Ich zeigte an Altair leicht, wie sich das dünnere Seil sich auf das Pferd auswirkte und erläuterte auch noch einmal die Gefahren dieses Halfters bezüglich der Weide oder des Anbindens. „Das Knotenhalfter wirkt schärfer als ein Stallhalfter und dem Pferd wird nicht die Möglichkeit gegeben, dass es sich bei Widerwillen in das Halfter legen und abstützen kann, da die Auflagefläche nicht annähernd so groß wie die eines Stallhalfters ist.“ erklärte ich und zeigte als Vergleich ein normales Stallhalfter, der Unterschied war eindeutig und auch am Material konnte man dies festmachen. „Oft hört man, dass die Knoten „Akupunkturpunkte sind. Allerdings ist das ein Irrglaube, denn die Knoten sind schlichtweg notwendige Kreuzungspunkte, da die Knotenhalfter geknüpft werden und sonst würde es nicht halten. Wahr ist natürlich, dass diese Knoten Druck ausüben, allerdings hat der keinen besonderen Zweck.“. Meinte ich lächelnd und erntete natürlich einige verwunderte Blicke. „Und was ganz wichtig ist, ist der richtige Sitz eines Knotenhalfters, denn sonst kann die schärfere Wirkung auch ganz schnell gefährlich werden. Klingt jetzt doof, aber ein maßgefertiges Knotenhalfter ist immer die beste Lösung.“ sagte ich und deutete auf Altairs, welches auch maßgefertigt war.
      Als nächstes folgte das Rope. „Wichtige Punkte bei dem Rope sind der Verschluss, das Material und die Länge.“ erklärte ich und zeigte den Teilnehmern Altairs Rope. „Der Verschluss sitzt fest und kann sich nicht von selbst lösen, dass ist besonders wichtig bei der Bodenarbeit. Das Material muss natürlich griffig sein, denn dieses Seil stellte die Verbindung zwischen und und dem Pferd her. Und auch die Länge ist wichtig, denn sie werden später bei den Übungen noch sehen, wie viele Dinge auf Distanz trainiert werden und dennoch soll die Verbindung ja bestehen.“ erklärte ich, während ich Altair als Beispiel von mir wegschickte, ihn anhalten und zurückkommen ließ. Als letztes erklärte ich noch, warum ein Stick so praktisch war und vielleicht auch günstiger als eine Gerte. „Durch seinen anderen Sinn besitzt er auch eine andere Beschaffenheit als eine Gerte, er liegt auch ganz anders in der Hand.“ Ich reichte meinen Stick einmal in der Runde herum und entdeckte einige Ah-Blicke.
      „Aber genug Theorie für das erste! Nun würde ich gerne auf praktische Art und Weise mit den Grundlagen beginnen. Hat wer denn schon eine grobe Vorstellung?“ fragte ich in die Runde, um meine Teilnehmer munter zu machen. Fynja meldete sich direkt. „Also ich habe immer gelernt, dass Vertrauen und Respekt die Grundsteine der Bodenarbeit sind.“ meinte sie und ich nickte. „Das stimmt vollkommen. Allerdings geht es bei dem Respekt nicht um dieses typische „Mensch ist der Chef und Pferd ist der Untertan“, sondern viel mehr um den gegenseitigen Respekt. Es ist zwar schön und gut, wenn unser Pferd die von uns verlangten Dinge tut, weil es sich uns unterwirft, aber ein gemeinsames Arbeiten ist in meinen Augen der sinnvollere Weg.“ Während meiner Worte kraulte ich Altairs Stirn. „Altair zum Beispiel ist nicht einfach mein Pferd, er ist mein Partner. Wir finden es immer toll, wenn Tiere sofort spüren wie es uns geht und wie wir denken, doch das gleiche verlangen diese auch von uns und ich finde es nur gerecht, wenn wir ihnen in dieser Weise entgegen kommen.“ erklärte ich und musterte kurz die drei Paare vor mir.
      Finlay stand sehr unmotiviert da und schien neben Kathi einzuschlafen. Der kleine Erutan zappelte ständig umher und wollte anscheinend endlich ein wenig Aktion und zu Caipirinha schaute man am besten gar nicht. Die kleine Stute hatte die Ohren angelegt und den Schweif zwischen die Hinterbeine geklemmt, sobald Maren unaufmerksam sein würde, würde die Stute ihr eins auswischen, das sah man sofort. Also wurde es dringend Zeit für einige praktische Übungen. „Pat Parelli ist euch bestimmt allen ein Begriff. Es baut auf den Seven Games auf, welche die Grundlage des fortführenden Pat Parelli bilden. Das erste Spiel ist das Friendly Game, es beruht auf dem simplen Streicheln des Pferdes, welches sich überall anfassen lassen soll, ohne zu weichen oder zu zappeln.“ Während ich erzählte, machte ich es bereits mit Altair vor, welcher vorbildlich mitmachte. „Das ist Teil des Gehorsamkeits-Trainings und zeigt dem Pferd, dass Menschenhände nichts böses sind. Eure Tierärzte und Hufschmiede werden euch für ein solches Pferd lieben.“ meinte ich lächelnd und ließ der Gruppe Zeit, um sich mit ihren Pferden zu beschäftigen. Kathi hatte am wenigsten Probleme damit, denn Finlay interessierte das gar nicht. Alessia hatte schon mehr zu tun, denn Erutan war ein wenig ungeduldig und überall anfassen lassen wollte er sich auch nicht. Doch bei den beiden lief es im Gegensatz zu Maren gut. Cai sprang immer davon und wollte sich gar nicht anfassen lassen. „Lass ihr Zeit. Du hattest gesagt, sie ist noch neu bei dir? Dann kennt sie dich auch noch nicht.“ erklärte ich Maren. „Fang erst einmal mit etwas ganz simplen an. Vielleicht ihr einfach durch die Mähne zu wuscheln, wenn sie neben dir steht. Ich denke bei euch beiden wird das ein Weilchen dauern.“ meinte ich aufmunternd, denn Cai war vom Charakter her wirklich kein leichtes Pferd.
      Als nächstes stand das Abhärten an der Reihe, beziehungsweise wurde das von allen gerne Anti-Schreck-Training genannt. Die Pferde sollten lernen, dass auch die Sachen aus dem Alltag kein Problem waren. Dazu gehörten Holzpaletten, Plastiktüten, Fahnen, Flaschen. Alle drei Pferde dieser Gruppe hatten damit allerdings auch kein Problem und so konnten wir schnell weiter machen.
      „Jetzt kommen Übungen für den Respekt zwischen Mensch und Pferd. Dazu gehört das Porcupine Game, das Driving Game und das Yo-Yo Game. Mit Altair machte ich die ersten Übungen vor. Bei dem Porcupine Game handelte es sich um simple Spiele, welche auch in der Natur in wilden Herden stattfanden. Dazu gehörten simple Bewegungen wie das Halsbiegen, das Kopfsenken oder das Rückwärtsgehen. Alle durften es einmal ausprobieren, wenn es nicht direkt klappte, gab ich den ein oder anderen Tipp. „Und alles geht von einer gewissen Distanz aus.“ erklärte ich und so bekam auch Maren die Chance, mit ihrer Stute zu arbeiten, denn aus der Distanz hinaus wurde es keinem von beiden gefährlich. „Pause!“ rief ich erneut und die Teilnehmer beendeten noch die Übung, ehe sie ihre Pferde neben sich „parkten“. „Wir machen aber ziemlich oft Pausen!“ stöhnte Alessia, welcher schon wieder ein nervender Erutan am Rockzipfel hing. „Ja, aber das hat auch einen Grund. Die Pausen sind wichtig, um das Vertrauen zwischen euch und euren Pferden zu stärken, denn in dieser Zeit könnt ihr euch mit ihnen unterhalten, sie kraulen und einfach entspannen, ehe die nächste Übung gefordert wird.“ Schon nach zwei Minuten ging es wieder weiter.
      „Leider werden wir heute nicht alle Spiele schaffen, doch ich werde euch ein Skript zuschicken, auf welchem ihr alle Spiele finden könnt. Zum Schluss gibt es noch drei Spiele für die Respekt- und Vertrauensarbeit und da alle Pferde hier noch in einer kritischen Phase befinden, würde ich gerne diese drei Spiele ausführlicher machen wollen.“ erklärte und und wir begannen mit dem Circling Game. Dabei lief Altair im Zirkel um mich rundrum, auch ohne dass ich ihn ständig in den Augen behielt. Das Sideways Game war komplizierter, denn wer hier nicht vorsichtig genug war, hätte schnell ein scheuendes Pferd. Zum Schluss kam noch das Squeeze Game, für welches ich erst einmal ein simples Stangen-L aufgebaut hatte. Nur kurz führte ich alles mit Altair vor, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, die gesamte Zeit ausführlich nutzen zu können. Besonders bei Maren und Cai warf ich einen Blick darauf. Die kleine Stute zeigte sich sehr widerstrebend und nur kaum etwas klappte wirklich. Zudem war sie sehr abgelenkt durch die anderen Pferde und anscheinend auch aufgeregt durch die neue Umgebung. „Maren? Wenn du magst, können wir heute Abend nach dem Essen noch eine kleine Extra-Stunde einlegen, denn Cai ist ja doch ein ziemlicher Sonderfall für sich.“ meinte ich und musterte die Vollblutstute. Maren schaute mich dankbar an. „Das wäre toll!“ meinte sie begeistert und nickte glücklich. „So! Die erste Stunde ist beendet. Ich hoffe ihr könnt alle etwas mitnehmen!“ meinte ich lächelnd und entließ die Teilnehmer, denn die nächsten warteten schon vor der Tür.
      Die zweite Gruppe war wesentlich ruhiger und während die Reiter meinen Erklärungen lauschten, standen die Pferde ruhig da, außer Dreamer, der natürlich fleißig am umherschauen war. Wie auch der ersten Gruppe erläuterte ich hier die Hilfsmittel und deren korrekten Umgang. Erneut war Altair mein Versuchskaninchen und zeigte den Teilnehmern, weshalb, warum und wieso wir diese Ausrüstung nutzten. Alle nickten während meines Vortrages und waren gleich von Anfang an begeistert. „Da in der vorherigen Gruppe die Frage kam, werde ich sie direkt im Voraus erläutern. Der praktische Teil ist mit vielen kleinen Pausen gespickt, welche den Pferden und auch euch die Möglichkeit geben soll, zu entspannen und bereit für neue Informationen zu sein. Das ist auch im ganz normalen Training wichtig.“ erklärte ich lächelnd und Zai schien sofort zu wissen, was ich meinte.
      Nachdem der theoretische Teil geschafft war, wechselten wir zum praktischen Teil, nämlich den Seven Games. Erneut erklärte ich diese und zeigte die an Altair. Wir schnitten jedes Spiel grob an, doch bei dieser Gruppe konzentrierte ich mich vor allem auf die Übungen zum Vertrauensaufbau. Viel Wert legte ich erneut auf das Friendly Game, welches von allen genaustens ausgeführt werden sollte. Aber auch das Circling und Squeeze Game waren mir wichtig, damit die größtenteils jungen Pferde erst einmal weiter Vertrauen aufbauen konnten. Zai war vollkommen begeistert, wie gelehrig ihr kleiner Dreamer war und dass er doch ein wirklich gutes Benehmen an den Tag legte, bis Dreamer plötzlich der Meinung war, um sie herumzupreschen und sich loszureißen. „Konsequent bleiben! Hol ihn wieder zu dir und mache erst noch einmal das Yo-Yo Game, danach eine Pause und dann versuche noch einmal das Circling!“ erklärte ich ihr. Bei Fynja und Fjörgyn lief auch alles wunderbar und sie hätten am liebsten schon weitergemacht und auch die Pausen durch gemacht. „Fjörgyn ist wirklich sehr lernwillig, aber dennoch solltest du aufpassen, dass du sie nicht überforderst.“ erklärte ich Fynja, denn beide waren mir manchmal zu motiviert. Possibility und Jessica funktionierten auch gut, doch wirklich zu dem Hengst durchdringen konnte die junge Frau nicht. „Lass in mal wirklich von alleine zu dir kommen. Er muss sich mit einbauen können, wenn das klappt, dann wird er eventuell auch wieder mutiger.“ ermunterte ich Jessica, welche inzwischen genauso betrübt aussah wie ihr Hengst.
      Auch mit der zweiten Gruppe lief es wunderbar und man merkte, dass viele indirekt schon dem Verhältnis zwischen Pferd und Mensch folgten, wie es auch bei Pat Parelli und Horsemanship wichtig war. Zufrieden entließ ich so auch die zweite Gruppe. Alle hatten nun eine Stunde Zeit, um zu entspannen, sich selbst frisch zu machen oder sich um ihre Pferde zu kümmern, denn dann würde es vor dem Abendessen zu Auswertung der heutigen Stunden kommen.
      Wie immer waren alle Teilnehmer pünktlich dort, wo sie sein sollten. Ich hatte in der letzten Stunde die mitgeschnittenen Videos auf meinen Computer gezogen und in einem kleinen gemütlichen Raum den Beamer angeschmissen, so dass die Videos auf Großbild zu sehen sein würden. Nun konnte die Videoanalyse beginnen. „Es ist immer sehr interessant, wenn man sich selbst bei der Arbeit mit den Pferden beobachtet und es fallen einen da so einige Eigenheiten auf, manche positiv, aber manche auch negativ.“ meinte ich lächelnd und ließ das erste Video laufen. Alle schauten erst einmal ein wenig geschockt, als sie sich dort selbst vorne auf der Leinwand sahen und ich wusste nur zu gut, wie sich fühlten, als ich mich das erste Mal so gesehen hatte, hatte ich mich auch komisch gefühlt. „Beginnen wir mit der ersten Gruppe, in welcher Maren, Alessia und Kathi waren.“ meinte ich und drückte Play. Erst einmal ließ ich die Teilnehmer so zuschauen, ohne etwas zu sagen und dann spulte ich noch einmal zu Anfang. „Ich beginne jetzt einmal mit Kathi. Bei dir sieht man, dass du inzwischen auch nicht mehr gar so vor Motivation strotzt, wenn du neben Finlay stehst oder etwas mit ihm machst.“ erklärte ich und drückte Stopp, so dass wir eine Momentaufnahme hatten, auf welcher Mensch und Pferd beinahe gleich unmotiviert schauten. „Wichtig wäre es, dass auch du wieder Spaß an der Arbeit findest, denn nur so kannst du sie auch Finlay schmackhaft machen.“ fügte ich hinzu. Kathi war ein wenig erschrocken, doch sie verstand, was ich meinte. „Was Finlay selbst dann motiviert mitzumachen, dazu werden wir erst morgen kommen.“ versicherte ich ihr. Nächstes Augenmerk legte ich auf Maren und Cai. „Sehr gut finde ich dein konsequentes und selbstbewusstes Auftreten gegenüber der Stute, denn das wirst du auf jeden Fall brauchen. Allerdings sind bei euch die Positionen nicht geklärt, damit meine ich nicht die Chefposition, sondern euer Miteinander. Du verfolgst immer ein wenig den Sinn, Cai zu unterwerfen. Nun ist sie aber eine Stute die das gar nicht akzeptiert, ihr müsst euch auf die gleiche Stufe stellen. Den gleichen Respekt, welchen du von ihr verlangst, musst du ihr auch zurückgeben.“ erklärte ich und zeigte eine Szene, wo man gut sah, wie die beiden sich anlegten und keiner aufgeben wollte. Nun war noch Alessia an der Reihe und ich spulte erneut zurück. „Bei euch ist es so, dass es zwar schön ist, wenn ihr motiviert alles sofort machen wollt. Allerdings rührt von deiner Unruhe auch die Unruhe von Erutan her. Wenn du immer am liebsten keine Pausen machen willst, dann wird auch er ungeduldig. Es wäre wichtig, dass du mehr Ruhe in die Arbeit bringst, so dass er dich als Fels in der Brandung sehen kann.“ erläuterte ich anhand der Bilder.
      „Nun, die zweite Gruppe!“ meinte ich grinsend und öffnete die zweite Videosequenz. „Hier würde ich mit Jessica anfangen. Wie man gut sehen kann, macht Possibility alles mit, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Problem ist aber, dass er es so gesehen nicht freiwillig macht, sondern weil er weiß, dass ihm dann nichts passiert. Es ist schwer eine Schnecke aus ihrem Haus zu locken und es wird eine Weile dauern, ehe du ihn wieder da hast, wo er sein soll, Jessica. Bodenarbeit ist für ihn auf jeden Fall gut, denn über kurz oder lang wird er sich einbauen müssen, denn zum Beispiel auch das Pat Parelli baut auf soziale Kontakte zwischen Pferden auf und wenn du alles ruhig angehst, müsste er sich öffnen.“ erklärte ich ruhig und Jessica nickte. Als nächste schnappte ich mir Zai. „Hier sehen wir einen typischen Junghengst, der doch einmal zu gerne verhätschelt wird.“ meinte ich grinsend und alle lachten. „Also wichtig ist, Zai, dass du wirklich immer konsequent bleibst. Dreamer ist jetzt in einem Alter, wo er jeden kleinen Fehlschritt deinerseits ausnutzt, um seinen Kopf durchzusetzen. Dann lieber noch mehr Pausen machen, damit auch immer wieder die Aufmerksamkeit bei beiden Seiten da ist. Wichtig ist dabei auch deine Körperhaltung, diese muss immer aufgerichtet und präsent sein. Du darfst niemals in dich hineinsacken, denn ab da verlierst du deine Präsens.“ erzählte ich zu dem Video, welches im Hintergrund lief. „Zu guter Letzt noch Fynja. Eigentlich hatte ich dir fast alles schon in der Stunde gesagt. Es ist wichtig, dass ihr es nicht übertreibt, denn sonst werdet ihr schnell den Spaß an den neuen Dingen verlieren. Wichtig ist, dass Fjörgyn die Übungen nicht nur kann, sondern auch perfektioniert und es geht um das Zusammenspiel zwischen Mensch und Pferd und nicht das, was sie anderen zeigen kann.“ erklärte ich und Fynja schaute mich ein wenig betrübt an. Ich wusste wie gerne sie mit der Stute voran kommen wollte, doch ein wenig Zeit musste sein.
      Alle schienen zufrieden mit den neuen Informationen zu sein und als mein Magen zu Wort meldete, war es auch an der Zeit, über das Abendessen herzufallen. Es gab Spaghetti mit Bolognese, etwas ganz simples was wohl jeder gerne aß. Kurz nach dem Essen fing ich Maren für die kleine extra Einheit ab. „Ich würde wieder in der Halle arbeiten wolle.“ meinte ich lächelnd und half Maren bei dem fertigmachen ihrer kleinen Stute. Wie immer hatte sie alle Hände voll zu tun, um nicht getreten oder gebissen zu werden. Doch irgendwann schafften auch wir es in die Halle. Dort sollte die Cai erst einmal streng umherführen und ihr immer mehr Seil gewähren. Sobald sie jedoch lostrabte oder stehen blieb, sollte der Abstand des Seils wieder verkürzt werden.
      Darauf folgte das Yo-Yo Game, heute Nachmittag hatte Maren einfach nicht die Aufmerksamkeit der kleinen Stute erlangen können, doch jetzt waren sie vollkommen für sich. „Schick sie weg!“ rief ich streng und Maren tat dies sofort. „Nun hol sie wieder her. Lass sie auf dem Zirkel traben.“ ich gab Maren flotte Anweisungen, denn Cai sollte gefordert werden. „Du musst ihr das Gefühl geben, dass die Aufgaben unschaffbar sind. Cai hat einen unglaublichen Willen, sie wird es dir rechtmachen wollen und beweisen, dass sie es kann.“ meinte ich und gab weiter Anweisungen. Mit fliegenden Wechseln sprangen wir zwischen den sieben Spielen hin und her, plötzlich war Cai ganz woanders. Statt sich Maren ständig zu widersetzen, legte sie es darauf an, alle Aufgaben so gut und schnell wie möglich zu erfüllen, um ihrer Besitzerin zu zeigen, dass sie nicht gegen sie ankam. Zur Folge hatte dies, dass Cai auf jede kleine Hilfe reagierte, plötzlich feinfühliger denn je wurde und mit Maren zusammenarbeitete, denn wenn diese keine Aufgaben stellte, konnte Cai ihr nicht zeigen, dass sie besser war.
      Zwanzig Minuten lief dieses kleine Spielchen ab, dann beendete ich das Zusatztraining. „Manchmal muss man die Eigenheiten der Pferde ausnutzen.“ meinte ich lächelnd und wuschelte Cai durch den Schopf, denn diese war noch voll in ihrem Element, alles zu machen, was von ihr verlangt wurde. „Aber für heute reicht es. Du solltest dir aber keine zu großen Hoffnungen machen, es kann sein, das wir Morgen wieder von vorne anfangen müssen.“ warnte ich Maren. Doch nun hieß es erst einmal ab ins Bett. Ich war mir sicher, dass sie Teilnehmer genauso müde ins Bett fielen wie ich.
      Da wir den gesamten kommenden Tag für uns hatten und ich frühes Aufstehen nach den gestrigen Anstrengungen unsinnig fand, hatte ich das Frühstück auf 9 Uhr gelegt. Ich stand dennoch zwei Stunden vorher auf, um mich mit Elisa um die Gastpferde zu kümmern, welchen unsere besondere Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Für alle gab es zum Frühstück frisches Heu und da von den Besitzern gewünschte Kraftfutter.
      Bei Possibility und seinem kleinen Gefährten war es noch sehr ruhig, denn die beiden Hengste dösten noch friedlich und wurde erst aktiv, als es Futter gab. Elisa kümmerte sich darum, ihren Offenstall abzuäppeln, während ich schon einmal weiterging. Für Finlay und Dark Dreamer gab es nur Heu und ihren Offenstall wurde von mir gemistet. Dreamer war schon wieder ganz aktiv und schon wach, bevor ich kam. Die Kuhle im Stroh zeigte jedoch, dass er anscheinend tief und fest geschlafen haben musste. Anscheinend war Finlay ein guter Babysitter und schaute auch neugierig drein, statt genervt zu sein. Den letzten Offenstall machten Elisa und ich gemeinsam, schon aus dem Grund, dass irgendjemand immer Cai im Auge behalten musste, denn die kleine Vollblutstute war nicht nur ihrer Besitzerin gegenüber recht kompliziert, sondern alle anderen Menschen gegenüber auch. Fjörgyn war stattdessen neugierig und schmusig und tippelte uns ständig hinterher.
      Als wir dann mit allen Pferden fertig waren, hieß es kurz duschen und dann auf zum Frühstück. Dort trudelten nach und nach auch alle sechs Teilnehmer ein und deckten ihre Teller kräftig ein, um Kräfte zu sammeln. Es war schön zu sehen, wie alle miteinander wunderbar auskamen, ohne das es zu Streitereien kam, stattdessen wurden gegenseitig unterschiedliche Ansätze für den Umgang mit Pferden und bezügliche Erfahrungen ausgetauscht. Für das Frühstück hatte ich eine Stunde eingeplant, so dass jeder genug Zeit hatte, um sich fertig zu machen. Um zehn trafen wir uns dann auf dem Hof bei herrlichem Sonnenschein. „Heute würde ich gerne mit der zweiten Gruppe um 11 Uhr anfangen. Dann gibt es zwischendurch Mittagessen, ehe 14 Uhr die erste Gruppe an der Reihe ist. Wer während seiner Freizeit Langeweile bekommen sollte, kann gerne einen Rundgang über das Gestüt machen oder ein Sonnenbad im Garten hinter dem Gästehaus nehmen, es ist für alle was da.“ meinte ich lächelnd und alle nickten wir zufrieden zu. Ich machte mich als erstes auf den Weg in die Halle, um die Bodenhindernisse für die heutigen Lektionen auf zu bauen. Danach ging es direkt zum Stall, um Altair für unsere erste Einheit fertig zu machen, denn in einer knappen halben Stunde würde es losgehen.

      In der Halle konnte ich nun Zai, Fynja und Jessica begrüßen, welche alle voller Motivation mit ihren Pferden an der Seite in der Halle standen. „Wie ihr sehen könnt, wird es heute wesentlich praktischer als gestern.“ erklärte ich und deutete auf die gesamten Hindernisse, welche ich fleißig aufgebaut hatte. „Heute möchte ich die Kommunikation zwischen euch und euren Pferden testen und verbessern. Nachdem wir gestern schon die erste Videoanalyse hatten, wisst ihr ja schon grob, was ihr verändern solltet. Aber genug geredet, fangen wir an!“ meinte ich lächelnd und erklärte erst einmal, dass die Seven Games des Pat Parellis immer eine gute Aufwärmübung für Pferd und Reiter waren, so dass wir uns erst einmal mit den ersten drei Spielen beschäftigen. Nach der gestrigen Einheit klappte das bei allen auch schon viel besser. Bei Jessica und Possibility merkte man, dass sich etwas bei dem Verhältnis geändert hatte. Statt bei dem Yo-Yo Game immer nur blind und taub Jessicas Anforderungen zu folgen, stand der Hengst nun mit gespitzten Ohren da und wartete aufmerksam auf die nächsten Kommandos. Zai war nun wesentlich strenger zu Dreamer, was dieser anfangs gar nicht so toll fand, denn plötzlich durfte er nicht mehr machen was er wollte. Doch schon nach kurzer Zeit akzeptierte er diese Veränderung und arbeitete mit seiner Besitzerin mit. Bei Fynja und Fjörgyn lief alles fließend, doch Fynja ließ sich nun mehr Zeit und entspannte ab und an auch einmal.
      „So!“ rief ich die Gruppe zusammen. „Damit jeder immer etwas zu tun hat, werden wir alle Stationen jetzt einmal zusammen durchgehen und ich zeige und erkläre euch die zu machende Aufgabe. Danach könnt ihr euch dann selbst eure erste Station aussuchen und dann geht es im Uhrzeigersinn einmal rundherum und ich schaue euch allen immer fleißig auf die Hände beziehungsweise Hufe.“ meinte ich lächelnd und alle schauten sich neugierig um. Ich marschierte mit Altair voran zur ersten Übung. „Ehe ihr denkt, dass wir das alles spontan können, muss ich euch enttäuschen. Altair und ich haben das alles auch nicht von Anfang an hinbekommen, sondern bei manchen Übungen auch lange gebraucht.“ erklärte ich grinsend und schon waren wir bei dem ersten Hindernis da. Dies bestand aus einer einzelnen Stange und ich wurde von allen Seiten fragend angeschaut. „Mit einer einzelnen Stange kann man sehr viel machen! Habt ihr schon jemals versucht, mit euren Pferd so zu kommunizieren, dass ihr wirklich jedes Bein einzeln kontrollieren könnt?“ fragte ich und alle drei schüttelten den Kopf. Ich führte Altair über die Stange und ließ ihn direkt dahinter stehen. Mit einem sanften Tick an das rechte Hinterbein und die auffordernde Bewegung für das Rückwärts führten dazu, dass Altair erst einmal nur mit dem rechten Hinterbein über die Stange stieg, erst auf mein Kommando folgte auch das zweite. „Noch interessanter ist das seitwärts über eine Stange.“ meinte ich und führte mit Altair die Übung vor. „Für viele Pferde gar nicht so einfach, für den Menschen ideal, da er sich gut an der Stangen orientieren kann.“ erklärte ich lächelnd. Auch seitwärts konnte ein Pferd über die Stange gehen, was ich meinem Kurs schnell bewies. „Bei dieser Übung ist auch eure eigene Kreativität gefragt und eurer Pferd kann sich auch gerne selbst einbringen!“ meinte ich lächelnd und führte sie zur zweiten Übung.
      „Das Stangen-L kennt ihr bestimmt alle.“ meinte ich und zeigte auf das gelbe L. Mit Altair zeigte ich das simple vorwärts durchgehen, aber auch das rückwärts durchgehen. „Eine sehr gute Übung ist auch das Einfädeln in das L durch eine Vorhandwendung.“. Kurz hinter dem L kam eine Plane mit Pylonen, welche schon jetzt von einigen Pferden misstrauisch begutachtet wurde. „Auf einer Plane kann man alle möglichen Übungen durchführen und das Pferd lernt, dass auch fremde Untergründe nicht böse sind.“ erklärte ich und führte den Kurs zur letzten Station. „Aber hier ist gar nichts?“ meinte Zai stirnrunzelnd. „Wir brauchen auch nichts.“ meinte ich, nahm ein wenig Abstand zu Altair und bewegte ihn lediglich mit meiner Körpersprache rückwärts, zeigte ein fließendes Seitwärts auf der Mittellinie und Renvers an der langen Seite. „Hier ist wirklich die Kommunikation zwischen euch gefragt. Aber jetzt seid ihr dran! Teilt euch auf uns losgehts.“ lächelte ich und scheuchte die Gruppe sanft auseinander.
      Zai und Dreamer fanden sich als erstes bei der Plane wieder, welche der kleine Hengst anfangs gar nicht so toll fand. Jessica und Possibility hatten sich das Stangen-L ausgesucht, da sie dies sicherlich auch schon aus dem Trail kannten. Fynja und Fjörgyn waren bei der einzelnen Stange und begannen direkt mit dem kontrollierten Rückwärts. Die ersten paar Minuten beobachtete ich die drei Paare einfach nur, ehe ich mich auf den Weg vom einen zum anderen machte. Bei Fjörgyn ließ gerade die Aufmerksamkeit nach und das Seitwärts über die Stange klappte nicht mehr einwandfrei. „Lege mal eine Pause ein, spiele das Friendly Game und mache dann weiter.“ meinte ich lächelnd zu Fynja und seufzend nickte sie mir zu. Dreamer hatte inzwischen kaum noch Probleme mit der Plane und Zai wusste nicht weiter. „Übe doch schon einmal für die kommenden Stationen. Rückwärtsrichten, seitwärts gehen, einfach auf deine Kommandos hören.“ Zai dankte mir und machte direkt weiter. Bei Jessica und Possibility lief es auch ganz gut, nur die Vorhandwendung an der Hand schien nicht ganz zu laufen. „Du stehst nicht richtig.“ meinte ich zu Jessica und erklärte ihr, dass sie sich nicht schräg neben Possibility positionieren sollte, sondern vor ihm aufgerichtet stehen bleiben sollte und den Stick als Verlängerung ihres Armes nutzen sollte. Sofort war der Hengst nicht mehr verwirrt von der Haltung seiner Besitzerin und es gelang im doch ganz gut.
      Nach einiger Zeit wechselten die Paare die Stationen und die Arbeit ging von neuem los. Immer wieder besuchte ich die Paare und gab neue Tipps, erklärte das ein oder andere neu und zeigte es gegebenenfalls einmal. Die Stunde war schneller herum als gedacht und trotz des neuen Wissens waren Pferd und Mensch doch froh, jetzt erst einmal Pause haben zu dürfen.
      Nach dem Mittagessen ging es direkt weiter mit der nächsten Gruppe um 14 Uhr. Wieder waren ihr alle in der Halle versammelt. Als erste fragte ich die Kursler, wie ihre Pferde heute drauf waren, das war bei allen drei wichtig. Cai stand bereits mit angelegten Ohren neben Maren, von der gestrigen Trainingseinheit war nicht mehr viel zu sehen. Finlay war erneut am einschlafen und Erutan zappelte munter herum, so wie sie mich gestern verlassen hatten. „Heute geht es direkt mit der Praxis los. Da eure Pferde ungern warten, spare ich mir die Erklärungen und leite jeden selbst ein. Zu Beginn spielt ihr aber erst einmal das Friendly Game und das Yo-Yo Game, damit eure Pferde aufmerksam werden.“ meinte ich lächelnd. Altair hatte ich nicht mit, denn mit den Pferden hier würde ich genug zu tun haben. Als erstes pickte ich mir Kathi und Finlay heraus und brachte sie zu einer von mir gewählten Station, nämlich zu der einzelnen Stange. „Erst einmal machst du Finlay etwas munter. Spiele das Driving Game und bewege ihn in alle drei Gangarten über die Stange, dabei muss er aufmerksam bleiben, denn sonst stolpert er.“ meinte ich grinsend und tätschelte Finlay den Hals. Dann erklärte ich Kathi noch den Sinn der Stange, durch welche sie Finlay Bein für Bein kontrollieren sollte. „Greife ruhig konsequent durch, wenn er auf deine Hilfen nicht reagiert, denn bei Finlay ist das eindeutig Faulheit.“ Kathi nickte mir zu und ich ließ die beiden erst einmal alle. Als nächstes holte ich mir Maren und Cai und brachte sie zum Stangen-L. „Heute wirst du Cai zeigen, dass du die Führerposition in eurer Beziehung besitzt. Gehe erst einmal mehrfach vorwärts durch das L und übe dann zuvor noch die Vorhandwendung, denn mit dieser fädelst du Cai dann in das L ein, um es rückwärts zu durchqueren. Wenn Cai rückwärts gehen muss, muss sie dir automatisch vertrauen und da sie sicherlich gewillt ist, die Aufgabe zu lösen, wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als dir zu vertrauen.“ erklärte ich, Maren war jedoch schon voll in ihrem Element, dass sah ich in ihren Augen, so dass ich die beiden in Ruhe ließ. Das letzte Paar waren Alessia und Erutan Wishes. Die beiden schickte ich erst einmal zur Plane, auf welcher sie verschiedene einfache Übungen machen sollten, ehe sie dann an der Bande die Renvers und weitere Seitengänge trainieren konnten.
      Schnell hatte ich alle Paare untergebracht und beobachtete sie aufmerksam. Bei Alessia gab es kaum Probleme, seitdem sie mit mehr Ruhe an die Sache ging und Erutan zu verstehen gab, dass es erst Lob gab, wenn auch ein Signal das Kunststück gefordert hatte. Kathi war mit feurigen Eifer dabei und brachte ein wenig Schwung in den dicken Finlay. Der wurde allmählich munter und bewegte seinen kugelrunden Bauch durch die Halle und schien gefallen an den Seitengängen zu finden, welche ihm aber wirklich lagen. Bei Maren und Cai hatte es zu Beginn nicht geklappt. Cai war gestiegen und hatte sich geweigert, dass L rückwärts zu betreten. Streng hatte Maren sie zurechtgewiesen, in die Anfangsposition zurückbefördert und noch einmal neu begonnen und zwar so lange, bis Cai ihr endlich folgte und die Aufgabe löste. Nach einer Viertelstunde stand dann ein Wechsel der Stationen an und die Arbeit der Paare begann von neuen. Doch wieder waren alle mit Feuereifer dabei. Ich gab hier und da Tipps, erklärte dort noch einmal etwas und nahm auch einmal selbst das Seil des Pferdes in die Hand, um sowohl Reiter als auch Pferd zu helfen. Die Zeit flog davon und schneller als gedacht war auch diese Stunde herum. Ich verabschiedete meinen Kurs bis 16 Uhr, wo es dann zur zweiten Videoanalyse kommen würde.

      Erneut saßen wir in dem kleinen gemütlichen Raum beisammen und beobachteten die bewegten Bilder auf der Leinwand. Die Mädels hatten sich meine Tipps von gestern zu Herzen genommen und sie auch oftmals sehr erfolgreich ausführen können. Manch einer, besonders Kathi, erkannte sein Pferd auf den Videos kaum wieder. Auch Maren war fasziniert, wie fließend das alles zwischen ihr und Cai aussah, obwohl es sich eigentlich gar nicht so angeschaut hatte. „Wichtig ist, und das dürft ihr nie vergessen!, ihr müsst euer Pferd fühlen, nicht nur sehen.“ erklärte ich und zeigte ihnen bestimmte Szenen wo sie immer die Augen auf das Pferd richteten und nicht von ihm abließen. Die Videoanalyse zog sich circa zwei Stunden und jedem Paar hatte ich ein Skript ausgearbeitet, was extra für es gemacht worden war. Dieses konnten sie als Denkstütze mit nach Hause nehmen und ich hoffte sehr, dass es ihnen auch helfen würde.
      Gemeinsam und fröhlich plaudernd wanderten wir in den Essensraum, wo schon frisches Rührei mit Spinat auf uns wartete. Sicherlich nicht von allen das Lieblingsessen, aber es schmeckte wirklich sehr, sehr gut. Da gerade einmal alle da waren, stand ich auf, um noch eine kleine Ansage zu machen. „In einer halben Stunde, also 19 Uhr, lade ich alle ganz herzlich zu einem abschließenden Ausritt ein! Für diejenigen ohne reitbares Pferd ist natürlich auch gesorgt!“ meinte ich lächelnd und alle nickten zustimmend. So ging es nach dem Abendessen direkt hinaus in den Stall, wo alle ihre Pferde fertig machten. Elisa begleitete uns mit ihrer Knabstrupperstute Sambuca, außerdem lieh sie Maren ihre Mixstute Delite und Alessia bekam den Reitponyhengst Sonic Syndicate, welche sich sofort verstanden. Ich machte Altair fertig und hatte meine Tinkerstute Magic für Zai mitgebracht. Als alle fertig auf ihren gesattelten Pferden saßen, ritten wir gemütlich los. Elisa ritt voraus, denn sie kannte das Gelände rund um Crown Hill am besten. Wir anderen ordneten uns bequem ein, so dass immer Zweier-Grüppchen entstanden. Ich ritt mit Altair neben Elisa und besprach mit ihr den Ritt. Locker durchquerten wir den kanadischen Wald und kamen kurze Zeit später an einem breiten Fluss heraus. Elisa wusste natürlich, wo man ihn gefahrenlos überqueren konnte und dieses Erlebnis war für einige Pferde und Reiter vollkommen neu. Genauso wie die Elchkuh, welche weiter hinten am Ufer trank. Im flotten Trab erklimmten wir einen Hang und hatten den schönsten Blick über das gesamte Gelände. „Wow! Da ist eine Bisonherde!“ rief Alessia begeistert und deutete nach unten auf die grünen Wiesen. Elisa und ich grinsten uns an, denn für uns war das inzwischen der Alltag, für andere was dies immer noch etwas unglaubliches.
      Den Heimweg besiegelten wir mit einem kleinen Wettrennen und wir waren wohl alle erstaunt, als sich Finlay für die ersten fünf Minuten an der Spitze hielt, ehe er allmählich langsamer wurde. Gewinnen tat letztendlich Fynja mit der flotten Fjörgyn, welcher das Rennen sehr viel Spaß gemacht haben musste, denn danach war sie aufgeregter denn je. Als wir wieder auf dem Gestüt waren, versorgten wir gründlich alle Pferde und fütterten direkt noch. Dann holte uns auch schon Matthew ab, um die letzte Überraschung zu offenbaren: Für unsere Gäste hatten wir im Garten ein großes Lagerfeuer geplant! Es gab Marshmellows und Knüppelteig für das Lagerfeuer und Matthew grillte sogar für uns. Gemeinsam genossen wir den warmen Sommerabend am Lagerfeuer, lachten und erzählten uns noch viele Dinge.

      Am nächsten Morgen sahen wir alle aus wie ein elender Haufen. Fast jeder besaß Augenringe und schien kaum aus dem Bett zu kommen. Es war bereits kurz nach sieben und das Frühstück wartete schon auf einige, denn so mancher hatte heute eine lange Reise vor sich. Die Lunchpakete für alle waren schon gepackt und standen bereit auf einem Tisch, von wo sich jeder eins mitnehmen konnte. Als erste verabschiedete sich Maren schon in aller früh. Wir hatten ihr noch bei dem Verladen von Cai geholfen und dann machte sie sich auch schon auf den Heimweg nach Polen. Kathi und Fynja verabschiedeten sich gegen acht Uhr und fuhren auf eine lange Reise los. Jessica ließ sich noch ein wenig Zeit und genoss stattdessen noch einmal die herrliche Landschaft mit einem kleinen Ausritt gemeinsam mit Possibility. Zai blieb auch noch ein Weilchen bei uns, denn sie war der Meinung nicht gar so lange nach Hause zu brauchen, außerdem schien sie sich sowieso nicht wirklich von Kanada trennen zu wollen. Alessia hatte noch einmal einen Spaziergang mit Erutan gemacht, ehe das kleine Shetty verladen wurde, wir Alessia noch ein Lunchpaket in die Hand drückten und sie verabschiedeten. Gegen Mittag machte sich dann auch Jessica mit ihrem Westernhengst nach Hause. „Es war herrlich bei euch!“ schwärmte sie begeistert und blickte sich noch einmal sehnsüchtig um. Auch Zai verließ uns dann nach kurzer Zeit und plötzlich war es auf dem Hof wieder ganz ruhig. „Na, und wie fühlst du dich?“ fragte mich Elisa grinsend und auch ich strahlte von einem Ohr bis zum anderen. „Es war toll!“ meinte ich glücklich und half Elisa bei der Auffrischung von Gästezimmern und Offenställen. Ein langes, aber wundervolles Wochenende war nun vorüber.

      30. Juni 2014
      Hufschmiedbericht | 2401 Zeichen | © Rasha
      Wie bei meinem letzten Termin bei Fynja vereinbart, machte ich mich heute wieder auf den Weg zu ihr. Ihre Stute Fjörgyn sollte heute Aluminiumeisen bekommen. Als ich auf dem Hof ankam, wartete Fynja bereits mit der schicken Stute auf dem Putzplatz.

      „Hallo Fynja“, sagte ich, während ich aus dem Auto ausstieg. „Huhu Jessica, schön, dass du wieder hier bist! Ich habe Fjörgyn schon geputzt und ihr die Hufe ausgekratzt“, begrüßte sie mich. Ich ging zu meinem Kofferraum und öffnete die Heckklappe, um meine Arbeitsmaterialien zusammenzusuchen. Nachdem ich die schwere Lederschürze umgelegt und mir Zange und Hufmesser in die Taschen gesteckt hatte, begrüßte ich die graue Stute mit einem Stückchen Möhre.

      Sanft nahm Fjörgyn das Leckerli und kaute es genüsslich, während ich bereits ihr linkes Vorderbein anhob. Mit der Abbrechzange entfernte ich rasch das Eisen, das Horn darunter war sehr gut, da Fynja auf eine regelmäßige Hufpflege großen Wert legte. Die Isländerstute blieb brav stehen und gab die Hufe, während ich mit der Zange auch die Eisen der anderen Hufe herunter nahm.
      Nun holte ich das Hufmesser aus meiner Tasche und entfernte das überflüssige Sohlenhorn. Auch hier blieb Fjörgyn brav stehen, war sie doch schon fast ein Hufschmiedprofi.

      Ich ging zurück zum Auto und holte den Hufbock und die Feile. Dann feilte ich die Hufe noch in Form. Jetzt konnte ich die Eisen aufbringen. Aus meinem Sortiment wählte ich die passende Eisengröße. Fynja hatte sich für Aluminiumeisen entschieden.
      „Aluminiumeisen gehören zu den Kaltbeschlägen, da dieses Material beim Erhitzen an Festigkeit verliert. Zudem müssen die Eisen alle 4 Wochen erneuert werden. Ein Aufbrennen in diesem kurzen Intervall würde den Huf schädigen“, erklärte ich Fynja, während ich die Eisen mit dem Hammer in Form brachte. Nachdem die Eisen perfekt auf die Hufe passten, nagelte ich sie fest. Auch das war für Fjörgyn kein Problem, sodass diese Arbeit zügig erledigt war.

      Fynja führte mir die Stute in Schritt und Trab vor. „Super, sie läuft richtig gut. Für die kommende Saison ist sie fit. Denke nur dran, dass das Hufschmiedintervall hier etwas kürzer ist!“, meinte ich. Zum Abschluss bekam Fjörgyn noch ein weiteres Stückchen Möhre, damit sie den Hufschmeidbesuch in guter Erinnerung behielt. Während Fynja die Stute auf die Koppel brachte, räumte ich mein Werkzeug zusammen, um für den nächsten Kandidaten bereit zu sein.

      18. Juli 2014
      Fynn als Turnierreiter? | 12.182 Zeichen | © Svartur
      "Guten Morgen Fynja!“, rief Fynn mir zu als ich gerade aus dem alten Wohnhaus trat und in Richtung Stallungen taperte. „Ach hier bist du. Ich hab dich schon gesucht!“, antwortete ich ihm. Wie ich nun herausfand hatte er bereits alle sieben Pferde gefüttert und wollte nun aufbrechen um bei einem Futterhändler in der Nähe neues Heu zu kaufen. „Mach’s gut, bis heute Nachmittag!“, sagte ich noch schnell ehe er mir zum Abschied winkte und losfuhr. Ich ging nun in den Stall wo ich prompt mit einem Wiehern begrüßt wurde. Einzig Ófeig war so ins Fressen vertieft, dass sie mich erst später merkte. Lachend gesellte ich mich zu ihr und kraulte das junge Fohlen etwas. Spontan beschloss ich dann auch die Kleine als erste zu versorgen. Sie war mir noch immer ein Rätsel, den einen Tag benimmt sie sich vorbildlich und ist total neugierig und am nächsten schon wieder eher scheu – eine schwer zu knackende Nuss, doch wir würden das schon schaffen! Auch heute schien sie wieder etwas vorsichtiger zu sein und zuckte schon zusammen als ich ihr das Halfter anlegte. Beruhigend redete ich ihr zu und band sie dann vor ihrer Box an. Dort putzte ich sie über, wirklich dreckig war sie nicht. Das Hufeauskratzen bereitete ihr noch immer ein paar Schwierigkeiten, doch im Gegensatz zu ihrem Zustand bei der Ankunft hatte es sich schon deutlich gebessert. Nachdem sie komplett sauber war, lobte ich sie und führte sie zum Roundpen. Zögerlich folgte sie mir und kaum hatte ich sie im Roundpen losgemacht schoss sie auch schon davon. Ich versuchte möglichst ruhig zu bleiben und beachtete einige Tipps, die Vina mir damals in Holland gegeben hatte. Dank ihr konnte ich meinen Körper besser bewegen und war mir meiner Körpersprache bewusst geworden, mit welcher ich nun auch Ófeig wieder in den Schritt brachte. Aufgeregt musterte sie mich genau, wie mir ihr nach innen gerichtetes Ohr verriet. „Alles gut kleine Maus, wir machen heute nichts mehr!“, sagte ich mit ruhiger Stimme ehe ich langsam zu ihr trat. Ófeig blieb nun stehen und schien sich langsam zu beruhigen. Ich führte sie noch ein paar Runden und als dies problemlos klappte lobte ich sie und brachte sie nochmal zurück in den Stall. Dort kraulte ich sie noch ein wenig und gab ihr ein Stück Brot ehe ich leicht enttäuscht ihr Halfter weghang – das Training war nichts gewesen.

      Als nächstes schnappte ich mir Alesco. Der junge Hengst war erst gestern beim Tierarzt gewesen und wurde geimpft, sodass ich heute nicht viel mit ihm machen durfte – bei dem Wetter hätten wir eh nicht viel gearbeitet, es war einfach viel zu warm! Beim Putzen benahm er sich wie immer vorbildlich, lediglich die Leckerlis wollte er noch nicht wirklich annehmen. Er war ein recht kluger Hengst und nachdem es gestern zusammen mit einem Leckerli die Wurmkur gegeben hatte, traute er mir nicht mehr. Da ich mich aber auch nicht auf sein Theater einlassen wollte beließ ich es dann dabei, dass er kein Leckerli bekam, er muss ja schließlich nicht fressen wenn er nicht will. Nach dem Putzen führte ich ihn in die Waschbox. Dort band ich ihn auf beiden Seiten an, damit er möglichst wenig herumtänzeln konnte. Da er noch nicht oft gebadet worden war, tippelte er trotzdem noch etwas herum als ich den Schlau aufdrehte. „Das ist nur Wasser Alesco, das bringt dich nicht um!“, sagte ich lachend zu ihm ehe ich ihm den Schlauch nochmal zeigte. Genau untersuchte er ihn mit der Nase und fing plötzlich an daraus zu trinken. Lachend ließ ich ihn gewähren bis er genug hatte und fuhr dann fort. Er war nun deutlich ruhiger und schien das kühle Bad zu genießen. Während dem ein shampoonieren gab es eine kleine Massage automatisch dazu und Alesco fing sogar an zu entlasten. Ich lobte ihn und wollte gerade wieder zum Schlauch gehen als er sich plötzlich schüttelte. „Alesco du Schwachkopf!“, rief ich empört als ich an mir herunterblickte – ich war klatschnass. „Musste das sein..?“, setzte ich noch, schon wieder halb lachend, hinterher. Unschuldig schaute er mir ins Gesicht und schnell war wieder alles vergessen. Ich wusch das Shampoo noch aus, fütterte ihm eine Karotte und holte dann Ófeig erneut aus der Box. Gemeinsam mit Alesco führte ich die Stute dann auf die Koppel, wo beide zusammen etwas spielen durften. Alesco konnte unterdessen trocknen und Ófeig würde sich eventuell etwas ablenken.
      Ich gönnte mir nun eine kleine Pause und ins ins kühle Wohnhaus, wo ich etwas von der gekühlten Cola trank. Anschließend kümmerte ich mich etwas um den Verwaltungskram bis Fynn plötzlich wieder kam. „Was machst du denn schon hier?“, sagte ich erstaunt. „Es ging alles recht schnell, ich war der einzige Kunde, der gerade da war“ erwiderte er. „Super, dann kannst du mir ja gleich helfen!“, antwortete ich ihn daraufhin leicht neckend. Doch Fynn liebte die Arbeit mit den Tieren genauso wie ich und stimmte direkt zu. Er würde ein wenig Fjörgyn reiten während ich gleich Glymur reiten würde. Mit ihm musste ich noch einiges trainieren, da bald eine Körung stattfand, die wir hoffentlich erfolgreich bestreiten würden. Fynn freute sich schon auf den Ritt mit Fjörgyn, sie war einfach sein Lieblingspferd und auch Fjörgyn liebte ihn abgöttisch. Mit mir kam sie zwar auch super klar, doch ich überschätzte sie oft, da sie für ihr junges Alter super mitarbeitete – Fynn konnte sie da noch besser einschätzen, sodass er das Training der Stute hauptsächlich übernahm. Quatschend gingen wir in den Stall und fingen an die beiden Pferde zu putzen. Beide waren für ihre Rasse sehr groß und standen mehr im Reitpferdetyp, wie die moderne Isländerzucht es verlangte. Besonders stolz war ich auch auf Glymur, schließlich war er der erste Hengst, der komplett aus meinen eigenen Pferden gezogen war, doch auch bei Fjörgyn war Vina und mir die Auswahl der Eltern gut gelungen, sodass sie eine fröhliche Stute mit guter Gangveranlagung geworden war. Die beiden benahmen sie wie fast immer vorbildlich und auch beim Satteln gab es keine Probleme. Ich überlegte kurz ob ich Glymur seinen neuen Westernsattel auflegen sollte, entschied mich dann aber doch für den Gangpferdesattel, da ich vor hatte den Pass heute etwas weiter anzutesten. Fynn entschied sich für die Dressurvariante und nachdem alles fertig war gingen wir auf den Reitplatz. Dort stieg ich direkt auf, während Fynn Fjörgyn erst etwas warm führte. Ich setzte von Anfang an mein Training zum lockern des eher steifen Hengstes durch und begann mit großen Biegungen. Nach der ersten Schrittphase trabte ich an und ritt Glymur etwas vorwärts, abwärts. Dieser kannte das inzwischen und hatte gelernt sich gut auszubalancieren, sodass er gelöst und flott vorwärts ging. Ich ritt einige Schlangenlinien und Zirkel bevor ich langsam die Zügel aufnahm. In einer Schrittpause übte ich ein paar Seitengänge bevor ich zwei Runden flott außen herum galoppierte. Für die Versammlung im Galopp fehlte ihm noch immer etwas der Schub aus der Hinterhand, er war nunmal sehr passlastig und tat sich mit dem Galopp schwer. Da er jedoch gut außen herum lief lobte ich ihn und machte eine Pause, bei der ich ihm die Zügel hingab. Er nahm das Angebot sofort an und streckte sich in die Tiefe. Währenddessen schaute ich etwas Fynn zu, der mit Fjörgyn gerade an Seitengängen im Trab arbeitete – sie passten einfach super zusammen. Die Stute arbeitete aufmerksam mit und ging flüssig. Es war einfach toll den beiden zuzusehen. Dennoch musste auch ich nun weiterarbeiten und töltete Glymur an. Er fand sofort seinen Takt und hielt diesen auch gut als ich anfing Volten und Übergänge in den Schritt zu reiten. Nach einigen Übergängen erweiterte ich diese in den Galopp. Hier kamen immer wieder einige Passtritte dazwischen, bis der reine Tölt kam, doch er verbesserte sich stetig. Zum Abschluss galoppierte ich nochmal an der kurzen Seite an und gab ihm dann zur langen Seite hin eine Aufwärtsparade. Automatisch fiel er in den Pass und hielt diesen super als ich Gas gab. Er schmiss seine Beinchen nur so in die Luft und schien sichtlich Spaß zu haben. Nur mühsam konnte ich ihn am Ende der langen Seite bremsen. Auch von Fynn ernteten wir einen anerkennenden Blick – die Körung würden wir schon hinbekommen, da war ich mir nun sicher. Am langen Zügel trabte ich noch etwas locker bevor ich ihn in Ruhe trockenritt, zurück in den Stall brachte und dann absattelte. Als ich ihn gerade auf die Koppel gebracht hatte war auch Fynn fertig. Er gab Fjörgyn direkt ihr Kraftfutter, sodass es etwas länger dauerte bis er fertig war.
      Ich putze unterdessen den kleinen Cody. Mit diesem hatte ich erst gestern gearbeitet, sodass er heute frei hatte, ein Fohlen sollte man schließlich noch nicht zu viel beanspruchen. Er genoss die Pflege und tobte kurz später schon gemeinsam mit den beiden anderen Fohlen auf der Weide, als ich ihn hinaus brachte. Für Fynn und mich ging es nun ins Wohnhaus um etwas zu trinken und auch ein Brot zu essen. Wir unterhielten uns noch weiter über die Turnierpläne. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass Kempa eindeutig noch mehr gefördert werden sollte. Da ich auf Turnieren aber schon genug Pferde vorstellen musste schlug ich vor, dass doch auch Fynn langsam mal auf Turniere gehen könnte statt mich immer nur zu unterstützen. So wirklich begeistert war er nicht, versprach mir aber eine Runde auf Kempa mit mir und Bailey ausreiten zu gehen um die kleine Palominofalbstute kennenzulernen. Ich machte mir keine großen Gedanken, schließlich war Fynn ein guter Reiter und Kempa eine erfahrene Stute – die beiden würden sicher gut harmonieren!
      Kaum hatten wir den Entschluss gefasst ging es auch schon wieder hinaus zu den Pferden und wir machten die beiden Pferde fertig. Fynn machte sich beim Putzen mit Kempa weiter bekannt, zwar kannte er sie aus dem täglichen Stallleben, doch er hatte sie noch nie geputzt, geschweige denn geritten, da ich die kleine Stute in letzter Zeit dressurmäßig viel gefördert hatte. Nach einer guten halben Stunde waren beide Pferde fertig geputzt und gesattelt, fertig für den Ausritt. Wir stiegen auf und ritten los. Bailey war wie immer super unterwegs – er war und bleibt einfach mein Liebling! Fynn musste sich erst an die kleinen Schritte der Stute gewöhnen, doch spätestens als es an die erste Trabstrecke ging und er bemerkte, dass Kempa eine Naturtölterin war, war er vollends begeistert. Lachend stellte ich fest, dass mein Gefühl mich nicht im Stich gelassen hatte – sie passten klasse zusammen! Bailey trabte gelassen neben der kleinen Stute nebenher und genoss den für ihn entspannten Ausritt. Auch ich ließ meine Gedanken nun abschweifen und genoss den Wind in meinen Haaren. Ich war noch immer mächtig stolz auf Bailey, der erst kürzlich bei dem ersten Versuch ihn zu kören sofort gewann und nun zur Zucht einsetzbar war. Wir wurden direkt an der Körung selber von einigen Gestüten angesprochen, die Interesse hatten ihn in die Zucht zu nehmen und ich hatte mich für das Gestüt von Elii entschieden, sie züchtete mit viel Herzblut und traf gute Entscheidungen was die Nachzucht betraf – fast hätte ich noch ein kleines Fohlen mitgenommen, doch leider war die kleine Stute, die ich mir dort ausgeguckt hatte, schon verkauft gewesen. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen als Fynn einfach angaloppierte. „Sag mal träumst du?!“, rief er mir breit grinsend zu während er davon galoppierte – ich hatte tatsächlich den Start der Galoppstrecke verpasst. Sofort galoppierte ich auch Bailey an und machte mich auf die Verfolgung. Schnell waren beide Pferde wieder gleichauf, Bailey war einfach größer und athletischer. „Pff, ich muss gar nicht wach sein, Bailey holt das alles wieder raus, auf ihn ist Verlass!“, schrie ich nun lachend zu Fynn und zog an ihm vorbei. Doch Kempa war eine kleine Kämpferin und hielt wacker mit, was bei ihren kurzen Beinen echt beachtlich war. Viel zu schnell war die Strecke zu Ende und wir parierten die Pferde wieder durch. „So macht reiten Spaß!“, stellte ich lachend fest. Wir ritten noch eine halbe Stunde im Schritt und Trab ehe es zurück zum Hof ging. Dort sattelten wir beide Pferde ab und brachten sie noch etwas auf die Koppel. Ich half Fynn noch bei der Fütterung bevor ich in das Haus ging um weiter den Papierkram zu erledigen.

      15. September 2014
      Frischer Wind und tatkräftige Unterstützung! | 11.950 Zeichen | © Svartur
      „Guten Morgen ihr Lieben“, sagte ich fröhlich als ich aus der Küche kam. Während Fynn schon relativ fit war saß Freya noch verschlafen am Tisch und wurde erst langsam wach. „An das frühe Aufstehen gewöhnst du dich noch Freya, das ist irgendwann kein Problem mehr.“, setzte ich mit einem Zwinkern hinterher. Die junge Frau arbeitete nun seit zwei Wochen bei uns und schien sich wohl zu fühlen. Mehr durch Zufall war sie an uns geraten als sie am Hof hielt und fragte ob sie ein paar Fotos der Pferde machen dürfte, da diese ihr damals schon direkt gefallen hatten. Nach und nach kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie eine Ausbildung als Pferdepflegerin hatte und noch eine Job suchte. Spontan kam Fynn und mir die Idee sie zu uns einzuladen, damit sie sich das Leben als Stallpflegerin mal genauer anschauen konnte, da wir beide so oder so auf längere Dauer eine Pflegerin gebracht hätten, da auch ich meinem Ausbildungsberuf wieder nachkommen musste. Nachdem einige Bedenken aus der Welt geschaffen waren hatte sie sich dazu entschieden zu uns zu ziehen und bis jetzt hatte keiner von uns dreien es bereut!
      Nach dem ausgiebigen Frühstück war Freya auch schon ein wenig wacher und spätestens die noch frische Morgenluft weckte sie vollkommen auf als wir zu dritt gemeinsam die Pferde auf die Koppel brachten. Kaum waren die drei Fohlen auf ihrer Koppel angekommen tobten sie gemeinsam los und spielten. Eine Weile lang stand ich nur dar und schaute mir das Spiel der Kleinen an – es war einfach faszinierend wie schnell sie wuchsen. Seufzend wandte ich meinen Blick ab und stiefelte zurück zum Stall. Dort stattete Fynn gerade Fjörgyn mit Gamaschen und Glocken aus. „Halt Fynn, warte mal kurz! Was hälst du davon wenn wir gleich mit Freya zusammen mal eine Runde über die Stoppelfelder drehen?“, fragte ich ihn grinsend. Sofort kam die Antwort: „Von mir aus gerne, sofern ich Kempa nehmen darf….“. „Aha Schatz, vor ein paar Wochen klang das aber noch gaaaanz anders du…“, antwortete ich mit einem triumphierenden Grinsen. Ich hatte beide öfter beim Training gesehen und musste zugeben, dass sie echt gut harmonierten. Kempa blühte richtig auf und zeigt immer höhere Bewegungen im Tölt, sollte es so weiter gehen haben die beiden auf Turnieren in der Zukunft gute Karten! Ich nahm Fynn nun schnell Fjörgyn ab und rief Freya her. Diese freute sich über das Angebot und strahlte letztlich übers ganze Gesicht als ich ihr Vorschlug die Isländerstute Fjörgyn heute im Gelände zu reiten. Die Stute war eher eine der schnelleren Sorte und bereitete ihrem Reiter meist viel Freude, sodass eigentlich jeder, der sie ritt, ihr nicht widerstehen konnte und sie einfach lieben musste. Nachdem auch diese Stute nun verplant war überlegte ich zunächst auf Bailey selber noch mitzukommen, verwarf die Idee doch schnell wieder, da dieser bereits zwei Tage frei hatte und dementsprechend bei seiner Power sicher ein wenig zu schnell für die beiden Isländer wäre. Also schnappte ich mir stattdessen den dritten reitbaren Isländer im Bunde. Der noch junge Hengst in Sonderlackierung war einer meiner absoluten Lieblinge am Hof und ich freute mich auf den anstehenden Ausritt. Kaum war der Entschluss gefasst befand ich mich auch schon vor seiner Boxentür und begrüßte ihn. Glymur empfing mich mit einem freundlichen Brummeln und fraß genüsslich die trockenen Brotscheiben, die ich ihm mitgebracht hatte. Währenddessen legte ich ihm das Halfter an und führte ihn dann zu den anderen beiden an den Putzplatz. Wirklich dreckig war er nicht, sodass ich ihn schnell vom Schmutz befreit hatte und mich Mähne und Schweif widmete. Sorgfältig verlas ich das Langhaar während Glymur gelassen am Putzplatz stand und die Prozedur brav über sich ergehen ließ. Anschließend kratzte ich noch die vier kleinen Hufe aus und gesellte mich dann zu den anderen beiden, die noch ein wenig Zeit brauchten, da besonders Kempa sich ziemlich eingesaut hatte. Kurzfristig beschloss ich Glymur in der Zeit noch die Hufe ordentlich zu waschen. Gesagt – getan! Wenig später glänzten die Hufe wieder und freuten sich sicherlich über die Pflege, die sie in Form von Kräuterhuföl empfingen, welches Rasha mir bei ihrem Schmiedbesuch für ihn mitgebenden hatte. Kaum war ich fertig hörte ich die lachende Freya rufen: „Fynja, wo bleibst du denn? Bist du etwa noch nicht fertig?“. Auch ich lachte nun, stellte schnell das Huföl an Seite und lief in die Sattelkammer, wo ich so gerade noch einem Zusammenstoß mit Fynn ausweichen konnte, der gerade Kempa’s Sattel geholt hatte. „Na das kann ja was geben heute – hoffentlich ist der Ritt nicht ganz so chaotisch“, sagte ich noch schnell mit einem Lachen im Gesicht ehe auch ich mir meinen Sattel holte und Glymur fertig machte. Nachdem alle drei Ponys komplett fertig waren schwangen wir uns in den Sattel und ritten los in Richtung Felder. Dazu mussten wir etwas ins Landesinnere reiten, brauchten jedoch nicht allzu lange, da alle drei Pferde topfit waren und sichtlich Spaß am Laufen hatten. Bald kamen wir auch schon an den ersten Feldern an, ritten aber noch ein Stück weiter um an größere Felder zu gelangen, auf denen einem kleinen Wettrennen nichts im Wege stehen würde. Plötzlich zuckte Glymi unter mir zusammen und starrte entgeistert in das Feld, welches neben uns lag. Kaum hatte ich in seine Richtung geschaut wusste ich auch schon was los war. „Was macht ihr denn plötzlich mitten im Feld, sitzt du nicht auf dem braven Reitschulpferd?“, rief ich Fynn prustend zu. Auch der konnte sich vor Lachen kaum noch auf dem Pferd halten und rief nur: „Eigentlich dachte ich das auch, haben wir zufällig noch einen anderen Palominofalben neuerdings im Stall?“. Aus der guten Laune heraus beschlossen wir das Feld gleich zu nutzen und das Wettrennen zu starten. Kaum schrie Freya von der Seite, dass alle bereit wären, rasten die Pferde auch schon lost. Der Wind peitschte uns ins Gesicht während wir unsere Pferde zu ihrem schnellsten Galopp antrieben. Viel zu schnell kam das Ende des Feldes in Sicht und wir bremsten aus. Einen wirklichen Tempounterschied gab es bei den dreien kaum, wobei man Fjörgyn und Glymur doch angemerkt hatte, dass sie ab und zu auch mal in Richtung Galopprennen trainiert wurden, sie hatten insgesamt einfach noch mehr Ehrgeiz als Kempa. Nach dem flotten Galopp kehrten wir um und ritten ruhig zum Hof zurück. Dort angekommen zog Freya ihr persönliches Fazit: „Also einen so spaßigen Ausritt hatte ich glaube ich noch nie!“. Immernoch lachend versorgten wir in Ruhe die Pferde und stellten sie anschließend auf die Koppel.
      Freya ging nun ins Haus um Mittagessen fertig zu machen und Fynn widmete sich dem misten der Ställe, sodass ich nun alleine mit einem Pferd arbeiten können würde. Mein erster Impuls war es meinen Liebling Bailey nun zu beschäftigen, doch nach einigem hin- und her überlegen beschloss ich, dass ich mit ihm lieber gegen Nachmittag, beziehungsweise Abend, arbeiten würde und mir stattdessen nun Alesco von der Koppel zu fischen. Der junge Hengst machte momentan eine enorme Entwicklung durch und zeigte sich immer dressurbegabter – die spätere Ausbildung von ihm würde uns sicher allen viel Freude bereiten! Noch war er jedoch eindeutig zu jung für eine richtige Ausbildung und so putzte ich ihn heute nur gründlich und ließ ihn dann etwas an der Hand grasen. Genau beobachtete ich dabei sein Verhalten und musste schmunzeln als er auf das Wiehern seiner Kumpels auf der Wiese sofort reagierte indem der Kopf nach oben schnellte, er die Ohren aufmerksam spitzte und mit bebendem Körper zurückwieherte. Innerlich begann ich nun abzuschweifen und überlegte, wie die Kommunikation unter Pferden wohl genau funktionierte, ob sie wohl auch wie wir eine Art Sprache hatten neben der Körpersprache? Allzu lange sollte ich darüber allerdings nicht nachdenken können, denn nach einer knappen halben Stunde, die ich mit dem Junghengst draußen verbracht hatte, kam ein Ruf aus dem Haus: „Das Essen wäre jetzt fertig, ist es möglich, dass du dich von deinem Nachwuchs trennst?“. Schnell bejahte ich die Frage, brachte Alesco zurück auf die Koppel und lief dann schnell ins Haus.
      Das Mittagessen schmeckte mal wieder vorzüglich und nachdem alle gut gestärkt waren ging es mit der Arbeit am Hof weiter. Da wir später noch einen Filmeabend mit Freunden geplant hatten um Freya’s Einzug nochmal gemütlich zu feiern, teilten wir die übrigen Pferde unter uns auf. Ich meldete mich direkt für Bailey und erhielt keine Widersprüche, sie wussten bereits, dass diese bei dem Pferd keinen Zweck hätten. „Warum war das nur klar?“, kommentierte Fynn meinen Satz. Ich konterte direkt: „Hmmh… vielleicht aus demselben Grund weswegen du heute Morgen so unbedingt Kempa reiten wolltest?“. Und das stimmte: So gern ich alle Pferde am Hof hatte, der absolute Liebling von mir würde immer Bailey bleiben. Freya und Fynn schnappten sich also kurzerhand Cody und Ófeig um mit den beiden einen Spaziergang zu machen. Bevor ich Bailey holen gehen würde, lief ich mit den beiden um Alesco zurück in die Stallungen zu führen, da dieser sonst alleine auf der Koppel wäre und so wie wir ihn kennengelernt hatten wieder durch alle Zäune gehen würde. Kurz nachdem ich ihn in den Stall gebracht hatte holte ich dann aber endgütlig meinen Hengst. Liebevoll streichelte ich ihm über den Hals als ich ihn begrüßte. „Na mein Großer, ist alles ok bei dir?“ Und auch wenn er nicht in Worten antworten konnte, so meinte ich doch zu spüren, dass er mich verstand. Ich brachte ihn zu den beiden Fohlen an den Putzplatz und putzte gleichzeitig mit Fynn und Freya. Ófeig stand vorbildlich dar und ließ die ganze Prozedur über sich ergehen, der weitaus quirligere Cody hingegen lief die ganze Zeit hin und her und stellte für Fynn eine echte Herausforderung dar. Zum gefühlt Hundertesten Mal an diesem herrlichen Tag lächelte ich wieder und widmete mich wieder Bailey. Nach dem ausgiebigen Putzen sattelte ich ihn und ging dann mit ihm hinaus auf den großen Reitplatz. Dort baute ich zwei kleine Sprünge auf ehe ich aufstieg und anfing Bailey warmzureiten. Der Hengst fühlte sich frisch an und ging fleißig vorwärts. Nach und nach baute ich einige Hufschlagfiguren und schließlich auch Trab-Schritt-Übergänge ein bis ich langsam merkte, dass er den Rücken aufwölbte und locker wurde. Um ihn noch weiter zu lockern ritt ich ein paar Tritte pro lange Seite Schenkelweichen bevor ich mit der Galopparbeit begann. Auch hier achtete ich darauf ihn stets zu biegen und ihn vorwärts/abwärts laufen zu lassen, schließlich hatte er zwei Tage gar nicht gearbeitet und war dementsprechend zu Anfang etwas steif gewesen. Nach gut einer halben Stunde ritt ich dann das erste Mal auf die kleinen Sprünge zu. Bailey machte einen gekonnten Satz über die Stangen und galoppierte danach ruhig und im Rhythmus weiter – für ihn waren solche Höhen absolut kein Problem, doch da ich ihn lediglich ein wenig gymnastizieren wollte beschloss ich den Sprung nicht höher einzustellen und segelte stattdessen noch einige Male über den kleinen Sprung. Bailey war voll konzentriert dabei und genoss den bald schon wieder langen Zügel. Lange hatten wir nicht gearbeitet, doch angesichts der noch recht warmen Temperaturen würde das für heute reichen. „Hast du super gemacht mein Großer!“, flüsterte ich ihm zu während ich meine Arme um seinen breiten Hals schlang. Ich genoss ein wenig die Wärme des Hengstes ehe ich ihn ordentlich abritt und dann versorgte. Fynn und Freya waren inzwischen auch zurück gekehrt und waren sichtlich zufrieden mit den beiden Jungpferden. Zwar habe Cody sich wohl noch einige Male erschreckt, insgesamt seien aber wohl beide Fohlen ruhig geblieben. Gemeinsam holten wir noch die restlichen Pferde von den Koppeln und verteilten sie in ihren Ställen, wo wir auch direkt Kraftfutter und Rauffutter verteilten. Kaum war dies erledigt schloss ich die Stalltür ab und lief dann hinüber zum Haus um mich für den Filmabend fertig zu machen.

      12. November 2014
      Ein nicht unbekannter Neuankömmling! | 12.643 Zeichen | © Svartur
      „Morgen Freya – magst du heute Morgen die erste Fütterung übernehmen? Fynn und ich müssen die Stute abholen…“, fragte ich unsere Stallhelferin. Direkt kam die Antwort: „Was denn für eine Stute? Warum hab ich davon denn gar nichts mitbekommen? Wenn du mir sagst was es mit ihr auf sich hat, übernehme ich die Fütterung gerne, aber erstmal musst du mit der Sprache rausrücken – ich dachte wir nehmen keine Pferde mehr auf?!“. „Weißt du Freya, das ist etwas kompliziert…es geht um Elding, die Stute stand bereits einige Zeit bei mir und lief unter mir ihre erfolgreiche Krönung..ich hab sie echt gemacht, habe sie dann aber bei meiner ehemaligen Zuchtpartnerin gelassen als ich nach Estland gezogen bin, da ich dachte, dass sie dort super versorgt wird und wir unseren Bestand ja eh reduzieren wollten. Leider hat Vina momentan einige Probleme und muss ihren Bestand stark verkleinern und fragte mich so ob ich Elding wieder zurücknehmen würde um ihr einen Endplatz zu geben…und da hab ich natürlich sofort zugesagt – ich vermisse die Kleine eh ziemlich…“. Ich redete noch eine Weile mit Freya und erklärte ihr einiges zu der Stute bis ich mich von ihr verabschiedete und ihr noch einen Auftrag mitgab, dass sie für Elding eine Box fertig machen sollte.

      Fynn kam nun auch endlich aus dem Haus und so hängten wir schnell an und düsten dann los in Richtung Flughafen. Gerade rechtzeitig kamen wir an, Vina hatte schon eine gute halbe Stunde mit der Stute am Flughafen gewartet und musste gleich schon wieder zurückfliegen. Viel Zeit blieb uns leider nicht mehr, sodass wir nur schnell den Papierkram erledigten, ein wenig von unseren Höfen erzählten und dann die Stute verluden. Der Abschied verlief etwas stressig, doch dann saß Vina pünktlich in ihrem Flugzeug nach Hause und wir hatten Elding neben uns, die den Flug gut überstanden hatte und geduldig wartete. „Na Große - dich herzugeben war ein großer Fehler! Ich bin echt froh, dass wir dich nun wiederhaben…“, flüsterte ich ihr leise zu während ich meinen Kopf in ihre füllige Mähne drückte. „Kommst zu jetzt Fynja? Wir müssen losfahren!“, hörte ich plötzlich Fynn aus dem Auto schreien. Ich steckte Elding noch ein Leckerli zu und verschloss dann sorgfältig die Hängerklappe ehe ich ins Auto einstieg. Knapp zwei Stunden später kamen wir wieder Zuhause an, wo uns direkt Freya empfing, die unbedingt wissen wollte wie Elding aussah, schließlich kannte sie Elding noch nicht, da wir die Stute vor dem Umzug nach Estland verkauft hatten und Freya erst in Estland zu uns stieß. Sie machte sofort den Hänger auf und gesellte sich zu der Stute, die es ihr offensichtlich angetan hatte. „Na, gefällt sie dir? Sie war die erste Stute, die ich erfolgreich auf einer Körung vorgestellt hatte…einfach ein tolles Tier..“ sagte ich zu ihr. Freya bejahte meine Frage ohne Zögern und führte Elding dann aus dem Hänger. Entspannt schaute sie sich um – das Reisen war sie inzwischen wirklich gewohnt – und folgte, nachdem Freya mir die Stute gegeben hatte, mir dann zur Stutenkoppel. Da nebenan die Hengste standen erkannte sie als allererstes Glymur, der ihr wiehernd entgegenlief. Glymur war der erste Sohn von Elding gewesen und unter anderem auch der erste, erfolgreiche Hengst, den ich selber gezüchtet hatte. Die beiden hatten fast zwei Jahre zusammengestanden und liebten sich abgöttisch. Ich ließ die beiden sich beschnuppern ehe ich kurz am Strick zupfte und Elding somit zur nächsten Koppel lotste. Auch hier traf sie direkt eine alte Freundin: Fjörgyn. Sie war gemeinsam mit Glymur aufgewachsen und hatte ebenfalls mehrere Jahre mit Elding gemeinsam in einem Stall gestanden, wo es nie Probleme gab. Ich zog Elding schnell das Halfter aus und stellte sie dann auf die Koppel. Auch Kempa und Sun kamen direkt an und beschnupperten den Neuzugang. Kurz gab es etwas Gequietsche, doch das war es dann auch schon. Fjörgyn gesellte sich direkt zu Elding und beschützte sie ein wenig vor den anderen beiden. Aufgrund der friedlichen Zusammenführung ließ ich die Stute nun erstmal alleine und lief zurück zum Stall, wo ich Eldings Halfter in die Sattelkammer hängte und von dort direkt das Halfter von Tasty mitnahm. Der 7-jährige hatte sich enorm entwickelt und ging nun immer höhere Dressurlektionen, sodass bald die ersten Turniere anstehen würden, wo er, so war ich mir sicher, gut abschneiden würde. Erst vor Kurzem hatten wir eine Trainerin am Hof, die uns die Starterlaubnis für die Klasse A erteilte, die er problemlos schaffte. Heute hatte ich vor ihn ein wenig im Gelände zu trainieren, wobei Spaß und Training super verbunden werden konnten. Zuerst holte ich den großen Hengst jedoch in den Stall und band ihn dort vor der Box an um ihm die Decke abzunehmen. Unter der warmen Decke war das Fell so gut wie sauber, sodass ich nur mit der Kardätsche kurz überputzte ehe ich die Hufe auskratzte. Zum Schluss kämmte ich noch Mähne und Schweif, dann sattelte ich ihn in Ruhe um schließlich aufzusteigen. Im gemütlichen Schritttempo verließen wir den Hof und bogen zu den Feldwegen ab. Nach einer Weile trabte ich ihn in einer schönen Dehnungshaltung an und nahm sein eher flottes Tempo an. Er dehnte sich schön an den Zügel heran und trat von hinten nach vorne an. Der Weg schien schier endlos zu sein, was ich sofort nutzte um mit dem Training ein wenig zu beginnen. Ich ritt ihn ein paar größere Schlangenlinien auf dem breiten Weg ehe ich die Zügel langsam aufnahm und meinen Schenkeldruck etwas verstärkte. Der junge Hengst reagierte sehr gut und kam in Anlehnung. Nach einer Weile kamen wir auch zum ersten Galopp, den wir nach und nach versammelten, bevor ich wieder in den Trab wechselte um dort ein paar Tempoverstärkungen zu reiten. Wie schon so oft stellte ich fest, dass die Entscheidung diesen Hengst zu kaufen goldrichtig gewesen war – er reagierte fein, jedoch nicht hysterisch und passte einfach zu mir. Nach zwei guten Trabverstärkungen beendete ich das Training und trabte ihn noch ein bisschen locker am langen Zügel ehe ich im Schritt wieder zurück zum Hof kehrte. Dort stieg ich ab und nahm ihm Sattel, Trense und Gamaschen ab, bevor ich ihm die Abschwitzdecke auflegte und zurück zu den anderen Hengsten auf die Koppel brachte. Damit ich es später nicht vergessen würde, mischte ich schonmal das Müsli fertig und schüttete es ihm in den Trog seiner Box. Das selbe tat ich mit der Kraftfutterportion für Elding bevor ich nochmal zur Koppel lief und Bailey holte. Der Hengst war inzwischen zu meinem besten Pferd geworden. Als Jungpferd kam er damals zu uns und hatte sich super entwickelt, sodass er heute Militaryprüfungen der Klasse S* bestritt und auch im normalen Springen sowie der Distanz an der Klasse S teilnehmen durfte. Immer wieder zeigte er mir, dass sich die ausführliche und auf Vertrauen basierende Ausbildung eines Pferdes lohnt – auch wenn sie manchmal länger dauert als eine Ausbildung, in der mit Druck gearbeitet wird. In der Stallgasse angekommen zog ich Bailey die Decke aus und begann ihn gründlich zu putzen. Mit ihm hatten wir heute noch etwas besonderes geplant: Eine gute Freundin würde kommen um uns endlich mal wieder bei der alltäglichen Arbeit zu fotografieren. Ich freute mich schon sehr drauf und polierte Bailey auf Hochglanz. Am vorigen Tag hatte ich ihn bereits gebadet und anschließend eingedeckt, sodass das Fell noch immer gesund glänzte. Bevor das Sattelzeug auf’s Pferd kam fettete ich noch die Hufe ein und kämmte Mähne und Schweif. Anschließend holte ich den frisch geputzten Sattel aus der Sattelkammer und legte ihn mit einer grünen Schabracke auf’s Pferd. Bailey stand brav still während ich vorsichtig den Gurt anzog. Anschließend trenste ich ihn auf Kandare, bandagierte alle vier Beine ein und legte ihm als letztes Hufglocken an. Kaum war ich fertig kam auch schon meine Freundin. Wir begrüßten uns mit einer ausgelassen Umarmung bevor ich ihr Bailey zum festhalten gab und selber schnell ins Haus lief um mir etwas ordentliches anzuziehen. Kaum war ich wieder zurück beim Pferd gingen wir zum Reitplatz hinüber und ich ritt Bailey ein wenig warm. Wir machten einige Bilder von dem aktuellen Dressurausbildungsstand bevor wir in Zirzensik und vor allem das ausdrucksvolle Stiegen des Hengstes übergingen. Bailey arbeitete wie immer konzentriert mit und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen, sodass einige tolle Bilder entstanden. Gemeinsam versorgten wir den Braunen und brachten ihn dann zurück auf die Koppel. Als Dankeschön für das kleine Shooting holten wir als nächstes Glymur und Alesco von der Koppel. Ausnahmsweise würde ich heute mal jemanden meinen geliebten Isländerhengst reiten dürfen, was ehrlich gesagt sehr selten vorkam, da Glymur einfach, wie der Name schon sagt, mein Schatzi war und ich ihn ungern abgab. Bei meiner Freundin machte ich mir jedoch keine Sorgen und sie freute sich sichtlich als sie erfuhr, dass sie den kleinen Racker heute reiten dürfte. Sie putzte ihn in Ruhe während ich Alesco säuberte. Der Hengst war inzwischen schon sehr ausdrucksstark geworden und wurde langsam ausgebildet, da er aus dem Fohlenalter raus war. Zwar war die Arbeit noch sehr einfach und wir arbeiteten ihn auch nur zwei bis drei Male die Woche, doch so langsam wurde es für ihn ernst. Heute würde ich ihm zum zweiten Mal überhaupt eine Trense anlegen. Ich wählte hierzu wie immer bei meinen Jungpferden ein AppleMouth-Gebiss, welches sehr angenehm im Maul war und durch den Apfelgeschmack die Pferde davon überzeugte, dass Gebiss besser anzunehmen. Beim Trensen selber zappelte Alesco noch ziemlich und es dauerte eine ganze Weile bis das Gebiss in seinem Maul verschwunden war und ich den Nasenriemen zumachen konnte. Auch Glymur war fertig gesattelt, sodass wir gemeinsam in die Reithalle gingen. Draußen dämmerte es schon und es wurde langsam Abend, weshalb ich als erstes das Licht anmachte. Dann führte ich Alesco einige Runden am Gebiss während meine Freundin Glymur warm ritt. Ich gab ihr noch ein paar Tipps mit auf den Weg wie der Hengst in Sonderlackierung zu händeln war bevor ich mich komplett auf meinen Junghengst konzentrierte. Da ich heute vorhatte ihn ein wenig zu longieren hakte ich die Longe ein und schickte ihn, wie er es schon von der Halfterlonge kannte, auf die Zirkellinie. Auf das Gebiss reagierte er noch mit Kopfschlagen und einigen Schlangenlinien, die sich jedoch im Verlauf des longierens reduzierten. Ich arbeitete ihn rund zwanzig Minuten in allen drei Gangarten bevor ich das Training beendete und ihn trocken führte. Glymur würde noch ein wenig länger laufen müssen, doch Alesco brachte ich schon zurück in die Stallgasse. Da er mit den anderen Jungpferden in einem Offenstall stand bekam er direkt nach dem Training schon Kraftfutter, welches er genüsslich fraß. Nachdem ich ihn versorgt hatte legte ich ihm noch eine Abschwitzdecke auf, damit er sich nicht erkälten würde und brachte ihn in den Offenstall. Als nächstes holte ich Ófeig und Cody von der Weide. Die beiden waren noch sehr jung und deshalb noch nicht im Training. Ich kontrollierte sie nur auf Wunden und putzte sie etwas bevor ich sie zu Alesco in den Offenstall brachte. Als nächstes bereitete ich das Kraftfutter für Bailey, Glymur und Kempa vor. Kempa war heute morgen von Freya longiert worden und bekam deshalb eine kleine Portion in den Trog ihrer Box. Die anderen beiden bekamen eine größere Portion, da sie heute stark beansprucht worden waren. Während ich allen Boxen noch Heu brachte kam auch Glymur mit meiner vor Freude strahlenden Freundin zurück. Beide schauten erschöpft aber zufrieden aus. In Ruhe versorgte sie Glymur und stellte ihn dann in seine Box. Sofort machte er sich über das Kraftfutter her und kaute die Möhren und Äpfel, die ich dazu gelegt hatte. Nun schnappte ich mir noch drei Halfter und holte Kempa, Fjörgyn und Elding herein. Die drei Stuten standen noch gemeinsam auf der Koppel und wurden nun von mir in ihre Boxen gebracht. Elding folgte den beiden Stuten entspannt und schaute sich neugierig im als sie ihre Box betrat. Kaum hatte sie jedoch den Trog mit Kraftfutter entdeckte fing sie an zu fressen und ließ die neue Umgebung links liegen. Auch Fjörgyn fraß zufrieden ihr Futter und Kempa, die heute wegen der Zusammenführung mit Elding frei gehabt hatte, mümmelte an ihrem Heu. Sun war die letzte Stute, die ich herein holte und in ihre Box brachte bevor ich Tasty und Bailey in ihre beiden, nebeneinander liegenden Boxen brachte. Schließlich standen alle Pferde zufrieden fressend in ihren großen Boxen. Als letztes für den heutigen Tag nahm ich Alesco noch die Abschwitzdecke ab, verstaute sie und ging dann in das Wohnhaus.
    • Mohikanerin
      Alte Berichte (3)
      05. Dezember 2014
      Ein kleiner Shoppingtrip! | 10.751 Zeichen | © Svartur
      „Morgen Freya, hast du Lust heute mit mir zum Reitgeschäft in der Stadt zu fahren? Wir müssen, beziehungsweile ich will, mal wieder neue Sachen für die Pferde kaufen!“, fragte ich unsere Pferdepflegerin während dem gemeinsamen Frühstück. Prompt kam die Antwort: „Klar, bei Shopping bin ich immer dabei!“. „Super, dann können wir ja gleich losdüsen!“, sagte ich daraufhin und wandte mich an Fynn: „Schatz? Kannst du dann eventuell heute morgen die Ställe füttern und später die Pferde auf die Koppeln bringen?“. Wirklich erfreut war er nicht darüber, dass er die Arbeit heute Morgen alleine erledigen musste, doch gemeinsam mit Freya bekam ich ihn überredet. Wir frühstückten noch zu dritt in Ruhe zu Ende bevor Freya und ich uns umziehen gingen und Fynn zu den Pferd ging. Kaum waren wir beiden Mädels umgezogen liefen wir zum Auto und fuhren los. Schon im Auto wurde über die neuesten Kollektionen geredet und welche Farbe wohl welchem Pferd am besten stehen würde – doch eine Sache dürften wir nicht vergessen: Endlos Budget hatten wir ja leider nicht…Trotzdem betraten wir etwa eine halbe Stunde später gut gelaunt den Laden und schauten uns erstmal in Ruhe um. Schnell entschieden wir uns bei Bailey und Tasty für jeweils eine Schabracke, Bandagen und Ohrenhauben in einem Türkiston und schauten dann noch ein wenig weiter. Auch für die Fjörgyn sprang eine neue Schabracke in einem Beerenton heraus, die Freya mir so begeistert zeigte, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Bevor wir uns allerdings komplett bei den Schabracken verloren würden sagte ich zu Freya: „Eigentlich reicht das ja jetzt schon an überflüssigen Kram, lass uns noch nach zwei neuen Winterdecken und einer neuen Trense für Glymur gucken, dann müssten wir alles haben“. Leider, oder wohl glücklicherweise, lief es nicht ganz so wie geplant, zu den Decken und der Trense kamen „spontan“ noch eine Abschwitzdecke und eine weitere Schabracke hinzu bevor wir alles zur Kasse transportierten. Die Rechnung war weniger schön anzusehen, aber da wir die letzten Monate viel gespart hatten, durften wir uns das auch mal erlauben!
      Wenig später kamen wir zurück an den Hof, wo wir Fynn direkt unsere Ausbeute zeigen wollten, ihn jedoch nirgendwo auffinden konnten. Erst ein Blick in den Stall, wo eigentlich Kempa stehen sollte, verriet uns, dass er wohl eine Runde mit der kleinen Stute im Gelände war. Auch für Freya und mich ging es nach dem spaßigen Morgen jetzt an die Arbeit! Während Freya anfing die Boxen zu misten schnappte ich mir Fjörgyn. „Na meine Kleine, alles in Ordnung bei dir?“, fragte ich sie flüstert während ich sie zur Begrüßung ein wenig kraulte. Lange verharrten wir so jedoch nicht, da Fjörgyn schonmal beschloss loszugehen und ich nur aus der Box hinterher stolperte. „Hey, lass das! So hab ich dich aber eigentlich nicht erzogen“, motze ich mit einem versucht ernsten Ton, was mir jedoch spätestens ab dem Zeitpunkt misslang, an dem ich in ihr Gesicht schaute. Gut gelaunt band ich sie vor ihrer Boxentür an und nahm ihr die Decke ab. Darunter befand sich das noch recht frisch geschorene, saubere Fell, welches ich nur kurz überputzte. Anschließend kratzte ich die Hufe aus und kämmte Mähne und Schweif. Um sie für das heutige, recht entspannte Training auszustatten legte ich ihr nur ein Paar Glocken an und tauschte den Strick gegen eine Longe. So ging es dann in die Reithalle, wo ich die quirlige Stute erstmal etwas warm laufen ließ. Da es draußen doch schon recht kalt war gestaltete ich die Aufwärmphase etwas länger und verkürzte stattdessen die Arbeitszeit ein wenig. Fjörgyn schritt entspannt auf der Zirkellinie entlang und ließ es sich nicht zweimal sagen, als ich sie in den Trab schickte. Wie immer war sie absolut motiviert dabei und trat im flotten Trab an. Da ich heute wegen dem Shoppingtrip nicht ganz so viel Zeit hatte, longierte ich sie nur um ihr Bewegung zu verschaffen, wirklich Kopfmäßige Arbeit stand heute nicht an, sodass wir bald auch schon fertig waren. Während ich sie trockenführte lobte ich sie noch einige Male und brachte sie dann in den Stall, wo ich ihr die Glocken abnahm und sie, mit einer Abschwitzdecke ausgestattet, in ihre Box stellte. Auch Fynn war inzwischen zurück gekommen und hatte Kempa auf die Weide gebracht. Laut seinen Erzählungen sei die Stute heute gut gelaufen und hätte immer wieder gute Phasen auch am langen Zügel im Tölt gezeigt. Zufrieden arbeiteten wir, nun alle gemeinsam weiter. Da wir ja nicht so viel Zeit hatten teilten wir die Pferde auf, die noch bewegt werden mussten. Fynn schnappte sich als erstes seine eigene Stute Sun, Freya kümmerte sich um Elding und ich holte mir Tasty von der Koppel. Wir putzten alle zusammen die drei Pferde und teilten uns dann auf das Trainingsgelände auf, um uns nicht gegenseitig im Weg zu sein. Fynn ging mit Sun in den Roundpen und machte etwas Bodenarbeit mit ihr, da die Stute erst letzten Monat in Ausbildung war und anstrengende Wochen hinter sich hatte. Freya ritt Elding etwas im Gelände und ich wollte Tasty auf dem Platz reiten, sodass ich ihn nach dem Putzen sattelte. Unter dem Sattel befestigte ich die neue Schabracke, die Freya und ich gemeinsam an ihm bestaunten bevor ich ihn auch trenste und auf den Platz ging. Dort saß ich auf und ritt Tasty zuerst etwas im Schritt und Trab am langen Zügel warm, wobei ich darauf achtete, dass er sich schön vorwärts, abwärts dehnte. Nach einem flotten Galopp auf jeder Hand nahm ich die Zügel auf und brachte ihn in die Anlehnung. Auch wenn ich ihn heute nur auf normaler Trense ritt, ließ er sich gut stellen und machte die verlangten Lektionen. Mit vielen Biegungen und Tempowechseln lockerte ich ihn, bevor es an die komplizierten Lektionen ging. Im Schritt begann ich mit Seitengängen und führte sie mit Traversalen im Trab und schließlich im Galopp fort. Da dies auf beiden Händen problemlos klappte, schloss ich noch ein paar einfache Galoppwechsel an bevor ich ihm im Trab die Zügel aus der Hand kauen ließ und ihn dann trockenritt. Währenddessen schnappte ich mir eine Abschwitzdecke vom Zaun und legte sie ihm über, damit er in der Kälte nicht auskühlte. Ich war ganz in Gedanken als ich plötzlich Pferdetritte hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah Freya mit Elding, die gerade auf den Platz geritten kamen. Die Stute hatte während der Geländerunde noch nicht genug abgeschwitzt, sodass Freya sie noch etwas trocken reiten musste. Wir unterhielten uns über das Training bevor die beiden Pferde zurück in den Stall brachten und versorgten. Dort stand ebenfalls Fynn, der Sun schon fertig gearbeitet hatte und nun Bailey putzte. „Ich hoffe es ist ok, dass ich ihn mir als nächsten geholt habe?“, fragte er mich. Ich antwortete ihm, dass alles so klasse sein und ich mich nun noch ein wenig um Glymur kümmern würde. Fynn hatte vor den Hannoveranerhengst im Roundpen frei etwas springen zu lassen und ich wollte mit Glymur in die Halle gehen und ihn dort etwas am Halsring reiten. Als ich Glymur von der Koppel holte brachte ich direkt Alesco mit und Freya schnappte sich die anderen beiden Jungpferde Ófeig und Cody. Wir banden alle vier in der Stallgasse an und ich konzentrierte mich auf Glymur. Viel war dank der Decke nicht dreckig, sodass ich schon bald fertig war. Unterdessen hatte Freya auch angefangen die Jungpferde zu putzen, die wir nachher zu dritt etwas in der Halle laufen lassen würden, da es nun schon recht spät war, alle aber noch Bewegung brauchten. Schnell holte ich aus der Sattelkammer ein Paar Glocken und den Halsring. Alles legte ich Glymi an, der dabei brav still stand und ging dann mit ihm in die Halle. Dort nahm ich ihm erstmal die Abschwitzdecke ab, die ich ihm in der Stallgasse noch schnell übergelegt hatte und schwang mich dann auf seinen Rücken. Schnell trat Glymi an – man merkte ihm an, dass er in der letzten Woche nicht so viel gearbeitet hatte. Trotzdem ließ er sich brav mit dem Halsring bremsen und reagierte gut auf die Stimmkommandos, die ich ihm von oben gab. Damit er nicht doch noch auf dumme Ideen kommen würde und durchstarten würde beschäftigte ich ihn mit vielen Wendungen und Travers sowie Renvers, was am Halsring alles gar nicht so einfach war. Glymur musste sich sehr konzentrieren um meine Anweisungen umsetzten zu können, sodass seine überschüssige Energie bald verpuffte. Als ich das Gefühl hatte, dass Glymi nun wieder komplett klar im Kopf war trabte ich an. Ich setzte das Programm mit vielen Biegungen fort bevor ich auf beiden Händen ein wenig galoppierte. Anschließend versuchte ich den Hengst mit Hilfe des Halsrings zu tölten. Ich setzte den Halsring etwa weiter vorne am Hals an, sodass er in die Aufrichtung kam und trieb dann mit Schenkeln und Kreuz. Es brauchte einige Versuche, doch schließlich verstand Glymir was ich von ihm wollte und machte einige Tölttritte. Ich lobte ihn sofort ausgiebig und trabte etwas locker bevor ich erneut töltete. Diesmal klappte es schon deutlich besser, doch allzu lange wollte ich es auch nicht probieren um den Hengst nicht zu überfordern. Ich galoppierte ihn nochmal kurz und ließ ihn dann in der Dehnungshaltung austraben. Im Schritt ritt ich anschließend noch eine Runde um den Hof bevor ich direkt in die Stallgasse ritt. Da der Hengst nicht so groß war konnte ich das Tor von oben öffnen und gelang so auf dem warmen Pferd sitzend in den Stall. Kaum war ich abgestiegen vermisste ich schon das warme Fell an meinem Hintern, konnte mich doch dazu überreden ihn in Ruhe fertig zu machen und zurück in die Box zu stellen. Anschließend half ich Freya noch mit den letzten Feinschliffen an den drei Jungpferden, als auch Fynn zurück kam. Bailey hatte trotz der Schur ziemlich geschwitzt, sodass Fynn ihn etwas unter unser erst neu angeschafftes Solarium stellte und ihn dort mit Stroh weiter trocken rieb. Unterdessen gingen Freya und ich schonmal vor in die Reithalle. Ich nahm Alesco und Cody zusammen und Freya führte Ófeig in die Halle. Dort führten wir die drei im Schritt noch etwas warm bevor wir die Stricke von den Halftern lösten und beide in die Mitte der Halle gingen. Mit etwas schnalzen brachten wir die Jungtiere in Bewegung und schon bald hatten wir unser Ziel erreicht: Die drei tobten gemeinsam durch die Halle und bewegten sich so selbst. Nach einer Weile stoß auch Fynn zu uns und schaute sich gemeinsam mit uns das Spiel an. Es war einfach toll zu sehen wie die Kleinen sich vom Fohlen langsam zum erwachsenen Pferd entwickelten, besonders Alesco und Cody waren enorm gewachsen und auch nicht mehr so „unförmig“ wie noch vor einem halben Jahr. Nach einer guten halben Stunde fingen wir die drei wieder ein und versorgten sie bevor wir die Ställe fütterten, den Stall abschlossen und dann gemeinsam ins Wohnhaus gingen.

      04. Januar 2015
      Ziel erreicht! | 12.708 Zeichen | © Svartur
      „Ach halt doch die Klappe doofer Wecker!“, waren wohl die ersten Gedanken die mir morgens durch den Kopf gingen als ich müde den Wecker ausschaltete und anschließend geschockt feststellte, dass wir bereits 5 Uhr hatten! Da es heute für mich und Glymur zu einer Körung gehen sollte sprang ich schnell aus dem Bett und zog mich an bevor ich in den Stall ging. Dort traf ich auf Freya, die bereits wach war und angefangen hatte die Pferde zu füttern. Ich half ihr noch kurz bevor ich zu Glymi ging. „Na mein Großer, wenn du wüsstest was heute ansteht…benimm dich bitte einfach!“, flüsterte ich dem großen Isländerhengst zu ehe ich nochmal ins Haus ging um dort zu frühstücken. Inzwischen war ich die Körungen und Turniere gewohnt, sodass ich nicht ganz so aufgeregt war wie noch vor einigen Monaten, aber dennoch merkte ich, dass mein Körper sich gegen die Nahrungsaufnahme wehrte. Ich zwang mir eine Scheibe Brot runter bevor ich raus ging und erneut zu Glymi ging. "Na Glymi, heute fahren wir zur Körung.", erzählte ich meinem kleinen Liebling. Er schnaubte zufrieden, was wohl heißen sollte, dass er sich freute. Wir waren noch auf dem Hof und alle waren ziemlich im Stress, da die Pferde noch gefüttert werden wollten und Glymi noch nicht fertig war. Ich putzte ihn gründlich und kratze seine Hufe aus. "Fynn? Fynn wo bist du? Wir müssen los!", rief ich leicht panisch. "Bin schon da!", sagte er und kam angelaufen. Gemeinsam verluden wir den Hengst und fuhren los. Nach gut einer Stunde waren wir auf dem Tuniergelände. Ich holte Glymur aus dem Hänger und drückte Fynn den Strick in die Hand, dass er ihn festhielt während ich sattelte und trenste. Während die ersten Teilnehmer dran waren ritt ich in Ruhe warm. "So Junge es geht los!", sagte ich zu Glymur als eine Stimme aus den Lautsprechern ertönte: "Fynja und Glymur bitte!". Wir ritten im Schritt in die Mitte des Platzes, wo ich den Richter grüßte. Dann ging es los. Ich ließ ihm Schritt auf den Hufschlag gehen. Wir waren auf der rechten Hand, nach zwei Runden Schritt ließ ich ihn bei A abwenden. Wir ritten noch eine Runde Schritt auf der linken Hand ehe wir bei C einen Zirkel ritten und ich ihn antraben ließ. Dann wechselte ich die Hand, wieder auf der rechten Hand angekommen, trabten wir eine Runde. "Brav Glymur!", lobte ich ihn. Dann ritten wir durch die ganze Bahn und trabten dann noch eine Runde auf der linken Hand. In der Ecke galoppierte ich an. Bis jetzt arbeitet er gut und konzentriert mit. Er hatte wirklich butterweiche Gänge und ich merkte seine hohe Knieaktion. Nach zwei Runden im Galopp ritt ich einen Zirkel bei A und wechselte auch gleich aus dem Zirkel mit einem einfachen Galoppwechsel. Wieder auf der rechten Hand, ließ ich ihn noch eine Runde galoppieren bevor ich bei C durchparierte. Im Schritt ritten wir aus der Ecke kehrt. Glymi stand gut an den Hilfen und bog sich klasse in der Wendung. "Ganz toll!", lobte ich ihn. Nachdem er etwas verschnauft hatte, gab ich ihm eine Aufwärtsparade und ließ ihn tölten. Flott trat er an und zeigte seine ganze Power. Nach einer Runde galoppierte ich an und legte ihn an der langen Seite in den Pass. Willig wechselte er vom Galopp in den Tölt und zeigte eine lange Seiten taktklaren Pass. Vor der Ecke nahm ich ihn zurück und lobte ihn kurz: "Du machst das echt super!". Wir hatten nun unsere Kür beendet und im gemütlichen Tölt am langen Zügel ritt ich auf die Mittellinie, wo ich anhielt und die Richter zum Schluss grüßte. "Das waren Fynja und Glymur!"; ertönte wieder eine Stimme aus den Lautsprechern. "Super gemacht!", empfing uns Fynn draußen. Gemeinsam warteten wir gespannt auf das Ergebnis – Glymur hatte sich jedenfalls super gemacht und egal wie es ausgehen würde, ich war stolz auf meinen Hengst! Das Warten auf die Urteilsverkündung erschien ewig, doch dann war es endlich so weit: Glymur war gekört! Überglücklich schlang ich die Arme um den Hals meines Hengstes und holte stolz die Schleife ab. Leider war nicht allzu viel Zeit zum feiern, da zu Hause noch einige andere Pferde auf uns warteten. Wir hetzten uns aber nicht und ich führte Glymur in Ruhe trocken bevor wir ihn absattelten und zurück nach Hause fuhren. Dort angekommen rannte Freya direkt zu uns: „Erzählt, wie lief’s?“. Erst nach einem ausführlichen Bericht und einer dicken Umarmung ließ sie uns wieder gehen und kümmerte sich weiter um die Ställe. Fynn kümmerte sich nun um Glymur und brachte diesen auf die Koppel zu den anderen Hengsten, die Freizeit draußen hatte er sich nun redlich verdient! Bevor auch ich mich weiter an die Arbeit machte räumte ich das Auto aus und brachte das gesamte Sattelzeug zurück in die Sattelkammer, wo ich auch noch meine Klamotten vom Vormittag fand, die ich direkt anzog – die Turnierklamotten konnten auch hier auf die Waschmaschine warten! Ich legte mir nun eine Trense raus und holte Cody von der Koppel. Der Hengst wuchs immer weiter und würde wohl recht groß werden, was mir jedoch gerade recht war, da ich gerade die größeren Quarter schick fand. Während dem Putzen blieb er vorbildlich stehen, sodass ich ihn zwischendurch immer wieder lobte. So ganz sauber wurde das helle Fell leider nicht, doch immerhin hatte ich ihn vom Matsch der Koppel befreit und konnte nun mit dem Training anfangen. Inzwischen beherrschte er das Longieren, dank einiger Hilfe, gut und die Ausbildung konnte nun weiterschreiten. Für heute hatte ich die erste Trensengewöhnung auf den Plan gesetzt, weshalb ich diese nun holen ging, den Strick von Codys Halfter löste und ihm nun die Zügel über den Hals legte. Schon vor den Zügel wich er im ersten Moment erschrocken zurück, ließ sich aber mit ein paar Streicheleinheiten wieder beruhigen. Anschließend nahm ich das Gebiss mit einem Leckerchen in die Hals und „fütterte“ es dem jungen Hengst. Dieser nahm wie gewohnt das Leckerli und hatte somit die Trense im Maul. Ich lobte ihn sofort und steckte ihm ein weiteres Leckerli zu, welches er jedoch nur mit Mühe fressen konnte, da ihn das Gebiss im Maul störte. Hektisch kaute er darauf herum während ich den Strick wieder am Halfter befestigte, welches ich noch unter der Trense hatte. Unsicher folgte Cody mir nun in den Roundpen, wo ich Strick und Zügel löste und ihn wie gewohnt nach außen schickte zum laufen lassen. Zwar kannte Cody den Prozess, doch der neue Umstand mit dem Gebiss im Maul schien ihm zu schaffen zu machen. Ich versuchte das Kauen so gut es ging zu ignorieren, schließlich musste er es lernen und Schmerzen hatte er nicht, es war lediglich ungewohnt für ihn. Nach gut zwanzig Minuten beendete ich das Training und nahm ihm noch im Roundpen die Trense ab und lobte ihn erneut, morgen würde nochmal das gleiche Programm anstehen! In Ruhe versorgte ich den Junghengst bevor ich ihn zurück zu den anderen auf die Koppel brachte. Unterdessen hatte Fynn mit Alesco gearbeitet und mit diesem die ersten Gewichtstrageübungen gemacht. Noch war der Hengst zwar noch lange nicht so weit einen Reiter zu tragen, da er noch deutlich mehr Muskulatur brauchte, doch mit der Gewöhnung konnte bereits angefangen werden. Fynn erstattete mir ausführlich Bericht, dass er sich wohl recht brav benommen hätte während Fynn sein Gewicht über den Rücken Alescos gelegt hatte, auch wenn Alesco wohl einige Male ausgewichen wäre und versucht hätte der Situation zu entkommen, im Nachhinein war er wohl lieb gewesen und hätte versucht alles richtig zu machen. Ich sprach mich nun mit Fynn und Freya gemeinsam ab, dass wir als nächstes eine kleine Runde ausreiten gehen würden, da es seit langem mal wieder einen Tag nicht am regnen war und wir das relativ gute Wetter nutzen wollten um die Pferde mal wieder draußen zu bewegen. Fynn würde sich seine Sun schnappen, Freya ritt wie meistens Fjörgyn und ich hatte die Qual der Wahl zwischen Tasty, Kempa und Bailey. Letztendlich entschied ich mich für Bailey, da der Hannoveraner in letzter Zeit bei mir etwas zu kurz gekommen war und sich eine Runde im Wald zum entspannen verdient hatte! Da die Pferde inzwischen wieder in ihren Boxen standen beschlossen wir direkt vor den Boxen zu putzen statt nach draußen in die Kälte zum Putzplatz zu gehen. Gemeinsam putzen wir die Pferde, wobei Freya eindeutig am meisten zu tun hatte, da Fjörgyn, neben den Jungpferden, mit Kempa die Einzige war, die nicht geschoren und somit auch nicht eingedeckt war. Das lange Fell war von der matschigen Koppel verklebt und brauchte einige Zeit bis es wieder sauber war. Ich beschloss unterdessen Bailey etwas zu verwöhnen und machte ihm ein Hufbad nach welchem ich die Hufe noch mit dem Kräuterhuföl von Jessica, unserer Hufschmiedin, bestrich. Dann endlich war auch Freya fertig und wir sattelten. Bailey bekam die kürzlich neu gekaufte Schabracke unter den Sattel und farblich dazu passende Gamaschen. Schon beim losreiten musste ich feststellen, dass Bailey sehr gut drauf war und einen enormen Vorwärtsdrang hatte, das würde sicherlich ein Kopf an Kopf Wettrennen mit Sun auf der Galoppstrecke geben! Erstmal ritten wir aber im Schritt in den Wald hinein und entschieden uns für eine kleinere Runde, da die Kondition der Pferde momentan nicht die beste war. Schnell fanden wir eine Strecke zum traben, die wir direkt nutzten um die Pferde etwas aufzuwärmen und lockern. Auch mein Hengst baute nun etwas Anspannung ab und schnaubte ruhig, sodass ich die Zügel zum ersten Mal wieder etwas lockerer fassen konnte ohne, dass ich Angst haben musste, dass er durchgeht. Eine ganze Weile ging es so im flotten Trab daher, wobei wir einige Schrittpausen einlegten, bevor wir zum Highlight der Strecke kamen, der großen Galoppstrecke. Wir redeten gar nicht lange sondern ließen die Pferde einfach losgehen. Wie immer war es ein tolles Gefühl den Wind in den Haaren zu spüren und die donnernden Pferdehufe auf dem Boden zu hören. Wegen ihrer Größe hatten Sun und Bailey Fjörgyn bald schon abgehängt, wobei diese sich wacker schlug. Gegen Ende der Strecke hatte jedoch Sun eindeutig die Nase vorne, sie war doch um einiges schneller aus Bailey, auch wenn dieser sich komplett verausgabt hatte und sein bestes gegeben hatte. Fynn und ich warteten vor der Weggabelung noch auf Freya, die überglücklich mit Fjörgyn angetöltet kam. Sie war stolz auf die Stute, dass sie so gut mitgehalten hatte und anschließend noch einen tollen Tölt gezeigt hatte, die beiden waren einfach ein super Team! Im gemütlichen Schritt ging es dann zurück, damit die Pferde nicht zu stark schwitzten. Am Hof angekommen versorgten wir gemeinsam die Pferde und teilten die letzten vier Kandidaten auf, die noch bewegt werden mussten. Fynn würde Kempa etwas longieren, Freya ritt Elding eine kleine Runde im Gelände, bevor es dunkel wurde um die Stute kennenzulernen und für mich blieben noch Tasty und Ófeig über. Da es leider so schnell dunkel werden würde und ich demnach nicht mehr viel Zeit hatte beschloss ich Tasty ein wenig zu reiten und Ófeig dabei als Handpferd zu nehmen. Für die kleine Stute war das eine gute Abwechslung zu normalen Trainingsalltag und Tasty war dabei auch bewegt. Zuerst musste ich beide jedoch putzen, was einige Zeit in Anspruch nahm bevor ich beiden Pferden Glocken anlegte und Tasty sattelte. Anschließend ging ich mit beiden Pferden in die Halle und stieg auf. Da beide das Handpferdereiten kannten war es von den ersten Schritten an kein großes Problem, zwar musste ich Tasty ziemlich zurückhalten, doch auch hier kam ihm seine gute Dressurausbildung zur Hilfe, da er sich leicht versammeln ließ. Nach einer Weile trabte ich ruhig an und Ófeig töltete fleißig neben uns her. Die Stute war Naturtölterin und würde sicherlich mal toll zu reiten sein, doch bis dahin soll noch einige Zeit vergehen, da sie erst knapp zwei Jahre alt war. Im Trab ritt ich ein paar große Wendungen wie Zirkel und Schlangenlinien bevor ich einen Galoppversuch wagte. Tasty ließ sich gut regulieren und sprang recht versammelt an, die kleine Stute musste sich dagegen schon sehr anstrengen um mit ihren kurzen Beinen hinterher zu kommen. Nach dem Galopp lobte ich beide, trabte noch zwei Runden locker außen herum und führte sie dann gemeinsam trocken. Danach ging es zurück in den Stall, wo Fynn bereits wieder eingekehrt war und Kempa versorgte. Auch ich versorgte die beiden und stellte sie dann zurück in die Box. Fynn und ich fütterten dann noch die Pferde und machten das Kraftfutter fertig, als endlich auch Freya wieder zurück kam. Sie war von dem lieben Gemüt der Scheckstute begeistert und hatte den Ausritt genossen. Auch Elding schien zufrieden als sie neben den anderen schließlich in der Box stand und ihr Abendessen vertilgte. Für heute war soweit alles getan, sodass ich das Licht ausmachte, den Stall abschloss und zurück zum Wohnhaus ging.

      13. Januar 2015
      Prophylaxe #2, Grunimmunisierung | 6905 Zeichen | © Cooper
      In eile lief ich zu meiner Klinik rüber, nachdem ich alles auf meinem Hof erledigt hatte. "Okay, dann mal schnell" sagte ich zu mir selbst und schaute auf die Auftragsliste. Svartur hatte schon vor längerer Zeit einen Auftrag gegeben, ich sollte nach ihren beiden Pferden schauen. River's Fjörgyn und Kempa, beide waren Islandpferde, mal was ganz neues für mich. Schnell packte ich den Van zusammen den ich vor kurzem Aufgeräumt hatte und setzte mich hinein. Ich fuhr nicht lange bis zu Svarturs Hof und wurde sofort herein gebeten und freundlich von ihr begrüßt. "Also, es geht bei beiden Pferden um Islandpferde, Stuten, Kempa, sie ist relativ gelassen und sollte keine Probleme machen. Dann einmal River's sie ist etwas hektisch, sollte aber ebenfalls kein Problem mit allem haben" sagte Svartur und brauchte mich zu den beiden. Langsam und sanft begrüßte ich die beiden. "Also, bei beiden Prophylaxe Nummer 2 und Grundimmunisierung?" frug ich und Svartur nickte. "Okidoki" sagte ich lächelnd und fing bei Rivers an. Die bei jeder Reountineuntersuchung fing ich am Kopf an und schaute erstmal nach ihren Reflexen im Auge. Die Super waren. Dann schaute ich nach den Nüstern, den Ohren und nach dem Mundraum. Von allem Körperteilen nahm ich die angeforderten Proben, beschriftete sie, legte sie in eine Spezielle Lösung und stellte sie in die Zentrifuge. Ich stelle die Umdrehungen ein und die Zeit, ging dann weider zurück zu den Pferde. Ruhig stand River da und ließ mich sie Untersuchen. Ich tastete sie oben bis unten ab, schaute nach den Organen die von außen abtasten und somit konrollieren konnte. Als ich an der Schulter vorbeistrich fühlte ich einen nicht als zu großen Hubbel. "Hier ist ein komischer Hubbel, da schau ich gleich rüber wenn ich mit den grundlegenden Sachen fertig bin" sagte ich und schaute noch nach ihren Hufen sowie nach ihren Vitalzeichen, also Puls, Atmung und Temperatur. "Alles ist gut und alles liegt im Normbereich" sagte ich und lächelte. Ich nahm von River noch eine Blutprobe, was sie jedoch nicht so toll fand. "Schon gut kleine" sagte Svartur als die Totour schon längst vorbei war. Auch diese Probe beschriftete ich und legte sie in eine seperate Zentrifuge. "Na gut, dann schauen wir mal nach dem Hubbel" sagte ich und schaute mir auf der linken Seite ihre Schulter nochmal genauer an. "Aha, eine Mücke die sich einen Streich erlaubt hat" sagte ich. "Ist das schlimm?" frug Svartur. "Nein nein, keine Sorge. Nur es hat sich entzündet, zwar nicht viel und es ist auch nicht schlimm, dennoch unbehandelt lassen wäre natürlich nicht gut" erwiederte ich und holte sofort das antiseptische Sprey. Ich sprühte die geruchsintensive Mischung auf den Stich und gab die Flasche Svartur. "Das kannst du Abends und Morgens und wenn sie auf die Weide geht aufsprühen, damit da keine anderen Krabbelviecher drauf gehen. Gut das wir schon Blut genommen haben, spätestens jetz bräuchte sie eine Blutuntersuchung, denn Mücken um diese Jahreszeit können einiges mitbringen" sagte ich und streichelte die kleine. "So dann können wir Impfen" sagte ich zog die Spritzen auf und Impfte River Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut, in einem Kampf, den wir jedoch gewonnen. "Ufff" schnaufte ich aus und setzte mich erstmal hin. "Die kleine hat Kraft" sagte ich und lachte. Alle Zentrifugen piepsten und wir gingen hin. Ich druckte alle Dokumente aus und Analysierte sie. Ich erklärte Svartur wie sie die Zahlen zu verstehen hatte und sagte dann nochmals das alles gut ist und alles in bester Ordnung. "Gut, dann können wir ja zum nächsten Pferdchen" sagte ich und ging zu Kempa rüber. Auch bei ihr fing ich mit der normalen Routineuntersuchung an. Mir fiel sofort auf das sie sehr warm war und auch etwas hustete. Ich schaute mit ihre Reflexe an, das Ohr, Auge und den Mund mit Zähnen. Von allem machte ich ebenfalls wie bei Rivers einen Abstrich, beschriftete sie und setzte sie in die Zentrifuge. Ich tastete ihren ganzen Körper ab, ebenso die Organe. Man merkte das mit ihr etwas nicht stimmte. Ich nahm noch eine Probe der Haut und natürlich eine Blutprobe, die sie gut vertrug und uns keine Probleme machte. "Wir müssen jetz auf die Blutergebnisse warten. Ich glaube das es ihr nicht sonderlich gut geht" sagte ich angespannt und Kontrollierte bis dahin ihre Vitalzeichen, Temperatur, Atmung und Puls. "39,5C°.! Ohje" sagte ich und holte sofort ein Fieber senkendes Mittel das ich der ruhigen und fast schon benommenen Stute gab. Svartur streichelte Kempa und machte sich große Sorgen. "Keine Angst, das wird nichts schlimmes sein, ich vermute eine Bronchitis, da sie sehr röchelt und hustet. Da ist Fieber normal. Aber wir dürfen jetz nicht Impfen, dafür müssen wir dann einen neuen Termin aus machen" sagte ich und dann piepste die Zentrifuge. "Das wird uns aufschluss geben" sagte ich und schaute mir die Blutprobe und Mundschleimhautprobe an. "Jo, wie ich es mir gedacht hatte Bronchitis. Entstand warscheinlich durch den Temperaturschwung. Kälte, wärme, Kälte. Erkrankt ein Pferd werden die Schleimhäute gereizt, durch die Entzündung wird der Schleim vermehr und verändert seine Konsistenz. Der Schleim wird Zäh und verbleibt in den Atemwegen" sagte ich und erklärte Svartur alles darauf folgende und was sie jetz zu tun hatte. "Alte Hausmittel wie Inhalation machen Sinn, jedoch wird das hier nichtmehr ausreichen. Ich gebe euch für Kempa jetz einige Medikamente, auf den Packungen steh drauf wann und wie du es ihr am besten geben sollst" sagte ich und übergab Svartur die Medikamente. "Also die kanst du ihr zusammen geben, das ist einmal ein Schleimlöser und einmal Antibiotikum. Antibiotikum morgens und abens, Schleimlöser nur morgens. Bitte das Antibiotikum nur drei Tage anwenden, da sind zwar zehn Tabletten drin, also für fünf Tage, jedoch brauch Kempas Körper nur einen Anreiz dagegen an zu Kämpfen, somit reichen die drei Tage. Denn wenn man es zu lange anwendet kann Kempa dauernd an ähnliche Krankheiten erkranken und das wollen wir ja verhindern" sagte ich und streichelte nochmals die kleine. Ich miss nochmal ihre Temperatur. "Ok, die Temperatur ist runder gegangen. Jedoch wäre es mir lieb wenn sie die Nacht ein Auge auf sie haben, damit wenn das Fieber wieder sehr steigt, mich anrufen kannst. Ansonsten helfen auch Wadenwickel" sagte ich und packte alles zusammen. "Für den nächsten Impftermin können wir ja in Kontakt bleiben, sie muss sich erstmal schonen für 2 Wochen, das heißt auch nichts anstengendes. Nur spazieren oder im Sschritt Longieren" sagte ich als wir zu meinem Van liefen. "Oke, ich hab denke ich mal alles und du schreibst mir ja eh nochmal eine Mail wegen allem, oder?" frug Svartur. "Ja genau, keine Sorge, wird auch nicht lange dauern. Mach ich fertig wenn ich im Büro bin." sagte ich und wir verabschiedeten uns. "Gute Besserung für die Kleine" sagte ich noch und schloss die Vantür.

      10. März 2015
      Die Suche beginnt… | 10.870 Zeichen | © Svartur
      Das Erste was ich erblickte als ich aus dem Haus ging waren die vielen Sonnenstrahlen, die vom Himmel herab schienen. Reflexartig senkte ich meinen Blick zu Boden – so viel Sonne war ich eindeutig nicht mehr gewohnt! Doch es fühlte sich gut an die wärmende Kraft der Sonne zu spüren und zu sehen wie alles in ein goldgelbes Licht getaucht wurde. Viel zu lange hatte es nur Regen, Schnee und Kälte gegeben, sodass mich der seltene Anblick der Sonne nun noch fröhlicher stimmte. Doch nicht nur mir schien es so zu gehen, auch die Vierbeiner, die im Stall auf mich warteten liefen unruhig in den Boxen umher und schienen nur darauf zu warten endlich nach draußen auf die Koppeln zu dürfen. Als erstes erlöste ich Bailey und Tasty. Beiden nahm ich zum ersten Mal in diesem Jahr die dicke Winterdecke ab und ersetzte sie durch eine dünne Abschwitzdecke, anschließend folgten für beide noch ein Paar Hufglocken und dann brachte ich beide nach draußen. Die beiden sonst so artigen und ruhigen Hengste wurden schon einige Meter vor der Weide hibbelig und ließen sich nur mit Mühe halten. Auf der Weide angekommen war es mit der Geduld der Beiden endgültig vorbei, so schnell wie möglich streifte ich die Halfter vom Kopf und sah dann nur noch die Hintern der beiden Hengste, die vergnügt über die Weide bretterten. Lachend schloss ich das Weidetor und hängte die Halfter an den Haken, dann ging ich eilig zurück zum Stall und öffnete die Offenstalltür der drei Fohlen. Cody und Alesco preschten sofort hinaus und rannten den Gang entlang zur Koppel, Ófeig blieb noch eine Weile stehen, stürmte dann jedoch auch den anderen hinterer. Schnell schloss ich noch das Weidetor und machte die nächste Koppel auf, die von einem Gang, der zum Stalltrakt führt. Im Stall öffnete ich dann die Boxen von Fjörgyn, Sun, Kempa und Elding – die vier kannten den Weg nur zu gut und gingen direkt raus. Auch bei ihnen schloss ich das Tor und widmete mich dann zuletzt Glymur. Der Hengst hatte aktuell leider keinen Spielgefährten, da er sich mit Tasty und Bailey absolut nicht verstand. Wir hatten schon einiges probiert, doch meistens endeten die Versuche die drei Hengste zusammenzustellen nur in Keilerein – und die konnten wir wirklich nicht gebrauchen! Auch bei den Jungpferden wirkte er immer etwas verloren, sodass er sich doch alleine noch am wohlsten fühlte, auf Dauer konnte es so jedoch nicht weitergehen. Nun brachte ich ihn erstmal auf eine Koppel neben die beiden Warmblüter, sodass er Sichtkontakt zu den anderen hatte aber dennoch seine Ruhe behielt. Ich beschäftigte mich noch eine Weile mit ihm und kraulte ihn etwas bevor ich nochmal zurück ins Haus ging. Wie jede Woche schaute ich im Internet ob es Anzeigen für Islandpferdehengste gab, die zum Verkauf standen. Lustlos scrollte ich durch die Seiten und fand einfach keinen Hengst, der zu unserem Hof und Glymi passen würde. Ein paar Hengste sahen zwar auf den ersten Blick recht interessant aus, besaßen dann aber entweder kein gutes Gangwerk oder einen guten Charakter, waren schlichtweg zu weit entfernt oder sie waren mir einfach unsympathisch. Mit einem Seufzen klappte ich den Laptop schließlich zu und begab mich wieder nach draußen. Beim Anblick der zufrieden grasenden Pferde wurde ich schon wieder etwas fröhlicher und absolut motiviert bereitete ich am Außenputzplatz alles für das folgende Training vor. Neben einem Putzkasten brachte ich noch Bailey’s Trense, seine Gamaschen und eine Longe zum Putzplatz, damit ich später nicht nochmal zwischen Putzplatz und Sattelkammer hin- und herlaufen musste, dann holte ich den Hannoveraner auch schon von der Koppel. Wie immer kam er brav mit und blieb auch lieb stehen während ich ihn kurz überbürstete. Da er eingedeckt war musste ich nicht viel tun und begann schon kurz darauf ihn zu trensen. Anschließend folgten noch die Gamaschen bevor wir auch schon auf den Reitplatz gingen. Dort hakte ich die Longe ein und schickte Bailey auf die Zirkellinie. Der Hengst schien das Wetter zu genießen und trat im flotten Schritt an, sodass ich einige Male eingreifen musste, damit er nicht antrabte. Nach gut zehn Minuten fing ich mit der Trabarbeit an, zu viel wollte ich heute mit ihm nicht machen, da er die letzten Tage viel gearbeitet hatte und somit eine Pause verdient hatte. Es folgte noch eine kurze Galoppsequenz ehe ich das Training auch schon beendete und ihn noch etwas Schritt führte bevor er wieder zurück auf die Koppel zu Tasty durfte.
      Als nächstes waren die drei Jungpferde dran, die ich zu dritt in die Führmaschine bringen wollte. Cody und Ófeig kannten das Ganze schon, doch für Alesco würde es das erste Mal in der Führanlage sein, doch auch das musste er lernen, denn gerade an so warmen Tagen wie heute war ein wenig leichte Bewegung gut für die Pferde. Nacheinander putze ich alle drei, legte ihnen Hufglocken an und zog Cody noch eine Trense an. Inzwischen nahm der junge Hengst das Gebiss schon recht gut an und gewöhnte sich langsam an das Gefühl. Dann stellte ich zuerst Cody in sein Abteil in der Führanlage, ließ diese dann ein Stück weiter drehen, stelle Ófeig in das nächste Abteil und ging dann gemeinsam mit Alesco in das letzte der drei Abteile. Die erste Runde führte ich Alesco noch, der unruhig tänzelte. Es war ihm anzumerken, dass er noch nie in der Fünlage gewesen war, doch dank seiner beiden Freunde, die ebenfalls bei ihm waren wurde er schnell ruhiger, sodass ich schließlich aus der Führanlage gehen konnte um mich dem nächsten Pferd zu widmen.
      Dieses war Tasty Ass. Der Dressurnachwuchs hatte sich super entwickelt und baute auch immer mehr Kondition auf, wodurch er im ganzen Umgang jedoch auch etwas stärker und frecher wurde, sich jedoch mit leichten Ermahnungen gut händigen ließ. Da wir am Nachmittag noch einen großen Ausritt alle gemeinsam geplant hatten, bewegte ich auch ihn nur kurz. Ich longierte ihn wie Bailey zuvor, baute jedoch ein paar Cavalettis auf dem Zirkel ein um den Hengst etwas aufzuwecken und das Training effektiv zu gestalten. Tasty reagierte gut und aufmerksam, lediglich einmal ging er mir durch. Nachdem diese kleine Auseinandersetzung überwunden war lief er wieder wie ein Lämmchen und konzentrierte sich auf seine Arbeit. Nachdem ich ihn fertig versorgt hatte stellte ich ihn wieder zurück zu Bailey auf der Koppel, der sich sichtlich freute, dass sein Kumpel wieder da war. Bevor ich gleich mit Fynn und Freya ausreiten gehen würde holte ich die drei Jungpferde Alesco, Cody und Ófeig aus der Führmaschine. Wie ich es erwartet hatte war Alesco die restliche Zeit ruhig geblieben und hatte sich damit abgefunden, dass er sich bewegen musste. Ich stoppte die Anlage und brachte die Jungpferde dann nacheinander zurück auf die Weide. Hinter ihnen schloss ich das Tor sorgfältig und ging dann schnell ins Wohnhaus um Fynn und Freya Bescheid zu geben. Die beiden freuten sich, dass ich endlich fertig war und liefen sofort mit mir hinaus in den Stall.
      „Wer nimmt eigentlich wen?“, fragte ich noch schnell bevor wir gleich einfach irgendwelche Pferde geholt hätten. „Dass Fynn Sun nehmen wird ist ja wohl ziemlich klar, oder?“, erwiederte Freya nur grinsend. Auch ich musste lächeln, denn auch wenn Fynn es nicht zugeben wollte, man merkte ihm an, dass er sehr an der Stute hing und wohl nur sehr ungern einen von uns beiden auf sie drauf lassen würde. Fynn sagte nur: „Also wenn sie sonst keiner reiten möchte würde ich mich wohl erbarmen sie zu nehmen…nimmst du dann Fjörgyn Freya?“. Diese nahm das Angebot gerne an und ich teilte beiden noch mit, dass ich dann wohl Elding reiten würde und Kempa als Handpferd mitnehmen würde, da wir nachher wohl nicht mehr so viel Zeit haben würden um die Pferde noch alle zu bewegen. Gemeinsam holten wir die Stuten von ihren Koppeln und machten sie gleichzeitig fertig. Da wir vorhatten ans Meer zu reiten und dort auch etwas im Meer zu planschen lief ich bevor wir losritten nochmal schnell ins Wohnhaus und zog mir meinen Bikini an und warf mir nur schnell ein lockeres T-Shirt darüber. Auch die anderen beiden zogen ihre Badesachen an und gingen dann zurück zu den Pferden. Damit es beim reiten nicht scheuern würde verzichtete ich auf den Sattel und trenste dann nur mit einer Biothanetrense, damit kein Leder im Wasser zu Schaden kommen würde. Für Kempa reichte ein Knotenhalfter als Zäumung, da die Stute eh super lieb war und super als Handpferd lief. Dann ritten wir auch endlich los. Schon von Anfang an gestaltete sich der Ausritt sehr spaßig und wir lachten eine Menge – das gute Wetter wirkte einfach sofort! Schnell kamen wir dann auch am Meer an, welches nicht weit von unserem Hof entfernt lag. Dort angekommen trabten und galoppierten wir erst etwas am Strand bevor wir uns eine Abkühlung gönnten. Alle Pferde kannten das Wasser nur zu gut und stürzten sich sofort mit uns hinein. Ich stieg von Elding kurzerhand ab und warf mein T-Shirt noch schnell ans Ufer, damit das nicht nass werden würde. Elding und Kempa ließ ich alleine etwas am Strand, da ich mir sicher war, dass solange alle Pferde beisammen blieben sie nicht wegrennen würden. Es dauerte jedoch nicht lange bis Kempa und Elding mir in das kühle Nass folgten und selber etwas schwimmen gingen. Kurzerhand fingen Freya und Fynn noch eine Wasserschlacht an, zu der ich mich auch gerne gesellte. Allzu lange konnten wir leider doch nicht bleiben, da der Hof auch noch versorgt werden wollte und die Sonne leider noch immer früh unter ging. Dennoch hatten wir viel Spaß gehabt und auch auf dem Heimweg wurde viel gelacht. Zurück am Hof versorgten wir die Pferde und rieben sie trocken, beziehungsweide nacheinander brachten wir diese auch ins Solarium damit sie komplett trockneten und wir sie anschließend wieder eindecken könnten. Nur Elding war nicht eingedeckt und konnte somit direkt wieder auf die Weide.
      Fynn und Freya kümmerten sich um die übrigen drei, sodass ich mich schon Glymi widmen konnte. Da die Sonne schon langsam unterging machte ich mit ihm nur etwas Freiarbeit, bei der ich einige Zirkuslektionen wiederholte und weiter am Liegen arbeitete. Auch einige Trailhindernisse wie das Stangen-L bauten wir in die Arbeit ein, sodass sich diese vielseitig und abwechslungsreich gestaltete. Nach einer halben Stunde war ich fertig und brachte Glymi zurück auf die Koppel. Mein nächster Weg führte nun in den Stall, wo Freya und Fynn heute den Stalldienst übernommen hatten, sodass alle Boxen schon sauber gemistet waren und ich nur noch füttern musste. Neben dem normalen Rauffutter verteilte ich auch die einzelnen Kraftfutterportionen in die Tröge, damit alle Pferde bestens versorgt waren. Als letztes holte ich alle Pferde von der Koppel wieder zurück in den Stall, schloss diesen ab und ging dann in das Wohnhaus um dort gemeinsam mit den anderen beiden nochmal nach einem Freund für Glymur zu suchen, die Hoffnung stirbt schließlich nie.

      15. Mai 2015
      Ein Ende der Suche? | 11.279 Zeichen | © Svartur
      „Fyyyyyyyyyynn, kommst du mal bitte?“, rief ich laut während ich vor dem Computer saß. Etwas genervt kam er zu mir und erblickte recht schnell den Grund warum ich ihn gerufen hatte. Ich hatte eine Verkaufsanzeige geöffnet, die von einer jungen Frau stammte, die bei mir bereits einige Pferde erfolgreich trainiert hatte. Sie wollte aus Zeitmangel so gut wie alle ihre Pferde abgeben, darunter auch ein Trakehner Scheckhengst, der mir durch seine auffällige Zeichnung ins Auge gesprungen war. Eigentlich hatte ich weiterhin nach einem Kumpel für Glymur gesucht, und die Anzeige erst weggecklickt, konnte dann jedoch einfach nicht wiederstehen und hatte mir die Anzeige näher angeguckt, was dazu führte, dass ich umso begeisterter von dem Hengst war. Fynn dagegen war es aktuell noch absolut nicht, eher im Gegenteil. „Warum willst du noch einen Trakehner kaufen? Wollten wir nicht eigentlich nach einem Isländer Ausschau halten? Irgendwann sind unsere Ställe voll..:“, sagte Fynn leicht verärgert. Nach einigem guten Zureden hatte er sich zumindest für eine Besichtigung bereitschlagen lassen, sodass ich die Besitzerin anrief und wir kurz darauf losfuhren und ihn anschauten. Nach einer guten halben Stunde Fahrt hatten wir das Ziel erreicht und wurden direkt von der netten Besitzerin begrüßt. Sie hatte Jacson bereits auf Hochglanz geputzt und führte uns zu ihm. Der Hengst schaute uns freundlich entgegen und genoss die folgenden Streicheleinheiten sichtlich. Wir redeten ein wenig über die Qualifikationen und Begabungen des Hengstes bevor ich anfing ihn zu satteln. Das Satteln wollte ich auf jeden Fall selbst übernehmen um eventuelle Verhaltensauffälligkeiten hierbei festzustellen. Das einzige Auffällige jedoch war ein gut sitzender Sattel und ein aufmerksames Pferd, welches jedoch brav stillstand. Fynn’s Interesse hatte der Hengst langsam auch geweckt, sodass er sich unterdessen die Hufqualität und das Gebäude des Hengstes näher anschaute. Anschließend gingen wir in die Reithalle wo ich ihn in Ruhe probe ritt, erst etwas dressurlastiger und zum Abschluss noch ein paar Sprünge. Der Hengst war sehr fein im Maul und sensibel am Schenkel, was es einerseits etwas kompliziert gestaltete ihn zu reiten aber andererseits auch ein absolutes Vergnügen war da eine kleinste Hilfe reichte und sofort reagierte Jacson willig. Zum Schluss setzte sich noch Fynn auf ihn und ritt eine kleine Runde ins Gelände um zu testen wie er sich dort verhalten würde. Nach einer guten viertel Stunde kam er leicht grinsend zurück und erzählte mir, dass alles prima war. Ich war sehr erleichtert, dass auch Fynn ihn scheinbar überzeugend fand und befand mich schon kurz danach in den Verhandlungsgesprächen mit der Besitzerin. Wir einigten uns schnell auf einen Preis und beschlossen dann Jacson sofort mir zum Gestüt zu nehmen, da wir einen Hänger dabei hatten und somit nicht zwei Mal fahren mussten. Gemeinsam verluden wir ihn, verabschiedeten uns von der Besitzerin und fuhren dann zurück nach Hause. Auf der Fahrt war Fynn noch immer etwas still, schien jedoch nicht mehr ganz so verärgert über den Kauf zu sein, schließlich würde er sicherlich auf sein Vergnügen mit dem Hengst haben und ihn auch auf dem ein oder anderen Turnier vorstellen können. Zurück am Hof luden wir Jacson sofort aus und ich brachte ihn auf eine der Koppeln neben Tasty und Bailey, mit denen er später mal zusammenstehen würde. Danach lief ich sofort zu Freya und teilte ihr mit, dass sie bitte eine Box fertig machen sollte für den Neuankömmling. Sie war sehr überrascht schließlich war kein Pferdekauf geplant gewesen doch nach einem kurzen Blick auf die Weide zu dem Hengst freute sie sich sehr auf das neue Pferd und kümmerte sich um die Box.
      Ich wollte nun auch mit der Alltagsarbeit beginnen und machte mich auf den Weg zu Glymur. Weit kam ich jedoch nicht bevor mein Handy klingelte. „Hallo Fynja, ich bin’s Jessica. Sag mal du fandest doch immer Snoppa so toll, oder?“, klang es von meiner Hufschmiedin und Freundin. „Ähm ja, wieso denn?“, entgegnete ich ihr leicht verwirrt, schließlich war die Stute immer einer ihrer absoluten Lieblinge gewesen und ich wusste nicht ganz warum sie mich anrief. „Möchtest du sie eventuell bei dir aufnehmen? Ich finde leider einfach keine Zeit für sie und sie ist viel zu schade um nicht weiter gefördert zu werden.“, sagte sie als nächstes. Das Telefonat dauerte nicht allzu lang, für mich war schnell klar, dass Snoppa zu uns ziehen würde, sie war wirklich eine bildschöne Stute und ich hatte bereits die Möglichkeit gehabt sie zu reiten, auch dort war sie einfach traumhaft. Sofort vereinbarte ich mit Jessica eine Uhrzeit um sie abzuholen und sagte dann Fynn Bescheid. Gegen die Stute hatte er absolut nichts einzuwenden, denn auch er war von ihr und ihrem Können überzeugt. Gemeinsam hängten wir wieder an und bereiteten ein Heunetz vor. Bevor wir losfuhren gab ich noch Freya Bescheid, dass sie direkt beide Boxen vorbereitete und dann fuhren wir los. Schnell waren wir am Hof von Jessica angelangt, wo uns leider nicht viel Zeit zum quatschen blieb da wir Zuhause noch alle Pferde versorgen mussten. Snoppa verhielt sich wie gewohnt brav beim verladen und stand auch während der Fahrt ruhig im Hänger. Bald waren wir wieder zurück am Hof, wo ich die Stute auslud und ihre Box brachte wo sie sich etwas von der stressigen Fahrt erholen sollte.
      Fynn hängte den Hänger wieder ab und kam dann zu mir an die Box, wo wir gemeinsam Snoppa beobachteten. Sie war etwas unruhig fing jedoch schnell an am Heu zu mümmeln, sodass ich beschloss, dass wir sie alleine lassen könnten und ich mit den nächsten Pferden weitermachen konnte. Da der Tag inzwischen leider schon etwas fortgeschritten war würde ich keine Zeit mehr für alle Pferde haben, sodass ich beschloss mir für die Fohlen eine andere Beschäftigung auszudenken. Vor kurzem erst hatte ich einen großen, bunten Gymnastikball gekauft, der sich hervorragend für Pferdefußball eignete, aber mit dem bestimmt auch die Kleinen Spaß haben würden. Ich brachte den Ball auf das große Sandpaddock und holte dann zuerst Cody und Alesco. Beide waren inzwischen schon im Jungpferdealter angelangt doch noch sehr verspielt und jugendlich, sodass sie bestimmt Spaß an dem neuen Gegenstand finden würden. Zuerst jedoch putze ich sie gründlich und säuberte die Hufe, dann ging es für beide auf das Sandpaddock. Cody scheute im ersten Moment etwas vor dem Ball, doch Alesco ging mutig voran und stupste den Ball vorsichtig an. Auch er sprang erschrocken zur Seite als der Ball sich daraufhin bewegte. Ich stand lachend am Rand und schaute den Beiden kurz zu bevor ich noch Ófeig aus dem Stall holte. Schnell putzte ich die kleine, braune Stute und stellte sie dann zu den beiden anderen. Diese hatten inzwischen die Angst vor dem Ball verloren und tobten ausgelassen damit über das Paddock. Für Ófeig war es nun leichter sich an den Ball zu gewöhnen, da die anderen beiden ihr vermittelten, dass vom Ball keine Gefahr ausging. Es dauerte nicht lange und alle drei galoppierten gemeinsam mit dem Ball durch die Gegend. Am liebsten hätte ich ihnen Stunden zugeguckt doch leider wartete noch einiges an Arbeit auf mich.

      Schon am Vormittag hatten Fynn, Freya und ich eigentlich einen Ausritt ans Meer mit den drei Isländerstuten geplant, doch daraus wurde wegen Jacson und Snoppa morgens nicht. Da wir alle drei jedoch noch Lust auf den Ausritt hatten holten wir nun Elding, Kempa und Fjörgyn uns dem Stall und putzen sie in Ruhe. Wie gewohnt saß jeder auf seinem Lieblingspferd, sodass Fynn Fjörgyn reiten würde, Freya würde Kempa nehmen und für mich blieb dann noch Elding übrig, was mich freute, da ich die Stute sehr gerne hatte und sie ja auch erst seit kurzem wieder bei uns war. Durch den Fellwechsel waren wir einige Zeit mit dem Putzen beschäftigt bevor es an das Satteln ging. Ich trenste Elding nur, da wir es noch nicht geschafft hatten einen Sattler herzubestellen seit sie angekommen war und ich ihr keinen halbwegs passenden Sattel zumuten wollte – wenn sollte da ein Fachmann drauf schauen und ihr einen ordentlichen Sattel anfertigen. Die anderen beiden waren jedoch auch schnell fertig, sodass wir bald losritten. Glücklicherweise lag der Hof nicht weit vom Meer entfernt, sodass wir nach gut zehn Minuten am Strand ankamen. Wir genossen das schöne frühsommerliche Wetter mit einigen, längeren Galoppstrecken. Es war einfach schön den Wind in den Haaren zu spüren und auch gerade Elding vermittelte mir ein enormes Gefühl von Kraft und Sicherheit, obwohl wir ohne Sattel unterwegs waren. Vollkommen zufrieden kamen wir nach einer guten Stunde zurück an den Hof, wo wir die drei Stuten noch etwas gemeinsam auf die Koppel brachten.
      Da es langsam schon dunkel wurde mussten wir auch die restlichen Pferde untereinander aufteilen, damit alle die verdiente Bewegung bekommen würden. Freya würde noch etwas Sun longieren, Fynn würde etwas Springen trainieren indem er Bailey in der Halle ritt und ich longierte Tasty. Glymur brachte ich unterdessen auf das Laufband, damit auch er seine tägliche Bewegung bekam. Während Freya und Fynn schon ihre Pferde fertig machte holte ich die Jungpferde vom Sandpaddock rein. Sie waren noch immer fleißig am spielen, doch langsam war es genug, sonst würde der Ball irgendwann langweilig werden. Schnell waren die drei in ihren Offenstall gebracht, sodass ich mich ganz Tasty widmen konnte. In letzter Zeit hatten wir viel mit ihm an der Dressur gearbeitet, sodass lockeres Longieren oder Bodenarbeit öfter auf der Strecke geblieben waren. Umso mehr freute er sich nach dem ausgiebigen putzen und anlegen des Kappzaums, als er sich an der Longe mal nach Herzenslust austoben durfte. Ich ließ ihm die Freiheit und ließ ihn etwa fünf Minuten bockend umher rennen- das hatte er sich nach den strengen Trainingswochen verdient! Anschließend arbeitete ich ihn jedoch noch ernsthaft und nutze meine Einwirkung durch den Kappzaum um eine Stellung und Biegung herzustellen. Nach gut einer halben Stunde waren wir fertig, sodass ich ihn zurück in die Box brachte. Auch Freya war mit Sun fertig und erzählte mir, dass es Sun heute sehr schwer gefallen war die richtige Stellung zu finden und den Hals fallen zu lassen – daran würden wir wohl in der nächsten Zeit noch arbeiten müssen. Fynn brauchte mit Bailey noch etwas, sodass ich Freya und ich alleine anfingen die restlichen Pferde wieder von den Koppeln in den Stall zu bringen und das Kraftfutter für alle Pferde zu mischen. Kaum hatten wir das Futter in den Trögen verteilt kam auch Fynn zu uns. Er war total begeistert vom Training mit Bailey – dem merkte man einfach seine sehr gute Ausbildung und seinen tollen Charakter an, nicht umsonst war er einer meiner absoluten Lieblinge und noch dazu mein erfolgreichstes Pferd! Fynn kümmerte sich nun um die Heufütterung während ich mich nochmal speziell Jacson und Snoppa widmete. Snoppa war noch immer etwas unruhig, wobei sie sich wohl einleben würde. Jacson dagegen schien sich schon recht wohl zu fühlen und ließ sich gerne streicheln – die nächsten Wochen und Jahre mit den beiden würden sicherlich viel Spaß bringen! Als Fynn fertig war gingen wir alle gemeinsam ins Wohnhaus um dort noch etwas zu kochen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

      16. August 2015
      Ein schöner Sommertag | 19.946 Zeichen | © Svartur
      Genussvoll räkelte ich mich im Bett ehe mein laut schrillender Wecker mich daran erinnerte, dass es Zeit war aufzustehen. Ich zog mir schnell etwas an und tapste dann die Treppe hinunter in die Küche, wo bereits eine komplett ausgeschlafene Freya wartete. „Na Fynja, du siehst noch was müde aus…“, sagte sie zu mir. Lachend bejahte ich und machte mir dann gemeinsam mit ihr Frühstück. Nach einer Tasse Kaffe und frischen Brötchen merkte ich wie mein Körper langsam wach wurde und verließ voller Tatendrang das Haus. Fynn war wie jeden Morgen bereits am füttern und begrüßte mich nur kurz. Ich genoss die Ruhe bei den Pferden und beschloss schnell Tasty Ass für einen Ausritt fertig zu machen. Die Sonne war gerade erst am aufgehen, sodass ich wenn ich mich beeilte im Sonnenaufgang eine Runde reiten gehen konnte. Der Hengst freute sich sichtlich schon früh morgens etwas tun zu dürfen und folgte mir willig aus der Box heraus. Glücklicherweise war er nicht sonderlich dreckig, sodass ich ihn nur schnell mit einer Wurzelbürste überputzte, die Hufe auskratzte, Mähne und Schweif kämmte und ihn dann trenste. Zu guter Letzt holte ich noch meinen Helm und legte Tasty Gamaschen und Streichkappen an, damit er sich während des Ausritts nicht verletzten konnte. Auf einen Sattel verzichtete ich ausnahmsweise, da es schon ohne dass die Sonne viel schien, sehr warm war und ich vor hatte eine Runde zum Strand zu reiten. Ich suchte den schnellsten Weg zum Strand und genoss dort angekommen den Sonnenaufgang. Tasty war ebenfalls total zufrieden und flott unterwegs, sodass ich einen flotten Galopp am Strand einlegte. „Was es doch für ein Glück war hier leben zu dürfen..“, schoss es mir durch den Kopf während Tastys Hufe auf den weichen Sandboden donnerten. Langsam ging Tasty die Kraft etwas aus, sodass ich in durchparierte und ihn etwas zum Wasser lenkte. Der Hengst liebte es im Wasser zu planschen und fing prompt an im Wasser zu scharren, was dazu führte, dass wir beide klatschnass wurden. Lachend schickte ich ihn noch etwas weiter ins Wasser und ritt ein Stück durch das Wasser. Die Sonne stieg unterdessen immer höher und tauchte den Strand in ein schönes Zauberlicht. Da ich heute noch viel zu tun hatte drehte ich aber um und ritt im Schritt und Trab zurück zum Hof. Dort angekommen spritze ich Tasty noch mit dem Schlauch ab und brachte ihn dann mit einer Fliegenmaske ausgestattet auf die Koppel.
      Auch die anderen Pferde waren bereits von Freya rausgelassen worden, sodass ich ein Stück zur Koppel laufen musste ehe ich mir das nächste Pferd holen konnte. Da es noch angenehm kühl war beschloss ich die Sportpferde etwas zu trainieren. Hierzu gehörte Bailey, den ich mir als erstes schnappte und zum Putzplatz führte. Dort angekommen putzte ich ihn gründlich und sattelte ihn anschließend. Da er demnächst nochmal ein paar Dressurprüfungen laufen sollte nahm ich sein Dressuroutfit und zog dann mir selbst noch Stiefel und Helm an ehe ich mit ihm die Reithalle ging. Dort war es schön schattig und dementsprechend relativ kühl, was ein Training ermöglichte. Nach dem Aufsteigen ritt ich zunächst einige Runden am langen Zügel im Schritt ehe ich die Zügel langsam aufnahm und anfing Schenkelweichen und Schulterherein zu gehen. Bailey arbeitete gut mit, sodass ich bald schon in den Trab wechselte. Der Hengst ging fleißig vorwärts und dehnte sich im flotten Tempo schön an das Gebiss heran. Ich begann mit großen Zirkeln und Schlangenlinien, die ich nach und nach verkleinerte. Nach dem ersten Galopp verkürzte ich die Zügel und versammelte Bailey etwas im Trab. Prompt kam der Hengst in eine schöne Aufrichtung und ich begann das Seitengängeprogramm aus dem Schritt im Trab weiter zu machen. Der Hengst stand gut an den Hilfen und konzentrierte sich auf mich, sodass ich keine große Galopptour noch einlegte, sondern das Training bald schon beendete, schließlich war er inzwischen schon sehr warm. „Super gemacht Großer, in der Form können wir uns sehen lassen!“, sagte ich abschließend als Lob ehe ich abstieg und Bailey wieder an den Putzplatz brachte. Hier sattelte ich ihn in Ruhe ab, gab ihm zwei Möhren als Belohnung und brachte ihn dann wieder auf die Koppel.
      Von dort nahm ich direkt Snoppa mit und brachte sie zum Putzplatz. „Na meine Kleine, wie geht’s dir so? Geht es noch mit der Hitze?“, fragte ich in die Stille hinein bevor ich schnell anfing sie zu putzten. Die Stute war etwas unruhig, was allerdings verständlich war, da Fynn gerade mit dem Traktor Ballen über den Hof transportierte und dabei einen Heiden Lärm machte. Zudem lebte Snoppa ja noch nicht allzu lange bei uns, wobei sie sich gut in die Herde integriert hatte. Trotzdem beeilte ich mich und ließ auch beim Satteln keine unnötige Zeit verstreichen. Auch mit ihr führte der Weg in die Reithalle, da für sie noch eine halbe Turniersaison anstand. Erst letztes Wochenende waren wir mit ihr und Kempa unterwegs gewesen, für Fynn war es das erste Turnier bei den Isländern und dementsprechend war er aufgeregt gewesen, was sich leider auf Kempa übertrug. Die Stute war zu angespannt gewesen um den Trab zu finden und hatte somit eine Platzierung verpasst – nächstes Mal würde es sicher besser werden! Snoppa dagegen hatte sich bestens angestellt, es war für sie das erste große Turnier und sie meisterte es mit Bravour, sodass wir am Ende in der Töltprüfung den ersten Platz belegen konnten. Glücklich dachte ich an das Wochenende zurück während ich sie im Schritt warm ritt. Nach einigen Runden konzentrierte ich mich wieder voll und ganz auf Snoppa und begann sie etwas locker zu traben und zu galoppieren. Anschließend fing ich mit dem Tölttraining an, welches für die Stute momentan am wichtigsten war. Wir ritten verschiedene Tempiwechsel und übten vor allem das starke Temo Tölt, in dem die Stute noch immer etwas die schöne Haltung verlor. Snoppa arbeitete gut mit, auch wenn sie phasenweise etwas unkonzentriert war. Nach einer guten Sequenz beendete ich das Training, lobte die Stute und stieg dann ab. Nachdem sie fertig versorgt war brachte ich sie wieder zurück auf die Koppel.
      Langsam brannte die Mittagssonne vom Himmel, sodass ich nun beschloss nur die Pferde zu arbeiten, die etwas weniger Arbeit hatten und sich somit in der Hitze nicht überanstrengen würden. Zu den Pferden gehörten Alesco und Cody, die ich nun gemeinsam von der Weide holte. Beide waren zu gesunden und kräftigen Hengsten herangewachsen, die momentan auf das Einreiten vorbereitet wurden. Nachdem ich beide geputzt hatte rief ich schnell Freya auf dem Handy an. „Du..hast du eventuell Lust Cody etwas zu longieren? Dann könnten wir beide gleichzeitig machen!“, sprach ich in das Handy hinein. Freya freute sich auch mal etwas mit den Jungpferde arbeiten zu dürfen und kündigte an direkt rauszukommen. Ich legte Cody trotzdem schonmal den Longiergurt und Trense an und hakte die Ausbinder an den Longiergurt, damit Freya gleich direkt starten konnte. Alesco war schon etwas weiter in der Ausbildung, sodass er bereits mit der Doppellongenarbeit vertraut war. Er bekam ebenfalls Longiergurt und Trense angelegt, zusätzlich jedoch noch ein Paar Gamaschen. Während ich diese anlegte kam auch bereits Freya, die für uns beide Longen holte und dann gingen wir in die Reithalle. Wir verteilten uns auf die beiden Longierzirkel und begannen mit der Arbeit. Freya sollte Cody erstmal etwas locker in allen Gangarten aufwärmen, was sie auch befolgte. Ich versuchte mich auf Alesco zu konzentrieren und übte weiterhin an der Lenkung. Bremsen über die Doppellonge war kein Problem mehr, doch gerade ein engeres Abwenden fiel dem Scheckhengst noch sehr schwer. Im Schritt ging es nach einer Zeit sehr gut, sodass ich mit Volten im Trab anfing. Diese filen noch sehr groß aus, doch langsam verstand Alesco das Grundprinzip und bemühte sich sehr meinen Hilfen zu folgen. Nebenan sah ich wie Freya die Ausbinder locker in das Gebiss einhakte und dann wieder anfing Cody weiter zu arbeiten. Der Junghengst machte sich gut und fing mit den Ausbindern an den Weg nach unten zu suchen, so wie es sein sollte. Auch Alesco kam immer wieder in eine schöne Dehnungshaltung und begann im Rücken locker mitzuschwingen. Im Galopp forderte ich noch keine schwierigen Wendungen, hier sollte er erstmal generell lernen auf der Zirkellinie das Gleichgewicht zu halten und ordentlich durchzuspringen. Abschließend folgten noch ein paar Volten im Trab bevor ich die Doppellonge aushakte und ihn etwas Schritt führte. Auch Freya hatte Cody die Ausbinder längst rausgenommen und longierte ihn noch etwas locker im Schritt. Nachdem die Atmung der beiden wieder komplett ruhig war beendeten wir auch das Schrittführen und versorgten beide gemeinsam. Für die Jungpferde ging es nun zurück in den Offenstall, da die beiden auf ihrer Wiese keinen Unterstand hatten und sich somit nicht in den Schatten stellen konnten, gegen Abend würden sie aber nochmal nach draußen auf die Koppel dürfen.
      Die nächste Stute, mit der ich arbeiten wollte war Elding. Die Stute befand sich momentan in einer Turnierpause, sodass für sie nur leichteres Training anstand bis die Saison vorbei war und alle Pferde wieder in das normale Wintertraining starten würde. Ich holte sie von der Koppel, putzte sie gründlich und fing dann an sie auf das Training vorzubereiten. Zuerst legte ich ihr den Hufschutz an, darauf folgten Gamaschen und ein Kappzaum. Komplett ausgestattet gingen wir nun in die Reithalle, die heute bereits mehrfach besucht hatte. Dort legte ich auf einen Zirkel verteilt mehrere niedrige Bodenstangen und Cavalettis hin ehe ich anfing Elding aufzuwärmen. Die Stute war etwas träge, was aber sicherlich an dem Wetter lag. Nachdem sie einige Runden in Schritt, Trab und Galopp gedreht hatte wechselte ich vom einen Teil der Halle in den, wo ich die Stangen aufgestellt hatte. Im flotten Trab schickte ich Elding über die Stangen und sofort wurde die Stute etwas wacher und aufmerksamer. Im ersten Versuch tapste sie auf eine der Stangen und verlor sofort den Takt, doch beim nächsten Mal achtete sie mehr auf die Anordnung und schwebte nahezu hinüber. Der Kappzaum half ihr den Hals fallen zu lassen und durch die Stangen schwang sie locker mit und fing an mit den Hinterbeinen gut über den Abdruck der Vorderbeine hinüber zu treten. Nun vergrößerte ich den Zirkel etwas, damit Elding um die Stangen herum gehen konnte und ließ sie auf beiden Händen galoppieren bevor ich sie zum Abschluss noch zwei Mal auf jeder Hand über die Stangen laufen ließ. Dann zog ich ihr den Kappzaum aus und fing an die Stangen alle wieder zu verstauen. Elding nutzte die Gelegenheit frei in der Halle laufen zu dürfen und fing sofort an nach einem Wälzplatz zu suchen, den sie schnell fand. Bald schon hatte ich sie wieder an meiner Seite stehen, lediglich nun ziemlich paniert. Lachend sagte ich: „Na Mäuschen, findest du das schön dich so dreckig zu machen? Das muss ich schließlich alles gleich wieder sauber putzen!“. Doch übel nehmen konnte ich ihr das nicht, schließlich hatte ich sie ja selber losgemacht damit sie sich wälzen konnte. In Ruhe versorgte ich die Stute noch und brachte sie dann zur Koppel.
      Um mir bei der Hitze einen Weg zu sparen brachte ich direkt von der gleichen Koppel ein weiteres Pferd mit, die Stute Kempa. Nach dem eher mißlungenen Turnierstart mit Fynn wollte ich mir die Stute heute unterm Sattel nochmal etwas genauer anschauen. Dennoch war ich mir ziemlich sicher, dass es nicht an der Stute gelegen hatte sondern lediglich an der Fynn’s Nervosität. Dieser Vermutung stimmten sowohl Fynn selber als auch Freya zu, aber dennoch wollte ich sie mir vorsichthalber mal anschauen, nicht dass ihre Verspannungen eine andere Ursache hatten. Beim Putzen war Kempa wie gewohnt die Ruhe selbst und störte sich auch nicht daran, dass ich ihr die Wirbelsäule entlang strich und an verschiedenen Stellen des Rückens etwas Druck ausübte um zu schauen ob dort eventuell Blockaden saßen. Nachdem dies ohne Bedenken ablief sattelte und trenste die Stute, saß auf und ritt dann mit ihr zur Ovalbahn. Nach einigen Runden im Schritt töltete ich sie zunächst an um sie etwas lockerer und geschmeidiger zu bekommen, was schon bald glückte. Zunächst waren ihre eher kurzen, aber hohen Bewegungen etwas ungewohnt, da ich sie schon länger nicht mehr geritten war und die Isis für die ich zuständig war über mehr Raumgriff statt akzentuierten Gängen verfügten, doch schnell gewöhnte ich mich auch hier dran. Nach zwei Runden auf der großen Ovalbahn im Galopp parierte ich erneut durch zum Schritt und versuchte Kempa anzutraben. Sie zögerte kurz, sodass ich schon unsicher war, doch dann sprang sie wie gewohnt in den Trab. Ich übte noch einige Male den Übergang und Kempa arbeitete jedes Mal gut mit und sprang richtig an. Anschließend töltete ich sie noch etwas im starken Tempo bevor ich sie zufrieden lobte und zurück zum Putzplatz brachte. Dort wartete bereits Fynn ungeduldig und war froh zu hören, dass es Kempa super ging und es nur an seiner eigenen Aufregung gelegen hatte – da würde sich schließlich Routine entwickeln! Um ein wenig Zeit zu sparen versorgte er die Stute dann und ich ging schon weiter zum nächsten Pferd.
      Dieses war eine weitere Isländerstute, Fjörgyn. Die Stute war noch sehr jung und hatte bereits zwei Turnierstarts hinter sich, einmal in einer einfachen Springprüfung, die in der Nähe stattgefunden hatte und bei der sie direkt den zweiten Platz belegt hatte und einmal bei einer Futuryprüfung für Gangpferde, wo sie siegte. Die Stute hatte jetzt ihre Grundausbildung gemeistert und war alt genug langsam in das Turnierleben einzutauchen, weswegen wir momentan vor allem an ihrer Konzentration und Kondition arbeiteten. Zunächst putzte ich sie jedoch flott und sattelte sie dann bevor ich sie zur Ovalbahn führte und dort aufstieg. Wie immer war sie anfangs etwas hektisch, beruhigte sich jedoch schnell. Ich wärmte sie gründlich in allen drei Grundgangarten auf und fing dann zunächst mit etwas Galopptraining an. Hierzu galoppierte ich sie auf jeder Hand drei Runden auf der großen Ovalbahn, wobei ich versuchte sie zu versammeln und an den Zügel zu reiten. Aufmerksam achtete sie auf meine Hilfen und setzte es größtenteils so um wie ich es mir gewünscht hatte. Anschließend folgte das Tölttraining, welches ihr absoluter Glanzberreich war. Sie ging flott vorwärts und ging mit viel Raumgriff und stets im Takt weiter. Ich baute Tempounterschiede ein und versuchte zum Ende hin noch etwas starkes Tempo herauszureiten, was ihrem Alter entsprechend noch nicht ausgebildet war. Im starken Tempo tauchten immer mal wieder Galopprollen auf, doch Fjörgyn bemühte sich sehr, sodass ich sie schließlich lobte und dann in einer kleinen Runde im Gelände trocken ritt. Dann versorgte ich sie und brachte sie wieder auf die Koppel.
      Als letzte Stute war nun Sun an der Reihe. Die Stute erwartete bereits jemanden, der sich um sie kümmerte, war jedoch leicht irritiert, dass nicht wie sie es gewohnt war, Fynn kam sondern ich. Dennoch kam sie willig mit mir, was allerdings nur ein Zeugnis aus viel Arbeit war, die Fynn, Freya und ich in die Stute gesteckt hatten. Dennoch freuten mich dann gerade solche Momente, die die ganze Arbeit wett machten. Um die Stute jedoch nicht mit einer zu fremden Situation zu konfrontieren beschloss ich sie nur etwas zu baden. Das Wasser kannte sie und nahm es dementsprechend gelassen hin. Ich wusch sie einmal komplett ab und shampoonierte sie dann gründlich ein bevor ich wieder den gesamten Schaum ausspülte. Auch Schweif und Mähne wurden mitgewaschen bis die Scheckstute endlich wieder weiß war – meiner Meinung nach hatte sie eindeutig zu viel weiß um ein solcher Drecksspatz zu sein. Und wie sollte es anders sein, so wälzte sie sich prompt wieder als ich sie zurück zur Koppel brachte. Ich lachte jedoch nur und machte mich auf den Weg zum letzten Pferd.
      Der Abend dämmerte nun langsam und ich beeilte mich als letztes noch Glymur zu holen. Der Hengst war einer meiner absoluten Lieblingspferde – und so sehr ich die Arbeit mit ihm liebte, heute würde ich es einfach nicht schaffen ihn noch zu reiten. Dennoch nahm ich mir beim Putzen Zeit für ihn und legte noch ein paar Kuscheleinheiten ein bevor ich ihn in die Führanlage brachte. So hatte er zumindest etwas Bewegung und ich konnte unterdessen etwas anderes machen. Glymur ging ohne Probleme in eine Parzelle hinein und ging fleißig los als ich die Führanlage startete. Ich kümmerte mich unterdessen gemeinsam mit Freya darum alle Pferde wieder in die Ställe zu bringen während Fynn bereits Futter verteilte. Nach einer guten dreiviertel Stunde waren wir fertig und auch Glymur war bereit um wieder in seine Box zu kommen. Ich holte ihn aus der Anlage, putzte ihn nochmal kurz über und brachte ihn dann in den Stall. Als alle Pferde genüsslich am Heu mümmelten, verteilten wir zuletzt noch das Kraftfutter für die Pferde, bevor wir das Licht ausmachten und den Stall abschlossen.

      25. November 2015
      Tierarztbesuch | 2128 Zeichen | © Eddi
      Einen zweiten Termin hatte ich heute noch und der würde mich zu Fynja führen. Auch bei ihr war es schon ein Weilchen her, dass ich dem Gestüt einen Besuch abgestattet hatte, umso neugieriger war ich natürlich, was mich erwarten würde. Vorher gönnte ich mir aber noch eine kleine Kaffeepause, so dass ich dann gestärkt auf dem schicken Gestüt ankam. Dort wartete auch schon Fynja auf mich und nahm mich herzlich im Empfang.
      Wir führten ein wenig Smalltalk, ehe wir zum Kern des Besuchs kamen: River's Fjörgyn. Die Isländerstute sollte demnächst an einer Stutenkrönung teilnehmen und damit Fynja wirklich sicher sein konnte, dass ihre Stute gesundheitlich topfit war, war ich da. Dementsprechend ließ ich mir die Stute direkt erst einmal im Schritt und Trab die Stallgasse entlang führen. Ihre Gänge waren vollkommen in Ordnung und so konnten wir zum Putzplatz gehen.
      Dort band Fynja mir ihre Stute an und ich begann mit der Untersuchung. Zuerst warf ich einen Blick in die Augen und kontrollierte den Pupillenreflex, danach schaute ich auch noch einmal kurz ins Maul, um die Zähne zu checken. Da alles in Ordnung war, ging es direkt weiter mit dem Abhören von Herz und Lunge. Die Werte der jungen Stute lagen im Idealbereich, genauso wie ihre Körpertemperatur, welche ich danach gemessen hatte.
      Fjörgyn hielt währenddessen vorbildlich still und benahm sich. Deshalb ging auch das Abtasten ganz fix: Ich begann beim Genick und ging dann die Wirbelsäule entlang hinab bis zur Schweifwurzel. Abschließend tastete ich noch die Beine ab und dann konnte ich Fjörgyn schon ihr Gesundheitszertifikat ausstellen. Was nun nur noch fehlte waren die Impfungen und die Wurmkur.
      Zuerst gab es die unangenehmen Spritzen. Die Stute bekam vier Impfungen: Influenza, Herpes, Tetanus, Tollwut. Alle vier hielt Fjörgyn tapfer aus und musste nur noch die Wurmkur schlucken, dann hatte sie es auch schon geschafft. Ich lobte sie ausgiebig, damit sie mich in guter Erinnerung hielt, und dann durfte sie auch schon wieder in ihre Box. Ich erneuerte nur noch den Impfpass und verabschiedete mich dann auch von Fynja, ehe ich mich auf den Heimweg machte.

      14. Dezember 2015
      Wie schnell die Zeit verfliegt | 9869 Zeichen | © Svartur
      Noch etwas müde trat ich aus dem Haus hinaus und ging in Richtung Stall. Für langes Rumtrödeln blieb in letzter Zeit leider kaum Zeit, da die Tage immer kürzer wurden und die Arbeit am Stall nicht weniger. Wie immer begann Fynn mit der Morgenfütterung, während ich bereits mit dem ersten Pferd arbeitete. Da die Stuten über Nacht auf einer Wiese standen und somit Gras knabbern konnten und keinen leeren Magen hatten, holte ich mir zunächst Amável. Die braune Stute hatte sich optimal eingelebt und wir hatten bereits einige interessierte Leute zu Besuch, die diese seltene Rasse mal in Action sehen wollten. Auch einen Turniererfolg in Military ging bereits auf ihr Konto – ihre Vielseitigkeit stellte sie einfach immer wieder unter Beweis! Für heute stand jedoch nur ein wenig lockeres Longieren an, da sie erst einen Tag zuvor noch ein Turnier gelaufen war. Rasch war sie fertig geputzt und ich streifte ihr nur noch einen Kappzaum über bevor wir in die Reithalle gingen. Da es noch stockduster war machte ich drinnen das Licht an und begann dann mit der Arbeit. Zunächst begannen wir mit etwas Schrittarbeit an der Hand, bei der es mir vor allem wichtig war, dass Amável sich richtig bog und den Hals fallen ließ. Die Stute begriff schnell was sie tun sollte und arbeitete gut mit. Nach einer Weile setzte ich die Arbeit im Trab fort, jedoch schickte ich sie nun auf den Longierzirkel und achtete nur noch auf ihre Biegung und Dehnung. Es dauerte nicht lange und schon dehnte Amável sich schön abwärts und ging dabei fleißig vorwärts. Im darauffolgendem Galopp fiel ihr das Ganze noch etwas schwerer, weswegen ich sie nach jedem kleinen Dehnen lobte und dann durchparierte. Zu guter Letzt feilte ich noch etwas an den Seitengängen an der Hand und beendete dann das Training. Für Amável ging es nun vorerst in die Paddockbox zum frühstücken ehe sie nachher wieder mit den anderen Pferden auf die Koppel kommen würde.

      Als nächstes holte ich Fjörgyn. Erst vor gut drei Wochen hatte ich die Stute geschoren, doch bereits jetzt hatte sie schon wieder so viel Fell nachgeschoben, dass es ihr zu warm war. Ich beschloss also kurzfristig sie nochmal nachzuscheren. Das Scheren war flott vollbracht, da die junge Stute brav still stand während ich das Fell entfernte. Anschließend putzte ich sie ausgiebig, sattelte sie und begab mich dann auch mit ihr in die Reithalle. Fjörgyn genoss es ihr Fell los zu sein und stiefelte fleißig vorwärts. Um ihren Vorwärtsdrang etwas einzudämmen beschäftigte ich sie mit Voltenarbeit und Schenkelweichen. Gerade das Schenkelweichen viel ihr extrem schwer weshalb sie schon schnell wieder langsamer und kontrollierbarer wurde. Als sie sich endlich fallen ließ trabte ich an. Auch hier stürmte sie mir zunächst etwas davon, weswegen ich weiter auf Zirkeln arbeitete. Doch durch eine gute Ausbildung und inzwischen auch vielen Turnieren hatte sie einiges gelernt und wurde bald langsamer, ihre Energie würde sie schließlich noch brauchen! Die Stute zu reiten war inzwischen ein absoluter Genuss geworden, sie war im Gangreiten bereits in Klasse S*** aufgestiegen und hatte erst letzte Woche wieder eine goldene Schleife mit nach Hause gebracht – sie war momentan wirklich eine unserer besten Pferde. Doch trotz der Erfolge mussten wir weiter trainieren, da bald ihre Prämierung anstand, da wir die Stute auch endlich für die Zucht nutzen wollen. Da ich beim Vorstellen dort besonders den Tölt hervorheben wollte, begann ich nun mit der Arbeit im Tölt. Ich begann im ruhigen Tempo und ritt weiter einige Biegungen um die Stute absolut locker zu bekommen. Fjörgyn kaute eifrig auf ihrem Gebiss und hatte sichtlich Spaß in ihrer Lieblingsgangart. Auch die folgenden Tempiwechsel bereiteten ihr keinerlei Probleme, sodass ich das Training schließlich überglücklich beendete und Fjörgyn ausgiebig lobte. Ich ritt sie noch ein wenig Schritt ehe ich wieder in den Stall ging um sie zu versorgen. Damit sie sich nicht erkältete, zog ich ihr noch schnell eine wärmere Decke an und brachte sie dann zu den anderen Stuten auf die Koppel.

      Als Nächstes hatte ich einen Ausritt mit Freya geplant, und da diese mit ihrer Arbeit schon etwas früher als geplant fertig war hatte sie bereits unsere beiden Pferde fertig geputzt und gesattelt. Ich bedankte mich ausgiebig bei ihr und stieg dann sofort dankbar in den Sattel, die gesparte Zeit könnte ich später noch gut gebrauchen! Freya saß heute zum ersten Mal auf Bailey, der sonst ausschließlich von mir geritten wurde, währen ich mich in Tasty’s Sattel schwang. Da beide Hengste sich eine Auszeit vom Turnierstress verdient hatten, hatten ir spontan beschlossen, dass Freya Bailey reiten würde, für zwei Ausritte am Tag hatte ich nämlich keine Zeit. Schon nach dem ersten Antraben kam Freya aus dem Grinsen nicht mehr heraus und ich konnte verstehen wieso- Bailey war ein absolut top ausgebildeter Hengst, der einfach wahnsinnig Spaß machte zu reiten, nicht umsonst war er einer meiner absoluten Lieblinge im Stall. „Gewöhn dich aber nicht zu sehr dran Freya, er ist und bleibt immernoch mein Heiligtum!“, sagte ich lachend zu Freya, ehe wir einen kurzen Galopp einlegten. Doch auch Tasty war gut drauf und stand sehr gut an den Hilfen, er hatte sich super entwickelt seit er hier angekommen war und würde in Zukunft auch mit mir in das Turnierleben einsteigen. Um die beiden Dressurpferde noch etwas zu fordern suchten wir einen ebenen Weg mit ein paar Baumstämmen, über welche wir nacheinander sprangen. Bailey sprang die kleinen Hindernisse sehr routiniert und Freya hatte kaum etwas zu tun, Tasty tat sich da noch etwas schwerer. Die ersten zwei Baumstämme nahm er noch sehr vorsichtig und skeptisch, wurde dann jedoch auch mutiger und sprang von Sprung zu Sprung besser. Anschließend lobten wir die beiden Pferde ausgiebig und ritten am langen Zügel, munter quatschend, heimwärts. Dort angekommen versorgten wir die beiden Hengste und brachten sie dann auf die Wiese.

      Freya schnappte sich nun Elding um mit ihr ein wenig auf der Ovalbahn am Tölt zu feilen. Auch ich ging wieder hinaus um mir ein weiteres Pferd, Jacson, zu holen. Auf dem Weg kam mir Fynn mit seiner Stute Sun entgegen. Wir wechselten kurz ein paar Worte und ich erfuhr, dass Sun heute beim reiten eher schlecht drauf gewesen war und wieder in alte Muster gefallen war. Zwar hatten sie das Training wohl positiv abschließen können, doch morgen würde er sich statt des geplant freien Tages für sie, wieder in den Sattel schwingen um ihr dieses Verhalten nicht durchgehen zu lassen. Ich war jedoch guter Dinge als ich den Hengst von der Weide holte und machte ihn schnell und routiniert fertig. Anschließend legte ich ihm ein Paar Gamaschen an und stiefelte am Knotenhalfter mit ihm in die Reithalle. Für ihn stand heute nur ein wenig Bodenarbeit an, welche ich mit einer kurzen Longeneinheit einleitete, damit der Hengst sich warmgelaufen hatte ehe wir begannen. Schnell war er aufgewärmt und ich begann mit ihm vom Boden aus an Seitengängen zu arbeiten. Anfangs wählte ich einfachere Elemente wie das Schenkelweichen, welches er schon recht gut beherrschte. Bevor wir zu den freien Traversalen übergingen übte ich noch ein wenig Schulterherein, welches auch schon bald relativ gut klappte. Die folgenden Traversalen klappten im Schritt hervorragend, sodass ich beschloss mich noch an das Schulterherein im Trab zu wagen. Zunächst versammelte ich Jacson im Trab so weit, dass ich gut mitlaufen konnte und begann ihn dann zu stellen und biegen. Da die Dressur nicht ganz seine Stärke war viel ihm das noch sehr schwer, doch er bemühte sich und schaffte schon bald ein paar Tritte. Sofort lobte ich ihn und beendete das Training. Auch ihn versorgte ich und brachte ihn dann weg. Zurück in der Stallgasse begegnete ich Freya, die hoch zufrieden mit Elding von der Ovalbahn kam. Die Stute hatte sich wohl wie immer super verhalten und Eldings Schwäche, die Töltverstärkung, sei heute besonders gut gewesen.

      Ich freute mich und besprach dann mit ihr und Fynn, wie wir die letzten Pferde aufteilen würden. Wir entschieden uns dafür, dass Fynn Alesco etwas mit Sattel longieren würde, um ihn weiter an das ungewohnte Gewicht zu gewöhnen, Freya würde noch etwas Kempa reiten und dabei Snoppa als Handpferd nehmen und auch ich musste beim folgenden Training ein Pferd als Handpferd nehmen, damit auch wirklich alle Pferde bewegt würde. Ich holte mir Glymur als Reitpferd und putze ihn ordentlich heraus bevor ich mir den jungen Cody schnappte und auch diesen gründlich putze. Glymi wartete unterdessen geduldig am Putzplatz und fing an zu dösen. Auch Freya und Fynn machten die Pferde zeitgleich fertig, was zu einem ziemlichen Trubel um die Pferde herum führte. Cody stimmte dies etwas nervös, doch er ließ sich gut händeln und war schnell für die Handpferdetour bereit. Glymi trenste ich nur und schwang mich dann ohne Sattel auf seinen Rücken, bei ihm wusste ich schließlich genau, dass man ihm in jeder Situation vertrauen kann. Cody trenste ich ebenfalls auf und ritt dann mit beiden los. Ich schlug eine kleine Runde in den Wald ein und die beiden bereits Handpferdeerfahrenen Pferde meisterten die Strecke super. Unterwegs trabten und galoppierten wir einige Male und Cody hatte bereits gut gelernt immer auf der Höhe meines Beins zu bleiben, sodass wir keine Probleme hatten. Nach einer guten Stunde kamen wir wieder Zuhause an, wo Fynn bereits die Abendfütterung absolvierte und Freya grade Snoppa und Kempa versorgte. Von beiden hörte ich, dass ihre Pferde gut gelaufen waren, auch wenn Snoppa es wohl etwas eilig gehabt hätte. Auch ich versorgte noch in Ruhe die beiden Pferde und brachte sie dann sofort in ihre Boxen, die Fynn bereits komplett bereit für die Nacht gemacht hatte. Gemeinsam holten wir dann noch die restlichen Pferde rein und begaben uns dann ins Wohnhaus um zu Abend zu essen.

      16. Januar 2016
      Hufschmiedbericht | 1707 Zeichen | © Sosox3
      Ich hatte mich eine ganze Zeit lang zurückgezogen, ehe ich mich zu Cooper auf Chattahoochee Hills gesetzt hatte und mit ihr nun gemeinsame Sache machte und New York dazu verließ. Meine Pferde waren noch nicht allesamt auf CHH und meine Auftrage in der Schmiede arbeitete ich nur langsam ab. So ging es ein weiteres Mal zu Fynja auf den kleinen Hof, von dem ich meine kleine Òfeig hatte , um mich um Fjörgyn’s Hufe zu kümmern. Fynja hatte mir erzählt, dass sie neu beschlagen werden musste und kontrolliert werden mussten. Ob sie ausgeschnitten werden mussten, würde ich noch schauen, aber erst führte sie mir die Isländerstute vor und ich durfte mir ihre Hufe anschauen. Auf den ersten Blick sah ich gleich das ihr Horn gut wuchs und ich viel wegschneiden musste. Zuerst säuberte ich ihr aber die Hufe gründlichst und entfernte mit der Zange die alten und ziemlich abgelaufenen Hufeisen ehe ich mich zur Kontrolle aufraffte. Vorne die Hufe waren länger als Hinten und so schnitt ich diese kürzer als hinten und erkannte sonst nichts auffälliges. So ging es weiter im Programm und ich raspelte und feilte ihre Hufe und sie genoss die Aufmerksamkeit, die ganz ihr golt. Als ich auch damit fertig war, erhitzte ich die Hufeisen einzelnt und wartete bis diese heiß und formbar waren, bis ich ihr dann vorne dicke Eisen drauf machte und hinten normale aufnagelte. Ich ließ sie kurz vortraben und merkte eine Taktverschiebung ehe ich die Hufeisen noch einmal entfernte und hinten links formte ich das Hufeisen nach, feilte kurz nach und nagelte das Eisen wieder an. Jetzt lief sie auch wieder taktklar und ich lobte sie und gab ihr einen Apfel.

      28. Juni 2016
      vanad sõbrad | 4086 Zeichen | © Zion
      „Good morning sweetie!“, flüsterte Luce mir ins Ohr, während sie an der Bettkante saß. Zillow, ihr Black Tri Aussie, und Finn, mein kleiner Blue Merle Welpe, springen auf's Bett und leckten mir das Gesicht. „Its okay I’m coming!“, sagte ich lachend, während ich aus dem Bett sprang. Heute war mal wieder einer dieser Tage, an denen man am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen möchte, denn es regnete in Strömen. Gott sei Dank hatten Scott und Luce die Pferde von der großen Weide au den kleinen, mit Offenstall versehenen Paddock getrieben. Als ich nun endlich mit den Hunden runter zum Frühstück kam, hatte mir Luce schon die Cornflakes und den Kaffee hingestellt. Nachdem ich fertig war mit essen, packte ich meine Sachen für eine Woche und wurde anschließend von Scott zum Flughafen gefahren. Ich verabschiedete mich und machte mich nun auf den Weg zur Nordküste Estlands. Denn dort wartete bereits Fynja, eine alte Freundin, auf mich, da sie mich um Unterstützung gebeten hatte. Natürlich stimmte ich zu! Nach einem langen und eher unangenehmeren Flug, holten mich Fynja und Fynn vom Flughafen ab. Ich schlief im Auto ein und wachte erst wieder auf, als wir am Stall angekommen waren.
      Kurzer Hand waren die Koffer im Haus und ich in Stallklamotten. Auf geht’s! Fynja, ich und Fynn griffen nach den Stricken und führten ein Teil der Pferde auf eine große Weide und den anderen Teil auf das Sandpaddock, wo sie sich suhlen konnten. Danach griffen wir zu Schubkarre, Schaufel und Strohgabel. „Ran an den Mist!“, sagte Fynja und lachte. nach und nach arbeiteten wir uns durch die Boxen und streuten nachher Stroh rein. Die Pferde wurden heute schon gefüttert, also ging es nun an die Arbeit mit ihnen.
      Als erstes holten wir 3 Pferde, für jeden eins sozusagen. Fynja holte ihren noch recht frisch angekommenen Andalusier Hengst Guepetón. Ich als Amateur Westenreiter führte den Junghengst tc Mister’s Silvermoon Cody nach vorne zum Putzplatz, doch heute ging es für ihn nur an die Bodenarbeit. Fynn hatte die Mangalarga Marchador Stute Amável am Strick. Gemeinsam mit etwas Abstand putzten wir die Pferde und machten uns anschließend an die Arbeit mit ihnen. Fynja ging mit Guapetón auf den Sandplatz und trainierte etwas in der Dressur, während Lynn mit Amável einen kleinen Ausritt machte. Ich ging mit Cody in die Halle und machte mit ihm etwas Bodenarbeit. Alles verlief super! Am Nachmittag waren wir nun auch fertig und die Pferde durften zurück in die Boxen.
      Für den frühen Abend war ein Ausritt mit den Isis geplant, da es abends nicht mehr ganz so warm war. Da es 5 Isis gab, war es kompliziert für drei Leute auf fünf Pferden zu reiten, also entschieden wir uns dafür, zwei Handpferde zu nehmen. Fynja ritt auf Snoppa, ich auf Elding, der Stute die auch mal zum Rennpferd werden konnte. Auch Fynn schnappte sich ein Isi und zwar Glaumur, der einzige Isländer Hengst des Hofes. Als Handpferden führte wir Kempa und River’s Fjörgyn. Es war ein wunderschöner Ausritt entlang der Nordküste Estlands.
      Am späten Abend aßen wir gemeinsam Abendbrot und fielen müde ins Bett.
      Am nächsten Morgen machten wir uns wieder an die Stallarbeit und beschäftigten uns mit den restlichen fünf Pferden die noch Bewegung benötigten. zu aller erst holten wir den einjährigen Hengst Alesco Requiem di Royal Peerage und gingen mit ihm auf den Sandplatz, dort konnte er sich austoben. Es war lustig anzusehen, wie er sich so in den Sand schmiss und wieder ausstand. Danach brachten wir ihn wieder in die Box. Lynn hatte in der Zwischenzeit seine Paint Stute Ensnare the Sun geholt und arbeitete mit ihr auf dem Platz. Als Fynn fertig war, holten wir uns die drei deutschrassigen Hengste SD’S Simple Jackson, Tasty Ass und Bailey’s Choclate Luke. Mit allen dreien ritten wir in der Halle. Es machte richtig Spaß auf so einem spritzigen Dressur Hengst zu sitzen.
      Natürlich war die ganze Arbeit innerhalb der zwei Tage nicht getan, weshalb ich ja auch eine Woche eingeplant hatte. Die Tage verflogen und schon war ich wieder am Flughafen und zack wieder in Idaho. Es war eine tolle Woche in Estland!

      14. Dezember 2016
      Stallalltag | 788 Zeichen | © Svartur
      Langsam wurde es Winter und der Alltagstrott kehrte ein. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Freya und Fynn schnappte ich mir Freya und wir brachten Guapetón, Bailey, Jacson und Tasty auf ihre gemeinsame Winterkoppel. Anschließend folgten Alesco, Cody und Glámur auf das große Paddock ehe wir auch die Stuten Amável und Sun auf ihre Winterkoppel brachten. Zuletzt folgten noch die vier Isländerstuten Kempa, Fjörgyn, Elding und Snoppa, die Freya und ich sorgfältig putzten, eindeckten und fütterten. Fynn hatte unterdessen schon angefangen die Paddockboxen der Pferde zu misten, sodass Freya und ich uns nur noch um das füttern der Rasselbande kümmern musste. Alle Pferde bekamen angepasst an ihre Leistung ihre jeweilige Ration Hafer und Heu für den Abend wenn sie reinkamen.

      09. Mai 2017
      Pflegebericht | 843 Zeichen | © Svartur
      Nach einem erfolgreichen Turniertag kehrten wir endlich zurück an den Heimatstall. Guapetón, Bailey, Jacson und Tasty hatten wir heute dabei gehabt und in 5 der 6 Prüfungen konnten Freya und ich Schleifen sammeln. Die vier gingen nun zurück in die Box, wo es ihr wohlverdientes Abendbrot gab. Fynn hatte sich unterdessen um die anderen Pferde gekümmert. Alesco, Cody und Glámur standen bereits in ihren frisch gemisteten Paddockboxen und mümmelten genüsslich an ihrem Heu. Lediglich Amável und Sun waren noch auf der Wiese. Die beiden grummelten uns entgegen als wir kamen und wir brachten sie flott rein. Bevor es ins Bett ging schaute ich noch schnell nach Kempa, Fjörgyn, Elding und Snoppa. Da es ihnen super ging machte ich mich wieder auf den Weg ins Haus um den Tag bei einem schönen Abendessen ausklingen zu lassen.

      05. November 2017
      Alltag kehrt ein | 946 Zeichen | © Svartur
      Langsam kehrt Alltag auf dem Gestüt ein. Fynn kümmert sich um Castanho, Alesco und Guapetón. Alle drei bringt er auf die Wiese und mistet anschließend. In der Zwischenzeit reitet Freya den kleinen Cody, Amável und Snoppa - heute geht es mit den dreien raus ins Gelände. Ich selbst unterstütze sie und schnappe mir Tasty, nehme Jacson als Handpferd mit und wir reiten eine Runde zum Meer. Am Nachmittag kehren wir zurück und ich stelle Elding, Kempa und Fjörgyn zusammen auf das Paddock, um sie von dort nacheinander zu holen und zu longieren. Fynn reitet unterdessen seine Sun und am Ende des Tages fehlen nur noch Glymur und Bailey, meine ganz besonderen Schätze. Da es bald dunkel werden würde erlaubte ich Freya sich mal auf Glymurs Rücken zu setzen und ein paar Runden um die Ovalbahn zu flitzen, während ich selbst mit Bailey auf den Dressurplatz ging. Am Abend fütterten wir gemeinsam die Pferde und holten sie rein.
    • Mohikanerin
      Trainingsberichte

      Einreiten
      6424 Zeichen | © Cooper | 15. Februar 2014
      Das Kennenlernen
      Unser nächster Auftrag führte uns zu Fynja. Sie hatte uns den Auftrag gegeben Fjörgyn ein zu Reiten. Die Jungstute sollte ja sobald wie möglich ihre Besitzerin bei Tunieren & Wettbewerben stolz machen. Mongofisch und ich einigten uns das ich den Auftrag machen sollte, also fuhr ich auch sofort los um ihn zu Erledigen. Als ich am Hof ankam, kam mir Fynja schon entgegen als ich aus meinem Wagen stieg. "Hallo" sagte sie freundlich, ich grüßte selbstverständlich zurück. Fynja hatte mir schon von der vierjährigen einiges erzählt. "Also, sie kennt den Sattel und auch die Trense ist nicht unbekannt?" frug ich nochtmal vorsichtig nach. "Ja, sie ist eine ganz liebe und kommt gut mit außergewöhnlichen Situationen zurecht, deswegen denke ich das das kaum schwierig sein wird" sagte sie zuversichtlich. Am Stutenstall angekommen führte Fynja mich an die Mausfalbenstute heran, diese sah mich mit neugierigen Augen an und schnupperte an mir. "Na süße?" sagte ich und streichelte ihr durch den Schopf. Fynja holte sie heraus und putze sie schnell. Wir nahmen den Sattle und die Trense erstmal nur mit, denn erstmal wollte ich mich mit ihr anfreunden. In der Reithalle angekommen knipste Fynja sie erstmal an die Longe. "Sei brav kleine" sagte sie und übergab mit die Islandstute. Ich trieb sie zuerst in den Schritt um das sie sich warm laufen konnte. Als das geschehen war trieb ich sie weiter in den Trab, eigendlich sollte es erstmal Tölt werden, aber wie Fynja schon gesagt hatte zeigte Fjörgyn diese Gangart nicht sehr oft. "Ungewöhnlich" sagte ich ein wenig verwundert und trieb sie dann nach einigen Minuten in den Galopp, der von ihr wunderschön performt wurde. "Sie hat wundervolle Grundgangarten für ein Islandpferd" sagte ich. Dann holte ich sie zu mir rein um sie zu loben. "Also, ich denke ich brauche zwei Tage, wenn überhaupt. Wie gesagt sie ist super lieb" sagte ich und probierte es aus wie sie mit Sattel lief. "Hier auch keine Probleme". Wir übten dann noch das trensen. Dies mochte die Stute nicht sehr gerne, ließ es dann aber letztendlich über sich ergehen und ließ sich auch so longieren. "Gut, ich komme dann übermorgen um 12:00 Uhr vorbei, da werde ich sie dann langsam an das Gewicht auf dem Rücken gewöhnen" sagte ich und verabschiedete mich von den Beiden vorerst, nachdem wir Fjörgyn wieder in die Box gestellt hatten.

      Erster Trainingstag
      Wie vereinbart war ich um 12:00 Uhr am nächsten Traininstermin bei Fynja vor Ort. Glücklich über das wiedersehen nahm sie mich in Empfang und führte mich diesmal sofort in die Reithalle. "Also, ich habe die kleine schonmal aufgewärmt" sagte sie. "Och, wie nett" erwiederte ich und holte dann den Sattel nachdem ich der Stute hallo gesagt hatte. Dann trensten wir Fjörgyn weniger mühvoll als gestern, langsam gewöhnte sie sich auch daran. "Bläh dich nicht so auf" lachte Fynja. "Ach, ich longier sie sowieso erst" sagte ich und das tat ich dann auch. Als ich nachgegurtet hatte lehnte ich mich über Fjörgyn's Rücken, mit Sattel. Fynja hielt sie fest, auf uns machete es auch nicht den anschein als würde sie es nicht mögen, es war auch ein Rätsel ob sie es überhaupt gemerkt hatte. "Hmm, ihr macht das ja wirklich garnichts aus" sagte ich glücklich aber auch verwundert. Ich holte eine Aufstiegshilfe und übte dann von oben auch ein wenig Druck aus. Es war eine komische Situation und sie schaute uns ein wenig verwirrt an, aber sonst hatte sie kein Problem damit das sich da oben etwas Bewegt. "Ich versuche mich jetz drauf zu setzten" sagte ich und warnte Fynja vor, das sie die Stute gut festhalten sollte. Langsam und behutsam setzte ich mich dann auf ihren Rücken. Ich steichelte sie um sie beruhigen, obwohl es nichts zu beruhigen gab, da sie ruhig blieb und keinen Ton von sich gab. "Ja, dann führe sie mal" sagte ich, hatte aber die Füße noch nicht in den Steigbügeln. Das Gewicht machte ihr nichts aus auch das jemand sie führen konnte mit den Zügeln und den Beinen auch nicht. "Ich nehm mal die Füße dazu" sagte ich zu Fynja, wieder um sie darauf vor zu bereiten. Fjörgyn ließ sich auch hiermit nicht stören. "Dann ist ja gut, ich denke das reicht auch für heute" sagte ich und stieg ganz behutsam ab. Neugierig schaute Fjörgyn mich an "Hast du toll gemacht" sagte ich und lobte sie. "Also, ich werde dann nochmal morgen vorbeikommen, da ich denke das sie keine Probleme damit hat und ich denke das sie für das Reiten schon mehr als bereit ist" sagte ich zuversichtlich und verabschiedete mich erneut.

      Zweiter Traininstag + Erziehlter Erfolg
      Am letzten Tag kam ich etwas später, da es etwas Stau auf der Autobahn gab, war jedoch nicht weiter schlimm. Fnynja nahm mich wie immer super lieb in Empfang und fürte mich in die Reithalle, wo die Stute noch nicht ganz fertig stand. Sie trenste sie noch schnell, das jetz sehr gut lief und sattelte, auch das nach wie vor ohne Probleme. "Na, das dauert heute nicht lange" sagte ich und lief gerüstet mit einem Helm in die Mitte der Reithalle. Fynja hielt sie jedoch noch fest und ich stieg mit Auftreighilfe auf, da ich sanft ansitzten wollte und es ein sowieso geäußerter Wunsch von Fynja war. "Dann mal los" sagte ich als ich dann letztendlich drauf saß. Ich trieb die Stute mit den Beinen an, ein bisschen unbeholfen lief sie los und war aber ein bisschen verwundert von dem das sie nicht dahin laufen konnte wo sie wollte. Sie ließ sich wunderbar Reiten. "Wunderschön, echt, sie lässt sich wirklich sehr gut Reiten" sagte ich zu ihrer Besitzerin die sichtlich stolz neben der Bande stand und zuschaute. An den Schritt gewöhnte die Stute sich schnell und ich trabte an, der Tölt kam noch nichtmal für sie in frage. "Komisch, aber naja, das wirst du ja bestimmt oft mit ihr machen" sagte ich zu Fynja, sie nickte. Der Trab war ungewöhnlich schwungvoll und auch der Galopp war sehr gut aus zu sitzen. Ich probierte ein wenig herum und führte sie sanft an das lenken heran. Dann passierte es, ein kleiner Tölt. "Juchu, ich bin froh das ich das noch erleben durfte" lachte ich und parrierte sie dann durch zum Schritt. Fynja sattelte und trenste sie sofort ab, dann lief sie sie trocken. "Wunderbar, wirklich, du hast da ein tolles Pferdchen" sagte ich glücklich und wartete noch bis Fynja fertig war um mich von den beiden gemäß zu verabschieden. "Danke nochmal" sagte Fynja und winkte mir als ich dann in meinen Wagen stieg. "Kein Problem, immer wieder gerne" sagte ich und fuhr vom Hof.

      Gang E - A
      4606 Zeichen | © Cooper | 19. Februar 2014
      Die Ankunft
      Ich hatte grade erst meine Lizenz zum Ausbilden im Gangreiten erhalten, da bekam ich von Fynja auch schon den ersten Auftrag. Sie hatte mir am Telefon bereits erste Informationen gegeben, sodass ich mich schon einmal auf das Training vorbereiten konnte.
      Nun war es soweit und Fynja würde gleich mit ihrer Stute eintreffen. Ich bereitete im Stutenstall eine Box vor, in der die Stute für die Zeit des Training stehen würde. Nach kurzer Zeit hatte ich die Box mit einer dicken Schicht Stroh eingestreut und noch ein wenig Heu ins Heunetz getan. Zum Schluss schrieb ich noch den Namen Fjörgyn auf die Tafel an der Boxentür und schloss diese anschließend.
      Fynja traf nur wenige Minuten später auf dem Hof ein und ich nahm sie herzlich in Empfang: „Hallo, hattest du eine gute Fahrt?“ Sie nickte mir lächelnd zu: „Hey, ja danke! Ich habe es auch gleich super gefunden.“
      Wir schüttelten uns kurz die Hand und machten uns dann direkt ans Ausladen der Isländerstute. Der 4-Jährige Mausfalbe war etwas hektisch beim Aussteigen, sah sich dann aber erst einmal neugierig um. Ich zeigte Fynja den Weg zum Stall, wo sie ihre Stute in die vorbereitete Box stellte.
      Nachdem wir das Zubehör von Fjörgyn in einem leeren Schrank in der Sattelkammer verstaut hatten, gingen wir ins Büro, um die wichtigen Dinge zu besprechen.
      Die Isländerstute war bereits eingetöltet, was das Training um einiges Verkürzen würde. Außerdem besprachen wir den Futterplan, sowie Fjörgyns Benehmen und Verhalten beim Training und im täglichen Umgang.
      Nun, als alles geklärt war, verabschiedete Fynja sich von ihrer Stute und ich begleitete sie noch zum Parkplatz. Dort stieg sie in ihr Auto und machte sich langsam auf den Weg nach Hause.

      Das Training
      Fjörgyn lebte sich wirklich schnell ein und wir gewöhnten uns in den ersten Tagen gut aneinander. Jeden Tag putzte ich die Stute und machte mit ihr einen kleinen Spaziergang. Sie war manchmal etwas aufgedreht, nie aber unkontrollierbar oder gar böse. Sie hatte eben einfach nur viel Energie und die musste sie schließlich auch loswerden. Ich war mir sicher, dass es viel Spaß machen würde, mit ihr zu arbeiten.
      Da Fjörgyn es scheinbar gar nicht erwarten konnte, mit dem Training zu beginnen, sattelte und trenste ich sie nach einigen Tagen und schwang mich das erste Mal auf ihren Rücken.
      Zunächst ritten wir in der Halle, wo ich mir ihren Ausbildungsstand genau ansah und ich die Stute warm ritt. Sie reagierte sehr gut auf Gewichtshilfen, aber auch Stimmkommdanos waren ihr nicht unbekannt.
      Viele Bahnfiguren und Übergänge sorgten dafür, dass Fjörgyn im Laufe des Trainings entspannt und aufmerksam wurde. Um am Tölt zu arbeiten ging es nun aber raus auf die Ovalbahn.
      Sofort merkte ich deutlich, wie die Stute sich anspannte und schon genau zu wissen, worum es gehen würde. Bevor ich jedoch damit anfangen wollte, den Tölt in verschiedenen Tempi zu erarbeiten, ging es zuerst darum, das Fjörgyn die Hilfen für den Tölt verinnerlichte. Sie war sehr gut und ordentlich von Fynja eingetöltet worden, sodass ich keine Probleme hatte, die Stute in den Tölt zu bringen. Wir ritten mehrere Übergänge und ein paar Schrittpausen, ehe ich damit begann, den Tölt etwas zu verschnellern.
      Fjörgyn verstand recht schnell worum es ging, nur ein paar wenige Male sprang sie in den Galopp, was ich sofort korrigierte.
      Ich beendete das Training mit einem Erfolgserlebnis und die Mausfalbstute bekam den Rest des Tages frei.
      Auch in den folgenden Tagen arbeiteten Fjörgyn und ich weiter an dem schnelleren Tempo im Tölt. Sie machte große Fortschritte, sodass ich nach zwei Wochen entschied, dass die Stute wieder nach Hause durfte. Fynja freute sich über die tollen Neuigkeiten und wir machten direkt einen Termin für den nächsten Tag.

      Fjörgyn darf nach Hause
      Pünktlich um 12 Uhr traf Fynja am folgenden Tag auf dem Gestüt ein und wir begrüßten uns kurz, ehe wir im Büro das Training Revue passieren ließen. Ich erklärte ihr, wie Fjörgyn sich angestellt hatte und wie rasch sie verstanden hatte, worum es ging. Sie war wirklich ein tolles Pferd. Fynja wusste aber, fast besser als ich, dass sie nun weiter mit der Stute arbeiten müsse, damit sie das Neue nicht wieder vergessen würde.
      Nach unserem Gespräch machten wir uns auf den Weg in den Stall, wo wir zunächst die Ausrüstung der Stute im Auto verstauten. Anschließend holte Fynja ihr Pferd aus der Box und wir verluden sie gemeinsam. Ohne Probleme ging Fjörgyn auf den Anhänger, als schien sie zu wissen, dass es nach Hause ging.
      Fynja und ich verabschiedeten uns und sie machte sich fröhlich auf den Weg nach Hause.

      Dressur E - A
      9225 Zeichen | © medy | 24. Mai 2014
      Mit einem Lächeln verabschiede ich mich am Telefon von Finja, ich habe ihr mit einem kurzen Telefonat Bescheid gegeben, dass ich bald ankomme. Heute darf ich mit einer Islandstute arbeiten, Fjörgyn heisst sie und ich freue mich darauf. Die hübsche Mausfalbstute sollte heute in Dressur weitergebildet werden, laut Finja ist sie sehr lernfreudig, doch auch zappelig. Nun kommt auch schon Finja’s Hof in Sicht und auf meinem Gesicht breitet sich ein Lächeln aus, dieser Tag kann nur gut gehen. Als ich parkiere und aussteige, wartet Finja schon auf mich. „Hallo! Hast du die lange Fahrt gut überstanden?“, begrüsst sie mich, als sie auf mich zueilt. Ich bejahe und wir begrüssen uns nun richtig, dann meint Finja auch schon: „Ich zeige dir mal am besten mal Fjörgyn. Ich hab sie dir schon bereit gemacht, ich hoffe das macht dir nichts aus.“ „Das ist schon in Ordnung so“, antworte ich ihr und schenke ihr ein strahlendes Lächeln. Fjörgyn steht nun schon gesattelt, geputzt und bereit beim Putzplatz. „Also ich habe gedacht, dass ich mit ihr zuerst einen kleinen Ausritt unternehme, damit wir uns kennenlernen und damit sie warm wird. Ist das in Ordnung für dich?“, frage ich sie und als wir bei Fjörgyn ankommen, begrüsse ich auch die Stute. Ich bin so fasziniert von dieser hübschen Stute, so dass ich fast Finja’s Antwort nicht mit bekomme. „Klar! Am besten gehst du dort hinten bei den Feldern“, sie zeigt nach rechts ins Weite, wo ein Reitweg ist, „dort kannst du dann auch wieder umkehren und zurückkehren.“ Ich bedanke mich bei ihr und wir verabschieden uns kurz, da sie schnell weiter muss. Nun wende ich mich ganz der knuffigen Fjörgyn zu und mache mich mit ihr bekannt. Neugierig schaut sie mich an und schnaubt. „Na du“, lächle ich, „heute werden wir einen wundervollen Tag verbringen, oder?“ Nun wendet sie sich allerdings von mir ab und brummelt. „Jaja, wir gehen ja schon bald los, nur kein Stress“, rede ich mit ihr und hole zufrieden ihr Zaumzeug aus der Sattelkammer. Als ich sie zäume, will mir die nette Stute helfen und macht schon das Maul auf. „Jaa“, lache ich, „bist ja ein feines Mädchen!“ Nun schaue ich mich um und vergewissere mich, dass ich alles hab. Dann kann es ja mal losgehen. Ich steige auf und lobe die Stute. Fjörgyn kann es fast nicht erwarten, dass es losgeht und fängt an zu tänzeln. „Ruhig meine Liebe“, beruhige ich sie und sie beruhigt sich tatsächlich. Zufrieden gebe ich ihr Schenkelimpulse und schon fällt sie in den Schritt. Zunächst muss ich mich an sie gewöhnen, sie macht kleinere und schnellere Schritte, als ich mir gewöhnt bin. Ich lobe sie oft und rede mit ihr, währendem wir den Reitweg einschlagen. Klak – Klak – Klak – Klak. Sie ist toll zu reiten und reagiert auf die feinsten Hilfen, bemerke ich. Auf dem breiten Reitweg reiten wir Slalom und hin und wieder verlange ich von ihr, anzuhalten. Sie macht gut mit, doch ist es ihr bald zu langweilig. Nun traben wir an, ihr Trab ist weich und doch macht sie eben mehr Schritte als gewohnt. „Feines Mädchen“, lobe ich sie nochmals. Nun kehren wir auch schon um und reiten zurück. Wir wechseln zwischen Trab und Schritt ab, Galoppieren darf sie dann auch, aber erst auf dem Platz. Als wir dann wieder zum Hof kommen, ist sie warm und kann es kaum erwarten, so scheint es mir, etwas Neues zu lernen. Mit einem Grinsen reite ich dann mit ihr auf den Dressurplatz und sage zu ihr: „So, nun wird gearbeitet!“ Wie als Bestätigung schnaubt sie und ich muss lachen.
      Zuerst traben wir Volten, Schlangenlinien und wechseln viel die Hand, damit sie sich entspannt. Fjörgyn arbeitet gut mit, und als wir einmal nicht gleicher Meinung waren, musste ich ihr zuerst zeigen, wer das Sagen hat. Als sie dann aber brav einwilligte, lobte ich sie ganz fest. Nun lege ich in der Ecke das äussere Bein zurück, schnalze und treibe, bis sie in den Galopp fällt. Auch ihr Galopp ist schön zu reiten, doch am Anfang ist der ein bisschen auseinander gefallen. Mit Beinhilfen und begrenzen durch die Zügel geht sie dann auch schon viel versammelter. Wieder lobe ich sie und pariere sie in den Schritt und lasse ihr die Zügel lang. Sie streckt sich und geniesst die Pause. „Bist ja ein braves Hüh“, meine ich und lächle sie an. Dann nehme ich die Zügel wieder auf und frage mich, ob sie das direkte Angaloppieren aus dem Schritt kennt. Zuerst aber wechseln wir die Hand durch die halbe Bahn. Nun probiere ich im Ecken von C, direkt anzugaloppieren. Unerwartet sprintet Fjörgyn dann los und ich muss sie lachend bremsen. Nun gehe ich mit ihr auf die Volte, im Galopp lässt sie sich noch nicht so gut biegen. Wir arbeiten daran, bis es auch gut klappt. Als Belohnung gebe ich ihr wieder eine Pause, doch zuerst wollte sie sogar weitermachen. Eine fleissige Stute. Trotzdem gehen wir zuerst im Schritt wieder ganze Bahn, dann erst traben wir wieder an. Im Trab reiten wir eine Zehn – Meter Volte, ohne Probleme. Sie hat Freude an der Sache und auch ich habe Spass daran, mit ihr zu arbeiten. Als ich aber dann das Viereck verkleinern will, stutzt sie zuerst einen Augenblick und ich muss sie zuerst davon überzeugen, mitzumachen. Bald hat sie verstanden und ich belohne sie fröhlich. Nun gebe ich ihr halbe Paraden und pariere sie in den Schritt. Dann schaue ich, ob bei ihr die Rückhandwendung klappt, was es auch tut. Mit einer kurzen Streicheleinheit belohne ich sie und gehe wieder ganze Bahn. Nun kommt der Mitteltrab, denn die wichtigsten Sachen haben wir jetzt gefeilt und sie klappen bestens. Zuerst aber reiten wir noch einige Bahnfiguren im Schritt. Als es dann Zeit ist, traben wir an und ich sitze aus. Nun gebe ich ihr ein wenig mehr Zügel, damit sie mit den Beinen mehr ‚ausholen‘ kann und treibe sie fein bei jedem Schritt. Ihre Schritte werden länger, doch perfekt ist es noch nicht. Ich gebe ihr Hilfen zum Versammeln und dann, nach einigen Minuten, voila; Die Schubkraft kommt von der Hinterhand, die Hinterhufe greifen über die Spuren der Vorderhufen und ihre Trabschritte haben viel mehr Schwung. Ich lobe sie ganz dolle und pariere sie in den Schritt. „Du bist einfach super, Fjörgyn!“, lobe ich die Stute. Fjörgyn scheint langsam auch müde zu werden, wieder im Schritt lasse ich ihr die Zügel lang. Nun scheinen wir langsam dem Ende nahe zu kommen. Im Schritt versammle ich sie und wir reiten verschiedene Bahnfiguren und wechseln auch oft die Hand. „So, dann hast du dir denn Feierabend auch schon verdient“, meine ich zu ihr, und diktiere sie ihn die Mitte. Dort pariere ich sie in den Schritt und lobe sie nochmals ganz fest. Fjörgyn scheint zwar müde zu sein, aber glücklich ist sie auf jeden Fall. Diese Mausfalbstute ist wirklich sehr lernfreudig. Ich streichle sie vom Sattel aus und steige dann ab. Von mir bekommt sie noch ein Pferdekeks, dann lockere ich den Sattelgurt und schiebe die Steigbügel nach oben.
      Ich binde sie wieder am Putzplatz an und als Belohnung, dass sie heute so super mitgemacht hat, wird sie von mir noch verwöhnt. Nun steht sie mit hängender Unterlippe dort und geniesst das Putzen. Hin und wieder kraule ich sie, sie ist einfach zu süss. Als ich dann die Seite wechsle, und sie einige Schritte machen sollte, bewegt sie sich aber keinen Zentimeter. „Du!“, lache ich und probiere es nochmals. Nun macht sie widerwillig einige Schritte zur Seite, ehe sie weiterdöst. Dann kratze ich ihr auch schon die Hufe aus und kämme ihr die Mähne. Zum Schluss verlese ich noch ihren Schweif. Dann wird sie von mir noch fest gestreichelt und gelobt. „Es war toll heute mit dir!“, sage ich zu ihr, währendem ich ihren Strick losbinde. Nun bringe ich sie wieder auf die Weide, zu ihren Kumpels, schliesslich darf sie auch noch mit den anderen Pferden toben und rennen. Wenn sie nicht zu müde ist. Und ansonsten darf sie sich von den anderen Hüh’s sicher noch beknabbern lassen. Bei der Weide angekommen, verabschiede ich mich von ihr und umarme sie. Wie Willow ist auch sie mir heute ans Herz gewachsen. „Machs gut!“, rufe ich ihr hinterher, als sie auch schon davon trippelt. Ich schliesse das Gatter und suche Finja auf, sie kommt mir dann auch schon entgegen. „Na“, fragt sie, „ist alles gut gegangen?“ „Immer doch“, grinse ich sie an und sie erwidert mein Grinsen. „Fjörgyn ist nun auf A Niveau, die Gute hat schnell verstanden, um was es geht“, informiere ich sie. „Ja, Fjörgyn lernt wirklich schnell. Sie ist eine super Stute“, antwortet sie mir, etwas geistesabwesend. Dann aber strahlt ihr Gesicht und sie meint zu mir: „Was meinst du, könnte ich auch schon dieses Wochenende mit ihr an einen A Turnier teilnehmen?“ „Also bereit wäre sie, und zu verlieren gibt es ja nichts“, antworte ich ihr nachdenklich. Finja nickt und dann meine ich: „So, nun muss ich mich langsam aus dem Staub machen, es war toll hier, und ich danke dir, dass ich Fjörgyn kennenlernen durfte!“ „Ach, ich danke dir, dass du kommen konntest. Dann mach es mal gut!“, antwortet Finja mir und wir verabschieden uns herzlich. Als ich schon zum Auto laufe, ruft sie mir noch zu, wie es denn Erutan gehe. „Ihm ist es pudelwohl bei den anderen Shettys!“, antworte ich ihr ehrlich und wünsche ihr dann noch viel Glück, falls sie am Turnier teilnehmen würde. Dann steige ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht ein und mache mich auf den Weg.

      Gang S - S*
      5000 Zeichen | © BellaS | 15. November 2015
      Nach dem rasanten Viergangtraining der Stute Amável, freute ich mich auf ein entspanntes Tölttraining mit der jungen Sportstute River's Fjörgyn. Ich hatte sie schon einmal trainiert, doch das war nun schon lange her und meine Erinnerungen an die kleine Isistute waren Lückenhaft. „So alt bist du doch noch gar nicht.“ Schon wieder witzelte Fynja herum, wie sie es schon die ganze Zeit beim fertig machen ihrer Marchadorstute getan hatte. „Nein. Aber ich reite X Pferde im Monat und meine eigenen dazu. Da kann es mal vorkommen, das ich was vergesse.“ „Fünfgängig. Flott. Schöner Galopp, passabler Tölt. Liebt neues. Mittlerweile auf T4 und nicht zu vergessen, ein wirklich toller Trab. Reicht dir das?“ „Jop. Das reicht in jedem Fall. Obwohl, töltet sie passig?“ „Nicht wirklich. Ihr Takt ist gut aber an der Töltverstärkung muss man nochmal ein bisschen herumdoktern und sie rennt gerne.“ „Okay, das kenne ich. Super, dass sie die Töltverstärkung schon kennt. Das wird ja erst in der T3 gefordert.“ „Na ja. Was heißt schon kennen. Ich habe nur ein bisschen gemacht.“ Kurz dachte ich an meine Stute Faera, die gerade zur Körung ging, denn auch sie liebte das Rennen. Zusammen putzen und sattelten wir die junge Stute, die neugierig darauf bestand meine Jacke und ihren Tascheninhalt aufs gründlichste zu untersuchen. „Himmel. Du musst nicht alles anfressen.“ Mit diesen Worten entzog ich Fjörgyn meinen Arm und wischte den angesabberten Ärmel an ihrem Fell ab. „So, selber Schuld.“ Natürlich war Fjörgyn das völlig egal, aber Fynja schaute mich empört an und bürstete ein paar Mal über die Stelle im Fell ihrer Stute. Kaum waren wir fertig, ruckte Fjörgyn schon ungeduldig mit dem Kopf in Richtung Ovalbahn. Sie hatte offensichtlich viel Energie die sie gerne loswerden würde. Damit platzte mein Traum eines grundentspannten Tölttraining, denn ich würde ein junges Pferd unterm Sattel haben, das der Hafer stach. Schnell stellte ich noch die Bügel ein, setzte meinen Helm auf und zog die Handschuhe an, ehe es auf die Bahn ging. Auf eben dieser Ovalbahn hatte ich vor guten anderthalb Stunden einen rasanten Ritt mitgemacht, denn Amável, mein vorheriges Trainingspferd, war durchgegangen. „Auf das diesmal alles unter Kontrolle bleibt.“, bemerkte ich beim Aufsitzen. Wieder hatte Fynja sich an die Bande gelehnt und wieder beobachtete sie mich aus Argusaugen. Ihrer Fjörgyn liebte sie offensichtlich ganz besonders. Eigentlich hatte ich vorgehabt mit einer Aufwärmrunde in entspanntem Schritt zu beginnen, aber trotz dem langen Zügeln und der Tatsache, dass ich nicht trieb, lief Fjörgyn ziemlich flott, schon im Schritt. Schon nach einer kurzen Zeit reichte Fjörgyn das geradeaus laufen und so begann ich damit sie zu beschäftigen, wie man es mit Passtöltern tat, die sich beim finden des Takts im Tölt schwertaten. Schlangenlinien, Volten, Handwechsel, Anhalten. All das gehörte zu unserem Aufwärmprogramm und langsam wurde die kleine Stute ruhiger und begann endlich entspannter zu gehen. Jetzt erst nahm ich die Zügel auf, wenn auch nur ein wenig. Die meisten Pferde die gerne rannten musste man nicht mit besonders viel Spannung Tölten, Fjörgyn stellte da keine Ausnahme dar. Ich ließ sich testweise antölten und stellte verwundert fest, dass ihr Takt ausgesprochen gut war. Okay, sie neigte wirklich zu hohem Tempo und ich gab mir Mühe sie zu maßregeln und in einem Vernünftigen Limit zu halten, doch alles in allem machte sie weit weniger Probleme als die ''konventionellen'' Passtölter. Nachdem wir uns auf ein Tempo geeinigt hatten, versuchte ich erst das Überstreichen der Zügel, dann das völlige Unterbrechen der Zügelverbindung. Mittlerweile nutze die Stute diese Kontrollaufgabe meinerseits auch nicht mehr zur Erhöhung des Tempos sondern töltete schön weiter. Für das langsame Tempo Tölt mussten wir uns wieder kurz auseinandersetzten, dann gelang auch das. Jetzt fehlte nur noch der Größte Bestandteil der T3, die Töltverstärkung an der man, lauf Fynja, noch ein bisschen ''herumdoktern'' musste. Wir hatten eine kurze Schrittpause eingelegt und nun töltete ich wieder an. Praktischerweise kannte Fjörgyn zumindest die Hilfen der Töltverstärkung, an der Gangart selber würde ich noch ein kleines bisschen feilen müssen. Wieder hatte ich die Ehre mich mit Fjörgyn auf ein Tempo einigen zu müssen. Ich tendierte zu langsam, zu Übungszwecken, Fjörgyn wollte lieber laufen. Nach einigen, kläglich gescheiterten, Versuchen meinerseits, gab ich es auf und tat der quirligen Stute genüge indem ich sie angaloppieren ließ. Nach ein paar Runden Galopp konnten wir uns dann auch auf einen vernünftigen Tölt einigen und jetzt klappte sogar die Verstärkung leidlich. Noch eine gute halbe Stunde arbeiteten wir an der Töltverstärkung bis wir beide völlig fertig waren, dann ließ ich die Stute mir die Zügel aus der Hand kauen und erklärte das Training für beendet. Wie viel wir heute geschafft hatten war mir auch nicht ganz klar, aber die Töltverstärkung reichte mittlerweile bestimmt für eine T3.
    • Mohikanerin
      Weihnachten auf Atomic Valley


      St.Pauli‘s Amnesia | Voodoozirkus | Ruvik | Willa | Aska | Kisshimbye | Milska | Gnani | Krít | Yuva | Atom Bomb | Blossi | Capital | Topa‘s Comtesse | Þögn | Songbird | Litfari | Nautilus | Mademoiselle | Ryuk | Hnakki van Ghosts | Snúra | Kempa | Skjanni vom Helstorf Moor | Kvest Halsnaes | Overo | Almost Illegal | Hvitasunna van Frelsi | Eimyja | Tvífarí van Frelsi | River‘s Fjörgyn | Wild Reflex | Layers of Fear



      Weihnachten, alle Kinder freuen sich auf diese Zeit. Es gibt Geschenke und der Kapitalismus schlägt mit allen Kapiteln zu. Bei uns in der Familie gibt es schon lange nicht mehr solche Dinge, höchstens eine Aufmerksamkeit. Dieses Jahr bin ich nach langer Zeit wieder zu Hause, da ich nun das Internat abgeschlossen habe und arbeite. Viel hat sich geändert, sowohl positiv als auch negativ. Trotzdem empfand ich das Jahr als sehr angenehm.
      Die komplette Familie packt heute mit an, denn wir haben viel vor. Mittlerweile sind es sehr viele Pferde geworden und wir haben uns vorgenommen alle etwas anders zu Weiden bzw unterzubringen. Über Nacht kommen nur noch die Hengste in die Boxen, aber auch nicht alle. Die Stuten stehen die meiste Zeit auf den Paddocks.
      Wir sitzen gemeinsam um 5:30 Uhr am Tisch und frühstücken, da um 6:10 Uhr der Stalldienst beginnt. Auch wenn wir ziemlich wohlhabend sind, beschäftigen wir nur einige Stallhilfen, zwischendurch hatten wir auch schon Praktikanten und Ferienjobber. Wir besprechen was heute auf dem Plan steht. Auf dem ersten Paddock stehen drei Isländer Stuten Sunna, Eimyja und Fjörgyn. Die Drei sind neu und passen vom Charakter gut zusammen. Die anderen Isi Stuten Kempa, Snúra, Willa, Aska und Krít stehen auf dem zweiten Paddock neben den drei Stuten. So haben sie Kontakt zueinander, aber können sich nicht in die Flicken bekommen. Auf Paddock drei stehen unsere Isländer Hengste, bei denen es bisher noch nie Probleme gab auch wenn eine Stute rossig war. Das sind Blossi, Hnakki, Tví, Lifarí und Voodoo. Der vierte Paddock ist leer. Unsere beiden Shetlandponys stehen normalerweise auf sechs und sieben, doch da sie nur zwei sind mit unterschiedlichen Geschlechtern, kommen sie mit den Isländern zusammen. Dann sind noch Paddock neun und zehn besetzt. Auf der Neuen stehen die anderen Hengste Kvest, unser Norweger für den wir noch ein Mädchen besorgen, Overo, ein Welsh B Mix, mit seinem besten Freund Illegal, ebenfalls ein Mix, und Gnani, der Marwari. Auf dem zehnten Paddock steht Comtesse, die Lewitzer, Yuva, die Marwari, und meine Sportstute Bomb. Ruvik, unserer gestörter Kladruber steht den ganzen Tag auf einer unseren kleineren Weiden, die wir in der Mitte nochmal geteilt haben. Zwischendurch stellen ihn um oder auf der anderen Zaunseite Gnani dazu, weil wir versuchen wollen ihn ganz langsam in die Herde einzugliedern, bisher ohne sichtlichen Erfolg. Dann haben wir noch unseren beiden Fohlenkoppeln, einmal Weide vier, auf der Amnesia, Songbird und Milska stehen, und Weide fünf, auf der Skjanni, Nautilus und dann auch Codsworth stehen. Der Vollblut Hengst kommt die Tage, sowie eine weitere Isländerstute, von der ich so gut wie nichts weiss. Auf der monatlichen Stallbesprechung wurde nur gesagt, dass eine dazu kommt. Wahrscheinlich ist das wieder ein Trick von meinem Vater. Zu dem haben wir noch eine Überraschung für Mama geplant, da unsere Paint Stute nun woanders steht.
      Tyrell hat sich schon lange einen Vollblut gewünscht und gefunden im Internet. Codsworth ist noch ziemlich Jung, doch normalerweise wird er in dem Alter bereits eingeritten, doch wir alle sind uns noch nicht sicher, ob das so gut wäre mit eineinhalb Jahren. Da ich ihn nur von Bildern kenne, kann ich es schlecht beurteilen, doch das wird besprochen, wenn er da ist. Zu dem haben wir noch eine Ältere Stute gefunden, von der nichts weiss. Wild Reflex ist bereits erfolgreich auf rennen gewesen. Er selbst, kann sie nur Minimal trainieren, weil er viel zu groß ist. Aber wir suchen jemanden, der dann sie auf Turnieren reitet.
      „Es soll heute schneien“, erzählt meine Mutter erfreut und wir rollen mit den Augen. Schnee sieht zwar schön aus, aber ist einfach nur lästig. Wir müssen alle Wege streuen und die Paddocks sind so eklig matschig sowie die Reitplätze. Somit geht nur die Halle. Da wir keine Einsteller haben, stellt es auch nur Minimal ein Problem dar, doch trotzdem reite ich lieber draußen.
      Nachdem wir die Boxen der Hengste sauber gemacht hatten, machte ich mich mit dem Fahrrad auf dem Weg zu Vriska, die heute noch mal Reitunterricht bekommt. Es war wohl nicht die beste Idee das Fahrrad zu nehmen. Doch ich kam heil an und sie wartete bereits auf mich. Der Hengst war bereits gesattelt und ich kontrollierte noch mal alles. Dann konnten wir loslegen. Zusammen gingen wir auf den matschigen Reitplatz und stellte mich an den Rand. Der Schnee stürmte und die Sicht war ziemlich eingeschränkt, weshalb wir nur im Schritt heute was machen. Ich zeigte ihr einiges, was man auch bei solchem Wetter machen kann zB. Stellungsübungen oder Aufmerksamkeit. Das Wetter wurde immer schlimmer und wir entschieden uns, einen anderen Tag nochmal zu Üben. Wir stellen den Hengst zurück und fahre wieder nach Hause.
      ___

      Eine Woche ist vergangen und das Land ist mit Schnee bedeckt. Heute habe ich keinen Stalldienst, weshalb ich mich vollkommen um die Pferde kümmern kann.
      Als erstes hole ich mir Aska von der Weide, Ilja Fjörgyn und Tyrell Kvest. Wir gehen ausreiten, da der Schnee sehr fest ist. Im Wald herrscht Ruhe und nur die Geräusche der Pferde sind zu hören.
      Wir kommen zurück und meine Brüder müssen zurück an die Arbeit. Ich hingegen mache weiter mit den Pferden. Krít, Willa, Litfari und Voodoo haben zur Zeit Winterpause, weshalb ich mir Snúra von der Weide hole. Wir gehen in die Reithalle und dort arbeite ich mit ihr an ihrer Konzentration und noch wichtiger an der Aufmerksamkeit. Wichtig ist, dass sie eine bessere Stellung bekommt und besser Mitarbeiter.
      Anschließend mache ich eine Kontrollrunde über den Hof zusammen mit Snúra. Die Fohlen toben zufrieden über die Weide.
      Während ich schon mit dem nächsten Pferd, Thögn, beschäftigt bin, macht Ilja etwas Bodenarbeit mit Comtesse und Tyrell ist Ausreiten mit Atom Bomb. Mein Mutti ist mit ausreiten auf Yuva.
      ___

      Morgen ist Silvester doch wir haben Glück, da unser Hof so gesehen völlig im Wald liegt, aber auch nur, weil mein Großvater damals das umliegende Land gekauft hat nach dem Krieg. Es war alles zerstört und er hat den Hof größer und besser aufgebaut. Doch es gibt immer etwas, dass erneuert werden muss.
      Ruvik, ein Pferd von Ilja, hat sich mittlerweile eingelebt und wir wollen heute das erste mal etwas mit ihm machen. Langsam betritt er die Weide und macht den Strick an sein Halfter. Etwas störrisch will er auf der Weide bleiben, doch nach ein paar Leckerlis folgt er. Wir gehen zu dritt in die Reithalle, in der wir bereits alles aufgestellt haben. Es liegen einige Standen da, Cavalettis und Pylonen. Ilja möchte mit Ruvik freiarbeiten, da er bereits Clickern kennt. Der Hengst kommt aus dem Zirkus und hat negative Erfahrungen gemacht, weshalb Ruvik erst das Vertrauen schaffen muss. Doch Ilja ist sehr geduldig und möchte den Hengst später mal reiten. Ich beobachte nur das Geschehen. Neugierig stupst Ruvik Ilja an und versucht Leckerlis zu bekommen, doch erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
      Als sie fertig sind, verlasse ich die beiden und gehe zu unseren Zuchtisländern. Die Hengste stehen auf der Koppel und spielen miteinander im Schnee. Mutti ist auf Fear zusammen mit Vater auf Gnani ausreiten.
      Am Ende des Tages haben wir alle einige Pferde bewegt und alles nach Plan geschafft. Das neue Jahr kann kommen und die neuen Pferde!
    • Mohikanerin
      Viel zu Warm!


      Vinkona frá Sólin | Totbringer | River’s Fjörgyn | Aqua | Þögn | Yuva | Ylfa | Willa | Wild Reflex | Topa’s Comtesse | Snúra | Snuff | Saints Row | Mademoiselle | Layers of Fear | Krít | Kempa | Eimyja | Blávör | Atom Bomb | Aska | Maekja van Ghosts


      Kvest Halsnaes | Hnakki van Ghosts | Blossi | Voodoozirkus | Tesla | Skrýmir | Ryuk | Ruvik | Party in the Clouds | Overo | Litfari | Gnani | Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Flic Flac’s Milano | Capital | Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Almost Illegal


      Tvífarí van Frelsi | St. Pauli’s Amnesia | Songbird | Skjanni vom Helstorf Moor | Nautilus | Milska | Lu’lu’a | Hvítsunna van Frelsi | Feuergeist di Royal Peerage


      Erstes Semester geschafft, stelle ich erfolgreich fest. Endlich etwas Zeit für die Pferde. Nach dem Horror Winter und Frühling ist plötzlich dermaßen warm, das es auch kaum auszuhalten ist. Doch die Jungs brauchen meine Hilfe. Zuhause angekommen schnappe ich mir direkt das Fahrrad und los geht’s zum Hof.

      “Guten Morgen”, begrüße Familie Earle am Tisch im Wohnhaus.

      “So früh haben wir gar nicht mit dir gerechnet”, antwortet Karola überrascht.

      “Setz’ dich doch erst mal, der Kaffee ist noch warm”, fügt sie hinzu.

      Ich setze mich und alle zusammen besprechen wir den Tagesplan. Heute kommen die ersten Feriengäste mit insgesamt 5 Kindern, die wir heute bespaßen müssen. Aber zu erst gehe ich zu den Jungpferden auf der Weide gucken und anschließend zu den Zuchtstuten.


      Neugierig kommen Tví, Skjanni, Loui und Lu an den Zaun. Ich weiss gar nicht zu wem ich zuerst soll. Doch es gibt eine logische Reihenfolge - der Älteste zuerst. Allen vier Jungs geht es prächtig. Demnächst kommt auch Tví mit nach oben an den Hof und ich arbeite ihn gemeinsam mit Bruce an.


      Nun geht es zu den Stuten, auch sie gucken bereits sehnsüchtig zu mir: Amnesia, Bird, Milska, Sunna und Feuergeist. Ich war besonders aufgeregt Amnesia wieder zu sehen. Die kleine hatte es mir besonders angetan und jedes Wiedersehen sorgte für Freude. Auch Milska hat sich prächtig entwickelt. Sunna kommt demnächst zusammen mit Tví an den Hof. Feuergeist ist noch neu hier und lebt sich gerade in die Truppe ein.


      Die letzte Station waren die Zuchtstuten. Auf der Weide standen Aqua, Vinkona, Tot und Fjörgyn. Die vier Stuten verbrachten den ganzen Tag mit fressen und schlafen. Bald kommen die Fohlen und wir freuen uns schon sehr.


      “Ich hab mir schon überlegt wen für die Kinder nehmen. Es werden Comtesse, Kempa, Aska, Overo und Illegal. Während wir die Pferde fertig machen, fängst du schon mal mit den Paddocks an”, sagt Bruce und geht mit seinen Brüdern die Pferde holen.


      Also schnappe ich mir die Schubkarre und gehe auf die Stutenpaddocks. Gelangweilt stehen sie alle herum, da sie gerade von den Weiden kommen und sehr erschöpft sind. Zu allen gehe ich kurz hin streiche Ihnen über den Kopf oder Hals. Gerne würde ich mehr Zeit für sie mitbringen aber ich muss denen Jungs heute viel Arbeit abnehmen, da seine Eltern auch kaum Zeit haben.


      Dann geht es auch schon weiter bei den Hengsten. Dort ist es etwas komplizierter, weil es viel mehr Paddocks sind und Neugier oft alles übertrifft.

      Nach insgesamt sechs Stunden war ich auf dem Hof fertig und auch mit mir selbst.


      “Warum machen wir das alles eigentlich?”, fragte Tyrell rhetorisch. Wir alle zucken mit den Schultern. Gemeinsam lassen wir noch den Abend ausklingen mit ein paar Getränken und einem kleinen Feier am Häuschen. Mal sehen was der morgige Tag bringt.
    • Mohikanerin
      Frühlingsbeginn

      Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Krít | Kempa | Aqua
      Kvest Halsnaes | Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Alvari

      Þögn | Snúra | Saints Row | Aska | Ylfa | Trú fra Frelsi | Snotra | Maekja van Ghosts | Eimyja | Blávör
      Wild Reflex | Yuva | Topa’s Comtesse | Tamana | Snuff | Mademoiselle | Layers of Fear | Kisshimbye | Jule | Friede sei mit dir | Atom Bomb

      Voodoozirkus | Litfari | Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Skrýmir | Glanni frá glæsileika eyjarinnar
      Tesla | Ryuk | Ruvik | Party in the Clouds | Overo | Gnani | Flic Flac’s Milano | Amjad Amir | Almost Illegal | Absolutely Right

      Tvífarí van Frelsi | Skjanni vom Helstorf Moor | Nautilus | Lu'lu'a | Hawking von Atomic
      St. Pauli’s Amnesia | Songbird | Milska | Feuergeist di Royal Peerage

      Der Frühling beginnt schon langsam und das Ende Februar. An den Bäumen sind die ersten Knospen und Krokusse habe ich auch schon am Weidezaun erblicken können.
      Die erste Kontrolle ist bei den Stuten draussen auf den Weiden: Willa, Vinkona, Tot, Fjörgyn, Krít, Kempa und Aqua. Die sieben Stuten haben schon kleine Frühlingsgefühle und freuen sich über meinen Besuch. Aufgeregt kommen sie angetrabt, teilweise auch im Galopp, und schnauben mich begrüßend an. Als sie merken, dass ich keine Leckerlis habe, rennen sie wieder weiter und scheinen alle sehr gesund. Ich werfe noch einige Möhren auf die Koppel und dann geht es weiter.
      Da die Paddocks gerade renoviert werde und die Hengste aktuell nicht auf die Weide können, stehen sie noch in der Box. Erst nach her ist der übergangs Paddock fertig. Kvest, Hnakki, Capital, Blossi und Alvari stehen im Stall und suchen im Stroh nach Ähren. Ich fülle bei allen das Heu noch mal auf und verlasse den Stall wieder. Nachher werde ich noch Helfen sie auf die Paddocks zu bringen.
      Der nächste Besuch ist auf dem ersten Stuten Paddock. Dort stehen Ylfa, Snotra, Eimyja, Blávör und Aska. Die fünf Stuten sind eher rangniedrig und konnten sich in der anderen Herde nicht durchsetzen. Jetzt zusammen vertragen sie sich prächtig. Ich hole eine Schubkarre Pferdeäppel und fülle das Heu auf. Im Anschluss öffne ich die Weide und die Stuten dürfen für einige Stunden raus. Die Männer haben die anderen Stute von der Weide geholt und gehe zu ihnen auf den Paddock.
      Thögn, Snúra, Saint, Maekja und Trú schlendern langsam zum Tor, als ich mit der Schubkarre komme. Natürlich wissen sie, was jetzt kommt. Auch hier hole ich eine Schubkarre herunter und fülle das Heu nach. Mit einigen Rangeleien werden sie sich der Reihenfolge an den Heuraufen klar und fangen an zu knabbern.
      Dann sind die Männer auch schon bei den Großen Pferden und machen ebenfalls sauber. Wie immer komme ich dazu und helfe. Als wir fertig sind gucken wir uns alle die Tiere noch einmal an. Reflex, Yuva, Comtesse, Tamana, Snuff, Mademoiselle, Fear, Kiss, Jule (die neu in der Truppe ist), Friede sei mit mir und Bomb. Natürlich stehen die beiden Shettys nicht bei den großen, aber trotzdem geniessen sie den Besuch! Allen geht es gut und wir gehen zu den Hengsten.
      Die Isländer Hengste sind alle soweit für die Körung und wir gehen mit den Pferden noch mal die Prüfung durch und stimmen die Kleinigkeiten ab. Voodoo, Litfari sind als erstes dran, danach folgen Blaer, Glanni und Skrýmir. Die drei sind nämlich noch nicht so weit. Besonders Glanni ist noch ziemlich vorsichtig und unsicher unter dem Sattel.
      Auch die Großen bekommen noch etwas Aufmerksamkeit. Ich hole Milano und Ryuk von dem Paddock und longiere sie im Round Pen. Tesla und Gnani sind im Moment erkältet und stehen deshalb in Quarantäne. Ruvik steht wie immer in der Box und möchte mit keinem Menschen etwas zu tun haben, obwohl ich mit ihm schon ein Stückchen weiter gekommen bin und die Box betreten kann, ohne das er mich angreift. Overo, Illegal, Right, Party und Amir stehen auf den Weiden. Die beiden Welsh Ponys spielen, hingegen die anderen den Kopf ins Gras stecken, auch wenn es nicht mehr viel gibt.
      Das gemeinsame Mittagessen haben wir beendet und es geht wieder an die Arbeit. Wir fahren noch zu den Jungpferden. Als erstes zu den Jungs. Tri und Nautilus sind mittlerweile ziemlich alt und könnten schon zum Hof, um ein Reitpferd zu werden. Leidere fehlt uns allen noch die Zeit, Jungpferde einzureiten. Deshalb dürfen sie noch weiter Pferd sein. Skjanni, Lu und Hawking sind noch nicht so weit, aber wachsen wohl auf. Allen Pferden geht es gut und wir fahren weiter zur Stutenweide.
      Schon als sie das Auto hören, kommen Amnesia, Bird, Milska und Feuergeist zum Zaun. Auch hier sind drei Pferde bei, die eigentlich unter den Sattel gehören. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass die Truppe so bleibt, ist Feuergeist. Sie hätte keinen Anschluss mehr und scheint sich auch nur mit den drei zu verstehen. Wir hatten sie bereits in einer Jungstutengruppe bei Freunden, aber dort fühlte sie sich nicht wohl und kam nicht ans Futter. Hoffentlich kommen bald neue Fohlen, damit die aktuelle Generation sich weiter entwickeln kann.
      Der Abend ist angerückt und nach einem derart erfolgreichen Tag fällt es mir nicht schwer schnell einzuschlafen.
    • AliciaFarina
      Zu Besuch auf Atomics Valley
      Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Saints Row | Alvari | Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Kvest Halsnaes | Krít | Kempa | Aqua | Þögn | Wild Reflex | Voodoozirkus | Snúra | Litfari | Blaer frá glaesileika eyjarinnar | St Pauli's Amnesia | Songbird | Nautilus | Milska | Lu'lu'a | Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Aska | Yuva | Ylfa | Tesla | Tamana | Snotra | Ruvik | Overo | Maekja van Ghosts | Kissimbye | Jule | Gnani | Glanni frá glaesileika eyjrarinnar | Friede sei mit dir | Blávör | Almost illegal | Absolutely Right


      Da demnächst ein Hengst der Familie Earle meine Stute Drafna decken sollte, machte ich mich auf den Weg nach Atomics Valley, denn ich wollte mir die in Frage kommenden Hengste in Natur ansehen. Auf dem Hof angekommen wurde ich begrüßt, da aber niemand Zeit hatte mich herum zu führen durfte ich alleine den Hof erkunden. Zuerst beobachtete ich wie einige Pferde, unter anderem auch die Hengste für die ich mich interessiere für die Arbeit vorbereitet wurden. Im Umgang schienen sie absolut problemlos zu sein. Hnakki van Ghosts, Capital, Blossi, Saints Row und Alvari wurden nun geritten. Für die gekörten Hengste ging es auf die Ovalbahn oder auf den Platz für Dressurliche Arbeit. Ich ließ die Mitarbeiter in Ruhe warmreiten und besuchte währenddessen Willa, Vinkona frá Sólin, Totbringer, River's Fjörgyn, Kvest Halsnaes, Krít, Kempa, Aqua, Þögn, Wild Reflex, Voodoozirkus, Snúra, Litfari, Blaer frá glaesileika eyjarinnar, St Pauli's Amnesia, Songbird, Nautilus, Milska, Lu'lu'a, Hawking von Atomic, Feuergeist di Royal Peerage, Aska, Yuva, Ylfa, Tesla, Tamana, Snotra, Ruvik, Overo, Maekja van Ghosts, Kissimbye, Jule, Gnani, Glanni frá glaesileika eyjrarinnar, Friede sei mit dir, Blávör, Almost illegal und Absolutely Right auf ihren Weiden. Sie waren logischerweise nach Geschlechtern getrennt, aber auch nach Aufgabenbereich. Die Stuten und Hengste die auf die Körung vorbereitet wurden standen in ihren großen und lichtdurchfluteten Boxen, die Stuten die bereits gekört waren standen teilweise mit Fohlen bei Fuß oder ziemlich dickem Bauch auf den umliegenden Wiesen. Alle Pferde waren in einem tadellosen Zustand, also machte ich mich wieder auf den Weg zu den Hengsten um mir dort ein weiteres Bild von ihnen zu machen.
      Am Ende des Tages schwankte meine Entscheidung zwischen Hnakki van Ghosts und Capital, die Gestütsleitung half mir bei der Entscheidung und sie fiel auf Hnakki, er würde also der Vater des ersten Fohlens von meiner Drafna werden.

      1992 Zeichen by AliciaFarina
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Mohikanerin
    Datum:
    28 Dez. 2017
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    8

    EXIF Data

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  • [​IMG]
    W11
    ____________________________________


    [​IMG]

    River's Fjörgyn (Fjörgyn)
    Stute

    Rasse: Isländer
    12.06 | 8 Jahre
    Fellfarbe: Mausfalbe
    Geno: Ee aa Dd
    Stockmaß: 141 cm

    [​IMG]

    0 = wenig ausgeprägt 10 = stark ausgeprägt

    Sozialverhalten: 7
    Temperament: 6
    Lauffreudigkeit: 6
    Aufmerksamkeit: 8
    Nervenstärke: 6

    Eigenschaften:
    Sportlich, Quirlig, Gelehrig, Aufmerksam, Freundlich


    [​IMG]

    Branda Phönix
    Unbekannt | Unbekannt
    Unbekannt | Unbekannt - Unbekannt | Unbekannt

    Frekja
    Unbekannt | Unbekannt
    Unbekannt | Unbekannt - Unbekannt | Unbekannt

    ____________________________________

    Diese Daten werden erst nach einer Teilnahme an einer Fohlenschau erfasst.

    Fohlenbeurteilung
    -

    Exterieur | -
    Interieur | -
    Gang | -

    Richterspruch | -
    = -
    ____________________________________

    Diese Daten werden erst nach einer erfolgreichen Teilnahme an einer Zuchtprüfung erfasst.

    Zuchtbeurteilung

    Schritt | 7
    Trab | 8
    Galopp | 5,8
    Tölt | 8,4
    Rennpass | 4

    Richterspruch | Sehr gelehrige Jungstute mit viel Energie, hoch weit Bewgungen und ausgeprägter Flugphase im Galopp
    = 7,14

    ____________________________________

    Nachkommen | Vater

    [​IMG]
    SK 437

    [​IMG]


    Dressur A | M
    Gangreiten S | M
    Springen A | A

    Ganveranlagung: 4 Gänge

    ____________________________________

    8. Gangturnier | 13. Gangturnier | 292. Springturnier | 39. Gangturnier | 50. Gangturnier

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    |
    50. Gangturnier (2) | 51. Gangturnier | 54. Gangturnier

    [​IMG][​IMG][​IMG]


    ____________________________________

    0 = sehr unruhig / -sicher 10 = sehr ruhig / sicher

    neue Umgebungen/Situationen: 10
    Fahrzeuge: 6
    Gelände: 8
    Straße: 5
    Wasser: 7
    Platz/Ovalbahn: 8
    Halle: 8

    Hänger: 5
    Hufschmied: 6
    Tierarzt: 6

    ____________________________________

    Bestanden ● Unbekannt


    Ausbildungsdaten
    Fohlen ABC
    | Einreiten | Einfahren ●
    Eintölten
    | Einpassen



    [​IMG]

    Unterbringung: -
    Weidezeit: 24h
    Paddockzeit: -
    Einstreu: -
    Futter: Aufbaufutter (20 Uhr)
    sonstiges: Fjörgyn lebt als Zuchtstute auf der Weide.

    ____________________________________

    Tierarzt | 13. Januar 2015 - Cooper
    Influenza Ja
    Tetanus Ja
    Herpes Ja
    Zähne Nein

    keine Beschwerden

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    Hufschmied | 16. Januar 2016 - Sosox3
    Hufeisen Nein
    Beschlag Vorne: -
    Beschlag Hinten: -

    keine Beschwerden

    ____________________________________

    Zur Zucht zugelassen: Ja
    Decktaxe: 390 Joellen
    Wert: 1740 Joellen
    Züchter: River Dance
    Ersteller: Mohikanerin

    ____________________________________

    PSD | Puzzel PNG | Offizieller HG

    Trab | Galopp | Galopp 2 | Tölt | x
    Bewegung, Sattel, Gamaschen © Svarur; Pad © Jackie; Knotenhalfter © Mohikanerin | Sattel © Rajandra, HG © Samarti, LH ©
    Jackie, Reiter © Mohikanerin, Rest © Svartur | HG © Schmarti, Reiterin © Waldvoegelchen, Rest © Svartur | Zubi+LH © Jackie, HG © Samarti, Bewegung © Svartur

    Alte Version | Fohlen