Canyon

● Chosposi

Mustang ○ Darkbay Sabino Overo ○ Hengst ○ 7 Jahre ○ 148cm ○ gekört

● Chosposi
Canyon, 28 März 2018
Rinnaja und adoptedfox gefällt das.
    • Canyon

      Saint Gorge

      Traumpferd
      »Er kommt!« schrie ich mehr als laut durch den leeren Hauptstall. Aus einer der Boxen erschien der Kopf von Charly.
      »Wer?« fragte sie sichtlich verwundert, bevor sie ihre Mistgabel zur Seite stellte und zu mir gelaufen kam.
      »Na wer denn wohl, der Hengst, wegen welchem ich seit Tagen nicht mehr richtig schlafen konnte. Hast' mir heute morgen wohl nicht zugehört?« fragte ich etwas geknickt.
      »Doch natürlich! Jetzt weiß ich es auch wieder. Na dann, lass uns ihn mal begrüßen!« meinte sie. Das hätte sie gar nicht sagen müssen, denn ich war bereits schon auf dem Weg zum Parkplatz, wo in dem Moment ein Auto mit Anhänger hielt. Es war selten, dass sie früheren Besitzer ihre Pferde persönlich vorbei brachten, aber bei ihm war es so gewesen und das deutete darauf hin, dass sich die Vorbesitzerin dafür interessierte, wo ihr Hengst hin kam. Aus dem Wagen stieg eine noch recht junge Frau, vielleicht nur ein paar Jahre älter als ich und Charly, mit langen braunen Haaren, welche uns freundlich anlächelte und uns dann die Hände schüttelte.
      »Also ihr seid die neuen Besitzer von meinem Hengst?« fragte sie uns, während wir zustimmend nickten. »Na da bin ich ja mal gespannt, was ihr aus ihm noch so macht.« sagte sie versucht freundlich, aber ich konnte ihrer Stimme entnehmen, dass sie etwas misstrauisch war, ob wir so jung ihrem Pferd gerecht werden konnten. Trotzdem half sie uns, die Rampe des Anhängers nach unten zu klappen, sodass Charly und ich einen ersten Blick auf ihn werfen konnten.
      Nicht allzu groß, genau meine Größe, mit einer wilden Mähne und einer tollen Scheckung.
      »Chosposi.« murmelte ich und konnte meinen Blick kaum von ihm lassen konnte. Lange hatte ich nach so einem Pferd gesucht, welches ein stetiger Begleiter für alle möglichen Abenteuer sein würde und endlich, endlich hatte ich ihn gefunden. Den hübschen Mustanghengst Chosposi.
      »Hübsch ist er ja«, meinte Charly »Aber weißt du auch, wie sein Charakter ist? Du weißt, dass in Anzeigen meist etwas ganz anderes steht, als sie wirklich sind.«
      Ich zuckte mit den Schultern. Natürlich hatte Charly recht, aber mein Gefühl sagte mir, dass er perfekt war. Zusammen mit der Frau luden wir ihn langsam aus. Schritt für Schritt führten wir ihn nach hinten aus dem Hänger, bis er endlich auf dem sandigen Boden unseres Gestüts stand. Stolz, aber auch etwas vorsichtig, hatte er den Kopf erhoben und spielte mit seinen Ohren, um ja alle neuen Gerüche aufnehmen zu können.
      »Oh der ist ja hübsch!« musste nun auf Charly zugeben, als sie den Kopf des Hengstes sah. Vorallem die Augen, denn sie hatten ein zartes Blau, mit welchen der Hengst wachsam alles betrachtete.
      »Chosposi, übersetzt Das Auge des blauen Vogels und ich muss sagen, er ist eines der wenigen Pferde, wo der Name wirklich zum Pferd passt.« meinte die Frau, welche den Hengst bedauernd streichelte. »Leider wollen wir unsere Zucht umstellen und bevor er bei uns vernachlässigt wird, wollte ich ihn lieber an jemanden verkaufen, der viel Ahnung hat und ihm die Zeit gibt, die er braucht. Vielleicht täuschte ich mich nur, aber in ihrer Stimme hörte ich ein Zweifeln und vielleicht eine Spur Überheblichkeit. »Ich denke, das wird er bei uns auf jedem Fall bekommen.« sagte ich, versucht selbstsicher.
      »Wir sind schon mit viel komplizierteren Pferden zurecht gekommen.« verteidigte uns nun auch Charly und ich war froh, dass sie auf meiner Seite war.
      »Ok, dann ist ja gut. Ruft mich aber bitte an, falls irgendetwas sein sollte!« sagte sie zu uns, betrachtete uns aber weiterhin skeptisch.
      Zum Glück gingen Charly und ich nicht weiter darauf ein, sondern widmeten uns wichtigeren Dingen, wie zum Beispiel Chosposi die Transportgamaschen und die Decke abzunehmen und ihn dann auf eine etwas kleinere Koppel zu bringen. Ich wollte ihn erstmal auf der Weide lassen, um ihm etwas Entspannung zu gönnen. Bei uns war es zur Zeit nicht mehr so kalt, dass ich mir da Sorgen machen müsste.
      Als auch die Vorbesitzerin zufrieden mit dem neuen Zuhause ihres Mustangs zu sein schien, begaben wir uns ins Gutshaus, zu einer Tasse warmen Tee.
      Gründlich und ausführlich klärten wir alle wichtigen Dinge, unterschrieben zum Schluss den Kaufvertrag und tauschten die Papiere aus.
      Kurz bevor die die junge Frau wieder fuhr, trichterte sie uns nochmal ein, unbedingt gut auf ihn aufzupassen und sie bei jedem Bisschen anzurufen, was wir natürlich versprachen,
      »Ich mag sie nicht.« sagte Charly offen heraus, als das große Auto samt Anhänger die Ausfahrt entlang rollte. »Sie hat uns nicht ernst genommen.«
      Ich seufzte. »Ach Charly, sehe doch mal das Gute in der ganzen Sache. Natürlich mag ich sie auch nicht unbedingt auf den ersten Blick, aber vielleicht macht sie sich einfach nur Sorgen um Chosposi, was natürlich verständlich ist. Außerdem habe ich jetzt endlich ein Traumpferd gefunden und wir sollten froh sein, dass sie ihn uns trotz ihrer Ängste verkauft hat.«
      »Hast ja Recht, trotzdem war sie mir unsympathisch.«
      »Positiv denken, Charly. Immer positiv denken!«

      Im Laufe des noch verbleibenden Tages, fertigten wir für Chosposi ein Boxenschild an, welches wir an eine der Boxen des Hengststalls nagelten. Außerdem stellten wir den Hengst noch unseren beiden Freunden Shadow und Nico vor, welche am späten Nachmittag von der Arbeit kamen. Wir standen zu viert am Weidezaun und beobachteten den entspannten Hengst dabei, wie er den Rest vom Gras vom Boden abzupfte. Auch die beiden Jungs waren fasziniert von ihm, was das Ganze natürlich perfekt abrundete. So viel Glück hatte man selten, dass einem so ein Traumpferd gehörte und ich hoffte, dass ich mich mit ihm anfreunden konnte. In den nächsten Wochen würde ich mich wohl viel mit ihm beschäftigen und daran arbeiten, dass wir ein Team werden würden.

      27-01-2016 | 5.722 Zeichen | Canyon
    • Canyon

      Saint Gorge

      Neuigkeiten
      »Wo bleibt Charly den heute?«, fragte ich etwas angespannt. Shadow und ich saßen am Frühstückstisch und warteten auf unsere zwei anderen Mitbewohner, namens Charly und Shadow, welche so langsam mal aufkreuzen sollten.
      »Genauso gut kannst du fragen wo Nico bleibt«, sagte Shadow und schob sich einen großen Löffel Müsli in den Mund. Seine Essmanieren waren noch nie die Besten gewesen.
      »Haben die etwa schon wieder verschlafen?« Nervös tippte ich mit meinen Fingern auf den Tisch. »Die wissen doch ganz genau, dass wir heute richtig viel zu tun haben.«
      »Ach Mio«, nuschelte Shadow mit vollem Mund. »Das machen die sicherlich nicht absichtlich. Wie oft musste ich dich jetzt schon wecken?«
      Bevor ich etwas erwidern konnte, hörte ich Schritte auf der Treppe und einige Momente später kam ein sichtlich missgestimmter Nico in die Küche geschlürft. Erstaunt folgte ich ihm mit meinen Blicken. Was war denn mit dem los? Ich hätte nie gedacht, dass auch ein Nico mal deprimiert sein könnte. Nico ließ sich auf seinen Stammplatz fallen, zog seine Schüssel zu sich heran und ließ einen Schwall Müsli hinein klatschen, sodass ein Großteil entweder auf dem Tisch oder auf dem Boden landete. Auch mit der Milch ging er nicht fürsorglicher um und das ganze krönte er noch, in dem er es schaffte, Shadow mit seinen Essmanieren zu übertrumpfen.
      Ich schaute ihn die ganze Zeit mit großen Augen an. Was anderes konnte ich in dem Moment gar nicht tun.
      »Was?«, fragte Nico mich aggressiv, als er meinen Blick spürte.
      »Alles gut mit Charly?« fragte ich nur perplex. Shadow hielt sich gekonnt im Hintergrund. Nico senkte den Kopf wieder, schob sich einen weiteren Löffel in den Mund und sagte zwischen einem weiteren Löffel: »Ja, alles okay.«
      Ich blinzelte. Das klang aber nicht so, als wäre wirklich alles in Ordnung. »Habt ihr euch gestritten?« fragte ich deshalb nochmal nach.
      »Hörst du schlecht? Es ist alles OKAY!« giftete mich Nico an, schob seinen letzten Löffel in den Mund und stand dann so schnell wie möglich auf. Kaum konnte ich etwas erwidern, da war er schon in Richtung Bad verschwunden. Ok.
      Mit offenem Mund starrte ich ihm nach. »Hast du das gesehen?» fragte ich verblüfft Shadow, welcher endlich seinen Kopf hob.
      »Jap, der scheint nicht wirklich gut drauf zu sein. Vielleicht schaust du mal nach Charly, nimm aber vorsichtshalber eine Schutzweste mit. Wenn Nico schon so wütend drauf ist, will ich nicht wissen, wie es Charly geht.«
      Ich musste lachen und boxte ihm in die Seite. Shadow verzog gekonnt schmerzhaft das Gesicht und hielt sich die Stelle (vielleicht etwas zu weit oben), wo ich ihn getroffen hatte. Ich befolgte seinen Rat und entschied mich dafür, nach meiner Freundin zu sehen, entschied mich aber dagegen, eine Schutzweste mitzunehmen.
      Ich fand Charly in ihrem Bett liegend, mit schmerzhaft verzogenen Gesichtsmasen. »He du«, begrüßte ich sie leise und schob mich durch die Tür in ihr Zimmer. »Was ist denn mit dir los?« fragte ich besorgt und kam zu ihrem Bett. Charly schüttelte nur den Kopf und nuschelte etwas in sich hinein.
      »Was ist denn los?« fragte ich sie abermals, als ich keine ordentliche Antwort bekam. »Nico hat dort unten gerade eine Show abgezogen, die mich dazu veranlasst hat, mal nach dir zu schauen.«
      Ich konnte die Worte »Dieses Arschloch« aus Charlys verkrampften Mund hören, bevor sie sagte: »Alles gut, mir geht es nur nicht so gut.«
      »Nicht so gut? Du siehst nicht so aus, als würde es dir nur nicht so gut gehen. Sag an, was hast du und wie kann ich dir behilflich sein?«
      »Ach Mio, ich habe nur etwas Magenkrämpfe und Übelkeitsanfälle, wahrscheinlich irgendeine Erkältung. Mir geht es gut, ich werde heute wohl nur im Bett bleiben. Du solltest vielleicht langsam in den Stall.«
      Kam es mir nur so vor, oder versuchte sie mich tatsächlich abzuwürgen und wegzuschicken? Ich wollte jedoch ihr Gemüt nicht noch weiter reizen und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor ich das Zimmer verließ.
      Als ich wieder in der Küche war, schien Shadow bereits im Stall zu sein. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es dringend Zeit wurde und die Pferde sicherlich schon Radau machten, weil sie verspätet auf die Weiden kommen würden. Schnell warf ich mir eine Jacke über und kontrollierte die Temperatur auf dem Thermometer. Perfekt, wenn es weiterhin den Tag über trocken blieb, konnte ich meine Grenzfee vielleicht auf eine Weide stellen.
      Ich öffnete die Haustür und machte mich dann auf den Weg zum Hauptstall. Shadow war tatsächlich schon hier und machte bereits die ersten Pferde fertig, in dem er ihnen ein Halfter anlegte und den Strick über den Hals warf.
      »Ah Mio, da bist du ja. Alles gut bei Charly?« begrüßte er mich. Ich schüttelte den Kopf und erzählte ihm von meinem Besuch. Shadow schien nicht sonderlich besorgt und versuchte mich mit ein paar Argumenten davon zu überzeugen, dass es meiner besten Freundin nichts so schlecht ging, dass sie gleich sterben würde. Er überzeugte mich.
      »Nico ist im Hengststall und kümmert sich dort um die Bande. Hättest du Lust, zu Ocarina, Flotte und Scarlett zu gehen? Ich würde hier im Hauptstall anfangen und außerdem sollten Anouk und Aimé auch jeden Moment auftauchen. Ach so und dann kannst du gleich weiter zu den Kleinen gehen? Wenn Bärchen nicht alles aufgefressen hat, sollten die auch noch genügend Heu haben.« erklärte mir Shadow. Ich blickte ihn schmunzelnd an. Niedlich war es schon, dass er mir auf meinem eigenen Hof erklärte, was ich tun sollte. Ich drückte ihm einen Kuss auf den Mund und beeilte mich dann, zu meinen Pferden zu kommen.
      Ich schnappte mir aus einer Ecke eine Schubkarre, füllte diese mit Heu und machte mich dann auf den Weg zum Offenstall. Im Offenstall standen zur Zeit drei Stuten von mir. Zwei davon waren wild und unhandlich, eine davon war verschmust und anhänglich. Ich war selber extrem überrascht gewesen, dass die beiden großen Stuten die junge Stuten ohne Probleme in ihrer Mitte aufgenommen hatten. Vorallem Ocarina of Time fühlte tat manchmal so, als wäre sie die Mutter der kleinen Scarlett, was natürlich ungeheuer niedlich war.
      Auch heute war Scarlett wieder die erste, die mir auf die Nerven ging. Die Schubkarre über die hügelige Koppel zu schieben war schon schwer genug und wenn dann auch noch eine junge Stute ständig geknuddelt werden wollte, war es keine Freude.
      Als die Schubkarre endlich am Offenstall stand, nahm ich mir die Zeit, um die gescheckte Warmblutstute ausreichend zu kraulen. Oca und Flotte beobachteten das ganze aus einigen Metern Entfernung, entschieden sich aber doch schnell dafür, doch zum Heu zu kommen, obwohl ich noch da war. Vor einiger Zeit hätte das noch nicht funktioniert, dessen war ich mir sicher. Beide Stuten waren halb wild zu mir gekommen und es hatte mich einige Stunden Arbeit gekostet, die beiden auf diesen Stand zu bringen.
      Als Scarlett merkte, dass ihre beiden Freundinnen ihr alles wegfraßen, ließ sie schnell von mir ab und begab sich zur Fressstelle. Ich beobachtete die drei noch einen Moment, bevor ich mich wieder samt Schubkarre auf den Rückweg machte. Zum Glück war der Stall unserer drei Kleinsten näher am Geschehen, sodass ich zu ihnen nicht allzu lange brauchte. Zur Zeit standen hier drei Ponys, welche das Leben als kleine Racker so richtig genossen.
      Slaughterhorse, Lambardo und Happy lebten zu dritt in unserem zweiten Offenstall. Slaughter war der größte, während Lambardo und unser Bärchen Happy um einiges kleiner waren. Trotzdem hatte ganz klar Lambardo die Herrschaft, welche er ruhig, aber gezielt anführte.
      »Na ihr drei?« begrüßte ich sie und bückte mich zu Happy, welcher mit gerade mal einem Meter recht klein war. Ich hatte vor kurzem angefangen, Happy mit viel Geduld einzufahren und nun, da auch Lambardo dazu gekommen war, konnte ich das mit Beiden zusammen machen. Happy hatte sich gleich viel mehr angestrengt, nachdem der ältere Lambardo dazugekommen war.
      Bei den drei Pferden ließ ich nur neues Wasser in die Wanne ein und kontrollierte den Heuvorrat, allerdings hatte Shadow recht gehabt und für den Tag war noch genügend da.
      Zurück im Hauptstall musste ich zu erst den Radiosender wechseln. So ein Gejaule, das war ja kaum zu ertragen. Shadows Kopf kaum aus einer der Boxen hervor und blickte mich gespielt wütend an. »He, lass meine Musik an!«
      »Kannst'e knicken, mit so einer Musik kann ich nicht arbeiten.« sagte ich lächelnd, nahm mir eine Mistgabel und verschwand in der nächsten Box. Zu viert, Anouk und Aimé waren mittlerweile da, waren wir schnell fertig und als wir zur Mittagspause zurück ins Haus gingen, fanden wir Charly auf der Couch im Wohnzimmer sitzen. Sie hatte ihren Laptop auf den Beinen und begrüßte uns mit einem freundlichen Lächeln. »Tut mir echt Leid, dass ich euch nicht helfen konnte! Ich musste mich erstmal so richtig auskotzen, jetzt geht es mir aber besser.«
      »Das wollte ich gar nicht wissen«, meinte Shadow und ließ sich neben Charly aufs Sofa fallen.
      »Mio komm du auch mal her, ich habe etwas für euch.« meinte Charly und winkte uns zu sich heran. »Schaut mal, habe gerade eine Mail von meiner Cousine bekommen, die habe ich echt schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Sie lädt mich und auch euch nach Norwegen ein. Sie hat sogar ein paar Bilder mitgeschickt. Schaut mal!«
      Ich quetschte mich noch auf Charlys andere Seite um auch einen Blick auf ihren Laptop erwischen zu können. »Wollen wir damit nicht noch auf Nico warten?« fragte ich zu Charly. »Der hat sicherlich auch Interesse daran zu sehen, wo unser nächster Urlaub hingeht.«
      Charly schüttelte den Kopf. »Die kann ich ihm auch noch später zeigen. Wer weiß, vielleicht möchte er ja gar nicht mit.«
      »Nico und nicht mit wollen? Charly-? Ist wirklich alles in Ordnung bei euch?« fragte ich etwas ängstlich. Es war überhaupt nicht gut, wenn wir uns zerstreiten würden.
      »Jaja, alles gut. Wir hatten nur einen kleinen Meinungsunterschied, aber das wird schon wieder.« Eine kleine Träne rollte aus ihren Augen. Ich merkte, wie sie mit aller Kraft versuchte weitere zurück zu halten, jedoch schaffte sie es nicht und mit einem Mal lag sie mir heulend in den Armen.
      Hilflos schaute ich zu Shadow, welcher jedoch auch nur mit den Schultern zuckte und mir einen mitleidigen Blick zuwarf.
      Ich wollte Charly gerade mit irgendwelchen Worten trösten, da kam Nico zur Tür herein. Er blieb stocksteif stehen und schaute zu Charly, welche ihn noch nicht bemerkt zu haben schien.
      »Charly, was ist denn jetzt los? Warum heulst du schon wieder?« fragte er sie genervt. »Das war nicht so gemeint, du weißt, dass ich immer zu dir stehe.«
      Charly schreckte auf und schaute Nico mit verweinten Augen an. »Spinnst du? Du stößt mich von dir und sagst dann, dass du an meiner Seite bist? Du bist ein Lügner und ein Idiot noch mit dazu!«, schrie sie ihn an und brach dann wieder in meinen Armen zusammen. Shadow hatte eine Augenbraue hochgezogen und schaute seinen Freund Nico fragen an. Dieser machte nur ein finsteres Gesicht, sagte aber nichts weiter.
      »Könnte mir mal jemand erklären, was hier los ist?«, fragte ich in die Runde. Nicos Blick wanderte zu mir, bevor er fragte: »Hat sie dir das noch nicht erzählt?«
      Charlys Kopf schnellte wieder hoch. »Bist du bescheuert? Denkst du wirklich, dass ich das ohne dich jemanden erzähle? Wenn du das glaubst, dann kennst du mich wirklich schlecht«, fauchte sie.
      Nico schien wirklich etwas betroffen. »Charly, es tut mir wirklich Leid! Ich war einfach überrumpelt und hatte nicht damit gerechnet. Bitte, lass mir etwas Zeit, nur ein wenig.«
      »Weißt du Nico, jeder normale Mann wäre vor Freude in die Luft gesprungen und du bittest um Zeit? Dann geh! Nimm dir die Zeit, aber wundere dich nicht, wenn ich dann keine Zeit mehr für dich habe.«
      Jetzt standen mir die Tränen in den Augen. Hilflos blickte ich in die Runde. Ein leises, fragendes »Hallo?« kam aus meinem Mund.
      Geschlagene zwei Minuten herrschte Stille. Charly heulte, ich heulte, Shadow und Nico saßen und standen nur da. Niemand rührte sich. Shadow war der erste der das Schweigen brach. »So wie es scheint, ist hier niemand dazu in der Lage zu reden, also bringt es auch nichts, bei dem schönem Wetter hier drinnen zu sitzen. Ich gehe reiten. Ihr findet mich in der Halle.« So stand Shadow auf, drängelte sich an Nico vorbei und einige Sekunden später fiel die Tür ins Schloss.
      Ich tätschele Charly den Kopf und folgte Shadow dann eilig. Ich musste auch aus dieser verrückten Bude raus! Mir egal, wenn die beiden da drinnen sich gleich anschreien würden, ich brauchte frische Luft!
      So wie ich es mir gedacht hatte, fand ich Shadow im Hauptstall, wo er behänd seine Stute Charelle putzte. Sie war sein erstes Pferd gewesen und so waren die Beiden zu einem festen Team zusammen gewachsen. Als Shadow mich kommen sah, hörte er auf zu putzen und nahm mich in den Arm. Ich fühlte mich geborgen und das mochte jetzt etwas komisch klingen, aber mir ging es gleich viel besser.
      »Hast du auch das Gefühl, dass es bei diesem Streit nicht nur um ein geklautes Bonbon ging?« fragte ich ihn, ohne mich aus seiner Umarmung zu lösen. Ich merkte wie er nickte. Auch er war etwas geschockt und verwirrt von dem plötzlichen Streit der Beiden, denn so lange hatten wir mehr oder weniger friedlich beisammen gelebt. Natürlich hatte auch er die Vorstellung im Kopf, um was es ging und ich konnte mir vorstellen, dass wir das gleiche dachten. Trotzdem war es noch nicht so weit, dass wir uns trauten, es laut auszusprechen.
      Auch ich entschied mich dafür eine Runde zu reiten und Shadow in der Halle Gesellschaft zu leisten. Ich hatte mir in letzter Zeit viel zu selten Zeit genommen, einfach mal gemütlich auf einem Pferd zu sitzen. Heute hatte ich sowieso keinen Nerv für Training.
      Alle Pferde standen noch auf ihren Weiden, weswegen ich mich auf den Weg zu jener machte, wo unsere kleineren Pferde standen. Dort lehnte ich mich an einen Pfosten und blickte zu den gemütlich grasenden Pferden. Meine Entscheidung viel mir nicht schwer, im Gegenteil, ich hatte es wohl schon vorher gewusst, nur nicht laut gedacht, auf welchen meiner Schützlinge ich mich heute setzen würde.
      Mein liebster von allem, der mit dem alles begonnen hatte. Excelsior. Fast schien es, als hätte er gespürt, dass ich ihn brauchte und so riss er sich von seinen Weidefreundinnen los und kam langsam zu mir getrottet. Ich musste zugeben, ich hatte ihn echt vernachlässigt in letzter Zeit, Aimé hatte ihn immer bewegt, doch als ich ihm sein Halfter umlegte und mich mit einem Schwung auf seinen Rücken zog, bereute ich das Ganze.
      Er blieb ruhig stehen, ging erst los, als ich ihn ansprach und obwohl der Weg zum Stall keine Weltumrundung war, genoss ich jeden seiner Schritte. Ich war mir sicher, dass viele Sprichwörter nicht der Wahrheit entsprachen, aber das Glück der Erde lag wirklich auf dem Rücken der Pferde. Hier vergaß man so schnell alle Sorgen, dass man, sobald man den Pferderücken betrat, ein anderer Mensch wurde.
      Ich ritt gemütlich zum Hauptstall, wo Shadow gerade seine Nelly aus dem Gebäude führte. Ich schenkte ihm ein kleines Lächeln und er schien zu verstehen, dass ich gleich nachkommen würde. Vor dem Stall glitt ich von Exels Rücken und band ihn an seiner Box an, welche gleich die erste im Stall war. Leise vor mich hin summend, putzte ich ihm sein dunkleres Fell, sprach ab und zu mal mit ihm und genoss es, endlich wieder einfach mal Zeit für ihn zu haben.
      Nach dem Putzen nahm ich den Halsring von dem Haken vor seiner Tür, streifte ihn Exel über den Kopf und zog mich wieder auf seinen Rücken. Im gemütlichen Schritt lenkte ich ihn zur Reithalle. Bereits von Weitem konnte ich Shadow erkennen, er saß auf seiner Nelly und galoppierte Runde für Runde in einem gemütlichen Galopp, natürlich passend zum Soundtrack welche im Hintergrund aus den Lautsprechern ertönte.
      Ich schaute ihm einige Momente zu, bevor ich gekonnt das Tor aufstieß und zu ihm in die Halle kam. Jetzt würde ich erstmal eine Runde reiten, dann sah die Welt schon viel heiler aus, dachte ich bei mir, bevor ich meinen Exel auf die ganze Bahn lenkte und ihn zum Trab antrieb.

      Als ich zusammen mit Shadow unsere Wohnung wieder betrat, duftete es herrlich nach Waffeln. Ich liebte Waffeln und ich wusste, dass es Shadow, Charly und Nico genauso ging. Wenn wir wollten, könnten wir uns sicherlich nur von Waffeln ernähren, vorallem wenn auf dieser eine dicke Schicht Schokolade ihr Unwesen trieb.
      Charly und Nico fand ich nebeneinander stehend in der Küche. Die Stimmung schien immer noch gekränkt und etwas frostig zu sein, jedoch hatten sie sich wohl ausgesprochen und konnten sich wieder in die Augen sehen.
      Ich fühlte mich etwas unwohl, als ich die Küche betrat, denn ich wusste nicht, was jetzt kommen mochte. Shadow folgte mir und spendete mir mit seiner Anwesenheit etwas Trost. Vielleicht hätte ich jetzt so etwas sagen sollen wie: »Oh hier riecht es aber lecker!« oder »Lecker Waffeln! Jetzt habe ich aber Hunger« oder andere sinnlose Sätze. Ich jedoch sagte – nichts.
      Shadow und ich standen in der Tür und beobachteten die Beiden dabei, wie sie still vor sich hinarbeiteten. Nico und Charly kannten sich verdammt gut, was man bei ihre Handgriffen auch genau sah. Charly schmeckte den Teig ab, schüttelte sacht den Kopf und sofort hielt ihr Nico den Salzstreuer hin.
      Shadow zeigte stumm zu unserem Küchentisch und als ich nickte, gingen wir beide zu diesem, wo wir uns fallen ließen. Charly und Nico mussten uns mittlerweile bemerkt haben, jedoch schien ihnen irgendwas so peinlich zu sein, dass sie es nicht schafften, sich zu uns umzudrehen.
      Eine gefühlte Ewigkeit später wendeten beide ihre Aufmerksamkeit zu uns, als sie einen Teller dampfender Waffeln und ein Schokoladenglas auf den Tisch stellten. Nico holte noch vier Messer aus einer Schublade und fertig war unser leckeres Gericht.
      Nachdem wir Waffel für Waffel alles aufgegessen hatten, lehnte ich mich entspannt und mit vollem Bauch im Stuhl zurück.
      Nach dieser Stärkung konnte mich, egal was jetzt kommen würde, nichts mehr aus der Ruhe bringen.
      Eine Zeit lang blickten wir uns stumm an, Charly spielte nervös mit ihrer Unterlippe und Nico saß tatenlos mit verschränkten Armen da. Irgendwann, ich war schon fast dabei, meinen Kopf auf Shadows Schultern zu legen und einfach einzuschlafen, begann Charly zu sprechen. »Es tut uns Leid, dass wir heute so viel Stress gemacht haben. Es war alles etwas kompliziert. Ich hoffe, ihr seid uns nicht böse, aber ich bin schwanger.«
      Natürlich hatte ich mir so etwas gedacht, auch wenn ich es nicht hatte fassen können. Nie hatte ich mir darüber Gedanken gemacht, dass es irgendwann so weit sein könnte, aber nun war es soweit und hoffentlich, hoffentlich würde alles gut enden.
      Ich stand von meinem Stuhl auf, ging um den Tisch herum zu meiner Freundin und nahm sie fest in den Arm. Ich merkte, wie sie anfing zu schluchzen, doch diesmal war es keine Wut oder Trauer die sie dazu brachte, sondern Dankbarkeit. Als ich mich von Charly löste, stand auch schon Shadow hinter mir und nahm sie fest in den Arm. Außerdem hörte ich Shadow ihr einen Glückwunsch zusprechen und viel Glück wünschen.
      Auch wenn ich es mit Nico nicht lange alleine aushielt, trotzdem war er mein Freund. Er war manchmal ein riesen Arsch, aber er gehörte zu uns. Auch ihn drückte ich, was ihn anscheinend etwas erschrak, wann hatten wir uns je gedrückt, aber er erwiderte die Umarmung.
      »Nico, du bist der perfekte Freund für Charly, zeige ihr, dass du den Platz an ihrer Seite auch wirklich verdienst. Lass dir etwas einfallen, wie du das Ganze wieder gerade biegen kannst!« flüsterte ich ihm zu, so dass es Charly nicht hören konnte. Der Lockenkopf nickte und ich sah eine Träne in seinen Augen glitzern. Es war die erste Träne, die ich bei ihm sah und ich wusste, dass er alles bereute.

      Natürlich entschieden wir uns dafür, dies zu feiern und zwar, in dem wir uns alle auf unsere Sofaecke lümmelten und unseren diesjährigen Urlaub planten.
      Wie Charly uns heute morgen bereits gesagte hatte, Nico fühlte sich etwas überrumpelt, denn er hatte noch nichts davon gewusst, hatte ihre Cousine uns alle nach Norwegen eingeladen. Sie besaß mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn eine kleine Hütte in der Nähe der Stadt Sylling und wollte uns alle einmal kennenlernen. Die Bilder waren so bezaubernd, dass wir natürlich gleich eine Mail zurück schrieben. Es würde unser erster gemeinsamer Urlaub sein und ich hoffte, dass wir vier uns nicht so schnell verlieren würden.

      Am Abend ging ich mit einem unglaublichen Gefühl ins Bett. Meine beste langjährige Freundin Charly bekam ein Kind. Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer von meinen Freundinnen zu erst ein Kind bekam, Charly hätte ganz am Ende der Liste gestanden. Ich wusste jedoch, dass es Charly und auch Nico gut tun würden, wenn sie endlich mal etwas Verantwortung lernen würden und außerdem war die Wahrscheinlichkeit groß, dass Nico das Rauchen endlich mal aufgeben würde. Natürlich freute ich mich auch riesig auf den Urlaub in Norwegen und wer hätte es erwartet, dass genau dieser bald mein Leben verändern könnte.

      26-03-2016 | 20.970 Zeichen | Canyon
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      Saint Gorge

      Denkarium
      Mio | Geschafft von der Arbeit des Tages, ließ ich mich in meinem Zimmer auf mein Bett fallen. Trotz zwei Wochen 'Urlaub', waren diese Tage noch stressiger gewesen, als sie eh schon immer waren. Meine Hand bewegt sich zu dem kleinen Schränkchen neben dem Bett. Ich zog eine Schublade auf und holte aus dem verstaubten Fach ein kleines, in Leder eingebundenes Notizbuch heraus. Es war nichts besonderes, ich hatte es vielleicht irgendwann einmal geschenkt bekommen und nun existierte es als ein 'Denkarium', wie ich es gerne nannte, in meinem Schrank. In diesem notierte ich alles, was in letzter Zeit passiert und nun war es mal wieder soweit, die neuesten Geschehnisse zusammen zu fassen. Der Kuli klickt und kaum lag das Buch aufgeschlagen auf meinen Schenkeln, begann ich auch schon damit, mit dem kratzigen Stift über das Papier zu streichen.

      Eintrag vom 21. Mai 2016 – Eine kleine Zusammenfassung
      Kurz nachdem uns unsere Trakehnerstute Winterzauber verlassen hat und zu Bracelet nach Slowenien gezogen war, zog schon wieder ein neues Pferd bei uns ein. Diesmal war jedoch nicht ich die Schuldige, sondern mein Freund Shadow. Schon lange ist er ein großer Tekkenfan und die Rappstute April Rain war da einfach perfekt für ihn und seine Charelle. Es dauerte nicht lange nach Aprils Einzug auf dem Gestüt und die beiden Stuten waren beste Freundinnen. Ich gönne es meinem Freund, dass es so leicht gewesen war, denn ich weiß, wie schwer es ist, wenn es nicht so gewesen wäre. Was für ein verschachtelter Satz! Kurz darauf fiel bei Charly, Nico Shadow und mir die Entscheidung, uns von sechs weiteren Pferden zu trennen, welche wir bestimmt nicht leicht fertig entschieden. Mit jedem Pferd hatten wir eine tiefe Beziehung aufgebaut, hatten allerdings bereits nach kurzer Zeit schon für jedes Pferd einen neuen guten Platz gefunden. Auch Vaconda und Vintage Gold würden Winterzauber nach Slowenien folgen, während Hryða nun doch auf das Isländergestüt nach Dänemark zu meinen beiden Kolegginen Linn und Bella ziehen würde. Auch Changa, GH's Acapulco Gold und EBS Mon Amie hatten ein passendes zu Hause gefunden. Natürlich fiel uns der Abschied von so vielen Pferden schwer, allerdings wird es langsam Zeit, dass wir und auf unser Ziel konzentrieren und spezialisieren. Eine Überraschung war es auch, als ein weitentfernter Bekannter, Sveijn Àlfarsso, seinen Junghengst Braum van Ghosts verkaufen wollte. Ich kannte Braum nur von Erzählungen und Bildern, denn unter uns Pferdebesitzern wurde natürlich viel erzählt und getratscht und so fiel mir die Entscheidung nicht schwer zu sagen, dass ich den Kleinen liebend gerne zu mir nehmen würde. Es dauerte nicht lange und der Mix zog bei mir ein. Mit dem Einzug von Braum veränderte sich auch die Weideaufteilung: Excelsior und Braum würden erstmal zusammen auf eine Weide kommen und vielleicht würde unser kleiner Slaughterhorse noch hinzu stoßen, falls sich das Trio verstehen sollte. Slaughter steht zur Zeit noch zusammen mit den beiden Shettys Lambardo und Happy auf einer Weide, welche jedoch eine viel geringere Größe haben als er. Meine Valentines Jeanie steht zur Zeit leider mit California's Small Caramel Candy allein auf einer kleinen Wiese, was jedoch nicht weiter schlimm war, da wir doch tatsächlich unseren ersten Nachwuchs von Jeanie erwarten! Meine erste Stute würde unser eigenes erste Zuchtfohlen zur Welt bringen, was mich als Züchterin und Besitzerin natürlich sehr stolz machte. Außerdem konnten wir noch damit prahlen, dass die langwierige und schwierige Zusammenführung von Anaba und dem Trio Flotten von Mutanten, Ocarina of Time und Seattle's Scarlett endlich erfolgreich war! Desweiteren ist Anaba endlich bereit für ihre Krönung, dank Charly, und wird demnächst auch von Charly auf einer vorgestellt werden. Der unerwarteste Neuling von allen war mit Sicherheit eine junge Vollblutstute, welche das gleiche Schicksal wie unsere Grenzfee hinter sich hatte. Als Rennpferd geboren, als Rennpferd viel zu früh ausgebildet und als Rennpferd untergegangen, wurde sie wegen zu vielen Krankheiten HOCHTRÄCHTIG an den Schlachter verkauft. Jedoch hatte sie das Glück, dass sie vom gleichen Tierschützer gefunden wurde, welcher auch Grenzfee an uns weiter gegeben hatte. Ein Anruf und wenig später kam die Stute, mit dem bereits geborenen und zum Glück gesunden Hengstfohlen zu uns auf den Hof. Teufelstanz und ihr Fohlen Aspantau sind nun bereits gut angekommen und man merkt, dass es den beiden Tag für Tag besser geht. Auch Grenzfee schien nun endlich das Glück gefunden zu haben, denn sie durfte nun endlich wieder aufs Gras und freundete sich natürlich auf den ersten Blick mit Teufelstanz und ihrem Fohlen an, sodass die drei zur Zeit in einer unserer Offenstallungen leben. Sobald Aspantau alt genug ist, wird das junge Fohlen zu unserer Junghengstbande kommen, in der Hoffnung, dass die sich auch alle vertragen werden, denn ich konnte mir vorstellen, dass sich das eingeschworene Trio aus Sleipnir, Varys und Imagine There's No Heaven dreimal überlegen werden, ob sie ein Vollblut dabei haben wollen. Aber wir werden sehen, was die Zeit so bringen wird. Es ist immer wieder ein Geschenk des Himmels, wenn ein so junges Fohlen wie Aspantau das Licht der Welt erblickt und so unbesorgt und nichts ahnend im hier und jetzt lebt. Unser 'Problem' ist zur Zeit noch Nicos Marid, welcher allein auf einer Wiese steht. Hoffentlich wird Nico dafür bald eine Lösung finden, denn mit Chosposi, Leiðtogi und Morrigans Hidalgo versteht sich der wilde und unausgeglichene Hengst kein bisschen. Für Charly, Nico, Shadow und mich geht es in wenigen Tagen auf nach Norwegen! Endlich mal wieder raus hier und KEINE Pferde um sich, dass kann bestimmt auch mal schön sein, auch wenn ich weiß, dass ich diesen Satz bereits am zweiten Tag bereuen werde. Anouk und Aimé würden sich dann hier um die Bande kümmern und ich bin mir sicher, dass sie das auch schaffen werden. Es geht mir gut, es geht uns allen gut und dafür sollten wir dankbar sein.

      Ich schlug mein Buch zu. Was so ein Eintrag alles bewirken konnte. Während man schreibt, vergisst man alles andere um sich herum und lebt nur in dem Gekritzel auf einem Blatt Papier. Schreiben entspannte mich immer, auch wenn ich, so wie heute extrem gestresst gewesen war. Ich klappte mein Denkarium zu und verstaute es wieder in der Schublade, welche, als ich sie zuschob, eine Staubwolke hinterließ. Ich sollte mal wieder putzen, dachte ich bei mir, heute aber nicht mehr, das mache ich wann anders. Ich schlug die Bettdecke zurück schlüpfte in mein Bett und kaum lag ich, da kam meine treue Freundin Capucine zu mir gesprungen. So ein tolles Tier, dachte ich noch mit einem Lächeln auf den Lippen, bevor ich mit einer schnurrenden Katze an meiner Brust einschlief.

      20-05-2016 | 6.795 Zeichen | Canyon
    • Canyon

      Training

      Distanz E → A
      »Shadow tut mir wirklich Leid, dass du heute keine Zeit hast! Vielleicht können wir nächste Woche nochmal wiederholen.« versuchte ich die Laune meines Freundes aufzubessern.
      Eigentlich war geplant gewesen, dass er sich unserem Ritt anschloss, allerdings hatte sein Chef ihm eine weitere Schicht rein gedrückt, sodass er nicht mitkommen konnte. Zur Zeit waren wir noch stark auf das Geld angewiesen, welches wir uns alle vier mit Kleinjobs verdienten und so hatte Shadow natürlich nicht absagen können, weil er damit einen Rausschmiss riskierte.
      Nico, Charly und ich würden also alleine einen kleinen Trainingsritt machen, obwohl eigentlich ein gemeinsamer Ausritt geplant gewesen war.
      Unsere drei Pferde, Marid, Anaba und Chosposi, waren bereits gesattelt. Zufälligerweise waren es drei Western gerittene Pferde, weswegen wir heute also einen auf Western machten.
      Shadow stand vor uns und betrachtete uns und die Pferde mitleidig. »Alles gut. Ich mache einfach mit Nelly wann anders noch einen Ausritt. Verreitet euch nicht und kommt gesund und munter wieder zurück!«
      Ich umarmte ihn nochmal fest, bevor er auf seine Schwalbe stieg, sich den Helm aufsetzte und auf die Pedale trat.
      Traurig blickte ich ihm hinterher. Mir tat er unheimlich Leid, denn dieser Ritt war schon lange geplant gewesen.
      »Na dann«, durchbrach Nico die Stille, »lasst uns starten. Sonst kommen wir nicht mehr im Hellen nach Hause!«
      Wir befolgten seinen Rat und jeder Schwang sich auf sein Pferd. Ich hatte mir meinen neuen Hengst Chosposi ausgesucht, welchem ich in den letzten Tage meine ganze Zeit gewidmet hatte. Zu erst waren es nur Spaziergänge und Vertrauensübungen gewesen, dann hatte ich weiter mit longieren gemacht, bei was wir beide jedoch schnell die Lust verloren hatten.
      Mittlerweile hatte ich mein Vertrauen zu ihm so gestärkt, dass ich uns zutraute, ein kleines Distanztraining absolvieren zu können. Er würde nicht lang werden, da auch Anaba dabei war, welche Charly ritt.
      Wir alle waren gespannt gewesen, wie sie sich entwickeln würde und es war erstaunlich anzusehen gewesen, was Anaba in den letzten Tagen für einen Fortschritt gemacht hatte. Genauso wie ich meine Zeit mit Chosposi verbracht hatte, hatte Charly mit Anaba gearbeitet und nun würden wir zusammen einen Ritt auf unseren neuen Schützlingen machen.
      Der letzte im Bunde war Marid, welchen Nico nur Vad nannte. Die beiden waren zu einem perfekten Team geworden. Das einzige Problem dabei bestand allerdings immer noch. Vad hatte von vornherein eine Abneigung gegen mich gehabt und das hatte sich immer noch nicht verbessert. Nico verteidigte seinen Liebling und schob alles auf mich, weil ich den Hengststall nur ungern betrat, wenn Vad in der Nähe war. Besser gesagt, schob ich die Arbeit im Hengststall immer auf andere und verbesserte die Situation dadurch gar nicht. Ich hoffte nur, dass unser Ausritt nicht in einem Desaster endete, mit unserer Wahl der Pferde.
      Wir verteilten uns etwas und stiegen auf, denn wir wussten noch nicht ganz genau, wie gut sich unsere Pferde leiden konnten. Die letzten Tage waren wir zwar des öfteren zusammen spazieren gegangen und das Verhältnis zwischen ihnen hatte sich deutlich mit jedem Mal verbessert, jedoch war es auf einem Distanzritt immer nochmal etwas anderes.
      Hintereinander, Vad vorneweg, dann ich mit Chosposi und hinten Charly mit Anaba, ritten wir im gemütlichen Schritt vom Hof.
      Wir wollten heute nur etwa fünfzehn Kilometer zurücklegen und hatten auch nur eine kleine Pause eingeplant, um den Puls der Tiere zu messen.
      Schon als ich mich das erste Mal auf Chosposis breiten Rücken gesetzt hatte, hatte ich mich beschützt gefühlt. Der starke Hengst strahlte eine so schützende Aura aus, dass ich mich einfach von Anfang an in seiner Nähe wohl gefühlt hatte. Ihm schien es so ähnlich zu gehen, denn er hatte von Beginn an Interesse daran gezeigt, etwas mit mir zu unternehmen. Mittlerweile waren wir mit sicheren Schritten jeden Tag weitergegangen, sodass es nur noch ein kleines Stück fehlte, bis wir uns gegenseitig immer vertrauten.
      »Da vorne biegen wir auf den Strand ab!« rief ich Nico zu, welcher nickte und dann seinen Hengst einen Pfad die Dünen hinauf führte, um auf den Strand zu gelangen.
      Der Strand war menschenleer um diese Jahreszeit, vorallem weil es die letzten Tage durchweg geregnet hatte und so sowieso alles durchweicht war.
      Wagemutig trabte ich an und ließ Chosposi am Rand der Dünen entlang laufen. Ich hatte bemerkt, dass er am kurzen Zügel nie gleichmäßig trabte und so ließ ich sie, mit etwas Überwindung und viel Vertrauen, lang über seinem Hals liegen. Hinter mir hörte ich die Schritte von den anderen beiden Pferden, welche mir uns Chosposi folgten. Charly und Nico hatten wohl auch entschlossen, den weichen Boden für eine Trabphase zu nutzen.
      Bis zur Pause wechselten wir immer wieder zwischen Schritt und Trab, versuchten die doch recht aufgeregten Pferde entspannt laufen zu lassen und gaben den Pferden immer mal wieder eine kleine Abkühlung für die Hufe, in dem wir kleine Strecken im seichten Wasser liefen.
      Nach einer Pause, wo wir alle etwas zu Atmen gekommen waren, kam der zweite Teil der Strecke.
      Kurz bevor wir ins Innenland ritten, legten wir am Strand eine kleine Galoppstrecke ein, welche allen Pferden auserordentlich gefiel. Ich gab mir gar nicht die Mühe, meinen Schecken zurück zu halten. Ich wollte ihn nicht zu seinem Pech zwingen und außerdem musste ich selbst zugeben, dass der Galopp meines Hengstes genauso war, wie ich mir einen perfekten Galopp vorstellte. Für manche mochte er wohl etwas zu flach sein, für mich war er genau richtig.
      Irgendwann jedoch mussten wir doch durchparieren. Erstens, weil wir einen Weg ins Innenland nehmen wollten und zweitens, weil wir die restliche Kraft noch für den Heimweg brauchen würden.
      Die Strecke zurück ging hinter den Dünen auf sandigem, aber hartem Boden entlang. Trotz des vielen Regens, war die Erde an manchen Stellen trocken, weil das Wasser so schnell im Boden versank.
      Als wir wenig später, nach etwas mehr als 15 Kilometern, unser Gestüt vor uns sahen, hatte ich eine glühende Kugel in der Magengegend, welche mir verkündete, dass ich stolz auf meinen Chosposi sein konnte. Obwohl er noch neu war, hatten wir ein Distanztraining zurückgelegt und ich konnte ihn eine Stufe erhöhen. Genauso wie Marid und Anaba, welche beide zwar genauso müde und geschafft aussahen, aber trotzdem den Ritt geschafft hatten, ohne bei einer Tierarztkontrolle rauszufliegen.
      Was das ganze abrundete, war, dass es wohl ein Rekord, was die Schnelligkeit anging, für uns war. Das lag wohl an der langen Galoppstrecke, was mich natürlich als Trainerin stolz machte. Selten beendete man ein Training mit so einem Erlebnis.
      Ich sattelte meinen Hengst ab und legte ihm dann noch eine neue Decke auf, bevor ich ihn zur Weide brachte, wo bereits Leiðtogi und Hidalgo auf ihren Freund warteten. Die drei waren beste Freunde geworden, was ich aber von Anfang an vermutet hatte, da Chosposi einfach ein Ass war, wenn es darum ging, Freundschaften zu schließen.
      Glücklich betrachtete ich meinen Hengst dabei, wie er über die Weide galoppierte und sich dann am Unterstand aufstellte, um das frische Heu zu fressen.
      Marid, Anaba und Chosposi waren mit eine der schwierigsten Pferde und nun konnte ich sagen, dass alle drei ihr Training mit Bravour absolviert hatten und in der Disziplin Distanz auf Stufe A laufen durften.
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      29-01-2016 | 7370 Zeichen | Canyon
    • Canyon

      Training

      Distanz L → M

      »Aufstehen ihr Beiden!«
      »Schon mal etwas von Privatsphäre gehört?«, nuschelte Nico verschlafen, bevor er sich seine Decke wieder über den Kopf zog. Auch Charly, welche sich an Nico gekuschelt hatte, rührte sich nicht von der Stelle.
      »Spielen wir gerade verkehrte Welt, oder warum muss ich EUCH aus dem Bett jagen, anstatt ihr MICH?«, fragte ich die Beiden verwundert, denn normalerweise war ich diejenige, die gerne noch etwas länger schlief.
      »Der Unterschied liegt darin, Füchschen«, kam Nicos dumpfe Stimme unter der Decke hervor, »dass wir dich wecken müssen wenn es Arbeit gibt und du uns gerade weckst, obwohl es keine Arbeit gibt.«
      »Falsch, wir machen heute einen Distanzritt!«, sagte ich fröhlich, während ich die Tür hinter den beiden wieder schloss.
      Ich hätte vielleicht noch etwas länger bleiben sollen, dachte ich, als Nico und Charly mit einer halben Stunde Verspätung im Stall aufkreuzten. Shadow und ich hatten bereits mit der Hilfe von Aimé und Anouk die Pferde auf die Weiden gebracht, mit Ausnahm von vier. Diese vier würden wir heute auf ein Distanztraining mitnehmen.
      Charly würde heute wohl die schwierigste Aufgabe übernehmen, da sie unsere Anaba reiten würde, welche in der heutigen Konstellation die einzige Stute sein würde. Ich hatte mich meinem Chosposi verschrieben, Shadow wollte unseren jungen Leiðtogi reiten und für Nico hatte ich Marid eingeplant.
      Problem war, das die Pferde auf verschiedenen Stufen liefen und wir so nicht die ganze Strecke zusammen reiten konnten. Shadow würde uns als erstes verlassen, da Togi erst auf E ging uns so noch nicht die 40 Kilometer von mir und Jo mitgehen konnte. Nico und Charly würden ihre beiden auf die Stufe L aufstufen und mussten so nur 30 Kilometer gehen.
      »Seid ihr alle soweit?«, fragte ich laut in die Runde. Ich war mal wieder die schnellste mit Jo gewesen, was aber wahrscheinlich auch daran lag, dass er sehr reinlich war und so das Putzen meist nicht allzu lange dauerte.
      »Kein Stress Mio«, kam die Antwort von Charly, «Ich muss erstmal munter werden, nach deiner abrupten Weckaktion.«
      »Beschwere dich nicht! Du hattest bereits eine Stunde Zeit.«, erwiderte ich und schwang mich in den bequemen Westernsattel von Jo. Wir hatten ihn erst seit kurzem und ich lernte ihn immer mehr zu lieben, vor allem auf längeren Ritten.
      Auch Shadow saß bereits im Sattel des dunklen Togis, welcher entspannt vor sich hindöste. In der Zeit wie Charly und Shadow noch beschäftigt waren, durchsuchte ich den Inhalt meines Rucksacks, um mich zu vergewissern, dass ich ja nichts vergessen hatte.
      Als auch Charly und Nico endlich abflugbereit waren, ging es los. Anaba und Vad, welche gerne mal das Tempo etwas anzogen, gingen vorneweg, während ich mit Shadow und den beiden ruhigeren ihnen folgten. Ich hatte ein besonderes Auge auf Togi, weil wir mit ihm noch nicht allzu oft ausgeritten waren. Es würde sein erstes wirkliches Distanztraining sein und ich hoffte, dass es ihm genauso Spaß machen würde, wie Gangtraining.
      »Irgendwie habe ich das Gefühl, als würde Charly in letzter Zeit viel mehr essen und viel mehr schlafen«, sagte ich zu Shadow gewandt. »Sie achtet doch normalerweise so auf ihre schlanke Linie.«
      Shadow zuckte nur mit den Schultern und runzelte etwas die Stirn. »Darauf habe ich jetzt nicht wirklich geachtet«, meinte er dann.
      Ich seufzte. Diese Männer!
      Auch dieses Distanztraining organisierten wir so wie all die anderen. Alle zehn Kilometer legten wir eine Pause ein, in welcher jeder etwas trank und dann die Pulswerte seines Pferdes abnahm und notierte. Ich war überrascht, wie gut Togi mit dem Tempo der anderen mitkam und wie gut seine Werte dafür waren. Auch Jo blieb die ganze Zeit über entspannt, auch wenn er des öfteren seine Ohren anlegte, wenn ihm Vad zu nahe kam. Die beiden konnten sich einfach nicht riechen. Ich musste breit Lächeln, denn auch ich mochte diesen Arroganten Vad nicht und das mein Liebling Jo auch nicht mit ihm auskam, versüßte die ganze Sache noch. Trotzdem waren wir auf einem Distanzritt und da war es gefährlich, wenn zwei Pferde nicht miteinander klar kamen.
      Wegen des guten Wetters waren auch die Pferde gut gelaunt, sodass alle Lust darauf hatten, sich viel zu bewegen. An geeigneten Stellen galoppierten wir, ansonsten trabten wir. Der Schritt war heute am wenigsten, was alle jedoch nicht weiter störte.
      Nach etwas fünfzehn Kilometern verließ uns leider Shadow schon. Er würde eine Abkürzung nach Hause nehmen, da das Training für Togi reichte. Der gute hatte wunderschön mitgearbeitet und hatte sich einen gemütlichen Platz auf der Weide verdient.
      Ich ritt immer noch einige Pferdelängen hinter Nico und Charly und war schwer Jo nicht auf sie auflaufen zu lassen. An einer Kreuzung entschied ich mich deswegen, einen anderen Weg zu nehmen. Charly und Nico würden sowieso bald in Richtung Heimat abbiegen und ich hatte nicht viel davon, wenn ich Jo nicht passend trainieren konnte.
      Sobald Vad und Anaba außer Hörweite waren, merkte ich deutlich, dass Jos Konzentration stieg. Seine Schritte wurden gleichmäßiger und sein Gang ruhiger. Außerdem bemerkte ich nach der nächsten Pause, dass auch seine Pulswerte schneller gesunken waren. Vielleicht sollte ich Jo die nächsten Male immer alleine trainieren, dachte ich lächelnd, während ich ihm einen Apfel zur Belohnung hin hielt.
      Auch die letzten sieben Kilometer gingen recht entspannt von statten. Wir befanden uns mittlerweile wieder auf dem Weg nach Hause, weswegen Jo sein Tempo nochmal erhöhte. Er wusste genau, dass auf ihn zu Hause eine leckere Ladung Heu wartete und konnte es gar nicht einsehen, deswegen langsamer zu laufen.
      Ich ließ ihn, denn seine Werte waren so gut gewesen, dass ein bisschen mehr Galopp nicht schaden würde.
      Das bestätigte sich auch, als ich zurück auf Saint Gorge war und seine letzten Messwerte nahm. Es waren die besten, die ich je bei einem Pferd gesehen hatte, welches gerade 40 Kilometer gelaufen war und das machte mich als Besitzerin und Trainerin natürlich unheimlich stolz.
      Nachdem ich meinen Mustang abgesattelt, übergeputzt und ihm eine Decke übergeworfen hatte, brachte ich ihn auf seine Weide, wo er sich sofort auf seine beiden Freunde Togi und Hidalgo stürzte. Auch Leiðtogi schien das Training gut überstanden zu haben, denn er war genauso fröhlich wie zuvor.
      Meine drei Freunde fand ich im Haus, wo sie sich bei einer Tasse Kaffee gemütlich auf die Couch lümmelten.
      »Na euch geht es ja gut. Gibt es keine Ställe mehr sauber zu machen?« fragte ich die drei. Shadow schüttelte den Kopf, Charly blickte mich nur an und Nico interessierte sich nur für sein Handy.
      »Ne, Anouk und Aimé haben bereits ordentlich Hand angelegt. Alles fertig.« sagte Shadow glücklich und nahm einen weiteren Schluck aus seiner Tasse.
      Ich ließ mich in den Sessel fallen und blickte die drei an. »Eigentlich wollte ich mit euch die Werte unserer Pferde abgleichen.« Keiner antwortete. Mein Gott, was waren das nur für faule Menschen, dachte ich etwas eingeschnappt und machte mich alleine an die Arbeit. Das nächste Mal wollen sie noch von mir, dass ich alle Pferde alleine trainiere.
      In diesem Moment hatte ich noch nicht gewusst, dass zwei von drei Freunden ein Geheimnis wussten, was wohl einiges verändern würde.
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      27-02-2016 | 7.187 Zeichen | Canyon
    • Canyon

      Training

      Distanz M → S

      »So Freunde, ihr wisst, was heute ansteht, nehme ich an?« fragte ich in die gemütlich Runde zu unserem zweiten Frühstück. Bevor wir die Pferde fütterten und auf die Weiden brachten, hatten wir meist nicht die Zeit, gemütlich unseren Kaffee zu trinken und den Plan für den Tag zu besprechen, weswegen wir das immer etwas später taten.
      »Och nö» Nico seufzte theatralisch. »Dann tut mir heute Abend wieder alles weh!«
      »Nico du bist selbst schuld, wenn du es nicht schaffst, mal etwas länger auf einem Pferd als eine Stunde zu sitzen. Aber ich habe an dich gedacht und dir für heute unseren lieben Morrigans Hidalgo zugeteilt. Der muss nur auf L gebracht werden und das wird dein verweichlichter Hintern doch wohl schaffen, oder?« fragte ich mit einem zuckersüßen Lächeln Nico.
      Dieser brummte nur kurz und wollte dann zu einer Erwiderung ansetzen, als ihm Charly eilig dazwischen fuhr. »Und wen hast du für uns Auserwählt?«
      »Ich werde natürlich meinen Chosposi reiten, der muss ja auch schon auf Stufe S aufgestuft werden und mit ihm muss ich noch etwas mehr machen als mit den anderen. Charly, du bekommst natürlich Anaba und Shadow, deine Nelly würde auch mal wieder etwas Training brauchen. Seid ihr damit einverstanden?«

      Selten fanden wir einen Tag, an welchem wir alle konnten. Umso schöner war es natürlich, wenn dieser Tag kam und wir zu viert mit unseren Pferden trainieren konnten. Natürlich gab es nicht nur diesen einen Tag, oft wurden unsere Pferde mehrmals die Woche trainiert, um die Aufstufung zu schaffen. Mit meinem Chosposi hatte ich fast jeden Tag trainiert, was bei uns meistens aus etwas Longier- und Ausdauerarbeit bestand. Heute würden wir es dann mit einem Ritt versuchen, der einem richtigen Distanzritt gar nicht so unähnlich war. Nur würden wir selbst Arzt spielen müssen, was bedeutete, dass wir eine große Verantwortung trugen.
      Um nicht im Dunkeln reiten zu müssen, beeilten wir uns, dass wir die Pferde sattelten. Wie ausgemacht, würden Shadow und Charly Nelly und Anaba auf Stufe M trainieren, Nico unseren Hidalgo auf Stufe L und ich meinen Jo nach S. Die ersten 25 Kilometer würden wir zusammen reiten, dann würde Nico mit Hidalgo einen Abzweig nach Hause einschlagen und etwas später würden dann auch Shadow und Charly mich verlassen. Bei Nelly und Anaba war es das Ziel, dass sie 40 Kilometer schafften. Jo und ich mussten es noch länger durchhalten, damit er auf S laufen konnte.
      Nachdem wir alle gemütlich unsere Pferde geputzt und gesattelt hatten, kontrollierte jeder von uns nochmal den Inhalt seines Rucksacks. Mittlerweile wussten alle meine Gehilfen, auf was es bei einem Distanztrainings im Gelände ankam.
      Bevor wir starteten, nahm ich bei jeden der vier Pferde die Pulswerte und notierte sie auf meiner Liste. Alle fünfzehn Kilometer würden wir eine Pause einlegen und in jeder würden wir weitere Werte nehmen, um uns zu vergewissern, dass es allen unseren Schützlingen nach wie vor gut ging.
      »Ok, seid ihr alle soweit?« rief ich in die Runde, als ich den Pulsmesser wieder in meinem Rucksack verstaute. Als ein lautes zustimmendes Murmeln zurückschallte, deutete ich das als ein 'ja' und schwang mich in den bequemen Sattel meines Hengstes. Er war in letzter Zeit zu einem meiner besten Pferde heran gewachsen und ich konnte mir vorstellen, dass er ein guter Zuchthengst werden würde.
      Zum Glück war das Wetter heute recht angenehm. Die strahlende Sonne war von einem dünnen Schleier Wolken umhangen, sodass die Temperaturen um die 15° waren. Zu viert verließen wir unser Gestüt, jeder auf seinem Pferd. Wir fingen langsam an, ließen die Pferde in Ruhe einlaufen, bevor wir unser Tempo stetig erhöhten und kurz darauf in einen flotten Trab fielen.
      Da Nelly die größte war und auch die längsten Beine hatte, ritt sie vorneweg. Die drei Mustangs mit den deutlich kürzeren Beinen mussten sich ganz schön anstrengen, um mit der großen Stute mithalten zu können, was sie natürlich durch ihr tägliches Training schafften.
      Mein Jo machte wie immer kaum Probleme. Er lief entspannt aber zügig, hatte die Konzentration bei mir und passte trotzdem darauf auf, dass auch die anderen nicht zurückblieben.
      Vorallem Hidalgo merkte man die Anspannung bald an, da er noch nicht auf einer so hohen Stufe lief wie die anderen. Auch Nico stand schon der Schweiß auf der Stirn und ich merkte, wie beide sich die erste Pause wünschten.
      Nach knapp 15 Kilometern hielten wir an unserem ersten Rastplatz an. Wir sind bereits öfter diese Strecke geritten und der Platz war perfekt, um sich etwas auszuruhen; Ein kleiner Teich lag hier am Weg, welcher den Pferden Wasser spendete. Wir planten unsere Distanzstrecken zwar immer so gut wie möglich am Wasser entlang, aber machbar war das natürlich kaum.
      Wir ließen die Pferde fünf Minuten saufen, bevor jeder seinen Pulsmesser aus dem Rucksack kramte und seinem Trainingspferde die Werte abnahm.
      Wie bei einer Runde würfeln fragte Charly in die Runde: »Und, wer hat die besten Werte?«
      Nach kurzem Vergleichen stand fest: Charelle. Die ausdauernde Stute hatte aber auch mit das größte Potenzial und die richtige Vererbung, dafür hatten unsere Mustangs mehr Ruhe und Geduld: Jo und ich lagen auf dem guten zweiten Platz, mit welchem ich mich auch zufrieden gab.
      Als wir gestärkt wieder aufbrachen, merkte ich schnell, dass Jo voller Motivation war, denn der junge Hengst blieb hartnäckig an der Seite von Charelle und Shadow.
      Das Wetter spielte immer noch mit, weswegen mir das Training heute eher wie ein Sommerausritt vorkam. Gut so, umso entspannter ich war, desto entspannter war auch mein Jo.
      Da Nico auf Hidalgo immer mehr zurückfiel, entschied er sich kurze Zeit später dafür, alleine weiter zu reiten und eine andere Route zu nehmen. Ich vertraute Nico soweit, dass ich wusste, dass er keinen Unfug mit meinem Hengst anstellen würde. Die beiden würden hoffentlich gesund und munter nach ihren dreißig Kilometern zu Hause ankommen!
      Nun nur noch zu dritt, ritten wir etwas weiter ins Inland, wo wir die Pferde eine steinerne Gebirgskette hinauf trieben. Auch bei einem richtigen Distanzritt konnte das Gelände anstrengend sein und so schön es auch war auf sandigem Boden zu laufen, auch Berge und Steine gehörten nunmal dazu.
      An einem Unterstand legten wir unsere zweite Pause ein und machten es genauso wie schon in der ersten. Wir ließen die Pferde aus einem kleinen Brunnen saufen, bevor wir ihnen wieder die Pulswerte nahmen. Außerdem gaben wir ihnen im Nachhinein noch jedem eine Möhre, damit sie sich etwas stärken konnten.
      Da die Pferde auch immer langsamer wurden, bauten wir an passenden Stellen kleine Galoppepisoden mit ein, damit sie sich etwas entspannen konnten und wir trotzdem noch schnell voran kamen. Mittlerweile hatte sich Nelly an das Tempo von Jo und Anaba angepasst, sodass wir zu dritt und ohne großen Abstand zueinander reiten konnten.
      Der Weg führte uns immer mehr in Richtung zu Hause und das merkte die Pferde auch. Schwierig war es, als sich die Wege von Charly, Shadow und mir trennten. Die beiden würden etwas früher zu Hause sein und das wollte mein Chosposi partout nicht einsehen. Mit viel Überredungskunst brachte ich ihn schließlich doch noch dazu, noch weitere fünf Kilometer zu gehen.
      Mittlerweile waren die Steine wieder dem Sand gewichen, sodass ich nun, alleine, den restlichen Weg galoppierte.
      Nach ungefähr 45 Kilometern erblickte ich vor uns unser zu Hause. Ich parierte Chosposi in den ruhigen Schritt durch und ritt mit ihm die lange Straße zu unserem Gestüt entlang.
      Auf dem Hof angekommen, ließ ich mich sogleich aus dem Sattel gleiten, nahm dem Hengst diesen auch ab und warf ihm eine Abschwitzdecke über. Er hatte verdammt viel geschwitzt und ich wollte nicht, dass mein Liebling sich erkältete.
      Außerdem nahm ich gleich die letzten Pulswerte, welche jedoch genauso gut waren wie eh und je. Eine Möhre bekam er außerdem noch, bevor ich ihn zu den anderen auf die Weide entließ.
      Zum Schluss machte ich noch einen Rundgang, um mich zu vergewissern, dass es jedem der heute trainierten Pferde gut ging. Als dies der Fall war, wendete ich mich glücklich zum Haupthaus um. Alle vier Pferde schienen die Aufstufung geschafft zu haben und durften nun eine Stufe höher laufen!
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      26-03-2016 | 8.162 Zeichen | Canyon
    • Canyon

      Training

      Western E → A
      Heute war ich wieder auf dem Weg zu Mio und drei ihrer Pferde. Darunter Morrigans Hidalgo, den ich schon ein paar Mal trainiert hatte, Anaba und Chosposi. Um Morrigans Hidalgo im Springen von E nach A zu bringen hatte ich mir Aaron mitgebracht. Das würde er locker alleine schaffen. Anaba würde ich selbst in der Reining von LK 5 auf LK 4 bringen und Chosposi würde Amy in der Pleasure von LK 3 auf LK 2 bringen.
      Bei Mio angekommen begrüßten wir sie kurz, stellten unsere Sachen ab und verschwanden dann alle zu den Pferden, die an unterschiedlichen Stellen zu finden waren. Schnell waren alle Tiere geputzt und gesattelt und wir fanden uns in der Halle wieder. Kurz musterte ich meine beiden Mitarbeiter und gab ihnen ein paar Anweisungen, ehe ich selbst raus auf den Platz ging und nach dem Nachgurten aufsaß. Hohe Klassen würde Mio mit Anaba nie reiten dürfen, da ab der LK 3 eine Westernkandare pflicht war. Anaba wurde jedoch gebisslos geritten, was in niedrigeren Klassen durch aus erlaubt war. "Dann wollen wir mal sehen was du so kannst, Mädchen.", sagte ich und ritt sie im Schritt und Trab warm. Sofort merkte ich, dass bei ihr das Motto galt: weniger ist mehr. Sie reagierte auf die kleinsten Hilfen und blockierte sofort, wenn ich energischer wurde. "Du bist echt nicht so einfach, Anaba", sagte ich und fing an ihr die ersten Schritte zum Spin zu zeigen, was eigentlich super klappte, wenn sie verstanden hatte was ich wollte. Ich ließ es dann auch dabei, galoppierte ein paar große und kleine Zirkel auf beiden Händen und brachte sie dann wieder in den Stall. Amy war auch schon fertig mit ihrem Training, lediglich Aaron und Hidalgo waren noch voll bei der Sache, so dass Amy und ich uns an die Bande stellten und ihm zusahen. Er wurde immer besser und lernte immer schneller. "Lassen wir ihn trainieren...", meinte ich zu Amy und ging mit ihr ins Haus, um zusammen mit Mio das Essen vorzubereiten. Wir quatschten noch eine Weile mit ihr, ehe wir ins Bett gingen. Die nächsten Tage waren weniger spektakulär. Aaron und Hidalgo wurden immer besser, Amy kitzelte alles aus Chosposi heraus und auch Anaba und ich wurden ein immer besseres Team, so dass wir nach einer Woche sagen konnten, wir ließen gut trainierte Pferde zurück. "Bis irgendwann", sagte ich zu Mio und wir verabschiedeten uns, ehe wir zum Flughafen fuhren.
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      23-04-2016 | 2.335 Zeichen | Veija
    • Canyon

      Training

      Western A → L
      Heute war ich auf dem Weg zum Angus Og Stud im idyllischen Irland. Geführt wurde dieses Gestüt von Canyon, Backfett und DisneyHorse. Warum ich zwei Auftrgäge bei Canyon angenommen hatte wusste ich nicht mehr, auf jeden Fall musste ich jetzt zu erst zu Éamonn nach Irland, ehe mein Flug nach Frankreich auf den Hof Saint Gorge ging. In Irland würde ich mich jedoch nicht lange aufhalten, da dort genug Trainer herumliefen, die das Pferd fördern konnten.
      Auf Agnus Og Stud angekommen fragte ich mich zunächst durch, ehe ich den Schimmel fand. Zwei Vollblüter und zwei weitere Irish Draughts standen hier, nur Éamonn war weiß, also leicht zu erkennen. "Na großer", begrüßte ich den Hengst und halfterte ihn sogleich auf, ehe ich ihn aus der Box nahm und am Putzplatz anband, um ihn zu putzen. Damit war ich auch schon schnell fertig, ehe mir Braclet begegnete. "Super, dann kannst du ihn gleich reiten.", sagte ich zu ihr. Zwar schaute sie mich mit großen Augen an, nickte jedoch und nahm ihren Helm, bevor ich auf den Platz vorging und einen kleinen Parcours aufbaute. Dabei variierte ich die Sprunghöhe von 80 - 90cm und die Weite von 75 - 105 cm. Es waren insgesamt 7 Hindernisse, davon eine zweifache Kombination. Dazu baute ich ein paar Cavalettis auf, die man im Trab überspringen konnte. "Reit ihn einfach mal in allen Gangarten und auf beiden Händen warm, dann trab über die Cavalettis.", wies ich sie an und lehnte mich zurück. Bracelet war jemand, die wusste, wie man reitet und was zu beachten war. Sollte Éamonn kein total fieses Pferd sein, kam Bracelet schon alleine klar, zumindest beim Aufwärmen. "Gib die Zügel etwas mehr frei beim Springen.", war der einzige Tipp, den ich ihr bei den Cavalettis geben musste. "Schaffst du den Parcours oder sollen wir tauschen?", fragte ich sie dann. "Ich reite den.", sagte sie mutig und ich nickte. "Okay, da fängst du an, dann da, das Hindernis, dann die zweifache und dann einfach im Kreis, du findest den Weg schon.", sagte ich lachend und schaute ihr zu. "Zügel frei geben.", musste ich ihr ein paar Mal sagen, sonst klappte alles super! Éamonn kam auch nur einmal an eine Stange dran. "Spring die zweifache Kombination nochmal.", sagte ich und schaute Bracelet zu. "Da musst du ihm mehr Hilfen geben. Er sucht deine Hand, die nicht da ist. Zügel kürzer und Sprünge regulieren.", erklärte ich ihr und schickte sie nochmal drüber. "Super! Fertig.", erklärte ich und gab Bracelet noch Tipps, wie sie in Zukunft besser mit dem Pferd klar kommen würde, ehe ich zurück zu meinem Leihwagen ging und in Richtung Flughafen fuhr.
      Einige Stunden später war ich auf Saint Gorge, auf dem größeren Hof von Canyon. Dort kannte ich mich schon etwas besser aus. Auch die beiden Pferde Chosposi und Morrigans Hidalgo waren mir mehr als bekannt. "Hallo!", begrüßte ich Canyon. "In Irland habe ich mir Backfett unter den Nagel gerissen, die musste Éamonn dann reiten.", erzählte ich ihr lachend und fragte, ob sie Hidalgo selbst reiten wolle. "Gut, das nimmt mir einiges an Arbeit ab. "Gut, geh du den Hengst fertig machen, ich bau einen Parcours auf.", erklärte ich und ging dann zum Platz, ehe ich mir nochmal anschaute, wie die Höhen sein mussten. Die Sprunghöhe variierte in der Klasse L von 110 - 120cm und die Sprungweite von 95 - 125cm. Eine zweifache Kombination musste drin vorkommen und ich brauchte, genau wie eben in Irland, 7 Hindernisse. Gesagt getan, ich baute alles auf und wartete auf Canyon. Sie kam auch schon bald mit ihrem Hengst und ritt ihn selbstständig warm. "Ich will mal schauen wie er springt, knüpf dir mal das Hindernis da hinten in der Ecke vor.", erklärte ich ihr und zeigte ihr das einzige Hindernis, welches 1,05 Meter hoch war und nicht zum Parcours gehörte. Kritisch schaute ich ihr zu, verwandelte meinen grimmigen Blick jedoch schon bald in ein Lächeln. "Das sieht doch super aus. Spring den Parcours einfach mal durch, ohne dass ich etwas sagte." Gesagt, getan. Ich zeigte Canyo die Reihenfolge, sie war etwas tricky, doch das würde sie schon schaffen. Ein Mustang war, genau wie ein Quarter Horse, sehr wendig. Bei ihrem Ritt schmiss sie die zweite Stange der zweifachen Kombination. Ich lachte. "Genau das selbe Problem hatte ich in Irland... Der Hengst sucht deine helfende Hand, die jedoch nicht da ist. Nimm die Zügel kürzer, regulier seine Galoppsprünge und gib ihm mehr Sicherheit. Er ist sehr unsicher am Sprung, wenn du ihn nicht leitest", erklärte ich ihr und sie nickte. "Damit kann ich etwas anfangen, danke.", sagte sie und ich nickte. "Super, mach du weiter, ich schnapp mir Chosposi.", erklärte ich ihr und fand einen fertig geputzt und gesattelten Hengst vor. "Was ein Service", lachte ich und streichelte den Hengst kurz, ehe ich die Bügel auf mich einstellte und auf den Reitplatz ging, da Canyon mit Morrigans Hidalgo in der Halle war. Auf dem Platz gurtete ich nach und stieg dann auf. Zu erst ritt ich ih ordentlich warm, ehe ich ihn im Schritt ganze Bahn ritt. Dabei gab ich ihm immer mehr Zügel, so dass sie nach drei Runden total locker hingen. Dann trabte ich ihn an und versuchte, ihn über meinen Sitz zu lenken. "Oh, da hatte wohl jemand geübt.", lachte ich und erfreute mich daran, dass Chosposi super easy über Gewichtshilfen zu steuern war. Auch im Galopp lief er klasse am lockeren Zügel. Lediglich beim durchparieren musste ich ihn mit Stimme unterstützen, was jedoch nicht schlimm war. Nun kam Canyon auch zu uns. "Du hast heimlich geübt, oder?", fragte ich sie lachend und sie nickte. "Mach nur weiter, der ist auf einem guten Weg ein super Pleasurepferd zu werden. Er ist zwar ein bisschen schnell, aber das macht nichts, der geht super an den Hilfen!", schwärmte ich von dem Hengst und drückte ihn ihr in die Hand. "Los, probier es aus", sagte ich und half ihr beim Aufsteigen. Sie ließ die Zügel lockerer und sah mich fragend an. "Noch lockerer... noch... noch... So." Sie ritt ihn erst ein wenig im Schritt und dann Trab. Dort wollte sie sich nur andauernd an den Zügeln festhalten. "Wenn du unsicher bist, greif ans Horn und lass die Zügel in Ruhe.", sagte ich ernst und schaute ihr dabei zu, wie sie meine Anweisungen umsetzte. "Gut, galoppier ihn in der Ecke mal an. Denk an das Sattelhorn und an die Zügel, auf Whoa hat er zu stoppen, das kennt er mittlerweile.", erklärte ich ihr und sah zu, wie sie ihn angaloppierte. Chosposi galoppierte bei ihr viel langsamer als bei mir eben, was vielleicht auch daran liegen konnte, da er Sporen nicht so sehr mochte und ich welche an hatte, Canyon dagegen jedoch nicht. "Gut.", lobte ich beide, als sie ihn wieder im Schritt hatte. "Ich glaube meine Arbeit ist getan.", lachte ich und machte mich wieder auf den Heimweg, denn dort wartete schon das nächste Pferd. Vielleicht musste ich auch gar nicht bis nach Hause, sondern von Frankreich gleich weiter fliegen.
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      26-05-2016 | 6.820 Zeichen | Veija
    • Canyon

      Tierarzt

      Routinebehandlung
      Kurz nach Mios kurzfristigem Besuch, verschlug es mich ebenfalls wieder zu ihr nach Südfrankreich. Doch diesmal begrüßte mich nicht die schöne lauwarme Sonne sondern ein strömender Regen. Kurz nach meiner Ankunft, huschten wir in den Stall zu den drei Hengsten die auf eine Untersuchung warteten. Mio erklärte mir alles was zu beachten war und die Geschichte ihrer Mustangs. Ich war damals in Amerika oft auf Entdeckungsreise um Mustangs zu sehen und hier hatte ich 2 Prachtexemplare auf einmal.
      Nachdem ich die Pferde begrüßt hatte, find ich auch schon mit dem Untersuchen an. Keines der Pferde hatte am Körper irgendwelche Auffälligkeiten. Die Lymphknoten waren auch nicht geschwollen. Chosposi war etwas nervös als ich vorsichtig an sein Hinterteil ging um die Temperatur zu messen. Mio beruhigte ihren schönen Hengst und ich konnte die Körpertemperatur messen die bei 37,1°C lag, also alles im grünen Bereich. Impfungen brauchten die Pferde heute nicht es ging bloß um die normale Untersuchung. „Mio gab es bei deinen Pferden in letzter Zeit etwas Auffälliges?“, fragte ich während ich die Herz/Pulsfrequenz maß. Sie schüttelte den Kopf. „Seine Herzfrequenz ist normal und liegt bei 30 Schlägen pro Minute.“ Ich hörte mir mit dem Stethoskop den Darm von Chosposi, Togi und Hidalgo ab. Alle hatten eine gesunde Darmfunktion.
      Nun fast am Ende der Untersuchung, maß ich die Atemfrequenz von den Dreien. Diese lag zwischen 8-12 Züge pro Minute – ebenfalls alles okay. Nun zu guter Letzt schaute ich in die Mäuler der Pferde und stellte keinerlei Symptome von Krankheiten fest. Das Zahnfleisch war hellrosa und die Zähne waren frisch geschliffen.
      Ich lobte die drei Pferde und ging mit Mio noch auf einen Kaffee ein. Ich gab ihr noch ein paar Tipps zur Fütterung ihrer Pferde und verabschiedete mich. Abends fuhr ich mit dem Zug zurück nach Hause.
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      20-03-2016 | 1.846 Zeichen | Zion
    • Canyon

      Hufschmied

      Grunduntersuchung
      Es war ein sehr sonniger, lauwarmer Tag als ich auf die Triple R Ranch kam. Meine Freundin Mio empfing mich sofort am Parkplatz und brachte mich anschließend auch schon zu ihrem Hengst Chosposi, welcher heute eine Routinekontrolle von mir bekommen sollte.
      Während ich mich mit Mio unterhielt gewöhnte sich ihr Hengst schonmal an mich. Dann machte ich mich auch schon an die Hufkontrolle. Die Untersuchung begann mit Hufwinkel, den Tragflächen und der Härte der Hufe. Alles war in einem wirklich gutem Zustand, weshalb es wirklich überhaupt keinen Grund dafür gab Cho, wie er liebevoll genannt wurde, zu beschlagen.
      Dennoch mussten Reitpferde regelmäßig ausgeschnitten werden. Dies tat ich auch indem ich mit meinem Hufrinnenmesser einen kleinen, vorsichtigen Schnitt in die weiße Substanz in den Huf des Hengstes machte. Dies zeigte mir wie viel Horn ich weg nehmen konnte, ohne den Huf zu beschädigen. Viel war es nicht, unterheblich aber ebenso nicht.
      Als dies getan war feilte ich noch die Trageflächen der Hufe gerade und brachte den Strahl etwas in Form.
      ,,Braav,'',lobte ich Cho anschließend, da er wirklich super brav gewesen war. Woran dies lag, wusste ich nicht - war er nicht ein wilder Mustang? Nunja, Mio schien ihn in den Schlaf gestreichelt zu haben - er döste nämlich mit halboffenen Augen vor sich hin.
      Damit war meine Arbeit auch schon wieder getan und ich verließ nach einer Tasse Tee wieder die Ranch.

      08-06-2016 | 1.420 Zeichen | Bracelet
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  • Album:
    Phoenix Valley
    Hochgeladen von:
    Canyon
    Datum:
    28 März 2018
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    Kommentare:
    18

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    Chosposi

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    Hengst | 25-04-2011 | 148cm
    Mustang
    Darkbay Sabino Overo

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    Von unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

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    Chosposi ist ein außergewöhnlicher und anmutiger Hengst. Er hat viele typische Eigenschaften von einem wilden Mustanghengst, aber man merkt ihm an, dass er in Gefangenschaft und mit Menschen aufgewachsen ist. Wie seine wilden Verwandten auch, ist er außerordentlich ausdauernd, lauffreudig und treu, zeigt aber auch wenn er etwas gar nicht möchte. Chosposis Name passt gleich doppelt zu ihm, den übersetzt heißt dieser Auge des blauen Vogels. Seine Augen haben ein hübsches hellblau, weswegen der Name zu seinem Aussehen passt, aber auch perfekt zu seinem Charakter. Er hat immer beide Augen auf allen schwächeren Herdenmitgliedern, also trächtige Stuten, Fohlen und natürlich Älteste, ruhen und schreitet ein, sobald etwas ungewöhnliches passiert. Wie ein geborener Anführer wacht er über deren Sicherheit und würde niemals zulassen, dass ihnen etwas zustößt. Chosposi weiß worauf es ankommt und zeigt keinerlei Hengstmanieren in der Nähe von Stuten. Lieber verdeutlicht er seine Anmut und gibt den Stuten damit Sicherheit.
    Chosposi ist mit Menschen aufgewachsen, war jedoch schon seit jeher sehr zurückhaltend und vorsichtig in ihrer Nähe. Er braucht Vertrauen und wenn man das ihm geben kann, kann er ein Freund fürs Leben werden. Chosposi wurde schonend im Alter von vier Jahren eingeritten und entwickelte sich seit dem zu einem lauffreudigen und lernwilligen Partner für Platz und Gelände. Wenn man einmal seine Aufmerksamkeit und Zuneigung erlangt hat, hat man viel Freude und Spaß mit ihm. Manchmal scheint es so, als wüsste er alles schon und der Reiter sei sein Schüler, denn nach kurzer Zeit hat er Kommandos, Übungen und Tricks sich gemerkt und kann sie einwandfrei und ohne merkliche Hilfen wiederholen. Chosposi steht nicht gerne in der Box und fühlt sich in einem Offenstall oder auf einer Koppel mit schützenden Bäumen wohler. Außerdem hat er die Eigenschaft, nur aus Eimern und nicht aus Tränken zu trinken und frisst auch das Heu lieber vom Boden als aus einem Netz. Chosposi verträgt sich mit ruhigeren Hengsten oder Wallachen und solange genügend Platz für alle da ist, steht er auch mit ihnen auf einer Weide. Trotzdem sollte man immer ein Auge darauf haben und nichts dem Zufall überlassen.
    Für Chosposi steht jetzt weiterhin ein entspanntes Training an und eine langsame Vorbereitung für eine spätere Körung. Trotzdem soll er später auf keinen Fall nur als Zuchthengst eingesetzt werden, sondern weiterhin ein freies Leben als Begleiter leben dürfen. Der Hengst Chosposi ist ein treuer Begleiter, der einem durch alle Lebensabschnitte begleiten kann und vor Gefahren nicht zurückschreckt.


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    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: sadasha
    im Besitz seit: 27-01-2016
    Kaufpreis: 500 Joellen

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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential


    Western E A L M S S*

    Distanz E A L M S

    Dressur E A L

    Springen E A L M


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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren x

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    322. Westernturnier | 238. Distanzturnier | 323. Westernturnier | 329. Galopprennen


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    244. Distanzturnier | 242. Militaryturnier | 358. Springturnier | 125. Synchronspringen


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    [HK 481]

    Gencode: EeAtatOo
    Zur Zucht zugelassen: Ja
    Eingetragene Zucht: Phoenix Valley (PV)

    Nachkommen
    Kuckunniwi - *2016 (aus der Anaba)


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    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Gesamteindruck: sehr gut
    Akute Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:
    Beschlag vorne:
    Beschlag hinten:

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    offizieller HG | PNG | Puzzle PNG