1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Canyon

● Роса ♞

ausgesprochen Rosa (übersetzt Tau) | inoffizieller HG von sadasha | тавро: 5-14

● Роса ♞
Canyon, 18 Juli 2018
Cooper, Zion, Ofagwa und 3 anderen gefällt das.
    • Canyon
      [​IMG]
      Springen E → A
      “Добро пожаловать! Ich hoffe du hast gut hergefunden!” begrüßte mich ein Mann, der in meinem Alter sein musste, auf dem Zuchtgestüt Fominow. “Ähm….Hi! Ja, aber ohne Navigation wäre ich aufgeschmissen gewesen.” antwortete ich etwas zögerlich da ich nicht wusste, was er zu mir gesagt hatte. Der Mann schien meine Unsicherheit zu bemerken, lachte kurz auf und streckte mir dann seine Hand entgegen. “Ich bin Dimitri. Dimitri Fominow. Komm, ich zeig dir alles!” sagte er mit russischem Akzent und ich folgte ihm in der Hoffnung, dass er nicht weiter in russisch sprechen würde, da ich kein einziges Wort verstand. Dimitri führte mich über sein Gestüt und erzählte mir von seiner Geschichte. Ich hörte aufmerksam zu und folgte ihm bis zu den Weiden. “Das da hinten ist Poca, die helle Fuchsstute. Ich würde dich dann jetzt allein lassen.” sagte er und zeigte auf eine der Stuten, die weiter hinten auf der großen Weide stand und döste. Ich nickte und ging mit ihm zurück auf den Hof um mir ein Halfter und einen Strick zu holen. Zurück bei den Weiden schlüpfte ich durch den Zaun und holte ein Leckerchen aus meiner Hosentasche um die Stute zu überzeugen, mit mir mit zu kommen. Die Ohren der Stute waren auf mich gerichtet und als ich nur noch wenige Meter von ihr entfernt war blieb ich stehen. Poca, was übersetzt Tau bedeutete, setzte sich in Bewegung und nahm neugierig meinen Geruch auf, bevor sie mit ihren zarten Lippen über meine Handinnenfläche wanderte um sich das Leckerchen zu nehmen. Ich streichelte sie zur Begrüßung über den Hals und zog ihr dann das Halfter an, um mit ihr zurück auf den Hof zu gehen wo ich sie gründlich zu putzen begann. Die Stute war sportlich gebaut und hatte doch einen feinen, zarten Touch der mir sehr gefiel. Nachdem ich die Stute fertig geputzt hatte räumte ich die Utensilien zusammen und ging in die Sattelkammer um den Sattel von Poca, die Trense und ein paar Gamaschen zum Schutz ihrer Beine zu holen. Ich legte Poca den Sattel auf und zog die Satteldecke glatt, bevor ich unter ihrem Bauch nach dem Sattelgurt griff und ihn locker anzog. Die Steigbügel zog ich nach unten und stellte sie auf meine Länge ein, bevor ich mich den Gamaschen widmete und sie auftrenste. Bereit für das Training setzte ich mir meinen Helm auf und führte die Stute auf den Platz. Hier waren bereits ein paar Cavalettis und Hindernisse aufgebaut und auch Trabstangen waren zu sehen. “Perfekt!” sagte ich freudig, nahm die Zügel über den Hals von Poca und stellte meinen Fuß in den Steigbügel um mich mit Schwung in ihren Sattel zu setzen. Während die Stute brav stehen blieb, sortierte ich die Zügel in meinen Händen und verstärkte dann den Druck durch meine Schenkel um sie erst im Schritt und dann im Trab warm zu reiten. Neben dem Wechsel durch die Bahn um sie sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Hand zu gymnastizieren baute ich auch ein paar Hufschlagfiguren mit ein. Schlangenlinien, durch den Zirkel wechseln und Volten sollten die Stute auch bei der Wärme bei Laune halten. Schließlich galoppierte ich Poca an und taxierte die Cavaletti-Kombination bestehend aus 3 Cavalettis. Mit Leichtigkeit nahm sie die niedrigen Sprünge. Ich klopfte ihr den Hals und ritt dann das nächste Hindernis an: einen Steilsprung mit 90cm Höhe. Die Stute stellte die Ohren aufmerksam nach vorn und zog das Tempo etwas an um dann im richtigen Moment zum Sprung anzusetzen. Auch den Oxer, der mit einer Höhe von 105cm im Springreiten der Klasse A eingesetzt wurde, übersprang sie mit Leichtigkeit. Nach einer weiteren Runde über die Cavalettis taxierte ich den Wassergraben. Dimitri hatte mich darauf hingewiesen, dass die Stute ängstlich auf Wasser reagierte, doch ich hoffte das sie das in ihrer Konzentration übersah, immerhin war über dem Wassergraben ein Sprungständer mit 3 Stangen. Ich atmete tief durch, taxierte das Hindernis und konzentrierte mich auch nur auf den Sprung um die Stute nicht zu verunsichern und tatsächlich, es funktionierte! Stolz klopfte ich den verschwitzten Hals der Stute, wechselte auf den Zirkel um durch ihn auf die linke Hand zu wechseln um den letzten Sprung zu taxieren. Einer Kombination aus 2 Steilsprüngen verschiedener Höhe. Ich versammelte die Stute und zählte die Galoppsprünge bis zum Absprung mit. Poca hatte ihre Sache gut gemacht und ich parierte sie erst in den Trab und dann in den Schritt durch um sie noch ein paar Runden auf dem Platz trocken zu reiten und nun zeigte sich das, wovor Dimitri mich gewarnt hatte. Als ich neben dem Wassergraben vorbei reiten wollte scheute die Stute und trat ein paar Schritte Rückwärts. Beruhigend sprach ich auf sie ein und wendete ab. Sie hatte ordentlich geschwitzt und ich wollte sie jetzt keinen Stress unterziehen, schon gar nicht, wo sie doch gerade über ihren eigenen Schatten gesprungen war.
      Nach ein paar Runden im Schritt hielt ich die Stute an und stieg ab. Ich lockerte den Sattelgurt und nahm meinen Helm ab um zurück in den Stall zu gehen, wo ich ihr Gamaschen, Sattel und Trense abnahm und sie in den Hof führte um ihr die Beine mit Wasser zu kühlen, bevor ich sie zurück auf die Weide brachte wo ich mich von ihr verabschiedete. Auf dem Weg zurück in den Stall traf ich auf Dimitri, der sich erkundigte wie das Training war. “...ach und bevor ich es vergesse. Sie ist über den Wassergraben gesprungen!” fügte ich an und sah, wie seine Augenbrauen nach oben schnellten und er mich mit überraschten Augen ansah. “В самом деле? Wie hast du das geschafft?” fragte er ungläubig und drehte sich zu mir um. “Sie war so konzentriert, dass sie das Wasser nicht wahrgenommen haben muss. Beim Abreiten hingegen hat sie gescheut als wir vorbei reiten wollten.” sagte ich und brachte den Sattel, die Trense und die Gamaschen zurück in die Sattelkammer. “Das ist sehr gut zu wissen. Vielen Dank!” sagte Dimitri der mir gefolgt war und mich auf einen Tee nach drinnen einlud. Dankend nahm ich das Angebot an. Wer konnte zur russischen Gastfreundlichkeit schon Nein sagen?

      27.07.2018 | 5977 Zeichen | adoptedfox
    • Canyon
      [​IMG]
      Chippen
      Nachdem ich bei Hunter in England war, ging es nach Deutschland. Der Flug war zum Glück nur circa eine Stunde, die ich dennoch voller Todesangst überstanden hatte.
      Diesmal hatte ich ein Hotel und hatte mit ein Fahrzeug gemietet um zum Gestüt von Dimitri Fominow zu kommen. Aufgeregt setzte ich mich in das rote Auto und fuhr lost.
      Das Navigationsystem führte mich sicher durch das unbekannte Gebiet. Bei einer Pause telefonierte ich mit Simon, der mir voller freude verkündete das er ein Westernpferd
      gekauft hatte und mehrere neue Aufträge eingegangen waren. Ein wenig überwältigt von den Neuigkeiten grübelte ich während der Fahrt weiter und versuchte einige
      organisatorischen Kram zu bewältigen.

      Nicht lange nachdem ich einen groben Plan entwickelt hatte war ich angekommen. "Zuchtgestüt Fominow" laß ich leise. "Wie originell". Perplex von meiner Gemeinheit packte
      ich die Geräte und die Nadeln für die Mikrochips, die Mikrochips selbst, sowie auch das Lesegerät ein. Mehr war diesmal nicht nötig. Die Pfedekennzeichnung dauerte an
      sich auch nicht lange und ich freute mich darauf die freie Zeit dann ein bisschen zu genießen. Sehr förmlich stellte ich mich dem Herrn Fominow vor. Er war direkt sehr persönlich
      und sehr freundlich, was mir die Nervosität nahm. "Ich bin eine sehr junge Tierärztin, nicht viele Leute nehmen mich dann für voll" sagte ich, nachdem der Besitzer der Budjonny
      Pony's bemerkte das ich nervös war. Er gab mir sein Verständnis zurück und erklärte das Alter keine Rolle spiele. "Das lernen ist eine Sache, das Können und die Leidenschaft, eine
      andere" sagte er. Dieses Zitat blieb mit im Gedächtnis und heiterte mich auch noch einige Wochen später auf. Ich wurde darauf hingewiesen das Алёна ehemalig eine Wunde an der
      Bauchdecke hatte. Bevor ich also mit dem Chippen loslegte, begrüßte ich die Fuchsstute und schaute mit die Stelle an. "Die Wunde ist sehr gut verheilt. Nicht mehr lange, dann
      wächst ihr Fell dort auch wieder normal nach. Es kann aber auch sein das der Haarwuchs dort ausfällt. Ist aber physisch nicht schlimm". Dimitri, wie er mir anbot, hörte aufmerksam
      zu und hielt dann die Stute fest, während ich den Chip nähe des Mähnenkammsplatzierte. Auch bei Poca war diese Prozedur schnell erledigt. Ich lobte beide Stuten mit einem Apfel
      und ging mit dem Lesegerät über dem Chip um sicher zu gehen, das dieser auch erkannt werden konnte. "Das war's schon. Der Pass ist beantragt und wird in einigen Tagen bis zu
      einer Woche per Post zugesendet" lächelte ich. Ich räumte die ganzen Packungen weg und erledigte den Anruf bei der zuständigen Stelle der Pässe. Ich bedankte mich bei Dimitri
      für den Kaffee am Ende und das aufmunternde Gespräch. Gegen Mittag hatte ich dann Zeit um im Hotel den Wellness Bereich zu testen.

      18.06.2018 | 2.598 Zeichen | Cooper
    • Canyon
      German Horse Center
      Springen A → L
      „Die Reitstunde fängt um 17:00 Uhr an“, sagte ich Brooke und grinste. „Also kannst du nicht mit zum Turnier um mich zu unterstützen?“ „Nein, das hast du gut erkannt. Nimm doch einfach Rabea mit, die hilft dir bestimmt gerne.“ „Wer kommt denn? Kennt man die Leute?“ „Also Abby und Val aus Mazedonien kommen und ein Dimitri Fominov mit seiner Stute Poca.“ Sie nickte ruhig und machte ihre Pferde für das Turnier fertig. „Ich muss dann los“, verabschiedete sie sich hastig und schloss die Tür ihres Zug- und Geländewagens. Eine halbe Stunde später kamen dann auch schon die Reitschüler. Das klang immer so als würde man mit Teenager arbeiten, was zum Teil auch der Fall war. Aber eben nicht immer. Dimitri und Poca waren die ersten, die ihren Weg zu uns in die Halle fanden. Wir trainierten in der Halle, da es draußen regnete und ich nicht dafür aufkommen wollte, wenn den Gastpferden etwas zustoßen sollte. Der Parcours war schon aufgestellt und wir fingen mit Stangenarbeit an um die Pferde warm zu machen. Dimitri hatte seine Stute gut unter Kontrolle, wenn gleich er auch immer den Wassergraben in einem großen Bogen umritt. „Dimitri, warum reitest du so große Bögen um den Graben?“ Neugierde hatte mich gepackt und ich wollte wissen, wo das Problem lag. „Poca hat panische Angst vor Wasser. Deswegen weiß ich nicht wie sie den Wassergraben meistert.“ „Okey, also, wenn du magst, reite ich ihn mal an, sollte es nicht funktionieren. Aber um in Turnieren der Klasse L zu reiten, muss der Wassergraben gesprungen werden.“ Er nickte und ritt weiter. Deila lief artig unter Val und Wasserstern war ziemlich unaufmerksam. „Abby nimm ihn mal etwas kürzer, er rennt unter dir weg.“ Wir übten mit 8 Hindernissen, darunter ein Wassergraben mit einer Weite von 3,00m, zwei Zweifache Kombinationen und eine dreifache. Angefangen bei einem Rick um uns an die Höhe von 1,15m zu gewöhnen. Die ersten Male lief Poca super, bei Wasserstern lief es auch gut, nachdem ich mich kurzerhand auf ihn setzte und ihn ordentlich an die Sprünge ritt. Abby schlug sich mit dem schwierigen Hengst jedoch gut für ihren Ausbildungsstand, wobei sie bei uns eher mit einem rittigeren Hengst lernen dürfte. Nun kamen wir jedoch zum schwierigeren Problem. Wir mussten Poca davon überzeugen über den Wassergraben zu springen. Also übten wir langsam mit ihr über die Plane zu gehen, die sie sehr verängstigte, da sie darunter blau war. „Ich denke wir üben jetzt einfach mal den Sprung zu springen und sollte das gut gehen, üben wir das ein zwei mal und dann dürft ihr den Parcours springen. Wenn er fehlerfrei geht, seid ihr fertig“, sagte ich und ließ Val mit Deila anfangen. Sie galoppierte ruhig auf die Sprünge zu und nahm sie nach dem Sprung etwas zurück. „Super Val. Gib ihr beim Sprung ein bisschen mehr den Zügel. Ja genau so“, sagte ich. „Gut so.“ Die nächste war Abigail mit Wasserstern. Der sonst unruhige Hengst schien nun konzentriert. Er flog fast über die Sprünge. Er war sicherlich für die Zeitspringen zu gebrauchen, an seinem Stil musste man vom Boden aus mehr arbeiten. „Dimitri, zeig ihr, dass der Wassergraben nur ein Sprung wie jeder andere ist“, versuchte ich ihn zu puschen und scheinbar trug es Früchte. „Na siehste, es läuft doch!“, lachte ich triumphierend und war stolz ihn so nach Hause fahren lassen zu können. „Ihr habt gute Arbeit geleistet, aber ihr müsst dran bleiben!“

      15.09.18 | 3.377 Zeichen | Sosox3
    • Canyon
      [​IMG]
      Untersuchung & Hufpflege
      Gähnend saß ich an meinem Frühstückstisch und trank den letzten Schluck meines Kaffees, ich war zwar noch nicht spät dran aber dennoch wollte ich sofort losfahren. Heute hatte ich nämlich meinen ersten richtigen Auftrag! Glücklich trat ich aus meinem Haus und stolzierte zu meinem kleinen Truck der mir als mobile Hufschmiede zur Seite stand. Nachdem ich nochmals ganz genau nachgesehen hatte, konnte ich mit Überzeugung sagen nichts vergessen zu haben. Ein letzter Blick auf mein Zuhause und schon saß ich in meinem Truck und fuhr los. Mein Ziel war das Zuchtgestüt Fominow, die liebe Gestütsleiterin hatte mich gebeten drei ihrer Zuchtpferde die Hufe zu kontrollieren. Nach einer Weile war meine Fahrt zu ende, das schöne Gestüt streckte sich vor meinem Truck aus, weshalb ich kurz innehielt um alles zu genießen. Dann parkte ich meinen Wagen und lief los um Canyon zu suchen. Die junge Frau war jedoch schnell gefunden und empfing mich freundlich, sie erklärte mir schnell wo ich meinen Truck parken könnte und wo ich alles aufbauen sollte. Während ich alles aufbaute führte Canyon drei wunderschöne Budjonny Pferde auf mich zu. Bevor ich diesen Auftrag erhielt hatte ich ehrlich gesagt noch nie etwas über diese Rasse gehört, doch jetzt wo diese drei vor mir standen bereute ich es, nicht schon viel früher mit diesen Tieren zu tun gehabt zu haben. Meine erste Patientin war ein Fuchs mit dem Namen Алёна. Ich musterte zuerst die schöne Farbe der Stute und die ruhige Art wie sie mich beobachtete, dann fasste ich vorsichtig ihr linkes Bein hinunter und hob es an. Ich begann damit dass ich ihre Hufe auf Hufkrankenheiten und ähnliches untersuchte. Bei Алёна schien dies aber eine reine Zeitverschwendung zu sein, da ihre Hufe nicht die kleinsten Anzeichen aufwiesen. So machte ich mich nachdem ich alle 4 Hufe untersucht hatte gleich an das raspeln und schneiden. Da Алёна Hufe noch nicht besonders lange waren dauerte auch diese Arbeit nicht besonders lange. "Sie war wirklich brav!“, stellte ich fest, nachdem meine Arbeit bei dieser Schönheit beendet war. Canyon lächelte stolz und führte meine nächste Patientin zu mir. Роса.
      Die junge Stute schien wie Алёна zuvor sehr ruhig zu sein, jedoch wirkte sie nicht ganz so begeistert über mein herum hantiere an ihren Hufen zu sein. Auch bei dir jüngeren Stute waren keine Hufkrankheiten zu entdecken, weshalb ich mich schnell an das raspeln und schneiden machte. Ein paar Mal versuchte die Stute mir ihr Bein zu entziehen und schnaubte ungeduldig, doch mit Hilfe ihrer Besitzerin war die Stute schnell beruhigt und lies die letzten paar Minuten meiner Behandlung über sich ergehen. Mein letzter Patient für heute war ein Hengst mit dem Namen Намисо. Wie seine beiden Vorgänger war auch dieser Hengst ein wunderschönes Tier. Der Hengst ließ sich vor meiner Arbeit erst einmal mit Streicheleinheiten verwöhnen und musterte mich danach nichtmehr ganz so misstrauisch. Nach ein paar Minuten konnte ich mich dann an die Arbeit machen, wie auch bei den beiden Stuten zuvor waren keinerlei Anzeichen auf Hufkrankheiten zu finden. Das raspeln und schneiden verlief bei Намисо etwas holprig da auch er manchmal sein Bein wegzog, aber nach einer Weile war auch mein letzter Patient fertig und glänzte in voller Pracht. Ich half Canyon dabei die Pferde zurück in ihre Ställe zu bringen, danach wurde ich von der Gestütsleiterin zu meinem Wagen begleitet wo ich mich freundlich von Canyon verabschiedete und dann in meinen Truck stieg. Für meinen ersten richtigen Auftrag war dies auf jeden Fall ein Erfolg gewesen! Und wer weiß vielleicht bekomme ich ja ein anderes Mal noch einmal die Chance auf dem Zuchtgestüt Fominow eines der Pferde zu behandeln!

      03.11.18 | 3.699 Zeichen | Sissicat
    • adoptedfox
      [​IMG]
      Springen L → M
      Es war noch früh am Morgen und doch herrschte auf dem Zuchtgestüt Fominow schon reges treiben. Dichter Nebel hing über den Weiden und die Grashalme waren mit Morgentau übersät. Die Pferde waren bereits vor einer halben Stunde gefüttert worden und während ein paar Pfleger des Zuchtgestüts mit dem ausmisten begannen, sammelten sich die anderen im Hof und besprachen die Aufgabenverteilung. Bevor ich in den Stall ging um Poca zu begrüßen, ging ich allerdings auf den Platz um einige Vorbereitungen für das spätere Training zu treffen. Ich baute Hindernisse ab um neue Kombinationen zu bilden und platzierte Trabstangen im Sand, stets darauf achtend, dass der Abstand passte und die Stute nicht aus dem Takt fiel. Nach meiner Ankunft auf dem Zuchtgestüt hatte Dimitri mich zu Poca gebracht, die sich seit meinem letzten Besuch einige Monate zuvor, bestens entwickelt hatte. Bereits am Nachmittag sattelte ich die Stute und ging mit ihr für ein kurzes Warm-Up in die Reithalle um mir ein Bild davon zu machen, welchen Ausbildungsstand sie nun hatte und wo ihre Schwächen lagen.
      “Das sollte passen.” sagte ich zu mir selbst und räumte die Ständer und Stangen, die ich nicht benötigt hatte, hinter den Zaun in die Wiese und ging in den Stall um Poca für das Training vorzubereiten. Nachdem ich die Stute ausgiebig geputzt hatte, kontrollierte ich ihre Beine um sicherzustellen, dass sie sich beim gestrigen Ritt keine Verzerrungen o.ä. zugefügt hatte - doch es war alles in Ordnung. Ich ging in die Sattelkammer und holte ihren Sattel, ihre Trense, das Vorderzeug, sowie ein paar Gamaschen und Hufglocken zum Schutz der Beine. Nachdem ich alles in der Stallgasse abgelegt hatte, legte ich ihr den Sattel auf und zog die Satteldecke zurecht, bevor ich unter ihrem Bauch nach dem Gurt griff und ihn locker verschloss. Ich befestigte das Vorderzeug und legte ihr die Gamaschen und Hufglocken an. “Du sprühst ja nur so vor Motivation!” lachte ich, als ich der Stute die Zügel über den Hals legte und diese genüsslich gähnte. Bereit für das Training, setzte ich mir meinen Helm auf und zog die Handschuhe an. Die Wetterlage hatte sich noch nicht wirklich gebessert. Der Nebel löste sich zwar zusehends auf, war aber noch immer dicht genug, dass man die Pferde auf den Weiden nur als schwache Silhouette erahnen konnte.
      Auf dem Platz angekommen stellte ich Poca auf, gurtete nach und kontrollierte die Länge der Steigbügel, bevor ich einen Fuß hinein stellte und mich mit Schwung in ihren Sattel setzte. Während des Schritt reitens ließ ich der Stute etwas mehr Zügel zur Verfügung damit sie sich ordentlich strecken konnte, bevor ich die Zügel aufnahm um eine konstante Verbindung zum Pferdemaul zu haben. Anfangs etwas träge, taute die Stute schnell auf und war voll bei der Sache, als ich sie antrabte und nach 2 Runden über die Trabstangen schickte. Nach einer weiteren Runde im Trab gab ich der Stute die Galopphilfen und sie sprang sauber über. Bevor wir in den Parcours gingen, ritt ich eine weitere Runde durch die Hindernisse und taxierte dann den ersten Sprung - ein Rick mit einer Höhe von 1.20m. Ich zählte die Galoppsprünge mit und Poca sprang im richtigen Zeitpunkt ab. Ich gab ihr die Zügel vor damit sie eine gute Bascule aufbauen konnte und stieg aus dem Sattel auf um sie über dem Sprung zu entlasten. Ich klopfte der Stute kurz den Hals, bevor wir das nächste Hindernis taxierten. Eine Kombination bestehend aus einem Oxer und 2 Rick-Sprüngen. Zwischen den Hindernissen lagen jeweils 2 Galoppsprünge sodass ich Poca schon vorher das Tempo drosselte, damit sie sich nicht verschätzte und schlimmstenfalls im Hindernis landete. Nach einer weiteren Kombination aus In-Out Sprüngen und einem Tripplebarren, taxierte ich den Wassergraben. Ich wusste das Poca damit immer Probleme hatte und spornte die Stute an. “Zeig was du drauf hast, Mädchen!” sagte ich etwas lauter und gab ihr die Hand vor. Die Stute sprang ohne zu zögern über den Graben und landete mit einem ihrer Hinterhufe sogar im Wasser, ohne zu scheuen, zu buckeln oder gar zu steigen! Mehr als stolz klopfte ich ihr den Hals und ritt eine Runde um den Parcours. Dimitri und seine Trainer hatten tolle Arbeit geleistet. Auch wenn die Stute weiterhin unsicher gegenüber Pfützen und Wasser war, war sie im Parcours voll bei der Sache und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Das zählte. Zurück im Parcours nahmen wir die Sprünge in Angriff, die ich auf 1.30m gelegt hatte. Nach einem weiteren Steilsprung, einem Oxer und einer Kombination aus 2 Rick-Sprüngen beendete ich das Training und ließ die Stute erst im Trab- dann im Schritt auslaufen und ließ ihr die Zügel lang. Sie hatte ihre Sache mehr als gut gemacht und Dimitri konnte stolz auf sein “Röschen” sein. Nach dem 10-minütigen trockenreiten hielt ich die Stute an, stieg ab und lockerte den Gurt um sie zurück in die Stallgasse zu führen. Dort angekommen band ich sie fest und sattelte sie ab. Ich verstaute ihre Utensilien wieder in ihrem Schrank und nahm mir eine der Abschwitzdecken, da die Stute noch nicht ganz trocken war und legte sie ihr auf. Ich brachte Poca auf die Weide, auf die sie zugeteilt war und verabschiedete mich von ihr. Ich hoffte, dass ich weiter an ihrer Ausbildung teilhaben durfte und ging zurück in den Stall um Ordnung zu schaffen. Bereits gestern hatte Dimitri mich darüber informiert, dass er am Vormittag nicht am Hof sein würde und so hinterließ ich ihm einen kleinen Brief, bevor ich meine Sachen zurück in den Koffer räumte und mich auf den Weg zum Flughafen machte.
      Poca war eine talentierte Stute und konnte nun ohne Probleme an Turnieren der Klasse M teilnehmen.

      03.11.2018 | 5630 Zeichen | adoptedfox
    • Gwen
      [​IMG]
      снег, снег, снег
      Bereits früh am Morgen begann mein Arbeitstag und doch freute ich mich jedes Mal. Schon lange waren die Tage so kurz, dass mein Wecker klingelte, wenn es draußen noch dunkel war. Zu meinem Glück wohnte ich nicht weit entfernt vom Zuchtgestüt Fominow und war so schnell da. Bereits seit vorgestern musste ich morgens immer die Scheibe des Autos freikratzen, keine schöne Arbeit, aber heute, als ich das Haus verließ, konnte ich kleine weiße Schneeflocken fallen sehen. Sofort schlug mein Herz höher, denn ich liebte den Schnee. Als ich mich umschaute, sah ich, dass bereits die Landschaft von einer dünnen weißen Schneeschicht bedeckt war. Zwar fror ich auch heute wieder beim Freikratzen, aber ich freute mich über den Schnee und beschwerte mich deshalb nicht.
      Als ich am Gestüt ankam, schneite es immer noch und hier lag mittlerweile bereits mehr Schnee. Ich machte mich auf den Weg in den Stall, um Henning bei den morgendlichen Arbeiten zu helfen. Inzwischen war ich so lange hier, dass ich die Routinen kannte und mit den anderen ein eingespieltes Team war. Während Henning sich um die Fütterung kümmerte, schaute ich einmal in jede Box hinein und kontrollierte kurz die Pferde. Dimitri hielt nicht viel vom Eindecken, doch der ein oder andere benötigte bei der Kälte und dem zusätzlichen Wind dann doch zumindest eine dünne Decke. Also machte ich mich daran, diese Pferde einzudecken. Nachdem dann alle gefüttert waren, teilten Henning und ich uns die Pferde auf und brachten sie auf die jeweiligen Koppeln.
      Er übernahm heute die Stuten und begann mit Анжелика und Алёна. Als die anderen das Hufgeklapper auf der Stallgasse hörten, wurden sie wach. Юрий, welchen ich gerade aufhalfterte, wieherte mir indes lautstark ins Ohr und ich musste unwillkürlich zusammenzucken. "Hey, geht's noch?", fragte ich lachend und führte ihn aus der Box und weiter zu Маэстро. Auch ihn halfterte ich auf und dann durften die beiden schon einmal hinaus auf ihre Weide. Sobald die Halfter ab waren und ich außer Reichweite, sprangen die beiden förmlich im Dreieck. Sie buckelten, galoppierten und jagten sich gegenseitig. Der Schnee schien auch die Lebensgeister der Pferde zu wecken.
      Wieder im Stall angekommen, hängte ich die Halfter zurück an ihre Haken. Henning kam auch soeben zurück und schüttelte den Kopf. "Hatten deine beiden auch so eine Macke?", fragte er und erzählte, wie die beiden sonst so ruhigen Stuten auf der Weide abgegangen waren. Ich musste lachen und während wir uns kurz unterhielten, wurde es im Stall immer unruhiger. Also machten wir uns daran, die nächsten Pferde hinauszuschaffen. Henning verließ mit Роса und Фантастика den Stall und die beiden Fuchsstuten tänzelten bereits jetzt aufgeregt neben ihm her. Doch Henning ließ sich davon nicht anstecken. Seelenruhig und wie ein Fels in der Brandung lief er voran, ein göttliches Bild mit den beiden aufgeregten Hühnern zu beiden Seiten.
      Ich sorgte mich ja bereits ein wenig, doch meine Sorge war unbegründet, denn Намисо und Экстраординарный schienen nicht besonders viel von der Aufregung zu halten. Entspannt schritten die großen Hengste neben mir her und waren vorbildlich wie eh und je. Bei ihnen ging es auf der Weide auch gesitteter zu. Zwar trabten sie mit erhobenen Schweifen davon, aber Экстраординарный wälzte sich zunächst genüsslich und Намисо scharrte direkt im Schnee, um vielleicht doch noch etwas Gras zu entdecken. So schieden sich also die Geister unserer geliebten Vierbeiner, die einen flippten aus und die anderen blieben tiefen entspannt.
      Zuletzt verblieben im Stall nur noch unseren beiden neusten Budjonnys, zwei wahre Prachttiere. Dabei handelte es sich um den hellen Fuchs Барышников und die ebenso recht hell geratene Stute Чайка. Beide Pferde gehörten noch gar nicht so lange zum Gestüt Fominow, hatten sich aber bereits mehr als gut eingelebt und auch schon einige Erfolge bei den Turnieren erzielen können. Барышников war zudem nicht alleine gekommen, sondern hatte seinen Reiter direkt mitgebracht. Die beiden waren ein eingespieltes Team und obwohl ich sie bisher nur wenige Male hatte reiten sehen, konnten sie sich wirklich sehen lassen.
      Nachdem alle Pferde nun auf ihren Weiden standen, befüllten Henning und ich zunächst die Heuraufen der Winterweiden neu, damit die Pferde auch wie gewohnt ihr Futter ad libitum hatten. Danach kontrollierten wir noch fix die Tränken, doch dann guter Dämmung war nichts eingefroren. Also hieß es nun misten. Alle elf Boxen mussten gründlich gemistet und für den Abend vorbereitet werden. Neben dem misten und frisch einstreuen gehörte auch das Befüllen der Heunetze dazu. Zudem reinigten wir täglich die Tränken und Tröge, um Keimen und Bakterien keine Chance zu lassen. Als wir fertig waren und ich nur noch fix die Stallgasse kehrte, kamen bereits die ersten Reiter in den Stall und begrüßten uns fröhlich.

      17.12.2018 | 4.842 Zeichen | Gwen
    • Canyon
      [​IMG]
      Der Moment davor
      »Die Stuten platzen bald«, sagte Eva. „Jeden Moment könnten sie einfach bumm machen. Wie ein Luftballon.«
      Ich lächelte und blickte kurz zu Eva, die am Zaun zur Stutenweide stand. Verträumt hatte sie sich auf einen Besen gestützt und beobachtete nun schon mehrere Minuten die Stuten mit ihren kugelrunden Bäuchen, anstatt mir zu helfen, den Weg zu den Weiden zu kehren und von gewachsenem Gras zu befreien. Es nieselte leicht, endlich etwas Regen. Erst gestern Nacht hatte durch die Hitze und den dazu noch sehr starken Wind ein Waldgebiet ganz in unserer Nähe gebracht. Die ganze Nacht waren die Sirenen zu hören gewesen. Es war der Albtraum jedes Hausbesitzers, das es einmal sein Haus, sein Feld oder seine Scheune sein würde, die in den lodernden Flammen untergehen würde. Diese Nacht hatten wir Glück gehabt.
      Drei der fünf Stuten waren in der letzten Phase ihrer Schwangerschaft, jede Minute könnten sie gebären. Die Boxen waren mit Kameras ausgestattet und zusätzlich gab es noch Sitzwachen, die die Nacht über nur auf den kleinen Bildschirm starrten und darauf warteten, dass der Nachwuchs zur Welt kam. Es war schwer zu sagen, ob Анжелика, Роса oder Алёна zu erst gebären würde, die ersten Wetten und Namensvorschläge waren aber schon längst im Gange.
      Фантастика, Нимфадора und Чайка, sie waren erst letzten Herbst auf das Gestüt gezogen, würden voraussichtlich auch im Herbst erst fohlen. Das ermöglichte uns, dass wir uns vollkommen auf das Aufziehen von nur drei, anstatt sechs Fohlen konzentrieren mussten.
      Dimka war zwar den Winter über viel auf dem Gestüt gewesen, hatte Pferde trainiert und kleinere Bauarbeiten gemacht, war aber seit Frühlingsbeginn nun wieder viel unterwegs, um vor allem die Hengste auf Turnieren und anderen Shows vorzustellen und den Namen seines Gestüts in aller Munde zu verbreiten. Ich hatte es zu erst nicht glauben wollen, zu groß war die Sehnsucht gewesen, aber mittlerweile hatte der Name Fominow im Pferdegeschäft durchaus einen Platz weiter vorne eingelegt und immer öfter kamen nun Interessierte, die die Budjonnys kennenlernen und manchmal auch mit den stolzen Hengsten des Gestüts züchten wollten.
      Eva wachte aus ihren Gedankengängen auf und kam mit schnellen Schritten hinter mir her getippelt. »Habe ich wieder geträumt?« Ihre Augen waren unschuldig aufgerissen, sodass ich lachen musste. Ich winkte ab und küsste sie kurz freundschaftlich auf die Stirn. Dann legte ich einen Moment meinen Kopf in den Nacken, spürte den feinen Nieselregen auf der Stirn und auf dem Mund und war mir sicher, dass ich gerade an keinem anderen Ort auf der Welt sein wollte.

      16.06.2019 | 2.599 Zeichen | Canyon
    • Canyon
      [​IMG]
      Ungeduld und Nagellack
      „И не могли бы вы отправить заявление Клаусу? Мне срочно нужна эта форма к концу года. Речь идет о отчёте для компании, у которой он купил лекарство для Анжелики.“
      Geduldig hörte ich Dimka dabei zu, wie er mal wieder Geschäftsgespräche führte. Dabei war Mittwoch eigentlich unser Tag. Das bedeutete, ab 16:00 Uhr keine unnötigen Telefonate mehr, kein Abstandhalten der Berufsbeziehung wegen und auch kein „von oben herab“, wie es Dimka gerne tat, wenn er in seiner Rolle als Gestütsleiter auftrat.
      „Спасибо. Увидимся завтра“, beendete Dimka endlich sein Gespräch. Ich hatte mich derweil meinen Fußnägeln zugewandt und obwohl ich Nagellack noch nie besonders schön fand, hatte ich ttsächlich in der hinteren Ecke des Badschranks noch ein helles Grün gefunden. Ohne den Blick zu heben, beschäftigte ich mich also mit der Lackierung meiner Fußnägel.
      „Tut mir Leid“, sagte Dimka, endlich wieder auf Deutsch. „Ich hatte dir versprochen, das sein zu lassen.“
      Ich zuckte mit den Schultern ohne den Blick zu heben. „Schon okay“, sagte ich. Innerlich schmollte mein Kleinkind jedoch so sehr, dass es seine Unterlippe aus den Augenwinkeln wahrnehmen konnte.
      „Wollen wir einen Ausritt machen?“, fragte Dimka.
      „Ich weiß nicht“, sagte ich gedehnt. „Meine Fußnägel müssen erst trocknen und vielleicht mache ich für einen besseren Glanz dann noch eine zweite Ebene drauf.“
      „Hast du das von Instagram?“, fragte er und ich merkte, wie er breit grinste.
      Mist, erwischt. Er kannte mich zu gut. Ich hatte nämlich keinen Plan von diesem Zeug, geschweige denn wie man es anwendete. Dafür hatte ich in der letzten halben Stunde während seines Telefonats definitiv genug Zeit für meinen sinnlosen Instagram-Feed gehabt.
      „Na gut“, sagte ich ergeben und gab meine Fassade auf. Sie hatte sowieso nicht so viel Spaß gemacht. „Lass uns ausreiten.“
      Ich kramte alte Socken aus meinem Schrank und zog sie ungeachtet der noch frischen Farbe auf meinen Fußnägeln, über meine Füße. Dann zog ich Dimka von der Couch hoch und drückte ihm seine Mütze in die Hand.
      Es war erst kurz nach halb fünf, aber draußen sah es aus wie finsterste Nacht. Ausritte waren in letzter Zeit viel zu kurz gekommen. Die Scheu vor der Dunkelheit da draußen war bei uns allen recht groß. Aber Vormittags gab es einfach zu viel zu tun und ab 15 Uhr begann es oft bereits zu dämmern.
      Dafür war der Stall noch erleuchtet. Ganz vorne stand Барышников. Der wilde Hengst aus Russland, welchen ich gerne als Ersatz für meine Анжелика geritten wäre.
      Aber natürlich hatter er einen ebenso guten Reiter, der mit großem Verstand alles daran setzte, aus dem bereits fünfjährigen Hengst noch ein akzeptables Turnierpferd zu machen. Sascha hatte nicht die Hoffnung, noch die Bühnen der Welt mit ihm stürmen zu können, aber die goldene Farbe seines Fells und das natürliche Talent, dass er mit sich brachte, waren Grund genug, um ein wenig hoffen zu können.
      Саша Давыдов war genauso ein Wunderreiter, wie sein Pferd ein Wunderpferd war. Ich schätzte deswegen Dimkas Überzeugungskünste noch mehr, dass er einen der erfolgreichsten Juniorreiter aus Russland dazu veranlasst hatte, auf unser Gestüt nach Deutschland umzusiedeln. Mit ihm war natürlich auch Барышников gekommen, sein Baletttänzer, wie er ihn gerne nannte.
      Sascha und Dimka verstanden sich gut. Aus den beiden waren so etwas wie Freunde geworden, auch wenn das bei Dimka nur schwer zu glauben war. Viele konnten Sascha nicht leiden. Innerhalb kürzester Zeit hatte er sich einen Posten recht weit oben in der Gestütsrangliste ergattern können, ohne viel dafür tun zu müssen. Mittlerweile war er in alle wichtigen Angelegenheiten verstrickt, hatte genauen Zugriff auf das Finanzielle und war zu Dimitri Fominows engstem Berater geworden. «Den roten Fuchs» nannte man ihn mittlerweile.
      Auf jeden Fall gab es keinen Zweifel, welches Pferd Dimka wählen würde. Sein Маэстро nahm er überall mit hin. Das einzig wahre Vorzeigepferd, wie er immer sagte.
      Für mich wahr die Entscheidung um einiges schwieriger. Viele der restlichen Pferde standen mit ihren Turnierreitern gut im Training, wie Фантастика, Экстраординарный, Намисо oder Алёна. Юрий war nun leider schon seit einiger Zeit auf einem Gestüt in Süddeutschland, diente dort als Deckhengst. Nicht nur Henning freute sich auf seine Heimkehr. Schlussendlich blieben für mich also nur noch Нимфадора und Чайка. Beides hübsche Stuten, die zur Zeit nur langsam Anschluss am täglichen Training fanden. Ich mochte beide wirklich sehr.
      Ich entschied mich für Nymphe. Alleine aus dem Grund, weil ich wusste, dass sie kein Problem mir anhänglichen Hengsten hatte und es auch gut schaffte, ihre Rosse zurückzuhalten. Im Gegensatz zu einigen der anderen Kandidatinnen.
      Nymphe wurde von mir von allen Seiten gut mit reflektierenden Streifen ausgestattet und sowohl der leuchtende Halsring, als auch die blinkende Schweifbeleuchtung sollten wohl genug Licht darstellen, um nicht zu übersehen zu werden. Dimka war zwar etwas sparsamer an die Sache herangegangen, «der Meister» würde aber trotzdem gut zu sehen sein. Mir selbst zog ich noch eine Warnweste an und setzte mir die Stirnlampe auf den Helm.
      «Kann losgehen!», sagte ich und grinste Dimka an. Er musterte mich etwas skeptisch, musste dann aber auch grinsen.
      «Ja, kann losgehen», sagte er und schwang sich in den Sattel von Маэстро.

      18.12.2019 | 5.294 Zeichen | Canyon
    • Gwen
      [​IMG]
      Herbst

      Es war ein kalter und trüber Morgen. Fröstelnd rieb ich meine Hände aneinander und bereute es, keine Handschuhe angezogen zu haben. Tassilo grinste mich nur an, als er bereits mit Анжелика, Алёна und Poca den Stall verließ. Auch er war dick eingepackt, aber ihm schien das schlechte Wetter immer recht wenig auszumachen. Ich war da schon wesentlich jammernder unterwegs. Also still jammernd, immerhin brachte das weder den Pferden noch mir etwas. Wir hatten die Pferde bereits gefüttert und während Tassilo sie nacheinander auf ihre Weiden brachte, begann ich direkt, die freigewordenen Boxen zu misten und für die kommende Nacht vorzubereiten. Das hieß, altes Stroh raus, frisches Stroh rein und die Heunetze auffüllen.
      Was das betraf, waren wir ein super Team und gegen sieben Uhr waren wir mit allem fertig. So langsam wurde es draußen auch hell, nur, dass es jetzt auch begann zu regnen. "Не снова", murmelte ich und verdrehte die Augen. Der dritte Tag in Folge, an dem es einfach nur regnen würde. Юрий und Маэстро standen bereits am Putzplatz. Tassilo hatte die beiden Hengste direkt drin gelassen, denn gleich ging das erste Springtraining los. Routiniert machte ich Маэстро fertig und führte ihn dann aus dem Stall zum Springplatz. Wir wärmten die Pferde auf und kurz darauf erschien Dimitri. So ruhig und ungesprächig, wie immer bei solchem Wetter, stand er mit Regenmantel in der Mitte des Platzes und legte direkt los.
      Der Boden war gut, so dass wir nichtsdestotrotz hoch sprangen. Aktuell arbeiteten wir daran, auch bei den höheren Höhen die Form und Technik beizubehalten. Beide Hengste machten ihren Job heute wirklich gut, so dass wir schnell vorankamen. Ein knappes Lob von Dimitri zum Abschluss und dann verschwand er wieder. Wir ritten die beiden Budjonnys ab und brachten sie dann in den Stall. Dort hieß es fix absatteln, etwas mit Stroh abreiben, während sie ihr Futter bekamen und dann durften sie hinaus auf die Weide. Und während Tassilo die beiden versorgte, holte ich bereits Намисо und Экстраординарный für die nächste Runde.
      Als Tassilo wieder kam, waren die beiden bereits gesattelt, so dass wir direkt starten konnten. Wieder ab in den Regen und etwas springen. Mit den beiden jedoch ein gemütlicheres Training. Aktuell trainierten wir sowieso ein wenig ab, da in der Wintersaison nicht zu viel passieren würde. Hier und da vielleicht ein Hallenturnier, ansonsten hielten wir die Pferde fit und minderten das Trainingspensum, damit sie genügend andere Reserven für die Temperaturen hatten. Экстраординарный zeigte sich heute von seiner besten Seite und ließ sich das Wetter nicht anmerken. Намисо hingegen war heute sehr sensibel unterwegs. Ich hatte das Gefühl, durch den Regen wirkte jede meiner Schenkelhilfen dreimal so stark oder Намисо war einfach eine Mimose bei schlechtem Wetter.
      Tendenziell machten sie beiden ihren Job dennoch sehr gut, so dass wir zufrieden das Training beenden konnten.
      Abschließend waren unsere drei Stuten an der Reihe. Sie hatten heute ihren freien Tag, was so viel bedeutete wie entspannteres Training. Wir machten Чайка, Нимфадора und Фантастика fertig und warteten dann noch auf Eva, welche sich trotz des Wetters auf einen Ausritt eingelassen hatte. Dankend nahm sie die Zügel von Чайка und schwang sich auf den Rücken der großen Fuchsstute. Ich hingegen ritt Нимфадора und Tassilo nahm Фантастика. Es wurde ein entspannter Ausritt, zu großen Teilen durch den Wald. Wir redeten auch gar nicht viel, sondern genossen einfach die Abwechslung von der Arbeit. Den Stuten ging es ähnlich und sie schritten zufrieden am langen Zügel die Waldwege entlang.
      "Тассило, помоги мне на кухне", meinte Eva, als wir wieder im Stall waren und die Pferde abgesattelt am Putzplatz standen. Ich lächelte leise in mich hinein. Tassilo war kein Fan davon, in der Küche zu helfen. Vorzugsweise machte er lieber alle Stallarbeiten, aber Eva war der Meinung, dass jeder überall mal half. Also gingen die beiden hinein, um sich um das Mittagessen zu kümmern. Ich brachte sie Stuten wieder hinaus und holte mir zum Ende noch Барышников. Der wunderschöne helle Fuchs wurde nur noch einmal für gut zwanzig Minuten locker longiert. Er hatte gestern ein anspruchsvolles Training gehabt, weshalb er gerade in der Regenerationsphase war und wir gerne Muskelkater verhindern wollten.
      Als ich Барышников wieder auf seine Weide gebracht hatte, kam ich auf dem Rückweg bei unseren Kleinsten vorbei. Алевтина, Юноно und Молотов standen zufrieden in ihrem Offenstall im Unterstand und mümmelten Heu. Die drei Kleinen waren einfach goldig und sie entwickelten sich prächtig, ich hätte den ganzen Tag bei ihnen verbringen können. So blieb ich auch diesmal wieder länger stehen, bis ich Evas Stimme über den Hof rufen hörte: "
      еда готова!"

      15.10.2020 | 4.767 Zeichen | Gwen
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Zuchtgestüt Fominow
    Hochgeladen von:
    Canyon
    Datum:
    18 Juli 2018
    Klicks:
    906
    Kommentare:
    9

    EXIF Data

    File Size:
    407,8 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • [​IMG]
    Роса

    ● ○ ● ○

    Stute | *2014 | 160cm
    Budjonny
    Fuchs

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    Poca, oder Röschen, wie sie oft liebevoll genannt wird, heißt eigentlich übersetzt Tau. Aber auch Rose passt gut zu der zarten und filigranen Stute, die nichts aus der Ruhe bringt. Im Gelände ist sie sicher unterwegs und vor allem überaus trittsicher. Sie besitzt ein angemessenes Reittempo und ordnet sich gerne etwas weiter hinten ein, wenn sie in der Gruppe unterwegs ist.
    Nur Wasser, Wasser ist für sie ein Fluch. Sieht sie das spiegelnde etwas auf dem Boden, wehrt sie sich mit jedem Schritt dagegen und überspringt Pfützen zur Not auch im hohen Bogen. Regen stört sie hingegen wieder nicht.
    Trotz ihres jungen Alters zeigt sie bereits sehr viel Potential. Stärken und Schwächen müssen jedoch noch genauer herausgefunden werden.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Rinnaja
    im Besitz seit: 18. Juli 2018
    Kaufpreis: 500 Joellen

    ● ○ ● ○

    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Springen E A L M S S* S**

    Military E A L M S

    Dressur E A L M S S* S**

    Distanz E A L M S

    Galopprennen E A L M S

    Western E A L M

    Fahren E A L

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
    360. Distanzturnier | 361. Distanzturnier | 261. Synchronspringen | 262. Synchronspringen

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
    462. Westernturnier | 523. Dressurturnier | 409. Fahrturnier | 367. Distanzturnier

    [​IMG][​IMG]

    9. Synchronfahren | 380. Militaryturnier

    ● ○ ● ○

    [​IMG]
    [SK 461]

    Gencode: ee Aa
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Zuchtgestüt Fominow

    Nachkommen
    -


    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    ● ○ ● ○

    PNG | Puzzle PNG | offizieller HG