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Canyon

● Анжелика ♞

ausgesprochen Anschelika | inoffizieller HG von sadasha | тавро: 20-09

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● Анжелика ♞
Canyon, 16 Juni 2018
Bracelet, Flair, MeisterYoda und 6 anderen gefällt das.
    • Canyon
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      Горячие мысли
      Es war seine Wärme, die mich in jener Nacht immer wieder zurück in seine Arme trieb. Seine Hände suchten die meinen, schlangen sich um meinen Körper und hielten mich mit aller Wärme fest. Als ich einmal aufwachte, war mir die Decke von den Schultern gerutscht. Dimka erwachte von meinen schwachen Bemühungen, die wärmende Decke über die kalten Stellen meines Körpers zu ziehen. Er jedoch zog mich mit geschickten Griffen wieder ein Stück näher an seinen Körper und breitete dann die Decke über mir aus. Sein warmer Arm unter meinem Kopf, die sich sacht hebende und senkende Brust neben mir und der gleichmäßige Atem, wiegten mich zurück in einen traumlosen Schlaf.
      Als ich am Morgen aufwachte, war ich mir nicht sicher, ob Dimka auch geschlafen hatte. Sein Griff um meine Taille war genau so stark und bestimmend wie zuvor und auch sein Atem ging gewohnt gleichmäßig. Als ich den Kopf ein Stück drehte, blickte ich in seine tiefliegenden blauen Augen und er sah mich an, als hätte er die ganze Nacht nichts anderes getan.

      Er konnte die Finger nicht von mir lassen und ich liebte das. Ich liebte ihn und wenn er da war, dann liebte ich auch die Welt. Dabei war er mir damals nicht aufgefallen. Er war einer von vielen neuen Gesichtern und wir besuchten nur ein paar Kurse zusammen. Er war nicht sonderlich fleißig, aber das brauchte er auch nicht zu sein. Er hatte Talent und das anscheinend in allem. Damals bewunderte ich ihn und als ich nicht aufpasste, wuchs diese Bewunderung, wuchs der Drang nach seinem zarten Duft und das Gefühl, nicht mehr allein sein zu wollen. Und dann liebte ich das Gefühl verliebt zu sein, die Scheu vor der Nähe und der unbestimmten Zukunft und all die Gedankenspiel. Sie waren blühender als jedes Frühlingsbeet und sie waren damals hoffnungslos für mich. Ich fühlte mich schwach und machtlos ihm gegenüber, seiner Besonnenheit und Ruhe und doch wählte er mich, so wie ich ihn gewählt hätte.
      Nun war Dimka mein Prinz, mein Leben und meine Welt und ich war in ihn und sein Leben eingetaucht, als hätte es nie etwas davor gegeben. Wenn er nicht da war, dann war ich kraftlos, der triste Alltag überrollte mich und hinterließ nichts als die dreckigen Spuren der Reifen auf mir.
      »Моя маленькая принцесса«, sagte er immer, strich mir durchs Haar und dann den Rücken hinab, bis seine Hand liegen blieb und er mich ein Stückchen näher an sich heranzog.
      Mit Dimka kamen auch die Freiheit zu mir zurück. Sie kam in Form der Pferde, des geregelten Alltags und des Geruches der Natur. Zu erst half ich nur hin und wieder aus. Meine Hände zitterten und rutschten ungeschickt am Pferdekörper herab, denn ich merkte, dass da schon wieder etwas war, was ich nicht konnte. Nicht so gut wie Dimka. Aber er half mir, legte seine Hand auf meine und gemeinsam erkundeten wir den muskulösen Körper der starken Warmblüter. Er lehrte mich Fühlen, wie sie fühlten und nur das zu denken, was nötig war, um das Pferd zu verstehen.
      Dimka hieß eigentlich Dimitri. Dimitri Fominow. Seine Familie kam ursprünglich aus Russland, zusammen mit Pferd und dem Wunsch, nach einem neuen Leben. Sein Vater gründete das Zuchtgestüt Fominow, ein Gestüt, welches sich Jahr für Jahr nach oben kämpfte. »Димитри Фоминов«, hatte sein Vater immer zu ihm gesagt. »Единственное, что имеет значение, это любовь к самому себе. Und mit Liebe und einem geringen Teil an Verstand, wirst du jedes Ziel erreichen«, fügte er oft noch hinzu. Und als Dimka nach Hause zurückkehrte, um zurück zu den Menschen zu gehen, die er liebte, verstarb sein Vater. »Herzinfarkt«, sagte der Arzt. »Он умер из-за слишком большой любви в сердце«, sagte Dimka.

      »Моя принцесса«, sagte er auch an diesem Tag, als ich die Augen öffnete. Die Sonnenstrahlen fielen durch die hohen Fenster und bedeckten die seidenen Bettlacken mit einem Glanz wie klares Wasser. Meine Händen suchten seinen warmen Körper, glitten hinauf bis an seinen Hals und dann weiter, bis sie seine Lippen berührten. Mein Kopf folgte meinen Fingern und sachte, als wären sie dazu geschaffen, verschmolzen meine Lippen mit seinen. »Guten Morgen, mein Prinz«, sagte ich leise, nachdem ich mich von ihm lösen konnte
      »Was wird der Tag wohl heute bringen?«, fragte er mich.
      »Я не знаю«, sagte ich. »Ich lass mich überraschen.« Er lachte leise und seine Mundwinkel zogen sich nach oben. Mit den Fingern fuhr ich seine Grübchen entlang, ließ sie über seine Ohren gleiten und dann weiter den Hals herab.
      »Dann lass es uns herausfinden«, sagte er und befreite sich vorsichtig aus meiner Umklammerung. »Kommst du mit duschen?«

      Die kalte Morgendusche wusch den Schlaf von mir und auch wenn es mir wie jeden Morgen schwer fiel die schwere Stallkleidung anzuziehen, anstatt mich einfach wieder im Bett zu verkriechen, blieb Dimka heute stur. »Ich habe viel zu erledigen. Ich kann mir heute keine Verspätungen leisten.«
      Im Alltag hielt Dimka mich auf einer gewissen Entfernung. Oft konzentrierte er sich auf die wichtigen Dinge, immerhin regelte er ein ganzes Gestüt und das, obwohl er nebenbei noch Unterricht gab und die Pferde eigenhändig trainierte. Auch wenn ich in manchen Momenten unter dem Entzug seiner Nähe litt, wusste ich, dass es richtig war. Es fiel uns beiden schwer, loszulassen, wenn wir uns einmal berührten.
      Am Tag trug Dimka sein langes Haar in einem praktischen Zopf. Vor ein paar Jahren hatte er angefangen, seine ungezähmten Locken wachsen zu lassen und innerhalb kürzester Zeit hingen ihm die Haare weit über die Schultern den Rücken hinab. Ich liebte den Kontrast zwischen seinen leuchtenden Augen und dem sanften und dunklen Haar.
      Unsere größte Hilfe auf dem Gestüt war Jewa. Auch sie war vor vielen Jahren aus Russland gekommen, war eine durchaus talentierte Reiterin und hatte sich unter Dimkas strengen Blicken zu einer nahezu perfekten Reiterin entwickelt. Sie meinte immer, dass niemand perfekt sein konnte, der Mensch hatte immer etwas zu lernen, aber ich konnte für ihr Feingefühl und ihre Eleganz nur Bewunderung empfinden. Ich traf sie an jenem Morgen nicht weit von den Weiden entfernt. Mit einer dicken Bürste in der Hand schrubbte sie die Algenreste aus den hohen Behältern, um sie später neu aufzufüllen.
      »Guten Morgen Eva!«, rief ich ihr zu, als ich näher kam und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. »Kannst du mir einen Gefallen tun und die Behälter der Hengstweide auch gleich mit saubermachen?«
      »Конечно! Das war auch so geplant«, sagte sie mit ihrem bittersüßen Akzent und lächelte mich an. »Aber dann kommen natürlich alle und meinen, sie müssen mir erst sagen, wie sich die Flasche dreht. Dabei weiß ich das selber gut genug!«
      »Wie der Hase läuft, meinst du«, sagte ich verwundert.
      »Nein, wie sich die Flasche dreht, sagen wir in Russland«, meinte sie festüberzeugt und stellte den Behälter ab. »Na los моя птица, die Arbeit wartet!«, sagte sie und scheuchte mich mit einer Handbewegung weg. Ich musste grinsen, wendete mich ab und lief weiter in Richtung der Weiden.
      Meine Aufgabe war es, jeden Morgen die Pferde auf den Weiden zu kontrollieren und den Zaun abzugehen. Viele der Tiere, hatten sie nicht gerade Fohlen oder Verletzungen, standen ganzjährig auf den großzügigen Weiden. »Viel Bewegung fördert die Ausdauer und sie härten gegen Wind und Regen ab. Was glaubst du denn, wie sonst als in den Steppen Sibiriens solch robuste Tiere hätten entstehen können?«, hatte mich Dimka mal gefragt.
      Ich ließ meine Hand am Körper des Pferdes hinabgleiten. Sacht lag meine Hand auf dem weichen Fell der Fuchsstute, unter dem Hals spürrte ich ihre Muskeln und die Kraft, die in ihr steckte. Алёна war eine unserer erfahrensten Zucht- und Turnierstuten, muskulös gebaut und von einer inneren Ruhe umgeben. Ihr leuchtendes Fell stach auf jedem Turnier hervor, auch wenn sich Dimka stets darauf aufregte, dass keine der Satteldecken gut zu ihr passte. Meine Hand fuhr weiter die Sattellage ab, über das Brandzeichen am Winderrist und dann hinab bis unter den Bauch. Ich schreckte nicht zusammen, als ich über die Narbe ab Bauch strich, es war nun lang genug her, dass sie endlich verheilt war. Алёна hatte sich damals den Bauch aufgerissen, als sie versucht hatte, über den Zaun der Weide zu springen. Noch viel zu genau hatte ich die Bilder des Blutes und des aufgeregten Pferdes vor mir, als Dimka und ich zur Hilfe geeilt waren. Ab da an hatte sie Dimka gehört und er hatte ihren Kauf nie bereut.
      Ich entließ Алёна und suchte mir die nächste Stute. Es war nicht schwer, die Herde döste im Schatten der großen Eichenbäume vor sich hin. Анжелика hatte mich schon länger aus ihren dunklen Augen beobachtet und so ging ich vorsichtig auf sie zu. Анжелика liebte den Menschen nicht, sie achtete ihn. Sie hatte Respekt vor ihm, solange auch er Respekt vor ihr hatte und ich schätzte diese Eigenschaft an ihr. Vorsichtig berührten meine Finger ihre Nüster und fuhren dann an der schmalen Blessen auf ihrem Kopf entlang, bis zu den Ohren hinauf. Sie schaubte ruhig und wendete dann den Kopf von mir ab. Анжелика war eine der wenigen Rappstuten. Sie hatte samtenes Fell und glänzendes Langhaar, dass ihr wie das eines Fohlens vom Hals abstand. Vielleicht war mir Анжелика ans Herz gewachsen, weil sie das erste Pferd gewesen war, an welches Dimka mich herangeführt hatte. Auch sie war damals noch jünger geworden und an dem, wie sie gewachsen war, sah ich auch meine eigenen Fortschritte.

      Zurück auf dem Gestütsgelände machte ich mich automatisch auf die Suche nach Dimka. Auch wenn die Arbeit uns das oft verbot, so war meine eine Hälfte des Körper doch ständig auf der Suche nach ihm. Oft reichte es mir, wenn ich ihn sehen konnte. So wie jetzt. Ich entdeckte ihn in der Reithalle, in der er einen seiner jungen Reitschüler unterrichtete. Dimka hatte die Strenge seines Vater geerbt und auch wenn er früher immer felsenfest geschworen hatte, nie in die Fußstapfen seines Vaters treten zu werden, stand er nun doch in der Mitte der Halle, die Hände in den Hosentaschen und beobachtete konzentriert jeden Schritt des Schülers. Ich hatte den Reiter schon häufiger gesehen, er war einer dieser jungen Intelligenten, die meinten, dass man als Turnierreiter die Welt der Pferde regierte. Seinen Namen hatte ich nach dem ersten Gespräch aus dem Kopf verbannt.
      Das Pferd hingegen kannte ich zu genau. Юрий war der Vorzeigehengst des Gestüts, erfolgreich auf den Turnieren und in der Zucht und das, obwohl er mittlerweile stolze 10 Jahre alt war. Er war elegant und selbstbewusst und mit einer gewissen Menge an Egoismus, die jedoch in der heutigen Zeit von Nöten war, um an die Spitze zu kommen. Trotzdem arbeitete er nicht unter jedem gut. Von falschen Hilfen war er schnell genervt und wenn ihm zu viel gesagt wurde, verspannte er schnell. Doch der Turnierreiter machte es gut und Dimka hielt sich meistens zurück. Seine Anweisungen waren oft nur Tipps, wie etwas noch verbessert werden könnte.
      Ich wollte gerade wieder gehen, Dimka hatte die ganze Zeit mit dem Rücken zu mir gestanden, als er sich doch umdrehte und mich am Tor stehen sah. Er gab dem Reiter einen kurzen Wink und rief: »Ich komme gleich wieder!«, um dann zu mir ans Tor zu kommen und mir einen kurzen Kuss auf die Stirn zu geben. »Ich habe heute eine Einladung zu einem kleinen Züchter bekommen, er möchte mir ein paar seiner Pferde vorstellen«, sagte er und blickte mir in die Augen. Nach der Stunde steige ich wohl ins Auto und fahre dort hin. Ich werde allerdings erst morgen wiederkommen. Du schaffst das ohne mich?« Ich wollte nein schreien, ich wehrte mich gegen die Vorstellung, zu weit weg sein zu müssen, aber ich nickte brav.
      »Wird schon, irgendwie«, sagte ich wenig überzeugend und Dimka lächelte.
      »Du schaffst das«, sagte er und streichelte meine Wange.
      »Warum kann ich denn nicht mit?«, sagte ich weinerlich und wusste, dass ich wieder wie ein kleines Kind klang.
      »Ich brauche dich hier und außerdem ist es einfach ungünstig. Vielleicht beim nächsten Mal?« Ich blickte ihn mit großen, bettelnden Augen an. Aber es half nichts. »Ich muss wieder in die Stunde. Ich verabschiede mich nachher noch von dir!« Er beugte sich vor und gab mir einen kurzen Kuss. Mein Körper zog sich zusammen, ich lehnte mich nach vorne, wollte ihn festhalten, aber er lehnte sich schon wieder zurück, drehte sich um und ließ mich in der Luft baumelnd zurück.

      Und wie ich die Stunden ohne Dimka hasste. Sie zogen sich hin wie die anhaltende Wärme des Sommers. Unaushaltbar, wütend, schmerzverzerrt.

      und die zeit verstreicht von stund‘ zu stund‘
      vögel kreise am himmel zieh‘n
      vor dem auge, nach dem mund
      die hand, und worte die entliehen

      gehen hinaus
      keiner fängt sie ein
      sie sind für dich
      für dich allein

      19.06.2018 | 12.578 Zeichen | Canyon
    • Canyon
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      Distanz E → A

      Nach langer Pause ging es für mich wieder mal los, ich hatte einen Auftrag auf dem Zuchtgestüt Fominow, dort sollte ich zwei Pferde in der Distanz weiterbilden. Als ich mein süßen kleinen pinken Flitzer parkte kam Dimitri Fominow schon in meine Richtung. Er begrüßte mich und zeigte mir anschließend meine Übernachtungsmöglichkeit für die nächste Zeit und natürlich den Hof, damit ich wusste wo ich was fand. Dann verabschiedete er sich schon, denn ein großes Gestüt bedeutet viel Arbeit. Ich räumte meine Sachen so ein wie ich es brauchte und machte mich dann auf den Weg um Анжелика & Юрий die Anschelika und Yuri ausgesprochen wurden zu besuchen und bereits die erste Einheit durchzuführen. In der Nähe des Zuchtgestüts hatte ich eine Bekannte die mir dabei helfen wollte, Andrea wollte am nächsten Tag hinzustoßen. Ich schnappte mir als erstes Anschelika, die hübsche Budjonny Stute schaute mir mit wachen klaren Augen entgegen, sie ließ sich brav aufhalftern und kam bereitwillig mit mir mit. Nachdem ich die hübsche Rappstute geputzt hatte, sattelte ich sie und legte ihr meinen mitgebrachten Equizaum an, dort hatte ich vorher ihr Gebiss eingebaut. Ich hakte die Zügel ein und meine Longe, dann schnappte ich mir noch meinen bereitgelegten Helm und die Peitsche. In der Halle angekommen ließ ich Anschi erst mal an der Kurzlonge laufen, nach dem Aufwärmen im Schritt ließ ich sie auch Traben und Galoppieren. Sie reagierte gut auf meine Hilfen und ich setzte mich schließlich drauf um zu wissen auf was ich mich da eingelassen habe. Man merkte von der ersten Sekunde an, dass sie gut Power hat, aber sie ließ sich gut zurückhalten und reagierte fein auf meine Hilfen. Ich arbeitete sie etwas dressurlich um zu wissen wie sie da ausgebildet war und war sehr zufrieden mit ihr. Für den ersten Tag beendete ich meine Einheit nach einer guten Stunde lockerer Arbeit auf einem lockeren Pferd. Ich versorgte Anschi und holte anschließend Yuri. Der Fuchshengst hatte außer seinem Kaltbrand keine Abzeichen auf dem Körper, er ließ sich wie zuvor bereits Anschi brav putzen und auch beim Satteln machte er keine Anstalten. Mit ihm wiederholte ich das Prozedere, welches ich bereits mit Anschi gemacht hatte. Auch er hatte viel GO, aber er war ebenfalls fein ausgebildet und gut erzogen. Auch mit ihm hörte ich nach gut einer Stunde auf. Nachdem ich ihn versorgt hatte duschte ich schnell und fiel dann müde auf mein Bett, ich hatte völlig vergessen wie anstrengend solch ein Beritt ist.

      Am nächsten Tag hatten Andrea und ich uns für die ersten Ritte verabredet. Wir hatten und im Vorfeld bereits einige Runden ausgesucht welche nach und nach der gewünschten Distanz entsprachen. Heute ritt ich Yuri und Andrea Anschi, wir kontrollierten am Anfang den Puls der Pferde indem wir unsere Pulsuhren anschlossen. Dann ging es los, wie bereits vorher in der Halle bewiesen die beiden, dass sie viel GO haben aber sehr gut erzogen sind und wissen wie sie sich benehmen müssen. Als eine längere Rennstrecke kam ließen wie die beiden rennen, man merkte wie sie sich streckten und immer länger wurden. Nach der Strecke ließen wir sie austraben und ritten in lockeren Trab weiter. Zwischendurch kontrollierten wir immer wieder den Puls der beiden, machten die vorgeschriebene Pause und kontrollierten erneut. Wenn der Puls von beiden passend war ging es weiter. Sie hatten eine großartige Kondition und der Puls beruhigte sich immer genau passend. Wieder am Zuchtgestüt angekommen versorgten wir die Pferde und freuten uns auf die nächsten Einheiten. Der nächste Tag war eine aktive Pause, es ging nur locker ins Gelände, damit die beiden keinen Muskelkater bekommen. Am dritten Tag nach der ersten Einheit ging es wieder raus für eine längere Strecke, dieses Mal ritten wir bereits 25km welches der Mindestanforderung für Distanzwettbewerbe entsprach. Auch dies schafften die beiden ohne Probleme. Wieder drei Tage später waren wir bei 30, dann 35 und schließlich bei 40km. Als wir die 40km Strecke 2 Mal ohne Auffälligkeiten geritten war der Beritt beendet. Ich erklärte Dimitri was er zu beachten hat und bedankte mich für sein Vertrauen in mein Training.

      12.07.2018 | 4.177 Zeichen | AliciaFarina
    • Canyon
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      Grunduntersuchung
      Heute bekam ich einen Neukunden und dieser schien nicht von hier zu kommen. Herr Fominow klang russisch und auch die Pferde hatten komische Namen, also ich konnte diese bei besten willen nicht aussprechen, nun hatte ich angst wie ich mich zu äußern sollte mit welchem Pferd ich anfangen möchte. Die ganze Fahrt über grübelte ich nach. Dann kam ich zum Schluss das ich Mare oder Gelding sagen werde.. Nach weiteren 30 Minuten kam ich auf dem großen Anwesen an. Ich stieg aus meinem Auto aus und holte die Tasche, heute wäre eine Grunduntersuchung und Impfen an die reihe. Mir kam schon ein Mann entgegen dieser schien wohl Fominow sein. „ Guten Tag Herr Fominow, ich bin die Tierärztin!“ stellte ich mich freundlich vor. „Dimitri, nennen Sie mich doch einfach Dimitri!“ kam er mir entgegen mit gebrochenen Deutsch. „Verzeihen Sie, wollen wir anfangen? Ich muss gestehen, ich kann die Namen ihre Pferde nicht aussprechen oder Gar verstehen!“ sagte ich kleinlaut. „ Das ist russisch, die Stute Анжелика heißt Anschelika und Юрий heißt Yuri Fangen wir mit Anschelika an.! Erklärte er mir und ließ die Rappstute holen. Ich ließ sie mir bei dieser Gelegenheit vortraben. Da zeigte sie keine Auffälligkeiten. Nun machte ich die Beugeprobe bei allen Beinen, auch da stellte ich nichts fest. Nun banden wir die Schönheit an und ich konnte mit meiner Untersuchung weiter machen.Ich sah mir Maul und die Zähne an. „ In ca 4 Wochen müssten sie mal gemacht werden!“ gab ich Dimitri Bescheid. Nun ging es weiter zu den Augen und Ohren. Mit wachen klaren Augen wurde ich von der Rappstute begutachtet und auch da konnte ich nichts feststellen. Nun tastete ich sie ab und da war auch nichts zu erkennen. Nun hörte ich mir sie noch ab, um genau sicher zu sein, und als ich sicher war impfte ich die Stute und lobte sie ausgiebig, sie war wirklich brav und geduldig.

      Dimitri brachte zurück in ihre Box und kam mit einem Fuchshengst wieder dieser war also auf Deutsch Yuri. Auch ihn ließ ich mir vortraben und die Beugeprobe machen. Mit stolzem Haupt präsentiert er sich vor mir. Der kecke Kerl wusste sich zu präsentieren. Nun banden wir ihn an, und ich bat Dimitri ihn mir zu sichern. Ich schaute auch bei ihm gründlich nach, doch Zähne waren in Ordnung und altersgemäß abgeschliffen. Die Augen waren klar und die Ohren waren frei von Milben und nun tastete ich den Fuchshengst ab dort war alles in Ordnung, nun hörte ich Darm und Lungen ab und die Geräusche waren vollkommen gut. Nun konnte ich Yuri in ruhe impfen. Ich trug alles ein und verabschiedete mich von Dimitri und erinnerte ihn an den Zahnarzttermin von Anschelika.

      22.07.2018 | 2.618 Zeichen | Canyon
    • Canyon
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      Springen E → A
      Nachdem ich am frühen Montagmorgen meine Pferde versorgt hatte, machte ich mich auf den Weg zum Zuchtgestüt Fominow. Ich freute mich total auf eine neue Herausforderung und war sehr gespannt, was für ein Pferd heute auf mich wartete. Gegen 9 Uhr kam ich auf dem Gestüt an, wo ich freundlich von Dimitri empfangen wurde. Begeistert zeigte er mir seine Anlage und einige seiner Pferde. „Darf ich vorstellen“, Dimitri zeigte auf eine wunderschöne Rappstute, „das ist Anschelika“. Ich ließ die Stute an meiner Hand schnüffeln und streichelte ihr vorsichtig über die Nüstern. „Hallo schöne Maus“, begrüßte ich sie. Dimitri zeigte mir noch kurz, wo ich Anschelikas Sachen finde, dann machte ich mich an die Arbeit. Ich holte das Pferd aus der Box und führte sie zum Putzplatz. Zum Glück war sie einigermaßen sauber, sodass ich kurze Zeit später den Sattel und die Trense aus der Sattelkammer holte. Anschelika wartete geduldig am Putzplatz, bis ich ihr schließlich das Halfter vom Kopf zog und die zum Reitplatz führte. Dimitri hatte mir ein bisschen über Anschelika erzählt, doch ich war trotzdem sehr gespannt auf das Training. Auf dem Reitplatz baute ich zwei kleine Cavalettis auf. Nach einigen Runden im Schritt parkte ich die Stute in der Mitte vom Reitplatz und stieg auf. Gemütlich drehten wir die ersten Runden am langen Zügel. Langsam nahm ich die Zügel auf und fing an, Bahnfiguren zu reiten. Anschelika war flott unterwegs, doch reagierte sehr fein auf meine Hilfen. Nach dem Nachgurten trabte ich an und Anschelika düste los. Ich nahm die Zügel auf, parierte sie wieder durch und versuchte es gleich noch einmal. Mit etwas weniger Druck klappte es schon viel besser und wir ritten einige Übergänge, damit wir uns aneinander gewöhnen konnten. Wir wurden von Minute zu Minute besser und nach einer kleinen Schrittpause ging ich schließlich zur Galopparbeit über. Ich hatte Mühe, Anschelika im Galopp zu bremsen und versuchte, das Tempo mit vielen Volten und Übergängen runter zu schrauben. Anschelika schnaubte zufrieden, als ich mir im Trab die Zügel aus der Hand kauen ließ. Nach einer weiteren Schrittpause am langen Zügel trabte ich wieder an. In der Ecke galoppierte ich an und steuerte auf das Cavaletti, welches kurz vor X stand, zu. Anschelika machte einen riesigen Satz über den Sprung und galoppierte danach in einem flotten Tempo weiter. Ich nahm sie wieder etwas auf und ritt noch einmal über den Sprung. Zwar hatten wir über dem Sprung immer ziemlich viel Platz nach oben, doch immerhin klappte es mit dem Springen ganz gut. Ich ritt noch ein paar Mal über das Cavaletti und parierte schließlich durch. Ich kraulte Anschelika ausgiebig den Hals. Fürs erste war ich sehr zufrieden mit dem Training.
      Nachdem ich das Pferd versorgt hatte, gönnte ich mir eine kleine Mittagspause. Ich setzte mich mit einem Salamibrot und einer Flasche Wasser neben die Weide und beobachtete die Pferde. Der Hof hatte es mir echt angetan und ich konnte mich an den Pferden auf der Wiese gar nicht satt sehen.
      Am Nachmittag baute ich dann zusammen mit Dimitri einige Sprünge auf dem Reitplatz auf. Neben den Cavalettis, einem Kreuz und zwei Steilsprüngen, bauten wir auch einen Oxer und eine Kombination auf. Wir kontrollierten noch einmal die Abstände, dann holte ich Anschelika und machte sie fertig. Kurze Zeit später machte ich sie auf dem Reitplatz warm. Neugierig schaute sie sich die Sprünge an und stupste die Sprungständer an. Im Trab und Galopp wärmten wir uns für das Springtraining auf. Ich hatte nun das Gefühl, dass ich Anschelika gut unter Kontrolle hat und startete mit den Cavalettis. Artig sprang Anschelika anschließend mit mir über das Kreuz und auch der etwas niedrigere Steilsprung war für uns kein Problem. Ich machte eine kleine Trabpause und traute mich dann an den Oxer. Anschelika sprang wirklich sehr zuverlässig und nahm jeden Sprung mit Leichtigkeit. Auch Dimitri, der gerade mit einer Schubkarre am Reitplatz vorbei schob, blieb stehen und schaute uns einige Minuten begeistert zu. Konzentriert ritt ich auf die Kombination zu. An den zweiten Sprung kamen wir etwas zu nah, doch die Stange blieb liegen. Erleichtert lobte ich Anschelika und gönnte ihr eine Schrittpause. Zum Abschluss ritten wir einen kleinen Parcours über alle Sprünge. Anschelika gab sich wirklich Mühe und hatte augenscheinlich auch sehr viel Spaß am Springen. Nicht nur sie, sondern auch ich war ganz schön ins Schwitzen gekommen. Ich parierte durch zum Schritt und ritt am langen Zügel trocken. Nachdem ich Anschelika abgesattelt und abgetrenst hatte, holte ich eine Belohnung für sie und brachte sie schließlich zurück in ihre Herde. Inzwischen war es frühen Abend und ich hatte noch einen langen Rückweg vor mir. Zusammen mit Dimitri räumte ich die Sprünge vom Reitplatz zurück auf ihren Platz, verabschiedete mich dankend bei Dimitri und machte mich schließlich auf den Weg nach Hause. Das Training mit Anschelika hatte mir wirklich viel Spaß gemacht und ich hoffte, dass ich irgendwann noch einmal die Möglichkeit haben werde, mit ihr zu trainieren.

      13.08.2018 | 5.053 Zeichen | FrauHolle
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      Vollbeschlag
      Gut für mich, dass ich sowieso gerade in Deutschland unterwegs war als ein Auftrag für die Schmiede einging. Schlecht für mich, dass ich die mobile Schmiede auf meinem Hof in England gelassen hatte und auch Eisen hatte ich nicht dabei. Ich versprach meinem neusten Kunden mich gegen Abend noch einmal zu melden ob ich nun gleich am nächsten oder erst in zwei Tagen kommen könnte. Je nachdem ob ich eine mobile Schmiede in Deutschland mieten konnte oder ob ich zurück nach England musste um meine eigene abzuholen. Mir war es fast schon unangenehm Dimitri Fominow keine fünfzehn Minuten später wieder zu belästigen. Wenigstens mit erfreulichem Grund, denn ich konnte den Wagen einer alten Bekannten ausleihen und damit nach Mecklenburg fahren.

      Am nächsten Morgen stand ich früh auf um zu frühstücken, mein Werkzeug zu kontrollieren und es dann in die geliehene Schmiede zu werfen, ehe ich mich hinters Steuer setzte und losfuhr. Ich hatte den Wagen gestern sofort abgeholt, damit ich heute gleich zum Zuchtgestüt Fominow fahren konnte. Zwei Pferde erwarteten dort meine Leistung. Die Namen der Pferde – für mich unaussprechlich. Eine der Fragen, die ich Mr. Fominow stellen würde, sobald ich eintreffe. Kryptische Pferdenamen hatte ich in Deutschland bislang noch nicht gesehen und ich hatte hier einen Teil meines Lebens verbracht. Das Wetter war schlecht. Immer wieder Starkregenfälle, die die Fahrt verlangsamten. Ich hielt meine Laune mit guter Musik aufrecht, bis ich endlich in Mecklenburg ankam, wo es zu diesem Zeitpunkt nicht regnete. Doch auch hier war schon alles durchtränkt und der Himmel drohte förmlich mit noch mehr Nass. Ich nahm meinen Werkgürtel aus dem Wagen und legte ihn an, bevor ich mich etwas zurückhaltend auf dem Hof umsah. Auch an diesem Ort hatte der heiße Sommer Spuren hinterlassen. An manchen Bäumen war die Rinde abgeplatzt und es lagen viele vertrocknete Blätter auf dem Boden, die vom Regenfluss zusammengetrieben wurden. Lediglich den Pflanzen in Kübeln schien es noch so richtig gut zu gehen.

      „Mr. Crowley?“ Ein junger Mann Mitte zwanzig streckte mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie und nickte zustimmend. „Mr. Fominow, nehme ich an?“ Er ließ meine Hand los und nickte kaum merklich, da er sich mit einer ausladenden Geste von mir weg drehte. „Kommen sie mit. Ich mache sie mit den Budjonnys bekannt.“ Bei der Bezeichnung klingelte etwas in meinem Hinterkopf. Neugierig folgte ich in die Stallungen wo Pferdeköpfe aus den Boxen lugten um zu überprüfen wer die Ruhe störte. Mr. Fominow stellte mir jedes Pferd an dem wir vorbeigingen kurz vor. Ich versuchte auf die Namensschilder zu achten, doch der Mann ging so schnell, dass ich kaum hinterherkam. Die Namen klangen alle nicht nach dem, was ich in der Mail gelesen hatte. Mir brannte die Frage nach den russischen Namen auf der Zunge und als er endlich stehen blieb und mir ‚Yuri‘ vorstellte klopfte er kurz gegen die Box. „Einer ihrer heutigen Kunden.“ Meine Augen weiteten sich in Erstaunen. „Yuri?“, wiederholte ich leise und nahm mir nun die Zeit auf das Boxenschild zu gucken. Yuri stand dort nicht. Stattdessen die kryptischen Zeichen ‚Юрий‘. Wieder ging Mr. Fominow weiter und hielt ein paar Boxen später bei einem Rappen. „Das ist Anschelika.“ Ein Blick auf das Schild an der Box verriet mir, dass Anschelika in Russisch wenigstens ein bisschen Ähnlichkeit mit der Aussprache hatte: ‚Анжелика‘. „Mit ihr fangen wir an. Die Pferde sind beide unkompliziert. Brauchen beide neue Eisen.“ Er schob die Tür auf und trat in die Box. Die Rappstute ließ sich brav aufhalftern und auf die Stallgasse führen. Die Eisen klackerten mit jedem Schritt auf hartem Boden. „Kommen sie.“, forderte Mr. Fominow erneut und ich folgte. Während ich den beiden hinterherging beobachtete ich automatisch die Hufe der Stute. Wir gingen auf den Innenhof wo der Mann seine Stute automatisch im Trab vorstellte, sodass ich ein besseres Bild bekam. Dann machte er sie an einer Putzstange fest, während ich meinen Wagen vorfuhr, da ich Hufböcke und Amboss brauchen würde. „Sie sollte ihnen keine Probleme machen. Falls doch: Ich bin drinnen. Möchten sie einen Kaffee?“, fragte er, doch ich lehnte höflich ab. Anschelika war tatsächlich brav. Sie blieb ruhig stehen, während ich sie streichelte und mir im Anschluss den ersten Huf und das entsprechende Sporteisen ansah. Mit dem Finger tastete ich das Hufhorn ab. Doch bevor ich auch nur einen Schnitt machen konnte musste ich das alte Eisen abnehmen. Mit einer Zange zog ich die Nägel aus dem Huf. Das Eisen kam von ganz alleine mit. Ich legte es zur Seite und strich über die Durchbruchstellen im Huf. Dann nahm ich mein Hufmesser zur Hand und machte einen prüfenden Schnitt um zu sehen wie tief ich schneiden konnte. Erst danach schnitt ich mit groben Zügen das alte Horn runter und korrigierte dann mit immer feineren Schnitten und legte den Strahl frei. Die harte Hufwand musste ich mit einer Zange abknipsen. Da Anschelika neu beschlagen werden sollte, mussten Innenteil und Wand plan sein. Um dabei auf Nummer sicher zu gehen arbeitete ich mit der Raspel besonders ordentlich und überprüfte meine Arbeit immer wieder. Nach einem Positionswechsel bockte ich Anschelikas Huf nach vorne auf und arbeitete nun die Ränder und Kanten nach, bevor ich mich ihrem neuen Eisen widmete. Der Vorteil für mich als Hufschmied beim Sportbeschlag lag vor Allem darin, dass ich ihn nicht erhitzen musste um ihn an den Huf anzupassen. Nach Augenmaß griff ich direkt zur richtigen Größe für den Huf. Gezielte Schläge auf dem Amboss brachten das Eisen in die gewünschte Form. Die ersten Schläge weckten die Sinne der schwarzen Stute, sodass sie mich empört ansah. Sie gewöhnte sich schnell an die Unruhe und ließ mich problemlos das neue Eisen aufnageln. Bei den übrigen Hufen verfuhr gleich. Die Rappstute ließ die Prozedur geduldig über sich ergehen. Als alle vier Hufe ausgeschnitten und neu beschlagen waren trug ich Hufbalsam als Pflege auf. Damit war sie fertig und konnte zurück in ihre Box.

      Mr. Fominow kam mir bereits entgegen, als ich in Richtung Haus ging und nahm mir Anschelika ab. „Ich räume den Platz kurz auf. Wenn sie die Stute jetzt wegbringen, können sie den Hengst gleich mitbringen?“, fragte ich höflich und ging in die Hocke um mit der Kehrbürste das alte Horn zusammenzufegen. Mr. Fominow tat wie geheißen. Ein paar Minuten später brachte er mir einen stattlichen Fuchshengst. ‚Yuri.‘, erinnerte ich mich und beobachtete sein Gangwerk, während er mir vorgeführt wurde. Als er eben in der Box stand hätte ich nicht erwartet, dass er so edel laufen würde. Sehr taktklar und aufrecht. Beeindruckend. Seinem Besitzer war bewusst welchen Eindruck sein Hengst machte und lächelte mich heroisch an, als er ihn zurück zur Stange brachte. Schmunzelnd wartete ich, bis er ihn festgebunden hatte und strich dem Hengst dann über den Hals. Ein paar Tropfen kündigten erneute Schauer an und Wind kam auf. Mr. Fominow verabschiedete sich wieder ins Haus. Wie bei der Rappstute zuvor überprüfte ich auch bei diesem Hengst zuerst die Substanz des Horns, ehe ich das alte Eisen löste. Wieder schnitt ich das alte Horn runter und arbeitete den Strahl frei, ehe ich die Hufwand kürzte und alles plan feilte. Nachdem der Huf gut vorbereitet war suchte ich das richtige Eisen heraus und richtete es auf dem Amboss her, bis die Nagellöcher auf der weißen Linie des Hufes lagen. Mit ein paar Nägeln schlug ich das neue Eisen an. Auch Yuri war von den lauten Schlägen nicht begeistert, blieb aber dennoch ruhig stehen, wenngleich etwas verspannt. „Guter Junge.“, lobte ich zwischen den Hufen und streichelte ihn, ehe ich mit der Arbeit fortfuhr. Als ich mit den neuen Beschlägen fertig war stand Mr. Fominow schon wieder draußen und beobachtete mich dabei, wie ich bei seinem Fuchshengst Hufbalsam auftrug. Zufrieden lächelte er und löste den Strick. Während er Yuri zurück in die Box brachte überprüfte er meine Arbeit. Ich kehrte in der Zwischenzeit den Dreck weg, den ich verursacht hatte und räumte mein Werkzeug zurück in den Wagen. Als der Gestütsbesitzer zurückkam klärten wir den finanziellen Part und verabschiedeten uns in höflicher Distanz. Gerade als ich wieder im Wagen saß begann es aus Kübeln zu gießen. Glück gehabt, dachte ich grinsend und überprüfte kurz mein Telefon, ehe ich mich auf die Heimreise machte.

      15.10.2018 | 8.335 Zeichen | sadasha
    • Gwen
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      снег, снег, снег
      Bereits früh am Morgen begann mein Arbeitstag und doch freute ich mich jedes Mal. Schon lange waren die Tage so kurz, dass mein Wecker klingelte, wenn es draußen noch dunkel war. Zu meinem Glück wohnte ich nicht weit entfernt vom Zuchtgestüt Fominow und war so schnell da. Bereits seit vorgestern musste ich morgens immer die Scheibe des Autos freikratzen, keine schöne Arbeit, aber heute, als ich das Haus verließ, konnte ich kleine weiße Schneeflocken fallen sehen. Sofort schlug mein Herz höher, denn ich liebte den Schnee. Als ich mich umschaute, sah ich, dass bereits die Landschaft von einer dünnen weißen Schneeschicht bedeckt war. Zwar fror ich auch heute wieder beim Freikratzen, aber ich freute mich über den Schnee und beschwerte mich deshalb nicht.
      Als ich am Gestüt ankam, schneite es immer noch und hier lag mittlerweile bereits mehr Schnee. Ich machte mich auf den Weg in den Stall, um Henning bei den morgendlichen Arbeiten zu helfen. Inzwischen war ich so lange hier, dass ich die Routinen kannte und mit den anderen ein eingespieltes Team war. Während Henning sich um die Fütterung kümmerte, schaute ich einmal in jede Box hinein und kontrollierte kurz die Pferde. Dimitri hielt nicht viel vom Eindecken, doch der ein oder andere benötigte bei der Kälte und dem zusätzlichen Wind dann doch zumindest eine dünne Decke. Also machte ich mich daran, diese Pferde einzudecken. Nachdem dann alle gefüttert waren, teilten Henning und ich uns die Pferde auf und brachten sie auf die jeweiligen Koppeln.
      Er übernahm heute die Stuten und begann mit Анжелика und Алёна. Als die anderen das Hufgeklapper auf der Stallgasse hörten, wurden sie wach. Юрий, welchen ich gerade aufhalfterte, wieherte mir indes lautstark ins Ohr und ich musste unwillkürlich zusammenzucken. "Hey, geht's noch?", fragte ich lachend und führte ihn aus der Box und weiter zu Маэстро. Auch ihn halfterte ich auf und dann durften die beiden schon einmal hinaus auf ihre Weide. Sobald die Halfter ab waren und ich außer Reichweite, sprangen die beiden förmlich im Dreieck. Sie buckelten, galoppierten und jagten sich gegenseitig. Der Schnee schien auch die Lebensgeister der Pferde zu wecken.
      Wieder im Stall angekommen, hängte ich die Halfter zurück an ihre Haken. Henning kam auch soeben zurück und schüttelte den Kopf. "Hatten deine beiden auch so eine Macke?", fragte er und erzählte, wie die beiden sonst so ruhigen Stuten auf der Weide abgegangen waren. Ich musste lachen und während wir uns kurz unterhielten, wurde es im Stall immer unruhiger. Also machten wir uns daran, die nächsten Pferde hinauszuschaffen. Henning verließ mit Роса und Фантастика den Stall und die beiden Fuchsstuten tänzelten bereits jetzt aufgeregt neben ihm her. Doch Henning ließ sich davon nicht anstecken. Seelenruhig und wie ein Fels in der Brandung lief er voran, ein göttliches Bild mit den beiden aufgeregten Hühnern zu beiden Seiten.
      Ich sorgte mich ja bereits ein wenig, doch meine Sorge war unbegründet, denn Намисо und Экстраординарный schienen nicht besonders viel von der Aufregung zu halten. Entspannt schritten die großen Hengste neben mir her und waren vorbildlich wie eh und je. Bei ihnen ging es auf der Weide auch gesitteter zu. Zwar trabten sie mit erhobenen Schweifen davon, aber Экстраординарный wälzte sich zunächst genüsslich und Намисо scharrte direkt im Schnee, um vielleicht doch noch etwas Gras zu entdecken. So schieden sich also die Geister unserer geliebten Vierbeiner, die einen flippten aus und die anderen blieben tiefen entspannt.
      Zuletzt verblieben im Stall nur noch unseren beiden neusten Budjonnys, zwei wahre Prachttiere. Dabei handelte es sich um den hellen Fuchs Барышников und die ebenso recht hell geratene Stute Чайка. Beide Pferde gehörten noch gar nicht so lange zum Gestüt Fominow, hatten sich aber bereits mehr als gut eingelebt und auch schon einige Erfolge bei den Turnieren erzielen können. Барышников war zudem nicht alleine gekommen, sondern hatte seinen Reiter direkt mitgebracht. Die beiden waren ein eingespieltes Team und obwohl ich sie bisher nur wenige Male hatte reiten sehen, konnten sie sich wirklich sehen lassen.
      Nachdem alle Pferde nun auf ihren Weiden standen, befüllten Henning und ich zunächst die Heuraufen der Winterweiden neu, damit die Pferde auch wie gewohnt ihr Futter ad libitum hatten. Danach kontrollierten wir noch fix die Tränken, doch dann guter Dämmung war nichts eingefroren. Also hieß es nun misten. Alle elf Boxen mussten gründlich gemistet und für den Abend vorbereitet werden. Neben dem misten und frisch einstreuen gehörte auch das Befüllen der Heunetze dazu. Zudem reinigten wir täglich die Tränken und Tröge, um Keimen und Bakterien keine Chance zu lassen. Als wir fertig waren und ich nur noch fix die Stallgasse kehrte, kamen bereits die ersten Reiter in den Stall und begrüßten uns fröhlich.

      17.12.2018 | 4.842 Zeichen | Gwen
    • Canyon
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      Der Moment davor
      »Die Stuten platzen bald«, sagte Eva. „Jeden Moment könnten sie einfach bumm machen. Wie ein Luftballon.«
      Ich lächelte und blickte kurz zu Eva, die am Zaun zur Stutenweide stand. Verträumt hatte sie sich auf einen Besen gestützt und beobachtete nun schon mehrere Minuten die Stuten mit ihren kugelrunden Bäuchen, anstatt mir zu helfen, den Weg zu den Weiden zu kehren und von gewachsenem Gras zu befreien. Es nieselte leicht, endlich etwas Regen. Erst gestern Nacht hatte durch die Hitze und den dazu noch sehr starken Wind ein Waldgebiet ganz in unserer Nähe gebracht. Die ganze Nacht waren die Sirenen zu hören gewesen. Es war der Albtraum jedes Hausbesitzers, das es einmal sein Haus, sein Feld oder seine Scheune sein würde, die in den lodernden Flammen untergehen würde. Diese Nacht hatten wir Glück gehabt.
      Drei der fünf Stuten waren in der letzten Phase ihrer Schwangerschaft, jede Minute könnten sie gebären. Die Boxen waren mit Kameras ausgestattet und zusätzlich gab es noch Sitzwachen, die die Nacht über nur auf den kleinen Bildschirm starrten und darauf warteten, dass der Nachwuchs zur Welt kam. Es war schwer zu sagen, ob Анжелика, Роса oder Алёна zu erst gebären würde, die ersten Wetten und Namensvorschläge waren aber schon längst im Gange.
      Фантастика, Нимфадора und Чайка, sie waren erst letzten Herbst auf das Gestüt gezogen, würden voraussichtlich auch im Herbst erst fohlen. Das ermöglichte uns, dass wir uns vollkommen auf das Aufziehen von nur drei, anstatt sechs Fohlen konzentrieren mussten.
      Dimka war zwar den Winter über viel auf dem Gestüt gewesen, hatte Pferde trainiert und kleinere Bauarbeiten gemacht, war aber seit Frühlingsbeginn nun wieder viel unterwegs, um vor allem die Hengste auf Turnieren und anderen Shows vorzustellen und den Namen seines Gestüts in aller Munde zu verbreiten. Ich hatte es zu erst nicht glauben wollen, zu groß war die Sehnsucht gewesen, aber mittlerweile hatte der Name Fominow im Pferdegeschäft durchaus einen Platz weiter vorne eingelegt und immer öfter kamen nun Interessierte, die die Budjonnys kennenlernen und manchmal auch mit den stolzen Hengsten des Gestüts züchten wollten.
      Eva wachte aus ihren Gedankengängen auf und kam mit schnellen Schritten hinter mir her getippelt. »Habe ich wieder geträumt?« Ihre Augen waren unschuldig aufgerissen, sodass ich lachen musste. Ich winkte ab und küsste sie kurz freundschaftlich auf die Stirn. Dann legte ich einen Moment meinen Kopf in den Nacken, spürte den feinen Nieselregen auf der Stirn und auf dem Mund und war mir sicher, dass ich gerade an keinem anderen Ort auf der Welt sein wollte.

      16.06.2019 | 2.599 Zeichen | Canyon
    • Canyon
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      Ungeduld und Nagellack
      „И не могли бы вы отправить заявление Клаусу? Мне срочно нужна эта форма к концу года. Речь идет о отчёте для компании, у которой он купил лекарство для Анжелики.“
      Geduldig hörte ich Dimka dabei zu, wie er mal wieder Geschäftsgespräche führte. Dabei war Mittwoch eigentlich unser Tag. Das bedeutete, ab 16:00 Uhr keine unnötigen Telefonate mehr, kein Abstandhalten der Berufsbeziehung wegen und auch kein „von oben herab“, wie es Dimka gerne tat, wenn er in seiner Rolle als Gestütsleiter auftrat.
      „Спасибо. Увидимся завтра“, beendete Dimka endlich sein Gespräch. Ich hatte mich derweil meinen Fußnägeln zugewandt und obwohl ich Nagellack noch nie besonders schön fand, hatte ich ttsächlich in der hinteren Ecke des Badschranks noch ein helles Grün gefunden. Ohne den Blick zu heben, beschäftigte ich mich also mit der Lackierung meiner Fußnägel.
      „Tut mir Leid“, sagte Dimka, endlich wieder auf Deutsch. „Ich hatte dir versprochen, das sein zu lassen.“
      Ich zuckte mit den Schultern ohne den Blick zu heben. „Schon okay“, sagte ich. Innerlich schmollte mein Kleinkind jedoch so sehr, dass es seine Unterlippe aus den Augenwinkeln wahrnehmen konnte.
      „Wollen wir einen Ausritt machen?“, fragte Dimka.
      „Ich weiß nicht“, sagte ich gedehnt. „Meine Fußnägel müssen erst trocknen und vielleicht mache ich für einen besseren Glanz dann noch eine zweite Ebene drauf.“
      „Hast du das von Instagram?“, fragte er und ich merkte, wie er breit grinste.
      Mist, erwischt. Er kannte mich zu gut. Ich hatte nämlich keinen Plan von diesem Zeug, geschweige denn wie man es anwendete. Dafür hatte ich in der letzten halben Stunde während seines Telefonats definitiv genug Zeit für meinen sinnlosen Instagram-Feed gehabt.
      „Na gut“, sagte ich ergeben und gab meine Fassade auf. Sie hatte sowieso nicht so viel Spaß gemacht. „Lass uns ausreiten.“
      Ich kramte alte Socken aus meinem Schrank und zog sie ungeachtet der noch frischen Farbe auf meinen Fußnägeln, über meine Füße. Dann zog ich Dimka von der Couch hoch und drückte ihm seine Mütze in die Hand.
      Es war erst kurz nach halb fünf, aber draußen sah es aus wie finsterste Nacht. Ausritte waren in letzter Zeit viel zu kurz gekommen. Die Scheu vor der Dunkelheit da draußen war bei uns allen recht groß. Aber Vormittags gab es einfach zu viel zu tun und ab 15 Uhr begann es oft bereits zu dämmern.
      Dafür war der Stall noch erleuchtet. Ganz vorne stand Барышников. Der wilde Hengst aus Russland, welchen ich gerne als Ersatz für meine Анжелика geritten wäre.
      Aber natürlich hatter er einen ebenso guten Reiter, der mit großem Verstand alles daran setzte, aus dem bereits fünfjährigen Hengst noch ein akzeptables Turnierpferd zu machen. Sascha hatte nicht die Hoffnung, noch die Bühnen der Welt mit ihm stürmen zu können, aber die goldene Farbe seines Fells und das natürliche Talent, dass er mit sich brachte, waren Grund genug, um ein wenig hoffen zu können.
      Саша Давыдов war genauso ein Wunderreiter, wie sein Pferd ein Wunderpferd war. Ich schätzte deswegen Dimkas Überzeugungskünste noch mehr, dass er einen der erfolgreichsten Juniorreiter aus Russland dazu veranlasst hatte, auf unser Gestüt nach Deutschland umzusiedeln. Mit ihm war natürlich auch Барышников gekommen, sein Baletttänzer, wie er ihn gerne nannte.
      Sascha und Dimka verstanden sich gut. Aus den beiden waren so etwas wie Freunde geworden, auch wenn das bei Dimka nur schwer zu glauben war. Viele konnten Sascha nicht leiden. Innerhalb kürzester Zeit hatte er sich einen Posten recht weit oben in der Gestütsrangliste ergattern können, ohne viel dafür tun zu müssen. Mittlerweile war er in alle wichtigen Angelegenheiten verstrickt, hatte genauen Zugriff auf das Finanzielle und war zu Dimitri Fominows engstem Berater geworden. «Den roten Fuchs» nannte man ihn mittlerweile.
      Auf jeden Fall gab es keinen Zweifel, welches Pferd Dimka wählen würde. Sein Маэстро nahm er überall mit hin. Das einzig wahre Vorzeigepferd, wie er immer sagte.
      Für mich wahr die Entscheidung um einiges schwieriger. Viele der restlichen Pferde standen mit ihren Turnierreitern gut im Training, wie Фантастика, Экстраординарный, Намисо oder Алёна. Юрий war nun leider schon seit einiger Zeit auf einem Gestüt in Süddeutschland, diente dort als Deckhengst. Nicht nur Henning freute sich auf seine Heimkehr. Schlussendlich blieben für mich also nur noch Нимфадора und Чайка. Beides hübsche Stuten, die zur Zeit nur langsam Anschluss am täglichen Training fanden. Ich mochte beide wirklich sehr.
      Ich entschied mich für Nymphe. Alleine aus dem Grund, weil ich wusste, dass sie kein Problem mir anhänglichen Hengsten hatte und es auch gut schaffte, ihre Rosse zurückzuhalten. Im Gegensatz zu einigen der anderen Kandidatinnen.
      Nymphe wurde von mir von allen Seiten gut mit reflektierenden Streifen ausgestattet und sowohl der leuchtende Halsring, als auch die blinkende Schweifbeleuchtung sollten wohl genug Licht darstellen, um nicht zu übersehen zu werden. Dimka war zwar etwas sparsamer an die Sache herangegangen, «der Meister» würde aber trotzdem gut zu sehen sein. Mir selbst zog ich noch eine Warnweste an und setzte mir die Stirnlampe auf den Helm.
      «Kann losgehen!», sagte ich und grinste Dimka an. Er musterte mich etwas skeptisch, musste dann aber auch grinsen.
      «Ja, kann losgehen», sagte er und schwang sich in den Sattel von Маэстро.

      18.12.2019 | 5.294 Zeichen | Canyon
    • Gwen
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      Herbst

      Es war ein kalter und trüber Morgen. Fröstelnd rieb ich meine Hände aneinander und bereute es, keine Handschuhe angezogen zu haben. Tassilo grinste mich nur an, als er bereits mit Анжелика, Алёна und Poca den Stall verließ. Auch er war dick eingepackt, aber ihm schien das schlechte Wetter immer recht wenig auszumachen. Ich war da schon wesentlich jammernder unterwegs. Also still jammernd, immerhin brachte das weder den Pferden noch mir etwas. Wir hatten die Pferde bereits gefüttert und während Tassilo sie nacheinander auf ihre Weiden brachte, begann ich direkt, die freigewordenen Boxen zu misten und für die kommende Nacht vorzubereiten. Das hieß, altes Stroh raus, frisches Stroh rein und die Heunetze auffüllen.
      Was das betraf, waren wir ein super Team und gegen sieben Uhr waren wir mit allem fertig. So langsam wurde es draußen auch hell, nur, dass es jetzt auch begann zu regnen. "Не снова", murmelte ich und verdrehte die Augen. Der dritte Tag in Folge, an dem es einfach nur regnen würde. Юрий und Маэстро standen bereits am Putzplatz. Tassilo hatte die beiden Hengste direkt drin gelassen, denn gleich ging das erste Springtraining los. Routiniert machte ich Маэстро fertig und führte ihn dann aus dem Stall zum Springplatz. Wir wärmten die Pferde auf und kurz darauf erschien Dimitri. So ruhig und ungesprächig, wie immer bei solchem Wetter, stand er mit Regenmantel in der Mitte des Platzes und legte direkt los.
      Der Boden war gut, so dass wir nichtsdestotrotz hoch sprangen. Aktuell arbeiteten wir daran, auch bei den höheren Höhen die Form und Technik beizubehalten. Beide Hengste machten ihren Job heute wirklich gut, so dass wir schnell vorankamen. Ein knappes Lob von Dimitri zum Abschluss und dann verschwand er wieder. Wir ritten die beiden Budjonnys ab und brachten sie dann in den Stall. Dort hieß es fix absatteln, etwas mit Stroh abreiben, während sie ihr Futter bekamen und dann durften sie hinaus auf die Weide. Und während Tassilo die beiden versorgte, holte ich bereits Намисо und Экстраординарный für die nächste Runde.
      Als Tassilo wieder kam, waren die beiden bereits gesattelt, so dass wir direkt starten konnten. Wieder ab in den Regen und etwas springen. Mit den beiden jedoch ein gemütlicheres Training. Aktuell trainierten wir sowieso ein wenig ab, da in der Wintersaison nicht zu viel passieren würde. Hier und da vielleicht ein Hallenturnier, ansonsten hielten wir die Pferde fit und minderten das Trainingspensum, damit sie genügend andere Reserven für die Temperaturen hatten. Экстраординарный zeigte sich heute von seiner besten Seite und ließ sich das Wetter nicht anmerken. Намисо hingegen war heute sehr sensibel unterwegs. Ich hatte das Gefühl, durch den Regen wirkte jede meiner Schenkelhilfen dreimal so stark oder Намисо war einfach eine Mimose bei schlechtem Wetter.
      Tendenziell machten sie beiden ihren Job dennoch sehr gut, so dass wir zufrieden das Training beenden konnten.
      Abschließend waren unsere drei Stuten an der Reihe. Sie hatten heute ihren freien Tag, was so viel bedeutete wie entspannteres Training. Wir machten Чайка, Нимфадора und Фантастика fertig und warteten dann noch auf Eva, welche sich trotz des Wetters auf einen Ausritt eingelassen hatte. Dankend nahm sie die Zügel von Чайка und schwang sich auf den Rücken der großen Fuchsstute. Ich hingegen ritt Нимфадора und Tassilo nahm Фантастика. Es wurde ein entspannter Ausritt, zu großen Teilen durch den Wald. Wir redeten auch gar nicht viel, sondern genossen einfach die Abwechslung von der Arbeit. Den Stuten ging es ähnlich und sie schritten zufrieden am langen Zügel die Waldwege entlang.
      "Тассило, помоги мне на кухне", meinte Eva, als wir wieder im Stall waren und die Pferde abgesattelt am Putzplatz standen. Ich lächelte leise in mich hinein. Tassilo war kein Fan davon, in der Küche zu helfen. Vorzugsweise machte er lieber alle Stallarbeiten, aber Eva war der Meinung, dass jeder überall mal half. Also gingen die beiden hinein, um sich um das Mittagessen zu kümmern. Ich brachte sie Stuten wieder hinaus und holte mir zum Ende noch Барышников. Der wunderschöne helle Fuchs wurde nur noch einmal für gut zwanzig Minuten locker longiert. Er hatte gestern ein anspruchsvolles Training gehabt, weshalb er gerade in der Regenerationsphase war und wir gerne Muskelkater verhindern wollten.
      Als ich Барышников wieder auf seine Weide gebracht hatte, kam ich auf dem Rückweg bei unseren Kleinsten vorbei. Алевтина, Юноно und Молотов standen zufrieden in ihrem Offenstall im Unterstand und mümmelten Heu. Die drei Kleinen waren einfach goldig und sie entwickelten sich prächtig, ich hätte den ganzen Tag bei ihnen verbringen können. So blieb ich auch diesmal wieder länger stehen, bis ich Evas Stimme über den Hof rufen hörte: "
      еда готова!"

      15.10.2020 | 4.767 Zeichen | Gwen
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  • Album:
    Zuchtgestüt Fominow
    Hochgeladen von:
    Canyon
    Datum:
    16 Juni 2018
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  • Анжелика

    ● ○ ● ○

    Stute | *2009 | 161cm
    Budjonny
    Rappe

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    Анжелика liebte den Menschen nicht, sie achtete ihn. Sie hat Respekt vor ihm, solange auch er Respekt vor ihr hat. Den Menschen hält sie auf Abstand, bis sie ihm vertraut, doch dann ist sie eine Reitgefährtin für jeden Anlass. Sie zeigt durchaus Talent in der Distanz, ist aber durch ihren schlanken Körperbau auch für den Springsport geeignet. Als eine der einzigen Rappstuten ist sie eine wichtige Vererberin des schwarzen Gens.
    Beim Reiten reagiert sie äußerst fein auf Hilfen, hat aber auch viel Energie. Mit den richtigen Gesten ist sie jedoch sehr gut zu händeln und ein Verlasspferd in schwierigen Situationen.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Canyon | LH von sadasha
    im Besitz seit: 16. Juni 2018
    Kaufpreis: 0 Joellen

    ● ○ ● ○

    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Springen E A L M S S* S**

    Military E A L M S

    Dressur E A L M S S* S**

    Distanz E A L M S

    Galopprennen E A L M S

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

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    449. Westernturnier | 448. Galopprennen | 350. Distanzturnier | 508. Dressurturnier


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    252. Synchronspringen | 396. Fahrturnier | 455. Westernturnier | 255. Synchrospringen

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    369. Militaryturnier | 400. Fahrturnier

    ● ○ ● ○

    [​IMG]
    [SK 461]

    Gencode: EEaa
    Zur Zucht zugelassen: Ja
    Eingetragene Zucht: Zuchtgestüt Fominow

    Nachkommen
    -


    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: 22-07-2018

    Letzter Hufschmiedbesuch: 15-10-2018

    ● ○ ● ○

    PNG | Puzzle PNG | offizieller HG