Occulta

○ Majandro, DRP

Hengst | Pintaloosa

○ Majandro, DRP
Occulta, 21 Nov. 2015
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      Alte Berichte:
      Ankunft von Painting Shadows und Majandro 09.04.2013

      Heute weckte mich mein Mann, der aufgeregt die Treppe hoch kam. „Das musst du dir ansehen! Da steht ein kleines Drp-Fohlen zum Verkauf, in einer Anzeige in der heutigen Zeitungsausgabe! Ein kleiner Hengst, dessen Vater die gleiche Abstammung wie Bluebell hat.“ Ich zog mich schnell an und hüpfte anschliessend die Treppe runter in die Küche. Als ich das Foto in der Zeitung sah, verliebte ich mich sofort in den kleinen Hengst. „Den müssen wir haben!“ rief ich meinem Mann zu, der schon zum Telefon griff. „guten Tag wir interessieren uns für ihr Fohlen aus der Anzeige.“ Angespannt lauschte ich dem Gespräch, doch ich konnte nicht verstehen, was die Frau am anderen Ende sagte. „Wie teuer wäre er denn?“ Fragte mein Mann nun. Ich drückte die Daumen, dass er nicht zu teuer war. Aber mein Mann hielt grinsend den Daumen hoch. „Okay, dann holen wir ihn noch heute? Ja ist gut, bis gleich.“ Dann legte er auf. „Wir holen ihn noch vor dem Mittag!“ Ich stiess einen Freudenschrei aus und wir hüpften spielerisch durch die Küche, bis wir völlig kaputt auf die Stühle sassen und frühstückten. Danach mussten wir auch schon los fahren, denn heute wollten wir auch noch Painting Shadows, eine neue Vollblutstute, abholen. Ein Kumpel von uns hatte sie auf einem kleinen, ziemlich heruntergekommenen Hof in England entdeckt, wo sie alleine in einer dunklen Box stand. Der Bauer hatte sie anscheinend für die Frühlingsauktion angemeldet, wo sie aber wohl nicht verkauft worden war. Wir hatten anschliessend beschlossen, die Kleine da wegzuholen und richtig auszubilden. Heute konnten wir sie bei unserem Kumpel abholen gehen, denn dort war sie zuerst hingebracht worden. Als wir auf seinem Hof ankamen, wartete er schon und führte die schwarze Stute aus dem Stallgebäude. Ich streichelte vorsichtig ihre Stirn und flüsterte „Jetzt gehen wir nach Hause meine Hübsche.“ Sie schien mich verstanden zu haben, denn sie ging freiwillig und zügig in den Anhänger. Ich band sie fest, dann fuhren wir weiter um das Hengstfohlen abzuholen. Auch dies verlief reibungslos, und bald waren wir auf dem Rückweg zum Stall. Es war schon Mittag, als wir ankamen. Wir brachten das Fohlen zu den anderen Hengstfohlen auf die Weide und Paint in den Hauptstall. Kurz darauf gab es Futter für alle Pferde, und natürlich auch für uns.

      Fohlenspieltag: lernen wie man sich bei Menschen verhält 01.05.2013

      Gleich nachdem ich bei Bateau zu Besuch gewesen war, fuhr ich auch schon weiter, diesmal mit dem Anhänger. Ich wollte Bluebell und Sweets abholen gehen, denn die Besitzerin des Gestüts hatte leider beschlossen dieses aufzugeben. Ausserdem hatte ich mich auch gleich mit Sweetvelvetrose abgesprochen um Pal zu holen. Als ich auf dem Secret Creek Stud ankam war es Mittag. Die Pferde die noch hier waren, darunter auch Bluebell und Sweets, standen im Schatten der Bäume auf der Weide. Die Mütter der beiden waren schon abgeholt worden, weshalb sie dicht bei den anderen Stuten standen. Ich schnappte mir zwei Fohlenhalfter aus dem Auto und betrat die Weide. Blue erkannte mich sofort und lief auf mich zu, während Sweets noch etwas zögerte. Ich begrüsste Blue mit kraulen am Wiederrist, wie immer, und zog ihr das Halfter an. Dann wollte ich Sweets holen, doch die kleine Stute dachte nicht daran, sich wegbringen zu lassen. Ich musste sie zuerst in eine Ecke der Weide treiben und festhalten, um ihr das Halfter ebenfalls überzustreifen. Zum Glück war Blue ruhig mit dem Strick über den Rücken gelegt stehengeblieben. Ich führte die beiden zügig in den Anhänger, den sie anscheinend schon kannten. Dann warf ich einen letzten Blick auf das Gestüt, dessen Zukunft ungewiss war. Mit einem leisen Seufzen stieg ich ein und fuhr zur Lone Wolf Ranch um Pal zu holen.

      Wieder zurück im Stall rief ich ein paar Helfer zusammen, die mit mir gemeinsam die Fohlen zum Anbindeplatz im Innenhof des Hauptstalls brachten. Quinn schnappte sich Sunny, Kabi und Winter, Lisa nahm Campina, Silver und Smarty, Lewis holte Tiva, Mano und Jack und ich nahm gleich die drei neuen mit. Fehlten also noch Slaufa und Point, die wir wenige Minuten später auch noch holten. Wir banden alle 14 Fohlen an den dafür vorgesehenen Ringen an der Wand an und begannen sie zu schrubben. Die letzten Reste des Winterfells lösten sich und lagen bald in grösseren Haufen auf dem Boden. Lewis wischte sie sogleich zusammen. Nun prüften wir das Hufegeben. Es war eine Grundübung, die die Pfleger des Offenstalls jeden Tag vor dem hereinholen am Abend machten. Ich wollte sehen, welche der Jungpferde es schon gut beherrschten und welche noch mehr Übung brauchten. Wie erwartet gaben Silver, Smarty, Tiva und Campina die Hufe am besten, weil sie auch am ältesten waren. Winter und Kabi gaben sie auch ordentlich. Sunny zögerte noch immer etwas lange und Point wollte erst mit den Hinterbeinen auskeilen, anstatt sie zu heben. Schliesslich gab aber auch sie alle Hufe brav und ich kraulte der kleinen Stute stolz die Stirn. Mano und Blue waren ebenfalls schön brav und hoben alle vier Hufe wie Musterschüler. Slaufa und die restlichen waren noch etwas unsicher, was sie tun sollten, was durchaus verständlich war, weil sie ja noch nicht lange da waren. Wir machten noch etwas Führtraining mit den Fohlen. Dabei ging es besonders darum, dass sie immer schön auf Schulterhöhe blieben und einem nicht in den Arm kniffen, oder sonst irgendwie frech wurden. Auch, dass sie auf Kommando stoppten und aufmerksam darauf achteten, wenn wir abbogen wurde geübt. Zu guter Letzt übten wir das still stehen bleiben, wenn ihnen der Strick über den Rücken gelegt wurde. Um etwa halb zwei waren wir schliesslich fertig und konnten endlich essen gehen.

      Ankunft von Blue Lady und Spaziergang mit den Fohlen 05.08.2013

      Heute hatten wir wiedermal Grosses vor: wir (also die Pfleger und ich) wollten mit den Fohlen Spazieren gehen. Es war noch Morgen und die Sonne war erst kürzlich aufgegangen, graue Nebelschwaden hingen über den Feldern rund um den Hof. Alles schlief noch rund um den Hof, nur ab und zu störte das Schnauben eines Pferdes oder das Zwitschern eines Vogels die Stille. Wir wollten die kühle Morgenluft nutzen, bevor es wieder glühende 34 Grad warm werden würde. Ausserdem erwartete Pineforest Stable wieder einen Neuankömmling: Blue Lady Liquor. Die kleine Stute war eine Vollschwester meines Bateau und stammte ursprünglich ebenfalls vom Gestüt von niolee und mkay. Stolze 10000 Dollar hatte sie gekostet, aber das war die grey-roan-sabino-Stute eindeutig wert. Wir wollten sie auf dem Spaziergang gleich an die anderen Fohlen gewöhnen. Kurze Zeit später kam mein Mann mit der Stute im Anhänger auf den Parkplatz gefahren. Er hatte sie direkt bei mari abgeholt, die ihren Hof bedauerlicherweise fast gänzlich auflösen wollte. Er lud die Hübsche aus und ich betrachtete sie neugierig. Sie hatte ein paar kleine schrammen an den Beinen und an der Flanke, was wohl vom wilden Spielen mit anderen Fohlen stammte. Aber sonst machte sie einen sehr gesunden und wachen Eindruck. Sie schien auch gar nicht scheu zu sein, denn sie beschnupperte sogleich meine Hand und zog an meinem Ärmel. Ich Führte sie zum Nebenstall, wo ich sie am Holzgeländer festband. Dann trommelte ich alle verfügbaren Pfleger zusammen und teilte ihnen die Fohlen zu. „Quinn, du nimmst Smarty und Kabuki. Jonas, du schnappst dir Pal und Jack. Ajith, ich nehme an du möchtest Tiva… Hmm, dann nimmst du am besten gleich noch die Neue. Lisa, du magst sicher Bluebell und Sweets, und Lewis nimmt Slaufa und Point.“ Lewis fluchte leise, denn Point war eher nicht sein Liebling. Niemand mochte Point besonders, ausser mir. Denn die kleine Stute hatte eindeutig Charakter, was sie aber leider auch bei jeder Gelegenheit zeigte. „Bleibt noch Sun. Denn Majandro und Bateau nehme ich. Aber wir haben anscheinend jemanden zu wenig… Ahh, Lily du kommst gerade recht. Du kannst noch Sun nehmen, wir gehen spazieren.“ Lily wurde kurz eingeweiht, dann machten sich alle auf den Weg zu den beiden Fohlenweiden. Ein paar der Fohlen röchelten uns zu, darunter auch Mano und Pal. Ich kraulte die beiden liebevoll, dann zog ich Mano das Halfter über und führte ihn zusammen mit Bateau aus der Weide. Mano versuchte mich etwas anzurempeln, aber ich wies ihn mit einem Klaps auf die Schulter zurecht. „So ist es braaav.“ Lobte ich, als er einige Meter gehorsam neben mir gelaufen war. Als alle ihre Fohlen geschnappt hatten, liefen wir in Richtung Pinienwald auf dem Schnitzelweg. Als wir an der Mini-Stuten Weide vorbeikamen, kamen die vier Stütchen mit viel Gewieher angerannt und wollten mit den Fohlen schnuppern. Aber wir liefen zügig weiter, denn ich wusste genau, dass die Minis nur wieder gelangweilt und auf der Suche nach Ärger waren. Aber das waren sie doch immer. Ich seufzte kaum hörbar, als mir einfiel, dass morgen wieder Mini-Tag sein würde. Es war zwar immer schön, mit den Minis zu arbeiten, aber sie waren auch ganz schön anstrengend.
      Wir liefen bis zum Waldrand schön auf dem Schnitzelweg, dann bogen wir auf den nur spärlich mit Unterholz bedeckten Waldboden ab. Wir wanderten ein wenig zwischen den Bäumen hindurch und genossen das Rauschen der Piniennadeln im Wind. Auch die Fohlen entspannten sich, und interessierten sich das erste Mal für Blue. Vor allen anderen natürlich die jungen Herren. Es wurde aufgeregt gequietscht und auch ein wenig mit den Hufen gescharrt, aber das unterbanden die Pfleger gleich wieder. Mano interessierte sich wenig für das Stütchen, er hielt lieber Ausschau nach gefährlichen Monstern, vor denen man flüchten musste. Der Spaziergang selbst verlief ruhig und unproblematisch, aber als wir wieder Zuhause die Stutfohlen alle gemeinsam auf die Weide entliessen, wurde Blue das Ganze dann doch zu viel und sie wieherte ängstlich, als alle sie beschnupperten. Sie rannten eine Weile umher und jagten die Kleine, und ich machte mich schon bereit um einzugreifen. Aber bevor ich dazu kam, hatten sie sich schon wieder beruhigt und grasten entspannt. Blue war zwar noch etwas abseits, aber nun schien die Rangordnung vorerst geklärt. Ich liess die Fohlen in Ruhe grasen und machte mich auf zum Hauptstall, wo ich schon zum Vollbluttraining erwartet wurde.


      Fohlenpflege 20.12.2013

      "Optimale Pflege und Haltung der Fohlen ist äusserst wichtig." Dies waren die ersten Worte die die Veranstaltungsleiterin aussprach. Neben mir runzelte Jack konzntriert die Stirn. Wir standen gerade auf dem Parkplatz, denn heute fand ein Kurs zur aufzucht von Fohlen und Jungpferden auf Pineforest Stable statt. Wir waren vorher von den Veranstaltern gefragt worden, ob der Kurs hier auf dem Hof stattfinden könne, denn das Gestüt hatte zwei grosse Fohlenweiden mit vorbildlicher Fohlenhaltung. Es waren vor allem Züchter und Bauern aus der Umgebung gekommen, jedoch auch einige aus dem Norden. Nach einem kurzen Einführungstext liefen wir mit der Leiterin zu den Weiden. Die Leute interessierten sich für die Vollblüter, die ihre Köpfe aus den Fenstern des Hauptstalls streckten, doch die Leiterin lief strikt weiter und liess sich nicht beirren. Schliesslich waren heute die Kleinen dran. Wir kamen bei der Stutfohlenweide an und die Teilnehmer versammelten sich vor dem Zauntor. Ich und Jack lehnten uns an den weissen Holzzaun und hörten gespannt zu. Die Veranstalterin erklärte etwas über die Grösse der Weide und des Offenstalls, aber ich wurde rasch abgelenkt, da die Stutfohlen neugierig angetrottet kamen. Bluebell begann sofort mir die Haare zu verwuscheln und ich musste sie grinsend verscheuchen. Die Veranstalterin bemerkte nur, dass diese Fohlen offenbar schon viel Kontakt zum Menschen gehabt hatten, was auch sehr wichtig sei. Jack kraulte Tiva, zu der er eine art besondere Beziehung hatte, weil er oft mit ihr spielte. Die Stute genoss die Streicheleinheit sichtlich und schloss entspannt die Augen. Die anderen Fohlen begannen die fremden Leute zu beschnuppern und nach einer Weile auch zu beknabbern, was vielen zu aufdringlich war. Sie entfernten sich daher grummelnd etwas vom Zaun. Die Leiterin betonte, dass man auch aufpassen müsse, dass die Fohlen nicht zu frech würden. Ich flüsterte zu Jack: "Da hast du's, unsere Fohlen sind skrupellose Frechdachse.", und wir lachten beide los. Die anderen waren derweilen damit beschäftigt, das Weidetor aufzumachen und in richtung Offenstall, von der Jungstutenherde begleitet, über die Weide zu marschieren. Dort angelangt hielt die Leiterin einen Vortrag über die Offenstallhaltung und deren Vor- und Nachteile. Wir folgten den Leuten und versuchten, die Jungstuten von ihnen abzulenken, sodass sie ungestört zuhören konnten. Ich begann dazu Sweets zu kraulen, die ihrerseits Slaufa beknabberte und Slaufa wiederum kniff Lychee in die Kruppe. Jack kraulte Pointless am Hals, was die Zicke anscheinend mochte. Die Stuten genossen dien gegnseitigen Kontakt eine Weile, aber dann quitschte Lychee und hob drohend das Hinterbein weil Slaufa wohl etwas übertrieben hatte. Ich unterbrach die Prozedur als sich die Gruppe wieder auf den Weg aus der Weide und zu den Hengsten machte. Die schienen sich nicht so sehr für uns zu interessieren, jedenfalls blieben sie auf abstand und grasten, nach ein paar prüfenden Blicken in unsere Richtung, gelassen weiter. Von weitem konnte ich erkennen, dass Majandro etwas abseits graste. Ich fragte mich gerade, ob er wohl nicht so gut mit den anderen auskam, aber im nächsten Moment wanderte Bateau zu ihm hinüber und die beiden grasten Kopf an Kopf. Jack, Smarty, Adventure und Pal zupften das halb gefrorene Gras sorgfältig aus. Lächelnd wandte ich mich wieder der Leiterin zu, die gerade über die Junghengsthaltung und ihre Tücken sprach. Sie fragte mich, ob einige der Tierchen schon kastriert seien, ich verneinte. "Wir kastrieren unsere Hengste grundsätzlich nicht, da wir über eine genug grosse Gruppe verfügen, sodass sie untereinander ausreichend grossen Kontakt haben und freidlich sind. Wir haben ausserdem die Erfahrung gemacht, dass sie mit guter Erziehung auch gut in der Nähe der Stuten kontrollierbar sind. In der Tat benehmen sich die meisten unserer Hengste fast wie Wallache, nur eben mit einem bisschen mehr Pepp." Die Leiterin schien beeindruckt und bemerkte jedoch nochmals, dass man für eine solche Haltung, wie hier vorbildlich gezeigt, eine genügende Anzahl an Hengsten haben müsse, um einen ausreichenden Kontakt zu anderen Artgenossen ermöglichen zu können. Ausserdem müssen die Hengste gut sozialisiert und erzogen werden. Die Hengstweide betraten wir nicht, um die Junghengste nicht beim freidlichen Grasen zu stören. Damit war der Hauptteil des Kurses beendet. Nun durften die Gäste zur allgemeinen Auflockerung und Entspannung einen warmen Tee im Garten des Haupthauses geniessen. Jack und ich gingen währenddessen wieder unserer gewöhnlichen Arbeit nach.

      Spaziergang mit Smarty, Mano, Adventure und Bateau 17.01.2014

      Nachdem ich bei Ciela gewesen war, lief ich zu den Weiden wo die älteren Fohlen standen. Ich hatte vier Halfter und Lewis dabei, der mir helfen würde. Die Hengstchen kamen neugierig angetrabt, blieben aber ein wenig auf Abstand. Als ich versuchte, Mano das Halfter anzuziehen, drehte er blitzschnell ab und galoppierte davon, die anderen mit ihm. "Na toll, was soll das denn wieder für ein Spiel sein?", rief ich etwas ärgerlich aus. Nach weiteren zehn Minuten und der Hilfe von Lewis, der das Spaktakel eine Weile mit breitem Grinsen beobachtet hatte, gelangte es mir endlich, ihn zu schnappen. Ich zog auch Bateau ein Halfter an, während Lewis den Paint Hengst Adventure und den Vollblüter Smarty fing. Smarty war inzwischen ziemlich gross geworden, es war Zeit ihn in den Hauptstall zu bringen und zu trainieren. Doch erstmal durfte er noch ein letztes Mal mit den anderen mit, jedenfalls war es das letzte Mal bevor sie ebenfalls eingeritten wurden. Wir führten die vier durch den etwa 10 cm hohen Schnee, den es vergangene Nacht gegeben hatte. Ajith hatte Ciela schon eine Decke angezogen, denn die Kleine frohr mit ihrem kurzen Fell. Die Hengstchen hingegen, die im Moment gegenüber den Stuten in der Unterzahl waren, hatten einen ordentlichen Winterpelz gebildet. Auf dem Weg zum Parkplatz warteten schon Lily und Oliver. Lily übernahm Smarty und Oliver nahm mir Bateau ab. Wir liefen eine Weile auf der Strasse in Richtung Belbroughton, bogen dann aber aus Sicherheitsgründen auf einen Feldweg ab. Am Rand des Dorfes steuerten wir dann wiederum bewusst den Verkehr an, denn die Jungpferde sollten lernen, dass auch Busse und anderes Gefährt nicht gefährlich war. Sie blieben ziemlich cool, bis auf die üblichen kleinen Zusammenzucker wenn ein lautes Geräusch ertönte. Nach einer Dreiviertelstunde waren wir zurück auf dem Hof und Putzten die Hengstchen noch etwas, bevor wir sie zurück auf die Weide brachten. Jedenfalls alle bis auf Smarty, denn wir hatten unterwegs diskutiert und aus die anderen beiden waren der Meinung, dass er so weit sei. Lily freute sich schon darauf, ihn einzureiten. Aber zuerst würden wir mit ihm an der Longe arbeiten.

      Frühling! 08.03.2014

      Fröhlich pfeifend lief ich zum Nebenstall, schlenderte an den halboffenen Boxentüren vorbei und streichelte hie und da einen neugierigen Pferdekopf. Es war ein herrlicher Tag, die Sonne strahlte und es war keine Wolke am tiefblauen Himmel zu sehen. Auch war es sehr warm, etwa 18 Grad und das obwohl erst vor zwei Wochen noch Schnee gefallen war! Überall spriessten Blümchen im noch feuchten Gras und in der Luft lag ein wundervolles Vogelgezwitscher, begleitet von einem frischen Windhauch. Ausserdem lag der saftige Frühlingsduft, den ich so sehr vermisst hatte in der Luft. Ich genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Fleece Jacke und lief zu den Weiden. Die Fohlen waren schon dabei, eifrig die ersten müden Frühlingsgräschen zu zupfen. Aber als sie mich sahen, hoben sie die Köpfe. Die beiden Hengstfohlen kamen sofort zum Zaun gerannt, wobei Mano bockend vorausgaloppierte. Adventure folgte etwas gelassener und hielt etwas rutschend vor dem Zaun, denn der Boden war noch immer aufgeweicht vom Schmelzwasser. Ich streichelte ihn liebevoll, sodass die Eifersucht auch Mano zu uns trieb. Er streckte übermütig die weichen Nüstern vor und wollte mein Ohr anknabbern. Ich stiess mit der Hand sanft seine Schnauze weg und lachte dabei, denn Adventure kniff in meinen Schuh. Zum Glück spürte ich nichts, ich hatte nämlich Wanderschuhe an. „Hmm, ich werde wohl wiedermal eine Spielstunde einbauen müssen.“, bemerkte ich stirnrunzelnd und wandte mich wieder dem Hauptstall zu. Von dort holte ich einen grossen blauen Gymnastikball, der seit dem letzten Gymkhana in der Materialkammer lag. Wir hatten ihn damals extra gekauft. Ich rollte ihn nun zu den Hengstchen auf die Weide, wo sie erstmal eine Runde daran schnüffelten, ehe sie ihn mit dem Kopf an schubsten. Die Stuten blickten abermals neugierig auf und kamen etwas näher. Jedoch taten sie gleich darauf wieder so, als würde sie das Spiel der anderen beiden nicht interessieren. Als der Ball für die Hengstchen nicht mehr wirklich interessant war und sie einander lieber wieder über die Wiese jagten, holte ich ihn und rollte ihn auf die Stutfohlenweide. Sie beachteten ihn aber nicht und manche kehrten mir sogar das Hinterteil zu. Ich lief um die Gruppe herum und wollte Pointless streicheln, doch die Gruppe teilte sich und stob auseinander. „Was soll das denn?“, rief ich laut, etwas enttäuscht. Ich lief abermals auf die kleine Herde zu. Sie liessen mich bis auf etwa drei Meter herankommen, dann rannten sie wiederum im Galopp einige Meter weiter weg. Sie spielten offenbar mit mir. Ich überlegte kurz, dann hüpfte ich über die Wiese zurück zum Ball und setzte mich darauf. Ich tat so, als hätte ich etwas Interessantes in meiner Jackentasche entdeckt und schielte ab und zu zu ihnen hinüber. Mein Plan trug schnell Früchte, denn schon kam Lychee in meine Richtung gelaufen. Bluebell und Slaufa beobachteten sie, Dann kamen sie hinterher. Schliesslich folgten auch die restlichen und umzingelten mich und meinen Ball. Sweets schnupperte an meiner Hand, die, wie sich herausstellte, leer war. „Ha, reingelegt!“, murmelte ich lächelnd und fuhr ihr mit der Hand durch den Schopf. Dann stand ich auf und verliess die Weide, mitsamt dem Ball, denn sie hatten offenbar weiterhin keine Augen für ihn. Ich verräumte ihn in der Materialkammer und lief zur Box von Paint, wo mich eine rosa Schnauze erwartete. Ciela war gut gewachsen aber dennoch noch lange nicht so weit, um zu den anderen Fohlen zu kommen. Wir waren sehr stolz auf die kleine Stute, denn sie hatte bereits zwei Fohlenschauen gewonnen! Ich rief nach Ajith, der sich bisher immer liebevoll um sie gekümmert hatte und sie am besten kannte. Er kam aus Gray’s Box gestolpert und stellte sich vor mir auf. “Ma’am?“ “Did you train her today?” “Yes, I did, and she’s doing extremely well.” Mit diesen Worten schnappte er sich das Fohlenhalfter an der Box und streifte es der Kleinen über, um mir zu beweisen, wie viel sie schon kannte. Ich grinste erfreut und streichelte die Kleine. Hier war also auch alles in bester Ordnung. Für zwei Uhr war noch die Ankunft einer neuen Stute angekündigt, ihr Name war Aerith. Ich hatte sie schon seit längerem ins Auge gefasst, da ich meine Quarters vermisste. Sie war sogar schon gekrönt und so auch zur Zucht geeignet. Ich stand pünktlich bereit, um sie zu empfangen. Die lackschwarze Stute lief brav aus dem Anhänger und sah sich sofort in ihrem neuen Zuhause um. Sie war ausserdem sehr anhänglich und verschmust, denn sie kam sofort mit ihrem Kopf unter meinen Arm und wollte gekrault werden. Ich führte sie überglücklich in ihre neue Box und brachte ihr eine Portion Heu.

      There must be something in the Water… 09.08.2014

      Ich schlug die Augen auf und sass sofort kerzengerade im Bett. Ich hatte soeben einen schrecklichen Albtraum gehabt, in dem ich wieder zurück auf dem Feld mit dem Flugzeugwrack gewesen war. Um mich herum hatte alles lichterloh gebrannt und mitten in den Trümmern hatte jemand schrecklich geschrien. Dann war ich von dunklem Rauch eingehüllt worden und meine Augen hatten fürchterlich gejuckt. Ich hatte das Gefühl gehabt, keine Luft mehr zu bekommen und war schliesslich verzweifelt zu Boden gesunken. Dann war ich aufgewacht – zum Glück. Noch immer schweissgebadet rieb ich mir die Augen und stand auf. Es hatte keinen Sinn, weiterzuschlafen. Auch wenn erst halb fünf morgens war, fühlte ich mich nicht mehr müde und beschloss augenblicklich nach Blüte zu sehen. Sie sollte in den nächsten Tagen ihr Fohlen bekommen und ich war wie immer ziemlich aufgeregt deswegen. Schliesslich konnte so vieles schief gehen! Aber Blüte hatte schon einmal ein Fohlen gehabt und da war alles nach Plan gelaufen. Ich schmierte mir ein Honigbrot und ass es während ich zum Hauptstall lief. Die Pfleger waren noch nicht da, würden aber bald kommen. Ich betrat das grosse Stallgebäude und schlich an den dösenden Pferden vorbei zu Blütes Box. Die Stute stand ruhig da und zuckte nur ab und zu mit der Unterlippe, was mir zeigte, dass auch sie noch schlief. Beruhigt kraulte ich Campina, die nach Coulees Umzug neben Blüte gestellt worden war. Sie war wohl trotz meiner Vorsicht aufgewacht und so fühlte ich mich verpflichtet, die kleine Stute ein wenig zu beschäftigen. Ich betrat ihre Box und strich liebevoll über das bunt gesprenkelte Fell. Als ich sie gekauft hatte, war sie ein solch kleines, verwahrlostes Fohlen gewesen und nun gab sie mir all die Liebe und Arbeit zurück, die ich in sie gesteckt hatte. Ich verstand noch heute nicht, warum niemand das hübsch gescheckte Fohlen gewollt hatte. Aber eines stand fest: auf Pineforest Stable war sie aufgeblüht. Ich klopfte ihr ein letztes Mal auf die Schulter, dann verliess ich den Stall in Richtung Fohlenweiden. Die Jungspunde waren wie immer schon früh morgens unterwegs, jetzt hatte es nämlich noch keine lästigen Fliegen und Brämen. Zuerst ging ich zu den Stuten und setzte mich einfach nur ins kühle Gras. Sie kamen neugierig angelaufen und schnupperten an meinen Schuhen. Ich musste aufpassen, dass Bluebell nicht hineinbiss. Die junge Stute war ordentlich frech geworden und ihre Zähne waren leider nicht mehr so klein und stumpf wie zu Beginn. Bald würde ich sie einreiten können, stellte ich fest. Auch Sweets, Lychee und Mano würden bald so weit sein. Ich wollte die vier gleich alle gemeinsam ausbilden. Amüsiert beobachtete ich, wie Ciela Penny in die Kruppe kniff und diese daraufhin einen Bocksprung machte. Diese Spielereien waren immer sehr unterhaltsam, weshalb ich auch oft einfach hier unter dem Baum sass und die Stimmung genoss. Point graste etwas entfernt, die etwas zickige Genossin erinnerte mich immer wieder an Iskierka. Aber das war nicht schlimm – Kierka war schliesslich trotz allem ein ausgezeichnetes Rennpferd. Ein Blick zu den Hengstfohlen sagte mir, dass auch dort alles im Lot war; Sheba und Mano kraulten sich friedlich am Widerrist. Vielleicht bekommt ihr bald Zuwachs, dachte ich belustigt. Ein Hengstchen wäre schon toll.

      Vier Stunden später rannte ich zum Hauptstall, weil Ajith nach mir gerufen hatte. Blütes Fohlen war auf dem Weg, völlig überraschend am helllichten Tag. Bisher sah alles gut aus, doch zur Sicherheit wollte ich dennoch den Tierarzt rufen. Ich warf kurz einen Blick in die Box, dann flitzte ich zurück ins Haus um das Telefon zu holen. Unterwegs stiess ich beinahe mit jemandem zusammen, den ich in diesem Moment am allerwenigsten erwartet hatte. „Jonas!“ Er grinste verlegen und sah mich dann fragend an. „Ich muss den Tierarzt rufen gehen, danach komm ich gleich – ähhh, warte hier.“ Schon brauste ich davon. Warum sollte er überhaupt dort warten? Er konnte doch gerade so gut zu den anderen Pflegern gehen und sie begrüssen!, dachte ich mir während dem laufen, genervt über mich selbst und meine sinnlosen Einfälle. Als ich jedoch wieder aus der Tür hervortauchte, stand er zu meiner grossen Überraschung tatsächlich noch genau an der Stelle, an der ich ihn hatte warten lassen. „Und, was willst du mir nun erzählen?“, lächelte er erwartungsvoll. Ich rollte die Augen und antwortete: „Gar nichts, ich war bloss wie immer verwirrt und hab nicht nachgedacht. Du kannst natürlich gehen, wohin du willst und brauchst nicht auf mich zu warten.“ Bei den letzten Worten wurde ich etwas verlegen. Schnell überdeckte ich dieses Gefühl mit einem Themenwechsel. „Was machst du überhaupt schon hier? Müsstest du nicht noch im Krankenhaus sein?“ „Willst du mich etwa nicht hier haben?“, fragte er trotzig. Zögernd meinte ich: „Doch schon… aber deine Verbrennungen. Ich will doch, dass du dich nicht überanstrengst.“ Seine Miene hellte sich auf. „Meine Verbrennungen sind nicht mehr so schlimm, in zwei Wochen sollte man kaum mehr etwas davon sehen, meinen die Ärzte. Ausserdem habe ich es dort nicht mehr ausgehalten, es war viel zu still und du hast mir gefehlt.“ Ich zuckte ein wenig zusammen, bemerkte aber, dass er mich schelmisch angrinste und vermutete, dass diese Bemerkung nur wieder eine seiner Spielereien gewesen war. Man wusste eben doch nie so genau, was er wirklich dachte. Schnell sagte ich: „So jetzt aber, komm! Wir müssen zu Blüte.“
      Nur eine Stunde später hatte nicht nur ein wunderschönes, sehr dunkles Hengstfohlen die Welt erblickt, sondern zu aller Überraschung auch ein kleines, dunkelbraunes Stutfohlen. Beide hatten wie ihr Vater einige weisse Flecken, das Hengstchen an der Flanke und an der Schulter. Sein krauses Fohlenhaar erinnerte mich stark an die Wolle eines Schafs, weshalb ich ihn Merino nannte. Die hübschen, noch etwas bläulichen Augen hatten etwas Besonderes in sich, sie wirkten unheimlich intelligent und wissend. Vorsichtig kraulte ich den kleinen, als er auf mich zu stolperte und betrachtete die krummen Tasthaare an seiner Schnauze. Das Stutfohlen bekam vorerst noch keinen Namen, da ich keinen weiteren genialen Einfall hatte. „Occu“, unterbrach mich eine leise Stimme von hinten. Es war Jonas, der anscheinend schon länger auf diesen Moment gewartet hatte, denn er fuhr hastig fort. „Ich habe noch eine kleine Überraschung für dich. Würdest du mir kurz nach draussen folgen?“ Verwundert sah ich ihm in die Augen, stand dann aber Wortlos auf. Mein Herz pochte lauter als sonst und ich versuchte mir vorzustellen, was für eine Überraschung er meinen könnte. Draussen liess er mich alleine um etwas zu holen. Es war eine Kartonschachtel mit Löchern auf der Seite und im Deckel. Etwas Materielles…, stellte ich leicht enttäuscht fest. Was hast du erwartet? Vorsichtig öffnete ich den Deckel und starrte auf den Inhalt. Ein pummeliger, lackschwarzer Welpe fiepte mich an, wedelte mit dem kurzen Schwänzchen und versuchte, am Rand der Schachtel hochzuklettern. Ich hob ihn heraus und war einen Moment sprachlos. „Gefällt er dir nicht? Ich dachte, du könntest noch etwas Gesellschaft brauchen nachdem das Haus nun so leer ist. Ausserdem hat Jacky einen Spielpartner nötig, schau nur, wie unmotiviert sie in letzter Zeit ist. Aber wenn du ihn nicht haben willst, übernehme ich ihn eben…“ „Doch doch! Er ist wunderschön und ich bin sicher, dass Jacky sich sehr freuen wird. Aber wie um Himmels Willen kommst du dazu, einen Welpen zu kaufen?“ „Eine bekannte von mir züchtet Labrador Retriever und diese kleine Dame hier ist von ihrem letzten Wurf noch übrig. Sie hat mich daher gefragt, ob ich sie nehmen würde und ich konnte bei dem Fellbündel doch nicht ablehnen.“ Ich lächelte und streichelte das dunkle Wesen auf meinem Arm. Sie musste etwa 4 Monate alt sein und trug ein blaues Halsband. Ich sah Jonas kurz an, dann fasste ich all meinen Mut und gab ihm einen hastigen Kuss auf die Wange. „Danke“, murmelte ich danach verlegen und musterte konzentriert die Hündin. Er lächelte bloss nachdenklich und meinte, die Hündin heisse übrigens Sheela. Ich war erfreut über den schönen Namen und trug den Wildfang ins Haus, wo ich ihr erstmal etwas zu trinken anbot. Jonas half mir, ihr einen Korb zu errichten und sie zu versorgen. Hach, was für ein Hundeleben!

      Old and New Fellows 26.08.2014

      Caruso quietschte aufgeregt, als Ocean an ihm schnupperte. Dream liess alles gelassen geschehen, sie wusste, dass Ocean ihrem Sohn nichts antun würde. Die beiden waren das erste mal seit Carusos Geburt wieder draussen und er lernte gerade seine ‚Tante‘ kennen. Gespannt beobachtete ich die Szene vom Zaun aus und betrachtete liebevoll die langen Ohren des Fohlens. Obwohl der kleine Hengst erst wenige Tage alt war, verhielt er sich doch schon frech und wild. Dauernd versuchte er, seine Mutter zum Spielen zu bewegen. Und tatsächlich war es ihm bereits vorhin einmal gelungen, die weisse Stute zu einem raschen Galopp über die Weide anzutreiben. Dream schien sich in ihrer Rolle als Mutter wohl zu fühlen, denn sie umsorgte den kleinen liebevoll. Ocean hatte die Nüstern in das weiche Fohlenfell an der Schulter gedrückt und begann nach einigen Augenblicken des Ausharrens, Caruso zu kraulen. Ich lächelte zufrieden und sah meine Anwesenheit als überflüssig an, weshalb ich mich auf den Weg zum Hauptstall machte, um dort nach dem Rechten zu sehen. Am Nachmittag würden ganze drei neue Fohlen ankommen, davon zwei vom selben Züchter. Ich hatte sie sorgsam ausgesucht und war sogar mehrfach herumgereist, um sie mir live anzusehen. Doch sie würden erst um vier Uhr ankommen, daher hatte ich noch etwas Zeit für Frame, der mir aus seiner Box entgegenröchelte. Der Hengst hatte seine starke Bindung zu mir weiter aufgebaut, offenbar erinnerte er sich daran, dass Eowin und ich ihn gerettet hatten. Sie war letztens hier gewesen, um Noir für die Körung zu untersuchen. Ich betrat die Box und kraulte den Schecken liebevoll hinter dem linken Ohr. Was für ein erbärmliches Fellbündel er doch gewesen und was für ein prächtiger Hengst nun aus ihm geworden war. Ich war mittlerweile schon zweimal auf ihm gesessen und es war beide male ein unglaublich tolles Gefühl gewesen. Frame reagierte schon jetzt so fein auf Hilfen und verliess sich blind auf mich. Und ich mich auf ihn. Ich halfterte ihn und führte ihn nach draussen, um einen Spaziergang zu machen. Jacky lief am Boden schnuppernd neben mir her und Sheela tapste freudig und wild um sie herum. Die beiden kamen prima miteinander aus und Jonas hatte Recht behalten – Jacky war wieder viel aufgeweckter, seit die junge Hündin dazugekommen war. Obwohl Sheela schon jetzt grösser als sie selbst war, erzog Jacky den Welpen bei jeder Gelegenheit. Am Abend lagen sie meist eng zusammengerollt neben mir oder in ihrem Körbchen. Ich hob einen Tannenzweig vom Boden auf und warf ihn Jacky, als wir bei der Galoppbahn waren. Es war kühler geworden und ich hätte schwören können, dass die Isländer bereits dichteres Fell hatten. Wir würden sie schären müssen, wenn es so weiter ging.
      Ich fühlte plötzlich das Verlangen, einfach Frames Seil zu lösen um das Vertrauen des Hengstes zu prüfen. Also hängte ich den Strick aus und lief weiter, als sei nichts gewesen. Frame spitzte etwas die Ohren und drehte, in seiner neu erlangten Freiheit, den Kopf zu Seite, um die Landschaft genauer zu betrachten. Er blieb jedoch neben mir und trabte hinterher, als ich mit Jacky losrannte. Sheela hielt sich auf der rechten Seite, denn sie war bereits einmal fast von einem Pferd getreten worden und nun vorsichtiger. Jacky wusste sowieso Bescheid, was den Umgang mit Pferden anging. Als ich ausser Atem war, hielt ich abrupt an, woraufhin auch Frame sofort stoppte. Ich entschied lächelnd, dass ich wohl zukünftig kein Seil mehr brauchen würde. Irgendwie gab mir sein eisiges Auge als er an mir vorbei zu den Weiden starrte das Gefühl, dass er bei mir bleiben würde, komme was wolle. Ich kraulte sanft seine Schulter und bog auf den Schnitzelweg zu den Weiden. Bei den Minis machte ich halt, damit Frame sie beschnuppern konnte. Rosie kam mir entgegen und lachte als sie sah, wie mir Frame beim Laufen von hinten die Haare zerzauste. Er wollte mit mir spielen. Ich hüpfte showmässig zur Seite auf den breiten Grasstreifen neben dem Weg und wich ihm immer wieder aus, rannte ein wenig, bis er mir den Weg abschnitt. Immer wieder stiess er sich kraftvoll vom Boden ab und machte einige Bocksprünge aus purer Lebensfreude. Bei dem Spektakel vergass ich alles andere und war einfach nur wunschlos glücklich, wie ich es schon lange nicht mehr gewesen war. Rosie machte ein kleines Filmchen mit ihrem Handy und zeigte es mir, als ich keuchend mit Frame im Schlepptau angerannt kam. Der Hengst stoppte kurz vor Rosie und verkroch sich misstrauisch hinter meinem Rücken. Ich rollte die Augen und wir lachten beide, denn dieses Verhalten war üblich für den sensiblen Schecken. Ich sah auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es bereits fünf nach vier war. Rasch lief ich in Richtung Parkplatz, wobei mir Rosie noch etwas Unverständliches nachrief. Erst, als vor dem Transporter Halt machte, der bereits dort stand, fiel mir ein, dass Frame immer noch hinter mir stand. Da er brav gefolgt war und sich nun unsicher nach einem Grasflecken am Rand des Parkplatzes umdrehte, liess ich ihn vorerst in Ruhe. Er versicherte sich mit einem Blick, ob ich auch nicht weglief und senkte dann entspannt den Kopf. Ich widmete mich dem Transporter und dessen Inhalt, der bereits unruhig zappelte. Hans, der freundliche Pferde-Chauffeur half mir beim Öffnen der Klappe und teilte mir nochmals seine Trauer und sein Beileid wegen Jack mit, was er besser hätte sein lassen. Ich nickte nur abwesend und konzentrierte mich auf das, was vor mir lag. Frame kam neugierig angelaufen um die drei wunderschönen Geschöpfe im inneren des Transporters zu beschnuppern, die zuvor so schrill gewiehert hatten. Das Fuchsfohlen streckte ihm mutig die Nüstern entgegen und machte kurz darauf unterwürfige Kaubewegungen, wie es sich gehörte. Kaythara die kleine Nachzüglerin von Edfriend starrte aufmerksam zum Hauptstall. Nur die zweite Stute, Riven, blieb in der hinteren Ecke verborgen. Sie war zwar eine Handaufzucht, doch relativ scheu geblieben und mochte keine ungewohnten Situationen. Lewis brachte gerade rechtzeitig die Halfter, die ich natürlich auch vergessen hatte, und übernahm Kaythara. Ich schnappte mir Simba und Hans nahm kurzerhand Riven. Er lud die Stute sanft ein, ihm zu folgen, woraufhin sie zögerlich die Rampe runterkletterte. Simba folgte mir relativ zügig und schubste mich ein wenig zur Seite, weshalb ich ihm einen Klaps auf die Schulter gab. Ich staunte, wie weich sein Fell war und wie golden es in der Nachmittagssonne glänzte. Ich habe die richtige Wahl getroffen
      Frame trottete brav wie ein Lamm neben mir her, während ich Simba gemeinsam mit den anderen zu den Fohlenweiden führte. Riven und Kaythara wurden sofort von den anderen Stütchen begrüsst und umringt, besonders Ciela interessierte sich für die Neuankömmlinge. Pointless hingegen blieb hinter Penny auf Abstand und beobachtete uns nur mässig interessiert. Sweets, Liquor und Bluebell wurden fast schon etwas zu aufdringlich für Kaythara, doch zu unserer Überraschung schien sich die schüchterne Riven von Anfang an bei ihnen sicher aufgehoben zu fühlen. Ich hatte Simba inzwischen auf die Weide nebenan geführt und abgehalftert. Er flüchtete nun vor Mano, der ihn spielerisch jagen wollte. Simba verstand dies anscheinend jedoch nicht als Spiel, sondern nahm sein Verhalten ernst. Auch nach zwanzig Minuten war es nicht besser geworden; immer wenn Simba anzuhalten versuchte, wurde er sofort weitergetrieben. Alysheba kam nun ebenfalls hinzu, weshalb ich eingriff und Simba vorerst wieder einfing. Ich dachte angestrengt nach, was ich nun zu tun hatte. Ihn alleine in eine Box stellen? Auf keinen Fall. Ich muss es morgen nochmal versuchen, bis dahin stelle ich den kleinen neben Blüte und Merino. Gedacht getan, ich brachte Campina in ihre alte Box zurück und stellte Simba in die leere neben Blüte, die vor einiger Zeit Coulee gehört hatte. Ausserdem brachte ich bei Gelegenheit auch gleich Frame zurück in seine Box, er hatte genug Freilauf gehabt für heute. Merino streckte neugierig die weichen Babynüstern durch die Gitterstäbe und knabberte mit den Zähnen am Metallrand, bis Simba ihm Beachtung schenkte. Die beiden schnüffelten kurz durch die Stäbe, dann kreiste Simba weiter in der Box herum. Er beruhigte sich aber rasch, offenbar würde die Nacht nicht allzu schlimm für ihn werden. Merino blieb noch immer am Gitter und beobachtete den hellen Fuchs. Seit wir seine Zwillingsschwester an Sarah Kyren verschenkt hatten, war er wohl etwas einsam gewesen. Zum Glück durfte er in wenigen Monaten zu den anderen Fohlen. Wir hatten die kleine Primo Viktoria von ihm und Blüte trennen müssen, da sie bei der Geburt zu schwach gewesen war. Sie wurde mit der Flasche aufgepäppelt, doch da dies sehr aufwendig war, übergab ich sie Sarah, die die nötige Zeit für die Kleine aufbringen konnte.
      Erleichtert verliess ich den Hauptstall, um nochmals nach den Stütchen zu sehen. Kaythara und Riven waren zwar noch etwas abseits, grasten aber einigermassen entspannt. Zufrieden klopfte ich mir auf den Schoss, um Jacky anzulocken und mit ihr ein wenig Ball zu spielen. Auch Sheela kam freudig angerannt und hopste durch das Gras.

      Ohne Titel 29.01.2015 | © Ranga

      Von der Sonne geweckt schlurfte ich zum Schrank und zog mir meine Stallklamotten an. Schnell
      mit einem Brot auf der Hand verschwand ich aus der Haustür auf dem Weg zum Stall. Als erstes ging ich in die Stallgasse wo die Hengste standen. Alle waren schon putzmunter und warteten darauf das Sie endlich raus konnten. Ich ließ die Hengste erst einmal Ihr Frühstück fressen ehe Sie auf Ihre Paddocks kamen. Als Sie zu Ende gefrühstückt hatten, machte ich die Paddocks der Hengst auf und so konnte ich nun die Ställe misten. Nach dem Misten Holte ich Simble Jacson wieder rein. Die anderen Hengste machte ich fertig für die Führmaschiene. Simble Jacson machte ich fertig für ein Springtraining. Nach dem Springtraining mit Simble Jacson holte ich Bijou rein und longierte Ihn etwas. Nach dem Longieren ging ich mit Spirit of Future auf das Dressurviereck. Majandro sollte noch etwas auf der Fohlenweide bleiben und Harry Sollte heute nur Führmaschiene gehen. Schnell war der Abend eingebrochen und ich holte alle Hengste zum Abendessen wieder rein.
    • Occulta
      Majandro, L-Springen
      By Catalina

      Rangas DRP Majandro stand nun auf meiner Liste. Der freche Hengst sollte eine Stufenerhöhung im L-Springen erhalten. Also saß ich bereits um sieben Uhr in meinem Wagen und fuhr los. Kaum eine halbe Stunde später war ich an Rangas Stall und wartete darauf, dass sie mit dem Braunschimmel herauskommen würde. Kurz darauf traten beide aus der Gasse, der Hengst geputzt und gesattelt. "Hallo! Bereit für eine Lernstunde, Majandro?" Der Hengst schüttelte nur den Kopf. Ranga und ich mussten lachen. "Als erstes Aufwärmen, danach springen?" Ich nickte kurz und nahm die Zügel des Ponys in die eigene Hand, gurtete nach und saß auf. Die Steigbügel waren einigermaßen kurz, sodass ich gut aufstehen konnte. Denoch zurrte ich sie ein Loch kürzer, trat einmal feste auf das Metall und trieb den Hengst auf das offene Gatter des nebenanliegenden Springplatzes.
      Wir gingen ganze Bahn. Bei C stand eine Doppelstange, die wir aber großzügig umritten. Nach mehreren Tempo- und Gangwechseln, darunter auch ein Mittel- und Starkgaloppwechsel, trabten wir locker an den Hindernissen vorbei, vor allem um mir ein Bild über die Lage zu beschaffen. Neben der besagten Doppelstange gab es einen Wassergraben, zwei Oxer, eine Mauer und eine mittelgroße Hecke mit anschließender niedriger Stange. Majandro lief leichtfüßig um die Gegenstände herum und schien sie gar nicht erst betrachten zu wollen. Nachdem wir nun wieder bei A angekommen waren, rief ich Ranga meinen gewünschten Parcourdurchlauf zu. Die nickte nur, stellte sich an das Tor und wartete darauf, dass wir beginnen würden. Vor uns, gut zwölf Meter entfernt, war der Wassergraben. Etwas schräg nach links versetzt stand der Oxer, danach folgte die Mauer. Auf dem Mittelzirkel würden wir dann so über die Doppelstange, dann über die Heckenkombination und schließlich über den letzten Oxer springen.
      Der Hengst galoppierte sofort an. Mit einem guten Tempo korrigierte ich die Laufbahn ein wenig, sodass wir gut über den Wassergraben gehen konnten, ohne dass wir in das trockene Becken dahinter absetzen würden. Direkt danach gingen wir auf den Oxer zu. Majandro legte die Ohren an, als ich uns darauf vorbereitete; ich beugte mich etwas nach vorne, trat die Steigbügel aus und gab die Zügel nach vorne, damit er einwandfrei abspringen konnte. Was er auch tat, nur fiel er danach direkt in Starktrab und hielt so eine ganze Bahn, bis er schnaufend stehen blieb und den Kopf nach unten drückte. Dann hustete er zweimal kräftig, schüttelte wieder den Kopf und hustete ab – danach war alles gut. Beruhigend strich ich über seinen Hals, gab ihm dann aber wieder die Sporen, damit wir von vorne anfangen konnten. Wassergraben, Oxer und Mauer verliefen ohne Probleme, auf dem Mittelzirkel musste ich den Hengst aber stark nach innen stellen, damit er nicht ausbrach. Im Galopp ritten wir am Graben vorbei, in der ersten Ecke saß ich dann aus und drückte dem Braunschimmel die Hacken sanft in den Bauch, sodass er sich streckte und dann ruppig auf dem Boden landete. Die letzte Stange jedoch polterte mit einem bedenklichen Risiko, andere mitzureißen, auf den Boden. Das Pony drehte automatisch die Ohren in diese Richtung, galoppierte dann aber weiter auf die Hecke zu. Auch hier streiften seine Hufe die Stange, die blieb aber in der Verankerung fest. Den Oxer ließ ich erst einmal aus. Ich hielt den Hengst bei X an, gab ihm etwas mehr Zügelfreiheit zum Durchstrecken des Halses und blickte gen Sonne. Für heute würde ich ihn nicht mehr trainieren. Morgen erst wieder, damit wir den Parcours abschließen konnten.
      Während Ranga die Hindernisse wieder richtete, saß ich ab, lockerte den Sattelgurt, warf die Steigbügel über den Sattel und führte das Pony neben mir her auf den Putzplatz. Ich sattelte das Pony ab, packte den Sattel auf einen Bock und wusch das Mundstück der Trense ab. Dann kratzte ich dem Kleinen die Hufe aus, streichelte ihn für einige Momente und gab ihm eine Möhre, ehe ich ihn für heute entlassen wollte.
      Am nächsten Tag
      Die Sonne schien und hinterließ einen grüngoldenen Schimmer auf den Feldern, die um Rangas Stall lagen. Mit guter Laune ging ich in die Stallungen, pfiff eine fröhliche Melodie und bereitete alles darauf vor, den Hengst zu reiten. In der Sattelkammer holte ich alles Nötige – Putz- und Sattelzeug, sogar Schutzgamaschen für die vorderen Fesselgelenke – dann lief ich in den Hengsttrakt des Stalls und suchte Majandro. Der rupfte in aller Ruhe Heu und kleine Möhrchenstücke aus dem Trog und ließ sich von mir draußen vor dem Stall anbinden. Abgesehen von Heu in seinem Fell und einem Dreckfleck auf seinem Bauch war er angenehm sauber. Das Heu zupfte ich aus seinem Fell heraus, dann ging ich mit der Wurzelbürste und einer normalen Bürste über seinen Körper. Der Fleck auf seinem Bauch war recht hartnäckig, weshalb ich mehrmals drüber gehen musste. Schließlich ließ sich nur noch ein Schatten erahnen. Abschließend ging ich mit der Kardätsche über sein Fell und kämmte seinen Behang. Die Hufe waren auch schnell gesäubert. Das Satteln ging flott, beim Gurten achtete ich darauf, kein Fell einzuklemmen. Dann noch aufgetrenst und die Gamaschen angelegt.
      Bevor es losging, kraulte ich ihn zwischen den Ohren und führte ihn dann zum Springplatz. Dort saß ich auf, gurtete nach und trieb ihm in Trab wieder quer über den Platz zum Aufwärmen. Dann folgte eine halbe Runde im Mittelgalopp und bei A ging es los mit den Hindernissen. Der Hengst wirkte heute sehr ruhig im Vergleich zu gestern, da es noch sehr früh war und wohl keine Stuten in der Nähe waren. Der Hengst lief super brav und kaute gelegentlich stark auf dem Mundstück, ging aber perfekt über jedes Hindernis, bis wir eine zweite Runde gingen. Mit einem Klonk fielen die obersten Stangen der Stangekombination hinunter, ließen uns davon aber nicht beeinflussen und ritten weiter, bis ich es für genug Training empfand. "Hast du super gemacht, Majandro.", sagte ich und klopfte seinen Hals lobend, als wir vor dem Gatter standen.
      Majandro hat erfolgreich am L-Springen der UHAP Ocean Wave Trainerin Catalina teilgenommen.
      29 März 2015
    • Occulta
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      by Eddi
      (Antalia * Majandro * Zanyah * Pezzata * Falona * Celebrity Girl * Simble Jacson * Bijou)

      Der heutige Tag begann für mich mit einem großen Auftrag, denn auf Nachfrage hatte ich eingewilligt, gleich einmal auf einen Schlag Steffies gesamten Stall unter Augenschein zu nehmen. Erst vor einer knappen Woche hatte ich ihre beiden Freibergern untersucht und heute sollte der Rest dran sein. Das hieß, dass ich meinen Vormittag ihren restlichen acht Pferden widmen würde. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir das ohne Probleme schaffen würden. Als ich auf ihrem Gestüt ankam, war es gerade kurz nach acht und Steffie war auch schon im Stall unterwegs.
      Ich begrüßte sie herzlich und folgte ihr dann direkt mit zur ersten Box. Wir begannen mit ihren beiden Stutfohlen und als erstes war Falona an der Reihe. Mit der Hübschen würde ich wohl weniger Probleme haben, denn sie hatte eine zeitlang bei mir selbst im Stall gestanden und so kannte sie mich bereits. Problemlos ließ sie sich im Schritt und Trab vorführen, ehe Steffie sie für mich am Putzplatz festband. Zuerst warf ich einen Blick in Augen und Maul, dann hörte ich das Stütchen gründlich ab, ehe ich auch noch Genick, Rücken und Beine abtastete.
      Falona war topfit und auch die Körpertemperatur war in Ordnung. So konnte ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen. Die Spritzen hielt Falona tapfer aus und ließ sich auch nach dem Chippen nicht entmutigen. Dementsprechend gelobt wurde sie auch und dann war sie ja auch schon fertig und durfte zurück in ihre Box. Stattdessen war direkt ihre Nachbarin Celebrity Girl an der Reihe. „Die beiden sehen sich ja verdammt ähnlich“, meinte ich lachend zu Steffie und sie nickte zustimmend.
      „Die beiden sind Vollgeschwister“, klärte sie mich auf. „Oh“, meinte ich grinsend. Nicht nur abstammungsmäßig ähnelten sie sich sehr, sondern auch was ihre Gänge und ihren Körperbau betraf. Beide besaßen ein korrektes Exterieur und würden später in Sport und Zucht sicherlich ein gutes Bild abgeben. Auch Celebrity Girl ließ sich brav untersuchen, abhören und abtasten. Nur die Impfungen fand sie gar nicht toll und Steffie musste sie mir festhalten. Dann gab es auch noch die Wurmkur und den Chip, aber dann war die kleine Stute zum Glück fertig und durfte mich verlassen.
      Nun wechselten wir zu den größeren Kalibern und als erstes führte mir Steffie ihren Hengst Simble Jacson vor. Direkt zu Anfang wurde deutlich, dass der Hengst sehr dominant war und dementsprechend hatten wir dann auch zu tun, als ich ihn untersuchte, denn das mochte er gar nicht. Dennoch war rundum fit. So wurde er geimpft, entwurmt und gechippt und durfte unter großem Theater wieder den Putzplatz verlassen.
      Als nächstes war direkt Bijou an der Reihe. Ich fand den weißen Hengst ja wunderschön und zudem war er ein wirklicher Engel. Ohne Probleme ließ er sich vorführen und dann untersuchen. Auch er war kerngesund und topfit, so wie ich es eben von Steffies Pferde gewöhnt war. Also wurde auch er geimpft, entwurmt und gechippt.
      Dieses Schema betrieben wir auch bei Steffies Privatpferden weiter, denn vier waren nun noch an der Reihe. Den Anfang machte die Kleinste: Antalia. Die Falabellastute war ganz lieb und es war witzig sie traben zu sehen. Während ich sie abhörte und abtastete musste ich mich bücken, um überhaupt an die Zwergin dran zu kommen. Das Gleiche galt auch für die Impfungen und das Chippen. Dann gab es noch die Wurmkur und schon war auch Antalia fertig.
      Als nächstes folgte der junge Majandro. Der war ja von Tierärzten nicht sonderlich angetan und von Anfang an recht misstrauisch. Dennoch ließ ich mich nicht beirren und untersuchte ihn ausgiebig, was er auch brav über sich ergehen ließ. Bei den Impfungen zuckte er ein wenig zusammen, hielt aber wunderbar still. Auch der Chip war schnell unter der Haut und Majandro entwurmt.
      Zanyah, die Araberstute machte da ein paar größere Probleme, denn sie mochte weder mich, noch Spritzen und so benahm sie sich auch. Steffie und ich hatten alle Hände voll zu tun, damit die Stute am Putzplatz stehen blieb und sich untersuchen ließ. Eine der Spritzen ging sogar ins Leere, weil Zanyah gekonnt daneben sprang, kaum zu glauben! Doch nach fast einer halben Stunde war auch die Blüterin geimpft, gechippt und entwurmt.
      Den Abschluss machte dann Pezzata, eine Lewitzerstute. Sofort war ich wieder mit neuem Interesse dabei, denn ich selber züchtete Lewitzer und es war immer interessant Frischblut anzutreffen. Pezzata war ein Falbschecke und dementsprechend hübsch. Auch charakterlich war sie wirklich sympathisch und benahm sich auch während der Untersuchung ohne Probleme. Flott war auch sie geimpft, gechippt und entwurmt und ich hatte tatsächlich Steffies gesamten Stall am Vormittag geschafft! Es war jetzt kurz nach 11 Uhr und Steffie lud mich als Dank noch auf eine Tasse Kaffee ein, welche ich nur zu gerne annahm.
      19 Apr. 2015
    • Occulta
      Es kommt erstens 'anders', und zweitens 'als geplant'...

      Heute war ich unterwegs um Majandro abzuholen. Der kleine Hengst, den ich vor einiger Zeit verkauft hatte, musste zurückkehren, weil das Gestüt aufgelöst wurde, auf dem er seither gelebt hatte. Das Verladen verlief nicht ganz Problemlos; der Hengst schien aussergewöhnlich gestresst und verwildert. Ich fragte mich, ob man sich in letzter Zeit ausreichend um ihn gekümmert hatte. Wir schafften es dann doch, mit Hilfe einer Longe und viel Geduld. Zuhause brachte ich ihn in eine der freien Nordstallboxen, wo er erstmal von Jonas geputzt und mit frischem Heu versorgt wurde. Er wurde natürlich durch die Gitterstäbe auch neugierig von seinen Nachbaren begutachtet, sodass er kaum zum Fressen kam und ständig wieder in der Box drehte. Doch nach einer halben Stunde hatte er sich sichtlich beruhigt. Ich plante unterdessen mit Oliver, wie es mit ihm weitergehen solle. Da Catalina bereits von ihm gehört hatte, telefonierte sie noch am selben Abend mit mir, denn sie hatte Interesse an dem Hengst. Ich stimmte zu, dass sie ihn nach einer kurzen Erholungsphase abholen könne.
    • Occulta
      Geschäftiger Dienstag - Teil 2

      Eigentlich hatte ich für diesen Monat und damit für den heutigen Nachmittag nur noch Rebel, Echo und Paluche auf dem Plan. Aber ich wollte in der übrigen Zeit die Miniature Horses für ein paar kommende Frühjahrsshows vorbereiten. Dazu gehörte auch, sie zu scheren und gründlich zu waschen. Ich wollte das ganze bei Tageslicht abschliessen, auch deshalb, weil sie so besser trocknen konnten. Also schlenderte ich gegen ein Uhr gemütlich zu den Offenställen. Zuerst waren die Hengste dran. Lewis, der ja einer der Pfleger für die Offenställe war (auch wenn er genauso oft in den anderen Gebäuden des Hofs herumstreunte) half mir bei meinem Unterfangen. Wir fingen Lenny und Arco ein, was gar nicht mal so leicht war, und nahmen auch gleich den Jungspund Caillean mit, damit er nicht ganz alleine warten musste. Zunächst banden wir sie im Innenhof des Hauptstalls an, um sie von ihrem wolligen Winterpelz zu befreien. Arctic Blue war schon Anfangs Winter einmal für eine Show geschoren worden, daher hatte er nicht so viel Pelz wie Caillean und Caresse. Ich mochte es, die kleinen Pferdchen zu scheren – man war so schnell fertig! Zwei oder drei Striche mit dem Akku Scherer und das halbe Pferd war nackig; naja, wenigstens ging’s wirklich zügig voran. Da wir mit dem grauen Hengst schon als Fohlen geübt hatten, liess er die ganze Prozedur geduldig über sich ergehen und hielt auch still, als ich die empfindlichen Ohren bearbeitete. Caillean sah interessiert dabei zu, wie Caresse ebenfalls seinen rötlichen Pelz verlor. Ob er wohl weiss, dass der Hengst sein Vater ist? Ich lächelte amüsiert über den Gedanken und entfernte das letzte überstehende Fellbüschelchen von Arcos Bauch. Nun war er einheitlich mit hellsilbernen Stoppeln überzogen. Die Dapples sah man trotzdem noch ein wenig. Ich trimmte mit der Schere ein wenig den Übergang zu Mähne und Schweif, sodass alles perfekt war. Lewis tat dasselbe mit Lenny. Dann nahmen wir uns gemeinsam Caillean vor. Lewis kraulte das Hengstfohlen, während ich mich mit dem Scherer vorsichtig voran arbeitete. Er trampelte zwar ein wenig herum, aber ich konnte trotzdem alles einigermassen showtauglich präparieren. Wir waren zufrieden mit dem Resultat, also ging’s nun ans waschen. Wir schamponierten das ganze Stoppelfell mit einer Wurzelbürste bewaffnet. Auch das Langhaar und die Schweife wurden eingeschäumt. Beim Shampoo handelte es sich um ein speziell hautverträgliches, das auf Enzymbasis wirkte und so den Schmutz zuverlässig entfernte. Als wir fertig waren, trockneten wir die drei gründlich mit Frottiertüchern vor und packten sie dann in Abschwitzdecken ein, damit sie sich nicht erkälteten. Dann brachten wir die Hengste zurück auf die Weide.
      Als nächstes waren die Stuten dran. Wir konnten sie diesmal in zweiergruppen hochbringen, was das Unterfangen vereinfachte, weil wir nicht noch auf ein drittes Tier achten mussten. Zuerst holten wir Papillon, die kleine Allegra und Mami Daki, dann Lady und Chip, Tigrotto und Alufolie, anschliessend Queeny und Kiwi. Zuletzt waren dann noch Tiki und Rose dran. Miss Allegra wurde natürlich nicht geschoren, dafür war das erst ein paar Wochen alte Fohlen noch viel zu jung. Aber sie konnte gleich zusehen, wie brav ihre Mutter stillhielt und sich an das Geräusch gewöhnen. Daki war schon wieder gut in Form, man sah ihr die Trächtigkeit kaum mehr an. Demnächst wollte ich mit den beiden an ein paar Fohlenschauen teilnehmen, wobei ich mir grosse Hoffnungen machte. Allegra hatte die elegante Bauweise ihres Vaters (er hatte als Fohlen fast genau gleich ausgesehen wie sie) und den neugierigen, frechen Charakter ihrer Mutter. Ausserdem hatte sie eine sehr ansprechende, dunkelsilberne Farbe, die am Bauch in ganz helles Fell überging und den Richtern bestimmt gefallen würde. Um Ladys feuerrotes Fell trauerte ich wohl am meisten, denn die Stoppeln waren nun matt und gräulich. Aber schon in wenigen Tagen würden sie wieder oranger sein, das wusste ich aus Erfahrung. Tiki wollte kaum stillhalten, sodass Lewis sie förmlich in den Arm nehmen musste. Als wir sie zurückbrachten, flitzte sie im Galopp buckelnd in die hinterste Ecke des Offenstalls, kam aber kurz darauf wieder angetrabt, weil ihre Belohnungskarotte lockte.
      Gegen fünf Uhr waren wir mit allen Minis durch, sodass ich mich endlich Rebel widmen konnte. Der Paint Hengst hatte gerade gestern eine Körung bestanden, auf die wir lange hingearbeitet hatten. Entsprechend stolz war ich. Nun stand den ersten Paintfohlen von Pineforest Stable nichts mehr im Weg. Aber das würde noch etwas warten müssen. Ich holte den Hengst aus seiner Box im Nordstall und begann ihn zu putzen. Dazu hörte ich wiedermal Radio. Jonas putzte weiter hinten gerade Skyrim zusammen mit Lily. Die beiden schienen viel Spass miteinander zu haben; das freute mich sehr. Als Lily zu mir kam, um zu fragen, ob sie anstelle von Jonas Skyrim reiten dürfe (dieser habe sein Okay gegeben) nickte ich. Rachel wäre zwar skeptisch gewesen, aber ich hatte in den letzten Wochen gesehen, wie viele Fortschritte Lily gemacht hatte, also hatte ich keine Bedenken, dass sie mit dem umgänglichen Pony klarkommen würde. Als einzige Bedingung nannte ich jedoch, dass Jonas stattdessen mit Majandro mitreiten müsse und ein Auge auf sie haben solle. Ich informierte Lisa später auf dem Weg zur Galoppbahn, dass Mano schon bewegt wurde. Mir Rebel machte ich Trot-Übungen auf dem Galoppweg. Dabei ging es vor allem um die Temporegulierung, die mit feinsten Hilfen möglich sein sollte. So wechselte ich immer wieder von zügigem Arbeitstrab zum langsamen Jog. Dasselbe galt für den Galopp. Rebel durfte selbst bei den langsamen Gangarten nicht auf die Vorhand kippen und musste sich jederzeit im Gleichgewicht befinden. Überprüfen konnte ich seine Haltung mit Galopppirouetten, für die er sehr gesetzt laufen musste. Es lief wiedermal nicht alles ganz so gut, wie ich es gerne gehabt hätte. Zweimal versuchte der Hengst nach vorne zu schiessen und sein eigenes Tempo durchzusetzen, und die Pirouetten klappten auch erst gegen Ende der Trainingseinheit wirklich gut, obwohl er sie eigentlich schon beherrschte. Ich lobte Rebel trotzdem mit einem Apfel, als ich ihn versorgte.
      Als nächstes ging ich zu Echo, mit der ich kürzlich ein neues Projekt angefangen hatte: hunter under saddle. Ich wollte nicht an HUS-Wettbewerben mit ihr teilnehmen, aber ich fand es eine nette Disziplin für sie, da sie ja sowieso ein Mischmasch aus Western und Englisch war. Ich zog auch nicht alle Inhalte des HUS konsequent durch, sondern brachte ihr einfach die Grundlagen bei. Zum Beispiel versammelte ich sie eher auf die englische Art in aufgerichteter Manier, anstatt sie mit waagrechtem Hals voranzuschicken. Den ruhigen, konstanten Gang und die Leichtigkeit der HUS Pferde wollte ich ihr aber sehr wohl antrainieren. Mit dem konstanten Gang klappte es noch nicht so ganz. Ich konnte zwar schöne Übergänge mit der jungen Stute reiten, aber sie hatte noch Mühe mit dem Takt und der Konzentration. Kaum sah sie etwas Ungewöhnliches jenseits der kniehohen Hecke, die das Dressurviereck umgab, verlangsamte sie, oder blieb gar plötzlich stehen. Wenigstens lief sie mit ihrem breiten Kavalleriezaum entspannt und losgelassen. Ich beendete das Training nach einer Dreiviertelstunde und sah geschockt auf die Uhr. „Schon fast acht!“, rief ich aus und führte Echo zügig zur Stutenweide zurück. Ich musste unbedingt noch mit Paluche raus ins Gelände, das hatte ich dem Hengst versprochen. Er hatte vergangene Woche kein einziges Mal raus gedurft, weil es entweder zu stark gestürmt hatte oder er mir zu wild gewesen war. Ich wollte nicht riskieren, dass ich mit dem frisch eingerittenen Pferd kämpfen musste, also passte ich das Training seiner Stimmungslage an. Er kannte noch nicht viel unter dem Sattel, aber die drei Gangarten klappten ganz gut. Als ich den langen Feldweg zum Dorf entlangritt merkte ich deutlich, wie sehr er noch schwankte. Wir ritten eher eine Schlangenlinie, weil er sich an der Gegend fast die Augen ausstarrte. Ich schmunzelte, weil ich ihn nur zu gut verstand. Für einen Jungspund gab es hier draussen ganz schön viel zu entdecken, und ich war froh, dass er eher neugierig und nicht ängstlich reagierte. Nur vor einem Fahrrad erschreckte er sich, weil er es nicht gesehen hatte und der Fahrer plötzlich klingelte um uns, eigentlich nett gemeint, zu warnen. Dies äusserte sich zum Glück nur in einem Vorwärtssprung und einem lauten grunzen. Ich kraulte den Hengst, als er sich wieder beruhigt hatte und setzte meinen Ritt wie zuvor fort. Als ich wieder unter den Tannen hindurch auf das Hofgelände ritt, sah ich Lisa und Thomas mit Shadow und Noir auf dem Viereck. Neugierig, was bei ihnen heute auf dem Programm stand, versorgte ich Paluche rasch und stellte mich dann zum Eingang, um den beiden zuzusehen. Lisa übte den Spin mit Shadow. Sie hatte letztens berichtet, dass die Stute immer noch ab und zu ein durcheinander mit den Beinen bekam und aufgrund dessen nicht ganz taktrein drehte. Ich sah kurz darauf, was sie meinte: Shadow stolperte beim Drehen ab und zu über ihre eigenen Vorderbeine, fing sich aber jeweils geschickt auf, sodass man fast nichts davon bemerkte. Trotzdem musste auch dieser Fehler noch ausgebügelt werden. Und das funktionierte nur durch Training, bei dem die Stute ihre Füsse besser zu kontrollieren lernte. Wie erwartet klappte es auch am Ende dieser Trainingseinheit noch nicht, aber die beiden waren auf gutem Wege. Ich wollte Lisas Ansatz auch nächsten Monat weiterverfolgen, falls ich die Stute dann wieder selbst übernahm. Aber genau hatte ich für den kommenden Monat noch nicht vorausgeplant, der jetzige hatte schliesslich auch erst begonnen. Noir und Thomas übten Seitengänge – jap, in dieser Reihenfolge. Noir glotzte nämlich so ziemlich jede der vier Gebüsch Ecken an und überkreuzte jeweils Bilderbuchmässig, während Thomas erfolglos versuchte, sie geradezurichten. Ich schlug ihm vor, kleine Volten mit konsequenter Innenstellung zu reiten. Ausserdem sollte er Noir mit vielen Seitenwechseln und Übergängen beschäftigen, sodass sie die Ecken vergass. Ich wusste aus eigener Erfahrung, dass das klappte. Die Stute kam mir manchmal vor wie ein Goldfisch, aber das hatte auch seine Vorteile. Immerhin war ziemlich treudoof, wenn alles stimmte und das machte sie zu einem angenehmen Rietpferd. Ich mochte die etwas pummelige Stute, die auch immer gut genährt war, wenn sie nicht gerade ein Fohlen erwartete. Ab nächsten Monat wurde sie nicht mehr geritten, bis das Fohlen da war.
    • Occulta
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      Routinebehandlung für Estragon Sky und Majandro
      © DisneyHorse | 3330 Zeichen (mit Leerzeichen)
      England oh England!
      Nun nach dem Kauf von Batida, hatte ich der lieben Occulta Smith versprochen zwei ihrer Pferde zu untersuchen, sozusagen als Gegenleistung. Also fuhr ich zum Flughafen und flog nach Birmingham. Lange war es her, dass ich in England war. Vom Flughafen aus fuhr ich mit dem Taxi zu Occu. Die Zufahrt war mit einer Reihe von Eichen gesäumt. Als ich ausstieg, musste ich stutzen, das Gestüt war riesig! Gedankenversunken bekam ich gar nicht mit, dass Occu bereits neben mir stand. „Hallo!“, ich erschrak und sah die junge Frau mit den rot-blonden Haaren und den grünen Augen an. Erst nach kurzer Zeit merkte ich, dass es Occulta war, die dort neben mir stand. Noch etwas verwirrt begrüßte ich sie. Sie führte mich zum Stall und zeigte mir die Kandidaten die zu untersuchen waren.
      „Das ist Majandro! Er ist für sein Alter sehr lieb und mach auch eigentlich keinerlei Anstalten.“, erklärte sie mir. Ich betrachtete die außergewöhnliche Farbe von dem jungen Hengst, ein Bay Roan Pintaloosa. Nie zuvor hatte ich ein Reitpony mit so einer Zeichnung gesehen.
      Kurzer Hand zog ich mir die Handschuhe auf und fing an den Hengst abzutasten. Alles war okay. Seine Lymphknoten waren nicht geschwollen und auch der Rest weißte keine Auffälligkeiten auf. Majandro ließ alles über sich ergehen, auch als ich ihm ins Maul schaute machte er brav mit. „Das Zahnfleisch ist hellrosa und die Zähne sind gerade!“, erklärte ich Occu, die mir gespannt bei der Arbeit zuschaute. Nun checkte ich die Vitalwerte, sein Puls lag bei 27 Schlägen pro Minute. Auch sein Atem war im Normalbereich – 10 Züge in der Minute, außerdem lag seine Körpertemperatur bei 37,9°. Mein Stethoskop habe ich schon seit meiner Lehrzeit an der Uni und bisher hatte es mir immer Glück gebracht. Auch Majandros Darmgeräusche war normal. „So Dicker jetzt bekommst du noch die Impfung und die Wurmkur, danach bist du fertig.“, lobte ich den Hengst. Ich musste die Stelle am Hals rasieren, da er noch etwas viel Plüsch hatte. Gesagt getan, drückte ich die Hautfalte zusammen und spritzte die Impfung gegen Herpes, Influenza, Tetanus und Tollwut. Majandro zuckte kurz, aber beruhigte sich gleich wieder. Zum Schluss noch die Wurmkur, die ich in einer Kühltasche lagerte, da Kälte den penetranten Medizingeschmack wegnahm. Außerdem hatte ich noch etwas zuckerfreien Apfelmus in die Spritze getan, damit er sie besser annimmt. „Prima Dickerchen!“, lobte Occu ihren Hengst.
      Sie holte schnell Estragon Sky einen achtjährigen Achal Tekkiner Hengst, der beim Tierarzt etwas scheu ist. Auch bei ihm war alles in Ordnung. Seine Vitalwerte waren alle im Normalbereich und am Körper gab es keine Auffälligkeiten. Er legte zwar ab und zu die Ohren an, aber ich und Occu beruhigten ihn und er machte brav mit. Die Impfung und die Wurmkur, nahm er skeptisch an. Vorsichtig streichelte ich ihm den Hals und sprach „Toll gemacht Estragon!“. „Nenn ihn Artemis, ich finde es klingt besser.“, erwiderte Occu mit einem Lachen. Ich merkte wie man mir die Fragezeichen am Kopf ansah. Wir lachten beide und gingen nach draußen. Es war schön warm auf dem Pineforest Stable. Zusammen gingen wir zur Rennbahn und schauten den Jockey beim Reiten zu. Ich analysierte die Pferde, welch Energie diese wunderschönen Pferde hatten!
    • Occulta
      Ein Tinker für Lily

      Stirnrunzelnd sass ich am Küchentisch und sah mir die Zeitung an. Ein Überfall hier, Probleme im Ausland, ein Brand da… Aber rund um Birmingham war es im Moment zum Glück friedlich. Lily kam die Treppe runtergepoltert und ich nippte demonstrativ an meinem Tee. „Ich auch einen!“, forderte sie sofort. Sie ist so durchschaubar. Ich schmunzelte und fragte nach dem „Zauberwort“. Zugegeben – mein Leben war nochmal ein Tickchen spannender geworden, seit meine Nichte bei mir wohnte. Sie nahm mir das letzte Bisschen der Einsamkeit, die mich seit Jacks Tod zerfressen hatte. Allerdings, und das betonte ich vor meinen Angestellten und Freunden immer, war „Little Miss Adams“ auch ganz schön anstrengend. Rachel hatte sie nicht zu knapp verwöhnt und sie zu einem sehr selbstbewussten Mädchen erzogen. Doch so langsam waren wir auf einer Wellenlänge und hatten immer weniger Meinungsverschiedenheiten. Eine grosse Hilfe war wohl auch, dass Lily auf Pineforest Stable den Ponyhof-Traum eines jeden pferdeverrückten Mädchens lebte und mehr als genug frische Luft bekam. So brauchte ich abends eigentlich nie mit ihr zu diskutieren, wann es denn nun Schlafenszeit sei; sie kroch freiwillig schon um Neun ins Bett. Auch sonst war sie ‚pflegeleicht‘, denn sie war gut in der Schule, hielt ihr Zimmer einigermassen ordentlich (jedenfalls im Vergleich zu mir selbst) und machte sich auch mal selber ein Sandwich, wenn ich keine Zeit hatte. Andererseits musste man sowieso selbstständig sein, wenn man unter meinem Dach überleben wollte – mit gut 80 Pferden, die es zu versorgen galt, hatte ich nicht auch noch Zeit, mich um aufwändige Menschlein zu kümmern. Ich dankte Lily ihre gute Manieren mit Reitstunden und Ausritten in der malerischen Landschaft des Parks; und einem guten Geburtstagsgeschenk, wenn ich denn eines fand. Immerhin feierte Lily in wenigen Tagen ihr erstes Jahrzehnt auf diesem Planeten. Aber was sollte ich ihr schenken? Sie hatte mir noch kaum verraten, was ihre sonstigen Interessen ausser den Equiden waren. Je mehr ich darüber nachdachte, desto peinlicher wurde es mir, dass ich meine Nichte noch immer so schlecht kannte. Ich beschloss an diesem Morgen, im Verlaufe des Tages die Augen und Ohren offenzuhalten, um das perfekte Geschenk zu finden.

      Der Morgen verlief unspektakulär. Lily war in der Schule, also konnte ich sie nicht direkt beobachten. Stattdessen horchte ich während dem Misten die Pfleger aus, um zu erfahren, ob sie vielleicht mehr wussten. „Hmm, every little girl that I know likes dolls“, meinte Lewis. “Seems like you don’t know many”, antwortete ich knapp und verschränkte die Arme. Ich hatte eigentlich nie mit Puppen gespielt, als ich noch klein gewesen war. Viel lieber hatte ich Schlösser aus Legoklötzen gebaut und dann Schlachten nachgestellt, die nicht selten in meiner Fantasie blutig endeten. „Sorry boss, forgot you were an exception.“ Wenn ich so darüber nachdachte, hatte ich auch Lily noch nie mit einer Puppe spielen sehen. Und mit 10 noch eine Puppe geschenkt bekommen? Ich war skeptisch.

      Lisa schlug vor, ihr ein Handy zu schenken. Ich blockte sofort ab und entgegnete „Oi, das wär ja noch so schön – ich will sie doch nicht zu einem dieser frühreifen Tussis erziehen! Sie soll ihre Kindheit ohne Smartphone geniessen können.“ Lisa zuckte mit den Schultern. „Mir hat es auch nicht geschadet.“ „Bist du dir da sicher?“, rief Jonas schelmisch aus Stromers Box und duckte sich im nächsten Moment, um dem Besenstiel auszuweichen, mit dem wütend nach ihm gestochert wurde.

      Ich longierte Sweets, die heute Reitpause hatte, alberte mit Parányi in der Halle rum und ging mit Halluzination ins Gelände. Danach übte ich mit Vychahr Schenkelweichen und ein paar andere Lektionen auf dem Sandviereck. Den krönenden Abschluss des Morgens machte ich mit Islah, der ich ein paar Trail Hindernisse näher brachte. Ihr Stutfohlen schrie sich in der Box zwar im ersten Moment fast die Stimmbänder aus, aber das musste die kleine eben auszuhalten lernen. Ausserdem war Mama schon nach einer halben Stunde zurück. Die Begrüssung war herzzerreissend – es hatte den Anschein, als wären die beiden Jahre getrennt gewesen. Ich wandte mich augenrollend ab und begab mich ins Haus, um Mittagessen zu kochen.

      Lily kam pünktlich ins Haus gestampft, schmiss den Rucksack in eine Ecke und spielte zuallererst eine Runde mit den Hunden, bis das Essen fertig war. So half sie mir am meisten, weil ich nicht mehr dauernd über Jacky stolperte. Es gab einfallslose Bratkartoffeln mit Broccoli und Spiegelei, ausserdem einen Tomaten-Eisbergsalat – Lilys Lieblingssalat. Die Hunde verteilten sich um den Tisch herum, nachdem sie ihr eigenes Futter verschlungen hatten, und beobachteten uns mit puppy-eyes. Doch ich blieb kalt, und auch Lily beachtete den Bettelblick nicht, sondern stocherte fröhlich in ihren Kartoffeln herum. Jacky gab als erste auf. Sie drehte sich um und zockelte zum Sofa, wo sie sich auf der Decke zusammenrollte. Zira blickte ihr hinterher und ich sah es förmlich in ihrem Kopf rattern. Nach ein paar Herzschlägen hüpfte die junge Malinois Hündin übermütig hinterher und stand beim Sofa hoch, setzte sich aber schliesslich doch nur davor auf den Fussboden, weil Jacky sie böse angeblinzelt hatte. Sheela hingegen blieb hartnäckig und wartete hoffnungsvoll, bis wir fertig gegessen hatten. „Typisch Labrador“, murmelte ich. Lily stimmte mir zu. „Man könnte meinen, du liessest sie verhungern.“ „Sag mal Lily, was mögen zehnjährige Mädchen heutzutage denn so?“ „Hmm? Also… In meiner Klasse fahren alle voll auf diese bunten Gummibänder ab, oder diese Zeitschrift – ach, ich hab den Namen vergessen.“ „Bestimmt cool, diese… uhm… Gummibänder, nicht wahr?” „Geht so. Ich verstehe nicht ganz, was so lustig daran sein soll die zu sammeln. Ich sammle lieber meine Tierfiguren, aber auch nur die, die ich ganz besonders schön finde.“ „Und sonst?“ „Fragst du wegen meines Geburtstags?“ Ich zögerte ertappt. „…Jap. Man wird schliesslich nicht jeden Tag zehn. Gibt es etwas, das du dir ganz besonders wünschst?“ Sie überlegte kurz, dann zuckte sie mit den Schultern. „Nö, überrasch mich. Aber es braucht nix Grosses zu sein.“ Ich war überrascht über ihre Bescheidenheit, aber hinterfragte sie nicht.

      Am Nachmittag hatte Lily frei und half im Stall mit. Sie bürstete Skydive, der vermutlich das mit Abstand sauberste Fohlen im Umkreis von 100 Kilometern war, ritt Dream auf dem Sandplatz und half mir dabei, Skyrim und Majandro zu bewegen. Die kleine Familie rund um Skydive schien es ihr wirklich angetan zu haben. Soll ich ihr den kleinen Rabauken schenken? Doch ich verwarf die Idee gleich wieder, denn er gehört ja sowieso schon so ziemlich ihr, das wäre nur noch rein formal… Mit Shira konnte sie sich übrigens dann doch nicht so recht anfreunden. Als ich sie einmal darauf angesprochen hatte, war die Antwort gewesen, dass Shira auch sonst schon genug Aufmerksamkeit bekomme, weil sie so wertvoll sei. Dive hingegen sei einfach nur süss. Ich schmunzelte noch heute über diese Erklärung, aber es war schon etwas dran. Shira hatte eine blühende Zukunft vor sich, wenn man ihre Abstammung in Betracht zog. Es läuft auf einen Konkurrenzkampf zwischen den beiden hinaus, schätzte ich.

      Jonas schlich sich von hinten an und stupste mich in die Seite. „Was ist das? Keinen Respekt mehr vor deinem Boss? Ich glaube ich muss deinen Lohn kürzen“, murrte ich. „Warum denn so grimmig?“ „Weil ich ein Geburtstagsgeschenk brauche, aber keines finde.“ „Aber du hattest doch schon Geburtstag? Also – versteh mich nicht falsch, ich würde dir sofort wieder ein Geschenk besorgen.“ „Warum denn plötzlich so charmant? Mal abgesehen davon, dass du meinen Geburtstag zuerst vergessen hattest. Aber nein, es ist für Lily.“ „Schenk ihr ein Pony.“ „Sie hat doch schon Skydive, der gehört ja so gut wie ihr.“ „So gut wie – aber nicht ganz. Macht aber auch nix; ich meine ein richtiges Pony, das sie schon jetzt reiten kann, das ganz allein ihr gehört und mit dem sie die anderen Mädchen eifersüchtig machen kann.“ Er zwinkerte schelmisch, dann verschwand er ohne ein weiteres Wort im Nordstall. Ein Pony? Ich könnte ihr Majandro geben… Aber nein, der ist zu jung und wild. Der muss zuerst sicherer werden. Donut, Sky und Baccardi sind meine Zuchthengste, die zudem im hohen Sport laufen; die kann ich ihr auch nicht überlassen. Isis sind zu jung, Sweets und Bluebell ebenfalls, Dream ist und bleibt mein eigenes Pony, da bin ich egoistisch. Stirnrunzelnd und in Gedanken vertieft schlenderte ich den Schotterweg entlang. Mit einem Seufzer holte ich mich schliesslich selbst zurück in die Gegenwart. Es muss etwas anderes geben, und ich finde etwas gutes für dich – versprochen. Ich nutzte die Nähe zum Nebenstall und warf einen Blick in die Boxen, um zu kontrollieren, ob die Pfleger sauber gearbeitet hatten. Zufrieden begab ich mich danach zum Offenstall der Stuten. Adrenaline stand beim Zaun und musterte mich, als ich auf sie zukam. Sie schnüffelte an meiner Hand und folgte mir zum Offenstallgebäude, als ich die Weide betrat. Die braune Criollostute sah noch recht mitgenommen aus, doch so langsam setzte sie wieder Pfunde an. Das Team von Royal Peerage hatte gute Vorarbeit geleistet, doch es dauerte nun mal seine Zeit, bis sich ein Pferd von den Strapazen der Vernachlässigung erholt hatte. Ich fand, dass die Stute mit jedem Tag hübscher und wacher wurde. Im Moment machten wir vorsichtigen Muskelaufbau mit ihr; richtig lange reiten wollte ich sie in ihrer Verfassung noch nicht.

      Gegen Abend gönnte ich mir eine Pause und las in der Hängematte vor dem Haus die Zeitung vom Morgen zu Ende. Eine kühle Brise liess meine Haare aufstehen, sodass ich mir schon nach kurzer Zeit einen kuscheligen Pullover aus dem Haus holte. Aus reiner Neugierde blätterte ich die Anzeigen durch und entdeckte tatsächlich eine äusserst interessante Notiz. Hunter hatte offenbar einen schicken Tinker zu verkaufen, den er auf einem Markt in Irland aufgegabelt hatte. Ich las den Text bestimmt dreimal durch, bevor ich mich dafür entscheiden konnte, anzurufen. Schnell war klar, dass „Areion“ ein umgänglicher, geduldiger und verlässlicher Genosse war. Am Ende war es aber wohl doch besonders seine bestechende Erscheinung, die mich überzeugte. Wenn Lily ihn nicht will, behalt ich ihn glatt selber, schmunzelte ich verschwörerisch. „Was grinst du so?“ Ich zuckte zusammen. Ich hatte gar nicht bemerkt wie Lily auf mich zugekommen war. „Ach nichts“, log ich, denn ich wollte sie überraschen. Warte nur, das Geschenk das du kriegst ist tausendmal cooler als Gummibänder oder Zeitschriften
    • Occulta
      Herbstbeginn, oder: es gibt Ärger auf Pineforest Stable, Teil II
      Beck’s Experience, Rapunzel, Glenns Caress, Lady Diva from the Sky, Arctic Blue, Silhouette of a Rose, Papillon d’Obscurité, Tigrotto, Snottles Peppermint, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Sarabi, PFS’ Skydive, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, PFS’ Soñando Solas, PFS’ First Chant, PFS’ Cloony, PFS’ Cranberry, PFS’ Cupid, PFS’ Challenging Time, PFS’ Simply Priceless, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Mikke, Khiara El Assuad, Vai Alida, Rosenprinz, Valentine’s Cantastor, Empire State of Mind, Areion, Satine, Moon Kiddy, PFS’ Ljúfa, Feline, Numair, Anubis, Bintu Al-Bahri, Farasha, PFS‘ First Chant

      Das Telefon klingelte, und ich hechtete förmlich darauf zu, nur um gleich darauf enttäuscht die Stimme meiner Mutter zu hören. „Ja Mum, ich hab es nicht vergessen... Selbstverständlich könnt ihr an Halloween zu uns rüberkommen… Ja klar, ihr schlaft wie immer im Gästezimmer… Bye.“ Der Anruf, den ich eigentlich erwartete, war von der Polizei; mit Neuigkeiten über meine und Rosies gestohlene Pferde. Doch der blieb auch an diesem Morgen aus. Ich wurde zunehmend besorgter über den Verbleib von Numair, Anubis, Bintu, Farasha und besonders klein First Chant. Ich hoffte einfach, dass sie bald gefunden wurden und unversehrt zurückkehren konnten. Derweilen konnte ich immernoch nicht glauben, wie dreist der Dieb gewesen war. Unser Vertrauen auszunutzen, um sich zuerst ein Bild von der Anlage und den Pferden zu machen – das wahr ja wohl das Letzte. Und das allerschlimmste ist, dass ich davon nichts gemerkt habe! Auch nicht, als er so grosses Interesse an den Arabischen Vollblütern gezeigt hat. Dabei hätte mir seine gezielte Frage, ob ich denn auch Araber besitze, bereits fischig vorkommen müssen. Er wusste schon vorher von den Pferden, das ist sicher, und hat sich auf diesem Weg nur einen ersten Zugang zum Stall verschafft, um sich umzusehen. Doch sich darüber ärgern half jetzt auch nicht mehr. Alles, was ich tun konnte, war abwarten und Tee trinken – Schwarztee, um genau zu sein. Es war einmal mehr halb sechs Uhr, Frühstückszeit. Jonas, mir gegenüber, sah so aus, als würde er gleich mit dem Gesicht in der Müslischüssel einschlafen. Ich gab ein unterdrückt-amüsiertes Glucksen von mir, woraufhin er ausgiebig gähnte. Die Hunde mampften ihr Futter und Lily lag noch bis halb Acht unter ihrer warmen Bettdecke. Kurz darauf zog ich mir meine schwarze Fleecejacke an und verliess das Haus. Es war ein nebliger Morgen in England (wer hätte es gedacht) und noch versteckte sich die Sonne unter dem Horizont. Brrr, kalt und unheimlich. Ich lief etwas zügiger und machte meine morgentliche Stallrunde. Ich liess das Licht im Hauptstall an, woraufhin die meisten Pferde aufmerksam ihre Köpfe hoben und durch die Boxenfenster in die Stallgasse schauten. Ein paar grunzten hungrig, ein paar waren noch ein wenig verschlafen und liessen die Unterlippe hängen. Ich streichelte im vorbeigehen Rosenprinz‘ Nase. Auch Canto und Empire streckten mir erwartungsvoll ihre Köpfe entgegen. „Be patient, boys - your hay is coming.“ Ich hörte nämlich in diesem Moment Stimmen vom Eingang des Stallgebäudes herkommend, die verdächtig nach Ajith und Quinn klangen. „…you know nothing! You have no idea what kind of person he is, and yet you judge him?” “Quinn, I’m just worried about you…” “Oh please, save your breath. It’s none of your business, so stay out of it.” Das Gespräch brach ab und ich vermutete, dass Quinn davongelaufen war. Stirnrunzelnd begab ich mich in Richtung Eingang, um nach Ajith zu sehen. Der Pfleger stand an die Boxenwand gelehnt und sah ziemlich müde aus. „What was that?“, fragte ich vorsichtig. „You heard? Ahhh… Luck isn’t on my side today, huh…“ „Come on, you know I’ll always listen when you have something on your mind.“ Der Pfleger seufzte leise. “It’s about Quinn’s father. Apparently he has a drinking problem… He depends on her beause he has no work and he is apparently violent when he’s drunk; she had some bruises when she returned from visiting him in Ireland. She pretended to have bumped into something, but I don’t believe her. And now she’s angry with me for trying to help.” “I did know that her father is a difficult person, but I had no idea that it was so bad… Maybe I should try talk to her?” Er zuckte mit den Schultern und sah weg. Offenbar glaubte er, dass es ohnehin nichts bringen würde. Ich legte ihm meine Hand beruhigend auf die Schulter und setzte dann meine Runde durch den Hauptstall fort. Bei den Stuten sah ich, dass Khiaras Box etwas wenig Stroh hatte und rief daher in Richtung Ajith, dass sie heute Nachschub brauchte. Die Stute hatte ein seidiges Winterfell entwickelt, dass zwar nicht besonders lang war, sie aber dennoch schön warm zu halten schien. Sie sah mir freundlich entgegen und beschnupperte interessiert meine Hand. Ich streichelte sie rasch, mit einem liebevollen Lächeln im Gesicht. Zira entdeckte weiter vorne eine Maus und verschwand um die Ecke, während ich einen Blick in die restlichen Boxen warf. Alidas sonst so blutrotes Fell war im Moment eher gräulich, weil sie frisch geschoren war. Es hatte mir fast wehgetan, die schöne rote Wolle wegzurasieren, wo sie doch so zum Herbst passte. Aber die Stute hatte auch im Winter anstrengendes Training vor sich, bei dem sie sonst zu viel schwitzen würde. Dafür hatte Caprice ihren Pelz noch, der in leuchtendem Orange schimmerte. Ich sah sie gerade nur von hinten, denn sie sah zum Fenster raus. Mir fiel auf, wie dicht ihr Schweif geworden war, seit sie auf Pineforest Stable angekommen war. Mit dem dunkleren Streifen Haare in der Mitte und den feinen Löckchen an den kurzen, äusseren Haaren sah es richtig edel aus. Caprice bemerkte mich und drehte ihren Kopf nach hinten; aber ging weiter um sie nicht zu stören, denn ich hatte gerade sowieso nichts in der Tasche und sie wurde erst am Nachmittag von Charly bewegt.
      Dafür kümmerte ich mich um ein anderes orangenfarbiges Tier. Naja, sie war schon eher blutorangenfarbig, denn ihr Fuchsfell war jetzt im Winter besonders dunkel. Ich begrüsste Satine mit einer Karotte, die ich zuvor aus der Futterkammer stibitzt hatte. An ihrem grün gestreiften Halfter führte ich sie aus der Box und band sie beim Holzgitter unter dem Nebenstalldach an. Sie beobachtete mit ihren wachen, eisblauen Augen die vorbeilaufenden Pfleger und Pferde. Langsam wurde es nämlich lebendig auf dem Hof und die erste Gruppe von Rennpferden wurde auf die Bahn geritten. Ab nächster Woche wollten wir das Training wieder auf eine spätere Morgenstunde verschieben, da es jetzt ja nicht mehr so warm war und wir so wieder Tageslicht hatten. Ich bürstete Satine ausgiebig durch, bis nur noch ein bisschen Staub vom letzten Weidegang in ihrem Fell übrig war. Auch die Hufe kratzte ich sauber aus. Jonas führte Feline auf dem Kiesweg vor uns an uns vorbei zum Sandplatz. Ich beeilte mich mit Satteln und wir stiessen zu ihnen. Wir ritten die beiden Stuten nebeneinander warm, arbeiteten danach aber einzeln mit ihnen. Jonas machte mit der Criollostute Dressurarbeit, während ich mit Satine ebenfalls an Takt und konstanter Anlehnung arbeitete. Die beiden waren ähnlich weit in der Dressur – solide ausgebildet, aber nicht hauptsächlich darin gefördert worden. Satine war vor allem im Springen top, während Feline ein vielseitiges Freizeitpferd darstellte. Die Arbeit mit Satine machte heute richtig Spass, da die Stute konzentriert mitarbeitete und sich auch nicht von dem bunten Treiben um uns herum ablenken liess. Nur einmal zuckte sie zusammen, als Jacky sich geräuschvoll durch das Gebüsch, das den Sandplatz zierte, hindurchzwängte. Ich schickte die Jack-Russel Hündin zu Zira, die brav im Gras lag und wartete. Jacky setzte sich eher träge neben ihre jüngere Gefährtin und kam umso freudiger angehüpft, als ich sie nach dem Reiten wieder zu mir rief. Ich zerwuschelte das Fell der beiden Hunde zur Belohnung und führte dann Satine zurück zum Absatteln. Jonas war mit Feline schon vorausgegangen und brachte mir kurze Zeit später Moon Kiddy mit, die ich als nächstes Reiten wollte. Er hatte auch Ljúfa im Schlepptau, denn wir wollten gemeinsam mit Robin Lancaster ausreiten gehen. Die Isländerstute war noch ziemlich jung und früh eingeritten für eine Vertreterin ihrer Rasse. Wir hatten aber bisher nur leichte Arbeit mit ihr gemacht, vorallem Ausreiten im Gelände und ein paar leichte Qualifikationsshows. Galoppiert war sie noch nicht unter dem Sattel, nur Schritt, Trab und Tölt geradeaus. Ausserdem ritten sie nur die leichtesten der Pfleger, damit sie nicht übermässig belastet wurde. Deshalb übergab Jonas Ljúfa auch Robin, die gerade angelaufen kam. Jonas selbst holte hingegen Shira mit dem Knotenhalfter aus ihrer Box und band sie neben mir und Moon an. Die dreijährige Stute wurde gerade eingeritten und war erst einmal richtig unter dem Sattel gelaufen. Wir wollten heute nur eine kleine Runde mit den drei Stuten drehen, wobei Moon als erfahrenes Lehrpferd diente. Die Hunde warteten geduldig, bis wir gesattelt hatten. Sheela war nun auch dabei, denn sie war wiedermal bei Jonas geblieben. Beim Satteln war ‚Prinzesschen‘ noch ein bisschen unruhig, obwohl wir schon einige male geübt hatten. Ich liess die bereits mit dem Bosal gezäumte Moon rasch stehen und vertraute darauf, dass sie nirgens hinging, denn ich wollte Jonas noch bei Shira helfen. Wir zäumten die Ponystute über dem Knotenhalfter und ich nahm sie später beim Aufsteigen zunächst zusätzlich als Handpferd an den Strick. Als alle oben waren, ritten wir eine Runde zur Galoppwiese und dem Waldrand entlang. Zum Glück konnte ich mich so gut auf Moon verlassen, denn die Stute liess sich ausgezeichnet von mir dirigieren und zickte auch nicht, wenn wir Jonas mit Shira helfen mussten. Einmal wollte die unerfahrene Ponystute zum Beispiel nicht an einem Holzhaufen vorbei, sodass ich Moon kurzerhand nutzte, um sie vorwärts zu treiben. Auch mit den frischen Vollblütern war Moon jeweils Gold wert als Trackpony. Ich kraulte sie dankbar durch die dichte Mähne am Hals, als wir das Hindernis geschafft hatten.

      Den ganzen Morgen über ritt oder longierte ich verschiedene Pferde, kurz vor dem Mittag musste ich aber auch noch etwas Buchhaltung für Pineforest erledigen und mich daher in mein Schreibzimmer begeben. Danach hiess es Mittagessen kochen. Lily erzählte uns von nervigen Lehrern und Mitschülern, das Übliche. Sie schien froh, dass sie am Nachmittag keine Schule hatte und zu den Pferden konnte. Sie erklärte stolz, dass sie mit Areion heute Geländesprünge üben wollte. Ich hielt das allerdings für keine gute Idee angesichts des nassen Bodens und weil ich heute keine Zeit hatte sie dabei zu coachen. Es war mir einfach doch noch etwas zu riskant die beiden alleine an den teils massiven Hindernissen üben zu lassen, auch wenn sie nicht hoch eingestellt waren. Lily war natürlich enttäuscht, aber ich munterte sie auf indem ich ihr anbot, dass wir später zusammen mit den Fohlen spielen konnten und überzeugte sie, stattdessen mit Areion heute Abend zu Elliot in die öffentliche Dressurstunde zu gehen. Nach dem Essen nahm ich die Hunde mit zu den Miniature Horses. Die kleinen Pferdchen wollten schliesslich auch gepflegt werden und hatten sich schonmal schön schlammig gemacht, damit sie auch nicht zu kurz kamen. Während die Hunde durch das halbhohe Gras streunerten, begann ich Arco zu putzen. Der silbergraue Hengst hatte jetzt mit dem Winterfell deutlichere Dapples als im Sommer – früher war es manchmal noch fast umgekehrt gewesen. Seine fast ganz weisse Mähne war mit ein paar Dreck-Rastas versehen, welche sich aber gut entfernen liessen. Das wollige Winterfell striegelte und bürstete ich ausgiebig, aber die beine waren nicht gerade einfach sauber zu bekommen, so feucht wie sie waren. Ich putzte sie so gut es ging, verschwendete aber auch nicht zu viel Energie daran, denn er würde ohnehin bald wieder für Shows geschoren werden. Dasselbe war es auch mit Lenny und Becks. Wobei ‚Red’ schon vor dem Putzen von allen noch am besten ausgesehen hatte. Bei den Stuten war Lewis mittlerweile mit dem Misten fertig und bürstete nun ebenfalls fleissig die dichte Wolle der Vierbeiner. Er war mit Rose schon fertig und kümmerte sich gerade um Tigrotto. Ich schlüpfte unter dem Zaun durch und fing Lady ein. Die Fuchsstute folgte mir willig zum Zaun und liess sich genüsslich von mir massieren. Sie sah so edel aus, trotz des Winterfells, wenn sie ihren Hals vor Wohlsein rund machte. Mit den beiden Youngsters, Kiwi und Tiki, wollte ich einen kleinen Spaziergang machen. Lewis nahm bei der Gelegenheit auch gleich Queenie und Papillon mit. Die beiden hatten heute frei (sie waren gestern auf einer längeren Trainingsfahrt gewesen) und so ein Spaziergang war bestimmt lockernd für die beanspruchten Muskeln. Wir gingen mit den vier Ponys zum Fluss und über die Feldwege um Pineforest herum. Auf dem Heimweg begegneten wir Lily, die mit Peppy ohne Sattel und mit dem Stallhalfter unterwegs war. Ich rief ihr nach, dass sie bei der Strasse vorsichtig sein solle und erntete nur ein klangvoll ausgerufenes „Ich we-iss“. Lewis grinste nur belustigt und wir plauderten weiter über die kommenden Fahrturniere.
      Während Lily noch im Gelände herumdümpelte, ging ich schonmal zu Thairu, dem Zebra. Sie und Zazou, den wir ab und zu aus Gewohnheit immernoch Dante nannten, standen Popo-an-Kopf nebeneinander unter dem geschützten Unterstand, den wir für sie gebaut hatten. Beide hatten kaum Winterfell aufgrund ihrer Art, vertrugen die Kälte im Winter aber trotzdem ziemlich gut, solange sie einen Rückzugsort hatten. Ich trainierte im Moment nicht mehr so oft mit Thairu, weil mir die Zeit dazu schlichtweg fehlte. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ihr das schadete. Im Gegenteil; sie vergass kaum etwas zwischen den Trainingseinheiten und war jeweils entspannt, wenn wir wiedermal mit ihr arbeiteten. Ich putzte sie heute nur gründlich durch, ebenso wie den Wildesel neben ihr. Thairu mochte es besonders an ihrem Unterhals gestreigelt zu werden. Aber auch Zazou hatte eine Lieblingsstelle, nämlich hinter seinenen langen Löffeln. Ich klopfte dem Zebra beim Gehen auf den Po und begab mich in Richtung Fohlenweiden. Lily hatte Peppy versorgt und kam angerannt, als sie mich sah. „Was wollen wir mit ihnen üben?“, fragte ich meine Nichte, sobald sie in Hörweite war. „Blachen! Und den Gymnastikball, und vielleicht Flattervorhang?“ „Ich glaube Ball und Blachen reichen für heute, aber wir können noch ein paar Kegel aufstellen und Führtraining machen.“ „Ja!“ Sie lief voraus zur Halle, denn im Bereich vor der Reiterstube hatten wir einen Lagerraum für das ganze Bodenarbeitsmaterial. Ich folgte und gemeinsam trugen wir die Übungsgegenstände zu den Weiden. Die Hunde waren wie immer mit dabei, und bei der Halle waren wir dem Kater Kafka begegnet, der uns von der Treppe zur Tribüne aus scharfäugig beobachtete hatte. Als erstes wurden wir bei den Weiden von Skyrim begrüsst, der Lily sofort seine rosa Schnauze ins Gesicht streckte. Das erstaunte mich nicht sonderlich, so viel, wie sich meine kleine Nichte mit dem Reitpony beschäftigte. Auch die anderen Hengstfohlen kamen neugierig näher, während wir den ‚Parcours‘ aufstellten. Cupid begann sogar frech an der Blache herumzuzupfen und sie mit dem Huf zu bearbeiten. Simply blieb erstmal auf Abstand, traute sich dann aber doch neben Cupid an der blauen Blache zu schnuppern. Übrigens waren die Vollblutfohlen mittlerweile abgesetzt worden und nach Pineforest umgezogen. Das Verladen der halbjährigen war natürlich ein riesen Ereignis gewesen, mit viel Gequietsche und grossen Augen. Aber am Ende hatte alles ohne Zwischenfälle geklappt und die Fohlen waren gut angekommen. Als wir alles bereitgestellt hatten, holte ich zwei Halfter und Stricke damit wir das Führtraining machen konnten. Selbstverständlich behielt ich Lily die ganze Zeit im Auge, während sie zuerst Skyrim und danach Clooney durch die Pylonen führte. Sie hatte die Anweisung den Strick einfach loszulassen, falls sich einer der Halbstarken erschrecken sollte. Ich selbst führte Mambo an den Gymnastikball heran, bis er ihn mit den Vorderbeinen wegschubste. Er erschreckte sich leicht, liess sich aber erneut auf mich ein und war bei den weiteren Versuchen schon viel mutiger. Solas kam natürlich auch dran und zeigte bei den Blachen bereits jetzt Nervenstärke. Ich war sicher, dass er einmal ein hervorragendes Trailpferd werden würde.
      Bei den Stuten lief es ähnlich ab; die meisten waren ziemlich neugierig und untersuchten die Mitbringsel. Besonders die älteren wie Sarabi, Daedra, Snowflake, Fire und Dolly hatten schon einige solcher Spieleinheiten hinter sich und kannten die Gegenstände. Aber auch Cranberry traute sich sofort heran und bearbeitete den Ball mit ihren Fohlenzähnen. Ich war froh, dass Chime jetzt auch auf Pineforest war und ich sie jeden Tag im Blick hatte. Ella hatte zwar gute Arbeit geleistet und sich ausreichend um das schwächliche Stutfohlen gekümmert, aber mir war trotzdem wohler, wenn ich mich selber um sie kümmern konnte. Sie war und blieb ziemlich schmal, man sah auch ihre Rippen recht gut. Aber laut dem Tierarzt war sie soweit über dem Berg und mit genügend Futterzusätzen würde sie auch gross werden. Es war natürlich eine aufwändige Zukunft, die da vor uns lag, doch für das hübsche Stutfohlen wollte ich keine Mühen scheuen. Sie war mir schon so ans Herz gewachsen, dass ich sie keinesfalls loslassen könnte, auch wenn Oliver skeptisch war, ob die kleine jemals eine Zukunft als Rennpferd haben oder überhaupt gesund bleiben würde. Ich wollte es wenigstens versuchen und ihr diese Chance geben. Weniger dramatisch stand es um die dratige, grobknochige Karma. Sie war ein richtiger Brocken, und ich schätzte, dass sie wohl ein ordentliches Stockmass erreichen würde. Wegen ihrer langen Beine sah es lustig aus, wenn sie grasen wollte. Sie stand dann jeweils vorne ganz breit auseinander. Nun fehlte nur noch Indy, die immernoch bei Ella stand, weil sie ungefähr zwei Monate jünger als die anderen Fohlen war. Ich freute mich schon darauf, endlich alle Fohlen auf dem Hof zu haben. Lily und ich versorgten alles wieder in der Halle, sobald wir fertig waren. Danach gingen wir erstmal ins Haus um uns mit einer Tasse Tee aufzuwärmen, denn es war bereits am Vormittag eine kühle Bise aufgezogen, die sich hartnäckig gehalten hatte. Immerhin war der Himmer klar und blau. Lily ging später wie beschlossen in die Dressurstunde und ich kümmerte mich um zwei neue Pensionäre – denn ich hatte beschlossen, die leeren Boxen auf Pineforest zu vermieten. Im Moment standen schon zwei auswärtige Pferde im Stall, und eines davon war unser alter Freund Fajir. Der Besitzer war sofort mit ihm zurück hierhergezogen, als er von den freien Boxen erfahren hatte. Er war ohnehin seit er den Cremello besass zu uns in die Reitstunden gekommen, und nun konnte der begeisterte junge Herr auch von der restlichen Infrastruktur von Pineforest profitieren. Heute waren nun noch ein weiteres mir unbekanntes Pferd, und Majandro angekommen, den ich ebenfalls vor einer ganzen Weile verkauft hatte. Ich war sicher, dass auch noch weitere der Pferde folgen würden, die ich in unsere Nachbarschaft abgegeben hatte.

      Gegen halb Zehn Uhr klingelte das Telefon bei uns erneut. Ich liess Jonas rangehen, da ich gerade Wäsche bügelte, weil unsere Putzfrau (jawoll, so faul war ich seit Jahren) mit Grippe im Bett lag. Ich lauschte mit einem Ohr dem Gespräch und mein Puls schlug schneller, als ich mir zusammenreimte, worum es ging. „Sie haben sie gefunden?“, hauchte ich zu Jonas, der mir grinsend einen Daumen hoch als Antwort gab, während er dem Beamten zuhörte. Ich machte förmlich einen Freudensprung und konnte es kaum erwarten, die Details zu hören. „… Okay, we’ll pick them up right tomorrow, if that is possible. Yeah sure. Thank you so very much.“ Er legte auf und ich umarmte ihn erstmal vor Erleichterung. “Sie wurden in der Nähe von Southampton in einem Schuppen gefunden. Offenbar wollten die Diebe sie demnächst bei einer Nacht und Nebel Aktion per Schiff nach Frankreich und von dort aus mit gefälschten Papieren weiter transportieren. Die Polizei hat die Dokumente beschlagnahmt, es war offenbar alles schon vorbereitet. Wir hatten Glück, denn es wäre schwierig geworden, sie im Ausland aufzuspüren. Wir können sie morgen holen gehen – ach ja, und sie seien in einem recht guten Zustand, also ist ihnen nichts weiter passiert.“ Mir kamen beinahe Freudentränen, was mich erstaunte, weil ich normalerweise nicht so nah am Wasser gebaut war. Vielleicht werde ich doch langsam zu einem normalen Menschen wie alle anderen, überlegte ich im Stillen. Falls ja, liegt das definitiv an dem guten Einfluss meiner grossen Familie hier.
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    Pensionspferde (Gnadenweide)
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    Occulta
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    21 Nov. 2015
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  • Aus der: St. Pr. Soraya

    Von: Zytros B OX
    Aus der: Sonny B

    Von: Visconti

    Von: Vita Nova's Hanassie
    Aus der: Flora's Hof Amanda

    Aus der: Bon Voyage

    Von: Voyager

    Von: Vogue
    Aus der: Jolie

    Aus der: Bon Appetit

    Von: Spaghetti
    Aus der: Carbonara

    Aus der: Primula

    Von: Donut

    Aus der: Zauberhaft


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    Rufname: Majandro
    Geburtstag: unbekannt
    Alter: 3 Jahre
    Stockmaß: 1.48 m
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Wallach
    Fellfarbe: Bay roan pintaloosa

    (Ee,Aa,Rnrn,Oo,Lplp,PATN-1PATN-1)
    Abzeichen: laterne, 4x hochweiss
    Gesundheit: sehr gut


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    Mutig, freundlich, sozial, verschmust


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    Majandro ist ein gutaussehender Junghengst mit einer bestechenden Ausstrahlung. Leider lief es in seinem Leben nach der Fohlenweide nicht immer ganz rund, aber da er robust und mutig ist, blieb er trotzdem erfolgreich. Nun durfte er in sein altes Zuhause zurückkehren und mit seinen früheren Kumpels auf der Weide spielen. Ausserdem wird er im Springen gefördert.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Delilah, Grossgemalt by Occu
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Nein
    Nachkommen:
    -
    Decktaxe: -



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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: L
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: E
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Dressur, Springen
    Eingeritten: Ja



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    1. Platz 297. Springturnier
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    2. Platz 282. Westernturnier
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    3. Platz 322. Westernturnier
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    3. Platz 229. Fahrturnier
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    Majandro's Spind