1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Canyon

○ Braum van Ghosts (9)

Mix ○ Buckskin Tobiano ○ Hengst ○ 8 Jahre ○ 147cm ○ 9/20

○ Braum van Ghosts (9)
Canyon, 15 Juli 2020
Nymeria und AliciaFarina gefällt das.
    • Canyon
      ▲▽▲
      Gips Reminder Ranch

      Ein ganz neuer Anfang
      Mit der Hand drehte ich das Glas um seine eigene Achse, dabei sah ich der Flüssigkeit in dessen Bauch neugierig zu. herum,herum,herum.
      "Dein wievieltes Glas ist das,Kumpel?" Vernichtend sah ich den Typen hinter der Bar an, beziehungsweise sollte es das werden allerdings war die Bewegung des Kopfes zu viel da sich mir alles drehte. "Höchstens 3!"nuschelte ich, wobei mich die vier leeren Gläser neben mir und das fünfte in meiner Hand lügen straften. Mist du bist echt betrunken!
      In mein Blickfeld bewegte sich eine Hand, die Stimme des Typen vorderte den Autoschlüssel. Erstaunt sah ich ihn an,verkündete in meiner besten Stimme "Ich werd schon nicht fahren!", die Hand blieb wo sie war "Um sicher zu gehen nehm ich deinen Schlüssel, wenn du nüchtern bist kannst du sie wieder haben." Mürrisch warf ich ihm die Schlüssel meines klapprigen Wagens entgegen.
      Der Abend war für mich gelaufen,also orderte ich noch einen Whisky überlegte wie ich ohne Navi jetzt zurück nach Inverness kommen sollte. Für ein Taxi hatte ich nicht mehr das Geld. "Fährt noch ein Bus?"fragte ich als der Typ gegen 3 Uhr langsam begann den Pub zu schließen, leider schüttelte er den Kopf. Also verschwand ich auf Puddingbeinen in die nasskalte Nacht von Edinburgh. Zumindest hatte ich hier sowas wie einen Schlafplatz. Es dauerte zwei Stunden bis ich den Pensionsstall fand den ich für meim Pferd gemietet hatte bis ich etwas in Inverness gefunden hatte. In meinem derzeitigen Zustand kümmerte ich mich nicht darum was alles in der Box herum lag. In eine Regendecke und die Abschwitzdecke meines Pferdes gewickelt legte ich mich todmüde zu ihm in die Box. Wieso ich eigentlich noch hier war...tja das fragte ich mich seit knapp zwei Monaten. Und dieser Gedanke hielt mich trotz der Müdigkeit noch eine ganze Weile wach. Momentan spielte ich Fremdenführer in einem Museum hier in Edinburgh. Die Ausstrahlung der Serie Outlander sorgte dafür das Frauen aus aller Herren Länder ihren Urlaub nach Schottland verlagerten um ihrem Traum im Kilt zu begegnen. Deswegen hatte man alle Mitarbeiter vor einem Monat dazu angehalten einen Kilt zu tragen gleich im Zusammenhang mit einer Namensänderung jeder hatte den Namen einer historischen Figur verpasst bekommen.

      Seit dieser Umstellung hasste ich diesen Job, noch mehr verabscheute ich jedoch die gierigen Blicke der Frauen. In Gruppen standen sie beisammen um zu rätseln was die “Schotten” unter ihrem Rock trugen. In zwei weiteren Punkt erschütterte ich sie ebenfalls, mir wuchs kein “feuerrotes Haar” auf dem Kopf und ich war alles andere als ein Highland Hüne. Ich für meinen Teil trug unter dem Kilt auch weiterhin meine Boxershorts, nachher legte ich mich auf die Fresse und jeder konnte etwas sehen. Schließlich war ich auch kein waschechter Schotte, nur eingewandert. Da ich allerdings einen Job brauchte, die Suche bisher erfolglos gewesen war und ich nunmal meine Pension und die Kosten für mein Pferd zu tragen hatte musste ich vorerst bei diesem bleiben. Braum war im Moment noch das einzige was mir noch geblieben war.

      Vor zwei Monaten war ich meiner Freundin hinterher nach nachgezogen, die seit zwei Jahren hier studiert hatte. Geplant war im Frühjahr unsere Hochzeit. Jetzt schlief ich vollkommen besoffen in der Box meines Hengstes und versuchte die wenigen Scherben auf zu sammeln. Nur weniger Wochen nach meiner Ankunft hier hatte sie unsere Beziehung für beendet erklärt, mich aus der Wohnung geworfen und ich hatte nichts mehr gehört. Im Prinzip trauerte ich nicht darum das sie fort war. Allerdings hatte ich meinen gut bezahlten Job, meine Wohnung und etliche Freundschaften aufgegeben und saß hier jetzt erstmal fest. Das Pferd verkaufen kam nicht in die Tüte, allerdings hatte ich auch nicht das Geld die Transportkosten noch einmal aufzubringen. Ich wohnte in einer komplett überteuerten Pension, fand keinen sinnvollen Job und das wenige Geld das ich besaß versoff ich in den Pubs der Stadt. Svejn du bist am Arsch. War so ziemlich der letzte klare Gedanke den ich vor dem Einschlafen noch von mir gab.

      Der nächste Tag begann mit dröhnenden Kopfschmerzen, dem Geruch nach Pferdescheiße und ein stetiges “Klopfen” auf meine Leistengegend. Ich musste nicht den Kopf heben um zu wissen das mich Braum gerade angeschissen hatte. Das machte so ziemlich das aus wie es mir ging - beschissen. Trotzdem half es alles nichts, ich erhob mich auf die Füße und hatte zumindest das Glück das meine Kleidung unversehrt geblieben war. Die Äpfel schüttelte ich in die Box, hing die Decken über die Tür und betete einfach das sich um diese Uhrzeit keiner im Stall befand. Dem war natürlich (!) nicht so, der ältere Mann sah mich verwirrt an, ich nickte freundlich und flüchtete aus dem Stall. Das würde ein Scheißtag auf ganzer Linie werden, da war ich mir sicher. Bei dem Pubbesitzer rief ich an, bekam zumindest den Schlüssel meines Wagens und konnte damit nach Inverness zurück fahren um mich auch umzuziehen. In der Pension duschte ich, warf einen Cocktail an Kopfschmerztabletten ein (gesund war etwas anderes) und begab mich zum Frühstück das mir Mrs. Gibbons immer zurecht stellte. Zwar war es noch nicht fertig als ich in die kitschig eingerichtete Küche kam, aber sie war emsig dabei. Auf dem Tisch lag eine Zeitung vom Vortag, die ich wahllos in der Mitte aufschlug und zu lesen begann.

      Craighnure, 5.11.2015
      In der letzten Woche berichteten wir bereits von dem Gasleck das einer jungen Familie das Leben kostete. Jetzt wurde der Sachverhalt geklärt [...]

      Ich überflog den weiteren Text nur ohne den Inhalt aufzunehmen bis ich auf das Wort Pferd stieß

      [..] Sarah McAlistair und ihr Mann besaßen selbst einige Pferde und einen Trainingsstall, der jetzt aufgegeben werden muss. Fast alle der Pferde kamen bisher bei freiwilligen Helfern unter. Zur Zeit wird nur für den halbblinden Bucks ein zu Hause gesucht, der sich bisher auf einem befreundeten Hof der Familie in Inverness befindet. Dort sind auch vorerst die Trainingspferde untergebracht, die Familie McAlistair betreut hat. Bis zur Abholung durch die Besitzer werden sie dort verweilen.
      Tracy McFayden

      Anbei befand sich ein Bild des Pferdes welches ganz offensichtlich Bucks darstellen musste. Ein Schecke mit etwas angefressener Mähne der ziemlich verstört in einer Ecke stand. Selbst als mein Essen von Mrs. Gibbons neben mich gestellt wurde starrte ich auf das Bild des Pferdes. Der Hof wo er stand befand sich hier in Inverness...hier gab es nicht allzu viele Höfe. Der Scheißtag wandelte sich als mein Arbeitgeber anrief und die Führung für heute absagte, damit hatte ich unerwartet einen freien Tag und setzte mich in mein Auto. Damit machte ich mich auf die Suche nach dem Hof. Ich brauchte einen besseren Stellplatz für Braum, zusätzlich noch ein Pferd das ihm Gesellschaft leisten konnte. Irgendwo auf einem der vier Höfe hier gab es ein Pferd namens Bucks, dessen Aussehen mich in den Bann gezogen hatte.

      Zwei Stunden und ebenso viele Höfe später stand ich auf dem von einem Herren namens Aldaire McConnor und damit auch endlich auf dem richtigen. Von hier habe wohl die Besitzerin stets ihr Mineralfutter her gehabt. Zumindest hatte mir das der Herr erzählt.
      Er hatte mich erst einmal abgestellt bei seiner Frau, anschließend hatte er mich zu dem Offenstall geführt in dem der Wallach stand. “Das Kerlchen hat wohl ziemlich viel schlechtes durchgemacht. Keine guten Besitzer, dann ist er ein halbes Jahr vollkommen verschreckt auf der Insel Mull umher gelaufen und zu allem übel von Wölfen angegriffen worden. Dazu ist Bucks auch noch fast komplett blind, was seine sowieso schreckhafte Art noch schwieriger macht. Bisher will ihn keiner haben, aber hier bleiben kann er ja auch nicht. Also das schon aber mein wir haben hier Rinder und keine Pferde. Eine Weile kann er natürlich allein bleiben, aber für immer ist das nichts! Schließlich holen die Besitzer bald ihre Tiere hier ab.” erzählte der Mann mir als habe er einen Wasserfall verschluckt, mein Entschluss dabei stand schon fest. Die Wiese und der angrenzende Paddock besaßen Wasseranschluss, ein überdachten Unterstand und ein Schattenplatz unter der großen Linde. “Mister McConnor, ich bin Pferdebesitzer, habe bis zum letzten Jahr als Trainingsjockey gearbeitet und würde mich gern um Bucks kümmern. In den Geschmack eines eigenen Hofes werde ich jedoch nicht kommen. Wären sie dazu bereit mir den Paddock, die Wiese und den alten Reitplatz zu verpachten? Dann könnte ich meinen Hengst hierher stellen zu Bucks und beide hätten endlich die Gesellschaft die ihnen zusteht.” Während ich erzählte zogen sich die buschigen Augenbrauen des Herren zusammen, doch nicht weil er wütend wurde das schien zu passieren wenn er Lächelte. Dann traf mich seine schwere Hand fast schmerzhaft auf der Schulter, der Schwung veranlasste das ich einen Schritt nach vorn machen musste “Mein Junge, das ist eine fabelhafte Idee! Außerdem haben wir ein altes Gästehaus das seit Jahren leer steht, es muss ein bisschen was getan werden und ist nicht sonderlich groß, aber darin können sie gern wohnen. Die alte Mrs. Gibbons muss sich einen anderen Gast suchen. Außerdem hätte ich vielleicht ein weiteres Angebot für sie, mein Sohn kümmert sich momentan um die anderen Pferde, aber er hat nicht die Zeit dafür. Falls sie mal Pferde trainiert haben, kontaktieren sie die Besitzer. Wer weiß vielleicht lassen sie sich überreden das sie weiter machen können wo die junge Frau McAlistair aufhören musste.”

      Die nächsten Stunden flogen vorüber wie in einem Traum, plötzlich besaß ich einen Platz für Braum, ein neues Pferd und vor allem wieder eine Perspektive. Sobald alles mit meinem Umzug durch war, wollte ich die Besitzer der Pferde fragen ob sie auch mit mir vorlieb nehmen würden.

      05-11-2015 | Ravenna
    • Canyon
      ► ▼ ◄
      Tierarzt

      Prävention B | Chippen

      Der zweite Auftrag führte mich von New York nach Schottland. Mein Auftraggeber, Svejn Álfarsson erwartete mich schon als ich mit dem Leihwagen vorfuhr. Ravenfeather war ein relativ kleiner Hof, aber sehr gemütlich, dort fühlte man sich sofort wohl. Als ich alle begrüßt hatte, und auch mit Svejn und seinem Helfer Mr. Mc.Conner alles geklärt hatte, bezüglich der Pferde gingen wir los. "Und, wie lange bleibst du in Schottland" fragte Svejn mich. Als diese Frage gestellt wurde waren wir auch schon durch den Rinderstall, am überdachten Putzplatz angekommen. Es war sehr kalt und windig an diesem Vormittag also beschlossen wir in die kleine Stallgasse des Stalls zu gehen, dort würde die arbeit mit ihnen besser gelingen. Ich begrüßte Braum und Buck, zwei, relativ, unterschiedliche Ponys. Zur gleichen Zeit kam ich nochmal auf das Gespräch zurück. Ich schaute Svejn an "Um nochmal darauf zurück zu kommen, wie lange ich bleibe" lachte ich. "Mein Flug zurück nach Kanada geht heute Abend". Svejn und ich plauderten vor uns hin als ich Braums und Bucks Ohren, Nüstern, Zähne, Haut und Hufen untersuchte und zusätzlich Proben entnahm. Bucks war eindeutig nicht erfreut über ein langes Stäbchen im Ohr oder den Nüstern, was auch verständlich ist, dennoch war dies ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung die Svejn anordnete. Auch die Blutentnahme verlief dementsprechend. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die durch die Hilfe von Mc Conner gelöst werden konnten, lies sich von Bucks Ohren, Nüstern, Mundschleimhaut die Proben entnehmen und auch Hautpartikel konnte. Im Gegensatz zu Bucks war Braum kein Problem. Als alle beschrifteten Proben und die beiden Blutentnahmen in der Zentrifuge waren, die mir am Flughafen sehr viele Probleme bereitete, kontrollierte ich die Vitalzeichen der beiden Ponys und ebenfalls den Herzrhythmus. "Alles in Ordnung" lächelte ich zufrieden. Inzwischen hatte sich Svejn schon verabschiedet und die Hilfe beschränkte sich nur noch auf Mr. Mc Conner. Zusammen gingen wir die Impfpässe durch. Ich informierte ihn darüber das die Pferde bis Ende Januar geschützt sind, aber eine Immunisierung vorher sinnvoll wäre.

      Die Prävention B war bei beiden durchgeführt worden und bei keiner der beiden Pferde zeigten sich Auffälligkeiten. Auch die Proben vielen negativ aus und die Blutentnahmen hatten positive Zahlen. "Zeit zum Chippen" sagte ich und holte das Chipgerät raus. Ich holte für jeden ein Chip raus und füllte das Regestrierformular aus, die ich Mr.Mc Conor in die Hand drückte. "Die müssen sie im Büro abgeben und der FEI zusenden".
      Die Chippung erfolgte schnell, aber nicht einfach. Bucks hatte sichtlich keine Lust mehr und ließ uns das auch spüren. "Er hat mehr Kraft als wie man denkt" sagte Mc Connor. "Ja, allerdings" erwiderte ich und gab den beiden zur Belohnung einen Apfel. "Habt ihr euch verdient".
      Mc Conner brachte die beiden Ponys wieder zurück in ihren Offenstall nachdem ich mich von ihnen verabschiedet hatte und ich packte meine Sachen zusammen. Es war spät geworden und meine Abreise verlief schnell und hektisch nachdem ich mich bei Mr. Mc Conner bedankte und verabschiedete. "Svejn bekommt die Rechnung per E-Mail, dort stehen euch auch nochmal alle Informationen zur Verfügung. Der Equinepass wird Ihnen nach der Registrierung in der Zentrale zugeschickt".

      25-11-2015 | Cooper
    • Canyon
      ▲▽▲
      Gips Reminder Ranch

      Besuch von Verena
      Verena
      Perplex starrte ich den Hörer in meiner Hand an, aus dem ich eben eine durchaus tragische Nachricht erfahren hatte. "Was ist los, Verena?", fragte mich Octavia und wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum. "Verena? Hallooo, jemand da?", fragte sie doch noch immer reagierte ich nicht, ehe ich plötzlich flüsterte: "Sie ist tot...einfach tot. Durch ein Gasleck. Sie alle."
      "Verena?!", sagte Octavia dann etwas lauter und schüttelte mich an den Schultern. "Wer ist tot?", fragte sie doch ich antwortete nicht mehr. Langsam bildeten sich Tränen in meinen Augen und liefen meine Wangen herunter. Nun kamen auch Caleb und Alexis hinzu. "Was ist denn hier los?", fragte Alexis und schaute zwichen mir und Octavia hin und her, ehe sie mir den Hörer aus der Hand nahm. "Eine Nummer aus Schottland..", murmelte sie. "Ist was mit Sarah?", fragte sie mich dann, ehe ich endgültig anfing zu schluchzen. "Komm her", sagte Alexis, meine Cousine, zu mir und nahm mich in den Arm, ehe sie Caleb und Octavia aus dem Zimmer scheuchte. "Willst du mir sagen, was passiert ist?", fragte sie mich. Eine ganze Weile schwieg ich, ehe mein Schluchzen nachließ und ich ihr erzählte, was ein gewisser Svejn am Telefon gesagt hatte. "Svejn ist der neue Trainer, er hat einen Ponymix, Braum aus der Zucht von Vina. Er wird sich jetzt auch um Zues kümmern...", erklärte ich. "Sarah und die anderen sind tot.. Ein Gasleck. Sie sind am Abend friedlich eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht..", fügte ich bei und fing wieder an zu schluchzen. "Ich werde Svejn besuchen und auf die Beerdigung fahren. Stormi wird mich begleiten. Schließlich steht Moon noch auf dem Hof, ihm geht es wohl nicht gut. Vielleicht kann sein alter Kumpel ihm ein wenig helfen..." "Okay..", antwortete Alexis. "Wann willst du losfliegen?" "Sofort.", war meinw Antwort und schon ging es daran, die Sachen zu packen. Alexis machte mir Stormi fertig, indem sie ihm Transportgamaschen und eine Decke anzog, ehe sie sein Sattelzeug im Hänger verstaute. Dann wurden alle Mitarbeiter zusammen getrommelt. "Ich werde für einige Zeit nach Schottland fliegen, wenn was ist, meldet euch bitte. Auch, wenn es nur eine dumme und simple Frage ist, auf welche Koppel welches Pferd kommt", erklärte ich und setzte mich ins Auto, ehe es auf den Flughafen ging und von da aus sofort nach Schottland.

      Svejn
      Mit meiner klapprigen Kiste von Auto startete ich zu einer Reise die entscheidender werden würde als der Entschluss nach Schottland zu kommen. Verena die Besitzerin des ängstlichen Zues hatte sich angekündigt, nicht nur um meine Arbeit zu bewerten sondern um mir mit dem braunen Hengst zu helfen.
      Das war mein zweiter Besuch auf dem Hof der verstorbenen Familie,oder er würde es werden. Ich hatte Mr. McConnor versucht dabei zu helfen den Hengst namens Moon zu verladen.
      Dabei hatte mich der Blitz der Erkenntnis getroffen,der Name Sarah McAlistair sagte mir natürlich nichts, jedoch kannte ich Sarah Kyren und ihren Hengst Moonlight Shadow. Nur flüchtig von einem Turnier, aber viel bedeutender war - Moon war der Großvater meines eigenen Pferdes Braum. Hier irgendwo im Norden Schottlands hatte es uns wieder zusammen geführt, wundersam was die Welt uns offenbarte. Moon jedoch ging es nicht gut, die Arthrose wurde schlechter und es schien als würde auch der Hengst um seine Besitzerin trauern. Verena war auch Trainerin,gute Freundin von Sarah und hatte einen Hengst von dieser gekauft. Die beiden Pferde sollten sich nun wieder sehen in der Hoffnung den Braunen jetzt vom Hof zu bekommen. Ich hatte zugesagt ihn bei mir aufzunehmen, ein paar mehr Pferdeäpfel mehr zum weg machen fiehlen nicht auf außerdem würde Mr. McConnor auch einen Teil der Kosten tragen, er wollte das es Moon gut ging.
      Die Meilen schossen an mir vorbei, als endlich aus dem Nebel der Insel der Hof einer Versuchung gleich hervor lugte. Ich hielt meinen Wagen auf dem Platz sah mich auf dem wie ausgestorben wirkenden Hof um,seufzte und spürte drinnen in mir die Trauer aufwellen. Leben verließen jeden Tag diese Erde,aber besonders die beiden Kinder hatten nie richtig Leben können. Ich kramte nach dem Schlüssel in meiner Hand, ich hatte den Makler danach gefragt. Warum? Diese Frage hatte ich mich auch gefragt, weil ich doch nicht vor hatte den Hof zu kaufen. Das Schloss klickte nur leicht als ich in das Leben der Fremden eintrat. Es war die Neugierde die mich hinein trieb, auf dem Hof hatte ich einen Schrein entdeckt es hatte mich neugierig gemacht. Jetzt strich ich mit wachem Blick durch das Wohnzimmer,dessen Wände dicht mit Regalen voller Bücher tapeziert waren. Mit einem schiefen Lächeln nahm ich die Edda aus dem Regal, daneben ein großes Methorn. In einer anderen Zeit hätte ich mich wohl mit ihnen verstanden, auch das Herz der Familie schlug für den Zauber der nordischen Götter. Dafür sprach auch die Einrichtung des Kinderzimmers, mit dem Gott der Blitze an die Wand gemalt, sein Hammer Mjölnir in der Hand. Ich fand ein Bild der glücklichen Familie im Regal in der Küche, die junge Frau grinste breit in die Kamera. Sie war schlank, wirkte neben dem Hünen von Mann beinahe noch zierlicher. Wie ich trug der Mann lange Haare, eine Hand beschützend auf der Schulter der Frau. Sie waren ein gutes Paar wie ich fand. Es versetzte mir einen Stich, wenn ich daran dachte wie es mit mir und Talisa geendet hatte. Trotzdem empfand ich keine wirkliche Trauer, ich war in der Beziehung nur bequem gewesen,wir hatten uns in den letzten beiden Jahren kaum etwas zu sagen gehabt. Der Antrag war nur ein Versuch gewesen etwas von all dem zu retten, knapp 9 Jahre warf man nicht einfach weg.
      Ich streifte in das Schlafzimmer über dem Bett hing ein Batzen aus verschiedenen Bändern, wahrscheinlich von dem Handfasting dessen Bilder im Wohnzimmer standen. Einen kurzen Moment stellte ich mir ein solches Leben mit Talisa vor, doch in meinen Gedanken blieb es dunkel, ich sah nichts.
      Der Druck auf meiner Brust verursacht durch Schwermut wollte nicht von mir weichen.
      Ich ging also wieder nach draußen in der Hoffnung freier Atmen zu können, was nur bedingt der Fall war. Der Tod dieser fast fremden Menschen ging mir näher als ich angenommen hatte.
      Durch den dicken Nebel hindurch bewegte sich ein geheimnisvoll wirkender Lichtpegel auf mich zu. Das würde wohl Verena sein.

      Verena
      Genervt schaute ich mich auf dem Flughafen um, ehe ich Frank erblickte. Freudig kam er auf mich zu und blieb ganz verdutzt stehen, als ich ein ihm unbekanntes Pferd an der Hand hatte. "Hallo Verena!", begrüßte er mich und streckte Stormi die Hand hin. "Hey Frank. Das ist Stormbringer", erklärte ich ihm und drückte ihm gleich den Führstrick in die Hand. "Ich hab es leider eilig, wir plaudern auf dem Rückflug. Sei bitte vorsichtig mit ihm und halt mir die Deppen von meinem Pferd fern", scherzte ich, obwohl mir gar nicht zu scherzen war. Kurz sah ich meinem Pferd nach, ehe ich in den Flieger stieg und, wie immer, einschlief. So wurde ich erst aufgeweckt, als wir schon in Großbritannien gelandet waren. Schnell hatte ich mein Pferd im Hänger verladen, sowie mein Gepäck und das Sattelzeug im Auto, welches ich mir geliehen hatte, ehe es auf den Hof zu Sarah.. naja, Svejn ging. So richtig wusste ich gar nicht, wem der Hof nun gehörte.. aber ich würde mich wohl überraschen lassen müssen. Außerdem sah ich meinen Zues andlich wieder. Ein wenig freute ich mich also doch auf den Hof..
      Leider dauerte die Fahrt ewig, da ich wegen des dichten Nebels nicht schnell fahren konnte. Nach einer Ewigkeit kam ich jedoch auf dem Hof an, parkte den Wagen und stieg aus. Da stand tatächlich ein mir fremder Mann mit langen schwarzen Haaren vor der Tür von Sarahs Haus. "Hallo", sagte ich und ging auf ihn zu. Kurz vor ihm blieb ich stehen und reichte ihm die Hand.

      Svejn
      Es handelte sich tatsächlich um die junge Frau, die es tatsächlich schaffte größer als ich zu sein. Mit meinen knapp 1,66 war ich auch nicht unbedingt das was man einen Riesen nennen konnte. Kommentare wie Hobbit war ich mehr als nur gewohnt. Mehr als ein knappes Hallo kam ihr jedoch nicht über die Lippen, dabei hatte ich einfach keine Peilung was ich sagen sollte. Da mein Blick leicht über ihre Schulter ging konnte ich dort den Anhänger sehen, zog meine Hand als aus der Ihren. "Dann helf ich dir beim ausladen von deinem Pferd?"
      Was hätte ich auch sagen sollen in einer Situation wie dieser? Ich war ein Eindringling in der Welt ihrer Freundin vielleicht war das alles eine Schnapsidee gewesen. Vielleicht würde sie morgen auch einfach mit ihrem Pferd wieder abdüsen, auch wenn ich den Hengst mittlerweile streicheln durfte ohne das er panisch wurde.

      Verena
      Etwas suspekt war mir der junge Mann jedoch schon.. als er meinte, dass wir Stormi ausladen könnten nickte ich. "Ja.. der wird sich freuen auf eine ordentliche Box oder eine Koppel", erklärte ich dann und folgte ihm zum Hänger. "Na komm mein Junge", sagte ich und zusammen mit der Hilfe von Svejn kam Stormi die Rampe herunter. Dann tat er etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Er blähte die Nüstern, machte den Hals rund und fing an ein paar Mal kräftig zu wiehren. "Stormi, ist gut..", sagte ich und wolte seinen Hals streicheln, um ihn zu beruhigen. Er sprang jedoch einfach zur Seite und haute Svejn damit beinahe um, ehe er anfing mit einem Vorderbein zu scharren. Erneut fing er an zu wiehren und wollte sich gar nicht mehr beruhigen. "Bringen wir ihn einfach in den Stall oder so", sagte ich laut zu Svejn und schickte ihn vor. So nervös hatte ich Stormi schon lange nicht mehr erlebt. Er schien sich wohl zu erinnern, wo er wir waren.

      Svejn
      Da Verena sich im Inneren des Hängers befand, deren Wände ein Echo von Stormis Hufen widergaben hatte sie das Wiehern von Moon nicht gehört, unwissentlich hatte sie nicht weit vom Paddock des anderen Hengstes geparkt. Dort stand er nun seit knapp zwei Tagen allein, was dem Kerl nicht gut tat. Ein Wiehern hatte seine Kehle verlassen als er die Anwesenheit des anderen Pferdes gehört hatte.
      Nachdem ich dem Pferdearsch beehnde ausgewichen war damit er mich nicht anrempelt konnte, legte ich ihm meine Hand einmal knapp hinter das Ohr die andere an die Ganasche ohne dabei das Halfter zu berühren. "Ruuuhig" flüsterte ich dem aufgeregten Tier leise in das nervös hin und her schwenkende Ohr, sein Blick jedoch bleib starr in Richtung des anderen braunen Hengstes gerichtet. Stormi bot einen tollen Anblick, der seine wilde Natur nicht leugnen konnte. "Bringen wir ihn auf den Paddock, der Stall ist nicht sauber und dort wäre er in seiner Aufregung nur allein." mal ganz davon abgesehen das es keine massiven Boxentüren gab, jediglich ein dünnes Hanfseil verschloss die Boxen. Ein Indiz dafür das die Pferde hier selten gestanden hatten oder aber, weil sie so daran gewöhnt worden waren. "Hattest du eine unkomplizierte Reise hier her?" fragte ich sie in einem freundlichen Ton, um ihr Vertrauen geben zu können. Mein wilder Haarschnitt und die Tättoowierungen auf meinem Schädel sorgten manchmal für ein paar ängstliche Blicke, es sei denn ich steckte in diesem grün blauen Kilt. Dabei musste ich schmunzeln, vielleicht hätte ich den statt der Jodpurhose wählen sollen.

      Verena
      "Okay", sagte ich laut und folgte ihm dann zum Paddock. Stormis Decke ließ ich drauf, lediglich seine Beinschoner kamen ab, was schon schwer genug war bei dem herumzappelnden Hengst. "Jetzt hör doch mal auf mit dem Quatsch, Stormi", fuhr ich den Hengst an. Dieser hatte jedoch gar keine Augen für mich, sondern blickte sich nur wahnsinnig nervös um. Ich hoffte inständig, dass er das Theater morgen sein lassen würde, wenn wir ihn und Moon wieder ein wenig näher zusammen bringen wollten.
      Erst als Stormi im Paddock stand widmete ich mich wieder dem jungen Mann. Hier, wo etwas mehr Licht war, konnte ich seinen seltsamen Zopf und die Tattöwierung am Kopf erkennen. "Ja, die Reise war recht unkompliziert. Gott sei Dank hat Frank, der mir immer meine Pferde verlädt, sehr viel Ahnung von den Tieren und es klappt auch mit dem Sedieren imm alles super. Den Weg vom Flughafen hier hin kannte ich ja eh schon, leider hat es wegen dem Nebel ewig gedauert." Das kam ihm jetzt bestimmt wie ein Roman rüber.

      Svejn
      Die junge Frau sprach nur über belangloses, doch ihre Augen sprachen Worte die sie selbst nicht zu sagen getraute - Trauer. Deswegen war sie so ungehalten mit dem Pferd gewesen, es war anzunehmen das ihre Nervosität sich auf den einfühlsamen Hengst übertragen hatte. Verena kannte diesen Hof belebt, jetzt war ein ihr vollkommen Fremder hier, der in die gewohnte Welt hinein platze. Vielleicht hatte sie auch ein wenig Angst vor mir, weshalb ich immer genug Abstand zwischen uns legte damit sie sich nicht bedrängt fühlte. "Der Nebel erscheint mir auch manchmal ein wenig nervig, doch liegt eine Ruhe in ihm die ich manchmal nicht besitze. Ich kann dir leider bei dem kalten Wetter kein heißes Getränk anbieten, aber wir könnten hinüber in das kleine Gästezimmer gehen um die Sachen zu klären." Dabei huschte mein Blick hinüber zur Garage in der sich ein Zimmer mit einem Bett, Stühlen und Tisch befand. Allerdings musste ich noch einmal hinüber zum Haupthaus dort stand die Tür noch offen und der Schlüssel steckte. Ich sah wie auch ihr Blick dort hin ging, das leichte Zucken der Augenbrauen und wie der Schleier aus Trauer stärker wurde, der ihr Gesicht beschien.

      Verena
      Ich lachte kurz. "Du klingst so weise.. als hättest du schon einmal ein Leben hier auf der Erde gehabt. Als hättest du schon einmal alles erlebt, was das Leben zu bieten hat...so siehst du eigentlich gar nicht aus.", erklärte ich ihm und klopfte ihm einmal auf die Schulter. Eigentlich konnte ich Svejn jetzt schon gut leiden. Vor allem da ich jemand war, der sich nicht vom ersten Eindruck täuschen ließ.
      "Ja... gerne.", sagte ich dann und nickte. "Gehen wir in die Garage", fügte ich bei und ging neben ihm her. Als er zum Haupthaus ging, um noch die Tür zu schließen, blickte ich ihm traurig nach. Aber was geschehen war, war geschehen. Man konnte es leider nicht mehr ändern. So wartete ich also geduldig bis er wieder da war, ehe wir in die Garage gingen.

      Svejn
      Als ich ihre Worte vernahm musste ich leise in mich hinein lachen, das war was ich selbst manchmal so oft dachte. Mit den älteren Generationen hatte ich mehr an Gesprächen zu führen als mit Leuten meines eigenen Alters. Die Tür zum Haupthaus verschloss ich mit dem Schlüsselbund, dann steckte ich es mir in die Hosentasche. Ohne einen weiteren Blick zurück zu dem Haus voller Erinnerungen einer fremden Familie.
      "Ich weiß gar nicht wieso ich mir den Schlüssel für das Haus vom Makler habe geben lassen. Vielleicht hatte ich einen Moment gedacht ich könnte ihn kaufen. Aber das erschien mir falsch als ich den ersten Schritt hinein getan hatte. Ich denke es wäre für alle einfacher, wäre das Haus abgebrannt, dann gäbe es nichts mehr - so jedoch sieht es aus als würden sie jeden Moment zur Haustür hinein kommen. Erst als ich Moon gesehen habe, wurde mir klar das ich sie kannte, Sarah, damals hieß sie noch Kyren. Sie hatte eine Art den Raum zu beherrschen, nicht auf negative Art, aber sie hat es geschafft die Menschen in ihren Bann zu ziehen. Mein eigenes Pferd stammt aus ihrer Zucht, wenn Braum auch eigentlich nicht geplant war." Ich öffnete die Tür zu dem kleinen Gästezimmer, wartete bis Verena hindurch war. Hier drinnen befand sich ein Heizwärmer den ich vergessen hatte anzuschalten, was ich nun nachholte. Was es jetzt zu besprechen gab, würde entscheiden ob ich den Hengst Zues weiter trainieren durfte und morgen würden wir Moon und Stormy zusammen führen.

      Verena
      Ich seufzte kurz als er mir die Story des Schlüssels erzählte. "Ja.. das stimmt allerdings", erwiderte ich und überlegte dann kurz. "Du könntest dem Haus aber auch neues Leben einhauchen. So dass eine neue Geschichte beginnt, etwas, was das Vergangene in den Schatten stellt und die Ereignisse in den Hintergrund rücken lässt..", fügte ich bei setzte mich auf einen der Stühle, nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte. Erst dann antwortete ich auf seine Aussage wegen Sarah. Ich hatte einfach einen Moment zum Nachdenken gebraucht. "Ja.. sie hatte eine Art die Leute in den Bann zu ziehen, das weiß ich.", sagte ich und lachte kurz auf. "Ach stimmt ja... natürlich.. ich kenne Braum ja auch", sagte ich und nickte einmal. "Ich hatte auch mal in Erwägung gezogen ihn zu kaufen, dann bin ich jedoch abgesprungen. Den Grund weiß ich leider nicht mehr", sagte ich und schlug meine Beine übereinander. Es war mir noch immer etwas mulmig zumute. So, als würde ich Sarahs Gegenwart erwarten. Mit dem Unterschied, dass sie nicht auftauchen würde.. Schnell verschob ich diese Gedanken jedoch und dachte an Zues. "Wie macht sich Zues eigentlich?"

      Svejn
      "Zues...nicht schlecht" eigentlich war das ein wenig übertrieben. Sarah musste noch nicht viel mit ihm gearbeitet haben weshalb die Fortschritte die auch ich mit ihm vorzuweisen hatte sehr klein waren. "Nun gut, er rennt nicht mehr panisch in eine Ecke, wenn ich den Paddock betrete, braucht aber seine Zeit bis er sich einem aus Neugier nähert. Allzu viel habe ich allerdings noch nicht getan, da nicht sicher war inwie fern ich ihn weiter trainieren kann."

      Verena
      Ich hörte ihm aufmerksam zu. "Ja.. ja das kann ich verstehen...", erwiderte ich und überdachte kurz das Vorhaben zwischen Lou und mir. "Bis jetzt hast du einen super sympathischen Eindruck hinterlassen, aber ich würde Zues gerne nach Italien zu einer Freundin bringen, um ihn dort weiter trainieren zu lassen...", erklärte ich dem jungen Mann mit den langen Haaren. "Bei Zues bin ich einfach vorsichtig.. er braucht wirklich eine starke Hand..", fügte ich an und grinste kurz. Eine starke Hand hatte Lou auf jeden Fall nicht, aber sie hatte viel Feingefühl, was die Arbeit mit Pferden anging, was man ja an Bree sah.

      Svejn
      Es versetzte mir einen leichten Stich, als sie mir für das Training mit Zues absagte. Auf der anderen Seite hatte ich noch zwei weitere Aufträge in petto, die ich nicht vermasseln durfte. Ebenso wie ich Cheveyo für die Kür vorbereitet hatte, musste es weiter gehen. Langsam einen Namen aufbauen das war mein Ziel, Zues wäre ein Stück auf dem Weg dorthin gewesen." "Natürlich das kann ich verstehen, er steht noch ganz am Anfang seiner Laufbahn. Bucks war wohl auch einmal so, Sarah muss lange Zeit in Anspruch genommen haben um ihm zu dem Pferd zu machen das er jetzt ist. Misstrauisch bleibt er immer, aber wenn man weiß das er fast blind ist und wie man ihn händeln muss, macht er gut mit. Ich hab ihn gestern putzen können und dann in dem proviesorischen Round Pen ein bisschen arbeiten können. Zues wird sicher auch mal ein gutes Pferd werden." Ich wünschte es der jungen Frau wirklich, dachte gleichzeitig an all die proviesorischen Dinge unter denen ich gerade "litt", lohnte es sich einen Kredit aufzunehmen um den Hof von Sarah zu kaufen "mit neuem Leben zu füllen". Ich würde hier draußen ziemlich abgeschottet Leben, den Job im Museum müsste ich kündigen. Ich verschob den Gedanken aus meinem Hirn, ich musste eine andere Lösung finden. Irgendwo in Inverness ließ sich sicher ein Grundstück finden auf dem ich mich niederlassen konnte.
      Ich sah Verena an, trommelte mit der Hand auf meinem Knie, das ebenfalls auf und ab wippte, ich wusste nichts mehr zu sagen. "Haben sie sich ein Hotel in Craighnure gesucht? Bevor wir morgen Moon und ihren Stormi zusammen bringen und dann vielleicht auch verladen."

      Verena
      Ich hörte ihm aufmersam zu. "Zues war ja eigentlich ein Schlachtpferd. Nur durch Zufall habe ich den Hengst entdeckt und zu mir nehmen können, um ihm eine zweite Chance zu geben.. Bis jetzt war es nicht einfach aber durch deine und Sarahs Hilfe sind wir schonmal auf dem Weg der Besserung.", erklärte ich ihm freundlich. "Apropos blinde Pferde... Davon besitze ich auch eine. Mit ihr ist es wirklich sehr sehr schwer... Aber es wird", erzählte ich ihm stolz.
      Kurz seufzte ich. "Nein. Ehrlich gesagt habe ich komplett vergessen ein Zimmer zu buchen", innerlich hoffte ich, dass er mir eine Alternative anbieten konnte.

      Svejn
      "Ja blinde Pferde sind nie einfach, hab allerdings den Tierarzt schon mal zu ihnen kommen lassen. Mal sehen wie viel Bucks tatsächlich noch sehen kann."
      Ich überlegte eben, dann sah ich zu dem Kamin der im Zimmer war. "Falls wir Feueranzünder und Holz auftreiben können kann ich uns den da anwerfen." Dabei deutete ich auf den Kamin. "Allerdings hatte ich nicht mit einem weiteren Gast gerechnet also müssten wir beide in dem Doppelbett da Platz nehmen, zur Not schlaf ich einfach auf dem Boden. Der Teppich da sieht auch ziemlich bequem aus." erklärte ich grinsend. Ihr panisch erschreckter Blick Richtung Bett war mir natürlich nicht entgangen. Natürlich gab es knapp 100 Schritt entfernt ein ganzes Wohnhaus, , allerdings fand ich den Gedanken komisch dort zu übernachten, noch mehr als in diesem Gästehaus.

      Verena
      "Ja, das wäre interessant zu wissen", sagte ich auf seine Aussage hin, dass ein Tierarzt nochmal über Bucks Augen schauen würde.
      Langsam folgte ich seinem Blick. "Klar, Holz wird es hier sicher eine Menge geben", antwortete ich und sah zu dem Doppelbett. Zu erst schaute ich etwas skeptisch, dann klatschte ich jedoch einmal in die Hände und sprang auf. "Wir können sehr gerne im Doppelbett übernachten", sagte ich und merkte dann erst, wie falsch dieser Satz klang. Natürlich wollte ich nichts von Svejn.. Wobei, schaden würde es auch nicht, nachdem Caleb mich mit meiner Cousine betrogen hatte, was noch ein Nachspiel geben würde. "Suchen wir Holz", sagte ich noch und stiefelte zur Tür.

      Svejn
      Entschlossenen Schrittes bewegten wir uns nach draußen, wo es schon deutlich dunkler geworden war, der Nebel jedoch hing noch deutlich über dem Land. Ich fragte mich ob es daran lag das Craighnure und die ganze Isle of Mull eine Insel waren oder es am Norden des Landes lag. Die Pampe war so dicht das ich Verena die nur knapp zwei Meter vor mir lief nur undeutlich erkennen konnte. Ich holte zu ihr auf. "Zumindest in meinem Auto sollte irgendwo ein Feuerzeug rum liegen, für die ganzen Raucher hab ich mir mal angewöhnt eins dabei zu haben. Außerdem glaube ich hinter dem Haus Holz gesehen zu haben, zumindest hatten sie einen großen Kamin." Die Tatsache mit Verena zu späterer Stunde in einem Bett zu verbringen ließ mich überrraschend kalt, wenn man bedachte das ich sein einiger Zeit zölibatär lebte. Ich zuckte mit den Schultern, ich wollte schließlich nichts von dieser Frau, ich kannte sie kaum. Trotzdem begann mich der Gedanke zu reizen, wie es wohl mit anderen Frauen als Talisa wäre.

      Verena
      Er stand ebenfalls auf und folgte mir, bis mir bewusst wurde, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte, wo ich Holz finden sollte. Zu meiner Erleichterung schloss Svejn jedoch schnell zu mir auf und erklärte mir, wo das Holz zu finden sei. Kurz schauten wir nach, gingen dann jedoch noch flink zu seinem Auto, um zu schauen, ob er wirklich ein Feuerzeug dabeihatte. Den ganzen Weg über schwiegen wir uns an, ehe Svejn sich mit einem Grinsen, sofern ich dieses in dem Nebel erkennen konnte, umdrehte und eine Flasche in der Hand hielt. "Was ist das?", fragte ich und kicherte, ehe er die Tür des Autos zuschlug, mir das Feuerzeug reichte und die Flasche vor die Nase hielt.

      Svejn
      "Whisky!" verkündete ich, wechselte dann die Hand da das Glas der Flasche ziemlich kalt war. Es mussten Temeraturen knapp über Null herrschen, denn noch war mein Wagen nicht gefroren. Ich packte die Flasche in eine der großen Taschen meiner Arbeitsjacke, dann nahm ich die Schubkarre und deutete wage in die Richtung der Garage, dort hatten wir das Licht angelassen und der Schein deutete uns den Weg. "Lass uns wieder rein, hier bekomm ich noch Eisklumpen im Bart." Die Temperaturen waren wirklich erbärmlich, dabei hatten wir noch nicht einmal richtigen Wintereinbruch, Eisklumpen würde ich allerdings wohl nicht bekommen. Mit Hilfe des Feuerzeugs und den Papierresten im Auto brannte bald eine kleine Flamme in dem Kamin, auf die ich nun nach und nach kleinere Holzstücke legte, die mir Verene reichte. Kurzerhand hatten wir die Schubkarre mit ins Zimmer genommen, damit später niemand raus musste. Anschließend, als Verena das Bad in Anspruch genommen hatte, schob ich das Bett einfach näher an den Kamin. Fragend kam die junge Frau wieder aus dem Zimmer, deutete grinsend auf das Bett auf dem ich die Decken aus dem Auto und die aus der Truhe ausgebreitet hatte. Mittlerweile hatte das Feuer eine beachtlichere Größe angenommen. In die Gläser aus der kleinen Küchenzeile hatte ich den Whisky eingegossen und auf den Stuhl vor das Feuer gestellt. "Ich dachte so haben wir etwas mehr von der Wärme, später können wir immernoch umziehen. Willst du?" Damit reichte ich ihr eins der Gläser, trotzdem sie lächelte schien dieses ihre Augen nicht zu erreichen. "Wer war Sarah eigentlich für dich?" Das hatte ich mich die ganze Zeit gefragt, war sie nun nur die Trainerin ihres Pferdes gewesen oder mehr?

      Verena
      "Whisky?!", sagte ich ungläubig und lachte. Eigentlich hasste ich Whisky, doch das war im Moment nicht wichtig, da Svejn mir vor der Nase weglief und ich alle Mühe hatte, ihn in dem Nebel zu folgen. "Eisklumpen im Bart?", fragte ich und war nun endgültig am Lachen. "Das sähe aber bestimmt lustig aus", fügte ich an und schaute ihn skeptisch an. Kurzerhand war das Feuer im Gange und ich verschwand für einige Zeit im Bad. Als ich wieder kam, hatte er das Bett näher an den Kamin gerückt. "Ja gut, das stimmt", sagte ich zu ihm und ließ mich auf einen der Stühle fallen, die auch ein wenig näher am Feuer standen.
      Als er mir dann ein Glas Whisky reichte, legte ich den Kopf leicht schief und dachte nach.. "Ach was solls, warum nicht", sagte ich und nahm sein Glas dankend entgegend, stieß mit ihm an und trank einen Schluck. "Iiiiih", sagte ich und verzog das Gesicht, was bestimmt sehr witzig aussah. "Ach, von Schluck zu Schluck wird es besser..", warf Svejn nur ein, ehe er mich nach Sarah fragte.
      "Tja..", fing ich an. "Sarah war.. Sarah hatte sich in eine wirklich gute Freundin verwandelt, von deren Leben ich leider viel zu wenig mitbekommen hatte. Ich hatte sie ab und an besucht, aber dabei ging es hauptsächlich um das Training ihrer Pferde. Ab und an war sie bei mir... Auf ihrer Hochzeit war ich auch.. jedoch nur kurz, da ich wegen eines Zwischenfalles zu Hause frühzeitig abreisen musste.. ", erklärte ich und merkte, dass ich immer trauriger wurde, doch noch konnte ich die Tränen zurückhalten. Stattdessen nippe ich immer und immer wieder am Glas.

      Svejn
      "Komisch wie sie es irgendwie geschafft hat unser beider Leben zu berühren, auch wenn sie für mich nicht mehr ist als ein Schatten. Ich war vorhin im Haus, es war komisch so eine ganz fremde Welt zu besuchen. Trotz allem hatten sie am Eingang des Hauses eine Kette zu hängen mit Holzstücken auf denen Schtzrunen zu sehen waren. Sie sollte das Haus, seine Insassen beschützen. " hier verstummte ich einen Augenblick, denn es war klar das es dies nicht getan hatte. "Im Grunde hatten wir genau den selben Glauben, im Leben hätten wir uns wohl ziemlich gut verstanden, einige Diskussionen mit ihr und ihrem Mann hätte ich nur allzu gern genossen." ich nippte an dem Glas Whisky, sah auch wie Verena trotz ihres ersten Ekels davon trank. Ich wollte den Gedanken auf etwas anderes lenken. "Wie lebt es sich auf der Gips Reminder Ranch eigentlich?" fragte ich aus wirklicher Neugierde, denn ich erinnerte mich noch zu gut an den Rummel auf der Rennbahn, auf der ich eine ganze Weile gearbeitet hatte.

      Verena
      Ich seufzte kurz. "Ja.. von ihrem Glauben habe ich gehört, aber leider nicht allzuviel mitbekommen, was ich im Nachhinein sehr schade finde", erklärte ich und wollte etwas trinken, merkte aber, dass mein Glas leer war. "Bekomme ich noch was?", fragte ich den schwarzhaarigen und reichte ihm mein Glas. Willig schenkte er mir etwas ein, sah mich aber leicht mahnend an. Ich wusste genau was er dachte: Hoffentlich trinkt sie nicht zu viel. Mal sehen...
      "Die Gips Reminder Ranch?", wiederholte ich einen Teil seiner Frage. "Ich liebe meine Ranch", sagte ich nur und die Trauer war wir weggespült, stattdessen lachte ich. "Ich habe so viele verschiedene Personen und Pferde auf einem Hof vereint, es ist ein ständiger Trubel. Pferde kommen, Pferde gehen, es werden neue Tiere geboren, andere sterben.. Wobei mir noch kaum ein Pferd gestorben ist", erklärte ich ihm. "Was hast du denn vorher gemacht? Oder was machst du jetzt? Bist du hauptberuflich Trainer?", fragte ich ihn und dachte an die Pferde, die dringend im Training weitergebracht werden mussten.

      Svejn
      Ich überlegte wie ich möglichst kurz erzählen konnte, dann war es mir irgendwie auch ein wenig egal und holte ein wenig mehr aus. "Eigentlich war ich mal Turner, habe regelmäßig an Turnieren teilgenommen, Pferde waren damals nur eine Möglichkeit um Abzuschalten. Als ich den Unfall hatte, wurde das Turnen als Beruf für mich nur noch zum Traum. Also habe ich meine Genesungszeit mit Gelegenheitsjobs verbracht, bis ich bei der Rennbahn aufgrund meiner Größe als Jockey angefragt wurde. Das habe ich gemacht, mehr jedoch als Trainingsreiter. Von dem Trainer dort habe ich eine ganze Menge gelernt, die Rennpferde dort wurden auch in der Dressur trainiert, damit sie vielseitig Beschäftigung hatten. Den Job hab ich aufgegeben als meine Exfreundin mich gebeten hat nach Schottland zu ihr zu kommen. Momentan arbeite ich zusätzlich in einem Museum bzw. auch Freilichtmuseum als Guide für die Touristen damit Bucks und Braum versorgt werden. Das mit dem Trainer hat sich nur nebenbei ergeben durch Mr. McConner, der erstmal alle Pferde von Sarah betreut hat. Ich werde wohl nebenbei den Körservice weiter machen, aber ich denke nicht das ich das Hauptberuflich machen will bzw. auch kann. Dazu bräuchte ich jemanden der meine ganzen Pferde hier versorgt während ich bei anderen zu Besuch bin. Das Geld meine Pferde und die Trainingspferde mitzunehmen hab ich wirklich nicht. " Kurz hielt ich inne um mir auch nachzuschenken, war es das dritte Glas? "Außerdem seien wir ehrlich - es ist weniger stressig, wenn die Pferde die ich trainieren soll hier her kommen." sprach ich lachend aus was der Hauptgrund war das ich nicht nur Trainer sein wollte. Ich legte mich ungern fest.

      Verena
      Aufmerksam hörte ich ihm zu. "Turner... das hätte ich nicht von dir erwartet", sagte ich lachend und fing an, die Flüssigkeit in meinem Glas hin und her zu drehen, in dem ich das Glas hin und her schwenkte. Der Whisky schlug doch härter zu, als ich gedacht hatte, washalb meine Konzentration gerade wohl eher auf dem Glas, als auf Svejn lag. Kurz nickte ich, ehe ich merkte, dass er wohl auf eine Antwort von mir wartete. "Äh.. ja.. das kann ich verstehen. Ich bin ja auch Trainerin, wie du sicherlich weißt, und reise andauernd um die Welt.. das möchte ich jedoch einstellen und die Pferde, die ich trainieren soll, zu mir auf den Hof holen.. Wird für mich billiger", erklärte ich und stellte das nun wieder leere Glas mit Schwung auf den Tisch. Ich griff nach der Flasche, deren Flüssigkeit ich in mein Glas schüttete. Jeder Trottel hätte gemerkt, dass mich etwas an seiner Lebensgeschichte störte- oder besser, dass etwas mich an mich selbst erinnerte.

      Svejn
      Aufmerksam hörte ich ihr zu, beobachtete ihre langsam abwesenden Blicke die sie beharrlich auf das Glas gerichtet hatte. Ebenso abwesend wie sie wurde auch ich langsam, der Whisky hatte wohl etwas mehr Prozent. "Natürlich die Kosten sind nicht zu missachten, dann die ewigen Flüge. Mir hat fürs erste schon der nach Schottland gereicht. Ich bleib mit den Füßen viel lieber auf der mir vertrauten Erde. Ja Turner haben viele nicht erwartet, dabei war ich eigentlich richtig gut!" Als sie ihr Glas etwas lauter auf den Tisch abstellte und sich eingoss wurde selbst mir klar - irgendwas stimmte mit ihr nicht. Auch über den Tod ihrer Freundin hinaus.
      Ich legte meine Hand über die ihre, damit sie die Hand mit dem Glas nicht wieder zum Mund konnte. "Dafür das du Whisky nicht sonderlich leiden kannst, langst du ganz sschön zu. Was ist los?" fragte ich sah ihr dabei nun zum ersten Mal richtig in die Augen. Vielleicht sollte ich die Flasche weit weg stellen, allerdings fehlte mir dazu bereits die Motivation.

      Verena
      "Ja.. die ewigen Flüge..", wiederholte ich seine Aussage. "Ja.. ich auch.. ich hab auch eigentlich Höhen- & Flugangst. Aber da ich das Geld des Trainings brauche, werde ich das wohl oder übel noch sehr, sehr oft überwinden müssen....", sagte ich, ehe ich auf den Aspekt mit dem Turnen einging. "Bist du noch immer so akrobatisch?", fragte ich schaute ihn schelmisch grinsend an. Das konnte noch für vieles gut sein...
      "Ach...", erklärte ich dann, ehe ich das Glas erneut ansetzte. "Nur eine alte, einseitige, unerwiderte Liebe, die mit Verrat vergolten wurde..", sagte ich beiläufig, als wäre es das normalste der Welt, während ich erneut mein Glas hin und her drehte.

      Svejn
      Verenas Aussage mit dem akrobatisch quittierte ich nur mit einem vielsagendem Grinsen auf dem Gesicht. Trotzdem wischte sich der andere Gedanke wie von selbst auf das Gesicht der jungen Frau, löschte ihr Lächeln und wurde zu einer steinernen Miene, die mir ganz und gar nicht gefiel. Ich hielt ihr Glas in der Bewegung auf, dabei schwappte mir ein wenig über den Handrücken, das beachtete ich jedoch nicht. "Glaub mir vor knapp zwei Wochen hab ich meinen Kummer über einen Verrat auch in Alkohol ersaufen wollen. Am Ende hatte ich nur Kopfschmerzen und lag vollgeschissen von meinem Pferd in seiner Box, da mir der Typ aus der Bar die Autoschlüssel weg genommen hatte. Ich hab mich dann in die Arbeit gestürzt. Lächle wieder, so hast du mir besser gefallen."

      Verena
      Ich grummelte und sah ihn etwas wütend an. Ich hasste es, wenn mir andere Leute vorschreiben wollten, was ich zu tun und zu lassen hatte. Mit den Augen schaute ich in die Seinen, wohlbedacht darauf, mein Glas langsam aus seiner Hand zu nehmen. Leider gelang es mir nicht, weshalb ich einfach losließ und es mir von ihm wegnehmen ließ. Als er das von seinem Pferd erzählte musste ich grinsen, fing dann sogar wirklich an zu lachen. "Das sagen mir.. viele", sagte ich und dachte kurz an Caleb, der mir auch immer sagte, ich solle mehr lächeln.

      Svejn
      "Dann schau mich nicht mehr so grimmig an, irgendwie wird sich schon alles fügen. Ich hab aufgehört mir über meine Ex-Freundin ewig den Kopf zu zerbrechen. Der Witz an der Sache? Wir waren 9 Jahre zusammen, eigentlich hätte ich darüber mehr trauern sollen sie verloren zu haben. In Wahrheit trauere ich ihr nicht nach, es hat mich nur verletzt das sie nicht den Mut hatte es mir selbst zu sagen - ich durfte die beiden gemeinsam erwischen. Das war nicht einmal Zufall, sondern eiskalte Kalkulation, da sie mich zu sich bestellt hatte. Traurig...für die nächste Zeit hab ich von Beziehungen die Nase voll." Dabei musste ich dann schon wieder lachen, schließlich war Talisa bisher die einzige Frau in meinem Leben gewesen. Vor ihr und dem Unfall hatte es für mich nur das Turnen und die Pferde gegeben, oder Reisen quer durch Europa.

      Verena
      Ich hörte ihm zu, wie er sich immer weiter in etwas hineinsteigerte und griff in einem von ihm unbedachten Augenblick nach meinem Glas, setzte es an und trank es leer, ehe er sich gerührt haben konnte. Nun war mein Grinsen wirklich süffisant und herausfordernd, während auch ich ihm mein Beleid geklagte und meine Leidensgeschichte erklärte. "Mein Angestellter hatte was mit meiner Cousine laufen. Nachdem sie mir hoch und heilig versprochen hatte, die Finger von ihm zu lassen", sagte ich leicht angesäuert und blickte ihm in die Augen. So langsam sah er doch immer attraktiver aus.. vielleicht sehnte ich mich auch nur nach etwas Zuneigung, die in letzter Zeit einfach viel zu kurz kam.

      Svejn
      Mit einem schnellen Griff hatte ich sie von dem knorrigen Holzstuhl zu mir herüber auf das Bett gezogen. "So jetzt hab ich dich besser unter Kontrolle" dabei streckte ich frech die Zungenspitze heraus, auch ich konnte herausfordernd sein. "Tja, den Worten einer Frau sollte man eben nicht immer Vertrauen schenken. Vielleicht weiß er erst was er an dir hat, wenn du ihm nicht länger hinterher trauserst sondern ihm etwas zum Eifersüchtig werden gibst. Du hast sicher ein paar andere Mitarbeiter die nicht uninteressiert sind. Dann bändel mit denen an, dann wird er merken was er da eigentlich verpasst."

      Verena
      Ich quiekte leise auf, als er mich mit einem schnellen Griff aufs Bett zog. Sonderlich stark sah er nicht aus, doch war er es. Schwer atmend lag ich jetzt unter ihm, mein Blick leicht verklärt wegen des Whiskys, und er über mir, mir die Zunge rausstreckend. "Frauen können heimtükisch sein", erwiderte ich seine Aussage und dachte über seine Worte nach. "Ja.. da hast du recht...", sagte ich und versuchte mich unter seinem Griff zu lösen und mich unter ihm weg zu schieben, aber er war zu stark und schien nicht die Absicht zu haben, mich wieder loszulassen.

      Svejn
      Entweder ich brachte in diese Situation wieder Ordnung hinein oder ich gab mich dem Flüstern in meinem Hinterkopf nach. Da meine Gedanken allerdings gerade alles Taten, außer meinem Willen zu gehorchen dachten sie an den Moment als ich Talisa mit diesem rothaarigen Schotten im Bett erwischt hatte. Nur langsam lockerte ich meinen Griff von ihren Handgelenken, zog mich an das andere Ende des Bettes zurück, senkte betreten den Kopf. "Tut mir Leid, ich denke....also bevor wir noch Unsinn anstellen, sollten wir schlafen gehen." Dabei dachte ich daran wohl besser doch den Teppich am Boden in Anspruch zu nehmen, statt mit ihr hier im Bett.

      Verena
      Ich biss die Zähne zusammen und rollte kurz mit den Augen, als er sich von mir erhob. Das Augenrollen hatte er nicht gesehen, aber mein doch enttäuschter Blick entging ihm nicht. Aus unserem geschäftlichen Gespräch war nun weit mehr geworden, als es anfangs sein sollte. Scharf dachte ich nach, wie ich diese Situation zu meinen Gunsten ändern konnte, mir fiel jedoch auf Anhieb nichts wirkliches ein. Ich strich mir meine honigblonden Haare zurück, blickte kurz zu Boden, seufzte und schaute ihn dann wieder an. Langsam rückte ich auf ihn zu und legte eine meiner Hände auf sein Knie, nahe seiner Leiste. "Ich denke, ich käme damit klar", sagte ich und blickte ihm verschmitzt in die Augen, ehe meine Hand langsam unter sein T-Shirt wanderte. Nüchtern hätte er mich wohl sofort abgeblockt, doch mit dem Alkohol war das wieder eine ganz andere Sache.

      Svejn
      Nur kurz zuckte meine Hand nach oben um ihre unter dem Shirt wieder hervor zu holen, doch ein ganz anderer Teil von mir strafte mich Lügen...innerlich zuckte ich mit den Schultern, es war schließlich nur Sex. Neugierig sah ich an ihrem Arm hinab der sich seinen Weg weiter die Brust hinauf suchte, ihr Blick war leicht abwesend, verschmitzt lachend. Das Lächeln wurde von mir ebenso erwidert, dann lehnte ich mich nach vorn klemmte dabei ihre Hand zwischen unseren Körpern ein als ich ihre Lippen in einem ersten vorsichtigen Kuss einfing. Ich war ungeübt, mit Talisa war es anders gewesen, es hatte Feuer gefehlt. Ganz anders als jetzt da eine Hitze in meinem Inneren ausgestrahlt wurde die ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Aus dem ersten Austesten wurde schneller als erwartet mehr, ihren fahrigen Fingern helfend schob ich das Shirt über den Kopf. Hörte kaum wie es auf dem Boden zum liegen kam, als ich es beiseite warf. Eigentlich hatte dieser Abend nicht diese Züge annehmen sollen, kurz dachte ich noch daran das ich die Flasche besser im Auto hätte lassen sollen. Dann jedoch spürte ich wie ihre Lippe langsam meinen Hals hinab wanderten und der Gedanke verpuffte bevor er richtig Fuß fassen könnte. Wer konnte schon etwas gegen ein bisschen Zuwendung haben?

      Verena
      Langsam fuhr ich unter seinem T-Shirt seine Brust entlang, bevor er sich nach vorne lehnte und sie festhielt. Langsam beugte er sich nach vorne und seine Lippen berührten die Meinen. Zunächst ganz vorsichtig, dann immer wilder und wollender. Flink half er mir sein Shirt auszuziehen, was wohl doch etwas gewagt für diese Jahreszeit zu sein schien, welches auf dem Boden landete. Auch meinen Pullover zogen wir aus, ehe ich es schaffte das Livht auszuknipsen. Nun wurde alles in ein sanftes rot-orange getaucht, was vom Ofen ausging. Ich schloss kurz die Aufen und machte sich an seiner Hose zu schaffen, die ich schnell ausgezogen hatte, ehe er mich mit Schwung wieder unter sich zog, ehe er sich selbst, wie eben, über mir platzierte.

      Svejn
      Jetzt wäre der Moment gewesen die ganze Situation noch aufzulösen, aber daran dachte ich gar nicht. Wir hatten den Stein ins rollen gebracht jetzt würden wir ihm bis ins Tal folgen müssen. Trotzdem hielt ich noch einmal kurz inne als ich mich vorsichtig auf ihren Lenden nieder ließ. Meine Knie stützen dabei einen großen Teil des Gewichts ab, ich lächelte sie im Zwilicht schelmisch an, auch wenn sie es mit ihren geschlossenen Augen nicht sehen konnte. Mit dem Zeigefinger hakte ich mich in den BH zwischen ihren Brüstenm zog sie zu mir heran fing die Lippen in einem Kussm während ich den Verschluss des BH's zu lösen begann.

      Verena
      Immer wieder wanderten meine Mundwinkel nach oben und formten sich zu einem Lächeln. Er hob mich an, um meinen BH zu öffnen, ehe er mich wieder aufs Bett sinken ließ. Ich atmete mittlerweile immer schwerer, als wir uns gegenseitig unseres Restes entledigten und er sich wieder auf mich legte...
      Angesichts des Kamins der mittlerweile eine stetige Hitze verbreitete mit der Tatsache das Verena den Kopf auf meine Brust gelegt hatte, bewegte ich mich nicht um die zerwühlten Decken über uns zu breiten.
      Die Nacht war langsam fortgeschritten, jetzt hatte ich langsam wieder an Verstand gewonnen. Wir hatten einander Trost gespendet in dieser Nacht, doch spürte ich dabei keine Reue. Sollte ich das? Vermutlich aber irgendwie war ich noch gefangen in den erlebten Erfindungen. Talisa hatte ich kennengelernt als 17 jähriger, nicht viel später waren wir ein Paar gewesen und neun Jahre lang waren wir - zumindest ich für meinen Teil einander treu. Es hatte nie eine Phase gegeben in der ich mich ausgetobt hatte und jetzt in diesem Moment spürte ich einen kleinen Funken Wut darüber was für Erfahrungen mir verloren gegangen waren.
      Geistesabwesend strich meine Hand über Verenas Oberarm, auch sie schien zumindest in diesem Moment nichts zu bereuen. Vorsichtig stand ich auf, um noch zwei Holzscheite auf das Feuer zu werfen. Als ich mich wieder aufrichtete schaute ich kurz in die Flammen die von der Glut aufzüngelten. Erst nach diesem Augenblick drehte ich mich Richtung Bett, ich hatte das Rascheln der Decken gehört als Verena sie zurecht gelegt hatte. In dem Zwilicht konnte ich das Lächeln in ihrem Gesicht erkennen, eine Seite der Decke hielt sie nach oben. Mit den Händen zuerst berührte ich das Bett, meinen Blick ganz auf sie gerichtet. Fragend kam ich ihren Lippen näher, küsste sie sanft, spürte wie sie ihn erst zögernd erwiderte. Das erste Mal war ungezügelter gewesen, jetzt jedoch ließ ich mir Zeit mit ihr.
      Anschließend schlief ich erschöpft ein, mit dem besten Schlaf den ich seit einer ganzen Zeit gehabt hatte. Ohne die Träume war die Nacht geruhsam, mein Verstand schien zumindest für einige Zeit abgeschaltet.

      Verena
      Meine Gedanken führen Achterbahn, als ich merkte, wie der junge Mann aufstand und nach dem Feuer schaute. Jung war jedoch ein dehnbarer Begriff, so war er bestimmt 5 Jahre älter als ich, aber das störte mich nicht sonderlich. Zu erst musste ich also an Caleb denken, doch als Svejn meinen Lippen näher kam, verflogen diese Gedanken und ich erwiderte seinen Kuss zunächst zögernd. Als ich fordernder wurde, bremste er mich ein wenig... Es schien so, als wolle er sich nun Zeit lassen, was wir dann auch taten... Nach einer gefühlten Ewigkeit lagen wir beide erschöpft im Bett. Svejn drehte sich irgendwann um und schlief ein. Der nächste Tag würde komisch werden, schließlich war es eine einmalige Gelegenheit gewesen, naja eigentlich waren es zwei Gelegenheiten, wenn man genau sein wollte, die nicht wieder vorkommen würde. Oder doch? Schließlich war es nur Sex und da wir beide Single waren betrügen wir auch niemanden oder machten jemanden eifersüchtig.
      Am nächsten Morgen wachte ich in Svejns Arm auf. Er hatte sich umgedreht und ihn um mich herum gelegt, weshalb ich keine Chance hatte zu entkommen, ohne ihn zu wecken. Das Feuer war fast aus und ich fröstelte leicht, ehe mein Blick zu der Whiskyflasche flog. Leer. Oh man.. Daher also unser Tatendrang.

      Svejn
      Ich erwachte am Morgen mit dem Gefühl der leichten Kälte in meinen Zehen und einem Körper um den ich meinen Arm gelegt hatte. Trotz des frühen Morgens der damit einhergehenden Müdigkeit und dem leichten Pochen von Kopfschmerzen wusste ich das es sich dabei nicht um Talisa handelte. Es war Verena.
      Langsam, viel zu langsam wie es mir schien in diesem Moment zog ich meinen Arm von ihrem Körper, breitete die Decke wieder über ihr aus. Die Füße auf dem Boden, die Hände auf den Knien und ihnen meinen Kopf gebettet blieb ich sitzen. "Götter! " murmelte ich ohne richtig zu bemerken das ich es laut ausgesprochen hatte.
      Ich hatte tatsächlich die Situation ausgenutzt in die ich sie auch noch gebracht hatte. Das viel schlimmere daran? Die junge Frau war vor der gestrigen Nacht auch noch Jungfrau gewesen. Das sie sich mir auch aufgedrängt hatte, ließ ich nicht gelten - ich wäre in der Lage gewesen es zu ändern!
      Die Vorwürfe in mir nagten an meinen Eingeweiden. In diesem Fall war es nicht einfach "nur Sex" gewesen...es hätte doch besonders sein sollen. ..mit jemandem den man liebt. Als ich mich gerade aufrichten wollte spürte ich eine Hand auf meiner Schulter.

      Verena
      Natürlich merkte ich, dass er sich aufrichtete und auf einmal etwas murmelte. Leise seufzte ich, ehe auch ich mich aufrichtete und an den Kopf fasste. Er pochte höllich. So toll war der Whisky also doch nicht gewesen, wie es im ersten Moment ausgesehen hatte. Auch hätte er einiges verhindert. Nun nagten doch Schuldgefühle an mir, aber genau wusste ich nicht warum. Schließlich wartete daheim niemand auf mich. Gerade noch so realisierte ich, dass Svejn aufstehen wollte, doch ich legte ihm meine Hand auf die Schulter. Als er sich umdrehte, um mich anzuschauen, lächelte ich sanft, wenn auf ein wenig peinlich berührt. Ja, ich hatte keine Ahnung was ich in einer solchen Situation hätte tun sollen.

      Svejn
      Ich hätte mir in diesem Moment gern das nächste Loch im Boden gesucht um darin zu versinken. Oder Worte von Verena, aber ihr gebrochenes Lächeln, der scheue Blick sagten viel. Auch ihr war es ssichtlich unangenehm in dieser Situation. "Tut mir Leid...das mit dem Whisky hätte ich lassen sollen." ich wollte noch so ganz anderes sagen, doch die Worte blieben mir im Rachen stecken also verstummte ich, holte Luft um wieder anzusetzen, leise geflüstert und rauh klang meine Stimme. "Ich will nur sagen...das ich es nicht bereue." Im nächsten Augenblick sollte ich mir wohl selbst eine rein hauen ICH hatte ja auch nichts zu verlieren gehabt.

      Verena
      Ich hörte ihm aufmerksam zu und zog die Decke ein wenig höher, da ich noch immer nackt war. "Ach...", sagte ich und zog meine Hand von seiner Schulter herunter. "Das mit dem Whisky war eine gute Idee", munterte ich ihn auf. "Nur an der Menge hat es gelegen", sagte ich und grinste nun schief, ehe er wieder zu einem Satz ansetzte, aber die Worte wollten nicht so wirklich. ... Das ich es nicht bereue.. hallte es in meinem Kopf wider, worauf ich nun nicht wirklich eine Antwort hatte. "Ich wurde schon ein paar Mal abgescheppt, hab es aber nie übers Herz bringen können, so weit zu gehen.. gestern Abend war einfach.. wow", sagte ich, obwohl es vermutlich nicht das gewesen war, was er hören wollte. In meinem Innern zog sich alles zusammen. Er hatte mich so um den Verstand gebracht, dass ich ihn jetzt einfach hätte packen können und unser Spiel von letzter Nacht wiederholen können. Stattdessen biss ich mir nur angestrengt auf die Lippe und versuchte möglichst unauffällig auf seine nackte Brust zu schauen.

      Svejn
      Das Lachen das mir über die Lippen kam konnte ich nicht verdrängen. "Irgendwie klingt das wie in einem dieser Teeniefilme was wir hier vor uns her brabbeln. Es lässt sich nicht ändern, also sollten wir einfach dort anfangen wo wir gestern Abend aufgehört haben seriös zu sein?" Damit rollte ich rückwärts in einer Rolle über das Bett Richtung Kamin, kramte vom Boden ihren BH, mein Shirt und unsere Hosen auf. Dann hielt ich ihr die Sachen hin die ich gefunden hatte, war froh den peinlichen Ausdruck auf ihrem Gesicht nicht mehr zu sehen. Stattdessen zeigte sie ihr ungezwungenes wiedergewonnenes Lächeln, da ich wegen der Wand nicht am Bett vorbei konnte musste ich wieder über die Laken klettern. Sie hatte mir mittlerweile den Rücken zugedreht nestelte am Verschluss des BH herum,also kam ich ihr kurzerhand zu Hilfe. Mein Kopf kam ihrem Ohr dabei nahe, also flüsterte ich ihr noch ein paar Worte ins Ohr. Vielleicht waren sie idiotisch, aber sie kamen mir ungefragt über die Lippen. "Du hast Recht der Abend war..wow...der Mann den du einmal lieben wirst kann sich glücklich schätzen." Dann verschwand ich fürs erste in dem Bad, ich brauchte dringend eine eiskalte Dusche! Die Nacht hatte lange verstecktes Verlangen geweckt, welches ich wieder in Zaum bekommen sollte. Wir würden schließlich noch die nächsten beiden Tage mit Moon und Stormi trainieren und in Richtung Inverness reisen.

      Verena
      "Ja.. da hast du recht", sagte ich lachend, zog aber einen Schmollmund, den er jedoch nicht mehr sah, da er sich nach unseren Klamotten gebückt hatte und mir meinen BH und die Hose zuschmiss. Den Rest müsste ich gleich selbst suchen. Kurzerhand drehte ich mich um und werkelte an meinem BH herum, wobei er mir plötzlich half. Ich zuckte kurz zusammen, nahm dann jedoch meine Haare weg und ließ ihn machen. Verwirrt dachte ich über seine Worte nach, als er im Bad verschwand. Kurz seufzte ich und zog meine restlichen Klamotten an, ehe ich das Bett ein wenig richtete und wartete, bis er fertig war. Dann ging auch ich ins Bad und duschte... lange. Als ich fertig war ging ich wieder in unseren kleinen Raum und band mir schnell die Haare zu einem Zopf. "So...", sagte ich und räusperte mich. "Was machen wir jetzt?"

      Svejn
      Ich fummelte an den noch nassen Haaren auf meinem Kopf herum, die ich sonst immer aufwendig zu einem Zopf flocht, allerdings brauchte ich dafür meine Zeit, da ich sie noch nicht allzu lang auf diese Weise trug. "Sobald ich die Haare hier gebendigt habe, würde ich vorschlagen Moon und Stormi zusammen bringen und versuchen die beiden auf den Hänger zu bewegen, damit wir sie nach Inverness bringen können. Da wartet ja noch ein bisschen Arbeit auf uns auch Zues noch soweit an den Hänger zu gewöhnen. Soll wohl ziemlich stressig zugegangen sein als die Pferde zu Mr. McConnor gegeben haben. Sollen wohl ziemlich rüde gewesen sein, könnte also länger dauern bis der kleine Hengst oben drauf steht."

      Verena
      Er berichtete mir von seinen Haaren, ehe ich mich selbst daran zu schaffen machte. "Lass mich dir schnell helfen", sagte ich und betrachtete seinen Anfang, ehe ich in seinem Stil weitermachte. Seine Hände schob ich dabei gekonnt weg, ehe ich ihm weiter zuhörte. "Okay.. was müssen wir in Iverness denn noch alles erledigen?", fragte ich ihn und versetzte seinen Haaren den letzten Schliff. Während ich also auf eine Antwort wartete, zog ich mir schonmal meine Schuhe und meine Jacke an. Draußen war noch immer dieser eklige Nebel, so dass ich es bis jetzt bei einem Blick aus dem Fenster beließ.

      Svejn
      "Danke, so lange sind die Haare noch nicht so." merkte ich an, dann kramte ich meine Jacke aus der Ecke und darunter kamen meine Schuhe zum Vorschein. Binnen zwei Minuten hatten wir uns für die Welt da draußen gewappnet. "Zues an den Hänger gewöhnen, falls es deine Zeit erlauben würde - ich bin momentan dabei Braum einzureiten, den Tipps einer erfahrenen Trainerin würde ich gern lauschen." dann machte ich die Haustür auf. Nebel war da immernoch, aber jetzt lag da auch noch "Schnee?!" sagte ich wenig begeistert machte dann trotzdem den ersten Schritt nach draußen.

      Verena
      "Das merkt man", sagte ich lachend und schaute ihm dabei zu, wie er seine Jacke aufhob. "Wenn du nett zu mir bist, helfe ich dir gerne beim einreiten", sagte ich, wobei das "reiten" einen kitschigen Unterton von mir erhielt. Irgendwas in mir sagte mir, dass dies nicht die letzte Nacht in einem Bett gewesen sei. "Schnee!", sagte ich im Gegensatz zu ihm total begeister, quetschte mich an ihm vorbei nach draußen, machte einen Satz in den Schnee, rollte einen Schneeball und schmiss ihm den Ball mitten ins Gesicht. "Ups", sagte ich lachend und nahm meine Beine in sprichwörtlich in die Hand, da er anfing, mir nachzulaufen. Tja, wie alt waren wir nochmal? [​IMG]D)

      Svejn
      Der Schneeball in meinem Gesicht verhinderte in diesem Moment das Nachdenken über den kitschigen Unterton in ihrer Stimme. "Warte ich bin gleich ganz lieb zu dir!" sagte ich, setzte der Frau nach die sich kichernd in Sicherheit brachte um mir zu entgehen. Allerdings merkte ich schnell den Schmerz in meinem Bein, der immer dann auftauchte wenn ich zu rennen versuchte, also musste ich inne halten. Spürte den verhärteten Muskel an meinem Oberschenkel, dabei war es die Sehne die mir mehr Schmerz verursachte. Ich sah nach oben, musste ihr entschuldigend zulächeln. "Tut mir Leid, dafür bin ich wohl schon etwas zu alt. Mein Bein macht das nicht mehr mit. In einem Turnier hats mich aus den Ringen gehauen, ungünstig gelandet und habe mir den rechten Oberschenkel gebrochen, zusätzlich sind noch paar Sehnen und Bänder im Eimer. Hat lange gedauert bis es geheilt war, macht allerdings immernoch Beschwerden wenn es zu sehr belastet wird. " Ich strich noch einmal über das Bein, dann war Verena auf einige Meter heran, ich brauchte sie nur an der Hüfte zu mir zu ziehen. Dabei drückte ich den Kopf gleich in Richtung des Schnees und schaufelte ihr das weiße Pulver ins Gesicht. "Dafür kann ich dich mit einer kleinen List überrumpeln"

      Verena
      Allmählich wurde ich langsamer und stellte mein Kichern ein, da Svejn mir nicht mehr folgte. Ich ging wieder einige Schritte zurück und entdeckte ihn, wie er sich sein Bein hielt. "Oh.. du Armer..", sagte ich laut und dachte, die Sache wäre hiermit gegessen. Tja, falsch gedacht. Blitzschnell ergriff er meine Hüfte, zog mich zu sich und warf mir Schnee in mein Gesicht. "Ey!", sagte er ich quiekend und schlug ihm spielerisch gegen die Brust, damit er mich losließ, war er jedoch nicht tun wollte. Ich strampelte in seinem Griff hin und her, ehe ich es schaffte, dass wir beide in den Schnee fielen. Ich unten, er irgendwie auf einen Arm gestüzt über mir. Schwer atmend lag ich da und schaute ihn einfach nur an.

      Svejn
      "Kommen wir heute noch zur richtigen Arbeit oder bleiben wir hier einfach liegen?" Im Grunde wäre ich auch gern im Bett liegen geblieben, denn der Kopfschmerz war nun doch ein stetiges Pochen hinter der Stirn. Allerdings war es eine wohltat in diesem Schnee zu liegen, wenn auch die Sachen dadurch etwas feucht wurden. Mit einem Ächzen richtete ich mich wieder auf die Füße, bot meine Hand Verena an um auch ihr aufzuhelfen. Es war schon schwer genug gewesen sie nicht dort auf dem Boden zu küssen, sonst kamen wir tatsächlich nicht mehr in den Stall.

      Verena
      "Wir könnten auch...", setzte ich an, doch da richtete er sich schon wieder auf. Kurz lachte ich, ehe ich seine Hand annahm und mich aufrichtete. "Also gut, an die Arbeit. Also wirklich..", sagte ich und klopfte mir den Schnee von den Sachen, ehe ich zu Stormi ging, der mich noch immer nicht richtig als Chef akzeptiert hatte. "Er versteht auch nicht so richtig, wieso er wieder hier ist...", murmelte ich und halfterte ihn auf. "Wo steht Moon noch gleich?", fragte ich Svejn und wurde von Stormi in seine Richtung geschubst. Instinktiv streckte ich meinen freien Arm nach vorne und knuffte ihn damit in die Brust, damit ich einen Ausfallschritt machen konnte. "Stormi..", fluchte ich und schob den Hengst zurück, um wieder ein wenig Abstand zwischen Svejn und mich zu bekommen.

      Svejn
      Na selbst die Tiere legten es wohl drauf an..."Warte ich geh mit auf die andere Seite und halt ihm am Halfter. Kann schonmal verwirrend sein ständig durch die Gegend zu reisen. Braum hat die Reise hier her auch erst nicht richtig verkraftet, jetzt mit Bucks als Partner geht es ihm viel besser. Moon steht nur zwei Paddocks weiter. Lass uns Stormi zur Weide führen, dann müssen wir bei Moon nur die Tür öffnen und dann können wir sehen wie sie sich anstellen gemeinsam." Beherzt griff ich dem Grauen ins Halfter, was er erst gar nicht so lustig fand, sich dann aber fügte. Innerhalb der nächsten Minuten gelang es uns wirklich dem Plan zu folgen. Stormi auf die Koppel, Moon die Decke abnehmen und anschließend die Tür öffnen. Während Verena die beiden beaufsichtigte, machte ich mich daran mit dem Wagen von ihr samt Hänger rückwärts in den Paddock zu fahren - so konnte keinder der Hengste daran vorbei laufen. Nach einigem rangieren schaffte ich es tatsächlich fast gerade in den Paddock zum stehen zu kommen. Etwas skeptisch betrachtete ich den schiefen Hänger, okay von vorn hatte das ganze besser ausgesehen. Fahren mit Hänger schrieb ich gleich mal auf die Liste der Dinge die nicht zu meinen Stärken gehörte.

      Verena
      "Okay", sagte ich nur und sah ihn dann auf die andere Seite von Stormi gehen. "Eaaaasyy Boy", sagte ich langsam und strich seinen Hals. "Das alles ist viel für dich, ich weiß, aber versuch es wenigstens, ja Junge?", sagte ich und schon gingen wir zu Moon. Auf seine Aussage hin nickte ich nur, ehe wir bei den Pferden standen und Stormi zu Moon lief. Die beiden quietschten ein bisschen, zuckten mit den Ohren und schlugen mit den Schweifen, ehe sie sich daran erinnerten, wer sie waren. Stormi schmiegte seinen Kopf an Moons Hals und brummelte nach einer Weile zufrieden. Auch Moon schien aufgeweckter zu sein und seine Krankheit gänzlich zu vergessen. "Dann wollen wir Mal", sagte ich und half Svejn den Hänger zu öffnen und die beiden irgendwie auf die Rampe zu bek0mmen, was doch tatsächlich nach einer Weile klappte! Stormi trottete todesmütig voran und brummelte immer wieder leise, bis Moon ihm folgte. Zufrieden lächelte ich. "Soll ich dir mit meinem Wagen nachfahren?", fragte ich ihn, weil ich nicht ganz sicher war, wo ich die nächste Nach verbringen würde.

      Svejn
      "Die Pferde werden wohl nicht ausbrechen, wenn wir auf die schnelle noch das Gästezimmer in den alten Zustand versetzten?" Verena schüttelte den Kopf, also ging es in Richtung Garage, in einer Zeit von 2o Minuten hatten wir alles wieder halbwegs so wie wir alles vorgefunden hatten. Wie mit dem Makler abgesprochen versteckte ich den Schüssel im Stall, dann schnappte ich meine Tasche und warf sie in den Wagen. Noch ein Blick auf die Uhr "Okay, die nächste Fähre rüber auf das Festland kommt erst in zwei Stunden , verdammt das hab ich nicht bedacht. Wir können schon runter in die Stadt fahren, ich wäre nämlich für Frühstück" In meiner Magengegend befand sich ein kleines Loch, an Essen hatte ich dann nicht mehr gedacht als ich los gefahren bin.

      Verena
      Ich nickte und folgte ihm zurück ins Gästezimmer, wo wir alles wieder aufräumten. Mein Blick huschte hin und her und ich dachte an die vergangene Nacht- schon wieder. Leicht schüttelte ich den Kopf und räumte den Rest weg, ehe Svejn den Schlüssel wegbrachte und ich zum Wagen ging. "Oh..", sagte ich und mir wurde bewusst, dass ich absolut keine Ahnung hatte, wo Iverness lag. "Ja gut, dann fahren wir in die Stadt", sagte ich und öffnete die Tür des Wagens. "Fahr du vor, ich folge dir", sagte ich lächelnd und stieg dann ein, ehe ich den Motor startete und wartete, bis er vor mich fuhr. Dann verließen wir Sarahs altes Anwesen. Mit einem letzten Blick in den Seitenspiegel verschwand es hinter mir. Für immer?

      Svejn
      Wir suchten uns einen eher abgelegenen Parkplatz für die Pferde, holten uns ein bisschen was aus dem nächsten Supermarkt um endlich etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Wir redeten über belanglose Dinge, die trotzdem über dumpfes Small Talk hinaus reichte. Es war entspannt mit ihr zu reden.
      Danach ging es zum Parkplatz der Fähre damit wir gleich die ersten an der Reihe wären, da die Pferde nun doch öfter zu hören waren.
      Ich hatte mir ihre Handynummer notiert gehabt,sodass die erwartete zwei Stunden lange Fahrt dieses Mal doch nicht langweilig wurde. Verena und ich konnten uns über das Handy ohne weiteres unterhalten.
      Bei Inverness wafen wir beide einfach froh die Pferde mit zu Zues auf das Koppelabteil zu schicken. "Jetzt brauch ich unbedingt ne Kopfschmerztablette und einen Kaffee, was sagst du dazu?"

      Verena
      Schottland und generell Großbritannien war eine sehr schöne Gegend, weshalb ich mir bei unserer Pause alles ganz genau anschaute. Gestärkt ging es dann zur Fähre, mit der wir schnell übersetzten. Auf der weiteren Fahrt telefonierten wir die ganze Zeit, was auch sehr lustig war. Aus der anfänglichen Beklemmtheit zwischen uns beiden war ein lockeres Verhältnis entstanden.
      Lächelnd schaute ich zu wie Moon und Stormi auf die Koppel galoppierten. Als Svejn nach einer Kopfwehtablette fragte sagte ich nicht nein, nur dem Kaffee dankte ich ab. "Und wen gehört das hier jetzt?", fragte ich ihn dann neugierig.

      Verena
      Schottland und generell Großbritannien war eine sehr schöne Gegend, weshalb ich mir bei unserer Pause alles ganz genau anschaute. Gestärkt ging es dann zur Fähre, mit der wir schnell übersetzten. Auf der weiteren Fahrt telefonierten wir die ganze Zeit, was auch sehr lustig war. Aus der anfänglichen Beklemmtheit zwischen uns beiden war ein lockeres Verhältnis entstanden.
      Lächelnd schaute ich zu wie Moon und Stormi auf die Koppel galoppierten. Als Svejn nach einer Kopfwehtablette fragte sagte ich nicht nein, nur dem Kaffee dankte ich ab. "Und wen gehört das hier jetzt?", fragte ich ihn dann neugierig.

      Verena
      Ich hörte ihm aufmerksam zu. "Ach stimmt, du arbeitest doch auch in einem Museum hier, oder?", fragte ich ihn und schaute mir Zues an, der immer genug Abstand zu den anderen Pferden hielt. "Ja... Mit einer Stute könnte das hier Probleme geben", wiederholte ich seine Aussage und schaute mir das Gelände ein wenig genauer an. "Na gut, lass uns rein", wiederholte ich erneut seine Aussage und klopfte ihm grinsend auf die Schulter. "Weder Kaffee noch Tee, aber vielleicht hast du ja was anderes da", sprach ich lächelnd und folgte ihm dann zum Haus.

      Svejn
      "Willkommen im Haus Álfarsson ist noch ziemlich spartanisch eingerichtet, wenn du keinen Tee oder Kaffee magst hätte ich noch Kakao im Angebot. Dachte bei der Kälte da draußen wäre etwas warmes nicht schlecht, ansonsten hätte ich natürlich noch heißes Wasser im Angebot, allerdings denke ich da bleibt der Genuss auf der Strecke." Sie sah mich amüsiert an, bat dann um den Kakao. Aus dem Schrank unter der Spüle holte ich mir die letzte Milch heraus, goss sie in eine Tasse um sie in die Mikrowelle zu stellen. Während der Zeit holte ich die Büsche für Kaffee und Kakao aus dem Schrank. Ich zog eine kleine Flappe als der Kaffee leer war, goss also eine neue Tasse Milch ein und machte auch einen Kakao. "Dann trinken wir eben mal wieder das selbe." Mit dem heißen Tassen quatierten wir uns im Wohnzimmer auf die Couch, die augezogen werden konnte und so auch mein Bett ergeben würde. Mein Problem bestand darin - auch hier ergab sich kein zweiter Schlafplatz. Ich persönlich hatte nichts gegen eine Wiederholung des gestrigen Abends, wusste jedoch nicht wie Verena darauf reagieren würde. Also trank ich an der Tasse Kakao, überlegte was ich sagen konnte.

      Verena
      Als er mich im Haus Álfarsson wilkommen hieß schaute ich mich ein wenig um und nickte dan. "Klar, Kakao klingt gut", sagte ich lachend und setzte mich an seinen Tisch in der Küche, während er sich um den Kako kümmerte. Auf seine Aussage hin, dass wir beide wohl wieder das Selbe trinken würden, lachte ich nur. "Hoffentlich aber ohne diese höllischen Kopfschmerzen. Oder hast du was in den Kakao gemischt?", sagte ich scherzhaft und grinste ihn an. Ich stand also vom Stuhl auf und folgte ihm ins Wohnzimmer, wo wir uns auf der Couch niederließen. Stumm saßen wir da auf der Couch, ehe ich ihm gegen die Schulter boxte und er fast seinen Kakao verschüttete. "Du hast mir eine Kopfwehtablette versprochen, wo ist sie?", fragte ich ihn noch immer lachend und grinste ihn süffisant an.

      Svejn
      "Klar, in den Kakao hab ich Milch gemixt." sagte ich, wich einem weiteren Boxhieb nur durch Aufstehen aus, streckte ihr die Zunge raus und verschwand in Richtung des Bades. Dort hing ein kleiner Kasten mit einem roten Kreuz darauf, in dem ich bereits ein kleines Lager an Kopfschmerztabletten besaß. Den kleinen Becher füllte ich mit Wasser. Als ich mich in dem schmalen Raum wieder umdrehte, stand dort Verena in der Tür eine Hand nach vorn gestreckt, fast auffordernd. Was mich auf eine Idee brachte, dir mir mehr als nur gefiel. Stockenden Schrittes lief ich auf sie zu, dabei löste ich eine der Kapseln aus der Verpackung, lächelte dabei süffisant wie sie es so oft tat. "Die hierß" fragte ich , trat den letzten Schritt auf sie zu und legte mir die Tablette kokett auf die Zunge. Bevor Verena die Möglichkeit gegeben wurde zu antworten, fasste meine Hand sie im Nacken um sie erneut zu küssen. Sanft öffneten sich dabei ihre Lippen, teilten sich meiner fordernden Zunge fast ein bisschen zu schnell. Mit dem Kuss übergab ich ihr die kleine Kapsel, zog mich dann lächelnd zurück hob den Becher zwischen uns "Wasser?" dabei zog ich eine Augenbraue nach oben. Genoss den glasigen, überraschten Blick in ihrem Gesicht.

      Verena
      Ich lachte nur und schüttelte den Kopf. Wenn das so weiter ging, bekam ich Bauchschmerzen vor Lachen. Gott sei Dank stand Svejn in dem Moment auf und ging zum Bad. Kurz schaute ich ihm nach, ehe ich mich wieder auf meinen Kakao konzentrierte und einen weiteren Schluck trank. Da er ewig im Bad brauchte ging ich ihm einfach nach und stellte mich mit verschränkten Armen in die Tür. Svejn kramte im Schrank herum und ich streckte ihm wohlwollend meine Hand entgegen. "Ja die da...", sagte ich noch, ehe die Kapsel in seinem Mund landete. Mit skeptichen Blick schaute ich ihn an, ehe er schnell eine Hand in meinen Nacken legte, seine Lippen die Meinen fanden und er die Kapsel einfach in meinen Mund schob. Viel zu schnell lösten sich seine Lippen von meinen und er hielt mir den Becher Wasser vor die Nase. Völlig perplex starrte ich ihn an, griff nach dem Becher und schluckte die Tablette. "Pack den Whisky aus", sagte ich scherzend und spülte mit einem Schluck Wasser nach.

      Svejn
      "Whisky ist leider aus, der gestern war mein letzter." Da noch Reste in dem Becher waren nahm auch ich mir endlich eine Tablette, schluckte sie herunter und stellte den Becher wieder auf den Schrank zurück. Auf flinken Füßen hatte sich Verena wieder auf die Couch zurück geschlichen, die Beine angezogen nippte sie an der heißen Tasse Kakao. Von meinem Standort beobachtete ich sie eine kleine Weile, dann löste ich mich wieder aus dem Türrahmen. Ich war mir nicht ganz klar was als nächstes zu tun war, vielleicht war der Kuss ein Fehler gewesen. Jetzt tat es mir fast wieder leit, wenn es auch in diesem Moment als lustig empfunden wirkte. In zwei Tagen würde sie zurück in ihr Leben auf der Ranch gehen, zu dem Mann den sie wirklich liebte. Dabei empfand ich keine Eifersucht, ich war nicht in sie verliebt. Es war eher wie in den Filmen die von einer Freunschaft plus sprachen. Bei dem Gedanken wurde ich um ein paar Zentimeter kleiner, das Gefühl sie nur für mein Verlangen ausgenutzt zu haben schaltete sich erneut ein, wie es mich heute morgen schon überrollt hatte. Es war schon wieder Abend geworden, dem Problem mit dem Schlafplatz hatte ich bisher umgehen können. Jetzt rückte es näher und brachte mir den Schweiß auf die Stirn was allerdings auch an dem warmen Pulli lag, dem ich mich entledigte. "Wie wollen wir das heute mit dem Schlafplatz erledigen?" fragte ich sie, nahm nun meine Tasse in die Hand und nahm auf der anderen Couchseite platz.

      Verena
      "Oh, sehr schade", sagte ich und ließ die Frage aus, nach anderen alkoholischen Getränken zu fragen. Stattdessen ging ich wieder auf die Couch und trank meinen warmen Kakao. Mir war eben schon aufgefallen, dass seine Wohnung sehr klein war.. deshalb hatte ich auch kein Schlafzimmer entdeckt. Als ich mich also weiter umsah, stand er noch immer in der Tür des Badezimmers. "Kommst du heute nochmal oder wächst du gerade da fest?", fragte ich ihn und nippte wieder an meinem Kakao. Endlich kam er wieder zu mir herüber, kam mir jedoch aufgewühlter vor als zuvor. Skeptisch schaute ich zu ihm rüber, ehe er mich etwas fragte. "Ähm.. wenn ich das richtig sehe, hast du nur die Couch hier? Von mir aus können wir beide hier schlafen...", sagte ich schulterzuckend und hatte noch etwas auf der Zunge, behielt es dann aber für mich, ehe ich aufstand und meine leere Tasse zur Spüle brachte. Schließlich sagte ich ihm dann doch, was in meinem Kopf vorging: "Weißt du, der Typ auf meiner Ranch kann mir auch gestohlen bleiben. Er hat mir nicht nur einmal bewiesen, dass er es nicht wert ist. Er ist ein toller Kerl und ein wirklich, wirklich guter Trainer aber naja.. mittlerweile wars das dann auch", erklärte ich ihm und zuckte mit den Schultern, ehe ich meinen Zopf löste, den ich im Auto zu einem Dutt geformt hatte und mir meine honigblonden Haare in sanften Wellen um die Schultern fielen.

      Svejn
      Mein Blick blieb auf ihr gerichtet, als sie sich den Dutt löste - ihre Stimme hatte tatsächlich gleichgültig geklungen. Trotzdem wusste ich nicht ganz was ich davon zu halten hatte, gestern hatte sie schließlich wegen genau diesem Kerl zu viel getrunken. Oder hatte sie ihr Herz plötzlich an jemand anderen verloren? "Verena, ich....so ganz kann ich dir nicht glauben, du hast schließlich gestern auch wegen ihm so viel getrunken. " Ich hielt inne, nahm ihr die fast leere Tasse aus der Hand, strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Ich will nicht das falsche Hoffnungen entstehen, in der nächsten Zeit hab ich die Nase gestrichen voll von Beziehungen. Ich war 9 Jahre in einer Beziehung gefangen, merke erst jetzt wie sich Freiheit anfühlt und will so schnell nicht wieder an eine Kette gelegt werden. Das soll nicht heißen das ich die Zeit mit dir nicht genossen habe, aber ich weiß nicht wo uns das hin führen kann. Verstehst du das ich dich nicht verletzten will?" Das klang wie der letzte Gefühlsausbruch, gern hätte ich die Zeit zurück gedreht bis ich diese idiotischen Worte gesprochen hatte, jetzt jedoch waren sie raus. Die Götter begannen mit mir zu spielen, Loki der verrückte Schelm musste mir dicht im Nachen sitzen, sonst war ich doch nicht so gewesen!

      Verena
      Ich zuckte kurz zusammen als er mir eine Strähne aus dem Gesicht strich. "Das stimmt, Svejn. Aber mittlerweile weiß ich es einfach besser. Schon so oft hat er mit mir gespielt.. Sozusagen war ich auch an eine Kette gebunden... Und jetzt habe ich Blut geleckt, wie man so schön sagt. Genieße das hier und jetzt", sprach ich und lachte kurz, ehe ich seine Hand mit meiner umfasste. "Keine falschen Hoffnungen", sagte ich lächelnd und drückte seine Hand kurz, ehe ich die Meine wieder sinken ließ. "Und jetzt mach das Bett, mir ist kalt", sagte ich ihm, da ich nicht 'müde' sagen wollte. Sonst würde der Abend ganz schnell ein Ende finden.

      Svejn
      Hinter mir zog ich eine dickere Decke hervor, breitete sie über Verena aus bevor ich sie mir einfach auf den Arm hob. Ich war vielleicht nicht sonderlich groß, aber dafür war ich kräftig genug um sie auf den Sessel zu tragen. Danach zog ich das Lattenrost hervor, breitete das schwarze Laken darüber und holte aus dem Bettkasten die Decken. Bei dem Motiv musste ich schmunzeln. "Komm her das Bett ist fertig unter den Drachen wird dir sicherlich schnell wieder warm. Mit einem Kamin kann ich heute allerdings auch nicht dienen." Damit lies ich mich rücklings auf das Bett fallen , schaute an die Decke. Bei ihren hastigen Schritten schaute ich nicht hin , lauschte nur auf das Rascheln der Decke und Kleidung die den Boden berührte, oder war es die Decke?

      Verena
      "Ey!", sagte ich noch als er mich einfach hochhob und auf den Sessel setzte. Schmollend gab ich mich zufrieden und beobachtete ihn und seine süßen Drachen. "Süß, aber leider kein Ofen", sagte ich Schulterzuckend und ging zum Sofa-Bett, um mich unter die Decke zu legen. Vorm Bett zog ich meinen Bh und die Hose aus, so dass ich in top und Höschen neben ihm lag. "Hmmm", brummelte ich. "Gestern Abend war es wärmer", sprach ich mit einem amüsierten Unterton und wartet auf seine Reaktion.

      Svejn
      Mit etwas Schwung stütze ich mich auf einen Ellenbogen, sah ihrer Atmung unter der Decke zu, die beschlossenen Augenlider. Auch ich entledigte mich der Reithose und dem Shirt das ich noch getragen hatte. Sanft hob ich die Decke an unter der sie lag, rückte mit der Hüfte auf sie zu und umarmte sie von der Seite da mir selbst sehr warm war. "Wäre es so wärmer?" fragte ich sie neckisch, wobei meine Hand langsam ihren Rücken hinauf wanderte. Ich sah wie sie sich auf die Lippen bis, den Rücken gegen meine Hand drückte. Sie hatte Blut geleckt wie sie es ausgedrückt hatte. Mir erging es ähnlich, also wieso nicht tun wozu sie mich schon den ganzen Tag ermutigt hatte? Jetzt stütze ich mich wieder auf einen Ellenbogen, schob den Kopf in ihre Halsbeuge um dort einen Kuss zu platzieren, meine Zungenspitze zog eine Spur zu ihrem Ohr in das ich ein paar Worte flüsterte. "Ist es das was du willst?" dabei kam meine linke Hand auf einer ihrer Brüste zum Halten

      Verena
      Ich zuckte kurz zusammen als er den Arm um mich legte und näher zu mir rückte. Dann jedoch umspielte mich eine wohlige Wärme und ich rückte ein wenig an ihn heran. Als er mich sanft küsste bekam ich ein seltsames Gribbeln im Bauch, ehe er mir eine Frage stellte. Ich beantworte sie ohne Worte, indem ich mich langsam umdreht, mich ein wenig steckte und seine Lippen mit den Meinen sanft berührte. Eine meiner Hände legte ich vorsichtig an seine Brust, ehe mein zuvor so sanfter Kuss fordernder wurde.

      Svejn
      Dieses Mal waren wir beide in vollem Besitz unseres Verstandes, kein Alkohol der uns Antrieb nur die Gier nach dem Körper des anderen. War Verena zuvor schüchterner gewesen, fanden wir nun zu einem Rhythmus.
      Der Sex zwischen Verena und mir war mehr als es bei Talisa der Fall gewesen war, hier spürte ich wirkliche Leidenschaft. Mit Talisa war es nicht mehr als eine Notwendigkeit geworden, denn am Anfang war es auch mit ihr anders gewesen.
      Ihr Kopf lag auf meiner Brust, die filigranen Finger spielten mit dem Flaum auf der Brust, was mir ein kleines Lächeln über die Lippen kommen ließ. Sie hatte mir erzählt das es eigentlich nicht ihre Art war, wobei ich gestehen musste das diese Situation etwas komplett fremdes für mich war. "Jetzt war ich nett zu dir, hilfst du mir bei der Ausbildung von Braum?" dann hielt ich inne "Wobei es an einem Tag nicht zu schaffen ist." es sollte nicht klingen als bedauerte ich ihr weg gehen, doch genau danach brach meine Stimme. Reiß dich doch zusammen! Schollt ich mich selbst, drehte dann leicht den Körper damit ich ihr direkt in die Augen sehen konnte.

      Verena
      Gedankenverloren lag ich neben ihm, meine Hand auf seiner Brust. Zufrieden seufzte ich, ehe meine Lippen sich zu einem Lächeln formten. Kurz lachte ich auf, als er mir eine Frage stellte. "Haha, also wolltest du mich bestechen?", sagte ich gespielt vorwurfsvollen, ehe ich daran dachte , dass es auch meine Idee gewesen war. "Aber natürlich, ich helfe dir", versprach ich ihm und gähnte einmal. Die Müdigkeit überrannte mich nun doch.

      Svejn
      Ich befreite meinen Arm ein wenig von ihrem gesamten Körpergewicht, umschloss aber ihre Schultern. "Dankeschön. " Meinen Kopf ließ ich gegen ihren sinken, als ich den unangenehmen Druck des geflochtenen Zopfes spürte. Es dauerte eine kleine Weile bis ich mit der linken Hand den Zopfgummi heraus gefummelt und die Haare entwirrt hatte. Dann lockerte ich sie ein wenig auf, sah im Halbdunkel das glitzern der Augen von Verena deren Gesicht ein Lächeln zeigte. Irgendwas von "mal ein Kerl der versteht wie nervig lange Haare sein können" murmelte sie, bevor ihr Kopf wieder in mein einziges Kissen fiel.

      Verena
      "Bitte, bitte", sagte ich noch, ehe ich anfügte: "Also kommt natürlich drauf an, ob du dir was von einer Frau sagen lässt. Sonst bringt das Training nichts." Kurz lachte ich, ehe er anfing in seinen Haaren herumzufummeln. "Wieso hast du die eigentlich so lang?", fragte ich dann und lenkte irgendwie vom eigentlichen Thema ab, ehe ich noch etwas murmelte was die Länge seiner Haare betraf und schließlich wieder ins Kissen sank. Eine meiner Hände fuhr jedoch auf seiner Brust auf und ab und streichelte ihn da sanft, wähend ich ein Lächeln auf dem Gesicht hatte.

      Svejn
      "Als echter Metalhead hab ich mit 13 angefangen meine Haare lang wachsen zu lassen, habs dann nicht geändert als ich weniger auf Festivals unterwegs war. Beim Turnen bin ich mit den Zöpfen dann aufgefallen, damals hat mir das natürlich gefallen. Talisa bin ich nur wegen der langen Haare aufgefallen. Allerdings hat das ganze auch religiöse Gründe, die Wikinger haben ihre Haare ebenfalls lang getragen, oftmals auch kunstvoll geflochten, da ich mich mit zum Asatru zähle, was soviel wie "Asenglaube" bedeutet trage ich sie auch deswegen lang. Vor knapp einem Jahr hab ich mir dann den ersten Sidecut geschnitten um ich am Kopf tattoowieren zu lassen und vor zwei Monaten habe ich mit der anderen Seite nachgezogen und mir dort ebenfalls einen Raben tattoowieren lassen. Jetzt trage ich Hugin und Munin stets bei mir." Ich hoffte einfach ich würde sie damit nicht langweilen, wie es bei Talisa manchmal der Fall gewesen war. Sie hatte meine Faszination nicht verstehen können.

      Verena
      Ich hörte ihm aufmerksam zu und nickte ein paar Mal. "Wow, das klingt echt spannend!", meinte ich ehrlich begeistert und ließ meine Hand auf seiner Brust ruhen. "Kannst du mir noch mehr über deinen Glauben erzählen?", fragte ich ihn interessiert und fuhr dann weiter mit meiner Hand über seine Brust. Sein Glaube interessierte mich wirklich. Dass wir schon fast 1 Uhr nachts hatten, wäre mir nicht aufgefallen, hätte er sich nicht zu mir gedreht und ich so einen Blick über ihn werfen können. Kurz zog ich die Augenbrauen zusammen, lächelte ihn dann jedoch wieder freundlich an. Morgen würde ich nicht mit einem Kater aufwachen, sondern einfach nur müde. Das war dann auch nur halb so schlimm.

      Svejn
      "Nach Ansicht vieler Asatru Gläubiger wird die Welt durch zwei wesensverschiedene Urkräfte geprägt, die erbauenden Kräfte der Æsir, und die zerstörerischen Kräfte, die wir als Riesen bezeichnen. Asatru oder manchmal Heidentum oder Paganismus genannt besteht im Grunde nur darin, diese Zweiteilung zu erkennen und sich für die Seite der Æsir zu entscheiden. Natürlich sind da unter den nordischen Götter auch noch die Wanen, Skadi ist eine v0n ihnen, eine Art Eisgöttin. Odin ist der Allvater, Thor sein Sohn, mit seinem Hammer Mjölnir befehligt er die Gestade des Himmels. Um den Menschen das Wissen um die Runen zu geben und selbst zur Weisheit zu gelangen gab er sein Auge hin, hing sich sogar tagelang in die Weltenesche Yggrasil. Auf den Ästen des Baumes leben wir, unsere menschliche Welt nennt sich Mitgard und die der Götter Asgard, ingesamt existieren neun Welten. Okay, das könnte noch tagelang so weiter gehen. Wichtig ist dabei, wir wollen nicht den Wikingern nacheifern, aber vieles basiert auf ihrer Mythologie, aber jeder muss seine eigenen Lehren dazu ziehen. Für mich gibt es neun Grundfeste, wie es auch neun Welten gibt. Stets den Mut zu haben die Wahrheit zu sprechen, Vertrauen in die eigenen Taten und auch die anderer haben,Treue und Disziplin. Eine Art Beharrhlichkeit im Leben zu bewahren, den Fleiß seinen Weg zu gehen um das Ziel einmal zu erreichen. Ehre, die jeder anders auslegt. Und dann ist da eine Grundfeste der ich besonders gern nach gehe, der Gastfreundlichkeit." Dabei griff ich sanft nach der Hand auf meiner Brust, küsste ihren Hinterkopf und zog die Decke etwas mehr zu uns heran.

      Verena
      Gespannt hörte ich ihm zu. "Und was ist wenn mein sich nicht für die Seite der Æsir entscheidet? Ist man dann kein guter Mensch?", war meine wohl einzige Frage, da ich über den Rest nochmal nachdenken musste.
      Als er meine Hand drückte und meinen Hinterkopf küsste, lächelte ich kurz. "Begrüßt du denn alle deine Gäste so umfangreich?", fragte ich dann und fing an zu kichern. Wenn dem so sei, war das dann doch etwas zu viel des Guten, auch wenn ich glaubte, dass er nicht alle seine Gäste so begrüßte.

      Svejn
      Ein leises Lachen kam mir über die Lippen "Das ist eine berechtigte Frage." danach herrschte Stille in denen jeder seinen Gedanken nach hing. "Eine wirklich gute Frage, ich folge nicht ganz diesem Weg oder dieser Ansicht. Ich müsste meine eigenen christlichen Eltern hassen bzw. nicht hassen aber davon denken das sie den falschen Weg gewählt haben. Dabei sind alle anderen die nicht den Asatru Pfad wählten nur auf der Suche ihren ganz eigenen Weg zu finden, vielleicht werden sie ihn in einer anderen Wahrheit finden als ich selbst, andere werden ihn niemals finden. Allerdings geht es dabei auch um die Zweiteilung im Asatru selbst, die Riesen sind eine zerstörerische Kraft. Man sagt sollten sie sich jemals wieder erheben wird es dem Fenriswolf gelingen seine Fesseln zu sprengen und anschließend beginnt die Ragnarök, die Götterdämmerung. Doch es ist auch möglich unter den Æsir das Chaos zu verehren, denn Loki ist ein Trickster, er trägt nicht umsonst den Namen der Listenreiche. Und nein, nicht alle meine Gäste begrüße ich so umfangreich. Vor gestern ist es auf diese Weise auch noch nicht geschehen, ich hatte eine Freundin, wir hatten vor gehabt zu heiraten."

      Verena
      Erneut lauschte ich seinen Worten geduldig, ab und zu unterbrach ich ihn und hakte nach. So zum Beispiel, ob der Fenriswolf ein echter Wolf war oder ob Riesen wirklich Riesen waren, so wie im Anime Attack on Titan. "Das ist alles so verwirrend, und doch hängt es komplett zusammen. Ohne das Eine, kann das Andere nicht sein...", schlussfolgerte ich, ehe er den Satz mit dem Heiraten sagte. "Oh... das ist.. tut mir Leid..", murmelte ich, weil ich nicht wusste, was ich hätte sonst sagen sollen.

      Svejn
      Wieder konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen, weil sie so betreten klang. "Talisa und mich hat schon längst nichts mehr verbunden, ich habe sie vor zwei Jahren gefragt, doch sie wollte erst ihr Masterstudium beenden. Dafür ging sie nach Edinburgh, die Fernbeziehung hat uns im Grunde nur noch weiter voneinander entfernt. Ich bin dann hier nach Schottland gezogen, in ihre Wohnung. Talisa besaß nicht den Mut die Wahrheit zu sprechen, sie schrieb mir eine Nachricht sie wolle mit mir reden, da habe ich sie im Bett mit diesem rothaarigen Schotten ertappt - es war kalkuliert, das war der Verrat der mich endgültig fliegen lehrte. Ich habe meine Ketten gesprengt, bin gegangen und habe seitdem nicht zurück geblickt. Ich fühle mich freier als an jedem Tag in meiner Beziehung mit ihr, hätte ich die Pferde nicht würde ich wohl durch die Gegend reisen und von verschiedenen Leuten lernen."

      Verena
      Ich hörte ihm zu- schon wieder. Heute Abend war er redseliger als den Tag davor, was ich jedoch viel besser fand als betretenes Schweigen. "Na gut.. alles hat seine vor und Nachteile, was?", sagte ich und gähnte kurz. "Sollen wir nicht mal schlafen? Morgen haben wir viel Arbeit vor uns..", sagte ich und all meine Gedanken an Sex waren verflogen. Ich war nun wirklich wahnsinnig müde und wollte nichts lieber, als einfach zu schlafen. Hoffentlich sah er das genauso. Spätestens als ich erneut gähnte, sah er mich grinsend an und nickte kurz.

      Svejn
      Der Schlaf stellte sich zumindest in meinem Falle schnell ein, wobei ich zu meinem Ärger erwachte als das erste Licht in den Raum fiel. Auf dem kleinen Tisch neben dem Bett suchte ich nach meinem Handy - 6.35 Uhr. Wenig begeistert legte ich es wieder ab, unterdrücke nur ein leisen Stöhnen, da ich einfach noch immer unendlich müde war. Verena träumte noch den Schlaf der seeligen, langsam schob ich mich aus dem Bett, rannte auf kalten Füßen hinüber zum Schreibtisch und schrieb eine kurze Nachricht, damit sie nicht erschrak wenn ich weg war.
      "Hey Rena,
      wegen mangelndem Essebarem im Haus schnell beim Bäcker - Frühstück besorgen."
      Warum ich Rena geschrieben hatte wusste ich nicht, allerding fand ich den Namen passender als Veni. Ich zuckte die Schultern, zog meine Klamotten in der Küche an und legte den Zettel auf die leere Seite des Bettes. Draußen zögerte ich nicht lang, holte mir den Rappen Ameno von der Koppel, putzte fix ein wenig über seinen etwa schlammigen Rücken und machte mich mit dem Hengst reitend auf den Weg zum Bäcker am anderen Ende der Kleinstadt - er sollte sowieso trainiert werden und tägliche Bewegung war pflicht, wieso nicht für meine Zwecke nutzten?

      Verena
      Nachdem er nichts mehr geantwortete hatte, drehte ich mich von ihm weg, schob mich aber in der Nacht irgendwann wieder an ihn ran, da mir chronisch kalt war und ich es liebte, gewärmt zu werden. Nach einer meiner Meinung nach viel zu kurzen Nacht wachte ich auf und fand einen leeren Platz neben mir vor. Kurz schreckte ich auf, ehe ich den Zettel sah. "Rena? Sein Ernst?!", fluchte ich und stand dann auf, um sein Bad in Anspruch zu nehmen. Frisch geduscht und mit neuen Klamotten verließ ich es wieder und traf Svejn dann endlich wieder an. "Jetzt bin ich aber gespannt, was du besorgt hast", sagte ich lachend und fühlte mich schon richtig mies, weil ich ihm hier die ganze Zeit auf der Tasche hing. Jedoch wusste ich gerade nicht, wie ich das wieder gut machen sollte, weshalb ich den Gedanken vorerst zur Seite schob.

      Svejn
      Nach dem schnellen Ritt stellte ich Ameno zurück auf den Paddock, stellte ihm Futter parat und verschwand mit Brötchen im Haus. Dort hörte ich die Dusche, machte also wieder Milch heiß um Kakao zu machen. "Ich hätte hier Kartoffelbrötchen, Croissants und zum Nachtisch Shortbread. Außerdem heißen Kakao....im Bett oder am Tisch? " Dabei handelte es sich jedoch nur um einen Stehtisch.

      Verena
      Ich schaute mir die Auswahl genau an. "Ich nehm Kartoffelbrötchen und Shortbread, was auch immer das für Sachen sind", gestand ich ihm lachend und kratzte mich fragend am Kopf. "Und Kakao... am Tisch", fügte ich jetzt doch wirklich lachend bei, ehe ich mir eine der Tassen schnappte und daran nippte. Dann reichte er mir eines der Kartoffelbrötchen rüber.

      Svejn
      "Kartoffelbrötchen sind einfach aus Kartoffelmehl gemacht und Shortbread eine Art süßes Brot...ist ne Spezialität hier in Schottland. Schmeckt ziemlich gut, nur zu viel davon und mir word schlecht. " Gemeinsam frühstückten wir am Tisch, besprachen was wir als erstes tun würden und sie stellte mir weiterhin bohrende Fragen zu meinem Glauben. Zumindest wusste ich so das ihr Interesse nicht gespielt war.

      Verena
      "Achso", sagte ich noch und biss in eines der Brötchen. "Ja oke, die schmecken gut", lobte ich die schottische Kost, nachdem ich auch das Shortbread gekostet hatte. "Also fangen wir heute mit Braum an?", fragte ich ihn und wir unterhielten uns eine Weile über den Hengst, wie wir was mit ihm machen wollten. "Also ich würde vorschlagen je nachdem wie weit du schon bist wird er gesattelt und ordentlich longiert... oder hatte er noch keinen Sattel drauf?", fragte ich ihn dann und nippte weiter an meinem Kakao.

      Svejn
      "Longiere ihn schon seit einem guten halben Jahr mit Sattel und auch oft mit Trense, wobei wir eher gebisslos unterwegs waren bisher. Viel vom Boden aus habe ich ebenfalls gemacht, wenn er auf dem Boden lag oder sitzt kann ich mich auch bereits etwas drauf lehnen oder gegen lehnen. Richtig geritten ist ihn niemand, außerdem habe ich zu wenig Ahnung vom Westernstil als das ich ihn dort ausbilden kann. Wahrscheinlich wird er bei mir zweigleisig fahren. Denke nicht das ich ihn kören lassen könnte, wer will so einen wilden Mix als Stammvater, aber er ist so liebevoll, habs nicht über das Herz gebracht ihn zu Kastrieren." Ich dachte an die letzten zwei Jahre mit Braum, musste lächeln denn eigentlich hatte ich damals nach etwas anderem geschaut - ein ausgebildetes hatte es werden sollen. Mein Herz jedoch war an dem knapp zweijährigen hängen ggeblieben. Ich bereute diesen Schritt bisher in keinster Weise.

      Verena
      "Soll ich dir mal einen guten Tipp geben? Behandel dein Pferd nicht wie eine Prinzessin", sagte ich lachend und boxte ihm gegen die Schulter. "Sobald meine Jungpferde den Sattel kennen kommen die in den Round Pen und ich Steig auf.", erklärte ich ihm dann und erzählte ihm wie einfach das klappte und wie viele Pferde ich so schon eingeritten hatte.
      Zu seiner Aussage mit dem Kören riet ich ihn nur es zu versuchen, es war schließlich Werbung für ihn. Schnell aß ich fertig und blickte ihn dann wieder an. "Sollen wir?"

      Svejn
      "Er ist mein erstes eigenes, außerdem hab ich mit dem Training von Pferden nicht so viel Erfahrung, viel mache ich eeinfach nur aus dem Gefühl heraus." versuche ich mich heraus zu reden, muss dann jedoch gestehen das sie ja nicht unrecht hatte. "Eigentlich habe ich noch eine Menge zu lernen auf dem Gebiet, deswegen nicht hauptberuflich als Trainer." Auch ich trank den letzten Rest des Kakaos aus, dann pellten wir uns beide an um hinaus in den Tag zu starten. "Wie willst du das mit Zues und dem Hänger gestalten? "

      Verena
      Ich schüttelte nur lachend den Kopf und ging dann in Richtung Tür, um meine Jacke anzuziehen. Aufräumen konnten wir später. "Noch gar nicht", antwortete ich ihm wegen Zues. "Der darf noch ne Weile stehen", erklärte ich Schulterzuckend und ging dann nach draußen. Es war wirklich kalt geworden, jedoch nichts im Vergleich zu Kanada.

      Svejn
      Etwas verwirrt zog ich die Augenbrauen zusammen. War nicht für den morgigen Tag ihre Abreise geplant gewesen? Wollte sie noch bleiben,wenn Zues noch "eine Weile stehen darf". Es würde mich nicht stören,warf nur meinen Plan etwas durcheinander ganz davon abgesehen das ich mich morgen wieder in den Kilt werfen durfte um Führungen zu organisieren. Ich beschloss sie dahingehend noch auszuhorchen. Schneidende Kälte fuhr mir ins Gesicht, lies mir fast augenblicklich die Nasenhaare gefrieren. Die Hälfte vom Schnee jedoch war schon wieder einer Regenpfütze gewichen,Matsch erschwerte das Gehen. "Man sollte doch meinen bei der Temperatur die herrscht ist der Nebel mal nicht da!" murmelte ich zu leise als das Verena es hören konnte. Am Paddock angekommen erwarteten uns zwei Schmutzbären , ich lachte auf "Na immerhin ist Braum größer,sonst wäre schwer erkennbar welchen wir reiten wollen."

      Verena
      Ich zuckte kurz mit den Schultern, als er mich so fragend an sah und band mir schnell meine Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen, was ich sofort bereute, denn der eizige Wind peitschte mir ins Gesicht und Nebel erschwerte mir die Sicht. "Ganz schön ungemütlich, dein geliebtes Schottland", sagte ich kurz und blickte dann zu den Pferden. "Ja..", lachte ich. "Das ist war... Holst du ihn?"

      unbekannt | Ravenna & Veija
    • Canyon
      ▲▽▲
      Gips Reminder Ranch

      Neuankömmlinge
      Ich stand, wütend schlug ich mit der Hand gegen mein Lenkrad – hatte die Batterie wieder den Geist aufgegeben? Ich öffnete die Motorhaube, doch der Blick hinein sagte mir nicht viel, von Autos hatte ich mich mein ganzes Leben fern gehalten. Sobald sie rollten machten sie mich glücklich, ich wusste nicht mal mit Gewissheit welche Karre ich eigentlich fuhr. Jetzt wünschte ich mir allerdings mich mal mehr damit beschäftigt zu haben. Da auch mein Handy keinen Empfand hier hatte konnte ich nicht einmal Mr. McConnor anrufen damit er mich abschleppen konnte. Zumindest hatte ich den Wagen noch an den Straßenrand rollen können als der Motor versagt hatte, allerdings stand der Hänger halb auf der Straße. Seufzend machte ich die Tür auf, lud beide Hengste aus und stand da, es waren noch knapp 8 Kilometer bis zum Hof. Ich ließ die beiden am Straßenrand ein wenig grasen, stellte mein Warndreieck auf, schrieb eine kurze Notiz für Leute die vorbei kommen würden. Da mir nicht mehr übrig blieb kramte ich aus dem Hänger die Trense des breiteren Hengstes der den Namen Club can´t handle me trug, der mir als sehr gelassen beschrieben worden war. Mit geschickten Handgriffen konnte ich den Hengst trensen, schwang mich auf den Rücken und nahm Monster Delusion als Handpferd mit – mit diesem Anblick folgte ich der Straße in der Hoffnung auf jemanden zu treffen der vielleicht Starthilfe geben konnte. Die ganze Strecke hier war allerdings nicht sonderlich befahren weshalb der erste Ritt auf Club anders verlief als zunächst gedacht. Mein Glück war das er vollkommen gelassen war, sich nicht von Monster beeindrucken ließ und für mich eine Option ihn vielleicht zu Ameno stellen zu können. Dann müsste der Rapphengst nicht länger allein stehen, wobei allein nicht ganz die richtige Bezeichnung war – er hatte die Rinder. Gelassen am langen Zügel zuckelten wir vor uns her „Na wir geben vielleicht ein beschauliches Team ab!“ Wie von mir vermutet dauerte es eine ganze Weile bis uns jemand entgegen kam – leider brauste das Auto an uns vorbei – Idioten! Am Hof angekommen konnte ich die beiden Neuankömmlinge erst einmal in ihrem Anteil unter bringen, bevor ich alle zusammen stellte sollten sie sich etwas an die Umgebung gewöhnen. In den nächsten Stunden brachten wir den Hänger mit dem großen Traktor zum Hof, anschließend meinen Wagen zur Werkstatt. Die Hiobsbotschaft – schrott, das ziehen des Hängers war für den alten Wagen zu viel gewesen. Also ging es mit dem Traktor und einem leeren Anhänger zurück zum Hof. Wütend machte ich mich an meine Arbeit – ein Zaun musste erneuert werden und die Paddocks abgeäppelt. Verena hatte mir Stormi zum Training hier gelassen auch da Moon und er sich so gut verstanden, die beiden Connemarahengste standen gemeinsam mit Bucks und Braum auf einem Areal. Moon konnte ich einfach nicht verkaufen, also besaß ich nun drei Pferde um die ich mich zu kümmern hatte. Während ich den Zaun reparierte ließ ich Monster Delusion und Club auf den Paddock von Ameno, wie erwartet jagte der Rapphengst Monster quer über den Paddock, der breitere Club setzte einmal zum Tritt aus um ihn sich aus dem Weg zu schaffen, bald ließ Ameno von ihm ab. Zumindest hier klappte das Leben, am Halfter führte ich Monster dann zu den anderen vier, wo der schöne DRP Hengst besser hinein passte. Eine Weile blieb ich auf dem Paddock, schwang mich auf den Rücken von Stormi und genoss das ruhige Atmen des Hengstes. Meine Gedanken kreisten umher – waren 4 Trainingspferde nicht etwas viel? Dazu noch 3 eigene Pferde? Jetzt war mein Wagen kaputt, langsam kam ich ziemlich ins Schwimmen mit meinem Geld. Trotzdem verdiente ich eine ziemliche Stange an Geld für das Trainieren der Pferde, aber ein Wagen musste her – wie sollte ich auf Turniere kommen? Da alles Jammern nichts half, schwang ich mich wieder hinunter, nahm meine Handschuhe aus der Tasche und machte mich daran die beiden Paddock zu säubern, danach machte ich mich an die Fütterung, für heute Abend stand noch eine weitere Führung im Museum an – dabei musste ich auf den Bus vertrauen. Am Abend kam ich etwas abgekämpft aus meinem zweiten Job, machte eine weitere Runde über den Platz, irgendwie musste etwas anderes her...ein Wagen, ein anderer Ort für die Pferde. Die Litzen waren nicht gerade allzu sicher, aber Holzzäune lohnten nicht schließlich hatte ich nicht vor hier ewig zu bleiben. Jetzt saß ich vor der Anzeige des Hauses plus Hof der Familie McAlistair auf der Isle of Mull. Verena hatte gesagt ich könnte dem Hof neues Leben ein hauchen, aber wollte ich mein Leben hier bei Inverness wirklich aufgeben? Allerdings besah ich mir einige andere Grundstücke hier in der Nähe, die ausreichend sein würden für meine Verhältnisse. Vielleicht sollte ich mich demnächst mal mit der Bank in Kontakt setzten, oder aber mit meiner Familie vor der ich mich die letzten Jahre fern gehalten hatte. Nicht das ich sie nicht mochte, aber über die Jahre hatten wir uns entfremdet. Ich war ziemlich früh freiwillig auf ein Internat um im Turnen auf lange Zeit Erfolg zu haben – dann war ich quer durch Deutschland und Europa gereist bis zu dem Tag meines Unfalls. Die Genesungsphase hatte ich zu Hause verbracht und gehasst – ich war es nicht gewohnt unter dem Dach meiner Eltern zu wohnen, die Fürsorge meiner Mutter hatte mich schier erdrückt. Noch nicht komplett genesen war ich gegangen, hielt seither nur Kontakt über das Telefon. Ich wusste das auf einem Konto meiner Eltern für mich genug Geld schlummerte, um den Traum eigenes Grundstück zu verwirklichen.

      unbekannt | Ravenna
      Erstes Treffen
      Von meiner Schicht im Museum schaute ich noch bei dem Mittelaltermarkt vorbei, dort hatte ich in dieser Stadt doch tatsächlich jemanden gefunden den ich von früher kannte. Madleyn hatte zusammen mit mir das Internat besucht, bis sich unsere Wege von den Sportarten her getrennt hatten. Im Grunde hatte mich nur die Faszination auf den Markt getrieben, die Bogenschützen hatten es mich besonders angetan – darunter aber auch der breite Braune namens Thjalfe. Jeden seiner Reiter trug der Hengst sicher an den Zielscheiben vorbei. Dort schließlich hatte ich dann die schmale Schützin gesehen, jedoch war sie es gewesen die mich zuerst erkannt hatte. Heute hatten wir uns verabredet – ich durfte mich auch einmal an den Zielscheiben auf Thjalfe versuchen. Ursprünglich war er Madleyns Pferd gewesen, das war noch immer der Fall aber er würde wohl in nächster Zeit den Besitzer wechseln. In der Gruppe der Showpferde kamen immer mehr Stuten dazu, was es schwierig machte den Hengst einigermaßen Artgerecht zu halten. Zwar war er nicht sonderlich hengstig oder aggressiv den anderen gegenüber, allerdings sollte vermieden werden das er die Stuten deckte. Eine Kastration kam für Madleyn nicht in den Sinn, da sie zu sehr Angst hatte das sich sein Verhalten änderte. Es fiel ihr schwer ihr zu verkaufen, insgeheim hatte ich ein Auge auf ihn geworfen. Zwar hatte ich bereits Bucks und Braum, aber ein solches Pferd war schon immer mein Traum gewesen. Thjalfe wurde auch als Pferd zum Tjosten genutzt, für diese Art von Sport schlug mein Wikingerherz natürlich besonders, wobei auch das Bogenschießen vom Pferd aus nicht allzu einfach war. Bevor ich aus dem Auto stieg schälte ich mich aus dem Kilt, zog mir eine Hose an und stieg dann aus dem Mietwagen da mein eigener im Arsch war. Eigentlich sollte ich auf dem Weg nach Hause sein, die Trainingspferde machen, doch der gefrorene Boden machte es nicht einfach mit ihnen zu arbeiten. Auf der anderen Seite hatte ich einfach keine Lust mehr, nicht auf die Pferde, nicht auf den Hof mir ging irgendwie alles gegen den Strich. Am liebsten wollte ich meine Sachen packen, meine eigenen Pferde nehmen und auf Reisen gehen – wie ich es schon immer wollte, trotzdem nie getan hatte. Mit Thjalfe könnte ich diesen Schritt sogar wagen, Braum als Handpferd doch was sollte in dieser Zeit mit Bucks passieren?

      Mit Madlyn machte ich den Hengst fertig, freute mich über sein ruhiges Gemüt. Auf dem Platz machten wir uns gemeinsam etwas bekannt, dann drückte mir Madlyn den Sarazenenbbogen in die Hand – ich war wahnsinnig gespannt ob ich überhaupt eine der Scheiben treffen würde. Natürlich traf ich keine einzige der Scheiben, aber dafür hatte ich umso mehr Spaß an dem Reiten von Thjalfe. „Nicht schlecht für den Anfang, der eine Pfeil hat sogar fast getroffen.“ nahm mich einer der umstehenden Männer auf den Arm, sein Name war Piotr, der in Polen zu der Gruppe getreten war. Im Grunde bestand der ganze Mittelaltermarkt aus Leuten verschiedenster Herkunft, die sich mit den Shows über Wasser hielten. Ich grinste dem Typen zu „Dann muss ich öfter kommen, dann lerne ich vielleicht“ Piotr trat näher hielt Thjalfe am Zügel als ich mich aus dem Sattel kreppelte. Dem Bier musste ich allerdings absagen – mit dem Auto musste ich schließlich noch nach Inverness. Als ich am Hof ankam, versorgte ich noch die Pferde, kuschelte eine ganze Weile mit Bucks, den Wallach konnte ich mittlerweile ohne Probleme anfassen. Gemeinsam mit Braum konnte ich sogar spazieren gehen, in den beiden hatte ich ein tolles Ponypaar. Braum gab dem blinden Bucks die Sicherheit die er benötigte, so hatte ich mit dem Rappschecken auch schon begonnen zu longieren – sogar am langen Zügel konnte ich beide gemeinsam führen. Bucks kam langsam aus sich heraus, auch Verena freute sich immer über Updates zu dem kleinen Rappschecken. Sie kannte ihn noch aus der Zeit da er sich von niemandem anfassen lassen hat.
      Am Abend schrieb ich noch eine ganze Weile mit Madlyn, sie würden wohl in zwei Wochen wieder aufbrechen, bis dahin bestand also noch eine Deadline – würde ich Thjalfe kaufen oder nicht?

      unbekannt | Ravenna
    • Canyon
      ▲▽▲
      Gips Reminder Ranch

      It's never easy to say goodbye
      Svejn
      Mit Anstrengungen hievte ich die Schubkarre auf den mittlerweile riesigen Haufen an Pferdeäppeln,langsam musste ich mir Gedanken darüber machen wohin mit dem Zeug. Trotzdem würde ich die nächsten Tagewohl nicht dazu kommen, Verena hatte sich angekündigt. Ihr Stormi war seit dem letzten Besuch bei mir, viel Zeit für Training war im Grunde nicht gewesen,aber seine Ausdauer auf Distanzen konnte ich allem zum Trotz steigern. “Svejn?“ Fast ein wenig erschrocken drehte ich mich um,mit halb ertapptem Blick sah ich dem Hausherren entgegen. “Alisdair?“ Der rothaarige Hüne blieb vor mir stehen,die Hände auf seinem angesetzten Bauch “Hast du Argeirr gesehen? Der Trottel istschon wieder weg gelaufen!“ Argeirr, eigentlich sollte der Hund den Hof bewachen,allerdings sah das der Schäferhundvollkommen anders. Viel lieber streunte er durch die Gegend, verletzte sich oder spielte meinen Schatten. Ich wusste ganz genau das er in der Futterkammer lag,dorthatte ich meine Arbeitsjacke hin gehangen. Der dunke Rüde legte sich nur zu gern auf Sachen von mir. “Wahrscheinlich in der Futterkammer.Daliegt er momentan sehr oft.“ Der Hausherr kratze sich am Kopf, schüttelte ihn “Dann lass ich ihn da einfach!“ Damit stiefelte er über den Hof davon. Ich selbst brachte dieKarre weg, dann kümmerte ich mich um Thjalfe da ich nun doch beschlossen hatte ihn zu kaufen. Am späten Nachmittag würde ich Verena aus Edinburgh abholen. Für diesen Besuch hatte ich mir mittlerweile ein Gästebuch besorgt,vielleicht hatte sie endlich mit diesem Caleb zusammen gefunden. Bevor ich unter die Dusche sprang machte ich einen Besuch bei Moon,trotz Mineralien und Futter wirkte er immer eingefallener. Erst vor einer Woche hatte er eine Kolik gehabt,sonst schien es ihm etwas besser zu gehen. Der graue Stormi stand wie sein Wächter an seiner Seite, entspannt obwohl er im Training immer kaum zu halten war. Ob er wohl ahnte das es mit dem Braunen Freund langsam zu Ende ging? Schon längst hob Moon nicht mehr Neugierig den Kopf, seine Augen stumpf. Ich zückte mein Handy schoss ein Foto von der Szenerie und schickte es an Verena.
      *Langsam glaube ich das auch Pferde trauern. Es steht ein Schmerz in seinen Augen der mit jedem Tag greifbarer wird.*
      Er schien Sarah zu vermissen..ich klopfte ihm auf die Schulter. “Es gab Zeiten da die Pferde zusammen mit ihren Herren beerdigt wurden. Hast du für dich diese Entscheidung getroffen? Willst du in der Anderswelt wieder bei deiner Herrin weilen?“ Ganz als habe der Hengst verstanden hob er den Kopf leicht an,brummelte leise,heiser und sah mich beinahe wissend an. Ein kühler Schauer ran meinen Nacken hinab. Bemerkenswert dieses Pferd. Damit stellte ich mich unter die Dusche um Verena vom Bahnhof abzuholen.

      Verena
      aus Lous Sicht/Pflegi von Zues, Ein Abschied zu viel
      [...]Just in diesem Moment rollte der Geländewagen von Verenas Hof auf den Platz und Caleb stieg aus. "Was macht ihr da mit ihm?", fragte er misstrauisch und verzog das Gesicht, ehe ihm anscheinend einiges klar wurde. "Aha, jetzt verstehe ich auch, warum er heute morgen nicht auf die Koppel durfte.", sagte Caleb bissig und starrte Verena an. "Du gibst ihn also doch weg." Er schnaubte verächtlich. "Caleb!", ermahnte ich ihn und er zuckte die Schultern. "Es überrascht mich kaum. Hab dir ja von Anfang an gesagt, dass du deine Zeit verschwendest. Weder du noch er bringen es." - "Caleb!", fauchte ich und holte Luft, doch Verena unterbrach uns, wenn auch nicht mit Worten. Ich sah ihre glasigen, feuchten Augen, wartete nur darauf, dass sie zu weinen begann. Doch als sie plötzlich zuckte und nahezu im selben Augenblick ihre flache Hand auf Calebs Wange klatschte, sah ich sie fassungslos an. Auch der verachtende Gesichtsausdruck des jungen Mannes war Entsetzten gewichen. Mit einer Ruhe in der Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte starrte sie ihn an und zischte leise. "Verschwinde Caleb." Er stutzte und blickte sie nur an. "Schnapp dir deine Sachen und mach, dass du hier weg kommst!" Nun wurde ihre Stimme lauter und seine Starre wich der Verärgerung. Ohne ein Wort machte er kehrt und verschwand. Ich sah geschockt zu Verena und sie sah hilflos zu mir. Von einem Augenblick auf den anderen war alle Wut in ihrem Gesicht verschwunden und eine Träne lief über ihre Wange. Stumm nahm ich sie in die Arme und hörte ein leises Schluchzen. "Das wollte ich nicht.", murmelte ich leise und sah bedrückt der Staubwolke hinterher, welche Caleb mit dem Wagen vom Hof weg mit sich zog.[...]

      Ein paar Tage waren nun vergangen, seit Caleb und Zues den Hof verlassen hatten. Caleb reagierte weder auf Anrufe, noch auf Nachrichten, noch auf sonst irgendwas. Er war wie vom Erdboden verschwunden. “Alexis übernimmst du hier alles, ich fliege nochmal zu Svejn, Stormi abholen”, erklärte ich Alexis, die nun die Chefin hier auf dem Hof war. Eigentlich würde Caleb dies übernehmen, aber er war ja weg…
      “Klar, mache ich.. wie lange bleibst du denn dieses Mal weg?” “Ich weiß es nicht.. versuch du aber bitte Caleb zu erreichen und ihm zu sagen, dass es mir Leid tut. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist.. wir brauchen ihn hier..”, erklärte ich niedergeschlagen und ließ meinen Koffer die Treppe herunterkullern. Viel konnte nicht passieren, es waren nur Klamotten darin. “Fährst du mich schnell zum Flughafen?”, fragte ich Alexis dann und schneller als gedacht waren wir am Flughafen. Ich räumte mein Gepäck auf das Band und wartete, bis ich im Flieger Platz nehmen konnte. Wirklich rasch kam ich dann auch in Edinburgh an, wo ich auch wieder auf mein Handy schaute und ein Bild von Svejn bekommen hatte. “Oh…”, murmelte ich leise, ehe ich meinen Koffer schnappte und mich nach dem jungen Mann umsah. Sogleich entdeckte ich ihn auch. Langsam ging ich auf ihn zu, ehe ich unmerklich immer langsamer wurde. Wie sollte ich ihn begrüßen? Was sollte ich sagen? Wie würde er reagieren? Doch die Entscheidung wurde mir von ihm abgenommen.

      Svejn
      “Ich dachte das Pappschild mit deinem Namen kann ich mir sparen, bei der Frisur erkennt mich wohl jeder auf 20 Meter?” fragte ich die blonde Frau, die nun schon zum zweiten Mal auf meinem “Hof” weilen würde. Mit Stormi würde sie zurück kehren, ein weiterer Schritt für meine Pläne war gelegt.Noch stand überhaupt nichts fest, aber ich wollte nicht auf ewig in Schottland bleiben. Reisen mit den Pferden, danach stand mir schon viel eher der Sinn. Die restlichen Trainingspferde würde ich aufgeben, Bucks, Braum und Thjalfe würden mich auf diesen Reisen begleiten. Allerdings gab es trotzdem die Sorge ob ein blindes Pferd, ehemals verhaltensauffällig wirklich geeignet war um eine solche Reise zu unternehmen. Ich klopfte Verena freundschaftlich auf die Schulter, nahm ihr den Koffer aus der Hand. Es würden ein paar spannende Tage werden, wenn wir zusammen Braum einritten.

      Verena
      Ich lachte. “Wäre ich ein paar Tage später gekommen, hättest du mich auf 100 Meter erkennen können”, erklärte ich ihm und sah seinen fragenden Blick. “Ich färb mir in den nächsten Tagen meine Haare regenbogenfarben.. vielleicht ja hier in Schottland?”, erklärte ich ihm, zuckte dennoch kurz zusammen, als er mir auf die Schulter klopfte. Zögernd schenkte ich ihm ein lächeln, ehe er mir meinen Koffer abnahm. “Musst du zwar nicht, aber danke”, sagte ich lachend, ehe ich ihm eine Tüte unter die Nase hielt. “Guck mal, ich hab Vodka mitgebracht.. besser als Whisky”, fügte ich lachend bei und ging durch die Tür, die er mir aufhielt, nach draußen, wo ich mir sogleich meinen Kragen etwas höher zog. Hier fegte ein sehr kalter Wind.

      Svejn
      Ich verzog mein Gesicht, zog die Augenbraue skeptisch nach oben. “Vodka? Ganz so trinkfest wie ein Russe bin ich bei dem Gesöff allerdings nicht.” Dann erinnerte ich mich an ihre Aussage mit ihren Haaren. Mit wenigen eiligen Schitten holte ich zu ihr auf, nachdem ich auch ein älteres Paar durch die Tür gelassen hatte. Eine Weile bewegten wir uns schweigend zu meinem gemieteten Wagen, während dieser Zeit sah ich sie von der Seite an. Regenbogen, ich konnte es mir nicht vorstellen. “So scheint jeder von uns seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen, vielleicht kann ich dir beizeiten von den meinen berichten.” Mit leicht zusammengekniffenen Augen sah Verena mich durch den Schleier ihrer Augen an, wilde Strähnen trieb ihr der Wind immer wieder in ihr Gesicht. “Schau nicht so grimmig, das gibt früher Falten!” Damit zog ich mir einen Haargummi vom Handgelenk um ihr diesen zu geben, hier hatte ich mir das angewöhnt. Schottland war kein Land in dem sich die Haare oft offen tragen ließen. “Mit dem Färben könnte ich dir ja behilflich sein, falls das wahrhaftig dein Wunsch wäre?” Am Wagen angekommen verstaute ich den Koffer hinten, klemmte mich selbst hinter das Steuer, ließ langsam den Motor an während sich Verena gewissendlich den Gurt anlegte. Es war trotz der langen Zeit irgendwie noch immer ein eigenartiges Gefühl den Beifahrer nicht zu seiner rechten zu haben, sondern links, denn man fuhr auch auf dieser Spur. Mittlerweile fiel es mir zwar leichter die alte Regel “rechts vor links” abzuändern, allerdings hing sie fest in meinem Hirn verankert - umdenken schien nicht gerade zu meinen Stärken zu gehören.

      Verena
      “Ach, das packst du schon”, kommentierte ich seine Aussage zum Vodka und blickte mich um, als er auf einmal verschwunden war. Ganz der Gentleman, nicht so wie Caleb, dachte ich mir und sah das ältere Paar durch die Tür gehen, die Svejn diesen aufhielt. Schnell schloss er wieder zu mir auf. “Du kannst Haare färben?”, fragte ich ihn lachend nachdem er mir einen Haargummi gegen meine ins Gesicht peitschenden Haare gegeben hatte.
      Er schien meine Frage wohl zu vertagen, da wir schweigend ins Auto einstiegen, nachdem ich mich verdutzt hinters Lenkrad setzten wollte. “Stimmt, England”, murmelte ich und ging auf die andere Seite. “Und wie ist es dir so ergangen in meiner Abwesenheit? Du hast mich noch ins Museum eingeladen, weißt du noch?”, quasselte ich los und vergaß meine Schüchternheit einfach. Svejn war ein Mensch mit dem man Pferde stehlen konnte, was ich bei meinem ersten Besuch zwar nicht gedacht hatte, aber so war es.

      Svejn
      “Mein Wagen hat den Geist aufgegeben, ich hab das neue Pferd gekauft, eigentlich alles ziemlich unspektakulär. Stormi macht sich gut auf den Distanzen. Meine Sorge gilt momentan ganz besonders Moon. Letzte Woche hatte er eine ziemlich heftige Kolik, von der scheint er sich nicht so richtig zu erholen. Frisst schlecht obwohl die Zähne gemacht wurden. Wüsste ich es nicht anders, dann vermute ich das er Sarah vermisst!“ Solange der Hengst in meiner Obhut war würde ich die geschmiedeten Pläne nicht zur Tat machen,aber der Tierarzt hatte keine rosige Aussicht für den Braunen gegeben. Die Straße führte uns stetig weiter aus der Stadt, Inverness stand schon an den Schildern. Je öfter ich die Strecke hinter mich brachte desto kürzer kam sie mir vor.

      Verena
      “Das klingt ja… Ziemlich durchwachsen”, schlussfolgerte ich und sah aus dem Fenster. In der Ferne sah man den Hof schon immer näher kommen. Da er nicht fragte was es bei mir so gab, ging ich einfach auf seine Aussage ein: “Das mit Stormi ist echt top, vielleicht hilft er Moon doch ein wenig über die Trauer hinweg… Ich finde Pferde können ja schon trauern..”, fing ich an und redete die ganze Zeit über Moon und Stormi, dass ich gar nicht mitbekam, dass wir schon am Hof angekommen waren. Ich schmunzelte kurz, schnallte mich dann jedoch los und stieg aus dem Wagen, um meinen Koffer zu holen. Svejn kam mir jedoch wieder zuvor, so dass mir nur die Flasche Vodka zum tragen blieb. “Ähm, danke”, sagte ich und ging hinter ihm her. Wo ich wohl dieses Mal schlafen würde?

      Svejn
      Die Tür klemmte momentan ein wenig weshalb ich mich mit der Schulter seitlich dagegen werfen musste. In dem Raum der Wohn und Schlafzimmer sowie Küche in einem war herrschte Ordnung. Das ich einfach alles in die kleine Voratskammer gestellt hatte tat schließlich nichts zur Sache. Einzig mein Bett zeugte davon das dort jemand schlief,auf dem dunkelroten Laken lag vollkommen verschlungen die schwarze Decke,das Kopfkissen schien sie begraben zu haben. Auf der gegenüber liegenden Seite stand ordentlich angerichtet die Couch für Verena. “T’schuldige aber die Bettwäsche hat meine Ex ausgesucht.“ von der Couch strahlte uns ein grelles Gelb in Kombination mit Grasgrün entgegen,mir persönlich schmerzten die Augen davon. Da ich aber nichts anderes besaß und vergessenhatte was anderes heraus zu suchen,musste ich mit dieser Beleidigung für die Augen vorlieb nehmen.

      Verena
      Belustigt schaute ich ihm zu, wie er sich gegen die Tür warf, damit sie sich öffnete. Im inneren umfing mich eine wohlige Wärme, die ich nur zu gerne begrüßte. Als er mir von dem Laken erzählte, wanderte mein Blick zur Couch und mein Grinsen wich einem schmollen. Eigentlich hatte ich gedacht, ich würde wieder in seinem Bett schlafen, schließlich war dafür ja auch der Vodka… Aber ganz ehrlich? Ich war zum arbeiten hier, für sonst nichts. Eigentlich…
      “Okay, die Bettwäsche ist echt hässlich “, sagte ich lachend und ließ mich mit Schwung auf sein Bett fallen. “Die gefällt mir viel besser”, lachte ich und sah ihn frech grinsend an.

      Svejn
      Ich ließ den Schlüssel achtlos auf den Tisch fallen, in dem guten Gewissen mich garantiert spätr NICHT daran zu erinnern. Dann drehte ich mich zu Verena um, die auf meinem Bett hockte, die Füße fast in der Luft baumelnd da sie sich an die Wand gelegt hatte. “Hässlich ist fast kein Ausdruck. Allerdings wird es wohl für ein paar Tage so gehen, im Dunkeln wirst du die Farbe ja nicht ertragen müssen.” Im Schatten ihrer Augen erkannte ich fast so etwas wie Enttäuschung. Ich kniff etwas ratlos die Augen zusammen, dachte an den mitgebrachten Vodka - ob sie wohl an eine Wiederholung der Geschehnisse vom letzten Treffen hoffte? Sie hatte gemeint sie wäre sonst nicht der Typ für solcherlei Dinge, sollte ich es riskieren? Die Fragen zerbrachen mir halb den Kopf, zugegeben war ich verwirrt. Sie wieder hier zu haben fühlte sich nicht falsch an, auch nicht sie küssen zu wollen. Dabei hegte ich jedoch keinerlei romantischer Gefühle, ich konnte klar trennen das ich sie nicht liebte. Spielte ich dann nicht nur mit ihr - wenn ich nur ihren Körper begehrte? Ich schob die Bedenken beiseite, setzte mich neben sie auf das Bett. “Sind ja auch meine Lieblingsfarben! Aber jetzt erzähl mir lieber wie es bei dir so läuft?”

      Verena
      Schmollend nickte ich. “Stimmt, im Dunkeln sieht man die Farbe nicht…”, wiederholte ich seinen Satz und fing an zu lachen, als er sich neben mich aufs Bett setzte. “Guter Geschmack…”, murmelte ich noch ehe ich die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Dann kramte ich mein Handy raus, wählte eine Nummer und gab Svejn zu verstehen, dass er kurz warten sollte. “Alexis… Hast du ihn erreicht?” … “Hm… Ja… Scheiße.. Versuch es weiter, oke?”, mit diesen Worten legte ich auf. Svejn sah mich skeptisch an und wartete auf eine Antwort. “Caleb ist abgehauen… Nachdem ich ihm eine geknallt hab”... “Warum das?”, fragte der Schwarzhaarige mich. “Ich habe Zues weggegeben.. An eine gute Freundin in Italien.. Hab ich dir ja beim letzten Mal erzählt.. Caleb war grade vom Hof als wir Zues verladen wollten doch dann kam er wieder und hat mir vorgeworfen doch alles hinzuwerfen.. Dass weder der Hengst noch ich es bringen.. Dann hab ich ihm eine gescheuert und gesagt, dass er seine Sachen packen und abhauen soll… Das Problem? Ich brauche ihn auf der Ranch wenn ich nicht da hin.”, erklärte ich ihm und stützte mich im Bett auf, ehe ich meine Ellenbogen auf meine Knie setzte und den Kopf in meine Hände legte. “So ein Arsch…”, murmelte ich noch mit wutverzerrtem Gesicht. “Aber du hättest seinen Blick sehen sollen”, meinte ich beiläufig, ehe ich den Kopf hob und ihn angrinste.

      Svejn
      “Scheint ja ein schwieriges Persönchen zu sein dein Caleb” war für den Moment das einzige was ich zu ihrer Erzählung sagen konnte. Dann erwiderte ich ihr lächeln, ging weiter nach vorn zu ihr. “Den Schlag hätte ich allerdings gern gesehen!” Verena verzog die Augenbrauen, die Stirn legte sich in Falten, trotzdem wich das Lächeln nicht von ihren Lippen. Man sah regelrecht wie ihr die Spannung von den Schultern wich, nicht vollends aber doch ein wenig. Ein Gähnen ging mir über die Lippen, ich hatte in der Nacht wenig geschlafen da wir eine Nachtführung im Museum angeboten hatten. Daryl und ich hatten sie uns geteilt, aber die zweite Hälfte hatte ich übernommen und der Gästeraum hatte nicht unbedingt das bequemste Bett für die Nacht. Ich ließ mich einfach seitlich hinter Verena fallen, schloss die Augen ein wenig und nuschelte ziemlich unverständlich in Bart und Decke “Nachtschichten sind der Horror - Müde!” Ich wollte nicht wehleidig sein, allerdings konnte ich es nutzten um Verena abzulenken, sie sollte hier nicht an Caleb denken müssen.

      Verena
      Ich seufzte. “Mein Caleb ist er schon lange nicht mehr.. Ich hoffe nur nach dieser Aktion wird er wieder für mich arbeiten…”, murmelte ich und grinste nur kurz auf seine Aussage hin, dass er den Schlag gerne gesehen hätte. “Meine Hand hat auch ganz schön weh getan”, fügte ich lachend an und sah ihm zu, wie er sich auf das Bett fallen ließ. “Ich wollte dir keine Umstände machen”, meinte ich kleinlaut und drehte mich ein bisschen, damit ich ihn ansehen konnte. “Ich schau noch kurz nach Stormi dann können wir ja schlafen”, meinte ich und sah auf die Uhr. Es war halb 9 abends, stockdunkel und kalt.

      Svejn
      Ich konnte nicht anders als ins Kissen zu seufzen. “Du kannst schlafen, ich hab in knapp zwei Stunden Schicht.” Damit stütze ich mich auf die Hände, mein Gesicht ihrem Nahe “Umstände machst du nicht!” Damit rutschte ich vom Bett, entledigte mich meiner Hose um die große Stoffbahn für den Kilt in der Mitte des Raumes auszubreiten. Von einer Seite raffte ich den Stoff mehr schlecht als Recht zusammen, zog den Gürtel unter den Stoff. Anschließend legte ich mich darauf, musste beide Seiten vor dem Bauch zusammen legen und den Gürtel möglichst eng schließen. Jetzt konnte ich aufstehen und den hinteren Teil hinunter hängen lassen. Ich wurde langsam immer schneller! Dann befestigte ich den Plaid, sowie die historische Schnalle der McLeod, das Schwert und die Pistolen waren noch im Auto. Die Bluse musste ich im Museum austauschen, die hatte ich vergessen. Traditioneller Kilt, Waffen und Pulli sah dementsprechend seltsam aus. Dann sah ich zu Verena, grinste und sah ihren faszinierenden Blick. “So kannst du mich aber nicht begleiten!”

      Verena
      “Oh man..”, murmelte ich noch, ehe ich ungewollt zusammenzuckte, als er sich aufrichtete. Er stand auf und zog sich aus, naja halb. Ich erwischte mich selbst dabei, wie ich ihm verträumt beim Umziehen zusah. Kurz schüttelte ich den Kopf und wandte den Blick ab, bis er sich einmal rund herum mit dem Kilt bedeckt hatte. “Und wie Waffen? Gibts da keine?”, warf ich lachend ein und streckte mich einmal gähnend. Das Gähnen blieb mir wortwörtlich im Hals stecken. “Wie ? Ich zieh aber keinen Rock an!”, sagte ich todernst und musterte ihn von oben bis unten. “Gibts sowas nicht als Hose? Also eine Hose mit deinem Muster?”, sagte ich dann lachend und schaute nun nicht mehr so todernst, sondern leicht panisch. Ich hasste Röcke, und ich hasste Kleider.

      Svejn
      “Also eigentlich hatte ich auf etwas mehr Begeisterung gehofft!“ stieß ich gespielt empört aus. Wir hatten eine besondere Art der Vorstellung für unsere Gäste geplant,die wir schon eine ganze Weile probten und vor zwei Tagen das erste Mal durchgeführt hatten. Dabei handelte es sich um nachgespielte Hochzeiten,Festgelage und für die Abenteuerlichen auch Jagden auf Pferden.Die Gäste meldeten sich zuvor an,bekamen historische Kleidung und wurden mitten im Spektakel ausgesetzt,sie erlebten alles mit. Meine bisherige Partnerin Jean hatte sich allerdings außer Gefecht gesetzt. “Ich hab meinem Chef versprochen Ersatz für Jean zu finden,da sie nicht kann.“ Näher trat ich an Verena heran,zog sie an meine Brust,lächelte und säuselte “Als Lady McLaren,zukünftige des Laird McLeod in einem tollen Hochzeitskleid wirst du mich doch nicht im Stich lassen?“

      Verena
      Ich hörte ihm aufmerksam zu wie er erzählte, dass seine Partnerin ausgefallen war. Als er näher an mich heran kam und mich an seine Brust zog, versteinerte sich mein Körper. Skeptisch hörte ich ihm zu, ehe ich mit meinen Händen auf seine Brust haute und ihn lachend von mir wegstieß. “Ich in einem Hochzeitskleid? Hast du sie noch alle?”, prustete ich los und sah dann erst, dass er es ernst meinte. “Du.. du meinst das doch nicht ernst, oder?!”, fragte ich ihn geschockt doch noch immer hielt er meinem Blick stand. “Du meinst das ernst…”, murmelte ich dann. “Muss ich denn was sagen? Ist das Kleid weiß? Muss ich dich küssen? Gibst Kuchen”, löcherte ich ihn mit Fragen und stemmte die Hände in die Hüften, mein Blick leicht panisch.

      Svejn
      Ich schwieg sie Tod,sie schien sich einige der Antworten selbst beantworten zu können. “Kuchen gibt es zumindest nach den ersten drei Gängen. Das Kleid ist eine Mischung aus Silber und den Tartanfarben der McLeods. Deine Frage mit dem Kuss….hast du mit einem Mal etwas dagegen?“ ich klemmte die Hand lässig an den Gürtel,sah sie an und wippte mit dem Fuß. Mir gefielen die Regungen der diversen Gesichtsausdrücke, wartete jedoch auf den einen Ausdruck der Resignation bedeutete. Damit hätte ich gewonnen, sie würde mitkommen auch im Kleid. “Meinst du ich trag den Fummel hier gern?“ Ich bewegte mich halb im Kreis,so flog der Kilt ein wenig. Zugegeben am Anfang hielt ich nicht von,aber mittlerweile hatten die doch irgendwie Stil.

      Verena
      Ich quasselte und quasselte und quasselte, ehe ich merkte, dass er mich einfach nur fragend ansah. Mit einem Mal hielt ich den Mund und ließ ihn auch mal zu Wort kommen. “Kuchen find ich gut… und was sind die Tartanfarben der McLeods?”, fragte ich unwissend und dachte an ‘Tarnfarben’, wie bei der Bundeswehr. Etwas unbehaglich fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich sie alle auf eine Seite fummelte und ihn mit etwas schiefgelegtem Kopf ansah. “Na klar hab ich was gegen nen Kuss!”, meinte ich histerisch und fuchtelte mit den Armen, ehe ich sie dann doch wieder vor der Brust verschränkte. “Naja.. eigentlich nicht… Aber ich bin eine schlechte Schauspielerin…”, murmelte ich dann verlegen und sah ihm zu, wie er sich im Kreis drehte. Nun huschte wieder ein Grinsen über mein Gesicht. “Na gut. Ich komme mit. Aber du schuldest mir echt was dafür”, murmelte ich und ging in Richtung Tür, bis mir auffiel, dass er gar nicht mitkam. “Haben wir noch was vergessen?”, fragte ich ihn dann und sah dann an mir herunter. Mit dreckigen Boots konnte ich bestimmt nicht ins Museum, weshalb ich auf dem Absatz kehrt machte und mir etwas schickeres anziehen wollte. “Wie lang ist das Kleid? Ich hab keine dünne Strumpfhose und so dabei..”, sagte ich und blickte ihn fragend an.

      Svejn
      Ohne Umschweife öffnete ich die Schranktüren, dort an der langen Seite hing das Kleid von Jean. “Nimm doch einfach das da?“ obwohl sie Kleider nicht mochte klappte ihr die Kinnlade nach unten. Fast bewundernd strich Verena über den Stoff der Korsage und den blau zart gelb gemusterten Rock der dazu gehörte. “Schuhe finden sich sicher im Fundus ansonsten können wir natürlich los sobald du dich umgezogen hast.“ Mit dem Schauspiel würden wir sicher irgendwie klar kommen, es war ja der letzte Auftritt. Danach hatte ich drei Tage frei,diese wollten wir nutzen für Braum. Ich wusste gar nicht wie lange sie vor hatte zu bleiben.

      Verena
      “Ach, hat die andere auch hier übernachtet?”, fragte ich bissig, ehe ich das Kleid musterte. “Hilfst du mir denn dann?”, fragte ich und schnappte mir das Kleid, ehe ich meine Kleidung auszog und mich in die Korsage quetschte. “Glaub mir, du schuldest mir hierfür sehr, sehr viel”, murmelte ich und zuckte zusammen, als mich seine kalten Finger berührten. Jetzt bereute ich es ein wenig, keine wirklich sexy- Unterwäsche angezogen zu haben, sondern einfache 0815-Schwarze.

      Svejn
      Es kostete mich ein wenig Fummelei die Schnüre auf dem Rücken fest zu machen. “Jean hat es gestern vom Pferd gehauen bei der Jagdvorführung. Ich hab gesagt ich kann Ersatz finden,also hab ich das Kleid mitgenommen.“ Ich drehte sie um,betrachtete sie in dem Licht der Funzel die ich meine Deckenleuchte nannte. Dann nickte ich zufrieden,schwang sie auf den Arm, wegen der fehlenden Schuhe. Tatsächlich erinnerte ich mich an die Tatsache das der Schlüssel auf dem Tisch lag. Im Auto setzte ich Verena ab,startete den Motor und sah sie zwinkernd an “Mit Jean wäre kein Kuss vorgesehen gewesen.“ Andererseits ratterten meine Gehirnwindungen bereits daran wie ich ihr den Gefallen zurück zahlen könnte.

      Verena
      “Ach ihr habt auch Pferde da?!”, sagte ich begeistert und sofort hellte sich meine Mine auf. Auch als er mich hochob und zum Auto trug, verschwand diese nicht. “Das hättest du mir vorher sagen sollen..”, murmelte ich dann und schnallte mich an. Sofort fuhr er los und die Scheinwerfer seines Autos erhellten die Straße. “Ich hoffe ich darf ein schickes Pferd reiten… vielleicht kann ich da ja auch ein bisschen Trainer spielen”, quatschte ich ihn lachend zu, ehe er mir dann erklärte, dass mit Jean kein Kuss vorgesehen war. “Wie, kein Kuss? Und warum bekomm ich dann einen?”, fragte ich und fixierte ihn mit meinem Blick. So launisch wie heute war ich lange nicht gewesen, was mich selbst ein wenig wunderte. Dieser Kerl machte mich verrückt.

      Svejn
      Ob ich ihr sagen sollte das wir heute leider nicht auf einem Pferd sitzen würden? Nungut,der Stall war nicht weit weg ich könnte ihr zumindest den Stall zeigen. Vielleicht würde sich Kyle überzeugen lassen uns zur Kirche reiten zu lassen? Mit der rechten griff ich das Lenkrad fester,schob den Regler für die Musik ein wenig leiser Saltatio Mortis Lied “Manus Manum Lavat“ war kaum mehr als ein Summen im Hintergrund des fahrenden Wagens. “Jean ist eine schwierige Person, die nicht für einen Job die Beziehung zu ihrem Freund riskiert. Kyle,mein Chef,hat das ziemlich gestört,deswegen gab es wegen der Proben viel Streit zwischen den beiden. Also haben wir uns darauf einigen müssen den Kuss nur vorzutäuschen. Jean ist eine der wenigen Frauen am Freilicht Museum, Kyle blieb nichts anderes übrig. Als wir jetzt Ersatz gesucht haben, erwähnte ich das der Hochzeitskuss vielleicht kein Problem wäre. Natürlich kannst du es ablehnen,aber mir wäre es eine Freude - für die Gäste außerdem viel authentischer!“ mein Versuch sie weich zu bügeln schien hoffentlich Früchte zu tragen wobei ich kaum einen Zweifel daran hatte Verena würde sich widersetzen.
      Eine gute halbe Stunde Fahrt war tatsächlich schon um ich parkte den Wagen ließ den Motor aus und wandte mich an Verena. Der Blick fragend,bittend trotzdem belustigt Lächeln und eine Augenbraue erhoben. Die Entscheidung lag bei ihr,zumindest hatte ich sie für das Kleid erwärmen können.

      Verena
      “Du hörst ja schon komige Musik”, merkte ich an, ehe er sie leiser stellte und wir weiter unseren Wer entlang fuhren. Jetzt erklärte er mir auch die Sache mt Jean. “Hmm”, murmelte ich nur und überlegte, was ich nun sagen sollte. Die weitere Fahrt über schwieg ich also nur, ehe wir auch schon da waren und er mich bittend ansah. Natürlich ließ ich ihn kurz zappeln, ehe ich lachte und zusagte. “Na gut… Aber als Gegenleistung kommst du mich mal in Kanada besuchen.. Dann stell ich dir meine verrückte Bande vor”, stellte ich ihm eine Forderung und wartete belustigt auf eine Antwort.

      Svejn
      “Ehrlich gesagt hatte ich das schon länger im Sinn, mit meinen drei Rabauken würde ich gern länger bei dir vorbei schauen, aber Moon allein zurück lassen wäre nicht die beste Idee. Ihn mitzunehmen, ich” kurz schwieg ich an dieser Stelle “...ich weiß nicht ob das in seinem Zustand die beste Idee ist. Manchmal schau ich mitten in der Nacht nach ihm, wenn ich nicht da bin ist es jemand anders.” Ich bohrte meinen Fingernagel in das Lenkrad, sollte ich ihr sagen das wir tatsächlich mit dem Gedanken spielten den Hengst vielleicht einschläfern zu lassen? Ein Blick zu ihr verriet mir das ihre Belustigung gewichen war, sie hatte ihn noch nicht life gesehen, aber das Foto verhüllte nicht viel. Es ging dem Kerlchen schlecht. Verena sagte nichts nickte nur “Hauptsache du gibst mir das Versprechen mal vorbei zu kommen, dann bin ich schon zufrieden. Bis dahin komm ich eben immer mal wieder vorbei. Moon wird sich sicherlich fangen, er war schon immer ein Kämpfer, genau wie es Sarah war.” Damit stiegen wir aus in Richtung Museum.

      Verena
      Aufmerksam hörte ich ihm zu, bejahte und nickte ab und an, ehe wir am Museum ankamen und ausstiegen. Naja, er stieg aus. Ich hatte ja keine Schuhe, was die Sache ein wenig beschwerlicher machte. Er hob mich einfach ganz kühn hoch und trug mich ins Museum rein, wo ich dann auch wieder selbst laufen konnte. “Echt schön hier”, sagte ich staunend und schaute mich um.

      Svejn
      “Willkommen im Lennoxlove House! Seineszeichens Museum,historisches Hotel und für jene die tiefer tauchen noch viel mehr!“ klang eine euphorische Stimme von vorn,Kyle kam mit ausgebreiteten Armen und dem ihm ganz eigenen eleganten Gang auf uns zu. Verena sah leicht verwirrtvon ihm zu mir,als sie von Kyle in die Arme genommen wurde. Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern,trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Kyle schien entzückt von ihr,schleifte sie geradezu hinter sich her,plapperte fröhlich wie er ihre Haare in Szene setzen könne. Mir wurde nicht erlaubt in den Raum zu folgen, dazu blieb auch kaum Zeit eine schrille Stimme kam über den Flur und rief meinen Namen. “Jean?“ verblüfft sah ich sie auf Krücken,aber historisch gekleidet auf mich zu kommen. Kyle und Verena standen noch in der Tür,letztere lehnte sich vor am Türrahmen vorbei. Wankend kam Jean vor uns zum stehen, sie besaß ausladende Hüften,war größer als ich und ihr feuerrotes Haar stellte wunderbar ihren bissigen Charakter wieder. Prüfend sah sie zu Verena,die unter dem Blick gleich um einige Zentimeter zu schrumpfen schien. “Das ist also diejenige die mich ersetzen soll?“ fing sie ungläubig an zu sprechen, überging dabei Verena als würde sie überhaupt nicht existieren. “Ihr seit also der Meinung SIE“ dabei schwang eine Krücke in Verenas Richtung gefährlich nahe am Saum des Kleides entlang. “könne mich ersetzen? Falls ich euch da nicht mal täuscht. Naja zumindest scheint sie in das Kleid zu passen. Hoffentlich kann sie sich auch auf Rougar halten.“ Verena hatte aufmerksam zugehört,sie lachte leise auf,ich sah nur die feine Bewegung der Schultern. “Höchstwahrscheinlich kann ich mich besser auf Rougar halten als du es konntest.“ Merklich hörte ich Kyle einatmen,seine Bluse spannte sich. Bemerkungen über ihr reiterliches Können mochte Jean nicht,gleich nach Kommentaren über ihr Aussehen. Jean stütze sich nach vorn,wankte ein wenig bei den Versuch ihre Hand in die Hüfte zu stellen. “Ach und wie kommst du darauf?“ Verena wuchs zu ihrer normalen Größe an “Ich bin Trainerin, es gehört zu meinem Job mich auf bockenden Pferden zu halten.Auf meinem ersten saß ich mit 10.“ Damit hatte Verena wohl nichts mehr zu sagen drehte sich um und ging in den Raum. Kyle zog die Brauen nach oben,lächelte und zwinkerte - er schien zufrieden mit Verena,sie hatte sich gegen Jean behaupten können.Nach einer halben Stunde kam eine Verena wieder aus dem Raum die ich beinahe nicht erkennen konnte. “Ihr habt noch eine Stunde bis die ersten Gäste kommen,bis dahin zeig ihr doch das Haus,Svein.“ schlug Kyle vor,verschwand dann selbst um noch ein paar Sachen zu erledigen. “Er hält ja kaum eine Sekunde den Mund!“ es klang nicht böse,eher belustigt sie schien sich bei ihm nicht unwohl zu fühlen “Ganz anders als Riley.Dafür hab ich so viel über das Haus,seine ehemaligen Bewohner und die große Pferdezucht erfahren,das kann ich mir gar nicht alles merken!“ trotzdem saugte sie alles was ich selbst über das Haus gelernt hatte wie ein Schwamm auf. Im Stall konnte sie sich gar nicht satt sehen an den prächtigen beiden Friesen, Vlien und Vloun, die beiden waren Brüder und wahre Gutmensch naturen. Viele der Pferde waren stämmige Highlandponys,dessen Namen ich nicht alle kannte.“Wo ist jetzt Rougar?“ drängelte sie fast, ich ahnte das besonders der Wallach ihr gefallen würde. Rougar, schneeweiß im Aussehen war eine nicht ganz gewollte Mischung aus einer Huntersture und einem Quartervater,seine Farbe kam von der Mutter,im Aussehen glich er jedoch dem Quarter -zumindest war es zu erkennen. Verenas Augen glänzten als der im Hengsttyp stehende Wallach in seiner komplexen Montur vor ihr stand. “Ein Quartermix?! Und DAS verschweigst du mir?“ empört bekam ich einen Schlag auf die Schulter “Aua!“ doch das Grinsen wich mir nicht vom Gesicht. “Komm,du hast später Zeit ihn zu knuddeln ich stell dir das Team des heutigen Abends vor.“ Freundlich begrüßte Verena alle neuen Gesichter,ließ sich Umarmen. Wirklich glücklich wirkte sie dabei jedoch nicht,die Selbstbeherrschung die sie Jean gezeigt hatte schien zu weichen. “ Mit neuen Leuten tu ich mich immer schwer“ gestand sie mir als wir zurück in den Stallungen waren. “Wichtig ist nur das du dir Graham und Laoghaire merkst,die beiden werden die Brauteltern darstellen. Du kommst den Gang hinunter geritten bis zur letzten Eiche,dort hilft Graham dir aus dem Sattel,danach wird alles wie bei einer Hochzeit ablaufen. Beantworte die Fragen, sprich mir den Schwur später nach. Anschließend gibt es ein Festessen, da sind über 60 Leute zugegen. Die anderen werden viel über das historische Brautpaar sprechen. Nach dem vierten Gang,deinem heiß geliebten Kuchen, geb ich dir ein Zeichen. Dann erhebst du dich, knickst den Gästen zu und irgendwer wird frivol rufen das sich das Brautpaar jetzt dem wichtigsten der Hochzeit widmet. Anschließend haben wir Feierabend, wegen der Zeit hat uns Kyle zwei Zimmer reserviert in denen wir schlafen können. Noch Fragen?“
      Aufmerksam hatte sie zugehört,biss sich auf der Unterlippe herum “Wahrscheinlich fallen mir später hunderte ein,jetzt allerdings ist mein Hirn matsch.“ Dann wünschte ich ihr Erfolg. Ich nahm sie noch einmal in den Arm, küsste ihre Stirn “Danke nochmal!”
      Auf flinken Füßen huschte ich zu meinem Platz am Altar,die Gäste wurden in den Saal gelassen. Die Allee aus Eichen war erleuchtet,sodass Verena auf Rougar ohne Probleme zu sehen war. Als sie mit Graham zusammen den Gang hinunter Schritt musste ich unweigerlich breit grinsen, ihre Augen huschten durch den gesamten Saal, als wolle sie jedes noch so kleine Detail in ihr Hirn aufsaugen.
      Die Zeremonie verlief ohne spannende Vorkommnisse, es langweilte mich nach dem vierten Abend eher. Trotzdem behielt ich das Lächeln bei, zwinkerte Verena zu. Sie schien mittlerweile fast begeistert vom Abend zu sein, ihre Wangen glühten rot in der Aufregung. Für einen Moment fragte ich mich ob sie bei einer wirklichen Hochzeit weniger aufgeregt sein würde. Dann musste ich stark ein Lachen unterdrücken - wer würde nicht? Ich selbst hatte mich bereits verlobt gehabt, die Hochzeit irgendwie halb in der Planung, jetzt würde es wohl nicht mehr zu einer solchen kommen, von Beziehungen wollte ich zur Zeit nichts wissen.
      Kurz vor dem Kuss wisperte ich noch “Machen wir Jean richtig wütend.“ Es sollte ein kleiner Kuss werden, doch konnte ich nicht anders als meine Grenzen zu ertasten.
      Sanft verlangte ich um Einlass,der ohne Widerstand geleistet wurde. Ob aus Wollen oder aus Überraschung vermochte ich natürlich nicht zu sagen. Sanft küsste ich meine historische Braut des Abends,während Jubelrufe im Publikum laut wurden. Ich löste mich von ihr, eine Hand noch in ihrem Nacken, lächelte als ich ihrer glasigen Augen und roten Wangen gewahr wurde. Das Festessen war prächtig wie immer, doch warnte ich sie zu viel zu Essen “Sonst passt kein Kuchen mehr!“ “Kuchen geht immer!“ hieß es prompt von Verena, die Zunge halb aus dem Mund heraus gestreckt.
      Es gab reichlich Whisky, Met und Honigbier wobei wir uns beide vornehmlich am Wasser hielten, ein Kater konnten wir uns für die Arbeit mit den Pferden nicht unbedingt leisten. Nach dem wunderbaren Apfelkuchen, erhob sich Verena,knickste und wir verließen Arm in Arm die Halle - es war Kyle der gespielt besoffen das letzte Wort verkündete, das wir kaum hörten als die schwere Tür ins Schloss fiel. Sie schluckte jegliche Geräusche aus dem Inneren, dann war nur mein Seufzendes Gähnen zu hören. “Was für ein gelungener Abend!”


      Verena
      Stumm schweigend ging ich hinter Svejn her zu unseren Zimmern. Ein wenig gruselig war dieses Hotel schon. Oder ich war einfach nur übermüdet, dass ich schon Gespenster sah.
      Zusammen mit dem schwarzhaarigen Mann betrat ich sein Zimmer, meins war direkt daneben. “Der Abend war wirklich toll, hast du Jeans Blick gesehen als ich auf Rougar angeritten kam? Wie in Hinmels Willen ist sie von dem runter gefallen, der ist brav wie ein Lamm!”, lachte ich und setzte mich aufs Bett. Ich hatte nichts anderes zum Anziehen dabei, weshalb ich nun eine Weile im Kleid verweilen musste.

      Svejn
      “Rougar mag Kandarren nicht und Jean keine Pferde die ihr unter dem Arsch weg rennen. Im Gelände ist er spritzig aber nicht unkontrolliert,trotzdem zwingt sie ihm die Kandarre auf. Er hat sich vor einem der Hunde in der Meute erschrocken, ist zur Zeit und Jean hat ihm in den Zügeln gerissen, da hat er natürlich angefangen wie verrückt zu buckeln.” Gerade als ich mich auf die Bettkante plumsen lassen wollte, fing ich mich ab - Verena saß da in ihrem Kleid. “Ich muss nochmal fix ans Auto, als du das Kleid angezogen hast auf dem Klo hab ich ein paar Wechselklamotten mitgenommen.” Verena winkte ab, warf mir jedoch den Schlüssel zu, ich musste grinsen als sie ihn aus ihrem Ausschnitt hervor zog. “Was du hast gesagt ich soll ihn sicher weg packen.” Ich zuckte die Schultern, flitze den Gang hinauf zum Parkplatz, kramte den Rucksack hervor. Auf dem Weg zurück wäre ich fast in mein angestammtes Zimmer im zweiten Stock gelaufen, dieses Mal waren wir jedoch im Keller untergebracht. So dauerte es dann doch noch ein bisschen bis ich wieder das Zimmer betrat. Verena war nicht auf dem Bett,doch hörte ich in diesem Moment gerade die Klospülung.

      Verena
      Ich schüttelte den Kopf. “Immer diese Show-Menschen… Prügeln ein Pferd mit Kandarre durch die Gegend, während es mit normaler Trense locker laufen würde”, murmelte ich und sah ihm dann zu. “Klar “, lachte ich und gab ihm den Schlüssel, den ich aus meinem Ausschnitt nahm. Als er also gegangen war sah ich mich ein wenig im Zimmer um und ging dann zur Toilette, auf der ich mich ausziehen wollte, bis mir auffiel, dass ich dir Korsage gar nicht aufbekam. “Kannst du mir helfen?”, nuschelte ich und drehte mich einmal schnell im Kreis, damit mein Kleid durch die Gegend wehte.

      Svejn
      Wie sie sich so drehte musste ich unweigerlich an Katniss Everdeen denken,die sich auf der Bühne ähnlich gedreht hatte. “Klar komm her.“ Allerdings hatte es sich mit dem lösen der Schleife nicht getan,während also die Schnüre immer länger wurden musste ich alles das was ich vorher fest gezogen hab lösen. “Das ist eine fummlige Sache,wie kann man sich sowas ausdenken!?“ Verena befreite sich wortlos sie schien genauso müde wie ich. Im Rucksack kramend warf ich ihr mein Shirt zu “Hab leider nicht erkannt was bei deinem Zeug für die Nacht war also hab ich das mitgenommen.“ Derweil legte ich den Kilt ziemlich zerknüllt auf den Boden warf mir ein Shirt über und ließ die Boxershort an.


      Verena
      Schier ewig schien er an meinem Kleid herum zu fummeln, ehe ich wieder nur mit BH und Slip bekleidet vor ihm stand. “Jemand der keine Hobbys hat denkt sich sowas aus”, sagte ich lachend und nahm dankend sein Shirt an. Ich zog es über den Kopf und sah kurz zu ihm herüber, als auch er sich umzog. Ich stellte mich kurz vor den Spiegel und zupfte an den T-Shirt herum. Svejn war nicht sonderlich groß, weshalb mir das T-Shirt nicht ganz über den Hintern ging. “So kann ich aber nicht rüber gehen”, murmelte ich. Unsere Zimmer waren nicht direkt nebeneinander, meins war ungefähr 5 Zimmer weiter. Leicht ratlos sah ich zwischen Svejn und dem Bett hin und her.

      Svejn
      Ich sah an mir runter,mein Outfit war wogl mehr dazu geeignet quer durch den Flur zu laufen. Allerdings war das Bett breit genug für uns beide, “Lass uns einfach hier bleiben,weiß jetzt spontan eh nicht wo die Karte für das Zimmer hin ist. Es ist 2 Uhr in der früh,Schlaf ist alles was ich jetzt will!“ Das war sogar wahr,meine Augen hielten sich kaum noch offen von allein,mein Hirn fasste keinen Gedanken mehr klar. Ohne Hintergedanken ließ ich mich also einfach vorwärts ins Bett fallen,rollte auf die Seite und zog eine der Decken zu mir ran. Eine Hand lag auf dem Schalter zumlöschen des Lichts. Auch Verena schien zu dem Schluss zu kommen,denn ich hörte das Bett rascheln,drehte den Kopf und sah wie sie sich auch hinein legte. “Du hast Recht.“ nuschelte sie genau so verschlafen wie ich.

      Verena
      Ich nickte als er meinte, dass wir einfach beide hier bleiben sollte . Ich legte mich ins Bett neben Svejn, ehe er das Licht löschte und ich mich in meine Decke kuschelte. Auf das Frühstück, welches mitgebucht war freute ich mich schon besonders, da es aufs Zimmer gebracht wurde. “Gute Nacht “, murmelte ich ehe ich einschlief.
      Die Nacht war schneller vorbei als mir lieb war. Um 8 Uhr klopfte jemand Sturm an unserem Zimmer. Grummelnd stand ich auf, weil ich trotz rütteln und schütteln meinen lieben Bettnachbarn nicht wach bekam. Vielleicht tat er auch nur so, als würde er schlafen, um sich meinen Hintern anzuschauen, wenn ich zur Tür ging. Ich seufzte und ging letztendlich zur Tür. “Guten Morgen, wie bestellt ihr Frühstück”, sagte die junge Frau lächelnd und achtete gar nicht auf meine Kleidung. “Am anderen Zimmer macht niemand auf, soll…” “Ist schon gut, lassen Sie alles hier”, meinte ich zuvorkommend und zog den Wagen in unser Zimmer. “Dankeschön “, sagte ich noch kurz ehe ich die Tür zumachte und alles in Richtung Tisch schon. “Aufszehen du Schlafmütze!!”, sagte ich nun echt laut und rüttelte Svejn durch. Wieder bekam ich ihn nicht wach. “Hm”, sagte ich nachdenklich und fing dann einfach an, den Tisch zu decken. Endlich raschelte es im Bett. War er nun aufgewacht?

      Svejn
      Ich rollte mich auf die Seite des Bettes an der mir das Sonnenlicht direkt ins Gesicht schien, meine Hand bedeckte sie daraufhin gleich wieder. Nur langsam kam ich mit in Watte gepacktem Kopf nach oben - da bahnte sich doch jetzt nicht eine Erkältung an?! Nachdem sich meine Augen langsam anpassten, blinzelte ich in Richtung Verena. “‘Tschuldige eigentlich sollte ich das wohl machen.”
      Ich war jetzt einfach nur froh das diese Schichten für den Moment ein Ende hatten, dafür hatte ich in den nächsten zwei Wochen keine Führungen zu machen. Eigentlich auch wieder schade, die Bedienung hier im Hotel genoss ich dann doch ganz gern. Da mir ein kühler Wind um die Beine wehte, zog ich eine Jeans über die Boxershort. Gemeinsam ließ sich der Tisch wesentlich schneller decken als allein. Gerade als ich allerdings genüsslich vom Brötchen abbeißen wollte klingelte mein Handy, ich schaute müde in Richtung des Bettes. Beschloss für den Moment nicht ran zu gehen. Als dann allerdings noch dreimal angerufen wurde, machte mich das stutzig. Dort auf dem Display meines Handys stand “Alisdair”
      Äußerst verwundert nahm ich an “Al, was ist los?” “Svejn, Moon hat schon wieder eine heftige Kolik, wir haben den Tierarzt schon gerufen, er ist hier - kannst du kommen? Es sieht nicht gut aus!” Ich hielt die Luft an, wenn Alisdair sagte es sah nicht gut aus, dann war es das tatsächlich. “Natürlich!”
      Ich drehte mich um, mein Handy war laut genug gewesen - Verena hatte schon fast alles wieder auf den Wagen geräumt. “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?” “Wenn ich rase noch eine dreiviertel Stunde.” Innerhalb der nächsten Viertelstunde packten wir, checkten aus und verabschiedeten und von Kyle. Im Kopf hatte ich schreckliche Szenarien - war jetzt der Moment gekommen den ich die ganze Zeit gefürchtet hatte?

      unbekannt | Ravenna & Veija
    • Canyon
      ▲▽▲
      Gips Reminder Ranch

      Moonlight Shadow | Euthanasie
      Auf dem Rinderhof angekommen wurden wir nicht von Svejn sondern einem älteren Herren namens Alisdair begrüßt. “Hab den Besitzer schon informiert wir fangen ohne ihn schon an, sieht nicht gut aus.” Er sah mitgenommen aus, und erklärte mir das es diesmal schon recht schlimm ist. "Wir haben immer mit ihm gegen die Koliken gekämpft. Aber diesmal erscheint es mir viel viel schlimmer. Alle Erstmaßnahmen die wir normalerweise ergreifen um die Schmerzen erträglicher zu machen, hatten diesmal keine Wirkung gezeigt." sagte der Mann und setzte sich mit verzweifelten Gestiken neben Moon ins Heu. Simon hatte die Rolle der psychologischen Betreuung übernommen und suchte das Gespräch mit Alisdair. Somit hatte ich freie Bahn um mir ein Bild von der Situation zu machen um entsprechend zu handeln. Ich versuchte mich Moon langsam zu nähern, aber er beachtete mich kaum. Er war zu sehr damit beschäftigt sich abwechselnd herum zu wälzen und sich in Hundeposition hin zu setzen. Sofort kontrollierte ich seine Vitalzeichen. "Du armer Kerl" sagte ich als ich seine Blutdruck und seine Pulsergenisse ansah. Für so Werte muss man schon sehr starke Schmerzen haben. "Komm kleiner, ich lass dich nicht mehr Leiden. Ich hoffe aber du kämpfst, du schaffst das schon". Ich setzte ihm einen Venenkatheter, somit konnte ich ihm sofort starkes Schmerzmittel, direkt in die Vene verabreichen. Das Schmerzmittel wirkte schon nach kurzer Zeit und ich nutzte die Gelegenheit um den Hengst weiter zu Untersuchen. Seine Augen sowie Zahnfleisch waren stark errötet und auch seine Atmung schien im weiter schwer zu fallen. Nach circa zehn Minuten, plus verabreichnung weitere Schmerz und Beruhigungsmittel ging es mit dem wälzen weiter.

      Svejn
      Als wir den Wagen auf dem Hof parkten war der Tierarzt bereits da, sie standen auf dem abgesteckten Stück Paddock von Stormi und Moon, letzterer lag auf dem Boden. Alisdair, eine Frau und offensichtlich ein Helfer standen um den braunen Hengst herum. Wir begrüßten sie,Verena war bereits vollkommen aufgelöst, als sie den Hengst sah. Auch mir steckte ein riesiger Kloß im Hals, gemeinsam begaben wir uns auf den Paddock, hielten Stormi davon ab zu dem kranken Moon zu wollen. Er schien zu wissen das nichts in Ordnung war.

      Alisdair und Simon waren mittlerweile wieder zu uns gestoßen. Svejn der gerade gekommen war versuchte Moon zu beruhigen. Wir versuchten alles was in unserer Macht stand um ihn zu fünft wieder auf die Beine zu bekommen, vergeblich.

      Nach über drei Stunden war es soweit. Die Medikamente halfen Moon nur bedingt aber erbrachten keinen Erfolg. Moon und Svejn, sie beide erschienen von aller Kraft verlassen. "Es, es sind drei Stunden um. Das ist das absolute Maximal für solche Schmerzen und zu neunundneunzig Prozent kann man, so leit es mir tut, keine Heilung mehr Erwarten". Nach diesem Satz musste ich erstmal Durchatmen. "Es ist nie leicht für mich eine solch Diagnose stellen zu müssen, vor allem bei einem Pferd was noch viele glückliche Jahre erleben hätte können. Aber ich glaube es ist Zeit über eine Euthanasie, Einschläferung, nach zu denken". Svejn blickte mich und Simon an. "Ich weiß. Simon hatte mit mir über eine solch mögliches Ergebnis gesprochen. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr meint das es der letzte Ausweg ist ihm zu helfen". Er streichelte Moons stark verschwitztes Ohr und küsste trotzdem seine Stirn. "Möchtest du dabei sein?" frug ich behutsam. Svejn sah hinüber zu Verena zögerte ein wenig bevor er ja sagte. "Als ich ihn nach dem Unglück von Sarah zu mir aufgenommen habe, da habe ich ihm versprochen da zu sein. Was wäre es für ein Verrat diesen Weg nicht mit ihm zu gehen". Knie zittrig stand ich auf und zog die Überdosis von Betäubungsmittel in die Spritze und lief zurück zum Paddock. "Letztendlich ist es immer noch deine Entscheidung. Du darfst dich trotz meiner Diagnostik dagegen Entscheiden". "Nein, ich möchte ihn von seinem Leid erlösen." sagte Svejn und hielt Moons Kopf in seinem Schoss. "Gleich ist es vorbei" flüsterte ich, löste die Sicherung am Venenkatheter und verabreichte ihm das Betäubungsmittel. Es begannen Minuten der vollkommenen Stille, erfüllt mit Trauer, einem Hauch von Fassungslosigkeit aber auch Erleichterung bis Moon langsam zur ruhe kam, nicht mehr hektisch versuchte sich zu drehen und dann seelenruhig seine braunen Augen schloss. Ich ging aus dem Paddock und ließ sie sich alle von ihm verabschieden.

      Somewhere . . . in time's own space, there must be some sweet, pastured place
      Where creeks sing on - and tall trees grow, some paradise where horses go,
      For by the love that guides my pen, I know great horses live again.
      by Stanley Harrison

      Simon und ich blieben noch solange wir konnten auf dem kleinen Hof um weiter Svejn zu betreuen und mit ihmr alles zu verarbeiten. Er blickte jedoch sehr positiv in die Zukunft und sah Moons Lebensende als ein Meilenstein für seinen Neuanfang. "Vielen Dank" sagte Svejn nochmals als wir zum Abschied übergingen. "Viel Glück für die weitere Zukunft und darauf das wir uns für sowas nicht nochmal wieder sehen müssen" sagte ich und stieg dann in das Taxi.

      Er war fort, ich starrte auf den Körper den wir mittlerweile mit einer Plane abgedeckt hatten. Wir hockten auf dem Rand der Badewanne, die als Tränke diente. Stormi ging es ähnlich miserabel wie Verena und mir. Der Hengst stand da, den Kopf nahe des toten Moon, die Ohren ein wenig zur Seite geklappt. Alisdair kam um die Ecke, in der Hand drei Gläser und eine Flasche Whisky “Auf den Schrecken trinken wir einen, auf Moon!” Wortlos nahmen wir die Gläser entgegen, sahen wie die goldene Flüssigkeit hinein gefüllt wurde. “Slainté Moon!” und damit ran das Getränk meine taube Kehle hinab.

      Verena
      Svejn hatte sich endlich dazu bequemt aufzustehen. In einem Moment alberten wir noch herum, sprachen über den vergangenen Abend, über Rougar, den ich sofort kaufen würde, sollte er verkauft werden und und und. Im nächsten Moment stockte mir der Atem.
      Kaum hatte Svejn aufgelegt, sprang ich auf und räumte den Tisch ab.
      “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?”, fragte ich geschockt und fasste mir an den Kopf. Moon würde jetzt doch wohl nicht sterben, er musste das schaffen!
      “Eine Dreiviertel Stunde brauchen wir bis zum Hof”, sagte Svejn mir noch, doch ich bekam das gar nicht mehr mit, da ich so mit packen beschäftigt war, bis mir auffiel, dass ich keiner Hose anhatte. Ich kramte ohne Worte in der Tasche des jungen Mannes, in der ich auch eine Jogginghose fand. Schnell zog ich sie an, ehe wir den Rest des Zimmers räumten, auscheckten und zum Auto rannten.
      Am Hof angekommen fing der Horror erst an. Cooper und Simon, wobei ich letzteren kaum kannte standen bei Moon und kämpften lange um sein Leben, bis sie es schließlich aufgeben mussten. Nun konnte ich auch meine Tränen nicht mehr zurück halten. Zunächst schluchzte ich leise, versuchte es unauffällig, ehe Svejn mir einen traurigen Blick zu warf und ich mir die Hand vor den Mund presste, um nicht zu schreien. Ich hatte noch kaum ein Pferd sterben sehen und bei meinem zarten Gemüt war ich auch jetzt total am Boden zerstört. Svejn kniete sich zu Moon, nach anfänglichen Zögern gesellte ich mich zu ihm, streichelte den Hals des braunen Hengstes und flüsterte ihm etwas ins Ohr, was Svejn entweder gar nicht, oder nur teilweise hören konnte. “Bald bist du wieder mit Sarah zusammen, mein Freund. Richte ihr aus, dass ich sie schrecklich vermisse. Versprich mir dass du auf sie aufpasst, egal wo ihr euch wieder seht”, flüsterte ich und war nun mehr am weinen als Svejn. Mich verband einfach mehr mit diesem braunen Hengst als Svejn je verstehen würde. Vielleicht bildete ich mir auch zu viel darauf ein, aber Sarah war eine sehr gute Freundin gewesen, die ich leider viel zu wenig besucht hatte.
      Nun lag Moon also da.. Der Tod hatte ihn schneller eingeholt als er es hätte sollen. Der ältere Mann von Svejns Hof, dessen Name ich vergessen hatte bedeckte den leblosen Körper mit einer Plane, während ich zu meinem Stormi ging und ihm die Arme um den Hals legte. “Ist gut mein Großer”, schluchzte ich und sah dann zu Svejn und dem Mann, der mit Gläsern und Whiskey zu uns kam. “Auf Moon”, wiederholte ich seinen Satz und trank mein Glas aus, ehe ich es mir erneut füllen ließ. Heute würde ich mich nur noch betrinken.

      Svejn
      Wir blieben nicht lange auf der Badewanne sitzen, Alisdair hatte sich verabschiedet, uns dabei die Whiskyflasche stehen lassen. Irgendwann hatte ich die fassungslose Verena mitgenommen,an der Schulter haltend, ihre Tränen hatten mich angesteckt -auch mir rannen ein paar Tränen die Wangen hinab. Verena und ich unterhielten uns nicht,wir hockten auf dem Bett, leicht fassungslos die Gläser nachfüllend. Als es an der Tür klopfte bewegte sich niemand von uns, mittlerweile saß Verena nicht mehr, ihr Kopf lag auf meinem Schoß. Es klopfte erneut, dann erklang die Stimme von Alisdairs Frau: “Ich hab euch etwas Mittag gemacht, Sandwiches, Kuchen und etwas Saft. Ich lass es vor der Tür stehen.“, die trippelden Schritte entfernten sich.
      Ich bettete Verenas Kopf auf das Kissen, huschte zur Tür. Aller Trauer zum Trotz herrschte in meinem Magen gähnende Leere, das Essen mochte nicht zu füllen was Moon hinterlassen hatte. Aber wozu zwei leere Stellen bestehen lassen? Der kleine Korb war sorgfältig mit einem Tuch abgedeckt, ein Schmunzeln huschte über meine Lippen. “Lass uns etwas davon Essen.“ Ermutigend hielt ich ihr ein Sandwich entgegen.


      Verena
      Nach einer Weile gingen wir ins Haus. Zusammen setzten wir uns aufs Bett, wo wir weiterhin unsere Gläser nachfüllten. Ich war nicht betrunken, jedoch merkte ich den Alkohol sehr gut, denn mein Blick schien sich ein wenig zu trüben, was aber auch an meinen aufgequollenen, verheulten Augen selbst liegen konnte. Mittlerweile lag ich mit meinem Kopf auf Svejns Schoß, unbewusst, so glaubte ich zumindest, hatte er sich nach hinten gelehnt, seinen Körper auf eine Hand gestützt, mit der anderen fuhr er mir durch die Haare. Als es klopfte, regte sich keiner. Doch nach einer kurzen Bedenkzeit stand Svejn auf, legte meinen Kopf auf ein Kissen und ging zur Tür. Ich richtete mich auf, leerte mein Glas und schaute zu ihm herüber. Kurz wischte ich über mein Gesicht, ehe ein kleines Lächeln über mein Gesicht huschte. “Ich habe riesen Hunger”, merkte ich beiläufig an. Der Alkohol sättigte nicht, und je weniger feste Nahrung ich im Bauch hatte, desto schneller würde ich besoffen sein. Das war zwar eigentlich mein Ziel, aber nicht schon am Nachmittag. Viel lieber würde ich mich einfach auf meinen Stormi schwingen und über die Felder jagen. Aber das konnte ich Svejn wohl nicht zumuten- Stormi wollte ich auch nicht von Moon wegholen, er sollte sich noch in Ruhe verabschieden.
      “Danke”, murmelte ich, als Svejn mir schließlich das Sandwich reichte. Ich biss rein und im Nu war es verschwunden- so groß war mein Hunger also. Auch stieg ich von Whiskey zu Saft um, da der mir wohl viel besser tun würde, als der Alkohol. Auch Svejn schien sich zu überlegen, auf Saft umzusteigen, doch noch zögerte er und schaute zwischen dem Alkohol und dem Nicht-Alkohol hin und her. “Nimm den Saft”, sagte ich leise und schaute ihm zu, wie er zu erst zu mir, und dann zum Saft sah, ehe er sich ein Glas nahm. “Tut uns beiden glaube ich jetzt gut”, merkte ich an, ehe ich ein Stück vom Kuchen aß.
      Wir konnten nicht den ganzen Tag hier herum sitzen und nichts tun, Moon war fort, wir waren noch hier, also sollten wir um Moons Willen auch etwas mit unserem Leben anfangen. “Was sollen wir heute noch machen?”, stellte ich ihm die alles entscheidende Frage. Entweder hatte ich den richtigen Zeitpunkt gefunden, nach so etwas zu fragen, oder ich war mit der Frage zu früh und er würde mich gleich einfach verständnislos anschauen.

      Svejn
      Ich fischte mein Handy aus der Taschehielt es nach oben “Ich werde Google fragen ob jemand in der Nähe ein Krematorium besitzt.“ Verena schaute verwirrt drein “Wozu?“ “Zum Abdecker kann ich Moon einfach nicht bringen. Es war Brauch das Herr und Pferd gemeinsam begraben werden, ich habe vor Moons Überreste an das Grab von Sarah zu bringen. Dann hat es seine Seele leichter über den Bifröst zu ihr zu reisen.“ Vielleicht würde sie meine Wege nicht verstehen,aber ich wusste das auch Sarah diesem Pfad gefolgt war -es war nur Recht Moons Seele bei seiner Reise zu unterstützen. Leicht lächelte ich, im Inneren spürte ich das dies der richtige Weg war. Tatsächlich gab es ein Krematorium in Edinburgh das auch Hunde und Pferde einäscherte. Ein kurzer Anruf genügte “ In zwei Stunden kommen sie Moon holen. Was hälst du von einem kleinen Austritt? Thjalfe ist stark genug uns beide zu tragen.“ Stormi sollte in Ruhe um seinen Freund trauern können.

      Verena
      So ganz verstand ich seine Vorgehensweise mit Moon zwar nicht, aber wenn das hier so Brauch war, dann war ich die Letzte, die etwas dagegen sagen würde. Als er meine Gedanken aussprach, nickte ich nur. “Thjalfe kenn ich ja noch gar nicht, Zeit ihn kennen zu lernen”, murmelte ich und ein kleines Lächeln legte sich auf meine Lippen. Ich zog mir kurz meine Reitklamotten an, ehe auch Svejn sich umzog und wir zusammen zu dem Kaltblut gingen, wobei wir einen großen Bogen um Stormi und Moon machten. Jedoch konnte ich es mir nicht verkneifen, einmal kurz hinzusehen.
      Stormi stand neben Moon und stupste ihn immer wieder an. Kurz seufzte ich und musste mich wirklich gut zusammen reißen, dass ich nicht schon wieder losheulte. “Hallo Dickerchen”, sagte Svejn auf einmal und riss mich aus meiner Trance heraus. “Das ist also Thjalfe”, schlussfolgerte ich und streichelte die Nüstern des Kaltblutes. “Wie groß ist der denn?”, warf ich in die Runde und sah Svejn überlegen. “Der müsste um die 1,62m groß sein”, antwortete er mir und ich nickte. Zusammen putzten wir schnell über, ehe Svejn ihm eine schicke Westerntrense anzog und sich auf den Rücken des Braunen schwang, ehe auch er mich hinaufzog. Man meinte es nicht, aber der junge Mann hatte sehr viel Kraft… So saß ich also hinter ihm und hatte meine Arme um seine Hüfte gelegt, damit ich mich festhalten konnte. Unser Weg führte uns eine gute Stunde rund um seinen Hof. Wir mussten ja noch früh genug zurück sein, wenn die Leute vom Krematorium kamen. Thjalfe schickte sich richtig gut, so dass wir auch ein kurzes Stück galoppieren konnten, ehe wir uns auf den Rückweg machten, den Hengst wieder zurück stellten und gerade fertig waren, als die McGregors vom Krematorium ankamen.

      Svejn
      Es brauchte eine ganze Weile bis der tote Pferdekörper auf dem Hänger platziert war. In anbetracht der Tatsache das die McGregors
      keine weiteren Termine hatten wollten sie die Asche gegen Abend abholen kommen. Wehmütig sah ich dem Hänger nach, Stormi wieherte und rannte auf dem Paddock auf und ab. Verena konnte ihn nicht beruhigen,selbst Bucksließ sich von der Aufregung anstecken,zeigte sein seltenes Wiehern. Da wir nichts mit uns richtig anzufangen wussten, machten wir nahezu schweigend die Paddocks sauber, fütterten und tränkten die Pferde. Ein Plan nahm in meinem Kopf Gestalt an,den ich gern mit Verena besprechen wollte. Nach der harten Arbeit zogen wir uns in mein Häuschen zurück, kochten uns ganz einfach Bratkartoffeln. Da ich nicht wollte das dies ebenso schweigend von statten ging wollte ich den Plan ansprechen,doch über meine Lippen kam etwas anderes. “Stäbchen ziehen oder einigen wir uns einfach drauf das du zuerst duschen gehst?“

      Verena
      Schweigend sah ich zu wie sie Moon wegbrachten. Mit aller Mühe konnte ich Stormi beruhigen, ehe wie die Pferde fertig machten und dann ins Haus gingen, wo wir uns etwas zu essen machten. Als Svejn mich nach dem Duschen fragte, antwortete ich : “Geh du zu erst, du brauchst nicht so lange, ich spül in der Zeit das Geschirr ab.”
      Er nickte und verschwand, nachdem wir fertig mit essen waren, im Bad. Freilich dauerte es nicht lange bis er fertig war und ich duschen gehen konnte. Ich hatte mich im Zimmer schon bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Das Handtuch griffbereit auf dem Bett.

      Svejn
      In Ermangelung mehrerer Handtücher musste ich auf das für die Haare verzichten. So hingen sie mir auf der Brust, trotz des abrubbels spürte ich die Nässe herunter tropfen. Trottel der ich war hatte ich keine Ersatzkleidung ins Bad genommen,normalerweise brauchte ich das ja auch nicht zu tun. Also stand ich mit dem nassen Handtuch um die Hüften im Türrahmen. Das Geschirr war abgewaschen, eine mir den Rücken zugekehrte Verena stand an der Couch ihre Sachen halb darauf verteilt, offensichtlich hatte sie das Handtuch ganz unten in der Tasche gehabt. Im Grunde hätte ich also doch meinTuch für die Haare nehmen können. Verena schien gerade an ihrem BH herum zu werkeln. Da ich nicht wusste wie mir geschah,befand ich mich plötzlich bei ihr,schob ihre Hände aus dem Weg. Das war nicht gut,gar nicht gut! Ich hatte mir fest vorgenommen nicht zu tun wonach mir gerade der Sinn stand. Aber war das nicht nahezu eine Einladung? Schließlich hätte sie sich auch im Bad umziehen können!
      Mit trockenen Mund,öffnete ich den Verschluss, sah wie röte ihre Wangen hinauf fuhr. Mit eisiger Willenskraft hielt ich mich zurück, sie war nicht irgendein Objekt meiner Begierde,ganz gleich was andere taten, es schickte sich einfach nicht. Ich war nie einer der Kerle gewesen,die Frauen ausnutzen,aber was tat ich hier dann? Gefühle spürte ich für sie nicht,oder belog mich mein Hirn am Ende? Obwohl ich den Träger nur zu gern von ihren Schultern gezogen hätte,trat ich energisch einen Schritt zurück - nicht weit genug. “‘tschuldige“ rasselte meine Stimme, innerlich schlug ich mir auf den Hinterkopf.

      Verena
      “Wo hab ich denn bloß mein Handtuch…”, murmelte ich und stellte meinen Koffer auf den Kopf. Alles, was mir im Weg zu sein schien, verteilte ich großzügig auf der Couch. “Seltsam…”, murmelte ich ehe ich einen erfreuten Ton meine Lippen verlassen ließ. “Da ist es ja”, lachte ich frôhlich und schaute zum Bad, dessen Tür noch immer geschlossen war. Nun fing ich an, an meinem BH Verschluss herum zu werkeln, ehe mich jemand, naja, es müsste Svejn sein, am Rücken berührte und mir anscheinend helfen wollte. Ich zuckte heftig zusammen und griff instinktiv da hin, wo seine Hand bis eben noch gelegen hatte. Er murmele eine Entschuldigung, doch ich nickte nur ab. “Kein Thema.. Aber…”, ich ließ den Satz offen, schnappte mein Handtuch und die Klamotten in verschwand im Bad.
      Langsam ließ ich mich an der Tür des Badezimmers hinabgleiten, ehe ich meinen Kopf auf den Händen abstützte und kurz seufzte. Mein Tatendrang vom letzten Mal war verschwunden und auch die Sache mit Moon ging mir sehr nahe, weshalb ich keinen Gedanken an so etwas verschwendet hatte. Ich rappelte mich nach einer Weile auf, duschte und ging dann schließlich schweigend wieder ins Zimmer, wo ich meine Sachen vom Sofa aufräumte.

      Svejn
      “Ignoranter Arsch!“ schollt ich mich selbst. Schnell zog ich mich an,schaute in den Kühlschrank wirklich viel an Essen war nicht mehr da,auch das Wasser neigte sich dem Ende.Um den Kopf frei zu bekommen schrieb ich Verena schnell einen Zettel das ich Einkaufen fuhr, legte ihn dann auf ihre Sachen auf der Couch dort würde sie den nicht übersehen.
      Das Einkaufen dauerte seine Zeit, da erhielt ich den Anruf der McGregor Brüder. Da ich schon in Inverness war konnte ich die Asche gleich mitnehmen. Wortlos wurde sie mir übergeben,die Rechnung erhielt ich später per Post. “Ich danke ihnen!“. Etwas geistesabwesend strich ich über die silberne Urne,lächelte er würde an einem guten Ort sein. Mit den Einkäufen im einen Arm und der Urne im anderen Arm, klopfte ich fast drei Stunden später an die Tür. Es roch herrlich nach Essen,verwirrt sah ich zu Verena “Du hast gekocht?“ ihr Gesicht war gerötet. Sie schien wieder geweint zu haben. Ich stellte alles auf dem Boden ab,lächelte schaute hinüber zum gedeckten Tisch. “Danke.“

      Verena
      Während ich die Sachen vom Sofa wegräumte fiel mir ein Zettel von Svejn auf, den ich kurz las und schweigend weglegte. Kurz seufzte ich, ehe ich versuchte die Tränen zu unterdrücken, was aber nicht recht klappte.
      Schließlich zog ich mich an und schaute dann in den Kühlschrank, in dem noch Eier und Toasts lagen. Ich nahm beides heraus, schlug die Eier auf einen Teller und wendete die Toast darin. Dann streifte ich etwas Butter in eine Pfanne und legte die Toasts hinein. Ich wusste nicht ob er Arme Ritter kannte, falls nicht würde er sie kennen lernen.
      Nach einer Ewigkeit kam er dann wieder, um einen Arm den Einkauf, im anderen Arm die Urne. Ich lächelte nur kurz und nickte. “Kennst du arme Ritter?”, fragte ich und er verneinte. “Zeit, dass du sie kennen lernst”, lächelte ich und drückte ihm Teller und Besteck in die Hand, womit er den Tisch deckte. Ich brachte die Toasts auf den Tisch und verteilte sie auf unsere Teller. Nachdem er ein wenig gegessen hatten fragte ich: “Und?”

      Svejn
      “Ungewöhnlich, aber es schmeckt wirklich gut. Bewundernswert das du aus den Resten überhaupt was essbares zu stand bekommen hast.” Ich aß langsam um nicht sprechen zu müssen was in Anbetracht der derzeitigen Situation auch nicht gerade hilfreich war. Beim letzten Mal war ich mir meiner Sache sehr sicher gewesen, auch als ich Verena eingeladen hatte hier her war ich ohne Zweifel. Jetzt jedoch beschlichen mich Zweifel. Eigentlich hatte ich fragen wollen ob ich sie zurück auf die Ranch begleiten könnte. Dort wollte ich ihr helfen mit den Pferden, selbst etwas von ihr lernen und natürlich ein wenig zu Pferd die Gegend erkunden. Auf dem amerikanischen Kontinent war ich lang nicht mehr gewesen, schon gar nicht mit Pferd. Es war nicht Recht, irgendwie wollte ich zu gern die Zeit zurück drehen möglich war dies allerdings nicht mehr. “Hör zu, ich...ich hätte dich vorhin da nicht in eine solche Situation bringen sollen. Das war ein Fehler von mir den ich nicht bedacht habe.” Die richtige Aussage wäre gewesen das ich selbst überaus verwirrt war, ich wusste nicht wie ich unsere Situation einordnen sollte.

      Verena
      “Das hat meine Oma früher immer abends zu essen gemacht. Schnell, einfach und besser als trockenes Brot”, erklärte ich ihm sanft lächelnd und aß dann weiter. Er schwieg, ich schwieg. Nicht so super…
      Aufmerksam hörte ich seinen Worten zu, mit denen er das Schweigen brach. Zunächst sagte ich nichts, ehe ich kurz nickte. “Ist schon okay, denke ich. Ich bin es ja selbst schuld”, lachte ich und legte mein normales Lächeln wieder auf.
      “Was machen wir denn heute noch? Wir haben gleich erst 20 Uhr”, fragte ich ihn und fing an die Teller abzuräumen. Es war doch schwer, als Mann und Frau die Finger voneinander zu lassen, was ich beim Abwasch auch merkte. Ständig berührten unsere Finger sich mehr als eigentlich nötig, auch wenn immer einer von uns die Finger wegzog. Nun hatten wir viertel nach Acht, der Abwasch war erledigt und wir konnten theoretisch zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.

      Svejn
      “Ich hab vorhin Moons Asche abholen können, der Friedhof ist nicht weit weg. Ich würde gern die Asche noch dorthin bringen. Vielleicht kannst du meine Beweggründe nicht ganz nachvollziehen, aber ich denke auch für Sarah wäre es wichtig gewesen. In dem einen Besuch in deren Haus habe ich gesehen, das auch sie in irgendeiner Weise den Wegen des Asatru folgte. Zur alten Zeit der Wikinger wurden die Tiere neben ihren Herren begraben, da wir wohl kaum einen ganzen Pferdekörper vergraben lassen können, habe ich mich für die Äscherung entschieden. In der Gruft wird ein Teil von Moons Überresten zusammen mit einem Teil der Haare bei Sarah liegen können, so kann seine Seele über die Sternenleiter leichter zu ihr finden. Ich mag nicht an einen Gott mit langem Bart und einem achtbeinigen Pferd denken, der den Himmel durchstreift, sie sind für mich einfach nur eine Metapher aus dem Sagenbuch meines Glaubens, für die Kräfte um uns herum, die wir nie verstehen werden.” Verena hing an meinen Lippen,sodass ich mir zumindest sicher sein konnte sie nicht allzu sehr zu langweilen. “Es ist nicht weit weg, falls du möchtest könnten wir mit Thjalfe hin reiten - ich weiß nicht wie Straßensicher Stormi ist.” Außerdem dachte ich daran wie aufgeregt der Hengst noch am Nachmittag gewesen war, mit ihm in der Dunkelheit zu reiten wäre vielleicht nicht die allerbeste Idee, aber letztendlich lag die Entscheidung bei Verena. Unser letzter Ausritt war schnell gewesen, bei diesem könnten wir uns Zeit lassen, vielleicht konnte ich ihr die Klippen zeigen. Der Vollmond würde unseren Weg erleuchten, die Klippen besaßen ihren ganz eigenen Charme, vielleicht würde ich dann den Mut aufbringen können sie zu fragen ob sie mich auf der Ranch dulden könnte.

      Verena
      Gebannt hörte ich ihm zu, wollte an Ende noch eine Frage stellen, ehe ich es dann doch sein ließ und über seine Aussage mit Thjalfe nachdachte. “Ich bin Stormi bis jetzt bei mir nur im Gelände geritten, eine Straße hat er nur von Weitem gesehen, und ich denke es ist besser, wenn wir ihn hier in Ruhe lassen.”, murmelte ich und nickte. “Dann lieber Thjalfe”, wiederholte ich seine Aussage und zog mir nur schnell eine Jacke über und ging dann schon raus, um Thjalfe zu holen. Er hatte die ganze Zeit in seiner Box gestanden, weshalb das putzen echt schnell verlief. Dann kam auch schon Svejn mit der Urne und einem Rucksack. Ob er da wohl ein Picknick drin hatte? Ich wollte nicht nachfragen, sondern trenste den stattlichen Hengst, hielt die Urne während Svejn aufstieg und schwang mich dann selbst hinauf. “Soll ich den Rucksack nehmen? Dann klappt das mit dem Festhalten besser..”, fragte ich, doch er schüttelte nur den Kopf. “Wir tauschen einfach”, meinte er lächelnd. Ich grinste kurz, sprang vom Hengst und Svejn rutschte nach hinten. Dann schwang ich mich wieder hoch und es ging los.

      Svejn
      Ich geleitete ihr den Weg, meine Entscheidung sie vor zu lassen bereute ich dann beinahe ein wenig. Mit den Händen wusste ich nicht wirklich wohin,solange wor im Schritt blieben konnte ich sie einfach locker auf meinen Oberschenkeln ruhen lassen,sollte Verena sich für einen Trab entscheiden,sah die Sache anders aus. Trotz des vollen Mondes war die Nacht angenehm mild,es herrschte kein Wind,nur der übliche Nebel lag über dem Land,tauchte die Umgebung in ein mystisches Licht. “Dort an der Straße müssen wir hinüber, die nächste Strecke ist immer links von der Straße. Irgendwann kommt ein großer Stein,dort überqueren wir die Straße erneut. Am Ende des Feldweges befindet sich die kleine Kirche mit dem Friedhof. Dort sind einige Familiengräber alter Familien,schon die Urgroßerltern von Cayden McAlistair sind dort untergebracht. Es ist eine besondere Ehre das auch Sarah und die Adoptivkinder dort sind,manchmal erlaubt dies der Clan nicht. Selber weiß ich das allerdings nicht,selbst nur von Alisdair erfahren.“ Die Straße warum diese Zeit kaum befahren,allerdings blieben wor länger stehen - wir waren nicht durch Reflektoren gekennzeichnet und der Nebel hing mittlerweile tief. Als nichts auf ein Auto hinwiesging es fix hinüber. Thjalfe bewies sich immer mehr als Glücksgriff, mit dem großen Pferd hatte ich wahrlich eine Gute Entscheidung getroffen.
      Am Grab der Familie standen wir still, ich hatte die Urne zweigeteilt, die Asche zusammen mit einem Schopf aus Haaren legte ich zu dem Schild mit der Aufschrift “Sarah McAlistair“, der Rest befand sich weniger glorreich in einer Tupperdose im Rucksack. Wir sprachen keine Worte,jeder hing selbst den Gedanken nach, ehe wir uns zurück zu Thjalfe begaben,der am Tor auf uns wartete,allzu lang wollte ich ihn nicht allein dort stehen haben.
      Um die Klippen zu erreichen mussten wir nur einen kleinen Fußmarsch hinter den Friedhof auf uns nehmen. Es gab keinen Baum,keinen Strauch auf dieser Anhöhe. Mit dem Gedanken das er wohl nicht fort rennen würde entfernte ich die Trense vom Kopf des Hengstes. Das Rauschen der Wellen hatte man bereits am Friedhof vernehmen können,hier war es lauter,doch es übertönte nichtgleich alles. Draußen auf dem Wasser stand der Vollmond am Himmel. “Die Klippen hier haben sicherlich einen Namen,falls ja kann ich ihn dir leider nicht nennen.“sprach ich während der Rucksack sanft auf den Boden angesetzt wurde.

      Verena
      Ich musste wirklich höllisch aufpassen, wenn wir eine Straße passierten. Nicht, weil die Stellen an sich gefährlich waren, sondern weil man einfach nichts durch den Nebel sehen konnte. So dauerte es eine ganze Weile bis zum Friedhof, bei der mich Svejn nicht einmal berührte. Ich schmunzelte kurz und hielt Thjalfe dort an, wo Svejn mich hin dirigierte. Wir Banden den braunen Hengst an der Mauer an und stiegen ab. Als der junge Mann mir von der Geschichte des Clans erzählte, nahm ich mir vor, den alten Mann auf dem Hof danach zu fragen, wieso der Clan die Bestattung im Familiengrab hätte verweigern können.
      Der Prozess verlief schweigend ab, naja so gut wie. Mir kamen zum Schluss hin doch die Tränen, aber auch Svejn nahm das Ganze ein wenig mit.
      Stillschweigend gingen wir dann den kleinen Weg zu den Klippen, nachdem wir den Hengst abgeholt hatten. Dort entfernte Svejn die Trense, was einen skeptischen Blick meinerseits zur Folge hatte, doch der Braune blieb immer in der Nähe. “Wow ist das schön hier”, sagte ich lächelnd und ließ den Wind mit meinen Haaren spielen. Ich drehte mich einmal im Kreis, so dass meine Jacke, welche ich geöffnet hatte, nach oben flog und aussah wie ein riesiges Kleid, was sich durch den Wind aufplusterte. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Svejn den Rucksack abgesetzt und auch schon ausgeräumt hatte. Er legte gerade eine Decke auf den Boden, als ich zu ihm schaute. “Du hast an alles gedacht”, sagte ich nun wieder glücklicher und ließ mich auf die Decke plumpsen, ehe ich den Mond betrachtete und verträumt in den Himmel schaute.


      Svejn
      Die wärmere Decke ließ sich weitaus schwieriger aus dem Rucksack holen, als sie dann heraus war legte ich sie Verena um die Schulter. Ich kniete mich ihr gegenüber, die Tupperdose auf den Knien fest umklammert. “Ich dachte daran ein paar der Überreste von Moon in die Winde zu verstreuen, kein Pferd sollte gefangen sein, so können wir sie wenigstens im Tode den Winden anvertrauen. In der Tupperdose vielleicht nicht allzu elegant, aber solange es uns nicht stört” Ich grinste etwas, dann half ich Verena auf die Füße. Der Rand der Klippe war nicht weit weg, langsam setzten wir uns dort hin die Beine baumelnd. Mein Herz schlug mir dabei bis hoch zum Hals, Höhenangst vertrug sich nicht ganz mit diesem Vorhaben. Thjalfe kam uns hinterher “Thjalfe, steh!” ich wollte nun nicht den Tod meines neuen Pferdes riskieren.

      Verena
      “Danke”, murmelte ich als er die Decke auf mich legte. Gespannt schaute ich ihm dann zu, wie er eine Tupperdose aus dem Rucksack kramte und mir erklärte, was er damit vor hatte. Ich nickte und wir rutschten nach vorne zu den Klippen. Erst als Svejn Thjalfe anfuhr merkte ich, dass er sich zu uns Gesellen wollte. “Wir könnten uns auf seinem Rücken setzen, ihn ein wenig weiter nach vorne führen und dann die Asche verstreuen, dann ist die Verbindung zwischen uns und den Pferden stärker” schlug ich vor und Svejn nickte. Er gab mir den Zaum mit dem ich den braunen Hengst wieder aufzäumte, ehe Svejn sich auf den Rücken schwang und ich den Hengst näher an die Klippen führte. In einigen Abstand zum Abgrund stellte ich ihn parallel und hielt ihn dann gut fest, auch wenn er keine Anstalten machte sich zu bewegen. “Jetzt bist du dran”, sagte ich seufzend zu Svejn und sah wartend zu ihm nach oben.

      Svejn
      Ich stabilisierte mich auf dem Rücken des Hengstes, griff nach der Tupperdose, die mir Verena reichte. Dann hielt ich ihr meine Hand hin, erst schien sie zu zögern, schwang sich dann aber mit meiner Hilfe auch auf Thjalfe. Dieses Mal saß sie nicht direkt hinter oder vor mir, ich hob sie mir der Einfachheit halber einfach quer auf den Schoß. Mein Blick ging hinaus auf das Meer, hinauf zum Mond während meine Hände den Deckel der Dose zu öffnen begann. “Es soll ja Kulturen geben, die Asche ihrer geliebten Tiere und Vorfahren Essen. Eigentlich ist das verstreuen von Asche wohl auch verboten, aber wer sollte uns schon verraten?” Mein Blick halb nach hinten gerichtet, suchte ich nach Verenas Hand dirigierte sie mit zur Dose.Ich prüfte noch einmal den Wind, wäre nicht sonderlich Vorteilhaft, wenn wir die ganze Asche später selbst ins Gesicht bekommen würden.
      Mir stand der Sinn nach besonderen Worten für Moon, aber mein Hirn schien jetzt wie weg gepustet, mir wollte nichts einfallen. Zusammen entließen wir schlussendlich die Asche in den Wind, für einige Sekunden stand sie in der Luft ehe sie sich verteilte. Meine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln “Gute Reise mein Freund.” im Geiste sah ich Moon wie ich ihn von Sarahs Bildern kannte. Muskulös, scheinendes Fell und eine wallend,lockige Mähne wie er mit kräftigen Galoppsprüngen den Bifröst hinauf rannte. Eine milde begann sich über meinen Geist zu legen, im Grunde war es gut das er sich nicht länger zu quälen brauchte. Ich hatte meine Hand auf dem Oberschenkel abgelegt, spürte die Ränder der Dose unangenehm an meiner Hand, noch deutlicher jedoch Verenas Hand auf der meinen. “Irgendwie doch ein wenig unspektakulärer als ich es im Kopf hatte.” flüsterte ich entschuldigend lächelnd. Verena erwiderte nichts, ich sah nur die Hälfte ihres Gesichts wahr in der Dunkelheit, konnte aber das deutliche weiß ihrer Zähne erkennen. Ich schluckte, das Lächeln verschwand von meinem Gesicht als ich sie beobachtete. Mein Hirn kam mir abhanden, sie sah wunderschön aus in diesem Licht und mir kam eine Erkenntnis - sie war mir nicht egal. Trotz der strikten Abneigung gegen jegliche Beziehung, hatte ich es geschafft Gefühle für sie zu entwickeln. So widerholte ich meinen Fehler vom Nachmittag, strich mit der Hand ihren Rücken hinauf, fand meine Hand in ihrem Nacken wieder als ich ihre Haare aus dem Weg strich. Die Tupperdose fiel auf den Boden, ich dankte Thjalfe für sein starkes Nervenkostüm,wünschte es mir auch da mein Atem zitterte als ich Verena in den Nacken küsste. Als sie den Kopf leicht in meine Richtung drehte, legte ich kühn meine Lippen auf die ihren wohlwissend das ich damit einiges zerstören könnte.

      Verena
      Eigentlich hatte ich Thjalfe, den ich ab sofort nur noch Alfi nannte, weil mir sein Name zu kompliziert war, nur festhalten wollen. Jetzt jedoch hielt mir Svejn seine Hand hin, damit ich auch aufsteigen sollte. “Bleibt der auch stehen?”, fragte ich den jungen Mann kurz und er nickte. Also schwang ich die Zügel über Alfis Kopf, ehe ich Svejns Hamd ergriff und er mich hochzog- jedoch nicht vor ihn, sondern auf seinen Schoß.
      Gerade als ich ihn skeptisch anschauen wollte, klackte die Dose und forderte meine ganze Aufmerksamkeit. “Machs gut….”, murmelte ich, als Svejn die Asche in die Luft streute. Auf seine Aussage mit dem Verbot reagierte ich gar nicht, da das Rauschen des Meeres mich zu sehr ablenkte. Deshalb merkte ich auch gar nicht, wie Svejn mit seiner Hand meinen Rücken hinauf fuhr und mir die Haare aus dem Nacken strich. Erst als die Tupperdose auf den Boden fiel, zuckte ich zusammen und schaute in seine Richtung. Ohne es vorher anzukündigen, okay er hatte mich vorher schon in den Nacken geküsst, drückte er seine Lippen auf die Meinen. Von da an Ständen meine Gedanken Kopf. Erst nach ein paar Sekunden, die Svejn wohl zum Verzweifeln brachten, erwiderte ich seinen Kuss leicht. Nach einer Weile immer fordernder, wobei ich gar nicht bemerkte, dass Alfi den Kopf zum Fressen gesenkt hatte und ich immer weiter herunter rutschte. Natürlich hielt ich mich so lange an Svejn fest wie ich konnte, ehe wir beide mit einem rumsen auf dem Boden landeten. Alfi hob nur den Kopf und ging einen Schritt zur Seite, fraß dann einfach weiter. Stockend atmete ich, während ich Svejn betrachtete, der etwas verwirrt über mir lag und sich zu überlegen schien, ob er mich nochmal küssen oder aufstehen sollte.

      Svejn
      Aufstöhnend gruben sich meine Hände linksund rechts von Verena in die bröckelige Schicht aus Stein und Erde,mein Kopf blieb an ihrem Schlüsselbein vergraben. Im fallen oder eher als wir den Hals von Thjalfe hinab rutschten hatte sich unsere Lage geändert, Verenas Knie erkundete dabei Regionen die äußerst Schmerzhaft waren. “Willst du Rührei aus mir machen?“ grunzte ich im Laut des Schmerzes, wenn ich es auch mit Humor nahm. “Oder ist das deine Rache?“ sie hatte meinen Kuss erwidert,wieso sollte sie dann Rache üben sollen? Da sie keine Antwort gab sondern einfach nur zu lachen anfing,wusste ich das sie mir meine Kühnheit nicht böse nahm. Ich strich mir selbst ein paar der Haare aus dem Gesicht, richtete mich langsam auf und half anschließend auch Verena auf -schwungvoll. Ihre Arme waren zwischen mir und ihr eingeklemmt “Lass uns zurück nach Hause,meine Finger werden klamm außerdem…“ flüsterte ich,ließ den Satz dann jedoch unausgesprochen,schenkte ihr nur einen weiteren kurzen Kuss auf die Lippen,ließ sie unbefriedigt stehen und lachte als ich ihr enttäuschendes Gesicht sah. Mit fahrigen Fingern warf ich die Decke auf Thjalfes Rücken den Rucksack nahm ich vorn an der Brust und zog mich wieder auf den Rücken. “Starrst du weiter Luftlöcher oder kommst du?“

      Verena
      Völlig perplex zog ich mein Bein unter seinem Körper weg. “S.. Sorry”, murmelte ich und versuchte unter ihm aufzustehen, ehe er noch etwas sagte, auf das ich nur kurz lachte und ansonsten den Blick schweifen ließ. Alfi stand noch immer da wo er eben gestanden hatte, was sehr gut war. Nun stand Svejn endlich auf und zog mich gleich mit hoch, klemmte jedoch meine Hände zwischen seinem und meinem Körper ein, ehe er mich kurz küsste. Genau dann, als ich den Kuss erwidern wollte, machte er einen Schritt nach hinten. Schmollend blieb ich stehen und sah ihm zu, wie er Alfi die Decke auf den Rücken warf. Mein Blick war derweil wieder aufs Meer gewandert, es war so schön hier, fast noch schöner als in Kanada. “Starrst du weiter Luftlöcher..”, hörte ich Svejn sagen, ehe ich mich umdrehte und zu Alfi ging, auf dessen Rücken ich mich dann auch schwang. Dieses Mal saß Svejn vorne, so dass ich mich an ihm festhalten musste, um nicht herunter zu fallen denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet und wir könnten ein kurzes Stück traben. Trab war immer noch meine schwächste Gangart, weshalb ich mich ordentlich an dem Mann festhalten musste, um nicht von Thjalfes schwungvollen Trab heruntergeschmissen zu werden.
      Am Hof angekommen stellten wir Alfi weg, schauten kurz nach Stormi und gingen wieder in die Wohnung, wo es wohlig warm war. Dann schaute ich grinsend zu Svejn, ehe ich auf eine Reaktion von ihm wartete.

      Svejn
      Alisdair schien wieder den Kamin angeworfen zu haben, denn nur dann war mein kleiner Bungalow wirklich so warm, die Heizung reichte dafür nicht. Morgen müsste ich ihm dafür unbedingt danken. Jetzt jedoch sah ich zu Verena, die mich aufmerksam beobachtete, sie schien etwas zu erwarten. In dieser Haltung erinnerte sie mich an eine Löwin auf der Jagd, die ihre Beute mit festem Blick fixierte um keine Reaktion von ihr zu verpassen. Notorisch langsam zog ich mir die Schuhe von den Füßen, die zwei Schichten Jacken aus und den Rucksack natürlich auf den Boden zurück.
      Erst dann trat ich auf sie zu, küsste ihr wieder den Nacken, die Lippen. Im Grunde sollte ich hier stoppen, denn wohin es führen würde war uns beiden Glasklar. Verena schien mich jedoch nicht abwenden zu wollen, während sich meine Hand unter ihr Shirt schob. “Würdest du mich…” ein weiterer Kuss auf ihre Lippen unterbrach mich wieder “ mit zu deiner Ranch nehmen?” die Frage, die mir den ganzen Tag durch den Kopf gegangen war lag mir nicht länger ohne unterlass auf der Zunge. Sollte sie mich wirklich bei sich haben wollen, konnte es vielleicht zu Problemen kommen.

      Verena
      Erst als Svejn sich langsam auszog, spürte ich die wohlige Wärme, die in dem Bungalow herrschte. Auch ich zog meine Stiefel und die warme Jacke aus und beobachtete den jungen Mann dabei, wie er den Rucksack wegstellte und auf mich zu kam. Als er meinen Nacken küsste, zog ich instinktiv die Schultern hoch. Ich hasse das. Mein Ärger war aber schnell verflogen, da seine Lippen die Meinen fanden und ich den Kuss sanft erwiderte. Viel zu früh löste er sich von mir, doch seine Hand unter meinem Shirt deutete etwas völlig anderes. Umso verwirrter war ich dann, als er mich fragte, ob ich ihn auf meine Ranch mitnehmen würde. Kurz überlegte ich, ehe ich sarkastisch meinte: “Caleb ist ja jetzt eh weg, Hilfe kann ich gut gebrauchen… Nein… Wie meinst du das?” Sanft legte ich meine Hand auf seine Brust, natürlich über sein Shirt, um ihn ein kleines Stück nach hinten zu schieben, ehe ich auf eine Antwort wartete. Jetzt musste er mir wirklich erklären, wie er das meinte.

      Svejn
      Fieberhaft marterte mein Hirn über eine Antwort, denn da gab es im Grunde ziemlich viele. “Als ich in dieses Land kam war ich verlobt,überzeugt bis zum Winter verheiratet zu sein. Kaum das ich den Fuß auf schottischen Boden gesetzt hatte, fiel alles auseinander. Ich wohne auf einem Rinderhof,lebe in einem Bungalow und meine Pferde stehen auf provisorischen Paddocks. Der Versuch Sarahs Trainingszeug zu übernehmen,ich will nicht sagen das ich komplett gescheitert bin,aber es fehlt mir manchmal einfach an Wissen.“ Meine Hände waren nun vor mir in der Luft, eine legte ich nun in ihren Nacken “Du bist hier aufgetaucht,hast mir dein Wissen und dein Pferd anvertraut..“ hier stockte ich nicht,doch hatte sie mir auch sich selbst anvertraut,viel mehr als ich gedacht hätte. “Würdest du mich mitnehmen,könnte ich an deinem Wissen teilhaben, dir auf der Ranch unter die Arme greifen und nebenbei ein anderes Land zu Pferd erkunden. Ich hasse Schottland nicht,aber im Moment kann ich es nicht als Heimat ansehen. Außerdem..“ Mit der Zunge fuhr ich mir über die vom Reden trocken gewordenen Lippen,die Worte die mir in den Sinn kamen verließen meinen Mund jedoch nicht,nur in meinen Gedanken hallten sie nach. Außerdem bist du mir nicht egal. “...fällt mir hier nach Moons Tod wahrscheinlich die Decke auf den Kopf. Ich wollte auf ihn aufpassen und habe versagt.“ belog ich sie und mich selbst. Reine Lüge war e jedoch nicht.

      Verena
      Gebannt hörte ich ihm zu, nickte ab und zu und lächelte sanft. “Pferde zu fliegen ist ganz schön teuer, ich habe Connections bei der Fluggesellschaft, eventuell bekomme ich deine Pferde billiger nach Kanada”, erklärte ich ihm und überlegte kurz. “Einen weiteren Helfer kann ich gut auf der Ranch gebrauchen”, murmelte ich. “Und du wirst dich bestimmt unter den ganzen Leuten wohlfühlen, kennst du eigentlich alle?”, fragte ich dann und er verneinte. “Gut, da wären also Alexis, meine Cousine, sie ist Auszubildende als Pferdewirt in Haltung und Zucht. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Stuten und Fohlen, aber auch um die Henhste und trainiert die englischen Reitweisen. Sie erkennst du sehr gut daran, dass sie viel plappert. Dann wäre da Aaron, ein echt netter Bursche. Er trainiert die Pferde in Dressur und Springen, aber auch in Military und Galopprennen. Nun würde ich dir von Caleb erzählen, aber der ist ja zur Zeit weg… Also erzähl ich dir von Aliena. Sie macht eine Ausbildung als Pferdewirtin in Spezialreitweisen Western, weshalb sie auch eher die Westernpferde reitet. Hmm dann wäre da Riley. Er ist noch nicht lange bei uns, wird aber vermutlich bald auch weiter reisen. Wenn du seine Geschichte Geb
      Nauer erfahren willst, frag ihn auf der Ranch selbst danach”, lachte ich und holte mir etwas zu trinken. “Willst du auch?”, fragte ich ihn und er nickte, weshalb ich ihm auch etwas Orangensaft in ein Glas schüttete. Dann wäre da noch Amy Lee. Die haben wir auf einem Turnier kennen gelernt, sie ist ja auch erst 16. auf jeden Fall hilft sie auf der Ranch wo sie kann und geht ansonsten noch zur Schule.”, erklärte ich ihm und knuffte ihn in die Schulter. “Jetzt kommen wir zum spannenden Teil, setz dich lieber, es wird gefährlich “, sagte ich lachend und konnte in seinem Blick erkennen, dass er mir nicht glaubte. “Wir haben außerdem auf der Gips Reminder Ranch 4 Jugendliche aus einem nahen Gefängnis aufgenommen.” Nun klappte seine Kinnlafe runter. “Das musst du mir genauer erklären”, sagte er zu mir und sah mich fragend an. “Ist eine lange Geschichte, aber in Kurzform schnell erzählt. In einem nahe gelegenen Gefängnis konnten sich Ranchbesitzer anmelden, um jugendlichen Straftätern ein befristetes Zuhause zu geben. Sozusagen wenn jemand noch 1 Jahr absitzen muss, kann er 1 Jahr auf eine Ranch gehen, da arbeiten und und und..”, Svejn nickte. “Ich habe 4 aufgenommen. Bellamy, Octavia, Finn und Murphy. Bellamy und Octavia sind Geschwister, die würden wohl von einem Mann bedroht und Bellamy schoss auf ihn. Genaueres weiß ich nicht, auf jeden Fall sind die beiden dann im Gefängnis gelandet… Bellamy wird schnell aufbrausend… Besonders bei Sachen die seine Schwester betreffen, bleib du als Kerl am Besteb von O weg, wenn du keinen Stress mit Bellamy willst”, erklärte ich ihm lachend. “Dann wäre da noch Finn & Murphy, sie sind beide Diebe. Mit Finn wirst du keine Probleme haben, aber pass mit Murphy auf. Finn und Bellamy hegen einen Hass gegen ihn, nur Octavia scheint ihn gut leiden zu können. Also Merk dir, wann immer Bellamy, Finn und Murphy aneinander geraten, geh sofort dazwischen”, erklärte ich ihm mit Nachdruck. “Noch Fragen zu den Mitarbeitern?”

      Svejn
      Ich musste lachen,nicht wegen der Häftlinge,sondern wieleicht eine einzige Frage uns von dem angebracht hatte was wir vielleicht getan hätten. “Unzählige,aber ich kann sie sicherlich auch beantwortet kriegen wenn ich dich begleite nach Kanada. Die Arbeit auf einer so großen Ranch macht mich neugierig. Das Projekt mit den Jugendlichen ist wirklich gut,bin gespannt ob sie nach dem Jahr nicht wieder rückfällig werden.“ Ich konnte mir vorstellen das gerade den Dieben die Rückfälligkeit schwerer fallen würde. “Auf der Rennbahn hatten wir auch zwei,die durften allerdings nur Scheiße schaufeln. Einer ist irgendwann abgehauen, was aus dem anderen wurde konnte ich nicht verfolgen,da bin ich dann gegangen.“
      Es wurde ein langer Abend den wir vertieft in Gespräche verbrachten, über Kanada,das Ranchleben,Dinge die sie mir unbedingt zeigen wollte. “Es wird sicherlich zwei Wochen dauern bis alles erledigt ist, willst du in dieser Zeit hier bleiben,oder lieber zurück kehren?“ Inständig hoffte ich dabei das sie bleiben würde,eine törichte Art zu denken - es wartete eine ganze Ranch die geführt werden wollte.

      Verena
      Ich nickte. “Ja, die Fragen kannst du auch auf der Ranch noch stellen.”, erklärte ich. “Ja… Ja das mit dem rückfällig werden ist so eine Sache…. Murphy und Finn bleiben noch circa 1 Jahr bei mir, Octavia und Bellamy noch locker 2.. Ist ja als wären sie im Gefängnis und würden ihre Strafe absitzen.. Aber zB Octavia macht sich wahnsinnig gut, sie reitet immer besser”, erklärte ich ihm noch begeistert. “Sie kann sogar schon eine meiner schwierigeren Stuten reiten, Wimpys Little Devil. Der Name sagt alles”, lachte ich und strich mir die Haare aus dem Gesicht.
      Wir redeten noch eine Weile über die Pferde in Kanada, bis er mir dann eine sehr wichtige Frage stellte. “Das kann ich dir jetzt leider noch nicht beantworten, da muss ich erst Alexis anrufen, wie es zu Hause aussieht. Sie waren gestern auf Turnier und jetzt habe ich 2 gekörte Hengste mehr, besonders bei dem Isländer warte ich nur darauf, dass mir die Bude eingerannt wird, der ist nicht nur farblich ein Hingucker, sondern auch von seinem Können her wahnsinnig gut”, erklärte ich lachend und zuckte dann mit den Schultern. “Wie gesagt, da muss ich erst mal mit Alexis reden”, antwortete ich ihm dann nochmal, ehe ich ein paar meiner Sachen schonmal vom Sofa in den Koffer räumte.

      Svejn
      Aufmerksam hing ich an ihren Worten fest,musste dann jedoch ein Gähnen unterdrücken. “Dann lass uns schlafen gehen,die Nacht war kurz und der Tag ereignisreich. Vielleicht schlafen wir dieses Mal länger.“ Auch Verena sah allmählich aus als könne sie ihre Augen nicht weiter aufhalten. “Außerdem kannst du dann morgen Alexis anrufen und fragen ichbin gespannt auf ihre Antwort. Soll ich helfen die Couch frei zu räumen, oder sparen wir uns das ausklappen und du kommst hier her?“ dabei klopfte ich auf die leere Seite der Matratze. Im Grunde schlief ich besser,wenn jemand neben mir im Bett lag, das war die Macht der Gewohnheit, nie hatte ich länger als eine Woche von meiner Ex getrennt geschlafen.Ich zog mir die Hose von den Hüften und das Shirt vom Oberkörper,mittlerweile war mir mehr heiß als wohlig warm,es tat gut aus der Jodpurhose zu kommen.

      Verema
      Ich lachte kurz auf. “Ja, vielleicht schlafen wir heute länger, und besser”, erwiderte ich seine Aussage und überlegte kurz. “Warum sollten wir altbewährtes nicht fortführen?”, lachte ich und zeigte aufs Bett. “Da werde ich wohl schlafen und Alexis morgen in aller Frische und mit guter Laune anrufen”, erklärte ich Svejn und tat es ihm gleich, indem ich mich bis auf mein Top und das Höschen auszog und mich unter die Decke kuschelte. “Gute Nacht”, sagte ich lächelnd und gähnte einmal. “Nacht”, sagte Svejn noch und schlief relativ schnell ein. Auch ich driftete nach einer Weile ins Land der Träume ab, wachte jedoch mitten in der Nacht einmal auf, weil mir zu warm wurde. Grinsend drehte ich meinen Kopf nach hinten. Svejn war in der Nacht auf mich zugerutscht und hatte seinen Arm um meine Taille gelegt. Ich legte vorsichtig meine Hand auf seine, bedacht darauf ihn nicht zu wecken und schlief irgendwann wieder ein.

      Am nächsten Morgen stand ich mit den ersten Sonnenstahlen auf. Langsam befreite ich mich von Svejns Arm, ehe ich aufstand und mein Handy suchte, mit dem ich sofort Alexis anrief. Leise meldete ich mich am Hörer: “Hallo Alexis.. wie siehts aus, hast du was von Caleb gehört?”, fragte ich und hörte ihr zu, ehe meine Stimme ungewollt lauter wurde, fast schrie ich ins Telefon. “Der hat was gesagt?!”, zischte ich und lief nun am Fenster auf und ab. “Und wie soll ich das deuten? Was soll ich denn jetzt machen? Verdammt ich brauch den Idioten auf der Ranch!!”, fluchte ich und hörte, wie Svejn sich aufrichtete. Wie viele meiner Schimpfwörter, die ich alle an Caleb gerichtet hatte, er mitbekommen hatte, wusste ich nicht. “Ich mach jetzt Schluss Alexis, ich melde mich später nochmal. Danke nochmal.” Frustriert ließ ich mich einfach auf die Couch fallen. Ganz gleich, ob ich mich auf meine Klamotten setzte. Hauptsache ich konnte irgendwo draufhauen, was ich auch mit der Couch machte, ehe Svejn meine Hand festhielt und mich fragend ansah.

      Svejn
      “Hey,hey Wildkatze!“ zischelte ich amüsiert als ich aus dem Bett sprang nachdem sie aufgelegt hatte. Erst fing ich die Hand sah sie an “Was ist aus dem Anruf mit guter Laune geworden? Die Couch kann für Caleb nichts, lass sie ganz und erzähl lieber was er gesagt hat.“ Ich hatte fast vergessen wie Impulsiv sie manchmal sein konnte,deswegen schwirrte mir ständig das Bild einer Wildkatze wie dem Löwen durchden Sinn. Entweder würde sie bleiben,oder um alles zu klären vor Fliegen. Allerdings hatte ich nicht das ganze Gespräch mit angehört,sodass ich auch diese Frage an Alexis nicht gehört hatte. Trotzdem sah ich das böse Funkeln in ihren Augen, wütende Tränen sammelten sich in ihren Augen,aber ich wusste sie würden ihre Wangen nie erreichen -nicht deswegen. Ich sah aber auch Enttäuschung,ob wegen sich selbst oder Caleb konnte ich nicht sagen. Diesen Caleb jedoch hatte ich gefressen, mit jedem erwähnen seines Namens wurde mir der Typ unsympathischer.

      Verena
      Als er mich Wildkatze nannte musste ich doch wieder lächeln. “Ich war am Anfang ja auch gut gelaunt, aber als Alexis mir von O’Dell erzählt hat, ist die echt in den Keller gefallen”, schnaubte ich wütend und zog langsam meine Hand zurück. Svejn leistete mir kurz Widerstand, merkte allerdings, dass ich mich beruhigt zu haben schien und ließ meine Hand los. “Caleb hat wohl gesagt, ich sei eh nur wieder nach Schottland geflogen um, halt dich fest: 1. rumzuvögeln, 2. weil ich nichts auf die Reihe bekomme & 3. kommt er erst wieder zurück, wenn ich mich bei ihm für die Backpfeife entschuldige und ihm mehr Geld zahl…”, erklärte ich Svejn und merkte, dass ich wieder wütender wurde. “Bei Gott glaub mir, würde ich den Mann nicht so dringend auf der Ranch brauchen, könnte er mich kreuzweise. Aber er weiß genau, dass ohne ihn das Training ins Stocken kommt und das nutzt er schamlos aus”, knurrte ich und haute wieder auf die Couch, ehe Svejn seine Hand auf meine legte und leichten Druck darauf ausübte, so dass ich sie nicht mehr von der Lehne heben konnte. “Der macht mich einfach fertig”, sagte ich seufzend und sah traurig zu Svejn hoch. “Er ist auch derjenige, der mit den drei Gefängnisjungs gearbeitet hat. Murphy zum Beispiel würde im Traum nicht daran denken, auf Riley oder Aaron zu hören.. die sind ihm einfach nicht stark und dominant genug, verstehst du?”, versuchte ich ihm zu erklären und seufzte wieder. “Ein paar Tage, höchstens fünf kann ich noch bleiben, dann muss ich dringend wieder nach Hause. Ich und vor allem die Ranch kann es sich nicht leisten, sollten Murphy, Finn und Bellamy doch auf die Idee kommen, irgendwas Dummes zu machen…”

      Svejn
      Es war eine aufregende Woche. Nicht nur wegen dem Transport der Pferde den wir organisieren mussten.Dank der guten Kontakte von Verena konnte ich alle meine drei Pferde mit dem Geld des verkauften Autos hinüber bringen nach Kanada. Alisdair war enttäuscht mich gehen zu sehen,trotzdem halfen er und sein Sohn mir beim Abbauen der Paddocks. Die Pferde standen nun in einem Abteil des Rinderstalls.
      Kyle lud uns am vorletztenAbend als Gäste zu einerJagd ein,bei der Verena nochmal die Gelegenheit hatte Rougar zu reiten. Auf Beteuerungen hin versprach er ihr sie zu kontaktieren falls er den Hengst je verkaufte. Mit mir war er ein wenig sauer, aber nicht weil ich so überstürzt ging sondern das ich überhaupt ging. “Mein bester Mann geht mir abhanden! Was soll ich sonst machen. Falls du wieder hier bist ruf mich an.“
      Ich sah mich in dem Bungalow um,sah wie wenig davon am Ende mir gehörte,denn meineganze Habe befand sich in nur zwei Koffern im gemieteten Transporter. Mehr Platz nahm das Zubehör der Pferde ein. Zum Frühstück waren wir jetzt immer bei Alisdair. Es kam nicht nochmal zu einem Kuss,dazu hatten wir einfach viel zu tun.Trotzdem genossen wir die Gesellschaft des Jeweils anderen,schmiedeten Pläne für die Zeit in Kanada.
      “Es ist der letzte Tag,lass uns Stormi und Thjalfe schnappen und einen letzten Ausritt wagen.Falls du möchtest kannst du Thjalfe nehmen,der Große scheint einen Narren an dir zu haben.“ Ein letztes Mal wollte ich durch die Highlands streifen,mich verabschieden. Jetzt gen Ende war ich doch traurig zu gehen.

      Verena
      Ich kam gar nicht mehr hinterher mich bei allen Leuten für ihre Gastfreundlichkeit zu bedanken, da es einfach so unglaublich viele waren. Das Essen bei Kyle war wirklich toll und die Zicke, die nicht reiten konnte, tauchte erst gar nicht auf- besser für sie.
      “Ja, lass das machen, bevor unser Flug nachher geht”, sagte ich und wir machten Alfi und Stormi fertig, ehe Svejn mir noch einmal die schöne Gegend Schottlands zeigte. “Hier ist es wirklich wunderschön”, schwärmte ich von der Landschaft, von der ich mich nur schwer verabschieden konnte, doch die Arbeit rief.
      Wieder am Hof angekommen ging alles sehr schnell. Die Pferde wurden verladen, wir fuhren zum Flughafen, die Tiere wurden sediert, eingeladen und schon ging unser Flug, währenddessen Svejn und ich viel lachten und herumalberten, ehe wir in Kanada landeten und Alexis uns überschwänglich begrüßte. Von nun an fing ein neues Leben an, nicht nur für Svejn, sondern auch für mich und die Ranch.

      20-02-2016 | Ravenna & Veija
    • Canyon
      ▲▽▲
      Saint Gorge

      Denkarium
      Mio | Geschafft von der Arbeit des Tages, ließ ich mich in meinem Zimmer auf mein Bett fallen. Trotz zwei Wochen 'Urlaub', waren diese Tage noch stressiger gewesen, als sie eh schon immer waren. Meine Hand bewegt sich zu dem kleinen Schränkchen neben dem Bett. Ich zog eine Schublade auf und holte aus dem verstaubten Fach ein kleines, in Leder eingebundenes Notizbuch heraus. Es war nichts besonderes, ich hatte es vielleicht irgendwann einmal geschenkt bekommen und nun existierte es als ein 'Denkarium', wie ich es gerne nannte, in meinem Schrank. In diesem notierte ich alles, was in letzter Zeit passiert und nun war es mal wieder soweit, die neuesten Geschehnisse zusammen zu fassen. Der Kuli klickt und kaum lag das Buch aufgeschlagen auf meinen Schenkeln, begann ich auch schon damit, mit dem kratzigen Stift über das Papier zu streichen.

      Eintrag vom 21. Mai 2016 – Eine kleine Zusammenfassung
      Kurz nachdem uns unsere Trakehnerstute Winterzauber verlassen hat und zu Bracelet nach Slowenien gezogen war, zog schon wieder ein neues Pferd bei uns ein. Diesmal war jedoch nicht ich die Schuldige, sondern mein Freund Shadow. Schon lange ist er ein großer Tekkenfan und die Rappstute April Rain war da einfach perfekt für ihn und seine Charelle. Es dauerte nicht lange nach Aprils Einzug auf dem Gestüt und die beiden Stuten waren beste Freundinnen. Ich gönne es meinem Freund, dass es so leicht gewesen war, denn ich weiß, wie schwer es ist, wenn es nicht so gewesen wäre. Was für ein verschachtelter Satz! Kurz darauf fiel bei Charly, Nico Shadow und mir die Entscheidung, uns von sechs weiteren Pferden zu trennen, welche wir bestimmt nicht leicht fertig entschieden. Mit jedem Pferd hatten wir eine tiefe Beziehung aufgebaut, hatten allerdings bereits nach kurzer Zeit schon für jedes Pferd einen neuen guten Platz gefunden. Auch Vaconda und Vintage Gold würden Winterzauber nach Slowenien folgen, während Hryða nun doch auf das Isländergestüt nach Dänemark zu meinen beiden Kolegginen Linn und Bella ziehen würde. Auch Changa, GH's Acapulco Gold und EBS Mon Amie hatten ein passendes zu Hause gefunden. Natürlich fiel uns der Abschied von so vielen Pferden schwer, allerdings wird es langsam Zeit, dass wir und auf unser Ziel konzentrieren und spezialisieren. Eine Überraschung war es auch, als ein weitentfernter Bekannter, Sveijn Àlfarsso, seinen Junghengst Braum van Ghosts verkaufen wollte. Ich kannte Braum nur von Erzählungen und Bildern, denn unter uns Pferdebesitzern wurde natürlich viel erzählt und getratscht und so fiel mir die Entscheidung nicht schwer zu sagen, dass ich den Kleinen liebend gerne zu mir nehmen würde. Es dauerte nicht lange und der Mix zog bei mir ein. Mit dem Einzug von Braum veränderte sich auch die Weideaufteilung: Excelsior und Braum würden erstmal zusammen auf eine Weide kommen und vielleicht würde unser kleiner Slaughterhorse noch hinzu stoßen, falls sich das Trio verstehen sollte. Slaughter steht zur Zeit noch zusammen mit den beiden Shettys Lambardo und Happy auf einer Weide, welche jedoch eine viel geringere Größe haben als er. Meine Valentines Jeanie steht zur Zeit leider mit California's Small Caramel Candy allein auf einer kleinen Wiese, was jedoch nicht weiter schlimm war, da wir doch tatsächlich unseren ersten Nachwuchs von Jeanie erwarten! Meine erste Stute würde unser eigenes erste Zuchtfohlen zur Welt bringen, was mich als Züchterin und Besitzerin natürlich sehr stolz machte. Außerdem konnten wir noch damit prahlen, dass die langwierige und schwierige Zusammenführung von Anaba und dem Trio Flotten von Mutanten, Ocarina of Time und Seattle's Scarlett endlich erfolgreich war! Desweiteren ist Anaba endlich bereit für ihre Krönung, dank Charly, und wird demnächst auch von Charly auf einer vorgestellt werden. Der unerwarteste Neuling von allen war mit Sicherheit eine junge Vollblutstute, welche das gleiche Schicksal wie unsere Grenzfee hinter sich hatte. Als Rennpferd geboren, als Rennpferd viel zu früh ausgebildet und als Rennpferd untergegangen, wurde sie wegen zu vielen Krankheiten HOCHTRÄCHTIG an den Schlachter verkauft. Jedoch hatte sie das Glück, dass sie vom gleichen Tierschützer gefunden wurde, welcher auch Grenzfee an uns weiter gegeben hatte. Ein Anruf und wenig später kam die Stute, mit dem bereits geborenen und zum Glück gesunden Hengstfohlen zu uns auf den Hof. Teufelstanz und ihr Fohlen Aspantau sind nun bereits gut angekommen und man merkt, dass es den beiden Tag für Tag besser geht. Auch Grenzfee schien nun endlich das Glück gefunden zu haben, denn sie durfte nun endlich wieder aufs Gras und freundete sich natürlich auf den ersten Blick mit Teufelstanz und ihrem Fohlen an, sodass die drei zur Zeit in einer unserer Offenstallungen leben. Sobald Aspantau alt genug ist, wird das junge Fohlen zu unserer Junghengstbande kommen, in der Hoffnung, dass die sich auch alle vertragen werden, denn ich konnte mir vorstellen, dass sich das eingeschworene Trio aus Sleipnir, Varys und Imagine There's No Heaven dreimal überlegen werden, ob sie ein Vollblut dabei haben wollen. Aber wir werden sehen, was die Zeit so bringen wird. Es ist immer wieder ein Geschenk des Himmels, wenn ein so junges Fohlen wie Aspantau das Licht der Welt erblickt und so unbesorgt und nichts ahnend im hier und jetzt lebt. Unser 'Problem' ist zur Zeit noch Nicos Marid, welcher allein auf einer Wiese steht. Hoffentlich wird Nico dafür bald eine Lösung finden, denn mit Chosposi, Leiðtogi und Morrigans Hidalgo versteht sich der wilde und unausgeglichene Hengst kein bisschen. Für Charly, Nico, Shadow und mich geht es in wenigen Tagen auf nach Norwegen! Endlich mal wieder raus hier und KEINE Pferde um sich, dass kann bestimmt auch mal schön sein, auch wenn ich weiß, dass ich diesen Satz bereits am zweiten Tag bereuen werde. Anouk und Aimé würden sich dann hier um die Bande kümmern und ich bin mir sicher, dass sie das auch schaffen werden. Es geht mir gut, es geht uns allen gut und dafür sollten wir dankbar sein.

      Ich schlug mein Buch zu. Was so ein Eintrag alles bewirken konnte. Während man schreibt, vergisst man alles andere um sich herum und lebt nur in dem Gekritzel auf einem Blatt Papier. Schreiben entspannte mich immer, auch wenn ich, so wie heute extrem gestresst gewesen war. Ich klappte mein Denkarium zu und verstaute es wieder in der Schublade, welche, als ich sie zuschob, eine Staubwolke hinterließ. Ich sollte mal wieder putzen, dachte ich bei mir, heute aber nicht mehr, das mache ich wann anders. Ich schlug die Bettdecke zurück schlüpfte in mein Bett und kaum lag ich, da kam meine treue Freundin Capucine zu mir gesprungen. So ein tolles Tier, dachte ich noch mit einem Lächeln auf den Lippen, bevor ich mit einer schnurrenden Katze an meiner Brust einschlief.

      20. Mai 2016 | 6.795 Zeichen | Canyon
    • Canyon
      ▲▽▲
      Tyrifjord Ranch

      Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt
      Mio | Nevada, USA - 19:37
      Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, als ich von der Red Rock Road auf den Scenic Loop Drive abbog. Trotz des frischen Westwindes von Kalifornien, arbeitete der ältere und von einer dicken Staubschicht bedeckte Jeep unter mir, als würde er jeden Augenblick den Geist aufgeben. An dieses Geräusch hatte ich mich mittlerweile gewöhnt, es war normal, vor allem bei dieser Hitze. Selbst in der Nacht sanken die Temperaturen nie unter 70 Fahrenheit, wie man hier auf diesem Kontinent so schön zu sagen pflegte.
      Links von mir tauchte nun der Pine Creek auf, welcher mich ein kleines Stückchen begleitete, bevor sich unsere Wege trennten. Mittlerweile kannte ich mich hier aus, lange hatte es nicht gedauert. Mit dem Auto oder zu Pferd, ich hatte mich an meine neue Heimat gewöhnt.
      Als sich der Scenic Loop in einem Bogen Richtung Norden wand, bog ich auf die kleinere Rock Gap Road ab. Ich merkte den Einkauf im Kofferraum, als die steinige Straße leicht bergauf ging und ich konnte mich mit all dem Eingekauften schon am verlassenen Straßenrand stehen sehen. Zum Glück würde ich nicht allzu schnell verhungern und erfrieren konnte man hier ja zu dieser Jahreszeit ebenfalls nicht. Da wir maximal einmal pro Woche in die berühmte Großstadt Las Vegas fuhren, um für die nächsten Tage Vorräte einzukaufen, war der Jeep entsprechend voll.
      Kurze Zeit später ging es dann für mich auf die La Madre Spring Road und von da aus waren es nur noch einige Meter bis zu meinem Ziel.
      Addison Moore hatte wenig freie Zeit, davon hatte ich mich in den letzten Monaten selbst überzeugen können, weshalb ich etwas überrascht war, als ich ihn und seinen treuen Gefährten Cerberus auf der Terrasse des Ranchhauses sitzen sah. Ich sah ihn nur kurz, bevor ich den Jeep etwas weiter unter den Bäumen parkte, doch sein Blick ging in die Ferne und verschwand dann in den rötlichen Felsen des Canyons.
      So gekonnt wie ich es mir vor kurzer Zeit noch nicht hatte vorstellen können, parkte ich korrekt ein, bevor ich das stickige Auto verließ.
      Mit schweren Taschen bepackt ging es für mich zum Haus, wo mich nun ein aufgeregt mit dem Schwanz wedelnder Hund begrüßte. Ich nahm mir kurz die Zeit, trotz voller Arme, um den Rüden zu begrüßen. Ich wusste wie übel er es mir nehmen würde, wenn ich es nicht tat. An meinem ersten Tag auf der Ranch hatten mich die eisblauen Augen des interessant gescheckten Louisiana Catahoula Leopard Dog eingeschüchtert, doch mittlerweile hatte ich lernen dürfen, dass Ceb der tollste Hund der Welt war, wenn man Asuka außer Acht ließ und das tat ich in letzter Zeit.
      Addison hatte sich mittlerweile aufgerichtet und mir eine der Taschen von der Schulter genommen und diese nun ins Haus trug. Ich folgte ihm und mir folgte Ceb, welcher den Geruch nach frischem Essen bestimmt schon mehrere Meilen vorher gerochen hatte. Ich hatte mich daran gewöhnt, dass Addi meistens eher stumm blieb, denn ich wusste, wenn es etwas Wichtiges gab, dann konnte auch Addison sprechen. So lange er nicht sprach, war alles gut.
      Aus der Küche wehte mir ein warmer und angenehm riechender Duft entgegen: Nudeln mit Tomatensoße, genauso wie es vor vielen hundert Jahren bei meiner Oma geduftet hatte.
      Als ich mich nach dem Abstellen der Taschen wieder erhob, wurde ich schlagartig und stürmisch von einer jungen Frau umarmt, welche ihre kraftvollen und doch zierlichen Arme um mich schlang.
      „Mio! Eine Woche habe ich dich nicht gesehen und trotzdem so vermisst wie diese Landluft hier. Wie gut du immer noch aussiehst! Der Wahnsinn!“ rief sie mit heller Stimme in mein Ohr, sodass ich dachte gleich taub zu werden.
      „Hey Heather“, sagte ich um ein vielfaches ruhiger. „Ich wusste gar nicht, dass du heute kommen wolltest?“
      Schauspielerisch entrüstet ließ sie von mir los, verschränkte ihre Arme und spitzte die Lippen, dann wandte sie sich von mir ab, nahm ihre Tasche vom Stuhl und wollte mit den Worten: „Dann kochst du eben das Abendbrot!“, den Raum verlassen. Mit einem schnellen Griff am Arm zog ich sie zu mir zurück und schob sie zum Herd. „War doch nicht so gemeint, das weißt du ganz genau!“ sagte ich lachend. „Es ist schön, wenn du da bist und außerdem weißt du, dass ich nicht so ein Kochtalent bin wie du.“ versuchte ich ihr zu schmeicheln. Heather liebte es, wenn man ihr Komplimente machte. Sei es ihr Aussehen, eine neue Bluse oder ihre Kochkünste, sie war ganz vernarrt darauf, Lob zu bekommen.
      Addison hatte sich derweilen gekonnt aus unserer Unterhaltung herausgehalten, machte sich aber nun damit bemerkbar, dass er lautstark die Teller aus dem Schrank holte. „Ich will eure Begrüßungsrituale ja nicht unterbrechen, aber meiner Meinung nach riecht es hier etwas angebrannt.“
      Heather entfuhr ein spitzer und vor allem hoher Schrei und sie drehte sich erschrocken zum Herd um, wo die Tomatensoße gefährlich dampfte.
      „Wo sind eigentlich Chill und Buck?“, fragte ich Addison, da mir gerade erst aufgefallen war, dass die beiden Zwillinge beim Geruch von Essen noch nicht in die Küche gestürzt waren.
      „Bei Jon, sie wollen irgendein „Projekt“ für die Schule machen und da muss man natürlich auch übernachten“ kam Heather ihrem Neffen Addison zuvor. Sie hatte ihren hübschen Mund zu einem ironischen Lächeln verzogen, sah dabei allerdings immer noch so schön aus wie zuvor. Mich wunderte es schon lange, dass die hübsche Frau mit den langen blonden Locken und den grünen Augen noch immer keinen Partner gefunden hatte, obwohl sie in der Blüte des Lebens stand und dazu noch in der Großstadt Las Vegas wohnte. Aber wer weiß, vielleicht wartete sie noch auf den Richtigen.
      „Wann kommen die Beiden denn wieder?“ stellte ich die Frage in den Raum. Diesmal zuckte Heather nur mit den Schultern, während Addison ein „Morgen“ brummte.
      „Ach Ad“, hatte Heather wieder etwas beizutragen „Man denkt du bist schon in Rente und hast einen Bart bis auf den Boden, dabei bist du gerade erst Anfang dreißig. Versuche jedenfalls, deinen Mund etwas weiter aufzumachen, glaube mir, das geht!“ maßregelte Heather Addison, bevor sie sich wieder dem Essen zuwandte. Ich ließ mich gegenüber von Addison, welcher sich am Tisch niedergelassen hatte, auf einen Stuhl gleiten und sah gerade noch, wie der sonst so emotionslose Addison seiner Tante ein belustigtes Lächeln schenkte, was sie natürlich nicht sehen konnte.
      Ich weiß, Charly hörte es nicht gerne, aber Nevada war meine neue Heimat.

      Charly | Buskerud, Norwegen – 12:37
      Ich hätte nie gedacht, dass Kinder in den Schlaf wiegen so lange dauern würde, mittlerweile hatte ich Erfahrung darin, was es bedeutete, die Mittagspause damit zu verbringen. Bartholomäus war von Anfang an ein recht umgängliches Kind gewesen, ich hatte jedoch keine Ahnung, von wem er das haben könnte. Ich war es definitiv nicht gewesen und das was ich von Nico gehört hatte, er auch nicht. Dafür sah der Kleine genauso aus wie sein Vater. Bereits nach zwei Wochen waren ihm die ersten goldenen Löckchen auf dem Kopf gesprossen.
      Erschöpft, obwohl erst die Hälfte des Tages geschafft war, ließ ich mich auf die Couch in unserem Wohnzimmer fallen, welches, selbst einige Monate nach dem Umzug, noch bis oben hin mit Kartons vollgestopft war. Mein Laptop stand noch offen von vorhin da, ich hatte es im Laufe des Tages einfach nicht geschafft ihn zuzuklappen und mittlerweile war der Bildschirm, wie auch die Tastatur, voller Brei. Lecker. Ich konnte noch ganz genau erkennen, welches Glas ich Bartholomäus heute aufgemacht hatte. Das war bestimmt Möhre, Kartoffel und etwas Selleriegeruch, wie mir meine Nase mitteilte.
      Mit einem Ärmel, welcher den Bildschirm erst recht noch dreckiger machte, da dieser auch nicht mehr der Sauberste war, versuchte ich die groben Reste des Mittags vom Laptop zu wischen, bevor ich ihn zu mir auf den Schoß zog.
      Es war bei mir zur Angewohnheit geworden, dass ich jede freie Minute mich vergewisserte, dass ich keine Nachricht bekommen hatte. Der erste Klick ging auf Skype, eine der besten Methoden untereinander zu kommunizieren, wenn einem die Grenzen der Länder voneinander trennten. Mio schien dies aber noch nicht verstanden zu haben, seit Wochen war bei ihr kein grünes Häkchen mehr gewesen. Auch in meinem E-Mail Postfach fand ich wie immer keine ungelesene Mail von ihr. Ich gab es nicht gerne zu, aber ich vermisste sie. Ich vermisste sie so, wie ich Shadow vermisste und vor allem fehlten mir die alten Zeiten.
      Ich wollte meinen Laptop gerade zuklappen, als die Tür aufgestoßen wurde und mein Freund Nicolaus lautstark die Wohnung betrat. Mein Mund war schon halb geöffnet, um ihn ein weiteres Mal zu ermahnen, dass er gefälligst leise sein sollte, wenn sein Sohn schlief, aber er war schneller bei mir. Mir wurde ein Kuss auf die Stirn gedrückt, dann legte seine Hand auf die Meinige, welche noch auf dem Bildschirm ruhte und drückte mit mir zusammen die Klappe nach unten.
      „Charly, du weißt, dass Mio sich erst Sonntagabend melden wird und bis dahin sind es noch zwei volle Tage. Ihr geht es gut.“ Sagte er sanft, was er normalerweise nicht allzu oft tat. Ich zog meine Hand unter seiner weg und drehte mein Gesicht zum Fenster. „Du magst sie doch kaum und wirklich kennen tust du sie auch nicht. Vielleicht ist es einfach deine Schuld, dass sie sich so selten meldet?“ Kurz nachdem ich es gesagt hatte, wusste ich, dass diese Worte Nico hart getroffen hatten. Noch bevor ich die erste Träne in seinen Augen schimmern sah, war ich aufgestanden und hatte ihn umarmt. „Es tut mir leid, es tut mir leid“, versuchte ich das Gesagte wieder gutzumachen, allerdings hatte ich es trotzdem gesagt.
      Nico umarmte mich, allerdings war diese etwas steif. Ich hatte ihn verletzt und obwohl ich wusste, dass er sich selbst große Vorwürfe machte, hatte ich die Schuld auf ihn geschoben.
      Nach einiger Zeit in der Umarmung löste sich Nico von mir und zog mich zu sich aufs Sofa.
      „Charly, ich vermisse mein Füchschen genauso wie du es vermisst und auch wenn du es mir nicht glaubst, Shadow und Mio waren seit langem die beiden einzigen Freunde, die ich je besaß. Shadow werde ich nie wieder sehen und Mio ist auf der anderen Seite der Welt mit der Hälfte unserer Pferde. Fast hätte ich hier alles hingeworfen, weil mir der Gedanke, dass ich versagt habe, einfach nicht aus dem Kopf ging. Doch jetzt habe ich ein neues zu Hause gefunden, habe einen Sohn und ich habe dich. Das ist das Wichtigste.“ Er schloss seine Rede und blickte mir tief in die Augen. Ich hielt seinem Blick stand und wusste, dass er Recht hatte.
      „Du hast Recht. Mio holen wir schon irgendwann wieder zu uns.“
      Ein weiterer Kuss, dann zog mich Nico wieder auf die Beine. „Wann hast du eigentlich deinen letzten Ausritt gemacht?“
      Gute Frage, dachte ich, das war definitiv schon länger her. „Du weißt, dass ich schlecht einen Ausritt machen kann, während Bart schläft, oder?“
      „Teo ist mir noch was schuldig und außerdem muss er sowieso mal ne Pause machen, der steht seit heute Morgen um sieben im Stall.“

      Teodor war die Gutmütigkeit in Person und auch wenn er manchmal grober wirkte als er war, konnte man sich eine Tyrifjord Ranch nicht ohne ihn vorstellen. Obwohl er schon etwas älter war und eigentlich schon längst in Rente hätte gehen müssen, schuftete er Tag für Tag im Stall und das nicht zu knapp. Nico und ich wären ohne ihn schon längst verzweifelt.
      Teo hatte ein Händchen für Kinder und vor allem für Pferde, weswegen es auch nicht allzu lange dauerte, bis mein Nico den alten Herren von einer kleinen Mittagspause in unserer Wohnung überredet hatte.
      Die Tyrifjord Ranch besaß eine ganz andere Aura als Saint Gorge, ließ einem viel mehr Raum und bot natürlich auch den Pferden viel mehr Platz. Nachdem sich auf Saint Gorge so vieles verändert hatte, waren wir froh gewesen, die Möglichkeit eines neuen Gestüts zu bekommen und das war es gewesen. Ein alter kleiner Hof, mit einer neuen Reithalle, einem kleinen Reitplatz, einem Roundpen und natürlich einem Stall, der mehreren dutzend Pferden Platz zum Leben bot.
      Mit dem Kauf der Ranch hatten wir uns allerdings auch dazu verpflichtet, dem alten Bewahrer Teodor Sjöson und seiner blinden Tochter Torun weiterhin ein zu Hause zu bieten, was für uns natürlich kein Problem war. Während wir zu dritt im Haupthaus wohnten, begnügten sich Teo und Torun wie zuvor mit dem alten Bootshaus, welches zu einem kleinen Wohnhaus umgebaut worden war.
      Nachdem ich Teo kurz in seine Aufgaben eingeweiht hatte, welche er brummend hingenommen hatte, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hauptstall, welcher am anderen Ende der Ranch stand. Für Nico stand schnell fest, welches der Pferde er auf einen Ausritt mitnehmen würde, ich musste länger überlegen. Ich war lange Zeit zu Recht sauer auf Mio gewesen, weil sie meine allerliebste Stute mit zu ihrer ach-so-tollen-Ranch genommen hatte und ich nun seitdem kein bestimmtes Reitpferd mehr hatte. Normalerweise wäre ich ja nun Grenzfee geritten, welche ich aber, laut Nico, erst wieder reiten durfte, wenn der kleine Bart nicht mehr die ganze Zeit an meiner Brust hing. Zu gefährlich, zu groß, zu wild, hieß es dann immer. Viele Pferde blieben dann ja nicht mehr, sodass ich mich für das einfachste und unkomplizierteste Pferd entschied, welches es auf unserer Ranch gab: Den Norwegerwallach Milosch.
      Nico war davon überzeugt gewesen, dass auf die Ranch ein ordentlicher Norweger gehörte und wir dringend ein Pferd für unseren Sohn brauchten, sodass Milosch der erste Neuankömmling auf unserer Ranch gewesen war. Norwegen - Norweger, wie primitiv. Nicht unbedingt sehr groß, mit dichtem Fell und typischer Stehmähne, ein Kinderpony, welches jedes Herz erweichen ließ. Ich war froh darüber ihn zu haben, denn selbst mit meinem dicken Bauch, welchen ich die letzten Monate mit mir herumgeschleppt hatte, hatte er mich noch ohne Mühe tragen können.
      Nachdem ich Milosch angebunden hatte und Nico seinen Marid, fiel ihm schlagartig ein, dass er einen Toilettengang gebrauchen könnte und verschwand schnell in Richtung Wohnhaus. Ich seufzte theatralisch. Ich verstand einfach nicht, warum ausgerechnet Nico es nicht schaffte, kurz ins Gebüsch zu gehen.

      Ich hatte das warme Fell der Pferde, den Staub aus diesem und den Geruch des Strohs vermisst, schon lange hatte ich mir nicht mehr die Zeit genommen, einfach ein Pferd zu putzen und zu striegeln, es waren einfach zu viele andere Dinge wichtiger gewesen.
      Als ich an das kleine Stutfohlen dachte, welches Jeanie vor kurzem zur Welt gebracht hatte, schwenkten meine Gedanken wieder unabsichtlich zu Mio. Excelsior und Jeanie waren immer ihre Lieblingspferde gewesen, auch sie hatte sie einfach zurückgelassen. Wie konnte sie nur so einen Stimmungswechsel gehabt haben?
      Ich schüttelte mir diesen Gedanken wie eine lästige Fliege aus dem Kopf und konzentrierte mich weiter auf meine Arbeit, denn immerhin wollte ich Teos Nerven nicht allzu lange beanspruchen.
      „Dieser blöde sprechende Papagei! Ich weiß, warum ich mich dafür entschieden habe, mein Leben mit Pferden anstatt mit Vögeln zu verbringen!“ Lautstark kam Nico zurück in den Stall gestapft, um eine Hand eine weiße Binde, durch welche das Blut auf den Stallboden tropfte. „Wie oft habe ich Petyr schon gesagt, dass dieser olle Vogel nicht frei herum fliegen soll, der ist lebensgefährlich! Und vor allem hat er nichts auf der Toilette zu suchen.“ beschwerte er sich, während er auf seinen brav wartenden Marid zulief. Marid, auch Vad genannt, schien der Einzige, welcher wirklich Mitleid mit Nico zu haben schien. Asuka, welcher hinter Nico hinterher getapst kam, Milosch und auch ich, schienen es toll zu finden, dass Nico endlich mal Parole geboten wurde. Normalerweise war Nico immer der Wortführende und der sprechende Papagei Napoleon hatte seine Freude daran gefunden, Nico über all aufzulauern.
      Mitfühlend stupste der sonst so grobe Vad seinen Freund, wie ein Hund sein Herrchen, an und es fehlte nur noch, dass er diesem mit seiner Pferdezunge übers Gesicht leckte. Mich schauderte es bei diesem Gedanken.
      "Der Vogel ist toll und ich habe nichts dagegen, dass er sich frei bewegen darf. Es gibt so selten Papageien, welche nicht in einem Käfig eingesperrt sind." meinte ich hämisch grinsend zu Nico, welcher nur etwas Unmissverständliches brummte und sich dann Vad zuwandte.
      Nachdem die Pferde gesattelt waren (und Nico mich mit Schutzweste, Reithelm und Handschuhen ausgestattet hatte (er fand es kein bisschen übertrieben)) saßen wir vor dem Stall auf und begannen unseren kleinen Ausritt. Irgendwo war es bestimmt süß, dass Nico nicht vor mir reiten wollte, um mich nicht aus dem Blick zu verlieren und ständig darauf achtete, dass es mir gut ging. Allerdings musste ich mich anstrengen, keinen Streit vom Zaun zu brechen. Bevor Nico Vater geworden war, hatte er jeden Scheiß mitgemacht, sich einen Dreck um unsere Sicherheit geschert und mich sogar dazu überredet Dinge zu tun, welche ich nie getan hätte. Ich vermisste die alten Zeiten.
      "Hast du heute Petyr eigentlich schon gesehen?" fragte ich Nico, um mich auf andere Gedanken zu bringen, als die Vergangenheit und den nun überfürsorglichen Nico.
      "Klaro, in aller Frühe im Stall. Er ist allerdings vorhin mit diesem Superhelden Richtung Süden geritten. Der wollte auch einen Ausritt machen, bei diesem Wetter."
      "Der Friese heißt Batman", korrigierte ich.
      "Batman, Superman, Spiderman, das ist doch alles das Gleiche." meinte Nico achselzuckend. Ich verkniff mir einen Kommentar, denn für mich war es nicht dasselbe. Früher hatte ich alle Comics und Filme auswendig gekannt, in welchen ein Superheld drin vorkam.
      Unser Weg führte uns am Ufer des Tyrifjords entlang, ein Stück über sandigen Boden, bevor dieser einem Trampelpfad wich. Der Weg war bereits von vielen Hufen ausgetreten und eben geworden, sodass es ein angenehmes Reiten war. Leider hatte der Fjord auch seine Nachteile. Vor allem im Sommer gab es hier Mücken im Übermaß und viele der empfindlicheren Pferde mussten deswegen auf den Weiden Decken tragen, um nicht völlig zerstochen in die Box zurückzukommen. Mittlerweile hatten wir uns angewöhnt, die Pferde nachts auf die Weiden zu bringen, wenn es nicht mehr so schwül war und der auch des Öfteren der Regen vom Himmel kam.
      Stumm bogen Nico und ich wenig später in den Wald auf der anderen Seite der Landstraße ab, wo ich meinen Freund auch davon überzeugen konnte, etwas zu traben. Milosch war hart im Nehmen und zuckte nur dann zusammen, wenn einje der nervigen Insekten ihn in blöde Stellen stach. Vad allerdings hatte mehr zu kämpfen. Der Shagya-Araber war manchmal richtig verweichlicht, auch wenn er immer wie ein übercooler Macho tat.
      Der Wind der mir entgegen kam verjagte die Mücken von meinen Beinen und ließ mich den Ritt jedenfalls etwas genießen. Als Milosch mir auch noch den Galopp anbot, kam ich ihm die Hilfen und er sprang in den Galopp um. Ich konnte hinter mir Nicos Rufe hören, auf welche ich allerdings nicht achtete, sondern den Wallach einfach weiter vorwärts trieb. Ich hatte dieses Gefühl der Freiheit vermisst. Viel zu sehr hatte ich mich in den letzten Tagen und Wochen auf den kleinen Bartholomäus konzentriert, aber ich wusste jetzt, dass ich mich seinetwegen nicht davon abhalten sollte, mich weiterhin mit Pferden zu beschäftigen.
      Erst kurz vor unseren ersten Weiden parierte ich wieder in den Schritt durch. Nico hatte sich während des Galopps an meine Fersen geheftet und ich sah, wie er erleichtert aufatmete.
      "Das hättest du nicht tun sollen, wer weiß, was alles passiert wäre!" meinte er vorwurfsvoll. Anscheinend hatte mir der Ritt Selbstbewusstsein und meine sonst so schnippische Zunge zurückgegeben, denn ich wehrte mich gegen Nicos Worte.
      "Halte dich gefälligst von nun an daraus! Ich sitze zehn Jahre länger im Sattel als du und noch nie, NIE ist etwas Schlimmeres passiert. Ich verstehe dich, wenn du dir Sorgen machst, aber das ist zu viel! Komme auf den Boden der Tatsachen zurück, sonst denke ich darüber nach, ob ich doch noch zu Mio nach Nevada ziehe, wenn du mir hier das Leben zur Hölle machst." Ich hatte es getan, ich hatte ihm meine Meinung gesagt. All das, was ich in den Hintergrund gedrückt hatte, zum Wohle unserer Beziehung, und was jetzt erst durch den Galopp wieder ans Licht gerückt ist. Ich war stolz auf mich und sah es al mein Recht an. Auch wenn es irgendwo weh tat, denn bis jetzt hatten wir erst einmal einen Streit aushalten müssen, vor knapp neun Monaten, als ich ihm erzählt hatte, dass ich schwanger war.
      Ich wendete Milosch ab und trieb ihn im Galopp zurück zum Stall. Ich preschte an den Weiden vorbei, dann auf der Landstraße entlang, auf welchen laut die Hufeisen von Milosch prallten und dann die Einfahrt zum Stall hinauf. Erst vor dem Stallgebäude bremste ich Milosch ab, welcher wie immer alles getan hatte, was ich von ihm wollte. Das war mal Liebe.
      Ich band Milosch an seiner Box fest und zog dann den neuen Westernsattel von seinem Rücken, welchen wir uns extra für ihn angeschafft hatten. Nach dem Überputzen entließ ich ihn in seine Box, pfiff Asuka zu mir, welcher brav wie immer im Heu gewartet hatte und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Wohnhaus. Ich nahm extra den Weg am Ufer des Tyrifjords entlang, um Nico nicht begegnen zu müssen, welchen ich auf der anderen Seite der Weiden erkennen konnte.
      Klar hatte er irgendwo recht, dass ich beim Reiten jetzt nicht mehr nur mein Leben aufs Spiel setzte, sondern auch das unseres Sohnes, aber er musste mich deswegen nicht wie ein rohes Ei behandeln und das musste er lernen.
      Als ich unseren Hof betrat, sah ich Teodor auf der Bank vor dem kleinen Teich sitzen. Bart lag im Kinderwagen und schien immer noch seelenruhig zu schlafen.
      "Schläft er immer noch?" fragte ich flüstern, als ich mich neben Teo auf die Holzbank fallen ließ.
      "Immer noch ist gut, der war vorhin eine halbe Stunde wach und hat mir die Ohren vollgeheult, was bin ich froh, dass ihn die frische Luft wieder zum Schlafen gebracht hat."
      "Oh man, danke Teo, ich bin dir was schuldig! Ich kann ihn jetzt wieder übernehmen." sagte ich schuldbewusst.
      "Du siehst erholt aus, mein Kind", sagte Teo nur. "Hat dir der Ausritt gefallen?"
      "Ja sehr, er hat endlich alle überflüssigen Gedanken aus meinem Kopf befreit, ich fühle mich viel besser." sagte ich wahrheitsgetreu
      "Dann geh´ wieder spielen, ich packe das hier schon. Glaube mir, ich habe alleine ein Kind aufgezogen, welches dazu auch noch blind war, ich werde mit ihm schon zurechtkommen." brummte Teo.
      Ich blickte ihn erstaunt an. Meinte er das wirklich ernst? "Wirklich?" Die Skepsis in meiner Stimme konnte ich wohl etwas schlecht verbergen, denn Teo schien der Tonfall nicht ganz so gefallen zu haben.
      "Ja ja und jetzt hau ab, bevor ich es mir noch anders überlege!" meinte er trocken.
      Ein freier Nachmittag, das hatte ich schon lange nicht mehr gehabt. Ich drückte Teo, welcher sich in meiner Umarmung steif zurückhielt, und wollte gerade wieder in Richtung Stall verschwinden, als Teo mir noch zurief: "Dafür machst du mal einen längeren Ausritt mit Torun!"
      Ich hob meine Hand zur Stirn und machte diese "Ey ey Sir" Geste, oder wie auch immer man die nannte. Dann beeilte ich mich, dass ich zurück zum Stall kam.

      Mio | Nevada, USA – 04:55
      Die Arbeit auf einer Ranch war jeden Tag aufs Neue schweißtreibend und anstrengend, aber es war die beste Arbeit, die ich je getan hatte. Ich hatte schon so einiges gemacht, vom Pizzaliferanten, über Kellnerin bis zur Trainerin, aber noch nie, noch nie habe ich so das Gefühl gehabt, etwas richtig zu machen. Hier war das anders, hier war ich ich, genoss endlich mal das Leben und setzte mich für das ein, was ich schon immer gewollt hatte. Es hatte sich viel geändert, auch, dass ich jetzt des Öfteren mit einer Flasche Wein bis tief in die Nacht auf der Terrasse saß, mir lustige Geschichten von Heather anhörte und es schaffte, ganz tief in dem Ranchleben zu versinken. Trotzdem begann hier der Arbeitstag viel früher und dauerte meist auch bis zum Dunkelwerden. So klingelte auch heute mein Wecker in aller Frühe. Draußen war es noch dunkel, allerdings würde in einer halben Stunde die Sonne aufgehen, genau dann, wenn auf der Ranch die Arbeit begann. Ich hatte im Haupthaus, einem altertümlichen Ranchgebäude, ein kleines Zimmer für mich. Es lag in der hintersten Ecke des Dachbodens und jeder der Dielen kündigte durch lautes Quietschen Besuch an. Aus Südfrankreich hatte nicht viel den Weg hier her gefunden und so war das Zimmer spärlich eingerichtet, was mir allerdings recht so war. In den letzten sechs Monaten hatte ich gelernt auf alles zu verzichten, was ich nicht unbedingt brauchte. Einmal in der Woche war Waschtag, da wurde die Arbeitskleidung der letzten Woche gründlich gereinigt, bevor sie dann wieder eine Woche getragen wurde. So zog ich auch heute meine Jeans, ein Top und darüber, zum Schutz vor der Sonne, ein weites helles Hemd an. Vor allem ich mit meiner hellen europäischen Haut war gerne der erste Angriffspunkt böser Sonnenstrahlen. Es war Samstag und trotzdem saß Addison bereits am Tisch, als ich die Küche betrat, und schlürfte seinen morgendlichen Kaffee. Ich ließ mich ihm gegenüber auf den Stuhl sinken, zog eine Tasse zu mir heran und goss mir die schwarze Brühe in die Tasse, bis nichts mehr reinpasste. Auch das hatte sich verändert. Kaffee war früher nur ein ekliges Getränk gewesen, welches nur mit reichlich Milch und Zucker schmeckte. Jetzt war es das einzige, was mich an manchen heißen Tagen wach hielt und so war es zu meinem stetigen Begleiter geworden.
      "Was steht heute so an?" begann ich mit Addison ein Gespräch, als unserer beider Tassen fast leer waren. Er brauchte länger um zu antworten, schien noch zu überlegen und seine Gedanken zu versammeln, bevor er sagte: "Wichtig ist heute, dass das Wasser auf den Weiden erneuert wird. Die Wannen müssen sowieso mal wieder geschrubbt werden. Ansonsten reite ich heute gegen Mittag gen Norden zu der kleinen Herde, die wir vor wenigen Tagen entdeckt haben. Da kannst du mich begleiten, wenn du möchtest."
      Ich nickte. "Sehr gerne", meinte ich ihm Aufstehen, nahm die beiden Tassen sowie den Krug vom dunklen Holztisch und stellte beides an die Spüle. Das würde ich nachher abwaschen. Unser erster Weg führte uns, so wie jeden Morgen, zu einem kleinen Stallgebäude. Hier wohnten zur Zeit drei Fohlen, welche wir vor kurzem erst aufgenommen hatten. Die Fohlen waren bei Einfangaktionen, sogenannten Round-Ups, zu Tode gekommen und die drei Fohlen, welche dieses recht spät geboren waren, wären verhungert. Zum Glück hatten jedenfalls diese drei den Weg zu uns gefunden und auch wenn ihre Aufzucht die ersten Wochen viel Arbeit bedeutet hatte, so hatten sie sich schnell an Menschenhand gewöhnt und waren ein kleiner verrückter Sternenhaufen geworden. Bis sie an die Herde gewöhnt werden konnten, würden alle drei hier im Offenstall und später auf einer der kleineren Weiden leben. Der Stall hatte etwas Altertümliches, mit seinen verstaubten Holzboxen, den Strohballen in einer Ecke und jeder Menge Sättel und Zubehör, was man auf einer Ranch eben so brauchte. Der eine Teil bestand aus einer großen Box, mit genügend Platz für mehrere Pferde und einer Tür, welcher den Pferden die Möglichkeit bot, das sandige Paddock jeder Zeit zu nutzen. Der jüngste von den Drein war Time In A Bottle. Ein eher zurückhaltender und nachdenklicher Hengst, welcher sich mit der Gefangenschaft nicht ganz so anfreunden konnte. Der Stall war wie ein Gefängnis für ihn und selten ließ er sich drinnen blicken. Trotzdem hatte er schnell Vertrauen zu uns gefasst, was bedeutete, dass er weniger vor den Menschen Angst hatte, als vor der Enge der Box. Er war der kräftigste der Drei und verschlang bereits jetzt das meiste Futter. Im Gegenteil zu ihm, war Dawn eine überaus zutrauliche und anhängliche Stute, welche uns am Anfang jedoch die meisten Probleme gemacht hatte. Wenn sie nicht auf den Hänger wollte, dann wollte sie nicht und wenn sie mehr Milch wollte, dann versuchte sie das auch mit allen Mitteln durchzusetzen. Kämpferisch und engstirnig, antwortete deswegen unsere Devise. Der Letzte im Bunde war unser Sorgenkind gewesen. Durch irgendetwas, hatte Kwatoko bereits in den ersten Lebenstagen das Augenlicht auf der linken Seite verloren und war deswegen äußerst vorsichtig und ängstlich. Schnelle Bewegungen vertrug er gar nicht und bei ihm war es schon immer wichtig gewesen, sein Vertrauen nicht zu brechen, denn dann konnte man es nur schwer wiederbekommen. Addi und ich nahmen uns etwas mehr Zeit bei den Fohlen, putzten sie im trüben Licht des Stalls und holten dann unsere Milcheimer, welche, praktischerweise, einen Saugnippel besaßen und so die Zitzen einer Stute imitierten. Als die Arbeit im Stall beendet war, schickte mich Addison zu dem Geländewagen, mit welchem wir eine große Wasserbox zu den Weiden bringen wollten. Vier Wochen hatte es gedauert und ich hatte meinen Führerschein in der Tasche. Kein sinnloses Wiederholen und viel billiger als es in Europa war, hatte ich ihn mir von meinem letzten Taschengeld geleistet und mittlerweile fuhr ich, als hätte ich jahrelang nichts anderes getan. Täglich war der Jeep gefragt und vor allem die steilen und trockenen Buckelpisten waren die beste Übung für einen Einsteiger. Den Wassertank hatten wir bereits am Vortag mit Wasser aufgefüllt, sodass wir den Anhänger nun nur noch an den Jeep anhängen mussten, worin wir beide bereits genügen Übung besaßen. Vor allem bei den heißen Temperaturen sauften unsere Pferde die 1000l innerhalb von zwei Tagen. Als der Anhänger befestigt war, zog sich Addison, gefolgt von Ceberus dem stillen Begleiter, auf den Beifahrersitz und schlug die Tür des Geländewagens zu. Kaum saß er, gab ich bereits Gas. Ich konnte mir das immer bildlich vorstellen, wie der Jeep die trockene Steinwüste entlang preschte und hinter sich eine große Staubwolke hinterließ. Wie im Film, dachte ich dann manchmal. Wir hatten zwei große Weiden, unsere Stuten und unsere Hengste. Da unkontrollierte Zucht unter den adoptierten Mustangs laut BLM (Bureau of Landmanagement) nicht erlaubt war, musste unsere Hengstherde nun auf einer anderen Weide stehen, als ihre Stuten. Beide Weiden waren in etwa gleich groß, was bei den vielen Hektar allerdings schwer zu sagen war. Die Weiden waren sogar so groß, dass sich in der Gruppe sogar einzelne Herden abgesplittet hatten, auch wenn das richtige Herdenfeeling dank des BMI noch fehlte. Als Erstes führte uns unser Weg zu der Stutenweide. Die Wasserstelle befand sich hier in der Mitte der Koppel an einem etwas geschützten Platz, wo auch bei extremer Hitze das Wasser nicht zu schnell vertrocknete. In zwei großen Wannen schimmerte ein letzter staubiger Rest Wasser, Zeit, dass neues kam. Dank meines guten Auges, konnte ich zwischen einigen Sträuchern ein paar Stuten erkennen, welche schon sehnsüchtig auf neues Wasser warteten.
      "Das ist Quicksilvers Herde", meinte Addison, als er meinem Blick folgte. "Da hinten sind Valhalla und Atius Tirawa." Er deutete auf zwei auffällig gefärbte Stuten im Vordergrund. Kaum hatte er es gesagt, trat auch schon eine dritte Stute aus den Büschen hervor. Quicksilver war eine hübsch geschecktes Pferd mit zweifarbigen Augen und einem lebensfrohen und intelligentem Charakter, welche bereits, kurz nachdem sie auf der Ranch angekommen war, eine der beiden Herden an sich gerissen hatte und diese mit viel Anmut führte. Die Stuten hielten vorsichtig Abstand, während Addi und ich mithilfe einer Bürste die Algen und den Staub aus den Wannen kratzten, bevor wir beide mit neuem Wasser auffüllten. Als Silver und ihre Freundinnen das neue klare Wasser sahen, überwanden sie ihre Vorsicht und standen kurze Zeit später um das Wasser gedrängt. Addi und ich hatten uns etwas zurückgezogen, um die Pferde nicht unruhig zu machen. Auch dieses Mal wartete ich vergebens auf ein Zeichen von zwei Stuten, welche die weite Reise von Europa mit mir zusammen bestanden hatten. Anaba hatte vor wenigen Tagen ein Fohlen von Chosposi zur Welt gebracht und sich seitdem nur kurz zum Trinken blicken lassen. Laut Addison war es normal, dass die Stute die erste Zeit etwas abseits lebte, aber trotzdem machte ich mir Gedanken um eins meiner liebsten Pferde. Auch Flotten von Mutanten hatte die Eingewöhnung in die Gruppe gut überstanden, gehörte aber einer der Pferde an, die sich nur selten blicken ließen und eher die Nacht zum Trinken nutzten. Es war erstaunlich, was Flotte wiedereinmal für eine Veränderung durchgemacht hatte. Erst hier in Nevada war ihr richtiges Ich ans Licht gekommen und auch wenn sie immer noch nicht Reitbar war, hatte sie mittlerweile einen großen Schritt nach vorne gemacht. Als die drei Stuten wieder ihren Weg zurück in die Büsche einschlugen, stiegen auch Addison und ich ins Auto, denn auch die Hengste würden bereits auf frisches Wasser warten. Auch diese Wasserstelle hatten wir so eingerichtet, dass sie sich im Innern der Weiden an einem schattigen Platz befand, wo die Pferde in Ruhe trinken konnten, ohne Angst vor Menschen oder Autos haben zu müssen. Hier herrschte eine ganz andere Stimmung, denn auch wenn die Hengste zusammen auf einer Weide lebten, so machte doch jeder von ihnen eher sein eigenes Ding. Einen Anführer gab es trotzdem: Cloud besaß einen muskulösen, jedoch trotzdem zarten Körper, welcher ihm die Gabe verlieh, schnell und vor allem wendig zu sein. Auch wenn er nicht der Größte war, so hatte er doch das Sagen und die Hengste richteten sich auch nach ihm. Um die Senke hatten sich mehrere Pferde verteilt, geschützt von hohem Gras oder trockenen Büschen, beobachteten sie jeden unserer Schritte und als auch ihre Wasserstelle wieder mit frischem Wasser aufgefüllt war, sah ich ihnen an, dass sie alle großen Hunger hatten. Unruhig spielten sie mit den Ohren, scharrten auf dem trockenen Boden und ließen somit kleinere Staubwolken entstehen, welche von dem Westwind jedoch recht schnell weggetragen wurden. Addison und ich hatten uns bis zu dem Jeep zurückgezogen und warteten nun darauf, dass der Hengst auftauchte, welcher jedes Mal zuerst trank. Lange mussten wir nicht warten, denn einige Minuten später stieg ein schneeweißes Pferd die Senke herab und ließ seinen eleganten Kopf mit der langen Mähne zu den Tränken sinken. Nach und nach kamen nun auch die anderen Pferde hinzu, je nachdem, wie hoch ihr Rang war. Der nächsten war ein vollkommen brauner Hengst namens Silent Bay, welcher durch sein Alter und seiner Ruhe sich mit der Zeit einen Rang knapp unter Cloud erarbeitet hatte. Hinter einem gescheckten Hengst namens Frekur kam dann einer meiner Hengste, Morrigans Hidalgo und ich konnte es nicht verhindern, dass mein Herz einen kleinen Hüpfer machte. Nachdem er getrunken hatte, löste er sich auch aus der Herde und kam auf mich zu getrottet.
      "Hallo Hidalgo", flüsterte ich, als er seinen weißen Kopf gegen mich stieß und um eine Streicheleinheit bettelte. Vor allem bei ihm sah ich den Unterschied, den die Wildnis machte. Auch wenn seine Mähne ein einziger Knoten war, so hatte sein Körper jede Menge Muskulatur aufgebaut und seine Trägheit war vollkommen verschwunden. Hidalgo blieb einige Zeit bei mir stehen. In der Zwischenzeit beobachtete ich die anderen Hengste, welche nach und nach die Wasserstelle wieder verließen und ein paar Nachzügler kamen, um zu trinken. Darunter war eine kleine Junghengstbande, in welcher ich drei weitere Pferde von mir erkennen konnte. Nicht nur Varys und Imagine There´s No Heaven, auch der neuere Triumph, hatte sich perfekt in die Herde eingegliedert und so waren alle drei zu stattlichen Junghengsten geworden, welche ihr Leben in allen Zügen genossen. Als es für uns Zeit wurde aufzubrechen, kraulte ich Hidalgo ein letztes Mal hinter den Ohren, bevor ich wieder hinter das Steuer des Jeeps stieg und vorsichtig das Auto samt Anhänger wendete und zurück zur Ranch fuhr. Mittlerweile war die Sonne vollständig aufgegangen und erwärmte die Erde jede Sekunde mehr. Heute Mittag würde die Sonne die Erde so erhitzt haben, dass man barfuß nicht mehr laufen konnte. Zurück auf der Ranch sah ich als erstes Heather, welche gerade die Tür des Haupthauses hinter sich zuzog und die Verandatreppe herunter hechtete.
      "Guten Morgen Heather!" rief ich aus dem offenen Autofenster, bevor ich es auf dem Parkplatz neben dem Haus abstellte und Addison und ich aus dem Auto stiegen.
      "Ach Gott sei Dank, ich treffe euch noch", war Heather erleichtert. "Ich wollte gerade nach Las Vegas und Chill und Buck abholen, außerdem muss ich gleich darauf zur Arbeit. Ich komme wohl erst nächste Woche wieder und wollte euch noch verabschieden." erzählte sie in solch flottem Tempo, dass selbst ich Probleme hatte hinterher zu kommen. Dann umarmte sie mich kräftig, bevor sie das gleiche auch bei Addison tat. "Wir werden uns nachher wohl nicht sehen, ich schmeiße die Jungs nur raus und fahre gleich wieder. Ich werde sowieso zu spät kommen!"
      Sie rannte zu ihrem kleinen Roten, winkte uns nochmal hektisch zu, bevor sie in einem Affenzahn von der Ranch düste, den man ihr gar nicht zugetraut hätte. Ich grinste ihr hinterher und merkte gar nicht, dass mich Addi von der Seite beobachtete.
      "Du magst sie wirklich, oder?", fragte er und ich nickte nur erstaunt. Solche Gespräche mit Addi waren selten, Gespräche über Gefühle und Vergangenheit. Mir war das meist nur recht, auch ich wollte das Geschehene hinter mir lassen, aber trotzdem vermisste ich es manchmal, mit jemanden darüber reden zu können.
      Addi sprach weiter. "Sie ist wirklich eine Gute. Ich hätte das nie alles ohne sie geschafft und auch wenn sie in Vegas wohnt, so war sie bis jetzt doch immer da, wenn ich sie gebraucht habe." Plötzlich brach Addi ab, fast so, als schien er sich bewusst geworden zu sein, dass das nicht sein Stil war, über so etwas zu sprechen, und wendete sich zum Haupthaus um. "Kommst du? Ein kleines Frühstück wartet auf uns. Ich habe Hunger."

      Charly | Norwegen, Buskerud - 14:49
      Als ich zurück im Stall ankam, hatte er sich in der kurzen Zeit meiner Abwesenheit wesentlich gefüllt. Ich traf nicht nur Nico, welchem ich allerdings keines Blickes würdigte, sondern auch noch die junge Torun, sowie unsere beiden weiteren Hofbewohner Malte und Petyr. Malte und Petyr leiteten zusammen einen Ausbildungsbetrieb und waren so recht viel auf Achse. Wenn sie allerdings auf dem Hof anzutreffen waren, packten sie immer mit an. Auf ihre Hilfe war immer verlass. Petyr sattelte gerade einen großen Friesen ab. Batman gehörte dem jungen Mann und die beiden waren genauso ein Herz und eine Seele wie Marid und Nico. Torun saß in der Mitte der Stallgasse auf einem Heuballen und ließ die Beine schlenkern. Sie schien mit Malte zu erzählen, welcher in eine Schubkarre Stroh auflud. Nicos blonden Schopf konnte ich in der Box von Marid ausfindig machen, um welche ich einen großen Bogen machte. Meiner Meinung nach musste er spüren, dass er übertrieben hatte. Ich grüßte dafür umso ausführlicher die beiden jungen Herren und dann Torun, neben welche ich mich auch niederließ.
      "Ich hoffe, ich störe euer Gespräch nicht?" fragte ich Malte, welcher aber nur abwinkte und meinte: "Ich habe sowieso zu tun, alles gut."
      Als er seine Schubkarre davon geschoben hatte, fragte ich das junge Mädchen neben mir: "Du Tori, was hältst du von einem Ausritt?" Wie ein kleines Mädchen hörte ich mich vermutlich an, allerdings hatte mich der Erkundungswillen wieder gepackt und ich wollte unbedingt noch einen weiteren Ausritt machen. Pferde hatten wir ja genügend, welche etwas Bewegung brauchten. Ohne mich anzuschauen, ich war dies mittlerweile gewöhnt, antwortete mir Torun erfreut. "Wirklich? Wir können zusammen ausreiten?" Ich merkte, wie das Mädchen aufgeregt mit den Beinen zu wippen begann. Ich lachte. "Klaro, und das am besten jetzt sofort! Teo hat bereits zugestimmt, es steht uns also nichts mehr im Wege. Machst du Abs fertig? Dann treffen wir uns in zwanzig Minuten vor dem Stall."
      "Oh ja!" rief Torun wie ein kleines Kind freudig und sprang gekonnt von dem Ballen. Trotz ihrer Blindheit, welche sie durch eine Impfung in jungen Jahren langsam erlangt hatte, bewegte sie sich im Stall genauso sicher wie ein Sehender. Jahrelang hatte sie von ihrem Vater Reitunterricht auf dem großen Wallach Abs bekommen und nicht nur das Mädchen, auch das große Pferd hatten sich auf die Situation eingestellt und bei kaum etwas brauchte Torun nun noch Hilfe. Sie bewies es, in dem sie gezielt eine der hinteren Box anstrebte und dort den Riegel zur Seite schob. Sofort kam eine dunkle Schnauze hervor geschossen, welcher ihr ins Gesicht schnaubte. Ich freute mich für das Mädchen, welches trotz ihrer Behinderung ihr Leben genießen durfte. Ganz unbewusst hatte auch ich mich vor ein Problem gestellt: Welches Pferd sollte ich reiten? Ich sprang vom Ballen herunter und ging dann zu einer der Boxenseiten. Mit einer Hand strich ich an den Boxenwänden entlang, schaute in jede rein und überlegte mir ganz genau, ob ich nicht dieses Pferd reiten wollte. Viele der Pferde gehörten gar nicht uns, sondern Petyr oder Malte, sodass gar nicht mehr ganz so viele übrig blieben. Bei Jeanies Box blieb ich länger stehen, allerdings nur, um die kleine Jelda zu bestaunen, welche auf dem Boxenboden lag und sich genüsslich entspannte. Rechts und links von Jeanie und Jelda standen die beiden kleinen Ponys Excelsior und Braum van Ghosts. Excelsior sah sich als Ersatzvater und der junge Braum schien seit seiner Ankunft vor wenigen Monaten in die Stute verliebt zu sein. Leider sollte er erstmal ein Hengst bleiben, sodass wir ihm nicht die Ehre hatten erweißen können, mit der Stute zusammen auf einer Weide zu stehen. In den nächsten Boxen standen die großen Barockpferde Petyrs. Flame, Ezio, Esmeralda, Fenicio, Wild Cherry, El Montino und die kleine Sacarina. Alles wunderschöne Pferde, aber ganz bestimmt nicht das Temperament, welches mir zusagte. Da gefielen mir die beiden Friesenhengste Xinu und Batman schon viel besser, welche gleich daneben standen. Nach diesen Pferden kamen ein paar Boxen mit Jungtieren. Tysbe, Scion d'Or, Aspantau und Sleipnir. Bei dem etwas langsameren Leiðtogi sagte mein Gefühl auch nein und die beiden Vollblutstuten Grenzfee und Teufelstanz waren auch nichts für einen gemütlichen Ausritt mit Torun. Na super. Entweder war ich zu wählerisch oder wir hatten zur Zeit wirklich kaum Pferde zum Reiten. Ocarina of Time konnte ich zur Zeit auch vergessen und der Rest der Pferde waren kleine Shetlandponys, welche vor allem zum Fahren ausgebildet worden waren. Erst in den letzten beiden wurde ich fündig. Ich hatte mich lange davor gesträubt, eine der beiden Stuten zu reiten, denn nie hatte sich wer anders auf die zarten Tekkiner gesetzt, als Shadow. Er hatte seine Liebe für die orientalischen Distanzpferde entdeckt und so hatten wir es nicht übers Herz gebracht, die beiden Stuten zu verkaufen. Im Gang entdeckte ich eine vereinsamte Putzbox, welche ich mir gleich als mein Eigentum annahm und aus dieser das benötigte Putzzeug für Charelle herausholte. Nelly, wie sie immer Fürsorglich von Shadow genannt worden war, betrachtete mich etwas skeptisch, wahrscheinlich hätte sie nicht erwartet, dass ausgerechnet ich sie reiten wollte. Trotzdem blieb sie ruhig. Sie hatte sehr an Shadow gehangen und vor allem die ersten Wochen waren so für sie überhaupt nicht einfach gewesen. Ich war gerade dabei den linken Vorderhuf von Nelly vom Dreck und Mist zu säubern, als jemand zaghaft gegen die Boxentür klopfte. Ich ließ Nellys Huf fallen, richtete mich etwas ungelenkig auf und wischte mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Zum Friseur musste ich dringend auch mal wieder.
      "Hey du, möchtest du noch einen Ausritt machen?" Nicolaus stand an der Boxentür angelehnt und beobachtete mich etwas bedrückt, so als würde er es wirklich bereuen.
      Ich nickte. "Ja, etwas dagegen?" Ich machte mich bereits bereit für einen Gegenangriff, doch Nico schüttelte nur stumm den Kopf und griff dann zu meiner Hand. Erst hatte ich das Bedrängnis mich befreien zu müssen, Nico hielt diese jedoch standhaft fest und so gab ich schnell nach.
      "Nein überhaupt nicht. Du hattest Recht, ich habe übertrieben. Das wird nicht wieder vorkommen. Ich lasse dir von nun an deine Freiheit, versprochen!" sagte er und ich sah, wie eine kleine Träne in seinen Augen schimmerte. In diesem Moment überwältigte mich das Gefühl, ihn ganz fest umarmen zu müssen und das tat ich auch. Er schien erstaunt, dass ich ihm so schnell vergab, aber ich brauchte ihn, ich brauchte ihn vor allem jetzt und auch wenn ich vor kurzem noch si getan hätte, als wäre ich taff genug, so hatte ich immer irgendwo gewusst, dass ich ohne ihn nicht konnte.
      Nico erwiderte meine innige Umarmung und schien genauso erleichtert wie ich, dass wir das geklärt hatten. Wahrscheinlich hätten wir hier in der Boxentür auch noch einen weiteren Tag so gestanden, wenn uns nicht ein lautes: "Du hast ja noch gar nicht gesattelt Charly!" abrupt auseinander hätte fahren lassen. Torun stand neben uns, hatte sich wahrscheinlich so langsam angeschlichen, dass weder ich noch Nico diese mitbekommen hatten.
      "Woher weißt du das?" fragte Nico sie etwas erstaunt. Schon immer hatte er sich vieles nicht erklären können, was Torun alles schaffte. Immer wieder hatte er mich am Anfang gefragt, wie sie es schaffte, sich jeden Tag aufs Neue perfekt kombiniert anzuziehen und nicht mit gestreiften Hosen und einem gestreiften Hemd im Stall aufzukreuzen. Torun zuckte mit den Schultern. "Das merke ich", meinte sie nur. "Kommst du etwa auch mit?" ging ihre Frage an Nico. Dieser blickte mich kurz fragend mit großen Augen an und da konnte ich nicht anders, als zu nicken.
      "Ja, komme ich."

      Ein paar Minuten später standen wir zu dritt vor dem Stallgebäude. Nico hatte nicht lange mit sich fackeln lassen uns sich für die andere Stute von Shadow entschieden, April Rain. Torun ritt wie immer ihren Abs, einen großen Mix, welcher fast das größte Pferd im Stall war. Dafür war Abs das perfekte Pferd für Torun. Ruhig, gelassen und voller Verständnis für seine blinde Freundin. Perfekt mit einem bequemen Wanderreitsattel gesattelt stand er da. Torun hielt seine Zügel in der Hand und wartete darauf, dass man ihr in den Sattel half. Der aufmerksame Malte ließ deswegen seine Schubkarre stehen und ging zu Torun, welche seine Hilfe gerne in Anspruch nahm. Malte Tordenværson, ein junger Schwede, welcher bereits in jungen Jahren mit seinem Freund Petyr Holmqvist einen Ausbildungsbetrieb eröffnet hatte und seitdem um die ganze Welt reiste, um Pferde zu trainieren. Malte hatte das Aussehen eines Winkingers, blonde Haare, an den Seiten leicht gestutzt und den Rest mit einem Lederband zusammengebunden. Sein blonder Bart, war das ein Zehntagebart?, war stets gut gestutzt und saß immer perfekt. Wenn er nicht gerade Pferde trainierte, war er mit seinem schwarzen Wolfshund Geri unterwegs, oder kümmerte sich um seine Zackelschafe. Ja, Zackelschafe. Eine gefährdete Rasse, welche vor allem für ihre langen Hörner bekannt waren. Die kleine Herde stand einige Kilometer weiter auf einer Weide und dort durften sie ihr Leben genießen. Auch Nico und ich zogen uns, nachdem Torun sicher saß, in unsere Distanzsättel. Ich dankte Malte mit einem kurzen Nicken, bevor wir uns zu dritt vom Hof bewegten. Auch wenn man es nicht glaubte, auf dem Pferd bewegte sich Torun noch sicherer, von ihrer Blindheit war hier kaum noch etwas zu spüren.

      Mio | Nevada, USA - 10:49
      Nach einem gemütlichen und ausführlichen Frühstück, zogen Addison und ich unsere Stiefel wieder an und liefen zu zwei Weiden, welche etwas versteckt hinter dem Haus lagen. Auf jeder dieser Weiden standen nur zwei Pferde, zwei Hengste und zwei Stuten. Einen der Hengste kannte gut, besser gesagt sehr gut. Mein Chosposi. Cho teilte sich die Weide mit einem hübschen Hengst namens Apokalypse. Die Weiden lagen gleich nebeneinander, waren nicht so groß wie die der anderen Pferde, boten jedoch trotzdem genügend Platz, um sich frei bewegen zu können.
      Auf der anderen Weide standen die beiden Stuten. Beide waren Rappschecken, vom Charakter her aber extrem unterschiedlich. My Canyon war das private Pferd von Addison. Bereits vor vielen Jahren hatte er die verängstigte und verletzte Stute bei sich aufgenommen und mit viel Mühe zu dem Reitpferd gebracht, welches sie jetzt war. Candy, wurde sie zärtlich genannt. Die andere Stute fiel vor allem durch ihr überaus blaues Auge auf, aber auch durch ihren aufdringlichen und anhänglichen Charakter. Battle Cry und Apokalypse waren die beiden Pferde von Addisons Söhnen. Mit ihnen zusammen hatte er die Mustangs gezähmt und man glaubte es kaum, aber Buck und sein Apo und Chill und seine Cry waren so feste Freunde, wie man es wohl nicht ganz so schnell finden würde.
      Alle vier Pferde erwarteten uns bereits, als wir die Halfter von den Pfosten nahmen. Ich öffnete das Gatter zur Hengstweide, Addi das Gatter zu den Stuten. Apo bekam von mir eine ausführliche Begrüßung, bevor ich mich meinem Chosposi zuwandte. Ich hatte ihn mir als Reitpferd ausgesucht, weil ich wusste, dass ich ihm vertrauen konnte. Zärtlich strich ich ihm das Halfter über die Ohren und führte ihn dann von der Weide. Auch Addi hatte seine Candy aufgehalftert und zu zweit führten wir die beiden dann zurück zur Ranch.
      Nachdem beide Pferde gesattelt waren, stiegen wir auf und Addi führte mich von der Ranch hinunter in die verzweigte Landschaft des Red Rock Canyons.
      Erst vor einigen Tagen hatten wir bei einem unserer Rundfahrten eine neue kleine Herde wilder Mustangs entdeckt, welche wohl noch nicht allzu lange bei uns in der Gegend weilte. Addison wollte nun die Pferde zählen, sowie Aufzeichnungen machen, wer sich alles in der kleinen Herde befand.
      Cho und Candy waren mittlerweile ein eingespieltes Team und auch Addi und ich hatten gelernt, zusammenzuarbeiten.
      Als wir das schroffe Gebirge des Canyons verließen und auf dem trockenen Boden der Wüste weiter ritten, war ich froh, mir vorhin nicht nur jede Menge Sonnencreme ins Gesicht geschmiert zu haben, sondern auch den überaus praktischen Cowboyhut auf dem Kopf zu haben.
      Nachdem wir einiger Zeit einem kleinen Trampelpfad gefolgt waren, parierte Addi in den Stand durch und gab auch mir das Zeichen zum Anhalten.
      "Siehst du da vorne?" flüsterte er und reichte mir ein kleines Fernglas. Gut gedeckt von trockenen Büschen, standen drei braune Pferde einige hundert Meter vor uns. Ich nahm das Fernglas entgegen und versuchte die Pferde zu erkennen.
      "Das sind nur drei Junghengste", meinte ich, als ich Addison das Fernglas zurückgab. "Die scheinen zu keiner Herde zu gehören."
      Auch Addison warf einen Blick durch das Fernrohr, bevor er nickte und es wieder zurück in seine Tasche steckte. "Hast recht, das ist nur die kleine Junghengstherde." Einen kleinen Bogen schlagend umritten wir die drei Mustangs, um diese nicht zu stören. Wir hielten uns weiterhin nach Norden und achteten angestrengt Ausschau, nach einer Herde.
      "Vielleicht sind sie bereits weitergezogen", meinte ich Addi, als wir einen der westlichen Ausläufer des Canyons erreichten.
      "Gut möglich, aber es wäre seltsam, wenn sie ihren Weg so schnell fortgesetzt hätten. Wir reiten etwas weiter in den Canyon, vielleicht haben sie dort nach Schutz gesucht."
      Die Mittagssonne prallte auf uns und unsere Pferde und so war es recht angenehm, als die großen Wände und Steinfelsen des Red Rock Canyons uns etwas Schatten spendeten. Die Pferde waren die langen Touren durch den Canyon bereits gewöhnt und trotzdem hatten sie mit der Hitze arg zu kämpfen. Addison schien die Hoffnung schon fast aufgegeben zu haben, dass wir die Herde noch finden würden, als ich einige Bewegungen hinter einigen Steinen vor uns entdeckte. Das Tal, durch welches wir ritten, führte einen kleinen und fast ausgetrockneten Bach mit sich und so war es nicht verwunderlich, dass die Herde sich hier verstecken könnte. Diesmal gab ich Addi das Zeichen zum Stehenbleiben und deutete langsam auf einige Mustangs, welche im Schatten eine Mittagspause eingelegt hatten.
      "Das müssen sie sein." flüsterte Addi, bevor er sich aus dem Sattel von Candy gleiten ließ. Die Stute blieb ruhig stehen und Addi machte sie wie immer nicht die Mühe, seine Stute anzubinden. Schon immer hatte ich das Vertrauen bewundert, welches der Mann in seine Pferde hatte. Auch ich kletterte vorsichtig aus dem Steigbügel, überlegte kurz, was ich mit Cho tun sollte und schenkte ihm dann mein Vertrauen, dass auch er sich nicht aus dem Staub machen würde, bevor ich Addi langsam folgte. Addi bewegte sich still und langsam voran und trotzdem blieb er aufrecht. Die Pferde mussten merken, dass wir uns nicht anschlichen, also nichts Böses wollten. Der Wind wehte auf die Herde zu, ein kleiner Nachteil für uns, sodass die Mustangs uns schon recht früh bemerkten. Das erste Pferd, welches den Kopf hob, war ein hübscher, aber von vielen Narben gekennzeichneter Falbhengst, wahrscheinlich das Alphatier. Es blähte die Nüstern auf und ließ uns nicht aus seinem Blickfeld, machte jedoch keine Anzeichen abzuhauen. Er schien uns zu akzeptieren, solange wir nicht näher an seine Herde kamen. Außer dem Hengst konnte ich noch fünf Stuten erkennen, von welchen drei einen keinen Nachwuchs bei sich trugen. Auch Addison hatte sich mittlerweile auf dem steinigen Boden niedergelassen und machte sich erste Aufzeichnungen über die Herde. Aussehen, Alter und besondere Merkmale, gegliedert nach Rangordnung. Ich versuchte stetig von ihm zu lernen, denn Addison besaß ein besonderes Auge dafür, wie die Herde aufgebaut war und konnte mir genau sagen, wer von den Pferden neben dem Alphatier den höchsten Rang hatte und wer den niedrigsten. Einige Minuten saßen wir schweigend da und beobachteten die Pferde, bevor sich ganz unerwartet ein Jungtier von der Herde löste und auf uns zu getippelt kam. Es war erst wenige Wochen alt, war aber hübsch gescheckt mit blauen Augen, in welchen das Verlangen nach Abenteuer glitzerte. Einige Meter vor uns blieb es stehen, streckten den Kopf nach vorne und schnüffelte an der Hand, die ich ihm hinhielt. Das Fohlen schüttelte den Kopf, sprang ihn die Luft, drehte sich um und flitzte in einem Affenzahn zurück zur Herde, sodass ich laut auflachen musste. Addi warf mir einen warnenden Blick von der Seite zu, lächelte aber trotzdem leicht, als er sich wieder umdrehte.
      "Komm lass uns zurück, ich habe alles Wichtige." meinte Addison, bevor er aufstand und mir die Hand hinhielt. Etwas verblüfft nahm ich seine Hand an und ließ mich von ihm auf die Beine helfen.

      Als wir am späten Nachmittag zurück auf die Ranch geritten kamen, wurden wir von zwei überaus quicklebendigen Jungs begrüßt, welche nichts anderes zu tun hatten, als auf dem Hof Fußball zu spielen. Chill und Buck waren zwei Zwillinge wie aus dem Bilderbuch. Abenteuerlustig, verspielt und beide bauten des Öfteren Mist. Trotzdem waren sie so gut erzogen, wie kaum ein anderer. Sie liebten das Leben auf der Ranch und packten, trotz ihrer knappen zehn Jahre, schon mit an, wenn etwas zu tun war. Dazu konnten sie noch reiten wie ein Weltmeister und ich war mir sicher, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten würden, sobald sie alt genug waren. Da sie weit außerhalb wohnten, mussten sie nur dreimal in der Woche zur Schule, um dort in den wichtigsten Fächern wie Englisch und Mathe unterrichtet zu werden. Alles andere mussten sie zuhause in Eigenarbeit lernen. Zum Glück hatte Heather und auch Addison viel Ahnung von den wichtigsten Dingen, sodass beide in der Schule kaum Probleme hatten. Ohne das Addison etwas sagen musste, hörten die beiden auf zu spielen, als wir auf den Hof kamen und machten uns Platz, damit wir die Pferde absatteln konnten.
      "Hey Dad!" rief Chill und beide kamen auf uns zu gerannt. "Habt ihr die Herde gefunden?" Addison nickte nur und wuschelte seinen beiden Jungs durch die Haare. "Ja haben wir, das können wir euch nachher erzählen. Habt ihr Lust die beiden Pferde zurück zur Weide zu bringen? Ich mache euch in der Zwischenzeit einen Kakao, ja?"
      Ganz so begeistert schienen die Beiden nicht zu sein, allerdings nahm mir Buck trotzdem meinen Chosposi ab und Chill schnappte sich My Canyon von Addison und brachten die beiden Richtung Weide. Währenddessen folgte ich Addison ins Haupthaus, wo wir in einem Topf Milch für einen Kakao erhitzten. Auch ich hatte unendlich Durst und konnte es kaum erwarten, meine trockene Kehle mit etwas leckerem wie Kakao zu füllen.
      "Mio?" richtete Addi eine Frage an mich. Ich gab ihm mit einem kleinen "Mhm?" zu verstehen, dass ich ihm zuhörte. "Am Montag ist ein Vereinstreffen, da will ich Heather auch mitnehmen. Kannst du zufällig Chill und Buck zur Schule bringen?"
      Ich seufzte knapp und nickte dann aber. "Ja klar, kein Problem."
      "He", Addi stupste mich an. "Lüge nicht, es ist ein Problem für dich, aber mir fällt gerade keine andere Lösung ein. Du weißt, dass ich Heather als Journalistin brauche."
      Ich nickte. "Jaaa, ich weiß." Natürlich verstand ich ihn, aber vor allem zu dieser Jahreszeit waren die Vereinstreffen immer die spannendsten. Seit einigen Tagen hatten die vom BLM organisierten Round-Ups wieder begonnen, was bedeutete, dass wilde Mustangs mit Hilfe von Hubschraubern zusammengetrieben wurden, um dann in sogenannten Holdingfacilities auf eine Adoption zu hoffen, denn sonst endete ihr Weg wohl oder übel in einer der Schlachtereien in Kanada, Europa oder China, denn dort war es noch erlaubt, Pferden den Kopf abzuhacken. Mittlerweile hatten sich viele Vereine gegründet, welche gegen diese Misshandlung kämpften und natürlich war Addi seit Jahren bei einer solchen im Vorstand. Heather begleitete ihn deswegen des Öfteren, denn die Journalistin arbeitete für eine freie Zeitung, welche immer Interesse daran zeigte, über die Mustangs zu informieren. Natürlich verstand ich, warum ausgerechnet ich nicht mitkonnte.
      Addi strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte mich mitfühlend an. "Beim nächsten Mal Mio, da darfst du wieder mit, versprochen!"

      Charly | Buskerud, Norwegen - 16:29
      Der Ausritt mit Nico und Torun war, im Gegenteil zu heute Morgen, etwas ganz besonderes gewesen. Wir hatten eine andere Strecke gewählt, hatten viel erzählt und gelacht und ich hatte es tatsächlich geschafft, Nico vollends zu vergeben. Nelly schien endlich mal wieder losgelöst und entspannt laufen zu können und auch ihre beste Freundin April, schien den Ritt zu genießen. Abs und Torun waren, wenn der Weg breit genug gewesen war, zwischen uns geritten, um nicht vom Weg abzukommen. Gesund und munter waren wir so nun zurück auf dem Gelände angekommen und wurden auch schon von einem etwas gestressten Teodor und einem breit grinsenden Bartholomäus erwartet, welcher, sobald ich vom Pferd abgestiegen war, seine Hände nach mir ausstreckte. Ich machte mit Teo einen passenden Tausch, nahm ihm den kleinen Bart ab und gab die Zügel von Nelly an ihn weiter. Normalerweise wäre ich jetzt mit Bart zurück zum Haus gegangen, doch ich entschied mich dafür, das Tragetuch aus dem Kinderwagen zu kramen und mir den kleinen Bart recht geschickt auf den Rücken zu binden. So konnte der kleine alles beobachten und ich hatte die Hände für andere Aufgaben frei. Mittlerweile war es später Nachmittag und unsere Pferde traten mit den Hufen gegen die Boxentüren, denn das Verlangen nach den großen Weiden war in ihnen erweckt worden. Malte und Petyr waren auch noch im Stall, sodass wir uns kurz darauf zu einer kleinen Besprechung trafen, bei welcher wir klärten, wer welche Pferde auf die Weiden bringen würde. Zusammen mit Nico sollte es meine Aufgabe sein, unsere kleineren Pferde und die Fohlen rauszubringen, während Petyr sich der Stutenweide vornehmen würde und Malte und Teodor den Hengsten. Nico und ich trafen die Entscheidung, erst Jeanie und die kleine Jelda, zusammen mit California's Small Caramel Candy und der etwas zickigen Ocarina of Time auf die kleine Stutenweide direkt vor dem Stall zu bringen. Jelda wusste ganz genau wo es hinging und versuchte deswegen mit Umwegen die Umgebung zu erkunden, bevor sie ihrer Mutter dann hinterher galoppiert kam. Als die vier auf der Weide standen, nahmen wir uns die anderen vier Ponys vor. Excelsior, Braum, Braddock 'The Parrot' und Slaughterhorse. Auch diese kamen auf eine nicht allzu weit entfernte Weide, von wo aus Exel und Braum die gemeinsame Freundin Jeanie gut im Blick hatten. Als wir gerade zurück im Stall waren, hatte Malte zwei Pferde von Petyr an der Hand. Es waren zwei Hengste, Jupiter und White Face, welche Petyr beide nur als Freizeitpferde besaß. Ich nickte Malte nur kurz zu, bevor dieser mit den beiden Pferden um die Ecke verschwunden war.
      "Und nun?" fragte ich Nico, welcher auch schon zu überlegen schien.
      "Jetzt wären die ganzen Jungpferde an der Reihe, aber das sind so viele, dass wir das wohl nicht alleine schaffen werden. Vielleicht warten wir noch auf die Anderen und füttern in der Zeit unsere Minis." meinte Nico und deutete auf das andere Ende des Stalls, wo wir zwei größere Boxen für die ganz Kleinen unter uns hergerichtet hatten. Irgendwie hatten sich bei uns so einige Shetlandponys angesammelt, aber auch ein kleiner Falabellahengst von Torun war dabei. Lange Zeit hatten der kleine Hengst namens Treebeard und Abs alleine auf einer Weide gestanden. Dieses Bild von dem großen Wallach und dem kleinen gepunkteten Hengst ging mir einfach nicht aus dem Kopf und immer wenn ich daran dachte, musste ich grinsen. Die Minis waren auch hier natürlich in Stuten und Hengste geteilt. Während auf der einen Seite Batida de Coco, Belle und My Hope Nymeria, stand auf der anderen Seite die kleine Hengstbande, bestehend aus dem kleinen Marshmallow, Vipke van de Zandhoven, Treebeard, Lambardo und Happy teilten sich den Platz auf der anderen Seite. Die Kleinen hatten ganztägig Auslauf und lebten sozusagen in einem Offenstall. Während ich Wasser und Heu bei den Damen kontrollierte, tat Nico das Gleiche bei der männlichen Fraktion. Solche kleinen Pferde waren schon überaus niedlich. Genau richtig kamen wir von den Minis zurück, denn auch die anderen hatten sich mittlerweile eingefunden, sodass wir nun fünf Leute waren, die die Jungpferde auf die gemeinsame Weide bringen konnten. Ich schnappte mir zwei Vollblutfohlen, die hübsche Scion und den abenteuerlustigen Aspantau. Leider würde irgendwann die Zeit kommen, wo wir beide trennen mussten. Aspantau sollte ein Hengst bleiben und auch so Leid es mir tat, durfte Scion ab einem gewissen Punkt nicht mehr mit ihrem Freund zusammenleben. Nico schnappte sich die beiden kleineren Sleipnir und Imagine Dragons, während Malte sich Seattle's Scarlett vornahm und Petyr sich seine Tysbe und Sacarina schnappte. Für Teo blieb deswegen nichts übrig, was er aber nicht allzu tragisch fand. Fast hatte ich den kleinen Bart auf meinem Rücken vergessen, welcher das Geschehen mit großen Augen beobachtet hatte und sich nun durch lautes Geräusche machen wieder bemerkbar machte. Ihm schien der Trubel und die Arbeit nichts auszumachen, stellte ich erleichtert fest. Die Jungpferde kamen auf eine der Weiden, welche umringt von Bäumen etwas geschützter auf der anderen Straßenseite lag. Dort entließen wir diese, bevor wir zurück zum Stall schlenderten. Stallarbeit war dann morgen früh angesagt, bevor die Pferde über die Mittagszeit wieder zurück in den Stall kamen.
      "Hast du Lust auf einen Spaziergang?" fragte mich Nico. Er nahm meine Hand und zog mich, ohne auf meine Antwort zu warten, am Stallgebäude vorbei zum Ufer des Tyrifjords. Asuka schloss sich uns an, anscheinend hatte er das Wort "Spaziergang" vernommen und das war eines seiner Lieblingswörter.
      Bart war mittlerweile auf meinem Rücken eingenickt und sein gleichmäßiger Atem pustete mir in den Nacken. Ich ließ meinen Blick über den Tyrifjord hinaus schweifen. Schwach konnte man die andere Uferseite erkennen und fast fühlte es sich so an, als ständen wir am Meer. Eine einsame Möwe kreiste über uns, zu hoch, um sie genau erkennen zu können und ein kleines Fischerboot ratterte wellenschlagend auf dem oberen Ende des Tyrifjords. Asuka patschte schwanzwedelnd durchs Wasser und Nico, Bart und ich schlenderten über den sandigen Boden. So gut es mir in Südfrankreich gefallen hatte, hier hatte ich mein Zuhause gefunden und ich hoffte, dass es Mio in Nevada genauso gehen würde.

      19. Juli 2016 | 64.097 Zeichen | Canyon
    • Canyon
      ▲▽▲
      Tyrifjord Ranch

      Ankunft zweier Fellkugeln
      Malte | Buskerud, Norwegen - 06:56
      "Du siehst aus wie Frankenstein höchstpersönlich!" Verschlafen und mit geschwollenen Augen wurde ich am frühen Morgen von Petyr begrüßt, welcher natürlich putzmunter und fröhlich bereits mit der Stallarbeit begonnen hatte. Träge nahm ich mir eine Mistgabel zur Hand und schlurfte dann weiter zu meinem Freund.
      "Ich hoffe, ich bin noch nicht grün im Gesicht." murmelte ich und stieß die Boxentür neben der von Petyr auf. "Solange mir noch keine Schraube aus dem Kopf schaut und mich die Pferde noch erkennen, ist alles gut."
      Petyr lehnte sich lachend auf seinen Stil der Mistgabel und blickte durch die Gitterstäbe der Box zu mir herüber. "Wenn du schon nicht geschlafen hast, dann musst du mir jedenfalls erzählen, WARUM du nicht geschlafen hast." meinte er und grinste. Wahrscheinlich vermutete er eine geheime Liebesaffäre oder was weiß ich. Leider musste ich ihn jedoch enttäuschen.
      "Geschlafen habe ich, aber anscheinend nicht genug." Abwartend blickte Petyr mich an und ich seufzte. Eigentlich hatte ich noch keine Kraft und Lust jetzt so viel zu erzählen, aber ich kannte meinen Freund, so schnell würde er nicht locker lassen.
      "Julie ist gestern wieder zufrieden in Amsterdam gelandet. Nach einem Jahr ohne feste WLAN-Verbindung haben wir natürlich die Chance ergriffen und geskypet und das, wie du ja bereits mitbekommen hast, bis tief in die Nacht hinein." Ich gähnte.
      "Uuund? Was hat sie erzählt?" harkte Petyr nach.
      "Jaja, kein Stress!" sagte ich leicht genervt, während ich die Arbeit in der Box aufnahm. Dabei musste ich meine Stimme allerdings erhöhen, damit mich Petyr weiterhin verstand. "Sie meinte, sie wäre dunkler als die verbrannten Plätzchen, die ihr Tante Annika zur Begrüßung gebacken hatte und auch wenn das Bild sehr unscharf war, kann ich das nur bezeugen. Leider passt dieser Hautton so gar nicht zu ihren roten Haaren."
      Ich legte die Mistgabel in die Schubkarre und wechselte die Box. Petyr tat es mir gleich und sobald wir wieder in einer Box standen und Mist schaufelten, erzählte ich weiter.
      "Ansonsten schwärmte sie vor allem von Indien, da war sie den letzten Monat, und von der Reise mit dieser Eisenbahn da, die durch ganz Sibirien rollt. Der Name ist mir entfallen, aber auch nicht so wichtig." Ich legte eine kurze Pause ein, in welcher ich kurz verschnaufte und meine Gedanken sammelte. "Sie war überglücklich und hat beständig über beide Ohren gestrahlt. Aber wie wäre es, mein Lieber Petyr, wenn du sie das einfach selbst fragst, wenn sie mich in ein paar Tagen besuchen kommt?"
      Petyrs Kopf erschien vor den Boxengittern. Sein Blick sprach Bände, wie man es so schön sagte. "Sie kommt? Sie hat dich doch schon seit Jahren nicht mehr besucht!" Ich zuckte die Schultern. " Übertreibe nicht, etwas öfter hast du sie schon gesehen, sonst wärst du nicht so vernarrt in sie. Sie will ja sowieso weiter zu unserem Vater nach Östersund, da ist der kleine Umweg hier her ja kein Problem. So und nun lass uns diese Schubkarre zum Mist bringen, so langsam ist sie übervoll!"
      Petyr nickte, schien jedoch ganz woanders in Gedanken zu sein. "Du, Malte, ist sie wirklich noch so eine Schönheit, wie sie es früher schon immer gewesen war, ich meine so mit langen gelockten Haare und strahlenden grünen Augen – ?" verträumt blickte er in den Himmel und ich seufzte theatralisch. "Ich möchte mit dir jetzt NICHT über meine Schwester sprechen, da gibt es jetzt wichtigere Themen. Du weißt was heute für ein Tag ist?" Mit einem kräftigen Stoß stieß ich die Schubkarre den Misthaufen hinauf und entleerte sie, bevor ich sie Petyr wieder in die Hand drückte, er konnte sie schön zurückfahren! Geistesabwesend nahm er sie einfach an.
      "Äh vielleicht dein Geburtstag? Aber der war doch im Winter oder?"
      Ich schüttelte den Kopf. Was für ein toller Freund, der noch nicht mal meinen Geburtstag wusste. "Neeeein, es ist nicht mein Geburtstag!"
      "Tut mir leid, dann weiß ich es nicht Malte." meinte Petyr und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Schon wieder seufzte. Heute war wohl so ein Seufztag und das, obwohl ich eigentlich über beide Ohren strahlen sollte. "An was erinnern dich die Worte Kalifornien, pelzig, warm und Isländer?" Petyr schien einen Moment überlegen zu müssen, bevor es ihm eeendlich einfiel. "Deine beiden Pferde kommen heute an?" Ganz entgeistert blickte er mich an "Warum hast du das denn nicht schon früher gesagt!"
      "Da war ich noch zu müde und dann wolltest du ja, dass ich dir alles von Julie erzähle und deswegen bin ich erst jetzt dazu gekommen."
      Freudig wie ein kleines Kind hüpfte Petyr zurück zum Stall und rief mir über die Schulter entgegen: "Na worauf wartest du denn noch? Wir haben noch viel zu tun!"

      Tatsächlich hatten wir viel zu tun. Boxen fertig machen, alle Pferde von den Weiden holen, jeden mit seiner eigenen speziellen Futtermischung füttern und dann ein paar der Pferde noch ihre Medikamente geben. Petyr untersuchte die kleinsten Fohlen Mios Jelda und Aspantau nach Verletzungen, während ich Teufelstanz ihre Medikamente gegen die vielen Beschwerden gab. Sie hatte sich gut geschlagen, die Vollblutstute, aber Nico wollte ihr noch mehr Ruhe gönnen, bevor wir versuchen wollten, sie wieder zu reiten. Nach einer gescheiterten Renn- und Zuchtlaufbahn war sie mit einigen Verletzungen und Krankheiten und einem kleinen ungewollten Fohlen zu uns gekommen und ich war schon stolz darauf, was wir zusammen geschafft hatten.
      "MALTE!" laut schallte Petyrs Stimme durch den Stall. "Komm mal her und hilf mir! Diese verfluchte Jeanie will einfach nicht ihre Schnauze von mir lassen."
      Vorsichtig schloss ich die Box von Teufel, streichelte ihr noch einmal kurz übers Maul und folgte dann Petyrs Hilferuf. Dieser hatte meine Hilfe auch dringend nötig; Er lag fast in der Box, um die zierlichen Hufe der kleinen Jeanie untersuchen zu können und Jeanie hatte nichts anderes zu tun, als immer wieder zu versuchen seine Haare aufzufressen, diese waren ja auch genau auf der richtigen Höhe für so etwas.
      "Himmelherrgottnochmal!" schimpfte Petyr, während er versuchte Jeanie mit einer Hand fernzuhalten und mit der anderen einen Huf von Jelda zu heben. Zum Glück war die kleine Stute noch entspannter als ihre Mutter!
      "Ach Petyr", ich seufzte (schon wieder!), "Lass mal den Chef hier ran." Vom Hacken nahm ich Jeanies Halfter, band sie damit an den Gitterstäben fest und kniete mich neben Petyr ins Stroh. "So und jetzt erzähle mir, was daran so schwer war." Petyr boxte mir nur kurz in den Oberarm und schob mich dann aus der Box. "Mach, dass du wegkommst du Blödi!" schimpfte er und als Gegenschlag streckte ich ihm die Zunge raus. Ja so war er, unser Petyr.

      Obwohl ich es nicht vermutet hätte, war Petyr am Nachmittag aufgeregter als ich und das, obwohl die beiden jungen Isländer seit langem meine ersten Pferde waren, die ich mir kaufte. Petyr war es auch, der alle fünf Minuten aus dem Stall blickte und nach einem Transporter schaute, welcher die beiden zu uns bringen sollte. Es war ein angenehmer Mittwochnachmittag. Die Sonne schaute immer wieder hinter den Wolken hervor und kein Lüftchen wehte, sodass man die 17 Grad doch ganz gut vertragen konnte. Ein perfekter Tag, welcher zwar nicht ganz so gut begonnen hatte, aber das taten die guten Tage doch sonst auch. Die schlechten begannen gut und endeten schlecht, die guten fingen schlecht an und wurden erst später richtig gut. So war es jedenfalls immer bei mir. Ich hatte mich gerade zu einer kleinen Pause auf die Bank vor dem Stall niedergelassen und ein gutes Buch, ein Krimi (Tote, Fingerabdrücke, Blut und so ein spannendes Zeug) in die Hand genommen, als Petyr ganz aufgeregt neben mir auftauchte und meinte: "Da da, so schau doch, sie kommen!"
      "Petyr, du klingst wie eine Prinzessin, die ihren langersehnten Prinzen endlich wiedersehen kann. Ehrlich, du hättest auch Schauspieler werden können." meinte ich und stand mühsam auf. Meine armen Knochen!
      "Und du hast zwei Pferde gekauft und bis lustloser als je zuvor! Das ist auch nicht besser." verteidigte sich Petyr und verschränkte die Arme vor der Brust.
      "Glaube mir, ich freue mich auch, sehr sogar, ich weiß nur noch nicht, ob es wirklich der richtige Weg war. Ich bin immer noch viel unterwegs, auch wenn Evangeline und du mir mittlerweile viel Arbeit abnehmt-" Ich brach ab und blickte dem Transporter entgegen, der die buckelige Straße entlang holperte. Da hinten drinnen, da waren sie. Zwei junge Isländer, der eine erst knapp ein Jahr, der andere perfekte 6 Jahre. Ich wusste immer noch nicht, ob es richtig gewesen war, aber jetzt war es zu spät, sie waren angekommen und ich hoffte, dass die Tyrifjord Ranch für immer ihr zu Hause sein würde. Der Pferdetransporter war Silber und bot Platz für mehrere Pferde, in dem Moment sollten sich darin allerdings nur zwei befinden, zwei, die mein Leben nochmal in eine ganz andere Richtung lenken würden. Das wusste ich jetzt schon. Sie hatten eine weite Reise hinter sich; Erst von Kalifornien mit dem Flugzeug nach Vikersund zum Flughafen und dann von dort mit dem Transporter bis hier her. Sie taten mir verdammt Leid. Der Fahrer schaltete den Motor auf dem Parkplatz vor dem Stall aus, stieß dann seine Tür auf und kletterte heraus. Zu meinem Erstaunen war es kein älterer Mann, welcher sein Leben lang bereits Pferde von einem Ort zum anderen kutschierte, sondern eine junge Frau, vielleicht Ende dreißig, welche ihre langen braunen Haare zu einem Zopf geflochten hatte und nun elegant aus dem Transporter sprang. Sie lächelte uns beide freundlich an und winkte uns dann wie ein kleines Mädchen zu, bevor sie über den Parkplatz rief: "Ist einer von euch beiden Malte?"
      Ich schüttelte meine kurze Ungläubigkeit von mir ab und hob dann die Hand. "Ja ich, warten sie, ich komme."
      Petyr neben mir grinste und blickte mich von der Seite an. "Das ist aber eine Hübsche, pass auf, dass dir deine Augen nicht aus dem Kopf fallen, lieber Malte." Ich sagte nichts, hoffte allerdings das ich nicht allzu rot im Gesicht wurde. Als ich bei der jungen Frau angekommen war, hatte sie bereits die automatische Rampe an der Seite des Transporters heruntergelassen und war zu den beiden Pferden in den Anhänger geklettert. Ich folgte ihr und warf einen allerersten Blick auf meine Pferde. Meine Pferde, wie sich das anhörte, es löste ein ganz neues Gefühl in meinem Magen aus, welches ich schon lange nicht mehr gespürt hatte. Beide waren erschöpft und verschwitzt, waren jedoch genau das, was ich mir schon immer gewünscht hatte: Einfach nur perfekt.
      Ich starrte die beiden noch vollkommen überfordert an, als mir die Frau neben mir die Hand reichte. "Hey, ich bin Halla!"
      Ich wandte meinen Blick von den Pferden ab und ergriff ihre Hand. "Malte."
      Sie lachte und dabei leuchteten ihre Augen noch mehr und an ihren Mundwinkeln erschienen kleine Grübchen. "Ich weiß doch." Ich musste auch lachen. Oh man war ich manchmal peinlich, da machte ich ja sogar Petyr den ersten Platz der Peinlichkeitsrangliste streitig.
      Als ich darauf nichts sagte, meinte Halla etwas eingeschüchtert: "Vielleicht sollten wir die Pferde hier heraus holen, sie waren jetzt lang genug hier drinnen." Ich nickte zustimmend und ging zu dem größeren der Beiden hin.
      Óslogis Fellfarbe war etwas ganz besonderes und ich musste ehrlich zugeben, dass ich so ein Pferd schon lange nicht mehr gesehen hatte. Und ich, ich der einfache Pferdetrainer Malte, ich besaß jetzt diesen schmucken Hengst. Ich band Óslogi los und führte ihn die Rampe hinunter. Hinter mir kam Halla mit dem kleinen Félagi. Beide Pferde standen wohl noch zur Hälfte unter den Narkosemitteln für den Flug, denn beide Isländer stolperten über jeden größeren Stein und schafften es nicht, ihre Hufe höher als Handhoch zu heben. Ich lächelte durchweg, als ich Óslogi in den Stall führte. Die Boxen der Beiden lagen ganz am Anfang und waren natürlich nebeneinander. Ich zeigte Halla, welche sich staunend in dem großzügigen Stall umschaute, Félagis Box, während ich Óslogi in seine brachte. Petyr stand natürlich nur daneben und schaute uns zu, wie wir die Pferde von Transportgamaschen und Decken befreiten. Heu, frisches Wasser und Kraftfutter zur Erholung hatten wir beide natürlich schon vorbereitet, sodass es den Beiden erstmal an nichts mangelte. Halla und ich ließen die Pferde auch so schnell wie möglich in Ruhe und gaben ihnen genügend Zeit anzukommen. "Lust auf einen Kaffee?" fragte ich Halla und ignorierte dabei Petyrs breites Grinsen. Heute konnte ich ihn mal wieder überhaupt nicht ausstehen.
      "Klaro, Kaffee ist immer gut!" meinte sie lächelnd und schon wieder lächelte ich zurück.
      "Machst du uns einen?" Ich schaute Petyr bittend an, welcher laut seufzte und dann in Richtung "Reiterstube" verschwand, welche bei uns lediglich aus einem Abstellraum mit Kaffeemaschine bestand.
      Halla holte aus dem Transporter die Papiere und setzte sich dann neben mich auf die Bank vor dem Stall. Sie schien jedoch Zeit zu haben, denn sie ließ die Mappe noch geschlossen und genoss mit geschlossenen Augen die warmen Sonnenstrahlen. Ich tat es ihr gleich, wurde aber kurz darauf von ihr angesprochen. "Sag mal, ist das eigentlich dein Stall?"
      Ich lachte und schüttelte dann den Kopf. "Nein nein, der gehört einem jungen Paar, die sind gerade nur in Sylling Verwandte besuchen, ich wohne hier nur und bin Pferdetrainer und Angestellter. Einen eigenen Stall, und vor allem nicht so einen großen, könnte ich mir niemals leisten." sagte ich und zuckte mit den Schultern. "Dafür braucht man so einiges an Geld."
      Halla neben mir seufzte und nickte dann. "Jaaa," sagte sie gedehnt, "Diese Erfahrung durfte ich auch schon machen."
      In dem Moment kam Petyr mit drei dampfenden Tassen zurück. Unterm Arm hatte er eine Milchpackung und Zucker stecken. Wie ein Butler reichte er uns beide jeweils eine Tasse und fragte dann stumm nach Zucker und Milch. Halla hob dankend die Hand und auch ich verneinte. Petyr wusste ganz genau, dass ich meinen Kaffee immer schwarz trank. Er selbst quetschte sich noch neben Halla auf die Bank und schüttelte sich gefühlt die halbe Milch- und Zuckerpackung in die Tasse. Dann nahm er mit gespitzten Lippen einen Zug des heißen Gebräus. "Sag mal, Halla richtig? Wie kommt eine junge Frau wie du eigentlich auf die Idee, Fahrerin für ein Transportunternehmen zu werden?"
      Halla schien mit der Frage gerechnet zu haben und ich war mir sicher, dass sie diese nicht zum ersten Mal in ihrem Leben hörte. Deswegen antwortete sie auch dementsprechend resigniert. "Mein Vater leitet unsere Firma. Wir hatten vor einigen Jahren einige Geldprobleme und deswegen bin ich aushilfsweise bei ihm eingestiegen, weggekommen bin ich dort nie und jaaa, auch ich bereue es manchmal - Das musst du mich jetzt nicht noch fragen."
      Ich blickte Petyr böse an. Das hätte er auch etwas besser fragen können, da konnte er sehen, was er angerichtet hatte.
      Ich versuchte das Thema zu wechseln. "Hast du denn eigentliche auch eigene Pferde?"
      Wieder musste Halla eine Antwort geben, die ihr nicht gefiel. "Nein, besser gesagt saß ich noch nie auf einem größeren Pferd als einem Reitpony vom Rummel. Und auch wenn ich Tag für Tag Pferde von einem Ort zum anderen bringe, reiten kann ich nicht." Traurig blickte sie in die Weite und ich sah, wie eine Träne in ihren Augen glitzerte. So hatte ich mich täuschen können. Noch vor wenigen Minuten hatte ich geglaubt, noch nie einen glücklicheren Menschen getroffen zu haben und jetzt saß eine traurige junge Frau mit Tränen in den Augen neben mir. So war die Welt, die Wahrheit blieb einem meistens verborgen.
      Kurz gefasst: Der Tag endete damit, dass ich mit Halla die Nummern ausgetauscht hatte und sie zu uns zum Kaffee eingeladen hatte, mit anschließendem Reiten, verstand sich natürlich von selbst.
      Erst als am späten Nachmittag Petyrs Handy klingelte und Nico am Telefon fragte, ob die Pferde bereits versorgt waren, lösten wir unsere Kaffeerunde auf und jeder ging wieder seines Weges. Auch hatten sich Félagi und Óslogi in der Zeit prächtig erholt und beide blickten nun munter über die Gitterstäbe der Box hinweg. Beide würden die Nacht noch zur Sicherheit in der Box verbringen, morgen Abend würden sie jedoch mit hinaus auf die Weiden dürfen und mit eigenen Augen die prächtigen Weideflächen von Norwegen sehen können. Ich hoffte ja, dass Óslogi sich mit dem junge Leiðtogi anfreunden würde, die beiden Isländer würden sich bestimmt gut verstehen. Auch auf Félagi wartete ein Spielgefährte: Der junge Sleipnir, auch er stammte aus der gleichen Zucht wie Félagi, war nur wenige Monate älter und ich war mir sicher, dass die beiden sich gut verstehen würden. Ich war verliebt und überglücklich und konnte es noch nicht so ganz fassen, dass alles so reibungslos geklappt hatte. Ich hatte lange an mir gezweifelt, auch jetzt natürlich noch, ob es richtig gewesen war. Aber das konnte man vorher nie wissen, das würde die Zeit bringen.

      8. August 2016 | 16.859 Zeichen | Canyon
    • Canyon
      ▲▽▲
      Tyrifjord Ranch

      Kommt zu Tisch und hört die News!
      Charly | „Malte?“ Meine Stimme klang etwas kratzig, als ich nach unserem Mitarbeiter rief, welchen ich gerade zufällig vor seiner Haustür entdeckt hatte. Die Nacht war für mich mehr als kurz gewesen, denn erst in den frühen Morgenstunden hatte Bart Ruhe gefunden und da Nico zur Zeit unterwegs war, hatte ich das diese Nacht alleine schaffen müssen.
      Malte blickte auf, als er meine Stimme vernahm und überquerte dann den Hof, um zu mir zu kommen. Fragend blickte er mich mit seinen kastanienbraunen Augen an und auch wenn ich versuchte mir den Gedanken zu verkneifen, fragte ich mich abermals, warum er, laut seinem Freund Petyr, seit Jahren keine feste Freundin mehr hatte. Diesen Augen konnte sogar ich nicht widerstehen, dabei war ich seit geraumer Zeit glücklich mit Nico zusammen und auch wenn wir beide keine, oder jedenfalls nicht so früh, Kinder haben wollten, hatte unser Bartholomäus unser Leben nochmal ganz schön auf den Kopf gestellt.
      Ich riss mich von seinen Augen los und sammelte meine Gedanken. „Es gibt ein paar wichtige Dinge zu besprechen“, erklärte ich ihm. „Ich würde dich deswegen bitten, und Petyr auch noch zu Bescheid geben, heute Mittag um eins zu kommen. Es wird euch bestimmt interessieren, vor allem dich.“ Ich wartete seine Antwort nicht mehr ab und schloss sachte mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen vor ihm die Tür. Ich kannte ihn mittlerweile recht gut und wusste, dass er kommen würde.
      Teodor und Torun hatte ich gestern bereits Bescheid gegeben und so fehlte jetzt nur noch Nico, welcher jedoch auch bald und hoffentlich pünktlich zurückkommen würde.

      Den restlichen Vormittag blieb mir wohl nichts anderes übrig, als mich mit Bart zu beschäftigen. Auf dem Plan stand also aufräumen und putzen, mit meinem Sohn spielen, dann einen kleinen Spaziergang am Ufer des Tyrifjords und dann Mittagessen kochen. Ich war mehr als erleichtert, als Bart wenig später in seiner Hängematte einschlief und doch tatsächlich nicht mal wach wurde, als ich ihn in den Kinderwagen hiefte und mit ihm das Haus verließ. Die Mittagszeit war meiner Meinung nach die beste Zeit. Jetzt schlief Bart und auch all die anderen Hofbenutzer waren meist in ihren Wohnungen.
      Mit Bart schlug ich den Weg zum Stall ein. Da bei uns die Pferde über Nacht auf den Weiden waren und den Tag in den Boxen dösten, war der Stall mehr als gefüllt. Auch wenn wir bis jetzt noch einige leere Boxen hatten, so war es jetzt schon reichlich Arbeit, all die Pferde zu versorgen.
      Bart ließ ich am Eingang des Stalls stehen. Sollte er aufwachen, würde er sich schon bemerkbar machen.
      Mir fiel auf, dass der junge Óslogi nicht in seiner Box stand und daraus schloss ich, dass Malte, nicht wie erwartet, in seiner Wohnung sein würde, sondern mit seinem Hengst irgendwohin unterwegs war. Das Wetter war dazu ja wirklich perfekt, denn auch wenn die Sonne heute schien, so war es nicht zu warm und ein kleiner Westwind trieb ein kühles Lüftchen vom Atlantik zu uns.
      Meine Schritte lenkten mich weiter zur Box von Braum, allerdings war auch dieser nicht in seiner Box zu finden, weswegen ich, mit meinem überaus klugen Kopf daraus schloss, dass auch Braum mit Óslogi unterwegs war. Entweder als Handpferd, oder auch Petyr hatte sich Malte angeschlossen Das würde ich leider nicht so schnell erfahren, weswegen ich nach einem Plan B suchte.
      Schließlich entschied ich mich dafür, statt Braum mich mit der Jungstute Scion zu beschäftigen. Sie war ein wahres Prachtexemplar und ich war froh, sie vor einiger Zeit aus einer so berühmten Zucht gekauft zu haben. Es zerbrach mir jetzt schon das Herz, dass ich sie bald von ihrem besten Vollblutfreund Aspantau trennen musste. Die beiden waren dickste Freunde, nur leider hatte ich nicht vor, Aspantau zu kastrieren und bevor wir ungewollt Nachwuchs bekamen, mussten wir sie trennen.
      Ich legte der jungen Stute ihr hübsches Halfter um und führte sie dann aus der Box nach draußen ans Tageslicht. Bart schlief natürlich immer noch, nur hatte sich zu ihm noch jemand dazugesellt. Capucine. So sehr ich die alte verfilzte Katze mochte, genauso wenig erfreut war ich, dass sie sich zu Bart in den Kinderwagen gelegt hatte.
      Cap war eine Straßenkatze gewesen, welche wir aus Südfrankreich mit nach Norwegen genommen hatte. Kein Hund, nicht mal die beiden Wolfshunde Gery und Edda konnten ihr Angst einjagen. Sie wusste genau was sie wollte und ließ sich davon dann auch nicht abbringen.
      Ich seufzte tief, klemmte mir dann trotzdem den Führstrick von Scion unter den Arm und hob die dicke Katze aus dem wagen. Hübsch war sie ja, so caramellfarben mit dunkleren Flecken, aber wenn sie einem ihre Krallen zeigte, gab es nichts mehr zu lachen.
      Diesmal fauchte sie jedoch nur kurz, bevor sie mir vom Arm sprang und mit erhobenem Schwanz majestätisch im Stall verschwand.
      Auch Scion fand den Kinderwagen einfach nur interessant und streckte ihre helle Schnauze tief ins Innere.
      Ich musste lächeln, schob jedoch ihren Kopf zurück, bevor ich sie am Kinderwagen anband und mit beiden den Hof verließ.
      Scion liebte Spaziergänge. Jeder Stein, jeder Busch und jede Rose am Wegesrand musste unbedingt von ihr beschnüffelt werden und dafür nahm sie sich auch genügend Zeit.
      Auch ich genoss es, einfach nur dahin zuschlendern, Scion zu beobachten und meinen Gedanken nachzuhängen. Allerdings konnte das natürlich nicht immer so weiter gehen. Kaum war Bart aus seinem tiefen Mittagsschlaf aufgewacht, wurde auch Scion unruhiger. Bart bewegte sich immer wieder, wollte auch etwas sehen und gab lautstark Geräusche von sich, sodass ich unseren gemeinsamen Spaziergang bald abbrach und zurück zum Stall ging.
      Viel Zeit hätte ich sowieso nicht mehr gehabt. Es war kurz vor eins und ich wollte die anderen nicht warten lassen. Auch Braum und Óslogi waren mittlerweile wieder in ihren Boxen, sodass also auch Malte wieder da sein sollte.
      Ich brachte Scion in ihre Box und ging dann den kleinen Uferweg am Tyrifjord zurück zu unserem kleinen Hof.
      Bereits aus der Ferne erkannte ich Nicos schwarzes Auto und auch wenn ich es nur ungerne zugab, so freute ich mich doch, ihn nach nur drei Tagen endlich wiederzusehen. Mal wieder war er mit Asuka und seinem auf einem Lehrgang gewesen und so sehr wie ich ihm das gönnte, genauso öde und anstrengend waren die Tage ohne ihn. Wäre Mio nur noch da, dann wäre das kein Thema gewesen, aber jetzt-.
      Erstaunt stellte ich fest, dass ich wohl die Letzt war, die ankam. Die anderen hatten bereits ein paar Stühle zusammengesucht und bei uns im Garten einen kleinen gemütlichen Kaffeetisch gedeckt.
      Es war mir peinlich, dass ich sie alle einlud und dann noch nicht mal pünktlich war. Allerdings schien das niemanden zu stören. Von allen wurde ich freundlich begrüßt und natürlich auch Bart, welcher gleich nach unserer Ankunft aus dem Wagen gehoben und von allen beknuddelt wurde.
      Laut bellend stürzte sich mein kleiner Schützling Asuka auf mich und es freute mich zu sehen, wie sehr der kleine Whippet mich vermisst hatte. Bevor ich ihn allerdings begrüßte, nahm mich Nico in den Arm und drückte mir sanft einen Kuss auf die Lippen. Auch wenn er manchmal, nein, sehr oft ein großes Ar***loch war, hatte ich ihn mehr als lieb.
      Ich ließ mich neben Teo am Tisch nieder und neben mich setzte sich Nico. Wir waren nun also alle vollzählig. Torun, Petyr und Malte saßen auf der anderen Seite des runden Tischs.
      Während Malte sich entspannt zurück gelehnt hatte und alles mit ausdruckslosem Gesicht beobachtete, hatte Petyr wie immer ein freches Grinsen auf dem Gesicht und schaute mich erwartungsvoll an. Die blinde Torun schien etwas nervös und kaute unablässig auf ihrer Lippe herum, während ihr Vater Teodor sich mit dem kleinen Bart beschäftigte, welcher dem alten Mann im Bart herum spielte. Bei dem Gedanken musste ich mir ein Grinsen verkneifen, denn mein Bart spielte im Bart, eine witzige Vorstellung.
      Jetzt, wo es soweit war, fand ich nicht die Worte, welche ich mir den ganzen Vormittag bereitgelegt hatte und das ärgerte mich extrem. Ich war früher immer sehr wortgewandt gewesen, seitdem das allerdings mit Shadow und Mio gewesen war und all die Verantwortung nun auf meinen Schultern lag, war dieses Talent erheblich geschrumpft.
      »Okay, danke erst mal, dass ihr alle gekommen seid.« fing ich ahnungslos an, ohne zu wissen, was ich als nächstes sagen sollte. »Nico und ich haben in letzter Zeit uns oft darüber Gedanken gemacht, was wir verbessern können und uns fiel auf, dass wir zwar mit unseren Pferden viele erfolgreiche Turniere gehen, aber trotzdem kein Ziel vor Augen haben. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, nun auch ganz aktiv in die Zucht einzusteigen.« Ich beobachtete die Reaktionen am Tisch genau. Petyr schien sich zu freuen, denn seine Grübchen wurden noch tiefer und seine Augen noch strahlender als sonst. Malte zog nur eine Augenbraue in die Höhe und Torun hörte auf, auf ihrer Lippe zu kauen. Teo zeigte mit keinem Finger, dass er uns verstanden hatte, sondern beschäftigte sich immer noch mit Bart.
      »Wir haben viel überlegt, viel geplant und trotzdem wurde uns die Entscheidung von jemandem erleichtert. Nico und ich waren letztes Wochenende auf einem Gestüt, wo einige Pferde zum Verkauf standen. Besser gesagt, einige Achal Tekkiner und zwei davon stammen auch noch aus der berühmten Reuthlinie. Die Besitzerin überlegte nicht lange und verschenkte« dieses Wort betonte ich extra stark, »verschenkte drei Stuten und einen Hengst an uns.«
      Hier blickte ich kurz zu Nico, welcher mir zunickte und sich so bereiterklärte, weiterzuerzählen. »Ihr wisst alle, dass Nelly und April unserem alten Freund viel bedeuteten und nun werden wir genau das tun, wovon er immer geträumt hatte. Eine kleine Zucht mit diesen überaus majestätischen und eleganten Geschöpfen. Zwei der Stuten sind bereits erfolgreich geritten wurden, die eine ist fast vier und wird nun so langsam eingeritten. Ich weiß, wenn ich euch jetzt erzähle, dass der Hengst das Spiegelbild von meinem Marid ist, werdet ihr uns für verrückt halten, aber ich bin mir sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis auch er vernünftig wird. Ich kenne mich ja so langsam mit solche Pferden aus.« Ein breites angeberisches Grinsen tauchte auf seinen Lippen auf. Gerade hatte ich noch gedacht, dass er es jedenfalls einmal schaffen würde, nicht der große Angeber zu sein, sondern ein ganz normaler Junge. Da hatte ich wohl umsonst gehofft.
      »Schön und gut«, hängte sich nun Malte ins Gespräch, »Aber mit den neuen Pferden haben wir fünf Stuten und einen Hengst, das Verhältnis ist etwas unausgeglichen.«
      »Sechs Stuten, um genau zu ein.« antwortete ich ihm. »Ich habe bereits seit längerem eine weitere Stute im Blickfang und der Verkäufer hat sich gestern nun endlich zurückgemeldet und dem Kauf zugesagt.«
      Zweifelnd blickte Malte mich an. Ich hatte zwar gewusst, dass er etwas kritisch an die ganze Sache heran gehen würde, aber so schwer musste er es mir nun wirklich nicht machen. »Keine Angst Malte. Cascar, die Vorbesitzerin der Tekken, hat drei weitere Hengste bei sich stehen. Diese will sie behalten, möchte mir diese allerdings zur Verfügung stellen, sodass wir erst mal genügend Hengste haben und trotzdem keine weitere Arbeit. Zufrieden?«
      Er nickte leicht mit dem Kopf und ich atmete erleichtert aus. Ich wollte gerade weitererzählen, als ich sah, wie Torun leicht ihren Mund öffnete und so wartete ich ab, bis das zierliche Mädchen auch gesprochen hatte.
      Mit sanfter und verträumter Stimme, welche ich schon immer so toll fand, fragte sie: »Wann kommen diese neuen Pferde denn an?«
      »Aller Wahrscheinlichkeit bereits morgen, wenn nichts dazwischen kommt und sie alle Kontrollen gut überstehen. Cascar wollte sie so schnell wie möglich zu uns bringen, denn ihr fehlt gerade einfach die Zeit, sich um die Tiere zu kümmern.« Antwortete ich ihr.
      »Da werden wir aber einige Decken für den Winter brauchen, wenn wir uns im hohen Norden Vollblüter aus dem tiefen Süden anschaffen«, meinte Petyr und grinste frech in die Runde.
      »Darüber haben wir uns auch schon Gedanken gemacht,« ging Nico auf Petyrs Kommentar ein und auch auf seinen Lippen breitete sich ein Grinsen aus. »Wir werden einen Waschdienst brauchen und dieser hat dann eine Woche die Aufgabe, die Decken zu waschen und aufzuhängen und da haben wir gleich an dich gedacht, lieber Petyr, weil wir wussten, dass du dich darüber freuen wirst.«
      Bevor Petyr zurückschießen konnte, ging ich diplomatisch dazwischen und erzählte weiter. Immerhin wollte ich heute noch so einiges schaffen.
      »Klar wird es mit ihnen anstrengender als mit felligen Pony, aber nichtsdestotrotz werden wir auch dies gemeinsam schaffen.
      Wie ihr wisst, haben wir in letzter Zeit einige Pferde verkauft und so sehr es mich schmerzt, werden auch Leiðtogi und Ocarina uns bald wieder verlassen. Linn hat sich dazu entschlossen, Togi in ihre Zucht aufzunehmen, jetzt wo er kurz vor seiner Kür steht. Oca wird zurück zu Verena auf die Gips Reminder Ranch gehen und sich dort hoffentlich wohler fühlen als hier in Norwegen. Im Gegenzug haben wir ja vor einigen Tagen Bijou und Modjo bekommen. Ich finde, dass in beiden ein großes Talent schlummert und vielleicht werden wir sie ja irgendwann kören lassen können.
      Außerdem wollen wir unsere EV-Zucht wiederbeleben und da wir nun mit Lady Gweny auch hier Stuten im Übermaß haben, habe ich einen perfekten Hengst gefunden, welcher auch in einigen Tagen bei uns eintreffen wird. Bitte habt Verständnis mit ihm und stempelt ihn nicht gleich als böse ab, ja?« Bittend schaute ich in die Runde und außer Nico machten alle ein verwirrtes Gesicht. »Glaubt mir, das werdet ihr schon früh genug erfahren!«
      Genau als ich meinen Satz beendet hatte, kam Bart auf Teos Schoß ein freudiger Schrei aus dem Mund und die ganze Aufmerksamkeit am Tisch richtete sich auf ihn. Darauf schien er nur gewartet zu haben, denn als ihn alle anblickten, grinste er breit und fing an zu lachen.
      In die dadurch entstandene Pause fragte Malte: »Wie wird denn der Hengst heißen?«
      »Cotsworlds Eik«, sagte Nico stolz. Auch er hatte den Hengst von Anfang an toll gefunden und sich genauso gefreut wie ich, dass das mit dem Kauf so gut geklappt hatte.
      »Das klingt irgendwie nach Kotze.« lachte Petyr und konnte kaum noch aufhören. Ich verdrehte nur die Augen. Dieser Kerl! Jedenfalls hatte noch einer etwas Humor.
      Bevor ich weitererzählen konnte, ergriff abermals Nico das Wort. »Und um unseren Plan einer Vollblutzucht noch komplett zu machen, habe ich eine perfekte Stute für meinen Marid gefunden. Und ob ihr es glaubt oder nicht, sie ist bereits gekrönt und dazu noch überaus hübsch.« Stolz blickte Nico in die Runde und ich freute mich, dass er endlich ein weiteres Pferd gefunden hatte, welches ihm etwas bedeutete. Niemand in der Runde schien etwas dagegen zu haben und diesmal war die Atmosphäre um einiges positiver. Eine Stute für Marid, dass war perfekt und das schienen auch alle zu finden.
      »Charly was hast du eigentlich für deinen Geburtstag geplant?« Teo hatte sich einen Moment von Bart losgerissen und blickte mich nun fragend an.
      »Woher weißt du von meinem Geburtstag?« Erstaunt blickte ich Teo an. Mein Geburtstag war nichts besonderes und ich hatte nicht geplant mit allen eine große Feier zu veranstalten.
      »Na steht doch ganz groß am Stallkalender«, brummte Teo und ich sah wie er die Augen verdrehte.
      Ungläubig drehte ich mich zu Nico um und blicke ihn dann wütend an. Dieser zuckte allerdings nur mit den Schultern und schien sich keiner Schuld bewusst zu sein. Na super!
      »Geplant ist nichts, ist sowieso mitten in der Woche, da hat sowieso niemand Zeit.« Bevor das Thema weiter vertieft werden konnte, erzählte ich einfach weiter. »Das nächste wird eich bestimmt sehr interessieren! Da wir nun einige Pferde auf dem Gestüt haben, brauchen wir dringend Hilfe! Ich habe mich also im Internet nach jemandem umgeschaut, der einen Job braucht und tatsächlich! Ich habe den perfekten Mann gefunden. Er kommt ursprünglich aus Namibia und hat bereits sein ganzes Leben mit Pferden zu tun. Er ist vom Beruf her eigentlich Reitlehrer und hat nicht nur von Westernpferden, sondern auch von Vollblütern und Galopprennen jede Menge Ahnung. Er wird erst mal bei uns im Gästezimmer wohnen und sobald dann der Schuppen fertig ausgebaut ist, wird er dort einen Teil bewohnen. Ihr anderen werdet also nicht wirklich davon beeinflusst, außer, dass es endlich zwei weitere helfende Hände im Stall gibt!«
      Alle nickten zustimmend und vor allem Malte, welcher in letzter Zeit sehr viel unterwegs gewesen war und deswegen reichlich gestresst erschien, schien erleichtert.
      »Der letzte Punkt ist, dass wir eine weitere Bewohnerin bekommen und das wird vor allem dich, Malte, interessieren.« Diesmal wandte ich mich genau an ihn. »Ich hoffe es ist für dich in Ordnung, dass ich die noch leere Wohnung neben dir an ein junges Mädchen vermietet habe. Sie hat in Sylling eine Arbeitsstelle gefunden und ich habe sie letztens beim Einkaufen ganz zufällig kennengelernt. Sie wird dir gefallen, glaube mir. So ein besonderes Mädchen hast du wahrscheinlich noch nie gesehen.«
      Malte hatte die Augenbrauen hoch gezogen, seine Mundwinkel hatten sich allerdings nicht bewegt. »Das bedeutet, dass ich meine Küche und mein Klo nun teilen muss?«
      Ich nickte leicht mit dem Kopf. »Ich weiß, ich hätte dich vorher fragen müssen, aber so ein Mädchen, das brauchte ich unbedingt bei uns. So fröhlich, so hübsch und so intelligent, glaube mir, dass wird uns allen gut tun!«
      »Wie heißt sie? Wie alt ist sie? Hat sie einen Freund?« mit leuchtenden Augen hatte sich Petyr vorgebeugt und blickte mich nun fasziniert an. Ich musste bei seinem Anblick lachen und freute mich über die Entscheidung, sie nicht zu Petyr auf den Dachboden einquartiert zu haben.
      »Tjarda Winter, 22 Jahre und das andere musst du sie selbst fragen. Sie will sich uns in den nächsten Tagen vorstellen, da könnt ihr sie kennenlernen.«
      Petyr zog eine Schmolllippe und ließ sich mit verschränkten Armen zurück in den Stuhl sinken.
      »Ich hoffe, ihr seid alle jedenfalls einigermaßen mit den Neuigkeiten zufrieden. Ich freue mich darauf, mit euch allen unsere Ziele zu erreichen! Wir schaffen das und ich bin mir sicher, dass das eine tolle Zeit werden wird!« Ich versuchte alle aufzumuntern, während mein Blick auf Bart fiel und sich mein Herz bestimmt um einige Grad erwärmte. Ich liebte diesen Ort, die Menschen und die Tiere und ich hatte es geschafft, die Trauer um Shadows Ableben und Mios Verschwinden zu überwinden. Jetzt hatte ich alles in der Hand und ich freute mich riesig auf all die Dinge, die ich hier noch erleben würde.

      18. September 2016 | 18.527 Zeichen | Canyon
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Phoenix Valley — Nebenstall
    Hochgeladen von:
    Canyon
    Datum:
    15 Juli 2020
    Klicks:
    465
    Kommentare:
    20

    EXIF Data

    File Size:
    90,8 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • [​IMG]
    Braum van Ghosts
    Braum

    ● ○ ● ○

    Hengst | *2012 | 147cm
    Connemara - Isländer - Pinto Mix
    Buckskin Tobiano

    ● ○ ● ○

    Von Moon's Wishing Well

    Von Moonlight Shadow Aus der Kürbisvieh

    Aus der Little Grey

    Von Grey Storm Aus der Laufa

    ● ○ ● ○

    rebellisch | arbeitswillig | dominant
    Braum ist rebellischer Hengst der noch viel lernen kann und will. Er arbeitet gerne, aber zeigt sich dabei als recht dominant - begegnet man ihm mit ebensolcher Dominanz, stellt sich der Hengst quer. Trotz allem ist Braum ein lieber Kerl, der stundenlange Putzaktionen mag. Mit anderen Pferden hat Braum keinerlei Probleme, versteht sich jedoch am besten mit dem Wallach Excelsior, wahrscheinlich, weil er früher auch mit einem Wallach zusammen stand.
    Durch seinen Isländeranteil hat er Anlagen im Gangsport.


    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Mohikanerin
    im Besitz seit: 30-05-2016
    Kaufpreis: 400 Joellen

    ● ○ ● ○

    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential


    Military E A L M S S*

    Distanz E A L M S

    Galopp E A L

    Springen E A L M


    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren x

    [​IMG][​IMG][​IMG]
    216. Gangturnier | 222. Gangturnier | 223. Gangturnier

    ● ○ ● ○


    [Schleife]
    Thema

    Abstammung: 6
    Schleifen: 3
    HS: 0
    TA: 0
    Trainer: 0
    Zubehör: 0
    Gesamt: 9

    Gencode: EE Aa nCr nT
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Phoenix Valley (PV)

    Nachkommen
    -


    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    ● ○ ● ○

    PNG | Puzzle PNG | offizieller HG | PSD