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Canyon

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gekrönte Vollblutaraberstute

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Canyon, 10 Nov. 2016
    • Canyon
      Alte Berichte
      unbekannt, by RoBabeRo
      Hufschmiede 'Keep Smiling'
      Ausschneiden, raspeln & korrigieren, Aluminiumeisen
      Sunnyyy hatte mich heute Abend für 5 ihrer Pferde hergebeten. Alle 5 sollten bearbeitet werden und neue Eisen bekommen. Drei Pferde Aluminiumeisen und die anderen beiden Stolleneisen. Ich bereitete mich also für die erneute Reise nach Deutschland vor und bepackte meinen Jeep. Ein langer Weg erwartete mich. Nach gefühlten Stunden bog ich endlich in die Straße von Sunnyyys Gestüt ab. Auf dem Parkplatz suchte ich mir ein schattiges Plätzchen und schleppte alle Sachen zum geplantem Treffpunkt: dem Putzplatz. Dort stand auch schon die Araberstute Hestia bereit. Der langbeinige Apfelschimmel schaute mir entspannt entgegen und freute sich über meine kurze Streicheleinheit. Ich legte all meine Sachen ab und bereitete das Equipment vor. Zuallererst entfernte ich Hestias alte Eisen bevor ich ihre Hufe nacheinander ausschneiden konnte. Mit dem Hufrinnmesser entfernte ich dabei das überstehende Horn ihrer Tragwände und schnitt die Hufsohle mit dem Hufrinnmesser dann gleichmäßig aus. Hestia war total gelassen und blieb brav stehen. Nachdem alle Hufe ausgeschnitten waren, korrigierte ich hier und da die kleinen Unebenheiten mit der Hufraspel. Nun waren die Hufe auch für die Aluminiumeisen bereit. Ich passte die neuen Eisen mithilfe der alten und Hestias Hufen ab, die mussten selbstverständlich perfekt passen. Mit Hammer und Amboss schlug ich sie dann zurecht und konnte Hestia nacheinander beschlagen. Schnell waren alle vier frischen Hufeisen angebracht und ich konnte die überstehenden Nägel der Eisen mit der Hufbeschlagszange abkappen. "Hast du brav gemacht!", tätschelte ich Hestia und bat Sunnyyy dann sie mir doch einmal auf dem harten Boden zur letzten Kontrolle vorzuführen. Auch die folgende Kontrolle zeugte von gut gemachter Arbeit und Sunnyyy konnte Hestia dann auch final wegbringen und die nächste Kundin, Calista, herbeibringen. Ich bereitete schon alle Sachen für diese vor.

      Juli 2015, by Sunnyyy
      Pflegebericht
      Nach einer fast schon unerträglichen Hitzewelle, war heute ein sehr milder Tag. Nach einem leckeren Frühstück mit meiner Mutter und meiner Schwester holte ich als erstes die Post rein. Es war für jeden was dabei, für mich war allerdings ein sehr großer Umschlag mit dem Versender „Deutsche Reiterliche Vereinigung“ angekommen. Ich hatte eine Aktualisierung aller Daten und der Pässe beantragt. Gespannt schauten mir die beiden anderen über die Schulter. Als erstes lag ein Zettel bei in dem stand, dass meine Wohndaten aktualisiert wurden. Darauf folgten dann sämtliche Pässe. Ich teilte die Pässe auf uns drei auf und wir überprüften ihre Korrektheit, wobei wir keine Fehler fanden. Also brachte ich sie ins Büro.

      Nun zogen wir uns alle an und gingen in den Stall. Zuerst bekamen alle Pferde ihr Futter und wir zogen die Halle einmal glatt. Als die Pferde mit fressen fertig waren, holte ich mir für die Arbeit Hestia. Zuerst machte ich sie fertig. Hestia war sehr ruhig. als ich fertig war, nahm ich mir Hestia und ging mit ihr in die Halle. Heute war wieder Dressurtraining an der Reihe. Am Anfang war sie etwas träge und wollte nicht so recht vorwärtslaufen. Doch nach ein paar Runden galopp wurde sie wacher und ließ mit sich arbeiten. Wir übten mittlerweile schon einige L-Lektionen und ich war zuversichtlich, dass sie das L-Niveau bald erreichen würde. Nach getaner arbeit war ich sehr zufrieden mit Hestia. Also ritten wir noch eine kleine Runde durch's Gelände und gingen mit den Beinen in den kleinen Hof-Teich. Als wir zurück zum Putzplatz kamen, machte ich Hestia fix fertig und stellte auf die Koppel.

      Nun holte ich mir Calista um mit ihr Springtraining zu machen. Sie war heute sehr fit und entwickelte ordentlich Schub. In letzter Zeit war sie trotz der Hitze in Bestform und ich nahm mir vor die Tage den Tierarzt und den Schmied zu rufen, um meine Pferde für Turniere zu Impfen und zu beschlagen. Nach einem sehr erfolgreichen Springtraining bachte ich Calista zu Hestia und holte mir Noell. Sie war heute ein wenig nervös am Putzplatz. Keine Ahnung, ob heute Nacht irgendwas los war, dass die Pferde so komisch waren. Ich machte sie fertig und ging mit ihr in die Halle. Noell wolte ich heute wieder in Dressur trainieren. Zu Anfang war sie sehr unaufmerksam und spannig. Ich musste sie stark beschäftigen, damit sie sich entspannte und anfing an die Hand zu gehen. Als sie nun locker war ging das Training aber recht gut. Sie entwickelte schwung und trat vermehrt unter. Auch sie war bereit ihre ersten Turniere diese Saison zu laufen. Nach getaner Arbeit un eine Runde baden im Teich, machte ich Noell fertig und brachte sie auf die Koppel.

      Nun war es soweit. Meine Mutter stand schon mit einem gestriegelten und gezäumten Shadil vor mir und wartete auf ihre Reitstunde. Die Wochen seit wir wieder da waren, hatte sie gejammert, wie sehr sie die Pferde vermisst hätte und wie gerne sie wieder reiten würde, als habe ich Shadil vorbereitet als Schulpferd zu fungieren. Wir gingen gemeinsam in die Halle und bevor meine Mutter sich auf Shadil setzen durfte, ließ ich ihn sich erst einmal in allen Gangarten warm laufen. Er lief sehr ruhig und locker und ließ sich gut kontrollieren. Als er warm war, machte ich ihm die Ausbinder ran und half meiner Mutter auf's Pferd. Nun sollte sie erst einmal wieder ein gefühl für die Bewegungen des Pferdes bekommen und ritt im Schritt an der Longe ihre Runden. Als sie irgendwann meinte, sie würde gerne traben wollen, trieb ich Shadil an. Zu Anfang viel meine Mutter viel nach vorne und klammerte mit den Beinen, doch Shadil lief brav weiter und ließ sich nicht beirren. Und so kam es, dass sie nach einiger Zeit lockerer wurde und am Ende erschöpft aber zufrieden vom Pferd stieg. Das Galoppieren nahm sie sich für das nächste Mal vor.

      Sie führte Shadil wieder zum Putzplatz und während sie sich um Shadil kümmerte, holte ich Shakkor und machte ihn fertig. Ich legte ihm seinen Western sattel auf, wollte aber mit ihm ins Gelände. Bei dem Wetter konnte man wieder ein wenig mehr die Ausdauer trainieren. Ganze zwei Stunden erkundeten wir die noch fremde Umgebung und am Ende ging es nochmal in den Teich planschen. Nachdem ich Shakoor weggestellt hatte, stellte ich fest, dass meine Mutter und meine Schwester den Stall schon fast komplett gemistet hatten. Ich half bei den letzten Boxen mit und nachdem in jeder Box Heu und Kraftfutter waren ging es auf die Weide mit unseren Pflegelpferden.

      Juli 2015, by Eddi
      Tierarztbericht
      Beinahe am Ende des Tages stand nun noch ein Großauftrag an. Bei Sora Wolf erwarteten mich immerhin fünf Pferde auf einmal, also würde ich auch den restlichen Nachmittag beschäftigt sein. So machte ich mich von einem Termin direkt auf den Weg zu ihrem Gestüt, damit wir so schnell wie möglich beginnen konnten. Vor dem Stall erwartete mich Sora auch bereits und begrüßte mich herzlich. Wir redeten gar nicht lange um den heißen Brei, sondern machten uns direkt auf den Weg zum ersten Pferd: Hestia.
      Sora holte ihre hübsche Araberstute aus der Box und führte sie mir im Schritt und Trab die Stallgasse entlang vor. Danach band sie sie am Putzplatz an und ich begann mit der Untersuchung. Zuerst ein kurzer Blick in Augen und Maul, danach das Abtasten der Lymphknoten.
      Nun hörte ich Herz, Lunge und Darm der Stute ab, ehe ich mich ihre Wirbelsäule entlang tastete und die Beine kontrollierte. Zu guter Letzt schaute ich noch nach der Körpertemperatur und dann konnte ich Hestia guten Gewissens impfen. Dafür gab es insgesamt vier Spritzen: Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut.
      Alle vier Spritzen hielt Hestia tapfer aus und danach schluckte sie auch noch die Wurmkur und schon war sie fertig. Während Sora Stute Nummer eins zurück in die Box brachte und die nächste holte, tauschte ich die Materialien aus und aktualisierte Hestias Impfpass.
      Nun war Calista an der Reihe. Auch sie ließ ich mir vorführen, ehe ich einen gründlichen Blick in Augen und Maul warf. Dann hörte und tastete ich die Warmblutstute noch gründlich ab, ehe ich auch noch die Körpertemperatur kontrollierte. Calista hielt vorbildlich still und nachdem ich mich von ihrem guten Gesundheitszustand überzeugt hatte, impfte und entwurmte ich sie.
      Danach ging es direkt weiter mit Noell. Einer dunklen Hannoveranerstute. Auch sie führte Sora mir vor und dann ging die Prozedere von vorne los: Blick in Augen und Maul, Abhören, Abtasten und Temperatur kontrollieren. Wie ihre Vorgänger war auch Noell topfit und konnte so direkt geimpft und entwurmt werden.
      Der Araberhengst Shadil machte leider nicht ganz so problemlos mit. Erst machte er Theater bei der Untersuchung und die Impfungen waren besonders schlimm, ehe wir die vier Spritzen endlich hinter uns hatten, war gut eine halbe Stunde vergangen. Dann musste ich ihm noch die Wurmkur ins Maul spritzen und dann waren wir endlich beim letzten Patienten angelangt: Shakoor.
      Noch einmal ein Araber, noch einmal ein Hengst. Er war sehr sensibel, versuchte sich aber möglichst während der Untersuchung zu benehmen. Auch die Spritzen nahm er tapfer hin, auch wenn er des Öfteren zusammenzuckte. Die Wurmkur schluckte er auch brav und schon hatten wir es geschafft. Shakoor wusste eben, dass es schnell vorbei war, wenn man sich benahm. Ich trug noch die Impfungen in den Pässen nach und dann hieß es auch für mich Feierabend.

      Mai 2015, by Sunnyyy
      Dressur E - A
      Nachdem Hestia nun wieder im Training war, entschloss ich mich, die junge Stute in der Dressur weiter zu trainieren. Zuerst übte ich mit ihr den Mitteltrab und den Mittelgalopp. Das klappte ganz gut. Danach übten wir die Schritt Galopp Übergänge. Dieses fielen ihr auch nicht schwer, da sie sie bereits aus dem Western reiten kannte. Genauso einfach war das Zügel aus der Hand kauen lassen. Das kannte sie schon vom Abreiten. Auch das Rückwärtsrichten war ganz einfach, genauso wie Vierck verkleinern und vergrößern. Das Überstreichen im Galopp war für sie auch kein Problem, da sie das ja schon vom Western kannte. Ein wenig mehr Übung erforderte die Vorderhandwendung, aber auch darin schlug sich Hestia klasse. Am Ende konnte Hestia alle Lektionen und wir übten die Dressur weiter, damit sich alles festigte.

      Oktober 2014, by Sunnyyy
      Geburt von Abqa Hasna
      Wie schon seit einigen Nächten, ging ich mal wieder in den Stall hinein, um nach Hestia zu gucken. Allerdings verhielt sie sich dieses Mal anders. Sie war sehr unruhig und scharrte nach einem guten Platz suchend in der Box herum. Als ich sie berührte und fühlte, dass sie bereits sehr warm war und geschwitzt hatte, zückte ich direkt mein Handy und rief die Tierärztin an. Dann ging ich in die Box hinein und sortierte das Stroh so, dass Hestia einen Platz zum liegen fand. Stöhnend und ächzend ließ sie sich nieder und legte sich auf die Seite. Ich legte ihren Schweif hoch, sodass ich sehen konnte, wenn das Fohlen kommen würde. Vorsichtig legte ich meine Hand auf ihren Bauch und spürte, dass sie schon leichte Wehen hatte. Kurz verließ ich wieder die Box und holte mir aus dem erste Hilfe Kasten ein paar Aids-Handschuhe, die ich anzog. Dann ging ich wieder in die Box. Eine Weile saß ich nur da und wartete, während die Wehen stärker wurden. Dann sah man die Spitzen der Vorderhufe heraus ragen. Vorsichtig griff ich in Hestia hinein, um zu fühlen, ob der Kopf richtig liegt. Beim nächsten Wehenstoß, gleitet er dann aber schon heraus und ich öffne schnell die Fruchtblase, sodass die kleine sobald wie möglich ihren ersten Atemzug tun konnte. Als das Fohlen noch ein Stück weiter heraus war, ergriff ich seine Hufe, stemmt meine Füße gegen Hestias Po und zog das kleine Stück für Stück mit heraus. Als die Hinterbeine noch garnicht richtig raus waren, dreht Hestia sich schon um und beschnüffeld leise wiehernd ihr Baby. Und erhält eine Antwort. Ich sehe noch einmal kurz nach, welches Geschlecht es ist und verlasse die Box. Gerade als ich die Handschuhe abgestriffen hatte, kam die Tierärztin um die Ecke. "Ach, schon fertig?", fragte sich. Ich nickte grinsend und fügte hinzu: "Es ist ein Mädchen." Sie fragte mich, ob ich schon einen Namen für sie hätte. Ja. Sie sollte Abqa Hasna heißen. Schöne Scheckin. Denn das würde sie sicher werden! Wir machten ab, dass sie die beiden Stuten morgen untersuchen würde und ließen die beiden alleine.

      Oktober 2015, by sweetvelvetrose
      Bericht
      Leicht verschwitzt und außer atem ging ich in den Hengst Stall und stand vor Dukes Box „ hallo Dicker , jetzt geht’s los „ Sättel/ Trensen und Co war verstaut jetzt sollte es mit dem Transporter und 3 Pferden auf lange Fahrt gehen .Es sollte zu dem Tunier Jolympia gehen in Vielseitigkeit Duke war bestens geeignet dafür doch wen noch ?
      Ich ging im Kopf die Vorzüge meiner einzelnen Pferde durch Triamisu hatte sich sehr gut gemacht ihn würde ich noch mit nehmen und eigentlich wollte ich Badriah mit nehmen doch sie war noch tragend mindestens eine Woche oder länger. Bara war zu Jung auch wenn sie mit viel Ehrgeiz zeigte, überfordern will ich sie aber nicht. Hestia und Asfari waren noch nicht so lang in meinem Stall und sollten sich noch eingewöhnen sie vielen daher auch aus
      Grübelnd stand ich vor Zanhya sie zeigte viel Potenzial war aber in neuer Umgebung meist etwas unsicher , Famina war auch noch zu frisch bei mir und passte eher zu einem Ruhigen Tunier .
      Rubina war ebenfalls tragend also viel sie auch aus, ich schüttelte den Kopf jetzt hatte ich den ganzen stall voller Pferde und keins Konnte mit zum Turnier.
      Saddy war auch nicht das mädel was ich mit nehmen wollte da sie doch mal zu beißen konnte es musste einfach ein Team sein was passt , das sollte doch möglich sein Teasy hatte erst ein Fohlen und wurde nun erste wieder antrainiert zu viel wäre nicht gut für die kleine .
      Bei der nächsten Box blieb ich stehen und blicke Shady an ja sie sollte mit das würde passen Duke und shady und wen noch ?
      Baraka, Dukes große Liebe eigentlich würde ich sei gern mit nehmen aber dann wäre Duke nicht bei der Sache Farahsha hatte sich den Fuß verstaucht oder geprellt sicher waren wir uns da nicht und Cardiac sollte am Wochenende Rossig werden das wäre ungünstig.
      Bei den Fohlen blieb ich stehen und tütelte ein wenig mit ihnene rum bald würde ich sie trennen müssen nicht das der kleine seine Halbschwester Deckt . Weiter ging es wieder bei den Hengsten Tiramisu war ja schon eigentlich die zweite wahl gewesen aber er war jetzt so oft auf Tunieren gewesen und erst zu letzt die Körung die er erfreulicherweise gewonnen hatte, ich beschloss erst mal weiter zu schauen und zu überlegen .
      „ hey Bintu du Ekelpackt „ begrüßste ich dne Hengst denn dieser schoss hervor mit gebleckten Zähnen das war auch schon mal besser gewesen dachte ich bei mir und setzt ihn auf die Liste für kleine Veranstaltungen .
      Arsil soll Cardiac am Wochenende decken da muss er leider dableiben.
      Kadihr war und ist ein Träumer und ein schatz doch wär es für ihn zu anstrengend ( und für mich auch gestand ich mir schmunzelnd ein)
      Da ich schon auf meiner Runde war ging ich auch zu den Jungspunden Shamal und bahar kraulte ihnen die nasen und meine „ Bals bekommt ihr einen Icebraker sohn zu euch ihn die Runde seit schön lieb zu ihm – Shamal der viel von bahar übernommen hatte war kaum wieder zu erkennen anhänglich und Sanft legte er den kopf auf meine schulter und lies sich Kraulen.
      Auch in den Westernpferde Stall ging ich um zu schauen das alle Fit sind und ich mir keine Sorgen machen musste wenn ich nicht da war .
      Gerlie, Jade, Caresse, Keep the Faith, Kajano und Shlush standen verstreut in den Boxen oder auf dem Paddock.
      Ich machte mich dran noch eine Ladung Heu in die Raufen zu geben und Füllte den Futter Automat auf Natürlich wären die Pferde nicht allein mein Pfleger war ja auch noch da und würde Misten und alles doch wo man ihm arbeit abnemen konnte tat ich das .
      Nun holte ich Tiriamisu raus Packte ihn in Reise Decke und Gamaschen ein. Danach folgte Duke den ich ebenfalls gut verpackte , jetzt folgte das stütchen Shady auch sie kleidete ich ein, überblickte noch mal das eingepackte Material und auch den Wanderstrom Zaun hatte ich dabei war ich doch fast einen Tag unterwegs .
      Futter und auch die Sättel der andere Pferde waren dabei Duke musste mit dem Dressursattel von Triamisu Vorlieb nehmen aber für einmal würde es gehen .
      Shady hatte Zahays Sattel – Spring und Dressursattel einen VS sattel hatten sie alle selbst.
      Dann ging die große fahrt los …

      Januar 2016, by sweetvelvetrose
      Ein grauer Morgen und doch ein guter Tag
      Aufgewacht der regen tratschte gegen die Schreibe und ich hatte so gar keine Lust raus zu gehen und doch heute war ich mit stall dienst dran.
      Nach dem Anziehen ging ich raus in den Stuten stall Mistet den Paddock von Fada Fid ,Hestia, Baraija, Zanyah, Best Look mein gast Pferd , Famia, Rubina Badriyah, Saddy,Teasie, Shady,Farahsa,Baraka Cardiac und meine Jungstute Cassi, bei Moulan meinen Englischen Volli streute ich auch neu ein brachte frisches Heu mit dem Trekker in die paddocks ,dann Kümmerte ich mich um die drei Jung Hengste Shamal und Bahar so wie Ironic, die beiden Pfelgis Cola und Wihte Boy bekamen auch ihre ration Shamal und Bahar und Ironic durften sich im frei speigen aus toben.
      Meine Western Pferden bekamen auch ihre Ration und durften sich in der Kleinen Halle die Beine vertreten brav nach ein andern oder auch mal zusammen.
      Erst Gerlie Faithe Jade und Caresse dann die beiden Hengste Slush und Kajano,
      dann ging es zu meinen Araber hengsten Duke, mein neuer und nun bester Freund von Duke Amore , dann Ashqar mit Tiri danach Bitu allei n da er grad wieder eine Phase des ich bin blöd zu anderen hatte danach Asfari mit Kadihr und Arsil danach ging ich mit dem Hund und Amore und Duke noch im Regen spatzieren und freute mich nach einem Anstregenden langen Tag auf ein Heißes Bad und ein Buch

      Mai 2016, by Sammy
      Pflegebericht für alle Pferde
      „So, jetzt müssten wir eigentlich gleich da sein!“, sagte ich fröhlich zu meinen vier Mitarbeitern, die mit mir in meinem Auto saßen. Wir waren gerade auf dem Weg zum Gestüt Fearie Hills von Sweetvelvetrose. Diese hatte für heute jemanden gesucht, der sich um ihre 38 Pferde kümmerte und ich war der Meinung, dass uns etwas Arbeit mit fremden Tieren auf keinen Fall schaden würde.
      Ich bog in die Zufahrt ein und stellte das Auto ab. Ich war schon ein paar mal hier gewesen, da ich Sweet schon des Öfteren Pferde abgekauft und auch eines verkauft hatte. Kaum waren wir alle ausgestiegen, kam uns die Gestütsleiterin auch schon entgegen und begrüßte uns herzlich.
      „Ich muss leider auch schon weg, ich hoffe ihr findet euch trotzdem zurecht? Du warst ja schon hier, denkst du das geht so?“, fragte Sweet mich. „Klar, das schaffen wir auf jeden Fall! Bis du wieder hier bist, ist alles erledigt!“, versprach ich ihr lächelnd und führte meine kleine Truppe dann auch sofort in den Stall. Es war erst früher morgen, doch da die Pferde ihr Frühstück bereits beendet hatten, begannen wir sofort damit, sie auf die Koppeln zu bringen. Sweet hatte uns netterweise einen Plan da gelassen, damit wir alles richtig machten. Ich bewunderte Sweet`s Tiere, während meine Lieblingsmitarbeiterin Meg erwartungsgemäß bei Barakah al Sanaa hängen blieb. Die junge Stute stammte aus meiner Zucht und Meg war es nicht ganz leichtgefallen, sie gehen zu lassen. „Meg, schau mal hier! Ihre erste Tochter!“, rief ich die junge Frau zu mir, als ich vor der Box einer wunderhübschen Araberstute namens Baraija ankam. Das Stütchen hatte Barakah`s Fellfarbe geerbt und besaß ein ausgezeichnetes Exterieur. Auch Meg war hin und weg von der Süßen.
      Nachdem wir alle Pferde aus dem Stall raus hatten, begannen wir mit dem Ausmisten der Boxen. Zu Hause übernahmen das immer meine Arbeitsreiter und Stallburschen, doch hier legte ich natürlich selbst mit Hand an. Immerhin hatte ich hier und heute Gott sei Dank einmal keinen Bürokram zu erledigen. Wir waren ein absolut eingespieltes Team und kamen daher sehr gut voran. Schließlich hatten wir alle Boxen ausgemistet, frisch eingestreut, Heu hineingeworfen und die Tränken kontrolliert. Ich holte flott die Kühltasche aus meinem Auto und wir schlenderten zu einer Wiese bei den Koppeln, um dort Pause zu machen. Ich tischte Sandwiches, Obstsalat und Eistee auf und es dauerte nicht lange, bis sich Samuel und Donald um das letzte Schinkenbrötchen stritten. Meg und ich rollten nur mit den Augen, während der stille Brian keine Miene verzog. Er hielt sich aus dem Gehabe der anderen Jungs meist raus, was vielleicht auch ganz gut so war. Nachdem Donald und Samuel ihren „Ich-habe-aber-mehr-gemistet-Streit“ um das Brötchen endlich beendet hatten, packten wir zusammen und kehrten in den Stall zurück, um nun mit den Pferden zu arbeiten.
      Nach einem längeren Blick auf die Trainingspläne hatte ich mich entschieden: Wir würden zuerst einmal mit den Hengsten beginnen – dazu zählten White Boy und Asfari Sharin, die beide im Verkaufsstall standen. „Samuel, Donald? Ihr schnappt euch Slush und Kajano. Letzterer ist wohl ein absoluter Westerncrack, deshalb reitest du ihn, Donald. Ihr geht mit den beiden einfach ein bisschen auf den Platz. Meg, Brian und ich schnappen uns die Shettys Ginnies Casanova und Erutan Wishes, sowie das Hengstfohlen Ironic und machen in der Halle ein bisschen Bodenarbeit. Sind alle damit einverstanden?“, ratterte ich den ersten Teil meines Plans herunter. Alle nickten und so machten wir uns wieder auf zu den Koppeln, damit jeder das ihm zugeteilte Pferd holen konnte. Am Putzplatz trafen wir uns alle wieder und machten die Pferde in aller Ruhe fertig. Brian, der sich um Erutan Wishes kümmerte, stöhnte angesichts der langen, dicken Mähne des Ponies. Aber auch Meg hatte mit Casanova`s dickem Fell gut zu tun, während ich mit dem Hannoveraner Ironic vergleichsweise schnell fertig war. So zogen die beiden Jungs mit den Criollos in etwa zeitgleich mit uns los – Donald im Westernsattel, Samuel in gewohnter Dressurmanier. Wir anderen schlugen dagegen den Weg zur Halle ein. Ich war ganz begeistert von dem Hengstchen an meiner Seite. Ironic blieb brav neben mir und war sehr folgsam. Meg musste da mit Casanova schon ein wenig mehr verhandeln und Brian brauchte eine ganze Weile, bis Erutan an seiner Seite ein wenig zugänglicher wurde. Alles in allem verlief das Training aber sehr gut und so trafen wir eine halbe Stunde später wieder mit den beiden Jungs zusammen. Donald war völlig hin und weg von dem hübschen bunten Criollohengst, während Samuel ein wenig geschafft aussah. „Slush hat es mir anfangs ganz schön schwer gemacht, der kleine Sturkopf hat mich wirklich getestet bis aufs Blut. Aber danach ist er dann wirklich schön gelaufen!“, berichtete er. Wir versorgten die fünf Pferde und entließen sie anschließend wieder auf die Koppeln.
      „Okay meine Lieben, weiter geht’s. Ich dachte wir machen einen kurzen Ausritt mit den nächsten fünf Hengsten. Donald nimmt Duke of Darkness, ich selbst werde Tiramisu reiten, Samuel bekommt Bintu Al-Bahri, Meg Ashqar – wegen der Größe und Brian, du holst dir TC Amor Casdove. Bis auf Duke und Amor könnt ihr euch die Reitweise aussuchen, die beiden werden Western geritten.“
      Wieder kamen wir alle am Putzplatz zusammen, säuberten und sattelten die wunderschönen Hengste und schwangen uns anschließend in die Sättel. Ich hatte mich für Tiramisu entschieden, da der Hengst wohl sehr unsicher wurde, wenn man beim Reiten einen klitzekleinen Fehler machte. Meine Mitarbeiter waren zwar alle ausgezeichnete Reiter, doch ich hatte nun einmal die meiste Erfahrung – und das auch mit schwierigen Pferden. Wir verließen den Hof im gemütlichen Schritt und genossen die warme Maisonne auf unseren Rücken. Die Pferde schritten eifrig aus und überzeugten uns alle von ihrem ausgeprägten Arabertemperament. Als wir auf einem recht breiten, ebenen Weg angelangten, gab ich das Zeichen für den Galopp und wir preschten den Weg entlang. Zu meiner Freude ließ Tiramisu trotz seiner anfänglichen Unsicherheit wunderbar reiten und auch auf den Gesichtern der anderen lag ein zufriedenes Lächeln, als wir auf den Hof zurückkehrten. Wir sattelten die Hengste ab und entließen sie wieder auf ihre Koppeln.
      „Auf in die nächste Runde! Danach machen wir dann kurz Pause. Donald du holst dir bitte Shamal und Meg, du nimmst Bahar. Mit den beiden Halbstarken könntet ihr ein wenig spazieren gehen, wenn ihr wollt. Brian schnappt sich Khadir, Samuel du dir Asfari Sharin und ich selbst werde Arsil nehmen. Für die drei hübschen steht heute Dressurtraining an.“, wies ich meine Mitarbeiter an. Es war nicht ganz einfach, das Training so vieler unbekannter Pferde zu koordinieren, doch bisher lagen wir sehr gut im Zeitplan. „Ach, nur damit sich niemand wundert: Ich habe White Boy nicht vergessen, den nehmen wir dann nach der Pause noch dazu.“ Während ich Arsil`s fuchsfarbenes Fell bürstete, überlegte ich mir schon einmal, was wir schönes mit den Stuten anstellen könnten. Wahrscheinlich würde sich der Plan so ziemlich wiederholen, aber nach einer kurzen Pause sollte das machbar sein. Als der wunderschöne Araberhengst glänzte, legte ich ihm die Dressurausrüstung an und schlenderte mit den beiden anderen zum Platz. Dort stellten wir die Hengste auf der Mittellinie auf, gurteten nach und schwangen uns auf die Rücken der Pferde. Während Samuel erst ein wenig um das Vertrauen des jungen Schimmels Asfari kämpfen musste, kam ich mit Arsil sehr gut zurecht. Der schöne Araber arbeitete sehr gut mit und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe wunderbar. Auch Brian kam mit Khadir ausgezeichnet zurecht und wir beendeten die Dressurstunde mit einer kleinen, schnell improvisierten Quadrille. Als wir die drei Hengste gerade zurück auf die Weide brachten, kamen uns Meg und Donald mit Shamal und Bahar entgegen. Beide waren ganz begeistert von den Junghengsten. Shamal war zwar laut Donald sehr aufgedreht gewesen, doch Bahar`s Ruhe hatte sich zu einem guten Teil auf den anderen Hengst übertragen, sodass die vier einen netten Spaziergang gehabt hatten.
      Die anderen setzten sich nun schon einmal an die Stutenkoppeln, während ich die nächste Ladung Sandwiches holte. Die hatten wir uns nach der Arbeit nämlich redlich verdient. Inzwischen war es früher Nachmittag und wir lagen immer noch sehr gut im Zeitplan. „So, ihr Süßen“- ich ignorierte gekonnt, dass Donald, Samuel und Brian bei dieser Anrede die Gesichter verzogen – „lasst uns weiter machen. Wir starten mit einem Ausritt, dann kommt ein weiteres Dressurtraining, noch ein Ausritt, ein bisschen Freispringen und Bodenarbeit. Damit wären wir dann durch für heute. Aber jetzt mal von Anfang an: Meg, du darfst Baraija reiten, ich nehme Badriyah. Donald bekommt Teasie, Samuel Cardiac und Brian Saddy. Auf geht’s!“
      Ca. zwanzig Minuten später hatten wir das Gestüt auf dem Rücken der fünf Stuten wieder verlassen. Ich saß auf der Tochter von meinem preisgekrönten Araberhengst Khamar al Sanaa und war hin und weg von der wunderschönen Badriyah. Auch Meg strahlte auf Barakah`s Tochter mit der Sonne um die Wette und so hingen wir beide völlig unseren Gedanken nach und blendeten das Geplapper der Jungs einfach aus. Zumindest solange, bis Donald lauthals neben mir quengelte, er und Teasie wollten jetzt endlich galoppieren, dieses ewige Schrittreiten sei doch viel zu langweilig. Also nahmen wir alle die Zügel auf und ließen die Pferde angaloppieren. Donald und Samuel lieferten sich auf dem ebenen Weg ein kleines Rennen, während wir anderen einfach die schärfere Gangart genossen. Die Pferde waren zwar alle recht temperamentvoll, ließen sich dabei aber gut händeln, so dass auch dieser Ausritt wirklich schön endete. Als die fünf Stuten wieder auf ihrer Weide waren, schnappten wir uns Zanyah, Rubina, Famiah, Hestia und Fada Fid. Donald murrte ein wenig, da er sehr viel lieber Western als Dressur ritt, aber da musste er jetzt eben durch. Ich wusste ja, dass er es konnte. Meg durfte die wunderschöne Famiah reiten, die früher einmal einer guten Freundin von mir gehört hatte, während ich Donald auf Fada Fid setzte. Samuel bekam Rubina und Brian Hestia, also blieb für mich die hübsche Schimmelstute Zanyah übrig. Sie sah meiner geliebten Little Miss Sunshine wirklich sehr ähnlich und ich war gespannt, ob sie sich auch charakterlich ähnelten. Wir putzten die hübschen Damen und machten sie anschließend fertig fürs Training. Dann zockelten wir mit ihnen zum Reitplatz und begannen mit der Arbeit. Soweit ich das von Zanyah`s Rücken aus beurteilen konnte, arbeiteten alle fünf Stuten sehr gut mit und meine Leute kamen gut mit ihnen zurecht. Wir beendeten das Training mit einer kleinen Schrittrunde um den Hof, damit die Pferde abkühlten und entließen auch sie wieder auf die Koppel.
      Als nächstes stand der dritte und letzte Ausritt dieses Tages an. Ich teilte Donald das Quarter Horse Jade zu, Brian bekam die Criollostute Keep the Faith, Meg die Irish Tinker Dame Magical Touch, Samuel Caresse und ich selbst übernahm deren Tochter Girlie, ebenfalls zwei hübsche Criollostuten.
      Wir machten die Tiere fertig und schwangen uns in die Westernsättel. Diesmal schlugen wir einen anderen Weg ein, der uns in den Wald führte. Diesmal waren wir sowieso mit einer ein wenig ruhigeren Fraktion unterwegs, sodass wir es bei einem gemütlichen Schrittausritt beließen. Immerhin hatten wir nun doch schon einen recht anstrengenden Tag hinter uns und waren ja noch nicht fertig für heute. Wieder auf dem Hof angekommen, sattelten wir die Stuten ab, versorgten sie und schnappten uns die nächsten fünf Pferde. Nun stand wieder Bodenarbeit auf dem Programm und ich teilte als erstes Brian den Hengst White Boy zu. Die beiden sollten in die Halle gehen, während wir anderen mit den Stuten auf dem Platz trainieren würden. Ich selbst übernahm das Hannoveranerfohlen Cassidy, Meg bekam Tiara Al-Bahri, Samuel Best look for my Weekend und Donald die Shettystute My Hope Nymeria. Brian ließ uns den Vortritt und kümmerte sich erst um White Boy, als wir den Putzplatz verlassen hatten. Ich wollte mit fremden Pferden kein Risiko eingehen, deshalb hatte ich diese Trennung vorgenommen. Wir anderen betraten mit den Stuten den Platz, machten ein wenig Führtraining, übten Seitengänge, richteten die Pferde rückwärts und übten zuletzt das Freilaufen. Nur Cassidy bekam natürlich den Schongang, da das Stutfohlen in ihrer Ausbildung selbstverständlich noch nicht so weit war, wie die anderen vier Stuten.
      Als wir später wieder mit Brian zusammentrafen, verteilte ich die letzten drei Pferde. Inzwischen war es auch Abend geworden, es wurde somit Zeit, die Pferde in den Stall zurückzuholen. „Okay, wir werden jetzt ein kleines Freispringen zum Abschluss veranstalten. Dazu nimmt Samuel bitte Shády, Brian bekommt Farasha und ich selbst nehme Barakah al Sanaa. Meg, Donald ihr kümmert euch bitte schon einmal darum, dass die Pferde in ihre Boxen kommen. Wenn ihr schnell genug seid, könntet ihr auch schon mit der Abendfütterung beginnen. Meg machte ein langes Gesicht, doch ich brauchte Leute, die sich mit dem Springtraining auskannten und Meg war nun einmal Rennreiterin. Mit Springen hatte sie wirklich überhaupt nichts am Hut. Wir holten die drei besagten Pferde von der Koppel, putzten sie und schützten ihre Beine mit Gamaschen und Streichkappen. Eine kleine Springgasse hatte ich in der Halle bereits aufgebaut, sodass wir die Pferde zuvor nur noch aufwärmen mussten. Ich war wirklich froh zu sehen, dass Barakah sich hier so gut eingelebt hatte. Die Stute ging mit gewohntem Ehrgeiz ans Springen heran und auch Shády und Farasha machten ihre Sache sehr gut. Letztere war die Mutter von meinem Araberhengst Wüstentänzer, daher kannte ich auch sie bereits. Wir ließen die drei Stuten ein paar Mal über verschiedene Höhen springen, dann führten wir sie trocken und brachten sie anschließend in ihre Boxen. Im Stall herrschte ein ganz schöner Tumult, da Meg und Donald tatsächlich bereits mit der Abendfütterung begonnen hatten.
      Als schließlich jedes Pferdchen seine Ration im Trog hatte, legte sich die uns gut bekannte, wohltuende Stille über den Stall, in der nur das zufriedene Kauen der Pferde zu hören war. Wir drehten eine letzte Runde durch den Stall und machten uns dann nach diesem langen Tag auf den Heimweg.
    • Canyon
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      Gegen den Wind

      Der Blick aus dem kleinen verstaubten Stallfenster verriet mir, dass es Mittag war. Die Sonne schien bereits jetzt schon sehr extrem. Hätte ich ein Thermometer gehabt, dann hätte mir dies bestimmt über 20 Grad angezeigt. Aber ich hatte keins. Wozu auch.
      Wenn es heute noch wärmer werden sollte, musste ich die Pferde von den Weiden holen. Auch wenn sie als Vollblüter Wärme gut aushalten konnten, war trotzdem der kühle Stall für sie um einiges angenehmer.
      Geschickt verfrachtete ich die letzten Pferdeäpfel aus der Box in eine Schubkarre, legte dann die Mistgabel hinein und machte mich auf den Weg zum Misthaufen. Die alte Eisenschubkarre verursachte ein lautes Scheppern auf dem trockenen Schotter und selbst wenn ich in der Nähe Nachbarn gehabt hätte, hätte es mich nicht interessiert, dass ich zur Mittagszeit solch laute Töne von mir gab. Aber das nächste Haus lag sowieso mehr als fünfhundert Meter weiter, sodass ich noch nie Probleme mit meinen Nachbarn gehabt hatte.
      Die Türken, die waren manchmal schon ein komisches Volk. Das Land war einzigartig, aber die Politik, die Wirtschaft und der Umgang mit Tieren einfach nur widerlich. Schon de Öfteren hatte ich verwunderte Blicke auf meinem Gestüt ruhen sehen. Blicke von Menschen, die Pferde nur angekettet in kleinen Boxen kannten, wo ihnen der eigenen Dreck bis an den Bauch ging. Pferde waren in den Augen vieler vor allem Mittel zum Zweck oder Sportgeräte, ich liebte diese Tiere. Ich liebte mein Leben, seitdem ich es mit ihnen verbringen konnte und das hätte ich mir früher nie vorstellen können.
      Nachdem ich mit einem kraftvollen Schwung die Karre auf dem immer höher werdenden Misthaufen ausgeleert hatte, brachte ich sie zurück ins Stallgebäude, blieb dann einen kurzen Moment überlegend stehen und entschied mich dann dafür, etwas Schönes zu tun. Ich liebte es, schöne Dinge zu tun und ich hatte mir vorgenommen, mindestens einmal am Tag etwas zu tun, bei was ich wirkliche Freude empfand. Das war zum Glück nicht allzu schwer, wenn man einen Hof voller Pferde besaß.
      An Bahars Box hing sein hübsches hellbraunes Halfter. Erst vor kurzem hatte ich meinem jüngsten Pferd eine komplett neue Ausrüstung gekauft und dieses braune Halfter, so schlicht es auch aussehen mochte, war die Spitze des Weihnachtsbaumes gewesen. Der dazu passende Strick komplettierte das Ganze noch.
      Bahar stand zusammen mit seinem älteren Freund und Weidegenossen recht hofnah, sodass ich nicht lange brauchte. Es tat mir für die Pferde Leid, dass ihnen das heiße Wetter des Sommers das ganze Gras genommen hatte und sie so nun seit einigen Monaten auf trockenem Sandboden stehen mussten. Aber nun mit dem anlaufenden Regenwetter kamen Tag für Tag neue kleine Grashalme dazu und ich freute mich für die Pferde, dass das Schlimmste für dieses Jahr überstanden war.
      Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, als der junge Hengst mich aus dem Anhänger heraus angestarrt hatte. Seine großen blauen Augen hatten sich sehnlichst nach einem neuen Zuhause gesehnt und durch sie hindurch hatte ich bis in das Innerste des Pferdes schauen können. Seitdem Zeitpunkt waren wir beide unzertrennlich und auch wenn ich die anderen Pferde genauso in mein Herz geschlossen hatte, war Bahar der Freund, mit dem ich mein Leben verbringen wollte.
      Geschickt schlüpfte ich unter dem Zaun hindurch und kaum hatte ich mich aus der Hocke wieder aufgerichtet, stupste mich eine zarte gescheckte Nase an. Ich musste lächeln, drückte dem Hengst einen kleinen Kuss aufs Maul und wuschelte ihm dann durch seine dicke und gut gepflegte Mähne. Ich bemerkte eine Bewegung aus dem rechten Augenwinkel und keine Sekunde später, drängte auch Arsil seinen Kopf dazwischen. Neben Khadir war der Fuchs einer der wichtigsten Deckhengste des Gestüts und mit seiner gutmütigen Art hatte er bereits einigen bezaubernden Fohlen zum Leben verholfen. Heute wollte ich mich jedoch nur mit Bahar beschäftigen und so schickte ich mit einem deutlichen Zeichen den Hengst von mir. Fast wie ein trauriger Hund ließ er seine Ohren fallen und senkte den Kopf, bevor er sich gekonnt auf der Stelle umdrehte und sich im langsamen Schritt von uns entfernte.Es war erstaunlich, wie schnell die Pferde gelernt und verstanden hatten, dass niemand zu kurz kam, es jedoch bestimmte Regeln gab.
      Bahars Halfter war schnell angelegt und wieder einmal bewunderte ich das schöne Ding an so einem schönen Kopf. »Komm mein Süßer, lass uns einen Ausritt machen.« flüsterte ich ihm zu, bevor ich mit ihm an meiner Seite zurück zum Stall ging.

      Zwanzig Minuten später war der junge Hengst komplett ausgestattet. Seine gebisslose Trense und der nagelneue Westernsattel, beides natürlich im hübschem hellbraun, ließen Bahar unglaublich edel aussehen. Leider schindete ich diesen Eindruck bestimmt, denn meine dreckige Jeans und das nicht mehr ganz so helle Hemd, sowie meine verfilzten schwarzen Haare (na gut, so extrem sahen sie nun auch nicht wieder aus), hatte ich natürlich nicht ausgezogen.
      Bevor ich aufstieg, versuchte ich mit meiner Hand mein Pony etwas zu richten und meine Haarpracht zu einem geflochtenen Zopf zu verflechten, auch wenn ich um diese Zeit nur wenige Menschen auf der Straße treffen würde.
      Laut, genauso wie der Klang meiner vollen verrosteten Schubkarre, klangen Bahars Hufe auf dem sandigen und steinigen Schotter, als ich ihn die Einfahrt entlang in Richtung Wald ritt. Entspannt hatte der Araber seinen Kopf gesenkt und seine Ohren nach vorne gerichtet und auch ich genoss den frischen und salzigen Wind des Meeres in meinem Gesicht.
      Erst dieses Jahr war der Hengst eingeritten wurden und ich war erstaunt, wie selbstverständlich er mich auf seinem Rücken akzeptierte, ohne sich bis jetzt einmal dagegen gewehrt zu haben.
      Der Weg führte uns zwischen den Feldern entlang. Rechts lag ein großer Kanal und links konnte ich in der Ferne die kleine Stadt Sazköy erkennen. Ansonsten war keine Menschenseele zu sehen, genau wie ich es erwartet hatte. Als das Gelände hügeliger wurde, verschnellerte ich unser Tempo und ließ Bahar antraben. Immer noch wehte ein kleiner Luftzug, sodass die Wärme sogleich viel angenehmer wurde.
      Das Gelände war unglaublich und auch wenn ich in den letzten Monaten bereits jeden Quadratmeter erkundet hatte, war es immer noch eine Augenweide für mich, wenn ich von den grünen Hügeln hinab in das Tal schaute und dahinter das große dunkle Meer lag. Das schwarze Meer passte zu mir wie die Faust aufs Auge. Dunkel und tief, aber trotzdem weich und sanft.
      Erst nach mehr als einer Stunde, als ich bereits einen Sonnenbrand auf meinen Schultern vermutete, schlug ich einen Pfad zurück zum Gestüt ein. Auch Bahar witterte den Geruch seiner pferdigen Freunde und ließ schon von weitem ein Wiehern zu ihnen erschallen.
      Die erste Weide, welche wir passierten, war unsere kleine Stutenweide. Hier standen I‘ll never leave you, sowie Pounts Püppchen und Hestia. Alle drei Stuten reckten ihre Köpfe über den Zaun hinweg, als Bahar mit hoch erhobenem Schweif und aufgeblähten Nüstern an ihnen vorbei tänzelte. Ich ließ ihn gewähren, sollte er doch den Macho raushängen lassen. Ich wusste selbst, dass ich es insgeheim ziemlich cool fand, wenn ein Araber seine Schönheit so zeigte und selbst wenn ich es niemals zugegeben hätte, wäre Bahar ein Mensch, hätte ich mich sofort in ihn verliebt. Dieser Gedanke ließ mich, obwohl keine Menschenseele in der Nähe war, auf einen Schlag rot werden.
      Ich mochte es nicht, wenn ich über solche Dinge wie Liebe nachdachte, das machte mich verlegen und ich wollte nicht verlegen sein, denn ich war Artemis und eine Kämpferin zeigt keine Angst, keine Furcht und keinen Scham.

      Am Nachmittag, als die Sonne hoch über uns stand und auch keine Wolke mehr die größten Strahlen von der Erdoberfläche abhielt, holte ich auch die restlichen Pferde von den Weiden. Bahar und Arsil waren bereits in ihren Boxen und genossen dort die Kühle, welche ich auch den anderen Pferden geben wollte.
      Zanyah und Khadir, zwei der besten Zuchtpferde, folgten kurz darauf. Bei Tiramisu entschied ich mich dafür, ihn draußen stehen zu lassen. Seine Weide besaß als einzige einen großen Schatten spendenden Baum unter welchem der braune Hengst vor sich hin döste.
      Als letzte holte ich die sanfte Badriyah von einer Weide recht nah am Flussufer. Ich sah ihr an, dass sie schleunigst in die Box wollte, wo sie nicht von Mücken gepiesackt werden konnte.
      Erst als alle Pferde gründlich untersucht und versorgt worden waren, schmierte ich mir eine kleine Scheibe Brot und ließ mich, im Schatten des Vordachs, mit einem Buch in meiner Hängematte nieder. Der sanfte Wind blies mir durch die Haare und während ich so da lag, wurde mir wiedereinmal bewusst, wie zufrieden ich war und ich wusste, dass das in der heutigen Zeit ein seltenes Gefühl geworden war.

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      Mit dem Regen

      Heute Morgen wachte ich mit einem komischen Gedanken auf. Ich wusste nicht so genau, ob mich wirklich der Gedanke aus meinem Schlaf gerissen hatte, oder ob es doch nur ein lauter Vogelruf gewesen war, aber der Gedanke war und blieb auf irgendeine Weise beängstigend.
      Auch beim knappen und wenig nahrhaften Frühstück tauchte die kleine Idee immer wieder auf, sodass ich mich irgendwann dazu gezwungen sah, diesen mal genauer zu betrachten. Ich fragte mich tatsächlich, ob es nicht langsam sinnvoll wurde, mir Hilfe anzuschaffen. Ich fragte mich das, ich, die seit Jahren die pure Alleingängerin war und das war echt gruselig. Klar, bis jetzt bekam ich noch alles selbst gestemmt, aber wie lange würde meine Kraft reichen? Wie lange würde ich die Energie finden, jeden Morgen aufzustehen? Wie schnell könnte mein Leben eine unvorhergesehene Wendung nehmen und was würde dann mit all den Pferden werden?
      Bereits nach einer Minute wurde mir der Gedanke an den Gedanken zu viel und ich brach den Strom mit lauter Musik auf den Ohren ab. Für heute reichte es, mit dem Nachdenken über solche Unsinnigkeiten. Ich mochte das allein sein. Punkt.
      Nachdem es die letzten Tage unheimlich angenehmes Wetter gewesen war, leicht bedeckter Himmel mit einem frischen Wind vom Meer, hatte es diese Nacht extrem umgeschlagen. Bereits in der Nacht war das ganze Himmelsdach in einem Blitzregen explodiert und das ständige Grollen des Donners war bestimmt bis auf die andere Seite der Welt zu hören gewesen. Erst in den frühen Morgenstunden hatte sich der Kampf im Himmel gelegt, übrig geblieben war nur noch ein heftiger Regenguss, welcher auch jetzt noch nicht aufgehört hatte. In dem ich mir meine gelben Gummistiefel und meine Regenjacke überwarf, versuchte ich mich die paar Metern bis zum Stallgebäude durchzuschlagen. Mein Plan, nicht nass zu werden, funktionierte unheimlich gut. Scherz. Bereits nach zwei Metern tropfte mir das Wasser von den Haaren und meine Hosen verfärbte sich dunkelblau.
      Ich seufzte, als ich den Stall erreichte und endlich die Stalltür aufschieben konnte. Ich war ein großer Fan des Regens, gar keine Frage, aber jetzt im Herz konnte und wollte ich auf keinen Fall krank werden. Der Nachteil war auch, dass ich meine Pferde so nicht auf die Weiden bringen konnte und ich wusste, dass das die meisten nicht gerade toll fanden. Obwohl die Boxen für türkische Maßstäbe riesig waren, war es auch für die Pferde nichts schönes, den ganzen Tag stehen zu müssen.
      In aller Ruhe, heute würde ich wohl den ganzen Tag im Stall verbringen, begann ich damit, meine Pferde zu versorgen. Erst Heu nachlegen, dann die verschiedensten Futtermischungen und zum Schluss noch die Kontrolle des Wassers. Es war mittlerweile pure Routine für mich und normalerweise brauchte ich dazu auch nicht lange, aber heute nahm ich mir bei jedem meiner Pferde die Zeit, es kurz zu streicheln, ihnen etwas zu erzählen oder einfach nur die Nähe zu den Pferden zu genießen.
      Baraija und Tiara erwärmten mir mal wieder mein Herz, als ich sah, wie nah bei einander die beiden Stuten standen und obwohl eine Trennwand zwischen ihnen war, schienen sie die Wärme des anderen zu genießen. Schon des Öfteren hatte ich mich vorgenommen, die Box etwas umzubauen und nun, da ich sowieso nichts anderes tun konnte, nahm ich es in Angriff. Tiara und Baraija mussten deshalb natürlich in eine andere Box neben Barakah umsiedeln, welche allerdings nichts dagegen hatte, etwas Gesellschaft ihrer Freundinnen zu bekommen. Mit einem Akkubohrer bewaffnet, ich war erstaunt, dass ich den tatsächlich in meiner unordentlichen Werkstatt fand, machte ich mich an die Arbeit, um einige der oberen Holzlatten abzuschrauben. Fada Fid zwei Boxen weiter fand die Lautstärke gar nicht in Ordnung und gerade als ich die letzte Schraube gelöst hatte, trat sie mit aller Heftigkeit gegen die Boxenwände aus Holz. Ich musste schmunzeln, denn so zickig war die Süße sie selten, auch wenn ich sie gut verstehen konnte, nachdem sie bereits eine Nacht mit der Lautstärke des Himmels hatten schlafen müssen.
      Zufrieden betrachtete ich mein Werk und auch wenn ich wusste, dass es nicht gerade eine Meisterleistung gewesen war, würde ich damit Tiara und Baraija eine unheimliche Freude machen.
      Die beiden Stuten waren schnell wieder in ihren eigenen Boxen und gerade als ich die Tür von Baraija schließen wollte, fiel mein Blick auf das verstaubte Boxenschild. Es war noch gar nicht so lange her, als ich sie mir hatte anfertigen lassen, aber anscheinend schien der Stall reichlich viel Staub zu produzieren, sodass bereits die nächste Schicht die Schriftzüge verdeckte. Ich zog die Augenbrauen hoch, blickte einen Moment unschlüssig auf das Schild und entschied mich dann doch dafür, es mal wieder zu putzen.
      Besonders bei Loveletter und seinem Freund Asfari-Sharin war es fettig und staubig, dafür waren die Schilder der beiden Fohlen des Gestüts noch wie nagelneu. Die Hengste waren unheimlich hübsch und ich wusste, dass beide später ein wichtiger Bestandteil meiner Zucht werden würden. Dazu noch die Farben, mein Gott, die wurden jeden Tag aufs Neue schöner. Ich konnte es selbst noch nicht ganz fassen, dass sie mir gehörten. Arias besaß die seltene Farbe Bloody Bay und Antar ibn Dahr war ein bis jetzt noch dunkles Fohlen, welches später definitiv noch ausschimmeln würde.
      Ich fühlte mich unheimlich tatkräftig und das, obwohl es draußen immer noch regnete. Mit einem warmen Kaffee aus dem Büro im Stall, setzte ich mich, an einen Heuballen gelehnt, ins große Tor des Stalls und blickte hinaus in die Welt, in welcher hundert kleine Tropfen, Sekunde für Sekunde vom Himmel fielen und große Pfützen auf dem vertrockneten Boden bildeten. Die Erde schluckte das Wasser, als wäre sie kurz vorm verdursten gewesen und genau das war bestimmt der Fall. Es war selten, dass so spät im Jahr nur so wenig Regen vom Himmel kam, sodass wir diesen nun dringend gebraucht hatten.
      Hinter mir hörte ich ein lautes Wiehern. Bestimmt Arsil, denn kurz darauf folgte ein sanftes Schnauben und das konnte nur Lilli sein, welche gleich in der Box neben an stand.
      Mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen schloss ich die Augen und lauschte den Geräuschen der Natur. Fast schon wäre ich eingeschlafen, als mich ein kleines krächzendes Geräusch vor meinen Beinen wieder aufwachen ließ. Es war, was ich erst nach längerem hinschauen erkannte, unglaublicherweise ein kleines Katzenjunges. Wahrscheinlich erst vor wenigen Wochen geboren, schneeweiß und mit hellblauen Augen. Ich hätte nie gedacht, dass genau dieses kleine Tier, mein Leben um ein vielfaches verschönern würde.

      Eine Katze, noch nie in meinem Leben war ich für so ein kleines Tier zuständig gewesen, aber jetzt, wo es so unsäglich durchnässt, mit bittenden hellblauen Augen vor mir gestanden hatte, musste ich es einfach hoch nehmen und das Junge in meine Jacke wickeln. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich bezeichnete den aufkommenden Schwung der Gefühle, als Muttergefühle und das beeindruckte mich selbst wahrscheinlich mehr, als jeden anderen. Durch den Regen rannte ich zurück zum Haus, mit diesem winzigen Jungen in meinen Armen. Es war eiskalt und schon fast befürchtete ich, dass er es nicht schaffen würde. Das erste Mal in meinem Leben bedauerte ich es, dass ich es noch nie für nötig gehalten hatte, mir Internet anzuschaffen, denn jetzt hätte ich dringend einen guten Rat gebraucht.
      Mit aller Mühe versuchte ich die nächsten Stunden das Junge aufzupäppeln und war ein weiteres Mal stolz auf mich, als ich wenig später am Abend dem kleinen Kerl beim Erkunden meiner Wohnung beobachten konnte. Er war zum Glück gut genährt und nur der kalte Regen schien ihn so geschwächt zu haben. Hätte ich ein Auto gehabt, so wäre mein erster Weg der zum Tierarzt gewesen. So musste ich es allerdings auf Morgen verschieben.
      Syntrofos, griechisch für Gefährte, nannte ich ihn, so, als hätte ich schon heute gewusst, dass er mich eine ganz schön lange Zeit begleiten würde.

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      Eine Begegnung der besonderen Art
      Der Junge, der meinem Auto die Reifen wechselte, war komisch. Immer wieder während seiner Arbeit blickte er zu mir hinüber und ich bereute schon die Entscheidung, mir keinen Leihwagen genommen zu haben, sondern einfach in der Werkstatt hatte warten wollen. Zugegeben, schlecht sah er nicht aus, aber diese Blicke brachten mich echt zum Schwitzen. Vom männlichen Geschlecht hatte ich mich schon immer fern gehalten.
      Klar, ich hatte vor Dreck stehende Stallschuhe, eine zerfetzte Jeans und ungekämmte Haare, aber der da am Boden sah mit seiner fettigen Arbeitshose und den schwarzen Hände auch nicht gerade sauber aus, als sollte das eigentlich nicht der Grund für sein Interesse sein.
      Es dauerte gefühlte Stunden bis die alten und abgefahrenen Reifen meines dreisig Jahre alten und ganz zufällig vor kurzem ersteigerten Chevrolet Trucks durch nagelneue ersetzt waren und ich rechnete jeden Augenblick damit, dass er sein Werkzeug fallen lies und mich irgendwo hin verschleppte. Bis er fertig war und sich mit seiner öligen Hand die Haare aus dem Gesicht strich, was eine dunkle Spur quer von einem Ohr zum anderen hinterließ, passierte nichts dergleichen, was mal wieder ein gutes Beispiel dafür war, dass ich einfach zu wenig unter Menschen war.
      Wie um sich von der schweren Arbeit zu erholen, stand er auf und lehnte sich erschöpft an mein blutrotes Gefährt, den einen Arm auf die Motorhaube gelegt.
      "Ein hübschen Wagen hast du hier." meinte er und klopfte mit der einen Hand nickend auf das Blech. Ich reagierte nicht darauf, wie auch, mein Mund war ausgetrocknet bis zum geht nicht mehr und ich wusste nicht so genau, ob das an dem Kerl da einige Meter vor mir lag oder an der genauso ekligen Luft in der Werkstatt, welche mich davon abhielt vernünftig atmen zu können.
      Aber anstatt mich nun nach keiner Antwort meiner Seits nach einem Date, dem Geld für die Reifen oder einem eventuellen Freund zu fragen, Achtung jetzt wird es äußerst unglaublich, spuckte sein Mund folgende Wörter aus: "Hast du am Wochenende Lust auf einen gemeinsamen Ausritt?" Mein bis dahin zugekniffener Mund fiel wahrscheinlich auf, als wäre er aus schwerem Stahl.
      "W-was?" fragte ich wenig elegant und blickte ihn verstörrt an.
      Er zuckte nur mit den Schultern und blieb immernoch ganz gelassen, würde ich übrigens auch gerne können.
      "Weiß nicht, du sahst einsam aus, ich bin einsam und da könnte man doch mal etwas zusammen machen, oder? Ein Ausritt war das naheliegendste, bei der uns gegebenen Situation."
      "Wo-woher weißt du denn, dass ich ein Pferd habe?" fragte ich immer noch leicht geschockt und ziemlich perplex. So als hätte er eine Brille auf, neigte er den Kopf nach unten und schaute dann mit einem leichten Grinsen zu mir hoch. Ich merkte, dass das bei meiner Kleidung und bestimmt auch meinem Geruch nicht gerade schwer zu erkennen war. So ein Mist, ich roch bestimmt meilenweit gegen den Wind, wie peinlich!
      "Nein wirklich! Ich fände es mega cool, wenn wir mal was zusammen machen. Ich bin übrigens-", kurzfristig besann er sich nochmal anders und zeigte mit einem Finger warnend auf mich. "Warte kurz, ja?" und dann huschte er, ohne eine Antwort zu erwarten, zu einem Waschbecken in der hinteren Ecke der Werkstatt, um sich den Dreck von den Händen zu schrubben.
      Witzig, so als hätte ich eine andere Möglichkeit als zu warten, denn immerhin hing mein Truck noch einige Zentimeter in der Luft.
      Ungeduldig trat ich von einem Fuß auf den anderen und wusste selbst nicht so recht, ob ich wollte, dass er schnell oder langsam wieder zurückkam. Schlussendlich dauerte es keine drei Minuten und der ansehnliche junge Mann kam mit sauberen Händen zu mir zurück. Bereits im Gehen kramte er auch einer Hosentasche einen abgerissenen Zettel und einen dreckigen Kuli, mit welchem einige Zahlen auf den Zettel pinselte. "Bittschön", meinte er, reichte mir den Zettel und blieb nur gefühlte 80 Zentimeter vor mir stehen. Ich hasste Jungs! Immer nahmen sie einem die Kraft zum Atmen und so ungerne wie ich es zugab, aber dieser Mechanikerboy, mit den langen lockigen Haaren und den olivgrünen Augen war echt mega heiß.
      Mein Aussehen war mir immer egal gewesen, aber nun strich ich mir nervös meine Haare glatt und tatsächlich war mein erster Gedanke, ob ich ihm gefiel. Aber logischerweise sollte ich das, denn welcher Junge sprach schon ein Mädchen an, was er nicht kannte und was er noch nicht mal als hübsch bezeichnete? Ja genau! Guter Gedanke Artemis! Ich nahm den Zettel nach längerem Zögern an.
      "Also nochmal. Ich bin Altair und es wäre mir eine große Ehre, wenn du mit mir am Wochenende einen Ausritt machen würdest."
      Altair. Ich mochte diesen Namen. Ich zuckte mit den Schultern und schaute kurz unschlüssig zu ihm hoch, bevor ich meinen Blick wieder auf den Zettel in meinen Händen richtete. Bevor ich ihm eine Antwort geben konnte, schallte eine tiefe Männerstimme aus einer der anliegenden Räume und nur wenig später kam ein älterer und sehr grimmig wirkender Mann durch eine Tür getrampelt.
      "Kara was soll das? Da drausen warten fünf weitere Wagen. Willst du deinen Job verlieren? Ja? Kein Problem! Denn wenn ich nochmal sehe, dass du während der Arbeitszeit dich mit anderen Dingen beschäftigst, dann fliegst du schneller hier raus als du denkst!" schrie er fast und zeigte wütend und mit schwabbelnden Fettbauch auf Altair vor mir, bevor er durch die Tür durch die er gekommen war, zurückwatschelte.
      Altair verdrehte genervt die Augen, drehte sich dann aber ohne noch etwas zu sagen um und ließ meinen Wagen mithilfe eines Hebels wieder zu Boden gleiten.
      Stumm bezahlte ich ihn, stieg in meinen Truck und ließ den Motor an. Ich war selbst überrascht von mir, aber bevor ich aufs Gas trat, kurbelte ich das Fenster nochmal nach unten. "Altair!" rief ich und Altair drehte sich nochmal zu mir um, "Ich melde mich bei dir."
      Ein glückliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht und er nickte kurz. Dann gab ich Gas und verließ mit neuen Reifen die Werkstatt.

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      Nacht und Sterne

      Steif war mein Blick auf den kleinen Fernseher vor mir gerichtet. Fast schon unbemerkt kraulte ich den kleinen weißen Kater zu meiner Rechten hinter den Ohren. Seit Tagen und Wochen wurden die Nachrichten von Tag zu Tag kurioser. Mein Land, das Land in welches ich gezogen war, es lief dem Untergang entgegen und so langsam schlich sich bei mir die Angst ein. Die Angst, dass der nächste Schritt den Krieg bedeuten würde. Ich hatte Angst um meine Pferde, all diese Pferde!
      Die Tür meiner Wohnung würde quietschend geöffnet und nur wenige Sekunden später ließ sich seufzend Altair neben mir nieder. "Na, schaust du schon wieder Nachrichten?" fragte er mich und machte es sich auf meiner Linken bequem.
      "Bleibt mir leider nicht viel anderes übrig, wenn ich nicht unerwartet von einer Bombe getroffen werden möchte. So weiß ich jedenfalls, wann unser Untergang bevorsteht."
      "Positiv wie immer, die Artemis, was?" meinte Altair neckisch. Ich antwortete nicht sofort.
      "Altair, das ist wirklich kein Spaß. Schau dir das mal an, wir sind in der Vergangenheit gelandet!"
      "Ne nicht ganz, wir haben Popcorn!" meinte er fröhlich und hielt mir eine Plastiktüte mit ziemlich ekligen und süßen Popcorn unter die Nase, welche er definitiv in dem Billigladen um die Ecke gekauft hatte. Altair grinste.
      "Na da sind wir aber weit zurückgerutscht, immerhin wurden Puffmaiskörner gefunden, welche etwa 4000 Jahre alt sind." Manchmal verstand ich selbst nicht, wie Altair es schaffte, mich in meinen schlechtesten Zeit so zum Lächeln zu bringen. Ein Lachen würde er heute nicht von mir zu hören bekommen, aber das Lächeln schenkte ich ihm gerne.
      Altair wechselte das Thema und schaute mich nun mit einem ernsten und nachdenklichen Blick an. "Wenn du das wirklich willst, dass würde ich mich auf die Suche nach einem Platz für unsere Tiere machen, der in einem sicheren Gebiet ist." Ich zog eine Augenbraue hoch.
      "Du machst dich auf die Suche." Zweifelnd blickte ich ihn an. Syntrofos schien sich aus unserer Unterhaltung ausgeschlossen zu fühlen und kletterte auf meinen Schoß, wo er sich laut schnurrend niederließ. Altair zuckte die Achseln. "Ja, ich denke, ich weiß schon, an wen ich mich wende."
      "Willst du mir es vielleicht auch verraten?"
      "Nö, es soll eine Überraschung für Syntrofos werden." Ohne mit der Wimper zu zucken blickte er mich weiter an. "Kommst du jetzt? Ich habe gedacht, du willst deinen neuen Pferden vielleicht eine Box vorbereiten." Mit diesen Worten stand er auf und verließ pfeifend und mit den Hüften schwingend die kleine Wohnung. Wieder erschien ein Lächeln auf meinen Lippen, merkte jedoch gleich den prüfenden Blick des Katers auf mir ruhen. "Schau mich nicht so an! Da läuft nichts zwischen uns!" Syntrofos zog die Läfzen nach oben und schenkte mir ein gruselig aussehendes, aber klar erkennbares Grinsen. "Wir sind nur Freunde!" Energisch verteidigte ich mich. "Er hilft mir bei der Stallarbeit, nur deswegen ist er hier und jetzt runter mit dir! Ausnahmsweise hat Altair nämlich Recht, die Boxen stehen an." Ich schaltete den kleinen Fernseher aus, zog meine grüne Jacke über und verließ dann, gefolgt von meinem weißen Schatten, das kleine Haus.

      Altair hatte bereits in dem kleinen Stalltrakt begonnen die drei restlichen noch leeren Boxen von Spinnenweben und altem Heu zu befreien. In der einen hatte wir über längere Zeit das Kraftfutter gehortet, welches nun allerdings etwas weiter in der neuen Futterstube zu finden war. Schweigend nahm ich mir eine weitere Mistgabel und half ihm dabei. Die Stallarbeit war für uns beide mittlerweile Routine geworden und wir hatten uns still auf eine Teilung des Stalls geeinigt. Seit dem Altair bei mir eingezogen war, seine alte Wohnung war ihm kurzfristig gekündigt worden, half er mir ihm Gegenzug die Pferde zu versorgen und kümmerte sich um die technischen Dinge auf dem kleinen Gestüt.
      Gegen drei am Nachmittag setzte dann ein strömender Regen ein und die dunkle Wand aus dem Westen rückte immer näher. In eine warme Decke eingehüllt saß ich auf einem hölzernen Stuhl am offenen Stalltor und wartete auf die Ankunft der drei neuen Pferde. In letzter Zeit hatte es einige gegeben, die ihre Pferde für nicht allzu viel Geld verkaufen wollten und auch wenn ich innerlich lange mit mir gekämpft hatte, hatte ich mich für drei dieser Pferde entschieden. Shady war schon länger gekauft, Cardiacs Kaufvertrag erst vor wenigen Tagen unterschrieben wurden und kleine Abqa Hasna war eine Rettungsaktion gewesen. Ich hatte natürlich nicht nein sagen können, als mich der Tierschutz darum gebeten hatte, sie aufzunehmen.
      "Artemis, ein Fahrer hat angerufen." Altair gesellte sich zu mir und hockte sich neben mich. Erschrocken drehte ich mich zu ihm um. "Alles gut Süße!" Altair hob beide Hände in die Luft, während ich ihn immer noch angstvoll anblickte. "Die Ankunft verzögert sich nur, sie stehen im Stau." Erleichtert atmete ich aus, zog die heruntergerutschte Decke wieder auf meine Schultern und blickte weiter hinaus in den Regen. "Ich habe gerade Arias und Antar von der weide geholt, die beiden sind völlig durchgefroren. Hilfst du mir, die Beiden mit Handtüchern trocken zu rubbeln?"
      Ich war dankbar für die Aufgabe und folgte Altair zu der größeren Box der beiden Jährlinge, welche sich vom ersten Moment an vertragen hatten.
      "Ich nehme Antar." Bestimmend zog ich den kleinen Kerl zu mir, welcher au dünnen Beinen zitternd vor mir stand. Für einen Araber hatte er recht langes Winterfell, welches durch den Regen jetzt schwer an seinem Körper klebte. Stumm versuchte ich mit dem etwas zu kleinen Handtuch den kleinen Kerl trocken zu kriegen und nach etlichen Schrubben, stand ein völlig verwirrter und zerzauster Hengst vor mir. Auch Arias sah nicht besser aus, dafür waren beide jetzt verhältnismäßig trockener als vorher.
      Da der Regen immer noch noch nicht aufgehört hatte und weit und breit auch kein Pferdeanhänger mit den drei neuen Pferden zu sehen war, entschied ich mich dazu, auch die anderen Pferde nach Hause zu holen. Nur zwei der Hengste, Arsil und Khadir, welche weiter im Innenland geschützt von Bäumen standen, würden den Regen wohl ohne mein Zutun überleben. Während ich Asfari-Sharin und Loveletter von ihrem Paddock holte, nahm sich Altair Bahar und Tiramisu an, welche zur Zeit noch einzeln auf einer Weide in der Nähe des Strandes standen.
      Nach den Hengsten kamen die Stuten. Die Angelegenheit war weniger einfach, da alle auf einer Weide standen. An sich war das ja kein Problem, aber Belaja wollte dort nicht ohne Fada Fid stehen. Fada verlässt die Wiese jedoch nicht ohne Barakah und Barakah wiehert dann Tiara hinterher. Mittlerweile hatte ich wegen dieses Problems jedoch einen Plan aufgestellt, welcher so aussah: Als erstes gehen Belaja und Fada, zusammen mit Barakah und Tiara. Baraija und Bardiyah kommen danach, gefolgt von Püppchen und Lilli. Hestia war eine unserer ältesten Stuten und ich befolgte ihren Wunsch, immer als letzte auf der Weide bleiben zu dürfen.

      Es war ein Wunder, als es wenig später den letzten Regentropfen regnete und nur kurze Zeit später ein großer LKW mit drei Stuten im Gepäck die uneben Einfahrt entlang auf das Gestüt fuhr. Beide Männer waren recht nett und erledigten mit mir im Voraus den Papierkram, währenddessen sich Altair damit beschäftigte, alle drei Pferde aus dem Hänger auszuladen. Ich hatte mit Erstaunen festgestellt, dass Abby ein Kind von meiner geliebten Hestia war und war mir sicher, dass aus ihr eine wahre Pracht werden würde. Shady hatte bereits jetzt mein Herz im Sturm erobert, während Cardiac ziemlich eigenwillig war. Beide waren jedoch hervorragende Zuchtstuten und vielleicht würde es nicht mehr lange dauern, bis auch sie mir Süße Nachkommen schenken werden.
      Nachdem die drei Stuten ausgeladen waren und noch etwas perplex auf dem Hof standen, verabschiedete ich mich von den Pferdebringern und führte die drei zusammen mit Altair zu den neuen Boxen am Ende des Stalls. Es dauerte nicht lange und sie kauten glücklich an dem frischen Heu. Ich freute mich auf die Arbeit mit ihnen, entschied mich jedoch dazu, heute nichts mehr zu tun, außer gegebenenfalls etwas leckeres zu Essen und einen Film zu schauen, der lenkte immer gut von wichtigeren Themen ab. Altair sah ich bis zum Abendbrot nicht wieder und erst als der leckere Geruch von Brokkoliauflauf durchs Haus wabbelte.
      "Wo warst du denn so lange?" Frage ich erstaunt, als sich Altair von hinten näherte und sich dann auf der Arbeitsplatte neben mir aufstützte.
      "Ich sagte dir doch, dass ich unser kleines Problem klären wollte."
      "Und?"
      "Was und?"
      "Na hast du es geklärt?!"
      "Wenn du das sagst, dann klingt das so, als würde das Licht meines Autos nicht mehr gehen."
      "Das Licht deines Autos geht auch nicht mehr,"
      "Stimmt, da hast du nun auch wieder Recht."
      "Also? Was ist nun?"
      "Ich habe hunger."
      "Du Blödmann, du bekommst nichts, bevor ich nichts genaueres weiß!"
      "Jaja schon gut, du musst nicht immer gleich so brutal werden. Ich habe mit Nico gesprochen-" Endlich gab sich Altair geschlagen. Ich seufzte.
      "Mit dem weiteren Blödmann aus Norwegen? Woher kennst du den eigentlich?!?" Bestürzt schaute ich ihn an. Darauf hätte ich ja selbst kommen können, dass er gleich zu diesem "du Martin" rannte, immerhin hatte der ja jede Menge Geld und ich wusste, dass Altair sich gerne vom Geld locken ließ.
      "Ja genau der und Nico ist gar nicht so schlimm wie alle denken. Außerdem hatte ich dir schonmal erzählt, dass ich den im Urlaub vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Ich fand ihn nett und außerdem, was ja für uns der entscheidende Punkt ist, hat er uns seine Hilfe angeboten. Wir können unsere Pferde zu ihm nach Norwegen bringen und das ist immerhin eines der sichersten Länder dieser Welt."
      "Wie hieß das Gestüt? Irgendwas mit "T" oder so, ne?" Ich runzelte die Stirn, während ich aus dem warmen Ofen den lecker riechenden Auflauf holte und diesen eilig, weil ziemlich warm, auf dem Küchentisch abstellte.
      "Tyrifjord Ranch, genau. Unsere Pferde und auch wir wären sicher und mal ehrlich, juckt es dich nicht ein bisschen die Welt kennenzulernen?"
      Ich zuckte mit den Schultern. "Doch schon, ein bisschen."
      "Siehst du, dann steht dem ja nichts mehr im Weg."
      "Aber mein Gestüt-!"
      Altair kam auch mich zu und einen Moment hatte ich Angst, dass er mich küssen würde. Sein Blick lag weich auf meinem Gesicht und ließ mich automatisch einen Schritt nach hinten weichen. Altair legte jedoch nur seine Arme um meine Hüften und zog mich an sich. "Artemis, komm mit mir in den Norden. Öffne die Augen und sehe diese tolle Welt vor dir, nicht immer nur all das Negative."
      Lange Zeit sage ich nichts, ein Markenzeichen von mir, sondern genieße nur den warmen Körper meines Freundes. "Ok, ich komme mit."

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    • Canyon
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      Helle Schatten
      Besorgt strich ich Hestia über die helle Stirn. Entspannt schloss sie die Augen und gab sich meinen Bewegungen hin. "Alles wird gut", flüsterte ich der Stute zu und lehnte vorsichtig meinen Kopf an den ihren. Erschrocken schreckte ich auf, als quietschend die Stalltür aufgeschoben wurde. Es war Addison. Ich war ihm dankbar, dass er sich um Hestia kümmerte, wir hatten nicht das Geld, uns von Außerhalb jemanden mehrmals die Woche auf den Hof zu bestellen. "Hey", sagte Addison und stellte seinen Koffer neben Hestias Box ab. "Hey", sagte auch ich und schob dann den Riegel zur Seite, um Addi in die Box zu lassen. "Ist dir eine Verschlechterung in den letzten Tagen aufgefallen?" Fragt er mich und betritt ihre Box. Ich schüttle den Kopf und erkläre ihm, während er Hestias Augen beleuchtete, wie sie sich in den letzten Tagen verhalten hatte. "Das Auge wird leider nicht mehr zu retten sein", erklärt mir Addi und nimmt mir damit meine restliche Hoffnung. Ich mochte diese Stute sehr und es tat mir Leid für sie, dass sie in der Mitte ihres Lebens ihr Augenlicht verlieren sollte. "Kann man denn gar nichts dagegen tun?" Fragte ich flehentlich. "Natürlich gibt es einige Medikamente dagegen, aber was ich dir raten würde, ist, dass ihr einfach versucht sie so gut wie möglich darauf vorzubereiten und ihr die Sicherheit gebt. Vielleicht holt ihr euch eine andere Stute dazu und gewöhnt Hestia daran, dass das ihre Leitstute ist." Versuchte Addi mich aufzumuntern. Er kam aus der Box und klopfte mir leicht auf die Schulter. "Ansonsten kann ich euch nur raten, so viel Stress und Unruhe wie nur möglich zu vermeiden und der Stute auf ihrem weiteren Weg Beistand zu leisten." Ich nickte. "Danke, wir werden natürlich alles versuchen. Es wird nur immer schwerer für sie in der Herde, vor allem da sie die Leitstute ist." "Ihr schafft das schon!" Sagte Addi aufmunternd und lächelte mich kurz an. "Ich habe gestern Abend Augentropfen für sie bestellt und ich hoffe, dass die nicht lange auf sich warten lassen werden." Dankbar lächelte ich. Es tat wirklich gut, einen Profi an der Seite zu haben, der uns dadurch führen würde. Addi verabschiedete sich von mir und ich blieb alleine zurück. Artemis war mit Bahar unterwegs, mehrere Tage wollte sie eine Trainingseinheit in den Alpen mit ihm machen. Sie hatte lange darauf gespart und ich freute mich für sie, dass sie es endlich geschafft hatte. Erst gestern hatte sie einige Bilder geschickt, von sich und natürlich von Bahar, wie er die steinige Landschaft erklomm. Als nächstes fütterte ich die Pferde. Ich liebte unseren neuen Stall. Vor allem den nordischen Charme und die warme Atmosphäre hatte mich beim ersten Betreten innehalten lassen. Er bot genügend Luft zum Atmen, geräumige Boxen mit so wenig Wand und Gitter wie nur möglich und einem guten Platz für Sättel und restliches Zubehör. Jedes Pferd hatte, wie vom Artemis gewünscht, sein eigenes Paddock und bekam täglich Auslauf. Allerdings machte mir die Arbeit zu schaffen. Oft fand ich zu wenig Zeit für mich oder Artemis und auch wenn Vuyo und Eyvind mehrmals die Woche halfen, so war es doch ein endloser Kreislauf. Ich hatte versucht mit Artemis darüber zu reden, jedoch war es ihr schwer gefallen, auch meine Sicht der Dinge zu verstehen. Sie liebte ihre Pferde über alles und manchmal kam es mir so vor, als würde diese Liebe auch die Liebe zwischen uns übersteigen. Es war nicht so, dass ich die Pferde aufgeben wollte. Ich wollte nur nach neuen Möglichkeit suchen, um auch die andern Dinge im Leben ausüben zu können. Und es gab neue Möglichkeiten, von Reitbeteiligungen bis zu Stallburschen. Es war noch früh am Morgen, die Pferde mussten gefüttert und dann auf die Weide geburracht werden. Eyvind hatte versprochen dann vorbeizukommen und mir zu helfen. Das beruhigte mich etwas. Ich begann bei den Hengsten. Bahars Box ganz vorne war leer und auch die Boxen der Jungpferde Antar ibn Dahr und Arias waren leer, da die beiden auf der Jungpferdeweide mit dem jungen Hengst von Nico standen. Tiramisu stürze sich verzweifelt auf den Hafer, als hätte er die letzten Stunden vor Hunger gequält in der Box stehen müssen. Khadir, Loveletter und Arsil nehmen den Hafer etwas entspannter entgegen, Asfari Sharin ignoriert den gefüllten Trog vollkommen. Nachdem auch die Stuten sind, kommt Eyvind püntklich wie immer zu mir in den Stall. Eyvind ist die gute Seele der Insel und jeder weiß, dass auf ihn immer Verlass ist. Er lebt stets ohne Vorurteile und es gibt niemanden, der sich nicht mit ihm versteht. Umso trauriger ist es, dass Eyvinds Glück in Sachen Liebe schon immer sehr bescheiden war und er seit vielen Jahren alleine lebt. "Du musst etwas raus, unter die Leute kommen, Mädchen kennenlernen!" Hatte ich schon oft zu ihm gesagt, doch er hatte nur den Kopf geschüttelt und mich angelächelt. "Ich bin doch glücklich, so wie es ist." War seine Antwort gewesen. Zusammen brachten wir die Pferde hinaus auf die Weiden. Die Stuten standen zusammen auf dem weitläufigen Gelände und mittlerweile kannten sie den Weg. Jeder von uns nahm immer drei der Stuten. Ich begann auf der einen Seite des Stalls, Eyvind auf der anderen. Cardiac, Abqa Hasna und Shady waren die ersten Kandidaten von mir, während sich Eyvind Hollybrooks's Barakah al Sanaa, Badriyah und Baraija genommen hatte. "Nimmst du nachher selber Hestia?" Rief er mir zu und zeigte mit vollen Händen auf die Stute. Ich nickte deutlich. Als nächstes nahm Eyvind I'll never leave you, Zanyah und Fada Fid, während ich für mich nur Hestia und Tiara Al-Bahri wählte. Addison hatte Recht, Hestia brauchte einen pferdigen Helfer an ihrer Seite und vielleicht war die junge Tiara dafür genau richtig. Eyvind brachte schnell noch Belaja und Pounts Püppchen auf die Weide und dann waren wir mit den Stuten fertig. Aber auch die vier Hengste waren schnell auf ihren Weiden. Schon lange teilten sich Tiramisu und Khadir eine Grünfläche und Asfari und Arsil, normalerweise stand bei den Beiden noch Bahar. Nach getaner Arbeit dankte ich Eyvind für seine Hilfe, wir verabredeten uns jedoch für den Nachmittag wieder zum gemeinschaftlichen Boxenausmisten. Ich war müde, die Arbeit zerrte an meinen Kräften und schon lange habe ich mich nicht mehr wirklich erholt gefühlt. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, unsere Wohnung genau über den Stall zu bauen. Umso öfter und länger hielten wir uns deswegen dort auf. Allerdings war es nun auch um einiges leichter, für eine kleine Mittagspause mich einfach aufs Sofa zu legen und für einen Moment die Augen zu schließen. Tröge zog ich meinen Laptop zu mir heran und öffnete Safari. Ich brauchte Hilfe im Stall und vielleicht wurde ich ja im Internet fündig. Es gab genügend Reitbeteiligungen in unserer Nähe und ich markierte einige in den Favoriten, um Artemis bei ihrer baldigen Ankunft vielleicht doch von etwas Zuwachs im Stall überzeugen konnte. Müde schloss ich die Augen und verlor mich im Schatten des Tages.
      6932 Zeichen | Canyon
    • Gwen
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      Pflegebericht
      Bahar, Cardiac, Abqa Hasna, Shady, Hollybrook's Barakah al Sanaa, Hestia, Antar ibn Dahr, Arias, Badriyah, Barija, Khadir, Arsil, Tiramisu, Zanyah, Loveletter, Asfari-Sharin, Tiera Al-Bahri, I'll never leave you, Fada Fid

      Es war ein kühler Morgen als wir auf dem Gestüt Hara Artemis eintrafen. Trotz der Frühe herrschte dort bereits reges Treiben, denn das große Arabergestüt suchte für seine Schützlinge neue Liebhaber. Aus diesem Grund waren auch wir angereist und musterten neugierig die Umgebung. Hier und da wurden bereits Pferde für den Transport fertig gemacht oder auf Anhänger geführt. In Stall und Halle traf man wiederum auf potenzielle Interessenten, welche sich ihre Favoriten vorzeigen ließen. Auch wir wurden direkt herzlich in Empfang genommen und einmal herum geführt. Unsere Interesse betraf einen schneeweißen Araberhengst, einer der Vorzeigepferde des Gestüts. Sein Name war Khadir und mit seine zwölf Jahren war er bereits solide ausgebildet. Außerdem hatte er schon allerhand Nachkommen vorzuweisen, doch für uns war die Zucht nicht interessant. Khadir sollte stattdessen vielmehr als Showpferd fungieren und momentan schien sein Charakter perfekt. Auch beim Vorführen und Vorreiten zeigte er sich von seiner besten Seite und so stand für uns schnell fest: Der sollte es werden. Es wurden alle Einzelheiten mit der Besitzerin besprochen und dann verabschiedeten wir uns auch schon wieder und ließen den wilden Trubel des Gestüts hinter uns. Schon bald würde der hübsche Schimmel bei uns einziehen. ​
    • Canyon
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      Pflegebericht
      Angus, Ginnungagap, Abqa Hasna, Loveletter, I'll never leave you, Seattle's Scarlett, Fearthainn, Peripeteia, Dauthdaert, Hestia, Braum van Ghosts, Asfari-Sharin, Fada Fid, Mios Jelda

      Der Herbst war endlich gekommen. Die ersten Linden verloren ihre Blätter und bei Ausritten in der schattigen Natur, rauschten die Blätter unter den Hufen der Pferde, wie die Wellen des Meeres. Genau wie die Bäume, war auch das Gestüt leer geworden. Das Bild des ehemals weitbekannten Hofes war aus dem Netz und aus dem Gedächtnis verschwunden. Geblieben waren einige Pferde. Zum Vergnügen, als Freund für die anstehenden kalten Tage und als Sportgefährte für wenige Turniere und Trainingsstunden. Der Winter würde kommen und nach ihm der Frühling. So wie es immer war und so, wie es auch jetzt wieder sein würde.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für die Pferde der Tyrifjord Ranch
      | Mios Jelda, Fearthainn, Peripeteia, Hestia |

      Dichte Wolken hingen am Himmel, die langen Gräser die inmitten der Sträuche gewachsen waren, folgten dem Wind und der sonst so zarte Bach, drohte überzulaufen. Alles in allem war das Wetter der letzten Wochen mehr als Bescheiden und nicht nur ich hatte genug davon. Die Pferde steckten voller Energie. Energie, die sich jederzeit entladen konnte. Ob an der Longe, am Strick oder unter dem Sattel. Auch auf der Weide jagten die Pferde, als würden sie vor etwas davon laufen. Trotzdem genoss ich jeden Tag, den ich mit ihnen verbringen konnte. Die meiste Zeit verbrachte ich wohl mit Mios Jelda. Ob bei der Bodenarbeit, bei ausgiebigen Ausritten oder entspannten Spaziergängen, konnte ich mich immer voll und ganz auf die Stute verlassen. Sie war zwar manchmal etwas ängstlich, ließ sich aber bislang immer schnell beruhigen und überzeugen, dass auch sie mutig sein konnte. Aber nicht nur sie, auch Hestia, Fearthainn und Peripeteia waren mir sehr ans Herz gewachsen. Noch mehr, als es früher schon der Fall war und ich wusste, dass wir jede noch so schwere Zeit überstehen würden.
      1079 Zeichen von adoptedfox
    • Moena
      Wer stolpert schon über Luft?
      (Mios Jelda, Fearthainn, Peripeteia, Hestia, Acapulco Gold)


      Es war ein steiniger Weg bis die Genehmigung für die Übernahme von Laharan Fields durch war, irgendwelche komische Kosten, die sich auf knapp 1.500 Euro umgerechnet summierten, aber die waren schnell zusammengekratzt. Probleme gab es aber doch wie Sand am Meer; um so auf die gut und gerne 38.000€ zu kommen, die für den Grundbau des Wohnhauses benötigt wurden (bei den ganzen möglichen Kosten für Stall und Weide wurde Rosalynn schwindelig), ging sie neben ihrer Arbeit noch weiteranschaffen. Im Kindergarten gab es eine dreiwöchige Pause, sodass sie nun mit ihrem Van herumfuhr und arbeitete.



      Die kleine Insel im Tyrifjord – konnten sich die Norweger nicht einfachere Namen für ihre Orte ausdenken – war sowohl malerisch wie auch verschlafen. Schon beim Näherkommen ihres Zieles wurde sie nicht nur von Einheimischen, sondern auch von Schafen misstrauisch angeblökt. Doch das hinderte sie nicht. Ihrem Navi nach war die Ranch keine zweihundert Meter mehr entfernt, und als sie dann auf dem überschaubaren Grundstück der Ranch parkte, zogen erste Wolken auf. Frohen Mutes stieg sie aus und packte ihre Tasche, lief dann in Richtung des Stalls und blieb wie angewurzelt stehen. Um ihre Schuhe schwappte eine braungrünliche, leicht zähflüssige Masse, und von irgendwo aus einer Ecke hörte sie ein undeutliches Fluchen.



      „Mr. Ndour? Sind sie das?“, rief Rosalynn zaghaft, und trat auf die Quelle der Flüche zu. Schließlich stand sie nun vor einem Mann, der scheinbar am Abfluss der Pferdedusche rumwerkelte. In seinen Ohren steckten Airpods, seine Arme bis zu den Ellbogen waren voller Schmutz und Schmörres. Vorsichtig tippte sie ihm auf die Schulter; mit einem erschrockenen Schrei rutschte er auf den Abfluss und stöhnte genervt auf.



      „Um Gottes Willen, das tut mir schrecklich leid!“, der Mann winkte ab und zog sich die Airpods aus den Ohren. „Ach kein Problem. Und Sie sind…?“ Rosalynn nickte eifrig. „Rosalynn Dune, wir hatten telefoniert?“ Der junge Mann stand auf. Schon beinahe automatisch wollte er ihr die Hand reichen, entschied sich vorher sie behelfsmäßig abzuwischen. „Sie kommen wie gerufen, Frau Dune. Wie Sie sehen…“, ein Blick reichte schon aus, besonders der Geruch war nicht zu leugnen.



      „Ich weiß nicht was dran kaputt ist, aber ich will es schnell repariert kriegen. Die Pferde sind auf der Weide. Finden Sie sich zurecht?“ Rosalynn konnte nur dumm nicken.



      Da die Boxen bereits ausgemistet waren, schaute sie nun, welches Pferd sie als erstes bewegen könnte. Noch war das Wetter gut; Bodenarbeit oder etwas Dressurarbeit würde sich heute nur anbieten. „Mios Jelda ist die letzten Tage leider wegen diesem Mist nicht bewegt worden, ein großer Ausritt würde sich anbieten!“, hörte sie über das unappetitliche Blubbern aus der Dusche, und sie nickte trotz, dass sie keiner hörte. Rosalynn schnappte sich also das Halfter der jungen Stute und ging raus. Schon von der Weide hörte sie das Hufgetrappel und als hätte sie es geahnt, stand die Mixstute nun vor ihr, die Schnute nibbelte an ihrem Arm. „Ja hallo.“, konnte die Irin nur sagen, strich ihr über den Hals und halfterte sie auf. Folgsam trat sie neben ihr den Weg zum Putzplatz an. Auch beim anbinden und putzen wandte sie allenfalls in die Richtung, in der die neue Frau stand und stupste sie energisch an, verlangte Streicheleinheiten. Rosalynn konnte dem nur nachgehen, ehe sie dann zurück in den Stall watete und ihr Sattelzeug holte.



      Die junge Stute wirkte recht flippig, sobald die Frau im Sattel saß. Zielstrebig trotteten die beiden vom Grundstück, und Jelda lief in die entgegengesetzte Richtung, aus der Rosalynn kam. An ihnen vorbei zogen Felder und einige Häuser. Höflich wie sie war, winkte sie den Nachbarn natürlich zu, einige erwiderten es sogar. Nach gut zehn Minuten stolperte die Stute dann und zog an den Zügeln. Etwas besorgt schaute Rosalynn hinter sich, doch nichts war zu sehen. „Aye, bist du über die Luft gestolpert?“, nach einem Halsklopfer fingen sie sich und es ging weiter. Der Asphalt wandelte sich zu einem einsamen Feldweg, und ohne zu zögern verfiel Jelda in den Trab. Ihre dunkle Mähne wippte auf und ab, auf und ab, ihre Ohren zuckten genüsslich hin und her, erhaschten das Zirpen der Vögel und das Rascheln vom Blätterwerk im Wind. Der Sattel war gemütlich, und auch wenn sich die Stute wohl wünschte, schneller traben zu dürfen, so war dies doch ungewohntes Terrain für die Hilfsarbeiterin, und mehrere Minuten später, nach einer Kurve, die sie an einem Bach entlangführte, blieb die Stute einfach stehen und drehte den Kopf. Wollte sie weiter? Oder schneller? Die Frage blieb unbeantwortet, und nach einer kurzen Schenkel- und Gewichtshilfe ging es weiter. Rosalynn entschied, dass sie die Stute ja noch auf dem Gelände der Ranch auspowern konnte, und so kam es, dass sie etwa zwanzig Minuten später auf der Ranch ankamen und sie sich einen ruhigen Platz aussuchten.



      Doch weiter kam es nicht. Scheinbar war die Stute heute etwas außer Takt, denn schon im ersten Schritt machte sie einen leichten Hüpfer und wieherte auf. Etwas aus der Bahn geworfen, richtete sich Rosalynn wieder gerade auf und nahm die Zügel fester in die Hand. Jelda schnaubte und scharrte mit den Hufen. „Na, dann los, du Lufthüpfer.“, sagte sie mehr zu sich als zu der Stute, und es dauerte nicht lange, da stand die Stute wieder auf der Weide, ausgepowert, aber wohlgesonnen, wo sie sich noch eine Möhre schnappen durfte.



      Die nächste Entscheidung fiel ihr sehr leicht; sie kam, angetrabt in der Form der Buckskin-Tobiano-Stute Peripeteia und des Schimmelhengstes Fearthainn, die nun direkt vor ihr standen und sie erwartungsvoll anschauten. Curly Horses waren nicht oft zu sehen, und besonders die beiden waren sehr schön anzusehen. „Nun, was mach ich mit euch beiden? Kennt ihr schon die Doppellonge? Oder wollen wir es etwas ruhiger angehen?“ Bei dem Wort ‚Doppellonge‘ stellten sich sofort die Ohren auf und etwas wacher schauten sie auch drein. Mit etwas Glück fand sie eine gute Doppellonge, andernfalls musste sie sich etwas anderes überlegen. Mr. Ndour, pardon, Vuyo, wie er eher genannt werden wollte, legte eine kurze Kaffeepause ein. „Eine Doppellonge? Die habe ich hier nicht. Und selbst wenn, die beiden haben nicht sehr viel Erfahrung was Bodenarbeit angeht. Denke ich.“, der letzte Satz war nur gemurmelt, also entschloss sie sich stattdessen, die beiden individuell zu longieren.



      Eine Stunde später



      Vuyo war wohl für heute mit dem Abfluss fertig. Es sickerte kein brackiges Wasser raus, und gemeinsam mit Rosalynn wischte er es auf den Hof hinaus. Doch die tiefe Furche auf Rosalynns Stirn entstand nicht durch die anstrengende Arbeit. „Sagen Sie mal…sind Ihre Pferde immer so tollpatschig?“, fragte sie nun, den groben Besen als Stützpfeiler genutzt. Der Mann wandte sich ihr zu, eine Augenbraue hochgezogen. „Vorhin bei Jelda – mir ist bewusst, dass sie tollpatschig ist, aber sie ist zweimal gestolpert. Beim Longieren eben – Peripeteia ist kein einziges Mal gestolpert, sie lief sehr gut, übrigens – ihr Counterpart aber…er wirkte sehr unruhig. Das kenne ich sonst von Curly Horses nicht.“ Vuyo blickte fragend drein. Hatte sie etwas Falsches gesagt?



      „Das liegt am Wetter. Langsam zieht die halbwegs warme Luft weg, aber dafür kommt kalte und feuchte. Ein Garant für Starkregen oder Stürme.“ Das leuchtete ein. Wie viele Tiere konnten Pferde auch auf das Wetter schneller reagieren als Menschen.



      „Das leuchtet natürlich ein. Ich kenn mich mit dem Wetter hier nicht so gut aus, danke für die Information.“, Rosalynn lächelte aufrichtig.





      Schlussendlich fehlten nur noch Acapulco Gold und Hestia. Der Hengst schien jedoch nicht in Eile zu sein, sich mit einer Möhre locken zu lassen und ließ Hestia den Vortritt. Die neunjährige Stute hatte heute wohl einen schmusigen Tag und konnte selbst beim Putzen ihre Schnute kaum von Rosalynn halten. Besonders bei der feinen Mähne, die recht verknotet und voller Gras war, ließ sie kaum von ihr ab. „Heute machen wir eher einen ruhigen Tag, oder?“ Hestia brummelte nur zustimmend, und als dann ihre Mähne endlich befreit war von jeglichem Schmutz, konnte Rosalynn die Stute aufsatteln. Da die Araberstute aber gerne Western lief, dauerte es etwas mehr, bis sie bereit war mit dem Reiten; der Sattel war natürlich schwerer, aber dafür war die Stute ihr wohl dafür umso dankbarer, als sie auf den kleinen Platz gingen und dort mit dem Aufwärmen begannen.



      Mehr und mehr Wolken zogen auf; allmählich roch die Luft nach Regen. Aus dem ursprünglichen Warmreiten auf dem Platz wurde ein gemütlicher Ritt vom Hof weg. Mit viel Schwung in der Hinterhand ging es in die gleiche Richtung, die sie auch mit Jelda erkundet hatte, diesmal ohne einen Zwischenfall. Stattdessen wurde ihr das Rauschen des Baches bewusst, und wie sich die groben Grashalme im Wind bogen, die für Hestia wie eine kleine Mahlzeit aussahen. Immer wieder schnappte sie sich ein oder mehrere Halme und fraß sie eher beiläufig auf. Der Tag näherte sich nun auf den frühen Nachmittag hinzu, und gut eine halbe Stunde später stand auch Hestia auf der Weide, der Saft eines Apfels ran ihr die sanften Lippen hinunter. Der letzte im Bunde war nun der Hengst. Gemeinsam mit Vuyo wurde er nun geputzt und anlongiert. Mit einem Schmollen auf den Lippen sah Rosalynn nur zu; ihr linker Fuß auf einen Eimer abgestützt, beobachtete sie, wie der Mann mit afrikanischer Abstammung sicher und selbstbewusst Hilfen mit Longe und der kurzen Gerte gab; mehr brauchte der 12-jährige Hengst nicht, um in den Trab oder auch Galopp zu fallen. Mit einer Gelassenheit hörte er auf die eher nonverbalen Befehle und setzte sie auch direkt in die Tat um. Bei beiden machte sich Entspannung bemerkbar; die Arbeit an der kaputten Pferdedusche war ja anstrengend genug und belastete sowohl den Schulter-Arm- als auch den Oberkörperbereich, aber so wie er da nun stand, mit einem konzentrierten Blick, entwich all die Anspannung langsam.



      Viel länger konnte er sich allerdings nicht austoben; aus den bereits hergezogenen Wolken strömte nun bindfadenartig Regen, der den ohnehin schon weichen Boden noch mehr zu einem schlammigen Untergrund wandelte. Den Pferden machte der Regen nichts aus; vor allem Jelda und Peripeteia suhlten sich genüsslich in den Pfützen, und auch Acapulco patschte erst zaghaft, dann mit voller Freude in einem Schlammloch herum. Als Rosalynn und Vuyo nach getaner Arbeit und der unfreiwilligen Dusche sich im Stall mit einigen Handtüchern abtrocknete, kroch ihnen ein unangenehmer Geruch in die Nase. Erst das blubbernde Geräusch, das daraufhin folgte, ließ den Afrikaner aufstöhnen.



      „Wird wohl Zeit, die Dusche richtig zu reparieren, oder?“


      (10.663 Zeichen)
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  • Album:
    Tyrifjord Ranch
    Hochgeladen von:
    Canyon
    Datum:
    10 Nov. 2016
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    → Hestia ←
    (x)

    Abstammung
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    Von Oakland's Cloudbreaker
    Von Oakland's Carraboun Boy Aus der Valentines Day

    Aus der Farasha
    Von Polarfuchs Aus der Love Is Wicked

    Exterieur
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    Stute
    25. Juni 2007
    (9 Jahre)
    Rasse: Vollblutaraber
    Stockmaß: 156cm
    Deckhaar: Rappschimmel
    Abzeichen: x

    Interieur / Beschreibung
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    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●●●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●●● Unintelligent
    Sozial ●●●●● Unsozial
    Begabt ●●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●●● Nervös
    Loyal ●●●●● Untreu
    Gutmütig ●●●●● Boshaft
    Nervenstark ●●●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●● Faul

    x | x | x
    Hestia hat kräftige Schulter und Kruppe. Ihr Hals und Kopf sind typisch für ein arabisches Vollblut. Ihre Farbe kommt bei Arabern sehr häufig vor. Sie ist wie für den Dressursport gemacht. Mit Leichtigkeit absolviert sie selbst die schwierigen Lektionen. Ihre Gangarten sind in jeder Hinsicht raumgreifend und ihre Hinterhand hat viel Schwung. Nur am Zügel gehen scheint sie nicht sehr zu mögen, weshalb sie auch lieber Western geht.
    Hestia liebt es zu schmusen. Statt sich auf der Weide auszutoben kommt sie liebend gern zu einem her und lässt sich kraulen.

    Besitzer: Canyon (Artemis)
    VKR/Ersteller: verfallen/Maleen
    im Besitz seit: 7. November 2016
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen & Erfolge
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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Dressur E A L M S S* S**

    Western E A L M S S* S**

    Springen E A L

    Military E A L

    Galopprennen E A L M S

    Distanz E A L M S S* S**

    Fahren E A

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    323. Dressurturnier

    Inoffiziell
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    Zuchtverband
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    Ausbildung und Zuchtdaten
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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    Distanz- & Westernpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten | Einfahren | Geländetraining x | Gelassenheitstraining | Stangenarbeit x

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    [SK 413]

    Gencode: EEaaGg
    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Hara Artemis

    Nachkommen
    Asfari-Sharin - *2008 (von Bintu Al-Bahri)
    Golden River - *2009
    Eisenmann - *2010 (von Khadir)
    Thulin - *2011 (von Asis Bashir)
    Abqa Hasna - *2014 (von Oakland's Cloudbreaker)


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert:
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne:
    Beschlag hinten:

    Zubehör
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