1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Occulta

• Riven in a Dream, EVB ♀

Stute | seal brown

• Riven in a Dream, EVB ♀
Occulta, 5 Mai 2019
    • Occulta
      Alte Pflege- und Tierarztberichte
      Old and New Fellows

      Caruso quietschte aufgeregt, als Ocean an ihm schnupperte. Dream liess alles gelassen geschehen, sie wusste, dass Ocean ihrem Sohn nichts antun würde. Die beiden waren das erste mal seit Carusos Geburt wieder draussen und er lernte gerade seine ‚Tante‘ kennen. Gespannt beobachtete ich die Szene vom Zaun aus und betrachtete liebevoll die langen Ohren des Fohlens. Obwohl der kleine Hengst erst wenige Tage alt war, verhielt er sich doch schon frech und wild. Dauernd versuchte er, seine Mutter zum Spielen zu bewegen. Und tatsächlich war es ihm bereits vorhin einmal gelungen, die weisse Stute zu einem raschen Galopp über die Weide anzutreiben. Dream schien sich in ihrer Rolle als Mutter wohl zu fühlen, denn sie umsorgte den kleinen liebevoll. Ocean hatte die Nüstern in das weiche Fohlenfell an der Schulter gedrückt und begann nach einigen Augenblicken des Ausharrens, Caruso zu kraulen. Ich lächelte zufrieden und sah meine Anwesenheit als überflüssig an, weshalb ich mich auf den Weg zum Hauptstall machte, um dort nach dem Rechten zu sehen. Am Nachmittag würden ganze drei neue Fohlen ankommen, davon zwei vom selben Züchter. Ich hatte sie sorgsam ausgesucht und war sogar mehrfach herumgereist, um sie mir live anzusehen. Doch sie würden erst um vier Uhr ankommen, daher hatte ich noch etwas Zeit für Frame, der mir aus seiner Box entgegenröchelte. Der Hengst hatte seine starke Bindung zu mir weiter aufgebaut, offenbar erinnerte er sich daran, dass Eowin und ich ihn gerettet hatten. Sie war letztens hier gewesen, um Noir für die Körung zu untersuchen. Ich betrat die Box und kraulte den Schecken liebevoll hinter dem linken Ohr. Was für ein erbärmliches Fellbündel er doch gewesen und was für ein prächtiger Hengst nun aus ihm geworden war. Ich war mittlerweile schon zweimal auf ihm gesessen und es war beide male ein unglaublich tolles Gefühl gewesen. Frame reagierte schon jetzt so fein auf Hilfen und verliess sich blind auf mich. Und ich mich auf ihn. Ich halfterte ihn und führte ihn nach draussen, um einen Spaziergang zu machen. Jacky lief am Boden schnuppernd neben mir her und Sheela tapste freudig und wild um sie herum. Die beiden kamen prima miteinander aus und Jonas hatte Recht behalten – Jacky war wieder viel aufgeweckter, seit die junge Hündin dazugekommen war. Obwohl Sheela schon jetzt grösser als sie selbst war, erzog Jacky den Welpen bei jeder Gelegenheit. Am Abend lagen sie meist eng zusammengerollt neben mir oder in ihrem Körbchen. Ich hob einen Tannenzweig vom Boden auf und warf ihn Jacky, als wir bei der Galoppbahn waren. Es war kühler geworden und ich hätte schwören können, dass die Isländer bereits dichteres Fell hatten. Wir würden sie schären müssen, wenn es so weiter ging.
      Ich fühlte plötzlich das Verlangen, einfach Frames Seil zu lösen um das Vertrauen des Hengstes zu prüfen. Also hängte ich den Strick aus und lief weiter, als sei nichts gewesen. Frame spitzte etwas die Ohren und drehte, in seiner neu erlangten Freiheit, den Kopf zu Seite, um die Landschaft genauer zu betrachten. Er blieb jedoch neben mir und trabte hinterher, als ich mit Jacky losrannte. Sheela hielt sich auf der rechten Seite, denn sie war bereits einmal fast von einem Pferd getreten worden und nun vorsichtiger. Jacky wusste sowieso Bescheid, was den Umgang mit Pferden anging. Als ich ausser Atem war, hielt ich abrupt an, woraufhin auch Frame sofort stoppte. Ich entschied lächelnd, dass ich wohl zukünftig kein Seil mehr brauchen würde. Irgendwie gab mir sein eisiges Auge als er an mir vorbei zu den Weiden starrte das Gefühl, dass er bei mir bleiben würde, komme was wolle. Ich kraulte sanft seine Schulter und bog auf den Schnitzelweg zu den Weiden. Bei den Minis machte ich halt, damit Frame sie beschnuppern konnte. Rosie kam mir entgegen und lachte als sie sah, wie mir Frame beim Laufen von hinten die Haare zerzauste. Er wollte mit mir spielen. Ich hüpfte showmässig zur Seite auf den breiten Grasstreifen neben dem Weg und wich ihm immer wieder aus, rannte ein wenig, bis er mir den Weg abschnitt. Immer wieder stiess er sich kraftvoll vom Boden ab und machte einige Bocksprünge aus purer Lebensfreude. Bei dem Spektakel vergass ich alles andere und war einfach nur wunschlos glücklich, wie ich es schon lange nicht mehr gewesen war. Rosie machte ein kleines Filmchen mit ihrem Handy und zeigte es mir, als ich keuchend mit Frame im Schlepptau angerannt kam. Der Hengst stoppte kurz vor Rosie und verkroch sich misstrauisch hinter meinem Rücken. Ich rollte die Augen und wir lachten beide, denn dieses Verhalten war üblich für den sensiblen Schecken. Ich sah auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es bereits fünf nach vier war. Rasch lief ich in Richtung Parkplatz, wobei mir Rosie noch etwas Unverständliches nachrief. Erst, als vor dem Transporter Halt machte, der bereits dort stand, fiel mir ein, dass Frame immer noch hinter mir stand. Da er brav gefolgt war und sich nun unsicher nach einem Grasflecken am Rand des Parkplatzes umdrehte, liess ich ihn vorerst in Ruhe. Er versicherte sich mit einem Blick, ob ich auch nicht weglief und senkte dann entspannt den Kopf. Ich widmete mich dem Transporter und dessen Inhalt, der bereits unruhig zappelte. Hans, der freundliche Pferde-Chauffeur half mir beim Öffnen der Klappe und teilte mir nochmals seine Trauer und sein Beileid wegen Jack mit, was er besser hätte sein lassen. Ich nickte nur abwesend und konzentrierte mich auf das, was vor mir lag. Frame kam neugierig angelaufen um die drei wunderschönen Geschöpfe im inneren des Transporters zu beschnuppern, die zuvor so schrill gewiehert hatten. Das Fuchsfohlen streckte ihm mutig die Nüstern entgegen und machte kurz darauf unterwürfige Kaubewegungen, wie es sich gehörte. Kaythara die kleine Nachzüglerin von Edfriend starrte aufmerksam zum Hauptstall. Nur die zweite Stute, Riven, blieb in der hinteren Ecke verborgen. Sie war zwar eine Handaufzucht, doch relativ scheu geblieben und mochte keine ungewohnten Situationen. Lewis brachte gerade rechtzeitig die Halfter, die ich natürlich auch vergessen hatte, und übernahm Kaythara. Ich schnappte mir Simba und Hans nahm kurzerhand Riven. Er lud die Stute sanft ein, ihm zu folgen, woraufhin sie zögerlich die Rampe runterkletterte. Simba folgte mir relativ zügig und schubste mich ein wenig zur Seite, weshalb ich ihm einen Klaps auf die Schulter gab. Ich staunte, wie weich sein Fell war und wie golden es in der Nachmittagssonne glänzte. Ich habe die richtige Wahl getroffen
      Frame trottete brav wie ein Lamm neben mir her, während ich Simba gemeinsam mit den anderen zu den Fohlenweiden führte. Riven und Kaythara wurden sofort von den anderen Stütchen begrüsst und umringt, besonders Ciela interessierte sich für die Neuankömmlinge. Pointless hingegen blieb hinter Penny auf Abstand und beobachtete uns nur mässig interessiert. Sweets, Liquor und Bluebell wurden fast schon etwas zu aufdringlich für Kaythara, doch zu unserer Überraschung schien sich die schüchterne Riven von Anfang an bei ihnen sicher aufgehoben zu fühlen. Ich hatte Simba inzwischen auf die Weide nebenan geführt und abgehalftert. Er flüchtete nun vor Mano, der ihn spielerisch jagen wollte. Simba verstand dies anscheinend jedoch nicht als Spiel, sondern nahm sein Verhalten ernst. Auch nach zwanzig Minuten war es nicht besser geworden; immer wenn Simba anzuhalten versuchte, wurde er sofort weitergetrieben. Alysheba kam nun ebenfalls hinzu, weshalb ich eingriff und Simba vorerst wieder einfing. Ich dachte angestrengt nach, was ich nun zu tun hatte. Ihn alleine in eine Box stellen? Auf keinen Fall. Ich muss es morgen nochmal versuchen, bis dahin stelle ich den kleinen neben Blüte und Merino. Gedacht getan, ich brachte Campina in ihre alte Box zurück und stellte Simba in die leere neben Blüte, die vor einiger Zeit Coulee gehört hatte. Ausserdem brachte ich bei Gelegenheit auch gleich Frame zurück in seine Box, er hatte genug Freilauf gehabt für heute. Merino streckte neugierig die weichen Babynüstern durch die Gitterstäbe und knabberte mit den Zähnen am Metallrand, bis Simba ihm Beachtung schenkte. Die beiden schnüffelten kurz durch die Stäbe, dann kreiste Simba weiter in der Box herum. Er beruhigte sich aber rasch, offenbar würde die Nacht nicht allzu schlimm für ihn werden. Merino blieb noch immer am Gitter und beobachtete den hellen Fuchs. Seit wir seine Zwillingsschwester an Sarah Kyren verschenkt hatten, war er wohl etwas einsam gewesen. Zum Glück durfte er in wenigen Monaten zu den anderen Fohlen. Wir hatten die kleine Primo Viktoria von ihm und Blüte trennen müssen, da sie bei der Geburt zu schwach gewesen war. Sie wurde mit der Flasche aufgepäppelt, doch da dies sehr aufwendig war, übergab ich sie Sarah, die die nötige Zeit für die Kleine aufbringen konnte.
      Erleichtert verliess ich den Hauptstall, um nochmals nach den Stütchen zu sehen. Kaythara und Riven waren zwar noch etwas abseits, grasten aber einigermassen entspannt. Zufrieden klopfte ich mir auf den Schoss, um Jacky anzulocken und mit ihr ein wenig Ball zu spielen. Auch Sheela kam freudig angerannt und hopste durch das Gras.
      26 Aug. 2014

      Tierklinik Sakura: Tierarzt Besuch für die Fohlen
      Fröhlich vor mich hinpfeifend und meinen Arztkoffer behände tragend spazierte ich über den Smithschen Hof. Occu hatte mich angerufen und mich gebeten mich um zwei ihrer Pferde um ihre Fohlen zu kümmern und sie zu impfen – dementsprechend vorsichtig näherte ich mich der Fohlenweide, nicht dass mich irgendein Tier aus dem Gleichgewicht brachte und die wertvollen Impfspritzen zu Bruch gehen würden.
      An den Weiden erwartete mich schon Occu die mich freudig angrinste während mir erstmal die Augen fast aus dem Kopf fielen. Solche Weiten und dazu solch quirlige Fohlen die hin und her rannten, dass man sie kaum im Auge behalten konnte. Ein Glück dass Occu da war, um mit mir die Fohlen einzufangen!
      Da wir bei der Stutenweide standen, brachte sie mir als erstes Captured in Time zu mir. Die junge Stute benahm sich wie eine große. Bestens erzogen ließ sie die Impfungen über sich ergehen, auch die Entwurmungspaste schluckte sie ohne Schwierigkeiten zu machen, bevor sie sich wieder ihren Spielkameraden zuwandte.
      Penny dahingehend verlangte mir schon einiges mehr ab. Diese aufgeweckte kleine Stute wollte, sobald wir sie eingefangen hatten schon wieder losrennen. Lachend bemerkte ich dass Penny wohl eines Tages allen andren auf der Rennbahn davonsausen würde, während Occu ihre Schwierigkeiten hatte die Stute still zu halten, dass ich die Impfspritze setzen konnte. Auch die Entwurmpaste hing noch halb aus ihrem Maul, als sie schon wieder zu ihren Spielkameraden raste. Glück für uns, Penny leckte sich über die Lippen und schon war auch der Rest der Paste in ihrem Maul verschwunden.
      In Kaya tobte innerlich ein Sturm. Sie war zwar brav in meinen Händen, doch man merkte ihr an, dass sei schnell wieder zu den anderen zurückwollte, ihre Freiheit und ihr Leben genießen. Ich beeilte mich mit Spritze und Entwurmung und schon stob die junge Stute mit einer solchen Lebensfreude über die Weide, das es eine wahre Freude war ihr zu zusehn.
      Bei Riven hatte ich schlechte Karten. Die Stute schmiegte sich eng an Occu und ließ mich nur sehr widerwillig mit der Spritze heran, sie schnaubte und ihr Schweif schlug unruhig hin und her, sodass ich Occu die Entwurmungspaste in die Hand drückte, um die kleine Stute nicht unnötig aufzuregen. Von ihrer Besitzerin nahm sie die Paste anstandslos, sodass auch sie bald zu ihren Spielkameraden zurückkonnte.
      Zuletzt durfte ich noch Kiwi impfen.Die lebendige kleine Stute war ganz aufgeregt, hüpfte mal hierhin, mal dorthin, interessiert an allem. Ich ließ sie ein wenig gewähren bevor ich mir das Miniaturfohlen schnappte und schnell impfte. Nun noch die Entwurmungspaste und schon schoss der kleine Wirbelwind wieder davon, zu seinen größeren Spielkameraden.
      Nach den Stuten ging es weiter zur Hengstweide, wo ich mich an den jungen Hengsten erfreuen durfte, die voller Elan über ihre Weide stoben und voll Freude ab und an sogar einmal buckelten.
      In Caruso hatte ich wieder ein Beispiel von einem Paradepferd. Er sah zwar verschmitzt drein, kam aber sofort als Occu ihn rief und war auch in meinen Händen sehr brav. Schnell war die Spritze gesetzt und auch die Entwurmungspaste nahm er mir anstandslos. Nach getaner Pflicht sauste er schnell zu seinen Spielkameraden zurück um mit ihnen über die Weide zu toben.
      Sheba erwies sich als kleiner Charmeur der mich blitzschnell um den Finger gewickelt hatte. Die Hand in seinem seidigen Fell vergraben wollte ich schon gar nicht mehr aufhören zu streicheln und mich zu umgarnen lassen! Leider war auch Sheba recht schnell geimpft und auch die Entwurmung verließ reibungslos, sodass ich ihn viel zu schnell wieder auf die Weide entlassen musste.
      Hatte ich schon zuvor bei Penny gejammert, lehrte Merino mich fast das fürchten. Dieser kleine Wirbelwind schaffte es überall und nirgends zu sein. Mal war sein Mäulchen in meiner Tasche zwischen den Spritzen, schon war es wieder an irgendeinem meiner Kleidungsstücke, wo er fröhlich rumknabberte. Ich ließ ihn gewähren und erwischte ihn in einem recht günstigen Augenblick mit der Impfspritze was ihn verwirrt innehalten ließ. Damit hatte er nicht gerechnet. Schnell nutzte ich die ungeahnte Ruhepause und fütterte ihn mit Entwurmungspaste bevor ich ihn auf die Weide zurückbrachte.
      Simba trennte sich nur ungern von Merino, weswegen wir den kleinen Racker auch mit heraus nahmen. Merino fand das furchtbaraufregend, dass er nochmal ein wenig in meinem Koffer herumschnuppern durfte während ich Simba spritzte und ihm die Wurmpaste ins Maul strich. Ruhig ließ der kleine Hengst alles an sich geschehn und schritt am Ende mit königlicher Eleganz wieder auf die Weide. Ich musste lachen, der Name des Fohlens passte wirklich perfekt für diesen kleinen Löwen.
      By SopherlMacaulay
      28 Aug. 2014

      Die ganze Bande im Schnee

      „Kaya!“, rief ich freudig vom Weideeingang aus. Das Stutfohlen spitzte die Ohren und kam zügig angelaufen, als sie mich entdeckte. Mit ihr liefen die anderen, denn sie war die älteste und damit Führerin der Gruppe. Ciela drängte sich neben mich und drückte mir die rosarote Schnauze in den Nacken. „Heyy, vorsichtig“, mahnte ich lachend. Ich packte ihren Kopf spielerisch und drückte ihn an mich. Sie liess es zu, doch nach ein paar Sekunden zog sie ihn weg, wie erwartet. Ich schnappte Rivens Ohren und fuhr ihnen entlang, dann streichelte ich Penny über die Nüstern. Als nächstes lief ich etwas voraus und die ganze Gruppe folgte mir. Ich joggte los und forderte Kaya zum Spielen auf, musste im nächsten Moment aber zur Seite springen, da die ganze Gruppe in Bewegung kam und angaloppierte. Sie rannten teils bockend teils im Stechtrab an mir vorbei und drehten dann langsam bremsend wieder ab. Ich lachte und lief in die andere Richtung voraus, worauf sie wieder angetrabt kamen. Ich liebte solche Spiele, musste aber immer aufpassen, dass die Jungspunde nicht zu ruppig wurden. Schliesslich musste ich der Chef bleiben. Schon nach wenigen Minuten ging mir die Puste aus, also blieb ich stehen, kraulte Penny und lief dann zum Offenstall um dort nach dem Rechten zu sehen. Es gab nicht viel zu tun, denn Lewis hatte am Morgen bereits den meisten Mist entfernt und seither waren die Fohlen meist draussen gewesen. Ich kontrollierte nach dem Misten auch die Tränken, dann brachte ich frisches Heu mit der Schubkarre. Sie freuten sich sehr darüber, denn Gras fanden sie bei so viel Schnee kaum noch. Also fielen alle Stütchen gierig über das Heu her und verteilten den Haufen mit ihren Zankereien im ganzen Stall. Ich rollte die Augen und schüttelte verständnislos den Kopf, dann ging ich nach draussen und lief den Zaun entlang, um ihn nach Schwachstellen abzusuchen. Doch alles hielt noch, trotz des vielen Schnees. Die Investition in die massiven Holzzäune hatte sich gelohnt. Ich überlegte, was ich heute noch alles vorhatte. Eigentlich hatte ich Lust, wieder einmal mit den Fohlen spazieren zu gehen. Es hatte zwar viel Schnee, aber auf den Dorfstrassen würde das schon gehen. Ich lief zum Hauptstall und fragte Ajith, wie weit die Pfleger mit dem Füttern waren. Er meinte, viel zu tun gäbe es nicht mehr, also fragte ich, ob er auch mitkommen wolle. Er nickte und wir beschlossen in einer Viertelstunde unten bei den Weiden zu sein. Ich half bei den Stallarbeiten mit, danach holte ich zwei Halfter aus der Sattelkammer. Wie abgesprochen kam Ajith pfeifend den Weg hinunter geschlendert und nahm eines der Halfter entgegen. „Which two should learn a bit today?“, fragte ich ihn. Wir entschieden uns für Kaya und Ciela, da die beiden ohnehin die Ältesten waren. Ich nahm Ciela, schliesslich war sie mein ganz besonderes Winter-Fohlen. Wir liefen nach Westen ins Dorf, wobei wir auf der kaum befahrenen Strasse liefen, um dem tiefen Schnee zu entgehen. Der Spaziergang verlief ruhig und entspannt, bis auf das Überqueren des Bahnübergangs. Ausgerechnet als wir in die Nähe kamen, begann das Lichtsignal zu blinken und die Schranken gingen runter. Na toll, dachte ich, und hielt den Strick etwas fester, just in case. Tatsächlich wurden die beiden etwas zappelig, als der Zug vorbeibretterte, was auch vollkommen verständlich war. Selbst mir war immer etwas mulmig, wenn ich neben einem Gleis stand. Doch sie blieben kontrollierbar und sogen bloss laut hörbar Luft ein, als der Zug vorbei war. Danach tänzelten sie etwas beim Überqueren der Gleise, damit war die Sache erledigt. Auf dem Heimweg schlurfte Ciela entspannt hinter mir und genoss die Sonne. Zurück im Stall dösten die beiden eine Runde, offenbar war das Zug-Monster doch eindrücklich gewesen und hatte Energie gekostet.
      10 Feb. 2015

      Heisses Blut

      Es war der erste richtig warme Frühlingstag dieses Jahres. Ganze 22 Grad sollte es am Nachmittag werden, und selbst die letzten müden Flecken Schnee im Schatten der Gebäude hatten sich endlich aufgelöst. Eigentlich sah ich dem warmen Wetter schon etwas wehmütig entgegen, schliesslich hatten das Schlitteln und die ganzen Schneegallops einen riesen Spass gemacht. Andererseits war nun die Vorfreude auf das Baden im Sommer gross.
      Ich lief summend zu den Weiden, denn ich wollte mich heute morgen zuerst um die Fohlen kümmern, bevor ich mit Sorrow auf dem Platz arbeiten ging. Auf das Vollblütertraining hatte ich diesen Morgen verzichtet, denn es waren genug Jockeys da gewesen und so konnte ich seit langem mal wieder bis halb neun Uhr ausschlafen. Als ich die beiden bunten Fohlenherden erblickte, musste ich schmunzeln. Im Moment hatten wir tatsächlich nur Vollblüter hier! Und noch dazu eine grosse Farbenvielfalt. Besonders Ciela stach bei den Stuten hervor, mit ihrem strahlend weissen Fell. Aber auch Dublin fiel auf, denn bei ihr sah es aus, als hätte der Winter noch ein paar Reste des Schnees auf ihrem Fell zurückgelassen. Penny hingegen wirkte, als hätte sie den Kopf in einen Eimer Farbe getaucht. Sie begrüsste mich mit ihrer rosa Schnauze sanft beim Zauntor und ihre eisblauen Augen rollten frech. Oi oi, so viel Vollblut auf einem Haufen, dachte ich, als Alysheba, Merino, Simba und Life nebenan mit geschmeidigen Bewegungen am Zaun vorbeibretterten und einander um den Baum herum jagten. Ich betrat nichts desto trotz zuerst die Stutfohlen Weide und begann damit, Kaythara zu kraulen und sie gleichzeitig nach kleinen Wunden von Raufereien abzusuchen. Bei den Spielereien der Damen kam es durchaus mal zu blutigen Nüstern und fehlenden Fellfetzen auf der Kruppe. Aber das gehörte eben auch zum erwachsenwerden. Ich tastete auch ihre Sehenen ab, doch sie fühlten sich einwandfrei an, ganz ohne Klümpchen. Ich kontrollierte auch die anderen Stütchen auf diese Weise: spielerisches Kraulen und so nach und nach den gesamten Körper nach Verletzungen abtasten. Sie liessen sich beinahe alle gut anfassen, nur Riven wich mir aus und zog das Bein auf, als ich sie am Bauch anfassen wollte. Ich blieb hartnäckig, bis sie die Berührung duldete, denn es war mir wichtig, dass sich die Fohlen überall anfassen liessen, dies vereinfachte den täglichen Umgang mit den zukünftigen Rennpferden enorm. Ich tastete als letztes Dublins Beine ab und nahm sie lachend am Ohr, als sie an meinem Genick schnüffelte. Dann richtete ich mich auf und holte die dunkelblaue Schabracke, die ich beim Herkommen über den Zaun gelegt hatte. Einem nach dem anderen zeigte ich sie und liess die Fohlen auch daran schnuppern oder knabbern. Es handelte sich um eine alte Schabracke, die ohnehin recht mitgenommen aussah, sodass es nicht schlimm war, wenn die Fohlen auf ihr herumkauten. Anschliessend legte ich die Decke auf die Rücken der Stuten und wartete gespannt die Reaktion ab. Penny zum Beispiel sah sich augenblicklich nach dem seltsamen Gegenstand auf ihrem Rücken um und versuchte, ihn auzuschütteln. Ciela hingegen, die ein ganzes Jahr älter und schon fast einreit-bereit war, schnüffelte an meinem Arm nach einem Leckerli. Ich spielte noch etwas mit den Stuten, bis alle die Decke akzeptiert hatten, dann machte ich mich auf zu den Hengsten.
      Auch auf dieser Weide suchte ich zuerst alle Fohlen nach Verletzungen ab, die man behandeln müsste. Tatsächlich hatte Simba ein grösseres Stück Haut bei der Flanke eingebüsst, vermutlich bei einer Rauferei mit Merino. Ich holte zur Sicherheit eine desinfizierende Salbe zur Förderung der Wundheilung und schmierte sie sorgfältig auf die Stelle. Er hielt brav still und ich lobte ihn durch kraulen. Auch Life hatte einige oberflächliche Verletzungen, jedoch keine Bedeutenden. Er hatte es in den letzten Tagen noch etwas schwer gehabt, schliesslich war er vor kurzer Zeit in die Herde integriert worden. Mittlerweile schien die Rangordnung geklärt und er hatte sich, wie alle anderen, Alysheba untergeordnet. Der zupfte mir übrigens gerade an meinem Ärmel, sodass ich aus meinen Gedanken auftauchte. Zeit für die Schabracke! Die Hengste waren so gar nicht beeindruckt und interessierten sich eher für meine Wanderschuhe. Ihnen schien es dauernd langweilig zu sein, ausser, wenn bei den Stuten nebenan etwas lief. In diesen Momenten war ich froh um den stabilen Holzzaun, der die Halbstarken davon abhielt, zu den Damen rüberzuhüpfen. Sie versuchten es auch gar nicht erst. Dafür rasten sie den Zaun entlang, im schönsten Schwebetrab, zwickten sich hin und wieder gegenseitig in den Po und erhaschten einen Blick auf die ebenfalls in Bewegung gekommene Stutenherde. Manchmal dauerte dieses Spektakel fünf Minuten an und der Auslöser war zumeist ein tief fliegendes Flugzeug oder ein lautes Geräusch von den Stallgebäuden. Zum Teil reichten auch ein Fuchs oder ein Wiehern vollkommen aus. Ich fand es interessant, wie die beiden Herden miteinander interagierten. Allerdings klappte diese Aufteilung nur während der Jugendzeit, denn sobald die Hengstchen alt genug waren, wurde ihr Verhalten untereinander zunehmend aggressiver, wenn sie Schnüffelkontakt mit den Stuten hatten. Sobald sie zu den Grossen umzogen, kamen sie zu anderen Zeiten auf die Weide, als die Stutenherden. Dann gab es unter den Männern zwar immernoch die eine oder andere Rauferei, jedoch kam es selten zu ernsthaften Verletzungen und ein gewisses Risiko ging ich gerne ein, wenn die Jungs dafür artgerecht miteinander interagieren durften. Sie erinnerten mich jeweils an die Bachelor Herden bei den Mustangs. Im Stall klappte das Nebeneinanderstehen gut, die meisten akzeptierten ihre Boxennachbaren schnell, egal von welchem Geschlecht sie waren.
      Ich schnappte mir die Schabracke wieder von Merinos Rücken, der damit schon in Richtung anderes Ende der Weide davonlaufen wollte, und verliess die Fohlen um zu Daydreaming Sorrow zu gehen.
      16 Apr. 2015

      Coming Home

      Es war Sonntagabend und ich sass gerade vor dem Computer, um meine E-Mails und sonstige Neuigkeiten zu checken. Ein Mailtitel zog mich ganz besonders in seinen Bann. Dort stand „Some Pics for you“, der Absender war Jonas. Er hatte mir ja versprochen, Bilder von seinen Ferien zu schicken. Doch gerade, als ich die Mail öffnen wollte, klingelte das Telefon. Seufzend stand ich auf und ging ran. Es war Marcus, ein befreundeter Trainer und Züchter aus Liverpool. Wir hatten vor einer Woche bereits geschäftlich miteinander telefoniert, das war auch diesmal so. Das Thema waren zwei der fünf neuen Vollblüter, die er vor kurzem entdeckt und prompt ersteigert hatte. Er hatte mir die vielversprechenden Jungpferde nach der Auktion zu einem fairen Preis angeboten, da er selber von Anfang an nur drei der fünf hatte behalten wollen. „They arrived yesterday and appear healthy and fit. So, which two do you want?“ Ich hatte mir die fünf mehrmals angesehen und ihre Stammbäume studiert, um meine Favoriten rauszupicken. „I think I’ll take Buck’s Lemon and Caligari“ „Ohhhh no, not so fast. Lemon is mine, I’m not quite such a fool. This one will undoubtedly be a champion one day” Ich rollte die Augen, musste aber trotzdem über seine Sturheit lachen. Der Hengst hatte es ihm wohl echt angetan. „Okay, fine, I’ll take Cool Cat instead“ „Sure, that one will be just as well” Na klar, deshalb scheust du dich auch nicht, ihn loszuwerden. Naja, ich denke dass er tatsächlich Potential haben könnte, auch wenn er so… gewöhnlich ist, dachte ich im Stillen. Marcus wollte sie mir morgen gleich vorbeibringen, da er sowieso noch in Richtung Birmingham kommen wollte, warum auch immer. Endlich konnte ich auflegen und mich wieder dem Computer widmen. Ich öffnete die Mail, las den kurzen Einleitungstext (Hatte eine schöne Reise, bla bla) und scrollte dann die Bilder durch. Ein paar hübsche Landschaftsfotos waren dabei, aber richtig interessant wurde es für mich, als die Bilder der Gips Reminder Ranch kamen. Zu meiner Enttäuschung waren keine von Flint dabei, doch Jonas hatte auch gleich den Grund dazugeschrieben, nämlich dass er mittlerweile an Eddi verkauft worden war. Na dort hat er es bestimmt sehr gut, dachte ich grinsend, denn ich wusste ja, wie sehr Eddis Lieblinge verwöhnt wurden. Mir stockte der Atem, als ich Shadow auf den Bildern erkannte. Die Lackschwarze Stute war sogar noch wunderschöner als ich sie in Erinnerung hatte. Was würde ich dafür geben, sie wiederzubekommen… Ich schrieb Jonas zurück, wie schön die Stute geworden war und wie sehr ich sie vermisste. Vielleicht konnte er ja mit Verena verhandeln? Ich glaubte zwar nicht, dass sie sie hergeben würde, aber träumen durfte man ja. Ich rieb mir die Augen und bemerkte erst jetzt, wie spät es schon wieder war. Zeit endlich ins Bett zu klettern.

      Am Morgen liess ich den PC gleich wieder an, vielleicht hatte Jonas bereits wieder geschrieben. Schliesslich war er dank der Zeitverschiebung erst später ins Bett gegangen. Tatsächlich war eine Antwort im Posteingang. „Ich habe Verena auf Shadow angesprochen und sie meinte, sie liesse mit sich verhandeln“, las ich murmelnd vom Bildschirm, ehe ich die Worte begriff und aufjubelte. Rasch tippte ich alles in die Mail, was Jonas wissen musste, denn ich verliess mich diesmal auf seine Verhandlungskünste. Als ich schliesslich zur Haustür raus lief, die Jacke halb im Gehen anziehend, konnte ich es noch immer kaum fassen. Sie kommt tatsächlich zurück! Mit federnden Schritten begab ich mich zum Hauptstall.

      Am frühen Nachmittag kümmerte ich mich um die Fohlentruppe. Die Jungspunde brauchten wiedermal eine Lektion in Sachen Erziehung, schliesslich wollten sie einmal Grosses erreichen. Kaythara, Ciela und Dublin waren zusammen mit Alysheba die ältesten der Fohlen. Sie waren beinahe zwei Jahre alt und würden schon bald mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Doch auch jetzt schon mussten sie gewisse Abläufe lernen, mit denen man nicht früh genug anfangen konnte. Zum einen gehörte das Putzen dazu. Die drei ältesten Jungstuten kannten das schon längst und blieben brav stehen, als Jason, Linda und ich mit den Bürsten ankamen. Linda hatte sich inzwischen gut eingelebt und kannte langsam aber sicher die einzelnen Persönlichkeiten ihrer Pfleglinge. Sie wusste zum Beispiel, dass Kaythara nicht gerne an der Stirn angefasst wurde, und dass Riven allgemein etwas spezielle Behandlung verlangte. Jason versuchte trotzdem die ganze Zeit, ihr dazwischenzureden und zu helfen. Ich liess die gelegentlichen Zankereien aber die Sorge der beiden sein und hielt mich da raus, solange die Arbeit sauber ausgeführt wurde. Gerade passierte es wieder. „You should be careful with her hindlegs, she kicks sometimes“, bemerkte Jason, als Linda Dublins hintere Hufe auskratzen wollte. Die Pflegerin biss sich auf die Unterlippe und verkniff sich so einen gereizten Kommentar, schliesslich wusste sie genau, dass sie mit der zappeligen Stute vorsichtig umgehen musste. Ich beobachtete das Ganze beiläufig, während ich Cielas Kruppe bürstete. Mit Penny, Riven und Primo war das Prozedere des Putzens nicht ganz so einfach: Die Jährlinge verstanden nicht wirklich, warum sie stillhalten mussten und konnten zudem aus Sicherheitsgründen noch nicht angebunden werden, was es nicht gerade leichter machte. Bei den Hengsten hingegen wurden wir positiv überrascht. Life und Simba hielten trotz ihres jungen Alters artig still und genossen die Rückenmassage durch den Striegel sichtlich. Auch an empfindlichen Stellen wie dem Bauch konnte ich beide problemlos bürsten. Anders war es bei Merino, der auffällig zuckte, als ich ihn bei der Schulter striegelte. Ich runzelte die Stirn und tastete ihn vorsichtig ab. Tatsächlich reagierte er empfindlich beim Schulter-Hals Übergang und legte die Ohren platt. Vermutlich hat er sich bloss beim Spielen etwas gezerrt, beschloss ich nachdenklich. Jason war der selben Meinung, also wollten wir vorerst noch auf den Tierarzt verzichten und abwarten. Ausserdem würde dieser so oder so in drei Tagen zur wöchentlichen Routineuntersuchung auf den Hof kommen. Alysheba war brav wie ein Lamm, nur ab und zu versuchte er meinen Arm zu beknabbern. „Wie dein Vater, als er noch klein war!“, rief ich lachend und stiess ihn sanft aber bestimmt weg. Ich verglich Aly oft mit seiner Halbschwester Ciela, denn die beiden waren sehr unterschiedlich. Ciela hatte wohl allgemein mehr von ihrem Vater geerbt, nicht nur was die Fellfarbe anging. Aber dennoch war die Ähnlichkeit zwischen Winter und Alysheba nicht zu verkennen, besonders der athletische Körperbau mit den langen Beinen hatte sich durchgesetzt. Ich konnte es kaum erwarten, den Sprössling auf der Bahn zu sehen. Auch um Paluche und Jack kümmerte ich mich ausgiebig. Die beiden waren etwas abseits der Vollblütergruppe, die ihnen offenbar zu aufgedreht war. Obwohl besonders Jack auch sehr temperamentvoll war, konnten beide nicht mit dem raumgreifenden Galopp mithalten, den die anderen Hengste zur Genüge vorführten. Dafür klebten sie umso mehr aneinander.

      Gegen Abend kamen One Cool Cat und Cabinet of Caligari endlich an. Sie bezogen gleich ihre neuen Boxen im Hauptstall, die bereits nach frischem Heu dufteten. Cool Cat überzeugte mich mit seinem Auftreten noch immer nicht so ganz, wehmütig dachte ich an Lemon. Aber irgendwie wird er sich schon beweisen, beschwichtigte ich mich selbst. Von Caligari hingegen war ich begeistert. Ich hatte (wie an meinem bunten Stall unschwer zu erkennen war) ein Flair für auffällige Pferde, und das war sie allemal. Bewundernd musterte ich sie bei jedem Schritt in Richtung Box. Schliesslich streichelte ich ihr liebevoll ein letztes Mal die weisse Stirn, ehe ich mich zum Nebenstall begab um dort weiterzuhelfen.
      6 Sep. 2015

      Endlich Schnee!
      Feine Flocken rieselten mir ins Genick, als ich mich Bückte, um meine Chaps zu schliessen. Es war ein herrlicher Donnerstagmorgen und endlich zeigte der Winter sein wahres Gesicht. Hinter mir stolperte Lily aus dem Haus und konnte gerade noch verhindern, dass Zira auch rausflitzte. Die Hunde wollten wir erstmal noch im Haus lassen, denn Lily und ich wagten uns heute ans erste offizielle Zebra Training. Meine Nichte hatte mich überzeugt, dass ich Thairu nicht einfach so rumstehen lassen konnte, ohne nicht wenigstens zu versuchen, ihr ein paar Dinge beizubringen. Ich hatte daraufhin gestern Abend eine Menge Recherche betrieben und festgestellt, dass das Projekt ‚Zebra Einreiten‘ gar nicht so abwegig war wie anfangs gedacht. Wir machten uns also auf den Weg zu Thairu und Dantes Weide. Damit sich das Zebratier wohler fühlte, musste Lily sich um Dante kümmern und ihn ebenfalls mitnehmen, während ich Thairu aufhalfterte und zum Nebenstall brachte. Sie kannte es schon von ihrer Fohlenzeit her, angebunden und geführt zu werden, was vieles erleichterte. Das Hufegeben war allerdings etwas eingerostet. Ich blieb hartnäckig und zog und stupste sie, bis sie reagierte und den Huf hob. Dann kratzte ich nur rasch über die Sole, um sie gleich ausgiebig zu loben, indem ich sie am Widerrist kraulte. Lily hatte Dante ebenfalls angebunden. Sie stellte sich neben Thairu und kramte in ihrer Jackentasche, dann zauberte sie ein Karottenstück daraus hervor. Die Zebrastute beschnupperte es misstrauisch und frass es dann zögernd, wobei sie übertriebene Kaubewegungen machte. Doch anscheinend mochte sie das orange Gewächs, denn schon schnupperte sie wieder an Lilys Händen. „Gut, so haben wir etwas, um sie zu bestechen. Aber ich denke es ist besser, wenn wir sparsam mit Futter umgehen, weil sie sonst vielleicht zu frech wird“, meinte ich. Lily war einverstanden und schnappte sich den Striegel für Dante. Ich kümmerte mich um das gestreifte Fell. Es war ziemlich verschieden vom Fell eines Pferdes; irgendwie weicher und zugleich borstiger. Ausserdem war es trotz der Kälte ziemlich kurz, aber Thairus Körper fühlte sich schön warm an, also nahm ich an, dass ihr die Temperaturen nichts ausmachten. Den Zebraschwanz zu bürsten fühlte sich auch speziell an, besonders, weil er nur unten lange Haare hatte, fast wie bei einer Kuh. Ich achtete darauf, nicht zu viele Haare auszuzupfen, da ich nicht wusste, wie schnell Zebra Haar nachwuchs. Die Mähne hingegen war Pflegeleicht. Sie war kurz und buschig, und die Stehmähnen Frisur war unzerstörbar. Bei den Ohren stiess ich auf Widerstand: Thairu schlug wütend mit dem Kopf, sobald ich mich ihnen mit der Bürste näherte. Ich beschloss also, das Ohren Bürsten erstmal noch zu unterlassen. Nun brachten wir die beiden in die Halle und liessen sie erstmal frei laufen. Ich hatte diverse Gegenstände aufgestellt: Einen grossen, blauen Ball, eine Blache, ein Cavaletti, ein paar Stangen und Pylonen. Die beiden durften diese Objekte nun auf eigene Faust genauer inspizieren. Thairu war durchaus interessiert, was sie durch moderates Schweifwedeln verdeutlichte. Sie schnüffelte an den Gegenständen und zupfte sogar an der Blache, nur um gleich darauf erschrocken abzudrehen. Ich studierte ihr Verhalten genau und versuchte, das Zebra zu verstehen. Ich wusste, dass Zebras sehr aggressiv werden konnten, wenn sie missverstanden wurden. Aber auch, dass sie sehr enge Freundschaften knüpften. Also musste ich solch eine starke Beziehung zu ihr aufbauen, damit sie mich mit ihr arbeiten lassen würde. Nach einer Weile, genauer gesagt als Thairu begann, sich nicht mehr für die Objekte zu interessieren, holte ich sie zurück an den Strick. Dann führte ich sie auf die Stangen zu. Sie zögerte und senkte den Kopf, doch folgte mir gemächlich. Ich lobte sie wieder durch Kraulen. Bei der Blache zeigte sich aber schon bald das wahre Gesicht des gestreiften Tiers: Sie stampfte drohend in den Sand und weigerte sich, einen weiteren Schritt in die gewünschte Richtung zu gehen. Als ich darauf beharren wollte, und den Druck auf das Seil erhöhte, schüttelte sie widerwillig den Kopf und klappte die Ohren böse nach hinten. Der Schweif wischte nun in raschen und heftigen Bewegungen. Ich beschloss, dass es so keinen Sinn hatte, und versuchte stattdessen, sie zu bestechen. Ich entfernte den Druck, indem ich meine Position an ihre Seite wechselte und ihr so ermöglichte, gefahrenfrei zu mir zu kommen. So bestand ich wenigstens noch darauf, dass sie zu mir laufen musste, und nicht umgekehrt. Tatsächlich war sie einverstanden, dem Seilzug zu folgen, solange es nicht auf die Blache zuging. Ich kraulte sie dafür wieder. Dann lud ich sie ein, mir auf eine kleine Volte um die Blache herum zu folgen, indem ich bloss ein wenig auffordernd zupfte. Dabei verringerte ich den Abstand zur Blache immer etwas mehr, während ich sie eifrig am Hals streichelte. Die Ohren waren alarmbereit, aber der Schweif war nun vollkommen still, was ich zunächst als gutes Zeichen wertete. Doch ich hatte für einen Moment vergessen, dass dies trotz allem kein Pferd war, und so folgten auf die vermeintlich ruhige, tatsächlich aber völlig angespannte Geste ein paar kleinere Buckler, bei denen sie abermals ihren Widerwillen demonstrierte. Wenigstens zielte sie nicht gegen mich, sondern versuchte wohl eher, mich zu beeindrucken. Ich führte Thairu nichts desto trotz wieder auf eine grössere Volte und startete einen neuen Versuch, diesmal mit Geduld. Durch Dominanz und Überlistung war ich nicht zum Ziel gekommen, aber vielleicht konnte ich mit etwas Geduld das Überqueren der Blache zu ihrer eigenen Idee werden lassen. Ich ging also mit ihr bis an die ‚Schmerzensgrenze‘ und liess sie dann einfach dort verharren. Das unwillige Schweifschlagen wurde zwar mit der Zeit wieder ruhiger, doch das Zebra war eine harte Nuss und hatte anscheinend alle Zeit der Welt. Nachdem sich eine Viertelstunde lang nichts gerührt hatte, mir langsam der Arm vom konstanten Zupfen schmerzte und Lily allmählich ungeduldig wurde, weil sie mit Dante schon so gut wie alle Objekte durchgegangen war, machte Thairu endlich den entscheidenden Schritt. Sie senkte den Kopf und schnupperte an der Blache. Ich lief ein Stück weiter und klopfte mit dem Fuss darauf, um ihr zu zeigen, dass darunter fester und sicherer Boden war. Plötzlich kam sie zu mir und stand mit allen vier Beinen auf dem blauen Untergrund. Ich kraulte sie sofort eifrig. Ich zupfte etwas am Strick und konnte sie problemlos wieder von der Blache herunter Führen. „Gut, das war’s für heute, ich möchte sie das erstmal verarbeiten lassen.“ Lily verstand das nicht und äusserte ihre Enttäuschung, sobald wir die beiden zurück gebracht hatten. „Wir haben doch gar nichts richtig mit ihr gemacht. Warum wolltest du schon aufhören?“, fragte sie frustriert. „Wir haben keinesfalls ‚nichts‘ gemacht. Es war eine schwierige Lektion für Thairu, über diese Blache zu gehen. Ich glaube sie hat vorhin die ersten Ansätze gezeigt, mir zu vertrauen. Das wollte ich sofort belohnen, indem ich sämtlichen Druck wegnehme. Und nun kann sie in aller Ruhe darüber nachdenken, bis wir das nächste Mal mit ihr arbeiten.“ Lily schien immer noch etwas skeptisch. „Du bist viel zu ehrgeizig. Lass ihr Zeit, dann kann sie lernen, dass ihr bei uns nichts passiert. Das Ziel ist, dass sie Spass an den Übungen bekommt; nicht, dass wir sie zwingen müssen. Denn ein Zebra kannst du zu nichts zwingen – das habe ich heute gelernt.“ „Hmm, ja, hast recht… Ich hoffe nur, dass sie bald Spass dran bekommt, weil ich ja in zwei Wochen schon wieder gehen muss“, erklärte Lily. Ich lächelte und legte den Arm um ihre Schulter. „Wir kriegen das hin, keine Angst. Und wenn nicht, dann kommst du mich in den nächsten Ferien wieder besuchen.“

      Am Nachmittag lief ich zu den Weiden und holte den Hufauskratzer aus dem verschliessbaren Wandfach im Offenstall der Hengste, umAlyshebas Hufe auszukratzen. Heute war sein grosser Tag; er würde zusammen mit Kaythara, Dublin und Ciela definitiv in den Hauptstall umziehen. Ajith bereitete gerade noch die Boxen vor, während Quinn, Rosie und ich schon mal den grössten Matsch aus den Hufen der Fohlen entfernten. Es hatte seit dem Morgen durchgehend geschneit. Auch der Wetterbericht versprach endlich bleibenden Schnee. Das hatte meine Laune an diesem Morgen ziemlich angehoben. Ich rutschte und stolperte durch den Matsch vor dem Offenstall auf der Hengstweide und kämpfte mich zum Weidetor, um Quinn meine geliebte Ciela abzunehmen. Alysheba wollte ich als letztes hochbringen. Wir führten die drei Stutfohlen aus der Weide, was zum Glück (noch) kein grosses Gequietsche verursachte, da die Gruppe die Prozedur vom Jungpferdetraining her gewohnt war. Aber spätestens heute Abend, malte ich mir aus, wird die Ruferei losgehen. Penny, Primo, Riven und Prada beobachteten uns, bis wir mit ihren Gefährten im Hauptstall verschwanden. Ich beschloss, ihnen später zur Beruhigung noch ein wenig Heu zu bringen. Als wir die drei auftrennten und in ihre neuen Boxen brachten, schienen sie zu begreifen, dass diesmal etwas anders war. Kaythara begann prompt damit, in der Box zu drehen und nach den anderen zu rufen, obwohl sie auf Sichtkontakt nebenan standen. Ciela stimmte mit ein und gab mir fast eine Kopfnuss. Ich beschloss, dass es das Beste war, die Box zu verlassen und die kleine erstmal in Ruhe zu lassen. Wir kümmerten uns also erstmal um die restlichen Vollblüter. Lily half uns beim Misten, indem sie die Schubkarren auf dem Mist leerte, sobald sie voll waren und dann im Renntempo zurück karrte. Ich lachte über ihre Energie und Motivation, denn meine Finger schmerzten schon wieder vor Kälte, obwohl wir uns im Stallgebäude befanden. Wenig später schickte ich sie los, um Gianna für ihre Reitstunde vorzubereiten. Sie bekam diesmal nicht Privatunterricht von mir, sondern wurde gemeinsam mit den fremden Reitschülern aus der Umgebung von Elliot unterrichtet. Nachdem ich mich einmal mehr geärgert hatte, weil die Leute mit den Transportern den ganzen Parkplatz zugestellt hatten, obwohl es eigentlich genug Platz hatte, wenn man sich schön aufreihte, setzte ich mich in die kleine Reiterstube in der Halle, um den Anfang der Stunde mitzuverfolgen. Lily sah etwas verloren aus zwischen all den Fremden, und ein Mädchen auf einem schwarzen Pony ritt ihr ganz schön nahe auf, aber sie hatte Gini im Griff. Sie nutzte die nächste Gelegenheit um auf eine Volte zu biegen und so der unangenehmen ‚Verfolgerin‘ zu entkommen. Ich nickte ihr durch das Glas ermutigend sie lächelte zurück. Dann konzentrierte sie sich auf die Schlangenlinie, die sie anführen musste. Ich beobachtete die beiden eine Viertelstunde lang, bevor ich zur Stutenweide wechselte und Echo mitnahm. Die Paint Horse Stute folgte mir gehorsam zum Nebenstall, wo ich sie anband, um sie zu putzen. Beim Kopfbürsten senkte sie den Kopf und rieb kurz die Stirn an meiner Schulter, doch sobald ich sie kraulen wollte, drehte sie sich weg. Sie war nicht kopfscheu, sondern mochte es einfach nicht, wenn man sie mehr als nötig anfasste. Ich akzeptierte das und holte ihren Sattel. Zum Glück war das Kavalleriezaumzeug, das ich von ihrem ehemaligen Besitzer geerbt hatte, so praktisch und einfach zu verschnallen. Echo mochte es auch gar nicht, mit anderen Zäumungen zu laufen. Dann sperrte sie jeweils den Mund auf oder schüttelte dauernd mit dem Kopf. Die breiten Lederriemen dieses Reithalfters und die eher dicke Schenkeltrense schien sie hingegen bequem zu finden. Auch mit einer simplen Westernkandare hatte ich es einmal versucht, mit dem Resultat, dass sie kaum mehr vorwärts ging. Mittlerweile hatte ich es definitiv aufgegeben, die Stute auf irgendeine andere Art als die Gewohnte zu reiten. Dafür lief sie mit ‚ihrer‘ Ausrüstung mustergültig. Als ich den Baumwollführstrick fertig um ihren Hals geknotet hatte, führte ich sie auf den Schotterweg und stieg auf. Dann lenkte ich sie in Richtung Süden zur Galoppwiese. Während wir den ganzen Weg ins nächstgelegene Dorf einschlugen, trabte ich viel und achtete dabei darauf, dass sie ein angenehmes, zügiges Tempo und einen sauberen Takt hielt. Sie sollte lernen, auch über lange Strecken schön konstant zu traben und erst in eine andere Gangart zu wechseln, wenn ich es verlangte. Man merkte auch, dass sie sich Mühe gab und ihrem Reiter gefallen wollte. Wir ritten durch die Siedlungen am Dorfrand und kamen zu einem kleinen Dorfladen – meinem eigentlichen Ziel. Ich stieg ab und löste den Strick. Nachdem ich sie an einem massiven Zaunpfosten festgebunden hatte, stellte ich sicher, dass die Zügel nicht über den Hals fallen konnten. Erst dann liess ich die Stute kurz alleine, um im Laden zwei Flaschen Met und ein Körnerbrot, das in diesem Dorf eine Spezialität war, zu kaufen. Der Ladenbesitzer, ein älterer Herr, kannte mich gut, denn ich kam immer mal wieder zu hoch zu Ross vorbei. Er kam sogar mit nach draussen und betrachtete Echo bewundernd. Er erzählte mir, dass er früher selber noch in der Kavallerie geritten sei, auf einem Pferd namens ‚Rover‘. Ich hörte ihm interessiert zu, denn so konnte ich noch ein paar Dinge von ihm lernen und Tipps bekommen. Er meinte aber, Echo sähe jetzt schon wie ein Kraftprotz aus. Ich lachte und beteuerte, dass dies der Paint Horse Einfluss sei. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und ich machte mich mit Echo auf den Heimweg. Sie hatte brav gewartet und zur Belohnung eine Karotte bekommen, dementsprechend gut gelaunt wackelte sie nun mit den Ohren während dem Laufen. Es wurde langsam dunkel, doch der Schnee hatte nicht nachgelassen und die Felder waren bereits alle weiss überdeckt. Ich liess die beliebte Galoppstrecke durch den Pinienwald nicht aus und kam so sogar noch etwas früher zurück als erwartet. Dafür liess ich mir Zeit beim Versorgen der Stute und befreite ihre Fesseln gründlich von den letzten Schlammkrusten und Schneeknötchen, die ich zuvor zugegebenermassen gekonnt ignoriert hatte. Dann war Echo endlich erlöst und durfte zurück auf die Weide zu ihren Gefährtinnen. Sie war auch nach diesem langen Ritt nicht erschöpft und brauste rutschend und stolpernd durch den Schnee auf die anderen Stuten zu. Ich stapfte ebenfalls zurück zum Nebenstall, wo noch nirgends geschaufelt worden war. Ich entdeckte Ajith und Quinn nebenan und stellte sicher, dass es gleich nach dem Abendessen erledigt wurde.

      Wenig später stand ich bei Parányi und putzte den Jungspund direkt in ihrer Box. Dort war es etwas wärmer und nicht so windig wie draussen. Das samtige, schwarze Fell war seit langem wiedermal bereits sauber und nicht dreckverkrustet. Allerdings waren die Haare an manchen Stellen gekräuselt, sodass ich mir zusammenreimte, dass sie sich auf der Weide im Schnee gewälzt hatte. Auch die Hufe waren schön ausgewaschen – hach, wie ich den Schnee liebe! Da ich mit Parányi die letzten zwei Tage geritten war, wollte ich heute nur an der Doppellonge mit ihr arbeiten, und morgen würde sie ganz frei bekommen. Ich wollte die frisch eingerittene Stute noch nicht überfordern und ritt sie deshalb höchstens dreimal pro Woche, je zwanzig Minuten lang. Lily war übrigens längst mit der Reitstunde fertig und tollte im Schnee mit den Hunden herum. Ich sah ihr durch den geöffneten, oberen Teil der Boxentür lächelnd beim Schneeballwerfen zu, während ich Parányis Mähne kämmte. Schliesslich holte ich den Doppellongengurt und legte ihn ihr an. In der Halle ritten Darren und April auf Halluzination und Vychahr, nun da die Reitschüler endlich verschwunden waren. Ich beobachtete beiden Füchse aus dem Augenwinkel, während ich Parányi alle vier Hallenecken zeigte. Ich tat das immer, damit sie keinen Grund hatte, sich zu erschrecken. Danach zog ich die Leinen durch die Ringe am Gurt und hängte sie beim Kappzaum ein. Es handelte sich um einen mit Trensenstück kombinierten Zaum. Parányi blieb geduldig stehen, als ich die Leinen um ihren Po und über die Hinterbeine schwang, um sie wieder daran zu gewöhnen. Daraus schloss ich, dass sie seit dem letzten Training nichts verlernt hatte. Ich schnalzte und nahm die halblange Fahrpeitsche in die rechte Hand, um sie anzutreiben. Dann schickte ich sie raus auf die Volte und begann, sie im Schritt mit aufnehmen und wieder loslassen zum Dehnen zu bringen. Als nächstes Trabte ich sie an und spielte ein wenig mit der Temporegulation. Auch Übergänge übten wir, besonders aus dem Schritt in den Trab, da sie dabei zunächst immer gleich anhalten wollte. Ich war erstaunt, wie kooperativ die Stute heute gelaunt war. Die letzten paar Tage war ich beim Reiten jeweils eher enttäuscht gewesen, aber heute schienen wir einen Fortschritt nach dem anderen zu machen. Ich hörte daher auch etwas früher auf und lobte sie ausgiebig. Ich führte sie noch ein wenig in der Halle herum, dann brachte ich sie in ihre Box und zog ihr die Abschwitzdecke an, falls sie doch noch nachschwitzen sollte. Zufrieden warf ich einen letzen Blick in die Box und stellte fest, dass Parányi bereits wieder döste.
      25 Dez. 2015

      Ein Sonniger Sonntag
      Es windete mich zwar fast von den Füssen, als ich gleich nach dem Mittagessen vor die Haustür trat, doch zumindest war es so warm wie schon lange nicht mehr. Die Sonne schien, der Himmel war wolkenlos und der regendurchweichte Boden begann zu trocknen. Ausserdem entdeckte ich bereits erste Krokusblumen im Rasen vor dem Haus – dabei war es doch erst Februar! Ich betrachtete die violetten Blüten, ehe ich mich auf den Weg zum Nebenstall machte. Nach dem morgendlichen Vollblütertraining, das heute des nassen Geläufs wegen nur zaghaft vonstattengegangen war, freute ich mich auf einen langen Ausritt mit meiner Moon Kiddy. Auch Lisa, Lewis und Lily kamen mit, auf Piro,Gini und Feline. Das kleine Mädchen konnte so viel Ablenkung wie möglich gebrauchen, nach dem tödlichen Unfall ihrer Mutter. Meine braune Stute genoss die Sonne, während ich ihre Matschverkrustete Mähne entwirrte. Gestern hatten wir die Stuten zum ersten Mal seit einer ganzen Woche wieder rausgelassen, weil es zuvor einfach zu Nass gewesen war. Mit dem ganzen Schmelzwasser war der Boden durchtränkt und es konnten grosse Schäden entstehen, wenn die Pferde die ganze Zeit darauf herumtrampelten. Die Fohlen wollten wir heute auch wieder aus dem Offenstall lassen, denn dort drin musste dringend mal wieder gründlich gemistet werden, was mit einem Haufen neugieriger Jungspunde hinter dem Rücken gar nicht so leicht war. Ich beschloss, Moons Beine kurz zu waschen, denn mit der Bürste malte ich mir mindestens eine halbe Stunde Arbeit aus. Gesagt – getan, danach ölte ich die Hufe auch gleich ein, damit sie nicht zu viel Feuchtigkeit von der nassen Weide aufnahmen. Nun brauchte ich nur noch den Westernsattel zu holen und die Braune zu zäumen, wie gewohnt mit dem Bosal. Auch die anderen waren so weit, also stiegen wir auf und ritten los. Piro war ziemlich geladen und steckte die anderen nach kurzer Zeit an. So kam es, dass wir schneller unterwegs waren, als uns lieb war. Dafür erweiterten wir die geplante Route um einen Waldweg in Richtung Dorf. Lily schlug sich ganz gut mit Feline, aber auch die sonst so brave Schimmelstute begann zunehmend herumzuhampeln. Ich schlug vor, einen ausgiebigen Galopp zu machen, damit die vier etwas müde wurden und nicht mehr so viel überschüssige Energie hatten. Wir polterten nebeneinander den Waldweg entlang, dabei war es gar nicht so leicht, Moon bei der Gruppe zu halten. Tatsächlich wurden die Pferde langsamer, als es auf das Ende des langen Weges zuging und wir kamen sogar zum Treiben. Im flotten Trab ritten wir über eine Weggabelung und anschliessend bis zum Waldrand. Dort liessen wir die vier etwas strecken. Piro schnaubte zufrieden und Feline versuchte, am Wegrand zu knabbern, doch Lily setzte sich erfolgreich durch. Sie hatte viel gelernt, seit sie das erste Mal bei mir in den Ferien gewesen war. Und seit dem Unfall war sie mit noch grösserem Eifer dabei, sodass ich sie zeitweise fast bremsen musste. Ich machte mir Sorgen, dass sie sich überforderte, indem sie die Trauer mit physischer Beschäftigung überspielte. Sie beteuerte hingegen immer, „okay“ zu sein. So langsam kam Pineforest Stable wieder in Sicht, also verlangsamten wir das Tempo etwas und genossen die restlichen Meter im Schritt. Die Natur schien sich nicht einig zu sein, ob sie nun erwachen, oder doch noch im Tiefschlaf bleiben sollte. Zum Teil schossen bereits Blumen aus dem Boden, doch die Bäume hatten noch keine Knospen und auch das Gras schien noch schlaff. An der Sonne war es beinahe so warm, dass man im T-Shirt reiten konnte, doch im Schatten der Bäume bekam man Hühnerhaut. Die Pferde schienen aber ziemlich zuversichtlich zu sein, denn sie begannen bereits mit dem Fellwechsel. Der Wind zerzauste mir dauernd die Haare, aber es war eine wundervolle Stimmung und wenigstens kam er von seitlich vorne.
      Wieder auf dem Hof, brachten wir die vier Stuten direkt zurück zum Offenstall und liessen sie nach dem Absatteln freilaufen. Sie hatten tatsächlich mal wieder ein wenig geschwitzt, aber das trocknete bei dem Wind rasch. Die Hufe kontrollierten wir dann doch noch schnell, wie es sich gehörte. Als Nächstes gingen wir zu den Fohlenställen und schoben die grossen Tore auf. Wie erwartet schossen Merino, Life undSimba sofort raus und drehten erstmal einige Runden. Die Stuten gingen das Ganze etwas gemässigter an und blieben zuerst stehen um sich umzusehen, doch danach bockten und stolperten auch sie durch das feuchte Gras. Shira hatte sich mittlerweile gut in die Herde integriert und besonders in Prada eine neue Freundin gefunden. Penny und Primo klebten auch ziemlich aneinander, nur Riven war eher selbstständig. Sie war auch die unangefochtene Anführerin der Stutengruppe und ziemlich dominant mit den anderen. Ich half den Pflegern beim Misten mit dem kleinen Traktor, wobei es gar nicht so viel zu tun gab, ausser die Reste mit der Heugabel aus den Ecken zu kratzen. Wir räumten das alte Substrat komplett raus und füllten frisches Stroh ein. Ausserdem wurden die Tränken und Futtertröge geschrubbt. Wir waren eine gute halbe Stunde beschäftigt pro Offenstall, also war es bereits halb fünf Uhr, als ich endlich wieder zum Nebenstall kam. Um die letzten Sonnenstrahlen noch zu nutzen, schloss ich mich Rosie, Darren und Jonas auf den Dressurplatz an. Die drei übten auf Sweets, Bluebell undLychee ein Dressurprogramm fürs kommende Wochenende. Es war zwar nur ein internes Clubturnier, aber wir wollten trotzdem eine gute Figur machen und zeigen, wie weit unsere jungen Schützlinge schon waren. Ich putzte Satine und übte ebenfalls ein paar der L Lektionen, die die Stute noch nicht perfekt beherrschte. Sie war heute aber irgendwie sehr abgelenkt und schreckhaft, sodass ich nicht ganz so viel mit ihr machen konnte, wie ich eigentlich geplant hatte. Pferde haben eben auch Launen und schlechte Tage, stellte ich fest. Nach vierzig Minuten brach ich ab und liess die Fuchsstute austraben. Wenigstens streckte sie sich schön. Wir versorgten auch diese Pferde nach der Arbeit. Nun waren schon fast alle Pferde bewegt worden und wir konnten es alle etwas ruhiger angehen. Ich beschloss, nochmal nach Dream zu sehen, die laut dem Tierarzt in den nächsten Tagen abfohlen sollte. Lily war schon bei ihr als ich kam und streichelte gedankenversunken die rosa Nüstern der Stute. Ich erschreckte sie fast, als ich ihr auf die Schulter tippte. Ich schlug vor, die Schimmeldame zu putzen, was Lily gefiel. Wir bürsteten das weisse Fell und kämmten das graue Langhaar, bis es wieder schön entwirrt war. Dream schien die Prozedur zu geniessen, oder zumindest störte es sie nicht. Ich meinte dennoch, eine leichte Unruhe in den Augen und im Verhalten der Stute zu bemerken. Vielleicht war es ja schon heute Nacht soweit. Ich sagte Lily nichts, damit sie nicht enttäuscht war, wenn es heute doch noch nicht geschah. Vor dem Abendessen gingen wir noch zu Ronja, um sie auf einen Spaziergang mitzunehmen. Paranyi und Halluzination wurden unterdessen in der Halle bewegt. Lily, Ronja Räubertochter und ich liefen über die Brücke beim Fluss. Auf der anderen Seite liessen wir sie etwas grasen. Lily suchte im Dunkeln nach ersten Schnecken oder Insekten. Ich beobachtete meine Enkelin und war froh, dass sie einmal mehr zu vergessen schien, warum sie hier war. Ich fragte mich immer noch wie es sein würde, sie immer hier zu haben. Der Unfall war nun schon ein paar Wochen her, aber so richtig hatten wir uns beide noch nicht an die neue Situation gewöhnt. Ich war froh, dass das kleine Mädchen schon so selbstständig war, denn sonst wäre ich vermutlich leicht überfordert gewesen. Doch so kamen wir irgendwie klar. Lily hatte sich ein Leben auf einem Reiterhof immer gewünscht, doch war es fair, sie dafür einen solch hohen Preis zahlen zu lassen? Das Leben war hart und unbarmherzig, aber irgendwie drehte sich die Welt immer weiter. Schliesslich machten wir uns auf den Heimweg und gingen ins Haus.
      Nach dem Abendessen schauten wir uns einen Film an, wobei wir einmal eine Pause einlegen mussten, um die Abendliche Stallkontrolle zu machen. Um halb Zehn schickte ich Lily ins Bett und ging dann noch rüber ins Pflegerheim bis halb elf Uhr. Ich hatte meinen Wecker extra ein wenig früher gestellt, damit ich vor dem Frühstück rasch nach Dream sehen konnte. So stand ich um fünf auf und schlich mich raus. „Hab ich’s mir doch gedacht!“, schmunzelte ich, als ich ein dunkles Bündel im Stroh neben Dream entdeckte. Es konnte kaum eine Stunde alt sein, denn es war noch ganz zittrig. Ich prüfte kurz Augen, Nüstern und Puls des kleinen, stellte fest, dass es ein Hengstchen war und sah nach Dream. Beide, Mutter und Kind, waren zwar müde, aber bei bester Gesundheit. Erleichtert lief ich zurück zum Haus und weckte Lily. Ich erwähnte das Fohlen erst nach dem Frühstück, denn ich wusste genau, dass sie sonst nicht hätte stillsitzen können. Sie rief schliesslich halb vorwurfsvoll, halb überrascht „Occu!“ und stürzte zur Tür raus. Sie konnte ihre Begeisterung kaum unterdrücken, schaffte es aber, ruhig und vorsichtig näherzugehen. Das Hengstchen stand mittlerweile auf wackligen Beinen und sah sich die Wand an. Dream schubste es etwas zur Seite, als sie sich drehte, um uns zu begrüssen. Es schaffte es, irgendwie auf den Beinen zu bleiben und stolperte ihr hinterher, blieb aber auf Abstand. Ich fragte Lily, was sie von dem Namen ‚Skydive‘ hielt, und wir einigten uns darauf. Nach einer Weile kamen auch ein paar der Pfleger hinzu und beobachteten das kleine fröhlich. Doch dann mussten wir mit dem Füttern anfangen und der Routine nachgehen.
      8 März 2016

      Abendspaziergang
      Eine herrliche Abendbrise wehte mir ins Gesicht und wischte mir die Haare von den Schultern. Der Himmel färbte sich langsam dunkel und die Grillen gaben fleissig ihre Konzerte. Um mich herum waren Lily, Jonas, Parker, Lewis, Rosie, Ajith und Quinn versammelt. „Hey Lily“, rief Jonas zwinkernd. „Was?“ und „What?“, antworteten meine Nichte und meine Mitarbeiterin gleichzeitig. Jonas lachte schelmisch. „Du heisst nicht Lily, sondern Parker, schon vergessen?“ „I’m about to…!“ „…Kiss me?“ „Throw you to the dogs.“ „Ich befürchte, die werden ihn höchstens zu Tode schlabbern“, mischte ich mich ein. „Warum denn so empfindlich Parker?“, stichelte Lewis. „Stop nettling her!“, rief Rosie empört. „It’s only because she wants to hang around with that hottie from the pool rather than with us”, erklärte Lewis. “I totally get why! Who would want to hang around with you guys anyways?” “Aww you’re so cruel Rosie! Don’t you know I have a low self-esteem?” Sie schnaubte nur und fasste Parker bei der Schulter, dann begannen die zwei möglichst offensichtlich zu tuscheln. Quinn, die unbeteiligt daneben stand, zogen sie ebenfalls in ihren kleinen Kreis, obwohl sie darüber nicht sehr begeistert wirkte. „That’s unfair ladies! We want to listen as well, don’t we Ajith?“, rief Lewis empört. “He definitely wants to hear what Quinn has to say”, scherzte Jonas. Ajith verneinte vehement, doch seine Reaktion war ganz schön verräterisch. Ich ahnte, wohin das führen würde und unterbrach das Theater deshalb. “Stop it now folks, back to work.“ Ich meinte einen Anflug von Dankbarkeit in Ajiths Blick zu sehen, kümmerte mich aber nicht weiter darum. Jonas hob erstaunt die Augenbrauen. „Du nennst einen Spaziergang Arbeit?“ Ich ignorierte ihn, weil ich nicht erneut eines seiner Spielchen lostreten wollte und lief voraus zum Hauptstall. „Lewis, you take Devil and Dolly. Jonas, I bet you want Piontless and Snowflake.” “Are you kidding me? She’s gonna kill me!” “Excactly.” “Hey!” Die anderen lachten herzhaft und Lewis klopfte Jonas auf die Schulter. „I get your Playstation, right budd?“ „Yea, love you, too.“ Ich fuhr fort: “Rosie takes Cassy and Counterfire, Quinn gets Indiana and Mambo. Lily can take Dream andSkydive –“, ich wurde von einem Jauchzen unterbrochen, „Parker, Ajith and I take Shira, Primo and Penny.” In diesem Moment hastete Thomas um die Ecke. “I’m sorry, I my mum called and I forgot the time boss…” “It’s allright Tom. Just grab Riven’s halter – you’re gonna take her.”Er nickte und führte meinen Befehl sofort aus. Auch wir anderen holten unsere Pferde raus und brachten sie nach draussen. Zur Sicherheit zogen wir den Fohlen auch Halfter an und führten sie am Strick mit, damit sie nicht in der Dunkelheit verloren gingen. Dann Machten wir uns auf dem Weg zum Fluss. Die Stuten, Youngsters und Fohlen fühlten sich in der Herde sicher, also erschreckte sie kaum etwas und sie liessen sich brav führen. Wir überquerten die Brücke und folgten dem Feldweg in Richtung Whispering Creek Farm. „My god, what happened here?“, fragte Rosie erschrocken, als sie die verlassenen, mit Efeu überwucherten Gebäude sah. „Hast du das nicht mitbekommen? Die Besitzerin ist damals bei der Geschichte mit dem Serienkiller umgekommen. Seither wohnt hier niemand mehr, und ihre Familie hat das Gelände noch nicht verkauft, warum auch immer. Es ist total schade um die hübschen alten Stallungen, aber was soll’s...“, erklärte ich. Sie wirkte nachdenklich und ihr Blick wanderte über das Gelände. „Can we go check it out?“, schlug sie plötzlich vor. „Why? I’m not sure we are allowed to go there…” “No one will see us.” Solch eine Antwort hätte ich von keinem der Pfleger weniger erwartet als von ihr. Völlig baff hakte auch Lewis nach: „Rosie, are you okay? I mean, you would never just break into someones backyard, would you?“ “Don’t be ridiculous. I just want to have a quick look at the inside”, sprach sie forsch. Nach einer Weile fügte sie hinzu: “I like old Buildings, that’s it.” Ich fühlte mich noch immer georfeigt. Das ist nicht die Rosie, die ich kenne. Ich habe sie noch nie so kalt erlebt… Doch im nächsten Moment kehrte ihre warme, helle Stimme zurück und sie meinte: „Come on guys, it will be okay. We’ll just go around it and then continue in the Forest.” “Fine”, beschloss ich. Aber nur kurz. Wir führten die Pferde auf einen verwachsenen Kiesweg, der auf den verlassenen Hof abbog. Man erkannte im Dunkeln gerade noch, dass der Weg in einen kreisförmigen Bogen mündete. Eigentlich ganz hübsch, stellte ich fest. Rosie lief mit Cassy und Counterfire zügig voraus und sah sich gründlich um. Sie schien vollkommen auf die Gebäude konzentriert und achtete nicht mehr auf uns. Wir blieben etwas zurück und warteten auf dem Kiesweg. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrte sie zurück, mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. „Thanks, I really appreciated that. Let’s go on.“ Ich nickte, noch immer etwas verwirrt und führte die Gruppe in den Wald. Es war schon etwas unheimlich, im dunkeln durch den Stillen Wald zu spazieren. Doch wir hatten ja eine ganze Gruppe schnaubender Pferde dabei, deren Hufgeklapper die Stille ausfüllte und weniger bedrohlich machte. Die Fohlen blieben eng bei ihrer Mutter, als fürchteten sie sich vor Wildschweinen und Rehen. Dabei wussten sie noch nichteinmal, dass es so etwas gab.

      Wir kamen später als gedacht zurück und versorgten die Pferde sofort, damit die Fohlen schlafen konnten. Im Nachhinein fragte ich mich, ob der Spaziergang so spät abends eine gute Idee gewesen war, aber ich hatte nunmal die Hitze des Tages und die Fliegen meiden wollen. Ich sah noch auf der Junghengstweide vorbei um zu kontrollieren, ob alle zufrieden waren. Vorsichtig öffnete ich das Tor einen Spalt breit und spähte hinein. Simba und Merino lagen nebeneinander im Stroh und zauberten ein Lächeln auf mein Gesicht. Es war so schön zu sehen, dass sich die beiden Junghengste so gut verstanden. Life stand etwas abseits mit aufgestütztem Huf und hängender Unterlippe. Caruso lag neben der Heuraufe und hatte den Kopf tief im weichen Stroh versenkt. Seine Flanke bewegte sich ruhig auf und ab. Ich schlich mich davon und lief zurück zum Haus. Eine dunkle Silhouette zwischen den Bäumen fiel mir auf. Ich ging näher ran um zu erkennen, wer es war. „…that is correct. Thank you Bill, I trust that you take care of everything. I want it done as soon as possible. And make sure to be kind, it is very important that they sell it to us. Good night.” Ich traute meinen Augen und Ohren kaum. “Rosie??” Sie antwortete ruhig: “Oh, Occu, I thought you already went to bed.” Wieder diese ungewohnt bestimmte, ungerührte Art, bemerkte ich. Bevor ich den Mund öffnen konnte, gab mir Rosie die lange Antwort auf das, was mir auf der Zunge lag. „I grew up at the Wilkinson Estate just outside of London. My family has always been very wealthy and the family’s fortune was passed on from generation to generation. When I was eighteen, my parents asked me, what I wanted to become. All I could think of was living a simple life somewhere in the countryside, and having a lot of friends. Sure, that was no answer they wanted to hear. But since we live in a different century now than they grew up in, they had to let me become what I decided. So I packed my things and went to a near farm to work there. Soon I started to like the horses there so much, that I became a jockey, because thoroughbreds I always liked the most. And that’s how I ended up here. Even tough I left home and started to fulfill my dreams, my parents still like me a lot, because I’m their only child. They promised that if I needed anything, I just had to call them. That was what I did just a moment ago, when I talked to Bill, our servant. I will buy that ‘Whispering Creek Farm’.” Ich musste erstmal verdauen, was sie mir da erzählt hatte. Rosie? Aus einer einflussreichen, mächtigen Familie? „Why didn’t you tell anybody?“ „Because I feared that I would only find friends because of where I come from, not who I am.” Ich schwieg einen Moment um meine Gedanken zu ordnen. Dann fragte ich entschlossen: “So you’re gonna leave Pineforest?“ „Sadly, yes. But it would be an honour for me if my little Farm could work together with Pineforest as close as possible.“ Ich lächelte gerührt und versicherte, dass mir nichts lieber wäre. „I have always enjoyed having you as one of my Jockeys, so I would be glad to know that you will ride my thoroughbreds even in the future. I think you have great talent and the horses clearly like you aswell.” “And you were the best Boss I’ve ever had, Occu. I thank you for this great time I already had and that is yet to come.” Ich wünschte ihr eine gute Nacht und begab mich ins Haus. Ob sie wohl den Pflegern jetzt alles erzählt?, überlegte ich, während ich die Zähne putzte. Den ganzen Abend stellte ich mir vor, wie die Ranch renoviert aussehen würde und ich freute mich immer mehr auf die Zukunft, die vor uns lag.
      22 Aug. 2016

      Moonlight Shadows
      Draussen war alles noch dunkel und still. Nebel lag bedrückend dicht über den Feldern und um die Gebäude von Pineforest Stable. Doch ich mochte diese Stimmung, sehr sogar. Es war als loyale Teil-Engländerin wohl mein ideales Klima. Ich hatte mich nie irgendwo mehr zuhause gefühlt als hier, auf diesem Hof mit meinen Pferden. Ein bisschen fröstelte es mich dann aber doch, als ich zum Hauptstall lief. Ich versteckte mein Gesicht in meinem Schal und rieb mir die Hände, bevor ich nach dem kalten Tor griff und es aufschob. Ich betätigte den Lichtschalter und lief zuallererst mit prüfendem Blick durch den Stall, um abzuchecken, ob die Pferde munter waren. Dabei hatte ich ein besonderes Ziel: Dublins Box. In ihr wartete nebst der Scheckstute eine wackelige, schwarze Gestalt, die gerade gierig nach der Milchbar suchte. Daedra war erst wenige Tage alt und trug eine warme Fohlendecke, damit sie einen Schutz gegen die Kälte hatte. Ihr kurzes, flauschiges Fohlenfell war da nämlich noch nicht besonders hilfreich. Liebevoll betrachtete ich die gekrümmten Tasthaare an ihrer Schnauze und die grossen Ohren. Die kleine stammte von Sacramento ab, wodurch sie zwei tolle Blutlinien vereinte. Sie hatte sicherlich eine grosse Zukunft vor sich. Ich lief weiter an den nächsten Pferden vorbei. Bei Pointless‘ leerer Box blieb ich abermals stehen. Sie fehlt mir sehr. Trotz allem Ärger den sie mir bereitet hat, haben wir doch viel zusammen erlebt und ich wollte ihr eine Chance geben. Ich bin gescheitert… Ich unterdrückte den Kloss, der sich in meinem Hals zu bilden drohte und setzte meinen Rundgang fort. Bisher hatte ich es nicht über mich gebracht, die Box von Pointless neu zu besetzen, doch das würde sich heute ändern. Denn heute wollten wir die zweijährigen Nachwuchsrennpferde in den Hauptstall bringen. Sechs Stück waren es, die von diesem Tag an den Ernst des Lebens kennenlernen mussten. Doch erstmal verlangten die bereits durchtrainierten Vollblüter meine Aufmerksamkeit. Die ersten Pfleger trudelten im Hauptstall ein und wir begannen mit den Stallarbeiten. Die erste Gruppe fürs Training machte sich bereit, bestehend aus Campina, Fly Fast, Sunday Morning, Spotted Timeout, Shades of Gray, Gleam of Light und Caspian. Wir hatten die Gruppenzusammensetzung erst gestern wieder den momentanen Rennleistungen der einzelnen Pferde angepasst und diskutiert, wer wo mitlaufen musste. Sympathy for the Devil, Iskierka, Coulee, Chiccory, A Winter’s Day, Painting Shadows und Cassiopeia bildeten die zweite Gruppe. Die Dreijährigen folgten in der dritten Gruppe, bestehend aus Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Kaythara und Captured in Time. Nachdem alle drei Gruppen durch waren (ich selbst durfte immernoch nicht mitmachen, wegen meiner Rippen), war es endlich soweit. Ich liess es mir nicht nehmen, den nicht mehr ganz so kleinen Merino selbst hinauf in seine neue Box zu führen. Auf dem Weg zu den Weiden wechselte ich einen Blick mit Jonas, der im Nebenstall Heu verteilte. „Guten Morgen, Occu“, murmelte er lächelnd, und ich wusste genau, was ihn beschäftigte. Ich hatte ihm noch immer keine Antwort gegeben. Ich zögerte es seit Tagen hinaus und ging ihm aus dem Weg, weil ich mir immer noch nicht sicher war. Ich erwiderte seinen Gruss und stolperte dann rasch weiter, um den Anschluss zu den Pflegern nicht zu verpassen. Ajith schnappte sich Miss Moneypenny, Quinn übernahm Primo Viktoria und Parker fing Riven ein. Bevor die Jungstuten wussten, wie ihnen geschah, wurden sie aus der Weide geführt. Sie kannten die Prozedur, denn wir waren oft genug mit einzelnen Jungpferden aus der Gruppe spazieren gegangen. Trotzdem wieherte Dolly aufgeregt, während Shira, Thalia und Counterfire ihren Kolleginnen aufgeregt neben dem Zaun folgten. Ich beobachtete die Fohlen wie in Trance, dann konzentrierte ich mich wieder auf meine eigene Aufgabe – Merino. Die Junghengste hatten die Aufregung natürlich mitbekommen und waren nun ebenfalls etwas aufgewühlt. Sie bewegten sich dynamisch, sodass ich mir einen Moment lang Sorgen um klein Mambo machte, der als jüngstes Gruppenmitglied oftmals rücksichtslos angerempelt wurde. Wir beeilten uns mit dem Einfangen. Ich ging mit Merino voraus; hinter uns folgten April mit Simba Twist und Charly mit Bring me to Life. Die sechs bezogen ihre neuen Boxen und brauchten erstmal einen Moment um zur Ruhe zu kommen als sie realisierten, dass dies kein Spaziergang war.

      Ich kümmerte mich inzwischen um den ersten Neuzugang, der heute ankam. Es handelte sich um eine Vollblutstute namens Amira, die ich von Verena O’Connor gekauft hatte. Eigentlich hätte sie schon früher zusammen mit Yoomee ankommen sollen, doch sie wurde, warum auch immer, länger in der Quarantäne gehalten. Jetzt hatte sie jedenfalls endlich grünes Licht bekommen und stürmte aus dem Transporter auf den sicheren Boden. Offenbar hatte sie den langen Flug und den Transport bis hierher nicht sonderlich gemocht. Ich prüfte ihre Beine auf Verletzungen und bedankte mich bei Hans, der die kleine vom Flughafen her zu uns gebracht hatte. Die immer noch aufgeregten Stutfohlen waren natürlich gleich wieder voller Bewegung, als ich ihnen den Neuankömmling brachte. Ich beobachtete die Gruppe eine Weile, für den Fall, dass es Schwierigkeiten gab, doch wie immer beliessen die Zicken es bei ein paar Quietschern und Drohgebärden. Amira hatte jedenfalls keine Probleme sich unterzuordnen und so blieb die Atmosphäre friedlich. Ich seufzte erleichtert und begab mich zurück zum Hauptstall. Es war Zeit, mit Empire State of Mind rauszugehen. Ich hatte mir vorgenommen, mit dem Schimmelhengst heute einen ausgiebigen Herbstwald-Galopp zu machen. Also holte ich ihn raus und putzte ihn gründlich. Er mutierte langsam zu einem Teddybär, doch noch war es zu früh für eine Schur. Ausnahmsweise hatte das Schimmeltier mal keinen gelben Fleck, was mich sehr freute. Ich nahm mir Zeit beim Kämmen des gelblichen Schweifes und nahm mir vor, diesen bald einmal zu waschen, damit er wieder etwas weisser wurde. Ich sattelte und zäumte den Hengst, dann machten wir uns auf den Weg. Wenige Minuten vor uns war eine Gruppe mit Mikke, Indiana, Cantastor und Rosenprinzaufgebrochen, doch ich hatte nicht unnötig stressen wollen und ging deshalb gerne alleine. Ganz alleine bin ich ja sowieso nicht, dachte ich schmunzelnd und klopfte Empire liebevoll auf den Hals. Die Blätter raschelten bei jedem von Empires Schritten im Laubwald hinter der Wilkinson Farm. Ich hatte Rosie auf dem Farmgelände nicht gesehen, war mir aber sicher, dass sie um diese Zeit auch irgendwo im Gelände unterwegs sein musste. Und tatsächlich: wenig später trafen wir auf sie und Bintu. Der feurige Araber tänzelte herausfordernd, als er Empire sah. Ich achtete stets auf das Ohrenspiel meines Schimmels, als ich mich den beiden näherte. „Hi Rosie! It’s been a while.“ „Yes, sure has. Everyone’s doing fine at Pineforest?“ “Except for Pointless… yep.” “Ahh… I heard of it. I’m very sorry.” “It’s alright, ‘the show must go on’, haha. Are you busy working with Farasha?” “I am currently only lunging her to get her some new muscles. I don’t think it would be wise to ride her already, would you agree?” “Absolutely. Give her enough time and she will be just fine.” “Oh, and there’s something else - she’s gained a bit of weight, so I will let the vet check her again soon…” “You think she was already pregnant again when you bought her?” “It’s very likely. Tough it’s strange that nobody mentioned it to me – maybe it was an accident and they didn’t even know.” “Or maybe you’re just over-feeding her?”, schlug ich grinsend vor. “No, but seriously – checking her sure is a good thing.” Empire wurde langsam ungeduldig, und auch Bintu konnte kaum stillstehen. Also verabschiedeten wir uns und führten unsere Wege fort. Nach den versprochenen Galopps kehrte ich mit Empire zurück auf meinen eigenen Hof und sattelte ihn ab. Er hatte ein wenig geschwitzt, also bürstete ich ihn gut durch und ging sicher, dass er trocken war, bevor ich ihn ganz wegräumte.

      Gegen Mittag begrüsste ich mein neues Criollo Fohlen, ein Dunkelfuchs namens el Alba Ardiente. Er war ein interessanter zukünftiger Hengstanwärter, denn er hatte gute Abstammung und einen korrekten Körperbau. Besonders seine Beinstellung war makellos und vielversprechend. Nachdem ich ihn mit den anderen Hengstfohlen bekanntgemacht hatte, kümmerte ich mich um die Minis. Miss Mini Dakotaund Chocolate Chip sahen sofort auf, als ich die Weide betrat. Seit Alufolie weg war, hatte Daki wieder die Herdenführung übernommen, und Chip war ihr dauernd auf den Fersen, um ihr den Posten streitig zu machen. Ich streichelte die beiden zur Begrüssung, ehe ich von sämtlichen Ponys umzingelt wurde. In solchen Momenten fragte ich mich, ob wir in Zukunft nicht doch lieber ganz auf das Müsli zum reinlocken am Abend verzichten sollten. Die Ponys wussten jedenfalls ganz klar, dass Ich einer der bediensteten Futterspender war. Ich hörte ein Bellen, dann rief meine kleine Nichte nach mir. „Ach ja, es ist ja schon Mittag!“, rief ich überrascht und verstrubbelte Jackys Fell. Die Hündin war zusammen mit Sheela den ganzen Weg vorausgeeilt, während Zira brav bei Lily blieb. Ein Wunder, dass die sonst so Kinderscheue Hündin Lily vertraut, stellte ich zufrieden fest. Aber ich schätze sie hat sich mittlerweile einfach an sie gewöhnt. Wir verschwanden im Haus und machten uns je ein Sandwich, welches wir auf Lilys Vorschlag hin mit zu den Minis nahmen und unterwegs verspeisten. „Du musst es gegessen haben, bevor du die Weide betrittst! Sonst wirst du totgetrampelt“, warte mich das Mädchen. Ich lachte amüsiert und genoss jeden Bissen. Nach dem Essen half mir Lily bei der Fellpflege der neuen Shetty-Stute Snottles Peppermint. Das Shetty hatte mir einfach auf den ersten Blick gefallen, und das obwohl ich eigentlich kein Shetty-Fan war. Zum Glück stach sie unter den Minis nicht allzu sehr hervor. Aber ihre zottelige Mähne war nur schwer zu bezwingen, besonders mit all dem getrockneten Schlamm, der sich darin verfangen hatte. Andererseits sahen Rapunzel undTigrotto auch nicht gerade wie Engel aus. Um die beiden kümmerten wir uns im Anschluss. Tic-Tac und Kicks-a-Lot konnten es nicht lassen, immer wieder zu uns hinzukommen um an unseren Jacken herumzuziehen. Zu allem Überfluss beobachtete Dressy Miss Allegra das Spiel der beiden Halbstarken aufmerksam, und ich sah es förmlich in ihrem Kopf rattern. Bestimmt würde sie die beiden früher oder später nachahmen. Die Jungen Pferdchen hatten eben nichts als Flausen im Kopf. „Genau wie du“, tadelte ich Lily künstlich. Sie lachte und warf mir ein paar Blätter an. „Bald ist Halloween! Verkleiden wir eines der Ponys? Biiiitteee!“ Ich stimmte seufzend zu und versuchte mir Papillon d’Obscuritéals Zombiepferd vorzustellen. Der Gedanke war äusserst witzig, wenn man bedachte, dass die Stute solchen Spielereien eher nüchtern gegenüberstand, besonders wenn Kinder involviert waren. Silhouette of a Rose passte da schon viel besser, wobei ich sie aber eher als Barbiepferd vor meinem inneren Auge sah, genau wie Lady Diva. „Aus Daki lässt sich bestimmt ein tolles Geisterpony machen“, überlegte Lily laut. Wir schmiedeten noch etwas weiter Verkleidungspläne, ehe wir zu den Mini-Hengstchen wechselten. Beck’s Experience, Glenns Caress, Arctic Blue und Nachtfalke kannten keine Scham wenn es darum ging sich einzusauen. Einzig Rumpelstielzchen, der wohl noch nicht lange genug dabei war um angesteckt zu werden, war gnädig mit Lily und mir gewesen. Die anderen mussten wir insgesamt über eine Stunde lang sauber bürsten. Irgendwann legte ich den Striegel beiseite und sagte zu Lily: „Wir lassen es für heute gut sein, morgen sehen die eh wieder genau gleich aus. Ausserdem reicht es sonst nicht mehr um mit dem Zebra zu arbeiten.“ Lily liess sich das nicht zweimal sagen und sprang sofort auf. „Ich geh schon mal voraus, räum du das Putzzeug weg!“ „Danke“, stiess ich empört aus, aber sie war bereits auf dem Weg, gefolgt von Sheela und Jacky. Zira blieb diesmal mir treu. „Du bist wohl immer da, wo die anderen zwei gerade fehlen, hmm?“, murmelte ich belustigt.

      Die Arbeit mit Thairu war heute unspektakulär, denn wir machten nur einen Spaziergang mit ihr. „Siehst du, wie grumpy sie ist? Da willst du dich im Moment nicht draufsetzen, glaub mir“, erklärte ich der enttäuschten Lily während dem Laufen. Ich betrachtete das Zebra, während es neben mir her schlurfte. Bist du krank, oder was ist los? Etwas Sorgen bereitete sie mir schon, andererseits waren keine Krankheitssymptome sichtbar. Vermutlich hat sie einfach einen schlechten Tag, überlegte ich schulterzuckend. Wir waren in zügigem Tempo unterwegs, denn ich musste gleich im Anschluss nochmals zwei Jährlinge abholen gehen. Das Besondere dabei war, dass beide Abkömmlinge meines geliebten Stromers waren. Bisher hatte ich tatsächlich keinen seiner Nachkommen selbst behalten, denn wer hätte gedacht, dass ich ihn schon nach so kurzer Zeit verlieren würde? Nun sah alles anders aus, und ich freute mich darauf, die beiden Jungpferde auszubilden. Ob sie ihrem Vater ähnlich sein werden? Ich hoffte es sehr. Es handelte sich um eine Stute und einen Hengst, die gegensätzlicher nicht hätten sein können.Blossom Magic, die eher schreckhaft und abweisend war, wohingegen Snap in Style vorwitzig und verspielt schien. Die beiden waren übrigens bisher die einzigen Vertreter für den Jahrgang 2015 auf Pineforest Stable, doch ein weiterer Zuwachs war bereits geplant, nämlich ein Jährling von Caprice, den ich auf einer auswärtigen Fohlenweide platziert hatte. Ein Kumpel von mir besass nämlich zwei Vollblutfohlen, für die er einen weiteren Spielpartner gesucht hatte.

      Später arbeitete ich mit Estragon Sky aka Artemis in der Halle. Der weisse Achal Tekkiner taute langsam etwas auf, wenn ich mich mit ihm beschäftigte. Am Anfang war er total unzugänglich gewesen, doch mittlerweile genoss er Streicheleinheiten und arbeitete deutlich williger mit. Trotzdem gab es auch heute wieder etwas Ärger, sobald wir am Fenster der Reiterstube vorbeikamen, denn dahinter versteckten sich die schrecklichsten Monster. Ich versteifte mich nicht zu sehr auf seine Mätzchen und lockerte ihn stattdessen mit vielen Übergängen. Als ich fertig war, und den Hengst wieder zum Nordstall führte, entdeckte ich Jonas vor Halluzinations Box. Er hatte die Stute offenbar kurz zuvor geritten und kümmerte sich nun noch etwas um sie. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich blieb stehen und dachte nach, dann öffnete ich verlegen den Mund. „Hast du Lust, nachher mit Diarado und mir rauszukommen? Du musst Circus Dancer eh noch bewegen.“ „Als ob ich nein sagen könnte…“, murmelte er lächelnd und nickte. Ich erwiderte das Lächelnd erleichtert und versorgte Artemis. Wir holten Diarado und Dancer gleichzeitig raus und begannen sie zu putzen. „Sollte nicht eigentlich ich den Rappen reiten? Ich meine, ich bin doch hier der Bösewicht, der dich in Verlegenheit bringt“, scherzte Jonas nach einer Weile des peinlichen Schweigens. Ich konterte: „Ich dachte, du wolltest der Prinz auf dem weissen Pferd sein?“ Er grinste breit. Überhaupt schien er ziemlich fröhlich und lebhaft. Das steigerte mein schlechtes Gewissen, denn ich dachte wieder daran, dass jetzt so lange hatte zappeln lassen. Andererseits hast du doch auch Jahre lang mit mir gespielt, ist das nicht mehr als fair? Ich entwirrte Diarados Schweif und kratzte seine Hufe aus, dann war er bereit zum Satteln. Ich holte wie immer seinen Springsattel, denn ich ritt am allerliebsten damit. Dressursättel waren nicht so meins. Als wir beide fertig waren, ritten wir vom Hof weg in Richtung Galoppwiese. Wir redeten viel unterwegs; so viel wie schon lange nicht mehr. Die Themen waren für mich zweitrangig, mir tat es vor allem gut, seine Stimme zu hören und von Zeit zu Zeit einen Blick auf diese wunderschönen Augen zu erhaschen. Es wurde schon dunkel, und so langsam kroch der Nebel wieder vom Fluss her über die Landschaft. Wir galoppierten auf Jonas‘ Lieblingsstrecke am Waldrand und bogen dann Richtung Fluss ab. Ein Stück des Weges führte durch den Pinienwald, dessen Boden zwischen den rauen Stämmen nur spärlich bewachsen war. Hier gab es kaum Blätter, nur eine dicke Schicht von Piniennadeln, die das ganze Jahr über den Waldboden bedeckte. Jonas und ich alberten ein wenig herum, sodass ich am Ende im Damensitz auf Diarados Sattel sass, während Jonas wie ein Cowboy einhändig auf Dancer um uns herum trabte. „So Schluss jetzt, du machst Dancer ganz hibbelig!“, rief ich lachend. „Very well milady, then follow me to the old castle”, erwiderte er geheimnisvoll. Wir ritten Seite an Seite zur berüchtigten, kreisrunden Lichtung im Pinienwald mit dem Steinhaufen in der Mitte. „Weisst du, was mich an der Legende immer schon gestört hat? Der Pinienwald steht erst seit siebzehnhundertirgendwas hier, und gehörte damals einem reichen Lord. Ich bezweifle, dass sich Banditen hier einnisten konnten.“ Jonas stieg ab und verknotete Dancers Zügel, damit sie nicht über den Hals rutschen konnten. Währenddessen antwortete er auf meine Bemerkung: „Vielleicht wollte auch einfach jemand etwas Besonderes aus dieser Lichtung machen, um jemand anderen zu beeindrucken. Oftmals ist es romantischer, wenn geheimnisvolle Plätze wie dieser eine interessante Geschichte haben.“ „Da könntest du recht haben“, meinte ich, und liess mich ebenfalls von Diarados Rücken gleiten. Wir setzten uns ins kühle Gras, wobei ich förmlich spürte, wie mein Po dreckig wurde, weil der Boden unter dem Gras feucht war. „Du kannst auch auf meinen Schoss sitzen, wenn dir das lieber ist.“ Crap, bin ich so durchschaubar? Ich zögerte einen Moment, dann folgte ich seiner Einladung tatsächlich. Zum Glück war es dunkel, denn meine Ohren fühlten sich heiss an und ich war mir sicher, dass sie rot angelaufen sein mussten. Wir sassen eine Weile schweigend da und sahen den Pferden beim Grasen zu. Der Mond schien sehr hell, sodass man beinahe die Grashalme zählen konnte. Die Schatten der Pferde waren ebenfalls deutlich zu erkennen. Irgendwann bemerkte Jonas: „Und was war der wahre Grund, dass du mich hier raus entführt hast?“ „Ich schulde dir noch eine Antwort, nicht?“, meinte ich zögernd. Er umarmte mich zärtlich und flüsterte mir ins Ohr. „Dann erlöst du mich endlich?“ Ich spürte meinen Herzschlag laut und deutlich, sodass ich mich beinahe fragte, ob er ihn nicht auch hören konnte. Dann überkam mich ein seltsames Gefühl, wie eine Stimme, die mich dazu aufrief, alle scheu abzulegen und für einmal die hartnäckige Vernunft in mir auszuschalten. Als Resultat drehte ich den Kopf und küsste ihn rasch. Er sah mich überrascht, dann mit einem breiten Lächeln an und bevor ich etwas anderes tun konnte, erwiderte er meine Geste mit einem weiteren, leidenschaftlicheren Kuss. „Tut mir leid, ich schätze, ich bin etwas ausser Übung…“, murmelte ich, als meine Lippen wieder frei waren. „Dann wird es Zeit, diese Übung wieder aufzunehmen.“ Ich genoss jede Sekunde mit ihm. Aber ganz konnte ich meine Vernunft dann doch nicht ausschalten. „Es wird spät, wir sollten zurückgehen, bevor jemand uns vermisst.“ Er setzte einen Hundeblick auf, doch ich strich ihm mit der Hand übers Gesicht und begab mich zu Diarado. Wir ritten zurück zum Hof. Es war mittlerweile fast acht Uhr, aber offenbar hatte sich niemand Sorgen um uns gemacht. Wir versorgten die beiden Hengste und ich gab Diarado zur Belohnung ein paar Karotten. Der Hengst hatte schön warm mit seiner Fleecedecke, die er trug, damit er nicht zu viel Winterfell produzierte. Jonas schlich sich zu mir und legte sein Kinn auf meine Schulter. „Na gut, von mir aus“, lachte ich, denn ich hatte seine Gedanken durchschaut, bevor er etwas sagen konnte. Er grinste zufrieden und folgte mir nach dem Stallrundgang ins Haus. Als wir reinkamen, sah uns Lily vorwurfsvoll vom Sofa aus entgegen, meinte dann aber „wurde auch Zeit“ und „es läuft Harry Potter im Fernsehen“. So landeten wir am Ende wie eine Familie auf dem Sofa und sahen fern.Was für eine Patchwork-Familie, dachte ich schmunzelnd, und lehnte mich liebevoll an Jonas‘ Schulter.

      30. November 2016 | Galopptraining E-A | von Occulta
      [​IMG] E-A

      Es war nun vier Wochen her, seit die Nachwuchsvollblüter vorsichtig angeritten worden waren. Sie kannten kaum mehr als das alle drei Gangarten unter dem Reiter, wobei gerade das Galoppieren den meisten die grössten Schwierigkeiten bereitete – jedenfalls in der Halle, wo sie immer wieder Kurven machen mussten. Heute wurden sie von den Kurven erlöst, jedenfalls von den engen. Denn heute durften Merino, Simba Twist, Miss Moneypenny, Riven in a Dream, Primo Victoria und der Neuling Cryptic Spots zum allerersten Mal auf die Rennbahn. „So eine ausgewogene Gruppe hatten wir schon lange nicht mehr“, scherzte Jonas. „Drei Hengste, drei Stuten und alle auf exakt demselben Niveau.“ Ich stimmte ihm fröhlich zu und schob Pennys Box auf. Die Schimmelstute begrüsste mich mit ihrer weichen rosa Schnauze und versuchte, am Reissverschluss meiner Jacke zu zupfen. Ich schob sie sanft beiseite und streifte ihr das violette Halfter über, dann führte ich sie durch die Stallgasse zu den Anbindestellen. Jonas half mir beim Anbinden, doch anschliessend verschwand er nach draussen, um im Nordstall die Trackponys Calico und Dod bereit zu machen. Neben Penny und mich gesellten sich Quinn mit Primo und Parker mit Riven. Wir legten mit dem Putzen der drei los und plauderten dabei über die Sieger der letzten Rennen. Ich konnte mir ein Gähnen nicht verkneifen, denn es war erst halb sechs Uhr und draussen noch stockfinster. Wir beeilten uns mit dem Putzen, denn wir wollten die Geduld der Youngsters nicht schon jetzt strapazieren. Ausserdem hatten wir einen strengen Zeitplan für heute, denn nach dem Mittag standen eine Fohlenschau, ein Halterwettbewerb und ein Springturnier an. Deshalb fand das Training heute auch wieder so früh am Morgen statt, obwohl es im Winter normalerweise keine Rolle spielte. Auch Primo war noch müde: die Stute gähnte herzhaft, während Quinn ihre Schulter massierte. Ich bürstete rasch noch Pennys Schweif, dann war sie bereit zum Satteln. Ich holte den etwas schwereren Trainingssattel und die sonstige Ausrüstung aus der Kammer. Zuerst legte ich ein polsterndes Pad auf, dann die eigentliche Satteldecke und schliesslich den Sattel. Das ganze fixierte ich mit dem Lammfell-Gurt, damit auch bestimmt nichts zwickte. Penny trampelte ungeduldig herum und ich hatte meine liebe Mühe, ihr die Bandagen anständig anzuziehen. Auf die wollte ich aber im Moment noch nicht verzichten, denn bei jungen, unbalancierten Pferden war die Gefahr zu gross, dass sie sich im Renngalopp verschätzten und sich selbst in die vorderen Sehnen traten. Beinverletzungen wollte man im Rennsport um jeden Preis vermeiden. Wir führten die fertig gesattelten Jungstuten nach draussen, wo die gleichaltrigen Jungs bereits warteten. Ajith und Oliver halfen den Jockeys und mir beim Aufsteigen. Danach ritten wir alle hintereinander zur Bahn. Die Trackponys, Calico und Dod, stiessen beim Nordstall zu uns. Merino tänzelte bereits aufgeregt, weil er offenbar dachte, wir gingen wieder ins Gelände. Aber wir bogen stattdessen auf den Galoppweg und trabten uns dort warm. Darren und Dod bildeten die Spitze, Jonas und Calico das Schlusslicht. Dazwischen trabten die jungen Pferde fleissig hintereinander und orientierten sich stark an der Gruppe. Das war in diesem Alter auch noch vollkommen erwünscht. Riven fand die über uns dunkel in die Höhe ragenden Tannen etwas gruselig, denn sie lief mit verklemmtem Schweif vor mir und Penny. Merino und Cryptic gerieten jetzt schon aneinander, denn der freche Merino versuchte immer wieder, nahe genug an das gepunktete Hinterteil seines Vordermanns zu kommen, um hineinzukneifen. Cryptic schlug als Antwort missmutig mit dem Schweif und bedeutete dem Frechdachs auf Abstand zu bleiben. Simba arbeitete heute sehr still mit. Er schien sich nicht besonders für die anderen Pferde um ihn herum zu interessieren, und da Merino zu weit von ihm weg war, konzentrierte er sich vollkommen auf April, die ihn ritt. Er trat sogar etwas ans Gebiss, wenn auch nicht konstant, da ihm dazu schlichtweg noch die Muskeln und die Balance fehlten. Zufrieden drehte ich den Kopf wieder nach vorne um mich auf mein eigenes Reittier zu konzentrieren. Ich spielte etwas mit den Zügeln und lud Penny ein, ebenfalls den Kopf etwas runter zu nehmen. Sobald sie im Genick nachgab, lobte ich sie durch rasches Überstreichen. So beschäftigte ich sie immer wieder etwas, während wir eine ganze Runde trabten. Danach ritten wir im Schritt zur Bahn. Heute waren die absoluten Basics gefragt: Betreten der Startbox, ein/zwei erste Starts und zuletzt ein erstes, kurzes Galopptraining. Ajith und Oliver warteten bereits auf uns. Wir ritten vor der Startmaschine eine Volte. Ajith und Oliver pickten einen nach dem anderen heraus und führten uns zügig auf die Boxen zu. Je rascher und entschlossener das ganze von statten ging, desto weniger zögerten auch die Pferde. Sie standen quasi drinnen, bevor sie richtig darüber nachdenken konnten. So erging es auch Penny und mir. Hinter uns schloss Ajith die Klappen, gerade rechtzeitig, bevor Penny den Rückwärtsgang einzulegen versuchte. Ajith drückte dagegen und ich trieb sie wieder vor, dann versuchte ich sie dort zu halten, bis alle drin waren. Sobald die letzte Klappe zuging, lief Oliver zum Auslöser und liess die Startmaschine aufschnappen. Natürlich wussten die jungen Vollblüter noch nicht, was sie zu tun hatten, also trieben wir sie energisch an und gaben ihnen die Zügel frei, um ihnen das Vorwärtsgehen schmackhaft zu machen. Die Reaktionsgeschwindigkeit war auch nach dem dritten Versuch noch bescheiden, aber immerhin kamen die meisten jetzt schon ein paar Sekunden nach dem Öffnen im Trab oder sogar Galopp, in Merino und Cryptics Fall, davon. Nach dem dritten Start trieben wir alle Pferde direkt weiter in den Galopp. Wir blieben dicht beieinander und strebten ein einheitliches Grundtempo an, auch um den Gehorsam zu schulen. Auf den letzten 200 Metern trieben wir sie nochmal etwas an, sodass wir diese in 15 Sekunden schafften. Dies würden wir nun die nächsten fünf Wochen lang widerholen und perfektionieren, bevor der nächste Schritt angegangen werden konnte. Die Trackponys kamen uns entgegen und begleiteten uns im Trab von der Bahn zurück zum Stall. Die jungen Pferde hatten bereits nach diesem bescheidenen Traning stark geschwitzt und saugten Luft durch die weit geöffneten Nüstern ein, was aufgrund der schlechten Kondition ganz normal war. Dies galt es in nächster Zeit deutlich zu verbessern. Doch jetzt war erstmal Feierabend für die Jungspunde. Für uns Pfleger hingegen hatte der Tag erst begonnen.
    • Occulta
      03. Dezember 2016
      Wer ist es...?
      Riven in a Dream
      Gine | Es herrschte so viel Ruhe wie schon lange nicht mehr auf dem Gestüt. Hunter war nicht da. Isaac, Mr. & Mrs. Crowley und ich hatten also die Möglichkeit die Arbeiten selbst einzuteilen. Isaac kümmerte sich um die generelle Pflege der Pferde (Füttern, Misten) und ich begann währenddessen schon mit der Bewegungsarbeit. Später würde er es mir gleichtun. Mr. Und Mrs. Crowley hielten den Hof sauber und bespaßten die wenigen Gäste, die immer mal eintrudelten. Übernachtsungsgäste hatten wir nicht. Aber Ruby und ihre Freunde stifteten gerne einmal Unruhe. Aber heute würden sie keine Probleme machen. Alle auf dem Hof froren sich die Finger ab und waren froh, wenn sie ihre Arbeit getan hatten und sich einmal Mittags zum Essen und später Abends ins Haus begeben konnten um sich aufzuwärmen. Pinkelpausen die üblicherweise nur fünf Minuten dauerten, dauerten derzeit auch gerne etwas länger, weil man sich im Haus irgendwo festgequatscht hat oder vom knisternden Kaminfeuer magisch angezogen wurde.
      Eine Woche ohne Hunter. Sobald er seinen Hof verlässt verfällt dieser in eine Schockstarre. Man konnte noch so viel arbeiten, man hat immer noch das Gefühl die Zeit steht still. Bis Hunter wieder da ist jedenfalls.
      „Wer kommt denn da?“ Isaac riss mich aus meinen Gedanken und deutete verwirrt auf die Auffahrt, wo gerade ein Wagen mit Hänger hochfuhr. „Keine Ahnung, wo sind denn die Crowleys?“ suchend sah ich mich um. Keine Crowleys in Sicht. Neugierig näherten wir uns dem Wagen und warteten darauf, dass die Frau ausstieg. „Hi, ich bin hier im Auftrag von Occulta Smith.“ Ein wenig misstrauisch reichte ich ihr die Hand und wir stellten einander vor. Es stellte sich heraus, dass sie hier war um ein Pferd abzuliefern. „Ich weiß nichts Genaueres, da müssen sie mit Mrs. Smith persönlich sprechen.“ schulterzuckend stieg sie wieder in den Wagen, nachdem sie uns das Pferd überreicht hatte. Perplex standen wir da. Mr. und Mrs. Crowley hatten sich zu uns gesellt und waren genauso verwirrt wie Isaac und ich. Keiner wusste was das sollte und hätten wir keine Box frei gehabt, hätten wir die junge Frau postwendend zurück geschickt. Samt Pferd. „Hat er...“ Isaac warf einen Blick zwischen die Hinterbeine des Pferdes. „Hat sie denn alle Papiere dabei? Steht da vielleicht etwas drin, was wir wissen sollten?“ - „Was fragst du mich? Ich gucke nicht in hunter's Unterlagen.“ entgegente ich ihm empört. „Gib mal her.“ Mr. Crowley nahm mir die Papiere aus der Hand und blätterte sie flüchtig durch. „Sie heißt Riven in a Dream und ist eine zweijährige Vollblutstute. Keine nennenswerte Abstammung, keine Erfolge soweit ich das sehe. Ich leg sie mal auf Hunters Schreibtisch.“ Er verschwand und seine Frau folgte immer noch sichtlich unsicher was da gerade vor sich ging.
      Isaac strich der Stute grinsend über den Hals. „Hübsch ist sie ja.“ meinte er. „Sollten wir Hunter anrufen?“ - „Hat sein Handy aus, wäre jedenfalls nicht authentisch, wenn er es an hätte.“ murmelte ich in Gedanken versunken. „Was machen wir denn jetzt?“ fast schon hysterisch wandte ich mich an Isaac. Ihn schien das alles gar nicht aus der Fassung zu bringen. Als wäre es selbstverständlich nahm er den Strick auf und führte die Stute Richtung Stall. „Heey!“ rief ich ihm hinterher. „Antwortest du vllt. Erstmal?!“ empört lief ich los um wieder mit ihm aufzuschließen. „Na ich bring sie in eine freie Box, wo soll sie sonst hin? Wir haben noch andere Pferde zu versorgen und sie hier wird für den Tag heute bedient sein so wie sie aussieht. Guck mal der fallen ja schon die Augen zu, wenn man nicht hinsieht!“ Keine zehn Minuten später stand Riven in a Dream in einer frisch eingestreuten Box mit ein bisschen Heu und zwei Äpfeln zum knabbern.
      Den Rest des Tages zermürbte ich mir den Kopf mit der Frage wieso Hunter uns nichts von diesem Pferd erzählt hatte. Erst als ich Abends den Hof verließ um Heim zu fahren ließ ich den Gedanken fallen. Solange Hunter nicht erreichbar war, würde ich es sowieso nicht erfahren.
      3 Dez. 2016 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      23. Januar 2017
      [​IMG]
      Einreiten & Einfahren
      10.038 Zeichen von Canyon

      Es war nicht schwer zu erkennen, dass Tauriel und Leithare Petyr fehlten. Die beiden Gelderländerstuten waren einige Monate bei uns gewesen und nicht nur ihm, auch mir sehr ans Herz gewachsen. Jedoch hatten ihre Plätze bereits zwei andere Pferde eingenommen und ich wusste, dass es auch bei diesen beiden passieren würde.
      Die Stute von den beiden war eine ziemlich junge Vollblutstute aus einer ziemlich bekannten Zucht. Die ersten Tage hatten wir ihr viel Zeit zum Eingewöhnen gegeben, da jedoch bei ihr ziemlich viel auf dem Plan stand, musste auch hier die Arbeit irgendwann beginnen.
      Riven hatte bereits Erfahrung was die Galoppbahn anging, da jedoch Hunter sie auch unter dem Englischsattel sehen wollte, würde sie als erstes auch darauf vorbereitet werden. Schon des Längeren hatte ich selbst kein Pferd mehr eingeritten, weswegen ich gespannt war, wie es werden würde.
      Ich wollte mir Zeit lassen, hatte jedoch auch den Trainingsplan im Hinterkopf, welchen ich möglichst einhalten wollte. Ich ließ der Stute genügend Zeit sich an mich zu gewöhnen und holte sie die ersten Tage meist nur von der Weide, um sie gründlich zu putzen und mit ihr in der Halle am Halfter oder Kappzaum vom Boden aus wichtige Bahnfiguren zu gehen. Auch mit den Stimmkommandos begann ich von Anfang an, in der Hoffnung, dass sie diese dann später schneller beherrschen würde. Das Schrecktraining hatte in der Ausbildung bei uns einen ziemlich großen Stellenwert, weswegen ich mir Tag für Tag neue Dinge einfallen ließ, um Riven, welche manchmal etwas schreckhaft und zurückhaltend sein konnte, auf die Probe zu stellen. Ich zog ihr knisternde Planen über den Rücken, öffnete Regenschirme genau vor ihr und band mir laute Glocken an die Füße. Je öfter ich mit solchen Dingen ankam, desto abgehärteter wurde sie. Ein Problem war es am Anfang jedoch, wenn jemand anderes unerwartet mit lauten Gegenständen die Halle oder den Platz betrat. Meist war Petyr da mein Freund und Helfer, denn auch er war Trainer und hatte somit Erfahrung mit jungen und schreckhaften Pferden.
      Nachdem sich Riven an mich und ich an Riven gewöhnt hatten, tauschte ich das einfache Halfter und den Führstrick gegen einen Kappzaum und eine Longe. Auch damit begann ich erstmal mit Riven die Halle zu erkunden und vor allem die ersten Bahnfiguren zu erlernen. Als sie sich a die neue Ausrüstung gewöhnt hatte, verbrachte ich die Vormittage damit, ihr mithilfe meiner Körpersprache die wichigsten Dinge beim Longieren beizubringen. Wir fingen damit an, dass sie weiter oder weniger weit von mir gehen sollte, oder, dass sie ihren Schritt verschnellern oder verlangsamen sollte. Wenig später kamen dann noch der Richtungswechsel, sowie die beiden weiteren Gangarten, also der Trab und der Galopp. Im Galopp merkte ich, dass ihre Körperspannung bereits viel ausgeprägter war, was natürlich dem intensiven Galopptraining in ihrere Vergangenheit zuzuschreiben war.
      An den Nachmittagen, wenn endlich die Sonne den Weg hinter den Bergen am Tyrifjord gefunden hatte, ging ich mit ihr hinaus ins Gelände. Dies war wichtig, da sie natürlich auch bei Ausritten oder beim Geländetraining reitbar sein sollte. Außerdem war das Gelände der perfekte Ort, um das Schrecktraining mit ihr noch zu perfektionieren.
      Als ich das Gefühl hatte, dass sie endlich für den nächsten Schritt bereit war, versuchte ich sie an die verschiedenen Gebisse zu gewöhnen und nutzte bereits, als Vorschritt zum Sattel, einen Longiergurt, wenn ich mit ihr arbeitete. Die Ausbinder ließ ich jedoch erstmal sein, da sie diese meiner Meinung nach noch nicht unbedingt benötigte.
      Nun musste sie im Gelände, sowie auf dem Platz Trense und Gurt ertragen und als der Sattler ihren Sattel für sie angepasst hatte, kam auch dieser dazu. Zum Glück hatte sie mit einem Sattel bereits Erfahrung und es dauerte nicht lange, bis dieser auch für sie normal geworden war.
      Auch das Longieren erweiterte ich nun und nutzte die warme Mittagszeit, um die Halle oder den Roundpen gegen das Gelände auszutauschen. Der unebene Boden half dabei, ihr Gleichgewicht zu schulen und außerdem brachte es sie endlich dazu, ihre Hufe mehr zu heben. Bereits nach wenigen Tagen merkte ich deutliche Unterschiede und vom Schlurfen war kaum noch etwas zu sehen.
      Der wichtigste Schritt war natürlich der Reiter im Sattel und genau hier benötigte ich Petyr dringend. Vormittags wurde immer noch longiert, nachmittags war aber nun das Satteltraining an der Reihe. Da Riven sich in den letzten Wochen sehr an mich gewöhnt hatte, wollte ich ihr die Sicherheit, die ich ihr vom Boden aus gab, nicht nehmen und befahl Petyr sich auf sie zu setzen. Es war ihr sichtlich unangenehm, wenn jemand an ihrer Seite etwas tat, was sie jedoch nicht sehen konnte. Mithilfe von einigen Ablenkungstricks, Möhren waren ihr da besonders recht, zog ich jedoch ihre Aufmerksamkeit auf mich. Und irgendwann schien das Problem an ihrer Seite ihr gar nicht mehr so wichtig zu sein.
      Die ersten Male setzte Petyr nur einen Fuß in den Steigbügel. Je öfter dies jedoch ohne Probleme klappte, je länger wurden die Episoden, welche Petyr sein Gewicht auf den Rücken verlagerte. Als Petyr nach einigen Tagen sich zumutete ein Bein über ihren Rücken zu schwingen, wurde es Riven doch zu viel und mit einem kräftigen Sprung zur Seite verfrachtete sie den etwas verdutzt dreinblickenden Petyr in den Sand. Ich musste mir ein Lachen verkneifen, grinste Petyr jedoch etwas schadenfroh an. Nach diesem Flugmanöver ging das Training jedoch stetig bergauf und nur ein paar Trainingseinheiten später saß Petyr im Sattel der Stute und solange ich vom Boden aus an Rivens Seite blieb, war dies auch kein Problem. Mit Petyr auf dem Rücken wiederholten wir nun unsere Bahnfiguren, jedoch arbeitete Petyr vom Rücken aus intensiv mit und so versuchten wir zu zweit der Stute das Geheimnis der Schenkelhilfen näher zu bringen.
      Das Sidepull blieb fürs Erste unsere Trense und soweit ich das sah, waren Petyr und auch Riven sehr zufrieden damit. Nachdem Riven Petyr endlich ihr Vertrauen geschenkt hatte, verlagerte ich das Training wieder an die Longe und nur wenig später schafften wir es, dass Petyr auch ohne meine Hilfe die Stute frei in der Halle bewegen konnte. Auch die anderen Gangarten gingen schneller als gedacht und auch wenn das antraben meist noch etwas huckelig aussah, konnte Petyr sie ohne Probleme bald in allen drei Gangarten reiten.
      Jedoch wollten wir auch das Geländetraining nicht vernachlässigen und gingen einmal am Tag zu einem Ausritt hinaus ins Gelände. Zu Anfangs blieb ich am Boden, um von dort bei Problemen besser und schneller eingreifen zu können. Als dies mir jedoch zu anstrengend wurde und ich dass Gefühl hatte, dass ich Riven nun auch im Gelände vertrauen konnte, nahm ich mir meist ein gut ausgebildetes Reitpferd zur Hand und begleitete die beiden.
      Jedoch wollte ich ja nicht, dass nur Petyr auf der hübschen Stute Platz nehmen durfte und so setzte ich mich, ganz am Ende des Training, selbst natürlich auch auf ihren Rücken und erfuhr selbst, dass diese eine unglaublich leicht und zart zu reitenden Stute war, in welcher viel Potenzial für mehr schlummerte.
      Petyr und ich waren jedoch auch dafür bekannt, dass wir unsere Pferde ziemlich vielseitig ausbildeten und so war es kein Wunder, dass ich nach dem geglückten Einreiten, sie auch noch einfahren lassen wollte.
      Auch hier begann ich damit, Riven vom Boden aus und vor allem mit der Hilfe der Doppellonge das Laufen vor der Kutsche beizubringen. Vormittags ging es nun also in die Halle, wo ich ihr die Kommandos beibrachte, welche ein Kutschpferd definitiv wissen sollte. Langsam arbeitete ich sie daran heran, wie es sich anfühlte, vor der Kutsche zu stehen, vernachlässigte jedoch auch nicht die weitere Ausbildung zum Reitpferd. Am Nachmittag schwang ich mich deshalb regelmäßig in den Sattel, während ich an den Vormittagen der Kutscher war.
      Mithilfe von Baumstämmen oder anderen schweren Gegenständen, welche ich sie durch die Halle ziehen ließ, begann ich Schritt für Schritt sie als Kutschpferd auszubilden. Zum Glück hatte sie mir endlich ihr Vertrauen geschenkt und hatte mittlerweile auch kein Problem mehr damit, wenn ich mich nur hinter ihr aufhielt.
      Als Baumstämme für sich nicht mehr schlimm waren, spannte ich sie das erste Mal vor einen Einspänner, setzte mich jedoch noch nicht drauf, sondern dirigierte das Ganze vom Boden aus. Riven musste verstehen lernen, dass das gerät hinter ihr einiges an Platz brauchte und, dass sie vor allem Ecken und Bögen mit viel mehr Geschick laufen musste. Erst als dies klappte, setzte ich mich das erste Mal auf den Bock und versuchte mein Glück. Fürs erste Mal klappte es erstaunlich gut und je öfter wir dies wiederholten, desto besser klappte es auch. Stimmkommandos und Hütchen waren für sie schon längst kein Problem mehr, sodass ich den letzten und finalen Schritt ihrer Ausbildung kommen sah.
      Dafür suchte ich mir jedoch ein gut ausgebildetes Fahrpferd und landete beim alten Abs. Auch er war recht groß und hatte auch ein paar Vollblutgene ich sich, jedoch hatte er mit jungen Pferden als Therapiepferd reichlich Erfahrung, sodass er der perfekte Begleiter für die junge Riven war.
      Beide Pferde spannte ich also an einem klaren und sonnigen Samstagmorgen vor unseren Zweispänner und wagte einen Versuch für eine Kutschfahrt hinaus ins Gelände. Riven merkte man die Anspannung, aber auch die Vorfreude an, während Abs völlig gelassen und ruhig auf Befehle wartete. Ich war sehr erstaunt, wie schnell die junge Riven sich dem Tempo von Abs angepasst hatte und ihre Füße snychron zu den seinen auf den gefrorenen Waldboden absetzte. Ich versuchte gefährlichere Straßen zu vermeiden und kutschierte die beiden vor allem über die Landstraßen. Bereits die erste Fahrt wurde ein voller Erfolg, sodass ich dies auch dabei sein ließ und der müden Riven ein paar freie Tage auf den weiten Wiesen der Tyrifjord Ranch gönnte.
      Sie hatte den entscheidenden Part in ihrer Ausbildung geschafft und ich freute mich darauf, wie das weitere Training mit ihr aussehen würde.
      23 Jan. 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      26. Januar 2017 | 8861 Zeichen von sadasha
      Pflege für die Drum Horse und Vollblutzucht, sowie Come Back Cupcake, Arcany + Emrys

      Hunter | Aus irgendeinem Grund war Gine eifersüchtig auf Kerry. Das wusste ich nun. Kerry kam deshalb nur noch selten auf den Hof und Gine sprach kein Wort mehr mit mir, bzw. nur das Nötigste. Das hatten wir schon mal. In der Anfangszeit. Gine müsste mittlerweile wissen, das ich kein Interesse an ihr hatte. Isaac stand zwischen den Stühlen und machte stets einen auf diplomatisch: „Ich verstehe euch ja beide...“ Genervt ging ich meiner Arbeit nach. Dieses Jahr standen wieder einige Termine für meine Stuten an. Der Deckplan war eng gestrickt und je früher ich da Struktur reinbrachte umso besser. Neben den Deckterminen musste ich außerdem meine Jungpferde weiter bringen. Die Fohlen waren jetzt groß genug um langsam an Trense und Sattel gewöhnt zu werden, auch mit leichter Bodenarbeit konnte man anfangen. Allen voran lag PFS' Savory Blossom. Die Spotted Timeout Tochter war schon weiter als die anderen drei Jungpferde. Sie war allerdings auch die älteste. Die jüngste war CHH' Classic Spring. Doch sie holt gut auf und passt sich den nächst älteren Genossen an. Raving Hope Slayer und Bearing Spots waren in der Hinsicht sehr sozial und engagierten sich.
      Neu dazu gekommen, während meiner Abwesenheit sind Riven in a Dream und LMR Lady Luna. Die beiden bunten Vollblutstuten sorgten hier auf dem Hof bei ihrer Ankunft für Aufsehen. Niemand wusste davon und da ich nicht anwesend war und auch kein Mobiltelefon nutzen konnte, blickten meine Angestellten ins Blaue. Natürlich kümmerten sie sich sorgfältig darum die Stuten zu versorgen. Sobald ich wieder zu Hause war schickte ich Riven gleich wieder weg. Sie bekam eine privilegierte Ausbildung. In Norwegen wird sie nun auf ihre Zukunft vorbereitet. LMR Lady Luna wollte ich selber weiter fördern. Neben diesen Planungen schaffte ich es außerdem noch Moulan auf eine Zuchtshow zu bringen und vorzustellen. Hier warteten wir noch auf die Ergebnisse, Scarlet in Birth war auch bald soweit. Wenn ich so daran denke macht es mich sehr stolz zu sehen wie weit ich mit meiner Vollblutzucht schon gekommen war. Mit Slap Happy, Bearing Totem's Denali, Blütenzauber, CHH' Lamperd und Mr. Raw Depression hatte ich einen großartigen Start hingelegt. Mit der Unterstützung von Freunden und anderen lokalen Züchtern schaffte ich es weitere Anwärter zu gewinnen. Dank Isaac, Gine und meinen Eltern setzte sich außerdem der Gedanke in die Realität um eine Kaltblutrasse auf den Hof zu holen. Durch die Drum Horses hatten wir nicht nur eine sondern gleich drei mögliche Kaltblutrassen, nach denen wir Ausschau halten konnten. Iseabail, Lady Lyneth Bowen, Felan, Mephisto und Vikar hatten wir nun schon. Erstmal sollte es bei diesen fünf bleiben. Sämtliche Pferde aus dem Verkaufsstall hatten uns derweil verlassen. Die Konzentration lag also voll bei den eigenen Pferden. Um die Hand voll Einstaller kümmerten sich die jeweiligen Besitzer. „Hunger?!“ Meine Mutter hielt mir einen Teller Essen unter die Nase und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Ja, danke.“ sagte ich immer noch etwas verträumt und probierte von dem Essen. Meine Mutter verschwand sofort wieder. „Du solltest mal wieder mit uns essen.“ sagte sie noch, als sie den Raum verließ und schloss dann die Tür.

      Gine | Wie immer tat Hunter ganz so, als wäre er vollkommen unschuldig. Anstatt mal mit mir zu reden. Nein, der Herr bleibt stumm, wie immer. Was erwarte ich eigentlich? Und Isaac war noch schlimmer. Der schlug sich immer mehr auf Hunters Seite, dabei müsste er mich doch am besten verstehen... Wenigstens konnte ich mich mit der Arbeit ablenken. Hunter tat es mir gleich. Und dass Kerry nicht mehr so oft hier war kam mir auch zu Gute. Sie stand sowieso immer nur im Weg, wenn man die Pferde bewegen wollte. „Ich hab einen Tipp für dich.“ meinte Isaac plötzlich, der ebenfalls in der Reithalle war, als ich Arcany longierte. Emrys lief freudig nebenher. „Ach ja?“ meinte ich säuerlich. „Dann schieß mal los.“ Er schmunzelte. Wieso war er immer gut gelaunt? „Wieso sprichst DU ihn nicht an?“ fragte er immer noch grinsend. „Weil ICH nicht das Problem bin.“ erwiderte ich. Er lachte. „Glaubst du er versteht das, ohne dass du es ihm sagst?“ Nachdenklich vergaß ich fast mich mitzudrehen, während Arcany um mich herumlief. „Mhmmm...“ Isaac hatte recht, aber das wollte ich keinesfalls zugeben. Aber wenn ich Hunter anspreche, bin ich eh nur die wieder Doofe. Also beließ ich es dabei. Da würde ich eher mit Kerry sprechen... Kopfschüttelnd verwarf ich den letzten Gedankengang und konzentrierte mich wieder auf die Fuchsstute und deren Fohlen am anderen Ende der Longe. „Ehrlich, Gine. Reif ist das von keinem von euch. Sei doch mal die Erwachsenere von euch beiden.“ beendete Isaac das Gespräch, während er mit seiner Come Back Cupcake die Halle verließ. Ihn stumm nachäffend holte ich Arcany zu mir um sie noch ein paar Minuten freilaufen zu lassen, bevor ich die Longenstunde beendete.
      Wieder im Stall traf ich auf Hunter. „Hi.“ meinte ich knapp und schlängelte mich an ihm vorbei, da er, wie konnte es anders sein, mitten im Weg stand mit seiner Slap Happy. „Warte.“ er hielt mich am Oberarm zurück und sah mich durchdringend an. „Was ist eigentlich los?“ fragte er ernst. Tief seufzend machte ich wieder einen Schritt zurück. „Willst du jetzt wirklich kurz vor der Arbeit darüber sprechen?“ fragte ich und verschränkte die Arme. Er musterte mich kurz und trenste dann, die schon gesattelte Braune auf, während er weitersprach. „Erzähl, ich höre dir zu.“ - „So nicht.“ meinte ich eingeschnappt und wandte mich ab zum Gehen. „Oor wirklich. Gine! Dann schnapp dir Bear und komm mit verdammt!“ fauchte er mich an und deutete auf die Box der Roanstute. „Geputzt ist sie ja schon.“ Nach einem kurzen Blick zu Slap Happy, dann zu Bear und wieder zurück zu Hunter entschied ich mich. „Aber nur, wenn wir keine Springstrecke laufen.“ - „Dann aber eine längere.“ Hunter wollte einen Kompromiss. Ich stimmte zu und beeilte mich Bear Totem's Denali fürden Ritt vorzubereiten.
      Wir waren gut eine Stunde unterwegs, bevor ich anfing mit Hunter über mein Problem zu sprechen. Und siehe da, er war auch pissed. „Kerry ist schuld.“ hielt ich fest und bekam dafür sofort einen Rüffel. Kerry sei seine Therapie und er brauche sie. Ob ihr diese Wortwahl gefallen hätte? Ich ließ das unkommentiert. „Ich hab sogar schon überlegt einfach zu gehen, nur damit ich dich nicht mehr sehen muss.“ meinte ich geknickt. „Was hielt dich davon ab?“ wollte er wissen. Gute Frage. Das wusste ich selbst nicht so genau. „Die Pferde...“ antwortete ich schließlich. Hunter wusste genau, dass es das nicht war. „Okay, Gine. Wir müssen festhalten, dass wir zwei niemals enge Freunde werden und schon gar nicht etwas darüber hinaus. Und wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann musst du gehen.“ Hunter sagte das so ernst, dass es mehr weh tat als wenn man seine Hände auf heiße Herdplatten legen würde. Traurig blickte ich auf den Pferdehals vor mir, der sich im Takt auf und ab bewegte. „Das heißt nicht, dass wir uns hassen müssen.“ fügte Hunter hinzu und lächelte behutsam zu mir rüber. Die nächste Zeit schwieg ich und war stets darauf bedacht eine Pferdelänge hinter ihm zu reiten, damit er nicht sah wie mich seine Worte verletzt hatten.

      Hunter | Erst als wir wieder auf den Hof kamen sah ich, dass Gine aufgelöst war. Ich wusste nicht so recht wie ich damit umzugehen hatte, immerhin wollte ich keine falschen Zeichen senden. Immer wieder während wir die Pferde absattelten prüfte ich ob sie standhaft blieb oder komplett zusammenbrach. Als meine Mutter auf die Stallgasse kam und uns sah fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie kümmerte sich nun um Gine und tröstete sie. Als die beiden Vollblutstuten wieder in ihren Boxen standen und alles Sattelzeug in der Kammer lag waren meine Mom und Gine schon ins Haus gegangen. Isaac packte derweil seine Sachen zusammen, da er Feierabend machen wollte. „Habt ihr gesprochen?“ fragte er neugierig als er mich sah. Ich nickte und ging zu ihm. „Habt ihr alles geklärt?“ Ich nickte abermals, wenn auch zögerlich. Ob Gine mich verstanden hatte und meinen Stand akzeptieren würde wusste ich nämlich nicht. „Wieso ist sie so fertig?“ fragte er dann. Schulterzuckend sah ich ihn an. „Sie hat sich vermutlich mehr erhofft.“ Isaac lachte. „Ach was!“ meinte er dann. „Ja was soll ich denn machen? Soll ich sie anlügen?“ fragte ich genervt. Isaac schüttelte immer noch grinsend den Kopf. „Nein, du hast das schon richtig gemacht.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, während er das sagte. „Ich glaube sie wird nicht mehr lange bleiben.“ sagte ich nun etwas geknickt. Gine war zu einem festen Bestandteil des Hofes geworden. Man würde sie vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. „Dann mach was, damit sie nicht geht.“ Verdattert sah ich zu ihm auf. „Was soll ich denn machen?“ Nun zuckte er mit den Schultern. „Überleg dir was.“
      26 Jan. 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      Dressur E-A
      25. Februar 2017 | 6552 Zeichen von Canyon

      "Oh wie ich es liebe!" Ich ziehe tief die feuchte Luft ein und schließe die Augen. "Nico auf Abwegen!" Ich merke Petyrs verstörten Blick auf mir ruhen, welcher mich völlig perplex anschaut.
      "Was hast du denn genommen? So voller Euphorie? Das ist doch normalerweise mein Part!"
      "Du würdest dich auch freuen, wenn du endlich mal wieder deine Ruhe hast. So lieb wie es Charly meint, aber das Training zusammen mit Nico ist eine richtige Plagerei, ich bin so froh, dass du endlich wieder da bist!" Ich grinste breit und schaue dann meinen besten Freund Nico mit glühenden Augen. Ich hatte ihn wirklich vermisst und war froh, dass er endlich wieder auf dem Gestüt war.
      "Aaales klaro", Petyr ist immer noch verwirrt. "Schön, dass das geklärt ist, ich wende mich jetzt wieder dem Putzen zu, ja?" Er hebt eine Kardätsche in die Luft und zeugt dann auf den Rapphengst vor ihm. Ich nicke glücklich und schnappe mir auch eine Bürste aus dem Putzeimer.
      Fröhlich vor mich hinpfeifend putzte ich der zierlichen Riven das Fell, winkte einem vorbeifliegenden Vogel und bohrte aus Spaß in Rivens Nase. Angewidert schüttelte diese jedoch den Kopf und legte die Ohren an, was von mir auch nur mit einem fröhlichen Lachen kommentiert wurde.
      "Malte, bist du dir wirklich sicher, dass bei dir alles in Ordnung ist?" Zweifelnd blickte Petyr über Wassersterns Rücken zu mir hinüber. Ich grinste ihn jedoch nur breit an und nickte. "Heute ist ein wunderbarer Tag! Du bist da, ich bin da, Nico ist nicht da. Ich liebe das Leben!"
      Petyr seufzte und schüttelte den Kopf, machte sich jedoch dann weiter an die Arbeit.
      Nachdem beide Pferde geputzt und gesattelt waren, machten wir uns auf den Weg zur Halle. Das Wetter war heute unglaublich schön und auch wenn es nicht besonders warm war, so schien die Sonne heute ausnahmsweise es gut mit uns zu meinen.
      Ein Dressurtraining stand an und so glücklich wie ich auch war, sobald ich im Sattel der Stute saß, verflog meine kindliche Freude und der Ernst kam zurück. Ernst ist ein witziger Name, fand ich. Riven in a dream hatte im letzten Monat den Schritt von einem Jungpferd zum Reitpferd geschafft und auch wenn das Training nicht anstrengend gewesen war, so hatten wir doch ein festes Vertrauen geschaffen und die Grundkenntnisse gefestigt, sodass für heute das Dressurtraining kein Problem sein würde. Auch Wasserstern hatte letzten Monat eine unfreiwillige Pause eingelegt, sollte heute aber ebenfalls den Schritt in die Dressur wagen. Zusammen mit Petyr bildete er bereits ein ganz gutes Team, sodass ich mir bei ihm keine Gedanken zu machen brauchte.
      Nach dem warmreiten begannen wir beide damit, alles an Lektionen zu wiederholen, was wir für den Schritt in die A-Dressur brauchen würden. Dies waren vor allem Bahnfiguren und die drei Grundgangarten, welche auch sehr schnell angefragt waren.
      Riven war noch ziemlich jung, hatte jedoch jetzt schon einige Muskeln durch das recht frühe Galopptraining zugelegt und ich freute mich zu sehen, dass sie auch heute vieles gelernte noch problemlos anwenden konnte.
      Die erste neue Lektion mit welcher wir uns heute beschäftigten, war die Schlangenlinie mit vier Bögen. Riven musste sich in den Kurven gut biegen und umstellen lassen und ich hoffte, dass ich sie so noch weicher bekommen würde. Die Schlangenlinie wurde erst im Schritt und dann auch im Trab geritten und natürlich brauchte es nicht lange, bis diese funktionierte. Riven arbeitete durchgängig gut mit und auch meine positive Energie von heute trug dazu bei, dass wir als Team noch besser zusammenarbeiteten.
      Petyr nahm das Training genauso gelassen wie ich und führte Wasserstern von einer Lektion zur nächsten. Er war ein Held darin, das Training so abwechslungsreich und einfach wie nur möglich zu gestalten und Wasserstern schien dies ziemlich zugefallen.
      Als nächstes kamen die Übergänge. Dank Rivens Galoppierfahrung war der Übergang vom Schritt in den Galopp und auch vom Trab in den Galopp kaum noch zu verbessern, nur die Ruhe beim angaloppieren besaß sie noch nicht, sodass wir daran arbeiteten. Ein großer Teil unseres Trainings nahm heute die Kehrtwendung auf der Vorderhand ein. Riven besaß unter dem Sattel noch nicht ganz das Gefühl für meine Hilfen und etwas fehlte ihr für diese Übung noch die Balance, sodass ich abstieg und das ganze mithilfe einer Gerte vom Boden aus erarbeitete. Vorne hielt ich sie fest, während ich sie vorsichtig und Schritt für Schritt dazu brachte, ihre Hinterhand zu drehen. Anfangs waren ihre Schritte noch ungleich und abgehackt, verbesserten sich jedoch mit jedem weiteren Versuch.
      Da ich einmal unten war, hängte ich an diese Übung gleich noch das Rückwärtsrichten. Meist war das von unerfahrenen Pferden eine wenig gemochte Lektion, da das nach hinten weichen jede Menge Vertrauen zum Reiter brauchte. Pferde waren dazu erschaffen, zu fliehen und nicht nach hinten ins Ungewisse auszuweichen. Trotzdem gab sich Riven viel Mühe und bewies mir ein weiteres Mal, dass sie mir so langsam vollkommen vertraute. Zufrieden lobte ich sie und schwang mich dann wieder in den Sattel. Immerhin musste sie das Ganze auch mit Reiter auf dem Rücken können.
      Auch Petyr und Wasserstern hatten sich diesen Lektionen gewidmet, arbeiteten jetzt jedoch gerade am Mitteltrab, welchen Wasserstern mit viel Mühe versuchte zu vestehen. Dafür vielen ihm die Vorhandwendung und das Rückwärtsrichten ziemlich leicht, da er ein angeborenes Vertrauen zum Menschen besaß.
      Die restliche Zeit arbeitete ich mit Riven nun an diesen beiden Punkten, baute jedoch immer wieder kleinere Pausen ein, in welchen ich sie in allen drei Gangarten verschiedene Bahnfiguren gingen ließ, welche ihr sehr leicht fielen. Ganz zum Schluss beendete ich das Training mit dem erfolgreichen Erlernen der Lektion "Viereck verkleinern und vergrößern". Das war eine gute Übung für die späteren Seitwärtsgänge und Riven brauchte nur wenige Versuche, um akkurat aufzutreten. Zum Schluss ritt ich sie gründlich trocken und beobachtete dann noch Petyr etwas, welcher Wasserstern gerade das Überstreichen im Galopp zeigte. Aber auch Petyr beließ es dann dabei und folgte mir wenig später zurück zum Stall.
      Ich war immer noch ziemlich gut drauf, auch wenn ich es durch das konzentrierte Training mit Riven es schaffte, meine Freude über diesen schönen Tag jedenfalls etwas zurückzuhalten. Jedenfalls Petyr freute dies, welcher damit nicht zurecht zu kommen schien, und vermutlich auch Riven, denn so dachte ich noch an die Möhre als Belohnung, bevor ich sie auf die Weide entließ. Ich freute mich bereits auf das nächste Training!
      25 Feb. 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      27. März 2017 | 1883 Zeichen von sadasha
      Hufschmiedbericht

      Was für ein tolles Wetter! Endlich war der Frühling auch in England angekommen und die Motivation könnte kaum größer sein, die Geländestrecke wieder auf Trab zu bringen. Doch das musste noch einen Moment warten. Riven in a Dream stand schon fertig geputzt und mit etwas Heu umsorgt bei der Schmiede. Die Beschlagsperiode war seit ein paar Tagen abgelaufen und langsam wurde es dann doch Zeit neue Eisen auszuschlagen. „Hey meine Hübsche.“ Begrüßte ich die zufrieden fressende Vollblutstute und nahm mir den ersten Huf hoch um das Eisen zu lösen. Behutsam zog ich die Nägel aus dem Horn. Bevor ich mit dem Ausschneiden begann holte ich auch die übrigen Eisen von den Hufen. Riven interessierte das alles herzlich wenig, solange noch genug Heu da war. Ausgelastet war sie auch schon, da sie zusammen mit Moulan und den anderen Rennstuten heute auf der Ovalbahn des Pineforest Stables war. Occulta Smith hatte uns diese Möglichkeit angeboten um unsere Rennpferde angemessen zu fördern. Alle Eisen abgenommen begann ich mit dem Ausschneiden des ersten Hufes. Ich achtete akribisch darauf, dass der Huf plan aufhufen konnte und nagelte erst nach abermaliger Überprüfung das neue Eisen auf. Die Eisen für Riven hatte ich schon vor ein paar Tagen angepasst, sodass ich nicht mehr viel Arbeit am Amboss hatte. Dank dieser Vorarbeit waren auch die übrigen drei Hufe schnell ausgeschnitten und neu beschlagen, sodass ich meine Stute zurück auf die Weide entlassen konnte. Nachdem sie wieder glücklich bei den anderen Stuten stand räumte ich meine Schmiede auf und fegte das alte Horn weg. Die alten Eisen legte ich in eigens dafür vorgesehenen Eimer, da ich diese wieder einschmelzen würde. Alles erledigt verließ ich meine Schmied im Top Zustand und machte mich endlich auf den Weg zu meiner Geländestrecke um zu schauen, was dort alles aufgeräumt, repariert oder sogar ersetzt werden musste.
      27 März 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      03. April 2017 | 4531 Zeichen von Möhrchen
      Tierarztbericht

      An einem wunderbaren sonnigen Tag machte ich mich auf den Weg zur Tyrifjord Ranch. Es war quasi über Nacht Frühling geworden und so warm, dass ich ohne Jacke und mit bester Laune aus meinem Auto stieg. Malte Tordenværson erwartete mich bereits mit der Vollblutstute Riven in a dream, die zurzeit als Trainingspferd auf der Ranch stand und heute meine erste Patientin war.
      Malte erzählte mir ein wenig über sie, während ich schon mal damit anfing, Riven an meiner Hand schnuppern zu lassen. Sie war noch ein wenig zurückhaltend, aber nicht wirklich ängstlich oder gar panisch. Ich untersuchte ihre Augen, ihre Ohren und ihre Nüstern, was alles vollkommen normal aussah. Dann tastete ich mich langsam über den Hals zum Rücken vor und tastete dabei jeden einzelnen Wirbel ab. Sie zuckte an keiner Stelle zusammen und ihre Muskeln fühlten sich locker und gleichmäßig an.
      Ich bat Malte, sie auf dem Hof eine Runde im Schritt und Trab zu führen, damit ich mir ihre Bewegungen anschauen konnte. Riven trabte gelassen neben Malte her und die beiden zogen ein paar Runden auf dem harten Boden. Riven lief federnd und gleichmäßig, ich konnte nicht beunruhigendes entdecken.
      Als Malte sie wieder am Putzplatz angebunden hatte, holte ich mein Stethoskop heraus und hörte zum Abschluss ihr Herz, ihre Lunge und ihren Bauch ab. Auch hier hörte sich alles normal an. Als letztes holte ich den Impfstoff aus meiner Tasche und suchte mir die richtige Stelle an Rivens Hals aus. Ich setzte die Spritze und die kleine Stute ließ es bis auf ein kleines Zucken brav über sich ergehen. „Die Kleine ist topfit“, sagte ich zu Malte und dieser stellte Riven zufrieden grinsend wieder zurück auf ihre Wiese. „Sie sollte jetzt nur ein paar Tage Pause bekommen, damit ihr Körper die Impfung besser verarbeiten kann“. Das wusste Malte bereits, aber ich wies immer lieber einmal mehr darauf hin.

      Anschließend brachte er die Stute Sweet Prejudice mit zum Putzplatz. Sie gehörte Nicolaus du Martin, den ich bereits von einigen Terminen kannte. Da dieser aber heute verhindert war, übernahm Malte die Untersuchung. Sie war noch ziemlich jung, war groß und wunderschön. Sofort streckte sie mir ihre gesprenkelte Nase entgegen, aber als ich meine Hand ausstreckte, um sie zu streicheln, machte sie einen großen Satz zur Seite und rempelte Malte dabei fast um. Ich hatte schon gehört, dass sie etwas speziell und nicht ganz einfach war. Da ihre Bezugsperson nicht da war, würde es nicht ganz einfach werden, sie zu untersuchen. Aber Malte kannte sie ebenfalls gut und er wusste, wie man mit ihr umgehen musste.
      Wir banden sie nicht an, sondern Malte hielt sie am Strick fest, während ich diesmal hinten anfing und zuerst ihren Rücken abtastete. Sie stand kaum eine Sekunde still und tänzelte ständig um uns herum. Trotzdem fühlte sich ihr Rücken locker und normal an. Ich hob ihre Beine nacheinander hoch und tastete ihre Sehnen und Gelenke ab. Immer wieder zog sie mir einen Huf aus der Hand, da sie durch ihre Zappelei sonst umgefallen wäre. Aber mit viel Geduld und vielen Versuchen schaffte ich es schließlich.
      Nun wagte ich mich an den Kopf und schaute mir ihre Augen und Ohren an. Als ich in ihr Maul gucken wollte, wich sie wieder zurück, schmiss sich in den Strick und drohte zu steigen. Wir beruhigten sie und ich wagte einen neuen Anlauf. Sie hielt zwar nicht still, aber es reichte, um einen Blick in ihr Maul zu werfen. Auch hier sah alles normal aus.
      Beim Führen auf dem Hof stürmte sie immer wieder los und Malte hatte Mühe, sie zu halten. Wahnsinn, was dieses Pferd für eine Energie hatte. In den ruhigen Phasen dazwischen konnte ich aber trotz allem ihre Bewegungen beurteilen; sie lief zwar sehr schwungvoll, aber gleichmäßig und taktklar.
      Beim Abhören war sie relativ artig und zappelte für ihre Verhältnisse nur wenig. „Alles in Ordnung, jetzt müssen wir nur noch die Impfung hin bekommen...“, sagte ich zu Malte und gab ihm ein Leckerli. Während er es ihr gab, setzte ich die Spritze. Ich konnte gerade noch abdrücken, da schmiss sie sich wieder zurück und riss Malte dabei den Strick aus der Hand. Zum Glück konnte ich noch danach greifen, bevor sie sich aus dem Staub machen konnte.
      Malte brachte sie zurück auf die Koppel, wo sie sofort wild bockend davon schoss. Ich trug die Impfungen in die Pässe beider Pferde ein, dann verabschiedete ich mich von Malte und machte mich auf den Weg nach Hause.
      3 Apr. 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
      16 Mai 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      06. August 2017 | 28.226 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Der erste Tag wieder zu Hause war chaotisch. Zum ersten Mal fühlte ich mich fremd auf dem eigenen Hof. Das Team funktionierte und sobald ich etwas anrührte, stand ich irgendjemandem im Weg. “Mr. Crowley?” Auf dem Weg zum Schuppen hielt Elizabeth mich auf und sah mich stirnrunzelnd an. “An Blütenzaubers Boxentür stimmt etwas nicht. Die lässt sich nur noch sehr schwer öffnen.” erklärte sie. “Ich kümmere mich darum. Danke.” gab ich freundlich lächelnd zurück und ging weiter zum Schuppen. Eigentlich hatte ich andere Pläne, aber die Box zu reparieren schlug auch etwas Zeit tot. Ich war beinahe schon enttäuscht, als ich mir das Problem mit der Tür angesehen hatte und feststellte, dass nur etwas den Mechanismus blockierte. Mit wenigen Handgriffen ließ sich die Box geschmeidig wie eh und je öffnen und schließen. Pitch folgte mir auf Schritt und Tritt und sah mich, als ich das Werkzeug zurück gebracht hatte erwartungsvoll an. “Hast du wohl Hunger?” fragte ich und musterte ihn. Ja, hatte er. Im Haus machte ich sein Mittagessen fertig und stellte es ihm anschließend draußen hin. Als würde er sonst verhungern, stürzte er sich auf die Mahlzeit. Als Isaac an uns vorbeilief, hielt ich ihn fest. “Wie viele Pferde musst du noch machen? Und welche?” wollte ich wissen. Sein Blick fiel auf meine Schulter. “Falls du vorhast...” - “Lass das meine Sorge sein!” warf ich ein, noch bevor er seinen Satz zu ende sprechen konnte. “Dann mach Moulan fertig, Hunter. Ich komme mit Riven in a Dream dazu. Kein Ausritt, Halle!” sagte er bestimmt und sah mich herrscherisch an. “Gut.” sagte ich knapp. Pitch brachte ich solange ins Haus, er musste auch das Alleine bleiben irgendwann lernen. Gelegenheiten wie diese konnte ich genau dafür nutzen.
      Moulan war sehr motiviert und es war toll sie nach langer Zeit selbst zu reiten. Die Rappstute nahm die Therapie wunderbar an und mauserte sich zu einem selbstbewussten Vollblut. “Das macht sie gut!” lobte Isaac beim Vorbeireiten. “Ist das denn wirklich okay mit deiner Schulter?” Überzeugt war er wohl nicht, aber ich versicherte ihm, dass es mir gut ging. Abgesehen von der Tatsache, dass ich wieder unglaublich müde war. Ich hatte nichtmal wirklich gearbeitet und könnte schon wieder schlafen. Isaac musste davon nichts wissen, also verblieben wir für den Rest des Trainings schweigend. Auf der Stallgasse sprach er mich dann doch noch einmal an: “Was ist eigentlich mit deinem neuen Pferd? Das wird von uns nur sporadisch bewegt, weil wir nicht wissen was wir mit ihr anfangen sollen.” meinte er schulterzuckend. Verdine… die hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm. Das Pferd, das Käthe mir heimlich angedreht hatte. Ein Pferd das noch weniger in diesen Stall passte, als ein Clown auf eine Beerdigung. “Danke, dass du mich daran erinnerst.” Sanft lächelte er mich an. Er merkte, dass ich heute nicht ganz auf der Höhe war und hielt sich deshalb auch, während ich Verdine, ritt immer in meiner Nähe auf. “Wurdest du beauftragt ein Auge auf mich zu haben?” fragte ich lachend, als ich die Appaloosastute aus der Halle führte und an Isaac vorbeiging. “Dafür brauche ich keinen Auftrag.” konterte er promt und grinste mich schelmisch an. “Du bist jetzt durch?” fragte er anschließend. Ich nickte ihm zu und brachte Verdine dann auf die Stallgasse, wo ich sie absattelte. “Gut Hunter.” Isaac war mir gefolgt. “Ich bin dann jetzt weg. Bis morgen. Soll ich die noch auf die Weide bringen, bevor ich fahre?” - “Das schaffe ich schon noch. Bis morgen, Isaac.” gab ich zurück und wartete bis der Ire verschwunden war, bevor ich meine Stute wegbrachte und dann zu Pitch ins Haus ging. Gegen Abend verschwanden auch die restlichen Mitarbeiter vom Hof, sodass wir um 8pm schon alleine waren. Mit dem letzten Kontrollgang schloss ich die Tore ab und legte mich früher als üblich schlafen. Schneller als gedacht fiel ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

      Mrs Clayton | Wie gewohnt öffneten Louis und ich am Morgen die Tore des Bear Brook EC. Da es im Moment keine Gäste auf dem Hof gab, waren wir nur für die Organisation der Mitarbeiter zuständig. Wer auf welches Turnier musste, welche Pferde bald auf einer Zuchtschau vorgestellt werden sollten. Sämtliche Einsatzbereiche überwachten wir. Bisher lief alles reibungslos. Üblicherweise kam Mr. Crowley spätestens um 9am dazu um sich einen Überblick zu verschaffen. Heute jedoch war es schon bald 11am, als mir auffiel, dass der Herr noch immer nicht an uns vorbeigehuscht war um sich seinen Kaffee zu holen. Fragend sah ich meinen Mann an, der nicht verstand worauf ich hinaus wollte. “Sollten wir mal nach ihm sehen?” fragte ich unsicher. Louis seufzte. “Lass ihn doch schlafen…” - “So lange?!” - “Er wird schon wissen was er macht, das ist nicht unsere Sache.” Darauf wusste ich nun auch nichts mehr zu sagen. Er hatte ja recht, aber vielleicht… “Vielleicht hat er seinen Wecker überhört?” Genervt sah Louis auf. “Vielleicht hat er das mit Absicht gemacht.” - “Vielleicht auch nicht?” Das ging noch weiter so, bis ich aufstand. “Ich geh jetzt hoch und sehe nach ihm!” beschloss ich und stapfte die schmale Treppe hoch. Das abfällige Stöhnen von Louis überhörte ich. Ein wenig zögerlich klopfte ich an die Türe. Als niemand antwortete wiederholte ich das Ganze nochmal etwas energischer. “Der macht nicht auf, Louis!” rief ich nach unten. Wieder schnaubte mein Mann. “Vielleicht ist er gar nicht da!” rief er zurück. “Was für ein Quatsch!” gab ich bissig zurück und öffnete einfach die Tür zu Mr. Crowleys Schlafzimmer. Er lag tatsächlich noch im Bett und schlief. “Mr. Crowley?” fragte ich vorsichtig vom Türrahmen aus. Ich wollte keinen einzigen Schritt in das Zimmer machen, weil es sich jetzt schon falsch anfühlte. Doch als er nach mehrmaliger Ansprache immer noch nicht aufwachte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu ihm zu gehen. “Mr. Crowley sie sollten aufstehen.” sagte ich und stupste ihn unsicher an. Endlich rührte er sich und sah mich müde an. “Geht doch.” Mir fiel ein Stein vom Herzen. “Soll ich ihnen Kaffee machen?” fragte ich. Mr. Crowley brummelte etwas Unverständliches und drehte sich wieder um. “Mr. Crowley! Es ist nach 11!” sagte ich empört und stupste ihn nochmal an. “Lass ihn schlafen und komm jetzt wieder mit an die Arbeit!” Louis stand im Türrahmen und sah mich kopfschüttelnd an. “Kommt dir das nicht komisch vor, er ist sonst nicht so…” - “Woher willst du das wissen, wir kennen ihn doch kaum!” Er trat ins Zimmer und zog mich raus. Doch ich fand keine Ruhe damit. Eine Stunde später, stand ich wieder oben. “Ist alles in Ordnung bei ihnen?” wollte ich wissen. Doch Mr. Crowley schlief wieder. Meiner Intention folgend fühlte ich seine Stirn. Er glühte! Eilig lief ich die Treppe runter. “Was ist denn jetzt los?” Louis verdrehte genervt die Augen. “Er hat Fieber, Louis. Wir sollten ihn zu einem Arzt bringen.” - “Und wer macht dann unsere Arbeit?” - “Du bist ein Idiot! Dann rufe ich halt einen her!” Sowas Dummes. Wie konnte man so ignorant sein? Wer weiß warum Mr. Crowley Fieber hat.
      Als der Arzt endlich da war schlug ich drei Kreuze. “Er liegt oben im Bett. Keine Ahnung was er hat, aber Fieber hat er garantiert.” erklärte ich und ging mit nach oben. Mr. Crowley wirkte nicht sehr glücklich, als er aufwachte und den Arzt registrierte, der um ihn herumschwirrte. “Liegen bleiben.” befahl der Mediziner gleich. “Irgendwelche anderen Symptome? Waren sie kürzlich erkältet, wurden operiert oder hatten andere Verletzungen?” wollte er wissen. Mr. Crowley erzählte von seiner Schulterverletzung, die sich der Arzt gleich ansah. “Sieht äußerlich nicht sehr verdächtig aus. Sonst war nichts?” Mr. Crowley schüttelte den Kopf. “Ihr Fieber ist hoch, Sir. Bevor wir nicht wissen was sie haben, kann ich sie nicht in Ruhe lassen.”
      Schlussendlich musste unser Chef für weitere Untersuchungen und zur Beobachtung ins Krankenhaus. Als er abtransportiert wurde sah ich zu meinem Mann, der nun neben mir stand. “Und du wolltest nicht nach ihm sehen!” ging ich ihn an. Verständnislos schüttelte ich den Kopf.

      Käthe | “Ich bin in ein paar Stunden zurück, ja?” rief ich Erin durch das Küchenfenster zu. Sie war gerade auf der Weide und versuchte Hibana einzufangen, die offenbar kein Interesse hatte zu arbeiten. Als sie die Stute endlich am Strick hatte sah sie auf. “Ich hab mein Telefon dabei, falls nicht.” rief sie lachend und zwinkerte mir zu. Ich lachte ebenfalls und nahm meine Tasche von der Theke bevor ich zum Wagen ging und mich auf den Weg zum Bear Brook EC machte. Trotz des hohen Verkehrsaufkommen erreichte ich den Hof nach einer guten Stunde. Ich stellte den Wagen auf dem Parkplatz ab und ging hinüber zum Haus. Abgeschlossen. Nachdem niemand auf das Klingeln reagierte drehte ich mich um und ging zum Stallgebäude wo ich auf Isaac traf. “Hey Isaac, weißt du wo Hunter sich rum treibt?” fragte ich und ging auf ihn zu. Ratlos sah er mich an. “Ich dachte er sei bei dir? Hier scheint er jedenfalls nicht zu sein.” sagte er knapp und nahm seine Arbeit wieder auf. Ich verließ das Stallgebäude wieder und ging zu den Weiden, doch auch hier war niemand. “Hunter?” rief ich und lief über den Hof. “Wie kann ich ihnen helfen?” fragte eine dunkle Stimme hinter mir. “Hallo, können sie mir sagen wo Mr. Crowley ist?” fragte ich den Mann. Ohne die Schubkarre abzustellen antwortete er nüchtern “Im Krankenhaus.” und ging weiter. Ich lief zum Wagen und fuhr mit durchdrehenden Reifen vom Hof. Der Mann zieht das Unglück magisch an! dachte ich und fuhr zum Krankenhaus. Ich lief zur Rezeption und klopfte gegen die Scheibe. “Hunter Crowley wurde heute eingeliefert, können sie mir sagen welches Zimmer er hat?” fragte ich die Frau nachdem sie die Scheibe zur Seite geschoben hatte. “Wer sind sie denn?” fragte sie und sah im Computer nach. “Käthe Crowley, ich bin die Schwester.” log ich und hoffte das sie mir das abkaufen würde. “Zimmer 307.” sagte sie endlich und lächelte mich freundlich an. Ich bedankte mich bei ihr und ging zum Aufzug. Als ich das Zimmer endlich gefunden hatte klopfte ich an die Tür, bevor ich sie öffnete. “Was hast du denn wieder angestellt?” fragte ich Hunter und setzte mich seufzend an das Bettende. “Können sie erst sagen, wenn sie die Ergebnisse vom Bluttest haben.” erklärte er. “Wie geht es dir denn aktuell?” wollte ich wissen. “Super.” Ich sah ihn eindringlich an und stand dann auf um mir einen Stuhl zu nehmen, damit ich mich neben ihn setzen konnte. “Schau nicht so, wir haben doch schon damit gerechnet dass du hier landest.” sagte ich beruhigend und deutete auf seine Schulter. “Eigentlich hatte ich damit schon abgeschlossen.”
      “Abgeschlossen ist es erst wenn du keine Schmerzen mehr hast, Hunter.”
      Darauf wusste er nichts mehr zu sagen. Ich wollte ihm gerade einen Kuss geben, als die Tür aufging und ein Arzt erschien. “Mr. Crowley, ein bekanntes Gesicht!” sagte er in sein Klemmbrett vertieft und schloss die Tür. “Nanu, die Besuchszeit beginnt doch erst in 2 Stunden.” sagte er und sah auf seine Uhr. Ich sah Hunter ernst an und sah dann wieder zum Arzt. “Ich bin seine Schwester. Ich bin gleich her gefahren als ich erfahren habe dass er hierher gebracht wurde.” sagte ich lächelnd. Er nickte verständnisvoll und stellte sich an das Bettende. “Ihre Entzündungswerte sind relativ hoch. Das Fieber geht dank unserer Hilfe zurück. Mr. Crowley ich weiß, dass ihnen das schwer fällt aber sie sollten sich schonen mit einer Verletzung wie dieser.” sagte der Arzt ernst und tippte mit seinem Kugelschreiber gegen seine Schulter. “Ich kann doch nicht die ganze Zeit im Bett liegen!” beschwerte er sich. “Das müssen sie auch nicht. Setzen sie sich an die frische Luft, gehen sie spazieren. Leichte Arbeiten die sie mit einem Arm ausführen können erlaube ich ihnen, alles andere nicht.” sagte er lächelnd und sah dann zu mir. “Ms. Crowley, haben sie ein Auge auf ihren Bruder! Wenn er nicht auf mich hört, dann vielleicht auf sie.” fügte er lachend hinzu und ging wieder zur Tür. Bevor er den Raum verließ drehte er sich nochmal um: “Wenn sie mir versprechen auf sich zu achten, können wir sie später entlassen.” Ich sah Hunter an und lachte. “Tut mir Leid, sie hätten mich sonst nicht reingelassen.” Er grinste schief: “Wo bleibt eigentlich meine heiße Krankenschwester?” Empört sah ich ihn an. “Reiche ich dir nicht?” fragte ich und lachte. Sein Blick glitt an mir herab. “Zu wenig Krankenschwester. Ich bin im Krankenhaus, etwas Authentizität bitte.” Ich sah ihn an und stand auf. “So schlecht geht es dir anscheinend nicht.” sagte ich kühl und verließ das Zimmer.

      Hunter | “Eh!” rief ich Käthe noch hinterher, doch dann fiel die Tür schon ins Schloss. Sofort zog ich die Schublade des Beistelltisches auf um mein Telefon zu suchen. Doch sie war leer. Natürlich war sie das. Mein Telefon lag zu Hause. Ich schwang die Beine zur Seite und stand auf um Käthe nachzugehen, doch mir wurde von der plötzlichen Aktivität so schummrig, dass ich auf der Bettkante sitzen blieb. Ich hatte mich gerade wieder gefangen als die Tür aufging und Käthe ins Zimmer kam. “Mr. Crowley sie sollten sich schonen!” sagte sie streng und drückte mich zurück auf das Bett. Käthe hatte sich einen Schwesternkittel ausgeborgt und spielte diese Rolle großartig. “Aber…” begann ich, doch sie legte mir einen Finger auf die Lippen. “Sie wollen doch keinen Ärger, oder?” flüsterte sie und öffnete grinsend den obersten Knopf. Ich schluckte und lächelte sie betört an. “Mit ihnen bestimmt nicht.” Käthe stieg zu mir aufs Bett und beugte sich über mich. “So ists brav.” flüsterte sie lächelnd und küsste mich. Ich beschloss nichts zu sagen und erwiderte ihren Kuss. Plötzlich ging die Tür auf und der Arzt von gerade eben stand im Raum. Käthe setzte sich erschrocken auf und auch ich sah ihn entsetzt an. Er räusperte sich und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. “Ihre Unterlagen sind in diesem Umschlag, ich leg ihn einfach hier hin.” sagte er und legte den Umschlag auf den Tisch. Ohne uns anzusehen ging er wieder zur Tür. “Hören sie…” begann Käthe und sah ihn ängstlich an. Die Türklinke in der Hand drehte er sich um. “Sie ist nicht meine Schwester!” kam ich ihr zuvor und setzte mich leicht auf. Der Arzt lachte wieder. “Das dachte ich mir, Mr. Crowley.” sagte er und zeigte auf das Badezimmer. “Die Tür lässt sich übrigens abschließen. Für den Fall der Fälle.” fügte er hinzu und verließ lachend das Zimmer. Käthe sah mich an und musste nun ebenfalls lachen. Schmunzelnd beobachtete ich sie. “Sollen wir dann gehen?” fragte ich und warf einen kurzen Blick zu den Unterlagen. “Wenn du möchtest. Ich hol nur meine Sachen.” sagte sie und stieg vom Bett.
      Eine Stunde später waren wir auf meinem Gestüt. “Wie ich mich auf die Fragen freue, die gleich kommen.” meinte ich sarkastisch. “Sei nicht so!” sagte sie durch das offene Fenster und öffnete mir die Tür damit ich aussteigen konnte. Wehleidig sah ich sie an. “Aber…” - “Sie sorgen sich einfach um dich, das ist doch nichts schlimmes.” sagte sie und gab mir einen Kuss. “Nein, aber...” - “Da seid ihr ja!” Isaac freute sich uns zu sehen. “Wie gehts dir?” fragte er gleich und ich warf Käthe einen vielsagenden Blick zu. “Gut.” antwortete ich freundlich. Gemeinsam gingen wir ins Haus, wo ich mich auch bei den Claytons zurück meldete, die mir die gleiche Frage stellten. “Gut?” wiederholte Isaac, als wir uns in alter Tradition ins Wohnzimmer gesetzt hatten. “Das klang heute Nachmittag noch ganz anders.” - “Mir geht es gut.” sagte ich bestimmt und sah ihn streng an. “Hunter muss sich unbedingt ausruhen. Wenn es zu viel Arbeit wird im Stall ruft mich an, dann komme ich vorbei.” warf Käthe in die Runde und schrieb ihre Telefonnummer auf einen Zettel um sie Isaac zu geben. Er faltete den Zettel und steckte ihn gewissenhaft weg. “Wenn es dir wirklich gut geht, bin ich weg. Pitch liegt in deinem Schlafzimmer und schläft, falls du ihn suchst.” Auch die Claytons verabschiedeten sich, sodass wir alsbald alleine waren. “Schone dich wirklich, Hunter!” mahnte Käthe und nahm meine Hand. “Ich hab mich geschont.” wandte ich ein und sah sie fast schon trotzig an. “Was hast du denn den ganzen Tag getan?” fragte sie mich und sah mich erwartungsvoll an. “Ich hab mich gelangweilt.” Sie zog die Augenbrauen zusammen. “Auf dem Pferderücken? Du wolltest doch keinen Ärger mit mir.” Ich öffnete den Mund um etwas zu erwidern, fand dann aber keine passende Ausrede. Also spannte ich den Bogen noch ein Stück weiter: “Pferderücken?” wiederholte ich arglos. “Ich habe mit Isaac gesprochen.” sagte sie trocken und sah mich weiterhin an.
      “Okay? Was hab ich damit zu tun?”
      “Du bist gestern geritten. Zwei Mal. Obwohl du dich schonen sollst.”
      “Hat Isaac das behauptet?” hakte ich nach um von mir abzulenken. Dieser räudige Mistkerl.
      “Wenn du dich nicht schonst passe ich auf dich auf. Und dann wirst du dich schonen!” drohte sie.
      “Ach, was willst du denn machen?” fragte ich sie ohne auch nur einen Funken Reue zu zeigen.
      “Ich binde dich am Bett fest und wenn du auf Toilette musst, begleite ich dich.”
      Ich lachte hart. “Das will ich sehen!”
      “Dann komm.” sagte sie provokant, stand auf und griff nach meinem Arm.
      “Du glaubst ja wohl nicht, dass ich jetzt freiwillig mit komme!” entgegnete ich spöttisch.
      Sie ging zur Treppe und lehnte sich lasziv gegen das Geländer. “Sicher nicht freiwillig?” hauchte sie mir zu und fuhr sich durch die Haare. Aufmerksam beobachtete ich sie und es fiel mir unfassbar schwer nicht einfach aufzustehen und zu ihr zu gehen. “Das ist nicht fair!” protestierte ich. “Ich soll mich doch schonen!” Sie kam langsam auf mich zu und zog mich an sich um meinen Hals zu küssen. “Du wirst dich auch schonen. Und solange du das nicht tust, darfst du mich nicht mehr anfassen.” flüsterte sie in mein Ohr und ließ von mir ab. “Du bist böse.” sagte ich leise und packte sie um sie wieder an mich zu ziehen. Lachend drehte sie ihr Gesicht weg. “Ich weiß.” - “Du machst mich wahnsinnig!” fuhr ich fort, wohl wissend, dass sie genau diese Worte auch einmal gewählt hatte. “Tut mir Leid.” sagte sie lachend und strich durch meine Haare. “Ist das so?” wollte ich wissen und funkelte sie an. “Nein, es macht mir sogar Spaß!” gab sie grinsend zu und versuchte meinem Griff zu entkommen. “Dafür ist es jetzt zu spät.” raunte ich und schob sie die Treppe hoch. “Zu spät für Spaß? Oder zu spät um zu entkommen?” fragte sie frech und drückte die Türklinke hoch damit ich die Tür nicht mehr öffnen konnte. Ich lachte verzweifelt. “Mach die Tür auf, dann erfährst du es.” Sie drehte sich zu mir um und sah mich vorwurfsvoll an. “Du sollst dich schonen!” mahnte sie mich. Da sie die Türklinke nun nicht mehr hoch drückte griff ich an ihr vorbei um die Tür zu öffnen. “Das liegt nicht in meiner Verantwortung, du hast den Arzt gehört.” konterte ich und bugsierte sie zum Bett. “Da spricht der Raufbold aus dir.” sagte sie lachend und ließ sich aufs Bett fallen. Ich stieg über sie um sie zu küssen. Sie drückte mich lachend weg. “Die Tür ist offen!” Pitch hob den Kopf und sah mich schwanzwedelnd an. Bevor Pitch rauslaufen konnte schloss ich die Tür und kam zurück. Käthe war weiter aufs Bett gerutscht und saß, die Beine angewinkelt, grinsend da. Ich ließ mich neben ihr aufs Bett fallen und zog sie dann zu mir runter um da weiter zu machen, wo ich aufgehört hatte. “Hey sei nicht so grob!” rief sie lachend und sah mir tief in die Augen. “Tut mir leid, mit nur einer Hand ist das etwas komplizierter zu koordinieren.” entschuldigte ich mich grinsend und ließ von ihr ab. “Ich muss doch aufpassen dass du dich schonst.” erwiderte sie frech und beugte sich über mich. “Solltest du.” sagte ich heiser und zog sie mit einem beherzten Griff auf mich um sie zu küssen.

      Käthe | “Ich will nicht dass du dir komisch vorkommst…” begann ich und zog meine Hose hoch “...aber ich muss dann leider los.” vollendete ich meinen Satz und setzte mich aufs Bett um mir die Schuhe anzuziehen. Er rappelte sich hoch und sah mir zu. “Du hast es aber eilig.” sagte er, wobei eine Spur Unsicherheit auf seiner Stimme lag, die verriet, dass er sich sehr wohl komisch vorkam. Entschuldigend sah ich ihn an. “Hunter, schau nicht so! Du weißt was ich für dich empfinde.” Seine Augen blitzten kurz auf. “Weiß ich das?” Seine Miene verriet, dass er eigentlich noch etwas trotziger reagieren wollte. “Natürlich weißt du das.” antwortete ich mit hochgezogenen Augenbrauen und stand auf. Er beschloss nichts weiter zu sagen und zog sich ebenfalls seine Hose wieder an, damit er mich noch bis nach draußen begleiten konnte. Bevor ich in meinen Wagen stieg lehnte ich mich gegen die Tür und sah Hunter an. “Versprich mir, dass du dich schonst und den Pferden fern bleibst.” Widerwillig brummte er. “Mir wird schon nichts mehr passieren. Andernfalls kann ich es immer noch auf dich schieben.” sagte er frech. “Hallo, wieso denn auf mich?” fragte ich empört. “Weil der Arzt dich damit beauftragt hat darauf zu achten, dass ich mich schone.” erwiderte er mit einem erhabenen Lächeln. “Du weißt doch, dass ich wegen der Pferde nicht jeden Tag herkommen kann.” meinte ich schmollend und legte meine Arme um ihn. “Das weiß ich doch.” gab er zurück und blickte mir dabei tief in die Augen. Ich seufzte. “Wenn du magst kannst du die Tage ja zu mir kommen. Dann kochen wir was schönes, hast du Lust?” fragte ich ihn. “Gerne, mir wird hier so oder so die Decke auf den Kopf fallen. Ich darf ja nichts mehr machen...” meinte er betrübt. “Es ist zu deinem besten!” versuchte ich ihn aufzumuntern und gab ihm einen Kuss. Er seufzte schwer. “Ja… Fahr vorsichtig. Nicht dass dir auch noch etwas zustößt.” Ich lächelte ihn an und versprach vorsichtig zu fahren, bevor ich in den Wagen stieg und die Fensterscheibe runter ließ. “Du siehst niedlich aus wenn du traurig bist.” sagte ich grinsend und lehnte mich aus dem Fenster. Zurückhaltend lächelte er und gab mir noch einen letzten Kuss bevor er zurücktrat, damit ich vom Hof fahren konnte.

      Hunter | Nach ein paar Stunden unruhigen Schlafes stand ich schließlich auf und brachte Pitch nach draußen. Es war noch dunkel, der Hof verlassen und Pitch genauso überreizt wie ich. Zu allem Unheil regnete es, ein Gewitter bahnte sich an. Wäre ich bei besserer Laune gewesen hätte ich erkannt, dass ein morgendliches Gewitter besser ist, als eines das über Tag käme, wo dann alle Arbeit kurzzeitig stillgelegt werden müsste. Andererseits waren dann genug Leute da falls durch Sturm, Regen oder Blitz irgendwelche Schäden entstehen. Während ich darauf wartete, dass Pitch sein Geschäft verrichtete, zog ich sämtliche Stühle vom Innenhof zur Seite, damit sie im Trockenen standen. Als Pitch auf mich zu lief ging ich wieder rein und nahm mir den Laptop. Dreißig ungelesene Mails. Erst als die Claytons kamen und mich grüßten, sah ich auf und bemerkte wie spät es geworden war. “Alles okay bei ihnen?” fragte Mrs Clayton. “Mir geht es gut.” versicherte ich ihr. Doch sie sah noch immer sehr besorgt aus, als sie sich umdrehte um mit ihrem Mann an die Arbeit zu gehen. Noch zehn Mails. Ich horchte auf als ein weiterer Wagen auf den Hof fuhr. Das musste Mirko sein oder Elizabeth. Interessiert stand ich auf und ging ans Fenster. Es war Mirko. Da ich wusste, dass er nicht zur Begrüßung rein kam ging ich raus. Die restlichen Mails konnten warten. Gemeinsam fütterten Mikro und ich die Pferde, eine Aufgabe, die ich noch ausführen durfte. Während wir die Boxen abliefen fragte Mirko auch noch einmal was passiert war. An ihm war der ganze Aufruhr vorbei gegangen. Trotz meiner nur knappen Ausführung der Geschehnisse hakte er nicht noch einmal nach, sondern ließ mich nach der Fütterung wieder ins Haus gehen. Immer noch zehn Mails… Erst jetzt fiel mir auf, dass eine dieser Mails von Käthe kam. “(Kein Titel)” - Klasse Käthe. Schmunzelnd klickte ich sie an. Sie schrieb, dass sie ein interessantes Vollblut bei ihrer Arbeit in Italien entdeckt hatte. An der Art und Weise wie sie dieses Pferd anpries wusste ich schon, dass sie mir diese Mail nicht ohne Hintergedanken gesendet hatte. Im Anhang fand ich ein Foto des besagten Pferdes. Es handelte sich um einen Strawberry Roan Hengst. Einen Moment lang überlegte ich, doch dann beschloss ich ihr nicht auf die Mail zu antworten. Stattdessen nahm ich mein Telefon zur Hand und schrieb ihr, dass ich die Mail erhalten und lieber persönlich mit ihr darüber sprechen wollte.

      Käthe | Nachdem Erin und ich gefrühstückt hatten stellte ich die Teller in den Geschirrspüler und folgte ihr in den Stall um die Boxen der Pferde zu misten. Wir hatten uns die Arbeit aufgeteilt und so waren wir nach nur einer Stunde fertig. Erin widmete sich Hibana und ich half ihr die Stute von der Weide zu holen, damit keines der anderen Pferde entwischen konnte. Ich beobachtete die Pferde noch eine Weile bevor ich den Weg zum Haus einschlug. Gerade als ich die Tür öffnete fuhr Hunters Wagen auf den Hof. “Konntest du es zuhause nicht mehr aushalten?” rief ich ihm lachend zu als er ausstieg. “Hättest du auf dein Telefon geguckt, wüsstest du wieso ich hier bin! Nutzt du das überhaupt? Wofür hast du denn eins?” fragte er ebenfalls lachend, während er mit Pitch auf mich zuging. Ich griff meine Hosentaschen ab und sah ihn grinsend an. “Damit du her kommst und mich dran erinnerst es zu benutzen?” fragte ich ihn und ging ins Haus. Er folgte mir und sprach weiter: “Dann erzähl mir mal etwas mehr über den Hengst, den du gefunden hast.” verlangte er. Ich setzte mich an den Tisch und überlegte kurz, bevor ich ihm dann alles erzählte was ich von dem Vollblut wusste. “Hunter wartet nun auf meinen Anruf.” schloss ich und sah auf. Verwirrt sah er mich an. “Der Inhaber heißt ebenfalls Hunter.” meinte ich und musste ein Lachen unterdrücken. Er zog eine Augenbraue hoch. “So so… Und du bist dir nicht sicher mit dem Pferd?” fragte er, sprach aber ohne auf eine Antwort zu warten weiter: “Für mich klang das doch alles recht positiv, was schreckt dich ab?” Ich atmete hörbar ein und aus. “Ehrlich gesagt möchte ich ihn unbedingt kaufen. Ich wollte mir nur deine Meinung einholen, da du dich mit englischen Vollblütern weitaus besser auskennst.” Er nickte verständnisvoll. “Das Pferd an sich scheint absolut in Ordnung zu sein. Wenn du gut mit ihm zurecht kommst und für ihn aufkommen kannst, sehe ich nicht wieso du es nicht kaufen solltest.” Wir beschlossen, dass ich mich in den nächsten Tagen bei Hunter melden würde um den Kauf zu bestätigen. Ich beugte mich zu Pitch runter, der sich neben mich gelegt hatte um ihn zu streicheln. “Bleibst du bis heute Abend?” fragte ich Hunter ohne aufzusehen. “Wenn du mich nicht vorher rauswirfst, ja.” Ich sah auf und zog die Augenbrauen zusammen. “Wieso sollte ich dich rauswerfen?” - “Vielleicht nerve ich ja. Arbeiten darf ich schließlich auch nicht.” meinte er grinsend. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und stand dann auf um ins Schlafzimmer zu gehen. “Kochen wir zusammen?” rief ich ihm zu und zog mich um. “Gerne!” antwortete er. “Meinst du Pitch kann alleine bleiben?” fragte ich als ich zurück in die Küche ging und meinen Geldbeutel und meinen Autoschlüssel nahm.

      Hunter | Alles Nötige eingekauft, standen wir zwei Stunden später in Käthes Küche und kochten. Pitch hatte die Zeit in der wir weg waren in einer leeren Pferdebox verbracht und gut überstanden. In einer kurzen Pause lehnte ich mich gegen die Arbeitsplatte, zog mein Telefon aus der Tasche und sah nach ob es irgendwas Neues gab. Ben hatte geschrieben. Er hatte ein Pferd gefunden, das für mich interessant wäre. Schließlich bräuchte ich ja noch eines, das ich mit zu Lagern nehmen könnte und dieses, wäre absolut geeignet. Dass es sehr jung und dadurch fast komplett roh war, schien ihm dabei entgangen zu sein. Ohne ihm zu antworten seufzte ich und steckte ich das Telefon wieder weg.
      Den Abend über überlegte ich stumm hin und her ob ich mir den Drum Horse Hengst vielleicht doch einmal ansehen sollte. Auch Toby hatte nur Gutes für ihn übrig. Immerhin seien auch seine Eltern nicht gerade unbekannt. Ich hatte noch immer nicht geantwortet und beobachtete das Gespräch zwischen den beiden in unserer WhatsApp Gruppe. Erst als ich wieder zu Hause war ließ ich die beiden wissen, dass sie mich überredet hatten. In den nächsten Tagen würde ich mir Thomas, so hieß der Hengst, einmal ansehen.
      6 Aug. 2017 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren

      sadasha
      [​IMG]
      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha

      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei. Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.

      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…

      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.

      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.
    • Occulta
      [​IMG]
      13. Februar 2018 | 14487 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Mit Kopfzerbrechen lag ich wach. Käthe benahm sich wie ein Teenager, der nicht wusste ob er gute oder schlechte Laune hatte. Mit Sicherheit kam es mir auch nur so vor, aber es nervte mich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 2 Uhr morgens war. Noch drei Stunden um Schlaf zu finden, bis der Arbeitstag beginnt. Eigentlich hatte Käthe nichts Schlimmes verbrochen. Wir hatten wenig Kontakt und als wir uns zufällig trafen war es komisch. Da kann Käthe auch nichts für, oder doch? Pitch riss mich aus meinen Gedanken. Er träumte und schlug dabei mit seinen Pfoten gegen das Bett, was mich richtig wach machte. Zwar kannte ich die Geräusche schon und sie versetzten mich nicht mehr in einen Schockzustand wie beim ersten Mal als ich sie hörte, aber dennoch saß ich jetzt kerzengerade im Bett und beobachtete den schwarzen Rüden. Punkt 5 Uhr sprang Pitch auf und lief im Zimmer auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis mich das Geräusch der Krallen auf dem Parkett so nervte, dass ich aufstand um ihn rauszulassen. Bei der Gelegenheit machte ich mich gleich auch fertig für den Tag und bereitete im Anschluss Pitchs Frühstück vor. Mrs Clayton machte nebenbei Kaffee und warf ab und an einen argwöhnischen Blick auf das rohe Fleisch. „Das riecht fürchterlich.“ klagte sie und sog den Duft der ersten Tasse Kaffee ein um den Gestank loszuwerden. „Für Pitch duftet das gut.“ erwiderte ich und deutete zum Retriever, dem der Sabber schon aus den Lefzen hing. Da er dazu neigte sein Futter in einem Drei-Meter-Radius um sich herum zu verteilen wenn er fraß, fütterte ich ihn seit ein paar Monaten draußen. Auch heute stellte ich die Schüssel vor die Türe und Pitch trottete fröhlich hinterher um sein Frühstück auf dem überdachten Platz zu genießen.
      Ein paar Stunden später stand ich mit Kerry in der Reithalle und half ihr mit Vikar und Mephisto. Die beiden Junghengste waren zur Zeit im Beritt und bekamen daher besonders viel Aufmerksamkeit. Kerry hatte es mit Hilfe einer Trainerin bereits geschafft sie an das Zubehör und Reitergewicht zu gewöhnen, sodass nun die richtige Arbeit anfing. Nach gut zwei Stunden saßen wir wieder ab und brachten die zwei in ihre Boxen. “Ist bei Käthe und dir eigentlich alles in Ordnung?” fragte Kerry. “Wieso fragst du?” Wollte sie jetzt wirklich über meine Beziehung sprechen? “Weil sie lange nicht mehr hier war und du warst schon lange nicht mehr bei ihr. Am Hof gehen schon Gerüchte rund, dass es bei euch kriselt.” - “Gerüchte?” fragte ich lachend. “Jetzt lenk nicht ab! Ist alles in Ordnung?” - “Ich weiß es selbst nicht.” meinte ich schulterzuckend und machte mich auf die Suche nach Pitch. “Du solltest mit ihr sprechen, wenn du nichtmal selbst weißt was Sache ist. Das meine ich nicht nur als Psychologin, sondern auch Freundin.” Wahrscheinlich hatte sie damit recht. Sie hatte Recht. Ohne vorher anzurufen packte ich Pitch in den Wagen, den ich irgendwo bei den Weiden aufgegabelt hatte und fuhr los.

      Käthe | “Soll ich dir sicher keinen Helm bringen?” rief Erin mir über den Platz zu. Ich lachte gespielt und verneinte während ich damit beschäftigt war Smooth Gravity zu parieren. Die Stute machte es mir alles andere als einfach. Als ich sie endlich dort hatte wo ich sie wollte hielt ich neben Erin an und rieb mir mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. “Du hättest sie Probe reiten sollen.” sagte sie vorwurfsvoll und reichte mir eine Flasche Wasser. “Sie muss sich erst einleben. Gib ihr etwas Zeit!” erwiderte ich und nahm einen kräftigen Schluck. “Einen Versuch noch!” motivierte ich mich selbst und nahm die Zügel auf. Konzentriert trabte ich die Stute an und wechselte durch die ganze Bahn um die Stute anzugaloppieren. Gravity kam mir jedoch einen Schritt zuvor und machte einen gewaltigen Satz nach vorn um mich abzusetzen. Was ihr gelang. “Du hättest dir einen Helm aufsetzen sollen.”

      Stöhnend rappelte ich mich auf und rieb mir die Schulter. “Was machst du denn hier?” fragte ich Hunter und lief zu Gravity die am Zaun stand und mich beobachtete. “Nach dir sehen.” gab er trocken zurück. “Jetzt hast du mich ja gesehen.” antwortete ich und öffnete das Tor um Gravity zurück in den Stall zu bringen. “Ich lass euch besser allein, ja?” flüsterte Erin und lächelte mir aufmunternd zu bevor sie ging. Ich zog der Stute die Zügel über den Hals, nahm die Trense ab und zog ihr ein Halfter an damit ich sie in der Stallgasse anbinden konnte. “Ich wollte nach dir sehen, weil wir sprechen müssen.” sagte er genervt. “Ich hör dir zu.” sagte ich ohne ihn anzusehen, nahm der Stute den Sattel ab und brachte ihn zusammen mit dem Zaum in die Sattelkammer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob ich den Sattel auf seinen Platz und ging zurück zu Gravity und Hunter. Ich nahm den Hufkratzer aus der Putzbox und hob einen Huf der Stute an. “Du wolltest mit mir sprechen.” erinnerte ich Hunter und begann damit ihren Huf auszukratzen. “Hast du dich verletzt?” wollte er wissen und bemühte sich um eine nicht allzu besorgte Miene zu machen. “Natürlich habe ich mich verletzt, ich wurde gerade in hohem Bogen abgesetzt.” gab ich genervt zurück und drängte mich an ihm vorbei. “Dann fahre ich dich jetzt zum Krankenhaus.” - “Nein das wirst du nicht.” unterbrach ich ihn und sah auf. “Es geht mir gut. Zwei oder drei Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.” - “Das.” Er packte mir forsch an die Schulter. “Ist nicht in zwei, drei Tagen wieder in Ordnung.” Ich stöhnte vor Schmerz auf und gab ihm aus Reflex eine Ohrfeige. “Was sollte das?” fragte ich und sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte meine Frage und bugsierte mich zu seinem Wagen. Pitch folgte uns fröhlich. “Ich bleibe hier!” fuhr ich ihn an und stemmte meine Hand gegen die Tür damit er sie nicht öffnen konnte. “Damit es schlimmer wird und du für Wochen ausgeknockt wirst, weil du nicht sofort zum Arzt gehen wolltest? Machst du das immer so? Sachen aufschieben?”- “Aufschieben?” fragte ich und wirbelte herum damit ich ihn ansehen konnte. “Du meinst also ich schiebe Sachen auf, ja?” - “Ja.” - “Zum Beispiel?” fragte ich und verschränkte die Arme. Er verdrehte genervt die Augen. “Jetzt gerade, zum Beispiel. Aber wenn du nicht willst. Dann geh halt und sitz es aus.” Er ließ mich los. “Ich bin auch der Meinung du solltest das abklären lassen…” warf Erin ein die, allem Anschein nach, schon eine Zeit lang in der Haustür stand und mitgehört hatte. Ich sah sie an und atmete hörbar aus. “Ich muss mich um…” begann ich, musste aber unterbrechen als Hunter die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz schob. “Danke!” rief er Erin zu und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. Er zog die Tür zu und verriegelte das Fahrzeug. “Hunter! Das ist Entführung!” rief ich und sah ihn an. “Sobald du aus dem Krankenhaus raus bist, fahre ich dich gerne zur Polizei, damit du mich anzeigen kannst.” meinte er spitz und fuhr los. Genervt schnallte ich mich an und sah aus dem Fenster. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort miteinander. Auch im Krankenhaus schien es nicht besser zu werden. Die Notaufnahme war brechend voll und man teilte mir mit, dass es zirka 2 Stunden dauern würde bevor ich dran war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und ging nach draußen, wo ich mir von einem jungen Mann, der etwa mein Alter hatte, eine Zigarette lieh. Normalerweise rauchte ich nicht, aber manchmal war es eine Erfüllung.

      Hunter | Ich ging davon aus, dass Käthe frische Luft schnappen wollte, daher folgte ich ihr nicht sondern wartete geduldig. Als ich geistesabwesend aus dem Fenster sah konnte ich meinen Augen nicht glauben. Käthe mit einer Zigarette? Seit wann rauchte sie? Ohne nachzudenken ging ich raus und sah sie verwirrt an. “Was hab ich noch verpasst?” fragte ich fast schon enttäuscht, dass ich nichtmal davon etwas wusste. “Ich habe drei neue Pferde und habe die mobile Pferdepflege aufgegeben um meine Trainerlizenz zu erhalten und… sonst eigentlich nichts.” antwortete sie und blies mir den Rauch entgegen. Resigniert nickte ich und zog meine Schachtel Zigaretten aus der Tasche um mir eine anzumachen. “Wie sieht es bei dir aus?” fragte sie und sah mich an. “Wenn sich bei mir etwas Großes bewegt hätte, wüsstest du davon.” - “Das ist also der Grund weswegen du dich nicht mehr gemeldet hast.” - “Was?” verwirrt sah ich sie an. Ich hatte keine Lust wieder zu diskutieren. “Ach vergiss es!” sagte sie, warf ihre Zigarette auf den Boden und ging wieder hinein.

      Nach zwei Stunden wurde Käthe endlich aufgerufen. Die Schulter und der Ellenbogen waren geprellt und der Arzt riet ihr sich zu schonen. Dass sie das nicht tun würde stand außer Frage. “Wieso hast du dich nicht gemeldet?” fragte Käthe leise. “Weil ich nicht sicher war ob es richtig wäre. Deinem Vater ging es nicht gut und ich dachte du würdest dich lieber erstmal auf ihn konzentrieren. Ich wollte nicht stören. Ich war mir sicher, dass du dich gemeldet hättest, wenn es wieder passt.” - “Danke, jetzt fühle ich mich schlecht!” rief sie und rutschte tiefer in den Sitz hinein. Ich lachte leise. “Noch schlechter?” Doch anstatt zu antworten nickte sie nur. “Ich habe oft überlegt dir zu schreiben oder einfach vorbei zu fahren aber ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.” Seufzend stieg ich aus und ging um den Wagen herum um Käthe die Tür zu öffnen. “Also waren wir in etwa gleich blöd.” schloss ich und warf die Tür zu, nachdem Käthe ausgestiegen war. “Kann man so sagen, ja.” antwortete sie und lächelte. Wie sie da stand, noch immer an den Wagen gelehnt und lächelnd trotz ihrer Verletzung an der Schulter, war sie der schönste Mensch, den ich mir jetzt gerade vorstellen konnte. Es fühlte sich an als hätte jemand die Zeit angehalten, doch mein Herz raste dagegen an. Wie gerne würde ich sie jetzt... Doch ich hielt mich zurück. Wir hatten gerade erst unseren bisher größten Konflikt gelöst und da konnte ich jetzt nicht... oder doch? Unwillkürlich sah ich mich vor ihr, hatte meine Hände an ihre Hüfte gelegt und berührte sanft ihre Lippen mit meinen. Es war kein richtiger Kuss, es war mehr eine kaum spürbare Berührung. Doch sie weckte mich aus meiner Trance. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper und riss mich ein paar Schritte von ihr weg. Noch immer pochte mein Herz so stark, als wolle es mir aus der Brust springen. Ich atmete hörbar aus und fuhr mir durch die Haare, während ich mich langsam wieder beruhigte und zu ihr umdrehte. “Ist alles in Ordnung?” fragte Käthe besorgt und rieb sich die verletzte Schulter. “Alles Bestens.” gab ich verschmitzt lächelnd zurück. “Ich muss leider wieder fahren. Isaac ist heute quasi Alleine mit den Pferden und da muss ich mithelfen.” - “Schreiben wir heute Abend miteinander?” fragte sie, während sie auf mich zu kam und umarmte. “Ich habe dich wirklich vermisst.” flüsterte sie leise und lehnte ihren Kopf auf meine Brust. “Ich hab dich auch vermisst. Ich schreibe dir wenn wir mit den Pferden durch sind.” Ich konnte sie zwar nicht sehen, spürte aber dass sie zufrieden lächelte. “Dann schaue ich mal wie weit Erin mit den Pferden ist.” - “Melde dich, wenn du mich brauchst. Ich kann Isaac auch mal alleine lassen.” meinte ich schmunzelnd und öffnete die Fahrertür. “Mache ich, versprochen!” sagte sie lächelnd und entfernte sich ein paar Schritte vom Wagen damit ich fahren konnte.

      “Auch mal wieder da?” rief mi Isaac zu, der gerade mit Mr. Raw Depression von den Feldern zurück auf den Hof kam, als ich aus meinem Wagen stieg. Es war mittlerweile Spätnachmittag und eigentlich hätte ich ihm helfen müssen die Pferde zu versorgen, weil Kerry nur bis mittags da war. Entschuldigend hob ich die Hände und kam mit Pitch im Schlepptau zu ihm. “Es kam leider etwas dazwischen. Wer muss noch gemacht werden?” Isaac taxierte mich kritisch, während er Mr. Raw Depression auf eine unscheinbare, ruhige Art die Leviten las, da der Hengst versuchte einfach weiterzulaufen, obwohl Isaac stehen geblieben war. “Du kannst deine Vollblüter als abgehakt sehen. Ehrengold, Raving Hope Slayer und PFS Strolch hatte Kelly noch auf die Rennbahn gelassen und Slap Happy, Blütenzauber, Bear Totem’s Denali, Moulan, Riven in a Dream, Scarlet in Birth, LMR Lady Luna, PFS’ Savory Blossom, Happy Fantasy und CHH’ Classic Spring hab ich in der Führanlage laufen lassen. Golden Sugar, Stars of Magic, PFS’ Storm Cat, Little Miss Backyard, Fantastic Sonata, Rouge Trap, What Rainbow und Bear Brooks Denahi hat Kerry glaube ich zusammen von der einen zur anderen Weide geschickt. Keine Ahnung welcher Sinn dahinter stand, aber die Fohlen sind damit alle bedient gewesen, sodass ich sie zwischendurch nur zurück in die Boxen gebracht hatte. Immerhin soll es kommende Nacht wieder frieren. Achja, Benji und Niffler haben sich heute in den Haaren gehabt, die hab ich jetzt getrennt gestellt. Nicht dass du dich wunderst. Wir müssten jetzt noch die Großen machen und Verdine.” - “War Ruby da?” Isaac nickte. “Ja, war sie. Sie hat Braddock ‘The Parrot’ bewegt und ist dann wieder abgezischt. Die war wegen irgendwas verstört, schlechte Noten, Beziehungsdrama, weiß der Geier… Apropos Beziehungsdrama…” Wieder taxierte der Ire mich und wartete auf eine Antwort. Doch ich beschloss nicht auf diese Anspielung einzugehen. “Gut, dann schnappe ich mir als erstes Iseabail und Lady Lyneth Bowen. Du nimmst dir bitte Magical Touch und Felan vor.”
      Gesagt getan, beide machten wir uns an die Arbeit. Isaac ließ immer wieder Sticheleien vom Stapel und versuchte aus mir herauszuquetschen was denn jetzt mit Käthe und mir war, doch ich genoss es ihm den Gefallen nicht zu machen. Soll er ruhig ein bisschen grübeln, wenn es ihn so brennend interessierte. Nachdem die Stuten bewegt waren, blieben uns nur noch Mister Blockhead und Thomas. Als auch diese beiden Hengste zufrieden und müde in ihren Boxen standen war es schon längst Dunkel geworden. Die Uhr zeigte 11 Uhr abends. “Danke.” sagte ich knapp als Isaac sich in seinen Wagen schwang. “Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.” gab er zurück und knallt die Tür zu um loszufahren. Lachend wandte ich mich ab und ging noch einmal über den Hof um alle Tore und Türen zu kontrollieren. Nebenbei sammelte ich Pitch ein, der sich in einer leeren Box auf Mäusesuche begeben hatte. “Komm Junge.” rief ich und der schwarze Rüde folgte, wenn auch widerwillig. Als ich mir sicher war, dass der Hof gut abgeriegelt war ging ich ins Haus und sprang erstmal unter die Dusche, ehe ich mich aufs Bett warf und mein Telefon aus der Tasche kramte um mich bei Käthe dafür zu entschuldigen, dass es so spät geworden war.
      13 Feb. 2018 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren
      Canyon gefällt das.
      sadasha
      [​IMG]
      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.
      11 Juni 2018 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren
      sadasha
      [​IMG]
      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde

      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.
      1 Nov. 2018 Bearbeiten Löschen Melden
      Gefällt mir Zitieren
      sadasha
      [​IMG]
      1. April 2019 | von sadasha
      Frühlingseinbruch
      Den Kopf auf eine Hand gestützt, saß ich auf dem Hocker in der Sattelkammer. Ich starrte die offene Dose Lederfett an, die vor mir auf dem Boden stand, sah sie jedoch nicht. Ich war mit meinen Gedanken bei meinen Eltern, suchte Lösungen für das Dilemma, das sich um sie wob, wie ein giftiges Netz. Die Nachricht vom Schlaganfall meines Vaters hatte mich vor zwei Tagen aus der Bahn geworfen. Meine Mutter war vollkommen aufgelöst und lief herum wie ein aufgescheuchtes Huhn, wenn man sie besuchte. Sie fand sich alleine nur schwer zurecht. Jahrzehnte lang hatte sie meinen Vater an ihrer Seite, ihr Ruhepol, ihr Anker. Jetzt war er im Krankenhaus und kämpfte mit den Folgen des Schlaganfalls. Die Ärzte wollten uns nicht zu viel versprechen, er würde vielleicht wieder gehen lernen, vielleicht wieder sprechen können, aber sein Geist war sehr mitgenommen. Ich hatte meine Mutter wegen ihrer ebenfalls schlechten Verfassung nach Hause geholt. Hier konnte ich immer ein Auge auf sie werfen, sie ablenken. Mein Team half mir dabei und es zeigte bereits Wirkung. Aber war das die Lösung? Sicher nicht. Ich musste mir für die Zukunft etwas anderes überlegen.
      Ich seufzte und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Jemand hatte die Tür hinter mir geöffnet. Als ich mich umwandte sah ich, dass es Kerry war. Sie brachte Sattel und Trense von Vikar nach ihrem Training zurück. „Vikar kam heute aus dem Schwitzen kaum noch raus. Auch die anderen Kaltblüter tun sich schwer mit dem plötzlichen Frühlingseinbruch. Kannst du mir helfen sie zu scheren? Ich bin mit der Maschine so unsicher.“, fragte sie, als sie das Zubehör fertig verstaut hatte und sich zum Gehen wandte. Ich nickte zum Sattel auf dem Bock vor mir. „Ich mach den noch fertig, dann komme ich.“
      Kerry hatte Tank auf die Stallgasse geholt und ihn gründlich geputzt. Der Shirehengst sah mich aufmerksam an, als ich mich mit der Schermaschine näherte. Er war meistens entspannt. Das Scheren kannte er und gerade ihm mit seinem schwarzen Fell, war es immer eine große Erleichterung, wenn wir ihm beim Fellwechsel halfen. „Ich hol schon mal den nächsten Kandidaten, dann kann ich Putzen, solange du Tank scherst.“ Abermals nickte ich und schloss die Maschine am Strom an. Ich stellte eine recht kurze Haarlänge ein und begann am Hals gegen den Strich zu scheren. Kerry hatte die Mähne fest eingeflochten, sodass sie mich jetzt nicht störte, selbst wenn sich Tank einmal schüttelte. Ich nahm mir die Zeit um langsam die Bahnen zu ziehen und auf Unebenheiten zu achten. Schließlich wollte ich den Hengst nicht verletzen. Immer wenn ich absetzte prüfte ich die Temperatur der Schermaschine. Wurde sie zu heiß, setzte ich für ein paar Minuten aus, damit sie sich abkühlen konnte. Nach Tank war Felan an der Reihe. Kerry brachte den Hengst weg und ich ging eine Stallgasse weiter um die Schimmelstute zu scheren. Felan war auch sehr ausgeglichen und ruhig. Der Krach der Schermaschine machte ihr nichts. Ihre dunkle Haut ließ das Fell grau erscheinen. Kerry half mir beim Po und hob den Schweif an, da Felan ihn nicht von selbst hochnahm, wenn ich in die Gegend kam. Dadurch dass die Stute deutlich kleiner war, als Tank war ich auch viel schneller mit dem Scheren fertig. Kerry hatte dennoch schon das nächste Pferd fertig geputzt. Schneemann war zwar auch weiß, hatte aber eine helle Haut, da er kein Schimmel war. Er bekam eher einen rosa Touch, wo die Haut durchschimmerte. Während ich ihn scherte, putzte Kerry Uschi, deren Dapples beim Schervorgang deutlicher zum Vorschein kamen. Eine Herausforderung stellte Maeyr dar. Der Hengst war mal wieder in Höchstform und schnappte immer wieder nach mir, wenn ihm eine Stelle nicht passte. Als ich seine Spinnereien satt hatte bat ich Kerry ihn abzulenken, damit ich den Schervogang in Ruhe abschließen konnte. Auch Mister Blockhead war nicht begeistert vom heutigen Tagesprogramm. Nach ihm legten wir erstmal eine Pause ein und aßen zu Mittag.
      „Holt ihr die anderen? Wir haben für Alle gekocht.“, bat meine Mutter, als wir die Küche betraten. Sie sah glücklich aus. Mrs. Clayton deckte im Hintergrund den Tisch. Es roch köstlich nach gebratenem Fleisch und Rosmarin. Kerry und ich teilten uns auf und holten den Rest des Teams. Ein so üppiges Essen hatten wir selten. Meistens gab es Eintöpfe, Suppen, irgendwas, das sich schnell für eine große Truppe anrichten ließ. Jetzt wo Mrs. Clayton jedoch die Hilfe von meiner Mutter hatte tischten sie gemeinsam auf. Sie waren ein ausgezeichnetes Team. „Als nächstes scheren wir Mephisto und Buck or Two. Dann sind es nur noch die übrigen Stuten.“, erklärte Kerry. Liz sah auf. „Das macht ihr also den ganzen Tag! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit die Fohlen an das Geräusch gewöhnen?“, schlug sie vor. Ein zustimmendes Murren ging durch die Reihe, da niemand den Mund leer hatte um in Worten zu antworten. Den Rest des Essens diskutierten wir aus wie dir das Fohlentraining am besten einbringen konnten ohne die Kleinen komplett zu verschrecken. Am besten ging das mit den sehr routinierten Stuten. Xana, Venetia, Ramira und Sovereign boten sich an.
      Nach dem Essen ging es dann an die Umsetzung. Ich begann damit die Stuten zu scheren und Kerry sah immer mal wieder mit einem der Fohlen vorbei. Zuerst mit Hester, die das Alles recht wenig interessierte. Gut für sie, denn als Tinker würde die später öfter in den Genuss kommen zum Fellwechsel geschoren zu werden. Aber auch die Vollblutfohlen Little Miss Backyard, What Rainbow und Framed in Fantasy konnten sich mit dem Geräusch und dem Vorgang etwas vertraut machen. Als die vier Stuten unseres Vertrauens durch waren mit Scheren, fehlte nur noch Stonery. Auch sie wurde heute von überschüssigem Winterfell befreit und anschließend mit einer leichten Decke eingedeckt.
      Der nächste Tag begann ganz standardmäßig. Es war für mich schon so normal, meine Mutter im Haus zu haben, dass es sich unnatürlich anfühlte, sie demnächst wieder wegzuschicken, damit sie weiter mit meinem Vater leben konnte. Doch für den Moment genoss ich ihre Anwesenheit und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt. Sie hatte sogar Pitch raus gelassen, sodass ich sofort an die Arbeit mit den Pferden gehen konnte. Ich schnappte mir zuerst Ehrengold und Sunday Morning und steckte sie in die Führanlage, die beiden braunen Hengste verstanden sich erstaunlich gut und so konnte man sie halbwegs unbeaufsichtigt ihre Runden drehen lassen. Von der Reithalle aus konnte ich sie beobachten. Ich machte mir Riven in a Dream fertig und wärmte sie zuerst einmal gründlich auf. Als ich damit fertig war betrat Isaac mit Mikado in die Halle. „Keine Stangen aufgebaut? Bist du krank?“ Ich lachte. „Kein Bedarf. Aber nur zu, wenn du Stangenarbeit machen möchtest: Fühl dich frei.“, gab ich zurück und trabte Riven an. Isaac beließ es für seine erste Trainingseinheit des Tages dabei und baute erst nachdem er Mikado weggebracht hatte ein paar Stangenlektionen auf. Ich hatte nun PFS Strolch unter mir und nutzte die Stangen ebenfalls. Da Isaac jetzt den Halbbruder PFS' Straight Alignment ritt kamen wir mit den Abständen in etwa hin, wenngleich Ally ein Stückchen kleiner war. Die Schrittlänge war erstaunlicher Weise recht ähnlich. Nach dem Mittag schnappte ich mir zuerst Golden Sugar und später Reverence und machte ihn für den Geländeparcours fertig, der sich endlich wieder bereiten ließ, nach all den nassen Tagen. Die Hofeigene Strecke hatte ich für mich alleine, da heute nur Isaac als Trainer auf dem Hof war. Er blieb jedoch den Tag über in der Halle. Die Stuten PFS' Savory Blossom und Essence of Life würde das freuen, da sie sonst gleich gewaschen werden müssten, was keine von ihnen sonderlich mochte. In der Führanlage liefen, als ich von meiner Geländesession zurück kam, Rouge Trap, PFS' Storm Cat, Tainted Whiz Gun und CHH' Classic Spring. Damit waren die Vollblüter für heute bewegt. Frei war mein Nachmittag jedoch trotzdem nicht, da ich noch ein paar Besorgungen für die Schmiede machen musste. Erst als ich spät Abends wieder nach Hause kam, hatte ich endlich frei und konnte mit Pitch die Ruhe genießen.
    • Occulta
      Eine Herde bekannter Gesichter
      Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, Piroschka, Riven in a Dream, PFS' Strolch, PFS' Savory Blossom, PFS' Straight Alignment, Corde de la Cerise, Eismärchen, Blue Moon II, Louvré, PFS' Ljúfa, PFS' Lyskra, Raving Hope Slayer, Co Pilot de la Bryére, Moon Kiddy, Dancing Moonrise Shadows, Iskierka, A Winter's Tale, Empire State of Mind, Senda Oscura, Dourada Estrada, One Cool Cat, Unbroken Soul of a Rebel, Daedra, PFS' Counterfire, Phantom, Mikke, Kaythara El Assuad, All Pride, Nosferatu, Drømmer om Død

      Vor gut einer Woche hatte ich das Team informiert, dass heute «besondere Umstände» unsere unsere Zeit in Anspruch nehmen würden. Die Rede war von der Ankunft einer ganzen Horde von Pferden, die wir von Hunter Crowley und dessen Bekannten übernahmen. Es gab auf den jeweiligen Gestüten eine Umstrukturierung und in Folge dessen waren viele der Pferde zum Verkauf gestanden. Schon vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein paar von Hunters Pferden zu mir geholt, unter anderem den von mir heiss geliebten Vollblüter Raving Hope Slayer. Diesmal waren es aber vor allem Pferde, die ich bereits kannte und die zum Teil sogar auf Pineforest ihre ersten Schritte überhaupt getan hatten. So etwa Savory Blossom, die hübsche Blütenzauber-Tochter. Auch zwei Stromer-Nachkommen waren unter den Rückkehrern: Straight Alignment und Strolch. Auf letzteren war ich besonders gespannt, denn vom Hören-Sagen her glich er seinem Vater auf’s Haar, abgesehen von der leicht dunkleren Fellfarbe. Ally war ein stattlicher junger Hengst mit reichlich Potential für Military, wie ich ihn einschätzte. Piroschka kehrte ebenfalls wieder zurück - sie hatte seit ihrem Verkauf irgendwie ihren Weg zu Hunter gefunden, und nun durfte sie ihre alten Kolleginnen, insbesondere Moon, wiedersehen. Ausserdem war da noch Corde de la Cerise - eine Warmblutstute von, wer hätte es gedacht, Co Pilot. Praktische Grösse, hübsch dunkelbraun mit Dapples und ähnlich sensibel wie ihr Vater. Das war auch einer der Gründe, warum ich sie zu mir hatte nehmen wollen; in fremden Händen wäre ihre Zukunft recht ungewiss gewesen. Da ich aber die Launen und Macken dieser Blutlinie nur zu gut kannte, war ich sicher, damit umgehen zu können. Eine weitere Herausforderung bot sich mit Eismärchen, einer halbblinden Ponystute. Womöglich machte ich mir dazu aber mehr Gedanken als nötig, denn die Stute war laut Hunter unkompliziert und ruhig. Ganz neu war auch Mikado, eine Vollblutstute, die mich rein äusserlich ein wenig an Sympathy of the Devil erinnerte, jedoch charakterlich eher auf der scheuen Seite zu sein schien. Und natürlich der kleine Louvré, den ich schon vor einer Weile gekauft hatte, der aber bis anhin noch bei Hunter auf der Fohlenweide einquartiert war. Zu guter Letzt gab es noch einen Rückkehrer besonders zu erwähnen: Riven in a Dream. Die schwarzbraune Stute war auf dem Bear Brook Gestüt liebevoll umsorgt worden und befand sich körperlich in einem top Zustand. Ich freute mich schon darauf, sie wieder unter dem Sattel zu haben.

      Wir waren schon am Vortag nebst den Routinearbeiten eifrig damit beschäftigt gewesen, die Boxen einzurichten. Ich hatte beschlossen, ein paar Verschiebungen in der Boxenreihenfolge vorzunehmen, damit es bei den Neulingen keine Zankereien mit den benachbarten Pferden gab. Natürlich konnte ich nur raten, wer sich am besten mit wem vertragen würde. Aber meistens hatte ich eine Art Gespür dafür – schliesslich hatte ich es schon öfter mit wählerischen Kandidaten wie zum Beispiel der zuckersüssen Iskierka zu tun gehabt, die ihren ersten paar Nachbaren am liebsten durchs Gitter an die Kehle gegangen wäre und erst Ruhe gegeben hatte, als sie die Box mit nur einseitiger Nachbarschaft, verkörpert durch A Winter’s Tale, bekommen hatte. Das lag vermutlich daran, dass Thalia gegenüber anderen Pferden nicht so aufdringlich war wie viele andere der vierbeinigen Genossen. Jedenfalls hoffte ich, dass sich alle irgendwie arrangieren würden. Vor dem Mittag bereiteten wir nun auch die Transporter vor; den vierplätzigen Camion und zwei gewöhnliche Zweier-Anhänger. Die Fahrt nahmen wir kurz nach dem Mittag in Angriff. Im Nachbardorf trafen wir wie geplant auf Rosie, die ebenfalls zwei Pferde abholen wollte. Unsere Karavane kam ohne tragische Verspätung am Zielort, dem Bear Brook Gestüt, an. Dort wurden wir fröhlich in Empfang genommen, sobald wir organisiert-praktisch auf dem Parkplatz verteilt waren. Um die weniger verladefreudigen unter den Pferden nicht unnötigem Stress auszusetzen, planten wir kurz, wem welche Aufgabe zuteilwurde. Leute hatten wir mehr als genug zur Verfügung. So wurde Schlag auf Schlag ein Pferd nach dem anderen in die Transportvehikel geführt und alles gesichert. Weil wir geschickterweise die mutigeren Kandidaten gleich als Vorbilder voraus verluden, gingen eigentlich alle problemlos rein, sogar die zappelige Cerise. Die Klappen wurden schwungvoll geschlossen und es wurden zufriedene High-Fives oder Schulterklopfen ausgetauscht. «Ich hoffe, wir hören trotzdem bald wieder von euch», wandte ich mich leicht besorgt an Hunter. Der beschwichtigte mit einer Handbewegung und einem Zwinkern. «Keine Angst, wir sind ja nicht von der Welt. Aber in nächster Zeit werden wir nur leider sehr beschäftigt sein.» Ich grinste und nickte wohlwissend, dann verabschiedeten wir uns mit einer freundschaftlichen Umarmung.

      Zuhause wurde es doch noch etwas hektisch. Zwischen dem aufgeregten Wiehern der Pferde und dem tänzelnden Hufgetrappel dirigierte ich so gut es ging die Zweibeiner, während ich selber eine schnaufende Cerise am Strick hatte. Es gab Gequietsche zwischen den neuen Boxennachbaren, und manche der Neulinge drehten zunächst unruhige Runden im Stroh. Als der Heuwagen kam, beruhigte sich die Stimmung deutlich. Ich half noch mit, die Transporter zu reinigen und zu versorgen, dann machte ich eine Kontrollrunde, wobei ich zuallererst zur Fohlenweide stiefelte, um nach Louvi zu sehen. Der junge Hengst wurde wie erwartet aufdringlich beschnuppert und sein helles Fell gründlich inspiziert, aber die Begrüssung schien friedlich zu bleiben. Ich bat Lewis trotzdem, ein Auge auf die Gruppe zu halten. Als nächstes lief ich durch den Innenhof des Hauptstalls und warf einen Blick durch die Fenster. Strolch kaute zufrieden auf seinem Heu herum, aber Ally schien noch immer unruhig zu sein und rührte seinen Haufen nicht an. Ich ging ins Innere des Stalls und betrat die Box des Hengstes. «Hey, big boy. It’s allright, you’re home», murmelte ich, und streichelte seinen dunkelbraunen Hals. Er wieherte mir zum Dank direkt ins Ohr. Ich rieb mir symbolisch die Ohrmuschel und verzog das Gesicht. «Got a tinitus?», lachte Ajith, der mit der Schubkarre durchkam. «Almost…» Der Pfleger kam näher und warf ebenfalls einen Blick in die Box. Dann meinte er: «Don’t worry, I’ll check frequently to see if he’s fine.” Er ahnte, dass ich mir mehr Sorgen als nötig machte, weil ich noch zu genau im Kopf hatte, was mit Allys Vater geschehen war. Ich wusste, dass die beiden Pferde trotz ihrer Verwandtschaft völlig unterschiedlich waren und es bei Stromer einfach Pech gewesen war, aber ich konnte nicht anders als daran zu denken, wenn ich die Nachkommen meines Lieblings so aufgewühlt und gestresst sah. Ich bedankte mich bei Ajith – der Pfleger war in solchen Momenten ein Segen. Mikado und Savory waren ruhig, Riven schien sich auf Anhieb wieder wohlzufühlen. Cerise konnte sich kaum entscheiden zwischen Fressen, Nachbaren beschnuppern und in der Gegend herumglotzen. Ich lachte bei dem Anblick der höchst beschäftigten Stute. Typisch junges Pferd. Wenig später ging ich zur Stutenweide, um Ljúfa zu putzen. Ljúfa und ihre kleine Tochter, um genau zu sein. Das Fohlen war seit ein paar Wochen auf der Welt und bereits ziemlich mutig unterwegs. Sie verlief sich auch öfter mal und folgte dann einer anderen Stute, bis Mama Ljúfa sie mit angelegten Ohren zurückeroberte. Besonders frech in dieser Hinsicht war Chanda. Die Criollo Stute war ein ausgesprochener Fan des Föhlchens und lockte die Kleine jeweils fast schon zu sich. Aber natürlich liess Ljúfa nicht zu, dass das graue, flauschige Ding zu lange von ihrer Seite wich. Anfangs hatte ich die Situation besorgt aufmerksam beobachtet, aber nun waren die beiden aus dem gröbsten raus. Die kleine trug übrigens den Namen Lyskra.

      Gegen Abend wollte ich bereits zum ersten Mal eines der neuen Pferde ausprobieren. Ich entschied mich für Strolch. Sein cremefarbenes Fell war besonders beim Hals vorne ganz weich und hatte einen seidigen Glanz, typisch für Champagne. Vom Farbton her war es dem seines Vaters sehr ähnlich, aber die Haut darunter war an manchen Stellen nicht rein rosa, sondern ganz leicht dunkelgrau gesprenkelt. Von weitem erkannte man das kaum, aber als ich direkt neben ihm stand und mit den Fingern den Nüstern entlangstrich, konnte ich die einzelnen Fleckchen zählen. Strolch spielte mit seiner Oberlippe, als ich den Zeigfinger darauf tippte. Wenig später gähnte er ausgelassen und streckte dabei seine Zunge raus, weil ich eine etwas verspannte Stelle beim Kreuzdarmbein mit dem Striegel traf. Ich massierte dort noch etwas länger und er verzog genüsslich das Maul. «Na du Albino-Giraffe», grüsste Jonas laut, und strich dem jungen Hengst ebenfalls kurz über die Stirn. «Was machst du mit ihm?» «Bisschen auf den Platz, dachte ich.» Ich gab ihm einen Begrüssungskuss. «Ich hab ne bessere Idee.» «Die wäre?» «Ich nehm Empire und wir gehen zusammen zu Rosie rüber. Sie hat uns zu einer Tasse Tee eingeladen.» «Mit Strolch? Er ist gerade erst angekommen, ich weiss nicht, ob das schlau ist…» «Ach was. Das ist nicht anders, als wenn er auf einem Turnier wäre. Sagen wir, ein Patrouillenritt. Oder eine Fuchsjagd.» «’Kay, wenn man es so betrachtet…» «Genau. Ich hab immer recht.» «Stimmt doch gar nicht», protestierte ich lachend, und stupste ihm in die Seite. Wir einigten uns auf einen kurzen Besuch und ich machte Strolch fertig, während er Empire sattelte. Wir liessen die beiden beim Aufsteigen einander beschnuppern – es gab nicht einmal ein Gequietsche. Es schien, als würde Strolch den älteren, erfahreneren Hengst ohne Hinterfragen als Chef akzeptieren. «Cleverer Bursche», murmelte ich und klopfte ihm auf den Hals. Wir ritten los und kamen bis zur Holzbrücke, ehe Strolch dann doch ein wenig Unwohlsein zeigte. Die vom Regen der vergangenen Tage noch etwas feuchten Planken schienen ihm nicht geheuer zu sein. Ich ritt ihn geduldig heran und liess ihn den Untergrund untersuchen, doch auch das überzeugte ihn zunächst nicht von unserer Idee. Schliesslich klappte es, als Empire direkt vorausging und er sich quasi hinter dem Schimmel verstecken durfte. Ich lobte ihn ausgiebig und war froh, ein so wohlerzogenes Lehrpferd an unserer Seite zu haben. Empire konnte zwar auch anders, das wusste ich, aber zumindest im Moment war auf ihn verlass. Wir setzten den Weg fort und kamen in ganzen Stücken bei Rosie an. Die junge Stallbesitzerin empfing uns und wir konnten die beiden Pferde wie gewohnt in zwei ihrer leeren Boxen stellen – derer sie auch nicht mehr so viele hatte, wie ursprünglich. Zwei neue Morgan Horses wohnten nämlich nun auf der Wilkinson Farm, zwei prächtige Tiere. Das eine mit goldgelbem, glänzenden Fell und das andere so schwarz wie die finsterste Nacht. «How do you like them? I must admit - I instantly fell in love when I saw them”, schwärmte Rosie. “They are quite handsome, that’s true. The golden one is a champagne, I suppose?” “Of course. Dourada Estrada. The mottled skin and green eyes are unmistakable. I love that green sheen.” “This is kinda funny. Did you take a close look at my new fellow over there?” Wir wechselten zu Strolch und Rosie musterte ihn neugierig. «He’s a son of Stromer, right?” “Jup.” “He sure looks like his daddy…» «Nah, look at his eyes.” “OH!” Wir lachten herzhaft. “I really didn’t notice – must have been the dim light in here…” “What a coincidence, right?” “Yeah!” Wir blieben noch einen Moment im Stall bei den Pferden (Senda Oscura wurde uns auch noch vorgestellt), dann wechselten wir ins Haus und genossen eine Tasse Tee. Bevor es ganz eindunkelte machten Jonas und ich uns schliesslich auf den Heimweg.

      Bei der letzten Stallkontrolle vor dem Zubettgehen hatte Ally seinen Heuhaufen schliesslich auch ratzeputz aufgefressen, und Savory streckte sich diese Nacht sogar schon entspannt im Stroh aus, was man an ihrem reichlich dekorierten Schweif am nächsten Morgen erkannte. Überhaupt hatten sich viele der Neuen über Nacht schon etwas eingelebt. Wir begannen an diesem Morgen, alle in den gewöhnlichen Tagesablauf zu integrieren. Dazu gehörte natürlich auch Bewegung. Ich ritt am Morgen deshalb nebst One Cool Cat, Rebel, Moon und Phantom auch Riven – allerdings nicht auf der Rennbahn, sondern auf dem Sandplatz. So kurz vor dem Mittag war die Luft schon sehr aufgeheizt und wir schwitzten beide so viel, dass wir nach dem Galopp fast frisch geduscht aussahen. Ich wollte Riven (und mich selbst, mit meiner zarten, bleichen Haut) nicht mehr zu lange der Sonne aussetzen, also verzichtete ich auf allzu ausgiebiges Ausschreiten und steuerte schon den Ausgang an, beziehungsweise Waschplatz. Aber so weit kam ich nicht – mein Smartphone klingelte vorher. Überrascht nahm ich ab. «Cooper?» «Hi Occulta. I have to reorganize my barn and prepare for future breeding projects. Would you like to take back Felicita? And there’s Odyn, too – the son of Mikke. And I have a Mare out of Burning Spring that I’m sure you would like.” “Are you kidding me??” “No, why?..” Ich konnte es nicht fassen – noch mehr Pferde? Die Sonne brannte auf meine Oberschenkel, und Riven scharrte ungeduldig. «Coop?», fragte ich, um zu sehen ob sie noch dran war. «Yes?» «I have to think about it – and discuss with Jonas…” “No Problem. Hey – is it so very hot in England, too? We had to train the horses even earlier in the morning than usual. At eight o’clock it was already 77 °F over here…” “Yeah Cooper, I’m drowning in my own sweat right now. That’s why – let’s hang up, I really need to go take a bath together with my horse”, drängte ich. “Oh my, you’re still out? I’m sitting here with an ice cream, enjoying the fan in front of me.” “Whatever. Bye, I’ll call you back later.” Ich hängte lächelnd auf, dann stopfte ich das Smartphone in die Po-Tasche und ritt Riven zügig zum Hauptstall zurück. Ich sprühte sie gründlich von Huf bis Kopf ab und streifte dann das überschüssige Wasser mit dem Schweissmesser ab. Sie schnaubte ein paarmal und hielt den Hals entspannt waagrecht. «That’s much better girl, right?», murmelte ich liebevoll. Ich wusch mir selbst rasch das Gesicht, dann führte ich die Stute in ihre Box, wo sie bis zum Abend bleiben würde – wir stellten die Pferde im Sommer erst Abends auf die Weide, um sie nicht den Bremsen zu servieren. In der Stallgasse des Hauptstalls war es zum Glück etwas kühler als draussen. Alle Fenster waren geöffnet und eine leichte Brise sorgte für gelegentlichen Luftaustausch. Trotzdem machte ich mir natürlich Gedanken, wie man es den Pferden noch angenehmer machen konnte. Eine Klimaanlage im ganzen Stall kam jedoch leider nicht in Frage – die Stromkosten wären nicht tragbar. Etwas Besseres fiel mir momentan auch nicht ein. Ich begab mich ins Haus, um das Mittagessen, ein Birchermüsli mit Früchten, vorzubereiten. Auf etwas warmes hatte niemand Lust. Zum Nachtisch gab’s dann auch ein Eis. Lily hatte im Supermarkt Wassereis gefunden, in das Gummibärchen eingefroren waren. Unerwartet lecker für ein vermutlich überzuckertes, künstlich gefärbtes Produkt. Ich rollte die Augen beim blossen Gedanken daran und schleckte genüsslich weiter. Beiläufig stellte ich mich neben Jonas und lehnte mich leicht an ihn. Er durchschaute mich sofort. «Was führst du jetzt wieder im Schilde?» «Gar nichts. Verdächtige mich doch nicht immer gleich.» «Dann darfst du mir aber keinen Grund dafür geben.» «…Okay, nächstes Mal. Cooper hat angerufen…» Ich brauchte gar nicht weiterzureden. «Noch mehr Pferde??» Ich stiess ein kleinlautes «Ja» aus. Sein Tonfall wurde ernst. «Wir müssen noch mehr anbauen, wenn das so weiter geht. Der Hauptstall hatte noch nie, seit ich hier bin zumindest, alle Boxen besetzt. Zum Glück ist die Besitzerin von Muskat letztens mit ihm umgezogen, sonst hätten wir sogar eine zu wenig gehabt." "Ich weiss ja... Ich hatte auch nicht vor, so viele aufzunehmen. Aber ich kann doch unsere alten Freunde nicht im Stich lassen! Ich meine - Felicita kommt zurück! Ich kann es kaum fassen, dass ich sie nach so langer Zeit wiedersehe. Ich bin so gespannt darauf wie sie jetzt ist. Sie muss inzwischen richtig erwachsen und zuverlässig geworden sein. Aber sie war sowieso immer schon ein Schatz." "Nichts desto trotz müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht zu viel aufhalsen. Vermutlich müssen wir noch einen Pfleger mehr einstellen, und die ganzen Kosten für Tierarztbesuche und Futter darfst du auch nicht vergessen. Bisher kamen wir relativ sorglos über die Runden, aber mit so vielen Mäulern zu stopfen wird das nicht ewig so bleiben." Ich seufzte. Er hatte vollkommen recht, das war mir auch bewusst. Ich sah ihn nicht direkt an, meinte aber: "Die Saison ist noch lange nicht zuende. Iskierka ist dieses Jahr noch stärker als sonst und wir haben mit Counterfire und Daedra gleich zwei ausgezeichnete Jungpferde am Start. Cool Cat und Kaythara sind ebenfalls beinahe ungeschlagen - und vergessen wir mal nicht Raving Hope Slayer, dessen volles Potential wir noch gar nicht kennen. Ich wollte mit Oliver sowieso darüber sprechen, ob wir uns im September mit Counterfire an die St. Leger Stakes in Doncaster wagen können." "Die St. Leger Stakes?? Glaubst du sie hat ne Chance? Das ist ein Gruppe-1 Rennen, und erst noch das älteste der British Classics - Es geht über 2900 Meter! So eine Distanz ist Daedra bisher nie gelaufen." "...und das Preisgeld für den Sieger ist £421,355", stellte ich beiläufig fest. "Und Oliver meint, dass sie das kann?" "Sie ist ungeschlagen, Jonas. Keiner der Zweijährigen konnte ihr das Wasser reichen, und die Dreijährigen können es bisher auch nicht. Oliver wird mir sicher zustimmen."

      "You wanna do WHAT?!?" Oliver sah mich an, als hätte ich mein letztes bisschen Vernunft an die Schwalben unter dem Dach des Hauptstalls verfüttert. "Well, don't you always rave about how she is oh so outstanding and should race group-1?" "That's a completely different story! What you are suggesting ist Great Britain's oldest classic race, the last race of the tripple crown! This is not some freshwater race like the ones that we've done so far. This one is of international importance!" "You fear that she could embarrass you in front of international trainers. You're a coward." "I'm only being realistic!" "I think we should give her a chance to prove herself." "I think you should ask her first, if she wants to run a whole Mile and six furlongs against three-year-olds that were trained specifically for that." "There's still time to train her specifically, too." Schweigen stellte sich für einen Moment ein. Oliver sah nachdenklich aus, und ich überlegte mir, ob ich mit meiner Idee vielleicht doch zu sehr nach den Sternen griff. Schliesslich ergriff Oliver wieder das Wort. "We would have to train hard to achieve this level of stamina. We would have to train her first in the morning, and even then it will still be too warm for that amount of training. You know I will try to fulfill your every wish, but only if you are sure about it. I don't want to hear another harangue from you about how I abuse your precious horsey-babies and about how overambitious I am. You still remember our little discussion after Frame's accident, don't you?" Ich zögerte. "Yes - and you're right, it probably is a stupid idea. I still thought you would be more excited and help me get upbeat about it, too." Er fixierte mich mit ernster Miene. "I AM excited about it. I would gladly try to train a champion horse for a challenge like that. But my experience tells me that you will not let me finish the plan once you realise what you're asking of that horse." Entschieden antwortete ich: "I will. I will agree with whatever you deem necessary, as long as Counterfire does not get hurt in the process. I will keep an eye on you, but I will not blame you if something goes wrong. I promise." "It's decided then. We start tomorrow, we have a lot to catch up on." Ich nickte, unsicher, ob ich erleichtert oder besorgt sein sollte. Auch wenn ich es schönzureden versuchte - ich hatte im Grunde genau das vor, wofür ich so viele andere Rennpferdebesitzer anprangerte: Geldverdienen.

      Später am Nachmittag rief ich Cooper erneut an und bestätigte, dass ich Odyn, Felicita und die Stute namens Deadly Ambition bei mir aufnehmen würde. Ich setzte alle Hebel für den Einflug der drei aus Kanada in Gang, dann ging ich in den Stutenoffenstall, um Shadow zu holen; aber vorher zog ich meine Badesachen an. Die Stute hatte mit ihrem schwarzen Fell noch heisser als die anderen und brauchte dringend eine Abkühlung. Und wo bekam man die besser, als bei der Badestelle im Fluss nebenan? Lily, und auch Lea, die gerade um fünf Uhr gekommen war, stiessen begeistert hinzu. Lea durfte einen Badeanzug von Lily ausleihen. Sie nahm ihren Ponyhengst All Pride, während Lily die ebenfalls dunkle Nosferatu auswählte. Die beiden Ponys kannten sich übrigens bereits von früher: sie hatten ziemlich lange auf dem selben Gestüt gelebt. Kurz bevor wir losreiten wollten, kam Jonas in seinen Badehosen über den heissen Asphalt gejoggt - ausrufend, dass er auch noch mitwolle. Er holte Dod aus dem Nordstall. Wir warteten ungeduldig in der heissen Sonne auf ihn, aber er beeilte sich zum Glück. "Man darf die Ladies nicht warten lassen, stimmt's?" Wir rollten allesamt die Augen, dann machten wir uns auf den Weg. Ich war unglaublich froh, als wir das Wasser erreichten, denn ich klebte förmlich auf Shadows Rücken fest und ihr Fell war richtig heiss zum Berühren. Die Pferde stiegen bereitwillig das Ufer hinunter und auch sofort stampfend ins Wasser. Der Fluss führte trotz der Hitze noch relativ viel Wasser, vermutlich weil es zuvor lange geregnet hatte. Wir genossen die Abkühlung eine ganze Dreiviertelstunde lang, ehe die Vierbeiner ungeduldig wurden und wir uns auf den Heimweg machen mussten. Dort lockte nämlich das Kraftfutter.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Occulta
    Datum:
    5 Mai 2019
    Klicks:
    229
    Kommentare:
    4

    EXIF Data

    File Size:
    156,1 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    600px
    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Offizieller HG

    [​IMG]

    Vom: Raindance

    Aus der: Sleepy Hollow


    [​IMG]

    Rufname: Riven
    Geburtstag:
    02.03.
    Alter: 7 Jahre
    Stockmaß: 1.65 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Schwarzbraun

    (Ee,atat)
    Abzeichen: Schnippe, hinten Hochweiss, vl weisse Fessel, Bauchfleck
    Gesundheit:
    sehr gut



    [​IMG]

    etwas zurückhaltend, gutmütig, freundlich, verschmust, sensibel


    [​IMG]

    Riven ist ein ganz besonderes Pferdchen. Die Stute wurde von Menschenhand grossgezogen, da ihre Mutter ihre Geburt nicht überlebt hat, ist aber dennoch eher zurückhaltend fremden Menschen gegenüber geblieben. Sie ist kein schwächliches Fohlen, im Gegenteil, aber sie ist sehr sensibel und reagiert heftig auf Wechsel in der Umgebung oder auch Reiterwechsel. Sie braucht ihre Bezugsperson(-en), die sie liebevoll umsorgen und auch mal mit ihr schmusen. Abgesehen von der schwierigen Fohlenzeit hat dieses Pferd viel Potential, wenn es dazu gebracht werden kann, sich für etwas zu begeistern. Wenn es ernst wird, ist auf die Stute verlass und sie behält einen kühlen Kopf, während manch anderes Pferd längst durchgebrannt wäre.


    [​IMG]

    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein



    [​IMG]

    Gekört: Ja
    Nachkommen: Rouge Trap, PFS' Riptide
    Decktaxe: nicht leihbar!



    [​IMG]

    Galopprennen Klasse: L
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: A
    Fahren Klasse: L


    Eignung: Galopprennen, Springen, Military
    Eingeritten: Ja



    [​IMG]

    [SK 449]
    [​IMG]

    2. Platz 366. Galopprennen
    [​IMG]


    1. Platz 275. Distanzturnier
    [​IMG]

    2. Platz 299. Fahrturnier
    [​IMG]


    3. Platz 312. Fahrturnier
    [​IMG]


    2. Platz 396. Springturnier
    [​IMG]


    2. Platz 384. Westernturnier
    [​IMG]


    3. Platz 374. Westernturnier
    [​IMG]


    2. Platz 404. Dressurturnier
    [​IMG]


    3. Platz 397. Dressurturnier
    [​IMG]



    [​IMG]

    Riven's Spind