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Occulta

• Rapunzel, AMH ♀

Stute | Black tobiano

• Rapunzel, AMH ♀
Occulta, 15 Aug. 2013
    • Occulta
      Ankunft von Lenny und Rapunzel

      Heute kamen wieder zwei Neulinge auf den Hof: ein neues Hengstchen und ein neues Stütchen. Es handelte sich dabei um zwei wunderschöne Minis, die noch dazu gekört waren. Ich holte die beiden schon früh morgens ab und integrierte sie vorsichtig in die beiden Herden. Zunächst nur mit Zaun dazwischen, aber schon am Nachmittag liess ich sie ganz zu den anderen. Die Rangordnung war in beiden Gruppen schnell geklärt, und es sah fast so aus, als wären sie schon immer da gewesen. Nur Lenny graste noch etwas abseits. Am Abend kamen die beiden Neuen sogar mit den anderen angerannt, als ich alle in den Stall holte.



      Alte Berichte:
      'Cama', on 21 February 2011 - 08:12 PM, said:




      Sera, 18.05.2011




      Rapunzel & Beck's Expirience - Impfen

      Heute hatte ich einen Termin bei sera und ihren beiden Miniatur Horses die in Sachen
      Impfungen aufgefrischt werden sollten. Ich kam gegen Mittag in den Stall und suchte
      sogleich sera, die Besitzerin der beiden Ponys auf. Als ich mich auf dem Hof durch gefragt
      hatte fand ich sie schließlich bei den Koppeln. Ich begrüßte sie und wir redeten kurz über
      allerlei Neuigkeiten. Gemeinsam gingen wir dann in das Stallgebäude wo die beiden Kleinen
      standen. Wir beschlossen das wir mit der Stute Rapunzel anfangen. Sera ging zu ihr in die Box
      und streichelte sie während ich die Impfstoffe vorbereitete. Sie wieherte leise und schnaubte,
      richtig süß. Soo dann wollen wir mal sagte ich und ging auf das Pony zu. Mit ihren knappen 1 Meter
      Stockmaß ging sie mir bis zur Hüfte und ich musste mich in die Hocke setzen um sie impfen zu können.
      Brav hielt sie still und döste vor sich hin, ein wirklich einfacher Patient, dachte ich mir. Ich
      lobte sie kräftig und sera ging schon einmal zu dem ebenfalls kleinen Hengst Becks Expierience.
      Dort ging ich genauso vor wie bei der Stute und der Hengst war auch ein ganz braver. Er beschnupperte
      mich erst und knabberte an meinem Kittel. Ich nahm es mit einem Lächeln und impfte ihm, was er auch
      über sich ergehen ließ. Prima, das war´s schon sagte ich lächelnd und packte wieder meine Sachen
      zusammen und stellte sera eine Rechnung aus. Dann verabschiedete ich mich von ihr und den beiden Ponys
      und fuhr weiter.​



    • Occulta
      Ponywelt

      Mich überfiel in letzter Zeit eine Art Kaufsucht. Jedes Pferd, das mir gefiel und ich bezahlen konnte, kaufte ich. Nun hatte ich den Salat, naja wohl eher den Stall voller Pferde. Erst vor kurzem kamen Jade Fox, Maifee, Nougat Stern, Carina del Delta, Rapunzel, Dornröschen, Chocolate Candy, Pull my Daisy und Pasch Deltona an. So langsam würde das nun aber auch reichen! Zuerst kümmerte ich mich um Jade Fox, einen kleinen braunen Fallabellahengst. Jade Fox war Vater eines Fohlens. Ja, er war. Denn leider ist dieses kleine Fohlen recht früh gestorben. Warum, jedoch, weiß ich nicht. Ich holte ihn vom Paddock und putzte ihn gründlich. Zuerst mit einem Plastikstriegel, anschließend mit Wurzelbürste und Kardätsche und zum Schluss kratzte ich dem Hengst die Hufe aus. Ich legte meinem Vierjährigen ein Knotenhalfter an und ging mit ihm auf den Reitplatz. Dort wärmte ich ihn zuerst etwas auf, indem ich ihn im Schritt longierte. Er tipptelte flott und senkte den Kopf. Anschließend stellte ich mich mit ihm an die Bande und übte dort mit ihm Spanischen Schritt. Beim spanischen Schritt tippte ich zuerst sein Bein an, bis er es Hob. Dies wiederholte ich ein paar mal. Danach tippte ich ihn so lange, bis er aufstampfte bzw. Jade scharrte sogar schon, was eigentlich Schritt drei sein sollte. Für jede richtige Tat belohnte ich das verfressene Pony mit einem halben Leckerchen. Nachdem er das gemeistert hatte, ließ ich ihn noch etwas frei in der Halle laufen. Er konnte sich wälzen, buckeln, galoppieren. Alles was das Ponyherz begehrt! Nachdem er gelangweilt herumlief, weil er sich genügend ausgestobt hatte, stellte ich ihn mit einer Abschwitzdecke zurück auf sein Paddock. Das nächste Pony, das ich bewegte, war Maifee. Mit Maifee wollte ich spazieren gehen. Und da ich wusste, dass sich Maifee und Carina del Delta gut verstehen, nahm ich sie gleich mit. Carina war, nach einem kleinen Urlaub, wieder bei mir. Ich fand es gut, auch wenn es ihr bei Delilah gut ging. Maifee und Cari liefen vorsichtig. Es war glatt und kalt. Der Boden war gefroren. Zum Glück trugen die beiden keine Eisen! Mit denen würden sie nur noch mehr rutschen. Im Winter hatten alle meine Ponies eisenfrei, damit sich ihre Hufe erholen konnten. Nach einer guten Stunde kam ich durchgefroren mit zwei fidelen Stuten wieder an. Diese freuten sich auf Nougat Stern und meine anderen Stuten. Wenn man vom Teufel spricht!, dachte ich als Nougat gerade aus dem Paddock ausbüchste. Du Frechdachs!, schrie ich über den Hof. Nougat hatte volle Freude und plünderte erstmal die Futterkammer. Sie war so schon ziemlich dick. Solang sie kein Bauchweh bekäme, wäre das aber okay, dass sie mal so viel fraß, meinte der Tierarzt, nachdem ich ihn angerufen hatte. Na dann. Zur Strafe scheuchte ich sie noch ein wenig durch die Reithalle. Strafe war es zwar nicht wirklich, denn sie freute sich darüber, aber naja. Ich legte ihr noch eine Abschwitzdecke auf und stellte sie dann zu ihren Freundinnen aufs Paddock zurück. Nun fehlten noch fünf Pferde. Nach einer Mittagspause schnappte ich mir Rapunzel und Dornröschen. Mit den zwei würde ich Schlitten fahren gehen. Natürlich nahm keinen Kutschschlitten, sondern einen Kinderschlitten. Ich spannte die beiden Ponys nebeneinander an und befestigte den Schlitten hinter ihnen. Ich nahm die Zügel in die Hand und sagte laut Schritt, damit meine Kleinen losgingen. Im anschließenden Trab ging es durch die angetaute Winterlandschaft. Zwischendurch mussten meine Minis mal Schritt gehen, da sie sonst ausgerutscht wären und sich etwas gebrochen hätten. Nach einer kleinen Runde kamen wir wieder an. Ich nahm meinen Ponys das Geschirr ab und führte sie zurück zu den anderen Ponystuten. Zuletzt ging ich noch mit Daisy, Candy und Pasch Deltona eine Runde spazieren. Da die beiden Fohlen nicht so fit waren und Pasch, die alte Dame auf dem Hof, ja auch nicht mehr die Jüngste war, machten wir eine gemütliche Schrittrunde durch den Wald. Es sah zwar nicht mehr ganz so winterlich aus, wie noch vor wenigen Stunden. Es war trotzdem schön. Am Ende stellte ich die Fohlen und Pasch zurück in ihre Box. Pasch Deltona bekam Mash mit Äpfeln und die beiden Fohlen bekamen jeweils eine Portion Müsli mit Hafer. Ich fuhr noch einen neuen Heuballen auf die Paddocks und fütterte meine anderen Stallpferde, dann nahm ich die Eimer aus ihren Boxen und wusch sie aus. Nun war es schon spät und ich ging zurück ins Haus. So langsam sollte ich mich wieder aufwärmen.

      Tage wie diese

      Tag 1:

      Es war früh am Morgen, als ich aufstand und mich fertig machte. Nach einem sättigenden Frühstück ging ich in den Stall. Wiehernd begrüßten mich Amica und Chocolate Candy. Auch Cara Mia rappelte sich direkt auf und schaute über die erniedrigte Boxentür in meine Richtung. Ich ging weiter zur kleinen Futterkammer in der das Kraftfutter für meine Fohlen lagerte. Das Rascheln aus der Kammer machte auch Helia, Dancer in the Dark und Pacco neugierig. So standen am Ende pünktlich zur Fütterung alle Fohlen vor den Trögen und warteten sehnsüchtig auf ihr Frühstück. Guten Morgen, begrüßte ich jedes Fohlen einzeln und wünschte ihm einen guten Appetit. Ich schloss die Türen zum Paddock wieder, schließlich hatten sie ja über Nacht den ganzen Auslauf gehabt. Nachher würde ich bestimmt noch etwas mit ein paar meiner Babys machen. Ich schlurfte weiter in den Hengststall, wo Cori, Mücke, Clair Rayon, Hinun Iye, Grand Little, Smart Joker, Avero, Cavallino, Felino, Albaran ox, Losin Touch, Soleil Levant und natürlich auch mein alter Jack warteten. Auch diese bekamen ihre Fütterung pünktlich wie immer und die Tore wurden geschlossen. Alle Pferde freuten sich über ihr Futter und mampften es zufrieden. Zu guter Letzt ging ich zu den Weibern. Perfect Image, Suki, Fahma al Lail, Lune, Beauty Love, Serenade, Asta,Rapunzel, Dornröschen, Little One, Carina, alle warteten sie auf mich. Auch sie fütterte ich und dann holte ich die erste aus ihrer Box. Es war Perfect Image meine Lieblingsstute. Diese Beziehung, die wir aufgebaut hatten, ist etwas Besonderes. Sie ist etwas Besonderes! Die Liebe ist schon fast unmenschlich, die ich für sie empfinde. Ich putzte sie und Perfect Image genoss es total! Dies sah man ihr sofort an. Nachdem ich Perfect geputzt hatte, ließ ich sie angebunden stehen und holte ein Fohlen. Ich entschied mich für Helia, die neue Fohlenstute. Perfect Image und Helia beschnupperten sich neugierig und schienen sich gut zu verstehen, weshalb Helia mit auf den Ausritt durfte. Ich vertraute dem Fohlen, sie würde schon keine Frühlingsgefühle zeigen und selbst wenn, dann wäre es auch egal. Helia wurde ebenso geputzt wie Perfect Image. Ich trenste beide auf und Perfect sattelte ich auch. Nun brauchte ich nur noch meine Kappe holen, diese aufsetzen und mich aufs Pferd schwingen. Was ich natürlich auch gleich tat. Ich saß seit mehreren Wochen nicht mehr auf dem Pferd. Natürlich brachte es mir einen großen Spaß mit den beiden ins Gelände zu gehen. Zwischendurch buckelte Helia mal kurz, doch Perfect Image ließ das, glücklicherweise, kalt. Unverletzt kamen wir also wieder im Stall an. Ich sattelte beide ab und wechselte die Trensen gegen ihre Halfter aus. Zufrieden bekamen beide ihr Leckerli, nachdem sie wieder in ihren Box gestanden hatten. 2 Pferde von 30 Pferden hatte ich nun schon bewegt und der Tag war noch lang! Mit Pacco und Mücke ging ich eine Runde spazieren, Avero und Cavallino wurden longiert und vom Boden gearbeitet. Grand Little genoss sein Springtraining. Beauty Love und Lune wurden geputzt und genossen ihre anschließende T-Touch-Massage. Clair Rayon und Cori durften ihre Hengstqualitäten unter Beweis stellen, aber nicht an der Stute, sondern unterm Sattel. Für Cori hatte ich sogar ein neues Knotenhalfter gekauft Knotenhalfter 3-in-1 Juniper nennt es sich. Mit diesem kam er auch gut zurecht, das war wirklich besser als die Trensen-Knotenhalfter-Kombination. Hinun Iye genoss sein Westerntraining, auch wenn er heute einen nicht ganz so guten Tag hatte und Fahma al Lail wurde geputzt und spazieren geführt. Mittlerweile war es Abend geworden und Zeit meine Pferde wieder zu füttern. Natürlich bekamen sie zwischendurch auch etwas, ihre Heunetze waren immer voll. Jedes der Pferde, die ich heute trainiert hatte, lobte ich ausgiebig und ich zeigte ihnen meine Liebe. Nach der Abendfütterung öffnete ich noch die Türen zu den Paddocks, so wie jeden Abend. Damit jedes der Pferde und Ponys seinen Auslauf genießen konnte. Morgen würde ich Suki, Chocolate Candy, Rapunzel, Dornröschen, Amica, Dancer in the Dark, Cara Mia, Carina, Smart Joker, Albaran ox, Felino, Losin Touch, Serenade, Asta und Little One bewegen. Ich freute mich bereits auf diesen Tag!

      Tag 2:

      Schon am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg zur Fütterung. Wieder wurde ich hastig begrüßt und konnte die Tore und Türen aller Boxen zu den jeweiligen Paddocks verschließen. Dies war immer sehr anstrengend. Heute holte ich zuerst Chocolate Candy und Serenade. Ich putzte beide und nieste andauernd von den vielen Pferdehaaren. Schließlich waren wir mitten im Fellwechsel. Anschließend führte ich sie auf den Platz und gewöhnte sie an den Stick, eine Art Peitsche. Außerdem machte ich mit ihnen ein Anti-Schrecktraining. Sie konnten bisher schon wirklich viel ab, nur vor dem Regenschirm und der Plane hatten sie ein wenig Angst. Doch mit ein bisschen Übung und Überredungskunst ließ sich das bereits nach 30-40 Minuten wieder regeln. Ich führte sie zurück, kratzte die Hufe aus und knuddelte sie liebevoll. Dann brachte ich sie wieder in ihre Box und holte Suki. Suki genoss heute ihr Dressurtraining. Das DRP putzte ich liebevoll und sattelte ich. Sie bekam ihre Trense mit Strasssteinchen aufgemacht und anschließend führte ich sie ins Viereck. Dort wärmte ich sie auf und beschäftigte sie anschließend mit einfachen Übungen, wie versammelten Schritt. Auch Wechsel wie der Trab-Galopp, Galopp-Schritt- Wechsel wurde gemeistert. Sie war total brav und wurde deshalb früh aus dem Training wieder entlassen. Mit Amica und Cara Mia ging ich eine Runde spazieren. Die beiden können schon so viel, dass ich an diesem Tag kaum noch was üben brauchte. Dancer in the Dark lernte heute Felino kennen, meinen Camargue-Hengst. Beide verstanden sich gut und würden später bestimmt gute Weidekumpel werden. Ich putzte die zwei und ging eine Runde mit ihnen um den Hof. Ich machte mit Rapunzel und Dornröschen Bodenarbeit, nachdem ich beide geputzt hatte. Sie sahen gut aus und erledigten ihre Aufgaben brav. Nun mussten nur noch 5 meiner insgesamt 30 Pferde bewegt werden. Ich war sehr erleichtert, dass ich das fast geschafft hatte. Es war nun schon 14Uhr und mir blieben bis zum Sonnenuntergang noch knapp vier bis fünf Stunden. Ich legte eine Pause ein, in der ich das Heu kontrollierte und die Boxen ausmistete. 30 Boxen waren nicht wenig! Jedoch erledigte sich das in 1 ½ Stunden. Also konnte ich weitermachen mit der Pferdebewegung. Ich ritt nun Smart Joker ins Gelände aus, vorher putzte ich ihn und das Handpferd, Losin Touch, gründlich aber mit viel Liebe. Smart Joker war ja eigentlich ein Verkaufspferd, jedoch stand er seit fünf Monaten bereits zum Verkauf und ich entschloss mich ihn erst einmal weiter zu trainieren, bis ein liebevoller Besitzer gefunden wäre. Der Ausritt verlief gut, wirklich gut. Es lief alles total entspannt ab. Nun holte ich Albaran ox. Er genoss einen Ritt zu dem Gestüt, auf dem er nun decken würde. Es war eine Zucht für Araber, Saddlebreds und Tenessee-Walker, welche noch mitten im Aufbau stand. Dafür lief sie aber schon ganz gut, weshalb ich mich entschied Albaran an diese zu verliehen. Die Leiterin HuskyJenny hatte sich über diese Nachricht total gefreut, da sie, wie ich auch, total fasziniert von Albaran, meinem Araberhengst, war. Ich genoss den Ritt und das vorherige Putzen mit Albaran sehr, da ich bisher nicht viel Zeit für ihn hatte. Auch Albaran schien sich über die Zuneigung zu freuen und genoss es ebenfalls. Nach einiger Zeit kamen wir wieder im heimischen Stall an und ich sattelte den Araber wieder ab. Ich säuberte sein Gebiss, ebenso wie ich das mit jedem anderen nach den Ausritten tat, kratzte seine Hufe aus und stellte ihn zurück in die Box zu den anderen. Nun waren noch Asta und Camas Little One an der Reihe. Beide Camargue- bzw Camargue-Mix-Stuten freuten sich während ihrem Auslauf so sehr, dass ich sogar einmal, während des Ausrittes herunterfiel. Glücklicherweise tat ich mir jedoch nicht weh, hatte lediglich ein paar rote Flecken, die später mit Sicherheit blau werden würden. Trotz allem bereitete mir der Ausritt großen Spaß und ich kam entspannt zurück. Ich kratzte beiden Stuten die Hufe aus und gab ihnen ein Leckerli. Asta bekam ein Küsschen auf die Nase und Little One eine große Knuddeleinheit. Dann führte ich beide zurück in ihre Box. Nun war die Futterzeit gekommen. Liebevoll bereitete ich jedem Pferd sein Fressen vor und schüttete es in den jeweiligen Trog. Als ich bei den Fohlen angekommen war, begonnen bei den Stuten, ging ich noch einmal zurück. Jetzt durften meine Mädels fertig sein mit dem Fressen und konnten ihren Paddock betreten. Perfect Image und Asta, ebenso wie alle anderen, genossen den Aufenthalt draußen und ich konnte weiter gehen zu meinen Hengsten. Auch die bekamen ihren nächtlichen Auslauf ebenso wie meine Fohlen, welche ich zu guter Letzt aus den Boxen ließ. Zufrieden und erschöpft ging ich ins Haus und merkte, wie meine blauen Flecken anfingen wehzutun

      Solche Tage waren doch wirklich anstrengend!
      IGottaFeeling sagte am 09 October 2010 - 12:54 PM:

      Ein tag für die kleinen unter uns

      Fröhlich sprang ich durch die große Tür hinein in den Stall. "Dynomite !", summte ich und lief auf meine kleine Minature Bande los. Die 4 starten mich vertüddelt an. "Na ihr, ich weis ich kann nicht singen", meinte ich zu ihnen und begann Rapunzel und Dornröschen zu putzen. Als die fertig waren und glänzten wie die Sonne persönlich brachte ich sie auf die Weide. Bei diesem Wetter durften sie dass. Strahlend Blauer Himmel über uns. Als die beiden sich geweltzt hatten und fröhlich den Rasen ab mähten lief ich zurück um noch meine weiteren Schätze zu hohlen. Endlich waren alle auf der Weide. Becksi, Rumpelstielzchen und Märchenprinz waren ihre eigene Clique. Die drei, sind "in". Danach kam Amiably, Erratic und Jay Jay. Meine ganzen kleinen tollten fröhlich herum. Auch Jay der wieder seine große Liebe Antalia auf der Koppel neben ihr sah. Die beiden ein Herz und eine Seele. Fröhlich sah ich den beiden noch einige Minuten zu als ich hinunter lief um meinen Arbeitstag zu machen. Als erstes brachte ich auch die Privatpferde in die Halle und welche auf die Koppel. Nach einer Viertel Stunde und 5 1/2 Ausgemisteten Boxen, taumelte ich in die Halle um Muemmi, Chardonnay und Achaté in ihre Boxen zu bringen. Jetzt kamen die ganzen Fohlen in die Halle. Solange machte ich die eine Box fertig und begann mit dem Ausmisten der Boxen meiner Fohlen. Als ich auch ziemlich zügig mit diesen fertig war lief ich hinüber um die ersten Boxen meiner Pony's auszuputzen. Abermals sah ich auf meine Uhr und stellte fest das die kleinen wieder in ihre Boxen können. Die Fohlen waren verstaut. Mit einigen großen Schritten lief ich zu meinen Zuchtpferden die ich auf die Koppel lies, auch die beiden Neuankömmlinge. Nach einer Geschlagenen Stunde war ich fertig mit dem Ausmisten und mit der Kraft. Ich brachte nur noch meine Pferde in die Boxen, gab ihren ihr Futter, einen sanften Kuss und eine Menge Liebe. Auf dem Weg wieder ins Haus goss ich noch die restlichen Blumen und leerte die Weide ab.

      Kleiner Wanderritt 02.10.2013

      Ich war gerade am Frühstück essen, als ein Spatz durch das Fenster hereingeflattert kam. Er war noch eher jung, konnte aber offensichtlich fliegen. Er flatterte wild in der Küche herum, umso mehr als ich versuchte ihn einzufangen, um ihn rauszubringen. Schliesslich gelang es mir, ein Küchentuch über den zierlichen Vogel zu werfen und ihn beim Fenster wieder fliegenzulassen. Nach dieser kleinen Abwechslung machte ich mich an die eigentliche Arbeit: Pferde trainieren. Ich half wie immer zuerst den Pflegern beim Füttern, dann schnappte ich mir Ronja und Muffin. Ich putzte und sattelte die beiden, denn ich wollte zusammen mit Quinn einen kleinen Wanderritt als Übung für Distanzritte machen. Wir nahmen gewöhnliche Vielseitigkeitssättel und beim einen befestigte ich Satteltaschen für die Karte, Proviant und Wasser. Anschliessend führte ich Muffin nach draussen und stieg auf, während Quinn das Selbe mit Ronja tat. Wir ritten los, vorbei an der grossen Halle und den Weiden, dann an der Rennbahn. Als wir die Galoppbahn gekreuzt hatten und an einem grossen Laubbaum vorbei ritten, umwehten uns ein paar gelbliche Blätter. "Nun ist der Herbst also wirklich hier.", stellte Quinn fest. Ich nickte. "Gestern sah ich bereits Kastanien an den Bäumen und die Äpfel bei Ms Tsubakis Stall sind auch schon reif." Wir ritten eine Weile ruhig weiter, dann bogen wir auf ein Feld ab. Ab und zu vergewisserte ich mich mit hilfe der Karte, dass wir noch auf dem rechten Pfad wandelten. Die meisten Wiesen hier waren weder eingezäunt, noch wurde hier angebaut. Lediglich an manchen Stellen um den Wald musste man eine Schaf- oder Kuhwiese durchqueren, die oftmals mit einfachen Steinmauern abgegrenzt waren. Ronja lief schön ruhig, kam aber nicht so leicht an den Zügel, wenn ich sie aufnahm. Ich liess sie heute aber sowieso eher in lockerer Anlehnung laufen. Wir trabten nun in Richtung Wald, dann auf einem Trampelpfad hindurch. Anschliessend ritten wir weiter in Richtung Fluss, überquerten diesen mittels einer Brücke und galoppierten dann ein Feld hinab. Insgesamt ritten wir eine grosse Runde und kamen schliesslich auch bei Ms Tsubakis Hof vorbei. Dort banden wir die beiden Pferde am Weidenzaun an und gaben ihnen ein wenig Wasser mit den Kübeln von der Weide. Wir durften das, denn Tsubaki war eine gute Freundin. Ich tätschelte Ronja zufrieden, dann lief ich zu Muffin und streichelte seine Stirn. "Wollen wir Tsubaki noch besuchen gehen oder lieber zurückreiten?", fragte ich Quinn. Sie sah in Richtung Sonne und meinte, dass wir besser weiter sollten. Ich nickte und band Ronja wieder los. "Wollen wir für den Restweg Pferde tauschen?", fragte ich. "Jap, why not.", kam die Antwort sogleich. Ich übernahm die Zügel von Graf und hielt Ronja noch kurz fest, damit Quinn gut aufsteigen konnte. Dann schwang ich mich selbst in den Sattel. Muffin war zum Reiten ganz anders als Ronja. Er versammelte sich fast von selbst und präsentierte sich stolz. Ab und an tänzelte er ein wenig, schien vor Energie zu zerbersten. "Der ist ja heute gut gelaunt", bemerkte ich zu Quinn gewannt. Sie murmelte etwas von wegen "wohl schonwieder zu viel Müsli gekriegt" und nickte. Wir genossen den restlichem Ritt in vollen Zügen. Wir pausierten noch einige Male, bis wir schliesslich Zuhause ankamen. Dort wurden wir schon freudig von den Mini Stuten empfangen, die mal wieder freilaufen durften (oder ausgebüxt waren). Wir verräumten Muffin und Ronja und gesellten uns dann zu den anderen Pflegern, die währenddessen ein paar Plastikstühle auf den Grasstreifen vor der vordersten Weide gebracht hatten. Wir tranken selbstgemachte Limonade und beobachteten dazu die Mini Hengste auf der hinteren Weide. Und natürlich liessen auch die Stütchen nicht lange auf sich warten. Kaum ein paar Minuten nachdem wir uns gesetzt hatten, kamen sie vom Nebenstall her angetrabt und bettelten nach Aufmerksamkeit. Goldy stiess mit ihrer feinen Oberlippe fast Lewis Glas um. Zum Glück konnte Quinn dies gerade noch verhindern. "Du hast gute Reflexe Kleine." bemerkte Lewis dankbar. Quinn wurde ein wenig rot und lächelte schüchtern. Ich wandte mich wieder den Minis zu. Die Hengstchen spielten ein wenig, jetzt da sie zu dritt waren, war deutlich mehr Bewegung in der Gruppe. Caress verfolgte Arco im Galopp, während Prinz ihm spielerisch in die Kruppe zu beissen versuchte. Die Stuten waren jetz vollkommen relaxt neben uns am grasen. Ich machte mit dem Handy ein Foto von Queenie und Chip, die Kopf an Kopf das saftige Gras zupften. Schon kam wieder Daki und versuchte an meinem Handy zu knabbern. Offensichtlich wollte sie beschäftigt werden. Also joggte ich mit ihr zum Hauptstall (sie lief mir ohne Seil hinterher), holte dort ein paar Karottenstückchen aus dem Schrank und machte wieder bei den Stühlen ein paar Übungen mit ihr. Die anderen sahen erst begeistert zu, dann sprang Rosie plötzlich auf und holte ebenfalls Karottenscheibchen. Bald darauf hatte sich fast jeder ein Mini geschnappt und trainierte das Kompliment, Absitzen, oder Abliegen. Daki arbeitete super mit und plumpste sofort ins kühle Gras, wenn ich "down" sagte und ihr auf den Rücken tippte. Auch Lady wa brav, hatte aber spätestens beim Steigen keine Lust mehr. Also liessen Jonas und Ajith, die zuvor mit ihr gearbeitet hatten, sie in Ruhe. Auch die anderen hörten nach fünfzehn Minuten auf und liessen die Pferdchen wieder grasen. Wir genossen den restlichen Abend draussen und gingen erst um halb elf nach Hause.
    • Occulta
      Winterwunderland

      Ich schnappte mir den Rucksack, einen Schal, die dicke Winterjacke, die Skihose, ein paar wollige Socken, wasserdichte Handschuhe, eine blaue Mütze und die warm gefütterten Schuhe, dann schlüpfte ich durch die Tür nach draussen. Es hatte so viel Schnee! Alles war weiss und wenn ich einen Schritt tat, sank ich sofort kniehoch im weissen Pulverwasser ein. Die Sonne schien, der Himmel war kitschig blau mit ein paar wenigen Federwolken. Alles war still, die Welt wie eingefroren. Ich stapfte durch die Schneedecke, Jack folgte hinter mir. Jacky hüpfte wie ein Häschen, sonst kam sie nicht voran. Ich hielt und klopfte auf meine Oberschenkel, sodass sie auf meine Schulter hochsprang. So trug ich sie bis zum Hauptstall, wo Lewis, Quinn, Lisa und Ajith bereits warteten. Wir holten uns alle einen Strick und liefen zu den Weiden wo die Minis schon warteten. Jeder schnappte sich ein Pferdchen, ich nahm natürlich meine Daki. Jack schnappte sich Caress, auf den er besonders stolz war, Lisa nahm Queeny mit ihrem Fohlen, Quinn nahm Chip, Ajith Goldy und Lewis nahm Arco. Ich klopfte kurz auf Daki's Rücken, sodass Jacky darauf sprang. Wir hatten das beim Klickern oft genug geübt, sodass die cremello Stute die Hündin auf ihrem Rücken duldete. Jacky machte auf mein Handzeichen hin Platz und wir setzten uns in Bewegung. Wir verliessen den Hof in Richtung Galoppwiese, was sich als mühsam erwies, aufgrund des Tiefschnees. Daki musste ordentlich stampfen und Jacky hatte Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Auch die anderen Minis bevorzugten es, in den Spuren des Vordersten zu laufen. Und natürlich kamen auch die Pfleger ins Schwitzen. Schon nach kurzer Zeit öffnete ich den Reissverschluss meiner Jacke, da ich zu warm hatte. Wir wanderten, auf der Galoppwiese angekommen, durch den Schnee in Richtung Osten, bis wir den Pinienwald erreichten. Der Waldboden war kaum Schneebedeckt und man sah vielerlei Spuren von Kleintieren an den Stellen, an denen er doch etwas Weiss war. Wir tappten nun wieder nebeneinander durch das Unterholz und plapperten fröhlich. Jacky lief jetzt natürlich wieder selber. Die Minis schienen entspannt und alle Ohrenpaare waren nach vorne gerichtet. Ab und zu versuchte Chip nach einem kargen Gebüsch oder so zu schnappen. Jacky bellte sie dann jeweils an, worauf die Stute eine leicht mürrische Mimik auflegte. Bald kamen wir zu einer kleinen Feuerstelle mit selbst gebauten Bänken. Ich packte eine Kanne Tee aus meinem Rucksack und begann, allen etwas in die mitgebrachten Becher einzuschenken. Quinn und Lewis machten in der Zwischenzeit die Feuerstelle bereit zum anzünden. Die Minis hatten wir an den Bäumen rundherum angebunden. Ich stand, als ich mit dem Tee fertig war, auf und brachte ihnen ein paar der kleinen Äpfel, die Quinns Familie uns gesponsert hatte. Sie besassen nämlich selber einen bescheidenen Bauernhof mit Kühen und Schafen und einigen uralten Apfelbäumen. Da die Äpfel zu klein für den Verkauf waren, bekamen wir sie gratis, solange wir sie selber pflückten. Die Minis zermatschten die Äpfel genüsslich und ich ging zurück an meinen Platz, wobei Jacky gleich an getrottet kam und auf meinen Schoss wollte. Ich kraulte mit der einen Hand ihr Ohr, während ich mit der anderen den Tee hielt. Es war Waldbeer Tee. Als es genügend Glut hatte, brätelten wir. Chip kam angelaufen (die Stricke waren lang) und wollte etwas von meinem Brot haben, ich gab ihr aber nur einen Kuss auf die frechen, kleinen Nüstern. "Du hattest deinen Apfel, Madame." Sie ging erfolglos weiter zu Lisa. Jacky döste auf meinem Schoss, denn die junge Hündin war müde vom balancieren. Etwa eine halbe Stunde später machten wir eine Schneeballschlacht am gegenüberliegenden Waldrand. Dann kehrten wir aber in Richtung Stall zurück, da wir alle müde und durchnässt waren. Die Minis genossen das trockene Heu im Offenstall.
    • Occulta
      Ausritt mit Anubis, Burggraf und Donut
      „Occu? Hey Occu!“ Die Stimme von Lisa riss mich aus meinen Gedanken. Ich war gerade dabei, den Rennsattel von Spot zu putzen, als die aufgedrehte Pflegerin hereingestürmt kam. „Wow wow wow, was ist denn mit dir los?“, fragte ich lachend. Sie räusperte sich, dann trällerte sie in übertrieben hoher Stimme: „Jonas fragt, ob du mit uns ausreiten kommst!“ Im Hintergrund hörte ich ein Geräusch und Sekunden später tauchte Jonas verlegen im Türrahmen auf. „Nunja, falls du Zeit hast natürlich. Muffin, Donut und Anu brauchen mal wieder Auslauf.“ Ich überlegte kurz und ging im Geiste meinen Tagesplan durch, ehe ich zufrieden nickte und den Schwamm weglegte. „Ich denke, das dürfte noch reinpassen, wir haben ja nicht gleich 3 Stunden oder?“, meinte ich in herausforderndem Tonfall. Die beiden nickten eifrig und Lisa überflutete mich gleich mit Fragen. „Welchen der drei nimmst du? Welchen Sattel willst du? Oder sogar ohne Sattel? Und Schabracke? Wollen wir bis zum Ende der Galoppwiese oder noch weiter oder in die andere Richtung? Sollen wir nochwartenmitputzenjetztbleibdoch hiiieeer!“ Ich war bereits am Putzzeug holen, nämlich das von Donut. Jonas grinste belustigt und schnappte sich das Halfter von Muffin, so blieb für Lisa nur noch Anu übrig. Wir liefen ‚Somewhere Over the Rainbow‘-summend zu den dreien. Ich band Donut direkt hinter Muffin an, Anu stand weiter vorne. Immer noch vor mich hin pfeifend begann ich, den Rappen durchzubürsten. Zuerst mit dem Striegel, dann mit der groben und schliesslich mit der weichen Bürste. Als ich auch die Hufe und das Langhaar geputzt hatte, holte ich den Sattel und die Trense. Donut machte beim Zäumen einen ganz runden Hals und suchte das Gebiss regelrecht. Auch Anubis liess sich ohne weiteres aufzäumen, Muffin sträubte sich jedoch zuerst ein bisschen, indem er den Kopf hochstreckte. Mit seiner üblichen Geduld schaffte es Jonas trotzdem, den Hengst zum Maul-Öffnen zu bewegen. Ich beobachtete, wie er ihm lobend auf die Schulter klopfte, kaum war das Nackenstück über die Ohren gestreift. „Seid ihr fertig?“, fragte ich rasch, um meinen leeren Blick zu begründen. Beide waren so weit, also liefen wir nacheinander aus dem Stall auf den kleinen Platz im Innenhof des Hauptstalls. Dort stiegen wir wie immer auf und gurteten nochmal nach, dann ritten wir los in Richtung Fluss. Ich hörte eines der Minipferdchen wiehern als wir in die Nähe der Weiden kamen. „Ist denen etwa schon wieder langweilig? Die durften doch erst heute Morgen auf dem Platz mit den Kindern spielen.“, bemerkte ich belustigt. „Mit den Kindern spielen – das ist der richtige Ausdruck!“, lachte Jonas. Lisa begann nach ein paar Minuten der Stille eifrig von ihren Erlebnissen als Trainerin zu erzählen. Jonas und ich sahen uns gleichzeitig an und rollten mit den Augen, um gleich darauf in Lachen auszubrechen. Lisa schwatzte währenddessen munter weiter, als hätte sie es nicht bemerkt, vielleicht hatte sie das ja tatsächlich nicht. Nach dem Fluss bogen wir rechts ein wenig ins Feld und galoppierten an. Es entwickelte sich ein kleines Rennen, bei dem Donut und ich anfangs vorne lagen, jedoch schnell eingeholt wurden durch den temperamentvollen Araber Anubis. Uns blieb auch nicht erspart, dass Muffin aufholte und an uns vorbeizog. „Macht nix mein dicker, die haben nen Vorteil.“, murmelte ich dem Ponyhengst ins Ohr. Am Waldrand bremsten wir wieder in den Trab, dann ritten wir südwärts und schliesslich in einer grossen Schlaufe zurück zum Hof. Dabei mussten wir den Fluss nochmals überqueren, diesmal bei einer Betonbrücke, die Muffin nicht geheuer war. Ich ritt extra nahe vor den beiden, damit Muffin sich anhängen konnte und es klappte; wir schafften es beim dritten Versuch doch noch. Muffin tänzelte zwar auf dem ganzen Weg darüber, aber er blieb bei uns. Da er sich auch auf dem restlichen Rückweg nicht wirklich beruhigte, gab mir Jonas seine Gerte, in der Hoffnung, dass er so etwas ruhiger werden würde. Es klappte leider nicht wirklich, aber Jonas nahm dafür bei unserer Wiederankunft noch ein paar Sprünge auf dem Platz. So konnte er den Achal Tekkiner noch etwas auspowern. Wir verräumten die Pferde in ihre Boxen und liefen anschliessend zu den Mini-Weiden. Ich öffnete das Zauntor und schon kamen die Stütchen angerannt. „Heyy Daki, halllooo, Chip lass das! Ach Queenie das kann man nicht fressen, au!“ Goldy, mit ihrem goldenen Charakter, war die einzige, die nicht versuchte, mich irgendwie zu beknabbern oder meine Schuhbändel aufzumachen. Dann war der Spuk auch wieder vorbei, denn Daki hatte wohl eine Stelle mit etwas frischem Gras unter dem Schnee entdeckt. Sie lief davon und alle anderen folgten ihr eifrig. Jonas schüttelte lachend den Kopf, denn die Hengstchen hatten so gar nicht Freude daran, dass sich ‚ihre‘ Stütchen vom Zaun entfernten. Arco und Caress standen beide mit gespitzten Ohren und geblähten Nüstern da, Arco trug ausserdem den Schweif elegant aufgestellt. In solcher Pose sah er richtig edel aus, fast wie ein zu klein geratener Araber. Plötzlich flitzte etwas Weisses an mir vorbei. Ich drehte mich erstaunt und entdeckte Kiwi, die in Richtung Lewis trabte, der vom Nebenstall her angelaufen kam. Die Kleine hatte sich gut gemacht, sie war kräftig geworden und hatte wolliges Babyfell. Lewis streichelte sie zur Begrüssung wie man es bei einem kleinen Hund getan hätte, und Kiwi verhielt sich auch nicht viel anders als ein solcher. Sie trottete Lewis hinterher, sogar als er weg von den anderen Minis zur Halle lief. Ich rief ihm noch hinterher, dass er auf die Kleine aufpassen solle. „Achja, Lisa, heute kommt noch ein neuer Pflegling für dich an. Eine Ministute namens Alufolie. Wir haben sie…“ Ich wurde durch Jonas‘ Gelächter unterbrochen. „Alufolie? Echt jetzt?“ „Ja, ihr Vater heisst Klofolie.“ Nun lachten wir alle herzhaft, denn die Namen waren nun wirklich etwas… seltsam. Doch nichts desto trotz mussten wir die Stute empfangen, weshalb wir pünktlich um sieben Uhr auf dem Parkplatz standen. Dort wurde sie nun rückwärts herausgeführt, unsere Alu. Der Name war schnell vergessen als wir die toll gefärbte Stute sahen. Ihre Kruppe war komplett weiss gesprenkelt und sie hatte einen ausgezeichneten Körperbau, daher war sie ja auch gekrönt worden. Wir bedankten uns beim Fahrer und führten die Stute erstmal alleine in den Offenstall, die anderen waren ja noch daran, den Hof unsicher zu machen und so konnte sie sich in Ruhe eingewöhnen. Sie machte sich auch gleich daran, mit den überaus neugierigen Hengstchen zu quietschen.
    • Occulta
      [SIZE=11pt]Pferdefreuden[/SIZE]

      Ich stand bei Frame in der Box und streichelte den mehrheitlich weissen Hengst. Er hatte sich gut gemacht in den Wochen seit er bei uns war; Die meisten Wunden waren geheilt und von dem klaffenden Loch in seiner Schulter war nur noch eine grosse Kruste sichtbar. Die Tierärztin war bei der Nachkontrolle mit dem Stand der Dinge zufrieden gewesen und hatte uns grünes Licht für die Zukunft gegeben. Wir hatten deshalb schon ein wenig mit dem Training begonnen. Er wurde im Moment longiert, als Vorbereitung auf das Einreiten. Er hatte mittlerweile auch etwas mehr Vertrauen zu uns gefasst. Dies reichte so weit, dass er sich auf der Weide einfangen liess und auch beinahe schön geführt werden konnte. Bloss beim Auftreten eines plötzlichen Geräusches oder einer schnellen Bewegung erschrak er regelmässig und testete unsere Führerqualitäten. Etwas hatte mich sehr erstaunt an ihm: Seit seiner Ankunft hatte er sich extrem an mich gehängt. Wenn ich bei ihm war, wich er nicht von meiner Seite und wenn jemand anderes ihn führte, machte er regelmässig Probleme, ausser wenn ich nebendran lief. Mit seiner eher schreckhaften Natur hatte er sich wohl mich als Chef ausgesucht, der ihn nun vor allerlei Gefahren beschützen sollte. Ich spielte meine Rolle gewissenhaft, beispielsweise stellte ich mich zwischen ihn und eine Schubkarre, als diese unseren Weg kreuzte. Mein anschliessendes Berühren eben dieses Monsters hatte ihn sogar dazu bewogen, mit der weichen Schnauze daran zu stossen, um gleich darauf zusammenzuzucken und den Rückwärtsgang einzulegen. Bei diesem Anblick musste ich jeweils schmunzeln – wie er dastand mit weit geöffneten Augen, sich beinahe berührenden Ohrenspitzen und geblähten Nüstern. Ich seufzte und sah ihn an, worauf er beinahe fragend zurückstarrte und den Kopf senkte um laut hörbar zu schnauben. „Du seltsamer Vogel.“, schloss ich und entfernte mich mit einem Klaps auf seine Kruppe aus der Box. Das grelle Sonnenlicht blendete mich einen Moment lang, als ich aus dem Hauptstall ins Freie trat. Die Schwalben kreisten hoch in der Luft, es würde also heute vermutlich nicht mehr regnen. Ab und an hörte man wieder das freudige Zirpen der Jungen, wenn ein Elternvogel mit reich beladenem Schnabel an Nest flog. Beim Eingang zum Nebenstall entdeckte ich Jonas, der gerade auf dem Beton davor wischte. Ich lief auf ihn zu und er lächelte mir mit seinen braunen Augen entgegen. „Na, läuft‘s gut?“, fragte ich frech. „Spinnst du? Es läuft doch nicht alles gut hier! Wennschon rennt alles gut!“, antwortete er, wobei er sein meisterhaftes ich-habe-dich-reingelegt-Grinsen aufsetzte. Ich lächelte amüsiert und machte mich auf zum Parkplatz, weil ich das vertraute Geräusch von Reifen hörte. Das müssen Argenté und Miami sein – dachte ich mir, und beschleunigte gespannt meinen Schritt. Tatsächlich wurde bald darauf die Klappe geöffnet und eine hübsche Welsh-Stute und ein kleines Mix-Fohlen hinaus geführt. Ich streichelte zur Begrüssung den Kopf der Stute und bewunderte ihre schönen Augen und die lange Mähne. Ihre Farbe war wundervoll dunkel und die dicken Haarsträhnen auf ihrer Stirn boten einen tollen Kontrast dazu. Sie sah sich ziemlich selbstsicher um und reckte ihren dicken Hals in alle Himmelsrichtungen. Das Fohlen schien ebenfalls ganz ruhig, es folgte auch gleich brav, als ich loslief um die beiden in ihre Boxen zu bringen. Das Fohlen kam natürlich mit den anderen Hengstchen auf die Weide, Noir kam hingegen in den Nebenstall.

      "Was ist denn hier los??", rief ich ungläubig, als ich die Halle betrat. Dort waren Lewis, Rosie und Lisa zusammen mit den Ministuten und Jacky. Sie hatten Kegel, Stangen, die bunten, aufblasbaren Bälle und ein Fahrrad in der Halle aufgestellt, wobei alles ein wenig chaotisch wirkte. Lewis machte eine elegante Handbewegung, als wollte er einen Bühnenauftritt einleiten. Daraufhin sprang Lisa geschickt zum Fahrrad und Rosie packte Goldy am Halfter. Was sich nun vor meinen Augen abspielte, liess die Zweifel von vorhin verfliegen: Lisa fuhr los, hatte zwar sichtlich mühe gegen den Hallensand anzukommen, schaffte es aber dennoch irgendwie. Rosie rannte kurz neben Goldy her, liess sie dann los und gab ihr einen Klaps auf den Po damit die Stute auch ja weiter hinter Lisa her trabte. Nun kam Jacky ins Spiel: sie jagte auf Lewis' Signal hin hinter Goldy her und sprang der Stute geschickt auf den Rücken. Dort balancierte sie, indem sie sich runter duckte, wie ich es auch schon im Winter mit ihr geübt hatte. Die beiden folgten Lisa weiterhin, die eine grosszügige Kurve fuhr und durch den Stangengang, den ich erst jetzt erkannt hatte, bog. Goldy folgte und berührte die Stange kein einziges Mal. Nun ging es weiter in einen Kegel-Slalom und danach zu den Bällen. Bei letzterem hüpfte Jacky runter und schob gemeinsam mit Goldy einen der Bälle durch ein Kegel-Goal. Als sie fertig waren rannte Rosie herbei und gab ihnen Leckereien zur Belohnung. Danach verbeugten sich die drei Pfleger symbolisch vor mir. Ich klatschte begeistert und fragte, wie lange sie schon trainiert hätten. "Approximately four months. But not every day." Ich nickte beeindruckt und fragte mich insgeheim, warum ich nie etwas bemerkt hatte. Ich fand es eine witzige Idee, und es schien eine gute Beschäftigungsmöglichkeit für die Minis darzustellen. Ich hatte zwar auch schon mit ihnen Tricks geübt, doch nie wirklich intensiv. Und natürlich für Jacky. "Können die anderen Ponys auch etwas?", hakte ich neugierig nach. "Daki lernt gerade, auf Kommando zu steigen und Queenie auch einen Ball zu rollen. Die anderen können alle lächeln.", antwortete Lisa auf Deutsch. "So so, nur lächeln.", meinte ich neckend und stellte mich vor Alu. "Dann lächle mal." und tatsächlich, mit dem entsprechenden Handzeichen von Lewis bog Alu geschickt die Oberlippe hoch und zeigte ihre schönen Zähne. Ich kraulte die hübsche Stute und fuhr mit den Fingern den Ohren entlang. Dann hüpfte Lewis in die Hallenmitte und dirigierte die Stuten vor sich in eine Reihe. Auf sein Kommando hin liefen Daki, Goldy, Alu, Diva, Queeny und Chip jeweils im Slalom nacheinander durch ihre Herdenmitglieder. nur die neue Shetty-Stute Coco schien verwirrt. "Sie ist noch nicht lange im Training dabei, genauso wie Diva, die ja eine Weile weg war.", rechtfertigte Rosie die Stute. Daki kniff ihr herrisch ins linke Ohr, als wollte sie sie anspornen. Lewis lockte Coco schliesslich aus der Reihe und kraulte sie, während die anderen nun auf Rosies Kommando hin gemeinsam rückwärts gingen. Ich klatschte und streichelte die Minis, als sie auch diesen Trick beendet hatten. Natürlich holte sich jeder noch rasch seine Belohnung bei Lewis ab. Anschliessend wurde ihnen die Halfter wieder übergestreift und ich schnappte Daki und Chip, um sie zu den Weiden zurück zu führen. Die beiden liefen brav mit und Dakis Mähne hüpfte lustig auf und ab, mit jedem Schritt. Ich beobachtete ein wenig Alus Schrittfolge, denn die hübschen, grauen Beinchen schwangen so rhythmisch im Takt. Bei den Weiden angekommen liessen wir die Minis laufen und sahen zu, wie sie sich nach und nach etwas verteilten um zu fressen. "Es ist Zeit das neue Stütchen zu holen.", fiel mir plötzlich ein. Wir hatten Goldy schweren Herzens an eine Kollegin verkauft, damit wir uns diese Anschaffung erlauben konnten. Wir wollten die Zahl der Minis nämlich eigentlich klein halten. Doch diese Stute hatte uns alle sofort überzeugt, sowohl die Pfleger, als auch mich und Jack. Rosie hatte sie an einer landesweiten Show für American Miniature Horses entdeckt und sie uns auf den Fotos gezeigt, die sie geschossen hatte. Die Stute hatte den dritten Platz im Final gewonnen und hatte eine ausgezeichnete Ahnenlinie. Ausserdem sah sie unheimlich schön aus mit ihren fast violetten Dapples. Goldy würde sich bestimmt wohlfühlen auf Jual‘s Hof, da waren wir uns sicher. Und falls sie doch aus irgendeinem Grund nicht mehr dortbleiben könnte würden wir sie wie schon Lady Diva zurücknehmen.
      Mit diesen und weiteren Gedanken fuhr ich auf der Autobahn. 'Narnia' stand irgendwo im Norden in einem bekannten Mini-Zuchtgestüt. Ich fand das Anwesen nach etwa eineinhalb Stunden fahrt und war beeindruckt von den fein säuberlich geschnittenen Büschchen und dem kurzen Rasen, aus dem kein Halm hervorzuragen schien. Ich stieg aus und sah mich um, ehe ich mich auf die Suche nach dem Hofbesitzer begab. Auf dem Gelände standen mehrere kleine Stallgebäude, deren Fassade in lebhaften Rot- und Blautönen bemalt war. Die zu ihnen führende Kiesstrasse war beinahe weiss und frei von Blättern oder ähnlichem. Es gab ausserdem einen hübschen kleinen Dressurplatz mit sehr hellem Sand. Nun betrat ich das vorderste Stallgebäude und lief durch die Gasse. Alles war vollkommen 'tidy' und aus den grosszügigen Boxen reckten mir bunte, kleine Pferdchen ihre Nüstern entgegen. Als ich etwas weiter ins Miniaturreich vordrang, entdeckte ich Narnia. Ihr Name war in kunstvoll geschwungener Schrift auf ein kleines Boxenschild geschrieben. Ausserdem hatte ich die Stute auch so gleich erkannt, denn mit ihren deutlichen Dapples stach sie aus der bunten Vielfalt besonders heraus. Ich streichelte ihre weiche Schnauze und betrachtete lange die dunklen Augen. "She's pretty, heh?", bemerkte plötzlich eine Stimme hinter meinem Rücken. Der Hofbesitzer schüttelte mir kräftig die Hand und stellte sich vor, ich tat es ihm gleich. Danach holte er Narnia aus der Box und führte sie mir vor, sodass ich mir ihr Exterieur nochmal ansehen konnte. Als ich bestätigte, dass ich immer noch grosses Interesse an ihr hatte, stellte er sie zurück in ihr Reich und wir begannen, über das Geschäftliche zu reden."And, how much does that pretty lady cost?" Wir handelten einen fairen Preis aus, darin war ich mittlerweile erfahren. Er schien, ganz zu meinem Vergnügen, etwas überrascht über meine Hartnäckigkeit und Ausdauer. Die Stute hatte natürlich ihren Preis, doch das war sie auch durchaus Wert. Zu guter Letzt schüttelten wir uns kräftig die Hand und ich unterschrieb den Kaufvertrag. Als ich alles ausgefüllt hatte, führte er mir die Stute zum Auto, wo ich bereits die Klappe des Anhängers öffnete. Narnia stieg etwas wiederwillig ein - daran würden wir noch arbeiten müssen. Doch während der Fahrt verhielt sie sich sehr ruhig. Zuhause sah sie sich erstmal aufgeregt um und wieherte nach ihren Weidegenossen. Stattdessen gaben die beiden Hengstchen Antwort, sobald wir in Sichtweite kamen. Besonders Arco schien interessiert an der hübschen Stute und folgte uns auf der anderen Seite des Zauns. Caress hingegen, wandte sich erneut dem zarten Gras zu. Die Stuten kamen uns ebenfalls neugierig entgegen, so wie die Pfleger, die aus allen Winkeln des Hofes angeschlichen kamen, um Narnia zu begutachten und dann jeweils so taten, als ob sie schon immer dagestanden hätten. "What a little beauty." "Yea, just like the others!" "Nooo, I think she is even prettier with those dapples." "She's not as pretty as Daki!" Ich schüttelte lächelnd den Kopf und beobachtete, wie Narnia Diva beschnupperte und anschliessend quietschte. Als sich die Lage entspannte, löste ich den Strick und liess die Kleine laufen. Sie trug den Hals noch immer übertrieben rund und tänzelte ein wenig, als die anderen sie umringten, doch bald lief die ganze Gruppe am Offenstall vorbei in Richtung der beiden Bäume, wobei Narnia gemütlich hinterher trottete. Zufrieden lief ich mit den Pflegern zusammen wieder nach oben, schliesslich gab es noch jede Menge zu tun.
    • Occulta
      Saturday Night

      "Vollmond. Definitiv." Ich schüttelte müde den Kopf, als Reaktion auf eine von Spots Hüpfereien. Der Hengst war heute richtig mühsam; erschrak andauernd vor irgendwelchen Kleinigkeiten und buckelte, anstatt seine Energie für die Galopparbeit einzusetzen. Wenigstens erging es Quinn neben mir mit Fly nicht besser. Der sensible Vollblüter hätte sie beinahe von seinem Rücken befördert, als Katze Sushi aus dem Gebüsch geschossen kam. Spot mochte die Katzen, daher hatte es ihn recht wenig interessiert. (Die Kazen schliefen sogar hin und wieder auf seinem Rücken, wobei sie über die oberen Ränder der Boxen balancierten, um dann geschickt auf seiner Kruppe zu landen. Dieses Spektakel hatten wir Lewis zu verdanken, der den kleinen Miezen jeden Unsinn beibrachte.) Zugegebenermassen war es niedlich zuzusehen, wie Spot an der Katze schnüffelte, die Nüstern in ihr weiches, halblanges Fell drückte und die Ohren spitzte. Die Katze nahm dies vollkommen gelassen, legte jedoch die Ohren platt wenn es ihr zu viel wurde.

      Wir arbeiteten eine halbe Stunde intensiv mit kleinen Sprintgalopps und trabten danach Seite an Seite um die Gehorsamkeit zu schulen. Die Pferde mussten ihr Tempo angleichen und auf gleicher Höhe bleiben. Es klappte ganz gut, trotz der angespannten Atmosphäre. Nach dem abkühlen im entspannten Schritt, bei dem wir insbesondere die immergrünen Nadeln der Tannen von weitaus kürzerer Distanz hatten betrachten durften, als dies angenehm üblich gewesen wäre, und uns auch ausserordentliche Grasstudien nicht verwehrt geblieben waren, brachten wir die Vollblüter in den Stall, um sie königlich zu versorgen. Sie bekamen ihr wohlverdientes Heu, ihre weiche Fleece-Decke und hübsch eingefettete Hufe. Ich schwang die schwarze Standard Abschwitzdecke über Spots Wiederrist und bewunderte einmal mehr die ausgebildeten Schultermuskeln beim zuknüpfen. Ein letztes Mal strich ich über die seidige Halspartie, beendete die Bewegung in einem freundschaftlichen Klaps und verliess dann das Territorium des Vollblüters. Auch Quinn kam mir bereits entgegen, sich mit dem Arm symbolisch über die Stirn wischend. "So what are we gonna do now?" Anstelle einer Antwort bedeutete ich ihr mit dem Zeigefinger und einem gespielt bedrohlichen Blick, mir zu folgen. Ich führte Quinn zu den Weiden und schliesslich in den Offenstall der Mini-Stuten. Dort schnappte ich mir zwei der schwarzen Halfter und gab Quinn das eine. "Take a pony, we're gonna have a bit fun." Belustigt über meinen Tonfall sah sie mich an und lief dann zu Goldy. Ich dachte ebenfalls kurz nach und entschied mich für Lady Diva. Sie sahen beide etwas zerzaust aus, aber wir werden sie später noch schick machen, beschloss ich im Stillen. Wir liefen mit den beiden Pferdchen zum gepflegten englischen Rasen neben dem Haus, eben dort wo wir letztens die gekörten Hengste des Nebenstalls für ein Fotoshooting aufgestellt hatten. Die kleinen Hufe konnten dem Gras nicht viel anhaben und der Untergrund war schön weich, optimal für Zirkuslektionen. Ich begann damit, mit Lady am langen Seil zwischen den Büschen hindurch Slalom zu joggen. Quinn tat es mir in die andere Richtung gleich. Nachdem wir auch einen (aufgrund meiner Ausdauer) nur kurzen Galopp nicht verschmäht hatten, hielt ich im Schatten des Kirschbaumes und nahm Ladys Vorderbein, um es nach vorne zu ziehen. Sie gab es willig und zog es auch nach einigen Sekunden nicht zurück. So weit, so gut - dachte ich und liess das Bein los, bedeutete ihr aber durch Anstupsen der Schulter, es weiterhin vorzustrecken. Es klappte, sie hielt das Bein vor und bekam ein Karottenscheibchen. Nun wollte ich sehen, ob sie das Kompliment noch beherrschte. Ich gab ihr die Stimmhilfen und das entsprechende Touchier Zeichen an der Brust, worauf sie so rasch reagierte, dass sie beinahe hingefallen wäre. "Abliegen kommt erst später", murmelte ich lachend. Ein Blick in Richtung Sunny verriet mir, dass es bei ihr nicht ganz so eifrig lief. Quinn gab sich alle Mühe, doch die Stute wolle nicht auf den Knien bleiben. Immer wieder lief sie rückwärts. Ich legte Divas Seil auf den Boden und eilte zu Hilfe. Vorsichtig nahm ich das linke Vorderbein der Stute und zog es sanft nach hinten, während Quinn die Hilfen gab und Sunny lobte. Wir übten dies einige Male, ehe wir zufrieden waren und Goldy in Ruhe liessen. Ich wandte mich wieder Diva zu, die friedlich am Gras zupfen war und sich nicht weit wegbewegt hatte. Spielerisch hüpfte ich auf sie zu und warf die Arme hoch, sodass sie den Kopf hochriss und stieg. "How many tricks does she know?", fragte Quinn mit leicht neidischem Unterton. Ich grinste nur und warf einen Blick auf die Uhr an meinem Handgelenk. Dann liess ich Lady Diva abliegen, setzte mich neben sie und legte den Kopf auf ihren Bauch, als wäre sie ein übergrosses Kopfkissen. Es war durchaus bequem; Lady konnte weiterfressen während ich sie halbwegs umarmend kraulte. Auch Goldy konnte schliesslich zum Abliegen gebracht werden, sie wirkte dabei jedoch noch deutlich unbehaglicher als Diva.

      Nach zehn Minuten hatte sogar Lady genug und versuchte mir in den Arm zu zwicken, weil sie aufstehen wollte. Ich strafte dies zärtliche einklemmen meiner Haut nicht, schliesslich war ich die gewesen, die sie genervt hatte. Um ihr dennoch zu zeigen, dass sie besser nicht zu ungehobelt mit ihrem Chef werden sollte, schickte ich sie einige Schritte rückwärts, sobald sie sich aufgerappelt hatte. Wir begaben uns zurück zu den Weiden. Dort angekommen hängte ich das Seil aus, öffnete das Zaun Tor der Mini-Stuten-Weide und gewährte der ganzen Herde ein wenig Freilauf. Alufolie, die Älteste der Stütchen und gegenwärtige Leitstute, drängelte sich zuerst durch die Öffnung und begrüsste Goldy und Diva mit einem kurzen Schnüffeln. Als sie sicher war, dass ihr alle Herdenmitglieder hinausgefolgt waren, lief sie zügigen Schrittes den Weg hinauf zum breiteren Kiesweg. Bei einem kleinen Baum am Wegrand stoppte sie, senkte den Kopf und begann, das saftige Gras zu bearbeiten. Ich warf einen Blick zu den Hengstchen und beschloss, kurz Arco kraulen zu gehen. Er kam sofort an getrottet und beschnüffelte mich, während ich kraulte. Auch Lenny wollte seine Schmuseeinheit nicht missen. Die Tränken sahen sauber aus, die Boxen ebenfalls – die Offenstallverantwortlichen erledigten ihren Job also trotz des Events gewissenhaft. Quinn und ich waren der bescheidenen Herde gefolgt, als würden wir dazugehören. Wir hatten tatsächlich gerade nichts Besseres zu tun, und das trotz der beinahe 70 Pferde, die auf dem Gestüt lebten. Der Grund dafür war, dass es genug Pfleger auf Pineforest Stable gab. In den letzten Monaten hatten wir insgesamt sechs neue Angestellte eingearbeitet, sodass nun drei Pfleger für die Offenställe (einer davon speziell für die Fohlen) verantwortlich waren und die restlichen jeweils drei oder vier feste Pfleglinge hatten. Mittels eines Monatsplans wurde hierbei immer etwas abgewechselt, sodass es Pferden und Pflegern nicht langweilig wurde. Elliot hatte das Aufstellen und Verwalten des Plans freiwillig und begeistert übernommen. Jeder Pfleger musste so zwar sieben Tage in der Woche für ‚seine‘ Pferde da sein, wenn er die tägliche Arbeit mit ihnen aber rasch und gründlich erledigte hatte er viel Freizeit dazwischen. Zudem hatten die Pferde immer sonntags Ruhetag, ausser wenn an diesem Tag Rennen oder Turniere stattfanden. Quinn hatte Paint und Kierka schon am Morgen bewegt, Fly eben noch mit mir zusammen. Sie hatte jetzt bis zur nächsten Fütterung nichts mehr zu tun, denn die Boxen waren auch schon sauber.
      Gerade wollten wir uns wieder in den Hauptstall verkrümeln, da hob Alu den Kopf und trottete langsam hinter uns her – woraufhin die ganze Gruppe natürlich folgte. Ich drehte mich zu der Stute um und kraulte ihr die Stirn unter dem flauschigen Schopf. “So you want to come with us? Okay then, let‘s discover the world!“, rief ich lachend. Quinn und ich waren uns einig und so liefen wir voran in Richtung Geländeparcours, die Minis hinter uns her lockend. Kiwi hatte etwas Mühe mitzuhalten, denn die kleine Stute liess sich dauernd ablenken und blieb stehen, doch Queenie zwickte ihrem Fohlen immer mahnend in die Kruppe, sodass sie nicht verloren ging. Narnia und Papillon hatten sich seit ihrer Ankunft sehr aneinander gehängt, die beiden konnte man fast immer zusammen beobachten. Chip drängte sich ab und zu wieder zu Alu vor um sie in Frage zu stellen. Die junge Stute war sehr dominant und aufmüpfig, doch Alu liess keine Diskussionen zu. Daki lief direkt hinter mir, sie war immer schon besonders anhänglich gewesen. Als wir die Rennbahn überqueren wollten, schrie uns plötzlich jemand von den Startboxen her entgegen. Ich erkannte Oliver, der mit fuchtelnden Armen und tief rotem Kopf auf uns zu stampfte. Ich zuckte zusammen und half Quinn rasch die Minis auf die andere Seite der Bahn zu scheuchen, denn Thomas und Lily standen mit Sunday und Light in den Startboxen und hatten eigentlich gerade trainieren wollen. „Sorry Ollie!“, rief ich peinlich berührt quer über die Bahn und schob Chip die letzten Zentimeter zu den anderen. Ich hatte ganz vergessen, dass es schon sechs Uhr war. Quinn und ich sahen uns einen Moment schweigend an, ehe wir in lautes Gelächter ausbrachen und uns ins Gras fallen liessen. Die Minis verteilten sich um den grossen Baumstamm mit den Büschen an beiden Enden, der als eines der Naturhindernisse diente, und grasten wieder friedlich. Quinn und ich beobachteten das Trainingsrennen mit dem spannenden Kopf-an-Kopf Part gegen Ende und genossen die letzten strahlen der Herbstsonne, die zu untergehen begann und den ganzen Hof in goldenes Licht tauchte.
      Langsam wurde es kühl. Ich zog Quinn mit einer edlen Geste auf die Beine und wir lockten die Minis fröhlich witzelnd zurück zu den Weiden, wo wir gleich den Offenstallpflegern dabei halfen, sie für die Nacht einzusperren. Heute mussten sie schon etwas früher rein, denn wir hatten in dieser Nacht einen besonderen Event.

      Quinn und ich schlossen uns um neun Uhr der fröhlich schnatternden Gruppe von Pflegern vor dem Hauptstall an. Es war bereits recht dunkel, doch der Mond erhellte die Nacht so sehr, dass man beinahe die säuberlich geschnittenen Grashalme am Rand zählen konnte. Unser Gärtner hatte sich mal wieder mächtig ins Zeug gelegt, obschon ihm die Minis einen Grossteil der Arbeit abnahmen. Auf ihren täglichen Streifzügen über das Hofgelände wirkten sie besser als jeder Rasenmäher. "Where are Lewis and Jonas?", murmelte ich eher zu mir selbst. Quinn zuckte mit den Schultern. Sie hatte letztens eine Auseinandersetzung mit Lewis gehabt, seitdem redete sie kaum noch mit - geschweige denn über ihn. Die Basis dieser plötzlichen Feindschaft war ebenso lächerlich wie rätselhaft, zumal Quinn und Lewis unter gewohnten Umständen den rationalen Denkern angehörten: eine Stoppuhr. Lewis hatte die Zeit gestoppt als Quinn mit Paint trainierte und dabei versehentlich die Reset-Taste gedrückt, sodass Quinn nochmals dieselbe Strecke neu hätte reiten müssen. Sie hatte sich darüber furchtbar aufgeregt, anstatt Paint, die gut in Form war, einfach nochmals laufen zu lassen. Mein Eingreifen in das daraus resultierende, unschöne Wortgefecht hatte wohl auch nicht zu einer Stimmungsbesserung unter den beiden geführt.
      Ich wollte mich schon umdrehen und nach den beiden suchen gehen, als Jonas und Lewis mit einem Sack voller Knicklichter auf uns zukamen. „Wo zum Teufel habt ihr denn die jetzt her?“, wollte ich freudig überrascht wissen. Wir hatten schon damit gerechnet, es den Event mit Windlichtern oder ähnlichem durchführen zu müssen. „Wir sind extra nach Birmingham gefahren und haben es gerade noch vor Ladenschluss geschafft. Die gab’s in ‘nem Bastelladen.“ Lewis erzählte dasselbe den rein englischsprachigen Pflegern, dann trat Elliot vor um den Event zu erklären:
      Er und Lisa würden die Knicklichter auf dem ganzen Hofgelände verstecken. Manche Verstecke waren sehr schwer zu finden, manche eher leicht. Es gab sogenannte Lager, das Ziel war, die Knicklichter dorthin zu bringen. Die Lager waren Hula-Hoop-Reifen, welche im Innenhof des Hauptstalls verteilt waren. Es gab zweier Teams, jedes Team hatte ein eigenes Lager. Ausserhalb der Lager war alles erlaubt: Man durfte den Gegnerischen Teams die Knicklichter gewaltsam (in gesundem Masse) entreissen. Wem das zu ruppig war, der konnte auch jemanden mittels Schere-Stein-Papier herausfordern (eine solche Herausforderung durfte man nicht ausschlagen), oder sich Challenges ausdenken. Alle Hilfsmittel waren erlaubt, solange niemand dabei zu Schaden kommen konnte. Man durfte immer nur 5 Knicklichter gleichzeitig auf sich tragen. Die überflüssigen mussten liegen gelassen werden. Am Ende gewann das Team mit den meisten Knicklichtern. Das Ende des Events war für zwölf Uhr festgelegt, danach würde es noch einen kleinen Brunch und eine warme Tasse Tee geben. Elliot und Lisa spielten nicht mit, da sie ja schon alle Verstecke wüssten. Dies alles klang vielleicht etwas merkwürdig und manch einer würde verwirrt auf solche Spiele in einem seriösen Renngestüt reagieren, doch den Menschen von Pineforest Stable war dies egal. Die Pfleger und hatten ein sehr freundschaftliches Verhältnis und pflegten dieses auch mit Abwechslung und vielen kreativen Ideen. Zweimal im Jahr hielten wir einen sogenannten ‚Rat der Pfleger‘, ein gemeinsames Essen an dem Rückblicke, Verbesserungen und Vorschläge aufgeführt wurden. Dort entstanden auch meist die grossartigen Event-Ideen. Wer nicht mitmachen wollte, der konnte beruhigt schlafen gehen, doch selbstverständlich waren auch diesmal alle sofort begeistert dabei gewesen, als Elliot den Vorschlag gemacht hatte.

      Ich hatte meine Geheimwaffe schon die ganze Zeit über neben mir liegen: Jacky. Ich hatte vor, sie nach den Knicklichtern suchen zu lassen, das entsprechende Kommando kannte sie schon lange. Nun wurden aber erstmal die Teams bestimmt. Wir konnten selber Gruppen bilden, aber das entpuppte sich als schwieriges Unterfangen. Ich hatte mir bisher kaum Gedanken darum gemacht, doch nun da es so weit war überlegte ich fieberhaft, mit wem ich gute Chancen gehabt hätte. Quinn! War der erste Gedanke, doch bevor ich reagieren konnte wurde sie von Rosie gefragt. Sie sah mich fragend an und ich zuckte mit den Schultern zum Zeichen der Gleichgültigkeit, konnte die Enttäuschung allerdings nur schwer verbergen. Okay, dann eben…Lewis? Ich sah mich hoffnungsvoll um und lief suchend geradeaus. Im nächsten Moment stiess ich mit Jonas zusammen. „Sorry! Ich hab dich nicht ge… Wollen wir?“ Ich unterbrach mich selbst bei der plötzlichen Entzückung, die aus dieser Idee folgte. Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Vielleicht war es eine zu grosse Überwindung gewesen zu fragen… Warum eigentlich? Er war schliesslich ein Pfleger wie jeder andere auch. Kein Grund für mulmige Gefühle. Ich glaubte mir selbst nicht so recht und erschrak beinahe, als er den Kopf schief legte und meinte „Why not.“ Ich jubelte innerlich und begann, mit ihm Pläne zu schmieden.
      „Ich habe hier meine Geheimwaffe – Jacky. Was für eine Idee hast du?“
      „Wir könnten uns Herkir und Loki schnappen, sobald der Startschuss fällt. Mit ihnen sind wir schneller und trotzdem sind sie schön klein und wendig.“
      „Gute Idee, aber die beiden sind noch nicht lange Eingeritten und spielen bei dem ganzen Trubel vielleicht nicht mit… Ausserdem wette ich, dass die anderen sich auch schon zu solchen Gedanken vorgearbeitet haben.“
      „Besserer Vorschlag?“
      „Ne, aber wir müssen das genauer planen. Was tun wir, wenn die beiden durchbrennen?“
      „Wir bringen sie zurück und kleben ein Tape mit dem Schriftzug ‚Achtung Angsthase - in der Box lassen!‘ auf die Boxenwand.“
      Ich lachte und nickte.
      „Na gut. Wie kommen wir vor den anderen zu ihnen?“
      „Wir gehen gleich am Anfang zu den Boxen, der kürzeste Weg ist es, den unteren Eingang zu benutzen. Danach suchen wir je 5 Knicklichter und bringen sie ins Lager, erst dann planen wir weiter, denn ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie gross das Gewusel hier sein wird.“
      „Gut, ich versuche Jacky vom Pferd aus zu dirigieren, aber das dürfte schwer werden… Vielleicht verlassen wir uns doch besser auf unsere Augen. Du gehst zuerst in Richtung Startboxen, ich zu den Offenställen. So wie ich Elliot und Lisa kenne, haben die bestimmt sogar bei den Minis etwas versteckt.“
      „Hoffentlich fressen die Biester nichts davon!“, lachte er.
      Wir sahen gespannt zu den anderen, denn langsam verebbte das Gemurmel und alle Blicke richteten sich wieder auf Elliot. Die Teams waren erfolgreich verteilt, also konnten die Lager zugewiesen werden. Jonas und ich hatten Glück – wir bekamen eines in der Nähe des Durchgangs zum Kiesweg. Es blieben uns noch einige Minuten Zeit um Vorbereitungen zu treffen oder etwas zu trinken, während die Leuchtstäbe versteckt wurden. Jonas und ich schlichen uns geschwind zu den Boxen der Isis und zogen ihnen schon mal ihr Zaumzeug an. Auf Sättel verzichteten wir der Sicherheit halber. Wir einigten uns darauf, dass ich Loki nehmen würde. Ich verflocht die Zügel etwas miteinander, damit er beim Fressen nicht hineintreten konnte, dann eilten wir zurück zum Lager.
      Das Spiel startete pünktlich um zehn Uhr. Elliot gab den ‚Startschuss‘ mit einer Trillerpfeiffe, woraufhin alle Teams in verschiedene Richtungen auseinanderstoben. Jonas und ich und Jacky sprinteten wie geplant sofort zum Nebenstall, es schien uns niemand zu folgen. Ich riss die Boxentür von Loki auf und führte ihn eilig hinaus. In diesem Moment kamen Lewis und Lily um die Ecke und schrien enttäuscht auf als sie sahen, dass wir schneller gewesen waren. Wusst ich’s doch! Triumphierend beobachtete ich, wie sie zu Ale stolperten. Draussen holte ich kurz Anlauf und schwang mich dann auf Lokis blanken Rücken. Als auch Jonas sicher auf Herkir sass, nickten wir uns kurz zu, dann trieb ich Loki in den trab in Richtung Weiden. Die Nebenstallpferde hatten ja zum Glück alle Laufboxen, so waren sie immer etwas in Bewegung und das Wegfallen des Einwärmens nicht allzu tragisch. Trotzdem wollte ich nicht gleich galoppieren. Auch die anderen teilten diese Einstellung. Jacky hüpfte aufgeregt umher, als ich schon auf dem Weg ein Knicklicht fand und mich an Lokis Seite baumeln liess um es hochzuheben. Ich streckte es ihr hin und liess sie dran schnuppern, dann rief ich „Such!“, grosse Hoffnung hatte ich jedoch nicht. Die Hündin sah sich ein wenig um, hüpfte weiter umher, suchte jedoch nicht wirklich. Ich zuckte mit den Schultern und trieb Loki weiter. Der Hengst war feurig durch das immerwährende Rufen der Leute und die vielen schnellen Bewegungen. Seine Mähne wirbelte wild, als ich mit ihm zum Offenstall von Gianna und Piroschka töltete. Auch dort fand ich nach einer kurzen Suche tatsächlich zwei Lichter, eines zwischen den Balken eingeklemmt und eines im Gras neben dem Zaun getarnt. Fieberhaft dachte ich nach, wo sonst noch gute Verstecke wären. Ich klapperte noch drei Offenställe ab, ehe ich fünf Knicklichter hatte und nun im Galopp zurück zum Lager jagte. Jonas war ebenfalls dort und warnte mich gerade rechtzeitig vor Rosie, die um die Ecke kam und auf mich zu rannte. Ich schaffte es vor ihr zum Ring und schmiss alle fünf Stäbe hinein, dann erst verschnaufte ich. Jonas hatte ein erfreutes und ehrgeiziges Funkeln in den Augen. Wir besprachen uns kurz und entschieden, gemeinsam weiterzumachen, da dies sicherer war. Wir trabten (Loki töltete lieber) zur Halle, voller Anspannung was uns dort erwarten würde. Darren, Ajith und April waren bereits da und suchten das Gebäude ab. Jonas beugte sich zu mir und murmelte: „Bestimmt sind ein paar drinnen vergraben.“ Ich nickte und wir ritten durch den Eingang nach drinnen. Dort riskierten wir es, Loki und Herkir stehen zu lassen um im Hallensand zu wühlen. Tatsächlich war dies eine wahre Goldgrube: gleich sechs Stück fanden wir. Doch als sich Jonas umdrehte um nach den Pferden zu sehen, sahen wir gerade noch Herkirs bunten Po im Eingang verschwinden. „Na toll! Schnell hinterher!“ Ich rappelte mich auf und stolperte auf den Eingang zu. Als die beiden Isis wieder in mein Sichtfeld kamen sah ich, dass Darren und Ajith sie führten und soeben aufstiegen. Jonas wollte schon in ihre Richtung rasen, doch ich hielt ihn zurück und meinte: „Lass gut sein, die holst du eh nicht ein und wenn dann nehmen sie dir im schlimmsten Fall die Knicklichter ab. Wir haben ja noch Jacky.“ Die kleine Hündin stand mit heraushängender Zunge und aufgerichtetem Schwanz da und sah mich erwartungsvoll an. Er starrte noch einen Moment zu Ajith, dann senkte er den Blick und nickte. „Weitersuchen oder ins Lager bringen?“, fragte ich herausfordernd. „Ins Lager, sonst ärgern wir uns umso mehr wenn wir voll beladen überfallen werden.“ Ich stimmte zu und wir joggten zu unserem Ring. So weit so gut, wir hatten nun schon 16 Knicklichter. Diesmal gingen wir in Richtung Haupthaus und dann zu den Büschen daneben, denn beim Haus selbst waren bereits etwa vier Leute versammelt. Wir suchten rasch in den Gebüschen. Ich Kroch in den grossen Rhododendron Busch, dort drin war es finster wie in einem Katzenmagen. Ich tastete mich vorsichtig voran, denn ganz am Ende des Buschs sah ich das verräterische Glimmen eines grünen Knicklichts. Plötzlich durchfuhr ein stechender Schmerz meine Hand und ich stiess ein wütendes „Au!“ aus. Jonas fragte von aussen, ob alles okay sei. Ich murmelte: „Nur eine Dorne, aber schau her, ich hab ein Knicklicht!“ Es raschelte und die dunkle Gestalt eines Kopfes erschien in einer Lücke des Gebüschs. Ich grinste und streckte ihm das leuchtende Stäbchen entgegen. Er streckte die Hand aus und zog mich aus dem Gebüsch. Dankbar klopfte ich mir die Erde von den Hosen und wischte ihm ein Blatt von den Schultern. Wir sahen uns kurz an und lachten, dann eilten wir in Richtung Hauptstall, denn Jonas hatte auch noch drei Stäbchen gefunden. Doch weit kamen wir nicht: plötzlich kamen David und Anne von der Seite her auf uns zu gerannt. Anne stiess mich unsanft zu Boden und wollte mir die Knicklichter aus der Hosentasche nehmen, doch sie hatte sich verschätzt, denn ich war recht wehrhaft. Ich rollte mich weg und zog sie nach unten, dann warf ich mich seitlich über sie und fixierte ihre Arme über dem Kopf. Keuchend lächelte ich sie an, sie versuchte sich frei zu zappeln. Jonas hatte etwas mehr Mühe mit David, denn dieser war nicht gerade klein und ein ebenbürtiger Gegner. Nach einer fast zweiminütigen Rangelei lag Jonas keuchend am Boden, Anne war geflohen und David hatte die meisten unserer Knicklichter. Ich stand auf und zog Jonas auf die Beine. „Na das war wohl nix… Wir brauchen eine neue Strategie“, meinte ich mürrisch. „Gehen wir in die Offensive?“ „Aber sicher!“, antwortete ich. Wir machten uns in der folgenden Stunde auf die Suche nach guten Opfern und eroberten auf diese Weise ganze 20 Knicklichter. Langsam wurde es schwer noch etwas zu finden, denn es waren kaum mehr Stäbchen versteckt.
      Um zwölf Uhr ertönte die Trillerpfeife; ich war zu dieser Zeit gerade auf der Galoppbahn und schlenderte nach dem Pfiff mit den Händen in den Hosentaschen zurück zum Lager. Als Jonas mir fragend entgegenkam zuckte ich mit den Schultern, dann grinste ich und angelte 3 Knicklichter aus der Hosentasche. Er legte den Arm über meine Schultern und wir tanzten übermütig zu Elliot und Lisa, die gerade am durchzählen waren.
      Wir hatten zwar nicht gewonnen, doch waren auch nicht die schlechtesten gewesen. Wir hatten uns alle versammelt zum Brunch, leider hatte es zu wenige Sitzplätze. Jonas, der sich einen Gartenstuhl ergattert hatte, lud mich ein auf seinen Schoss zu sitzen, was ich dankend annahm. Wir waren allesamt müde und trotz des ganzen Spasses froh, dass wir nun endlich im Begriff waren in die Betten zu kriechen. Den Tee genoss ich aber zuvor noch in vollen Zügen.
    • Occulta
      Signs and Sins

      Dieser Morgen war ebenso kalt wie der Letzte. Es fiel mir aufgrund des offenen Fensters auf, durch das ein schneidend kalter Hauch drang, sodass ich meinen Arm mit unter die Decke nahm. Erst jetzt wurde ich richtig wach. Es war noch dunkel, wie immer wenn ich mich im Winter aus dem Bett quälen musste. Ich stutzte. Warum ist das verdammte Fenster sperrangelweit offen? Ich richtete mich auf und wollte Quinn in die Seite stupsen, um sie zu wecken. Da fiel mir ein kleiner Umschlag auf dem Teppichboden auf. Misstrauisch rutschte ich von der Bettkante und hob ihn auf. Ehe ich ihn genauer betrachtete, schloss ich das Fenster, denn ein erneutes Schaudern hatte mich durchschüttelt. Dann setzte ich mich halb unter die Bettdecke und wendete den Umschlag in meiner Hand. Er war vollkommen weiss, ohne jegliche Beschriftung. Vorsichtig riss ich ihn auf und sah hinein. Darin befand sich ein getrockneter Pinienzweig. Ein Schaudern durchfuhr mich, doch diesmal hatte es nichts mit der kühlen Luft zu tun. Auch Quinn war unterdessen aufgewacht und sah den Zweig verwirrt an. Es musste eine Botschaft sein, vermutlich vom Killer. Von wem denn sonst? Wir zeigten allen den Zweig und rasch breiteten sich die wildesten Gerüchte wie ein Feuer aus. "He wants to play with us, he will kill us all!", verkündete Lisa hysterisch. Ajith versuchte, sie zu beruhigen, doch es half nichts. Ich stand zwischen Lewis und Jonas, der mich nichteimal ansah. Was ist jetzt wieder los? Bin ich nun wieder Luft? Das ist ja zu erwarten gewesen. Dennoch ertappte ich mich bei einem enttäuschten Stirnrunzeln. Ich hielt es hier drin nicht mehr aus, also huschte ich durch den Türspalt und rief die Polizei an. Draussen herrschte die allmorgendliche Dunkelheit mit leichten Nebelschwaden.

      Als ich alle Fragen der Beamten bezüglich des morgentlichen Fundes geklärt hatte, lief ich zu den Weiden und setzte mich unter den grossen Baum auf der Ministutenweide. Ein paar Mitglieder der mittlerweile beachtlichen Herde gesellten sich zu mir und streiften als dunkle Silhouetten durch das nasse Gras. Ich erkannte bei genauerem Hinsehen Daki und Lady Diva, weiter hinten war ausserdem Goldy. Beim Anblick der schnaubenden und graszupfenden Pferdchen huschte mir ein Lächeln über die Lippen, das jedoch augenblicklich der stillen Leere in meinem Kopf wich. Ich war nicht jemand, der sich leicht geschlagen gab, und schon gar nicht ein Melancholiker; doch packte mich in letzter Zeit seit Jacks Tod oft eine unerklärliche Sehnsucht - vielleicht nach einem anderen Leben.
      Ich besitze ein wundervolles Gestüt mit prächtigen Pferden und viel Land. Ich bin weder arm, noch so reich, dass ich besonders viele Neider hätte. Dennoch bin ich verbittert, schweigsam und immer wieder den Tränen nahe. Ich dachte, es würde mit der Zeit besser werden, verfliegen wie der Nebel am Nachmittag. Aber meine Gedanken wurden bloss grauer. Wenn ich nachdenke, was mich wirklich, wirklich beschäftigt – die ganze Verantwortung die auf mir lastet, die Erinnerungen an Jack und natürlich die Leere, die er zurücklässt. Seit er weg ist, bin ich wieder mein altes Ich, die gefühlskalte, langweilige Individualistin. Die Geister in meinem Kopf sind wieder eingezogen und haben es sich bequem gemacht. Sie hinterfragen alles, was ich tue und sehe. Sie flüstern mir zu, dass alles keinen Sinn hat und Menschen ohnehin nur eine selbsterschaffene Lüge leben, mit dem Ziel, irgendwie ein Bisschen Glück zu finden, nur um am Ende festzustellen, dass sie bloss ein Tropfen auf dem glühenden Stein sind. Der einzige, der mich in diesen Tagen noch zu einem ernstgemeinten Lachen verführen kann, ist Jonas. Jeden Abend denke ich an seine Sanfte Stimme, an seine klaren, und doch geheimnisvollen Augen. In meinen Träumen stelle ich mir zärtliche Gesten vor - nichts Ernstes, denn danach strebe ich gar nicht mehr. Ich scheine ihn nicht für seinen Körper zu lieben, sondern für das, was er wirklich ist. Es ist schwer zu beschreiben; als währe ich in seinen Charakter verliebt. Im Traum begegne ich dem Jonas, den ich zwischen den Scherzen und den Alltagssituationen zu erkennen glaube. Eine seriöse, aufrichtige, feinfühlige und wunderschöne Version von ihm. Mag sein, dass meine Fantasie mit mir durchgeht. Wenn ich aufwache, bin ich jedenfalls allein. Ich habe so viele Leute um mich, doch alles was sie sagen verschwimmt und erscheint mir wertlos. Alle Taten, Ziele und Gewohnheiten; ich stelle sie in Frage, ohne eine Alternative zu wissen. Äusserlich mag es mir gut gehen, doch innerlich bin ich zerfressen. Jedes Mal wenn die Standardfrage auftaucht: "Geht's gut?" möchte ich sarkastisch loslachen, aber sie würden es nicht verstehen. Niemand könnte das, denn niemand denkt und fühlt wie ich. Ich bin einzigartig - das sagte meine Mutter immer. Doch es macht mich einsam. Will ich mich nicht doch der grauen Menge anschliessen und jeden Tag Lebensfreude vorspielen? Ich kann mich längst nicht mehr wirklich an den täglichen 'Glücksmomenten' erfreuen. Irgendwie hat die Realität ihren Reiz verloren. Das einzige, was das Kartenhaus zu stützen scheint, sind ein paar wenige Dinge, an denen ich mich festhalte. Meine Familie, die Pferde, Jonas... Würde er mich genauso quälen, wenn er dies alles wüsste? Würde er mich auslachen? Für verrückt und egoistisch erklären? Wo es doch so viel Leid auf dieser Welt gibt. Und doch - dies ist der Schmerz den ich fühle. Kein anderer muss ihn ertragen. Sie alle haben ihre eigenen Sorgen; meine Nervenzellen verspüren nur die meinigen. Vielleicht, aber nur vielleicht, würde er mich ja verstehen. Mich lieben. Wenn es denn dieses sagenumwobene Etwas wirklich gibt. Aber ich fühle mich als Verräter, wenn ich mir eine glückliche Zukunft mit ihm vorstelle. Eine Zukunft, die Jack nicht erleben kann. Dennoch… Ich muss meine Einsamkeit brechen, irgendwie zurück finden.
      In meinem Kopf spielten sich Szenen aus dem Alltag mit ihm ab. Und unsere besonderen Momente. Eigentlich war es doch recht offensichtlich, oder etwa nicht? Die Art wie er mich ansah, wie er mich umarmte und mich wieder neckte. Aber ich konnte mich genauso gut irren, und das war der Punkt. Ich wäre zu stolz für solch einen Fehltritt - ich müsste Jonas wegschicken, wenn es schieflaufen würde. Und das war das Letzte, was ich wollte. Da ertrug ich lieber weiterhin schweigend meine Last.

      Endlich wurde ein rötliches Leuchten am Horizont sichtbar. Ich seufzte und stand auf, um mit der Arbeit zu beginnen: Offenställe misten, Wiesen Säubern, Heu nachfüllen, wollige Minis striegeln und bürsten, Tränken reinigen und Weidezäune kontrollieren. Als ich auch mit den Fohlenställen fertig war, holte ich ein Mini nach dem anderen nach draussen, um es an den Zaun zu binden und das Langhaar zu stutzen. Besonders Papillon hatte es nötig, der schokobraunen Stute reichte der Schweif fast bis zum Boden. Viele Minibesitzer scherten ihre Pferde, doch ich tat dies jeweils erst kurz vor einer Show oder einem Fahrturnier, denn Winterfell war immerhin noch immer besser als jeden Tag eingedeckt zu werden. So kam es, dass im Moment nur Queenie und Alu geschoren waren. Sie waren beide letzten Samstag an einem Showspringen gewesen, wobei Alu sogar den vierten Platz geholt hatte. Rose, deren mit deutlichen, hellen Punkten durchsetztes Fell besonders schick aussah, wollte einfach nicht stillhalten. Sie zog den Schweif immer wieder weg und streckte den Hals in alle erdenklichen Richtungen. Aber auch sie entkam der Schere nicht. Narnia, deren Fell etwas heller war, hatte ebenfalls eine viel zu lange Mähne, die ich prompt auf etwas mehr als handbreit kürzte. Bei Tiki und Kiwi hingegen hatte ich nichts zu schneiden. Sie hatten zwar langsam eine ordentliche Mähne bekommen, aber die war noch kurz genug. Nun musste ich auch noch zu den Hengstchen überlaufen, denn auch diese beiden Fellkugeln warteten schon ungeduldig. Arco war fast einheitlich silbern im Winter; man sah seine Punkte kaum mehr. Glenns Aalstrich zeichnete sich hingegen umso stärker ab. Chip kam neugierig zum Zaun um zu sehen, ob es 'ihren' beiden Herren noch gut ging. Bloss, um gleich wieder die Ohren anzulegen und zickig mit dem Vorderbein zu stampfen, als sie und Lenny die Nüstern zusammensteckten. Schliesslich war ich fertig und klopfte erleichtert auf Arcos Hals, ehe er in die Freiheit entlassen wurde.

      Einen Moment stand ich tatsächlich ratlos da, bis mir in den Sinn kam, was ich als nächstes vorhatte. Ein neuer Hengst würde heute ankommen! Nicht irgendeiner, nein - Daydreaming Sorrow war es. Ich hatte schon immer grosses Interesse an dem Welsh Hengst gehabt, doch nie geglaubt, ihn tatsächlich einmal kaufen zu können. Mittlerweile müsste er schon fast beim Flughafen sein, spekulierte ich aufgeregt. Doch bevor Hans ihn abholte, musste er noch einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Pointless. Sie war kurz nach Sweets, Lady und Bluebell zu den erwachsenen Pferden in den Stall gekommen und nun bereitete ich sie auf das Einreiten vor. Gegen Abend würde eine weitere Vollblutstute fürs Training ankommen, jedoch gehörte sie einem Japanischen Geschäftsmann, der seit Jahren in England sein Unwesen trieb. Ich schmunzelte jedes Mal, wenn Lewis dies so beschrieb. Point war mürrisch heute. Anscheinend war ihr der Umzug gegen den Strich gegangen. Als ich die Boxentür aufschob, sah sie mir zwar entgegen, doch sobald ich ihren Hals berührte, um die Deckenschnallen zu öffnen, legte sie die Ohren platt und wollte mich in den Arm kneifen. Sofort reagierte ich und gab ihr einen lauten Klaps auf den Nacken, woraufhin sie erschrocken zurückwich. Sie legte danach die Ohren zwar seitwärts nach hinten, jedoch zögerlich und ohne aggressive Anstalten. Ich arbeitete nach der Massregelung wieder ganz normal mit ihr, denn nachtragend zu sein nützte bei Pferden bekanntlich überhaupt nichts. Nach einer halben Stunde, in der ich sie an der Longe um den Hof und in der Halle geführt hatte, liess ich es auch schon gut sein und bürstete sie gründlich. Sie kannte das Geführtwerden wie es in jedem Rennstall üblich war seit Fohlenalter, jedoch nur im Beisein der Mutter. Danach war sie auf Pineforest Stable nur hin und wieder geführt worden. Auch das Anbinden musste ich üben. Bei den ersten Versuchen hatte sie zwei Halfter zerrissen, trotz Panikhaken. Ich fragte mich noch immer, wie das hatte geschehen können, denn meine Anweisung an die Pfleger war ausdrücklich langsames, geduldiges Vorgehen gewesen. Jedenfalls klappte es jetzt schon besser: die Stute stand locker angebunden an der Boxenwand und schien die Striegelei sogar zu geniessen. Immerhin waren die Ohren jetzt locker zur Seite baumelnd. Nur der Schweif verriet hin und wieder eine gewisse Unruhe, wohl auf Ungeduld gründend. Ich packte sie zum Schluss wider warm ein, jedoch nur mit einer Netzdecke, denn ich hatte mich bisher nicht getraut, Point zu scheren. Sheela und Jacky, die mir schon den ganzen Morgen um die Beine wuselten, rauften sich gerade. Sie tollten spielerisch knurrend durch die Stallgasse und schubsten dabei fast eine Putzbox an der Wand um. Ich pfiff sie zu mir, als ich mit Point fertig war. Dann lief ich zum Parkplatz um Sorrow zu empfangen.
      Jonas schlich mir unterwegs hinterher und erschreckte mich, er hatte wohl, diesmal eher geschmacklos, wie ich fand, Mörder spielen wollen. Ich war erst etwas verwirrt, musste aber mehr lachen als mir lieb war, da er mich halb auskitzelnd in die Arme nahm. Augenblicklich stieg ein warmes Glücksgefühl in mir auf, ohne dass ich es unterdrücken konnte. Elliot, der sich über die Holzstangen vor dem Nebenstall lehnte, sah uns amüsiert zu. Ich sah ihn im Augenwinkel und erwartete jeden Moment einen dummen Kommentar - er kam auch. "You'd be an amazing couple, wouldn't you?" Ich wollte gerade den Mund aufmachen und etwas entgegnen, da antwortete Jonas plötzlich gespielt ernst: "Yes, surely. We are together – since yesterday." Stirnrunzelnd sah ich ihn an. "And why did I not know that?" "You’re clueless anyway", meinte Jonas frech. Wir lachten, ich jedoch eher schief. Dann liess er mich los und ich verschwand endgültig in Richtung Parkplatz. Was bedeutet das denn jetzt? Ernst gemeint war es sowiso nicht. Aber vielleicht insgeheim? Oder ich interpretiere schon wieder zu viel? Die Verwirrung war komplett, doch eine seltsame Zufriedenheit gleichermassen genährt. Ich lächelte heimlich und wollte gerade zum Hauptstall gehen, als der bereits erwartete, silberne Transporter vorfuhr. Hans schüttelte mir nach dem Aussteigen heftig erfreut die Hand, dann luden wir den bildschönen Welsh Hengst aus. Seine wuschelige Mähne fiel ihm wild über beide Seiten des mächtigen Halses und feine Wölkchen stiegen aus den geblähten Nüstern empor. Er musterte die Umgebung mit seinen kleinen, schwarzen Augen und spitzte die hübsch gebogenen Ohren in Richtung Hauptstall. Beim Führen wurde sofort klar, dass er total brav und gut erzogen war, denn er folgte wie ein Lamm, trotz der vielen Eindrücke. In seiner Box angekommen, tätschelte ich ihm zuerst den Hals, dann löste ich das Halfter und liess ihn fressen. Er hatte grossen Hunger vom langen Flug und würde sich einige Tage akklimatisieren müssen, immerhin kam er aus Kanada. Doch er sah top fit aus: sein Fell schimmerte in kräftigen Farben, die Hufe waren in makellosem Zustand und frisch beschlagen, der Behang war zwar mit Stroh bespickt, aber sonst sauber und der Schweif fiel wollig über seine Sprunggelenke. Ich schob zufrieden die Boxentür zu und gönnte dem Hengst seine Ruhe.

      Draussen erkannte ich Jonas und Lisa bei den Büschen vor dem Pflegerhaus. Ich blieb beim Eingang stehen und beobachtete die Szene einen kurzen Moment. Jonas stupste sie, und sah sie zwischendurch lange an. Was machen die beiden da? Reden natürlich, was sonst… Lisa lachte herzhaft und strich sich die blonden Haare aus dem Gesicht. Auf einmal wurde mir klar, wie hübsch sie doch war. Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Rippen. Ist das etwa Eifersucht, Occu? Sei nicht dumm, die beiden kennen sich schon ne ganze Weile und sind gute Kollegen. Selbst wenn mehr dahinter stecken sollte, ginge es dich nichts an... Eigentlich müsstest du dich doch sogar darüber freuen oder? Hast du dir nicht nach Jack geschworen, frei und unabhängig zu bleiben? Ich wandte mich dennoch leicht bitter ab, an die schöne Illusion von zuvor denkend. Ich lief gespielt fröhlich zum Nebenstall, wo ich Herkir rausholte und am Holzgatter anband. Dann begann ich ihn gründlich zu putzen. Der Nachteil war, dass ich die ganze Zeit über das Gelächter dieser glücklichen Menschen ertragen musste. Ab und zu wagte ich einen Blick, um ihn dann nur schmerzlich betrübt wieder auf Herkirs hellrotes Winterfell zu richten. Fast hätte ich die beiden angefahren, sie sollen doch wieder zur Arbeit gehen. Ich biss die Zähne zusammen und sattelte, so schnell ich konnte, um dieser Situation zu entfliehen. Schliesslich töltete ich auf der Galoppbahn, um den Kopf frei zu bekommen. Herkir lief toll: geschmeidig und taktvoll. Seine Wuschelmähne tanzte lustig zur Bewegung seiner Schultern, während ich still sass. Der Galopp war noch etwas schwieriger, denn er sprang nicht gleich ein. In der Tat musste ich den Isländer eine viertel Runde bearbeiten, bis er angaloppierte. Sheela raste die ganze Zeit neben uns her und hatte eine riesen Freude an meiner Reitgerte.

      Nach diesem Ritt war es bereits Mittag. Ich gesellte mich mit meinem Sandwich zu den Pflegern, zusammen mit Sheela und Jacky. Als Jonas die Sattelkammer betrat, versuchte ich, nicht aufzusehen. Er blieb bei ein paar anderen stehen, wie ich aus dem Augenwinkel beobachten konnte. Schliesslich waren plötzlich alle am selben Gespräch beteiligt, und ich schien mich ausversehen durch mein in-der-Ecke-Stehen selbst zum Thema gemacht zu haben. Das ging so weit, dass Rosie irgendwann warum auch immer den Einwurf brachte, man müsse endlich einen neuen Mann für mich finden. Die meisten stimmten lauthals zu. Ich entgegnete ironisch, mich endlich auch der Gruppe zuwendend, dass ich ja anscheinend schon mit Jonas zusammen sei, worauf der mit dem Zeigefinger auf mich deutete und "exactly" meinte. Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte, also schwieg ich fortan, doch nicht ohne ein erneut aufflauendes Lächeln.

      Später am Abend kam die japanische Stute an. Sie wurde von ihrem Pfleger liebevoll Shio genannt, was wir natürlich weiterführten. Als danach langsam Ruhe auf dem Hof einkehrte, kam die alte Angst vor dem Mörder wieder auf. Ich schlief abermals im Pflegerheim. Wir unterhielten uns noch etwas in gemütlicher Atmosphäre im Aufenthaltsraum, ehe wir zu Bett gingen. Jonas sass etwas entfernt auf einem einsamen Sessel. Ab und zu erwischte ich ihn, wie er in meine Richtung sah, bis mir klar wurde, dass Lisa direkt neben mir sass. Mir pochte der Kopf immer mehr, je später es wurde. Ein Anflug von unglaublicher Müdigkeit war die Ursache. Im Verlaufe des Abends wollte Lewis plötzlich schwerzhaft wissen, wie Jonas und ich denn nun zueinander gefunden hätten. Ich bat Jonas lächelnd zur Erklärung, selbst gespannt darauf. Doch die Antwort war ernüchternd. Wir seien natürlich nicht zusammen. Ich grinste stur mit, auch wenn es ein wenig mehr weh tat, als ich erwartet hatte. Lisa und Quinn kontrollierten alle Türen und Fenster, ehe sie die Lichter löschten. Ich lag bald als letzte wach auf meiner Matratze und starrte die Decke an. Dann drehte ich mich um und schloss die Augen, eine feine Träne rollte mir die Wange hinunter.
    • Occulta
      Der Weihnachtsball

      Last christmas I gave you my heart…“ Ich schaltete das Radio murrend aus. Immer diese Weihnachtslieder – sie gingen mir allmählich auf die Nerven. Was nützte das Fest der Liebe, wenn man niemanden zum lieben hatte? Ich seufzte, als ich an den Ball heute Abend dachte. Es war ursprünglich Jacks Idee gewesen, diesen zu veranstalten. Er hatte ihn bisher jedes Mal an Weihnachten durchgeführt und war Tagelang mit der Planung beschäftigt gewesen. Eigentlich hatte ich ihn dieses Jahr ausfallen lassen wollen, doch die Pfleger hatten die Planung kurzerhand selbst übernommen und mich überredet. Auch unsere Nachbaren und Verwandte oder Freunde aus ganz England waren eingeladen. Es würde wie jedes Jahr ein grosses Fest werden. Mir graute es schon jetzt bei dem Gedanken, den ganzen Abend rumzustehen und mit den anderen über Dinge zu plaudern, die mich eigentlich gar nicht interessierten. So zu tun, als hätte ich Spass, um niemandem den Abend nicht zu vermiesen… Ich fand es sowieso makaber ein solches Fest zu veranstalten, während draussen ein Mörder frei herum lief.
      Ich verräumte meinen Teller und lief nach draussen zur Reithalle. Dort waren Ajith, Lisa, Oliver, Elliot, Thomas und Rosie schon fleissig damit beschäftigt, die Holzplatten auf dem Sandboden zu fixieren. Wir hatten extra Bodenplatten zum Tanzen gemietet, denn auf dem Hallensand würde der Abend sonst nicht besonders angenehm werden. Zunächst musste ein etwa 30 cm hohes Metallgitter auf dem Boden zusammengebaut werden, dann konnten die Platten darauf fixiert werden. Sie glichen Parkettboden – ich war erstaunt, dass sie so schön neu und glänzend aussahen und dachte daran, dass wir sie auch so zurückgeben mussten. Es würde bestimmt viel Arbeit werden, sie am nächsten Tag zu reinigen. Ich beschloss, mich nützlich zu machen und packte mit an. Die Platten waren nicht besonders schwer, aber man musste auf die Finger aufpassen, die beim Ablegen leicht eingeklemmt werden konnten. Langsam nahm das Ganze Form an; Quinn, April und Lily brachten überall an den Hallenwänden Tannenzweige mit Weihnachtsschmuck an und Lewis installierte zusätzliche Lichterkettenbeleuchtung. Alle waren am helfen – nur Jonas fehlte, wie mir plötzlich auffiel. Ich fragte Oliver möglichst beiläufig nach ihm, während ich mit ihm gemeinsam die nächste Platte zum Gitter trug. “Jonas? Well, I haven’t seen him this mornin’, but ask Rosie. She’s made the operation schedule.” Ich nickte und lief nach dem Ablegen der Platte zu ihr. Ihre dunkelroten Locken fielen ihr wie immer seidig über die Schultern, ich beneidete sie darum. Meine viel helleren Haare wollten sich einfach nicht so ordentlich locken. Ich verdrängte dies und erfuhr, dass Jonas den ganzen Tag mit der Familie unterwegs war und vermutlich auch am Abend nicht aufkreuzen würde. Ein enttäuschter Stich durchbohrte meine Gedanken, ich liess mir jedoch nichts anmerken. Ich werde also nicht einmal mit ihm reden können, um der Menschenmenge auszuweichen und die Zeit totzuschlagen. Aber da war noch mehr als das, irgendeine tiefere Leere drohte sich auszubreiten. Hatte ich etwa insgeheim gehofft, dass er kommen würde, nur um seine Anwesenheit zu geniessen? Nein, das hatten wir doch alles schon. Ich bin darüber hinweg. Er würde so oder so nur mit Lisa rumhängen. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf und lief rasch zu den Weiden um die Ministuten rauszulassen. Auf dem Weg kreisten meine Gedanken. Er hatte mich immer sehr freundschaftlich behandelt, um nicht zu sagen aussergewöhnlich. Mir kam es so vor, als hätte er mit den anderen kaum solche Blicke getauscht und auch nicht so viel mit ihnen herumgeblödelt. Also musste doch etwas dahinter stecken, oder? Ich war mir nur noch immer nicht sicher, was er wirklich empfand und solange er mich, wie in letzter Zeit, immer wieder auf rätselhafte Art und Weise ignorierte, würde ich auch nicht auf irgendein naives Gefühl eingehen. Vielleicht spielte er ja nur mit mir. Vielleicht war es eine von Lewis‘ und seinen dummen Wetten, wäre ja nicht das erste Mal. Aber würde er mir das wirklich antun? Er musste doch bemerkt haben, wie sehr ich darauf eingegangen war. Wie dumm von mir. Oder hatte er es sehr wohl bemerkt und versuchte nun, mich wieder abzuhängen, weil ihm das Ganze zu viel wurde und er lieber mit Lisa zusammenwähre? Vielleicht habe ich ihn ja auch von Anfang an missverstanden, vielleicht waren die ganzen Umarmungen und Andeutungen für ihn nur harmlose Spielereien… Oder er hatte mich in der Zwischenzeit aufgegeben und sich stattdessen an Lisa gehängt. Immerhin redete er mittlerweile viel häufiger mit ihr als mit mir. Und wenn es tatsächlich so war, dann war dieser Gefühlsumschwung nur ein weiterer Beweis dafür, dass er es nicht ernst meinen konnte.
      Die Minis trabten an mir vorbei aus dem Weidetor und verteilten sich auf der verschneiten Grasfläche um das Roundpen herum. Sie scharrten etwas in der kühlen, weissen Masse, bis sie auf ein paar zarte Grashalme stiessen, die sie dann genüsslich auszupften. Chip verscheuchte Lady von einer besonders guten Stelle, Papillon und Silhouette hingegen grasten Kopf an Kopf. Wir hatten inzwischen herausgefunden, dass die Stute nicht Dornröschen war, daher hatte ich ihr in Anlehnung daran den Namen ‚Silhouette of a Rose‘ gegeben. Die beiden Fohlen, Tiki und Kiwi, blieben nahe bei Queenie. Die Scheckstute hatte Tiki gut akzeptiert, worüber ich sehr froh war. Ausserdem spielten die beiden Fohlen immer freudig miteinander. Goldy, Alu und Daki standen ebenfalls nahe beieinander. Sie waren alle drei wollig wie Schäfchen. Nur Narnia stand etwas abseits. Ich überquerte den Weg zum Offenstall der Stuten und Prüfte, ob die Pfleger neben all den Vorbereitungen auch ihre normalen Arbeiten nicht vernachlässigt hatten. Ein wenig schmutzig waren die Tränken schon, aber noch nicht völlig verdreckt, und das Stroh sah auch noch okay aus. Natürlich hatten sie nicht Zeit für alles, aber die Pferde mussten als erste versorgt werden. Ich säuberte die Tränken kurz mit der Hand und prüfte danach den Stall der Hengstchen. Auch bei ihnen war das Stroh noch frisch, immerhin waren sie ja noch immer nur zu zweit. Arco und Caress waren übrigens aussergewöhnlich angenehme Hengste, die kaum Probleme machten. Das lag vermutlich daran, dass ‚ihre‘ Stuten gleich nebenan und immer in Sichtweite waren. Sie zankten sich auch selten, aber hin und wieder hatte trotzdem einer der beiden eine Schramme. Ganz ohne ging es eben doch nicht.

      Als es einzudunkeln begann, wurden gerade noch die letzten Kugeln an den Weihnachtsbaum in der Mitte der Tanzfläche gehängt. Auch das Essen war schon auf den Tischen aufgestellt und der Geruch nach heissem Apfelpunsch wehte mir süss entgegen. Nur der Christmas Pudding zerstörte das Bild meiner Meinung nach, denn ich mochte das Gebäck überhaupt nicht. Ich hatte mich trotz anfänglichem Zögern hübsch gemacht. Ich trug ein türkisfarbenes, relativ enges Kleid, welches mir bis etwa Mitte Oberschenkel kam und mitteldünne Träger hatte. Dazu hatte ich elegante schwarze Ballerinas an, denn ich hasste hohe Absätze, und kleine Perlenohrstecker. Die Haare hatte ich hochgesteckt zu einem komplizierten, aber unauffälligen Dutt.
      Die ersten Gäste kamen, auch meine Eltern. Wir redeten ein wenig, doch richtig amüsieren konnte ich mich nicht. Nach einer Weile zog ich mich in eine Ecke neben dem Eingang zurück und nippte an meinem Punsch. Etwas fehlte an diesem Abend, und im Stillen wusste ich ganz genau was. „Jonas!“ Ich liess beinahe mein Glas fallen, als mir jemand von hinten an die Nase fasste. Noch ehe ich mich umgedreht hatte wusste ich bereits, wessen Hand das war. „Und was ist mit deiner Familie? Ich dachte, ihr seid den ganzen Tag unterwegs…“ „Sie sind natürlich auch hier. Ich kann dich doch hier nicht im Stich lassen, nicht wahr? Der Abend hat noch gar nicht richtig angefangen und du stehst hier schon alleine im Dunkeln.“ Verlegen sah ich in mein Glas. Wenigstens war es dunkel genug um meine rosigen Backen zu verstecken. Wenn du wüsstest, wie sehr ich mich über deinen Anblick freue… Erst jetzt wagte ich es, ihn genauer zu betrachten. Er sah elegant aus in seinem schwarzen Anzug mit der ebenfalls schwarzen Schleife. Die Haare hingegen waren noch immer ungezähmt, doch genau so gefielen sie mir am besten. Ich zupfte mit schiefgelegtem Kopf ein wenig an seiner Schleife herum, als wollte ich sie geraderichten, sah ihm dabei nicht in die Augen und murmelte: „Du hast dich ja zur Abwechslung richtig in Schale geworfen.“ „Du siehst auch nicht übel aus.“ Ich drehte mich um, als Elliot das Mikro nahm und zu sprechen begann. “Dear guests, welcome to our yearly Christmas ball! We hope you will enjoy the evening and fill up the dance floor.” Als er fertig geredet hatte, ertönte Cha Cha Musik aus den Lautsprechern. Jonas tippte mir sanft auf die Schultern. „Lust zu tanzen?“ Tanzen? Das hat mir gerade noch gefehlt… Ich konnte zwar ein paar einfache Tanzschritte, doch besonders gut war ich nicht. Wenigstens füllte sich die Tanzfläche bereits, so würde niemand auf mich achten. Ich folgte ihm zögerlich und wir stellten uns in einer kleinen Lücke auf. Zum Glück schien er ebenso übel zu tanzen wie ich, so musste sich keiner von uns schämen. Nach dem Cha Cha folgte ein rassiger Foxtrott, bei dem ich mehrfach aus dem Takt geriet, danach lief zum Glück ruhigere Musik. Es kamen immer mehr Leute auf die Tanzfläche um den Baum, weshalb wir uns enger zusammenstellen mussten, um nicht ständig gegen die Nachbaren zu stossen. Durch die Nähe wurde mir schnell ziemlich warm, bis ich es nicht mehr aushielt und zum Eingang ‚flüchtete‘. Dort war es angenehm kühl, denn draussen verwirbelte ein frischer Wind den Schnee. Jonas war mir nicht gefolgt. Stand mit dem Rücken in meine Richtung neben Rosie, Lewis und Lisa. Sie schienen sich prächtig zu amüsieren, nur ich schluckte schwer. Ich drehte mich um und lief hinaus in den Schnee, bis ich die Musik nur noch leise hören konnte. Noch vor wenigen Sekunden war alles wie im Märchen gewesen. Ich wandelte, da ich sowieso schon so weit gekommen war, müde zur Weide der Hengstfohlen und lehnte mich an den Feldahornbaum. Die kalte Rinde fühlte sich rau an unter meinen Fingern. Ich fuhr die feinen Risse entlang und schloss die Augen. Ich bin so verwirrt… Einfach verwirrt. Ich verstehe es nicht. Vielleicht muss ich das auch nicht. Was spielt es für eine Rolle? Ich habe mich daran gewöhnt, alleine zu sein. Ich war es vor Jack, und ich werde es auch nach ihm sein. Plötzlich stupste mich eine weiche Schnauze an. Ich hatte nicht bemerkt, wie Simba näher gekommen war. Offenbar hatte jemand vergessen, das Offenstalltor zu schliessen. Er knabberte an meinem Arm, vermutlich wollte er spielen. Ich kraulte liebevoll die Stirn mit dem feinen Stern darauf und strich den langen Fohlenohren entlang bis an deren Spitze. Der Atem des Fohlens stieg in Wölkchen aus den Nüstern. Zum Glück hatte er seine schwarze Decke an. Auch mir wurde langsam kalt, Zeit zurück zu gehen. Ich lockte den goldenen Löwen zurück in seine Höhle und kontrollierte, ob die restlichen drei auch da waren. Simba streckte mir die Nase ins Gesicht als ich ihm zum Abschied darüber strich und ich murmelte leise „Ich bin gar nie alleine. Danke…“ Dann drehte ich mich um und schloss das Tor. Ich lief zügig zur Halle zurück. Als ich sie betrat wurde die Musik rasch lauter, sie war mir zuvor gar nicht mehr aufgefallen. Das Licht und das warme Geplauder der Leute umfluteten mich und irgendwie kehrte eine gewisse Freude und Genugtuung in mich zurück. Ich wurde sogleich von Quinn und Ajith empfangen, die mich besorgt umringten. “We already thought the killer took you! Don’t do that again“, scherzten sie. Wir liefen zu Darren und Lily. Ich dachte nicht einmal daran, zu Jonas hinüber zu schielen, warum auch. Er ist mir heute egal. Den restlichen Abend war ich aussergewöhnlich gut gelaunt und lachte viel, lenkte mich selbst ab und liess los. Loslassen – klingt gut.
    • Occulta
      Der Gewohnte Ablauf inmitten von Trümmern

      Als wir bei den Hengstchen fertig waren, schlängelte ich mich geschickt durch den Zaun und schob das Tor der Stuten auf. Sofort war ein kleiner Kopf im Spalt zu sehen, und neugierige, grosse Augen prüften die Umgebung. Der Kopf gehörte zu Chip, die nun ihre Pelzohren nach hinten klappte und sich umdrehte um Goldy zu kneifen, die von hinten gedrängelt hatte. Die Stuten hatten eine Strenge Hierarchie, und Chip hatte Daki letztens von der Spitze verdrängt. Schliesslich öffnete ich das Tor ganz und die kleinen Pferde verteilten sich gemächlich im Schnee. Nur Kiwi zögerte. Sie hob vorsichtig den linken Vorderhuf und tauchte ihn in die kalte, weisse Masse, dann ging sie wieder rückwärts und suchte eine andere Stelle, an der der Schnee vielleicht tiefer lag. Schliesslich kämpfte sie sich doch noch zu Queenie vor, die bereits Tiki den Weg pflügte. Es war amüsant diese kleine Entenfamilie zu beobachten. Lewis begann bereits, den Stall zu misten, also eilte ich hinzu um ihm zur Hand zu gehen. Wir arbeiteten rasch aber gründlich und streuten zuletzt eine Schicht frisches Stroh ein, sodass der Stall wieder einmal wundervoll duftete. Die Minis sammelten sich unterdessen im Schnee ihre Eisklümpchen an den Beinen zusammen und holten sich weisse Schnauzen. Ich beobachtete eine Weile, wie Rose unter dem Apfelbaum scharrte und sich so einige Grashalme eroberte. Lady stand daneben und starrte in die Ferne, ehe sie ebenfalls zu scharren begann. Alu schien nicht so begeistert. Die graue Stute war in der Nähe von mir geblieben und beäugte den tiefen Schnee skeptisch. Ich ging zu ihr hin und kraulte sie etwas. Die Show würde um 17:00 beginnen, ich hatte also noch reichlich Zeit, Papillon und Chip vorzubereiten. Da Lewis und ich mit dem Misten nun fertig waren, machte ich einen Abstecher zur Galoppbahn, um zu sehen wie das Morgen-Workout lief. Aufgrund des vielen Schnees konnten die Jockeys nicht auf der Grasbahn Trainieren. Unter den Tannen der Galoppbahn hatte es hingegen dank der dichten Äste weniger Schnee, weshalb die Vollbluthengste sauber in einer Reihe die Bahn entlang donnerten. Die Stuten kamen in der Trainingseinheit danach dran.

      Um zwei Uhr holte ich Papillon und Chip von der Weide und brachte sie in den Innenhof des Hauptstalls zum Schären. Die dicke Wolle war ganz schön hartnäckig. Ich arbeitete mich vom Kopf nach hinten. Chip hielt schön still, da sie sich diese Prozedere schon gewöhnt war. Papillon hingegen zappelte vor und zurück, um dem nervig lärmenden, kleinen Ding zu entkommen. Bald lag haufenweise Fell am Boden und die beiden hatten kurzen aber weichen Stoppelpelz. Ich wusch bei beiden noch den Schweif und die Mähne, dann flocht ich die nassen Schweife, strich die Mähne ordentlich zu Recht und fettete die Hufe. Zuletzt nahm ich ganz wenig Öl und strich damit Augen und Nüstern ein. Ich verwendete wirklich nicht viel, da ich den Glanz eigentlich hässlich fand, den Richtern gefiel dies jedoch. Nun musste ich den frierenden Minis ihre schwarzen Fleece-Decken anziehen und sie vorübergehend in den Hauptstall stellen. Ich band sie vor Gleams Box an, damit ich in aller Ruhe den Anhänger vorbereiten konnte.
      Eine Stunde später befand ich mich zusammen mit Lisa auf dem Parkplatz vor der Showhalle. Es herrschte reges Treiben und alle Teilnehmenden entfernten emsig das letzte Bisschen Staub von ihren perfekten kleinen Barbiepferdchen. Ich hielt nicht viel von diesem extremen Aufhübschen, schliesslich waren die Pferdchen auch von Natur aus perfekt. Dennoch hatte die Stimmung in der Halle etwas magisches, zumal es draussen auch schon wieder schneite und drinnen alle fröhlich beieinander versammelt am Plaudern waren, mitsamt den Pferdchen. Ich fand ein paar befreundete Züchter und gesellte mich zu ihnen. Chip schnüffelte an einer Scheckstute, die knapp erreichbar neben ihr stand. Wenn sie nachher auch so nen schönen Hals macht, dann haben wir gute Chancen. Lisa hielt Papillon. Die junge Stute war ziemlich nervös, denn es war ihre erste Show. Wir starteten mit den beiden in der Halter Class, wo Aussehen und Bewegungen beurteilt wurden. Als es endlich losging, stellten wir uns hinter dem mit weissen Plastikbanden abgegrenzten Showbereich auf und liefen dann mit den anderen Teilnehmern im Gegenurzeigersinn hinein. Zunächst mussten wir antraben und eine Dreiviertelrunde laufen, dann in den Schritt parieren und auf die Mittellinie abbiegen. Anschliessend stellten wir die Minis im Halbkreis auf und positionierten sie für die Präsentation. Ich lief einen Schritt auf Chip zu und schnalzte etwas, damit sie, wie einstudiert, einen Schritt rückwärts trat. Anschliessend zupfte ich fein am feinen Lederhalfter, sodass sie die Vorderbeine ein wenig weiter vor nahm. Nun musste ich sie ein wenig beschäftigen, damit sie den Kopf schön oben hielt, einen hübschen Hals machte und die Ohren nach vorne richtete. Dazu tat ich so, als hätte ich ein Leckerli in der Hand. Es klappte, die Richter liefen durch die Reihen und begutachteten kritisch. Ich schielte zu Papillon und Lisa. Sie hatte sichtlich mehr Mühe, die aufgeregte Stute ruhig zu halten. Immer wieder machte sie einen Schritt vor, sodass Lisa sie neu hinstellen musste. Dennoch war ich zufrieden mit dem Ergebnis, das kurz danach verkündet wurde. Mit Chip hatte ich wieder einmal den zweiten Platz belegt, Sieger war eine Rappstute geworden. Papillon hatte es immerhin noch auf den siebten Platz von insgesamt 13 Teilnehmern geschafft. Wir lobten unsere Pferdchen eifrig und stellten sie für die Fotos auf, dann fuhren wir so schnell wie möglich nach Hause, damit sich die beiden ausruhen konnten.
    • Occulta
      Die Feder im Sturm

      Endlich hatte ich mir den Traum eines weiteren Miniature Hengstes erfüllt! Er war ein wunderschöner Silver Buckskin, 3 Jahre jung und mehrfacher Youngster-Showsieger. Ich hatte ihn gestern abgeholt und über Nacht, da der Wetterbericht gut ausgesehen hatte, auf die Weide neben der Mini-Hengstchen Weide geschmissen. Die Nacht ohne Unterstand hatte ihm anscheinend nicht geschadet, denn er war aufmüpfiger denn je, als ich ihn zum Tor der Weide seiner zukünftigen Weidekumpels führte. Der kleine Mann, der auf den Namen ‚Darkwood‘s Storm Dancing Feather‘ hörte, drängelte sich immer wieder vor und schüttelte den Kopf. Die anderen beiden Rabauken sahen sich das Schauspiel zunächst aus einiger Entfernung an, doch als ich zum Tor kam, trottete uns Caresse mit ausgesprochenem Imponiergehabe entgegen. Unglaublich, wie sich so ein kleiner Fellball aufplustern kann! Dachte ich amüsiert. Ich liess die drei (Arco war mittlerweile auch aufgekreuzt) nochmals durch den Zaun aneinander schnuppern, dann öffnete ich das Tor vorsichtig. Ehe jemand entwischen konnte, hatte ich es wieder geschlossen. Als nächstes blieb ich neben ‚Stormy‘ stehen und schlichtete so aufkommende Unruhe. Es klappte gut, sodass ich ihn schon nach wenigen Minuten laufen liess. Sofort schoss die Truppe im Trab davon. Caresse jagte den Neuling einmal quer über die Weide und kniff ihm in die Flanke, bis dieser ausschlug. Aber schon bald unterwarf er sich und folgte Caresse zurück zu Arco, der schon nach wenigen Metern zum Fressen stehengeblieben war. Noch graste Storm etwas abseits, doch das würde sich bald ändern, da war ich mir sicher. Die Tränken der Minis waren laut Lisa schon am Morgen kontrolliert worden, auch gemistet war bereits.

      Als nächstes wollte ich noch bei den Stuten vorbeischauen. Die kleine Herde sah so schön bunt aus von weitem, dass ich gleich mit dem Mopho ein Foto schiessen musste. Daki begrüsste mich wie immer mit ihrer rosa Schnauze an meiner Hosentasche, während Chip an meinen Schuhen schnupperte. Lady und Rose blieben hinter den beiden dominantesten Stuten und sparten sich so Ärger. Chip war immer sehr gereizt wenn es darum ging, wer zuerst die Besucher begrüssen durfte. Ich lief nach einigen Minuten, in denen ich Daki liebevoll den Hals kraulte, worauf sie dasselbe bei Chip anfing, zu Sunny, Alu und Queenie, die noch immer entspannt unter dem Baum lagen. Ich kniete mich neben Alu und streichelte ihr sanft über den Rücken. Nach einer Weile kam Papillon mit Kiwi und Tiki im Schlepptau angelaufen. Ich war erstaunt, dass die beiden halbstarken der ebenfalls noch sehr jungen Stute anstatt ihrer Mutter bzw. Ziehmutter folgten, bis ich den Grund dafür verstand: Papillon verwarf aufgedreht den Kopf und quietschte, als Kiwi ihr spielerisch in die Seite kniff. Daraufhin trabten alle drei ein paar Meter, dann stieg Tiki und neckte Papillon so ebenfalls weiter. Sie spielen! Ich beobachtete die drei eine Weile begeistert und lehnte mich unterdessen gegen Alu, die sich das total cool gefallen liess. Die Sonne warf durch das Blätterdach des Apfelbaumes Lichtflecken auf das spärliche Gras darunter. Ich hätte den ganzen Tag daliegen können, denn man vergass leicht die Zeit und alle Sorgen der Welt, wenn man dem rhythmischen Kauen der Pferde zuhörte. Doch natürlich musste ich spätestens nach einer halben Stunde wieder meinen Pflichten als Pferdebesitzerin und Leiterin eines ganzen Gestüts nachgehen.
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Occulta
    Datum:
    15 Aug. 2013
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  • Offizieller HG

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    Vom: -

    Aus der: -


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    Rufname: Queenie
    Geburtstag: Mai
    Alter: 10 Jahre
    Stockmaß: 0,83 m
    Rasse: American Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Rappschecke
    (Ee,aa,Toto)
    Abzeichen: Blesse, weisser Fuss HR und HL
    Gesundheit: Sehr gut


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    gelassen, Kinderpony


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    Die kleine Rapunzel wurde nach einer Märchenfigur benannt.
    Sie macht diesem alle Ehre! Zwar hat sie keine athmenberaubend
    lange Mähne, aber ihr Langhaar ist weich wie Seide.
    Wenn man mit ihr arbeitet ist sie total energisch und gibt sich
    alle Mühe. Auch sonst ist sie eher gelassen und ruhig. Es ist
    schwer sie aus der Ruhe zu bringen. Sie währe sicherlich gut als
    Kinder- oder Kutschpony geeignet.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Flair
    VKR: Flair
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: ja
    Nachkommen: Beck's Lemon, Chocolate Chip, PFS' Kicks-a-Lot, PFS Glenn's Cookie, PFS' British Oreo Rascal, PFS' Arctic Rainstorm
    Decktaxe: nicht leihbar!


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    Spring Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Halter Shows, Fahren (Classic Pleasure), Langzügelarbeit


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    [BSK 339]
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