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Occulta

• PFS' Merino, EVB ♂

Hengst | Schwarzbrauner mit Birdcatcher Spots

• PFS' Merino, EVB ♂
Occulta, 10 Nov. 2018
sadasha gefällt das.
    • Occulta
      There must be something in the Water…

      Ich schlug die Augen auf und sass sofort kerzengerade im Bett. Ich hatte soeben einen schrecklichen Albtraum gehabt, in dem ich wieder zurück auf dem Feld mit dem Flugzeugwrack gewesen war. Um mich herum hatte alles lichterloh gebrannt und mitten in den Trümmern hatte jemand schrecklich geschrien. Dann war ich von dunklem Rauch eingehüllt worden und meine Augen hatten fürchterlich gejuckt. Ich hatte das Gefühl gehabt, keine Luft mehr zu bekommen und war schliesslich verzweifelt zu Boden gesunken. Dann war ich aufgewacht – zum Glück. Noch immer schweissgebadet rieb ich mir die Augen und stand auf. Es hatte keinen Sinn, weiterzuschlafen. Auch wenn erst halb fünf morgens war, fühlte ich mich nicht mehr müde und beschloss augenblicklich nach Blüte zu sehen. Sie sollte in den nächsten Tagen ihr Fohlen bekommen und ich war wie immer ziemlich aufgeregt deswegen. Schliesslich konnte so vieles schief gehen! Aber Blüte hatte schon einmal ein Fohlen gehabt und da war alles nach Plan gelaufen. Ich schmierte mir ein Honigbrot und ass es während ich zum Hauptstall lief. Die Pfleger waren noch nicht da, würden aber bald kommen. Ich betrat das grosse Stallgebäude und schlich an den dösenden Pferden vorbei zu Blütes Box. Die Stute stand ruhig da und zuckte nur ab und zu mit der Unterlippe, was mir zeigte, dass auch sie noch schlief. Beruhigt kraulte ich Campina, die nach Coulees Umzug neben Blüte gestellt worden war. Sie war wohl trotz meiner Vorsicht aufgewacht und so fühlte ich mich verpflichtet, die kleine Stute ein wenig zu beschäftigen. Ich betrat ihre Box und strich liebevoll über das bunt gesprenkelte Fell. Als ich sie gekauft hatte, war sie ein solch kleines, verwahrlostes Fohlen gewesen und nun gab sie mir all die Liebe und Arbeit zurück, die ich in sie gesteckt hatte. Ich verstand noch heute nicht, warum niemand das hübsch gescheckte Fohlen gewollt hatte. Aber eines stand fest: auf Pineforest Stable war sie aufgeblüht. Ich klopfte ihr ein letztes Mal auf die Schulter, dann verliess ich den Stall in Richtung Fohlenweiden. Die Jungspunde waren wie immer schon früh morgens unterwegs, jetzt hatte es nämlich noch keine lästigen Fliegen und Brämen. Zuerst ging ich zu den Stuten und setzte mich einfach nur ins kühle Gras. Sie kamen neugierig angelaufen und schnupperten an meinen Schuhen. Ich musste aufpassen, dass Bluebell nicht hineinbiss. Die junge Stute war ordentlich frech geworden und ihre Zähne waren leider nicht mehr so klein und stumpf wie zu Beginn. Bald würde ich sie einreiten können, stellte ich fest. Auch Sweets, Lychee und Mano würden bald so weit sein. Ich wollte die vier gleich alle gemeinsam ausbilden. Amüsiert beobachtete ich, wie Ciela Penny in die Kruppe kniff und diese daraufhin einen Bocksprung machte. Diese Spielereien waren immer sehr unterhaltsam, weshalb ich auch oft einfach hier unter dem Baum sass und die Stimmung genoss. Point graste etwas entfernt, die etwas zickige Genossin erinnerte mich immer wieder an Iskierka. Aber das war nicht schlimm – Kierka war schliesslich trotz allem ein ausgezeichnetes Rennpferd. Ein Blick zu den Hengstfohlen sagte mir, dass auch dort alles im Lot war; Sheba und Mano kraulten sich friedlich am Widerrist. Vielleicht bekommt ihr bald Zuwachs, dachte ich belustigt. Ein Hengstchen wäre schon toll.

      Vier Stunden später rannte ich zum Hauptstall, weil Ajith nach mir gerufen hatte. Blütes Fohlen war auf dem Weg, völlig überraschend am helllichten Tag. Bisher sah alles gut aus, doch zur Sicherheit wollte ich dennoch den Tierarzt rufen. Ich warf kurz einen Blick in die Box, dann flitzte ich zurück ins Haus um das Telefon zu holen. Unterwegs stiess ich beinahe mit jemandem zusammen, den ich in diesem Moment am allerwenigsten erwartet hatte. „Jonas!“ Er grinste verlegen und sah mich dann fragend an. „Ich muss den Tierarzt rufen gehen, danach komm ich gleich – ähhh, warte hier.“ Schon brauste ich davon. Warum sollte er überhaupt dort warten? Er konnte doch gerade so gut zu den anderen Pflegern gehen und sie begrüssen!, dachte ich mir während dem laufen, genervt über mich selbst und meine sinnlosen Einfälle. Als ich jedoch wieder aus der Tür hervortauchte, stand er zu meiner grossen Überraschung tatsächlich noch genau an der Stelle, an der ich ihn hatte warten lassen. „Und, was willst du mir nun erzählen?“, lächelte er erwartungsvoll. Ich rollte die Augen und antwortete: „Gar nichts, ich war bloss wie immer verwirrt und hab nicht nachgedacht. Du kannst natürlich gehen, wohin du willst und brauchst nicht auf mich zu warten.“ Bei den letzten Worten wurde ich etwas verlegen. Schnell überdeckte ich dieses Gefühl mit einem Themenwechsel. „Was machst du überhaupt schon hier? Müsstest du nicht noch im Krankenhaus sein?“ „Willst du mich etwa nicht hier haben?“, fragte er trotzig. Zögernd meinte ich: „Doch schon… aber deine Verbrennungen. Ich will doch, dass du dich nicht überanstrengst.“ Seine Miene hellte sich auf. „Meine Verbrennungen sind nicht mehr so schlimm, in zwei Wochen sollte man kaum mehr etwas davon sehen, meinen die Ärzte. Ausserdem habe ich es dort nicht mehr ausgehalten, es war viel zu still und du hast mir gefehlt.“ Ich zuckte ein wenig zusammen, bemerkte aber, dass er mich schelmisch angrinste und vermutete, dass diese Bemerkung nur wieder eine seiner Spielereien gewesen war. Man wusste eben doch nie so genau, was er wirklich dachte. Schnell sagte ich: „So jetzt aber, komm! Wir müssen zu Blüte.“
      Nur eine Stunde später hatte nicht nur ein wunderschönes, sehr dunkles Hengstfohlen die Welt erblickt, sondern zu aller Überraschung auch ein kleines, dunkelbraunes Stutfohlen. Beide hatten wie ihr Vater einige weisse Flecken, das Hengstchen an der Flanke und an der Schulter. Sein krauses Fohlenhaar erinnerte mich stark an die Wolle eines Schafs, weshalb ich ihn Merino nannte. Die hübschen, noch etwas bläulichen Augen hatten etwas Besonderes in sich, sie wirkten unheimlich intelligent und wissend. Vorsichtig kraulte ich den kleinen, als er auf mich zu stolperte und betrachtete die krummen Tasthaare an seiner Schnauze. Das Stutfohlen bekam vorerst noch keinen Namen, da ich keinen weiteren genialen Einfall hatte. „Occu“, unterbrach mich eine leise Stimme von hinten. Es war Jonas, der anscheinend schon länger auf diesen Moment gewartet hatte, denn er fuhr hastig fort. „Ich habe noch eine kleine Überraschung für dich. Würdest du mir kurz nach draussen folgen?“ Verwundert sah ich ihm in die Augen, stand dann aber Wortlos auf. Mein Herz pochte lauter als sonst und ich versuchte mir vorzustellen, was für eine Überraschung er meinen könnte. Draussen liess er mich alleine um etwas zu holen. Es war eine Kartonschachtel mit Löchern auf der Seite und im Deckel. Etwas Materielles…, stellte ich leicht enttäuscht fest. Was hast du erwartet? Vorsichtig öffnete ich den Deckel und starrte auf den Inhalt. Ein pummeliger, lackschwarzer Welpe fiepte mich an, wedelte mit dem kurzen Schwänzchen und versuchte, am Rand der Schachtel hochzuklettern. Ich hob ihn heraus und war einen Moment sprachlos. „Gefällt er dir nicht? Ich dachte, du könntest noch etwas Gesellschaft brauchen nachdem das Haus nun so leer ist. Ausserdem hat Jacky einen Spielpartner nötig, schau nur, wie unmotiviert sie in letzter Zeit ist. Aber wenn du ihn nicht haben willst, übernehme ich ihn eben…“ „Doch doch! Er ist wunderschön und ich bin sicher, dass Jacky sich sehr freuen wird. Aber wie um Himmels Willen kommst du dazu, einen Welpen zu kaufen?“ „Eine bekannte von mir züchtet Labrador Retriever und diese kleine Dame hier ist von ihrem letzten Wurf noch übrig. Sie hat mich daher gefragt, ob ich sie nehmen würde und ich konnte bei dem Fellbündel doch nicht ablehnen.“ Ich lächelte und streichelte das dunkle Wesen auf meinem Arm. Sie musste etwa 4 Monate alt sein und trug ein blaues Halsband. Ich sah Jonas kurz an, dann fasste ich all meinen Mut und gab ihm einen hastigen Kuss auf die Wange. „Danke“, murmelte ich danach verlegen und musterte konzentriert die Hündin. Er lächelte bloss nachdenklich und meinte, die Hündin heisse übrigens Sheela. Ich war erfreut über den schönen Namen und trug den Wildfang ins Haus, wo ich ihr erstmal etwas zu trinken anbot. Jonas half mir, ihr einen Korb zu errichten und sie zu versorgen. Hach, was für ein Hundeleben!
      9 Aug. 2014
    • Occulta
      Merino an der FS 229

      Die erste Fohlenschau mit Merino, was für ein Event! Der Frechdachs hatte zuerst mit mir Katz und Maus gespielt, dann war er auch noch auf dem Parkplatz ausgebüxt. Seine Mama hingegen blieb gelassen und schien zu wissen, dass ich auf ihren Sohn aufpasse. Die sonst eher temperamentvolle Stute stand nun neben mir und spitze aufmerksam die Ohren in Richtung Halle, während Merino an meinen Schuhen knabberte. Als er versuchte hineinzubeissen, schob ich ihn gereizt zur Seite, denn in meinem Kopf ging ich nochmal den Ablauf durch. Rosie hatte seine Mähne eingeflochten und die Hüfchen sauber geputzt, sodass er nun wie ein edles Vollblutfohlen und nicht wie ein staubiges Plüschtier aussah. Schliesslich wurde das Tor geöffnet und ich führte Blüte rein, in der Hoffnung, dass Merino folgen würde. Zum Glück tat er dies auch. Ich grüsste die Richter in der Mitte der Halle und stellte uns vor.
      Zunächst führte ich Blüte eine Runde im Schritt auf jede Seite, sodass die Richter Merinos Tritte beurteilen konnten. Der kleine lief brav mit und versteckte sich auch nicht hinter Blüte, sodass er gut sichtbar war. Als nächstes joggte ich los und schnalzte mit der Zunge, worauf Blüte antrabte und Merino sofort im Galopp losschoss. Ich rollte die Augen und rief „brrr, hooooh“, aber es half nichts. Der kleine galoppierte munter zwei Runden. In der Ecke konnte ich ihn abdrängen, sodass er die Seite wechselte. So zeigt er wenigstens schon mal den Galopp. Meine Strategie bewährte sich, bald wurde er müde und fiel in den Trab. Die ganze Aufregung war halt doch noch sehr anstrengend für das kleine Herz. Am Ende schaffte ich es, ihn zu einer Trabvorführung auf beide Seiten zu bewegen und anschliessend vor den Richtern aufzustellen. Dazu liess ich Blüte kurz los und schob ihn ordentlich neben sie, bis er einigermassen anständig stand. Die Richter machten sich einige Notizen, dann nickte der eine und ich durfte mich verabschieden. Zufrieden verliess ich die Halle, draussen nahm Ajith Merino entgegen und führte ihn an seinem kleinen braunen Lederhalfter zurück zum Anhänger.
      19 Aug. 2014
    • Occulta
      Old and New Fellows

      Caruso quietschte aufgeregt, als Ocean an ihm schnupperte. Dream liess alles gelassen geschehen, sie wusste, dass Ocean ihrem Sohn nichts antun würde. Die beiden waren das erste mal seit Carusos Geburt wieder draussen und er lernte gerade seine ‚Tante‘ kennen. Gespannt beobachtete ich die Szene vom Zaun aus und betrachtete liebevoll die langen Ohren des Fohlens. Obwohl der kleine Hengst erst wenige Tage alt war, verhielt er sich doch schon frech und wild. Dauernd versuchte er, seine Mutter zum Spielen zu bewegen. Und tatsächlich war es ihm bereits vorhin einmal gelungen, die weisse Stute zu einem raschen Galopp über die Weide anzutreiben. Dream schien sich in ihrer Rolle als Mutter wohl zu fühlen, denn sie umsorgte den kleinen liebevoll. Ocean hatte die Nüstern in das weiche Fohlenfell an der Schulter gedrückt und begann nach einigen Augenblicken des Ausharrens, Caruso zu kraulen. Ich lächelte zufrieden und sah meine Anwesenheit als überflüssig an, weshalb ich mich auf den Weg zum Hauptstall machte, um dort nach dem Rechten zu sehen. Am Nachmittag würden ganze drei neue Fohlen ankommen, davon zwei vom selben Züchter. Ich hatte sie sorgsam ausgesucht und war sogar mehrfach herumgereist, um sie mir live anzusehen. Doch sie würden erst um vier Uhr ankommen, daher hatte ich noch etwas Zeit für Frame, der mir aus seiner Box entgegenröchelte. Der Hengst hatte seine starke Bindung zu mir weiter aufgebaut, offenbar erinnerte er sich daran, dass Eowin und ich ihn gerettet hatten. Sie war letztens hier gewesen, um Noir für die Körung zu untersuchen. Ich betrat die Box und kraulte den Schecken liebevoll hinter dem linken Ohr. Was für ein erbärmliches Fellbündel er doch gewesen und was für ein prächtiger Hengst nun aus ihm geworden war. Ich war mittlerweile schon zweimal auf ihm gesessen und es war beide male ein unglaublich tolles Gefühl gewesen. Frame reagierte schon jetzt so fein auf Hilfen und verliess sich blind auf mich. Und ich mich auf ihn. Ich halfterte ihn und führte ihn nach draussen, um einen Spaziergang zu machen. Jacky lief am Boden schnuppernd neben mir her und Sheela tapste freudig und wild um sie herum. Die beiden kamen prima miteinander aus und Jonas hatte Recht behalten – Jacky war wieder viel aufgeweckter, seit die junge Hündin dazugekommen war. Obwohl Sheela schon jetzt grösser als sie selbst war, erzog Jacky den Welpen bei jeder Gelegenheit. Am Abend lagen sie meist eng zusammengerollt neben mir oder in ihrem Körbchen. Ich hob einen Tannenzweig vom Boden auf und warf ihn Jacky, als wir bei der Galoppbahn waren. Es war kühler geworden und ich hätte schwören können, dass die Isländer bereits dichteres Fell hatten. Wir würden sie schären müssen, wenn es so weiter ging.
      Ich fühlte plötzlich das Verlangen, einfach Frames Seil zu lösen um das Vertrauen des Hengstes zu prüfen. Also hängte ich den Strick aus und lief weiter, als sei nichts gewesen. Frame spitzte etwas die Ohren und drehte, in seiner neu erlangten Freiheit, den Kopf zu Seite, um die Landschaft genauer zu betrachten. Er blieb jedoch neben mir und trabte hinterher, als ich mit Jacky losrannte. Sheela hielt sich auf der rechten Seite, denn sie war bereits einmal fast von einem Pferd getreten worden und nun vorsichtiger. Jacky wusste sowieso Bescheid, was den Umgang mit Pferden anging. Als ich ausser Atem war, hielt ich abrupt an, woraufhin auch Frame sofort stoppte. Ich entschied lächelnd, dass ich wohl zukünftig kein Seil mehr brauchen würde. Irgendwie gab mir sein eisiges Auge als er an mir vorbei zu den Weiden starrte das Gefühl, dass er bei mir bleiben würde, komme was wolle. Ich kraulte sanft seine Schulter und bog auf den Schnitzelweg zu den Weiden. Bei den Minis machte ich halt, damit Frame sie beschnuppern konnte. Rosie kam mir entgegen und lachte als sie sah, wie mir Frame beim Laufen von hinten die Haare zerzauste. Er wollte mit mir spielen. Ich hüpfte showmässig zur Seite auf den breiten Grasstreifen neben dem Weg und wich ihm immer wieder aus, rannte ein wenig, bis er mir den Weg abschnitt. Immer wieder stiess er sich kraftvoll vom Boden ab und machte einige Bocksprünge aus purer Lebensfreude. Bei dem Spektakel vergass ich alles andere und war einfach nur wunschlos glücklich, wie ich es schon lange nicht mehr gewesen war. Rosie machte ein kleines Filmchen mit ihrem Handy und zeigte es mir, als ich keuchend mit Frame im Schlepptau angerannt kam. Der Hengst stoppte kurz vor Rosie und verkroch sich misstrauisch hinter meinem Rücken. Ich rollte die Augen und wir lachten beide, denn dieses Verhalten war üblich für den sensiblen Schecken. Ich sah auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es bereits fünf nach vier war. Rasch lief ich in Richtung Parkplatz, wobei mir Rosie noch etwas Unverständliches nachrief. Erst, als vor dem Transporter Halt machte, der bereits dort stand, fiel mir ein, dass Frame immer noch hinter mir stand. Da er brav gefolgt war und sich nun unsicher nach einem Grasflecken am Rand des Parkplatzes umdrehte, liess ich ihn vorerst in Ruhe. Er versicherte sich mit einem Blick, ob ich auch nicht weglief und senkte dann entspannt den Kopf. Ich widmete mich dem Transporter und dessen Inhalt, der bereits unruhig zappelte. Hans, der freundliche Pferde-Chauffeur half mir beim Öffnen der Klappe und teilte mir nochmals seine Trauer und sein Beileid wegen Jack mit, was er besser hätte sein lassen. Ich nickte nur abwesend und konzentrierte mich auf das, was vor mir lag. Frame kam neugierig angelaufen um die drei wunderschönen Geschöpfe im inneren des Transporters zu beschnuppern, die zuvor so schrill gewiehert hatten. Das Fuchsfohlen streckte ihm mutig die Nüstern entgegen und machte kurz darauf unterwürfige Kaubewegungen, wie es sich gehörte. Kaythara die kleine Nachzüglerin von Edfriend starrte aufmerksam zum Hauptstall. Nur die zweite Stute, Riven, blieb in der hinteren Ecke verborgen. Sie war zwar eine Handaufzucht, doch relativ scheu geblieben und mochte keine ungewohnten Situationen. Lewis brachte gerade rechtzeitig die Halfter, die ich natürlich auch vergessen hatte, und übernahm Kaythara. Ich schnappte mir Simba und Hans nahm kurzerhand Riven. Er lud die Stute sanft ein, ihm zu folgen, woraufhin sie zögerlich die Rampe runterkletterte. Simba folgte mir relativ zügig und schubste mich ein wenig zur Seite, weshalb ich ihm einen Klaps auf die Schulter gab. Ich staunte, wie weich sein Fell war und wie golden es in der Nachmittagssonne glänzte. Ich habe die richtige Wahl getroffen
      Frame trottete brav wie ein Lamm neben mir her, während ich Simba gemeinsam mit den anderen zu den Fohlenweiden führte. Riven und Kaythara wurden sofort von den anderen Stütchen begrüsst und umringt, besonders Ciela interessierte sich für die Neuankömmlinge. Pointless hingegen blieb hinter Penny auf Abstand und beobachtete uns nur mässig interessiert. Sweets, Liquor und Bluebell wurden fast schon etwas zu aufdringlich für Kaythara, doch zu unserer Überraschung schien sich die schüchterne Riven von Anfang an bei ihnen sicher aufgehoben zu fühlen. Ich hatte Simba inzwischen auf die Weide nebenan geführt und abgehalftert. Er flüchtete nun vor Mano, der ihn spielerisch jagen wollte. Simba verstand dies anscheinend jedoch nicht als Spiel, sondern nahm sein Verhalten ernst. Auch nach zwanzig Minuten war es nicht besser geworden; immer wenn Simba anzuhalten versuchte, wurde er sofort weitergetrieben. Alysheba kam nun ebenfalls hinzu, weshalb ich eingriff und Simba vorerst wieder einfing. Ich dachte angestrengt nach, was ich nun zu tun hatte. Ihn alleine in eine Box stellen? Auf keinen Fall. Ich muss es morgen nochmal versuchen, bis dahin stelle ich den kleinen neben Blüte und Merino. Gedacht getan, ich brachte Campina in ihre alte Box zurück und stellte Simba in die leere neben Blüte, die vor einiger Zeit Coulee gehört hatte. Ausserdem brachte ich bei Gelegenheit auch gleich Frame zurück in seine Box, er hatte genug Freilauf gehabt für heute. Merino streckte neugierig die weichen Babynüstern durch die Gitterstäbe und knabberte mit den Zähnen am Metallrand, bis Simba ihm Beachtung schenkte. Die beiden schnüffelten kurz durch die Stäbe, dann kreiste Simba weiter in der Box herum. Er beruhigte sich aber rasch, offenbar würde die Nacht nicht allzu schlimm für ihn werden. Merino blieb noch immer am Gitter und beobachtete den hellen Fuchs. Seit wir seine Zwillingsschwester an Sarah Kyren verschenkt hatten, war er wohl etwas einsam gewesen. Zum Glück durfte er in wenigen Monaten zu den anderen Fohlen. Wir hatten die kleine Primo Viktoria von ihm und Blüte trennen müssen, da sie bei der Geburt zu schwach gewesen war. Sie wurde mit der Flasche aufgepäppelt, doch da dies sehr aufwendig war, übergab ich sie Sarah, die die nötige Zeit für die Kleine aufbringen konnte.
      Erleichtert verliess ich den Hauptstall, um nochmals nach den Stütchen zu sehen. Kaythara und Riven waren zwar noch etwas abseits, grasten aber einigermassen entspannt. Zufrieden klopfte ich mir auf den Schoss, um Jacky anzulocken und mit ihr ein wenig Ball zu spielen. Auch Sheela kam freudig angerannt und hopste durch das Gras.
      26 Aug. 2014
    • Occulta
      SopherlMacaulay
      Tierklinik Sakura: Tierarzt Besuch für die Fohlen


      Fröhlich vor mich hinpfeifend und meinen Arztkoffer behände tragend spazierte ich über den Smithschen Hof. Occu hatte mich angerufen und mich gebeten mich um zwei ihrer Pferde um ihre Fohlen zu kümmern und sie zu impfen – dementsprechend vorsichtig näherte ich mich der Fohlenweide, nicht dass mich irgendein Tier aus dem Gleichgewicht brachte und die wertvollen Impfspritzen zu Bruch gehen würden.
      An den Weiden erwartete mich schon Occu die mich freudig angrinste während mir erstmal die Augen fast aus dem Kopf fielen. Solche Weiten und dazu solch quirlige Fohlen die hin und her rannten, dass man sie kaum im Auge behalten konnte. Ein Glück dass Occu da war, um mit mir die Fohlen einzufangen!
      Da wir bei der Stutenweide standen, brachte sie mir als erstes Captured in Time zu mir. Die junge Stute benahm sich wie eine große. Bestens erzogen ließ sie die Impfungen über sich ergehen, auch die Entwurmungspaste schluckte sie ohne Schwierigkeiten zu machen, bevor sie sich wieder ihren Spielkameraden zuwandte.
      Penny dahingehend verlangte mir schon einiges mehr ab. Diese aufgeweckte kleine Stute wollte, sobald wir sie eingefangen hatten schon wieder losrennen. Lachend bemerkte ich dass Penny wohl eines Tages allen andren auf der Rennbahn davonsausen würde, während Occu ihre Schwierigkeiten hatte die Stute still zu halten, dass ich die Impfspritze setzen konnte. Auch die Entwurmpaste hing noch halb aus ihrem Maul, als sie schon wieder zu ihren Spielkameraden raste. Glück für uns, Penny leckte sich über die Lippen und schon war auch der Rest der Paste in ihrem Maul verschwunden.
      In Kaya tobte innerlich ein Sturm. Sie war zwar brav in meinen Händen, doch man merkte ihr an, dass sei schnell wieder zu den anderen zurückwollte, ihre Freiheit und ihr Leben genießen. Ich beeilte mich mit Spritze und Entwurmung und schon stob die junge Stute mit einer solchen Lebensfreude über die Weide, das es eine wahre Freude war ihr zu zusehn.
      Bei Riven hatte ich schlechte Karten. Die Stute schmiegte sich eng an Occu und ließ mich nur sehr widerwillig mit der Spritze heran, sie schnaubte und ihr Schweif schlug unruhig hin und her, sodass ich Occu die Entwurmungspaste in die Hand drückte, um die kleine Stute nicht unnötig aufzuregen. Von ihrer Besitzerin nahm sie die Paste anstandslos, sodass auch sie bald zu ihren Spielkameraden zurückkonnte.
      Zuletzt durfte ich noch Kiwi impfen.Die lebendige kleine Stute war ganz aufgeregt, hüpfte mal hierhin, mal dorthin, interessiert an allem. Ich ließ sie ein wenig gewähren bevor ich mir das Miniaturfohlen schnappte und schnell impfte. Nun noch die Entwurmungspaste und schon schoss der kleine Wirbelwind wieder davon, zu seinen größeren Spielkameraden.
      Nach den Stuten ging es weiter zur Hengstweide, wo ich mich an den jungen Hengsten erfreuen durfte, die voller Elan über ihre Weide stoben und voll Freude ab und an sogar einmal buckelten.
      In Caruso hatte ich wieder ein Beispiel von einem Paradepferd. Er sah zwar verschmitzt drein, kam aber sofort als Occu ihn rief und war auch in meinen Händen sehr brav. Schnell war die Spritze gesetzt und auch die Entwurmungspaste nahm er mir anstandslos. Nach getaner Pflicht sauste er schnell zu seinen Spielkameraden zurück um mit ihnen über die Weide zu toben.
      Sheba erwies sich als kleiner Charmeur der mich blitzschnell um den Finger gewickelt hatte. Die Hand in seinem seidigen Fell vergraben wollte ich schon gar nicht mehr aufhören zu streicheln und mich zu umgarnen lassen! Leider war auch Sheba recht schnell geimpft und auch die Entwurmung verließ reibungslos, sodass ich ihn viel zu schnell wieder auf die Weide entlassen musste.
      Hatte ich schon zuvor bei Penny gejammert, lehrte Merino mich fast das fürchten. Dieser kleine Wirbelwind schaffte es überall und nirgends zu sein. Mal war sein Mäulchen in meiner Tasche zwischen den Spritzen, schon war es wieder an irgendeinem meiner Kleidungsstücke, wo er fröhlich rumknabberte. Ich ließ ihn gewähren und erwischte ihn in einem recht günstigen Augenblick mit der Impfspritze was ihn verwirrt innehalten ließ. Damit hatte er nicht gerechnet. Schnell nutzte ich die ungeahnte Ruhepause und fütterte ihn mit Entwurmungspaste bevor ich ihn auf die Weide zurückbrachte.
      Simba trennte sich nur ungern von Merino, weswegen wir den kleinen Racker auch mit heraus nahmen. Merino fand das furchtbaraufregend, dass er nochmal ein wenig in meinem Koffer herumschnuppern durfte während ich Simba spritzte und ihm die Wurmpaste ins Maul strich. Ruhig ließ der kleine Hengst alles an sich geschehn und schritt am Ende mit königlicher Eleganz wieder auf die Weide. Ich musste lachen, der Name des Fohlens passte wirklich perfekt für diesen kleinen Löwen.
      28 Aug. 2014
    • Occulta
      Ein ruhiger Tag

      Nun war Merino dran. Ich zupfte erst sanft, dann etwas energischer am Halfter, denn er sperrte sich zuerst. Als er sich in Bewegung setzte, fiel mir eine relativ grosse Schramme an seiner Flanke auf, vermutlich aus einer Rauferei mit Sheba. Die beiden testeten andauernd, wer denn nun stärker war. Meistens gewann Sheba, weil er älter und kräftiger war. Jedenfalls achtete ich nur darauf, dass nicht zu viel Dreck in die Wunde kam. Er würde sie schon überleben. Ich bürstete Merino gründlich aber zügig, dann hob ich seine Hufe. Er war nicht so schmutzig wie Simba, vielleicht kam es mir wegen des dunklen Fells auch nur so vor. Die vereinzelten weissen Punkte schimmerten nun jedenfalls wieder hübsch hervor. Der vielversprechende Jährling stammte von Ikarus ab, einem bekanntem Hengst aus Schottland der ebenfalls solche 'Birdcatcher-Spots' besass. Ich fragte mich, wie es wohl seiner Zwillingsschwester auf dem Gestüt Caed Crevan ging. Victoria hatte ich damals bei ihrer Geburt an Sarah abgegeben, da sie zu schwach gewesen war und ich keine Zeit für eine Flaschenaufzucht gehabt hatte. Seither bekam ich ab und zu Mails mit Fotos. Die kleine sah auf den Bildern jedenfalls schon nicht mehr so klein aus.
      Ich führte Merino ein wenig um die Bäume auf der Weide. Er folgte einigermassen, reagierte aber ab und zu etwas unwillig auf den Halfterdruck. Rüchwärtsrichten verlief problemlos. "Good boy", murmelte ich und klopfte ihm auf den Hals dann öffnete ich die Schnalle am Halfter und liess ihn laufen. Einige Augenblicke bewunderte ich noch das wunderschöne Beinabzeichen an seinem linken Hinterhuf. Ich mochte diese halbweissen Ballen sehr, sie liessen den gesamten Huf eleganter wirken. Mit schwärmerischen Gedanken drehte ich mich um und ging zu Alysheba.
      26 Dez. 2014
    • Occulta
      Heisses Blut

      Es war der erste richtig warme Frühlingstag dieses Jahres. Ganze 22 Grad sollte es am Nachmittag werden, und selbst die letzten müden Flecken Schnee im Schatten der Gebäude hatten sich endlich aufgelöst. Eigentlich sah ich dem warmen Wetter schon etwas wehmütig entgegen, schliesslich hatten das Schlitteln und die ganzen Schneegallops einen riesen Spass gemacht. Andererseits war nun die Vorfreude auf das Baden im Sommer gross.
      Ich lief summend zu den Weiden, denn ich wollte mich heute morgen zuerst um die Fohlen kümmern, bevor ich mit Sorrow auf dem Platz arbeiten ging. Auf das Vollblütertraining hatte ich diesen Morgen verzichtet, denn es waren genug Jockeys da gewesen und so konnte ich seit langem mal wieder bis halb neun Uhr ausschlafen. Als ich die beiden bunten Fohlenherden erblickte, musste ich schmunzeln. Im Moment hatten wir tatsächlich nur Vollblüter hier! Und noch dazu eine grosse Farbenvielfalt. Besonders Ciela stach bei den Stuten hervor, mit ihrem strahlend weissen Fell. Aber auch Dublin fiel auf, denn bei ihr sah es aus, als hätte der Winter noch ein paar Reste des Schnees auf ihrem Fell zurückgelassen. Penny hingegen wirkte, als hätte sie den Kopf in einen Eimer Farbe getaucht. Sie begrüsste mich mit ihrer rosa Schnauze sanft beim Zauntor und ihre eisblauen Augen rollten frech. Oi oi, so viel Vollblut auf einem Haufen, dachte ich, als Alysheba, Merino, Simba und Life nebenan mit geschmeidigen Bewegungen am Zaun vorbeibretterten und einander um den Baum herum jagten. Ich betrat nichts desto trotz zuerst die Stutfohlen Weide und begann damit, Kaythara zu kraulen und sie gleichzeitig nach kleinen Wunden von Raufereien abzusuchen. Bei den Spielereien der Damen kam es durchaus mal zu blutigen Nüstern und fehlenden Fellfetzen auf der Kruppe. Aber das gehörte eben auch zum erwachsenwerden. Ich tastete auch ihre Sehenen ab, doch sie fühlten sich einwandfrei an, ganz ohne Klümpchen. Ich kontrollierte auch die anderen Stütchen auf diese Weise: spielerisches Kraulen und so nach und nach den gesamten Körper nach Verletzungen abtasten. Sie liessen sich beinahe alle gut anfassen, nur Riven wich mir aus und zog das Bein auf, als ich sie am Bauch anfassen wollte. Ich blieb hartnäckig, bis sie die Berührung duldete, denn es war mir wichtig, dass sich die Fohlen überall anfassen liessen, dies vereinfachte den täglichen Umgang mit den zukünftigen Rennpferden enorm. Ich tastete als letztes Dublins Beine ab und nahm sie lachend am Ohr, als sie an meinem Genick schnüffelte. Dann richtete ich mich auf und holte die dunkelblaue Schabracke, die ich beim Herkommen über den Zaun gelegt hatte. Einem nach dem anderen zeigte ich sie und liess die Fohlen auch daran schnuppern oder knabbern. Es handelte sich um eine alte Schabracke, die ohnehin recht mitgenommen aussah, sodass es nicht schlimm war, wenn die Fohlen auf ihr herumkauten. Anschliessend legte ich die Decke auf die Rücken der Stuten und wartete gespannt die Reaktion ab. Penny zum Beispiel sah sich augenblicklich nach dem seltsamen Gegenstand auf ihrem Rücken um und versuchte, ihn auzuschütteln. Ciela hingegen, die ein ganzes Jahr älter und schon fast einreit-bereit war, schnüffelte an meinem Arm nach einem Leckerli. Ich spielte noch etwas mit den Stuten, bis alle die Decke akzeptiert hatten, dann machte ich mich auf zu den Hengsten.
      Auch auf dieser Weide suchte ich zuerst alle Fohlen nach Verletzungen ab, die man behandeln müsste. Tatsächlich hatte Simba ein grösseres Stück Haut bei der Flanke eingebüsst, vermutlich bei einer Rauferei mit Merino. Ich holte zur Sicherheit eine desinfizierende Salbe zur Förderung der Wundheilung und schmierte sie sorgfältig auf die Stelle. Er hielt brav still und ich lobte ihn durch kraulen. Auch Life hatte einige oberflächliche Verletzungen, jedoch keine Bedeutenden. Er hatte es in den letzten Tagen noch etwas schwer gehabt, schliesslich war er vor kurzer Zeit in die Herde integriert worden. Mittlerweile schien die Rangordnung geklärt und er hatte sich, wie alle anderen, Alysheba untergeordnet. Der zupfte mir übrigens gerade an meinem Ärmel, sodass ich aus meinen Gedanken auftauchte. Zeit für die Schabracke! Die Hengste waren so gar nicht beeindruckt und interessierten sich eher für meine Wanderschuhe. Ihnen schien es dauernd langweilig zu sein, ausser, wenn bei den Stuten nebenan etwas lief. In diesen Momenten war ich froh um den stabilen Holzzaun, der die Halbstarken davon abhielt, zu den Damen rüberzuhüpfen. Sie versuchten es auch gar nicht erst. Dafür rasten sie den Zaun entlang, im schönsten Schwebetrab, zwickten sich hin und wieder gegenseitig in den Po und erhaschten einen Blick auf die ebenfalls in Bewegung gekommene Stutenherde. Manchmal dauerte dieses Spektakel fünf Minuten an und der Auslöser war zumeist ein tief fliegendes Flugzeug oder ein lautes Geräusch von den Stallgebäuden. Zum Teil reichten auch ein Fuchs oder ein Wiehern vollkommen aus. Ich fand es interessant, wie die beiden Herden miteinander interagierten. Allerdings klappte diese Aufteilung nur während der Jugendzeit, denn sobald die Hengstchen alt genug waren, wurde ihr Verhalten untereinander zunehmend aggressiver, wenn sie Schnüffelkontakt mit den Stuten hatten. Sobald sie zu den Grossen umzogen, kamen sie zu anderen Zeiten auf die Weide, als die Stutenherden. Dann gab es unter den Männern zwar immernoch die eine oder andere Rauferei, jedoch kam es selten zu ernsthaften Verletzungen und ein gewisses Risiko ging ich gerne ein, wenn die Jungs dafür artgerecht miteinander interagieren durften. Sie erinnerten mich jeweils an die Bachelor Herden bei den Mustangs. Im Stall klappte das Nebeneinanderstehen gut, die meisten akzeptierten ihre Boxennachbaren schnell, egal von welchem Geschlecht sie waren.
      Ich schnappte mir die Schabracke wieder von Merinos Rücken, der damit schon in Richtung anderes Ende der Weide davonlaufen wollte, und verliess die Fohlen um zu Daydreaming Sorrow zu gehen.
      16 Apr. 2015
    • Occulta
      Coming Home

      Es war Sonntagabend und ich sass gerade vor dem Computer, um meine E-Mails und sonstige Neuigkeiten zu checken. Ein Mailtitel zog mich ganz besonders in seinen Bann. Dort stand „Some Pics for you“, der Absender war Jonas. Er hatte mir ja versprochen, Bilder von seinen Ferien zu schicken. Doch gerade, als ich die Mail öffnen wollte, klingelte das Telefon. Seufzend stand ich auf und ging ran. Es war Marcus, ein befreundeter Trainer und Züchter aus Liverpool. Wir hatten vor einer Woche bereits geschäftlich miteinander telefoniert, das war auch diesmal so. Das Thema waren zwei der fünf neuen Vollblüter, die er vor kurzem entdeckt und prompt ersteigert hatte. Er hatte mir die vielversprechenden Jungpferde nach der Auktion zu einem fairen Preis angeboten, da er selber von Anfang an nur drei der fünf hatte behalten wollen. „They arrived yesterday and appear healthy and fit. So, which two do you want?“ Ich hatte mir die fünf mehrmals angesehen und ihre Stammbäume studiert, um meine Favoriten rauszupicken. „I think I’ll take Buck’s Lemon and Caligari“ „Ohhhh no, not so fast. Lemon is mine, I’m not quite such a fool. This one will undoubtedly be a champion one day” Ich rollte die Augen, musste aber trotzdem über seine Sturheit lachen. Der Hengst hatte es ihm wohl echt angetan. „Okay, fine, I’ll take Cool Cat instead“ „Sure, that one will be just as well” Na klar, deshalb scheust du dich auch nicht, ihn loszuwerden. Naja, ich denke dass er tatsächlich Potential haben könnte, auch wenn er so… gewöhnlich ist, dachte ich im Stillen. Marcus wollte sie mir morgen gleich vorbeibringen, da er sowieso noch in Richtung Birmingham kommen wollte, warum auch immer. Endlich konnte ich auflegen und mich wieder dem Computer widmen. Ich öffnete die Mail, las den kurzen Einleitungstext (Hatte eine schöne Reise, bla bla) und scrollte dann die Bilder durch. Ein paar hübsche Landschaftsfotos waren dabei, aber richtig interessant wurde es für mich, als die Bilder der Gips Reminder Ranch kamen. Zu meiner Enttäuschung waren keine von Flint dabei, doch Jonas hatte auch gleich den Grund dazugeschrieben, nämlich dass er mittlerweile an Eddi verkauft worden war. Na dort hat er es bestimmt sehr gut, dachte ich grinsend, denn ich wusste ja, wie sehr Eddis Lieblinge verwöhnt wurden. Mir stockte der Atem, als ich Shadow auf den Bildern erkannte. Die Lackschwarze Stute war sogar noch wunderschöner als ich sie in Erinnerung hatte. Was würde ich dafür geben, sie wiederzubekommen… Ich schrieb Jonas zurück, wie schön die Stute geworden war und wie sehr ich sie vermisste. Vielleicht konnte er ja mit Verena verhandeln? Ich glaubte zwar nicht, dass sie sie hergeben würde, aber träumen durfte man ja. Ich rieb mir die Augen und bemerkte erst jetzt, wie spät es schon wieder war. Zeit endlich ins Bett zu klettern.

      Am Morgen liess ich den PC gleich wieder an, vielleicht hatte Jonas bereits wieder geschrieben. Schliesslich war er dank der Zeitverschiebung erst später ins Bett gegangen. Tatsächlich war eine Antwort im Posteingang. „Ich habe Verena auf Shadow angesprochen und sie meinte, sie liesse mit sich verhandeln“, las ich murmelnd vom Bildschirm, ehe ich die Worte begriff und aufjubelte. Rasch tippte ich alles in die Mail, was Jonas wissen musste, denn ich verliess mich diesmal auf seine Verhandlungskünste. Als ich schliesslich zur Haustür raus lief, die Jacke halb im Gehen anziehend, konnte ich es noch immer kaum fassen. Sie kommt tatsächlich zurück! Mit federnden Schritten begab ich mich zum Hauptstall.

      Am frühen Nachmittag kümmerte ich mich um die Fohlentruppe. Die Jungspunde brauchten wiedermal eine Lektion in Sachen Erziehung, schliesslich wollten sie einmal Grosses erreichen. Kaythara, Ciela und Dublin waren zusammen mit Alysheba die ältesten der Fohlen. Sie waren beinahe zwei Jahre alt und würden schon bald mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Doch auch jetzt schon mussten sie gewisse Abläufe lernen, mit denen man nicht früh genug anfangen konnte. Zum einen gehörte das Putzen dazu. Die drei ältesten Jungstuten kannten das schon längst und blieben brav stehen, als Jason, Linda und ich mit den Bürsten ankamen. Linda hatte sich inzwischen gut eingelebt und kannte langsam aber sicher die einzelnen Persönlichkeiten ihrer Pfleglinge. Sie wusste zum Beispiel, dass Kaythara nicht gerne an der Stirn angefasst wurde, und dass Riven allgemein etwas spezielle Behandlung verlangte. Jason versuchte trotzdem die ganze Zeit, ihr dazwischenzureden und zu helfen. Ich liess die gelegentlichen Zankereien aber die Sorge der beiden sein und hielt mich da raus, solange die Arbeit sauber ausgeführt wurde. Gerade passierte es wieder. „You should be careful with her hindlegs, she kicks sometimes“, bemerkte Jason, als Linda Dublins hintere Hufe auskratzen wollte. Die Pflegerin biss sich auf die Unterlippe und verkniff sich so einen gereizten Kommentar, schliesslich wusste sie genau, dass sie mit der zappeligen Stute vorsichtig umgehen musste. Ich beobachtete das Ganze beiläufig, während ich Cielas Kruppe bürstete. Mit Penny, Riven und Primo war das Prozedere des Putzens nicht ganz so einfach: Die Jährlinge verstanden nicht wirklich, warum sie stillhalten mussten und konnten zudem aus Sicherheitsgründen noch nicht angebunden werden, was es nicht gerade leichter machte. Bei den Hengsten hingegen wurden wir positiv überrascht. Life und Simba hielten trotz ihres jungen Alters artig still und genossen die Rückenmassage durch den Striegel sichtlich. Auch an empfindlichen Stellen wie dem Bauch konnte ich beide problemlos bürsten. Anders war es bei Merino, der auffällig zuckte, als ich ihn bei der Schulter striegelte. Ich runzelte die Stirn und tastete ihn vorsichtig ab. Tatsächlich reagierte er empfindlich beim Schulter-Hals Übergang und legte die Ohren platt. Vermutlich hat er sich bloss beim Spielen etwas gezerrt, beschloss ich nachdenklich. Jason war der selben Meinung, also wollten wir vorerst noch auf den Tierarzt verzichten und abwarten. Ausserdem würde dieser so oder so in drei Tagen zur wöchentlichen Routineuntersuchung auf den Hof kommen. Alysheba war brav wie ein Lamm, nur ab und zu versuchte er meinen Arm zu beknabbern. „Wie dein Vater, als er noch klein war!“, rief ich lachend und stiess ihn sanft aber bestimmt weg. Ich verglich Aly oft mit seiner Halbschwester Ciela, denn die beiden waren sehr unterschiedlich. Ciela hatte wohl allgemein mehr von ihrem Vater geerbt, nicht nur was die Fellfarbe anging. Aber dennoch war die Ähnlichkeit zwischen Winter und Alysheba nicht zu verkennen, besonders der athletische Körperbau mit den langen Beinen hatte sich durchgesetzt. Ich konnte es kaum erwarten, den Sprössling auf der Bahn zu sehen. Auch um Paluche und Jack kümmerte ich mich ausgiebig. Die beiden waren etwas abseits der Vollblütergruppe, die ihnen offenbar zu aufgedreht war. Obwohl besonders Jack auch sehr temperamentvoll war, konnten beide nicht mit dem raumgreifenden Galopp mithalten, den die anderen Hengste zur Genüge vorführten. Dafür klebten sie umso mehr aneinander.

      Gegen Abend kamen One Cool Cat und Cabinet of Caligari endlich an. Sie bezogen gleich ihre neuen Boxen im Hauptstall, die bereits nach frischem Heu dufteten. Cool Cat überzeugte mich mit seinem Auftreten noch immer nicht so ganz, wehmütig dachte ich an Lemon. Aber irgendwie wird er sich schon beweisen, beschwichtigte ich mich selbst. Von Caligari hingegen war ich begeistert. Ich hatte (wie an meinem bunten Stall unschwer zu erkennen war) ein Flair für auffällige Pferde, und das war sie allemal. Bewundernd musterte ich sie bei jedem Schritt in Richtung Box. Schliesslich streichelte ich ihr liebevoll ein letztes Mal die weisse Stirn, ehe ich mich zum Nebenstall begab um dort weiterzuhelfen.
      7 Sep. 2015
    • Occulta
      Weisse Welt, heile Welt

      Ich schlich auf Zehenspitzen die Treppe runter und setzte den Teekocher auf. Ich wollte Lily heute erst wecken, nachdem ich ihr Abschieds-Frühstück vorbereitet hatte. Sie würde heute Nachmittag von Rachel abgeholt werden, damit sie pünktlich für Weihnachten zurück war. Etwas wehmütig war ich schon bei dem Gedanken, morgen wieder alleine zu frühstücken, aber ich war auch ziemlich froh, bald meine Ruhe wieder zu haben. Der letzte Monat war wie eine lange Achterbahnfahrt gewesen, und Thairu war nur einer der Gründe. Die Zebrastute hatte innerhalb zweier Wochen gelernt, einen Reiter ein paar Schritte weit zu tragen, ohne ihn gleich wieder runter zu buckeln. Lily hatte ich bisher allerdings nicht auf ihren Rücken gelassen, da das noch zu riskant war. Sheela kam in die Küche getapst und streckte sich gähnend. Hinter ihr folgten Jacky und Zira. Ich kümmerte mich um das Futter der Hündinnen, immer die Spiegeleier im Auge behaltend. Als alles fertig war, ging ich nach oben und weckte Lily. Sie wollte zuerst gar nicht aufstehen. Offenbar glaubte sie, dass sie noch länger bleiben könne, wenn sie einfach liegen bliebe. Ich konnte sie aber schliesslich doch dazu überreden mir zu folgen, da das Essen kalt wurde.
      Nach dem Frühstückmachten wir uns beide auf den Weg zum Hauptstall, wo es eine neue Box einzurichten galt. Zum Glück hatte ich meiner Nichte schon gestern Abend beim Packen geholfen, sodass sie den ganzen Morgen nochmal richtig geniessen konnte. Gestern war Shio von ihrer neuen Besitzerin abgeholt worden, sodass ihre Box nun leer stand und bloss neu eingestreut werden musste. Ich hatte die Cremello Stute schweren Herzens verkauft, da sie nicht die gewünschten Rennleistungen erbrachte und ich nicht so richtig warm mit ihr geworden war. Dafür zog nun Sympathy of the Devil wieder bei uns ein. Die mittlerweile gekörte, fünfjährige Stute war vor langer Zeit schonmal auf Pineforest Stable gewesen, allerdings nur auf der Durchreise nach Deutschland, wo sie schliesslich nochmal verkauft worden war. Ich hatte die Leistungen der Stute mitverfolgt und es immer mehr bereut, sie weitergereicht zu haben. Als schliesslich die Gelegenheit gekommen war, hatte ich sie als Rennpferd und zukünftige Zuchtstute zurückerobert. Sie würde heute Abend endlich wieder ankommen. Ausserdem kam heute auch mein lang ersehntes Stutfohlen von Skyrim an, das auf Eddis Hof herangewachsen war. Die kleine war sowas wie ein zukünftiger Supercrack, jedenfalls von der Abstammung her. Der Rest musste sich noch zeigen, doch ich war zuversichtlich. Lily und ich füllten ein paar Schubkarren mit Stroh und verteilten es in der Box. Danach machten wir uns auf den Weg zu den Offenställen, denn wir wollten die Fohlen putzen. Dank des Schnees waren sie relativ sauber, aber ich wollte sie dennoch an das Bürsten und Hufeauskratzen gewöhnen. „Mit wem wollen wir anfangen?“, fragte ich Lily vergnügt, als uns die Hengstchen am Zaun begrüssten. Die Gruppe zählte nur noch vier Mitglieder, denn Paluche und Alysheba waren ja nun bei den Grossen. So blieben noch Life, Jack, Merino und Simba. Wir nahmen uns zuerst Merino vor. Ich streifte ihm ein schwarzes Halfter über und band ihn an einem der Zaunpfosten fest. Anschliessend kratzte ich alle vier Hufe aus, während Lily ihn mit der Bürste massierte. Dasselbe machten wir auch mit den anderen Hengstchen. Die Stutfohlen liessen wir noch in Ruhe, denn die würden heute ja ohnehin noch ihre Portion Aufregung bekommen.

      Wenig später halfen wir beim misten, brachten Pferde auf die Weide, bereiteten Muskat, Light, Spot und Caspian auf das Training vor und halfen den Jockeys beim Aufsteigen. Um Neun Uhr Sattelten Lily und ich Donut und Moon. Wir wollten einen letzten Ausritt mit Schneegalopp wagen. Das kleine Mädchen hievte den schweren Westernsattel mittlerweile selbst auf Felines Rücken. Auch beim Zäumen durfte ich ihr nicht mehr helfen; sie wollte es alleine schaffen. Es dauerte so zwar etwas länger, aber sie wurde von Mal zu Mal geschickter. Wir ritten los in Richtung Galoppwiese, jedoch mit einem Umweg zum Fluss, damit die beiden Stuten auch gut aufgewärmt waren, wenn wir loslegten. Dann galoppierten wir an und heizten die Wiese hinunter durch den Schnee. Zum Glück waren Trampelpfade im Tiefschnee, denen wir folgen konnten. So war der Galopp nicht ganz so kräftezehrend für Moon und Feline, doch anstrengender als sonst blieb es trotzdem. Wir gingen daher nicht bis ganz ans Ende der riesigen Wiese, sondern bogen schon vorher wieder in den Pinienwald. Dort folgte eine lange Schrittphase, in der wir uns über die vergangenen Wochen unterhielten. Ich fragte Lily, was ihr am meisten gefallen hatte. „Das Einreiten von Thairu war cool! Und die Reitstunde mit Dream. Aber auch das Arbeiten mit den Minis, und natürlich das Ausreiten.“ Ich schmunzelte und war froh, dass sie bei den daraufhin gefragten schlechten Erlebnissen nicht so viel aufzuzählen wusste. Ich musste ihr auch versprechen, mit Rachel bereits die nächsten Reitferien auszuhandeln. Dies würde jedoch frühestens im Frühling sein.

      Wir kamen nach über einer Stunde zurück auf den Hof und versorgten die Pferde. Dann verbrachten wir den restlichen Morgen mit einer letzten Dressurstunde, bei der Lily Dream reiten durfte. Ich half ihr danach beim Absatteln. Lily streichelte die Stute liebevoll. „Ich werde sie vermissen. Aber bis ich wieder komme muss sie anständig trainiert werden. Die hat einige Kilos zu viel auf den Rippen!“, lachte sie. Ich lachte verschmitzt, denn Dream war keineswegs untrainiert – aber das würde ich Lily erst später erklären, als kleine Überraschung. Ich hatte ihr nämlich die ganze Zeit über verschwiegen, dass die Stute von Skyrim tragend war. Lily knuddelte Dream noch einmal kräftig, dann verliessen wir die Box und halfen beim Füttern, bevor wir selber Essen gingen. Danach packte Lily noch die letzten Dinge ein. Wir schleppten die Koffer zum Parkplatz, denn Rachel wartete, pünktlich wie immer, bereits mit verschränkten Armen dort. Tochter und Mutter fielen sich in die Arme, während ich die wild schwanzwedelnden Hunde beruhigte. Rachel und ich schwatzten noch ein wenig zusammen, doch sie wollte nichtmal für eine Tasse Tee ins Haus kommen, da sie ‚einen straffen Zeitplan‘ hatte. Lily unterbrach uns immer wieder mit ihrer Sicht der Dinge und schwärmte zum Beispiel von dem Ausritt vorhin mit Donut. Ich zuckte zusammen und verzog den Mund zu einem schiefen Lächeln, denn Rachel sah mich bereits drohend an. „Wir hatten doch vereinbart, dass sie nur Stuten oder Wallache reitet!“ „Ja ja, hat sie eigentlich auch. Aber sie ist ein Naturtalent und Donut ist sowieso ein ganz lieber…“, beschwichtigte ich sie. Na gut, wir haben uns in einigen Punkten nicht an die Abmachungen gehalten, und nachdem Lily Dream reiten durfte, war sowieso alles über den Haufen geschmissen… Aber ich hab ja immer aufgepasst. Ich warf Lily einen strengen Blick, den sie zu verstehen schien, denn sie erwiederte mit einem Zwinkern: „Ja, das war ne Ausnahme. Sonst waren wir brav.“ Rachel schien beruhigt und ich entspannte mich wieder. Doch langsam war es wirklich Zeit, mich von den beiden zu verabschieden. „Oh ich freu mich schon so auf nächstes Mal! Du musst unbedingt mit Thairu weiter üben, damit ich sie reiten kann, sobald ich wieder da bin“, drängte Lily. „Ach, du wirst sowieso genug zu tun haben mit Dreams Fohlen“, bemerkte ich beiläufig, und brachte Lily so zum Stutzen. „Ocuuuu? Was meinst du mit ‚Dreams Fohlen‘?!“ Rachel und ich lachten. Nachdem ich das Geheimnis gelüftet hatte, konnte Lily kaum noch still bleiben und Rachel zerrte sie förmlich zum Auto. Ich winkte zum Abschied und sah zu, wie das Auto die verschneite Grasrennbahn passierte.

      Es kam mir unglaublich still im Nordstall vor, als ich begann, Daydreaming Sorrow zu putzen. Daher liess ich den Radio an und hörte dem Sprecher bei den Verkehrsnachrichten zu. Ich hatte es wie immer nicht geschafft, die Mähne des Welshs nicht total zu zerzausen, als ich ihm das weiche Lammfellhalfter übergestreift hatte. Nun zupfte ich die Strähnchen einzeln zurecht und kämmte die dichte Wolle dann vorsichtig durch, um nichts auszurupfen. Er hatte wiedermal seinen Schlafzimmerblick aufgesetzt, als ich den Kopf mit der weichen Bürste bearbeitete. Besonders vorne beim Maul genoss er es. „…A13 westbound between the A1012 and the junction with the A126. There are currently delays of 10 minutes against free flowing traffic due to congestion. There is also a holdup at the M6 northbound between junctions J13 and J14. Reason is a road traffic collision. One of the two lanes is closed…” Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte die Puschel an seinen Beinen, dann holte ich den Sattel. Ich ging mit ihm in die Halle und übte ein paar Dressurlektionen der L Klasse. Er stand dort noch ganz am Anfang, aber arbeitete fleissig mit.

      Gegen Abend empfing ich die beiden Neuankömmlinge. Devil fand sich auf Anhieb zurecht und keifte ein wenig mit ihrer Boxennachbarin, ehe sie sich ihrem Heu zuwandte. Shadows of the Past, von mir auch liebevoll Shira genannt, verhielt sich dagegen erstmal eher zurückhaltend. Sie kaute unterwürfig und zog das Schweifchen ein, als die älteren Jährlinge an ihr schnüffelten. Alles in allem verlief die Vergesellschaftung aber unkompliziert. Ich genoss den Abend auf einem weiteren Ausritt, diesmal mit Quinn. Wir nahmen Dod und Numair. Durch den Nebel sah man im Dunkeln etwa so viel wie in einem Hundemagen, doch Quinn und ich blieben ruhig, und so taten es auch die Pferde. Als die Stallarbeiten erledigt waren, sahen wir uns alle im Pflegerheim einen Film an, doch spätestens um zwölf Uhr waren alle Lichter gelöscht, denn die Pferde wollten auch am nächsten Morgen ihr Futter pünktlich um sechs serviert bekommen.
      30 Dez. 2015
    • Occulta
      Ein Sonniger Sonntag

      Es windete mich zwar fast von den Füssen, als ich gleich nach dem Mittagessen vor die Haustür trat, doch zumindest war es so warm wie schon lange nicht mehr. Die Sonne schien, der Himmel war wolkenlos und der regendurchweichte Boden begann zu trocknen. Ausserdem entdeckte ich bereits erste Krokusblumen im Rasen vor dem Haus – dabei war es doch erst Februar! Ich betrachtete die violetten Blüten, ehe ich mich auf den Weg zum Nebenstall machte. Nach dem morgendlichen Vollblütertraining, das heute des nassen Geläufs wegen nur zaghaft vonstattengegangen war, freute ich mich auf einen langen Ausritt mit meiner Moon Kiddy. Auch Lisa, Lewis und Lily kamen mit, auf Piro, Gini und Feline. Das kleine Mädchen konnte so viel Ablenkung wie möglich gebrauchen, nach dem tödlichen Unfall ihrer Mutter. Meine braune Stute genoss die Sonne, während ich ihre Matschverkrustete Mähne entwirrte. Gestern hatten wir die Stuten zum ersten Mal seit einer ganzen Woche wieder rausgelassen, weil es zuvor einfach zu Nass gewesen war. Mit dem ganzen Schmelzwasser war der Boden durchtränkt und es konnten grosse Schäden entstehen, wenn die Pferde die ganze Zeit darauf herumtrampelten. Die Fohlen wollten wir heute auch wieder aus dem Offenstall lassen, denn dort drin musste dringend mal wieder gründlich gemistet werden, was mit einem Haufen neugieriger Jungspunde hinter dem Rücken gar nicht so leicht war. Ich beschloss, Moons Beine kurz zu waschen, denn mit der Bürste malte ich mir mindestens eine halbe Stunde Arbeit aus. Gesagt – getan, danach ölte ich die Hufe auch gleich ein, damit sie nicht zu viel Feuchtigkeit von der nassen Weide aufnahmen. Nun brauchte ich nur noch den Westernsattel zu holen und die Braune zu zäumen, wie gewohnt mit dem Bosal. Auch die anderen waren so weit, also stiegen wir auf und ritten los. Piro war ziemlich geladen und steckte die anderen nach kurzer Zeit an. So kam es, dass wir schneller unterwegs waren, als uns lieb war. Dafür erweiterten wir die geplante Route um einen Waldweg in Richtung Dorf. Lily schlug sich ganz gut mit Feline, aber auch die sonst so brave Schimmelstute begann zunehmend herumzuhampeln. Ich schlug vor, einen ausgiebigen Galopp zu machen, damit die vier etwas müde wurden und nicht mehr so viel überschüssige Energie hatten. Wir polterten nebeneinander den Waldweg entlang, dabei war es gar nicht so leicht, Moon bei der Gruppe zu halten. Tatsächlich wurden die Pferde langsamer, als es auf das Ende des langen Weges zuging und wir kamen sogar zum Treiben. Im flotten Trab ritten wir über eine Weggabelung und anschliessend bis zum Waldrand. Dort liessen wir die vier etwas strecken. Piro schnaubte zufrieden und Feline versuchte, am Wegrand zu knabbern, doch Lily setzte sich erfolgreich durch. Sie hatte viel gelernt, seit sie das erste Mal bei mir in den Ferien gewesen war. Und seit dem Unfall war sie mit noch grösserem Eifer dabei, sodass ich sie zeitweise fast bremsen musste. Ich machte mir Sorgen, dass sie sich überforderte, indem sie die Trauer mit physischer Beschäftigung überspielte. Sie beteuerte hingegen immer, „okay“ zu sein. So langsam kam Pineforest Stable wieder in Sicht, also verlangsamten wir das Tempo etwas und genossen die restlichen Meter im Schritt. Die Natur schien sich nicht einig zu sein, ob sie nun erwachen, oder doch noch im Tiefschlaf bleiben sollte. Zum Teil schossen bereits Blumen aus dem Boden, doch die Bäume hatten noch keine Knospen und auch das Gras schien noch schlaff. An der Sonne war es beinahe so warm, dass man im T-Shirt reiten konnte, doch im Schatten der Bäume bekam man Hühnerhaut. Die Pferde schienen aber ziemlich zuversichtlich zu sein, denn sie begannen bereits mit dem Fellwechsel. Der Wind zerzauste mir dauernd die Haare, aber es war eine wundervolle Stimmung und wenigstens kam er von seitlich vorne.
      Wieder auf dem Hof, brachten wir die vier Stuten direkt zurück zum Offenstall und liessen sie nach dem Absatteln freilaufen. Sie hatten tatsächlich mal wieder ein wenig geschwitzt, aber das trocknete bei dem Wind rasch. Die Hufe kontrollierten wir dann doch noch schnell, wie es sich gehörte. Als Nächstes gingen wir zu den Fohlenställen und schoben die grossen Tore auf. Wie erwartet schossen Merino, Life und Simba sofort raus und drehten erstmal einige Runden. Die Stuten gingen das Ganze etwas gemässigter an und blieben zuerst stehen um sich umzusehen, doch danach bockten und stolperten auch sie durch das feuchte Gras. Shira hatte sich mittlerweile gut in die Herde integriert und besonders in Prada eine neue Freundin gefunden. Penny und Primo klebten auch ziemlich aneinander, nur Riven war eher selbstständig. Sie war auch die unangefochtene Anführerin der Stutengruppe und ziemlich dominant mit den anderen. Ich half den Pflegern beim Misten mit dem kleinen Traktor, wobei es gar nicht so viel zu tun gab, ausser die Reste mit der Heugabel aus den Ecken zu kratzen. Wir räumten das alte Substrat komplett raus und füllten frisches Stroh ein. Ausserdem wurden die Tränken und Futtertröge geschrubbt. Wir waren eine gute halbe Stunde beschäftigt pro Offenstall, also war es bereits halb fünf Uhr, als ich endlich wieder zum Nebenstall kam. Um die letzten Sonnenstrahlen noch zu nutzen, schloss ich mich Rosie, Darren und Jonas auf den Dressurplatz an. Die drei übten auf Sweets, Bluebell und Lychee ein Dressurprogramm fürs kommende Wochenende. Es war zwar nur ein internes Clubturnier, aber wir wollten trotzdem eine gute Figur machen und zeigen, wie weit unsere jungen Schützlinge schon waren. Ich putzte Satine und übte ebenfalls ein paar der L Lektionen, die die Stute noch nicht perfekt beherrschte. Sie war heute aber irgendwie sehr abgelenkt und schreckhaft, sodass ich nicht ganz so viel mit ihr machen konnte, wie ich eigentlich geplant hatte. Pferde haben eben auch Launen und schlechte Tage, stellte ich fest. Nach vierzig Minuten brach ich ab und liess die Fuchsstute austraben. Wenigstens streckte sie sich schön. Wir versorgten auch diese Pferde nach der Arbeit. Nun waren schon fast alle Pferde bewegt worden und wir konnten es alle etwas ruhiger angehen. Ich beschloss, nochmal nach Dream zu sehen, die laut dem Tierarzt in den nächsten Tagen abfohlen sollte. Lily war schon bei ihr als ich kam und streichelte gedankenversunken die rosa Nüstern der Stute. Ich erschreckte sie fast, als ich ihr auf die Schulter tippte. Ich schlug vor, die Schimmeldame zu putzen, was Lily gefiel. Wir bürsteten das weisse Fell und kämmten das graue Langhaar, bis es wieder schön entwirrt war. Dream schien die Prozedur zu geniessen, oder zumindest störte es sie nicht. Ich meinte dennoch, eine leichte Unruhe in den Augen und im Verhalten der Stute zu bemerken. Vielleicht war es ja schon heute Nacht soweit. Ich sagte Lily nichts, damit sie nicht enttäuscht war, wenn es heute doch noch nicht geschah. Vor dem Abendessen gingen wir noch zu Ronja, um sie auf einen Spaziergang mitzunehmen. Paranyi und Halluzination wurden unterdessen in der Halle bewegt. Lily, Ronja Räubertochter und ich liefen über die Brücke beim Fluss. Auf der anderen Seite liessen wir sie etwas grasen. Lily suchte im Dunkeln nach ersten Schnecken oder Insekten. Ich beobachtete meine Enkelin und war froh, dass sie einmal mehr zu vergessen schien, warum sie hier war. Ich fragte mich immer noch wie es sein würde, sie immer hier zu haben. Der Unfall war nun schon ein paar Wochen her, aber so richtig hatten wir uns beide noch nicht an die neue Situation gewöhnt. Ich war froh, dass das kleine Mädchen schon so selbstständig war, denn sonst wäre ich vermutlich leicht überfordert gewesen. Doch so kamen wir irgendwie klar. Lily hatte sich ein Leben auf einem Reiterhof immer gewünscht, doch war es fair, sie dafür einen solch hohen Preis zahlen zu lassen? Das Leben war hart und unbarmherzig, aber irgendwie drehte sich die Welt immer weiter. Schliesslich machten wir uns auf den Heimweg und gingen ins Haus.
      Nach dem Abendessen schauten wir uns einen Film an, wobei wir einmal eine Pause einlegen mussten, um die Abendliche Stallkontrolle zu machen. Um halb Zehn schickte ich Lily ins Bett und ging dann noch rüber ins Pflegerheim bis halb elf Uhr. Ich hatte meinen Wecker extra ein wenig früher gestellt, damit ich vor dem Frühstück rasch nach Dream sehen konnte. So stand ich um fünf auf und schlich mich raus. „Hab ich’s mir doch gedacht!“, schmunzelte ich, als ich ein dunkles Bündel im Stroh neben Dream entdeckte. Es konnte kaum eine Stunde alt sein, denn es war noch ganz zittrig. Ich prüfte kurz Augen, Nüstern und Puls des kleinen, stellte fest, dass es ein Hengstchen war und sah nach Dream. Beide, Mutter und Kind, waren zwar müde, aber bei bester Gesundheit. Erleichtert lief ich zurück zum Haus und weckte Lily. Ich erwähnte das Fohlen erst nach dem Frühstück, denn ich wusste genau, dass sie sonst nicht hätte stillsitzen können. Sie rief schliesslich halb vorwurfsvoll, halb überrascht „Occu!“ und stürzte zur Tür raus. Sie konnte ihre Begeisterung kaum unterdrücken, schaffte es aber, ruhig und vorsichtig näherzugehen. Das Hengstchen stand mittlerweile auf wackligen Beinen und sah sich die Wand an. Dream schubste es etwas zur Seite, als sie sich drehte, um uns zu begrüssen. Es schaffte es, irgendwie auf den Beinen zu bleiben und stolperte ihr hinterher, blieb aber auf Abstand. Ich fragte Lily, was sie von dem Namen ‚Skydive‘ hielt, und wir einigten uns darauf. Nach einer Weile kamen auch ein paar der Pfleger hinzu und beobachteten das kleine fröhlich. Doch dann mussten wir mit dem Füttern anfangen und der Routine nachgehen.
      8 März 2016
    • Occulta
      Abendspaziergang

      Eine herrliche Abendbrise wehte mir ins Gesicht und wischte mir die Haare von den Schultern. Der Himmel färbte sich langsam dunkel und die Grillen gaben fleissig ihre Konzerte. Um mich herum waren Lily, Jonas, Parker, Lewis, Rosie, Ajith und Quinn versammelt. „Hey Lily“, rief Jonas zwinkernd. „Was?“ und „What?“, antworteten meine Nichte und meine Mitarbeiterin gleichzeitig. Jonas lachte schelmisch. „Du heisst nicht Lily, sondern Parker, schon vergessen?“ „I’m about to…!“ „…Kiss me?“ „Throw you to the dogs.“ „Ich befürchte, die werden ihn höchstens zu Tode schlabbern“, mischte ich mich ein. „Warum denn so empfindlich Parker?“, stichelte Lewis. „Stop nettling her!“, rief Rosie empört. „It’s only because she wants to hang around with that hottie from the pool rather than with us”, erklärte Lewis. “I totally get why! Who would want to hang around with you guys anyways?” “Aww you’re so cruel Rosie! Don’t you know I have a low self-esteem?” Sie schnaubte nur und fasste Parker bei der Schulter, dann begannen die zwei möglichst offensichtlich zu tuscheln. Quinn, die unbeteiligt daneben stand, zogen sie ebenfalls in ihren kleinen Kreis, obwohl sie darüber nicht sehr begeistert wirkte. „That’s unfair ladies! We want to listen as well, don’t we Ajith?“, rief Lewis empört. “He definitely wants to hear what Quinn has to say”, scherzte Jonas. Ajith verneinte vehement, doch seine Reaktion war ganz schön verräterisch. Ich ahnte, wohin das führen würde und unterbrach das Theater deshalb. “Stop it now folks, back to work.“ Ich meinte einen Anflug von Dankbarkeit in Ajiths Blick zu sehen, kümmerte mich aber nicht weiter darum. Jonas hob erstaunt die Augenbrauen. „Du nennst einen Spaziergang Arbeit?“ Ich ignorierte ihn, weil ich nicht erneut eines seiner Spielchen lostreten wollte und lief voraus zum Hauptstall. „Lewis, you take Devil and Dolly. Jonas, I bet you want Piontless and Snowflake.” “Are you kidding me? She’s gonna kill me!” “Excactly.” “Hey!” Die anderen lachten herzhaft und Lewis klopfte Jonas auf die Schulter. „I get your Playstation, right budd?“ „Yea, love you, too.“ Ich fuhr fort: “Rosie takes Cassy and Counterfire, Quinn gets Indiana and Mambo. Lily can take Dream and Skydive –“, ich wurde von einem Jauchzen unterbrochen, „Parker, Ajith and I take Shira, Primo and Penny.” In diesem Moment hastete Thomas um die Ecke. “I’m sorry, I my mum called and I forgot the time boss…” “It’s allright Tom. Just grab Riven’s halter – you’re gonna take her.”Er nickte und führte meinen Befehl sofort aus. Auch wir anderen holten unsere Pferde raus und brachten sie nach draussen. Zur Sicherheit zogen wir den Fohlen auch Halfter an und führten sie am Strick mit, damit sie nicht in der Dunkelheit verloren gingen. Dann Machten wir uns auf dem Weg zum Fluss. Die Stuten, Youngsters und Fohlen fühlten sich in der Herde sicher, also erschreckte sie kaum etwas und sie liessen sich brav führen. Wir überquerten die Brücke und folgten dem Feldweg in Richtung Whispering Creek Farm. „My god, what happened here?“, fragte Rosie erschrocken, als sie die verlassenen, mit Efeu überwucherten Gebäude sah. „Hast du das nicht mitbekommen? Die Besitzerin ist damals bei der Geschichte mit dem Serienkiller umgekommen. Seither wohnt hier niemand mehr, und ihre Familie hat das Gelände noch nicht verkauft, warum auch immer. Es ist total schade um die hübschen alten Stallungen, aber was soll’s...“, erklärte ich. Sie wirkte nachdenklich und ihr Blick wanderte über das Gelände. „Can we go check it out?“, schlug sie plötzlich vor. „Why? I’m not sure we are allowed to go there…” “No one will see us.” Solch eine Antwort hätte ich von keinem der Pfleger weniger erwartet als von ihr. Völlig baff hakte auch Lewis nach: „Rosie, are you okay? I mean, you would never just break into someones backyard, would you?“ “Don’t be ridiculous. I just want to have a quick look at the inside”, sprach sie forsch. Nach einer Weile fügte sie hinzu: “I like old Buildings, that’s it.” Ich fühlte mich noch immer georfeigt. Das ist nicht die Rosie, die ich kenne. Ich habe sie noch nie so kalt erlebt… Doch im nächsten Moment kehrte ihre warme, helle Stimme zurück und sie meinte: „Come on guys, it will be okay. We’ll just go around it and then continue in the Forest.” “Fine”, beschloss ich. Aber nur kurz. Wir führten die Pferde auf einen verwachsenen Kiesweg, der auf den verlassenen Hof abbog. Man erkannte im Dunkeln gerade noch, dass der Weg in einen kreisförmigen Bogen mündete. Eigentlich ganz hübsch, stellte ich fest. Rosie lief mit Cassy und Counterfire zügig voraus und sah sich gründlich um. Sie schien vollkommen auf die Gebäude konzentriert und achtete nicht mehr auf uns. Wir blieben etwas zurück und warteten auf dem Kiesweg. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrte sie zurück, mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. „Thanks, I really appreciated that. Let’s go on.“ Ich nickte, noch immer etwas verwirrt und führte die Gruppe in den Wald. Es war schon etwas unheimlich, im dunkeln durch den Stillen Wald zu spazieren. Doch wir hatten ja eine ganze Gruppe schnaubender Pferde dabei, deren Hufgeklapper die Stille ausfüllte und weniger bedrohlich machte. Die Fohlen blieben eng bei ihrer Mutter, als fürchteten sie sich vor Wildschweinen und Rehen. Dabei wussten sie noch nichteinmal, dass es so etwas gab.

      Wir kamen später als gedacht zurück und versorgten die Pferde sofort, damit die Fohlen schlafen konnten. Im Nachhinein fragte ich mich, ob der Spaziergang so spät abends eine gute Idee gewesen war, aber ich hatte nunmal die Hitze des Tages und die Fliegen meiden wollen. Ich sah noch auf der Junghengstweide vorbei um zu kontrollieren, ob alle zufrieden waren. Vorsichtig öffnete ich das Tor einen Spalt breit und spähte hinein. Simba und Merino lagen nebeneinander im Stroh und zauberten ein Lächeln auf mein Gesicht. Es war so schön zu sehen, dass sich die beiden Junghengste so gut verstanden. Life stand etwas abseits mit aufgestütztem Huf und hängender Unterlippe. Caruso lag neben der Heuraufe und hatte den Kopf tief im weichen Stroh versenkt. Seine Flanke bewegte sich ruhig auf und ab. Ich schlich mich davon und lief zurück zum Haus. Eine dunkle Silhouette zwischen den Bäumen fiel mir auf. Ich ging näher ran um zu erkennen, wer es war. „…that is correct. Thank you Bill, I trust that you take care of everything. I want it done as soon as possible. And make sure to be kind, it is very important that they sell it to us. Good night.” Ich traute meinen Augen und Ohren kaum. “Rosie??” Sie antwortete ruhig: “Oh, Occu, I thought you already went to bed.” Wieder diese ungewohnt bestimmte, ungerührte Art, bemerkte ich. Bevor ich den Mund öffnen konnte, gab mir Rosie die lange Antwort auf das, was mir auf der Zunge lag. „I grew up at the Wilkinson Estate just outside of London. My family has always been very wealthy and the family’s fortune was passed on from generation to generation. When I was eighteen, my parents asked me, what I wanted to become. All I could think of was living a simple life somewhere in the countryside, and having a lot of friends. Sure, that was no answer they wanted to hear. But since we live in a different century now than they grew up in, they had to let me become what I decided. So I packed my things and went to a near farm to work there. Soon I started to like the horses there so much, that I became a jockey, because thoroughbreds I always liked the most. And that’s how I ended up here. Even tough I left home and started to fulfill my dreams, my parents still like me a lot, because I’m their only child. They promised that if I needed anything, I just had to call them. That was what I did just a moment ago, when I talked to Bill, our servant. I will buy that ‘Whispering Creek Farm’.” Ich musste erstmal verdauen, was sie mir da erzählt hatte. Rosie? Aus einer einflussreichen, mächtigen Familie? „Why didn’t you tell anybody?“ „Because I feared that I would only find friends because of where I come from, not who I am.” Ich schwieg einen Moment um meine Gedanken zu ordnen. Dann fragte ich entschlossen: “So you’re gonna leave Pineforest?“ „Sadly, yes. But it would be an honour for me if my little Farm could work together with Pineforest as close as possible.“ Ich lächelte gerührt und versicherte, dass mir nichts lieber wäre. „I have always enjoyed having you as one of my Jockeys, so I would be glad to know that you will ride my thoroughbreds even in the future. I think you have great talent and the horses clearly like you aswell.” “And you were the best Boss I’ve ever had, Occu. I thank you for this great time I already had and that is yet to come.” Ich wünschte ihr eine gute Nacht und begab mich ins Haus. Ob sie wohl den Pflegern jetzt alles erzählt?, überlegte ich, während ich die Zähne putzte. Den ganzen Abend stellte ich mir vor, wie die Ranch renoviert aussehen würde und ich freute mich immer mehr auf die Zukunft, die vor uns lag.
      22 Aug. 2016
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    Gnadenweide
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    Occulta
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  • Offizieller HG

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    Vom: Ikarus

    Vom: Muskat

    Vom: Massimo

    Vom: Mercedes
    Aus der: Snowflake


    Aus der: Windfee

    Vom: Gismo
    Aus der: Wahana


    Aus der: Saphira

    Vom: Saphir
    Aus der: Day and Night


    Aus der: Blütenzauber


    Vollschwester: Primo Victoria


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    Rufname: Merino
    Geburtstag: 05.05.
    Alter: 6 Jahre
    Stockmaß: wird ca. 1.65 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Schwarzbraun mit Birdcatcher-Spots
    (Ee,ata,X)
    Abzeichen: Unterbrochene Strichblesse, halbweisse Fessel HR, weisser Kronrand HL
    Gesundheit: Sehr gut



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    Mutig, temperamentvoll,verschmust, frech,vorwitzig, aufmerksamkeitssüchtig


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    Merino ist ein kleiner Showman. Er macht viel Blödsinn und ist recht frech, kann aber durchaus auch lieb und verschmust sein. Man weiss nie so richtig, wie er aufgelegt ist. Seine Birdcatcher Spots machen ihn zu etwas ganz besonderem, wie schon seinen Vater. Er hat gutes Potential zu einem grossartigen Rennpferd heranzuwachsen.

    Merino stammt aus unserer eigenen Zucht Pineforest Stable.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: ✗



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    Gekört: Ja
    Nachkommen: PFS' Murphy's Law



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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: A

    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: E


    Eignung: Galopprennen, Military
    Eingeritten: ✓



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    [HK 498]
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    1. Platz 405. Galopprennen
    1. Platz 413. Galopprennen
    1. Platz 415. Galopprennen

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    2. Platz 421. Galopprennen
    2. Platz 433. Galopprennen
    2. Platz 435. Galopprennen

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    3. Platz 438. Galopprennen
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    3. Platz 479. Dressurturnier
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    Merino's Spind