1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Occulta

• Nosferatu, Welsh B ♀

Stute | schwarzbraun

• Nosferatu, Welsh B ♀
Occulta, 18 Nov. 2017
Dir, Kathrin Pirett, Flair und einer weiteren Person gefällt das.
    • Occulta
      Alte Berichte:
      Eddi
      Nosferatu an der SK für Welshponies und braune Ponies

      Mit wenigen Hilfen ließ ich die kleine Stute meiner Freundin vampyrin antraben und ritt in Richtung Halle. Ich ritt Nosferatu von vampyrin bei dieser Krönung. Vor einigen Minuten hatte ich erst meine eine Stute hier vorgestellt. Nosferatu war neu bei vampyrin und sollte gleich eine Chance bekommen. Als ich in das dunklere Licht eintauchte ertönte ein lauter Applaus. Ich ritt im fleißigen Trab bis zu X. Dort parierte ich Nossi geschlossen durch. Nun grüßte ich freundlich die Richter. Immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, dachte ich mir nur noch schnell eh ich mich wieder konzentrieren musste. Wieder sollte ich antraben und nun ging ich auf den Zirkel. Dort verstärkte ich Nossis Schritte und diese erfüllte diese Aufgabe mit Bravour. Nun ließ ich sie angaloppieren und über drei Hindernisse springen. Das erste war ein kleiner Oxer, dann ein Kreuxsprung und zum Schluss eine kleine Mauer. Apfel erledigte alle drei Hindernisse mit Leichtigkeit, immerhin waren wir auch schon oft genug höher gesprungen, im Training. Nun ritt ich wieder ganze Bahn und an der langen Seite ritt ich bei B eine große Galoppvolte. Trotz des Tempos bog sich Nossi super und ein kleiner leiser Applaus ertönte. Ich spürte den Adlerblick der Richter die mich genauestens beobachteten. Aber Nossi und mich störte das nicht, das war doch immer so auf Turnieren und Co, das war zwar unsere erste Krönung die wir ritten, aber das schafften wir, das wusste ich. Nun ritt ich eine dreifache Schlangenlinie durch di ganze Bahn. Natürlich nun im versammelten Galopp damit ich Nossi noch besser um die Kurven bekam. Was uns dann auch fast perfekt gelang. Ich war schon richtig stolz auf die kleine Stute. Nun parierte ich sie zum Mitteltrab durch und ritt wieder ganze Bahn. Nossi war völlig konzentriert, die letzten Trainingseinheiten hatten sich wohl sehr gelohnt. Nun parierte ich zum Arbeitstrab durch und wechselte mit Leichtigkeit durch die ganze Bahn. Nossi schaute kurz zu mir hoch und ihr Blick sagte so viel wie: Das ist doch ein Kinderspiel! Nun ritt ich wieder zu X und grüßte noch einmal die Richter. Natürlich wieder mit einem Lächeln im Gesicht. Die Richter schrieben sich ihre Notizen auf und ich verließ den Platz im Schritt und ließ dabei die Zügel aus der Hand kauen. Nossi hatte es wirklich top gemacht. Vampyrin hatte da echt einen sehr guten Fang gemacht, mal sehen ob die Richter das auch so sahen.
      „Das war Edfriend auf Nosferatu! Nochmal einen lauten Applaus für das Paar!“
      29 Sep. 2009

      Eddi
      Nosferatu an der SK für Welsh-B-Ponies

      Nachdem ich Crestin erfolgreich und mit einem sehr guten Ergebnis vorgestellt hatte saß ich nun auf Nosferatu und wärmte die Stute auf. Vampyrin besaß sie noch nicht sehr lange und wies mich auf eine Macken der Stute hin. Doch diese würden mir nicht zur Last fallen. Die Stute hörte auf jede auch so kleinste Hilfe und ihre Begabung war einfach die Dressur. Die Stute war kräftig gebaut und so bekamen ihre Bewegungen das gewisse Etwas. Unruhig erwartete ich nun meinen Aufruf denn gerade kam mein Vorreiter aus der Halle. Ich machte mich schon auf den Weg zu den großen Toren und dann kam es: „Nummer 7, Edfriend auf Nosferatu, einen großen Applaus!“ schallte es über das ganze Gelände. Ich trieb Nossi in den Trab und ritt durch die Tore. Die Halle war gefüllt von einer Menschenmenge die applaudierten. Neugierig schaute sich Nossi um und verstand gar nicht was sie hier sollte. Im Mitteltrab ritten wir bis zu X. Dort parierte ich Nossi geschlossen durch, lobte sie kurz beruhigend und grüßte dann die Richter mit einem Lächeln. Nun ritt ich im Schritt auf die Bahn und ging auf die linke Hand. Zuerst ritt ich eine Volte und dann trabte ich auch schon an. Ich wechselte durch die halbe Bahn von M zu K. Dann ritt ich nochmal eine Volte bei A eh ich auf den Zirkel ging. Nun wechselte ich durch den Zirkel und galoppierte an. Locker ritt ich nun eine ganze Bahn im Galopp und zeigte auf der langen Seite einen fliegenden Galoppwechsel im 2er Takt. Ich dachte er würde in die Hose gehen so aufgeregt wie Nosferatu war, aber sie schaffte es doch sehr gut und ohne Probleme. Nun parierte ich wieder zum starken Schritt durch und ritt eine Kehrtvolte. Nossi begriff langsam das die Menschen egal waren, sie sollte ihr bestes geben. Und das tat sie, sie lief gut am Zügel und reagierte nun auf jede kleinste Hilfe. So parierte ich sie durch und richtete sie bei A rückwärts. Dann ließ ich sie wieder angaloppieren sobald sie wieder geschlossen stand. Nun ritt ich auf die Mittellinie und zeigte einige Meter vor X eine Piaffe-Pirouette und dann ritt ich weiter gerade aus zu X. Dort parierte ich durch und verabschiedete mich von den Richtern. Diese hatten mich die ganze Zeit über mit Adlersaugen beobachtet und ich war froh das sie jetzt was auf ihre Zettel kritzelten. Im Schritt am langen Zügel verließ ich die Halle und auch die applaudierenden Mengen. Draußen lobte ich Nosferatu und ritt sie ab. Nun kam wieder vampyrin und erzählte mir wie toll wir ausgesehen hatten und so. Ich war sehr stolz auf die junge, aber talentierte Stute. Heute hatte sie ihre Sache sehr gut gemacht, egal wie das Ergebnis sein würde. Auf das warteten wir nun auch gespannt und nun kamen nur noch 2-3 Teilnehmer dran und dann würde das offizielle Ergebnis verkündet werden.
      20 Okt. 2009

      Dia
      Weihnachtsbericht

      Wieder einmal klingelte mein Wecker viel zu früh. Ich raffte mich auf und überwand die anfängliche Schwärze vor meinen Augen. Lästig. Als sich endlich wieder klar sehen konnte, schnappte ich mir ein altes T-Shirt und eine ausrangierte Jeans und polterte die Treppe hinunter. Für gewöhnlich machte ich erst Frühstück, doch heute waren erst die Pferde an der Reihe. Heute war Heilig Abend, und alle meine Pferde sollten etwas Besonderes bekommen. Für heute war ein schöner Weihnachtsausritt geplant, natürlich gab es auch noch etwas zu Fressen, was meine Pferdchen nicht alle Tage erleben würden.
      Als ich in den Stall trat, schlug mir ein leiser Duft von Pferdegeruch entgegen, einige Pferde lugten aus ihren Boxen hervor und schnaubten. Es hatte über Nacht schön geschneit, ein weisser Flaum hatte sich über Wiese und Wald niedergelegt. Die Pferde durften jetzt erstmal auf die Weide, Neaera, Nesquik und Tortellini würden auf separate Koppeln kommen, damit die Herde und sie sich erstmal über den Koppelzaun vertraut machen konnten. So halfterte ich Neaera auf und führte die Stute auf die kleinere Koppel. Der Auslauf musste vorerst genügen, doch schon bald würde sie mit den andern auf die Koppel dürfen, wenn alles gut ging. Auch Nesquik, die Scheckenstute, und Tortellini, der Verrücktgewordene Hengst, würden vorerst getrennt bleiben. Tortellini war wirklich verrückt, nämlich nach Nesquik. Das war ihm nicht zu verdübeln, denn die Scheckenstute war bezaubernd. Doch Nesquik wollte nichts von dem wuscheligen Falben wissen, der scharrend und wiehernd auf der Koppel tobte. Man musste beinahe Angst haben, er würde ausbrechen, doch die Zäune waren stabil und der Viehhüter angestellt. Nun durften auch die restlichen Pferde raus, mittlerweile waren es schon zweiundzwanzig. Leider hatte ich viele abgeben müssen, denn für so viele Pferde fehlte mir die Zeit. Doch die Welshponies, Herejia und so weiter würden ganz sicher hier bleiben, geschweige denn die Zuchtponies. Doch zuerst mussten sie jetzt mal raus, ich spannte die Seile, sodass meine Pferdchen nur noch auf die Koppel traben konnten. Von vorne nach hinten öffnete ich jede Boxentür, bis schliesslich alle quer durcheinander trabten. Shakira drohte mit zurückgelegten Ohren Dracula hinter ihr, der sie gnadenlos ignorierte und sich weiter seinen Weg bahnte. Herejia, Dracula's Wife und Angel's Kiss machten das Schlusslicht hinter dem nervösen Dancer und Dangerous Kind. Kein Wunder, um so viele Stuten herum. Die Herde strömte auf die Koppel, die Fohlen Calucci und Nachtelfe hatten sich mittlerweile auch schon etwas angefreundet und jagten einander die Koppel hin und zurück nach. Ich schmunzelte, mein Blick strich zur anderen Koppel, wo Tortellini immer noch am Zaun stand, zum Glück frass er mittlerweile ein wenig Gras, denn ihn kastrieren zu müssen wäre wirklich, wirklich schade. Doch vielleicht, wenn beide Ponys prämiert werden würden, würden sie zusammen auf die Weide dürfen. Doch davon waren wir noch weit entfernt, auf jeden Fall bei Tortellini. Momentan war noch nicht einmal eine passende Hengstkörung eröffnet. Heute würde auch väämp zu mir kommen und ausreiten, auf einem meiner, oder unserer Pferde. Doch zuerst musste der Stall gemacht werden, auch an Weihnachten. Ich holte die Schubkarre und eine Mistgabel. Ausserdem musste heute auch noch frisch eingestreut werden. Zuerst entfernte ich aus jeder Box die Pferdeäpfel, und holte mit so einem kleinen Karren zwei frische Ballen. Vor Kurzem war ich auf entstaubte Weichholzspäne umgestiegen, da diese den Urin besser hielten und auch nicht oft ausgewechselt werden mussten. Nach etwa vier Ladungen Ballen waren die Boxen wieder frisch, jetzt mussten nur noch die Heunetze gefüllt werden. Ich sammelte alle ein, füllte sie mit dem Heu vom Heuboden und hängte sie wieder auf. Nun nur noch das Kraftfutter. In der Futterkammer standen einige Säcke Hafer und Zuchtstutenfutter, das wir aber im Moment nicht benötigten. Ich mischte das Mischfutter mit Hafer und verteilte jedes Becken in eine Raufe. Heute bekamen alle Pferde noch ein selbstgebackenes Leckerlie und eine Karotte. Abends noch Mash, was ihnen besonders schmeckte. Nun wollte ich noch Angel's Kiss und Nosferatu reiten oder longieren. Ich entschied mich heute einmal Nössi zu longieren. dafür holte ich sie von der Weide, was sie nicht besonders amüsant fand. Etwas demotiviert trottete sie mehr hinter als neben mir zum Putzplatz. Als ich das Putzzeug geholt hatte, gab ich ihr noch ein Leckerlie und begann sie zu putzen. Die Rappstute hatte sich natürlich im Schnee gewälzt, was sie, und auch die anderen Pferde, sehr liebten. Daher konnte ich sie nicht gross sauber machen, kratzte kurz die Hufe aus und verlas die Strohhalme aus dem Schweif. Dann konnte ich schon ihren Sattel und die Trense holen. Dreieckszügel, Longe und Peitsche waren in der Reithalle im Vorräumchen verstaut. Nössi liess sich gut auftrensen, sodass ich sie bald zur Retihalle führen konnte. Nun war sie schon war sie schon etwas wacher, schaute mit gespitzten Ohren umher. In der Halle schnallte ich ihr Dreieckszügel durch die Trensenringe und gurtete noch einmal nach. Dann liess ich die Steigbügel hinunter baumeln und schickte die hübsche Stute um mich herum auf einen Kreis. In ruhigem Schritt ging Nössi um mich herum, und kaute auf ihrer Trense. Ich hielt Longe und peitsche so, dass Nosferatu in einem Kuchenstück eingerahmt war.
      Nach einigen Runden im Schritt liess ich die Stute antraben, trieb sie immer mit der Peitsche ein wenig und bog ihren Kopf etwas auf die Innenseite. Nachdem Nössi schön warmgelaufen war, wechselten wir auch die Seite und begannen nach einer ruhigen Trabphase zu galoppieren. Auch hier schien Nosferatu sehr ruhig, war sie sonst eine aufgestellte und muntere Stute.
      Nach einer knappen halben Stunde holte ich Nosferatu wieder zu mir in die Mitte und klopfte ihr zufrieden den Hals. «Na, was ist mit dir los heute?», fragte ich sie und schnallte die Longe von der Trense. Nosferatus aufgeweckte Augen streiften meine und sie schnaubte. Schweiss drang durch ihr dichtes Winterfell, unter der Mähne war sie schon ganz nass. «Jetzt kannst du gleich wieder zurück auf die Weide», sagte ich zu ihr und führte die Stute aus der Halle. Kurz abgesattelt und den Sand von den Beinen gebürstet führte ich die Leckerlie kauende Stute wieder auf die Koppel zurück. Die Pferde hatten sich mittlerweile beruhigt, grasten friedlich nebeneinander. Gleam, die junge Scheckenstute hatte letztes Wochenende erfolgreich ein Dressurturnier bestritten, wir hatten den ersten Platz belegt. Immer noch stolz auf Gleam war ich einen Moment stehen geblieben und beobachtete die Stute etwas verliebt. Heute würde sie bestimmt auf den Weihnachtsausritt mitkommen, den wir mit einigen Kindern aus der Umgebung veranstalteten. Es würden insgesamt vier Kinder mitkommen, die Ponies die ich dafür vorgesehen hatte, würden also heute Morgen natürlich noch nicht bewegt werden.
      Mittlerweile hatte es wieder begonnen zu schneien, zum Glück hatte sich der frostige Wind eingestellt und es war nicht mehr so eisig. So, mein nächstes Ziel war Dangerous Kind, ein stolzer Hackneyhengst, den ich heute etwas unterm Sattel bewegen wollte. So schnappte ich mir gleich ein Leckerlie und fing Dangerous ein. Ich hatte ihn damals von Salera getauscht, gegen die gekrönte Stute Arya. Nun war er hier als Zuchthengst tätig, auf jeden Fall sobald unsere Zucht ‚,The Single Malts'' eröffnet war.
      Ich bürstete Dangerous' Fell am Putzplatz, während er genüsslich das Leckerlie herunter schlang, das ich ihm gegeben hatte. Zum Glück war er nicht besonders schmutzig, und bald konnte ich seinen Dressursattel und die Trense holen. Ich zog mir noch kleine Sporen an, ur Verfeinerung der Hilfen. Wie mir meine Reitlehrerin früher schon gepredigt hatte, durften Sporen, seien es Knopfsporen oder die scharfen Sternchensporen nur zur Verfeinerung der Hilfen, und keinesfalls zum Treiben der Pferde benutzt werden. Sonst würden sie abstumpfen, und dann half auch ein Sporen nichts. Mit diesen Gedanken ging ich mit dem Ponyhengst zur Halle hinüber, zog den Gurt noch einmal nach und stieg mit einem Fuss im Bügel auf. Weich setzte ich mich in den Sattel und lobte Dangerous kurz. Ich liess ihn antreten und liess ihm vorerst die Zügel lang, sodass ich sie nur noch an der Schnalle in der Mitte der beiden Zügel hielt. Die Bügel waren zum Glück noch gut eingestellt, da ich ihn zuletzt geritten hatte.
      Nach etwa zehn Minuten fasste ich die Zügel nach, stellte Dangerous an die Hilfen und begann mit einem lockeren Schulterherein. Wir wechselten nach etwa drei langen Seiten mit einer Traversale, wiederholten wir die Übung auf der rechten Hand und trabte Dangerous dann schliesslich an. Ich liess Dangerous in die Tiefe traben, liess die Zügel aber nur so lang, damit ich noch eine Verbindung hatte zu seinem Maul. Ich ritt auf dem Zirkel, wechselte die Seite und nahm schliesslich die Zügel wieder auf, schob Dangerous zusammen und verkürzte seinen Trab ein wenig, liess ihn wieder weiter werden, und machte Dangerous so locker. Später kamen wir dann auch ans Galoppieren, übten den Ansatz von Galopppirouetten, und auch andere Lektionen der Dressur. Auch wenn Dangerous noch nicht an vielen Dressurturnieren teilgenommen hatte, war er schon so weit ausgebildet, um versammelt zu galoppieren und eben wie oben beschriebene Sachen zu üben.
      Nach einer knappen Stunde waren wir beide am Schwitzen, ich parierte Dangeorus zum Trab durch und liess ihn am langen Zügel leichttraben. Nachdem er sich im Schritt trocken gelaufen hatte, parierten wir auf der Mittellinie zum Halt durch und wir verliessen die Halle. Auch Dangerous bekam selbstverständlich noch mal eins von meinen selbstgebackenen Leckelries. Wenn das so weiter ging, würden die aber nicht weit reichen!
      Es war jetzt ungefähr Elf Uhr, als ich Dangerous auf die Koppel zurück gebracht hatte. Jetzt wollte ich noch kurz Angel etwas bewegen, nachher würde es zu Mittag geben. So holte ich schon mit etwas Hunger im Bauch Angel, band die Gute an und sah die Bescherung. «Nein!», rief ich und betrachtete fassungslos den riesigen Mistflecken auf Angels Bauch. Er zog sich vom Schulterblatt über den Bauch, natürlich genau auf die Sattellage. Da musste das Mittagessen wohl noch etwas warten. Ausserdem hatte sich die Stute noch im Schlamm gewälzt, und so war natürlich eine dicke Kruste auf ihrem Fell, die prima am Winterpelz haftete. Seufzend und kopfschüttelnd holte ich einen rauen Striegel und begann die Schlammschicht abzukratzen. Schon nur fürs Putzen brauchte ich endlos lange, und bis Angel endlich gesattelt und aufgetrenst war, war es schon fast Zwölf. Mit einem rumorenden Magen, den ich strikt ignorierte, ging ich auch mit Angel zur Halle. Ich stieg auf, liess auch die Stute Schritt laufen und versuchte mit ihr ein wenig spanischen Tritt, den wir in der letzten Zeit geübt hatten. Als Angel ordentlich warm war, liess ich sie antraben und ritt leicht. Nach einiger Zeit, ich wollte sie heut eigentlich nicht so sehr belasten, galoppierten wir auch noch einige Runden und schliesslich liess ich sie wieder trocken laufen.
      Nachdem Angel versorgt worden war, verschlang ich hungrig zwei Sandwiches und machte mich dann daran, mit Seth die Zirkuslektionen zu wiederholen. So holte ich ihn kurz von der Koppel, bürstete den Scheckenhengst ab und führte ihn am Halfter in die Reithalle. Das Ganze verlief relativ unspektakulär, ich übte mit ihm wie gehabt das Heben der Vorderbeine, und den Knicks, und versorgte Seth nachher wieder auf der Koppel. We have Bananas, die kleine Freundin von Seth wartete schon freudig und trabte dem Hengst entgegen, als wir zum Koppeltor kamen. Seth wieherte fröhlich, begrüsste Bananas, fing dann aber wieder an zu grasen. Nun sollten eigentlich die Mädels für den Ausritt bald kommen, väämp war schon etwas früher auf den Hof gekommen, damit sie noch Scottish Whiskey etwas reiten konnte. Während ich mich mit noch mit Calucci auf dem Reitplatz beschäftigte. Ich hatte eine Plastikplane, einen Plastikvorhang und einige Stangen ausgelegt, damit wir etwas zu tun hatten. Neben Whiskey angebunden genoss Calucci sein Leckerli und liess sich brav bürsten. Nur an den Beinen war er noch ein wenig empfindlich und hob sie mehrmals. Hufe geben klappte noch nicht so wirklich, aber wenigstens hob er sie einen kleinen Moment an, worauf er sich ein Lob verdient hatte. Ich ging mit Calucci auf den Reitplatz, während väämp Scottish in die Reithalle führte. Da kam auch schon Mary, eine der Reiterinnen die mit auf den Ausritt kommen würden. Da sie noch sehr früh und eine gute Reiterin war, trug ich ihr auf, Belikalà ein wenig zu longieren. Mit Freude nahm sie an und holte sogleich ein Halfter und Strick um die Isländerstute von der Koppel zu holen. Mit Calucci ging ich erst einmal auf die Plastikplane zu, die er mit riesigen Augen anstarrte und bockstill verharrte. Ich liess ihn daran schnuppern und gab ihm die nötige zeit, sich zu beruhigen.
      Mittlerweile stand er schon mit einem Bein auf der Plane, beschnupperte sie neugierig und nahm sie sogar mutig ins Maul. Doch als er die Plane herumschleuderte und anknabberte holte ich sie dann doch von ihm weg und legte sie wieder auf den Boden. Doch ganz auf das geheimnisvolle Plastik getraute Calucci sich dann doch nicht, und wir widmeten uns dem Flattervorhang, den er mit Misstrauen betrachtete. Doch dies schien nach einer Weile kein Problem zu sein, gemeinsam konnten wir den Vorhang problemlos durchqueren, und auch mit den Bodenstangen arbeitete Calucci gerne. Nach getaner Arbeit durfte Calucci wieder zu seinen Kumpels, freudig begrüsste er Nachtelfe, seine neu gewonnene Freundin, die ihn ebenfalls mit einem hohen Wiehern begrüsste. Gemeinsam tollten sie über die Koppel und jagten einander nach, wie ein Fangenspiel. Mary hatte sich mit Belikalà abgekämpft, schliesslich lief sie doch anständig um sie herum. Väämp kam nach einer Viertelstunde auch aus der Reithalle, mit einer verschwitzten Scottish. Ich grinste, während ich Neaera von der Koppel führte. Die Stute war noch relativ neu im Stall und auch relativ ängstlich, hatte sie eine schlechte Vergangenheit. Deshalb würde ich sie heute auf diesem Weihnachtsausritt reiten, war sie doch mein neuer Schatz. Ich band Neaera am Putzplatz an und holte das Putzzeug. Auch wenn noch nicht alle da waren, würde ich schon beginnen meine Stute zu bürsten, sie hatte es nämlich nötig. Schon bald trudelten auch die restlichen drei Reiter ein, ich nannte ihnen die Pferde, mit denen wir heute ausreiten würden, Dracula, Khausan, Gleam, Ticking Noise und Dancer. Ohne grossen Kampf teilten sie sich ein und holten die Pferde von der Koppel. Mary hatte auch Belikalà wieder auf der Koppel versorgt und holte mit den anderen die Pferde. Ich war mittlerweile daran, Neaera zu satteln, als sie mit den Pferdchen zurückkamen. Alle vier banden ihre Pferde an, väämp hatte Scottish mittlerweile wieder auf die Weide entlassen und übernahm Dee von Silvie. Nachdem Neaera bereit zum Ausreiten war, streifte ich ihr das Halfter über und band sie noch einmal kurz an. Im Gegensatz zu Khausan, der schon fast peinlich sauber war (dieses Tussi!) hatte sich Noise wieder einmal ordentlich eingeschlammt. Ich schnappte mir einen Striegel und half Naomi die Kleine zu putzen.
      Nachdem alle Pferde gesattelt waren, holten alle ihre Reitkappen und Gerten, zogen die Sattelgurte nach und stiegen ein. Bis alle ihre Steigbügel verstellt und abmarschbereit waren, verging dann doch noch mal einige Zeit, doch dann konnte es losgehen. Mary auf Dancer in the Moonlight kam neben mich, dahinter Gleam und Noise, und das Schlusslicht mit väämp auf Dee und Emily auf Khausan. Im Schritt ging es los in Richtung Wald, immer noch die schönste Gegend. Der Ausritt würde so in etwa eineinhalb Stunden dauern, dann waren wir so um Halb Fünf wieder zu Hause, gerade vor dem Eindunkeln. Munter wurde geplaudert, die Pferde liefen mehr oder weniger ruhig nebeneinander, Neaera hatte sich bald an das Herdenklima gewöhnt und lief ruhig auf der Trense kauend am Zügel.
      Nach einem kurzen Stück dem Waldrand entlang, bogen wir in den wunderschönen Mischwald ein, und begannen zu traben. In einem lockeren Arbeitstrab mischten wir den noch unberührten Schnee auf, nur einzelne Tierspuren waren zu sehen. Unter einer riesigen Buche stoben duzende Vögel auf, auf der Suche nach Nüsschen. Dancer machte grosse Augen, tänzelte aufgeregt neben Neaera, doch Mary trieb ihn strikt weiter. sodass er sich bald wieder beruhigte. Der Waldweg zog sich noch lange hin, schlängelte sich um riesige Laubbäume und zeigte uns die wunderschönen Landschaften Schottlands. Wild entdeckten wir heute keines, wohl eher zu Fuss sprangen einem die Rehe beinahe vor die Füsse. Ich blickte kurz hinter mich, um mich zu versichern, dass noch alle hier waren. Gleam und Ticking Noise verstanden sich blendend, schnauften beide beinahe im Gleichtakt und hatten eine Pferdelänge Abstand. Auch väämp und Naomi verstanden sich Bestens und plauderten lachend.
      Nach dem gemütlichen Waldweg folgte nun eine eher mühsame Strecke, es ging bergauf. Die Pferde rutschten viel ab, auch für den Reiter war das hier ziemlich anspruchsvoll. Neaera hatte zum Glück noch Grip in den Hufen, damit sie nicht aufstollte, die anderen Pferde waren sowieso barfuss und bekamen keine ‚Stöckelschuhe'. Nach dem steilen Weg kamen wir auf eine herrliche Ebene, einzig und allein weisse Wüst war zusehen, ein einsamer auf einem Feld. Das war ein klarer Fall, wir starteten die Pferde erst in einem ruhigen Galopp, was Khausan und Kompanie aber gar nicht witzig fanden. Doch dabei blieb es auch, der Boden war trotz des Schnees nicht optimal, doch auch so ein Handgalopp in der Gruppe war etwas Schönes. Nach diesem schönen Galopp parierten wir wieder zum Schritt durch, liessend ei Pferde etwas verschnaufen. Ich klopfte Neaera glücklich den Hals und liess ihr die Zügel etwas länger.
      So setzten wir unsern Ritt fort, über Stock und Stein. Keiner Menschenseele waren wir begegnet, nur einmal hatte etwas verdächtig nach Wild im Wald geraschelt. Die Ponys hatte das nicht gross interessiert, doch Neaera, Dancer und Khausan hatten sich etwas erschrocken und einen Satz genommen. Doch auch so etwas gehörte nun mal dazu, auch zu einem Weihnachtsritt. Die sollten froh sein hatten wir uns nicht als Nikoläuse verkleidet!
      Schon nach einer Stunde waren wir wieder zu Hause, hinter den Wolken ging die Sonne unter und wir versorgten die Pferde gleich im Stall, hungrig und froh in der vertrauten Boxe zu sein, mampften alle ihr Futter, auch Neaera schlang ihre Spezialmischung schnell herunter, trotz der Steine. Ich trug das Sattelzeug in die Sattelkammer, putzte Sattel und Zaum mit Lederfett und wusch die Trense unterm warmen Wasser. Meine Finger waren doch langsam etwas eingefroren, und die fünf Mädels halfen mir noch kurz beim Versorgen der Pferde. Als endlich die ganze Arbeit getan war, hockte ich mich in die warme Stube und ass eine heisse Suppe.
      26 Dez. 2009

      Dia
      Bodenarbeit, Longieren - Reiten

      Mit leisen Schritten trat ich in den Stall, neben mir tauchte ein dunkler Pferdekopf auf, als das dumpfe Licht die Stallgasse erhellte, erkannte ich, dass Pokerbabe es war. Sie beschnupperte neugierig, und ich kraulte sie liebevoll zwischen den Augen. Leider war die Koppel völlig verschlammt, und die Pferde konnten nur in die Reithalle, um sich wenigstens ein wenig auszutoben. So spannte ich einige Seile, damit sie geradewegs in die Halle laufen konnten. Allerdings nicht alle auf einmal, denn so gross war die Halle doch wieder nicht. Erstmals Pokerbabe, Nesquik, Tortellini, Guaranà, Gleam, Dee, sowie Ticking Noise, Singapore und Neaera trabten aus ihren Boxen, neugierig nach draussen. Die übermütige Singapore mischte von hinten das Feld auf, preschte an den Boxen vorbei und übernahm die Spitze. Doch von so einem jungen Nervenbündel liess die gut zehn Zentimeter kleinere Stute sich nicht die Stirn bieten, und drohte mit zurückgelegten Ohren und gebleckten Zähnen.
      Als die Pferde in der Halle waren, verschloss ich hinter ihnen das Tor und schaute ihnen noch kurz zu, doch bald waren sie ruhiger geworden und standen nur gelangweilt da. Schnell machte ich mich an die Arbeit, holte Schubkarre und Mistgabel, und begann die mittlerweile leeren Boxen auszumisten. Dee hatte natürlich wieder eine Riesensauerei veranstaltet, sodass ich schon nur in dieser Box eine Weile verharrte. Die Paddocks waren meistens ziemlich sauber, trotzdem begann ich auch bei ihnen einmal die ganze Zeile von draussen zu wischen. Gemütlich dösend stand Dangerous Kind in seinem Auslauf, ein Bein entlastend. Ich schnalzte mit der Zunge, strich Dangerous über sein Fell, das eher matt war als etwas anderes. «Naa? Schon wach?», hauchte ich dem Hackneyhengsten ins Ohr und begann weiter den Besen zu schwingen.
      Als die ersten Boxen fertig waren, durften nun auch die Fohlen Calucci und Nachtelfe in die Halle. Doch wurden sie von den grösseren Pferden überrumpelt, Nori, Herejia, Belikalà, Lotuseater, Scottish Whiskey, und auch die Zuchtpferde Angel's Kiss, Wife, Nosferatu, Shakira, der Reitponyhengst Dancer in the Moonlight und zum Schluss auch Dangerous trabten friedfröhlich in die Halle. Doch was war denn mit Dangerous Kind los? Er lahmte. Ich wartete, bis alle in der Reithalle waren und holte dann Dangerous' Halfter, um ihn einzufangen. Sofort reagierte Dangerous als ich seinen Namen durch die Halle rief und liess sich gut einfangen. Ich tätschelte ihn bemitleidend den Hals und führte ihn aus der Halle zum Putzplatz. Sein Lahmgang war offensichtlich, hinten links. Ich band den Hengst an und betastete vorsichtig sein Bein. Das Huf war sowieso schon warm, denn ohne Hufeisen wurde es durchblutet und so warm. Das Bein war geschwollen, doch weder Spuren eines Kampfes, noch sonstige Verletzungen waren zu sehen. Da musste wohl ein Tierarzt her. Traurig brachte ich Kiddie in die Box und füllte ihm sein Heunetz noch einmal auf. Nun konnte ich auch die restlichen leeren Boxen ausmisten. Draussen hatte sich ein dichter Nebel gebildet, man konnte kaum den Waldrand erkennen.
      Nachdem Ausmisten hatte ich nur noch kurz einige Boxen, unter anderem die vom Dee, eingestreut und holte nun die Pferde von der Halle herein. Die Hübschen bekamen alle ihr Mischfutter, das sie gierig frassen. Auch Kiddie hatte einen guten Appetit.
      Nach etwas mehr als einer Stunde ‚Mittagsschlaf' sah ich kurz zu Kiddie und liess ihn dann in Ruhe. Denn heute stand ein wenig Dressurtraining mit Pokerbabe an. Ich schnappte mir ihr stahlblaues Halfter und holte die Stute aus der Box. Sie dackelte neugierig hinter mir her und liess sich am Putzplatz anbinden. Mit Striegel und Bürste bewaffnet began ich sie zu putzen, obwohl sie eigentlich nicht gross schmutzig war.
      Nachdem auch die Hufe ausgektratzt waren, holte ich Sattel und Trense und machte Babe fertig für die Halle. Aus Gewohnheit nahm ich eine Gerte mit und wir gingen gemeinsam in die Halle.
      Meine Steigbügel waren schon eingestellt und so zog ich noch kurz den Gurt nach und schwang mich in den Sattel. Nach einer ausgiebigen Aufwärmphase begannen wir mit ein wenig Schenkelweichen, das die Stute noch nicht sehr im Griff hatte, scheinbar war sie wirklich nur vorwiegend gesprungen worden und kannte sich dressurtechnisch nicht wirklich aus. So brachte ich ihr das eigentlich nicht sehr anspruchsvolle Schenkelweichen ein wenig bei, aber nur ansatzweise.
      Bald begannen wir auch leichtzutraben, auch lösende Übungen standen auf dem Programm.
      Nach etwa Fünfundvierzig Minuten waren wir schliesslich beim Galopp angelangt, immer wieder übten wir die Übergänge, die noch nicht so sassen.
      Am Ende der Lektion schwitzte Pokerbabe leicht und streckte zufrieden ihren Hals.
      Nachdem die Welshpony Stute abgesattelt und abgetrenst war, brachte ich sie zurück in ihre Boxe, und legte ihr noch eine Abschwitzdecke um. Pokerbabe fing an ihrem Heu zu zupfen und schnaubte.
      Nun war der kleine Calucci an der Reihe. Eigentlich war er gar nicht mehr so klein, denn heute wollte ich ihn zum ersten Mal longieren. Nur mit dem Halfter, an Trense und Sattel war er noch nicht gewöhnt. Calucci schaute neugierig zu Nachtelfes Box hinüber, als ich mit dem Halfter angetanzt kam. Calucci schien sich auf die Arbeit zu freuen und liess sich gut aufhalftern.
      Kurz abgebürstet, und schon bereit standen wir in der Reithalle. Ich montierte die schwarze Longe am Halfter von Calucci und liess den Junghengst sofort im zügigen Tempo um mich herum traben. Da er dies ja noch nicht kannte, war es wichtig ihn nicht stoppen zu lassen. Im rasanten Galopp düste mein Fuchshengst über den aufgewirbelten Boden, nahm einen Freudensprung und galoppierte weiter. zum Glück war er keiner der Pferde, die jedes Mal drehen oder anhalten wollten, sondern das Gegenteil.
      Mit Mühe konnte ich Calucci zum Halt durchparieren und wechselte die Seite. Wieder einmal stellte ich fest, man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Aus heiterem Himmel drehte Calucci sich, und blieb, die Longe um deb Hintern gewickelt, stehen. «Was ist denn in dich gefahren?», fragte ich den schwer atmenden Hengsten entgeistert und wickelte ihn aus. Nach dem zweiten Versuch hatte er sich aber zum Glück wieder eingekriegt und zog im Affentempo seine Runden.
      Nachdem wir etwa eine Viertelstunde in der Halle verbracht hatten, gingen wir wieder zurück zum Stall, die Sicht war wieder etwas klarer, und hinter dem Wald war sogar schon ein Sonnenstrahl zusehen.
      Calucci drängelte die Stallgasse entlang, worauf wir noch gemächlicher gingen, und Calucci etwas langsamer wurde.
      Leider, leider konnte ich nicht alle meine Pferde auf einmal reiten, sondern musste es mir auf zwei drei Tage aufteilen. Und heute war endlich wieder Herejia an der Reihe. Meine hübsche Andalusierstute lag dösend in ihrer Box, die Augen geschlossen. Sanft rief ich ihren Namen und trat in die Box. Müde sah sie mich an und erhob sich schliesslich aus der Einstreu. Ich halfterte sie auf und führte die Hübsche zum Putzplatz. Herejia ist wirklich eine sehr umgängliche Stute, mit der man alles machen konnte.
      Ich bürstete sie kurz und holte dann das Sattelzeug.
      Sanft legte ich ihr den Sattel auf ihren sauberen Rücken, zog den Gurt fest und trenste Herejia auf. Alle Riemchen verschnallt gingen wir in die Halle.
      Herejia im Schlepptau stellte ich noch kurz zwei Hindernisse auf, einen Oxer und ein niedriges Kreuz, ausserdem noch drei Trabstangen.
      Als ich aufgestiegen war liess ich meine Andalusierstute am langen Zügel schritt laufen und wärmte meine Finger unter der Schabracke etwas auf.
      Nachdem wir beide warm waren, liess ich Herejia antraben, machte einige Bahnfiguren und fasste die Zügel schliesslich kürzer.
      Herejia war heute wirklich sehr motiviert, ging sehr flexibel am Zügel und liess sich gut stellen und biegen. Auch das Schulterherein und die Traversalen, mit denen wir sonst etwas zu tun hatten. Auch im Galopp klappte alles prima, auch wenn wir die Übergänge und das Versammeln immer wieder wiederholten.
      Da Herejia heute so gut mitgearbeitet hatte beendeten wir unsere Arbeit heute mal etwas früher als sonst. Ich ritt die Stute noch am langen Zügel etwas trocken und versorgte sie dann im Stall, ebenfalls mit einer Abschwitzdecke zugedeckt.
      Mittlerweile war es schon fast Mittag, und mein Magen knurrte. Ich wärmte mir noch etwas von dem gestrigen Kartoffelgratin, das ich gierig verschlang. Mit einem wohligen Sättigungsgefühl im Magen trat ich wieder in die Kälte, und hatte im Sinn Neaera etwas zu bewegen. Doch zuerst sollten alle noch ihr Mittagesen bekommen, die Ladung Becken stand schon bereit, und ich musste sie nur noch in die Raufen verteilen.
      Um ihr Vertrauen zu gewinnen hatte ich mich in den letzten Tagen ausgiebig um sie gekümmert, war ausgeritten, und hatte auch etwas Bodenarbeit angefangen, was ich heute vertiefen wollte. Sie war schon von Ente sehr gut erzogen worden, daher hatten wir damit keine Probleme. Doch trotzdem scheute sie ein wenig vor den Plastikplachen, flatternden Futtersäcken und Schlitten. Das alles hatte ich aufgebaut, bevor ich die Stute aus ihrer Box holte und sie am Putzplatz anband. Sie schnaubte neugierig und liess sich brav putzen. Am Strick und Halfter gingen wir in die Halle, wo durch den hereinwehenden Wind schon die Bänder flatterten. Neaera scheute schon jetzt, und machte riesige Augen. Erstmal führt ich sie an allen Gegenständen vorbei, liess sie schnuppern, und als Nea sich wieder beruhigt hatte, gignen wir zum Plastik, dem vorerst wohl harmlosesten ‚Posten'. Neaera scheute kurz, liess sich jedoch erstaunlich schnell darüber führen. Doch besonders beim Schlitten bekam Neaera regelrechte Panik, besonders als er sich bewegte nahm sie einen Sprung zur Seite. Ansonsten war ich recht zufrieden mit meiner Stute, und brachte sie bald wieder in den Stall. Heute sollten noch zwei Reitschüler kommen, denen ich heute eine Stunde Reitunterricht geben wollte. Nachdem ich noch einmal den Stall kurz ausgemistet hatte, kamen die beiden schon. Die beiden waren elf und zwölf Jahre alt, und für ihr Alter schon sehr sattelfest. Sie würden heute auf Lotuseater und Nori reiten. Meine beiden Pferde waren sehr verlässlich, nur Nori hatte ab und zu einmal einen Aussetzer.
      Nachdem die beiden parat waren, Pferde gesattelt und aufgetrenst, ging es in die Halle. Nach etwa zehn Minuten Aufwärmen schnallte ich Lotus, der braven Welshponystute, ein Paar Ausbinder an die Trense, sowie Nori. Im Trab ging es los, einige Bahnfiguren, und zum Schluss noch Übergänge vom Galopp zum Trab und so weiter. Nach dieser zufrieden stellenden Lektion war es auch schon wieder drei Uhr, und ich musste in die Stadt, so einiges besorgen. Die beiden Kinder verabschiedeten sich von mir, gaben den beiden Pferdchen noch ein Leckerli und wurden von ihren Mamis abgeholt. auch ich stieg in meinen Wagen und fuhr in die Stadt.

      Abends, es war so gegen Sechs, schaute ich noch mal kurz im Stall vorbei. Die Sonne war verschwunden, ich brauchte schon Licht im Stall. Ich wollte ich nur noch kurz die dritte Malzeit verteilen, strich allen Pferden noch mal über den Kopf und blieb bei dem armen Kiddie stehen. Ein Bein entlastend stand er missmutig da und kaute auf den letzten Heuhalmen herum. Ich kraulte ihn zwischen den Augen und verliess schliesslich den Stall.
      24 Jan. 2010

      Dia
      Training und Ausritt

      Allmählich riss mich das Klingeln des Weckers aus dem Schlaf, und müde setzte ich mich auf. Tastend suchte ich nach dem lästigen Ding und schaltete es endlich aus, auf die Gefahr hin, wieder einzuschlafen. Doch ich raffte mich nach einigen Minuten auf und stolperte durch das Zimmer zum Kleiderschrank, um mir eine frische Jeans und ein T-Shirt heraus zu holen. Blindlings zerrte ich gerade das neuste Teil heraus, steckte es aber hin – und her gerissen wieder hinein.
      Angezogen und auf dem Müsli kauend las ich die neuste Ausgabe eines Pferdemagazins.
      Doch die Pflicht rief, und daran erinnerte mich auch Geronimo, der mir winselnd seinen Kopf auf die Beine legte. «Ja ja, ich komme gleich», erwiderte ich ihm und stand wenig später auf.

      Im Stall erwarteten mich schon meine Pferde. Schnaubend begrüsste mich die Isländerstute Belikalà und beschnupperte meine Hände. Dampf stieg von ihren Nüstern auf, es war immer noch ziemlich kalt. «So, zuerst könnt ihr etwas Frischluft schnappen!», sagte ich zu Tortellini und seinen drei Stuten Angel's Kiss, Dracula's Wife und Nosferatu. Kurz schnappte ich mir die drei Halfter der Stuten und streifte sie ihnen über die Ohren. Tortellini musste noch einen Moment warten, denn ihn mit drei Stuten auf die Koppel zu führen war doch etwas riskant. Schon diese drei Damen allein waren genug. Völlig übermütig stürmte Nosferatu voraus und zerrte mich mit sich, während Wife gemütlich hinterher trottete.
      Endlich auf der Weide angekommen stürmten die drei davon und bockten quer über die noch feuchte Koppel.

      Bevor ich zurück in den Stall gehen würde, hatte ich noch einige Zäue gespannt, damit die nächste Truppe gleich zur Koppel gehen konnte. Im Stall öffnete ich die Boxen von den Fohlen De Niro, Calucci und Nachtelfe, die bereits übermütig durch die Stallgasse sausten. Auch grössere Pferde wie Neaera, meine Warmblutstute, Belikalà, eine Isländerdame und die hibbelige Singapore trabten friedfröhlich durch den Stall. Pokerbabe, Nesquik und die anderen Welshponys Gleam, Ticking Noise und Lotuseater stürmten an den Fohlen vorbei, die sich etwas erschrocken an die Wadn drängten. Herejia, die überaus brave, wenn nicht stoisch ruhige Andalusierstute machte das Schlusslicht hinter Lotus.
      Als alle auf der grössten Koppel von allen waren, schloss ich das Zauntor und brachte noch die restlichen Pferde nach draussen; Guaranà, Dancer in the Moonlight und Dee kamen auf separate Weiden. Der arme Dangerous, der auf unerklärliche Weise gelahmt hatte, ging es schon wesentlich besser. Der Tierarzt meinte, wenn die Lahmung kaum noch zusehen sein würde, dürfte er wieder auf die Koppel. Und so war es heute auch. Voller Enthusiasmus strebte mein Kiddie die Weide an und machte erst einige Bocksprünge, bevor er sich dem Fressen widmete.
      Als endlich alle Pferde draussen waren, begann die altbewährte Stallarbeit. Zwar war es mühsam, all die Boxen auszumisten, aber dafür war es nachher eine umso grössere Freude, wenn alles sauber war.

      Heute schien die Arbeit schnell verrichtet, vielleicht lag es aber auch daran, dass das wunderschöne Frühlingswetter mich so motivierte.
      Nach getaner Arbeit stellte ich die Mistgabel beiseite und überlegte, wen ich heute reiten könnte. Natürlich stand heute Neaera auf dem Programm, denn nächstes Wochenende würde eine Stutenkrönung stattfinden, für die wir uns vorbereiten wollten. Auch Nesquik würde dort ihr Bestes geben, doch sie würde mit Edfriend starten, denn sie hatte sich freundlicherweise angeboten.
      «Neaera!», rief ich quer über die Koppel und trat auf die graue Stute zu. Sie hob kauend den Kopf, und zupfte noch kurz einen Grashalm ab, bevor ich sie aufhalfterte und zum Putzplatz führte.
      Das Putzkistchen stand schon bereit, und ich konnte gleich mit dem Putzen du Bürsten loslegen. Neaera schien die Prozedur sichtlich zu geniessen und döste vor sich hin.
      Schon beinahe glänzte ihr Fell, und so legte ich ihr den Sattel auf und merkte beim verschnallen des Gurts, dass sie ein wenig zugenommen hatte. «Das ist ja super meine Grosse!», sagte ich erleichtert und begann sie aufzutrensen. Neaera hatte bei ihrer vorletzten Besitzerin eine schwere Zeit durchgemacht und war extrem vernachlässigt worden. Zum Glück hatte sie sich fast völlig erholt und erfreute sich bester Gesundheit.
      Draussen auf dem Hof lachte uns die Sonne entgegen, der milde Wind hatte die Wolken vertrieben und der stahlblaue Himmel kam zum Vorschein. Völlig überrascht von diesem tollen Wetterumschlag atmete ich einige Züge Frühlingsluft und ging dann mit Neaera auf den Platz, für die Halle war es doch viel zu schön!
      Nach einer kurzen Aufwärmphase fasste ich die Zügel kürzer und begann mit Schenkelweichen und Schulterherein, in der Traversale wechselten wir öfters die Seiten, und schliesslich trabte ich Neaera an. Locker mit geschlossenen Schenkeln trabte ich die Stute in die Tiefe und schob sie einige Seitenwechsel später mehr an meinen Sitz.
      Zum Schluss der Stunde ritten wir noch unsere Kür, die eigentlich schon ganz gut lief. «Braav», sagt eich und klopfte Neaera den Hals, die lang gestreckt Schritt lief.
      Nachdem die Stute wieder trocken war brachte ich sie zurück zum Putzplatz und sattelte sie ab. Natürlich nicht ohne ein Leckerlie brachte ich sie wieder zurück zu den anderen auf die Koppel.

      Ich warf noch kurz einen Blick zu Kiddie, der sein Vorderbein entlastend graste. Er schien einen zufriedenen Eindruck zu machen.
      Doch eigentlich wollte ich zu Tortellini. Der Hengst beobachtete ruhig sein Harem und kaute auf einigen trockenen Grashalmen. Kurz halfterte ich ihn auf und band ihn am Putzplatz an. Tortellini schien ein wenig unruhig zu sein, liess sich aber gut abbürsten und auch am Kopf putzen.
      Gesattelt und aufgetrenst betraten wir den Sandplatz, ich hatte vorhin noch zwei Hindernisse aufgebaut. Nach einer langen Schrittphase begann ich Tortellini sofort zu traben und ebenfalls etwas in die Tiefe zu reiten.
      Der Hengst war immer wieder von den tobenden Fohlen auf der Koppel abgelenkt und wieherte sehnsüchtig zu den anderen hinüber.
      Auf dem Zirkel galoppierte ich Tortellini einmal an, liess ihn ordentlich vorwärts und parierte ihn wieder zum Trab durch. Nach einigen weiteren Übergängen trabten wir einige Male über die Trabstangen und schliesslich über das niedrige Kreuz. Tortellini konzentrierte sich mittlerweile auf mich und die Arbeit, und schien sogar richtig motiviert. An den Abständen und dem Tempo mussten wir noch ein wenig feilen, aber im Grossen und Ganzen funktionierte das schon richtig gut. Nach einigen Runden über dem Kreuz nahmen wir auch den Oxer in Angriff, auch dies klappte gut. Der Abstand stimmte mittlerweile meistens, wir beide kamen ins Schwitzen.
      Nach einer guten Stunde liess ich die Zügel aus der Hand kauen und machte einen Schrittübergang. Tortellini schnaubte zufrieden und reckte den Hals.

      Nachdem der Hengst versorgt war, holte ich mir meinen Junghengst Calucci, der munter neben mir her zottelte. Calucci hatte mittlerweile Manieren gelernt und stand schon relativ still da – für ein Jungpferd. Ich bürstete ihn kurz ab und versuchte die Hufe etwas anzuheben. Calucci schien etwas verwirrt, aber immerhin vorne klappte es schon einige Sekunden. «Super, so geht das!», sagte ich stolz zu ihm und führte ihn am Halfter in die Halle, damit der Kleine nicht so arg abgelenkt war von den grasenden Pferden.
      Die Sonne schien durch die Fenster und schien die Halle förmlich aufzuheizen. Ich zog meine dicke Winterjacke ab und schnallte nachher Calucci die Longe an das Halfter. Im flotten Trab trieb ich ihn mit der Longierpeitsche nach aussen und liess ihn erstmal flott vorwärts gehen, das Wichtigste war momentan nämlich, dass Calucci nicht umdrehte, sondern lernte, an der Longe immer vorwärts zu gehen.
      Wir wechselten noch einige Male die Seiten, Calucci kam schön ins Schwitzen und schnaufte aufgeregt. Ihm schien diese Art des Trainings Spass zu machen, und so schlecht stellte er sich gar nicht an.
      Zufrieden klopfte ich meinem Hengst den Hals und fütterte ihm ein Leckerlie aus meiner Hand. Am Strick führte ich ihn wieder aus er Halle und brachte ihn zurück auf die Koppel zu Nachtelfe, seiner kleinen Gefährtin und De Niro, der noch etwas randständige Lusitanohengst. Nachtelfe hob freudig den Kopf als sie Calucci erblickte und kam trabend näher. Die beiden beschnupperten sich neugierig und fegten über die Koppel, bevor sie sich beruhigten und zu grasen begannen. «Soo, wenn schnappe ich mir jetzt?», überlegte ich mir und überblickte die Koppel. «Ach stimmt ja, Toffifee kommt heute noch», fiel es mir ein, sie wollte heute meine Zuchtpferde anschauen, um sie eventuell für die Zucht zu leihen. Doch bis Töff kommen würde war noch Zeit, und so machte ich mich ans Mittagessen.

      Erschrocken fuhr ich vom Sofa hoch und deutete das Sturmklingeln an der Türe als Frontalangriff. Ach nein, das war nur die Toffifee! «Hey Töff!», begrüsste ich das Mädchen das an der Türe stand und mich angrinste.
      Sogleich führte ich sie zu den Pferden, die auf der Koppel standen, allen voran Tortellini und seinen drei Stuten. «Der Falbe ist Tortellini, mein Zuchthengst. Die anderen drei heissen Angel's Kiss, Dracula's wife und Nosferatu. Wife wurde von väämp von Rumänien importiert, genauso wie Dee, doch der ist noch nicht gekört. Angel wurde von Juu gezogen, und Nosferatu gehört eigentlich auch väämp, die hat sie aber von Fratzi.» «Aha.» sagte Töff ganz baff und betrachtete die grasenden Pferde. Doch bevor ich ihr noch weiter die Ohren voll plapperte, gingen wir zu den nächsten zwei Koppeln, auf denen die beiden Hengste Dangerous Kind und Dancer grasten. «… Mein Kiddie lahmte leider die letzten Tage, aber es geht ihm schon besser.» Erklärte ich und strich dem Hengst über den Kopf, der langsam näher gekommen war.
      Auch von Shakira, der Shettystute war Toffifee begeistert, und sagte mir, am liebsten würde sie alle in die Zucht einbinden. Das freute mich natürlich, meine Pferde in solch zuverlässige Hände zu geben. «Hast du noch Zeit für einen Ausritt?», fragt eich spontan, und Toffifee stimmte grinsend zu. So holten wir auch gleich zwei Pferde, ich überreichte Töff das Halfter von Nesquik, und ich schnappte mir Pokerbabe. Darauf schob Tortellini natürlich wieder Panik, denn trotz seiner drei Frauen war er in Nesquik vernarrt und konnte nicht die Augen von ihr lassen. Dass er sie gleich aus den Augen verlieren würde passte ihm gar nicht. Und sp führte er scih auch auf; völlig wild geworden trabte er am Koppelzaun entlang und wieherte aus Leibeskräften.
      Am Putzplatz tauschten wir noch einige Neuigkeiten aus, während wir die Ponys putzten und schliesslich sattelten.
      Unterwegs gab es viel zu lachen, und zu unserem Glück war sogar die Galoppstrecke nicht allzu verschlammt. Die beiden Stuten freuten sich sehr auf den Ausritt und schienen sogar etwas unruhig. Pokerbabe gab beim Galoppieren so richtig Gas, dagegen konnte Nesquik nicht gegenhalten.
      Weide zu Hause sattelten wir die Pferde ab, und ich überreichte Töff noch ein Leckerlie, das sie Nesquik verfütterte. «So meine Süssen, jetzt dürft ihr in den Stall, Fressen gibt es gleich.»
      Töff streifte Nesquik das Halfter ab, und auch ich löste das Lederhalfter von Pokerbabe. zum Glück half mir Toffifee noch kurz beim Reinholen der Pferde, sonst wäre das nämlich eine Ewigkeit gegangen, doch nachher musste sie auch wieder los. Ich verabschiedete mich von ihr und wünschte eine gute Heimfahrt.
      Raufe für Raufe verteilte ich das Futter unter den Pferden, doch die Mengen und Unterschiede durften nicht verwechselt werden. Neaera bekam etwas mehr, da sie noch Speck anlegen musste, Dee sollte auf seine Linie achten und die Zusammenstellungen bei den Fohlen war sowieso immer anders.
      Ihr Futter mampfend standen alle Pferde in ihren Boxen und schienen einen zufriedenen Eindruck zu machen. Auch ich freute mich schon auf das Abendbrot und verabschiedete mich für heute von meinen Schätzen. Mit einem Handkuss verliess ich den Stall und rief auch Geronimo nach drinnen.
      28 Feb. 2010

      Dia
      väämp is bääck

      Ahnungslos trat ich in den Stall, um die morgendlichen Arbeiten zu verrichten. Einige Pferde schauten mir neugierig entgegen, Dee knabberte etwas verschlafen auf einigen Heuhalmen herum. Ich strich den Pferden über die Nase und beobachtete den schlafenden Guranà, der ohne sich von mir stören zu lassen döste. Draussen schien endlich wieder einmal die Sonne, sodass ich meine dicke Winterjacke gleich auszog und die frische Frühlingsluft einatmete.
      Mit einer Schubkarre und der Mistgabel bewaffnet trat ich wieder in den Stall und schauchte erstmal die Pferde auf die Koppeln. Tortellini war deutlich entspannter, durfte er nun mit seinem Harem auf der Koppelverweilen, denn so hatte er nicht immer das Bedürfnis ‚seinen’ Stuten nachzugieren. Dasselbe Schicksal nahm Guaranà allerdings viel gelassener, er zupfte Halm um Halm von der kargen Koppel und schien sich nicht um die Frauenwelt zu scheren.
      Es trabte eine Kolonne Pferde vor mir her, als sich plötzlich das Handy meldete. Mit dem alt bekannten «So What!» von Pink machte es sich bemerkbar, und vibrierte dazu noch unaufhörlich in meiner Tasche. Etwas unbeholfen kramte ich es hervor. «Jaa?», sprach ich langgezogen in den Hörer, eine unbekannte Nummer zeigte sich auf dem Display. «Oh mein Gott, väämp!», ich dachte mich trifft der Schlag, denn sie war es, die bekannte Stimme von vampyrin, meiner Freundine und Zucuhtpartnerin tönte amüsiert durch den Hörer. Sie erzählte, sie sei wieder zurück und habe auch einige Pferde mitgebracht, die sie mir zeigen wolle. Voller Vorfreude auf das Wiedersehen machte ich einen Luftsprung und jauchzte in das Telefon, worauf De Niro und Calucci, die beiden Lusitanofohlen mich empört anglotzten. «Also gut, bis dann», verabschiedete ich mich und klappte das Handy wieder zu. Dieses Telefonat hatte mir den ganzen Tag versüßt.
      Nachdem alle Boxen sauber ausgemistet waren, schnappte ich mir Angel’s Kiss von der Koppel um mit ihr ein wenig zu trainieren. Die Stute musste noch einige dazulernen, obwohl sie schon ein sehr gutes Dressurvermögen zeigte. Doch wie man so schön sagt – beim Reiten ist nie ausgelernt.
      Gesattelt und aufgetrenst führte ich Nagel von der Stallgasse zum Sandplatz, zog den Gurt an und stieg auf. Angel trat in einem ruhigen Schritt an und streckte ihren Hals zu Boden.
      Im lockeren Arbeitstrab begannen wir unsere Arbeit, Angel schien heute gut gewillt und ging in der Dehnungshaltung ordentlich vorwärts. Da ich bald wieder mit ihr in die Turniersaison starten wollte, übten wir heute einige Lektionen für die L Dressur, die sehr anspruchsvoll war für das Pony und mich. Denn an den freien Prüfungen waren öfters Dressurpferde zusehen, da waren väämp und ich wohl ziemlich alleine.
      Im Schulterherein versammelte ich Angel ein wenig, und parierte zum Schritt durch. Mit halben Paraden versammelte ich sie ein wenig und schob ihre Vorderbeine in einem kleinen Kreis um die Hinterbeine, eine Kurzkehrtwendung. «Brav!», lobte ich Angel und klopfte ihr den Hals.

      Nach kleineren Lektionen und Lockerungsübungen arbeiteten wir noch die Übergänge und Paraden etwas aus, bevor ich Angel die Zügel lang liess und das brave Stütchen kurz trocken ritt.
      Kurzerhand auf dem Platz abgesattelt und abgetrenst durfte sich Angel noch kurz wälzen, während ich das Sattelzeug versorgte und mir De Niro schnappte, um ihn ein wenig zu bürsten. Der Junghengst war dies noch nicht so gewöhnt und zuckte einige Male mit dem Schweif und den Beinen.
      Nach dieser Putzprozedur brachte ich den Kleinen aber wieder zurück, schliesslich sollte er sich Schritt für Schritt an diese Dinge gewöhnen. Niro schnaubte und sah zu den grasenden Pferden hinüber. Ich schnallte ihm auf der Koppel das Halfter ab, worauf er sich bockend zu den anderen Pferden gesellte.
      Ich drehte mich um und lief mit dem Strick und dem Fohlenhalfter zurück zum Weidegatter, als ich eine in einen dicken Schal eingewickelte am Weidezaun stehen sah. «väämp!», schrie ich über die Koppel, sodass einige Pferde die Köpfe hoben und erstaunt zu mir rüber sahen. Den Rest der Strecke bis zum Zaun flogen nur so an mir vorbei, und väämp nach Monaten wieder zu sehen, und zu umarmen, war ein unglaubliches Gefühl. Nach etlichen ‚wer-wie-wo-was?’ fragen gönnte ich uns eine Tasse Tee und ein paar Kekse im Reiterstübchen. Mit heiserer Stimme erzählte väämp mir jedes einzelne Detail, und schwärmte von der wunderschönen Landschaft Irlands. Pferde hatte sie aber doch einige mitgebracht. Eisblume, eine Highlandponystute, die ihr Ein und Alles zu schein schien, und einen weissen Ponyhengsten, den sie mir nachher noch zeigen würde. Neugierig auf das kleine Ungetüm trank ich meine Tasse leer und löcherte väämp weiterhin mit meinen Fragen. Wir würden nachher Dracula’s Wife und Nosferatu umsiedeln, da väämp nun wieder mehr Zeit für ihre Pferde hatte.

      «So ihr beiden, jetzt habt ihr heute auch noch etwas Bewegung!», rief ich den beiden Mädels zu, die auf der Koppel grasten. ich rief ihre Namen und pfiff durch die Zähne. Mühselig, als sei ihnen jeder Schritt zu wider, kamen sie angetrottet. Ich schnappte mir Nössi und streifte ihr ein Halfter über, auch väämp schnappte sich Dracula’s Wife und brachte sie zum Putzplatz. Wir bereiteten die beiden vor, sattelten sie und trensten sie auf. Mit einer kurzen Gerte bewaffnet schwang ich mich in den Sattel. Wenig später war auch väämp aufgestiegen, und wir ritten los.
      Der Weg zu väämps Hof führte durch den lichten Wald, der an das Grundstück grenzte. Wir trabten auf dem trockenen Feldweg, Wife und Nössi schienen sich zu entspannen und trabten munter vorwärts.
      Nach etwa zwanzig Minuten endete der Wald und der Weg führte auf ein weites Feld, worauf der Pfad kaum mehr zu erkennen war.
      Im Schritt gelangten wir zu väämps Stall, sattelten die Stuten ab, und machten kurzerhand zwei Boxen für die beiden bereit. Es war nun etwa zwei Uhr, als die beiden ihre Boxen beziehen konnten. Sie kannten ihre Stallgenossen ja bereits, so würden sie es weniger schwer haben sich einzugliedern. Ich strich den beiden ein letztes Mal über die Nüstern, doch eigentlich war es kein richtiger Abschied. Schliesslich war ich mindestens drei Mal die Woche bei väämp auf dem Hof.

      Wir verliessen den Stall und väämp führte mich zur Koppel. Dort grasten einige Pferde, kunterbunt gemischt. Vom Falabella Jay Jay, bis zu ‚Never Normal’, dem Ardenner konnte man so ziemlich alles finden, Rassenvielfalt eben.
      Auf einer weiteren, etwas kleineren und abgegrenzten Koppel graste ein hübsches Schimmelhengstchen. väämp schnalzte laut und machte den Kleinen auf sie aufmerksam. Er hob neugierig den Kopf, blieb allerdings am anderen Ende der Koppel stehen, und zermalmte einige letzte Grashalme. väämp drückte mir ein Halfter in die Hände, und murmelte etwas davon, sie wolle gleich das Sattelzeug holen. So ging ich auf den Hübschen zu und streifte ihm nach einer kurzen Begrüssung das Halfter über.
      Mittlerweile war es schon ziemlich spät geworden, ‚Mister Propper’, so wie er mir vorgestellt wurde, hatte sich als kooperativ erwisen, und sich brav satteln und trensen lassen. Auf solche Machtkämpfe hatte ich jetzt auch keinen Nerv gehabt.
      «Bis Morgen!», verabschiedete ich mich von väämp, die darauf entgegnete, den Pass würde sie morgen rüberbringen.
      zur Vorsicht, da ich keinen Reithut dabei hatte und auch mein Pferdchen nicht kannte, war ich die Strecke wieder zurückgelaufen. Propper war mir ohne weiteres gefolgt und machte keine Faxen, scheute nicht einmal im Wald. Doch Proppers Name traf nicht wirklich zu; ansatzweise war sein weisses Fell zu sehen, doch bedeckt mit einigen Mistflecken sah er mehr wie eine Schlammsau aus als ein ‚Mister Propper’ . Aber mit einem braunen Schimmel würde ich mich wohl abfinden müssen, Proppi schien es jedenfalls nicht zu stören.
      Über die Eben kam schon der Hof in Sicht, Propper schaute interessiert den grasenden Pferden entgegen, liess sich aber weiterhin gut führen.
      Schnell sattelte ich Propper ab und stellte ihn auf einer der Koppeln, die noch frei war. Diese war eigentlich für die Herde gedacht gewesen, doch für den kurzen Moment machte das ja nichts. Propper scharrte imposant und wieherte den anderen entgegen. Sattel und Trense von dem Kleinen würden morgen auch einen Sattelhalter bekommen, doch jetzt machte ich Proppers Box bereit und füllte das Heunetz aller Pferde auf.
      20 Mar. 2010

      vampyrin
      [​IMG]
      Gewittertag

      Manni kämpfte sich ebenfalls gerade durch den Sturm, anscheinend hatte gerade Whiskey in der Halle trainiert. Ich hatte gerade die Nord-Westweide erreicht, als ein besonders heller Blitz den Himmel hell erleuchtete. Ein lautes Krachen folgte, offenbar hatte er doch irgendwas getroffen. Natoll, dachte ich nur und versuchte die Pferde einzufangen. Bewaffnet mit einer Hand voll Halftern kletterte ich über den Zaun und schnappte mir die wild herum zappelnde Eisblume. Propper stand direkt daneben, den Hintern gegen den Wind und schlug sich den Bauch mit Gras voll. Ihn zu fangen war wenigstens kein großes Problem und rasch zerrte ich beide in den Offenstall, schlug die Tür zu und sah Manni unter dem Zaun hindurchkriechen. Sie schnappte sich Herzschlag, der zwar nevös wirkte aber zumindest nicht allzu viel herumhampelte.
      Mir war nicht wohl bei dem Gedanken bei schwerstem Sturm draußen rumzugurken, doch bevor die Pferde erschlagen wurden fing ich sie lieber ein. Gerade hatte ich Nosferatu am Halfter gepackt als ein alter Gartenstuhl knapp vor meinem Gesicht an uns vorbeiflog. Ich stieß einen lauten Schrei aus, sprang zurück und entkam so einem schmerzhaften Zusammenstoß. Das rot-schwarze Pony wurde mit in den Stall gequetscht und während ich die Tür verriegelte war Manni schon auf der Nordweide und näherte sich Juego. Während dieser relativ ruhig blieb, schob der kleine Drachentöter Panik und raste die Weide auf und ab. «Drache! Komm her!», rief ich und versuchte erfolglos ihn einzufangen. Manni hatte die Welsh Mountain Hengste im Stall eingesperrt und gemeinsam schafften wir panischen Drachen auch hinein.
      Ich spähte in den Himmel, in der Hoffnung in der Ferne ein paar Lichtblicke erkennen zu können, doch von wegen. Wenn überhaupt wurde es noch dunkler.
      Jetzt war die Süd-Westweide am nähesten. Wir schleppten massenweise Halfter aus der Sattelkammer und schmissen einen Großteil davon einfach vor dem Gatter auf den Boden. Nur die die wir jetzt brauchten kamen mit.
      Ron und Dee schienen sich einen Spaß daraus zu machen die Panikmacher zu spielen und rasten kreuz und quer über die Weide. Wobei sie allerdings nicht ängstlich sondern eher vergnügt wirkten, vorallem als Fürst sich anstecken ließ. Manni und ich widmeten uns erst den etwas ruhigeren Pferden und Lestat, Mephisto, Holländer und Strigoi waren bald drinnen. Ale sperrte ich ebenfalls in den Offenstall, die anderen beiden mussten wohl oder übel zurück in ihren Zuchtstall sonst würde es einfach zu voll.
      Ron und Dee hatten auch irgendwann gefangen, die passten noch rein, doch Wife und Fürstchen hetzten wir quer über den Hof in den trockenen Stall.
      Auf der Südweide waren lauter hysterische Stütchen zu finden. Guinness spielte den Fels in der Brandung, stand nur da und mampfte während ein Großteil seiner weiblichen Gesellschaft lieber Panik schob. Das hieß also, Guinness rein, Real und Ami waren ebenfalls keine großen Probleme, Nesquick fingen wir mit ein wenig Mühe und Lotus jagte ich gefühlte Stunden hinterher während Manni bereits Unsichtbar und jeanny in den Nordstall verfrachtete. Bäär wirkte sichtlich erleichtert als es Richtung Stall ging, sie hatte bereits am Tor gestanden und nach mir gerufen, worüber ich mich freute ohne Ende, auch wenn sie das in letzter Zeit sehr oft machte. Als Tee endlich drinnen war, brachten wir den Rest in den Zuchtstall und widmeten uns schlussendlich den «bösen Buben» der Süd-Ostweide. Jahaa.. Take und Dead heizten alle an, indem sie wie wild durch die Gegend rasten, was bei Deads Dämpfigkeit gar nicht gut war. Der Hengst keuchte bereits wie bescheuert und schnappte nach Luft, weigerte sich jedoch strikt anzuhalten. «Manni! Wenn das so weitergeht erstickt der mir noch, komm wir müssen erst Dead einfangen!», rief ich ihr durch den verdammt lauten Regen zu. Gemeinsam versuchten wir in zu fangen, wobei ich 2 Mal im Matsch landete und Dead sich schlussendlich auf die Klappe legte. Total erschrocken sprang er auf, wankte und ich nutzte die Gelegenheit ihn einzufangen. «Och Dicker was machst du für Sachen!?», mrumelte ich besorgt und schleppte den völlig erschöpften Hengst hinter mir her in den Stall. Take jetzt noch mitzurkriegen war gar kein Problem er raste seinem Kumpel sofort hinterher und folgte ihm bis in den Stall wo ich beide in ihre Boxen steckte. Toll, dann konnte ich nacher auch gleich noch den Tierarzt rufen und ob der das sobald durch diesen Regen schafft ist nochmal ne andere Frage. Manni kam bereits mit Locki und Nebel hinterher. Ikarus war noch ein Riesenproblem, weil der eh schon mies gelaunte Hengst offenbar kein Gewitterfreund war.
      Endlich hatten wir ihn in den Stall verfrachtet.
      Latino und Pitch Black durften sich jetzt den kleinen Offenstall teilen, Manni brachte Tuqui in den Stall und ich Torte.
      Erleichtert atmeten wir auf, als mit einem lauten Krachen ein Blitz niederschluf. Funken stoben durch die Luft und ein halber Baum krachte knapp neben dem Offenstall zu Boden. Ich konnte nichts weiter als dazustehen und in Richtung des Stalls zu starren. Der Baum hatte die Seitenwand gestreift und ob die Pferde das überstanden hatten war fraglich. Mir wurde schwindelig und beinah lag ich auf der Schnauze als zwei total panische Pferde aus der zu Kleinholz zerlegten Seite des Stalls stürmten. Ich war so erleichtert, dass ich anfing zu lachen und nicht mehr aufhören konnte.
      Eins steht fest. Mit einem Lachkrampf der einfach nicht mehr aufhören wollte panische Pferde einzufangen war keine gute Idee. Letztendlich schafften wir es doch, aber eine große Hilfe war ich nicht.
      Endlich waren alle Pferde drinnen und ich ging nochmal zu Dead, während Manni schonmal Teewasser aufsetzte und meinen Kleiderschrank nach trockenen Klamotten durchwühlte. «Heey du..», murmelte ich leise und strich dem Rappen der völlig fertig aussah über die Nase. Ich untersuchte noch kurz die Beine, konnte aber nichts auffälliges erkennen.
      27 Juli 2010

      Besuch bei vampyrin

      Müde streckte ich mich im Bett, als ich den Wecker ausgeschaltet hatte. Ich stand auf und ging ins Bad um mich zu waschen und meine Stallsachen anzuziehen. Als ich unten in der Küche war, machte ich mir erstmal was zum Frühstück. Ich packte mir auch noch etwas für den Stall ein und ging schließlich zur Garderobe und zog mir meine Stallschuhe an. Als ich mir den Autoschlüssel geschnappt und das Haus abgeschlossen hatte, ging ich zu meinem Auto. Ich hatte von Vampyrin den Auftrag bekommen ihre Pferde zu versorgen. Als ich im Auto saß, steckte ich den Schlüssel ins Zündloch und startete das Auto. Ich gab noch schnell die Adresse von Vampyrin´s Hof ein und fuhr dann los. Als ich nach drei Stunden an ihrem Stall ankam, suchte ich mir erstmal einen Parkplatz. Als ich einen gefunden hatte, parkte ich und stieg aus dem Auto. Ich ging auf das Stallgebäude zu, wo Vampyrin schon auf mich wartete. Zusammen gingen wir zu den Weiden. "Das hier ist die Süd-West Weide, dort stehen Lestat de Lioncourt, Ron und Dracula", sagte sie und wir gingen zur nächsten Weide. "Dort stehen Finlay, Single Malt und Götterdammerung", sagte sie und gemeinsam gingen wir zur nächsten Weide. "So hier stehen Eisblume, Hör ich deinen Herschlag und Scottish Whiskey." Als sie mir alle Pferde gezeigt hatte, zeigte sie mir noch die Sattelkammer, die Reithalle und den Putzplatz. "Wenn du fertig bist, oder du was brauchst, komm einfach in das Haupthaus da drüben", sagte sie und ging. Ich ging in die Sattelkammer und holte die Sachen von Lestat, Ron und Dracula. Ich ging zur Weide wo die drei standen und betrat die Weide. Ich pfiff drei mal wie Vampyrin es mir gesagt hatte und wartete bis die drei kamen. Als erstes sah ich Ron antraben, dann Lestat und zum Schluss Dracula. Als ich den dreien die Halfter angelegt und die Führstricke daran befestigt hatte, führte ich die Hengste von der Weide zum Putzplatz. Als ich alle drei angebunden hatte, öffnete ich die Putzbox von Lestat und fing an ihn gründlich zu putzen. Als ich damit fertig war, entwirrte ich noch sein Langhaar und kratzte seine Hufe aus. Nun gab ich ihm zur Belohnung ein Leckerlie und ging zu Ron. Bei ihm brauchte ich mit dem putzen ein wenig länger, da er sich sehr ausgiebig gewälzt hatte. Als ich auch damit fertig war, kratzte ich ihm seine Hufe aus und entwirrte zum Schluss noch sein Langhaar. Er bekam ebenfalls ein Leckerlie. Nun war noch Dracula an der Reihe. Bei ihm brauchte ich nicht lange zu putzen und war somit schneller fertig, das ich nun seine Hufe auskratzen konnte. Anschließend entwirrte ich noch sein Langhaar und gab ihm ein Leckerlie. Nun band ich die drei wieder los und brachte sie wieder auf die Weide zurück. Ich räumte ihre Sachen wieder auf und nahm nun die Sachen von Finlay, Single Malt und Götterdämmerung mit. Als ich an deren Weide ankam pfiff ich wieder dreimal und wartete bis alle drei bei mir waren. Als ich ihnen die Halfter angelegt und die Führstricke befestigt hatte, führte ich die drei zum Putzplatz. Dort band ich sie an und fing mit Finlay an. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit fertig war, kratzte ich seine Hufe aus. Anschließend entwirrte ich sein Langhaar und ging zu Single Malt. Bei ihm brauchte ich etwas kürzer und war schnell fertig, dass ich seine Hufe auskratzen konnte. Zum schluss entwirrte ich noch sein Langhaar. Nun war nur noch Götterdämmerung dran. Der Hengst stubbste mich an in der Hoffnung auch ein Leckerlie zu bekommen. "Da musst du noch warten", sagte ich und fing an ihn zu putzen. Als ich auch noch seine Hufe ausgekratzt und sein Langhaar entwirrt hatte, gab ich ihm das Leckerlie und band alle drei Hengste los um sie wieder zurück auf die Koppel zu bringen. Als ich die Sachen aufgeräumt hatte holte ich die Sachen von Eisblume, Hör ich deinen Herzschlag und Scottish Whiskey. Als ich die drei angebunden hatte, fing ich mit Eisblume an. Da sie ein Schimmel war, brauchte ich ewig bis sie akzeptabel sauber war. Nun kratzte ich ihre Hufe aus und entwirrte noch anschließend ihr Langhaar. Nun war Herzschlag dran. Er war ebenfalls ein Schimmel aber nicht so dreckig wie Eisblume es war. Mit putzen war ich bei ihm schnell fertig, so konnte ich mich daran machen seine Hufe auszukratzen. Zum schluss entwirrte ich noch sein Langhaar und ging dann zu Scottish Whiskey. Die Stute scharrte schon ungeduldig mit dem Huf. Ich holte schnell die Bürsten aus der Putzbox und fing an sie zu putzen. Da Herzschlag so langsam seine Hengstmanieren zeigte, führte ich ihn schnell auf die Weide zurück. Als ich wieder bei den Stuten war kratzte ich noch schnell die Hufe aus und entwirrte Whiskey´s Langhaar. Nun band ich die beiden Stuten los und führte sie zurück auf die Weide. Ich räumte nun noch schnell die Sachen weg und holte aus der Sattelkammer die Sachen von Green Tea + Lotusflower. Als ich auf der Weide ankam pfiff ich einmal und wartete bis die Stute bei mir war. Ich legte ihr das Halfter an und befestigte noch den Führstrick daran. Nun führte ich sie auf die Koppel und brachte sie zum Putzplatz, wo ich sie anband und die Putzbox öffnete. Ich putzte die Stute gründlich, bis kein Dreck oder ähnliches mehr drin war. Ich legte die Bürsten wieder zurück in die Putzbox und nahm den Hufkratzer heraus. Ich kratzte ihr die Hufe aus und legte den Hufkratzer anschließend wieder zurück in die Putzbox. Nun entwirrte ich noch ihren Schweif mit den Händen. Zum schluss holte ich die Mähnenbürste heraus und kämmte damit vorsichtig ihren Schopf und die Mähne. Ich legte die Bürste wieder zurück in die Putzbox und band die Stute los. Als ich sie auf die Weide gebracht hatte, räumte ich noch ihre Sachen auf und ging dann in den Zuchtstall. Dort suchte ich erstmal die Sattelkammer und holte anschließend die Sachen von a le Hop und Birnchen. Als ich die Box von a le Hop gefunden hatte, stellte ich die Putzbox daneben ab und öffnete die Boxentür. Ich legte ihm das Halfter an und befestigte daran den Führstrick. Nun führte ich ihn aus seiner Box und band ihn davor an. Ich öffnete die Putzbox und nahm Striegel und Kardätsche heraus. Nun fing ich an ihn zu putzen. Als ich damit fertig war, legte ich die Bürsten wieder zurück in die Putzbox und nahm die Mähnen bürste heraus. Ich fuhr langsam damit durch seinen Schopf und dann durch die Mähne. Als ich die Mähnenbürste wieder zurückgelegt hatte, entwirrte ich noch den Schweif mit der Hand. Nun holte ich den Hufkratzer heraus und fing an seine Hufe auszukratzen. Nun kam die Stute dran. Ihre Box war direkt neben a le Hop´s Box. Ich öffnete die Boxentür und betrat die Box. Ich kraulte die Stute kurz hinter den Ohren und legte ihr dann das Halfter an. Als ich den Führstrick befestigt hatte, führte ich sie aus der Box und band sie davor an. Ich holte aus der Putzbox Striegel und Kardätsche heraus und fing an sie zu putzen. Als ich damit fertig war, entwirrte ich ihren Schweif und kämmte vorsichtig Schopf und Mähne mit der Mähnenbürste. Zum Schluss kratzte ich noch ihre Hufe aus. Nun band ich beide los und brachte beide auf die Weide. Als ich ihre Sachen aufgeräumt hatte, nahm ich den Besen und kehrte den Dreck auf die Seite. Nun holte ich aus der Sattelkammer die Sachen von Chuck und Maroni IX. Ich stellte die Putzboxen vor diejenigen Boxen und öffnete die Boxentür, in der der Hengst stand. Ich legte ihm das Halfter an und befestigte daran den Führstrick. Nun führte ich ihn aus seiner Box und band ihn davor an. Als ich aus der Putzbox die Bürsten geholt hatte, fing ich an ihn zu putzen. Als ich damit fertig war, legte ich die Bürsten zurück in die Putzbox und nahm die Mähnenbürste heraus. Als ich Mähne und Schopf gekämmt hatte, legte ich die Bürste wieder zurück in die Putzbox und entwirrte anschließend den Schweif per Hand. Nun waren nur noch die Hufe dran. Ich holte den Hufkratzer aus der Putzbox und kratzte seine Hufe aus. Nun war er fertig. Jetzt war die Stute dran. Ich öffnete die Boxentür in der die Stute stand und legte ihr das Halfter an. Nun befestigte ich den Führstrick an ihrem Halfter und führte sie nun aus der Box heraus und band sie vor ihrer Box an. Ich öffnete ihre Putzbox und nahm den Striegel und die Kardätsche heraus und fing an sie am Hals zu putzen. Als ich mit dem restlichen Körper fertig war, legte ich den Striegel und die Kardätsche wieder zurück in die Putzbox und nahm die Mähnenbürste heraus. Bei ihr brauchte ich etwas länger, da sie so groß war und ich nicht richtig hinkam. Aber irgendwann hatte ich es dann doch geschafft und legte die Mähnenbürste wieder zurück in die Putzbox und machte mich daran ihren Schweif mit der Hand zu entwirren. Als das ebenfalls erledigt war, holte ich mir aus der Putzbox den Hufkratzer heraus und fing an ihre Hufe auszukratzen. Nun räumte ich die beiden Putzboxen auf und kehrte noch den Dreck zu dem anderen Haufen. Anschließend band ich beide Pferde los und führte sie auf die Weide. Nun war es mal an der Zeit etwas zu mir zu nehmen. Ich ging zu meinem Auto und holte die Tasche, in der ich das Trinken und etwas zu essen mitgebracht hatte. Ich suchte mir eine Bank die etwas im Schatten lag. Als ich eine gefunden hatte, ging ich darauf zu und setzte mich hin. Ich packte erst die Flasche mit Apfelschorle aus und öffnete diese. Als ich genug getrunken hatte, legte ich sie wieder zurück in die Tasche und nahm mir einen Apfel heraus. Wärend ich ihn aß beobachtete ich die Pferde, die gerade gemütlich in der Sonne grasten. Nach einer halben stunde Pause, nahm ich die Tasche und brachte sie wieder zurück in mein Auto. Ich schloss das Auto ab und ging wieder zurück in den Stall um in der Sattelkammer die Sachen von Marzipan und Leslie. Ich stellte jeweils die Putzboxen vor die Boxen und ging zu der Box in der der Hengst stand. Ich öffnete die Boxentür und kraulte den Hengst erstmal ausgiebig hinter seinen Ohren. Nun legte ich ihm das Halfter an und befestigte daran den Führstrick. Ich gab ihm das Zeichen zum loslaufen und führte ihn aus seiner Box heraus. Als ich ihn davor angebunden hatte, öffnete ich seine Putzbox und nahm den Striegel und die Kardätsche heraus und fing nun an ihn gründlich zu putzen. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeiten fertig war, legte ich den Striegel und die Kardätsche wieder in die Putzbox zurück und holte die Mähnenbürste heraus. Ich gab ihm zu verstehen das er den Kopf ein wenig herunterheben sollte und kämmte dann schließlich erst vorsichtig mit der Mähnenbürste durch seinen Schopf. Anschließend fuhr ich nochmals darüber und machte mich dann daran seine Mähne zu bürsten. Als ich damit fertig war, legte ich die Mähnenbürste wieder zurück in die Putzbox und machte mich daran seinen Schweif per Hand zu entwirren. Anschließend nahm ich aus der Putzbox den Hufkratzer heraus und fing an seine Hufe auszukratzen. Als ich damit ebenfalls fertig war, legte ich den Hufkratzer wieder zurück in die Putzkiste und ging nun zu der Stute. Ich öffnete die Boxentür, legte ihr das Halfter an und befestigte den Führstrick an ihrem Halfter. Als ich sie aus ihrer Box geführt und davor angebunden hatte, putzte ich sie erstmal und als ich damit fertig war, kämmte ich ihren Schopf und ihre Mähne und entwirrte anschließend per Hand ihren Schweif. Zum Schluss kratzte ich noch ihre Hufe aus. Nun kehrte ich den Dreck zu dem Haufen und räumte noch deren Putzkisten auf. Anschließend band ich beide Pferde los und brachte sie auf die Weide. Nun holte ich aus der Sattelkammer die Sachen von Draculas Wife, Abraham van Helsing und Nosferatu. Als ich allen dreien die Halfter angelegt und die Führstricke daran befestigt und vor deren Boxen angebunden hatte, fing ich mit Draculas Wife an. Als ich sie geputzt hatte, kämmte ich ihren Schopf und ihre Mähne und entwirrte mit der Hand deren Schweif und kratzte ihr anschließend die Hufe aus. Nun kam der Hengst an die Reihe. Als ich ihn ebenfalls geputzt hatte, kämmte ich seinen Schopf und seine Mähne und entwirrte per Hand seinen Schweif. Nun kratzte ich ihm seine Hufe aus. Als letztes kam die Stute Nosferatu dran. Als ich sie geputzt hatte machte ich mich daran das Stroh aus ihrem Langhaar zu entfernen. Als ich damit fertig war, kämmte ich nochmals mit der Mähnenbürste darüber und kratzte zum Schluss ihre Hufe aus. Nun band ich die drei Pferde los und brachte sie auf die Weide. Ich kehrte noch schnell den Dreck zum Haufen und räumte die Putzboxen auf. Nun nahm ich noch die Sachen von Cartujano und Aragon mit. Ich öffnete die Box von Cartujano und legte ihm schnell das Halfter an, damit er nicht abhauen konnte. Ich holte aus der Putzbox die Bürste heraus und bürstete damit sein Fell. Nun versuchte ich mit dem Hufkratzer seine Hufe zu säubern, was er brav mitmachte. Zur Belohnung gab ich ihm ein Leckerlie. Ich brachte ihn schnell auf die Weide und ging dann zu Aragon´s Box. Ich legte dem kleinen Hengst ebenfalls schnell das Halfter an, putzte ihn mit der Bürste und reinigte seine Hufe. Als ich ihn auf die Weide zu Cartujano gebracht hatte, räumte ich die Putzboxen auf und nahm die Sachen von Drachentöter, Unsichtbar und Des Teufels Lockvogel mit. Ich stellte die Putzboxen vor den jeweiligen Boxen ab und öffnete die Boxentür der Box in der Drachentöter stand. Als ich den Hengst vor der Box angebunden hatte, putzte ich ihn. Als ich damit fertig war, kratzte ich seine Hufe aus und entwirrte noch sein Langhaar. Nun kam die Stute dran. Ich holte sie aus der Box und band sie davor an. Nun machte ich mich daran ihr Fell zu putzen. Als ich damit fertig war, legte ich die Bürsten wieder zurück in die Putzbox und entwirrte noch ihr Langhaar. Anschließend kratzte ich noch ihre Hufe aus. Nun war der Hengst dran. Ihn holte ich ebenfalls aus der Box und band ihn davor an. Als ich ihn fertig geputzt hatte, kratzte ich ihm die Hufe aus und kämmte und entwirrte noch sein Langhaar. Nun band ich alle drei Pferde los und brachte sie auf die Weide. Nun kehrte ich den Dreck zu dem Haufen und räumte noch deren Putzboxen auf. In der Sattelkammer nahm ich dann die Sachen von Ikarus, Feuertanz und Gianna mit. Ich holte als erstes Ikarus aus seiner Box, band ihn davor an und fing an ihn zu putzen. Als ich damit fertig war, kämmte und entwirrte ich sein Langhaar und kratzte ihm dann anschließend noch die Hufe aus. Nun war der andere Hengst dran. Als ich ihn ebenfalls aus der Box geholt und davor angebunden hatte, fing ich an ihn gründlich zu putzen, da er sich anscheinend schön und ausgiebig gewälzt hatte. Als ich endlich fertig war, legte ich die Bürsten wieder zurück in die Putzbox und kämmte und entwirrte anschließend sein Langhaar. Zum Schluss kratzte ich ihm noch seine Hufe aus. Nun kam die Stute dran. Ich holte sie aus der Box und band sie davor an. Ich holte aus ihrer Putzbox die Bürsten heraus und fing an sie zu putzen. Nachdem ich damit nun fertig war, legte ich die Bürsten wieder zurück in die Putzbox und kämmte und entwirrte dann ihr Langhaar. Anschließend kratzte ich ihre Hufe aus. Nun band ich alle drei Pferde los und brachte sie auf die Weide. Nun kehrte ich noch den Dreck zu dem Haufen und brachte die Putzboxen wieder zurück in die Sattelkammer. Dort nahm ich nun die Sachen von Mister Blockhead, Striga und Fly trough Jerusalem mit. Ich fing mit dem Hengst an. Ich holte ihn aus seiner Box heraus und band ihn vor seiner Box an. Nun öffnete ich die Putzbox und nahm den Striegel und die Kardätsche heraus. Ich fing am Hals an und arbeitete mich so den restlichen Körper weiter. Als ich schließlich fertig war, legte ich die beiden Bürsten wieder zurück in die Putzbox und nahm die Mähnenbürste heraus. Ich fing am Schopf an und kämmte erstmal vorsichtig darüber. Nun kam die Mähne dran. Bei ihr bürstete ich gleich durch und legte dann als ich fertig war die Mähnenbürste wieder zurück in die Putzbox. Nun nahm ich daraus den Hufkratzer und fing an seine Hufe auszukratzen. Ich legte den Hufkratzer wieder zurück in die Putzbox und schloss diese dann, weil er nun fertig war. Ich entwirrte noch schnell seinen Schweif mit der Hand und ging dann zu der kleinen Stute. Ich legte ihr schnell das Halfter an, damit sie mir nicht abhauen konnte und holte aus ihrer Putzbox die Kardätsche heraus um sie ein wenig zu putzen. Als ich damit fertig war, legte ich die Kardätsche wieder zurück in ihre Putzbox und nahm nun den Hufkratzer heraus. Ich reinigte ihre Hufe, legte den Hufkratzer wieder zurück in ihre Putzbox und brachte sie dann anschließend auf die Weide wo die anderen beiden Fohlen bereits herumtobten. Nun war noch der Hengst an der Reihe. Als ich bei ihm ankam, scharrte er schon ungeduldig mit dem Huf. Ich gab ihm als entschädigung ein Leckerlie und holte aus seiner Putzbox den Striegel und die Kardätsche heraus und fing an ihn zu putzen. Als ich damit fertig war, legte ich den Striegel und die Kardätsche wieder zurück in seine Putzbox und holte den Hufkratzer heraus. Nun kratzte ich ihm seine Hufe aus und legte den Hufkratzer zurück in seine Putzbox. Dort nahm ich die Haarbürste heraus und fing damit an, seinen Schopf und seine Mähne zu kämmen. Nun legte ich die Mähnenbürste wieder zurück in seine Putzbox und entwirrte anschließend noch seinen Schweif mit der Hand. Nun war nur noch ein Hengst dran der versorgt werden musste. Ich kehrte noch schnell den Dreck auf den Haufen und räumte die Putzboxen auf. In der Sattelkammer nahm ich nun noch die Sachen von Altair ibn-La´Ahad mit. Ihn wollte ich dann noch ein wenig longieren und in der Halle laufen lassen. Als ich bei seiner Box angekommen war, stellte ich die Putzbox daneben ab und öffnete die Boxentür. Ich gab ihm zur Begrüßung ein Leckerlie und legte ihm dann sein Halfter an. Nun befestigte ich noch seinen Führstrick am Halfter und führte ihn aus seiner Box. Als ich ihn angebunden hatte, öffnete ich seine Putzbox und holte daraus den Striegel und die Kardätsche heraus. Ich fing an seinen Hals zu putzen und arbeitete mich so den restlichen Körper entlang. Als ich damit fertig war, legte ich den Striegel und die Kardätsche wieder zurück in seine Putzbox und holte die Mähnenbürste heraus. Ich fing mit seinem Schopf an und bürstete ihn, anschließend kam die Mähne dran. Als ich damit fertig war legte ich die Mähnenbürste wieder in seine Putzbox und zurück und nahm anschließend den Hufkratzer heraus. Als ich alle seine vier Hufe ausgekratzt hatte, legte ich den Hufkratzer wieder zurück in seine Putzbox und entwirrte nun noch seinen Schweif mit der Hand. Nun schloss ich die Putzbox wieder und ging damit in die Sattelkammer. Dort stellte ich sie wieder an ihren Platz und ich nahm den Kappzaum und die Longe mit. Als ich wieder bei ihm war, legte ihm den Kappzaum an und befestigte nun die Longe am Kappzaum. Als ich mit ihm den Stall verlassen hatte, schaute es schon sehr nach Regen aus. Also hieß es nur kurz longieren und dann die Stallpferde reinholen. Als ich in der Halle ankam, war diese leer. Ich lies ihn kurz warm laufen und dann erst schritt, dann trab und zum schluss im Galopp laufen. Er machte einige Freudenbuckler. Als ich ihn trockengeführt hatte, ging ich wieder mit ihm in den Stall, wo ich ihn in die Box brachte und die Sachen aufräumte. Ich legte ihm noch eine Decke über und holte dann alle Stallpferde wieder in die Box. Ich räumte noch schnell die Halfter und Stricke auf und beseitigte dann noch den Haufen. Nun war ich fertig. Ich ging zum Haupthaus und klingelte. Als Vampyrin die Tür öffnete berichtete ich ihr noch schnell das ich fertig war und alles in Ordnung war. Wir verabschiedeten uns und ich stieg in mein Auto und fuhr vom Hof. Als ich daheim ankam, parkte ich und ging ins Haus. Kaum das ich im Haus war, fing es auch schon zum regnen an. Ich ging ins Bad, wo ich mich auszog und mir warmes Badewasser einlies.
      19871 Zeichen

      Minarie
      Hufschmied Besuch

      Es war früh am Morgen als ich mit dem Auto losfuhr. Meine heutigen Patienten kamen beide vom selben Hof. Ponys waren es.
      Nach einigen Minuten fuhr ich in den Hof ein. Kira, die Besitzerin, wartete bereits und winkte mir zu. Quietschend hielt ich den Wagen an und stieg gemächlich aus.
      " Guten Morgen, Das ist also die erste?" Fragte ich fröhlich und deutete auf die dunkle Stute die Kira am Strick führte.
      Sie antwortete rasch und erklärte mir nochmals ihren Wunsch. Nosferatu, der Name der Hübschen, war völlig gelassen und schnaubte zufrieden vor sich her als Kira sie an der Putzstelle festmachte. Die fertig geschmiedeten Hufeisen legte ich zusammen mit meinem Werkzeug neben mich und Nosferatu ehe ich mich an die Arbeit machte. Von dem Telefonat wusste ich das beide Ponys kontrolliert und beschlagen werden sollten.
      Glücklicherweise hatte ich von meinem vorherigen Kurzbesuch die Maße der Hufe entnehmen können.
      Ich begann bei dem rechten Vorderlauf des Tieres indem ich das Bein zwischen meine Beine klemmte. Mit dem Rücken zur Wand spürte ich wie Nosferatu mir gelegentlich am Rücken den Pullover anknabberte. Ich ließ sie gewähren. Jetzt waren erstmal die Hufen dran. Zunächst nahm ich das Hufmesser in die Hand um den äußeren Hornrand zu stutzen bis er etwa auf der Höhe der Hufsohle war. Mit wenigen geschickten Handgriffen und Kraft schnitt ich das überschüssige Horn ab. Als das letzte Stück zu Boden fiel atmete ich tief durch. Diese Art von Arbeit war sehr anstrengend. Schnell legte ich das Hufmesser zur Seite und nahm die Raspel zur Hand. Mit ihr begann nun der Feinschliff. Das Anpassen und zurecht machen des Hufes. Nach wenigen Minuten fuhr ich mit den Fingern am Huf entlang und überprüfte ob auch ja keine Stelle vergessen wurde und alles nun eben war. Doch das Ergebniss war zufriedenstellend. Diese Prozedur wiederholte ich noch drei mal bis alle Hufen zurecht gemacht waren.
      Befor ich mich an das Beschlagen machte stellte ich mich jedoch gerade hin. Mein Rücken schmerzte schon etwas von der gebückten Haltung. Das würde meine Arbeit nicht beeinträchtigen denn ich war es ja gewöhnt. Dennoch gönnte ich den angespannten Muskeln eine kurze Ruhepause. " So weiter gehts." Murmelte ich grinsend nach wenigen Minuten und nahm nun einige Nägel, Hufeisen und einen kleinen Hammer in die Hand. Eine schnelle Anpasskontrolle ob das Eisen auch passte dann werkelte ich auch schon mit Hammer und Eisen am Huf.
      Der Wind wehte mir sanft in das Gesicht während ich auch das letzte Eisen an den Huf brachte. Wieder richtete ich mich auf und betrachtete nun einige Schritte entfernt ob das Pony auch gut am Boden stand. Doch wie es lief würde eine Laufprobe zeigen. Kira führte Nosferatu einmal quer durch den Hof in allen Gangarten. Während ich konzentriert die Beine betrachtete war ich mir sicher das ich gute Arbeit geleistet hatte.
      18 Mai 2012

      Tequila
      Tierarzt Bericht für Nosferatu

      Nachdem wir mit Drachenlady fertig waren kamen wir zu Nosferatu sie beschnupperte mich. Ich sah mir als erstes ihre Ohren an und ihr Maul. Sie hatte leichten Zahnstein den ich aber leicht abkratzen konnte. Auch sie lief super und ihr Herz und Lunge waren total in Ordnung. Ich sah mir auch ihre Augen an sie waren klar und gesund. Nun zog ich die Spritze auf und Impfte sie gegen:
      Herpes
      Tollwut
      Tetanus
      Pilz
      Streptokokken

      Anschließend Entwurmte ich sie. Sie war wirklich ein toller Patient. Nun war ich fertig und wir gingen weiter.
      13 Okt. 2012

      kira
      Pflegebericht für alle Zuchtpferde & Ankunftsbericht für Asfari Sharin

      Als ich zu den Boxen meiner Zuchtpferde kam schauten mir schon Ponynäschen entgegen und forderten lautstark Futter ein. Doch das rumgebettel würde nichts bringen, da sie erst ihre Rationen nach dem Training bekommen würden, jetzt müssten sie sich erst mal mit dem Rest Heu in ihren Heunetzen begnügen. Als erstes holte ich A le Hop, welchen ich mit einiger Mühe fertig machte. Selbst beim raus führen machte er alle Stuten schöne Augen und zeigte mir deutlich das er ein "richtiger" Mann war. Mit ihm ging ich auf die Hofeigene Military Strecke. Wir nahmen den leichtesten Parcours. Er machte seine Sache sehr gut, war ab und an ein bisschen zu spritzig, scheute aber vor keinem Hinderniss. Selbstsicher wie er war hielt er auf jeden Sprung zu. Danach brachte ich ihn mit seiner Abschwitzdecke auf sein Paddock, wo er erst mal nach Stuten suchen musste, die aber, zu seinem Bedauern, nicht da waren. Danach ging ich mit meiner kleinen Nosferatu auf den Military Pacours, welchen ich vorher schon mit A le Hop benutzt hatte. Nach der halben Strecke entschied ich mich aber mit ihr die schwerere Strecke zu springen, da sie die Hindernisse mit solcher Leichtigkeit und Sicherheit schon übersprang. Am Anfang hatte sie sich noch ein bisschen erschreckt, aber sie hatte schnell gelernt, dass es keinen Grund zum Fürchten gab und sprang so gut wie sonst auf dem Platz. Zum Abreiten ging ich mit ihr noch ca. ¼ Stunde ins Gelände. Dann dürfte sie sich in der Box ihre Ration schmecken lassen und auch A le Hop bekam, nach dem rein bringen, seine. Mit Draculas Wife ging ich nach dem Putzen und Sattel auf den Platz, ich wollte mit ihr etwas Dressur Arbeit machen. Wife spitzte beim Betreten des Platzes die Ohren und man merkte ihr an, dass sie sich freute. Dressur war ihr am liebsten und sie war darin auch ziemlich gut. Ich übte mit ihr die aufgebender Klasse M. Die Schrittpirouette klappte immer besser, sie eierte nur noch wenig herum. Auch Traversalen konnte sie schon im Schlaf, nur der fliegende Galoppwechsel bereitete ihr noch einige Probleme und sie sprang ab und an in den Kreuzgalopp, doch im ganzen wurde es besser. Zwar war es noch nicht perfekt, aber immerhin. Auch sie durfte, nachdem sie wieder in ihrer Box stand, ihr Müsli und etwas Hafer und Pellets mümmeln. Famiah scharrte schon ungeduldig in ihrer Box, sie freute sich auf die Arbeit mit mir. Nach dem Satteln ging ich mit ihr auf den Platz, ich wärmte sie erst einige Runden auf, ritt Schlangenlinien und Zirkel, dann baute ich schnell ein paar kleinere Sprünge zum Aufwärmen auf. Erst war sie unsicher, fand dann aber wieder ein Gefühl fürs Springen. Nach einiger Zeit machte sie es so gut, dass ich aufhörte, ich wollte sie heute nicht zu viel Fordern, sonst würde ihr nachher die Lust am Springen vergehen. Wir machten noch einige Trab-Schritt Übergänge, bevor ich sie am langen Zügel abritt. Endlich durfte sie auch in ihre Box und Fressen. Jetzt musste ich noch ein neues Pferd abholen, Asfari Sharin, einen jungen Vollblutaraber Hengst direkt vom Züchter. Auf dem Hof angekommen war schnell alles Schriftliche abgeklärt und er ging vorbildlich am Strick in den Hänger, wo er ruhig stehen blieb. Ich verabschiedete mich und fuhr nachhause, die ganze Fahrt über stand er entspannt im Hänger. Beim Ausladen zeigte sich ein wenig der Araberhengst, denn er wurde etwas nervös, guckig und eingeschüchtert durch die neue Umgebung und den Geruch anderer und unbekannter Pferde. Doch seine jugendliche Neugierde siegte und das Vertrauen zum Menschen ließ ihn ruhiger werden. Daher lief er im Stall schon wieder brav mit neugierig gespitzten Ohren neben mir her in seine neue Box, diese hatte ich schon früh am Morgen mit allem Nötigen hergerichtet. Er hatte anscheinend eine gute Grunderziehung bei seiner Züchterin genossen, denn beim Abhalftern in der Box blieb er brav stehen und ging dann gesittet, nach kurzer "Kontrolle" der Box, zum Trog fressen. Er würde wenn er gekört wäre einen tollen Zuchthengst abgeben, Rassetypisches und –ideales Exterieure und ein toller Charakter.
      19 Okt. 2012

      kira
      Pflegebericht für die Zuchtpferde & Ankunftsbericht für die Zuchtpferde Star & Happy Steffi & Golden Pirate

      Im Zuchtstall warteten meine Pferde schon ungeduldig auf ihr Beschäftigungsprogramm, dessen Animateur natürlich ich war. Erst kamen alle mit Paddockdecken nach draußen, um sich erst mal selber auszutoben. Die beiden Hengste hatten jeweils ihr eigenes Paddock und die Stuten waren in kleinen Gruppen auf zwei große Paddocks aufgeteilt. Während dessen füllte ich die Heu netzte, prüfte die Tränken und äppelte die Boxen aus. Dann nahm ich mir endlich einmal Zeit, zumindest einen Teil, der Sättel und Trensen und sonstiger Reitsachen zu putzen und ein zu fetten. Danach ging es zu den Paddocks, Nosferatu holen. Die vielseitig begabte, kleine Maus war schnell fertig gemacht. Etwas einfache Dressurarbeit auf dem Außenplatz meisterte sie mit Gelassenheit und Routine. Gegen Ende versuchten wir uns noch kurz an Seitwärtsgängen in Trab, nach dessen gelingen ich die Trainingseinheit beendete. Nach dem Trockenreiten und absatteln des nun glänzenden Sattels brachte ich sie in ihre Box. Dann ging es auch schon das nächste Pony holen. Draculas Wife wartete schon mit ihrem "ach bin ich armes Pony doch einsam!"-Blick auf mich, sie war zusammen mit Nosa auf dem Paddock gewesen, die nun aber ja weg war. Als ihr klar wurde das nun sie mit arbeiten dran war kam sie schon brav und freudig übers Paddock angelaufen und ich musste sie nicht mühsam einfangen. Da ich heute auch noch drei neue Zuchtpferde abholen musste hatte ich nicht genügend Zeit mit ihr wie eigentlich geplant raus zu gehen und deshalb beschränkte ich mich auf ein bisschen Springen. Dressurtechnisch war sie schon bis M ausgebildet und daher konnte ich mich jetzt erst mal dem Springen mit ihr zuwenden. Heute machte ich mit ihr erst mal ein paar kleine und einfache Sprünge, um sie wieder daran zu gewöhnen, denn sie war lange nicht mehr gesprungen worden. Die meiste Zeit war sie nicht so begeistert, war sie doch lieber auf dem sicheren Boden. Also hörte ich erst mal auf als sie einen Sprung ein paarmal mit etwas Freude und ohne ihn zu taxieren überwunden hatte. Ich machte sie fertig und brachte sie dann in die Box, räumte Sattel und den Rest weg. Mit Famiah arbeitete ich nur im Schritt und Galopp, da sie mir das letzte Mal etwas zu unruhig und hibbelig, als auch beinahe durchgegangen war. Sie sollte die nächste Zeit erst mal wieder ruhiger werden. Lockere Schritt-Trab Übergänge ließen sie sich nach einiger Zeit entspannen, denn erst war sie wieder unruhig und zappelig gewesen und wollte einfach losstürmen, dass musste ich ihr erst mal wieder austreiben mit ruhiger Arbeit. Die nächste auf meiner "Trainingsliste" war Pangäa, sie hatte sich mittlerweile prächtig entwickelt. Anfänglich nach dem Kauf hatte sie nicht so gut ausgesehen, was nicht unbedingt am Vorbesitze gelegen hatte, den genauen Grund wusste keiner. Doch nach einiger Zuwendung und als sie in Famiah eine treue Freundin fand, mit welcher sie auch über die Wiesen fetzten konnte, hatte sie sich erholt. Und das sogar schließlich so gut, dass ich sie gekört bekam. Doch mit Nachwuchs wollte ich der jungen Stute bisher erst mal Zeit lassen. War sie doch erst 4 Jahre alt. Auch mit ihr machte ich einige kleine Sprünge die ich einige Zeit vorher schon mit Wife genutzt hatte. Recht leichtfüßig überwand sie die, von ihr mit Neugierde betrachteten, Sprünge und fand schnell ihre Freude daran. Nach dem Abreiten brachte ich sie schnell in die Box, denn gleich müsste ich die neuen Ponys abholen. Nach dem Kontrollblick in ihre Paddockboxen schnappte ich mir die drei neuen Halfter mit Stricken und ging zu meinem Pferdetransporter. In ihn passten bis zu vier Pferde oder Ponys, was ganz gut war, denn dann könnte ich einen Abschnitt zwischen dem Hengst und den beiden Stuten frei lassen. Sicher war sicher. Nachdem ich auch durch den hinteren Teil des Transporters einen prüfenden Blick hatte wandern lassen, stieg ich ein und fuhr los. Erst holte ich den Hengst Golden Pirate und die Stute Star von MayBee ab. Star ließ sich leicht in den Transporter führen, überrannte mich dabei aber beinahe und schaute mich dann fast entschuldigend an. Dann holte ich Pirate. Er war erst vorsichtig, ließ sich aber nach kurze, freundlicher und auch auffordernder zu sprach reinführen. Ich verabschiedete mich und fuhr weiter. Das dritte Pony war auch ein Welsh, zwar von der Sektion B und nicht wie die andern beiden von der Sektion A, aber auch wie Star eine Stute. Happy Steffi ließ sich, nachdem ich kurz ein paar Worte mit ihrer nunigen Vorbesitzerin moehrchen gewechselt hatte, ruhig in den Hänger führen und ich konnte nach Hause fahren. Die kleine war recht springbegeistert was mich an ihr besonders reizte, auch war sie ziemlich groß, schon ein Endmaß Pony, weshalb sie es im Springen weit bringen könnte und nicht an ihrer Größe, wie manch andere kleinere Ponys, scheitern würde. Auf dem Hof angekommen führte ich einen nach dem andern raus und brachte ihn in seine Box mit immer begehbarem Paddock. Als die drei ruhig in ihren Boxen standen um Star anfing ihr Heu zu mummeln, machte ich mich auf den Weg zu meinem anderen und nun nicht mehr einzigen Zuchthengst A le Hop. Der gute stand mal wieder leicht aufgespielt in der Box und versuchte den Stuten im Stall schöne Augen zu machen. Recht unwillig ließ er sich von seinem Platz entfernen und fertig machen und war auch beim Training nicht ganz dabei. Ich nutzte auch mit Ale die Sprunge, machte sie aber nach der ersten Runde höher, da er, obwohl er abgelenkt wirkte, gut mitarbeitete. Er hatte keinen Tropfen Schweiß vergossen als ich ihn nach einer ¾ Stunde trocken ritt und dann wieder "Boxenfertig" machte. Nachdem ich nochmal überall lang gewandert und alles aufgeräumt hatte verabschiedete ich mich von meinen neuen und alten Zuchtpferden und ging ins Haus.
      26 Dez. 2012
    • Occulta
      Fjordifan
      Hufschmiedbericht

      Heute machte ich mich auf den Weg zu einer Welsh B Stute, ihr Name war Nosferatu. Zur Begrüßung streichelte ich sie ein wenig, bis sie sich an mich gewöhnt hatte. Dann holte ich das Werkzeug und ging zum linken Vorderhuf. Sie gab mir den Huf und ich konnte mit der Arbeit beginnen. Ausschneiden. Ich nahm mein Hufmesser und begann sofort. Nach kurzer Zeit war ich fertig und konnte zur Raspel greifen. Nachdem der Huf in Form gebracht war, konnte ich ihn wieder abstellen. Nun war der linke Hinterhuf dran. Ich hob ihn an und schnitt ihn sauber aus. Ich fand einen etwas hartnäckigeren Stein und entfernte ihn. Dann ging es ans Raspeln. Schließlich war auch dieser Huf fertig und ich konnte ihn zurück auf den Boden stellen. Während ich auf die andere Seite der Stute wechselte, strich ich ihr über die Kruppe. Dann kam der rechte Hinterhuf dran. Nachdem ich ihn ausgeschnitten hatte, nahm ich die Raspel und raspelte den Huf in Form. Der vorletzte Huf war fertig. Nur noch der rechte Vorderhuf. Nosferatu fing leicht zu zappeln an, als ich den Huf nahm. Ich sprach mit ihr und nahm mein Hufmesser. Nachdem ich ausgeschnitten hatte, kam die Raspel zum Einsatz. Fertig. Ich schaute mir meine Arbeit nochmal an und verabschiedete mich von Nosferatu. Dann packte ich das Werkzeug zusammen und machte mich auf den Weg zum nächsten Pferd.
      2 Jan. 2013

      kira
      Pflegebericht für die Zuchtstuten

      Früh morgens stand ich auf um mich um meine Zuchtstuten zu kümmern. Die vier kleinen Ponystuten Star, Nosferatu, Dracula´s Wife und Happy Steffi holte ich aus ihrem Laufstall und brachte sie auf´s Paddock, wo sie sich genüsslich wälzten und tobten.

      Dann wendete ich mich meinen beiden hübschen Welsh Cob Stuten zu. Siana und Knives and Pens wollte ich heute nochmal fahren. Also holte ich die beiden nacheinander aus ihren Boxen, um sie dann zu putzen und das Fahrgeschirr anzulegen. Dann spannte ich sie gemeinsam in die Kutsche ein. Noch ein kurzer Check ob alles richtig saß und befestigt war, dann füren wir los. Die beiden waren tolle Kutschpferde und gaben ein schönes Bild ab, das mochte aber bestimmte auch an der Rasse liegen, denn diese war oftmals ein gutes Kutschpferd. Brav hörten die beiden auf mich und liefen im Gleichschritt durch die Felder. Nach einem kurzen Abstecher in den Wald fuhr ich wieder heim. Zuhause am Stall angekommen putze und versorgte ich die beiden.

      Als ich fertig war holte ich die beiden Stuten Pangäa und Famiah aus ihren Boxen. Dann brachte ich sie gemeinsam auf die Weide, worüber sie sich sehr freuten und ausgelassen tobten und immer wieder ab und an stehen blieben um einen Büschel Gras auszurupfen.

      Danach begann ich die Ponystuten wieder rein zu bringen. Eine nach der anderen holte ich vom Paddock und putzte sie strahlend sauber. Als alle vier in ihrem Laufstall standen brachte ich ihnen ihre Ration Heu.

      Zu letzt holte ich noch Pangäa und Famiha von der Weide und putzte auch sie bevor ich sie in ihre Boxen stellte. Dann bekamen sie ihr Futter und ich verließ den Stall für den Moment.
      2 Juni 2013

      Tequila
      Tierarztbericht für Nosferatu:

      Ich hatte schon die nächsten Spritzen vorbereitet als kira wieder mit Nosferatu, der hübschen Welsh B Stute, aus dem Stall kam. Ich begrüßte die ruhige Stute die mich neugierig beschnupperte. Auch bei ihr vergewisserte ich mich das sie gesund war und somit bereit geimpft zu werden. kira hielt sie locker am Strick als ich die Spritze ansetzte weil Nosferatu so brav war. Ich strich ihr über den Hals bis ich die richtige Stelle fand und stach dort ein und drückte den Tetanus-Influenza Impfstoff in das Pferd. Sie zuckte nur kurz blieb aber ruhig stehen. Ich lobte sie und holte dann schon die Wurmkur. kira nahm sie jetzt etwas kürzer damit sie den Kopf nicht hochriss und ich schob die Spritze in ihre Maulspalte und drückte ihr die Paste ins Maul. Sie schlabberte etwas rum aber alles blieb drinnen und ich streichelte sie zur verabschiedung über den Hals "so eine brave" sagte ich und trat dann zurück. kira führte sie weg und ich holte schon mal alles für Draculas Wife aus dem Auto.
      25 Juni 2013

      Gwen
      Pflegebericht

      „Guten Morgen!“ begrüßte ich Kira fröhlich, als ich gerade vom Rad abstieg. Zu meinem Glück hatte es bisher noch nicht geschneit, nur der Raureif tunkte unsere Landschaft in ein sauberes Weiß. „Dann können wir ja direkt anfangen.“ grinste Kira und schleifte mich in den Stall, gemeinsam mit ihr kümmerte ich mich darum, dass alle Pferde auf die Weiden kamen. Als wir damit fertig waren, war die Stallarbeit an der Reihe. Schnell hatten wir alle Boxen ausgemistet und konnten zufrieden in unsere Mittagspause gehen, ehe danach die Bewegung der Pferde anstand. Als erstes holten wir Frisco, Legacy Of Gold und Coco's Landzauber. Wir putzten die drei Hengste gründlich und sattelten dann Frisco und Legacy auf. Ich durfte Legacy reiten, da Kira Coco als Handpferd nehmen wollte und Frisco da wesentlich entspannter war. Zu fünft machten wir uns auf einen entspannten Ausritt durch die kalte Landschaft. Die Sonne ließ alles herrlich glitzern und es war einfach richtig schön! Wieder auf dem Hof versorgten wir die Pferde und machten uns schon an die nächsten Pferde. „Heute sind die Zuchtstuten dran.“ lächelte mich Kira an und drückte mir das Halfter von Antigone in die Hand. Ich sollte die hübsche Fellponystute longieren, also tat ich wie geheißen, holte sie von der Weide und putzte sie gründlich. In der Halle trafen wir dann wieder auf Kira, welche sich Knives and Pens fertig gemacht hatte und diese nun warm ritt. Antigone arbeitete wieder gut an der Longe mit und als ich sie dann zum Schluss noch ein wenig im Schritt laufen ließ, konnte ich Kira und Knives zuschauen. Die Stute hatte wahrlich fantastische Bewegungen! Ich brachte Antigone zurück in den Stall, versorgte sie und brachte sie wieder auf die Weide. Als ich damit fertig war, kam auch Kira wieder und bat mich, schon einmal Siana und Happy Steffie von der Weide zu holen. Gemeinsam machten wir die Stuten dann fertig und gingen in die Halle. Beide wurden ein wenig in der Dressur gearbeitet, ehe Kira dann Gymnastiksprünge aufbaute und wir noch ein wenig hüpften. Als dann wieder die Stuten auf der Weide standen, lud Kira mich zu ihrer Springstunde ein. Wie immer ritt sie Draculas Wife, während ich mit Nosferatu teilnehmen durfte. Die beiden Welshstuten waren herrlich zu reiten und es machte einen riesigen Spaß. Danach waren wir beide aber ziemlich k.o., so dass wir mit der kleinen Star erst einmal eine Runde spazieren gingen. Als wir wieder da waren, standen noch Famiah und Pangäa auf dem Plan. Kira schnappte sich die ungeduldige Araberstute und ich ritt die Berberdame. Gemeinsam verschwanden wir noch einmal in die Halle und ritten eine Stunde. Als wir dann fertig waren, sattelten wir die Stuten ab und brachten sie in ihre Boxen. Auch die restlichen Pferde holten wir wieder in den Stall und kümmerten uns um die Abendfütterung.
      1 Dez. 2013

      Atha
      Hufschmiede ~Freedom~

      Heute war ein großer Auftrag, da ich viel zu tuen hatte fuhr ich schon früh morgens zu kira. Heute waren alle Pferdchen von ihr dran und ich freute mich auf jedes einzelne! Als ich auf ihrem Hof ankam begrüßte ich sie freudig, da wir keine Zeit verlieren wollten gingen wir sofort los. Als erstes waren die Zuchtstuten an der Reihe, dort warete auch schon Nosferatu. Die Welsh B Stute kam neugierig zu mir, als ich ihre Box betrat. Ich fing an ihre Huf zu säubern, das machte ihr nichts aus. Auch das korrigieren ließ sie mich machen "Sie ist ein Traum!" meinte ich nach dem ich die Box wieder verlassen hatte. Als nächstes kam Draculas Wife, wie erwartet war sie auch ein Welsh B. Die Stute sah mich an, sie war neugierig aber auch zurückhaltend. ich gab ich eine Möhre und machte das gleiche wie bei Nosferatu, Wife zog hin und wieder mal den Huf weg, doch das störte mich nicht. Nach ihnen kamen noch die etwas eigensinnige Famiah, die temperamentvolle Pangäa, die tollpatschige Star, die aufgeschlossene Happy Steffi, die Welsh Cob Stute Siana, die schüchterne Knieves and Pens und zu letzt Fellpony Stute Antigone. Alle waren super lieb, doch wir mussten uns beeilen, schnell gingen wir in den Hengst Stall, dort erwartete uns schon A le Hope, der Hengst war echt schwierig. Immer wieder zog er die Hufe weg, zwickte mir in die Hüfte oder durchsuchte meine Taschen. Es dauerte ewig bis ich fertig war, zum Glück waren die anderen leichter. Golden Pirat war ein Engel, Legacy of Gold war das Traumpferd, Coco´s Landzauber war verdammt frech, Frisco hat fast nur gedöst, Look at my Hair war echt freundlich und Admiral wollte immer mit mir spielen und hat den Sinn des Hufschmiedes noch nicht ganz verstanden! Da es mittlerweile Nachmittag hatten und uns kaum noch Zeit blieb, hasteten wir in den nächsten Stall. Davour, der Achal-Tekkiner Hengst, merkte das ich mich beeilte und blieb lieb stehen, auch All Pride blieb lieb stehen, Wild Dream machte seinem Namen alle Ehre, Valentine´s Candy Fireflies war etwas verspielt blieb aber trotzdem gut stehen. Ich hatte nicht mehr viel Zeit, doch ich machte trotzdem alles ordentlich, Flaschenzieherin war verdammt ruhig, Rumpelstilzchen ärgerte mich mal hin und wieder, Laheeb al Amara blieb ganz lieb stehen, Drachenlady stand geduldig da und freute sich als ich kam. Asfari Sharin war schreckhaft, Club Can´t Handel Me war mega gehorsam, I like It zickte etwas rum, Wie konntest du nur war eine echt neugierige Stute. Diese ging langsam unter und auch die Pferde wurden müde, ich hatte es auch bald geschafft. White Dance war sensibel aber lieb, Snow Whites Beauty schlief einfach ein, Eisenmann war etwas arrogant, Pancake Killer war so süß und Juwel der Stille war ein weiterer Engel auf Erden. Da ich nun fertig war, machte ich mich auf den Heimweg und freute mich auf mein Bett!
      24 Feb. 2014

      kira
      Hallo, Looki!

      Piep, piep, piep... nervig und unnachgibig riss mich mein Wecker aus dem Schlaf. Langsam kam ich stöhnend auf die Beine und kroch, mich reckend, aus meinem Bett. Wie fast jeden Morgen führte mich mein erster Weg in die Küche zur Kaffeemaschiene.
      Während ich langsam am heißen Kaffee nippte und mein Marmeladenbrötchen aß, ging ich meine Stallkleidung anziehen. Nach einem Blick aus dem Fenster schnappte ich mir auch noch meine mit Fleece gefütterte Regenjacke und wappnete mich innerlich auf einen "Schlechtwetter-Schock". Trotz dieser Vorbereitung kam es "Scheiße ist das kalt!... ihhh und es regnet!" über meine Lippen. Ich war froh über meinen heißen Kaffee.

      Schnell war ich in den Stall gehuscht, hier war es von den ganzen Pferdekörpern schön warm drinnen. Freudiges wiehren und scharren begrüßte mich. Der eine raffte sich verschlafen auf, wären ander schon längst auf ihr Futter warteten oder noch lagen und schliefen. Ich ging zielstrebig in die Futterkammer, wo ich den Futterwagen frisch auffüllte, mit Kraftfuttermischungen, reinem Hafer und Pellets. Danach packte ich noch einige Eimer zum portionieren in den Wagen. Bevor ich los konnte meine Futterrunde drehen holte ich aus dem kleinen Waschraum an Futter- und Sattelkammer einen Eimer Rübenschnitzel, welchen ich am vor Abend aufgesetzt hatte und stellte diesen zusätzlich in den Futterwagen.

      Die Futterkammer war im ersten Stalltrakt gelegen. Hier standen die Zuchthengste und einige weitere Hengste. Nacheinander gab ich A le Hop, Legacy of Gold und Golden Pirate ihre morgentliche Ration. Dann schob ich den Futterwagen ein Stück weiter, um auch dem Zuchthengst Coco´s Landzauber und seinem noch nicht gekörten Sohn All Pride ihr Frühstück zu geben. Die Eimer füllte ich wieder auf. Einen brachte ich Frisco, meinem gekörten Fellpony Hengst, welcher heute die Stellung als einziger Fellpony Zuchthengst in meinem Stall verlieren würde. Um die MIttagszeit würde ich einen weiteren abholen. Schnell hatte ich auch den anderen drei Hengsten, ungekörte, ihr Futter gegeben. Wild Dream, Asfari Sharin und Eisenmann stürzten sich gesund und munter wie alle anderen auf ihr Futter. Die Zehnte Box in diesem Stalltrakt war frei, hier würde heute der neue Hengst einziehen, ich hatte das Glück gehabt, dass sie nicht besetzt war, so musste kein Pferd umziehen und die Box nachher nur eingestreut werden.

      Als nächstes ging ich in den direkt anliegenden Stalltrakt mit Freizeit und Tunierpferden. Auch diese waren längst durch den Tumult im Nebengebäude wach geworden und erwarteten ihr Futter. Routiniert und schnell fütterte ich, mit einem Kontrollblick auf den Gesundheitszustand und die Box, Davour, Club cant Handle me, Laheeb al Amara, und Drachenlady. Einige Boxen in diesem Stalltrakt waren leer, was aber nicht störte und für Notfälle immer gut war. An diesen Stalltrakt gelegen waren direkt die Zugänge zu den erst neuerlich errichteten Laufställen mit Paddockbereichen über welche auch Weiden erreicht werden konnten. Doch momentan bei den schlechten Wetter waren die Pferde drinnen und die Tore nach draußen geschlossen. Mit mehreren Eimern bewaffnet ging ich zum ersten Stall wo ich in zwei lange Raufen das Futter für White Dance, I like it., Wie konntest du nur und Snow Whites Beauty verteilte. Die vier Puschel, wie ich sie nannte, passten gut zueinander, auch wenn es ab und an gezicke gab. Doch sie waren halt Stuten. Im zweiten Laufstall waren zwei Jungspunde, Panecake Killer und Valentines Candy Fireflies, zusammen mit den beiden älteren Stuten Flaschenzieherin und Juwel der Stille und dem AMH Hengst Rumpelstielzchen untergebracht. Auch hier verteilte ich das Futter in Raufen. Die beiden älteren Stuten leisteten gute Arbeit und erzogen die Frechen kleinen Machos, langsam wurden diese "Gesellschaftsfähig". Was aber auch Zeit wurde da ich diese bald von den Stuten trennen müsste, aber noch konnten diese auf die Jungs einwirken.

      Als nächstes bekamen meine neun Zuchtstuten ihre erste Mahlzeit an diesem Tag, sie waren auf zwei weiter Laufställe aufgeteilt. Ich war einfach ein großer Fan von dieser Haltungsart und auch den Pferden schien es zu gefallen. Erst fütterte ich Famiah, Pangäa, Knives and Pens und Siana und auf der gegenüberliegenden Hallenseite Star, Dracula's Wife, Happy Steffi, Antigone und Nosferatu. Bald würden erste Fohlen kommen und ich war mächtig gespannt. Sorgsam betrachtete ich alle Tragenden Stuten auf erste Anzeichen einer nahenden Geburt. Doch noch bei keiner war es soweit. Sollten sich Anzeichen Zeigen würden die Stuen in eine geräumige, zugfreie und ruhige Box ziehen und erst nach einigen Wochen, mit ihren Fohlen, sich wieder im Laufstall zusammen finden.

      Der Futterwagen wurde weggebracht und danach verteilte ich in alle Boxen und Ställe Heu, schließlich war Raufutter das Grundnahrungsmittel von Pferden. Und meine Pferde sollten guter Gesundheit sein. Daher bekamen sie auch über den Tag verteilt fünf Rationen Raufutter, vorwiegend Heu, durch mich, oder Stallburschen, gefüttert.

      Endlich fertig mit dem Füttern machte ich mich daran die frei Box einzustreuen. Damit fertig brachte ich Halfter,Decke und Transportgamaschen, sowie ein gefülltest Heunetzt in meinen kleinen Hänger. Diesen benutzte ich meist wenn ich mit jur einem Pony oder Pferd unterwegs war. Nachdem das Heunetz aufgehängt und alles andere verstaut war verteilte ich mit Hilfe meines Stallburschens bei allen Pferden die zweite Tagesration Heu. Dann setze ich mich in den Wagen und machte mich auf den Weg um Look at my Hair abzuholen.

      Ivi.Kiwi kam nach einem kurzen Anruf, dass ich da wäre zu mir und begrüßte mich freundlich. Sie holte mit mir zusammen Looki und wir machten ihn reise fertig. Brav ließ der tolle Hengst in den Hänger führen. Mit den Papieren in der Hand verabschiedete ich mich und stieg in mein Auto.

      Zuhause auf den Gestüt angekommen holte ich den Hengst aus dem Hänger. Looki schaute sich aufmerksam und mit gespitzen Ohren um. Als ich ihn zu seiner Box führte blieb er einmal kurz stehen und wiehrte laut und schrill. "Die Stuten lernst du auch noch schnell genug kennen!", meinte ich lachend zu ihm. Nach einem kurzen zupfen am Strick folgte er mir aber wohl erzogen in seinen neunen Stall. In der Box entledigte ich ihn von seiner Decke und Transportgamaschen und zuletzt, nachdem ich vorherige weggebracht hatte, auch von Halfter und Strick. Er schien nicht sonderlich beunruhig von der neuen Umgebung, sodass ich ihn guten Gewissens allein lassen konnte. Die nächste Heuration der Pferde stand an und ich musste noch bescheidgeben, dass ich wieder da war, dass Looki und ich sicher Zuhause angekommen waren.
      13 März 2014

      kira

      Pflegebericht Zuchtstuten

      Die Zuchtstuten waren schon seit Anfang Mai 24h auf einer der umliegenden Weiden. In meist 2 bis 3 Gruppen von mehreren Stuten konnten sie dort grasen und ihr leben genießen, während ihre Fohlen in Gesellschaft anderer aufwuchsen. Da die meisten nicht mehr geritten wurden und wenn sie bei guter Gesundheit waren jedes Jahr, wenn Abnehmen da waren, ein Fohlen bekamen, war dies das schönste Leben für sie. In der kalten Jahreszeit standen sie in Laufställen. Um den Abfohltermin herum kamen sie für einige Tage vor und nach der Geburt in eine große Abfohlbox um sie und die Geburt und später das Fohlen im Auge zu haben, damit nichts passierte. Aber war Mutter und Fohlen soweit gut auf und gekräftigt wurden sie wieder in die Gruppe integriert, was normal reibungslos klappte.

      Die meisten Stuten hatte ihre dies Jährigen Fohlen schon bekommen, welche übermütig tobten. Die Stuten grasten ruhig und schauten ab und an nach ihren Sprösslingen oder kuschelten auch noch miteinander. Auf der ersten Weide standen Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi und Antigone. Als ich zum Gatter kam reckten schon Star und Steffi ihre Hälse und kamen auf mich zugaloppiert, während Steffi elegant zum stehen kam stolperte Star ein mal wieder fast über ihre eigenen Beine und schrammte haarscharf daran vorbei sich auf die Nase zu legen. Das ganze sah einfach so komisch aus, dass ich laut über den kleinen Tollpatsch lachen musste. Aber trotz dem Star andauernd so kleine Missgeschicke passierten war sie eine wundevoll fürsorgliche und sanfte Mama. Durch mein Lachen aufmerksam gemacht kamen nun auch langsam die anderen Stuten angelaufen. Das Gras war recht hoch, weswegen sie sich zu mir durch diesen Dschungel durchkämpften, doch sie hatten die Eimer in meinen Händen gesehen. Nachdem ich mit diesen schnell durch das Tor geschlüpft war und dieses verschlossen hatte, versuchten schon die ersten die Deckel von den Eimern zu knabbern, doch das würde nichts werden. Strickt maschierte ich zu der großen Futterraufe, wo alle Pferde dran Platz fanden, ohne einander dauernd zu verscheuchen. So bekam jeder etwas ab. Aber zuerst verstaute ich die Eimer unter der Raufe. Dann ging ich nacheinander zu den beiden Wassertrögen, um sie zu kontrollieren und frisches Wasser einzulassen. Als dies erledigt war ging ich zusammen mit Nosa, welche mir die ganze Zeit gefolgt war und so auch ein paar Streicheleinheiten eingesteckt hatte, zurück zur Futterraufe. Erst musste ich Antigone von den Eimern verscheuchen, sie hatte die ganze Zeit versucht an diese ran zu kommen, es aber zum Glück nicht geschafft. Den Inhalt der Eimer verteilte ich nun gleichmäßig, woraufhin sich direkt alle Pferde auf die Leckereien stürzten. Es waren Apel- und Möhrenstücke, aber auch Pellets in den Eimern gewesen, was sie alles begeistert fraßen. Nach einer kurzen Kontrolle der Gesundheit meiner Stütchen, und dem Feststellen, dass es allen blendend ging, konnte ich die erste Weide wieder verlassen.

      Nach einem kurzen Abstecher zurück zum Stall kam ich mit neuen Eimern beladen auf der zweiten Weide, welche von den Zuchtstuten belegt wurde an. Hier standen Famiah , Pangäa , Siana und Kni ve and Pens. Auch nachdem ich durch das Tor der Weide geschlüpft war hatten die vier mich noch nicht bemerkt, was wohl auch damit zusammen hängen mochte das sie fast am anderen Ende der weitläufigen Weide am grasen waren. Das störte mich aber nicht, so konnte ich in Ruhe auf dem Weg zu Trog und die Wasserwanne neues Wasser füllen und musste nicht die Eimer verstecken, um sie vor verfressenen Pferden zu schützen. Auf dem Weg vom aufgefüllten Wassertrog zur Futterraufe rief ich die vier dann aber doch: "Stuuuuuuuttttiiiiiiiisss!!! Koooommtt! Kommt her! Es gibt Futter!" Nacheinander hoben die vier ihre Köpfe und kamen mehr oder weniger schnell angelaufen. Noch während ich am verteilen des Futers war kam Pangäa angaloppiert, kurz danach auch meine vollblütige Araberstute Famiha. Siana und Knives kamen eher ruhiger angedackelt, machten sich aber mit der gleichen freude ans vernichten des Futters wie die vorherig Angekommenen. Auch die vier erfreuten sich nach meinem kurzen routinemäßigen Kontrollcheck bester Gesundheit. So konnte ich mich auch von ihnen nach einigen Kraulen verabschieden und ging mit den leeren Eimern wieder Richtung Hof.
      2 Juni 2014

      Eowin
      Tierarztbericht für die Zuchtstuten von Kira

      Als nächstes waren die Zuchtstuten von Kira an der Reihe.
      „Viele der Stuten sind tragend, bei manchen weiß ich es noch nicht genau. Deswegen wäre es mir lieb, wenn wir nur das Veträglichste impfen würden“, bat Kira mich.
      Ich nickte, dann begann ich, zu erklären: „Es gibt extra Impfstoffe, die auch für tragende Stuten verträglich sind. Klar kann es da zu Problemen kommen, aber das Risiko ist eigentlich nicht größer wie wenn man ein Turnierpferd impft, dass da eine Unverträglichkeit aufkommt.
      Aber es ist bei Zuchtstuten und vor allem bei tragenden Stuten von enormer Wichtigkeit, dass lückenlos geimpft wird, weil das Fohlen durch die Muttermilch passiv immunisiert wird. Hat die Mutter keine Antikörper, ist auch keine Immunisierung des Fohlens möglich, was ein sehr großes Risiko für das Pferdebaby bedeuten würde.“
      Kira nickte verstehend, dann machten wir aus, dass alle Stuten gegen Tetanus, Influenza, Herpes und Virusabort geimpft würden, sofern dies zeitlich wieder notwendig war.
      Ich erklärte ihr, dass das Auffrischen der Impfungen drei Monate vor dem errechneten Abfohltermin von großer Wichtigkeit sei und deswegen unbedingt eingehalten werden solle.
      Als erstes war Nosferatu an der Reihe. Zunächst kontrollierte ich den Gesundheitszustand und wenn ich schon einmal dabei war überprüfte ich auch den Verlauf der Trächtigkeit. Hier war alles in Ordnung, sodass ich beruhigt impfen konnte.
      Bei der Wurmkur musste ich noch einmal zum Auto, um Wurmkur zu holen, die für tragende Stuten geeignet war. Diese verabreichte ich Nosferatu dann. Sie nahm sie einigermaßen artig an.
      Es folgte Draculas Wife. Bei dieser Stute war es noch nicht sicher, ob sie tragend war und das Deckdatum war noch nicht lange genug her, dass man nun eine Trächtigkeit feststellen konnte.
      Sie war jedoch vollkommen gesund und wegen der Unklarheit behandelte ich sie, als wäre sie tragend. So bekam sie geeignete Impfstoffe injizierte und eine Wurmkur verabreicht.
      Selbiges Problem galt bei Famiah. Doch auch diese Stute erfreute sich bester Gesundheit und wurde schließlich von mir geimpft und entwurmt.
      Ich fand sie wirklich hübsch und überlegte, dass sie mit meinem Hengst Asis Baschir bestimmt hervorragend angepaart wäre. Da es jedoch Kiras Angelegenheit war, welchen Hengst sie wählte, erwähnte ich diesen Gedanken nicht.
      Auch die hübsche Stute Pangäa war schnell gemacht, obgleich sie das Impfen alles andere als lustig fand. Sie quietschte und stampfte mit dem Huf auf, sodass ich froh war, als alle Spritzen fertig waren. Auch sie war vollkommen gesund. Ich war jedoch froh, als ich feststellte, dass die Wurmkur weniger Probleme bereitete als das Impfen.
      Nun war Star an der Reihe. Die kleine Welsh-Stute war ein wirklich liebenswertes Wesen und machte alles so gelassen mit, dass sie schnell fertig war. Sie war ebenfalls sehr gesund, hatte jedoch eine kleinere Macke an der Flanke.
      Ähnlich verfuhr ich mit Happy Steffi. Sie hatte hervorragendes glänzendes Fell und war insgesamt sehr gesund. Sie war bei der Wurmkur leicht mäkelig, machte ansonsten aber alles gut mit.
      Ich war froh, dass wir so schnell voran kamen, denn schon brachte Kira Steffi in den Stall und holte die nächste Stute heran.
      Diese war Siana. Ich begrüßte den hübschen Kohlfuchs zunächst, dann checkte ich auch sie durch, impfte sie und verabreichte eine Wurmkur.
      Sie machte ihr Ding gut, wenngleich sie mich misstrauisch beäugte.
      Nun war Knives ans Pens an der Reihe. Von dieser Stute wusste Kira ebenfalls sicher, dass sie tragend war. Und auch die Kontrolle des Verlaufs der Trächtigkeit zeigte, dass alles in Ordnung war. Sie war fit wie der buchstäbliche Turnschuh.
      Ich impfte sie und verabreichte eine Wurmkur, dann durfte die Stute, die schon deutlich Fohlenbauch zeigte, wieder in ihre Box.
      Auch Antigone war tragend, sodass ich auch bei ihr die Trächtigkeit überprüfte. Sie war schon recht weit und das Fohlen war sehr gut entwickelt.
      Ich impfte und entwurmte sie, dann war die nächste Dame an der Reihe.
      Diese war Vanity, ein Pony, welches ebenfalls tragend war. Auch sie war vollkommen fit und ihre Trächtigkeit verlief vollkommen normal.
      Routiniert impfte ich sie, dann drückte ich ihr die Paste der Wurmkur tief in den Schlund, was sie zu schlucken zwang. Sie machte es gut, sodass ich sie kurz lobte.
      Last but not least war Lillifee an der Reihe. Auch bei ihr und ihrer Trächtigkeit war alles vollkommen in Ordnung. Auch sie wurde gegen Virusabort, Herpes, Tetanus und Influenza geimpft sowie entwurmt. Sie nahm alles einigermaßen artig hin, obgleich sie schon etwas stutig war.
      Dann durfte sie wieder in die Box und ich rieb mir die Hände, die langsam ermüdeten. Bald waren wir fertig.
      4713 Zeichen
      26 Juni 2014

      kira

      Erste "Stute des Monats Wahl" mit Nosferatu

      Schon früh stand ich auf um Nosferatu für ihre heutige Prüfung fertig zu machen. Am Vortag hatte ich sie schon geduscht und eingeflochten, jetzt kontrollierte ich nocheinmal all ihre Zöpfchen, bevor ich sie transportfertig machte und verlud. Die Checkliste nocheinmal durchgegangen. Ja, alles da. Schnell nahm ich mir noch etwas für den Hunger mit und schon saß ich hinter dem Steuer und fuhr in Richtung des Hofes wo die diesmonatige Stute des Monats Wahl stattfinden würde. Langsam wurde ich nervös, doch immer wenn meine Gedanken zu dem Pferd was ich im Hänger hatte wanderten wurde ich wieder ruhig. Ich wusste das auf Nosa verlass war. Sie war einfach super.

      Angekommen schaute ich kurz nach Nosa ehe ich zur Meldestelle lief um meine Startnummer entgegen zu nehmen und die Uhrzeit nach zu schauen. Passte alles. Wir hatten noch genügend Zeit, nicht unendlich viel, aber es reichte alle male um uns gemütlich fertig zu machen. Kurz übergebürstet und dann war sie auch schon fast fertig. Wir bewegten uns in Richtung Abreitplatz. Nosa kannte das alles, sie war ein routiniertes Tunierpony und aufgrund dessen auch super für Kinder und Anfänger.

      Unter den Augen der Zuschauer ritt ich mit Nosferatu in die Halle ein. Heute wollten wir allen ein weiteres Mal beweise, dass sie eine Top Stute ist. Etwas aufgeregt war ich als ich im Schritt zu X ritt um die Richter zu grüßen, doch ich wusste auf Nosa war verlass. Diese Wahl würden wir versuchen sie auf Dressur spezialisiert vorzustellen, eigentlich war sie sehr vielseitig, doch man musste sich für eine Disziplin entscheiden. Also nahm ich die Zügel auf und gab leichten Druck mit dem Schenkel, Nosa wusste worum es geht. Sofort aufmerksam setzte sie sich in Bewegung und schritt locker vorwärts. An der langen Seite machte ich sie mit einer kurzen Parade aufmerksam, was eigentlich nicht umbedingt notwendig wäre, da sie voll bei der Sache war, dann ließ ich sie das Viereck erst die Hälfte der langen Seite verkleinern, ehe ich sie umstellte und wir das Viereck wieder vergrößerten. Genau passend kamen wir an. Mitte der langen Seite ließ ich sie antraben und nach einer halben Runde, also genau auf der gegenüberliegenden langen Seite, zeigten wir auf E eine gleichmäßige Volte. Ich trieb leicht mit um sie zu unterstützen ihren Schwung auch in der Biegung nicht zu verlieren. Diese meisterte Nosa mit ihrer üblichen Gelassenheit, auch sonst war sie ruhig wie immer. Die Zuschauer waren da, aber es störte sie nicht, eher gefiel es ihr ihr können zu zeigen und zu gefallen. Nun ritt ich eine doppelte Schlangenlinie, Nosa ließ sich schön stellen, war ihr diese Figur doch gut bekannt wie alle Hufschlagfiguren. Mit ihren 10 Jahren hatte sie diese schon oft genug ausgeführt und konnte diese sicher, aber auch neues lernte sie schnell. Danach wechselte ich aus dem Zirkel und zeigte eine Runde lang ihren Trab auch auf der Linken Hand, ehe ich durchparierte und sie sich strecken ließ. An der kurzen Seite nahm ich ihre Zügel, nach etwas Vorbereitung, damit sie wusste was kommt, wieder auf und Galoppierte an. Erst versammelt und dann beim Wechsel durch die ganze Bahn ließ ich sie zulegen. Vor der Ecke nahm ich sie wieder zurück und auf minimale Hilfen und wie gewohnt sprang sie um, sodass ich im sauberen Rechts Galopp weiter ritt. Eine weitere ganze Bahn präsentierte ich ihren Galopp, ein paar Paraden und sie lief fleißig im Schritt weiter, ehe ich zu X abbog ließ ich sie nocheinmal antraben. Im Trab auf X zuzukommen wirkte einfach eindrucksvoller als im Schritt. Geschlossen blieb sie auf anhieb bei X stehen. Ich klopfte sie kurz ehe ich die Sätze über ihre bisherige Leistung den Richtern präsentierte. "Nosferatu hat sich bisher auf einigen Tunieren gezeigt und ihre Eignung bewiesen. Sie ist vielseitig veranlagt und kann beinnahe in allen Sparten der Reiterrei Erfolge vorweisen. Ihr Charakter unterstützt diese Veranlagungen außerdem. Sie ist gelassen, lernwillig und ergeizig. Mit diesen Eigenschaften ist sie eine Bereicherung für die Zucht." Mit einem Lächeln und kurzen Kopfnicken endete ich und ließ Nosa unter Lob am langen Zügel im Schritt aus der Halle gehen.

      Nos hatte ihre Aufgabe, wie erwartet, mit bravour gemeistert. Ich umarmte sie glücklich. Beim Hänger angekommen sattelte und trenste ich sie ab. Nun würden wir nur noch auf das Ergebniss warten müssen.
      7 Okt. 2014

      kira
      Sammelpflegebericht | Zuchtstuten | © Islandpony

      Ich fuhr mit meinem Auto in den Hof. Es war halb acht Uhr morgens und der Tag vor dem ersten Advent. Kira, eine Freundin von mir, war gestern zu ihren Eltern gefahren, um dort den Anfang der Weihnachtszeit ausgiebig zu feiern. Sie kam erst Montag zurück und hatte jemanden gesucht, der ihre Zuchtstuten am Samstag versorgte. Klar, dass ich mich da gemeldet hatte. Schließlich konnte ich sie nicht im Stich lassen. Ich machte mich direkt auf den Weg zum ersten Stalltrakt, wo wohl die Stuten standen. An der Tür hing ein Zettel. „Hi Farina. Ja, hier wohnen die Zuchtstuten. Bitte bevor du mistest alle auf die Koppel. Du darfst mit ihnen machen, was du willst. Reiten, Longieren, Bodenarbeit. In die Führanlage kannst du auch ein paar tun. Die ist direkt neben dem Platz. Ist nicht schlimm, wenn du nicht alle schaffst. Sie waren dann ja zumindest auf der Koppel. Und noch mal riesigen Dank für deine Hilfe. Liebe Grüße, Kira.“ Las ich. Okay, es waren elf Pferde, wahrscheinlich würde ich nicht alle schaffen zu trainieren, aber zumindest ein paar. Ich öffnete die Stalltür und mehrere Pferdeköpfe schossen hoch und sahen mir aufmerksam entgegen. „Hallo, ihr“, begrüßte ich sie. Die Halfter hingen direkt an der Box, so musste ich nicht mal suchen. Erstmal ging ich einmal durch die Gasse und sah mir alle Stuten an. Es waren wunderhübsche Pferde. Und es war keines dabei, das mir nicht gefiel. Jetzt musste ich mich aber beeilen, wenn ich bis heute Abend fertig sein wollte.

      Das erste Pferd, welches ich raus brachte, war eine Welsh Stute. Nosferatu hieß sie. Eine hübsche, kleine, schwarzbraune Stute. Ich öffnete die Boxentür und sie spitzte neugierig die Ohren. „Na Kleine?“, sprach ich mit ihr, während sie das Leckerli aus meiner Hand nahm. Ich griff nach dem Halfter und zog es ihr über. Dann machten wir uns auf den Weg zur Koppel. Diese war hinter der Reithalle, wie mir Kira erklärt hatte. Als wir die Stallgasse verließen, zuckte ich kurz zusammen. Draußen war es wirklich verflucht kalt. Mir stiegen schon beim Atmen kleine Rauchwölkchen aus dem Mund. Hoffentlich schneite es bald auch. Dann würde sich das Frieren immerhin lohnen. Wir gingen über den Hof. Nosferatu folgte mir brav und schnupperte nur ab und zu am Boden oder an Gegenständen. An der Koppel angekommen, führte ich sie rein, löste das Halfter und schloss den Zaun. Die Schwarzbraune trabte ein paar Schritte vom Zaun weg und senkte dann den Kopf um zu fressen. Ich ging wieder zum Stall, hängte das Halfter ordnungsgemäß weg und ging dann zur nächsten Box. Die nächste war ebenfalls ein Welsh B mit einer interessanten Farbe. Wenn ich mich recht erinnerte, hieß das Muster Birdcatcher Points. Ihr Name war Dracula´s Wife. Ich öffnete die Schiebetür und die Stute stellte zwar freundlich die Ohren auf, blieb jedoch unsicher in ihrer Futterecke stehen. Ich ging betont langsam auf sie zu und ließ sie erst an meiner Hand schnuppern. Sie ließ sich brav aufhalftern und wir gingen nach draußen. Sie folgte mir brav bis zur Koppel. Dort ließ ich sie zu Nosferatu. Die schien sie schon vermisst zu haben. Sie trabte gleich zu ihr und die beiden fraßen Seite an Seite. Süß. Ich ging zurück, um das nächste Pferd zu holen. Diesmal war es eine große Stute. Famiah, ein Vollblutaraber. Sie hatte eine wunderschöne Farbe, war mir jedoch ein bisschen zu hoch. Ich mochte kleine Pferde lieber. Misstrauisch blickte sie mir entgegen, als ich die Box betrat. Trotzdem wurde sie nicht aggressiv, sondern ich konnte sie problemlos aufhalftern und aus dem Stall führen. Als wir den Hof betraten, trabte sie jedoch flott los und wollte mich mitziehen. Energisch rief ich „Hoooolaaaaa!“ In Panik geriet ich bei so etwas schon lange nicht mehr. Ich hatte es ja auch ständig bei meinem Cola. Tatsächlich reagierte sie und ging nur noch im schnellen Schritt. Dann blieb sie plötzlich stehen und wollte nicht mehr weiter. Energisch ruckelte ich am Strick und gab ihr damit eines auf den Hintern. Ich schnalzte und richtete mich auf. So konnte ich sie im Endeffekt dann überzeugen, mir zu folgen. Jetzt hetzte sie wieder. Ich war unbeschreiblich erleichtert, als ich sie auf die Koppel lassen konnte. Sie schoss erstmal ans andere Ende der Koppel. Eins musste ich der eigensinnigen Stute lassen. Sie hatte einen wunderschönen Galopp. Es sah aus, als würde sie den Boden nur antupfen und trotzdem war sie unheimlich schnell. Schließlich riss ich mich los, um das nächste Pferd zu holen. Diesmal war es eine Blue Roan-Berber Stute namens Pangäa. Sie kam direkt zur Tür und trat dann, als ich öffnete auch selbstständig auf die Stallgasse. Dort halfterte ich sie auf und wir gingen los. Als erstes musste natürlich der leere Futtereimer an der Wand gründlich untersucht werden. So gründlich, bis er umfiel. Logisch. Als nächste der Wassernapf der Hunde und die Nase musste natürlich auch tief in den Eimer mit den Haaren gesteckt werden. So brauchten wir für den Weg ziemlich lange, aber irgendwann kamen wir dann doch an der Koppel an. Dort löste ich das Halfter und im nächsten Moment erkannte ich Pangäa nicht mehr wieder. Sie machte sich ganz flach und schoss in einem unheimlich hohen Tempo los. Was war denn mit dem neugierigen, verspielten Pferd von gerade passiert? Ich bewunderte sie. Aber jetzt musste ich flott weitermachen. Das nächste Pferd war eine kleine, braune Welsh A Stute namens Star. Als ich die Tür öffnete, kam sie gleich mit Dackelblick auf mich zu. Sie beschnupperte mich und ich streichelte ihr die Nase. Dann halfterte ich sie auf und wir machten uns auf den Weg zur Koppel. Sie ging brav mit, schmiss jedoch aus Versehen die Schubkarre mit den Mistgeräten um. „Mensch du!“, schimpfte ich, ein wenig genervt, da ich durch die wenige Zeit für elf Pferde ein wenig gestresst war. Star erschrak sich vor meiner lauten Stimme und sprang ein wenig zur Seite. Dann senkte sie beschämt den Kopf und sah mich mit ihren großen Augen an. Da musste ich ihr einfach vergeben. Ich klopfte sie und dann gingen wir weiter zur Koppel. Dort fing sie direkt am Tor an zu grasen. Die nächste Stute war ein Welsh B mit der Farbe Buckskin. Sie hieß Happy Steffi. Freundlich schnaubend kam sie in der Box auf mich zu und wollte gestreichelt werden. Ich erfüllte ihr den Wunsch und streichelte ein paar Minuten. Dann musste es aber weitergehen. Ich halfterte auf und wir gingen zur Koppel. Sie folgte mir brav und lief auf der Koppel gleich zu Nosferatu und Dracula´s Wife. Jetzt fraßen sie zu dritt. Und ich holte das nächste Pferd. Unsicher sah ich auf die Uhr. Oh je, schon acht… jetzt musste ich mich aber beeilen. Ich hatte ganz schön getrödelt. So entschied ich mich, immer zwei Pferde auf einmal zu nehmen. Das machte ich ja sogar mit Larissa und Cola, den Streithähnen, da würde ich es auch mit zweien von Kiras Pferden schaffen. Die nächste war die Pony-Kohlfuchsstute Siana. Diese ließ sich brav von mir begrüßen und aufhalftern. Dazu nahm ich noch Knives and Pens. Gleiche Rasse, jedoch ein Dunkelfuchs. Ich nahm sie dazu. Kaum hatte ich Siana link und Knives and Pens rechts, unterwarf sich letztere. Sie machte sich klein und war unsicher. Siana machte jedoch keine Anstalten sie anzugreifen. Trotzdem war Knives and Pens nervös. Zum Glück folgten mir die beiden trotz alledem brav. Auf der Koppel trabte Siana zur Dreier-Welshi Gruppe dazu, welche dann zu einer Vierergruppe wurde. Knives and Pens fraß in einer der Ecken alleine und tat mir ein wenig Leid… Aber dafür hatte ich jetzt keine Zeit. Als nächste kam die Fellponystute Antigone. Ein Palominoschecke mit einem wunderschönen Exterieur. Sie kam gleich freundlich zu mir und ich begrüßte sie mit einem: „Na du Kleine. Jetzt geht´s auf die Koppel.“ Sie schnaubte und ich halfterte sie auf. Dazu nahm ich noch die Welsh Stute Vanity. Diese kam in der Box gleich auf mich zu und schnupperte mich von oben bis unten ab. Dann sah sie mich an, als wolle sie sagen: „Du bist aber nicht Kira.“ Ich lachte und wuschelte ihr durch die Mähne. Dann halfterte ich auch sie auf und ging mit den beiden nach draußen. Dort kamen wir an die Wasserpfütze, durch Welche die anderen Pferde bisher brav durchgegangen waren. Deshalb machte ich mir keine Gedanken. Oh, da gab es aber Ärger. Vanity weigerte sich standhaft, auch nur einen Schritt ins Wasser zu setzen. Das langweilte Antigone dann und sie wollte mich weiterziehen. Schließlich gab ich es auf und wir gingen einfach an der Seite vorbei. Dann ließ ich auch die zwei zur Koppel. Sie gesellten sich zu Star, so war zumindest die nicht mehr so allein. Jetzt noch eine und dann konnte ich endlich beginnen zu misten. So drehte ich mich um und wollte in Richtung Stall gehen. Aber da stand mir ja was im Weg. Es war eine Braune Stute, klein und mit heller Mähne, deren Augen mich frech anblitzten. Das war wohl Lillifee. Offensichtlich hatte sie es sich nicht gefallen lassen wollen, alleine im Stall auf mich zu warten und war mir gefolgt. Schlussfolgerung: Boxentüren waren kein Hindernis für sie. Na ja, sollte mir recht sein, so musste ich zumindest nicht noch jemanden holen. Ich lotste sie auf die Koppel, schloss das Tor gründlich, überprüfte den Strom und stellte dann die Schubkarre wieder auf und fuhr damit gleich in den Stall. Ich mistete Box für Box, überprüfte die Tränken und streute neu ein. Dann fegte ich die Stallgasse und der Stall war fertig.

      Jetzt ging es mit der Bewegung der Pferde weiter. Als erstes war Nosferatu dran. Ich nahm das Halfter und ging zur Koppel. Die Schwarzbraune stand immer noch in der Welshie-Vierergruppe. Als ich kam, sahen die vier aufmerksam auf und Nosferatu schien ihr Halfter zu erkennen. Jedenfalls kam sie direkt zu mir, ich legte das Halfter an und führte sie von der Koppel. Am Putzplatz band ich sie an und begann mit dem Putzen. Währenddessen überlegte ich, was ich mit ihr machen wollte. Kira hatte ja gemeint, ich dürfte alles. So entschied ich mich fürs Ausreiten. Im gleichen Moment sah ich das Plüsch auf dem Rücken der Stute. Weiches, warmes Winterfell. Richtig gemütlich. Ob ich auch ohne Sattel ausreiten durfte? Ich schickte Kira eilig eine SMS und kratzte dann noch die Hufe aus. Zum Glück schrieb Kira schnell zurück. „Ja klar.“ So holte ich die Trense und legte sie Nosferatu an. Dann zog ich noch meinen Helm auf und stieg auf den Putzkasten und von da aus auf den weichen Ponyrücken. Nun legte ich die Schenkel an und mein Stutchen trat mit weiten, motivierten Schritten an. Im flotten Tempo verließen wir den Hof. Oh, wie gerne ich doch ohne Sattel ritt. Man spürte jede Bewegung des Pferdes, warm und weich. Und man war so nah am Tier dran. Ich bog nach einiger Zeit an der Straße auf einen Feldweg und legte die Schenkel an. Schnaubend trabte die Welsh Stute an. Sie hatte butterweiche Gänge, weswegen ich problemlos auch ohne Steigbügel das Gleichgewicht halten konnte. Am Ende des Weges parierte ich durch, bog links ab und wir kamen an eine Anhöhe. Hier gab ich die Galopphilfen und Nosferatu schoss los. Im schnellen Galopp ging es den Berg hoch. Ich konnte nicht anders, ich musste ein „Juchheeee!“, ausstoßen. Zum Glück störte mein Pferd sich nicht daran. Auf der Anhöhe parierte ich wieder zum Schritt und am langen Zügel ritten wir zurück zum Hof. Als wir an der Koppel vorbei kamen, stürzten gleich alle Pferde zu uns an den Zaun. Nosferatu begrüßte sie schnaubend und wir blieben kurz stehen. Nach dem alle begrüßt waren, ritten wir zurück zum Putzplatz. Dort rutschte ich vom Rücken der Stute, nahm ihr die Trense aus dem Maul und befestigte das Halfter wieder. So führte ich sie in den Stall.

      Als ich gerade das Nächste Pferd holen wollte, bekam ich eine SMS von Kira: „Falls du jemanden in die Führanlage tust bitte nur Famiah, Knives and Pens, Vanity und Happy Steffi“, lautete diese. Okay, dann brachte ich diese Vier mal in die Führanlage. Ich holte die Halfter und holte die vier. Hoffentlich ließen sie sich brav gemeinsam führen. Aber das war kein Problem, sogar Famiah benahm sich jetzt zivilisiert. Ich ließ sie in die Führanlage und holte jetzt das nächste Pferd. Da die Führanlage direkt neben dem Platz war, musste ich jetzt wohl Dressur reiten.

      Für die Dressur entschied ich mich für Dracula´s Wife. Die hübsche, braune Stute ließ sich brav von der Koppel holen. Ich band auch sie am Putzplatz an und putzte gründlich. Sie hatte sich gewälzt, weswegen die ganze Prozedur ein wenig länger andauerte als bei Nosferatu vorhin. Sie ließ sich brav satteln und auftrensen und schnappte nur einmal beim Gurt festziehen ein bisschen in die Luft. Ich führte sie zum Platz und kontrollierte kurz, ob in der Führanlage alles in Ordnung war. Dann stellte ich mir die Bügel ein und saß auf. Als erstes ritt ich die Stute am langen Zügel zehn Minuten warm. Sie schnaubte gut ab. Dann trabte ich am langen Zügel eine Runde ab. Schließlich nahm ich die Zügel an und ritt ein paar Zirkel und Schlangenlinien. Dracula bog sich zwar ordentlich, latschte aber ziemlich. So setzte ich ein paar Mal hintereinander die Gerte ein, sodass sie schließlich flott wurde. Wir wechselten die Hand und machten dort ebenfalls Zirkel und Schlangenlinien. So langsam wurde Dracula motivierter und ging mit flotteren Tritten voran. Sie nahm sogar die Nase ein bisschen runter. Als sie gut gebogen war, trabte ich an. Dracula hatte einen tollen Trab, der schwungvoll und leicht zu sitzen war. Im Trab bog sie sich auch besser. Ich ritt alle möglichen Bahnfiguren wild durcheinander und trainierte beide Hände. Nach einiger Zeit fing mein Pferd an, eifrig am Gebiss zu kauen und zu schnauben. Das war der richtige Moment um anzugaloppieren. Ich setzte mich hin, legte das äußere Bein zurück und… sie sprang mit einem weiten Sprung an. Ihr Galopp war schwungvoll und leicht zu sitzen. Ich ritt auf beiden Händen, lobte sie, parierte durch und ritt dann ab. Nach einer Viertelstunde hielt ich sie an, saß ab, zog die Bügel rauf und führte sie zum Putzplatz. Dort band ich sie an und sattelte ab. Danach bekam sie noch eine Karotte und durfte zurück in ihren Stall.

      Ich holte nun die Pferde aus der Führanlage nacheinander nach drinnen, um dann mit dem nächsten Pferd weiterzumachen. Jetzt wollte ich longieren. Hierbei hatte ich mich für die Kohlfuchsstute Siana entschieden. Ich holte ihr Halfter und ging dann zur Koppel. „Na, Siana. Jetzt bist du dran“, begrüßte ich sie fröhlich und ging dann mit ihr zum Putzplatz. Dort band ich sie an und begann mit der Fellsäuberung. Dann noch die Hufe und Longiergurt anlegen. Beim Gurt festziehen schnappte sie frech nach mir. Mit einem „Nein!“, konnte ich das aber Regeln. Ich befestigte die Longe am Kappzaum und nahm Peitsche und Ausbinder mit. Auf dem Platz stellte ich mich dann in die Zirkelmitte und scheuchte Siana nach draußen. Brav ging sie außen entlang. Ich ließ sie auf beiden Händen jeweils 5 Minuten Schritt gehen und dann drei Runden abtraben. Schließlich holte ich sie wieder zu mir in die Mitte und befestigte die Ausbinder. Jetzt ging es los mit der Arbeit. Erst ließ ich die Stute fünf Minuten im flotten Schritt gehen, dann schnalzte ich und sie fiel sofort in einen schönen Trab. Ich war stolz, wie schön sie durchs Genick lief. Nach einigen Runden ließ ich sie wieder in den Schritt fallen und eine Runde verschnaufen. Dann schnalzte ich erneut und ermunterte die Stute zum Galoppieren. Brav sprang sie an und fiel auch nicht aus. Ich lobte sie und wiederholte die ganze Prozedur noch mal auf der anderen Hand. Dann machte ich die Ausbinder raus und ließ sie noch zehn Minuten ausschnaufen. Danach führte ich sie zum Putzplatz, machte Kappzaum und Longiergurt ab und führte die Kleine in ihre Box.

      Weitermachen wollte ich mit Lillifee. Mit der kleinen, frechen Stute wollte ich jetzt Bodenarbeit machen. Mal gucken, ob ich ihr damit ein bisschen Disziplin beibringen konnte. Ich ging mit dem Halfter auf die Koppel und ganz selbstverständlich auf die Stute zu. Da hatte ich mich aber verrechnet. Sie spitzte frech die Ohren und trabte vor mir Weg. Ich verfolgte sie, aber sie schien es lustig zu finden, mit mir Fangen zu spielen. Ich war schon kurz vorm Zusammenbrechen, als sie nach einer Viertelstunde stehen blieb und ich sie fangen konnte. Trotzdem sie mir einige Zeit geklaut hatte, musste ich lachen. Es war einfach zu gut, wie sie mich ausgetrickst hatte. Na ja, die Strafe bekam sie damit, dass ich nun keine Zeit mehr hatte, um sie zu Putzen. Ich führte sie in die Halle und ließ sie dort los, während ich ein Stangenlabyrinth, einen Stern, Trabstangen und eine Stange um „Jojo“ zu spielen. Diesmal ließ sich die Kleine Gott sei Dank gut einfangen und wir begannen. Ich fing mit dem Labyrinth an. Betont langsam führte ich sie um die engen Kurven und half immer wieder ein wenig mit Strick und Gerte nach. Nach dem zweiten Versuch klappte es sogar, ohne anzustoßen. Dann ging ich mit ihr zum Stern. Der verunsicherte sie zunächst ein wenig und sie stolperte in der ersten Runde ziemlich oft. Aber nach einigen Versuchen und viel Lob wurde es besser. Danach waren die Trabstangen dran. Das war nun eher anstrengend für mich, da ich ja nebenher rennen musste. Aber es klappte trotzdem. Dann spielten wir noch „Jojo“ hierbei führte ich Lillifee erst mit einem Huf über die Stange und wieder zurück, dann mit dem Zweiten und dann mit dem Dritten. Nachdem wir eine halbe Stunde hart gearbeitet hatten, durfte auch sie in ihre Box.

      Als letztes holte ich nun Pagäa und Star von der Koppel. Ich hatte nicht mehr viel Zeit, weswegen ich die beiden nur in der Halle frei laufen lassen wollte. Beide ließen sich brav von der Koppel holen und machten auch beim Führen keinerlei Probleme. In der Halle ließ ich die beiden los. Ich nahm eine Gerte und sah erstmal zu. Pagäa schoss gleich im flotten Galopp los und wirbelte Sägespäne auf. Star hingegen sah ihr zu und wollte sich nicht unbedingt vorwärts bewegen. Ich musste ziemlich energisch mit der Peitsche kommen, bis auch sie dann in einen Trab und daraus in einen Galopp fallen ließ. Wir spielten ein wenig und bauten auch Stangen mit ein. Aber bald wurde es für mich Zeit, zu fahren. So brachte ich die beiden in den Stall, fegte noch den Putzplatz und mistete Platz und Halle ab. Dann verabschiedete ich mich von allen Pferden und fuhr nach Hause.
      1 Dez. 2014

      kira
      Zweite "Stute des Monatswahl" mit Nosferatu


      Unter den Augen der Zuschauer ritt ich mit Nosferatu in die Halle ein. Heute wollten wir allen ein weiteres Mal beweise, dass sie eine Top Stute ist. Etwas aufgeregt war ich als ich im Schritt zu X ritt um die Richter zu grüßen, doch ich wusste auf Nosa war verlass. Diese Wahl würden wir versuchen sie auf Dressur spezialisiert vorzustellen, eigentlich war sie sehr vielseitig, doch man musste sich für eine Disziplin entscheiden. Also nahm ich die Zügel auf und gab leichten Druck mit dem Schenkel, Nosa wusste worum es geht. Sofort aufmerksam setzte sie sich in Bewegung und schritt locker vorwärts. An der langen Seite machte ich sie mit einer kurzen Parade aufmerksam, was eigentlich nicht umbedingt notwendig wäre, da sie voll bei der Sache war, dann ließ ich sie das Viereck erst die Hälfte der langen Seite verkleinern, ehe ich sie umstellte und wir das Viereck wieder vergrößerten. Genau passend kamen wir an. Mitte der langen Seite ließ ich sie antraben und nach einer halben Runde, also genau auf der gegenüberliegenden langen Seite, zeigten wir auf E eine gleichmäßige Volte. Ich trieb leicht mit um sie zu unterstützen ihren Schwung auch in der Biegung nicht zu verlieren. Diese meisterte Nosa mit ihrer üblichen Gelassenheit, auch sonst war sie ruhig wie immer. Die Zuschauer waren da, aber es störte sie nicht, eher gefiel es ihr ihr können zu zeigen und zu gefallen. Nun ritt ich eine doppelte Schlangenlinie, Nosa ließ sich schön stellen, war ihr diese Figur doch gut bekannt wie alle Hufschlagfiguren. Mit ihren 10 Jahren hatte sie diese schon oft genug ausgeführt und konnte diese sicher, aber auch neues lernte sie schnell. Danach wechselte ich aus dem Zirkel und zeigte eine Runde lang ihren Trab auch auf der Linken Hand, ehe ich durchparierte und sie sich strecken ließ. An der kurzen Seite nahm ich ihre Zügel, nach etwas Vorbereitung, damit sie wusste was kommt, wieder auf und Galoppierte an. Erst versammelt und dann beim Wechsel durch die ganze Bahn ließ ich sie zulegen. Vor der Ecke nahm ich sie wieder zurück und auf minimale Hilfen und wie gewohnt sprang sie um, sodass ich im sauberen Rechts Galopp weiter ritt. Eine weitere ganze Bahn präsentierte ich ihren Galopp, ein paar Paraden und sie lief fleißig im Schritt weiter, ehe ich zu X abbog ließ ich sie nocheinmal antraben. Im Trab auf X zuzukommen wirkte einfach eindrucksvoller als im Schritt. Geschlossen blieb sie auf anhieb bei X stehen. Ich klopfte sie kurz ehe ich die Sätze über ihre bisherige Leistung den Richtern präsentierte. "Nosferatu hat sich bisher auf einigen Tunieren gezeigt und ihre Eignung bewiesen. Sie ist vielseitig veranlagt und kann beinnahe in allen Sparten der Reiterrei Erfolge vorweisen. Ihr Charakter unterstützt diese Veranlagungen außerdem. Sie ist gelassen, lernwillig und ergeizig. Mit diesen Eigenschaften ist sie eine Bereicherung für die Zucht." Mit einem Lächeln und kurzen Kopfnicken endete ich und ließ Nosa unter Lob am langen Zügel im Schritt aus der Halle gehen.
      8 Dez. 2014

      kira
      Hoch und Tief

      Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich vielleicht mal etwas in die Pötte kommen sollte. Schnaufend befreite ich mich aus der Umarmung. Lars brummelte. Vorsichtig rutschte ich zur Bettkante und schlüpfte mit meinen nackten Füßen in meine Pantoffeln. Es war kalt im Zimmer, bloß schnell in die Küche. Ich reckte mich noch, um mich wieder bewegen zu können und stupste meinen Freund leicht an „Wir müssen aufstehen Lars. Ich bin schon mal unten.“ „Hmmhh..“, er drehte sich rum. Mit einem leichten grinsen und kopfschüttelnd bewegte ich mich die Treppe runter. In der Küche angekommen deckte ich den Tisch, nicht sehr viel Aufwand bei zwei Personen. Grade fertig mit decken tauchte auch Lars auf. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Morgen erstmal, ne?“, meinte ich dann grinsend. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Guten Morgen mein Schatz“, ein Kuss folgte. Am Frühstückstisch würde der Schlachtplan für den heutigen Tag folgen. Ich setzte mich schon mal und begann mein Brötchen fertig zu machen, während Lars sich noch Kaffee kochte. Brrr.. Kaffee – nicht so meins – mit meinem Kakao war ich sehr glücklich. Einen kräftigen Bissen nahm ich von meinem Käsebrötchen, während Lars sich setzte. „So. Was steht heut an? Die Kleinen kommen heute, oder?“ Ich nickte, denn ich war immer noch mit meinem Käsebrötchen beschäftigt. „ Ist alles dafür schon fertig?“ Noch am kauen nickte ich, aber hob die Hand um ihm zu verdeutlichen, dass ich dazu noch etwas sagen wollte. Der letzte Bissen war runtergeschluckt: „ Prinzipiell schon, die kommen doch zu Gracie in den kleinen Laufstall.“ „Meinst du das geht gut?“ Die Kleinen waren nicht nur vom Alter klein, was Grace auch war, sondern wirklich klein. Zwei Miniature Horses. Und Grace war normal groß. „Hoffe ich doch.“ „Okay.“, meinte er nickend. Wir Frühstückten zu Ende ehe wir uns fertig anzogen und auch schon nach draußen verschwanden um das Tageswerk zu beginnen.

      Als wir vor der Tür standen genoss ich es einen Augenblick mein Gesicht der Sonne entgegen zu strecken, die letzte Zeit hatte es viel geregnet, richtiges Winterwetter hatte es diesen Winter bisher kaum gegeben, dennoch war es kalt und ekelhaft gewesen. Dann folgte ich Lars zu den Ställen. Er hatte schon begonnen den Pferden ihr Frühstück zu geben. „Stutenstall ist fertig, ich mach jetzt die Hengste.“ „Gut, dann nehm ich was übrig bleibt.“, meinte ich und schnappte mir einen Futterwagen, womit ich mich aus dem Hauptstall, welcher die Zuchthengste und Anwärter beherbergte, auf dem Weg zu einem der Nebengebäude machte. Hier waren die Pferde und Ponys untergebracht, welche nicht eine unserer Hauptzuchtlinien waren. Also eher die Hobby Pferde. Nacheinander bekamen Davour, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Pancake Killer und Umpalumpa ihr Futter. Ebenso wie die Araber, gekört und ungekört, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann und Famiah und meine Berber Stute Pangäa, die auch hier untergebracht waren, da sie nur eine Nebenzucht waren. Am Ende des Gebäudes befand sich der Jungpferde Laufstall, in welchen heute die beiden neuen Jährlinge einziehen sollten. Eigentlich schon anderthalb, bald zwei. Am Tor stand Graceful Eclipse. „Na Gracie?“, begrüßte ich die Stute. Das große Mädchen steckte mir freundlich ihren Kopf entgegen, sodass ich sie krabbelte während ich ihr Futter in die Raufe schüttete. Auch hier kontrollierte ich routinemäßig die Tränke und nahm mir kurz die Zeit die Stute in Augenschein zu nehmen, aber wie immer war alles in Ordnung. Glücklich klopfte ich Grace den Hals, worauf hin sie mich an stupste. So ein freundliches Pferd hatte ich selten erlebt und mit Spannung wartete ich darauf wie sie sich unterm Sattel und bei sonstiger Arbeit machen würde. Sie war echt ein Herzenspferd. Aber weiter ging es, also wieder in den Hauptstall und den Futterwagen weggebracht und neu aufgefüllt. Beim Verrichten davon kam ich bei All Pride vorbei, im Gegensatz zu sonst kam er nicht zur Boxentür um sich ein Leckerchen zu egammeln. Noch so eines meiner Lieblingspferde, auch wenn er jetzt wohl noch faul im Stroh lag. Generell haben wir viele wundervolle Pferde. Was würde ich nur ohne sie machen? Und ohne Lars? Aber sie sind alle hier. Glücklich machte ich weiter. Vom Heuboden schmiss ich einen kleinen Quarder Stroh runter und transportierte ihn mit einer Schubkarre zum Hänger. Eine neue Schubkarre könnten wir mal gebrauchen, diese hier war etwas schrottig. Aber es reichte, ich und das Stroh kamen beim kleinen Hänger an, wo ich eine Schicht drin verteilte. Der Hänger war eigentlich ein Schafhänger. Aber wofür den riesen Häger mitnehmen, dieser war für zwei so winzige Pferdchen viel sicherer und auch angenehmer zu fahren. Würde Lars fahren? Das müsste ich ihn noch fragen. Aber so oder so würde ich auf jeden Fall mit zum Abholen. Mit dem restlichen Stroh ging ich zurück zum Hauptstall. Eigentlich könnte ich es auch im Stutenstall verteilen. Wieso nicht? Die würden sich freuen. Also nahm ich einen kleinen Umweg und brachte das restliche Stroh zu den Stuten. Das ganze wurde im Laufstallverteilt, wo die Zuchtstuen standen. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Siana, Knifes and Pens, Antigone, Vanity und Lillifee freuten sich drüber und ein Großteil stürzte sich sofort drauf. Vanity zickte etwas herum doch Siana bot ihr direkt Einhalt. Dennoch musste ich lachen als Knive lieber reißaus nahm und sich mit etwas Stroh davon machte. Frisches Stroh war recht beliebt, Heu und Kraftfutter oder Frischfutter natürlich mehr, aber momentan gab es für die Zuchtstuten fast nur Heu. Ein paar Zusätze gabs dennoch, für die Entwicklung der Fohlen. Aber es passt so. Es gab immer gesunde kräftige Fohlen. Und ab Frühjahr sind sie ja auch draußen. Nach kurzen Recken nahm ich die Schubkarre wieder auf und ging an den Einzelboxen der ungekörten Stuten, sie standen alle noch im Training, Wie konntest du nur, Drachenlady, I like it, De Luxe, White Dance, Snow Whites Beauty und Juwel der Stille vorbei. Einige neugierige Nasen reckten sich mir entgegen, aber es gab keine Leckerchen. Like versuchte es mit quitschen und empörten treten gegen die Boxentür. „Hör auf du Zicke! Ich hab nichts!“, vesuchte ich ihr klar zu machen. Zufrieden war sie dennoch nicht, sie warf mir einen trotzigen Blick zu. Einfach ignorieren, sie war eben so. Eine der kleinen Stalldiven.

      Grade als ich die Schubkarre abstellte kam Lars an: „Kommst du gleich mal?“ Er machte so ein besorgt-wichtiges Gesicht. Nickend fragte ich: „ Klar, was ist denn?“ „Gleich. Ich muss wieder zu Dracula.“ Schon war er wieder verschwunden. Anscheinend hat er Dracula bewegt. Gut, dann muss ich das nicht mehr machen, der Kerl war auch heute mit Training dran. Worums aber geht..? Hoffentlich ist nichts mit Dracula passiert. Sorgen breiteten sich aus. Das Zurecht legen des Sattelzeuges der Pferde die heute geritten werden sollten müsste warten, erstmal würde ich nach schauen was los ist.
      Lars war grade Dracula am abbürsten. Dee hatte ordentlich geschwitzt sah ansonsten aber quitsch lebendig aus und hibbelte wie immer ein bisschen herum und machte uns das Leben schwer. „HEY!“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Lars verpasste Dee einen kräftigen Klaps. „Er hat mich gezwickt.“, entschuldigte er sich und verzog das Gesicht. „Frechdachs. Aber er ist dennoch gut.“ „ Ich hab ihn mal ein bisschen gefordert, Medy hat gute Arbeit geleistet, der geht ne super L Dressur mitlerweile.“ „Wir könnten sie ja nochmal kommen lassen oder meinst du er wäre mit mehr Überfordert?“, fragte ich nachdenklich und kam naher um den Ponyhengst zu krabbeln. Dee ließ mal seine hengstige Seite fallen und drückte sich meiner Hand entgegen. „was du nur immer mit den Pferden machst!“, meinte Lars lächelnd. Dees Lippe zuckte, der Mascho genoss es sichtlich. „Achja und wir können ja mal mit Medy telefonieren was sie dazu meint.“, er schwieg kurz, setzte an etwas zu sagen, aber überlegte es sich doch anders. Nach einem Moment der Stille und einem Stirnrunzeln von mir kam er doch noch zu Punkt: „Ich glaub Pride geht’s nicht so gut.“ Nein! Ich verkrampfe leicht, „ Könnte ne Kolik sein.“ Dracula wurde unruhig, ich hatte unbewusst aufgehört ihn zu krabbeln. Meine Hand hing nur noch angespannt an seinem Hals, ich nahm sie weg. „Es ist noch nicht so schlimm. Ich hab den Tierarzt vorhin schon angerufen er kommt nachher.“ Ich nickte. „Magst du nach ihm schauen? „, fragte er sanft und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du kannst am besten mit ihm. Ich kümmer mich hier um den Rest. „Ja“, kam es leicht krazig aus meinem Mund. Er schenkte mir einen mitleidigen Blick, denn er wusste wie viel mir Pride bedeutete. Dann nahm er Dracula um diesen wieder in seine Box zu bringen. Also auf zu Pride. Wird schon nicht so schlimm sein. Warum hab ich das nicht gemerkt heute Morgen als er nicht raus geschaut hat! Ich hätte nach ihm schauen sollen.
      So schnell war ich noch nie bei einer Box gewesen. Vorsichtig lugte ich durch das Boxen Gitter. Da lag er im Stroh. Zumindest wälzt er sich nicht. Schwitzig sah er aus und er blähte auch die Nüsten. „Hallo Kleiner!“, begrüßte ich ihn leise und schob den Riegel zu Seite um einzutreten. Prides Blick wanderte zu mir. Langsam ging ich zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Er legte mir pracktisch seinen Kopf in den Schoß, mir kamen beinahe die Tränen. Ich streifte ihm sein Halfter über und stand dann auf. „Komm! Hoch!“, versuchte ich ihn zum Aufstehen zu bewegen. Schnaufend kam er hoch. Zumindest das Geschafft. Er spannt den Bauch. Jetzt mal ein bisschen Bewegung, dass hilft. Hoffentlich kommt der Arzt bald. Mit einem sanften zupfen am Strick brachte ich ihn dazu mir zu folgen. Aus der Box raus, er sah nicht gut aus. Die Tränke hatte aber funktioniert, also lag es nicht daran. Erstmal würden wir ein paar Runden drehen.
      Es dauerte bis der Tierarzt kam. In der Zwischenzeit war ich mit Pride Runde um Runde gegangen und hatte immer wieder versucht ihm etwas Wasser anzubieten – bisher ohne Erfolg. Lars schaute auch immer wieder vorbei: „Wie geht’s ihm?“ „Nicht so gut.“ „Wenn du was brauchst sag mir Bescheid. Ich hab mein Handy dabei.“ „Klar“, meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln. „Looki ist jetzt auch bewegt. Ich war eben mit ihm in der Halle und bin ein bisschen gesprungen..“, er hielt inne und grinste mich leicht an, „.. es war intressant, aber ich glaube nicht das er ein großes Springpferd wird. Cavalettis schafft er aber.“ Lars zwinkerte mir zu. Bei dieser Vorstellung wie er Looki wohl mit großem Aufwand zum Springen gebracht haben musste musste ich lachen. „Überlass das besser uns.“, ich schaute etwas wehleidig zu Pride. Er und ich – das war ein Team – wir waren beide unglaublich springbegeistert und kamen super miteinander aus. Aber ans Springen war momentan nicht im Entferntesten zu denken. „Ich bring jetzt erstmal die Zuchthengste in die Führmaschiene und dann reit ich noch Club.“ Ich nickte. Dann waren zumindest schon mal Admiral, Frisco, Coco´s Landzauber, Legacy of Gold, Golden Pirate, A le Hop und Club Can´t Handle Me bewegt.
      Endlich traf der Tierarzt ein. Ein schaute sich Pride genau an, tastet ihn ab. Drückte hier und da. Armer Kerl, er hatte echt Schmerzen. Und jetzt drückt der Arzt auch noch an ihm rum. Beruhigend streichelte ich ihn. „Also „, setzte der Tierarzt an, „ es ist wie sie dachten eine Kolik. Das Führen war schon eine gute Maßnahme, ebenso wie das Anbieten von Wasser. Ich werde ihm jetzt eine Krampflösende Spritze geben und ein Schmerzmittel.“ Den Strick fest in der Hand streichelte ich Pride und redete mit ihm um ihm abzulenken: „Schau her Junge! Alles wird gut. Hhmm? Ja, mein lieber Pride.“ Der Arzt setzte die Spritzen geschickt und Pride blieb brav. Er war aber auch fertig. “ Sie können ihn dann wieder in die Box stellen. Achten Sie darauf ob er trinkt. Aber er sollte erstmal noch nichts fressen. Wenn es sich bessert kann er wieder kleine Portionen Heu bekommen, was dann langsam gesteigert werden kann. Wenn es aber nicht besser wird sollten sie mich nochmal Kontaktieren, aber ich denke hiermit sollte es getan sein.“, wies der Arzt mich an. „Okay alles klar.“, ich verabschiedete mich mit einem Händeschütteln und brachte Pride etwas erleichtert in seine Box zurück. Dort räumte ich alle Futter Reste raus und stellte ihm zusätzlich zur Tränke einen Eimer mit lauwarmen, frischen Wasser in die Futterraufe. Es schien ihm schon jetzt etwas besser zu gehen. Zumindest steht er und ist nicht mehr schwitzig.
      Nach kurzem Tätscheln ließ ich ihn dann alleine, mein Magen grummelte schon seit geraumer Zeit und es waren noch andere Pferde um die ich mich heute kümmern müsste. Und die zwei Neuen! Erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Vier Uhr. Mist. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde bei der Züchterin sein sollen. Hastig zog ich mein Handy aus der Hosentasche – kein verpasster Anruf. Also machte ich mich auf die Suche nach Lars. Wie es schien hatte er inzwischen schon alle Hengst wieder in ihre Boxen gebracht, denn die Führmaschine war leer. Als ich die Futter- und Sattelkammer betrat bemerkte ich eine Notiz am Brett
      ‚Bin die Kleinen abholen. Hoffe du bist nicht sauer, dass du nicht mit bist ;)
      Lars‘
      Glückgehabt, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn niemand pünktlich dar gewesen wäre. Und ich war nicht sauer. Auch wenn ich natürlich schon sehr gerne mitgekommen wäre. Hatte er gut gemacht. Aber ich sehe die Kleinen ja nachher. Motte und Porcelain Doll. Beim Überprüfen der Tabelle stellte ich auch fest das Lars auch anscheinend noch unseren alten Herren Wild Dream geritten war, so hatte ich jetzt eigentlich nur noch ein Pferd heute zu reiten. Bei übriger Zeit würde natürlich sich auch keines der restlichen Pferde dagegen wehren, aber es gab immer einige „Pflicht“-Pferde, danach kamen die Optionen. Aber erstmal ging ich jetzt ins Haus. In der Küche stellte ich auch fest, dass Lars sogar gekocht hatte. Wie ich ihn liebe! Er hatte heute echt gerackert.
      Nach dem Essen ging ich wieder gestärkt erstmal nach Pride schauen, ich erwischte ihn grade mit dem Maul im Wassereimer. Erleichtert seuftze ich, worauf hin er seine Nase hob und ans Gitter presste. „Nein, Pride du kriegst nichts. Du willst doch wieder Gesund werden.“, wähnte ich. Weil ich ihn aber nicht so stehen lassen wollte kraulte ich ihn, es schien ihm schon deutlich besser zu gehen. Wie schön! Ich merkte wie ich deutlich entspannter wurde. So und jetzt kommt der Spaßige Teil des heutigen Tages.
      Roi du Soleil stand schon ungeduldig an seiner Boxen Tür, er war noch ziemlich neu doch hatte er sich schnell eingelebt und wartete nun jeden Tag auf seine Beschäftigung. "Hey du!", begrüßte ich den hübschen Hengst. Roi stampfte mit dem Huf auf und nachdem ich ihm diese ausgekratzt hatte und ihn mit Halfter am Strick aus der Box führte schien er fast etwas beleidigt. Armer Kerl, musste er heute so lange warten bis er dran war. Sonst war er früher.. Also schnell geputzt bis das rote Fell in der restlichen winterlichen Sonne funkelte und dann den Sattel drauf gepackt. Schnell flitze ich noch in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen und nahm dabei wieder die halbe Tür mit "Autsch!" "Was für´n Mist!", fluchend ging ich wieder zu Roi zurück, darauf bedacht nicht weitere Ecken mit zu nehmen, der blaue Fleck würde nun reichen. Relativ flott war der Kerl gesattelt und als würde er sich bedanken wollen, dass er jetzt endlich seine heiß ersehnte Bewegung bekäme, stupste er mich sanft an. Lächelnd krabbelte ich ihn zwischen den Ohren. Brav folgte er mir zum Reitplatz, das Wetter war heute wirklich gnädig, blauer Himmel und Sonne. Naja kalt war es immer noch. Und feucht. Vom ganzen Regen. Aber was sollte man erwarten? Mit dem was man hat sollte man sich zufrieden geben und sich freuen. Ich öffnete unter einiger Anstrengung das Tor, da müsste man noch mal was dran machen, es funktionierte nicht mehr ganz so wie es sollte. Darum war ich froh als ich es wieder geschlossen hatte und im weiß umzäunten Reitplatz stand. Roi war hibbelig, das merkte ich schon beim aufsteigen. "Hey!", stehen bleiben war wohl nicht drin.. Schnell schwang ich mich hoch und ihn dann, er war einfach losgelaufen, anzuhalten und rückwärts wieder zum Ursprungsort zurück zu kehren. Dort ließ ich ihn erstmal stehen. Passte ihm natürlich nicht und er schlug mit dem Kopf. "Selber Schuld, wer sich bewegen will muss dennoch auf mich hören.", meinte ich etwas genervt. Als er es dann doch schaffte ruhig zu stehen durfte er dann endlich auch gehen. Im Schritt ging es einige Minuten über den Platz bis Roi gut aufgewärmt war. Dann sollte er traben. Die nächste Hürde an diesem Tag. Lief heut nichts wie es sollte? Sanft berührte ich seine Flanke und Roi preschte los als würde er ein Rennen laufen. Ein Galopprennen. Gegen die Schnellsten. Und er hält mit. "Hör auf!", schnauzte ich ihn an. Ein paar sehr eindeutliche Paraden und Volten ließen ihn zu seinem Glück wieder langsamer werden. So geht man nicht mit mir als reiter um. Hatte er jetzt gemerkt, würde er, hoffte ich für ihn, nicht nochmal machen. "Nächstes mal wirst du vorher longiert!", meinte ich zu ihm. "Was?", kam es zurück. Verwirrt schaute ich mich um und entdeckte Lars am Zaun, der musste natürlich lachen, ich schien wohl recht verdutzt zu schaune. Ich manovrierte Roi im lockeren Trab zu Zaun und ließ ihn dort anhalten. Na bitte, ging doch. Er stand ruhig. "Dachtest du dein Pferd spricht mit dir?", meinte Lars schmunzelnd. "Ich war mir nicht ganz sicher und habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt!", erwiederte ich lachend. "Wo sind denn die Kleinen?" "Ordentlich verstaut im Stall. Alles super gelaufen, sind brav in den Hänger und haben es sich dort bequem gemacht. Zwei ganz süße sind das!" "Super! Ich schau sie mir an, wenn wir hier fertig sind." "Lass dir Zeit mit Roi die Kleinen rennen schon nicht weg!", meinte Lars frech. Ich zog eine Schnute, doch musste dann lächeln, er kannte mich einfach zu gut. "Jaja." Also widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder Roi. Erst lobte ich ihn natürlich, dass er so lange brav und ruhig gestanden hatte. Da hatte es wohl klick gemacht wer das sagen hatte. Als ich antrabte meinte Lars noch:"Ich mach schon mal die Abendrunde." Ich nickte nur. Ich hatte gar nicht wirklich wahrgenommen das es schon recht düster wurde, aber der Tag würde bald zuende sein. Roi stellte sich beim restlichen Reiten vorbildlich an, er arbeitete toll mit und bot sich von selber an. Fleißiger Junge! Als ich schließlich beendete schien er mit sich selbst sehr zufrieden zu sein und sich, zum Glück, gut ausgepowert zu haben. Ich würde mit Lars besprechen ein Paddock an seine Box zu Bauen, denn umziehen lassen wollte ich ihn nicht. Dort wo er momentan stand stand er eigentlich gut. Umzüge waren immer so große Pferde hin und her Schieberreien. Denn es konnte ja uch nicht jeder überall stehen. Also wäre ein neues Paddock die simpelste Möglichkeit. Klar, es müsste auch noch ein Durchgang nach Außengebaut werden, aber hey! Wofür hatte man einen handwerklich begabten Freund? Als Roi wieder in seiner Box stand könnte ich gar nicht schnell genug Sattel und Putzzeug wegräumen. Beinahe vergaß ich zu kehren. Doch der drohend in der Stall Gasse stehende Besen erinnerte mich daran. Seuftzend nahm ich ihn und beseitigte den Dreck vor Rois Box. Schließlich konnte ich mich doch endlich in Richtung Laufstall auf machen, auf dem Weg kam mir Lars entgegen. "Sie stehen doch im Laufstall?" "Ja, ich hab ihnen aber erstmal ein eigenes Stück abgetrennt, dass sie nicht sofort zu Gracie müssen." Ich nickte. "Bin gleich auch mit Füttern fertig. Dann geh ich rein. Pride geht es übrigens schon eindeutig besser." Erleichtert lächelte ich, er war mein Liebling, ohne ihn.. ich wollte es mir gar nicht vorstellen. Lars und meine Wege gingen wieder auseinander, ich betrat das Gebäude in welchem sich der Laufstall befand. Dunkelheit empfing mich. Licht an. Da standen sie.. zusammen gekuschelt bei Gracie. Absperren hatte wohl nichts gebracht. Motte und Porcelain Doll hatten sich einfach durch den sorgfältig aufgestellten Zaun gequetsch, wie war auch mir ein Rätsel. Verschlafen blintzelten mir drei Augenpaare entgegen. Lars hatte recht, sie würden mir nicht weglaufen, daher beschloss ich den dreien ihre ruhe zu lassen. Für die beiden Minis war der Tag schon aufregend genug gewesen. Lich aus und wieder raus. Lars war warscheinlich schon fertig. Auf dem Weg zum Haus ging ich nochmal bei Pride vorbei. Ruhig lag er im Stroh. Als ich langsam den Riegel aufschob und zu ihm rein ging, reckte er mir den Kopf entgegen und blieb völlig entspannt liegen. Vor seinem Bauch ließ ich mich nieder und lehnte mich gegen ihn, seinen Kopf legte er mir nun fast in den Schoß. Die Ruhe die er ausstrahlte ging auch direkt auf mich über. Nach diesem stressigen und aufregenden Tag könnte ich endlich wieder durchatmen. Vertrauensvoll ließ er sich von mir umarmen und krabbeln. Wir beide, das war was. Ich liebte diese Momente, die einem beinahe verzaubert vorkamen, etwas unreal, aber dennoch wundevoll. Ich strich noch einige male über sein braunes, weiches Ponyfell, bevor ich auf stand, aus der Box ging und mich, wieder etwas unbefangener, zum Haus und zu Lars aufmachte.
      28 Feb. 2015

      kira
      Kurzer Zwischen-Pflegebericht

      Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen Fehlplanung, weshalb ich schnell aus dem Bett sprang als mein Wecker schrillte. Im Hengststall versorgte ich flott All Pride, Roi du Soleil, Cocos Landwein, Admiral, Look at my Hair, A le Hop, Frisco,Legacy of Gold, Club cant Handel me, Golden Piratmit Frühstück nacheinander. Dann kamen die Zuchtstuten oder solche die es werden sollten dran. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Lillifee, Vanity , Knives and Pens, Siana, Antigone , De luxe, White Dance, I like it, Juwel der Stille, Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, Drachenlady bekamen auch ihr Futter, worüber sie sich wie jeden Tag her machten. Danach brachte ich Davour, Pangäa, Famiah, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann , Flaschenzieherin, Wild Dream auf ihre Koppeln. Ich hoffte niemanden in meiner Eile vergessen zu haben, hinterließ Lars noch eine Nachricht auf dem Küchentisch. Er war noch nicht aufgestanden, aber ich hatte heute Termine so das ich so früh raus musste. Zum Glück hatte ich bald wieder Zeit meinen Pferden die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchten und verdienten.
      29 Juli 2015

      kira
      So viele Helfer

      Croccantino, Butterblume, Verdine, Roi du Soleil, Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe

      Es war schon Winter, aber zu meiner Freude erinnerte das Wetter einen noch eher an laue Herbsttage. Somit wehte mir auch kein eisiger, schneidender Wind entgegen, als ich aus dem großzügig gebauten Einfamilienhaus trat. Seit kurzem hatten wir zwei Wohnungen in unserem Haus abgetrennt, aus vorher mehr oder weniger genutzen Räumen. Weniger, musste ich eingestehen. Und Lars hatte schon Pläne für weitere Wohnungen. Nicht das er neuerdings sich als Vermieter versuchte, nein, wir hatten nun Angestellte. Wie merkwürdig das klingt. Ich hatte mich immer alleine um meine Pferde, meinen Hof gekümmert. Aber nun war ich doch glücklich über Lars rationale Denkweise, denn inzwischen war die Größe des Hofes und Menge der Tiere nur noch schwer alleine zu bewältigen. Und somit hatten sich jetzt Peter, alteingesessener Pferdewirt, und Alexandra, welche bisher im Beritt und Reitunterricht tätig gewesen war, aber sich hier auch um die Pflege kümmern würde, dort einquartiert. Bisher verstand ich mich mit beiden recht gut, aber was konnte man schon nach so kurzer Zeit sagen.

      Alex kam grade aus der Tür hinter mir, „Ausnahmsweise kein Regen.“ Nickend stimmte ich ihr zu, denn es war zwar immer noch recht mild, aber wir hatten einige Tage des Dauerregens erlebt. „Ich hoffe der Boden ist nicht mehr so schlammig, ich wollte heute mit Blümchen eine Trainingseinheit im Gelände absolvieren.“, auf diese Idee war ich gekommen nachdem Cata mal wieder da gewesen war. Denn momentan schien Butterblume wohl eine Blockade, mental gesehen, zu haben. Denn trotz Talent und Können hatte sie nun beim Springen Schwierigkeiten. Im Gelände, kleine Hindernisse und Motivation durch andere Pferde(ich hatte Lars dazu verdonnert mir Gesellschaft zu leisten und eine Freundin würde auch mitkommen), hoffte ich würde sie den Spaß bei der Sache wieder finden und über ihren Schatten springen und letzteres wohl auch wortwörtlich. Alex nickte verstehend. „Du bewegst am besten heute erstmal die Zuchtstuten.“, teilte ich ihr mit. Wiederum nickte sie und verschwand Richtung der Besagten.

      Zu den Zuchtstuten zählten alle meine prämierten Stuten, welche zumeist gerade tragend waren und somit nur für einige Zeit aufs Paddock gelassen werden mussten oder für einige Runden in die Führmaschiene kamen. Zum Glück konnte man die Paddocks wieder nutzen. Schweigsames Mädchen, dachte ich noch kopfschüttelnd und machte mich Richtung Nebenstall auf, denn erst würde ich mich heute noch um meinen liebsten Croccantino kümmern. Auf dem Weg zu dessen Box kam ich an Peter vorbei, welcher eifrig, aber dennoch irgendwie gemütlich, dabei war die Boxen zu misten. „Morgen, Frau Esenbeck!“, grüßte er mich. „Morgen Peter, schon so weit?“ „Ja man muss doch anpacken!“ Lächelnd reichte ich ihm den Stroballen, welcher vor der Box lag. Er hat trotz der frühen Stunde schon gute Arbeit geleistet. „Machst du gleich mal Pause und teilst die Morgenrationen aus?“, fragte ich ihn. „Ist schon in Arbeit!“, kam die Antwort, die von der Tonlage nicht hätte passender für so einen alten, bodenstämmigen Mann hätte sein können.

      Mit dem gesattelten Croccantino machte ich mich Richtung Halle auf. Die Reitplätze sahen noch zu unfreundlich aus, auch wenn die Sonne sich gerade durch die Wolkendecke gekämpft hatte. Wenn es so bliebe würde der Ausritt heute schön werden. Croc war derzeit in allen wichtigen Sparten auf L Stand und hatte beste Aussichten ein top Sport- und Zuchtpferd zu werden. Die Körung hatte er zu meiner großen Freude erfolgreich absolviert und würde nun im nächsten Frühjahr mit 5 Jahren bei den Großen anfangen mit zu mischen. Eine lockere Stunde hatte ich angesetzt und so ließ ich ihn nach einer Aufwärmphase ruhig antraben. Mittlerweile war er recht routiniert unter dem Sattel und wundervoll feinfühlig. Nach einigen einfachen Übergängen war der Gute auch munter bei der Sache dabei . Wir nahmen Galopp – Schritt Übergänge hinzu und nachdem er diese talentiert meisterte wagte ich mich auch an den Halt aus dem Galopp. Zu meiner Freude schaffte er es nach ein paar Anläufen. Zwar schien er mir etwas nervös, dass ich etwas von ihm forderte, was er noch nicht kannte, und der Halt war noch ein wenig ruckelig. Dennoch machte er seine Sache super und schien aufmerksam dabei zu sein. Seine Ohren schlackerten etwas hin und her aufmerksam was als nächstes folgen würde. Fröhlich klopfte ich ihm den Hals. Im weiteren Verlauf fragte ich nur bekannte Lektionen ab. Etwas Außengalopp, Kehrtwendungen und das Vergrößern und Verkleinern des Viereckes. An der Bande lag die Abschwitzdecke bereit, welche ich nach dem Training mit Schwung über den Pferderücken schmiss.

      Als Croc wieder in seiner Box stand, nun auch verspätet sein Müsli mampfend und ich aus der Box trat kam eine grinsende Gestalt die Stallgasse entlang auf mich zu. Mit lauter Stimme trällerte sie mir fröhlich entgegen: „Da versteckst du dich also! Wie geht’s dir? Hier findet man ja niemanden ohne GPS-Gerät und Lageplan!“ Ebenfalls grinsend trat ich ihr entgegen:“Louisa! Schön dich zu sehen! Gut, ich hab viel zu tun, aber das macht mich ja alles nur glücklich. Hast du Lars schon begrüßt?“ Besagter kam in diesem Moment um die Ecke, lächelte und beantwortete meine Frage: „Noch nicht, aber das holen wir schon nach! Na kleine Schwester? Gut hergefunden?“ Er umarmte Louisa herzlich, welche darauf im Anschluss mir in die Arme fiel. Als sie von mir abließ schaute mich meine Freundin und jündere Schwester meines festen Freundes an: „Wie ich dich kenne hast du schon was geplant oder?“ „Wir gehen ausreiten, das schöne Wetter muss man doch nutzen!“ „Dann geh ich mich mal grade umziehen, okay?“ „Mach das! Mich hat sie auch noch zum Ausritt abkommandiert.“, Lars klopfte seiner Schwester auf die Schulter. „Als ob du was dagegen hättest!“, meinte diese keck und verschwand richtung Stalltür. „Ich steh nicht so auf Kaffeklatsch !“, rief Lars Louisa noch hinter her. Danach verschwand auch er um Roi du Soleil fertig zu machen. Ich selber wandte mich Butterblume zu, als ich mit dieser ferig war, ging ich nach Louisa schauen, welche bei Verdine zugange war. „Diese hier ist aber neu, oder?“ „Ja, ich dachte mir sie passt zu dir! Lieb ist sie … und sie springt nicht gerne!“, kicherte ich wofür ich eine rausgestreckte Zunge erntete. „Aber gut, dass ich nicht springen muss.“, meinte Louisa sanft lächelnd. Als ich mir sicher war das Louisa problemlos mit Verdine klar kam, die Stute schien meine Freundin zu mögen, wurde diese doch sachte angestupst, ging ich auf die Suche nach Alex.

      „Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens und Siana?“,zählte ich alle auf, man konnte ja nicht wissen ob schon alle Pferde im Petto hatte. „Ja, alle bewegt und wieder glücklich und sauber in der Box!“, meinte sie lächelnd. Ich musste auch grinsen: “Sehr schön! Ich bin jetzt mit Lars und seiner Schwester auf Butterblümchen, Verdine und Roi im Gelände. Du kannst ja noch Drachenlady zusammen mit De Luxe aufs Paddock bringen und White Dance und Juwel der Stille reiten, was du mit den beiden genau machst kannst du dir aussuchen!“ „Mir fällt schon was ein!“

      Das Gelände schien wie gedacht eine positive Wirkung auf Blümchen zu haben. Motiviert lief sie an der Spitze auch wenn Roi immer wieder versuchte sich vor zu drängeln. Darauf hin beschlossen wir ihn ans Ende zu verbannen. Lars war ganz froh nach hinten etwas Platz zu haben, denn der Hengst schien es heute echt hinter den Ohren zu haben und machte Lars das leben schwer. Währenddessen genossen Louisa und ich vor ihm den Ausritt und Verdine und Butterblümchen schienen sich zusammen stark gegenüber dem hinter ihnen randalierendem Hengst zu fühlen. Mit Verdine hatte ich das Richtige Pferd für Louisa ausgesucht, die Stute war brav zu bewegen, wenn auch etwas ängstlich, doch damit konnte meine Freundin umgehen. Als wir eine Strecke erreichten, welche von einigen kleineren Hindernissen gesäumt wurde gingen wir in den Galopp. Die ersten Sprünge ließen wir noch aus, doch dann merkte ich wie Blümchen unter mir zappelig wurde und den an ihr vorbei ziehenden Hürden nachschielte. Louisa und Lars würden nicht Springen, dazu war Roi zu aufgekratzt heute. Louisa und Verdine waren sich einstimmig sicher, dass der Ausritt ohne Sprünge spaßiger sei. Somit lenkte ich vor dem nächsten Baumstamm alleine ab und ging auf die Nebenspur des Waldweges. Gekonnt zog Blümchen an, taxierte und übersprang sorgenfrei das kleine Hinderniss. Neben uns galoppierten die zwei anderen Paare. Vorne ruhig Verdine, hinten zwei etwas muffelige Männer.

      Als wir wieder am Hof ankamen war Roi doch endlich mal zu ruhe gekommen und Lars konnte grade verschnaufen. Aber dieses Glück währte nicht lange, schon fing der Hengst wieder an zu blödeln. Etwas missmutig saß Lars ab und verschwand, sich im gehen eine Gerte und Longe greifend Richtung Halle. „Da wird jetzt aber einer Ärger bekommen.“ „Das ist der Doofe selber Schuld, soll er doch Lars nicht so ärgern!“, meinte ich schmunzelnd. „Aber lustig wars auch irgendwie“, gedankenverloren streichelte Louisa Verdine, welche das sichtlich genoss. Als ich absaß betrachtete ich Butterblümchen, welche endlich wieder eine Freude an den Tag gelegt hatte beim Springen, wie früher. Vielleicht ist sie noch nicht reif für Tuniere? Louisa verschwand ebenso wie ich in einen der Stalltrakte und das Pfderd abzusattel und zu putzen. Später würden wir uns noch alle im Haus wieder sehen, wo sie für die Dauer ihres Aufenthaltes ein Gästezimmer mit Bad bezogen hatte. Ich freute mich jedes Mal wieder wenn eine meiner Freundinnen für einige Zeit zu Besuch kam.
      30 Dez. 2015

      kira
      Reitunterricht
      Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe, Butterblume, Croccantino, Fairy Tale, Baroness of the Guard

      Der Sommer ließ dieses Jahr auf sich warten, auch wenn man hier auf dem Gestüt in mancher Hinsicht darüber eher froh war. Nicht nass geschwitzt nach dem Reiten, keine nervigen Horden von Fliegen und Bremsen – dafür ab mieses Wetter und Massen an Mücken. „Mist!“, missmutig schlug ich auf eine dieser Plagen, welche sich gemütlich auf meinem Ar niedergelassen hatte um mich dann zu stechen. „Schon wieder?“ Lars und ich waren zusammen zu einem morgendlichen Ausritt mit Croccantino und Butterblume aufgebrochen. Lars hielt sich wacker auf dem hochmotivierten Hengst, während ich eher die größeren Schwierigkeiten hatte. Zwar hatte sich Butterblumes Verhalten im Gelände schon deutlich verbessert in den letzten Wochen, dennoch war sie immer noch gefährlich. Aus diesem Grund trug auch ich, ein völliger Reitwesten-Hasser, eine dieser steifen Dinger. Noch war es ruhig unter mir und mit energischen Hilfen ließ sich die Stute ruhig halten.

      Als wir zum Stall zurück kamen war ich einerseits froh drum, andererseits hätte ich noch Stunden zusammen mit meinem Freund und den Pferden durch den Wald dümpeln können. Nun gut ich war völlig zerstochen trotz Insektenspray und Butterblume nach einer erwarteten Panikattacke nass geschwitzt, aber ich war oben geblieben und sie hatte sich wieder beruhigt. Wie sensibel nur ein Pferd sein kann. Der Absturz einer Trainerin hatte sie sehr mitgenommen, weshalb das Gelände immer noch schwer war bei Blümchen. Croc sah im Gegensatz dazu aus als hätte er nichts gemacht. „Ich bring Croc noch auf das Paddock!“, rief mir Lars zu schon auf dem Weg dahin. Als ich Richtung Anbindeplatz ging sah ich auch Peter schon geschäftig die Boxen misten, während mir Marion entgegenkam. Links und rechts die Welsh Stuten Lillifee, Star und Vanity, während dessen Fohlen hinterher sprangen. Die Gruppe bewegte sich gemütlich durch die Stallgasse hinaus Richtung Weiden. Butterblue und ich konnten unseren Weg fortsetzen. Hier im Stall war sie wie immer das liebste und süßeste Stütchen überhaupt, auch etwas schreckhaft, aber nicht so panisch wie im Gelände. Nachdem ich Blümchen abgesattelt und Abgeduscht hatte stellt ich die Stute unter das Solarium zu trocknen. Auch ihre Muskulatur konnte das zum entspannen gebrauchen.

      Währenddessen machte ich mich auf den Weg White Dance zu holen. Ich hatte recht gehabt, denn die Stute sah mal wieder eher braun als cremellofarben aus. So hatte ich nun genügend Zeit dies wieder zu korrigieren, denn meine Reitkinder würden erst in einer Stunde fertig auf den Ponys sitzen. Die Stunde würde ich von White Dance aus halten, was aber kein Problem darstellte, da die drei Mädels mit 12, 13 und 10 Jahren schon gute Reiterinnen waren. Heute war Dressur angesagt.

      Butterblümchen stand völlig entspannt da als ich mit White Dance eintraf, etwas verschlafen blinzelte sie mir entgegen, entschied aber dann das alles okay sei und döste weiter. Bevor ich mich ans säubern der Welsh Stute machte, checkte ich nochmal die Tafel für die Reitschüler. Marie auf Drachenlady, Vera auf Juwel der Stille und Annalena auf De Luxe – das sollte hinhauen. Auch wenn die 12 Jährige Vera lieber Drachenlady ritt, so war doch sinnvoller das die 10 Jährige und Körperlich kleinste der drei Mädchen auch das kleinste Pony ritt. Und Vera würde es auch mal gut tun ein Pferd zu reiten was sie etwas mehr fordern würde als Drachenlady es tat.

      Während ich die schmutz Flecken von White Dance schrubbte, sah ich durch das Fenster abwechselnd Marion und Alex, welche wohl beschlossen hatte Marion zu helfen, die Zuchtstuten samt Fohlen vorbei führen. Alle nicht tragenden Stuten ohne Fohlen kamen erst in die Führmaschine und danach dann mit den anderen Zuchtstuten auf die Weide. Erst kamen Angel´s Kiss, Nesquik, Sally und Alice von Landwein vorbei. Danach folgten die beiden Pflegerinnen mit Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu und Antigone, deren freches Palomino Sabino Stutfohlen seinen ganz eigenen Weg zu laufen schien, denn 2 Minuten nachdem die Stuten schon vorbei waren düste es noch quietschend im Hof herum. Mit den letzten Stuten Siana und Knives and Pens ließ sich aber auch dieser kleine Wirbelwind mit einfangen und wurde dann weniger erfreut von beiden Seiten am Halfter hinterher gezogen.

      Schließlich war White Dance auch fertig und während diese unter dem Solarium trocknete, brachte ich Butterblume in ihre Box. Danach ging ich noch kurz bei meinen Reitmädchen vorbei schauen, ob auch alle ihr Pony samt Zubehör gefunden hatten. „Wie läuft’s bei euch? Alles gut?“, rief ich ihnen zu. „Hallo!“ „Ja!“ „Supi!“ Kam es mir entgegen, die Mädels waren fleißig die Pferde am fertig machen. Marie kam mir entgegen mit Sattelzeug, „Ist das hier richtig für Drachenlady?“. „Ja“, lächelte ich sie an und schon hüpfte sie zu dem Fuchspony zurück. „Ich seh euch in 20 Minuten in der Halle! Und die Pferde aufgewärmt!“, sagte ich in die Runde und ging zurück zu meiner Stute, die inzwischen trocken war.

      White Dance kam in die Führmaschine, während ich ihr Sattelzeug raussuchte, dann hatte ich es wen sie fertig aufgewärmt war schneller. In Reitkleidung lief ich sowieso schon den ganzen Tag herum. Währenddessen lief ich mit einem Heuballen zu einem der etwas abseits der Stallgebäude gelegenen Paddocks mit großem Laufstall. Draußen standen grade meine kleine Zuchtbereicherung Fairy Tale, ein buntes Welsh B Stutfohlen aus diesem Jahr, und Baroness of the Guard aus 2014. Nessi war ein Fellpony und entwickelte sich immer mehr zu eine echten Pferd. Ich schmiss den Heuballen in die überdachte Raufe und schon wurde es auch im Laufstall unruhig. Ich hatte keine Zeit mehr die Fohlen und Jungpferde zu beobachten die nun hinaus kamen, denn ich wollte als Reitlehrerin nicht zu meiner eigenen Stunde zu spät kommen.

      Die Mädels saßen vorbildlich schon auf ihren Ponys, welche auch schon eingelaufen aussahen. So schwang ich mich auch direkt auf meine Stute ehe ich begann. Erst wurde Leichtgetrabt, die Mädels sollten möglichst viele Schritt-Trab Übergänge und anders herum einbauen. „Nicht in den Ecken Vera! So kann das nur unschön werden!“ „Annalena geh mal auf den Zirkel im Schritt, wenn die Luxi dir so weg rennt kann das nicht vernünftig werden! Kommt erst mal zur Ruhe!“ White Dance Ohren schwangen neugierig hin und her, das hatte sie so auch noch nicht erlebt. Dennoch arbeitete sie willig mit. Danach befassten wir uns mit dem Aussitzen, gingen Schlangenlinie und übten den Halt auf X. Marie hatte noch etwas Schwierigkeiten, hüpfte sie doch im Ponytrab noch recht unruhig auf ihrem kleinen Pferd. „Marie wenn du nicht mehr kannst darfst du zwischendurch auch leichttraben.“ Ein Nicken kam mir entgegen. Zum Ende hin durften alle nacheinander noch Galoppiren auf beiden Händen was bis auf die üblichen Fehler klappt, alle Ponys galoppierten brav und keiner ging durch. Nach dem Abreiten mussten die Mädchen ihre Ponys wieder versorgen, aber das wussten und konnten sie auch. Ich versorgte ebenso meine Stute ehe ich nochmal nach meinen Reitkindern schaute. Für mich war es eine neue Erfahrung zu unterrichten, aber es gefiel mir bisher gut. Die Idee hatte Lars gehabt, sowohl um noch etwas Geld einzubringen, die Ponys zu bewegen und Werbung für unser Gestüt zu machen, denn wir verkauften ja schließlich zum Teil zukünftige Kinderponys.
      30 Juni 2016
    • Occulta
      kira
      Pflegebericht

      Etwas außer Atem öffnete ich das Tor der Koppel. Ich hatte es leider mal wieder eilig und so war ich zur Stutenweide in Gesellschaft von Jascha gejoggt. Die Halfter der Stuten hingen a Zaun und so schnappte ich mir flott die von Lillifee, Star, Vanity und Draculas Wife. Nach einigem Gebrassel hatte ich auch schließlich alle vier Stuten auf der schlammigen Weide erwischt. Da die Zuchtstuten eh keine Eisen trugen hatte diese auch wenig Probleme sich auf dem aufgeweichten Boden zu bewegen, ich im Gegensatz rutschte nur so vor mich hin. Nachdem ich das Gatter endlich wieder verschlossen hatte ging es im Vergleich zum Hinweg recht gemütlich zurück. Denn auch wenn die Stuten gerne auf der Weide waren, so gab es doch im Stall ihr abendliches Futter. Einzig die kleine Zicke Lillifee drängelte, doch gegen das noch nicht mal 1,30 große Pony konnte ich mich doch recht locker behaupten. Jascha hatte ich inzwischen aus dem Blick verloren, aber er würde schon wieder auftauchen. Kurz vor dem Stall kam mir Alex entgegen:“ Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Happy Steffi und Nosferatu hab ich schon reingebracht. Soll ich die Cobs auch noch holen?“ Unsere eigentliche Pflegerin der Zuchtstuten war momentan krank so lief auf dem Hof alles etwas drunter und drüber, aber da alle mitanpackten ließ essich doch bewerkstelligen. „Ja, das wäre gut!“ Auf der Weide warteten noch Knives and Pens und Siana, ich selber hatte keine Zeit die beiden rein zu holen. Die neue Welsh Cob Stute Argenté Noir war noch nicht in die ganze Zuchtstutenherde integriert, sodass sie heute im Stall geblieben war, abgesehen von etwas Freilaufen in der Halle. Sie war erst vor Kurzen zusammen mit einem Cob Hengst aus England bei mir eingetroffen, wo sie vorher auf dem Pineforrest-Gestüt gelebt hatte. Als sie mir angeboten wurde war ich ziemlich begeistert gewesen, da sie nicht nur optisch sondern auch mit ihren Leistungen überzeugen konnte, auch wenn sie etwas eigenwillig sein konnte.

      Nachdem die Pony Stuten glücklich ihr Futter mümmelten schaute ich noch einmal nach Antigone. Die Fellpony Stute war schon mittags rein gestellt worden, nachdem sie ausgerutscht war und daraufhin leicht lahmte. Doch nachdem ich sie kurz in der Halle laufen lief konnte ich sie beruhigter wieder in die Box bringen. Ein Tierarzt schien nicht notwendig. Zwar hatte sie ein paar Schrammen an der Hinterhand, aber es zeigte sich keine Schwellung und das Lahmen war auch schon deutlich zurück gegangen. Die Schrammen wurden einfach aus der Stallapotheke behandelt und die Stute weiterhin genau beobachtet um wenn nötig doch sofort einen Tierarzt hinzu zu ziehen.

      Zuletzt hatte ich noch zwei Pferde zu longieren. Dunkel war es schon lange, so war ich Glücklich mit Croccantino in die hell ausgeleuchtete Halle zu können. Der Hengst war im ersten Moment etwas irritiert, denn trotz seines jungen Alters stand äußerst selten Longieren auf dem Trainingsplan. Dennoch wusste er noch genau was von ihm verlangt wurde. Nachdem er kurz seine schlimmen 5 Minuten gehabt hatte lief er brav und gleichmäßig im Zirkel. Zu einer Trainingseinheit unter dem Sattel fehlte die Zeit. Nach etwa 20minuten ging es auch wieder zum Stall, wo der Hengst wieder in seine Box kam. Die Abschwitzdecke durfte er erst noch anbehalten. Diese würde ich später gegen seine normale Stalldecke tauschen.

      Das zweite Pferd, welches ich longierte war Drachenlady. Sie gehörte zu meinen langjährigsten Pferden und war für ihr Alter von 11 Jahren erst in verhältnismäßig tiefen Klassen unterwegs. Doch das wollten wir langsam ändern und sie vielleicht doch einmal als eine unserer Zuchtstuten begrüßen können. So war sie inzwischen regelmäßig im Training und auch öfter mal an der Longe. Das Longieren mit der Kleinen Stute verlief wie gehabt problemlos, war sie doch ein Seelchen von Pony, weshalb ich sie auch gerne in Reitstunden einsetzte.

      Als ich zum Haus schlurfte wartete Jascha schon vor der Tür: „Naa, wo hast du dich denn rumgetrieben?“ Der mittlerweile nicht mehr wirklich kleine Hund wedelte begeistert aufgrund der Aufmerksamkeit mit dem Schwanz. Sobald die Tür einen Spalt offen war flitzte er in sein Körbchen und ich musste jetzt auch endlich ins Bett, da ich am nächsten Tag sonst nicht frühgenug aus diesem raus kam.
      30 Dez. 2016

      Canyon
      Kostümparty für die einen, Arbeit für die anderen

      "Das ist doch albern."
      "Nein, das ist niedlich."
      "Haha." Sie lachte trocken und bedachte ihn mit einem ungläubigen Blick. "Und ich bin der Weihnachtsmann."
      "Da bist du aber nicht sehr glaubwürdig!" Diesmal blickte er gespielt abschätzig vom Pferd aus auf seine Freundin herab, streckte ihr dann jedoch als Zeichen eines Scherzes die Zunge raus.
      "Ich bin ohne Kostüm genauso glaubwürdig wie du es mit Kostüm bist, das habe ich versucht dir damit verständlich zu machen!" Sie versuchte sich aus dieser Lage wieder zu befreien, da ihr jedoch nichts passendes einfiel, verschränkte sie die Arme und schaute absichtlich in eine andere Richtung.
      "Bekomme ich nun trotz des oberniedlichen Hasenkostüms eine Aufmunterung? Immerhin bin ich hier, um die Ehre unseres Gestüts zu verteidigen!"
      "In einem Hasenkostüm!?" Entsetzt blickte sie ihn wieder an. "Du ziehst unsere Ehre in den Dreck!"
      "Weißt du was mir gerade einfällt? Ich weiß noch was "Ehre" auf Russisch heißt!"
      Diesmal musste sie lachen und als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken, lächelte sie liebevoll. "Ich gebe es zu, es ist wirklich niedlich!"
      "Sagte ich doch!" Seine Brust schwoll an und er grinste schon wieder.
      "Jaja...", nuschelte sie. "Wir sehen uns nachher, holst du mich ab?"
      "Immer doch, Liebling, immer doch!"

      Die Kostümparty auf dem Gestüt Milky Way war eine der bekanntesten weit und breit. Viele Besucher kamen mit und ohne Pferd, doch waren sie stets verkleidet, wie es die Regeln besagten. Die einzige, welche heute nicht in eine, lächerlichen oder gruseligen Kostüm steckte, war-
      "Charlotte von Eylenstein." Freundlich streckte sie ihre Hand aus und ergriff die des Mannes. "Peter", meinte dieser nur. Charly tat es gut, nach so langer Zeit wieder ihre Muttersprache sprechen zu können. Fast hatte sie das Gefühl, sie verlernt zu haben. Es lähmte ihr die Zunge und die Wörter, welche sie so viele Jahre lang Tag für Tag gebraucht hatte, schienen hinter all den anderen Dingen in ihrem Kopf verschwunden zu sein. Deswegen nickte sie nur kurz und lächelte zögerlich.
      "Hat dir Kira bereits eine Einführung gegeben?"
      "Nur ganz kurz." Meinte sie. "Das Nötigste eben."
      Peter brummte. "Ok, dann komm mit."
      Der morgendliche Schein der Sonne kroch erst langsam über die Spitzen der hügeligen Landschaft und ließ das Gestüt trotzt des warmen Sommers noch kühl und leer erscheinen. Einige Autos besiedelten schon den Parkplatz und bis zum Nachmittag würden es noch einige mehr werden. Kira hatte sich wie immer jede Menge Mühe für ihre reichlichen Gäste gegeben, Nico freute sich jetzt auf die Mahlzeiten - er mochte deutsches Essen.
      Peter verlor nicht viele weitere Worte, sondern teilte Charly einige Pferde im Hengststall zu, drückte ihr einen Futterplan in die Hand und sie versuchte ihr bestes, das ihr fremde Fütterungsprinzip in die Tat umzusetzen.
      "Ponys, Ponys, Ponys-" murmelte sie und fuhr mit dem Finger die Liste herab. Es waren einige Tiere zu füttern und die Zeit drängte. Die meisten Pferden mussten auf den Weiden sein, bevor der Ansturm an Gästen auf das Gestüt drängte.
      Sie begann, wie man meisten begann. Ganz vorne am Anfang. Obwohl sie unter zeitlicher Anspannung stand, nahm sie sich für jedes Pferd kurz Zeit. Admiral war also der erste, bei welchem sie die Tränke kontrollierte und Heu nachfüllte. Danach folgten viele weitere Ponys: Coco's Landzauber, Armani, Golden Pirate, A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Daydreaming Sorrow, Legacy of Gold, Look At My Hair und Frisco. Sie war reichlich überrascht, dass der größte Teil der kleinen Pferde erfolgreich gekört war.
      Die Hengste würden heute jedoch drinnen bleiben. Zu viele fremde Pferde waren unterwegs, sodass Charly nach getaner Arbeit bei den Hengsten zu den Stuten ging. Hier lernte sie Alexandra kennen. Diese war ein paar Jahre jünger als sie, aber Charly mochte ihr nettes Lächeln und die beiden Frauen verstanden sich, ohne viel von einander zu wissen. Was Pferde und ein kleines Lächeln bewirken konnten, dachte Charly und griff das Halfter an der ersten Box. Alexandra und Peter hatten bereits die Stuten gefüttert, sodass diese nun auf die Weiden sollten. "Imma zwe auf einma'", hatte Peter gesagt, während Charly nur verständnislos geschaut und Alexandra gelacht hatte. Peter hatte erst nicht gewusst, was er getan hatte, lachte dann jedoch auch, als er es verstand.
      Lilifee und Star hießen die ersten beiden Stuten. Charly mochte einfallslose Namen nicht, verzieh es den beiden jedoch durch ihr hübsches Aussehen sehr schnell. Peter griff sich Vanity und Angel's Kiss, während Alexandra Nesquik und Sally nahm. Die Ponys kannten den Weg schon fast selbst und weit war er auch nicht, sodass nach kurzer Zeit auch Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Argenté Noir, Knives and Pens, Siana und Antigone auf der Weide waren. Peter klopfte sich zufrieden die Händen an der Hose ab. "Jut, dann geht jetzt ener zu den Trainingspferden und die anderen beiden zum Nebenstall. Alex machst du dat? Ich nehme Charly mit, schicke sie dir jedoch, sobald wir fertig sind." Die beiden Frauen nickten zustimmend und machten sich auf den Weg zu den jeweiligen Pferden.
      Die sieben Trainingspferde standen nicht weit abseits. Auch sie mussten gefüttert und anschließend auf die Weide gebracht werden. Wieder gab es für sie einen Futterplan, während Peter das von ihr vorbereitete Futter zu den Pferden brachte.
      "Das ist für Viona und das ist für Nandalee", sagte sie und deutete auf zwei Eimer. "Als nächstes kommen dann Drachenlady und-", sie stockte, "-Wie konntest du nur?" Zweifelnd blickte sie zu Peter auf. "Heißt der wirklich so?" Peter nickte und griff stumm zu den Eimern, während Charly sich kurz lachend schüttelte. Gerade habe ich mich noch über die Namen beschwert, dachte sie, aber jetzt-.
      Zum Schluss kamen nur noch I like it, Club can't handel me und Roi du Soleil und auch diese kamen, nachdem sie genüsslich aufgefressen hatten auf die Weide.
      "Geh' du jetz ma zu Alexandra, ich mache die Boxen hier alleine." Charly nickte und machte sich auf den Weg zum Nebenstall, welche gerade einen unglaublich niedlichen Miniatur Hengst namens Umpalumpa den Schweif kämmte.
      "Ah sehr gut! Dich könnte ich jetzt gut gebrauchen! Du musst mir mal mit Croccantino und ZM's Zanaro helfen, ich würde die beiden gerne in die Führanlage bringen." Sie drückte Charly den jungen Vollblut Hengst Zanaro in die Hände, während sie selbst Croc nahm. "Nachher kommen auch noch Butterblume und Lady Moon, aber die will ich nicht zur gleichen Zeit-" Sie brach ab, denn aus einer der benachbarten Boxen drang ein lautes klagendes Wiehern. "Das ist Stromer's Painting Gold, die mag es nicht, wenn man sie alleine lässt. Vielleicht nehme ich sie nachher mit in die Führanlage." Sie verließ den Stall und Charly folgte ihr. "Aber erst nach dem Mittagessen, logischerweise." Fügte sie noch hinzu.

      Der Nachmittag war erstaunlich Pferdeleer. Nur hin und wieder wurden ein paar Pferde in die Führanlage gebracht und nach kurzer Zeit wieder abgeholt. Ansonsten machte Charly genau die Arbeit, welche sie von Zuhause gewöhnt war. Boxen sauber machen und Weiden abäppeln.
      "Ach wie viel angenehmer wäre das Leben, wenn es auch Pferdetoiletten mit Spülung gäbe." Meinte sie am späten Abend zu ihrem Freund. Ihre Arbeitskleidung hatte reichlich gelitten und ihre Haare waren von Staub und Dreck überzogen. Nico derweilen saß immer noch im blauen Hasenkostüm auf einer der Partybänke und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Als Charly diese erblickte, seufzte sie. "Sage nicht, dass ich nun auch noch Autofahren muss!"
      "Keine Angst Schatz, ich habe erfolgreich unsere Ehre verteidigt und eines der beliebten Gästezimmer ergattert!" Seine Brust schwoll vor Stolz.
      "Hoffentlich hast du auch etwas Werbung für unser Gestüt gemacht, das war schließlich deine Aufgabe."
      "Natürlich! Was denkst du denn von mir?" Empört richtete er sich auf. "Dass ich ein Taugenichts bin oder was?"
      Charly hustete. "Ach nö nö, quatsch!" Sie hustete wieder.
      "Glaube mir, die werden uns in Scharen besuchen kommen! Wenn ich eines bin, dann überzeugend und weißt du was? Ich habe noch einen Meilenstein heute erreicht!" Zweifelnd blickte Charly auf. "Lass dich überraschen Hase, lass dich überraschen."
      13 Juni 2017
    • Occulta
      Herbstausflug und neues Pony
      Nosferatu, Numair, Anubis, Bintu Al-Bahri, Farasha und PFS’ First Chant

      Lily, Jonas und ich hatten heute eine Art Familienausflug geplant. Wir wollten einerseits das Gestüt Milky Way in Deutschland besuchen, andererseits ein wenig wandern gehen, um das Herbstliche Wetter zu geniessen, so lange es noch warm war. Lily war schon ganz hibbelig und wartete draussen auf dem Parkplatz mit den Hunden (die aber mit Ausnahme von Jacky zuhause blieben), während ich nochmals rasch mit den Pflegern sprach. Schliesslich musste alles organisiert sein, selbst wenn wir nur einen Tag weg waren. Jonas holte noch rasch seine Jacke, dann waren wir bereit zum losfahren. Es war halb sechs Uhr morgens und ausnahmsweise war ich nicht besonders fit. Das lag wohl an dem Kälteeinbruch in England, der diese Nacht stattgefunden hatte. Die Luft war um einiges kühler als am Vortag und ein feiner Nieselregen begleitete den morgentlichen Nebel. Aber auch die Tatsache, dass Numair, Anubis, Bintu, Farasha und First Chant noch immer verschollen waren nagte an mir. Je mehr Zeit verging, desto mehr befürchtete ich, die Araber nicht wiederzusehen. Ich versteckte mich schaudernd in meinem Schal, der mich einigermassen warm hielt, war aber dann doch froh, als wir endlich ins Auto stiegen. Vor uns lagen etwa neun Stunden fahrt bis in die Vulkaneifel in Deutschland. Lily fand das furchtbar aufregend, während Jonas noch etwas verschlafen den Autositz einstellte und dann ausparkte. Zunächst fuhren wir mehr als drei Stunden bis zum Channel-Tunnel, der England mit Frankreich verband. Dort angekommen, mussten wir uns erstmal auf dem Gelände des Tunneleingangs zurechtfinden. Wir passierten mehrere Schranken und mussten rasch für eine Sicherheitskontrolle halten. Lily klebte förmlich an der Fensterscheibe und schien fasziniert von allem. Es war mittlerweile hell geworden und wir hatten uns unterwegs noch ein kleines Frühstück gegönnt. Nun reihten wir uns hinter den anderen Autos ein und fuhren im Schritttempo eine Rampe zum Zug hinunter. Dieser war zweistöckig, aber wir wurden auf den unteren Stock gelotst. Das Zuginnere erinnerte mich ein wenig an eine Szenerie von Star Wars, aus dem inneren eines Raumschiffs. Wir fuhren bis fast ganz nach hinten im Zug. Die Abteile wurden durch automatische Tore abgetrennt. Wir stellten das Auto ab und, da Lily darauf bestand, stiegen wir rasch aus und sahen uns etwas um. Doch selbst sie stellte nach kurzer Zeit fest, dass es nichts Besonderes zu sehen gab ausser Tunnelwänden, die nun, da der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, an uns vorbeizogen. Die Fahrt dauerte nur eine halbe Stunde, doch in Frankreich angekommen mussten wir zuerst wieder den Ausweg aus dem ‚Bahnhof‘ finden. Von dort aus fuhren wir über die Autobahn quer durch Belgien, was insgesamt etwa nochmal viereinhalb Stunden beanspruchte. Langsam war Lily nicht mehr so aufgeregt, sondern eher gelangweilt und fragte ungeduldig, wann wir denn endlich da sein würden. Als wir auf dem Parkplatz des Gestüts von Kira Esenbeck ankamen, war ich auch froh, meine Beine wieder bewegen zu können. Wir hatten zwar ein paar Pausen eingelegt zwischendurch, aber es war trotzdem ziemlich mühsam gewesen, so lange zu sitzen. Jacky und Lily waren bereits auf Erkundungstour. Jonas und ich folgten ihnen in einigem Abstand und bewunderten die Ställe. Die meisten Ponys waren auf den Weiden, denn hier in Deutschland war das Wetter deutlich angenehmer und auch etwas wärmer als in England.

      Wir waren nicht ohne Grund den langen Weg hierher gekommen. Kira, die ich schon eine ganze Weile kannte und mit der ich über die Jahre auch öfter Kontakt gehabt hatte, gab ihre Zucht auf. Sie verkaufte daher bis auf ein paar ihrer Lieblinge sämtliche Zuchttiere. Sie hatte mich per Mail angeschrieben, ob ich nicht ein Welsh Pony für Lily gebrauchen könnte, da noch einige der Pferdchen ein Zuhause suchten. Natürlich hätte sie mir auch einfach Bilder schicken und ich ein Pony von England aus aussuchen können, doch ich hatte darauf bestanden, das Gestüt zu besuchen. Wir wurden beim Hauptstall empfangen, und es waren auch ein paar andere Besucher dort versammelt. Es war so etwas wie ein Tag der Offenen Tür für Interessenten oder sonst Neugierige. Wir wurden herumgeführt und bekamen das Gestüt in all seinen herbstlichen Farben zu Gesicht. Bei den Weiden angekommen, sahen wir uns dann die einzelnen Ponys an und pickten ein paar erste Favoriten heraus. Kira war ziemlich beschäftigt mit den vielen anderen potentiellen Käufern, also nahmen wir die Ponys selbstständig unter die Lupe. Lily gefiel All Pride, ein brauner Welsh B Hengst, sehr gut. Später stellte sich jedoch heraus, dass er bereits vergeben war. Ich blieb bei einer Rappstute stehen und meinte „die wär doch was“, doch Lily war skeptisch – ihr gefiel der Kopf dieses Ponys nicht so. Sie schien eine ganz bestimmte Vorstellung zu haben, wie ein Welsh B auszusehen hatte. Ich liess etwas wehmütig von der hübschen schwarzen Stute ab und sah mich nach dem nächsten Tier um. Schliesslich fiel uns eine Schwarzbraune auf, die mitten auf der Wiese graste. Sie war sehr dunkel, hatte aber gleichzeitig vereinzelt kräftige Brauntöne in ihrem Fell. Ihre wuschelige, schwarze Mähne war leicht gewellt und der Schweif schön dicht. Ausserdem schnupperte sie sofort neugierig an meinen und Lilys Händen und hatte tatsächlich einen „hübschen Kopf“, laut meiner Nichte. Als das Pony Lily ins Gesicht schnaubte, war diese hellauf begeistert und rief aus „die gefällt mir richtig gut!“ Ich sah mir rasch die Beine und den Rücken des Tierchens genauer an, bevor ich mein Okay gab. Die Stute schien ein gutes Alter zu haben und war ausgesprochen ruhig und sanft im Umgang. Zufrieden nickte ich, meine stillen Gedanken ordnend, und drehte mich nach Kira um. Ein paar Minuten später fand sie rasch Zeit für uns und stellte uns ‚Nosferatu‘ vor. 13 Jahre, 132 Zentimeter gross, Turniererfahrung, gekrönt und mehrfach an Shows ausgezeichnete Zuchtstute. Ich hatte nichts dran auszusetzen und auch Jonas fand es eine gute Idee, also unterschrieben wir den Kaufvertrag. Wir bekamen sie sogar fast geschenkt, aufgrund der Situation und durch den Freundschaftsrabatt. „So einfach geht das, jetzt ist sie deins“, erklärte ich Lily. Meine Nichte umarmte mich übermütig und mit einem zuckersüssen „Daaaanke“. „Das heisst aber auch, dass du dich gut um meine Nossi kümmern musst“, forderte Kira mit einem ernsten Blick zu Lily. „Klaro! Wir machen viiiiele Ausritte und Bodenarbeit.“ Kira schmunzelte, Jonas und ich ebenfalls. Als wir uns verabschiedeten, umarmte Lily Nossi nochmal symbolisch und gab ihr einen Schmatzer auf den Hals. Das Pony schaute irgendwie verschmitzt drein, sodass mich das Gefühl nicht losliess, dass sie ganz genau wusste, dass sie soeben ein neues Zuhause gefunden hatte. Wir gingen weiter auf unsere Wanderung durch die Vulkaneifel und kamen erst um zwei Uhr morgens wieder zuhause in England an. Zum Glück war Wochenende, sodass Lily ausschlafen konnte. Und auch Jonas und mir war dank den Pflegern ein wenig Ausschlafen gegönnt, immerhin bis acht Uhr.
      26 Okt. 2017
    • Occulta
      Halloween 2017
      Nosferatu, PFS’ Dancin‘ to Jazz, Moon Kiddy, Dancing Moonrise Shadows, Diarado, Rapunzel, Fake xx, PFS’ Shadows of the Past, Areion, Dakota S, Chocolate Chip, Cabinet of Caligari

      Die Herbstliche Stimmung auf dem Ausritt war einfach wundervoll. Die Bunten Blätter, die im Wind von den Bäumen rieselten und unter Moons Hufen raschelten, die nach feuchter Walderde riechende Luft und die Mischung aus Kälte und warmen Sonnenstrahlen waren allesamt Dinge, die ich am Herbst unglaublich mochte. Trotzdem war auch eine gewisse Melancholie dabei, wenn man daran dachte, dass sich die Natur bis im Frühjahr schlafenlegen würde und viele der Vogelstimmen erst dann zurückkämen. Ich hoffte, dass es dieses Jahr wieder viel Schnee geben würde, damit wir ausgiebige Schneegalopps geniessen konnten. Moon lief in ihrem fleissigen Zackel-Schritt vorwärts und schielte unter ihrem mächtigen Schopf hindurch. Sie hatte die Ohren entspannt nach vorne gerichtet und trug den Schweif leicht angehoben. Hin und wieder kraulte ich sie am Widerrist, während wir so dahinritten. Sie schnaubte manchmal und machte den Hals schön rund, wenn ich das tat. Ich liess sie aber am langen Zügel laufen, denn wir hatten keinen Grund für Anstrengung. Ich hatte Moon Satteltaschen aufgeschnallt, denn der Ausritt führte uns in eines der umliegenden Dörfer zum Kürbisse Holen. Eigentlich hatte ich Jonas mitnehmen wollen, doch er war nicht mehr aufzufinden gewesen. Ich hatte eine Viertelstunde auf ihn gewartet, bevor ich alleine losgeritten war. Eine gewisse Enttäuschung konnte ich daher nicht verbergen. Aber was soll’s, dachte ich seufzend, ich schaffe das ja auch ganz gut alleine. Ich steuerte Moon auf einen Feldweg am Waldrand mit breitem Grasstreifen, auf dem wir gut galoppieren konnten. Moon brauchte ich nicht zweimal zu bitten; sie wartete förmlich auf meine Hilfen zum Galopp. Wir bretterten den Weg entlang bis zu einer Gabelung, bei der ich wieder abbremste und Moon auf den Feldrand driften liess, um ihre Barhufe zu schonen. Hier war der Weg nämlich zu meinem Bedauern wieder ein ordentlicher, gepflegter Kiesweg ohne Mittelstreifen. Wir kamen gut ohne Hufschuhe aus, solange ich ein wenig Acht gab und nicht den ganzen Tag auf Teer Ritt. Die Stute hatte starkes, hartes Horn, das durch die tägliche Anregung genug schnell wuchs, um den Abrieb auszugleichen. Ich hatte aber ohnehin festgestellt, dass meine Criollos allesamt gute Hufe hatten und problemlos ohne Eisen laufen konnten. Als wir wenig später auf eine kleine Landstrasse trafen, hörte ich plötzlich Hufgeräusche näherkommen. Ich drehte mich um und hielt Moon, denn wer da kam war niemand geringeres als Jonas. Er trabte auf Shadow zu uns. «Hey. Sorry, ich musste noch was erledigen. Tut mir echt leid, dass du ohne mich losreiten musstest», entschuldigte er sich mit ehrlichem Gesichtsausdruck. «Schon okay, Hauptsache du hast es noch geschafft. Was musstest du denn machen?» «Ach, nicht so wichtig. Ajith helfen und so.» Ich runzelte leicht die Stirn, sicher, dass ich im Hauptstall auch nach ihm gesucht hatte; sagte aber nichts weiter und überquerte mit Moon als erste die Strasse. Er wird schon seine Gründe haben, überlegte ich. Bestimmt eine Halloween-Überraschung. Ein triumphierendes Schmunzeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, als ich sah, wie er mich leicht missmutig musterte – es stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben dass er ahnte, dass ich ihn bereits durchschaut hatte. Shadow war nicht besonders sauber geputzt. Sie hatte noch Staub auf der Kruppe und Krusten in der Mähne. Offenbar hatte er sie nur rasch durchgebürstet, um mich noch einzuholen. Ich tadelte ihn liebevoll und er musste versprechen, die Stute mit den blauen Augen später noch richtig zu putzen. Wenigstens hatte er sich noch die Zeit genommen, ebenfalls Satteltaschen zu montieren. So konnten wir mehr Kürbisse mitnehmen. Wir erreichten den Bauernhof und banden die Pferde rasch bei einem Brunnen an, während wir einkauften. Ich fand noch eine Flasche Traubensaft von meiner Lieblingssorte, der ich nicht widerstehen konnte. Mit vollen Taschen machten wir uns auf den Heimweg.

      Auf Pineforest Stable versorgten wir die Pferde und stellten die Kürbisse auf der Veranda auf, um sie später mit Lily zusammen zu schnitzen. Sie würde um halb fünf von der Schule zurücksein, sodass ich bis dahin noch etwas Zeit für Diarado hatte. Der Hengst brummelte mir wie fast immer zu und genoss die anschliessende Putzeinheit sehr. Er war nicht richtig schmutzig, nur die Beine waren ein wenig mit Schlamm bespickt. Ich kämmte den vollen, glänzenden Schweif und die kurze Sportmähne. Sogar die Hufe fettete ich rasch ein. Er sah einfach unglaublich schick aus, als ich ihn wenig später zum Roundpen führte. Sein Winterfell war ziemlich spärlich, sodass ich ihn vielleicht nicht einmal Scheren musste – oder höchstens den Bauch. Er hatte wundervolle Muskeln und war schön schlank, ein richtiger Prachtkerl. Da war es nicht verwunderlich, dass es mittlerweile einige Fohlen von ihm gab. Ich schickte den Hengst raus auf den Zirkel und liess ihn im Schritt warmlaufen. Dann klickte ich und er trabte schwungvoll an. Er war heute etwas wild und lief folglich immer ein wenig schneller als beabsichtigt. Ich hielt ihn so gut es ging mit meiner Körpersprache im Zaum und arbeitete so eine gute halbe Stunde lang an den Übergängen. Besonders die Schritt-Galopp, bzw. Galopp-Schritt Übergänge machten wir ausgiebig, denn die waren pures Krafttraining für die Hinterhand. Ein paarmal gelang mir sogar ein Stand-Galopp Übergang mit dem heute eher ungeduldigen Zeitgenossen. Ihm schien das Training zu gefallen, denn er wurde mit der Zeit richtig fleissig, wenn nicht übermütig. Am Ende lockte ich ihn zu mir und lobte ihn ausgiebig mit Halskraulen und ein paar Leckerlies. «Freu dich auf die Weihnachtszeit, mein Grosser – dann machen Lily und ich wieder selbstgebackene Belohnungen für dich und deine Kumpels», flüsterte ich, als er sich genüsslich das Maul ableckte und mit einem Hundeblick nach Mehr fragte. Er traute sich nicht, meine Taschen zu durchsuchen, was mir zeigte, dass er genug Respekt vor mir hatte, um seine Grenzen zu kennen. Stattdessen liess er sich brav wieder in den Stall führen und wartete vor der halboffenen Boxentür, bis ich die Hufe ausgekratzt hatte. Danach durfte er hinein und über seine Karotten herfallen. Während die Karotten geräuschvoll zerkleinert wurden, versorgte ich die Ausrüstung und begab mich pünktlich zurück zum Haus, denn Lily und jemand weiteres kamen dort auch gerade an. «Huch, wer ist denn das?», fragte ich verwundert, denn es handelte sich um ein Mädchen in Lilys Alter, das sie mir noch nicht vorgestellt hatte. «That’s Suri, she’s a friend from school» Das dunkelhäutige Mädchen, offenbar Indischer Abstammung, schüttelte mir lächelnd die Hand – sie schien nicht schüchtern zu sein. «I invited her for Halloween, is that okay?», fuhr Lily fort. «Yeah, sure. Pumpkins are here, I’ll go and get the tools for you guys.» Ich holte rasch Schnitzer und Löffel aus der Küche, während die beiden sich die ersten Kürbisse schnappten und überlegten, wie sie sie gestalten wollten. Am Anfang blieb ich dabei und machte selber auch ein Kürbisgesicht, doch weil ich sah, dass die beiden mit den Messern umgehen konnten, machte ich mich nach einer Weile aus dem Staub, um Shira zu reiten. Jacky begleitete mich und legte sich auf dem Kiesweg an die wärmende Sonne, während ich die Reitponystute rausholte und zu putzen begann. Sie war etwas zappelig und hängte sich zweimal rückwärts ins Seil, weil sie sich einmal vor einem umfallenden Besen und einmal vor Kater Kafka erschreckte. Der Mäusejäger war aus dem Inneren von einer der Boxen auf den Rand der Tür gehüpft und anschliessend in Richtung Hauptstall weggerannt. Ich beruhigte die Stute jeweils mit der Stimme und führte sie wieder in die Ausgangsposition zurück. Sie war mit dem Knotenhalfter angebunden, damit sie sich nicht losreissen konnte und gar nicht erst lernte, am Halfter zu ziehen. Shira seufzte laut und ich schmunzelte. «Ohjeh, da hat dich der Bettvorleger aber ganz schön erschreckt, du arme» Ich kratzte ihr noch die Hufe aus, die sie mir dank des ausgiebigen Fohlentrainings artig gab. Dann sattelte ich die junge Ponystute und führte sie mit dem Knotenhalfter auf den Sandplatz. Ich knotete den Führstrick zu einem Zügel und kletterte mit der Aufstieghilfe auf ihren Rücken – nicht weil sie zu gross war (was sie als Pony sicherlich nicht sein konnte), sondern weil das für sie am Anfang noch angenehmer war und ich beim Einreiten immer darauf achtete, es den Pferden möglichst leicht zu machen. Shira war ja erst seit ein paar Tagen richtig unter dem Sattel und noch vollkommen grün. Wir ritten sie im Moment meistens mit dem Knotenhalfter, zwischendurch aber auch schon mit Trense. Das lag daran, dass ich im Falle eines Schreckmoments, oder falls wir nicht einer Meinung waren keinesfalls ausversehen im Maul ziehen, und so das Reiten schmerzvoll machen wollte. Sie sollte von Anfang an alles positiv verknüpfen und keine schlechten Erfahrungen machen. Ich wärmte die Ponystute im Schritt auf und trabte dann in fleissigem Tempo an. Die Stute hatte aufgrund ihrer unausgereiften Bemuskelung und Unerfahrenheit verständlicherweise Mühe mit der Balance und glich dies durch Geschwindigkeit aus. Ich bremste sie nicht zu sehr, sondern achtete stattdessen darauf, dass sie die Hinterhand aktiv benutzte und in den Kurven leichte Stellung zeigte. So war es ein lockeres Vorwärtstraben am mittellangen Zügel. Bevor ich mich am Angaloppieren versuchte (unser allererster Versuch unter dem Sattel), nahm ich die Zügel mehr auf und trieb sie in die Anlehnung hinein. Natürlich war das noch alles andere als konstant, aber ich war zufrieden mit der Nachgiebigkeit und Kooperation der Stute. Man spürte deutlich, dass sie sich Mühe gab und alles richtigmachen wollte. Ich bog auf die grosse Mittelvolte und gab die Hilfen zum Galopp. Zur Unterstützung nutzte ich meine Stimme; die entsprechenden Kommandos kannte sie ja vom Longieren. Sie wurde zunächst nur schneller und bekam ein Durcheinander, aber ich sammelte sie wieder und versuchte es erneut. Sie machte ein paar holprige Schritte, dann waren wir in einem schnellen, aber schwungvollen Galopp. Sie war sogar auf Anhieb richtig eingesprungen. Stolz streichelte ich ihren Hals und liess sie nach einer halben Runde bereits durchparieren. Ich wollte sie nämlich nicht in den Trab fallen lassen, was gewiss wenige Momente später geschehen wäre, sondern bewusst in den Trab übergehen. Ich versuchte dasselbe auf die andere Seite, was wieder ein paar Versuche in Anspruch nahm – offenbar ihre schlechtere Seite. Danach liess ich sie bereits austraben und stieg ab, um sie trockenzuführen. Sie hatte in ihrem Winterfell ein wenig geschwitzt, jedoch nicht übermässig und vor allem unter dem Sattel, was ich als gutes Zeichen wertete. Ich gab ihr eine kleine Belohnung, führte sie einige Runden und brachte sie dann zurück in den Nebenstall. Als ich mich umdrehte, um die Boxentür zu schliessen, sah ich Jacky mit einer Maus im Maul zurückkehren. «Pfui!», rief ich und nahm sie ihr weg, damit sie sie nicht auffrass. Die Maus war sowieso schon tot, aber ich wollte nicht, dass meine Jack Russel Hündin sich Würmer oder Sonstiges einfing. Es erstaunte mich keineswegs, dass Jacky die Maus erwischt hatte; sie war sehr flink und zeigte öfter Interesse an vorbeihuschenden Nagern.

      Als ich zu den beiden Kürbisschnitz-Künstlerinnen zurückkehrte um ihre Werke zu bewundern, hatten sie bereits den grössten Teil der Kürbisgesichter fertiggestellt. Lilys Freundin hatte ein gutes Händchen fürs Basteln wie es schien, denn ihre Kürbisse konnten mit meiner Vorlage gut mithalten. Lily verschnitt sich noch ab und zu, oder machte die Kanten nicht ganz sauber. Aber was konnte man von einer Zehnjährigen erwarten? Ich lobte die beiden jedenfalls bewundernd und holte schonmal Kerzen von drinnen. Anzünden wollten wir sie natürlich erst, wenn es ganz dunkel war. Bis um sieben Uhr machte ich Bodenarbeit mit Dancin’ to Jazz, um die Appaloosa Stute mutiger und aufmerksamer zu machen. Die beiden Mädchen sahen mir dabei zu. Die Hunde waren Anfangs auch alle dabei, doch Sheela und Jacky standen nach zehn Minuten gelangweilt von ihrem Platz im Sand auf und verliessen die Halle zusammen mit Lily, die Areion holen wollte. Wenig später führte meine Nichte ihren Teddy rein und zeigte Suri stolz, wie brav er war. Sie führte ihn über die Trabstangen, liess ihn mit dem Hinterteil weichen und rückwärtsgehen. Areion spielte mit, wenn auch etwas unmotiviert, wie mir schien. Das lag vielleicht daran, dass er um diese Zeit lieber in der Box bei seiner Heuration gewesen wäre. Suri schien es Spass zu machen, die Vierbeiner zu beobachten, doch sie blieb auf Abstand und Lily konnte sie höchstens zu einem Streicheln ermutigen. Als wir die Pferde versorgt hatten und uns im Nordstall vor Areions Box trafen, fragte ich sie deshalb, ob sie Angst vor den grossen Huftieren hatte. «A little bit. And my father told me to be careful…» «Do you want to try leading one that’s a little less scary?», fragte ich mit einem Zwinkern zu Lily. Die verstand sofort und machte ein begeistertes Gesicht. Suri antwortete etwas zögerlich, als würde sie dunkles ahnen, «Sure.»
      Wir liefen zu den Miniweiden und ich öffnete das Tor zu den Stuten. Daki kam mit einem übertriebenen Grunzen, das fast schon in ein quiekendes Wiehern ausartete, angaloppiert. Auch die restliche Herde liess nicht lange auf sich warten. Suri stiess ein überraschtes «Awwww!» aus. Ich gab Daki lachend ein Stück Karotte für ihren Auftritt und kraulte auch die restlichen Ponys, die sich nun im Dunkeln alle um uns drängten, rasch am Hals. Suri wusste gar nicht, wen sie zuerst streicheln sollte. «They are almost like Dogs! That’s sooo cute!» Lily erklärte rasch ein paar Fakten zu den Minis, während ich überlegte, welche man am besten mit in die Halle nehmen konnte. Ich holte drei Halfter und Stricke von den Haken an der Wand des Offenstalls. «Lily, you take Chip, Suri can take Queenie.» Ich deutete auf die gescheckte Ministute und Suri nickte mit einem Ausdruck von gespannter Freude. Ich selbst halfterte meine übermütige Daki, hielt das Tor für die anderen auf und hielt die restlichen Minis zurück, damit sie uns nicht aus der Weide folgten. Wir brachten die drei Ponys in die gut beleuchtete Halle. Zuerst zeigte ich Suri ein paar Grundlagen bezüglich dem Führen von Pferden, zum Beispiel, dass sie selbstsicher sein musste und sich nicht bedrängen lassen durfte. Ich zeigte ihr, wie man die Ponys weichen liess und die Schulter eindrehte, um sie wieder heranzulocken. Lily stellte unterdessen ein paar Pylonen in den Sand und legte ein paar Stangen hin, über die wir die Ponys anschliessend drüber führten. Queenie machte ihren Job ausgezeichnet: sie reagierte brav auf die richtigen Körpersignale, stellte sich aber stur, wenn Suri Fehler machte oder zögerte. Am Ende schien das Indische Mädchen begeistert über die Übungen und vergass beinahe die Zeit. «I’m sorry, I have to go home now…», meldete sie betrübt. «Do you have your own halloween-party at home?» «Nope.» «But it would be so nice if you could stay here with us!», jammerte Lily. «Can’t you call your Dad and ask if you can stay?» «I could try…», antwortete Suri mit einem fragenden Blick an mich. Ich nickte, zum Zeichen dass ich auch einverstanden war. Wir brachten die Ponys zurück in den Offenstall, dann gingen wir ins Haus und das Mädchen telefonierte rasch mit ihren Eltern. Ich sprach ebenfalls kurz mit Suris Mutter, damit ihre Eltern wussten, bei wem sich ihre Tochter befand. Suri durfte bei uns bleiben und in Lilys Zimmer übernachten. Wir assen alle gemeinsam zu Abend mit den Pflegern – ein letzter Grillabend für dieses Jahr. Da es ganz schön kalt war, holten zusätzlich zu unseren Jacken und Schals ein paar Wolldecken, um es uns richtig gemütlich zu machen. Suri und Lily sassen auf einer Decke im Gras und plauderten eifrig über die Ponys. Gegen neun Uhr kamen Jonas und Lewis auf die kindische Idee, mit einer Fackel und den Kürbissen in den Wald zu gehen, um die Mädchen zu erschrecken. Sie heckten flüsternd einen Plan aus. Ich bekam nur Fetzen davon mit, doch es klang so, als wollten sie Fake mitnehmen und irgendwas unheimlich leuchten lassen. Jedenfalls verschwanden die beiden kurz darauf, mit dem Kommentar «we go shopping». Ich verdrehte die Augen, war aber gleichzeitig gespannt zu sehen, was sie sich ausgedacht hatten. Während sie weg waren, gingen die Mädchen mit den Hunden hinter dem Haus bei den Büschen spielen und ich unterhielt mich mit Quinn über die Vollblüter. «How was Caligari today?» «Quite fit. She topped her personal record over a distance of one mile.» «Thats great news – so you think she will be ready for spring?» «Yep.» Im Frühling standen einige wichtige Rennen an, und es freute mich zu hören, dass Cab daran teilnehmen können würde. Vorausgesetzt natürlich, dass bis dahin nichts schiefging.

      Jonas und Lewis waren eine Stunde später zurück. Sie erzählten Lily und Suri von einem Geisterritual im Wald, welches sie gerne ausprobieren würden. «Of course we don’t believe in such fairytails, but it would be fun to prove it wrong, right?» Die Mädchen waren etwas skeptisch, liessen sich dann aber darauf ein. Quinn und ich begleiteten die vier in den Nebenstall, denn wie Lewis erklärte, brauchte man für das Ritual ein dunkles Pferd. Lily rief bei der Gelegenheit auch gleich Suri zu Nosferatus Box. «Suri, look! This is my newest pony, Nossi.» Die beiden streichelten Nosferatu, die über so viel Aufmerksamkeit nicht abgeneigt schien. «She is really beautiful», meinte Suri bewundernd. «And she is a perfect riding pony. She is always focused and well-behaved. That’s right, she would be a perfect partner for you! You can join me and Areion in Elliots dressage lessons!», beschloss Lily plötzlich übermütig. Ich bremste sie ein wenig in ihrer Begeisterung und erinnerte sie daran, dass Suri gerade erst Stallluft geschnuppert hatte. Vielleicht wollte das Mädchen ja gar nicht reiten? Suri lächelte erstmal überrumpelt, meinte dann aber, dass sie sich durchaus vorstellen könnte, sich mal auf ein Pony zu setzen, sofern ihre Eltern damit einverstanden seien. Ich bestärkte sie darin, zuerst zuhause nachzufragen, freute mich aber über die Aufgeschlossenheit des Mädchens. Jonas und Lewis hatten Fake inzwischen rausgeführt und wir liefen nun Richtung Wald. Wir hatten ausserdem eine Fackel und drei der geschnitzten Kürbisse dabei. Wir entschieden uns für eine Stelle am Fluss und stellten die Kürbisse auf. «Now you can light the candles, while we close our eyes and hold our Hands», flüsterte Jonas verschwörerisch. Er streckte die Hand mit einem Grinsen in meine Richtung aus und ich nahm sie eifrig. Während ich meine Augen geschlossen hatte, schickte Lewis, der es mal wieder nicht lassen konnte, einen Händedruckimpuls in die Runde. Das dadurch entstehende, gelegentliche, belustigte glucksen schadete meiner Meinung nach zwar ein wenig der Ernsthaftigkeit des ‘Rituals’, aber ich war ja selbst mitschuldig. Die Mädchen schienen nichts zu merken und erschraken plötzlich geräuschvoll. Ich öffnete die Augen und entdeckte in den Gebüschen am Waldrand scheinbar grünlich leuchtende Augenpaare. Ich konnte mir das breite Grinsen nicht mehr verkneifen und gab Jonas einen Stupser in die Seite. «Gut gemacht», flüsterte ich liebevoll. «Manchmal kann ich auch etwas» Wir lachten, denn die Mädchen hatten ohnehin gerade gemerkt, dass es bloss ein Scherz sein musste. Lily stiess ein trockenes «Ha-Ha» aus, brach aber dann doch zusammen mit Suri in richtiges Lachen aus. Nur Fake begriff die Situation nicht so recht und war durch die vorherigen Schreckgefühle der Mädchen noch verunsichert. Sie sah sich laut atmend um und versteckte sich hinter Jonas, als der wieder ihren Führstrick nahm. Lewis und die Mädchen liefen über die Brücke auf die andere Seite und sammelten die LED-Lichterkette in den Büschen ein, während Jonas, Quinn und ich mit der armen Fake zurück zum Stall liefen und ihr dort eine Karotte gaben.
      31 Okt. 2017
    • Occulta
      Jungpferde und ältere Jungpferde
      PFS’ Sarabi, PFS’ Counterfire, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, Daedra, Nosferatu, Areion, Sika, Parányi, Vychahr, Bintu Al-Bahri, Farasha, Islah, Numair, Lindwedel, Circus Dancer, tc Herkir, Ljóski, Vai Alida, Cabinet of Caligari, scs Bluebell, PFS’ Dancin’ to Jazz

      Oliver und ich sassen zusammen in der Reiterstube und beobachteten die Reitstunde durch die grosse Glasscheibe. Lisa stand in der Mitte und dirigierte fremde, sowie unsere eigenen Leute durch verschiedenste Bahnfiguren. Mit einem Lächeln beobachtete ich die kleine Suri, Lilys neue Freundin, die auf Nosferatu leichttrabte. Sie bewegte sich noch etwas unbeholfen und hatte nicht immer ganz denselben Takt wie das Pony unter ihr, aber sie gab sich sichtlich Mühe und versuchte ihren Körper gerade zu halten. Lily, die mit ihrem Tinker Areion ein eingespieltes Team war, ritt ihr natürlich um die Ohren, aber dafür, dass Suri erst seit zwei Wochen im Sattel sass, schlug sie sich richtig gut. Pony Nossi benahm sich ebenfalls tadellos. Sie buckelte nicht, war nicht zu schnell und liess sich von Lisa per Stimmkommandos fast fernsteuern. Ich wandte mich wieder an Oliver, der mich fast gleichzeitig ansah. «So?», fragte ich mit erwartungsvollem Blick, denn der Trainer hatte mich hierherberufen, um über die jungen Vollblüter zu reden. «The Training this morning was okay. But I still worry, because your horses were started about 9 months later than all the others. They missed their complete two-year-old debut.» «And?» «Well, they sure have gained lots of muscles, but they had less time to build bone substance and gain experience.» «Yes, but instead they were able to grow unaffected by rider weight during these extra months. And they had more time to grow mentally aswell», rechtfertigte ich. «I just want to make a suggestion. You may want consider starting the yearlings from last spring, because they would be at an ideal age now.» «Mambo and the others? Isn’t that too early?», fragte ich mit einem mulmigen Gefühl. «Look, it is normal in the racing industry to start them at about 18 to 20 months of age. They are 20 months old right now, plus you don’t have any of your so called ‘more mature’ two-year-olds to train for the coming season. You know we treat them very gentle and Jockeys aren’t lightweight for no reason.» Ich runzelte nachdenklich die Stirn. Weil ich schwieg, fuhr er fort. «The reason why I didn’t complain last year or the year before that was because those two-year-olds had late brith dates and those dates were also too far apart. It would have been impossible to start them at a reasonable time for the racing season, considering their differences in age. I admit that I manipulated you into breeding at a convenient time so that the foals last year were mostly born in march, so this issue wouldn’t come up again. Early training is crucial so that their bone structure can adjust to the strains of racing.» «I don’t know… Not so long ago they were just little foals. I mean, I remember Dollys birth as if it had been yesterday.» «But look at them now. Thoroughbreds grow extremely fast, they were bred like that for exact that reason.» «Give me a little time to think about it.» Er nickte und stand auf. Ich blieb noch eine Weile sitzen und beobachtete die Reitschüler. Sie mussten sich gerade am Schulterherein versuchen. Darren ritt auf Sika, die deutlich dreispurig lief. Zufrieden lächelte ich bei dem Anblick. Darren bemerkte, dass ich ihn beobachtete, als er an der Scheibe vorbeiritt und lächelte verlegen zurück. Bei Lily klappte das Schulterherein noch nicht ganz, also holte Lisa sie zu sich in die Mitte und zeigte ihr, wie sie den Unterschenkel halten musste. Danach waren schon bessere Ansätze erkennbar, aber natürlich noch weit weg von den erfahreneren Reitern. Nosferatu lief zuverlässig zweispurig geradeaus, mit leichter Innenstellung. Aller Anfang war nun mal schwer, aber ich wettete, dass Lisa Suri auch gesagt hatte, dass sie es einfach versuchen solle und noch nicht beherrschen müsse. Für den Galopp nahm die Reitlehrerin ihre jüngste Schülerin dann auch an die Longe, während die anderen auf der A-Volte blieben. Suri musste sich im Moment nur am Sattel festhalten und sich an den Bewegungsablauf gewöhnen, die Zügel hatte Lisa für sie über dem Widerrist verknotet, damit das Mädchen die Hände frei hatte. Nossi war ziemlich gut ausbalanciert und lief zuverlässig im Kreis. Suri musste ihre Hände als Balanceübung vom Sattel lösen und frei nach aussen strecken. Einmal wurde Nossi dann doch etwas schnell, sodass Suri sich kurz erschrocken festhielt, danach aber gleich wieder mutig weiterübte.

      Als sie mit dem Austraben begannen, verliess ich die Reiterstube und begab mich in den Nebenstall. Es war drei Uhr, aber der Himmel war so düster, dass es mir vorkam wie Abend. Der Himmel war mit grossen, bauschigen Wolken bedeckt und ein kalter Wind schlich sich durch meine Jacke hindurch bis zur Haut. Die Stuten im Nebenstall kümmerte das sichtlich wenig. Sie raschelten gemütlich in ihrem Stroh und unterbrachen diese Tätigkeit höchstens, um zu sehen, ob ich ihnen etwas Besseres zu Fressen brachte. So auch Parányi, als ich ihre Boxentür entriegelte. Sie drückte mir erwartungsvoll ihre dunkle Schnauze ins Gesicht, typisch unsanft für ein junges Pferd, wie ich bemerkte. Weil es so windete, hatte die rappfarbene Stute auch wenig später beim Putzen viel zu glotzen. Vorbeiwehende Blätter, galoppierende Fohlen in der Ferne… Die Stute sah sich alles mit aufmerksam hochgestrecktem Kopf an und blendete mich sozusagen aus. Mir war das schnuppe, solange sie mich nicht irgendwie anrempelte oder mir auf die Füsse stand. Das schien sie auch zu wissen, denn trotz der Ablenkung gab sie ihre Hufe brav und stand schön still. Jedenfalls bis eine grosse, weisse Plastiktüte über den Schotterweg fegte. Da fielen ihr die Augen fast aus den Höhlen und sie musste laut rasselnd Luft einsaugen. Ich klopfte ihr beruhigend auf den Hals und stellte sicher, dass sie mich bemerkte. Trotzdem stand sie nach einem folgenden Zusammenzucken etwas breitbeiniger da als zuvor. «Schon gut, Glupschi. Es wird dich nicht auffressen», lachte ich bei dem Anblick. Insgeheim beschloss ich, dass die Stute wiedermal ein wenig Anti-Schrecktraining brauchte. Auch Jonas, der dem Plastiksack hinterherlief, um ihn in die Mülltonne zu schmeissen, bemerkte Parányi und mich. «Haha, freu dich auf nachher; so wie die heute drauf ist werdet ihr’s lustig haben», rief er mir entgegen. Ich meinte lachend, dass das auch meine Sorge sei. Nichts desto trotz sattelte ich Parányi kurz darauf und führte sie fertig gezäumt zum Aufsteigen auf den Kiesweg. Ich hatte tatsächlich einen Ausritt mit ihr vor, allerdings war mir zugegebenermassen unwohl, wenn ich mir den grossen, schwarzen Angsthasen neben mir ansah. Da kam mir Lewis gerade recht, der Vychahr auf den Sandplatz führen wollte. «Hey!», rief ich, «do you want to join me and Parányi instead?» Er hielt an und überlegte kurz, dann gab er mir ein Daumen-Hoch und schwang sich auf den Rücken des Fuchshengstes. Ich erklomm mein Reittier ebenfalls und schloss zu ihm auf. «Wanna visit Rosie?», fragte Lewis. «Sure.» Wir ritten zwischen den Tannen hindurch in Richtung Fluss, trabten nach der Brücke den ganzen Schotterweg bis zur Wilkinson Farm und spazierten auf den Hof. «Good day Mr. Gordon. Is Rosie at home?» Der stämmige Chefpfleger der Farm wischte gerade den Platz vor dem Stall, als wir ihn überraschten. «I will inform her, just a moment.» Er verschwand im Stallgebäude und brachte die dunkelrothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest Stable mit raus. Verwundert begrüsste sie uns. «I didn’t expect you to come today, what brought you here?» «Nothing really, we were just passing by and thought we’d say hello», erklärte ich. Sie meinte daraufhin, dass wir eigentlich gerade recht kämen, weil sie uns etwas zeigen wolle. Gespannt stieg ich ab und band Parányi beim Putzplatz an, Lewis tat es mir mit Vychahr unter Einhaltung genügenden Abstands gleich. Wir folgten Rosie zu den Weiden und entdeckten nebst den beiden friedlich grasenden Araberstuten Farasha und Islah auch noch eine weitere, graue Figur unter den Bäumen. Im ersten Moment dachte ich aus lauter Gewohnheit an First Chant, verwarf die Idee aber augenrollend sofort wieder – das Stutfohlen stand ja inzwischen auf unserer eigenen Fohlenweide zuhause. «That over there is Lindwedel. He’s a Fell pony, I bought him last week. He looked very cute with his curly mane and tail, so I thought ‘why not?’» «He sure is stunning. How old is he?» «16 years» «Really? And still so dark grey?», meldete sich Lewis zu Wort. «Yep. Doesn’t look like he will get much lighter, too.» «Nice. Gelding, I guess?», riet ich mit einem Blick auf die Weide mit den beiden Stuten. Rosie antwortete lachend «Of course.» Wir plauderten noch eine Weile, dann machten Lewis und ich uns wieder auf den Weg. Allerdings verliess ich den Hof nicht, ohne Anubis und Numair ein Leckerli zu bringen – wenn ich schon nicht wegen ihnen hier war. Bintu bekam auch eins, damit er nicht eifersüchtig wurde.

      Als wir von unserem Ausritt zurück waren, musste ich Parányi die Abschwitzdecke anziehen – obwohl sie am Bauch geschoren war. Wir hatten ein paar lustige Galopps und Geisterbegegnungen hinter uns, aber im Grossen und Ganzen war der Ausritt schön gewesen. Vychahr hatte sich von der Rappstute natürlich auch etwas anstecken lassen, war aber längst nicht so verschwitzt. Während ich Die Stute in ihre Box versorgte, hörte ich David und Elliot mit dem Anhänger zurückkommen. Die beiden hatten mit Dancin’ to Jazz ein Trail-Anfänger-Turnier besucht. Gespannt wechselte ich zum Parkplatz, sobald ich die Boxentür geschlossen hatte. Liebevoll lief ich zu Jazz und streichelte die Stute zur Begrüssung. «Heyy my beauty. How was she?» Elliot antwortete verschwörerisch «make a guess.» «…Last?», fragte ich besorgt. «Far off. They were placed second», enthüllte Elliot grinsend, und wurde prompt von meinem fröhlichen «yes!» abgewürgt. Ich umarmte den Hals der Stute und klopfte David stolz auf die Schulter. Meine Freude war gross, denn diese erste Platzierung der Stute zeigte mir, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Nun durfte Jazz aber erstmal zurück in den Offenstall und ihre Ruhe geniessen. Diese Woche war wirklich hervorragend gelaufen, denn es hatten auch gleich drei unserer Stuten ihre Körungen geschafft: Vai Alida, Cabinet of Caligari und meine kleine Bluebell.

      Mit bester Laune ging ich ins Haus und machte mir eine Tasse Tee. Nach der Kälte draussen war das eine weitere Wohltat. Kafka, der bunte Kater, sass draussen auf dem Fensterbrett bei der Küche. Ich beobachtete ihn durch die Scheibe. Er schien irgendwas zu sehen, jedenfalls blickte er tiefgründig in die Ferne. Ich konnte es nicht sein lassen, ihn zum Spass zu erschrecken, indem ich das Fenster aufmachte und «Buh!» rief. Er sprang runter und peitschte mit dem leicht gesträubten Schwanz, dann verschwand er um die Hausecke. «Du hast mich und die Pferde oft genug überrascht, geschieht dir absolut recht», murmelte ich rechtfertigend, hatte aber trotzdem einen Anflug von schlechtem Gewissen. Eine weitere Katze entdeckte ich unweit entfernt unter den Büschen die den Reitplatz säumten. Sie war nichts weiter als ein dunkler Schatten zwischen den Zweigen, nur die grünen Augen sah man deutlich. Es handelte sich um die scheuste der vier Katzen, Moya. Ich wollte sehen, ob Lisa schon Fortschritte dabei gemacht hatte, das wollige Tierchen zu zähmen. Ich öffnete die Haustür und stellte zunächst angewidert fest, dass Kafka mir mal wieder eine Kopflose Maus dagelassen hatte – das schlechte Gewissen von zuvor verflüchtigte sich augenblicklich. Ich schob die kleine Leiche mit dem Fuss von der Terrasse ins Gras und näherte mich dann vorsichtig meinem Ziel. Moya war schon im Begriff aufzustehen und zu flüchten, also kniete ich rasch runter und lockte sie mit allem, was mir einfiel. Sie sah mich mit grossen Augen an, die misstrauischer nicht hätten sein können. Aber sie blieb kauernd unter dem schützenden Gebüsch, und liess mich ganz langsam näherkommen. Ich konnte schon fast den Arm nach ihr ausstrecken, als plötzlich Jonas von hinten rief «Was machst du da, Occu?» Ich zuckte zusammen, und bevor ich es realisierte, erkannte ich nur noch knapp einen schwarzen Schatten bei den Paddocks des Nebenstalls verschwinden. Enttäuscht richtete ich mich auf und strich mir die feuchten Hände an den Hosen ab. «Na toll, ich war so nahe dran», schmollte ich vorwurfsvoll an Jonas gewandt. «Die schwarze Katze? Die kann doch niemand streicheln. Sogar Lisa hat aufgegeben.» «Lisa ist auch dauernd hyperaktiv, da würd ich auch abhauen.» Wir lachten und schlenderten über den Hof. Zira entdeckte mich und kam vom Parkplatz her angerannt, fast an ihrer eigenen Zunge erstickend. Ich knuddelte sie liebevoll durch. «Wenigstens die ist anhänglich», stellte ich fest. «Und was ist mit mir?», meinte Jonas empört und umarmte mich spielerisch. «Ja ja, schon gut. Du brauchst mich nicht gleich zu zerquetschen. Wie war überhaupt dein Tag? Ich hab dich heute kaum gesehen, ausser beim Mittagessen und Plastiksack-Jagen.» «Ich war auch dauernd im Gelände unterwegs. Am Morgen mit Herkir, in Begleitung Ljóski und Lewis –» «Haha, ich vorhin auch. Wir waren mit Vilou und Parányi draussen.» «Ach, ich hab mich schon gefragt wo er steckte; ich war, nachdem du weg warst, mit Dancer auf dem Sandplatz, um Dressurarbeit zu machen und hab seine Sprüche bezüglich meines Stuhlsitzes vermisst.» «Der ist doch schon viel besser geworden, nicht?» Er zuckte mit den Schultern. «Wir können ja heute Abend zusammen zu Elliot in die Stunde gehen, dann wird er’s dir schon sagen. Ach ja, ich muss noch was Wichtiges entscheiden – Oliver hat mir schon Dampf unter dem Hintern gemacht.» «Was denn?» «Ob wir Generation Mambo schon jetzt einreiten sollen.» «Eiiigentlich sehen die ja schon ganz ordentlich aus, da hat der alte Olly schon Recht.» Beim Begriff ‘alter Olly’ musste ich belustigt glucksen. «Lass ihn das nicht hören, ja? Der reisst dir den Kopf ab. Aber ernsthaft, meinst du die sind so weit?» «Komm mal mit.» Wir liefen zu den Weiden und beobachteten die Stutfohlen eine Weile. Ich unterbrach das Schweigen nachdenklich. «Weisst du, Oliver hat schon Recht, wenn er sagt, dass sich der Körper der Vollblüter so früh wie möglich an die Belastung anpassen und entsprechend Substanz bilden sollte. Mit zunehmendem Alter ist der Effekt einfach nicht mehr derselbe, und gerade wenn sie noch im Wachstum sind, können sich mit dem richtigem Training die optimalen Strukturen entwickeln, damit sie später trotz der Rennbelastung lange gesund bleiben.» Jonas sprach zuversichtlich: «Ich meine, wenn du merkst, dass sie überfordert sind, kannst du jederzeit abbrechen und sie wieder auf die Weide stellen. Da könnte auch ein Oliver nichts entgegenhalten. Ausserdem kannst du sie im Voraus und zwischendurch Tierärztlich abchecken lassen, wenn das dein Gewissen beruhigt. Und zuletzt könntest du ja auch einen Kompromiss machen, indem du dich einverstanden erklärst, dass sie zwar schonend trainiert werden, aber nicht an Rennen starten bis sie dreijährig sind. So wäre zumindest der Einwand wegen des Knochenwachstums vom Tisch.» «Die Idee mit dem Kompromiss ist genau das, was ich gebraucht habe», rief ich dankbar aus. «Das Training selber leuchtet mir nämlich wie gesagt gewissermassen ein, aber mir war es ein Dorn im Auge, schon an den Rennen für die Zweijährigen teilzunehmen. Ich finde das einfach zu früh. Aber diesen Vorschlag werde ich Oliver nachher mal unterbreiten. Und sonst zieh ich mit seinem Plan nicht mit, Vogel friss oder stirb.» Mit einem beruhigten Gewissen streichelte ich Thalia, die an den Zaun gekommen war. Die beinahe schneeweisse Stute untersuchte mit ihrer rosa Schnauze meine Hand und schleckte mir die kalten Finger ab. Hinter ihr tauchten auch Dolly und Sarabi auf. Nur Daedra und Counterfire blieben zusammen mit den jüngeren Fohlen in der Mitte der Weide und grasten weiter. Bei Daedra würde ich mit dem Training auf alle Fälle auch noch warten, denn sie war im Herbst geboren und damit ein halbes Jahr jünger als die anderen. Das sah man ihr auch deutlich an.

      Wie beschlossen, redete ich gegen sieben Uhr mit Oliver, den ich in einer der Sattelkammern im Hauptstall erwischt hatte. Er war nicht nur einverstanden mit meinem Vorschlag, sondern wirkte damit sogar sehr zufrieden. Wir beschlossen, die Youngster morgen in den Hauptstall zu verschieben und mit der Gewöhnung an die Ausrüstung zu beginnen. In den nächsten Wochen würden sie noch vollkommen ohne Reitergewicht, an der Longe oder Doppellonge, trainiert werden. Erst dann wollten wir langsam die leichtesten der Jockeys auf ihre Rücken setzen und viel Schritt im Gelände reiten. Wenn alles gut lief, konnten wir danach mit der Trabarbeit beginnen. Ich bestand ausserdem auf die Tierärztlichen Untersuchungen. So konnte ich einigermassen entspannt zu Bett gehen.
    • Occulta
      Aftermath
      Satine, Dancing Moonrise Shadows, Ronja Räubertochter, PFS’ Dancin’ to Jazz, Moon Kiddy, Phantom, Fake xx, PFS’ Ljúfa, Estragon Sky, Areion, Co Pilot de la Bryére, Vychahr, Flintstone, tc Herkir, PFS’ Ljóski, Drømmer om Død, Circus Dancer, Feline, Unbreaking Soul of a Rebel, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Bacardi Limited, Lovely Summertime, Burggraf, Cantastor, Chiccory ox, Sunday Morning, Rosenprinz, Empire State of Mind, Gleam of Light, Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Spotted Timeout, Framed in History, One Cool Cat, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS‘ Cryptic Spots, Mikke, Khiara El Assuad, Indiana, Vai Alida, Sympathy of the Devil, Campina, Sumerian, Cabinet of Caligari, PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, Nosferatu, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire

      Der Tag nach dem Sturm war von Aufräumarbeiten geprägt. Der Forstwart kam gegen Nachmittag vorbei, um die gefallenen Tannen einzusammeln, aber abgebrochene Äste mussten wir selber wegräumen. Damit waren wir den ganzen Morgen beschäftigt, denn es gab reichlich davon. Auch die Zäune mussten kontrolliert werden, bevor wir die Pferde wieder auf die Weiden lassen konnten; dazu schickte ich April los. Jonas, Ajith, Quinn, Oliver, Parker, Lisa und ich liefen die Galoppbahn ab und luden das Geäst in Schubkarren. Hier lag zum Glück nicht so viel Schnee (wenn im Moment auch mehr als sonst), sodass wir gut vorankamen. Insgesamt waren vier Tannen dem Wind zum Opfer gefallen. Sonst hatte es zum Glück aber kaum Schäden gegeben. Gegen Mittag waren wir soweit, dass wir die ersten Gruppen wieder rauslassen konnten. Wir zäunten alle Fluchtwege ab und liessen die Stuten aus dem Nebenstall auf die unterste, lange Weide laufen. Sie mussten nicht zweimal aufgefordert werden: alle trabten oder galoppierten sogar zwischen den anderen Weiden hindurch in Richtung der schneebedeckten Wiese. Satine trottete zuhinterst den anderen nach, offenbar nicht sonderlich bemüht, jemanden einzuholen. Die Stuten aus dem Offenstall kamen wie immer an den Zaun, um ihre Kolleginnen zu begrüssen. Shadow und Ronja steckten die Schnauzen zusammen, aber gingen kurz darauf quietschend wieder auseinander. Jazz beobachtete die beiden interessiert, bevor sie von Moon mit einem warnenden Ohrenspiel verscheucht wurde, weil diese ebenfalls zum Zaun wollte. Besonders Phantom hatte die Nase zuvorderst und schien erfreut über den Besuch. Nach dem Begrüssungsritual begannen die Stuten im Schnee zu scharren, um sich zu rollen, oder unter der weissen Decke nach müden Grashalmen zu suchen, während die Offenstallherde sich wieder unter die Bäume bewegte. Nur Fake und Ljúfa blieben beim Zaun, um miteinander zu spielen. Phantom behielt die schwarze Isländerstute vom Schatten der Bäume aus im Auge, machte sich aber nicht die Mühe, sie zu den anderen zu treiben. Er hatte noch immer ausgeprägtes Herdenverhalten, dass er wohl bis ans Ende seiner Tage behalten würde, doch inzwischen hatte er auch begriffen, dass ‘seine’ Stuten nirgends hinkonnten, weil der Zaun sie eingrenzte. Dadurch war er trotz seiner grossen Herde sichtlich entspannter geworden. Jonas und ich grenzten den unteren Teil des Weges ab und leiteten Mikke, Khiara, Indiana, Vai Alida, Sympathy, Campina, Sumerian, Caligari, Ciela und Kaythara auf die untere der beiden Weiden neben den Miniature Horse und Fohlen Offenställen. Anschliessend durften die übrigen Vollblutstuten auf die Weide daneben. Die Hengste teilten wir ebenfalls auf zwei der grossen Weiden ausserhalb des Hofes auf, auch die aus dem Nordstall. Normalerweise kamen nicht alle Pferde gleichzeitig raus, aber da heute Morgen der Weidegang wegen der Aufräumarbeiten ja ausgefallen war, konnten wir so die Zeit wieder wettmachen und inzwischen nochmal alle Boxen Misten, das Futter vorbereiten, oder die Stallgassen wischen. Das taten wir auch – zumindest bis Ajith mich darüber informierte, dass die meisten der Hengste auf der Weide neben dem Pinienwald verschwunden waren. Verdutzt und ungläubig sah ich ihn an. «U sure they aren’t just under the trees or somethin?» Er schüttelte grimmig den Kopf. Anscheinend waren Artemis, Areion, Donut und Baccardi (Senior) noch dort, aber die restlichen fehlten. «Aaaapril…», rief ich genervt durch den Hauptstall. Die Pflegerin tauchte hinter der nächsten Ecke auf und liess ein unschuldiges «hmm?» hören. «You said you checked ALL the fences, right?» «Well…» «Well what?» «I didn’t walk all the way ‘round of course, I mean, it would have taken me forever. But the parts that I checked looked all real good, so the rest should be fine, too.» «Doesn’t quite seem like it.», konterte ich ungeduldig und schickte Ajith los, um Oliver zu holen. Wir trommelten die verfügbaren Pfleger zusammen und planten die Suche rasch, danach schwärmten alle aus, um entweder per Auto oder per Pferd nach der ausgebüxten Herde zu suchen. Meine Vermutung war, dass die Pferde irgendwo im Pinienwald herumstreunten, oder aber hinter dem Wald auf einer Wiese – allerdings glaubte ich nicht, dass sie sich allzu weit von ihrem Zuhause entfernt hatten. Bevor wir überhaupt mit der Suche anfangen konnten, kam plötzlich Co Pilot, gefolgt von Vychahr, Ljóski, Flint, Herkir und Dancer seelenruhig von den Weiden her über den Kiesweg geschlendert. Unterwegs hielten sie immer mal wieder an, um Grashalme am Wegrand zu zupfen, oder mit den Miniature Horses die Schnauze zusammenzustecken. Ich hörte Lewis, der bereits in diese Richtung unterwegs gewesen war, laut lachen und beobachtete, wie er auf Pilot zuging, um ihn an seinem Halfter zu greifen und ihn zu streicheln, während ich mich selbst zügigen Schrittes auf den Weg dorthin machte. Grinsend stellte ich fest «That’s a fine boy. Brought your buddies home, didn’t ya?» Ich klopfte ihm stolz auf den Hals und nahm dann Ljóski und Herkir am Halfter, während Lewis Pilot und Vychahr führte, sodass die letzten beiden uns einfach folgten. Wir brachten alle zurück in ihre Boxen, wo die (eigentlich) Abendportion Heu auf sie wartete, sodass sie gewissermassen eine Belohnung für ihre freiwillige Heimkehr hatten. Herkir kniff Loki eifersüchtig ins Hinterteil, als dieser vor ihm reindurfte. Vilou wartete geduldig, bis Lewis Pilots Box geschlossen hatte. Dancer lief bereits selbstständig vor seine Boxentür und wartete dort, bis jemand für ihn öffnete, während Flint draussen blieb und neben dem Vorplatz graste, bis ich ihn abholte. Danach schlossen Lewis und ich uns der Suche nach den restlichen Pferden an. Zuerst hatte ich die Idee im Kopf, mit dem Fahrrad zu gehen – das konnte ich aber natürlich gleich wieder abhaken, angesichts des vielen Schnees. Also Rannten Lewis und ich kurzerhand zum Offenstall, schnappten uns Moon und Feline, schwangen Westernsättel über ihre Rücken und ritten im Halfter los. Zira, Sheela und Jacky rannten freudig nebenher, als wir den Weg am Waldrand runtertrabten. Lisa, Elliot und Jonas waren bereits vor Ort, als wir die ersten Pferde fanden. Jonas hatte Rebel an den Führstrick genommen. Er war mit Hilfe von Shadow problemlos an den Hengst rangekommen. Ich war einmal mehr froh, dass wir unsere Hengste so rigoros trainierten und erzogen, damit sie in jeder Situation händelbar und respektvoll blieben, ansonsten wäre die Fangaktion auf diese Weise undenkbar gewesen. Einen Haken gab es: die Neulinge, Sniper und Bacardi, hatten ebendiese Erziehung natürlich noch nicht erfahren. Daher waren sie recht aufdringlich, als wir mit den vielen Stuten in die Nähe kamen. Dennoch schafften wir es, die Gruppe hinter Jonas, Shadow und Rebel zurück zum Hof zu treiben. Sogar Dod lief brav mit, obwohl er ja manchmal recht eigenwillig sein konnte. Wann immer Sniper und Bacardi unseren Reittieren zu nahekamen, legten diese zuverlässig die Ohren platt und wiesen die Jungspunde zurecht. Besonders Moon war im ‘Cutting Modus’ und verstand keinen Spass mit aus der Reihe tanzenden Individuen. Sie machte ihren Hals rund, plusterte sich tänzelnd auf und schlug ab und zu mit dem Schweif, um ihre Gesten zu verdeutlichen. Als wir endlich alle Pferde wieder in ihre Boxen versorgt hatten, war es bereits vier Uhr. «Phew, alright. Thank you guys, let’s go back to work.» Unter zustimmendem Gemurmel zerstreuten sich die Pfleger wieder und Normalität kehrte ein. April schien sich ihren Fehler zwar immer noch nicht so recht einzugestehen, wischte aber gründlicher als sonst. Ich schüttelte den Kopf über dieses Verhalten, beschwichtigte mich selbst aber mit dem Gedanken, dass sie wenigstens sonst gut mitarbeitete.


      Ich sattelte Summertime und führte sie zum Sandplatz. Die Paint Stute hatte beim Striegeln schon ein paar erste Haare verloren, der restliche Plüsch war aber noch voll ausgebildet und glänzte seidig in der Wintersonne. Ich stieg auf und ritt sie ausgiebig warm, dann machte ich ein paar Reiningübungen. Wir arbeiteten am Stop aus verschiedenen Galoppgeschwindigkeiten. Sie beherrschte die Lektion zwar längst; ich wollte sie aber noch weiter verfeinern, sodass es auch auf kleinste Hilfen klappte. Im Schnee machte das echt Spass, weil es richtig schön spritzte, wenn sie gekonnt darauf herumrutschte. Der Schnee hatte genau die richtige Konsistenz dafür, denn er war schön pulvrig und leicht. Auch die Seitwärtsgänge nahm ich mir vor, damit die Stute schön weich am Schenkel wurde und sich auch gut biegen liess. Sie war voll bei der Sache und galoppierte sofort aus dem Schritt an, wenn ich das äussere Bein entsprechend zurücknahm. Manchmal war sie fast etwas zu eifrig und nahm mir die Hilfen vorweg. Dann bremste ich sie jeweils nochmal und versuchte es erneut, bis es zu meiner Zufriedenheit klappte. Während ich mit Summer meine Runden drehte, kam Lisa mit Burggraf dazu und ritt ihn in Dressur. Nach dem Ausbruch-Abenteuer schien der Hengst etwas geladen zu sein; er bockte ein paarmal kräftig, als Lisa Galoppwechsel üben wollte. Ich schmunzelte bei dem Anblick. Aristo war eben ‘voll im Saft’ und spürte wie die anderen Pferde den Schnee – oder den kommenden Frühling – oder den Vollmond - oder was auch immer gerade Grund zum herumhüpfen bot. Summer war inzwischen richtig toll vor dem Bein und galoppierte, wohl auch etwas angesteckt durch Aristo, bereits an, wenn ich nur daran dachte. Ich liess sie schliesslich austraben, wobei sie schön streckte und ihr Rücken mitsamt Popo locker durchschwang. «That’s a good girl». Ich versorgte sie nach dem Trockenführen (mit Winterfell schwitzte man eben doch etwas mehr als sonst, auch wenn der Bauch und die Brust geschoren waren), und machte schonmal alles bereit für’s Jungpferdetraining, doch bevor ich damit loslegen konnte, mussten wir zuerst noch die Pferde von der Weide holen. Also lief das ganze Spiel rückwärts: Wir zäunten alles ab, öffneten die erste der drei grossen Weiden und liessen Cantastor, Chiccory, Sunday, Quick, Empire, Light, Caspian, Winter, Spot, Frame, Cool Cat, Merino, Simba, Cryptic und Mambo, der unterwürfig zuhinterst mitlief, zurück in den Offenstall laufen. Bei so vielen Pferden auf einmal dauerte es einen Moment, bis alle drin waren. Die Pferde aus dem Nordstall hingegen waren ja bereits im Stall; Ajith und Parker hatten auch die restlichen schon reingeholt, damit sie nicht auch noch hatten entwischen können.


      Sobald auch die letzten, die Nebenstall Stuten, wieder in ihren Boxen standen, kümmerte ich mich um die zukünftigen Rennpferde. Sie wurden nun seit zwei Monaten ‘Trainiert’; das hatte bis anhin beinhaltet, dass sie an der Longe und Doppellonge Muskelaufbautraining mit vielen Übergängen erhalten hatten, und an die Ausrüstung gewöhnt worden waren – alles noch ohne Reiter. Das hatte mehrere Vorteile: zum einen kannten sie nun Stimmkommandos als Hilfe, zum anderen hatten sie bereits ein Startkapital an Muskeln, die ihnen halfen, den Reiter schadlos zu tragen. Heute wollten wir zum ersten Mal versuchen, jemanden auf den Rücken der Jungspunde zu setzen. Ich lief zu Counterfires Box und Streichelte sie zur Begrüssung. Sie musterte mich mit ihren frech, aber freundlich wirkenden Augen und zupfte an meinem Ärmel. Ich schob die Tür auf und streifte ihr das Halfter über, dann band ich sie in der Stallgasse an. Sie spielte mit der Kette, während ich sie striegelte, und brummelte, als Dolly von Quinn ebenfalls in die Stallgasse geführt wurde. Beim noch nicht straff trainierten Bauch fand ich eine Stelle, an der es sie wohl gerade juckte. Sie drehte den Kopf zu mir und spitzte die Lippe, als wollte sie mithelfen. Belustigt gluckste ich und schrubbte kräftiger. Nach dem Putzen zog ich ihr ein Knotenhalfter an und wartete noch kurz, bis die anderen auch fertig waren. Ausserdem holte ich zur Sicherheit eine Sturzweste aus der Sattelkammer. Während dem Warten zupfte Fire an der Regendecke vor ihrer Box herum, untersuchte den Stallboden, untersuchte Jacky, die nicht so recht wusste, was sie davon halten sollte und jeweils hilfesuchend zu mir hochschaute; versuchte Dolly zu nerven, oder scharrte ungeduldig. Ich war es längst gewohnt, dass es für junge Vollblüter, oder überhaupt junge Pferde, einfach nicht schnell genug gehen konnte. Thomas kam mit Mambo um die Ecke und winkte uns, zum Zeichen, dass er fertig war. Wir führten die Vierbeiner, gefolgt von Oliver und Ajith, durch die Stalltüren raus in den Innenhof und an der Führanlage vorbei in Richtung Halle. Es wurde nun immer dunkler draussen, aber in der Halle brannte glücklicherweise schon Licht. Als wir reinkamen, erblickte ich überrascht Lily und Suri, die mit Nosferatu spielten. Suri sass gerade auf Nossis blankem Rücken und wurde von Lily herumgeführt. «Hey girls. I see, you have fun, but would you mind to go out for a bit? We’d like to train the youngsters for a bit, and it would be safer for you not to be around…» «Jup, no probs Occu. C’mon Suri, we go for a walk outside!» Das dunkelhäutige Mädchen nickte und Lily zupfte am Stallhalfter, um Nossi wieder in Bewegung zu versetzen. Wir begannen unterdessen, die Vollblüter warmzuführen und am langen Führstrick ein wenig im Kreis zu schicken. Als ich das Gefühl hatte, dass Counterfire bereit war, zog ich mir die Sturzweste und den Helm an. Dann begann ich, neben der Stute auf und ab zu hüpfen, während ich mich leicht mit einer Hand auf den Widerrist stützte. Ich übte das von beiden Seiten. Als nächstes legte ich meinen Arm über ihren Rücken und klopfte ihr ausgiebig mit der Hand auf die gegenüberliegende Flanke, als Desensibilisierung. Ajith und Oliver stellten unterdessen in der Halle Cavalettis auf, als Aufstieghilfen. Zu solch einem führte ich Fire nun, und stellte mich darauf. Ich beobachtete ihr Ohrenspiel und ihre Körpersprache ganz genau, während ich mich über ihren Rücken lehnte, immer noch auf ihre Flanke klopfend. Ich wollte sie auf keinen Fall überrumpeln, deshalb nahm ich mir viel Zeit und stellte immer sicher, dass sie sich auf mich konzentrierte. Als ich mein Bein über ihren Rücken legte, kamen ihre Ohren zurück und sie drehte ihr Hinterteil vom Cavaletti weg. Ich blieb ruhig und richtete sie neu aus, dann versuchte ich es erneut. Ich liess mich langsam auf ihren Rücken gleiten und lobte sie ausgiebig mit Kraulen, dann stellte ich mich wieder auf das Cavaletti. Ich hatte soeben das erste Mal richtig auf ihrem Rücken gesessen! Total happy wartete ich einen Moment, bevor ich es ein zweites Mal versuchte, wieder erfolgreich. Diesmal blieb ich etwas länger oben und bewegte meine Beine ein wenig. Ich wiederholte das Spiel, bis es für Fire nichts Besonderes mehr war und sie sich vollkommen entspannte. Dann sass ich einfach oben und beobachtete eine Weile die anderen Jockeys. Sarabi hatte demonstrativ das Hinterbein angewinkelt, wobei ich mir nicht sicher war, ob es eine entspannte, oder eine drohende Geste war. Sie hielt aber brav still, während Parker auf ihr herumturnte. Bei den anderen sah es ähnlich aus; Thalia und Mambo untersuchten die Beine ihrer Reiter neugierig. Es sah ein Bisschen so aus, als wollten sie zu verstehen versuchen, was da auf ihrem Rücken vor sich ging. Es war gut, wenn sie sich damit auseinandersetzten, denn das bedeutete, dass sie auch wirklich etwas dabei lernen konnten. Nur Dolly schien nicht so begeistert von der Idee. Sie hatte einen eingeklemmten Schweif und zuckte immer wieder zusammen, wenn Quinn sich unerwartet bewegte. Sie seufzte tief und senkte den Kopf, aber ich sah ihr an, dass sie sich unwohl fühlte. Manche brauchen eben ein bisschen länger, sagte ich mir. Plötzlich bewegte sich Fire unter mir, sodass ich aus meinen Gedanken gerissen wurde. Die Stute hatte offenbar eine interessante Stelle im Sand entdeckt, die sie nun untersuchen wollte. Sie begann zu scharren, und ich dachte mir nichts dabei – bis sie auf einmal vorne in die Knie gehen wollte. «Woa, stop that girl!» ich zupfte am Knotenhalfter, denn ich wollte auf keinen Fall, dass sie schon beim ersten Reitversuch lernte, sich mit dem Reiter hinzulegen. Sie hielt inne und bog auf mein Zupfen hin brav ihren Kopf nach hinten. Ich liess mich von ihrem Rücken gleiten; jetzt durfte sie von mir aus Wälzen. Tat sie auch: wenig später begann sie wieder zu scharren und legte sich genüsslich grunzend in den Sand. Selbst Oliver konnte sich bei dem Anblick ein Lachen nicht verkneifen. Dolly glotzte zu uns rüber und vergass offenbar einen Moment lang Quinn auf ihrem Rücken, nur um dann wieder zusammenzuzucken, als diese abstieg. Als ich zur Glasscheibe des Reiterstübchens hinüberschaute, bemerkte ich belustigt, dass Lily und Suri das Welshpony verräumt hatten, um uns zuzusehen. Ich Winkte ihnen zu und führte Counterfire noch ein Weilchen herum, bis alle fertig waren und wir die Pferde zurück in den Hauptstall bringen konnten. In den nächsten paar Tagen wollten wir das spielerische Aufsitzen wiederholen und bereits ein wenig im Schritt herumreiten, danach erst würden die anderen Gangarten folgen; vor allem aber viel Trabarbeit. Ich war zuversichtlich, dass alles gut gehen würde. Der Tierarzt hatte die Pferde vor kurzem untersucht und als kerngesund befunden, was mir zusätzliche Sicherheit gab. Jacky und Zira waren froh, dass sie mich wieder begleiten durften. Ich hatte sie nicht mit in die Halle gelassen, damit sie die Jungpferde nicht hatten ablenken können. Jonas kam mir mit dem Wegräumen zu Hilfe und fragte mich darüber aus, wie es gelaufen war. «Also gelaufen ist noch nix, aber gestanden, wie ein Musterschüler», scherzte ich. «Klingt toll. Ich hab übrigens vorhin den schwarzen Flohpelz wieder gesehen.» «Flohpelz? Moya?» «Jup. Ist durch die Sattelkammer geschlichen. Da hat’s wohl Mäuse.» Als er wieder davonlief, lief ich ‘zufällig’ an besagter Sattelkammer vorbei. Zuerst entdeckte ich keine Katze, aber dann sah ich einen buschigen Schwanz hinter einer der Putzboxen hervorschauen. Ich schlich mich an und griff zielsicher zu. Meine Hand erwischte tatsächlich Fell, und ich konnte das schwarze Tier triumphierend hochhalten. «Hab ich dich!» Ich hielt sie auf meinem Arm fest; alles Zappeln nützte nichts. Sie hatte plattgelegte Ohren und geweitete Augen, ausserdem schluckte sie entsetzt. Ich streichelte und knetete das rauchschwarze, lange Fell. Es war seidig und weich wie Kaninchenpelz, obwohl es noch nie gebürstet worden war. Andererseits sah man schon die ein- oder andere verfilzte Stelle. Solches Fell war eben eigentlich nicht für Streuner gedacht, sondern für verwöhnte Wohnungskatzen, sodass Moya es so alleine nicht gründlich genug pflegen konnte. Ich trug das Raubtier, das sich inzwischen erstaunlich ruhig hielt (sie hatte wohl aufgegeben) in Richtung Haus. Lisa führte gerade Aristo vom Viereck runter, als sie mich, selbst im Dunkeln, mit der Katze entdeckte. «Waaas?! Ist das Moya? Du hast es echt geschafft sie anzufassen?» Naja, über meine Methoden wollen wir jetzt mal lieber nicht sprechen, aber «Ja, so könnte man es nennen», antwortete ich halb gedacht, halb gesprochen. Mit ihrem typisch faszinierten Gesichtsausdruck kam sie näher und streichelte den Kopf der Katze, die prompt einen neuen Fluchtversuch unternahm - natürlich erfolglos. «Was machst du jetzt mit ihr? Wenn du sie loslässt, ist sie gleich wieder weg, und wird in Zukunft vermutlich noch viel vorsichtiger sein…» «Ich nehme sie ins Haus und sperre sie für’s erste im Badezimmer ein. Du wolltest sie ja schon lange einmal vom Tierarzt impfen und durchchecken lassen. Danach schaue ich weiter.» Lisa nickte begeistert. Die anderen Katzen liess sie, seit sie alt genug dazu waren, regelmässig entwurmen und was auch immer dazugehörte, aber Moya war seit sie selbstständig geworden war praktisch nicht mehr angefasst worden. Ich hatte, wenn ich sie so ansah, auch einen regen Verdacht auf Flöhe oder Haarlinge – aber zu sehr wollte ich darüber jetzt wirklich nicht nachdenken. Ich konnte Lisa, die die entsetzte Katze noch immer mit ihren Händen malträtierte, abschütteln und durch die Haustür schlüpfen. Erst, als wir im Badezimmer waren und ich die Tür fest verschlossen hatte, liess ich das Tier los. Sie stürzte sofort in die hinterste Ecke des Badezimmers, unter die Toilette, und kauerte sich fauchend hin. «Ja ja, du wirst mir schon noch dankbar sein», murmelte ich schulterzuckend und huschte raus, bevor sie entwischen konnte. Ich holte im Pflegerheim eine Schüssel Katzenfutter von Lisa, wobei ich gleich noch ein wenig mit Africa und Blue herumalberte. Die beiden Graupapageien hatten eine Tonne Spielzeug in ihrer Voliere, aber verpassten trotzdem keine Chance auf Beschäftigung und Zuwendung. Ich öffnete die Voliere und kraulte Blues Kopf mit dem Zeigefinger, wobei er genüsslich die Federn aufstellte. Africa versuchte mich eifersüchtig in die Hand zu zwicken, sodass ich das Katzenfutter absetzen und beide gleichzeitig streicheln musste. Africa wollte mir schon auf die Schulter klettern, als sie genug vom Streicheln hatte – aber ich wusste, dass sie dann nur wieder mit meinen Haaren spielen würde (was nicht besonders angenehm war), also zog ich mich zurück und kümmerte mich wieder um die inzwischen jämmerlich miauende Katze im Badezimmer. Ich fand eine alte Haarbürste, welche ich opfern konnte, und ein Anti-Flohmittel für den Nacken, das ich auch für die Hunde benutzte. Der Futterschale wurde während meiner Anwesenheit kaum Beachtung geschenkt. Ich sass eine Weile an die Wand gelehnt und versuchte, Moya anzulocken, aber sie machte keine Anstalten es sich auch nur zu überlegen. Also schnappte ich sie mir wieder, was mir vor allem dank der rutschigen Badewanne gelang, und hielt sie auf meinem Schoss fest, während ich ihr Fell zu kämmen begann. Am Anfang wehrte sie sich wieder mit allem was sie hatte, aber ich hatte vorsorglich Gartenhandschuhe montiert und den langen Pullover anbehalten, weshalb ich gut geschützt war. Nach einer Weile wurde sie ruhiger und ich konnte vorsichtig alle Knoten lösen. Sobald ich fertig war und sie losliess, huschte sie wieder unter ihren Toilettenplatz und funkelte mir böse entgegen. Ich liess sie in Ruhe, denn es war inzwischen acht Uhr und ich hatte noch ein paar Dinge im Stall zu erledigen.
    • Occulta
      Spaziergang bei frühlingshaftem Wetter
      Phantom, Matinée, Nosferatu, tc Herkir, Ljóski, Empire State of Mind, Mikke, Indiana, Valentine's Cantastor, PFS' Bacardi Limited, PFS' Shadows of the Past, Circus Dancer

      «Das Wetter ist viel zu schade, um in die Halle zu gehen!», rief ich Elliot empört hinterher, als er Circus Dancer in die Halle führte. «Ich weiss, aber er war gestern schon draussen und ich möchte ein paar Hindernisse mit ihm springen, dafür ist es bei den Naturhindernissen noch zu nass», war seine schuldbewusste Antwort. «Selber schuld», meinte ich Schulterzuckend, und machte mich mit Lily zusammen auf die Suche nach Jonas und den anderen. Es war kurz nach Mittag und dank der intensiven Sonnenstrahlen der wärmste Tag seit langem. Wir stiessen im Hauptstall auf Quinn, Parker und Thomas, die gerade ausgelassen über Polo-News diskutierten. “Since when do you care about Polo?” “It’s sometimes fun to watch”, erklärte Parker. “We watched a bit on TV yesterday”, fügte Quinn hinzu. “Anyway. You’re comin’ too now, right?” “Yup” “Did you see Jonas?” Thomas meldete sich zu Wort. “He’s messing around with Lewis. Saw them behind the house.” Die drei Pfleger begannen, ihre Pferde zu putzen, während Lily und ich wieder rausgingen. «Ich geh auch schonmal Nossi putzen, sie ist schlammig», meinte Lily. Ich nickte und holte die beiden Witzbolde, die sich eine Rakete aus einer Cola-Flasche gebaut hatten. «Achtung Occu, Lewis startet sie gleich», warnte mich Jonas mit freudig aufgeregter Stimme. Ich rollte die Augen und beobachtete das Spektakel. Lewis schraubte irgendwas an der Flasche herum, dann schüttelte er sie, warf sie auf und rannte zu uns. Die Flasche schlug auf den Boden auf, sodass der Deckel weggespickt wurde und sich der schäumende Inhalt in alle Richtungen verteilte, während die Rakete eine kurze Strecke schräg aufflog. Lewis wurde, trotz Fluchtversuch, ein wenig mit Cola angenässt. «Gah, I thought I was fast enough!», lachte er, sich die Arme ausschüttelnd. «It’s so sticky!» Jonas und ich lachten bei dem Anblick herzhaft, und ich riet ihm «Go get another shirt, unless you wanna stay sticky during the hack» Er verabschiedete sich mit einem Handzeichen in Richtung Pflegerheim joggend. «Bacardi Limited oder Herkir?», fragte Jonas, als wir die Flasche einsammelten und auf die Veranda stellten. «Nimm Herkir, dann können wir später Shira und Limited zusammen trainieren.» Er nickte und bog zum Nordstall ab. Ich begab mich zur Stutenweide, mein Opfer war Matinée. Zwar waren wir noch weit davon entfernt, dass ich sie reiten, geschweige denn Ausreiten konnte; aber als Handpferd mit Phantom zusammen mahlte ich mir keine grösseren Probleme aus. Und es würde ihr guttun, ein wenig von der Umgebung zu sehen. Sie war wiedermal total begeistert von meinem Anblick – so begeistert, dass sie mir gleich den Popo zukehrte und davonlief. Immerhin machte sie sich nicht mehr die Mühe, in den Trab überzugehen. In den vergangenen Tagen hatten wir Schrecktraining und Stangenlaufen gemacht, sodass mich die Stute nun bereits etwas besser kannte und wusste, dass ich nicht so schnell aufgab. Daher bremste sie beim Zaun auch ab und liess sich mürrisch aufhalftern. Ihre Ohren wechselten in eine freundlichere Stellung, als ich mit ihr zusammen auf Phantom zulief und den Rappen ebenfalls halfterte (was bei ihm Musterbeispielhaft klappte). Ich führte beide Pferde zu den Anbinderingen beim Offenstall und begann, mit dem Striegel den Staub aus ihren Fellen zu lösen. Bei Phantom sah man jedes Staubpartikel im Pelz und es wurde durch meine kreisenden Bewegungen eher noch schlimmer. Aber wenigstens löste ich auch heute wieder einen grossen Teil seines Winterfells, sodass es in Flocken zu Boden fiel. Bei Matinée war das noch etwas extremer, weil ich sie bisher noch nicht so ausgiebig gebürstet hatte. Weil die anderen vermutlich schon fast bereit zum Abmarsch waren, verschob ich ihr sich noch immer im Originalzustand befindliches Langhaar auf später und sattelte stattdessen bereits Phantom. Er steckte bereitwillig den Kopf in sein Bosal und ich schloss den dünnen Kinnriemen, der verhinderte, dass das Kopfstück zu nahe am Auge lag. Dann wickelte ich den überschüssigen Teil der Mecate um das Sattelhorn und brachte die beiden auf den Kiesweg, wo die anderen Ausreitfreudigen bereits fröhlich plaudernd warteten. «Hast du nicht zu warm mit der Jacke?», fragte ich Lily, die Nossis noch etwas staubigen Hals streichelte. «Doch» ich half ihr beim Ausziehen und band ihr die Jacke um ihre Hüfte. Dann wickelte ich Matinées Führstrick ebenfalls um Phantoms Sattelhorn und schwang mich auf den Rücken des Rappen. Lewis war der letzte, der noch zu uns stiess – er sass ausnahmsweise auf Indianas Rücken. Er ritt die Vollblüter des Hauptstalls nicht oft, denn er hatte meistens genug zu tun mit den Pferden aus den Offenställen oder Nord- und Nebenstall. Offenbar hatte Parker ihn aber überredet, die Rappstute heute für sie zu bewegen, und im Gegenzug wollte sie später am Nachmittag einmal mit Ljóski tölten. Wir setzten uns in Bewegung, wobei sich Lily auf der freien Seite neben Phantom und mir einreihte. Matinée lief mit entspannt gesenktem Kopf auf der anderen Seite. In der Gruppe fühlte sie sich wohl, das war von Anfang an so gewesen. Jedenfalls solange sie nicht selber einen Zweibeiner auf ihrem Rücken tragen musste. Wir verliessen den Hof und passierten die Holzbrücke, die Matinée etwas misstrauisch beäugte. Aber mit Phantom an ihrer Seite traute sie sich nach kurzem Zögern trotzdem darüber. Danach ritten wir auf einem schier endlosen Feldweg mit breitem Grasstreifen. Wir trabten auch ein wenig. «Lewis and Indiana seem to get along just finde, huh?», bemerkte Parker. Jonas meinte daraufhin «He should become a jockey, too. I’m sure he would win the Tripple Crown with Cool Cat.” “Nah, thanks. I’d have to go on a looong diet to do that. Besides, I’m also too tall, and probably too good looking. I’d definitely steal Thomas the show and get all the fame, that wouldn’t be good, right?» Thom stiess ein trockenes «Ha ha» aus und wir lachten herzhaft. Es war richtig warm und Lily stellte fest, dass sie froh war, die Jacke ausgezogen zu haben. Sie und Nossi hielten gut mit, obwohl das Welsh Pony etwa doppelt so viele Schritte machen musste wie die Grosspferde. Es war herrlich und fühlte sich richtig frühlingshaft an. «Occu, ich kann Nossi nicht mehr bremsen!!», rief Lily plötzlich. «April April!», grinste sie jedoch kurz darauf. Solche Scherzversuche musste ich mir nun schon den ganzen Tag anhören, deshalb hatte ich auch nicht wirklich reagiert und lächelte nur belustigt. Jonas war da schon eher ein richtiger Scherz gelungen, als er am Morgen mit etwas Pelzigem im Arm in die Küche gekommen war und meinte «Ich glaube, deine Katze hat vor lauter Stress den Löffel abgegeben.» Einen Moment lang hatte ich das dunkle Fell betrachtet und war ernsthaft geschockt gewesen, dann hatte ich sein verräterisches Grinsen bemerkt und sogleich die Fasnachts-Perücke angeworfen bekommen, die er gehalten hatte. «Über so was macht man keine Scherze!», hatte ich lachend ausgerufen, und er nur geantwortet «Aber erwischt hab ich dich trotzdem.» Ich schmunzelte auch jetzt noch bei dem Gedanken. Und Moya war ja zum Glück nichts passiert. Sie schlief vermutlich in diesem Moment zusammengerollt in meinem Büro auf dem Teppich und hatte vorhin beim Mittagessen jedenfalls noch ganz schön lebendig ausgesehen. Sie liess sich jetzt von mir streicheln und bürsten, allerdings nicht besonders lange und nur zu ausgewählten Tageszeiten. Von Jonas und Lily hielt sie hingegen gar nichts. Ich wollte bald versuchen, sie in der ganzen Wohnung laufen zu lassen, wobei ich aber noch ein wenig Bedenken wegen der Hunde hatte. Andererseits waren alle drei an Katzen gewöhnt und jagten ihnen auch draussen nie nach, daher würde das wohl auch klappen. Wir warteten auf Parker und Cantastor, der an den Wegrand äppeln musste, ehe wir in den Wald abbogen. Ich hörte schon von weitem ein knattern, und meine Vermutung bestätigte sich kurz darauf. Zwei Dirt-Bike Fahrer kamen mit hohem Tempo auf uns zu, bremsten aber zum Glück rechtzeitig ab, als sie uns sahen. Wir hatten die Pferde vorsorglich ein Stück vom Weg gebracht, aber Matinée war natürlich sichtlich unwohl beim Anblick der lauten Motorräder. Sie fuhren langsam an uns vorbei, gaben jedoch hinter uns viel zu schnell wieder Gas, sodass einige der Pferde nervös zusammenzuckten oder sogar einen Satz machten. Wir sammelten uns, leicht verärgert, und setzten unseren Ritt fort. «It will get even worse from now on», stellte Thomas fest. “Now that it gets warmer… And I heard they expect more tourists than ever this year.” “Well, most of them are nice tough and even shut down their engines when they see a horse passing by. It’s only some airheads that won’t get it”, meinte Jonas. Ich fügte an “so stay careful guys, especially when you’re out with the youngsters. We don’t want to provoke any accidents, and we don’t want to challenge those bikers since that could lead to restrictions and bans for us, even when we’re in the right.” Die Pfleger nickten zustimmend und wir setzten den Ausritt fort. Für heute begegneten wir keinen Fahrern mehr, nur Spaziergängern mit oder ohne Hunde. Matinée verdaute die unheimliche Begegnung rasch und lief wieder entspannt mit, Nossi hatte gar nie ein Problem gehabt, denn die Welsh Stute war sowieso ein furchtloses Verlasspony und Herkir war zwar auf Zack, lief aber schön am Zügel. Mikke forderte Quinn etwas heraus; sie war aufmüpfig und verwarf ungeduldig den Kopf, wenn wir für ihren Geschmack zu langsam unterwegs waren. Quinn nahm’s aber gelassen und sass einfach schön gerade obendrauf. Sie war sich ja von den vielen Rennpferden im Training nichts anderes gewöhnt. Mikke lief zwar schon lange nicht mehr aktiv Rennen, wurde aber intensiv für’s Military trainiert und war ein entsprechend heisser Ofen. Ihr hellrotes Fell schimmerte in den Lichtflecken, die durch das Blätterdach über uns geformt wurden und ihren Schweif trug die Stute stolz leicht angehoben. Empire und Canto spürten wohl auch den Frühling, denn sie waren ebenfalls zügig unterwegs. Zira trottete übrigens schon die ganze Zeit mit uns mit – sie war wiedermal ein stiller Begleiter der Gruppe und überprüfte ihr Territorium auf neue Duftspuren.

      Wir kamen zurück nach Pineforest und stiegen von unseren Reittieren ab. Ich entliess Matinée schonmal zurück auf die Weide und bürstete Phantom noch rasch durch, weil er ein bisschen geschwitzt hatte. Dann durfte auch er sich wieder seinen Stuten anschliessen. Im Anschluss trainierte ich wie versprochen zusammen mit Jonas die beiden jungen Reitponys, Shira und Limited, auf dem Reitplatz, während wir uns über Parker und Loki’s erste gemeinsame Töltversuche auf der Ovalbahn lustig machten.
    • Occulta
      Aus dem Leben eines kleinen Mädchens
      PFS’ Merino, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Lindwedel, Burggraf, Areion, Circus Dancer, Estragon Sky, Co Pilot de la Bryére, Vychahr, Nosferatu, Halluzination, Fake my Destiny, scs Sugar and Sweets, scs Bluebell, PFS’ Shadows of the Past, Phantom, Matinée, Islah, Lindwedel, Beck’s Experience, Glenns Caress, Dakota S, Chocolate Chip, Papillon d’Obscurité, Snottles Peppermint, Blue Dawn’s Nachtfalke, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, PFS‘ Skydive, tc Herkir, Ljóski, Daedra, Chanda, PFS‘ British Oreo Rascal, PFS‘ Arctic Silver Lining, PFS’ Reverie, Brendtwood, PFS’ Soñando Solas, PFS’ First Chant, PFS’ Clooney, PFS’ Cranberry, PFS’ Challenging Time, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Moon Kiddy, Feline

      Mein Wecker klingelte hartnäckig, und gab keine Ruhe, bis ich meinen Arm ausstreckte, um den kleinen roten Knopf an der Seite zu drücken. Auf dem Display stand eine Acht mit zwei Nullen dahinter - ich kannte die Bedeutung dieser Ziffer nur zu gut. Ich wollte mich schon stöhnend wieder umdrehen, doch dann fiel mir ein, dass ich heute ja keine Schule hatte, weil die Lehrer eine Weiterbildung machen mussten. Sofort fühlte ich mich wacher und fand sogar die Kraft, vom Bett zu rutschen, um mich anzuziehen. Ich lief runter in die Küche, wo eine Schüssel Müsli auf dem Tisch für mich bereitstand. Ich kippte etwas Milch dazu und sortierte wie immer die einzelnen Müsliflocken während dem Essen. Ich fand es lustiger, die verschiedenen Flocken nacheinander zu essen, anstatt einfach alle miteinander in den Mund zu stopfen. Tante Occu hatte zwar schon irgendwie recht, wenn sie sagte, dass dann ja die letzten Flocken schon total aufgeweicht seien, aber ich ass einfach schnell genug, damit das nicht passierte. Occu und Jonas waren wie immer schon draussen bei den Pferden. Sie konnten nicht so lange schlafen, weil sie ja arbeiten mussten. Das fand ich zwar ein bisschen doof, weil wir so am Morgen nicht zusammen essen konnten, aber ich hatte mich daran gewöhnt und auf früher aufstehen hatte ich keine Lust. Am Anfang war ich da noch energievoller gewesen und hatte versucht, auch um halb sechs aufzustehen, aber mit der Zeit war es mir zu anstrengend geworden. Nach dem Essen zog ich mir die Jacke an (weil Occu mich sonst wieder reinschicken würde, obwohl ich eigentlich nicht kalt habe) und ging als erstes zu Areion rüber. Es ist schon cool, auf einem Hof zu leben. Früher, als ich noch bei Mum wohnte, musste ich immer mit dem Fahrrad zwanzig Minuten zum Stall fahren, um Paulchen zu besuchen. Hach Paulchen... Wie es ihm wohl geht? Die Tür und die Fenster zum Nordstall waren offen und die meisten der Pferde streckten entspannt ihre Köpfe raus, um die Morgensonne zu geniessen. Auch mein Teddy hatte die Augen halb geschlossen, zumindest bis er mich hörte. Er spitzte die Ohren und streckte mir den Kopf entgegen. Ich streichelte ihn zur Begrüssung. Im Stall lief Musik, denn die Pfleger waren gerade am Ausmisten und Wischen. Ich summte mit der Musik und sang ab und zu den Refrain mit, wenn ich ihn kannte. Ich merkte einmal gar nicht, dass Jonas hinter mir durchlief, bis er plötzlich auch mitträllerte. Lachend zog ich an Teddys Bein, damit er es mir zum Auskratzen gab. Ich konnte gut in seinen langen Behang greifen, um den Huf oben zu halten. Seine Barhufe waren vorne runder als hinten; das hatte mit der Verteilung des Körpergewichts zu tun, hatte mir Occu erklärt. Ich stellte sicher, dass wirklich kein Dreck mehr in den Furchen neben dem Strahl war, bevor ich den Huf wieder absetzte und Teddy lobend auf die Schulter klopfte. Er war wirklich ein tolles Pferd und ich vertraute ihm mittlerweile total. Und seit er den Stuten nicht mehr hinterhersah, war er auch super zum Reiten. Ich kämpfte mich noch mit dem Kamm durch seine Dicke Mähne und den Schweif, dann holte ich den Sattel. Ich führte ihn in die Halle und kletterte auf seinen Rücken. Zuerst musste ich ihn warmreiten, wie wir es auch immer in der Reitstunde machten. Wir waren nicht alleine in der Halle, auch Lisa und David waren mit Aristo und Artemis da. Artemis lief besonders toll. Er sah mit seinem feinen Hals und dem weissen Fell total schick aus, und David hatte ihm eine Hellblaue Schabracke mit silbernem Rand unter den Sattel gelegt. Mein Tinker trug heute seine rot-schwarze Schabracke, auf der sein Name aufgestickt war. Die hatte ich ihm mit meinem Taschengeld gekauft, als ich mit Occu auf einer Messe gewesen war. Ich trabte Teddy an und versuchte, möglichst gerade zu sitzen, die Absätze runter zu lassen und die Hände schön ruhig zu halten. Es war schwer, sich auf alles gleichzeitig zu konzentrieren und dann auch noch das Pferd zu steuern. Aber ich hatte Elliots und Occus Stimmen von den Reitstunden im Kopf. Im Galopp hielt ich mich manchmal ein bisschen an der Mähne fest, damit ich nicht das Gleichgewicht verlor. Ohne Sattel machte ich das auch immer. Ich machte eine kurze Pause und beobachtete neidisch, wie Lisa mit Burggraf Trabverstärkungen übte. Burggraf hob zwar die Beine nicht so schön wie zum Beispiel Vilou, aber er lief dynamisch und kraftvoll über die Diagonale. Teddy konnte das sowieso nicht so toll, weil er einfach anders gebaut war. Aber wenn Occu ihn ritt sah man wenigstens schon einen Unterschied zwischen normalem und verstärktem Trab. Irgendwann wollte ich das auch so gut können, aber ich musste zuerst noch längere Beine bekommen, damit ich besser treiben konnte. Skydive wird bestimmt auch so tolle Gänge haben wie Vilou, war ich mir sicher. Er trabt immer so schön über die Weide, und sein Galopp sieht total weich zu sitzen aus. Ich kann es kaum erwarten bis er eingeritten ist, aber das dauert leider noch ein Jahr. Ich kraulte Teddys Hals liebevoll und sagte ihm "Du bist aber auch super Teddy." Ich alberte noch ein bisschen herum, indem ich Teddy im Schritt nur mit Gewichtsverlagerung zu steuern versuchte. Es klappte nicht immer ganz so, wie ich das wollte und wir waren ein paarmal auf Kollisionskurs mit den aderen. Aber es machte Spass. Nachdem Teddy seine Karotten runtergschlungen hatte, führte ich ihn zu seinen Stallgenossen auf die grosse Weide am Pinienwaldrand. Er konnte es kaum erwarten und zog mich zugegebenermassen ein wenig durch die Gegend - er spürte mein Fliegengewicht eben kaum am anderen Seilende. Ich wusste zwar von Occu, dass ich seine Hinterhand bewegen musste, wenn er mir vorne zu stark wurde, aber das war auch leichter gesagt als getan, weil er mit seinem dicken Winterfell kaum was spürte. Wir kamen jedenfalls rasch beim Weidetor an, und ich hängte einfach den Strick aus, ohne grosses Drumherum. Teddy trabte zu seinen Kumpels - Herkir liess sich sofort auf ein kleines Renn-Spiel ein und auch Loki setzte sich in Bewegung, um die beiden zu verfolgen. Ich sah noch ein bisschen zu, dann lief ich zurück, wobei ich auf Sheela und Jacky stiess, die herumstreunerten. Ich fand beim Galoppweg einen Stock, den ich Sheela warf. Aber Jacky war schneller und kam stolz mit dem langen Ast im Maul zu mir getrottet. Sie gab ihn mir nicht sofort, sondern zog noch ein wenig daran. Ich bewegte ihn lachend hin und her, bis sie losliess. Sie wartete schon mit aufgerichteten Ohren auf den nächsten Wurf, die eine Vorderpfote anwinkelnd und bereit um loszuschiessen. Nach gefühlten 100 Würfen hatte ich keine Lust mehr, aber wäre es nach der Jack Russel Terrier Hündin gegangen, hätten wir noch den ganzen Morgen weiterspielen können. Sie wurde einfach nie müde und brachte das Stöckchen jedes mal zuverlässig zurück, während Sheela abgelenkt zwischen den Bäumen schnupperte.

      Ich lief zum Hauptstall und suchte von dort aus Tante Occu. Ich fand sie ziemlich schnell - nämlich in Shiras Box. Sie legte der jungen Ponystute gerade das Knotenhalfter an und führte sie raus zum Putzen. Ich half ihr dabei, indem ich das Stroh aus Shiras Schweif erlas. Als ich damit fertig war, sprayte Occu den Schweif ein bisschen ein, sodass er ganz seidig und weich wurde. Auch beim Hufe auskratzen durfte ich helfen, aber Occu stand daneben und passte auf, weil Shira manchmal noch etwas zappelig war. Nach dem Putzen führte Occu das Pony zum Roundpen. Sie hatte ein paar Gegenstände vorbereitet, an die sie Shira gewöhnen wollte. Ich nahm sofort den Regenschirm in die Finger und wollte ihn aufspannen, aber Occu meinte, ich solle damit noch warten. Zuerst liess sie Shira nämlich ein paar Runden im Kreis warmtraben. Dann durfte ich den Schirm immer wieder auf und zu tun und krach damit machen, zuerst weit weg, dann nahe bei ihr. Ich rannte mit dem Schirm um Shira herum, je nachdem was Occu mir sagte. Ich fand das super; Shira am Anfang nicht so. Aber sie gewönte sich schnell daran und wurde immer ruhiger. Wir übten auch mit einem Ball und mit Blachen. Als Occu Shira wieder zurück in die Box brachte, bog ich stattdessen zu den Miniweiden ab. Ich wollte mit Silver Lining spielen. Das Miniature Horse war nicht nur niedlich, sondern auch total intelligent und konnte über zwanzig verschiedene Tricks. Er hatte vorher einer Frau gehört, die nichts sehen konnte. Also war er sozusagen ihr Ersatzauge gewesen, hatte mir Occu erklärt. Ich fand das ziemlich cool, weil das ja auch für die Frau dann viel spannender als ein Blindenstock oder so sein musste. Sie hatte so gleichzeitig auch einen Freund gehabt. Aber jetzt lag sie im Spital und konnte nicht mehr so viel machen, also hatte sie für Lining ein schönes Zuhause gesucht. Das war echt lieb von ihr. Der graue miniatur Hengst kam neugierig zu mir und schleckte meine Hand ab. Er war ganz vorsichtig und nicht so frech wie Oreo, der mir in den Ärmel zwickte, weil er ein Leckerli wollte. Ich fand es einfach schade, dass Arctic Blue und Rapunzel jetzt nicht mehr hier waren, sondern mit Alufolie und Echo auf einer grossen Weide lebten. Die Beiden waren frühzeitig in Rente gegangen, damit Occu die Jungpferde problemlos unterbringen konnte. Arco ist immer so süss gewesen mit seiner grossen Blesse... Aber die Jungen Hengste waren auch süss, besonders Oreo hatte einen hübschen Kopf und war seiner Mutter ziemlich ähnlich. Ich wusste, dass Occu noch ein paar Nachkommen von Nachtfalke irgendwo auf einer Fohlenweide versteckt hatte, die sie erst hierherholen wollte, wenn der kleine schwarze Hengst gekört war, weil sie erst dann richtig mit ihnen auf Shows gehen konnte. Anscheinend war es günstiger und einfacher, sie bis dahin auswärts zu halten. Ich war gespannt, wie die Fohlen aussehen würden, denn ich hatte nur ein paar Babybilder gesehen. Ich zog meine Schuhe aus, denn ich hatte Lust, barfuss zu laufen. Ich wusste, dass ich vorsichtig sein musste und es gefährlich war, um die Pferde herum ohne Schuhe zu sein, aber ich war ja nicht mehr sooo klein und konnte gut auf meine Füsse aufpassen. Ich wusste auch, dass Occu kein Mitleid haben würde, wenn etwas passierte - weil sie mir gesagt hatte, dass ich dann selber schuld wäre. Deshalb war ich umso sorgsamer bedacht, keine Fehler zu machen. Das vom Morgen noch kühle Gras kitzelte meine Knöchel und ich liebte einfach das Gefühl, die Wiese unter meinen Sohlen zu spüren. Ich warf meinen rechten Schuh ein paar Meter weg und gab Lining das Kommando, ihn zu holen. Er brachte ihn mir zuverlässiger als ein Hund zurück, und ich kraulte ihn begeistert am Widerrist. Dann klopfte ich mit der flachen Hand auf den Boden, das Zeichen, dass er abliegen solle. Er liess sich neben mich ins Gras plumpsen und ich konnte halb auf ihn drauf liegen. Eine Weile beobachtete ich verträumt die vorbeiziehenden Wolken, während er einfach im Liegen weitergraste. Bis mir Lenny von oben seine Schnauze ins Gesicht drückte und an meiner Nase knabbern wollte. Ich lachte erschrocken los und Lining sah sich zu mir um, blieb aber ruhig liegen. Es war so süss, fast, als wollte er sichergehen, dass alles in Ordnung war. Ich stand auf und erlöste das silbergraue Hengstchen von seinem "Dienst". Meine Schuhe hätte ich fast vergessen, als ich unter dem Zaun durch zu den Ministuten rüberging. Und Becks wäre fast darüber getrampelt. Ich ging zu Peppy, die vom grasen aufsah und mir ein Stück entgegen kam. „Denkst du etwa, wir gehen schon wieder trainieren?“, fragte ich sie amüsiert. Manchmal kam es mir fast so vor, als freue sie sich richtig auf das Renntraining. Jedenfalls schien sie es zu lieben, über die für ihre Verhältnisse übergrosse Rennbahn zu flitzen, denn ich musste sie nie zweimal auffordern. Ich knuddelte die Shettystute; ihre Mähne war so schön weich. Ich zupfte etwas loses Fell aus einer Stelle an ihrem Bauch, die der Schermaschine entkommen war. Dort sah man, dass sie eigentlich immernoch einen Rest Winterfell gehabt hätte, wenn wir sie wegen des vielen Galoppierens nicht geschoren hätten. Ich legte mich über ihren Widerrist und schwang mein Bein über ihren kurzen Rücken. Noch konnte ich sie reiten, aber irgendwann würde ich zu gross für sie sein. Ich fand das schade, aber ich wollte ihr ja nicht schaden, also machte ich schon jetzt pläne, was ich alles mit ihr tun wollte, wenn es so weit war. Einfahren stand ganz oben auf dem Plan. Vielleicht konnten wir ja bei Sulky-Rennen mitmachen? Ich ritt ein wenig planlos über die Weide, so gut steuernd, wie es ganz ohne Ausrüstung nunmal ging. Einmal wurde Peppy etwas übermütig und begann zu traben, nach einer Weile sogar zu galoppieren. Ich griff in ihre Mähne und hielt mich gut fest, Angst hatte ich keine. Ich hatte das Gefühl, dass Peppy gleich wieder bremsen würde, und so war es auch. Sie trug mich neben Papillon und Chip, den Kopf wieder zum Grasen senkend. Um sie nicht weiter zu belästigen, rutschte ich vom Ponyrücken runter und entfernte mich. Ich kletterte auf einen der Bäume und legte mich auf einen dicken, waagrechten Ast, von dem aus man einen guten Blick über die Weide hatte. Ich zählte die Ameisen, die vor mir über die Rinde krabbelten und sich in keinster Weise von ihrer Arbeit ablenken liessen. Manche trugen Ästchen oder Blattstücke, die viel grösser waren als sie selbst. Unter dem Baum stand Kiwi, und sah neugierig zu mir hoch. Sie verlor das Interesse aber schnell wieder, denn Tiki lief unweit von ihr entfernt zielstrebig zum Offenstall. Ich erkannte Lewis, der wohl gerade die Vormittagsration Heu vorbeibrachte. Dakis halb quietschendes Brummeln war sogar von hier aus zu hören. Ich beobachtete belustigt, wie Chip und sie sich unterwegs rasch mit einer eindeutigen Geste angifteten, um zu klären, wer zuerst zum Heu durfte. Natürlich gewann Daki. Ich pfiff laut, sodass der Lewis sich umsah. Dann lachte ich laut, weil er mich auf dem Baum nicht sehen konnte. Durch das Lachen verriet ich mich, und er kam zum Baum gelaufen. "Little Miss, you shouldn't distract people from Work!" Ich grinste frech. "Since when are YOU working? Is Jonas ill or what?" "Ha! Just you wait, I'm gonna get you down here!" Er hängte sich an die untersten Äste, die er natürlich viel besser erreichte als ich. Der ganze Baum zitterte, als er sich etwas mühevoll hochhievte. "Ugh, it seems I'm a bit out of practice..." Gerade in diesem Moment kam Occu den Weg zu den Weiden runter. "What in the World are you doing?!", rief sie mit leicht strengem Unterton. Lewis sah mich erschrocken an, dann lachten wir herzhaft und kletterten runter. Papillon, die erst jetzt auf dem Weg zum Heu war, zuckte erschrocken zusammen, als Lewis sich runterfallen liess. "Hey ihr Kindsköpfe... Die Mini Hengstchen verzweifeln fast, weil ihre Heuration auf dieser Seite des Zauns feststeckt." Tatsächlich standen alle fünf ungeduldig am Zaun und glotzten mit gespitzen Ohren zu uns rüber. Ich hatte einen mittleren Lachanfall bei dem Anblick – es sah einfach zu süss aus. „Aber ernsthaft, ihr könnt nach dem Mittag wieder rumalbern. Jetzt gehen die Pferde erstmal vor.“ Ich sah unschuldig in die Wolken und Lewis stupste mich, so wie es auch Jonas dauernd tat. Dann machte er sich mit einem entschuldigenden „right away, boss“ zurück an die Arbeit und ich holte meine Schuhe, ehe ich Occu folgte. "Ab hier ziehst du die wider an", befahl sie, auf die Schuhe deutend, als wir in den Hauptstall abbogen. Ich gehorchte und wir machten uns auf die Suche nach Ajith. Wir fanden ihn mit Gabel und Mistschubkarre bei Khiaras Box. "I see, you're finished soon?" "Yea, April is doin' the boys." "Good. Can you prepare the babies afterwards?" Mit "babies" meinte Occu die jüngste Gruppe der Vollblüter, die gerade angeritten wurden. Soweit ich wusste, wollten sie vor dem mittag noch rasch ein wenig Dressur mit der Gruppe üben. Daedra war jetzt auch im Hauptstall und wurde mittrainiert, sie hatte aber noch einen kleinen Rückstand, weil sie ja ein bisschen jünger war. Occu fragte mich, ob ich nach dem Mittag noch rasch Thairu und Zazou mit ausreiten wollte, ehe Suri vorbeikam. Erstaunt fragte ich „kommt sie heute auch?“, weil ich davon gar nichts wusste. „Jap, sie hat vorhin angerufen und gefragt, ob du da bist. Ich hab ihr gesagt, dass du nichts vorhast am Nachmittag – ich hoffe das stimmt?“ „Klar!“, rief ich freudig. Es machte mir total Spass, mit Suri Reiten zu üben und wir waren mittlerweile beste Freundinnen. „Und ja, ich will mit Thairu raus. Darf ich sie diesmal wieder reiten?“ Occu nickte und ich machte einen kleinen Hüpfer. „Ich will noch schnell schauen, wie’s Chanda geht. Kommst du?“ Wir schlenderten zum Nebenstall und warfen einen Blick in die Box der neuen Criollostute. Sie war vorgestern angekommen und stand noch unter Quarantäne hier, weil sie etwas Nasenausfluss hatte. „Vielleicht ist sie auch auf Pollen allergisch, wie Elliot?“, fragte ich rätselnd. „Kann schon sein, aber ich denke eher, dass sie sich erkältet hat, weil sie beim Verladen vor Stress geschwitzt hat und es abends dann doch recht kühl war.“ Occu wollte sie später zu Moon und Feline auf die Stutenweide stellen, aber sie wollte erst sichergehen, dass die hübsche grullo-Scheckstute ganz gesund war. Sie kräftig aus und hatte schon sämtliches Winterfell verloren; so sah es jedenfalls aus. Chanda streckte neugierig ihre rosa Schnauze über die Boxentür und ich berührte sie mit meinen Fingern. Die Stute spielte mit ihren Lippen, um meine Finger in den Mund zu nehmen, aber ich passte auf und zog sie jedesmal lachend weg. „Ich geh jetzt zu den Youngsters, wenn du willst, kannst du natürlich zusehen kommen“, meinte Occu, sich zum Gehen wendend. Ich machte nur „nops, keine Lust“ und lief stattdessen wieder zum Nordstall. Ich hatte gestern eine Maus gesehen, die bei Vychahrs Box herumgeklettert war. Ich schlich mich vorsichtig an, aber es regte sich nichts ausser Circus Dancer und Vilous Mäulern, die eifrig im Stroh nach Heuhalmen suchten. Royal Champion war übergangsweise auch wieder hiergewesen. Occu hatte ihn ohne zu Zögern zurückgekauft, als sie seine Verkaufsanzeige gesehen hatte, aber der Platz im Nordstall war begrenzt und irgendwann würden ja Skydive, Clooney, Solas und Woody auch noch umziehen. Also hatte sie nun eine definitive Lösung für den jungen Schecken gesucht und ihn schliesslich zurück an seinen Geburtort gebracht, der Lake Mountain Ranch. Ich kannte den Hengst nicht so gut, aber es war natürlich immer schade, wenn ein Pferd vielleicht nicht hierbleiben konnte. Ich war jedenfalls froh, dass Occu Skydive ganz sicher behalten wollte.

      Beim Mittagessen erzählte Occu, dass Dolly diesmal schon viel entspannter gewesen sei und anfing, den Rücken loszulassen. Die junge Vollblutstute war momentan der Angsthase der Gruppe und brauchte einen Tick länger als die anderen, um sich in ihrer Aufgabe zu entspannen. Sogar Daedra war schon gelassener, wenn auch sehr temperamentvoll und lauffreudig. „Ach und Mambo hat wiedermal Eckenmonster gezählt. Ich hab ihn an der Reiterstuben-Seite kaum vorbeigebracht, ohne gleichzeitig Seitengänge zu üben. Aber sonst war er toll, er hat Fortschritte im Angaloppieren gemacht. Fire ist immernoch etwas zu heiss und kriegt dauernd einen Beinsalat, weil sie noch kaum Gleichgewicht hat. Wenn ich einen rauspicken müsste, wäre Snowflake im Moment mein Favorit. Sie ist schon so erwachsen und einfach nur praktisch im Umgang. Sarabi lässt sich zu leicht ablenken und testet schon jetzt ihre Grenzen, das wird bestimmt noch lustig mit der.“ Jonas stimmte nickend zu. Mit halb vollem Mund setzte er an „Wann denkst du –“, schluckte auf Occus strengen Blick hin runter und fügte hinzu „sorry, wann fangt ihr mit dem intensiveren Galopptraining an?“ „Oliver will mit dem schnelleren Intervalltraining Anfang Mai beginnen. Sie sind dann knapp drei Monate unter dem Sattel und haben mehr als genug Basisarbeit hinter sich. Unser Ziel ist es, ein erstes Renn-Debut im Spätsommer zu machen. Wenn das gut läuft, wollen wir die restliche Saison noch fleissig ausnutzen; wenn nicht, verlegen wir das Ganze auf nächsten Frühling und trainieren intensiv für die Dreijährigen-Saison.“ „Wann bringst du eigentlich Merino an ne Körung? Ich hab ihn heute mit Charly laufen gesehen und er macht sich in letzter Zeit wirklich gut. Ich bin sicher, er wird auch mal ein beliebter Zuchthengst.“ „Ja, er hat sich wirklich sehr verbessert. Das ist wohl auch Rachel Wincox Zu verdanken, die ihn an den letzten paar Rennen hervorragend geritten hat, als unsere eigenen Jockeys ausgebucht waren. Es war eine gute Entscheidung, sie zu engagieren.“ Jonas nickte zustimmend. Wir assen fertig und verräumten das Geschirr, dann rannte ich schonmal voraus zur Zebraweide. Thairu und Zazou chillten bei ihrem Unterstand. Thairu hatte ein Hinterbein aufgestützt und machte sich nicht mal ansatzweise die Mühe, ihr Gewicht zu verlagern als ich kam. Ich duckte mich zwischen dem Zaun durch und lief geradewegs auf sie zu. Occu brachte ihr und Zazous Knotenhalfter mit. Wir führten beide zum Nebenstall. Occu liess mich Thairu selber putzen, während sie Halluzination holte. Ich fand es so cool, dass Thairu bei ihrem Popo braune Streifenzwischenräume hatte, anstelle von weissen. Am Anfang hatte ich gedacht, dass es nur Dreck sei, aber ihr Fell hatte tatsächlich diese Farbe. Man sah auch ein paar verbleichte Streifen in den grösseren Lücken. Als ich Thairus wieder kurzes Sommerfell entstaubt hatte, kratzte ich ihre Hufe aus. Ich sah aus dem Augenwinkel, wie Occu mich, bzw. Thairu dabei beobachtete, damit sie eingreifen konnte, falls das Zebra rumzickte. Aber ich hatte das voll im Griff. Thairu gab sogar ihre Hinterhufe brav. Ich klopfte ihr lobend auf den Hals und nahm die nächste Bürste aus der Box. Ich durchfuhr die Stehmähne des Zebras damit und kraulte es dabei hinter den grossen, runden Ohren. Thairu mochte das besonders im Fellwechsel, aber auch, wenn es draussen ganz warm war. Ich bürstete auch den Zebraschweif, auch wenn es nicht sonderlich viel zu bürsten gab. Der ‚Fliegenwedel‘ wollte dauernd hin- und herschwingen, obwohl es noch kaum Insekten hatte – das war nicht gerade praktisch zum Putzen. Occu meinte aber, solange der Schweif schön ruhig wedelte, war alles in Ordnung. Ein stillstehender Schweif wäre wohl ein Zeichen von Anspannung gewesen. Ich hielt ihn trotzdem irgendwie fest und bürstete so schnell ich konnte. Dann half mir Occu beim Satteln. Sie war mit Hallu auch schon fast so weit, und während sie noch rasch fertig putzte, kümmerte ich mich auch rasch um Zazous Fell. Dann zäumte Occu Hallu und ich band einfach den Strick als Zügel ans Knotenhalfter. Wir ritten Thairu eigentlich fast immer nur mit Halfter, weil sie das lieber mochte und damit braver war. Occu nahm Zazou als Handesel mit. Wir stiegen auf und ritten zur Galoppwiese. Allerdings galoppierten wir heute mit Thairu nicht, weil sie etwas fit war. Auch Hallu spielte sich ein paarmal auf, den Kopf verwerfend und mit den Vorderbeinen stampfend. Sie war wohl etwas grantig, weil sie nicht gasgeben durfte. Occu ritt die eigenwillige Fuchsstute trotzdem gelassen einhändig, denn sie kannte sie ganz genau und hatte keine Angst vor dem aufmüpfigen Verhalten. Und Hallu wusste, dass sie nicht mehr als so herumzicken durfte. Zazou wollte manchmal lieber am Wegrand anhalten um zu fressen. Occu musste ihn dann jeweils sanft mit der Gerte zum Weiterlaufen ermutigen. Wir hatten es ziemlich lustig unterwegs, und Thairu schien es auch zu gefallen.

      Als wir zurückkamen, war Suri schon da. Sie half mir beim Wegräumen von Thairu und Zazou, danach gingen wir zu Nosferatu und Fake. Wir machten zusammen einen Ausritt über den Fluss in Richtung Wilkinson Farm und plauderten ausgelassen über Peppy und mein erstes Rennen vor ein paar Tagen. „But this stupid cow Fiona… Only because she won in her group she thinks she’s the best. It really pisses me off.” “Don’t worry, you’re gonna show ’em”, meinte Suri zuversichtlich. “After all you’ve got Peppy. She’s a super-unicorn-pony!” Ich fiel vor lachen fast von Fakes Rücken. Wir kamen an den Weiden der Wilkinson Farm vorbei und Suri bemerkte „Oh, there’s a grey pony I haven’t seen before.“ „That’s right, you have not come here for a while, huh? He’s called Lindwedel.“ „Lindwedel? What a funny name! I kinda like it.“ “How about we go pay him a visit?” Suri nickte begeistert. Wir ritten auf den Hof und banden unsere Ponys beim Waschplatz an. Rosie bemerkte uns und kam zur Begrüssung rüber. „Hey Ladies. What’s up?“ „Hi Rosie. Can I show Suri Lindwedel?“ „Sure.“ Wir liefen über die Weide und ich streichelte unterwegs Islah, die uns neugierig ein paar Schritte entgegengekommen war. Auch Lindwedel hob den Kopf und kam auf uns zu. Suri war sofort verzaubert von seiner langen Mähne und dem dunkelgrauen Fell. „He is really, really cute. I’m sure he would be fun to ride”, meinte sie verträumt. “That’s the first time I hear you talk like that. Usually it’s always been me, craving to ride other people’s ponies.” Suri lächelte verlegen. “You can just ask Rosie, you know. I’m sure she’d allow you to ride him.” Suri schüttelte eifrig den Kopf. “No no, it’s fine. I’m very happy with riding Nossi!” Ich zuckte gleichgültig mit den Schultern. Wir blieben noch einen Moment auf der Wilkinson Farm, dann machten wir uns wieder auf den Weg.

      Nach dem Ritt machten wir uns auf die Suche nach den Katzen, denn Suri hatte noch gar nie alle gesehen. Moya war inzwischen leicht zu finden. Sie lag am liebsten im Wohnzimmer auf der Couch zusammengerollt. Sie mochte es nicht, wenn man sie streichelte (ausser bei Occu), also versuchte ich es gar nicht erst. Sonst hätte sie wohl eh gleich wieder die Flucht ergriffen. Jonas hatte eine Katzenklappe in die Tür eingebaut und Moya durfte rein und raus, wann immer sie wollte. Aber sie benutzte lieber das Küchenfenster, anders als Kafka, der die Klappe voll ausnutzte und dauernd Occu in ihrem Büro nerven kam. Wir fanden Gismo in einer der Sattelkammern, auf einer Schabracke schlafend. Er blinzelte müde, als Suri ihn streichelte und streckte sich anschliessend ausgiebig, ehe er sich wieder auf die Seite legte und einfach weiterschlief. Um Shiva zu finden, brauchten wir deutlich länger. Sie kletterte ausnahmsweise mal nicht auf dem Heuboden herum, sondern jagte auf dem Feld hinter der Rennbahn Mäuse. Von Kafka war keine Spur zu finden, aber ich wettete, dass er auch irgendwo am Jagen war. Wir spielten auch nochmal eine Runde mit Jackie und Sheela im Garten hinter dem Haus. Lisa und David winkten uns zu, als sie vom Ausritt mit Sweets und Bluebell zurückkamen. Später hängten wir ein wenig auf den Bäumen auf den Weiden herum. Der Apfelbaum auf der Stutfohlenweide hatte ein paar coole Astgabelungen, in die man sitzen konnte. Die Fohlen beobachteten uns dabei neugierig. First Chant wurde immer hellgrauer. Occu meinte, sie werde vermutlich ganz weiss, wenn sie gross ist. Am Anfang hatte ich das gar nicht glauben können. Ich verstand vor allem nicht, warum Lindwedel dann nicht auch weiss war, mit seinem Alter. Darauf hatte auch Occu keine ausreichende Antwort gewusst, nur „ist halt manchmal unterschiedlich“. Ich fand Chime so süss (da war es wieder, mein Flair für ganz helle Pferde). Die kleine Stute war dünner als die anderen, aber genauso verspielt und agil. Die kraulte sich mit Karma am Widerrist, dann frassen beide Kopf an Kopf. Richtig Idyllisch. Suri war vom Baum geklettert und machte eine Blumenkette aus Löwenzahn. Sie kam aber nicht weit, bevor Reverie angetrampelt kam und die Kette auffressen wollte. Ich lachte amüsiert und half Suri, ihr Kunstwerk vor den gierigen Fohlen zu verteidigen. Es war ja nicht so, als hätte es rund um uns herum nicht noch mehr Blumen gehabt. Aber wie immer waren die frechen jungen Pferde besonders an denen interessiert, die wir in der Hand hielten. Nur Cranberry und Indy waren abseits und grasten friedlich. Irgendwann überliessen wir den Fohlen die Kette und wechselten die Weide. Am liebsten kletterte ich nämlcih immernoch auf die Bäume der Stutenweide, denn die waren schön gross und hatten trotzdem praktische Äste für den Aufstieg. Suri blieb lieber auf den unteren Ästen, während ich zum bluffen gerne bis in die Baumkrone kletterte. Die Pferde kümmerten sich nicht sonderlich um uns. Wir ernteten höchstens manchmal einen skeptischen Blick von Phantom. Aber plötzlich spitzte die Herde die Ohren, denn Occu kam zum Weidetor. Ich liess mich vom Baum ins Gras fallen und rannte zu ihr rüber. „Schon wieder barfuss?“, meinte sie streng, sagte aber nichts weiter, ausser „passt einfach auf, okay.“ „Was machst du?“, fragte ich neugierig, als ich das Knotenhalfter und den Strick in ihrer Hand sah. Suri gesellte sich nun auch neben uns und streichelte Zira, die sich aber nach wenigen Berührungen wegduckte und auf Occus andere Seite auswich. „Ich will noch ein wenig mit Matinée arbeiten.“ „Können wir zusehen?“, fragte ich sofort aufgeregt. „Aber nur, wenn ihr nicht stört.“ Wir liefen zurück zum Baum und holten unsere Schuhe, dann folgten wir Occu, die inzwischen die Mustangstute eingefangen hatte. Es klappte jetzt wirklich schon gut, ganz anders als am Anfang, als Occu sie noch jedes Mal 10 Minuten hatte jagen müssen. Wir begaben uns in die Halle, weil die Sonne unbarmherzig auf den Sandplatz runterbrannte. Occu führte die Stute in der Halle herum und liess sie immer wieder ein wenig weichen. Dadurch wurde sie aufmerksam und weich im Umgang. Sie führte Matinée über eine am Boden liegende Stange und liess sie mitten darüber anhalten. Dann schickte sie die Stute seitwärts der Stange entlang. Am Anfang hatte Matinée das nicht gemocht. Ich hatte es einmal beobachtet; sie war immer wieder erschrocken, als sie die Stange berührt hatte und Occu war es kaum gelungen, sie anständig über der Stange anzuhalten. Inzwischen konnte Occu sich sogar über den Rücken der Stute lehnen, ohne dass diese ausflippte. „Soll ich aufsitzen?“, fragte Occu plötzlich. Ich war etwas unsicher, ob das schlau war. Denn ich hatte schon gesehen, wie Matinée bocken und ausschlagen konnte. „Weiss nicht… Ist das nicht gefährlich ohne Sattel?“ „Ohne Sattel ist es viel weniger riskant, glaub mir. Man fällt vielleicht schneller runter, aber man kann dafür nirgens hängen bleiben. Es gibt nichts schlimmeres, als vom Pferd nachgeschleift zu werden.“ Das verstand ich. Occu sprang an Matinées Seite auf und ab, um zu testen, ob sie sich nachhaltig an die Bewegung gewöhnt hatte. Dann sprang sie hoch und lehnte sich über den Rücken der Stute, das angespannte Seil in der linken Hand haltend, damit sie sofort den Kopf kontrollieren konnte, wenn die Stute Mätzchen machte. Als Matinée ruhig blieb, wagte sie es, das rechte Bein auf die andere Seite zu legen und sich aufzurichten. Sie kraulte Matinée ausgiebig am Hals, bewegte die Beine ein wenig, und liess sich dann wieder runtergleiten. „So, das war’s. Ich bin das erste Mal auf ihr gesessen.“ Suri und Ich klatschten begeistert, auch wenn das ganze etwas unspektakulär ausgesehen hatte. Matinée spitzte die Ohren und zuckte zusammen, als sie das Geräusch unserer Hände hörte, blieb aber neben Occu stehen. „Ich mache jetzt noch ein wenig longenarbeit mit ihr. Lily, kannst du mir die blaue Longe holen?“ Ich nickte und brachte sie ihr. Wir legten ein paar Cavaletti auf die Mittelvolte, damit Occu die Stute darüberschicken konnte. Das sei gutes Rückentraining, erklärte sie mir und Suri. „I don’t want to ride her until she’s got more back muscles.” Sie sah aber schon viel besser aus als bei ihrer Ankunft, wie ich feststellte, als ich sie beim Stangentraben beobachtete. Als sie angekommen war, hatte man die Rippen zählen können und der Rücken war total eingefallen gewesen. Occu hatte auch eine Tierärztin hiergehabt, die bestätigt hatte, dass Matinée unter Rückenschmerzen litt, die aber zum Glück nur von Verspannungen herrührten, nicht von irgendwelchen bleibenden Schäden. Die Stute war inzwischen von einem Chiropraktiker gelockert worden, und Occu konzentrierte sich nun auf den korrekten Muskelaufbau, damit die Stute in Zukunft keine Probleme mehr haben würde. Matinée trug den Kopf schön tief und schnaubte ab. Man merkte, dass es noch anstrengend für sie war, die verschieden hohen Cavaletti auf der Kurve zu überwinden. Aber das Training zeigte seine Wirkung und die Stute schwang mit dem Rücken schön mit, wie Occu uns zeigte. Am Ende bekam sie ein Leckerli und durfte zurück zu Phantom auf die Weide. Obwohl sie heute so brav gewesen war, sah man doch deutlich, dass sie immernoch am allerliebsten einfach bei ihren Kumpels auf der Weide stand, weit weg von Menschen, Seilen und unheimlichen Gegenständen. Irgendwie verstand ich sie gut. Ich war schliesslich auch lieber hier auf dem Hof bei den Tieren, als in der Schule. Aber um später klarzukommen, musste ich nunmal alles Nötige lernen, und so war das auch bei Matinée.
    • Occulta
      Badewetter
      Empire State of Mind, Mikke, Indiana, PFS’ Sarabi, PFS’ Stop Making Sense, Unbroken Soul of a Rebel, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Vychahr, Flintstone, Nosferatu, White Dream, Yoomee, Ronja Räubertochter, River’s Lychee, PFS’ Shadows of the Past, Nimué, Nera, Dancing Moonrise Shadows, Feline, Lovely Summertime, Farasha, Après la Pluie, Antarktik, Dakota S, Tigrotto, Blue Dawn’s Nachtfalke, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Skydive, PFS’ Cupid, PFS’ Simply Priceless

      Es war herrliches Wetter draussen - behaupteten die einen, für die anderen (mich eingeschlossen) war die Hitze ein Graus. Ich wollte mich am Morgen kaum aus dem Haus bewegen, weil ich genau wusste, dass mir der Schweiss auch heute wieder nur so runterlaufen würde. Nichts desto trotz stand wie immer zuerst das Vollbluttraining an, und noch war die Luft angenehm kühl. Ich ritt auf Indiana mit, aber nicht zum Rennen, sondern um Trackpony zu spielen. Naja, ein bisschen rennen sollte die Stute schon, denn sie wurde ja mittlerweile im Military trainiert und da war so ein Renntraining zwischendurch ganz gut. Wir holten heute die Trackponys schon so früh raus, weil wir die jüngsten Vollblüter zuerst trainierten. Die der normalerweise ersten, erfahrendsten Gruppe waren vor kurzem fast alle ein Rennen gelaufen, also hatten sie heute noch frei, um sich vollständig zu erholen, und nahmen das Training erst morgen wieder auf. Für die Arbeit mit den Jungpferden war das "Ponying" ideal, weil die ruhigen Begleitpferde (wenn sie sich denn tatsächlich ruhig benahmen) ihnen Sicherheit vermittelten. Weil sie aber später an den Rennen kein Begleitpferd hatten (ponying war ja in England und allgemein Europa nicht üblich) trainierten wir so oder so beides. Nach einer Viertelstunde Vorbereitung, gingen die Jockeys und Pferde raus zum Aufsteigen. Ich kletterte selbstständig auf Indianas Rücken, während die Jockeys von Ajith und Oliver hinaufbefördert wurden. Iniana trug eben einen normalen Springsattel - da war das Aufsteigen kein Problem im Vergleich zu den kleinen Rennsätteln. Indiana und ich führten die Sechsergruppe auf dem Marsch zur Bahn an. Die weiteren Track Ponys waren heute Feline, Summertime, Caprice, Shadow und Flint, wobei letzterer Mambo begleitete. Wir trabten zuerst ausgiebig und ritten danach im leichten Sitz einen lockeren Galopp. Wie zuvor mit Oliver abgesprochen arbeiteten heute alle einzeln (nachdem die Track Ponys sie losliessen) und dem entsprechenden Pferd angepasst. Mit Indiana machte ich einen erfrischenden, etwas zügigeren Galopp bis zum 500-Meter-Pfosten und legte von dort an über 400 Meter etwas zu. April machte es mit Mambo ähnlich. Indiana und ich überholten die beiden unterwegs, denn er lief noch längst kein Finish-Tempo, aber der Hengst war gefordert und seine Nüstern weit geöffnet. Erst mit zunehmender Kraft würde er schneller werden und länger durchhalten. Nach dem Sprint nahm ich Indiana zurück und liess sie wieder im selben Tempo wie zuvor galoppieren, was ich mit meiner Armbanduhr überprüfte. Sie wehrte sich etwas gegen die Einschränkung und kaute missmutig auf ihrer Wassertrense herum. Ihre Nase war jetzt wieder auf der Senkrechten und ihre Galoppsprünge versammelt. Ich liess sie noch ein zweites Mal strecken, was sie freudig annahm. Oliver prüfte unterdessen die Geschwindigkeit der Jungpferde. Er sagte nichts, nickte aber zufrieden, als er die Zeit stoppte. Quinn klopfte Sarabi im leichten Sitz in den Bügeln stehend auf den Hals und liess sie langsam ausgaloppieren. Die anderen taten es ihr gleich. Ich arbeitete mit Indiana noch etwas weiter, bis ich das Gefühl hatte, dass sie genug ausgepowert war. Auch Caprice lief noch mit uns mit, die anderen waren schon mit den Jungpferden zurück zum Stall gelaufen. Als Darren und ich schliesslich auch zurückritten, sahen wir in der Ferne, dass Lisa, Jason und David mit den drei Westernpferden auf einen kurzen Ausritt zum Entspannen gegangen waren. Feline wurde gebadet, weil sie morgen mit Robin für ein 80er Springturnier gemeldet war. Die junge Frau machte den Schimmel-Criollo schick und wollte ihr sogar den Schweif einflechten. Auch Lily nahm an dem Turnier morgen teil, allerdings in der 60er Höhe und mit White Dream. Ich musste ihr höchstwarscheinlich später auch noch beim Einshamponieren helfen. Ich versorgte Indiana und half beim Vorbereiten der zweiten Rennpferdegruppe mit, dann brachte ich mit Ajith zusammen die Jungspunde aus dem Freilauftrainer, wo sie zum Abkühlen gewesen waren, zurück in ihre Boxen. Ich sah bei den Fohlen vorbei, quatschte mit Lewis, während Skydive mit meinem T-Shirt Ärmel spielte und beobachtete eine eher halbherzige Rauferei zwischen Simply Priceless und Cupid, ehe ich weiter zu Thairu ging.

      Das Zebratiergraste zufrieden mitten an der Sonne und zuckte weitaus weniger wegen der Fliegen als Zazou. Für die beiden war die Sommerhitze ideal, denn sie waren dafür ausgelegt, bei hohen Temperaturen in den Savannen Afrikas zu weiden. Die grossen, runden Ohren richteten sich interessiert nach vorne, als ich die Weide betrat. Thairu wusste mittlerweile, dass ich Abwechslung brachte, und natürlich auch immer etwas Essbares dabei hatte. Ich ging zu ihr und streichelte über ihre schwarze Schnauze, was sie sich stillhaltend gefallen liess. Dann fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, das Halfter mitzubringen. Also probierte ich aus, ob die Zebrastute mir auch ohne Ausrüstung folgte. Ich lud sie mit eingedrehter Schulter ein und versuchte sie zu rufen. Doch Thairu sah mich nur einen Moment lang blöd an und graste dann friedlich weiter. Ich seufzte und holte das Lederhalfter des Zebras. Am Führstrick folgte sie mir brav und ohne Zögern sodass ich mich leicht veralbert vorkam. In solchen Momenten war ich froh, dass mir niemand zusah. Nichts desto trotz bürstete ich das gestreifte Fell durch und kämmte, was an der Stehmähne und dem dünnen Fliegenwedel zu kämmen war. Zazou belagerte uns hartnäckig. Er schien ebenfalls auf eine Massage zu hoffen, denn er stand immer wieder direkt neben mich und schleckte an meinem Arm. Die warme Zunge war etwas unanenehm bei dem Wetter. Thairu spitzte die Lippe, wenn ich sie vorne an der Brust kraulte. Vermutlich schwitzte sie dort besonders viel, und der getrocknete Schweiss juckte. Es war mittlerweile viertelvorzehn und die Sonne heizte die Atmosphäre immer weiter auf. Ich musste mit dem Zebra in den Schatten der Reithalle wechseln. Dort kratzte ich noch rasch die Hufe aus. Danach 'sattelte' ich das gestreifte Tier mit einem Bareback-Pad - der einzige Sattel, der auf den beinahe widerristlosen Rücken wirklich passte. Ich zog ihr ein Kopfstück mit Trense an, das nur einen Kinnriemen hatte. Sie mochte es, den Kopf möglichst frei zu haben und lief damit williger als mit einem komplett verschnallten englischen Zaum. Am liebsten mochte sie immer noch das Knotenhalfter, aber ich wollte heute etwas Dressur mit ihr machen und testen, wie gut sie sich an den Zügel anlehnen konnte. Es war auch mit Trense schwer genug, denn das Tier hatte mehr Unterhals als sonst was. Das war einfach Köperbau bedingt, denn Zebras waren nunmal nicht fürs Reiten gezüchtet. Ich führte Thairu auf den Sandplatz und stieg auf, indem ich an ihrer Seite hochsprang. Ich konnte das Aufsteigen ohne Sattel mittlerweile schon viel besser, aber manchmal brauchte ich trotzdem mehrere Versuche. Ich ritt Thairu im Schritt warm (wobei mir 'Warmreiten' heute etwas ironisch vorkam) und übte dabei schonmal an der Biegung der kurzen Reittiers. Gar nicht so leicht, wenn sich der Hals beliebig in einen starren Balken verwandeln konnte. Ich gab jedes Mal sofort nach, wenn sie sich darauf einliess und nachgiebig wurde, aber wir würden das sicherlich noch oft üben müssen. Wann immer ich zu viel verlangte, begann der Schwanz unwillig zu schlagen und die Ohren klappten nach hinten. Darauf musste ich hören, weil ich sonst Gefahr lief, in die Ungunst des Zebras zu fallen - was gewiss grenzenlose Sturheit nach sich ziehen würde. Ziel war es nicht, das Zebra zu dominieren, sondern es mit Abwechslung bei Laune zu halten und zur Mitarbeit zu ermuntern. Lily und ich waren ja schon ziemlich weit mit Thairu gekommen. Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut und sie liess inzwischen sehr viel mit sich machen. Aber wir mussten das gute Verhältnis bewahren und uns dem Tempo des Zebras anpassen. So kamen wir am Ende am besten voran. Heute bot mir Thairu zum Beispiel auf meine Hilfen hin einen schönen, fleissigen Trab an, den ich dankend annahm. Ich übte nun auch im Trab kleine Volten und Schlangenlinien um die vom Vortag noch aufgebauten Hindernisse herum. Später galoppierte ich sogar an und schaffte es, ein paar grosse Volten zu drehen, ehe Thairu wieder in den Trab fiel. Sie hatte einfach noch nicht genug Gleichgewicht unter dem Reiter, was es für sie umso anstrengender machte. Das verstand ich auch; ich war schon froh um die paar Runden, in denen sie sich echt bemüht hatte. Diese Leistungsbereitschaft, die bei ihr alles andere als selbstverständlich war, galt es zu fördern. Am Ende war sie zwar nie so am Zügel gelaufen, wie man es von Pferden kannte. Aber Elliot, der uns kurz zugesehen hatte, meinte, dass sie zumindest schön aktiv hinten gefusst hatte und einigermassen über den Rücken gelaufen war - sofern er das beurteilen konnte. Ich führte das Zebra zum Nebenstall und nahm ihr die Ausrüstung ab. Dann führte ich sie am Knotenhalfter in den Innenhof des Hauptstalls und parkierte sie bei den aus der Wand ragenden Anbinderingen. Ich schnappte mir den Schlauch und drehte den Wasserhahn auf, bis es in einer angenehmen Stärke aus dem Duschkopf floss. Thairu genoss das Bad mehr als ich dachte. Sie stand entspannt da und ihre Maulspalte wirkte zufrieden. Auch der Schwanz bewegte sich ruhig, was immer ein gutes Zeichen war. Ich entfernte das meiste Wasser mit dem Schweissmesser und nutzte danach die Gelegenheit, um die Hufe des Zebras ein wenig zu kürzen. Wenn das Horn feucht war, ging das deutlich leichter. Um halb Elf durfte das Tier zurück auf die Weide zu Zazou, der schon sehnsüchtig gewartet hatte.

      Vor dem Mittag wollte ich nun noch mit Empire ein paar Naturhindernisse springen. Es ging mir nicht darum, ihn total ins Schwitzen zu bringen, sondern eher ein wenig Gymnastik zu machen und seine Geschicklichkeit in Sachen Distanzen zu schulen. Oft verschätzte er sich nämlich und sprang noch etwas unpassend, wenn ich nicht ganz genau aufpasste. Das endete jeweils in lustigen Hasensprüngen oder eben mit fallenden Stangen. Auch heute hatten wir wieder ein paar Startschwierigkeiten, besonders, weil er den einen Kastensprung (obwohl schon gefühlte 1000 mal gesprungen) unheimlich fand. Vielleicht war das Licht heute anders, oder er sah eine Heuschrecke darauf sitzen - ich konnte wiedermal nur raten, was im Kopf des Schimmelhengstes vorging. Aber nach ein paar zögernden, grotesken Sprüngen glaubte er mir schliesslich, dass der Kasten keinen Appetit auf Pferdefleisch hatte. Und wenn Empire sich mal entschloss zu gehen, dann war er ein Traum. Wir hüpften mit Leichtigkeit über die Hindernisse, und selbst beim Wasser bremste er nicht, sodass es nur so um uns hochspritzte, als wir hindurchrasten. Deshalb lachte Jonas auch laut, als ich an der Halle vorbei zurück zum Hauptstall ritt. "Bist du runtergefallen?" "Nö", sagte ich, "Empire wollte einfach testen, ob man im Wasser genauso gut rennen kann." Er half mir schmunzelnd und übernahm den Hengst, als ich abstieg. Wir liefen gemeinsam zu Empires Box und versorgten den Schimmel, der zufrieden auf seinen Karotten herumkaute.

      Lily kam am Mittag pünktlich nachhause. Am Nachmittag hatte sie frei, also wollten wir zusammen zum Fluss reiten. Sie war schon eifrig am Badesachen bereitlegen. "Willst du wirklich ganz rein?", fragte ich, denn eigentlich hatte ich nur ein rasches Beine-Annässen im Sinn gehabt. "Klar! Es ist mehr als heiss genug!" Ich sah Jonas fragend an und er meinte schulterzuckend: "Lewis und ich waren gestern kurz mit Summer und Shadow am Ufer - das Wasser war jedenfalls gar nicht so kalt wie ich dachte." "Okay..." Ich überlegte kurz, dann holte ich mein eigenes Bikinioberteil und die Badeshorts. Nach dem Essen zog ich die Badesachen an und darüber ein Trägertop, nachdem Lily und ich uns gegenseitig eingecremt hatten. Wir mussten uns noch entscheiden, welche Pferde wir nehmen wollten. "Teddy will ich heute Abend in der Dressurstunde reiten, er hat das nötig", überlegte Lily laut. "Aber Nossi wäre bestimmt froh um ne Abkühlung - mit ihrem schwarzen Fell..." Ich nickte und beschloss: "Dann nehme ich Yoomee, die geht gut und gerne ins Wasser." Wir liessen Jonas mit den abzuwaschenden Pfannen in der Küche zurück und schlenderten zum Nebenstall. "Die Pfleger kommen nicht mit, oder?", fragte Lily. "Nö, die haben genug zu tun." "Gut." Sie grinste zufrieden, weil sie gerne ab und zu etwas mit mir alleine unternahm - das hatte sie mir jedenfalls mal so erklärt. Mir war es auch recht, keine grosse Sache daraus zu machen, sondern das Baden einfach unkompliziert zu zweit mit den Pferden zu geniessen. Wir putzten die beiden Ponystuten nur rasch, schliesslich gingen wir ja ganz ohne Sattel oder Pad. Als Zaumzeug reichten uns Knotenhalfter; so konnten wir auch nicht ausversehen im Maul herumziehen, falls wir das Gleichgewicht verloren. Sheela schlich gelangweilt um den Nebenstall herum, also beschloss ich, die Labradorhündin auch mitzunehmen. Sie mochte Wasser ohnehin sehr gerne. Auf mein Rufen hin kam sie sofort freudig angerannt und wollte gestreichelt werden. Zira wurde prompt eifersüchtig und drängte sich ziwschen mich und Sheela, sich auf meine Füsse setzend. Ich kraulte beide, lachend, weil das so typisch war. Kurz darauf führte ich Yoomee auf den Kiesweg und schwang mich auf ihren angenehm breiten Rücken. Lily kletterte ebenfalls bei Nossi hoch und rückte sich zurecht, dann warf sie einen bestätigenden Blick zu mir und wir konnten losreiten. Nosferatus Fell glänzte in der Nachmittagssonne und die rotbraunen Stellen wirkten besonders kontrastreich. Sie war einfach schick anzusehen, mit ihrem typischen, edlen Welsh-Kopf und der sportlich geschnittenen Mähne. Wenn ich nach hinten sah, konnte ich Yoomees Popo gemütlich auf und ab wippen sehen, ihr Schweif war leicht angehoben und wischte manchmal ein paar Fliegen von ihrer Flanke. Die beiden Vierbeiner spürten wohl ganz genau, dass sie heute nicht arbeiten mussten, sondern nur Spielereien auf dem Plan standen. Beim Wasser angekommen, forderten wir Nossi und Yoomee auf, ein paar erste Schritte hineinzugehen. Sheela machte es vor und sprang auf mein Handzeichen hin übermütig hinein. Zira trank erstmal ein paar Schlücke, ehe sie weitaus vornehmer hineinwatete. Die Pferde sahen sich zuerst den Flussboden an, bevor sie sich entschieden, hineinzusteigen. Yoomee fand, einmal drinnen, sofort Gefallen an der Abkühlung und scharrte kraftvoll. Nossi und Lily gingen nach kurzem eingwöhnen ‚all-in‘ und schwammen tatsächlich einen kleinen Bogen. Es war herrlich hier, wo das Flussbett über Jahrzehnte eine Art Mulde gebildet hatte, in der das Wasser langsamer floss und tief genug zum schwimmen war. Auch Yoomee und ich spielten eine Runde Flusspferd, wobei sie typischerweise die Oberlippe hochzog und ihre Zähne zeigte. Das war immer so lustig anzusehen. Lily fragte auch lachend, ob Nossi saubere Zähne habe, als die beiden auf uns zuschwammen. Später liessen wir die Pferde am Flussufer grasen und badeten alleine noch weiter, damit es ihnen nicht verleidete. Ums Abhauen machte ich mir keine Sorgen. Pineforest war in Sichtweite, also würden die beiden ohnehin als erstes dorthin zurückkehren. Und das tolle am Pineforest Park war, dass es hier kaum Strassen gab, und die paar wenigen waren kaum befahren. Aber Yoomee und Nossi entschieden sich am Ende sowieso wie erwartet dazu, das saftige Gras im Schatten der Bäume zu geniessen, anstatt stiften zu gehen. Die Zügel hatten wir natürlich abgenommen, damit sie sich nirgens verheddern konnten.

      Der Badespass hielt knapp eine Stunde an. Weil der Fluss heute etwas mehr Strömung hatte als die letzten Tage, und kurz darauf auch noch ein angenehmer, aber rauer Wind aufzog, wurde ich misstrauisch. Tatsächlich entdeckte ich daraufhin ein paar mächtig aufgebauschte Wolken am Horizont. Ich rief Lily zurück und wir machten uns, nass aber glücklich, auf dem Heimweg. Nachdem wir die Ponys versorgt hatten, begann es bereits zu tropfen. Ein typisches Sommergewitter, das in einer halben Stunde oder so bestimmt schon weitergezogen sein würde, vermutete ich. Lily fand es lustig, in den Badesachen unter dem bald darauf herunterprasselnden Platzregen herumzurennen. Ich joggte, erwachsen wie ich war, einfach zurück ins Haus und zog mich um. Obwohl ich meine Nichte insgeheim um ihre Sorglosigkeit und Freiheit beneidete. Waren wir nicht irgendwann alle so gewesen? Ich streichelte Moya, die mir schon wieder um die Beine schlich. Die schlaue Langhaarkatze hatte im Haus Schutz vor dem Regen gesucht - ein bisschen feucht war sie trotzdem. Ein lautes, eher krächzendes Miauen ertönte plötzlich, als Reaktion auf das Streicheln; aber es konnte nicht Moya gewesen sein, denn sie hatte eine hohe, niedliche Stimme. Die Quelle stand hinter mir, und schaute mich mit senkrecht aufgestelltem Schwanz, blinzelnd an. "Kafka, ich mach dich zu einem Sitzpolster, ich schwör's!" Der Kater erkannte, dass ich nicht so erfreut war ihn zu sehen, wie es umgekehrt der Fall sein musste. Er nahm reissaus, sobald ich aufstand. Vielleicht hatte er mich auch absichtlich provoziert, das traute ich ihm sehr wohl zu. Ich hatte ihn schon so oft aus dem Haus rausgeschmissen, dass er doch mittlerweile wissen musste, dass er hier nicht reingehörte. Moya durfte auch nur drinnen wohnen, weil sie noch nie tote Tiere reingebracht hatte und mittlerweile stubenrein war - ganz im Gegenzug zu dem Schildpattkater. Kafka flitzte durch die Katzenklappe, bevor ich ihn zu fassen bekam. Und ich fragte mich einmal mehr, ob sich die Investition in eine Chip-Erkennungs-Klappe nicht lohnen würde. Die restlichen beiden Katzen, Gismo und Shiva, probierten es gar nie. Sie waren im Hauptstall zuhause, wo die Pfleger sie fütterten und sie auf den alten Fleece-Decken schliefen. Kafka schien höhere Ansprüche zu haben, aber dann musste er zuerst lernen, sich zu benehmen. Ich hatte das Gefühl, dass Moya es einfach mehr in ihren Genen hatte, Hauskatze zu sein. So wie sie auch das Langhaar im Gegenzug zu den anderen geerbt hatte. Aber ich konnte wiedermal nur spekulieren.

      Draussen schüttete es wie aus Kübeln. Ein wunder, dass ich keine Hagelkörner sehe, dachte ich bei dem Krach den die schweren Tropfen machten. Aber bereits nach zehn Minuten liess die Intensität nach. Lily kam rein, den ganzen Boden volltropfend. "Ab ins Bad! Du machst mir den ganzen Parkett feucht", tadelte ich. Ich rubbelte ihre Haare mit dem Handtuch trocken. Danach zogen wir uns wieder richtige Reitsachen an und verliessen das Haus. Es roch nach nassem Asphalt und Gras - ein Geruch den ich liebte. Die Luft war durch den Schauer leider kaum abgekühlt, sondern bloss etwas feuchter geworden. Trotzdem gab es noch ein paar Vierbeiner zu beschäftigen. Während ich Vilou putzte, bekam ich eine SMS von Rosie. Sie fragte, ob ich einen Sonnenuntergangsritt mit ihr machen wolle. Ich willigte sofort ein, denn ich konnte es kaum erwarten, wiedermal mit ihr zu plaudern. Vilou scharrte ungeduldig, weil ich dem Smartphone anstelle von ihm meine Aufmerksamkeit widmete. Ich beeilte mich und striegelte den Fuchshengst dann eifrig weiter. Er genoss die kreisenden Bewegungen und wippte je nach dem mit dem Kopf mit. Es schien ihm aber auch widermal zu viele Fliegen zu haben, weshalb er nicht immer schön still stand, sondern mit dem Schweif wischte und sich zu kratzen versuchte. Er zeigte mir manchmal mit einer Kopfbewegung, wo es ihn juckte, damit ich ihn dort besonders intensiv striegeln konnte. "Faulpelz", murmelte ich, als er wieder so eine Stelle anzeigte, bei der er sich hätte verbiegen müssen, um sie zu erreichen. Ich entfernte den Staub aus seinem Fell mit der Bürste und säuberte mit dem Schwamm seinen eigentlich weissen Nasenrücken und die Nasenlöcher. Manchmal, wenn die Sonne besonders stark schien, cremten wir ihn sogar mit Sonnenschutz ein. Bei Winter, Ciela und den anderen Pferden mit viel rosa Haut musste das sogar noch gründlicher gemacht werden. Sie alle waren im Hochsommer gefärdet für Sonnenbrand und wir bemühten uns, sie jeweils erst gegen Abend oder die Nacht hindurch auf die Weide zu lassen. Nur, wenn sie früh morgens Renntraining hatten, dann mussten sie erholt sein und konnten nicht die ganze Nacht lang spielen.

      Vilou war wegen der Hitze verständlicherweise etwas träge. Ich motivierte ihn trotzdem zu einem anständigen Schritt, beschränkte die Lektionen aber auf leichte Trabarbeit und ein paar Seitengänge, ohne viel Galopp. Er war trotzdem ziemlich verschwitzt am Ende unserer Übungseinheit, genauso wie ich. Man könnte nicht meinen, dass ich vorher im Wasser war, stellte ich seufzend fest. Ich klebe schon wieder. Ich duschte Vilou gründlich ab und wusch mein Gesicht bei der Gelegenheit auch gleich nochmal. Eine fette Pferdebremse kam angebraust und wollte sich auf das Hinterteil des Fuchshengstes setzen. Ich zielte vorsichtig und erwischte sie mit der flachen Hand. Vilou, der beim Surren des dicken Brummers bereits angespannt die Ohren zurückgeklappt hatte, schien erleichtert und verscheuchte stattdessen mit seinem Maul ein paar Fliegen an der Brust. Jetzt gerade schwirrten besonders viele Viecher um ihn herum, weil er nass war. Also zog ich ihn rasch mit dem Schweissmesser ab und brachte ihn dann im Nordstall in Sicherheit. Es war schon halb fünf, aber ich war zu faul, um mich zu hetzen. Ich beschloss, Co Pilot bloss an die Longe zu hängen. Geputzt war der Rappschecke schnell, denn er war überhaupt nicht schmutzig. Auch in den Hufen war fast nichts drin – der Boden auf der Weide war zu trocken, um sich in den Strahlfurchen zu verfangen. Pilot folgte mir brav wie ein Lamm zum Roundpen und war trotz der unbarmherzigen Sonne motiviert. Ich achtete darauf, dass er schön untertrat und vorwärts-abwärts lief, um den Rücken zu heben. Ich fand jedoch, dass er hinten links nicht ganz taktklar ging und tastete besorgt sein Bein ab. Erfühlen konnte ich nichts, und warm war es auch nicht. Trotzdem liess ich ihn sicherheitshalber Schritt gehen und versorgte ihn nach zwanzig Minuten. Ich beschloss, am Abend nochmal mit ihm Spazieren zu gehen, damit er trotzdem genug Bewegung bekam. Vorläufig rief ich den Tierarzt nicht, denn es war gut möglich, dass er einfach verspannt war, oder eine unvorteilhafte Bewegung auf der Weide gemacht hatte. Ich erkannte auch, dass er nach der leichten Longenarbeit schon etwas besser lief, also sah ich meine Vermutung bestätigt.

      Ich hörte ein Auto auf den Parkplatz fahren, während ich Pilot zurück in seine Box brachte. Als ich aus dem Nordstall in die heissen Sonnenstrahlen trat, sah ich Angelina Moore aussteigen. „Good afternoon Angie“, grüsste ich die Pensionärin freundlich. Sie erwiederte es und öffnete die Autotür für ihre Kinder, Alec und Susan. Die beiden waren heute zum ersten Mal dabei. „Hey you two. Are you going to ride today, too?“, fragte ich lässig. Alec sah seine Mutter kurz an, dann meinte er: „We only watch and help grooming Nera, until she’s a bit older and not so wild.“ “Ahh, I see. But you did ride before, didn’t you?” “Yes. With Barney. A lot”, antwortete die kleine Susan. Angie fügte rasch hinzu: “…Our old horse. He was very gentle and sweet tempered, and, at his age, no longer feeling the need for speed. It was too cute how he paid attention tho the kids.” “Hmm, if your Mum is okay with it, we have some very gentle ponies here aswell, so you don’t have to wait and watch only.” Ich schmunzelte, als Alecs Augen zu leuchten begannen, und er sich abermals begeistert umsah. Angie nickte, und Susan quetschte erfreut. Gerade, als ich mich fragte, wo sie sich schon wieder herumtrieb, hörte ich Lilys Stimme hinter mir. „Occu, do you want me to look after them? I’d like to show them around.“ Meine zwölfjährige Nichte versuchte erwachsen zu klingen, ich wusste aber genau, dass sie sich darauf freute, Unsinn mit den beiden auszuhecken. „Alright, you can take over for me later, since I still have to take care of some four-legged friends after that.” Auch Angie kam mit, als wir zum Nebenstall liefen. Wir hatten hier kürzlich etwas umstrukturiert und Ronja auf die Stutenweide umgesiedelt. Die Ponys standen nun alle zuvorderst, die Warmblut Stuten näher bei den Weiden. Susan kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. „So many pretty ponies!“, rief sie aus, während sie bei einem nach dem anderen auf Zehenspitzen über die Boxentür spähte. Von Lychee bekam sie sogar einen etwas groben ‚Kuss‘, sodass sie fast rückwärts umfiel. Alec und Lily lachten laut, und Susan selbst fand es nach einem kurzen Schrecken auch lustig. Lily verkündete entschlossen: „Alec can take Nimué. I would have gone on a hack with her later, but that doesn’t matter. She’s a very nice pony, don’t worry.“ Alec reagierte auf den letzten Teil mit Empörung. „I wouldn’t mind even if she was bucky. I ride pretty well.“ “That so?”, entgegnete Lily schulterzuckend. Ich schlug vor, dass wir für Susan entweder Peppy oder eines der Miniature Horses satteln konnten. „Ich bleibe mit Alec hier, wir putzen Nim schonmal“, beschloss Lily. Der rothaarige Junge sah sie verwundert an, als hätte sie gerade Chinesisch gesprochen. „You speak german?“ Lily grinste nur stolz. Wir liessen die beiden zurück und begaben uns zu den Weiden. Angie nannte Susan schon von weitem die Namen der Ponys, die man sah – jedenfalls so weit sie sie selbst schon wusste. „That beautiful silver gray one over there is Silver Lining. The black one is Nachtfalke, I think”, mit einem fragenden Blick zu mir. Ich nickte. „The black and white one is easy to remember – he’s called Oreo, just like the cookies you like so much.“ “And the white one?“, wollte Susan wissen, mit dem Finger deutend. „She’s not white, she has creamy fur. Her name’s Daki, and she’s the big boss out here”, antwortete dismal ich. Wir betraten die Weide und ich musste auch alle restlichen Ponys noch nennen, ehe die Sechsjährige zufriedengestellt war. Dann führte ich sie zu Tigrotto, die ich am geeignetsten hielt. Gemeinsam putzten wir das braune Stütchen, und Susan durfte sogar selbst den kleinen, baumlosen Sattel auf ihren Rücken legen. Beim Führen verlangte das Mädchen meine Hilfe, weil sie sich noch nicht ganz selbst getraute und ihr ihre Mutter dabei sonst auch immer geholfen hatte, wie sie mir erklärte. Ich versprach ihr aber unterwegs schonmal, dass Tio ganz lieb war. „Sometimes, the ponies at the other barn tried to bite me…“, erzählte sie schüchtern. Angie bestätigte: “Yeah, they got a bit naughty when the kids brought carrots.” Alec und Lily waren schon auf dem Sandplatz. Alec stieg gerade mit Hilfe von Lilys Räuberleiter in Nims Sattel. „Willst du selbst nicht auch reiten?“, fragte ich meine Nichte. „Nö, ich hab ja später noch Reitstunde.“ Angie sah noch zu, wie ihre beiden Kinder die ersten paar Runden drehten, dann wandte sie sich ab, um Nera putzen zu gehen. Weil ich kein Risiko eingehen wollte, pfiff ich Lisa zu uns rüber, die gerade zum Pflegerheim unterwegs war, und fragte sie, ob sie ein Auge auf die Kinder haben könne. Bei der Gelegenheit begann sie auch gleich wieder zu plaudern, sodass ich am Ende doch noch fast eine Viertelstunde vertrödelte. „… And then Diarado saw that deer, just a few meters away, and the deer stared back at him – you should have seen his face, it was hilarious!“ “Yea, I’m sure it was… I really need to get going now”, drängte ich, mit einem symbolischen Blick auf die Uhr. Ich entkam ihren Fängen und schaffte es, mich bis halb neun Uhr mit Shira, und nochmals mit Pilot zu beschäftigen. Letzteren führte ich wie versprochen ein wenig auf den Feldwegen in der Nähe des Hofs herum und liess ihn immer mal wieder ein paar Grashalme knabbern, während Zira und Jacky nebenher liefen und durch das hohe Maisfeld streiften. Langsam wurde es ein wenig kühler, worüber ich sehr dankbar war.

      Um neun Uhr brachte ich schliesslich Rebel zum Aufsteigen auf den Kiesweg und ritt dann Richtung Wilkinson Farm. Die Familie Moore war längst wieder nachhause gefahren, und Lily ritt wie angekündigt mit Teddy in Elliots Abenddressurstunde mit. Ich musste noch rasch auf Rosie warten, als ich bei der Farm angelangte. Sie ritt auf Farasha, hatte aber Antarktik zusätzlich als Handpferd dabei. Rebel brummelte beim Anblick der beiden Araberstuten zur Begrüssung. Bei den hübschen Damen verstand ich das nur zu gut. Bei dem liebevollen Grunzen blieb es aber, und er benahm sich während des ganzen Ausritts tadellos. Sobald die Sonne untergegangen war, schwirrten und sirrten die Mücken um uns herum, was ziemlich nervig war. Ich versuchte, sie so gut es ging zu ignorieren, aber selbst Rosie schlug immer mal wieder genervt um sich. Wir lachten herzhaft darüber und unterhielten uns über die letzten paar Tage. „Pluie gives me a bit of concern these days. She is very thin, but the vet is unsure why…” “Ahh, it did not yet get better? Maybe she still hasn’t adapted to her new home?” “I can’t tell if she’s unhappy, she doesn’t really look like it. Tough she is full of beans and very jumpy at the moment. I feel like she just uses up way too much energy and that might be the reason.” “Did you try giving her magnesium? I heard that if they’ve got a lack of it, they act all nervous and stressed.” “I think I’ll try that. If it doesn’t help, it won’t hurt either, I guess.” Wir kehrten erst gegen halb elf Uhr zurück und verabschiedeten uns. Ich ritt alleine im Dunkeln mit Rebel zurück nach Pineforest Stable. Die Hengste aus dem Nordstall waren auf der Weide – sie durften im Sommer über Nacht raus. Ich sattelte Rebel ab, bürstete ihn durch und brachte ihn dann ebenfalls dorthin, wo seine Kumpels bereits friedlich grasten.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Occulta
    Datum:
    18 Nov. 2017
    Klicks:
    359
    Kommentare:
    15

    EXIF Data

    File Size:
    423,8 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Offizieller HG

    [​IMG]

    Mutter: -

    Vater: -


    [​IMG]

    Rufname: Nosferatu, Nosa, Nossi
    Geburtstag: unbekannt
    Alter: 16 Jahre
    Stockmaß: 1.32 m
    Rasse: Welsh B
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Schwarzbraun
    (EE,ata)
    Abzeichen: -
    Gesundheit: Sehr gut


    [​IMG]

    lernwillig, gelassen, freundlich


    [​IMG]

    Nosferatu ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Gerne kommt sie alles Neue neugierig beschnuppern und erkunden, auch Unbekanntes macht ihr keine Angst. Nosa möchte gerne jedem Menschen gefallen und lernt schnell neues.
    Die Stute mit dem beinahe schwarzen Fell verbrachte einen grossen Teil ihres Lebens auf dem Gestüt Milky Way. Sie wurde vielseitig eingesetzt und gewann auch schon einige Turniere. Sie ist daher das ideale Lern-Pony für Lily, die von der Erfahrung der Stute profitieren kann.

    [​IMG]

    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Fratzi
    VKR: -
    Verkäuflich: Nein


    [​IMG]

    Gekört: Ja
    Nachkommen: All About


    [​IMG]

    Galopprennen Klasse: A
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: A
    Fahren Klasse: E

    Eignung: Vielseitig
    Eingeritten: Ja


    [​IMG]

    [SK 268]
    [​IMG]

    2. Platz 58. SdMW
    2. Platz 59. SdMW
    [​IMG]

    1. Platz 173. Springtunier
    [​IMG]

    1. Platz 157. Galopprennen
    [​IMG]

    2. Platz 174. Dressurtunier
    [​IMG]

    3. Platz 77. Distanztunier
    [​IMG]



    [​IMG]

    Nossi's Spind