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Occulta

• Felicita II, EVB ♀

Stute | Brauner

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• Felicita II, EVB ♀
Occulta, 30 Juli 2019
Gwen und sadasha gefällt das.
    • Occulta
      Occulta
      Tag der Auktion 07.10.2012

      Als ich heute Morgen aufwachte, wunderte ich mich zunächst über die weisse Decke meines Zimmers. Mein Zimmer hat doch eine gelbe Decke! Dann fiel es mir wieder ein. Wir sind ja schon umgezogen! Sofort stand ich auf und öffnete das Fenster. Die Vögel zwitscherten vom Pinienwald her. Ein herrlicher morgen. Dann sah ich auf den Terminkalender neben meinem Bett. Der heutige Tag war rot umkreist und es stand ganz klein „Auktion“ darunter. Heute war die Vollblut Auktion, bei der ich mir erhoffte, ein paar zukünftige Renn- und Zuchtpferde zu kaufen. Wenige Minuten später hatte ich gefrühstückt und öffnete die Haustüre. Jack schlief noch – kein Wunder, die Auktion war erst am Nachmittag. Ich beschloss erstmal noch eine Runde Bodenarbeit mit Daki und Sunset zu machen. Da fiel mir plötzlich ein: heute um 11 Uhr würden ja noch die neuen Miniature Pferdchen kommen! Mein Mann hatte die beiden auf dem Weg zur Arbeit bei einer kleinen Privatzucht entdeckt und sich sofort in sie verliebt. Da wir ja nun mehr als genug Platz hatten, hatte ich zugestimmt die beiden zu übernehmen. Allerdings wollte mich mein Mann überraschen und hatte mir deshalb noch nicht verraten, wie sie aussahen. Wie auch immer; ich lief nun in den Nebenstall wo mich Daki schon ungeduldig begrüsste. Es war ein Ritual, dass sie jeden Morgen als erste raus durfte. Ich nahm ihre Halfter vom Haken der Boxentür und öffnete die Box. Sofort kam sie mir entgegen und prüfte, ob ich auch genügend „Proviant“ dabei hatte. Zufrieden schnaubte sie und ich zog ihr das Halfter über. Dann holte ich gleich noch Sunset aus der Nachbarsbox und band beide nebeneinander unter dem Vordach des Nebenstalls fest. Zuerst striegelte ich beide gründlich durch, dann ging ich mit der Glanzbürste über’s Fell, bis beide wiederschön glänzten. Schliesslich kratzte ich noch die kleinen Hüfchen aus und löste die Stricke wieder. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es schon viertel nach zehn war. Ich führte Daki und Sunny auf den grossen Aussenplatz. Dort begann ich ein paar Zirkus Lektionen mit ihnen zu üben. Eine halbe Stunde später war Miss Mini Daki fünf Mal abgehauen und auf die Galoppbahn gerannt, ich jeweils fluchend hinterher, Sunset hatte gelernt zu steigen, was sie nun jedes Mal tat, wenn ihr etwas nicht passte, und Daki hatte nun endgültig genug, weshalb ich sie beim letzten Ausflug in ihrer Box beim Heufressen fand. Nach diesem wunderbaren Durcheinander war ich völlig kaputt und wollte schon zurück ins Haus, als ein Anhänger auf den Parkplatz fuhr. Oh nein, noch zwei mehr von diesen Biestern! Ich lief auf den Mann zu, der gerade ausgestiegen war und die Rampe des Transporters öffnete. „Guten Tag, haben die beiden die Fahrt gut überstanden?“ Er grunzte nur ein knappes „Ja“ und führte die Minis die Rampe runter. Dann verabschiedete er sich wieder und fuhr davon. Ich betrachtete die beiden neugierig. Der eine war ein windfarbenes Hengstchen, die andere eine braune Stute. Beide liefen schön brav mit, als ich sie auf die Weiden führte. Das Hengstchen bekam eine eigene grosse Weide, das Stütchen stellte ich daneben, später holte ich dann Daki und Sunset dazu. Die Offenställe würden bald fertig sein; es fehlten nur noch ein paar Kleinigkeiten, doch die Pferdchen konnten bereits einziehen. Neugierig beschnupperten sie sich, und das Stütchen – Chocolate Chip war ihr Name – quieckte ab und zu aufgeregt. Auch mit Arctic Blue, dem Hengstchen mit den ausgesprochen guten Manieren, verstanden sie sich durch den Zaun super. Zufrieden lief ich zurück zum Haus.
      Nach dem Mittagessen fuhren mein Mann und ich zur Auktion. Es waren nicht so viele Leute da wie erwartet, was ein gutes Zeichen war, denn es handelte sich um eine sehr bekannte Veranstaltung. Wir Namen Platz auf der kleinen Tribüne in der Auktionshalle und warteten gespannt auf das erste Pferd. Bis zur Pause gefiel mir aber eigentlich kein Pferd so richtig. In der Pause selbst liefen wir ein wenig zwischen den parkenden Transportern umher und sahen uns die Pferde an. Ein fast gänzlich weisses Fohlen stach mir sofort ins Auge. Ich war fasziniert von seinem eleganten Körperbau, dem schneeweissen Fell und den kleinen schwarzen Punkten auf dem Kronrand der Hufe. Seine Augen blickten klar und freundlich, und es schien überhaupt nicht aufgeregt. Ich besprach mich kurz mit meinem Mann, dann stand fest: dieses Fohlen wollten wir kaufen. Zurück auf der Tribüne beobachteten wir eine Apfelschimmel Stute, die fast schon über den Hallenboden schwebte. „Nummer 17: Iskierka“. Alle schienen begeistert von ihr und es wurde ein Gebot nach dem anderen gemacht. Plötzlich ertönte das Geräusch eines Traktors hinter der Halle. Sofort stieg die Stute, schlug nach allen Richtungen aus, riss sich los und rannte quer durch die Halle. Der Führer lag am Boden und hielt sich mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht das Bein und Iskierka wäre beinahe noch über ihn drüber gerannt. Ich hatte noch nie ein Pferd so toben sehen. Und ich war anscheinend nicht die einzige; fast sämtliche Bieter zogen ihre Gebote augenblicklich zurück und der Besitzer der Stute sah enttäuscht zu Boden. Anscheinend hatte er gehofft, sie würde sich ausnahmsweise benehmen. Ich wechselte einen kurzen Blick mit meinem Mann. Wir hatten beide gesehen, dass sie schwierig im Umgang war, jedoch auch, dass sie grosses Rennpotential hatte. Entschlossen hob ich die Hand und bot für sie. Es bot niemand sonst mehr mit, also bekamen wir sie für einen Schnäppchenpreis. Dann, drei Nummern weiter, kam der nächste unserer Favoriten: eine braune Stute namens Felicita. Auch sie schien etwas unsicher und zuckte einmal zusammen, als jemand seine Jacke auszog. Aber als es dann still in der Halle war, zeigte sie ausgezeichnete Gänge und folgte brav. Diesmal war es nicht so leicht mitzubieten, aber da wir Iskierka so günstig bekommen hatten, blieb uns mehr Geld zur Verfügung und so bekamen sie schlussendlich doch noch. Nun warteten wir nur noch auf das weisse Fohlen. Mein Herz machte einen Hüpfer, als sein Name verkündet wurde. A Winter’s Day – gar nicht so schlecht. Wir boten eifrig und bekamen dann endlich den Zuschlag. Nach der Auktion verluden wir die neuen Pferde. Iskierka wollte zuerst partout nicht einsteigen, deshalb luden wir zuerst die anderen ein, in der Hoffnung, dass sie es ihnen gleichtun würde. Winter stieg wie ein Musterknabe ein und auch Felicita folgte, jedoch etwas zögernd. Dann starteten wir einen neuen Versuch mit Iskierka. Es war deprimierend zu sehen, wie die schöne Stute stieg und austrat. Am Ende schafften wir es mit sehr viel Geduld, Ruhe und der Hilfe von 3 anderen Leuten, sie doch noch einzuladen. Dann fuhren wir endlich in den Stall zurück. Beim Aussteigen sprang Iskierka unkontrolliert aus dem Transporter, verletzte aber zum Glück niemanden. Ich führte sie, während mein Mann Felicita und das Fohlen führte. Ich hatte den ganzen Weg einen richtigen Kampf mit der Schimmelstute, denn sie versuchte immer wieder zu drängeln, zu steigen und sich loszureissen. Endlich in der Stallgasse angekommen stellte ich sie einige Boxen entfernt neben Stromer und Sunday. Wie erhofft beruhigte sie sich ein wenig, als Felicita in die Box neben sie gebracht wurde. Die Neuankömmlinge wurden von den anderen Pferden durch die Gitterstäbe hindurch aufmerksam beobachtet, und die Hengste waren natürlicherweise etwas aufgedrehter als sonst, aber das würde sich bald legen. Winter brachte ich zu den anderen Fohlen auf die Weide. Am Abend zählte ich meine blauen Flecken von Iskierka, war aber, wenn ich so darüber nachdachte, eigentlich doch glücklich sie vermutlich sogar gerettet zu haben. Wer weiss, was sonst mit der hübschen Stute passiert sein würde?

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      Sammelpflegebericht für alle Pferde: Ein typischer Arbeitstag. 09.11.2012

      Heute war wiedermal ein purer Arbeitstag: zuerst eilte ich zu den Weiden um bei Daki, Sunset und Chip die Weideboxen auszumisten, ausserdem um Wasser und Raufutter nachzufüllen. Neben mir hüpfte meine neue Jack-Russel Hündin Jacky ungeduldig auf und ab. Ich hatte sie mit acht Wochen von der Züchterin abgeholt, was eher früh war, aber sie war jetzt mit 10 Wochen schon neugierig und in keiner Weise ängstlich. Sie hatte sich gut eingelebt und tapste mir brav hinterher. Allerdings hatte sie eine kurze Leine an, damit ich sie anbinden konnte, wenn ich zu den Pferden ging. Ich wollte ja nicht, dass sie getreten wurde. Die drei mini Stütchen bekamen noch etwas dünnere Decken, denn es war wieder etwas wärmer geworden (trotzdem wollte ich nicht, dass sie zu viel Fell bildeten). Als ich die Weide verliess, um zu den beiden mini Hengstchen zu gehen, wollte mir Daki schon hinterher laufen. Ich sagte amüsiert zu ihr: „Zu den Hengstchen kommst du besser nicht mit. Aber…“ nach kurzem Zögern gab ich ihrem treuen Blick nach und öffnete das Weidetor so weit, dass nur sie hinausschlüpfen konnte. Ich wusste genau: Miss Mini Daki kam überall mit mir mit wie ein Hund. Auch ohne Seil. Und wenn sie abhauen würde, dann eh in die Futterkammer. Ich band Jacky vom Weidepfosten los und sie beschnupperte Daki sofort neugierig. Als ich zu den Hengstchen reinging, begann Daki entspannt aussen am Zaun zu grasen, während Jacky ihr zwischen den Beinen hindurch flitzte. Ich machte mir keine Sorgen um sie, weil Daki ja klein war und die Hufe vorsichtig aufsetzte. Ich kümmerte mich nun um Blue und Prinz. Die beiden hatten sich seit Prinz‘ Ankunft prächtig verstanden und dösten oft entspannt nebeneinander. Ich mistete zuerst wieder die Box und streute neues Stroh rein, dann legte ich noch einen Heuhaufen hin und füllte die beiden Wassereimer wieder auf. Jeder hatte einen eigenen, damit sie auch sicher genug tranken. Dann zog ich auch ihnen die leichteren Decken an und lief anschliessend zu den Fohlen. Die sahen, weil es Winteranfang war, besonders pelzig aus. Ich hatte ihnen keine Decke angezogen, da sie diese bloss zerfleddert hätten. Ich lief an Campina vorbei, die mir kurz darauf gelangweilt hinterher lief. Ich wusste, dass sie meine Anwesenheit immer mit Spannung und Abwechslung verbanden, aber heute mussten sie ausnahmsweise verzichten. Auch Flower lief mir hinterher und kniff mir spielerisch ins Hosenbein. Ich packte ihr Ohr um ihr zu signalisieren, dass ich in Ruhe gelassen werden wollte. Währenddessen spielte Jacky mit Fake. Auch Daki fand schnell jemanden zum Zanken: Flower, die sich wieder von mir entfernt hatte. Winter stand auf der Weide nebenan und beobachtete die Anderen. Nach dem ich auch mit der Box der Fohlen fertig war, lief ich zu ihm und kraulte ihn ein wenig. Er taute sofort auf und begann mir frech in den Ärmel zu kneifen. Ich joggte etwas davon und forderte ihn auf, mir zu folgen. Nach einer Weile trabte und galoppierte er mir hinterher. Aber ich musste bald weiter und mich auch noch um die Anderen kümmern. Deshalb verliess ich die Weide und lief mit Jacky und Miss Mini Daki zum Nebenstall. Daki Blieb bei Goia stehen und leistete ihr etwas Gesellschaft, während ich bei der neuen Criollo-Stute Moon Kiddy anfing. Ich hatte sie, Goia, Flint, Summer, Pilot und Love in den Nebenstall umgesiedelt, damit der Hauptstall nun vollkommen für die Vollblüter genutzt werden konnte. Als ich in allen Nebenstallboxen die Einstreu gewechselt und frisches Heu hingelegt hatte, rief ich Daki und lief die kurze Strecke zum Hauptstall. Neugierig erkundeten Daki und Jacky das Gebäude, während ich mich der Reihe nach um Stromer, Sunday, Light und Spot kümmerte. Spot und Light waren ebenfalls neu. Nach ihrer Ankunft hatte ich beschlossen, dass die Stuten im südlichen Teil des Hauptstalles und die Hengste im nördlichen stehen sollten. Als ich mit den Hengsten fertig war, lief ich zu den Stuten wo Daki und Jacky schon warteten und mit Felicita schmusten. Iskierka, die kleine Diva, war etwas speziell und fand Daki anscheinend nicht besonders anziehend. Auch vor Jacky hatte sie eher Angst, weil ihr das kleine, wilde, bellende Ding nicht geheuer war. Ich mistete die Box des Sensibelchens und befasste mich zu guter Letzt mit Felicita. Am Nachmittag durften alle Pferde auf die Weiden.

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      Alltag auf Pineforest Stable 05.03.2013

      Wie jeden Samstag stand ich früh auf und schlang mein Müsli runter, bevor ich dann in den Hauptstall lief und den Stallburschen beim Füttern half. Alle Pferde warteten schon ungeduldig und besonders Spot klopfte mit dem Huf gegen die Boxentür. Er bekam deshalb als Letzter sein Futter. Die Vollblüter im Hauptstall bekamen eine spezielle Futtermischung, die ihnen die nötigen Vitamine und Mineralstoffe für ihre Rennleistungen brachte. Diese Futtermischung schmeckte wohl auch besonders gut, denn wenn Pferde, die aus irgendeinem Grund gerade nicht im Rennsport tätig waren, stattdessen normales Futter, wie das der Nebenstall-Pferde bekamen, assen sie deutlich weniger und langsamer. Auch im Nebenstall wurde die Schubkarre mit dem Futter schon freudig erwartet und viele der Pferde „röchelten“ aufgeregt. Anschliessend brachten wir den Pferden auf den Weiden ihre Heu und Stroh Portionen, denn die bekamen wenn überhaupt nur wenig Getreidefutter. Es war schon recht warm an diesem Morgen und der Schnee war fast gänzlich geschmolzen. An manchen Stellen tauchten erste Frühlingsblumen auf und die Gräser begannen sich wieder aufzurichten. Auch die Luft roch nach Frühling und man hörte überall Vögel zwitschern. Da der geschmolzene Schnee die Weiden matschig werden liess, wurden Teile der Weiden zur Schonung des frischen Grases abgetrennt. Die Mini-Pferdchen waren immer süss anzusehen, wenn sie angerannt kamen, sobald der Futterwagen in Sicht war. Arco wieherte schon aufgeregt als wir die Weide betraten. Anschliessend liessen wir erstmal alle Pferde in Ruhe fressen, dann lief ich erneut zur Mini-Pferdchen Weide. Um neun Uhr kamen dann ein paar Kinder, die regelmässig am Wochenende mit den Mini-Pferdchen spielten und sie putzten. Ich blieb zuerst wie immer etwas dabei und half mit. Unsere Minis waren zwar allesamt super lieb im Umgang und sehr menschenbezogen, aber kommunizierten natürlich auch untereinander als Herde und dabei gab es öfter mal kleine Zankereien. Daki’s Nüstern durchstöberten schon wieder meine Hosentaschen nach Leckerlies und Chip versuchte gerade Goldy in den Hintern zu beissen. Ich packte sie am Ohr und ermahnte sie, denn solange die Kinder anwesend waren, hatte sie sich gefälligst zu benehmen. Arco und Prinz wurden separat geputzt, weil sie ja Hengstchen waren. Besonders an Diva’s knallrotem, flauschigen Winterfell hatten die Kids Freude. Die Minis sahen allgemein wie kleine Plüschkugeln aus. Bei Prinz kam man kaum noch durch den dichten Schweif; ein Frisör-Termin stand für alle an. Später am Morgen arbeitete ich mit Light und Stromer auf der Rennbahn, während mein Mann Spot und Sunday bewegte. Auch Felicita und Iskierka waren trainiert worden, allerdings schon am frühen Morgen. Am Mittag ritten ich und mein Mann gemeinsam mit Ronja und Burggraf aus. Der Boden war auf den Feldwegen recht gut, sodass wir auch viel galoppieren konnten. Auf den Feldern war es dafür allerdings zu matschig. Auf dem kleinen Gelände-Parcours in der Mitte der Rennbahn trainierten wir anschliessend noch etwas für die kommenden Distanzprüfungen. Beim Mittagessen liessen wir uns etwas mehr Zeit. Wir assen wie eigentlich immer mit allen Lehrlingen und Stallhelfern gemeinsam im Restaurant in der Halle. Dort wurde über den Tagesplan und die bereits verrichteten Arbeiten geredet, oder auch über allerlei sonstige Themen.
      Danach ritt ich mit Julia und Jonny, zwei der Helfer, auf den Aussenreitplatz. Ich ritt auf Flint, Julia auf Shadow und Jonny auf Summer. Wir stellten ein paar Stangen auf und bereiteten einen kleinen Western-Parcours auf. Während 45 Minuten trainierten wir diverse Bahnfiguren, Stops, Spins und vieles mehr. Flint war langsam richtig gut im Stoppen, er reagierte auf die feinsten Gewichtshilfen. Auch Summer machte gute Fortschritte, sie hatte allerdings ordentlich Winterfell, was das Westernpferde-Image ein wenig verfälschte. Sie sah lustig aus, wie sie mit all dem Teddy-Fell umher galoppierte. Shadow hingegen hatte sehr feines Fell und fror schnell, wenn sie gerade nicht bewegt wurde. Etwa um 3 Uhr nachmittags ritt ich mit Pilot in der Springstunde mit, die immer Samstags auch offen für Leute aus der Nachbarschaft war. Es kamen oft andere Leute mit ihren Pferden um in der grossen Halle zu trainieren. Einer der Helfer, Freddy, ritt mit Costa mit. Wir machten wieder mal Witze und lachten viel, alle waren fröhlich aufgelegt weil der Frühling kam. Nach der Springstunde ritt ich Peace, den ich ebenfalls noch nicht lange hatte. Er war noch sehr schreckhaft und unkonzentriert, was das Training zur Herausforderung machte, allerdings war bereits eine deutliche Besserung bemerkbar. Trotzdem erschreckte er sich vor einer Taube, die vor seiner Nase durch die Halle flog. Der kräftige Dreijährige bockte mich beinahe runter. Als ich ihn wieder beruhigt hatte, war er dann auch ganz schön verschwitzt, obwohl er geschoren war. Ich beschloss noch ein wenig mit ihm Seitengänge zu üben, zum Abkühlen ritt ich ihn dann noch eine Runde auf der Galoppbahn im Schritt. Nun war ein wenig Spass und Abwechslung mit den Criollos geplant: Ich sattelte Moon, nachdem ich Peace zurück in die Box gebracht hatte, und mein Mann holte Feline. Moon zappelte ungeduldig während wir auf Feline und meinen Mann warteten. Als er endlich kam stiegen wir vor dem Nebenstall auf und ritten zur Galoppbahn. Dort wärmten wir die beiden erstmal im Schritt ein. Anschliessend trabten wir an und machten einige Tempowechsel. Auch Schulterherein übten wir ein wenig. Schliesslich galoppierten wir auch. Nun da es schon fast 6 Uhr war kam starker Wind auf und fegte durch die Tannen des Galoppweges. Es war aber trotzdem noch recht warm und die Abendstimmung mit dem rötlich gefärbten Himmel war wunderschön. Wir beschlossen ein kleines Rennen zu machen. Zuerst ritten wir zur Begrenzung der Rennbahn und zogen den Pferden die Sättel aus. Wir legten sie über den Zaun, dann stiegen wir wieder auf und begaben uns auf die Startposition. Auf sein Zeichen hin preschten wir los. Es war ein herrliches Gefühl gegen den Wind zu galoppieren und die Tannen links und rechts vorbeifliegen zu sehen. Am Anfang lag mein Mann in Führung, dann holten Moon und ich aber auf. Nach der halben Runde waren wir Kopf an Kopf, aber Moon wurde langsam etwas müde. Deshalb verloren wir am Ende knapp. Aber das machte nichts, schliesslich war es ein Spass-Rennen. Wir holten die Sättel wieder und versorgten Moon und Feline. Danach ging ich mit Bella in die Halle und mein Mann mit Sparrow ins Gelände. Ich arbeitete mit Bella an der Losgelassenheit und der Balance, dazu liess ich sie auch über Stangen traben. Um 9 Uhr abends lief ich dann erschöpft zum Haus zurück um das Abendessen zu geniessen. Danach schauten mein Mann und ich einen Horror-Film bevor wir um 11 Uhr nochmals zur Kontrolle durch die Stallgassen liefen. Alles war ruhig und viele Pferde schliefen schon. Pilot röchelte mir zu, als ich an seiner Box vorbei lief. Ich ging ein wenig zu ihm in die Box und kraulte ihn an der Stirn. Dann ging ich ins Bett, voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

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      Vollblütertraining und so weiter 22.06.2013

      Wie versprochen machte ich mich nach dem Spaziergang mit den Minis noch auf zum Hauptstall, wo ich Sunday putzte und sattelte. Stromer, Felicita, Light, Crack und Paint waren am Morgen schon bewegt worden, blieben also nur noch Spot, Kierka, Pina und Sunday eben. Ausserdem sollte um sieben Uhr noch eine neue Stute ankommen: Shades of Gray. Ich hatte die Süsse von einem Kollegen in Süd England abgekauft. Die Zweijährige war noch nicht eingeritten worden. Doch nun erstmal zurück zu Sunday, den ich nach dem Putzen zur Bahn ritt. Es war schon deutlich kühler geworden und die Sonne stand nicht mehr ganz so hoch. Auf der Grasbahn liess ich ihn locker eintraben, darauf folgte ein kleiner Galopp. Dann trabte ich ihn bis zum 500-Meter Pfosten und machte dort einen fliegenden Start. Er ging gut, galoppierte sauber im Takt. Bei der 1000-Meter Markierung liess ich ihn noch einmal zulegen bis zur 1200er Markierung, danach liess ich ihn auslaufen. Ich lobte ihn und wendete auf der Bahn. Nun wiederholte ich das Ganze auf dieser Seite. Diesmal machten wir eine ganze Runde auf der 1500 Meter langen Bahn. Er blieb bis zum Ende fit, also hängte ich nach einer halben Trabrunde einen kleinen Lockerungsgalopp an. Danach liess ich ihn austraben. Er streckte trotz der Anstrengung schön den Kopf nach unten und lief schwungvoll vorwärts, ein Zeichen dass er mittlerweile gute Kondition hatte. Ich lobte ihn ausgiebig, dann verliess ich im Schritt die Bahn und ritt zur Galoppbahn, um ihn dort noch eine Weile Schritt zu reiten.



      Zurück beim Hauptstall sattelte ich Sunday ab und wusch ihn. Er hatte stark geschwitzt wegen der Wärme und der hohen Luftfeuchtigkeit. Ich nutzte die Gelegenheit, um ihn ganz abzuduschen. Dazu rieb ich ihn ordentlich mit Shampoo ein und spülte dieses danach gründlich aus. Zum Trocknen liess ich ihn ein wenig an der Hand grasen. Er war recht schnell trocken, also verräumte ich ihn wieder in die Box und lief danach zum Parkplatz, wo mein Mann schon wartete. Gleich würde die neue Stute kommen. Wenige Minuten später fuhr der Anhänger auf den Hof und die graue Zweijährige wurde herausgeführt. Ich nahm sie entgegen, während mein Mann sie sich genau ansah. Sie schien top fit und bereit zum einreiten. Zufrieden führte ich sie in ihre neue Box neben Crack. Mein Mann fuhr daraufhin los um eine weitere neue Stute zu holen: Islah. Auch sie kam gut an, die beiden neuen schienen sich jedenfalls auf Anhieb wohl zu fühlen in der grossen Box. In der Zwischenzeit hatten Quinn, Oliver und Lily Pina, Kierka und Spot bewegt. Nun waren also alle müde und zufrieden, Zeit dass auch die Menschen eine Pause bekamen. Zum Abschluss des Tages sassen wir also alle noch draussen vor dem Haus und assen eine Schüssel Fruchtsalat.

      Occulta
      Ein kleiner Spätsommerausflug 14.09.2013

      Es war ein kühler Morgen, aber die ersten Sonnenstrahlen tauchten bereits hinter den Pinien in der Ferne auf. Ich war gerade auf dem Weg zum Parkplatz, um dort das Transportfahrzeug, ein Miet-Camion, für den Ausflug bereitzumachen: wir hatten vor, nach Waterloo (in der Nähe von Liverpool) an den Strand zu fahren und dort baden zu gehen. Ich brachte ein paar Bürsten und Heu, sowie Zaumzeuge verschiedener Art in die kleine Seitenkammer für das Zubehör. Wir konnten maximal 6 Pferde mitnehmen, waren uns aber noch nicht ganz einig welche. Als ich die Ausrüstung vorbereitet hatte, lief ich zum Nebenstall, wo sich Quinn, Lewis, Jonas, Lisa und mein Mann bereits versammelt hatten. „So, habt ihr euch schon entschieden, wen ihr mitnehmt?“ Die meisten nickten, nur Lisa schien unentschlossen. Mein Mann erklärte kurz: „Quinn nimmt Summer, Lewis möchte gerne Islah, Jonas schnappt sich Blüte. Lisa kann sich nicht entscheiden zwischen Peace und Dream…“ „Lisa, nimm doch Dream, mit der verstehst du dich sicher gut und sie ist nicht so gross, du bist dir ja eher kleine Pferde gewöhnt.“, schlug ich vor. Sie nickte zustimmend. „Und wen nimmst du Jack?“, fragte ich meinen Mann. „Shadow, die mag Wasser ja so gerne und dann fühlt sich Summer auch wohler.“ Die Westernpferde wurden meistens zusammen trainiert und waren zusammen deutlich ruhiger. „Gut, dann nehme ich Gray.“ Sagte ich, anschliessend holten wir die Pferde. Summer war etwas irritiert durch die Transportgamaschen, sie war noch nicht oft gereist. Islah machte wiedermal ihren Trippelschritt, denn auf dem Weg zum Parkplatz stiess Lewis ausversehen einen Eimer an, der laut scheppernd vor dem Nebenstall umfiel. Da die Stute sehr Lärmempfindlich war, hatte er seine liebe Mühe sie zu halten. Er fluchte gut hörbar, beruhigte sich aber schnell und lief zielgerichtet weiter. Islah tänzelte zwar noch etwas, aber liess sich führen. Blütenzauber und die restlichen liefen schön brav mit. Wir fuhren los, als alle eingestiegen waren. Jack kannte die Route, weshalb wir kein Navi brauchten. Die Fahrt war schnell vorbei, und Waterloo kam in Sicht. Wir hatten unterwegs gefrühstückt, die Pferde genossen ihr Heu. Wir parkierten auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe des Strandes und luden alle aus. Summer war etwas aufgeregt, sie blähte die Nüstern und hatte die Augen weit aufgerissen als sie rückwärts raus lief. Aber das hatte ich schon erwartet, denn die Stute mochte fremde Gegenden nicht wirklich. Sobald Shadow ganz relaxt ausgestiegen war, beruhigte sie sich aber doch ein wenig. Wir hörten ein paar Möwen schreien, und die Luft war feucht und salzig. Ich cremte mich kurz ein; als Rothaarige verbrannte man sich nunmal schnell. Auch Lewis musste aufpassen, seine Haare waren ja noch feuriger. Ich zäumte Gray mit einem einfachen Mexikanischen Zaum, zog das T-Shirt und die kurzen Hosen aus, denn ich hatte wie die anderen die Badekleider schon darunter an, und führte sie ein wenig abseits zu einem Grasstreifen, damit sie noch ein wenig fressen konnte, bis die anderen fertig waren. Es dauerte aber nicht lange, und schon machten wir uns auf den Weg zum Wasser. Die Sonne brannte schon jetzt auf meine Schultern. Vor mir lief Quinn barfuss und genoss den warmen Sand. Ich hatte noch meine Sandalen an, die ich später ausziehen wollte. Vorne beim Wasser half ich Quinn beim Aufsteigen und schwang mich dann selber auf den blanken Rücken von Gray. Fast wäre ich wieder heruntergerutscht, aber ich klammerte mich an der Mähne fest und schaffte es, mich hochzuziehen. Ich strich mir die von der feuchten Luft gekräuselten Haare aus dem Gesicht und tätschelte Grays Hals. Noch bevor alle oben waren, trabte Islah plötzlich an und wollte Richtung Parkplatz flüchten. Offensichtlich mochte sie das laute Rauschen der Wellen nicht. Auch Summer begann etwas zu tänzeln, aber Quinn hatte auf ihrem breiten Rücken guten Halt und nahm sie ihn einen kleinen Kreis, um sie zum Stehen zu bringen. Schliesslich schaffte es auch Jonas, sich auf Blütes Rücken zu schwingen. „Antraben?“, fragte Jack hoffnungsvoll. Ich blickte zu Lewis, der immer noch Islah in schach hielt. „Schon okay, ich bin froh, wenn ich die Zicke müde machen kann.“, rief er mir zu. Ich nickte und folgte Jonas im Trab, der vorausritt. Neben mir holte Quinn auf und sah fröhlich umher. Unter mir spannte sich Gray, sie war wie ein kleines Gummibällchen, schön locker und im Spicktrab hüpfte sie durch den Sand. Ich fühlte jede Bewegung der kräftigen Muskeln, die schön rhythmisch angespannt wurden. Islah lief zügig vorwärts, aber Lewis hielt die Araber-Pinto Stute schön zurück. Dennoch trug sie den Schweif aufgeregt hoch. Als Jonas Blüte angaloppierte, schoss Islah plötzlich buckelnd nach vorne und Lewis klammerte sich an ihren Hals. Er schafte es sich im Renngalopp zurück in den Sattel zu retten und zügelte die Stute ein wenig, bis wir aufgeholt hatten. "Alles okay?", fragte ich besorgt, er hatte ein vor Anstrengung rotes Gesicht und schnaufte fast so wie Islah. Aber er nickte und meinte mit ironischem Unterton: "Na klar, ist denn was passiert?" Dann grinste er und legte ein wenig zu im Galopp. Wir flogen eine Weile über den Sand, ab und zu steuerte ich auch ein Stück ins Wasser, wobei dieses bei jedem Galoppsprung bis zum Sattel hochspritzte. Gray schüttelte kurz den Kopf, weil ihr etwas Salzwasser ins Ohr gespritzt war, dann streckte sie sich und wir überholten Islah. Als der Strand wieder schmaler wurde und weiter vorne Kieselsteine in Sicht kamen, bremsten wir ab. "Das war toll!", rief Lisa aus. Dreamy war ganz nass, weil sie fast die ganze Zeit durch die heranschwappenden Wellen geritten war. "Au ja! Gehen wir jetzt noch richtig ins Wasser? Summer hat sich bisher noch nicht so getraut...", fragte Quinn hoffnungsvoll. Wir diskutierten kurz, wobei wir uns eigentlich sowieso einig waren: ab ins Wasser! Dann ritt ich mit Gray vorsichtig voraus. Wir achteten darauf, dass es keine Felsen unterwasser hatte und wateten bald schon Bauchtief im Wasser. Weiter gingen wir aber nicht, da die Pferde die Wellen nicht gewöhnt waren. Dream hielt den Kopf ganz hoch, um ja kein Wasser in die Nüstern zu bekommen. Sie war schliesslich auch die Kleinste. Gray scharrte ein wenig mit den Hufen im Sand. Wir ritten langsam schräg zum Strand zurück. Als der Boden anstieg und das Wasser flacher wurde, lief Gray wieder etwas schneller. Schliesslich verliessen wir das Wasser ganz und die Hufe der Pferde wurden nur noch von den sanften Wellen umspühlt. So ritten wir unter dem tosenden Wellengeräusch noch eine Weile weiter, zurück in Richtung Parkplatz. Dort banden wir die Pferde an einem alten Holzzaun an, lange genug, dass die grasen konnten. In der Zwischenzeit gingen wir Zweibeiner nochmal zum Wasser und badeten. Das Wasser war ziemlich kalt, schliesslich waren wir ja nicht in Spanien, sondern in England. Aber nach einer kurzen Überwindungszeit und nachdem Jack schonmal alle nassgespritzt hatte, waren alle im Meerwasser. Ich liess mich von den mässig hohen Wellen tragen und beobachtete, wie Lewis und Quinn sich nass spritzten. Aber spätestens als ich auch etwas abbekam, stürtze ich mich auf sie. Am Ende liessen wir uns wieder müde treiben. Als eine unerwartet grosse Welle kam wurde ich vor schreck kurz untergetaucht. "Woa, die war riesig!", rief Jonas aus. Ich stimmte zu und beobachtete, wie die Welle an den Strand rollte. Nach etwa einer Stunde liessen wir uns schliesslich müde in den Sand fallen und sonnten noch ein wenig. Es war immernoch recht kühl, aber die direkten Sonnenstrahlen wärmten mich. Ausserdem kam Jack schon wieder angeschlichen und umarmte mich. Nach einer weiteren halben Stunde stiess ich ihn spielerisch beiseite und stand auf. "Ich denke, wir sollten uns langsam etwas zu Essen suchen. Ich hab ordentlich Hunger.", schlug ich vor. Die anderen stimmten zu und wir ernannten Jonas zum Aufpasser. Einer sollte schliesslich bei den Pferden bleiben. Wir anderen machten uns auf in Richtung Stadt. Wir wurden schnell fündig und kauften in einem kleinen Supermarkt Zutaten für ein anständiges Sandwich. Ausserdem noch eine Wassermelone und genügend Getränke für alle. Zurück beim Parkplatz hatte es sogar Campingtische, an die wir uns setzten. Nach dem jeder sein eigenes Sandwich gamacht und gegessen hatte, teilten wir uns noch die Melone. Als alle satt waren und noch Melone übrig war, schnappten wir uns je ein Stück und gaben es den Pferden. Blüte schmazte gleich drauf los, Summer schnupperte zuerst daran und schleckte dann vorsichtig etwas dran rum, Shadow mochte ihr Stück nicht und Islah schnappte es sich liebend gerne auch noch. Gray war am Anfang auch etwas skeptisch, nahm ihr Stück dann aber mit Begeisterung. Danach verluden wir die Pferde auch schon wieder und machten uns auf den Heimweg. Zuhause durften die Sechs dann noch zu den anderen Stuten auf die Weide.



      Anschliessend trainierte ich Stromer, Winter und Paint, die übrigens ihre erste Körung gleich gewonnen hatte. Ich war unheimlich stolz auf sie. Mein Mann, Lily und Oliver trainierten mit mir, sie nahmen dabei nacheinander Spot, Sunday und Felicita; Iskierka und Light; Und Crack und Pina. Wir absolvierten ein paar Trainingsrennen und übten saubere Starts aus den Startboxen. Danach liessen wir sie austraben und brachten sie auf die Weiden, damit sie den Abend noch draussen geniessen konnten. Schliesslich war es bald Winter und dann würden sie früher in den Stall zurück müssen. Ich mochte den Winter trotzdem und freute mich schon auf den flockigen weissen Schnee und die Eiszapfen an den Dächern. Aber nun beobachtete ich erstmal noch die Stuten auf der Weide, mit einem Wassereis in der Hand und im schönen Schein der untergehenden Sonne.

      Occulta
      Neujahrsturnier in Worcestershire 12.01.2014

      Heute wurde ich von Jacky geweckt. Ja, Jacky, die kleine, freche Jack Russel-Terrier Hündin die sonst mein Leben angenehm versüsste sprang mit einem riesen Satz auf mein Bett und schleckte mir das Gesicht ab. Ich schlug entsetzt die Augen auf und schubste sie runter. Dann blinzelte ich verschlafen aus dem Fenster um zu sehen, wie spät es war. Ich hatte offenbar verschlafen, denn die Sonne stand schon hoch am Himmel. Sofort sprang ich auf und lief die Treppe runter in die Küche. Jack war nirgends zusehen, also ass ich ein Stück Brot und lief anschliessend zum Nebenstall, wo ich Ajith traf. Er war gerade damit beschäftigt, die Boxen auszumisten. “Good morning, have you seen Jack?“ “Yes, he disappeared in the Main Stable half an hour ago.“ Ich bedankte mich für die Auskunft und betrat den Hauptstall. Drinnen duftete es nach frischem Heu und die Pferde waren beschäftigt mit dem Sortieren der Halme. Ich entdeckte Jack beim Putzen von Gleam und Spot. „Ahh da bist du. Warum hast du mich nicht geweckt?“ „Du hast so schön geschlafen, da wollt ich dich doch nicht aus deinen Träumen reissen.“, grinste er als Antwort. Ich gab ihm einen Klaps auf die Schulter und schnappte mir die Bürste von Spot. Jacky, die mir die ganze Zeit hinterher trottete legte sich vor eine der Boxen und döste ein wenig. „Was machen wir heute?“ „Wir gehen auf Turnier, schon vergessen?“ Ich starrte ihn an, dann fiel es mir wieder ein. Wir hatten vor am Nachmittag zum Neujahrsturnier vom Gracelandsequestriancentre in Worcestershire zu gehen. Es war nicht weit entfernt vom Hof und wir kannten die Besitzer sehr gut. „Welche Pferde hast du gemeldet?“, fragte ich und versuchte, Spot einen Schmutzfleck auszubürsten. „Kierka, Stromer, Sunday und Feli“ Ich nickte einverstanden und legte die Bürste erfolglos weg um ihm nun die Hufe auszukratzen. Er wollte den rechten Hinterhuf jedoch mal wieder nicht heben. Schliesslich schaffte ich es aber doch noch, indem ich mich gegen den Junghengst lehnte. Als ich ihn nach draussen führte spielte er gelangweilt mit der Oberlippe. „Du musst gar nicht so tun Spot, ich weiss dass du aufgeregt bist weil wir auf die Bahn gehen!“ meinte ich, ihm tief in die frechen Augen blickend. Er hörte auf und ich stieg auf. Als Jack ebenfalls oben war, ritten wir gemeinsam auf die Rennbahn. Wir trabten, dort angekommen, auch gleich an, denn die Pferde waren durch die kurze Strecke bereits aufgewärmt. Spot zog wiedermal ziemlich an den Zügeln und ich musste ein paar Paraden geben damit er nicht einfach davonflitzte. Light nebendran schien hingegen schön ruhig und noch etwas verschlafen. Nach zwei ganzen Runden auf beide Seiten gab ich Jack ein Handzeichen zum angaloppieren. Wir galoppierten eine halbe Runde bevor wir dann in der Kurve die Zügel etwas freigaben. Sofort machte Spot ein paar grosse Galoppsprünge und war vorne. Doch in diesem Moment war Light aufgewacht und holte schnell auf. Der feurige Hengst hatte den Blick straight forward gerichtet und überholte Spot mühelos. Jack schien Mühe zu haben ihn zu bremsen, schaffte es dann aber ihn kontrolliert laufen zu lassen. Er senkte dazu die Hände und stützte sie auf den Hals von Light, sodass dieser quasi gegen seinen eigenen Hals zog. Wir galoppierten eine ¾ Runde in hohem Tempo und bremsten dann ab. Light war zwar noch immer am tänzeln als ich mit Spot näherkam, aber er war tatsächlich im trab. “Woa, that was great!“, lachte Jack nur und tätschelte dem Hengst auf den verschwitzten Hals. „Ja, aber wir müssen aufpassen, dass er sich nicht überarbeitet.“ Er nickte und parierte ihn in den Schritt. Auch Spot bremste und streckte den Kopf nach unten sobald ich die Zügel lockerer liess. Ich lobte ihn und wir liessen die beiden noch eine Weile im schritt gehen, dann wechselten wir auf die Galoppbahn zum Ausdauertraining. Wir liessen sie dort langsam galoppieren und machten immerwieder Trabpausen, dafür zwei ganze Runden lang. Als wir fertig waren dampften die beiden förmlich, also legten wir ihnen im Stall direkt eine Abschwitzdecke an. Es war zwar nicht mehr ganz so kalt, aber wir wollten kein Risiko eingehen. Kaum waren sie wieder zufrieden in der Box holten Jack und ich auch schon die nächsten beiden, Crack und Pina.



      Besonders mit Pina mussten wir die Starts noch üben, da die junge Stute noch unerfahren mit den Startboxen war. Wir ritten also nach dem Putzen direkt zu den Startmaschinen und liessen uns von Lewis, der kurz Zeit hatte, hineinführen. Ich hatte Pina und Jack nahm Crack. Zusätzlich begleiteten uns Lily mit Winter und Oliver mit Gray. Pina war wie erwartet unruhig und legte die Ohren angespannt zurück. Winter hingegen kaute entspannt auf der Trense und Gray schaute abgelenkt in der Gegend herum. Crack schien ebenfalls gelassen, um sie genauer zu beobachten hatte ich aber keine Zeit, denn schon wurde die letzte Türe geschlossen und Lewis öffnete die Vordertüren – los ging’s. Jedoch nur im Trab und nicht für lange, schon nach ein paar hundert Metern bremsten wir ab und widerholten das Ganze. So brachten wir den Pferden bei, beim Start kontrollierbar zu bleiben. Nach dem dritten Versuch trabten wir weiter und galoppierten dann nach einer Runde locker an. Die ganze Gruppe bewegte sich schön taktvoll und locker. Nach einer weiteren halben Runde parierten wir durch und machten eine Trabpause, danach wechselten wir die Seite und galoppierten erneut an, diesmal beschleunigten wir. Wir versuchten jedoch erstmal noch den Platz in der Gruppe zu halten, ehe wir sie dann richtig gehen liessen. Ich hielt Pina mit Winter Kopf an Kopf um ihren Kämpfergeist zu wecken, während Crack und Gray sich weiter hinten massen. Pina hielt sich gut neben dem schneeweissen Hengst und wir absolvierten ein konzentriertes, wundervolles Training. Danach liessen wir alle vier austraben und brachten die drei Damen nach dem Absatteln auf die Weide, Winter ebenfalls aber etwas entfernt und mit Light und Spot. Als wir alles verräumt hatten, assen wir zu Mittag.



      Am Nachmittag verluden wir Stromer, Sunday, Kierka und Feli in den Camion. Kierka machte natürlich wie immer ein riesen Theater und wir hatten fast zehn Minuten bis sie drin war, aber wir schafften es immerhin zu zweit und ganz ohne Hilfsmittel. Die anderen machten keine Probleme. Lisa und Elliot kamen auch mit, es war aber noch unklar welches Pferd von wem geritten werden würde. Schon eine halbe Stunde später waren wir auf dem Hof angekommen, hatten die Pferde ausgeladen und angebunden. Wir putzten sie noch vor Ort, denn sie waren nicht sehr dreckig da wir sie am Vortag bereits geputzt hatten. Ich erlas noch das letzte Stroh aus Kierkas Schweif, dann konnten wir Satteln. „Wer nimmt den jetzt wen?“ Fragte ich ungeduldig, während ich den Sattel hochhievte. „Occu, du kümmerst dich doch grad so toll um Kierka, da könntest du doch sicher…“ Weiter kam Lisa gar nicht, denn ich hatte schon entschieden den Kopf geschüttelt. „Vergiss den Fisch, ich will endlich wiedermal Stromer, du kannst dich mit der Zicke herumschlagen.“ Wir lachten alle und Lisa nickte augenrollend. Jack rief in die Runde: „Ich nehm Sunday, wir verstehen uns ja so gut.“ Elliot war mit Felicita total zufrieden, also war auch das endlich geklärt. Wir führten die Pferde zum Abreitpaltz und stiegen auf. Das Neujahrturnier war etwas speziell: Ein Springturnier kombiniert mit Dressurübungen. Ich war gleich als erste dran, was die Aufgabe nicht gerade erleichterte. Stromer verhielt sich ein wenig unruhig, was nicht ungewöhnlich für den Hengst war, hatte er doch so einige schlechte Erfahrungen gemacht. Ich kraulte ihm den Hals und zeigte ihm die Sprünge, dann durfte ich anfangen. Ich galoppierte an und ritt auf den ersten Sprung zu. Es war ein Steilsprung, 1m hoch und blau-gelb. Stromer überwand ihn ohne Schwierigkeiten. Nun mussten wir vor dem nächsten Sprung aus dem Trab korrekt anhalten. Auch das war kein Problem, wenn ich auch Mühe hatte den fleissigen Hengst zu bremsen. Der nächste Sprung war ein kleiner Oxer. Danach mussten wir im Trab bei A abwenden und Seitwärts zurück auf den Hufschlag. Darauf folgte ein in-out, nachdem wir im versammelten Galopp eine kleine Volte reiten mussten. Und so ging es weiter, im Ganzen über 10 Sprünge. Beim letzten Sprung, abermals ein Steilsprung, hatten wir sehr wenig Schwung und ich hielt die Luft beim Absprung an, aber zum Glück blieb die Stange oben. Zufrieden verliess ich den Platz und führte Stromer trocken, während ich dem Lautsprecher lauschte. Am Ende wurde Elliot mit Feli zweiter, ich und Stromer wurden stolze vierte, Jack wurde siebter und Lisa leider nur 17te, da Kierka ein paar Stangen getreten hatte. Ich war dennoch ganz zufrieden mit der sensiblen Stute, denn zum wiedereinladen zickte sie überhaupt nicht. Zuhause gönnten wir ihnen den Feierabend und wir hart arbeitenden Zweibeiner trafen uns im Garten zu einem Gläschen Weisswein, während die Ministuten wiedermal den Hof unsicher machen durften.

      Occulta
      Osterschnitzeljagd 25.04.2014

      Donut röchelte mir schon entgegen, als ich den Hauptstall betrat. Ich musste mich jedoch erst noch durch die Stallgasse kämpfen, in der gerade Hochbetrieb herrschte. Die Pfleger waren am füttern und man hörte ungeduldiges Hufscharren und Gewieher. Ich schlängelte mich an den Schubkarren vorbei und wich Empires weicher Schnauze aus, der gerade geputzt wurde und mich im vorbeigehen an stupsen wollte. Endlich war ich bei Donuts Box angelangt und stellte die Putzkiste ab. „Na mein kleiner schicker?“ begrüsste ich ihn, wie ich es immer tat. Trotz dem ich so viele Pferde zu betreuen hatte nahm ich es mir nicht, bei jedem Einzelnen gewisse Rituale einzubauen und ihnen allen so Sicherheit zu vermitteln. Ausserdem ritt ich alle Pferde mindestens zweimal pro Woche selber, den Rest übernahmen jeweils die Pfleger, die schliesslich auch gefördert werden mussten. Ausserdem hatten die Pferde alle einmal in der Woche frei, nämlich immer sonntags. Dann durften sie in Gruppen auf die grossen Weiden und das Pferdeleben geniessen. Ich schnappte mir einen Striegel und warf einen Blick auf die Uhr. „Schon halb eins, Jonas du bist spät dran.“, murmelte ich erbarmungslos, denn der Pfleger war gerade in Baccardis Box geschlichen. „T’schuldigung, ich musste noch Telefonieren….“, antwortete er hastig und kam nochmal raus, um sich ebenfalls einen Striegel zu angeln. Als er aufsah trafen sich unsere Blicke. „Etwas Wichtiges?“ „Jain, meine Tante ist letzte Woche verstorben, die Vorbereitungen für die Beerdigung sind schon in vollem Gange.“ „Das hast du mir ja gar nicht erzählt, tut mir schrecklich leid…“ „Ach ich mochte sie nie besonders, wir redeten seit Jahren nicht mehr zusammen.“ Er erklärte mir während dem Putzen, dass seine Tante mit seiner neuen Berufswahl als Pferdepfleger nicht einverstanden gewesen sei. Sie sei immer schon der Meinung gewesen, dass Pferde gefährlich seien und stinken würden. Ich hörte gespannt zu und entwirrte Donuts Mähne. Jonas unterbrach seine Rede, weil er konzentriert versuchte, Baccardis Mähne zu einem französischen Zopf zu flechten. Ich musste lachen bei dem Anblick und wechselte die Box um ihm zu helfen. Ich übernahm die Haarsträhnen und schob ihn sanft zur Seite. Doch er hielt leicht gegen und legte plötzlich seine Arme um mich. Ich sah ihn verwundert an und stupste ihm in den Bauch, da liess er auch schon wieder los und stupste zurück. Ich beschloss, nicht weiter darauf einzugehen, da es vermutlich wieder nur eine Spielerei seinerseits gewesen war. Ich flocht sie Mähne ruckzuck zu einem ordentlichen Zopf, da ich darin viel Übung hatte. Er sah mir dabei ganz genau auf die Finger, beeindruckt von meiner Geschicktheit. „Naja, manche Dinge werd ich wohl nie beherrschen.“, grinste er als ich fertig war. „Sag niemals nie.“, meinte ich und lächelte verschwörerisch. Wir sattelten endlich und führten die Pferde in den Innenhof. Dort stiegen wir auf und ritten anschliessend zum Dressurviereck, wo wir die beiden erstmal gründlich aufwärmten. Nach einer Weile trabte ich an und begann, Volten und Schlangenlinien zu reiten. Donut löste sich schon nach wenigen Runden und lief locker durch’s Genick. Wenn er versuchte, mit dem Kopf auf und ab zu wackeln, gab ich ihm eine leichte Parade am inneren Zügel. Wir hatten das Headshaking dank der vielen Longenstunden gut in den Griff bekommen, aber ab und zu zeigte er noch Rückfälle. Baccardi schien heute etwas aufgezogen zu sein, er trabte recht zügig und glotze ab und zu wieder das Gebüsch an, als ob dort etwas Gefährliches drin schlummern würde. Als ich an derselben Stelle vorbei kam, fuhr Donut plötzlich zusammen und bockte daraufhin los. Ich war völlig unvorbereitet und plumpste schon nach wenigen Sekunden in den weichen Sand. Donut rannte mir gehobenem Schweif und gespitzten Ohren in Richtung Ausgang, doch Jonas konnte ihm gerade noch den Weg versperren. Da Donut angehalten hatte, konnte er ihn nun leicht am Zügel fassen und mit zu mir führen. „Alles okay?“, fragte er besorgt und stieg ab. Ich stand noch etwas benebelt auf und richtete meinen Helm gerade. „Ja, nix passiert. Irgendwas muss da im Gebüsch sein!“, meinte ich, und lief auf die Stelle zu. Mit triumphierendem Blick richtete ich mich kurz darauf wieder auf und drehte mich zu ihm um. In der Hand hatte ich einen kleinen Korb mit bunten Ostereiern. „Da war jemand fleissig. Ich wette, das war Lisa. Die hat immer solchen Unsinn im Kopf.“ Wir lachten herzhaft und versteckten den Korb wieder, ehe wir weiter ritten. Nach knapp einer Stunde intensiver Arbeit mit den beiden Ponyhengsten stiegen wir zufrieden ab und brachten die beiden in ihre Boxen zurück. Nach dem Absatteln und Bürsten spielte ich noch etwas mit Donut: Ich zeigte ihm ein Handzeichen und sagte ruhig und deutlich: „Lachen“. Daraufhin streckte er seine Oberlippe nach oben und flehmte. Ich lobte ihn und gab ihm Karottenstückchen. Als ich keine mehr hatte kam er mit seinem Maul und fummelte mir an der Stirn herum. Ich stiess ihn lachend zur Seite als es mir zu bunt wurde, um zu Baci zu wechseln und ihn noch etwas zu streicheln. Die Blesse die sich über sein Gesicht zog war elegant den Augen angepasst und liess ihn frech und neugierig wirken. Die kräftigen Hengstpony-Backen und die kurzen Ohren unterstützten dieses Bild. Alles in allem war der Hengst wie Donut einfach ein Traum von einem Pony. Ich wuschelte ihm noch etwas mit der Hand durch die Mähne, und weil Jonas mit seinen dunklen, kurzen Locken gerade daneben stand, ihm ebenfalls.

      Am späteren Nachmittag trommelten uns Lisa und Rosie zusammen. Gespannt hörte ich zu, was die beiden wieder ausgeheckt hatten: Eine Ostereier-Schnitzeljagd. Sie hatte mich zuvor gefragt, ob die Pfleger heute mit den Pferden ins Gelände dürften. Ich schlug vor, dass sie gleich die Vollblüter nehmen sollten, die noch nicht bewegt waren. So suchte sich jeder ein Pferd aus und machte es hübsch für die Jagd nach den Eiern. Lewis nahm Sunday, Quinn nahm Paint, Ich nahm Gray, Jack nahm Fly, Rosie nahm Stromer, Jonas nahm Light, Lisa nahm Empire, Oliver nahm Indiana, Lily nahm Chiccory, Ajith nahm Felicita und Elliot nahm Campina. Die anderen, Smarty, Sumerian, Winter, Spot, Kierka, Crack, Blüte und Cantastor waren schon am Morgen auf der Bahn trainiert oder longiert worden. Gray war artig beim Aufsteigen und blieb schön stehen, während Campina neben uns die ganze Zeit wegen der vielen Pferde zappelte. Immerhin waren wir 11 Reiter! Lisa gab uns den Tipp, wo der erste Posten versteckt war und hielt sich dann zusammen mit Rosie im Hintergrund, denn die beiden kannten die Verstecke ja. Jonas und ich erkannten den ersten Posten auch gleich wieder, denn der Tipp lautete: ‚Der Start beginnt, wo der Schüler im Sommer stunden nimmt.‘ Die anderen berieten sich kurz, ehe die Gruppe auf den Platz ritt und das erste Nest suchte. Es dauerte auch nicht lange, bis Lewis es entdeckt hatte. Darin war ein Zettel, der mir vorher gar nicht aufgefallen war: ‚Wo der Fisch schwimmt, dort die Suche erst recht beginnt.‘ Die Zettel waren auf Deutsch, was mir erst jetzt in den Sinn kam. Ich fragte Rosie deswegen und sie meinte, dass es so spannender für die englisch sprechenden sei, da sie erst noch übersetzten mussten. Wir ritten also zum Fluss, der vermutlich gemeint war. In einer Hecke am Ufer war der zweite Korb aufgehängt, diesmal bekam ihn Jack. Auf dem Zettel stand: ‚Zögert nicht und reitet zum dritten, dort wo sich einst Räuber stritten.‘ Ich wusste sofort, was damit gemeint war. Es gab eine alte Bauern Legende, dass im nahen Pinienwald auf der grossen Lichtung einmal eine Banditenfestung gewesen sei. Sie soll ganz aus Holz gewesen sein. Einmal seien die Räuber jedoch erfolglos von einem Beutezug heimgekehrt und hätten sich aus ärger gegenseitig so lange beschimpft, bis einer die Festung in Brand gesetzt hatte. In ihrer Wut hätten sie nicht bemerkt, wie die Rauchfahne ihren Standort verriet und die wütenden Dorfbewohner anlockte. Die Festung sei komplett ausgebrannt und durch die Flammen sei der Wald um sie herum auch noch fast kreisrund gerodet worden, dies war die heutige Lichtung der Legende nach. Wir ritten also auf meinen Aufruf hin zur Waldlichtung. Tatsächlich fanden wir dort hinter einem Steinhaufen versteckt das dritte Körbchen. Rein aus Neugier sah ich mich ausserdem diesmal genauer auf der Lichtung um. Ich ritt in die Mitte, konnte jedoch auf dem Boden nichts Ungewöhnliches entdecken. Enttäuscht trieb ich Gray wieder zur Gruppe zurück. Was hatte ich überhaupt erwartet? Es war ja nur eine Legende und selbst wenn nicht, musste diese Geschichte schon laaange zurück liegen und es würde keine Spuren mehr geben. Ich schob diese Gedanken beiseite und genoss den Ritt. In meiner Abwesenheit hatte ich den neuen Rätselspruch gar nicht mitbekommen. Ich machte mir jedoch auch keine Mühe, ihn noch herauszufinden. Wir ritten zur Galoppwiese, auf der mitten im Feld ein weiterer Korb versteckt war. Wir mussten uns alle aufteilen, um ihn zu finden. Und so jagten auf der ganzen Wiese Pferde im Galopp durchs saftige Gras, auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Als wir sie nach einer Viertelstunde immer noch nicht gefunden hatten, wurde Lisa um Hilfe gefragt. Zu allem Überfluss wusste sie jedoch nicht mal mehr, wo genau sie den Korb hingelegt hatte. Gerade als wir aufgeben wollten hüpfte Elliot triumphierend vom Pferd. Auf dem Zettel stand: ‚Den zweitletzten Schatz hältst du beinahe schon in der Hand. Um ihn zu finden halte dich am Waldesrand.‘ Wir wunderten uns ein wenig über die Einfachheit dieses Hinweises, doch sagten nichts und ritten weiter. Die suche war schliesslich doch nicht so leicht wie gedacht, denn der Korb hängte am Ende an einem Ast über unseren Köpfen. Quinn musste auf Paints Rücken stehen um ihn zu erreichen. Die Stute hielt zum Glück schön still, weil Ajith sie hielt. ‚Das Ende ist nah und doch noch fern, du findest es im Kern.‘ Im Kern? – Ich hatte keine Ahnung, was damit gemeint war. „Ist das Nest etwa in einem Apfel?“, scherzte Jonas und die Gruppe brach die Stille mit herzhaftem Gelächter. Lisa schüttelte weise lächelnd den Kopf. „Eigentlich ist es ganz leicht.“, stellte sie fest. Auch Rosie nickte eifrig. Wir beschlossen, erstmal zurück zum Hof zu reiten, denn wir vermuteten, dass das Körbchen dort irgendwo versteckt sein musste. Ich schnalzte und trieb Gray in den Galopp, denn wir waren auf einem der sandigen Galoppwege im Wald angelangt und die Reiter vor uns waren ebenfalls angaloppiert. Ich hielt die Zügel gespannt und schnappte mir ein Büschel Mähne, um Gray besser zu stützen. Wir sprangen den Weg entlang, das dumpfe Geräusch aufschlagender Hufe im Sand klang rhythmisch und vor mir wehten die Schweife. Am Ende der Strecke musste ich Gray in ihrem Eifer stark bremsen, denn wir wären fast in Light reingerasselt. Dieser war zum Glück gerade abgelenkt mit einer Wurzel, über die er halb drüber stolperte. Wenige Augenblicke später hatten wir die kurze Schrittpassage überquert (dort durfte man nur im Schritt durch, da ab und an ein Fussgänger durchlief) und die Vordersten sausten bereits wieder los. Ich trieb Gray auch wieder an. Der Wind zerzauste mir die Haare und Gray nahm gewaltige Sprünge, um einen kleinen Rückstand zu den Vorderen Pferden aufzuholen. Wir galoppierten die ganze Strecke bis zum Waldrand. Erst als wir wieder auf freiem Feld waren, parierten wir die Pferde in den Trab durch und ritten so den restlichen Weg zum Stall zurück. Es war herrlich; Die späte Nachmittagssonne und die angenehm aufgewärmte Luft unterstützten die ausgelassene Stimmung perfekt. Wir plauderten und lachten auf dem ganzen Weg und Lewis erzählte immer wieder Witze. Wir durchquerten die Galoppbahn mit ihren grossen Tannen, wobei wir uns leicht unter einem tief hängenden Ast ducken mussten. Als wir an den Weiden vorbei kamen, kamen die beiden Mini Hengstchen aufgeregt angetrabt und begleiteten uns. Die Stuten schienen sich nicht für uns zu interessieren. Nun ging die Sucherei los: Wir teilten uns auf und durchkämmten das Hofgelände nach dem fehlenden Korb. Ich wollte gerade zu Jack reiten, als Jonas an meine Seite kam. Daher bildeten wir beide gleich ein Team. Er schlug vor, dass wir zuerst auf dem Geländeparcours suchen sollten, schliesslich war dieser der ‚Kern‘ der Galoppbahn. Ich fand dies eine gute Idee und wendete Gray in die richtige Richtung. Ich nutzte die Gelegenheit, um Light etwas zu beobachten. Der sensible Hengst mochte keine harte Hand, doch bei Jonas schien er locker und zufrieden. Er war zwar feurig, wie immer, doch Gray hielt gut mit (sie war ebenfalls recht fleissig) und er trat schön ans Gebiss. Ich blieb stumm und wnedete meinen Blick wieder von dem schwarzen Hengst ab, um nach dem Vogel zu suchen, der sein Lied über unseren Köpfen trällerte. Wir überquerten die Galoppbahn und gelangten schliesslich zur Geländestrecke. Zuerst ritt ich zu der vordersten Baum-Insel und suchte das Bodengestrüpp ab. An den Stellen, an denen der Boden kahl war, wuchs nur spärlich Gras und die Erde war hart getreten von den vielen Hufen, die hier durchgekommen waren. Dennoch sahen die mit Schatten und einzelnen Lichtstrahlen überzogenen Flächen harmonisch und geheimnisvoll aus. Da ich nichts entdecken konnte, trieb ich Gray weiter zur nächsten kleinen Baumgruppe. Ich suchte auch in den Ästen über mir, doch selbst dort befand sich kein Korb. Als nächstes sah ich beim kleinen Grabenhindernis, beim Gebüsch-Sprung, beim Baumstamm und beim Hügelchen. Doch nirgends war etwas zu finden. Auch Jonas schien erfolglos geblieben, deshalb ritten wir zurück zu den anderen. Die hatten sich gerade um Elliot versammelt, der soeben den letzten Korb im Innenhof des Hauptstalls gefunden hatte. „Na klar, der Kern ist der Hauptstall mit unseren Engländern!“, Lachte ich und gratulierte ihm. Dann bedankte ich mich formell bei Lisa und Rosie für die hervorragende Durchführung dieser Eier-Jagd und lud alle Teilnehmer zu einem heissen Tee im Garten des Haupthauses ein. Zuerst wurden jedoch natürlich noch die Pferde versorgt. Sie genossen den Sonnenuntergang in Gruppen auf der Weide.

      Occulta
      Life goes on 09.08.2014

      Mir wurde ganz schwindlig, als sie Jack auf die Trage legten und wegbrachten. Auf einmal kam der ganze Schock, die Verzweiflung, Angst und Trauer über mich wie eine gewaltige Flutwelle, die mich beinahe zu Boden riss. Jonas, der ebenfalls in den Krankenwagen getragen wurde, beobachtete mich mit sorgenvollen Augen. Ich stützte mich gegen Rosie, die mir eine Umarmung anbot und schluchzte ungehalten in ihre Schulter. Alles um mich herum kam mir so unwirklich vor und ich hörte die Stimmen wie durch eine unsichtbare Wand. Alles, was ich von diesem Abend noch mitbekam war, dass Lisa, Rosie und Quinn mich ins Haus brachten und mir einen Tee kochten. Am nächsten Morgen wachte ich auf und fühlte mich wie ein Stein. Mir steckte die Trauer augenblicklich wie ein Kloss im Hals, als ich mich an den vergangenen Tag erinnerte. Am Morgen war ich noch so sorglos gewesen und dann war alles zerbrochen. Ich versuchte mich abzulenken und sah auf die Uhr. Es war erst fünf und draussen ging gerade die Sonne auf. Seufzend richtete ich mich auf und zog meine Reitsachen an. Die Pferde würden mich jetzt am besten trösten können, besonders meine und Jacks geliebte Vollblüter. Als ich durch die Küche lief sprang Jacky von ihrer Decke auf und folgte mir, jedoch schien sie auf seltsame Weise nicht so energievoll wie sonst. Ich machte mich ohne etwas zu frühstücken auf zum Hauptstall und holte die Putzsachen von Winter aus der Sattelkammer. Als ich die Box des schneeweissen Hengstes betrat, streckte er mir mitfühlend seine rosarote Schnauze entgegen, als wüsste er genau, was in mir vorging. Ich krallte mich in dem weichen Fell fest und legte die Wange an seinen Hals. Seinen warmen Puls zu fühlen, jedes Zucken der Muskeln, tat mir gut. Schliesslich angelte ich mir den Striegel und putzte meinen Liebling. Als ich fertig war, sattelte ich ihn mit seinem kleinen Rennsattel und hängte das Vorgeschirr ein. Ich führte ihn wie in Trance nach draussen und stieg auf. Ich ritt zunächst eine Runde Schritt auf der Galoppbahn und trabte anschliessend eine weitere Runde auf die andere Seite. Dann ritt ich zur Rennbahn und liess ihn laufen. Beim 500m-Pfosten sah ich auf die Armbanduhr und stoppte in der nächsten Runde an derselben Stelle. Mein grosser hatte eine gute Geschwindigkeit drauf und war ordentlich fit, deshalb beschloss ich, gleich noch eine Runde zu trainieren, aber diesmal mit Startbox. Prüfend sah ich mich nach den Pflegern um, schliesslich brauchte ich jemanden der die Boxen öffnete. Gerade als ich zurückreiten wollte um jemanden zu rufen, entdeckte ich Quinn, Lily und Oliver mit Spot, Iskierka und Light, die auf uns zu ritten. Winter spitzte die Ohren und hob den Kopf, um seine Stallgenossen zu begrüssen. Ich freute mich wahnsinnig, meine alten Freunde so anzutreffen, hielt dieses Glücksgefühl aber noch versteckt. Ich ritt ihn in eine der mittleren Boxen und wartete konzentriert auf den Start. Die anderen reihten sich ebenfalls ein und Ajith kam herbeigeeilt um die Boxen zu öffnen. Dann donnerten die Vollblüter auch schon los. Ich hielt mich bei Winters Absprung etwas an seiner Mähne, um von der Wucht nicht gleich aus dem Sattel zu gleiten. Es war ein wundervolles Gefühl, die schnaufenden Pferdeköpfe links und rechts von mir zu sehen und unter mir den gewaltigen Körper des Hengstes zu fühlen. Das rhythmische Aufschlagen der Hufe liess mich all den Schmerz vergessen und holte mich zurück in die Welt, in die ich gehörte; das hier und jetzt. Light gewann zwar das Trainingsrennen knapp vor Winter und mir, doch das war mir schnuppe. Ich hatte einen Entschluss gefasst während dem Galoppieren: Das Leben musste weitergehen. Ich tätschelte Winters Hals und plauderte begeistert mit den anderen über das Training. Anschliessend arbeiteten die restlichen Jockeys noch etwas weiter mit ihren Pferden, während ich Winter austraben liess. Er schnaubte schön ab und streckte den Hals tief zu Boden. Schliesslich brachte ich ihn zurück in die Box und versorgte ihn gründlich, ehe ich mich Stromer widmete. Mit dem cremefarbenen Hengst hatte damals alles angefangen – er war mein allererstes Vollblut gewesen. Nun war er schon ganze sechs Jahre alt und hatte sich prächtig entwickelt. Aus dem einst so zerbrechlichen dreijährigen mit der schlechten Vergangenheit war ein top bemuskelter, aufmerksamer und freundlicher Hengst mit wundervollen Gängen geworden. Jetzt im Sommer schimmerte seine rosafarbene Haut stark durch das Fell, was ihm deutlich mehr Farbe verlieh als im Winter, wenn er mit dem dichteren Fell fast weiss wurde. Ich putzte auch ihn sorgfältig und ritt anschliessend wie schon mit Winter in voller Rennmontur zur Bahn, wo ich ihn zunächst aufwärmte. Er hatte viel mehr Erfahrung als Winter und konnte seine Kräfte gut einteilen. Ausserdem hörte er sehr fein auf meine Hilfen und wurde nicht so heftig wie die jüngeren Genossen. Wenig später hatten auch die drei Jockeys ihre Pferde ausgetauscht; sie ritten nun Pina, Sunday und Felicita. Wiederum lieferten wir uns ein Spassrennen und arbeiteten dann noch etwas für uns auf der Bahn, was aber mit den tollen Pferden genauso viel Spass machte. Ich bewegte an diesem Morgen noch Gray, Crack und Indiana, während Quinn Chiccory und Fly, Oliver Paint und Empire und Lily Blüte und Cantastor übernahmen. Besonders bei Crack musste ich wieder mit den Tränen kämpfen, denn ich hatte sie damals von Jack zum Geburtstag geschenkt bekommen und mich so sehr über sie gefreut. Die Erinnerungen kamen wieder in mir hoch und ich musste daran denken, wie ich ihn so voller Liebe umarmt hatte. Und doch war ich zuletzt wütend auf ihn und habe ihn mit eben diesem Gefühl angesehen… Dieser Gedanke schmerzte am meisten von allen. Als ich Diana versorgt hatte bemerkte ich ein grummeln und stellte fest, dass ich durch das ganze Arbeiten doch noch Hunger bekommen hatte. Aber alleine zu kochen würde bestimmt schrecklich werden. Ich schlenderte lustlos in Richtung Haus und bemerkte nicht, wie Lisa sich von hinten anschlich. Sie tippte mir auf die Schulter und rief laut „Buh!“, während Quinn und Ajith, die sich an die kühle Wand des Hauptstalls gelehnt hatten die Augen rollten. Ich vergab Lisa diese Taktlosigkeit angesichts meiner Trauer und sah sie bloss fragend an. „Ich… äehm… Ich meine Quinn, Ajith, Lily und ich wollten dich fragen, ob du vielleicht mit uns in die Stadt kommen willst. Wir dachten, wir gehen Jonas im Krankenhaus besuchen und essen unterwegs zu Mittag…“ Mein Herz machte einen Hüpfer. Jonas! Er lebt ja noch… Beschämt, dass ich meinen treuen Freund in der Not ganz vergessen hatte, willigte ich rasch ein und folgte den Pflegern auf den Parkplatz. Wir fuhren mit Lilys kleinem Toyota, in den wir uns allerdings ziemlich reinquetschen mussten. Wir bestellten wie geplant auf dem Weg zum Hospital ein Falafel für mich und sonstigen Schnellimbiss-Kram für die anderen. Als ich den langen Gang zu Jonas‘ Zimmer entlanglief, wurde mir etwas schwindelig. Wie hatte ich nur nicht an ihn denken können? Immerhin war er genauso wie Jack in Lebensgefahr gewesen und hätte genauso gut auch tot sein können! Langsam öffnete ich die Tür und trat ein. Es war vollkommen Still in dem hellen Raum. Die anderen Patienten schienen zu schlafen und auch Jonas hatte die Augen geschlossen. Die Pfleger folgten mir leise und schlossen die Tür hinter sich. Vorsichtig kniete ich mich neben sein Bett und betrachtete die üblen Verbrennungen, die sich über seine Oberarme zogen. Wie durch ein Wunder war das Gesicht beinahe unversehrt geblieben. Er muss es rechtzeitig mit den armen geschützt haben, überlegte ich und begann, seine Nase zu kitzeln. Seine Augenlieder zuckten, dann musste er niesen und wachte auf. „Occu… und ihr! Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid.“ Ich lächelte verlegen, immerhin wäre ich ohne die anderen nicht hier. Zögernd fragte ich: „Wie fühlst du dich?“ „Den Umständen entsprechend, aber eigentlich nicht allzu schlecht. Bloss mein Rücken tut ziemlich weh. Aber die Ärzte meinten, es sei nichts ernstes, bloss eine Prellung. Wie geht es Jack?“ Ich zuckte zusammen und sah betreten zu Boden. Er weiss es also noch nicht… Quinn fasste Mut und antwortete leise auf die Frage. „Er hat nicht überlebt…“ Ich beobachtete, wie sich seine Pupillen weiteten und er den Mund öffnete, um etwas zu sagen, ihn dann aber ohne einen Mucks wieder schloss und ins Leere starrte. „Tot? D das ist schrecklich. Es tut mir so leid Occulta…“ Ich nickte nur und biss mir auf die Oberlippe, um die Fassung nicht wieder zu verlieren. Ich war froh, als er das Thema wechselte. „Wie geht es den Pferden? Haben sie sich sehr erschreckt als das Flugzeug abstürzte?“ „Nein, ich denke nicht. Heute Morgen liefen die Vollblüter im Training jedenfalls top“, antwortete ich. Er nickte mit einem Lächeln und ich fragte ihn, was denn so amüsant sei. „Ich finde es faszinierend, wie glücklich du wieder wirkst, sobald wir über Pferde reden.“ Nun lächelte ich ebenfalls und stupste ihn zur Strafe in die Seite, worauf er sofort aufschrie. „Au au, pass doch auf!“ „tut mir leid, ich hab gar nicht…“, stammelte ich erschrocken, doch schon grinste er mich wieder breit an und ich erriet, dass er nur mit mir gespielt hatte. Böse sein konnte ich ihm allerdings nicht. Wir plauderten noch etwas, dann machten die Pfleger und ich uns auf den Rückweg zum Stall. Er sah uns gequält hinterher, als wir einer nach dem anderen zur Tür hinausgingen, besonders mir, so kam es mir jedenfalls vor.

      Zuhause half ich Quinn, die mit dem Einreiten von Sumerian und Frame weitermachte. Die beiden waren noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung, machten sich aber alles andere als schlecht. Fröhlich beobachtete ich die Fortschritte von Frame, der Monate zuvor noch so erbärmlich ausgesehen hatte, mit all seinen Wunden und Schrammen. Nun ging er nicht mehr lahm und nur eine Narbe zierte den Hals dort, wo der Pfosten einst ein so grosses Loch hinterlassen hatte. Meine Tierärztin hatte hervorragende Arbeit geleistet. Gegen Abend kam dann noch eine Überraschung auf dem Hof an. Ein Transporter fuhr auf den Parkplatz, beladen mit zwei neuen Vollblütern. Als ich mich fragend an den Fahrer wandte erfuhr ich, dass die beiden von Eddy stammten und Jack sie wenige Wochen zuvor abgekauft hatte, da Eddy ihren Bestand etwas reduzieren wollte. Auch ein Fohlen würde in den nächsten Tagen noch ankommen. Ich ignorierte das Stechen, das sich bei Jacks Namen wieder bemerkbar machen wollte und bewunderte den Hengst, Muskat. Er war bereits gekört und würde sicherlich ein wunderbarer Zuchthengst werden. Die Stute, Cassiopeia, hatte ich auch schon ein paarmal an Rennen gesehen, sie war Jack damals besonders aufgefallen. Ich führte beide in den Hauptstall und half anschliessend den Pflegern beim Füttern. Um halb zehn lief ich endlich müde zum Haus, zögerte aber davor und wandte mich stattdessen im halbdunkeln dem Hof zu. Es kehrte Ruhe ein auf Pineforest Stable, nach all der Aufregung schienen sogar die Pferde erledigt. Die Gebäude lagen still im Zirpen der Insekten da und erste Sterne tauchten am Himmel auf. Ich erinnerte mich daran, wie ich einmal mit Jonas im Gras hinter dem Dressurviereck gelegen und an den dunklen Tannen vorbei die Sternbilder betrachtet hatte. Augenblicklich breitete sich eine Art entspannende Wärme in mir aus und zum ersten Mal am heutigen Tage war ich wirklich glücklich. Glücklich hier zu sein, glücklich, dass Jonas lebte und glücklich, dass noch so viel vor mir lag. Ich murmelte sanft, an die Sterne gewandt: „Auf wiedersehen Jack.“ Dann drehte ich mich um und verschwand im Haus.

      Occulta
      Nachts fürchten die Mäuse den Jäger... 03.12.2014

      Ich wachte nach einer unruhigen, mehr oder minder schlaflosen Nacht früh auf und begab mich zum Kühlschrank. Während ich nach einem geeigneten Joghurt kramte, plante ich den Morgen. Es würde alles etwas durcheinandergeraten nach meinem 'announcement', da war ich mir sicher. Doch verängstigte Mitarbeiter zu beruhigen war immer noch angenehmer, als Leichen zu entsorgen. Wenn es denn so weit käme... Vielleicht halste ich mir auch nur zu viele Sorgen auf. Als ich fertig gelöffelt hatte, schmiss ich das leere Gefäss in den Müll und öffnete mit wetterfesten Kleidern die Tür. Es Regnete und war neblig - was konnte es an so einem Morgen sonst sein. Ich seufzte kaum hörbar, aber reichlich genervt und machte mich auf zum Hauptstall. Es war noch finster und die Pferde dösten vor sich hin, als ich vorsichtig das Tor aufschob und eintrat. Winter, in einer der beiden vordersten Boxen, lag mit eingeklappten Beinen im Stroh und sah auf, sobald ich mich näherte. Er blieb jedoch liegen, als ich die Box öffnete und vorsichtig auf ihn zuschritt. Er röchelte sogar leise, und ich kniete neben ihn, um ihn zu kraulen. Es war unheimlich beruhigend, seine dunklen, verschlafenen Augen zu begutachten und seine Lippen entzückt zittern zu sehen. Nach einer Weile öffnete sich das Tor erneut; Quinn und Ajith tauchen in der Öffnung auf. Einen Moment sahen sie sich verwirrt um, dann hörten sie meine Stimme und kamen zur Box. "I woke up earlier. You weren't expecting a murderer inside here, were you?" Ajith zeigte sich bestürzt. "What?? No, why?" "Because there's a murderer spraying around in our forests." "Haha, very funny…” Quinn lächelte leicht unsicher und schief als Antwort auf mein ernstes Gesicht. “That wasn’t a joke. Haven’t you heard it in the news?” “Really? Wow… And what are we going to do?" Ich schwieg einen Moment. "We inform the others as soon as possible, but then we go on as normally and hope that the policemen do their work." Die beiden nickten langsam und ich stand auf, um den besorgten Gesichtern ebenbürtig zu sein. Ich klopfte Winter zum Abschied auf den Hals und verliess seine Box. Wir holten die Schubkarre und füllten sie mit Heu, während nach und nach auch die anderen Pfleger auftauchten. Bald war der Stall erfüllt von munterem Geplapper und dem Scharren und Schnauben der Pferde. Dann hielt ich meine kleine Rede. Und schon war die fröhliche Stimmung ersetzt durch sorgenvolles Schweigen. Keine lustig pfeifenden, witzelnden Pfleger mehr, nur stille Arbeiter. Ich beschloss neutral zu bleiben und lief zu Paints Box - es war Zeit fürs morgendliche Training. Oliver hatte die Pferde ihren Reitern schon am Vorabend zugeteilt, es änderte sich aber kaum etwas im Vergleich zum Wochenplan. Die schwarze Stute begrüsste mich mit ihrer weichen, rosa Schnauze. Ich streichelte das samtige Fell an ihrem Hals und kraulte sie liebevoll hinter dem Ohr, bevor ich ihr das Halfter überzog. Anschliessend band ich sie in der Stallgasse an. Ich öffnete die Schnallen ihrer Fleece Decke und zog sie nach hinten, liess sie jedoch halb auf der Kruppe liegen, denn die Stute war geschoren und um halb sechs war es bekanntlich noch ziemlich frisch, draussen und in der Stallgasse. Ich bürstete das kurze, stoppelige Fell gründlich und entwirrte ihren Schweif. Dann sah ich mir die Hufe an, prüfte ob die Eisen noch hielten und entfernte den Schmutz der Nacht. Weiter vorne in der Gasse richtete Oliver Blüte her, Iskierka wurde gegenüber von mir von Ajith betreut. Auch Gray, Cold, Mikke, Sumerian, Campina, Felicita, Indiana und Cassy wurden geputzt, heute Morgen trainierten wir nämlich alle Stuten zuerst. Diana sah mit ihrem neuen Zaumzeug extrem schick aus. Die Stute nahm zwar aufgrund ihres Alters nicht mehr an grossen Rennen Teil, diente den jüngeren Vollblütern aber als Vorbild und wurde in erster Linie mittrainiert, um sie für's Military fit zu halten. Als alle fertig waren und ihre Pferde nach draussen zum Aufsteigen führten, löste auch ich den Strick von Paint und ging mit der Stute ins Freie. Vor uns hob und senkte sich das muskulöse Hinterteil von Cassy. Ich beobachtete entzückt, wie ihr seidiger, weisser Schweif im Takt dazu Tanzte. Ich war unheimlich froh, die Stute übernommen zu haben, denn sie musterte sich mehr und mehr zu einem talentierten Galopper. Bei ihrer Abstammung war das ja auch kein Wunder. Ich zog den Reissverschluss meiner Fleecejacke höher, trotzdem zitterte ich noch vor Kälte. Bald nicht mehr, dachte ich schmunzelnd. Auch Paint war zappelig, sie kreiste um mich als ich mich in die Reihe stellte um von Oliver auf's Pferd geschmissen zu werden. Mit den kurzen Steigbügeln war es schwer, ohne Hilfe hochzukommen und der kleine Hocker, der bis anhin diese Hilfe geleistet hatte, hatte vor drei Tagen den Geist aufgegeben, sehr zum Pech von Quinn, die danach erschrocken halb am Pferd hing. Ich massregelte Paint und hielt sie einigermassen ruhig, bis ich endlich oben war, dann liess ich sie zügig den anderen zur Galoppbahn folgen. Wir ritten im Gänsemarsch eine Runde schritt, dann trabte die ganze Reihe auf Kommando an. Paint ging schwungvoll und locker, trotz der Temperaturen, aber Grey vor mir zog den Schweif ein wenig ein. Nach einer weiteren Runde wurde es besser. Wir wechselten die Seite und galoppierten schliesslich nach ein wenig linksseitigem Trab an. Nach einem Umlauf verliessen wir die Bahn über den sauber gewischten Kiesweg und ritten zu den Startboxen. Natürlich hatten nur acht Pferde in den acht Boxen Platz, weshalb wir zwei Gruppen bildeten. Per Handzeichen wurde bestimmt, dass Caprice, Felicita, Blüte, Iskierka und Paint zur ersten Gruppe zählten. Ich entschied mich für die dritte Box und trieb Paint hinein, doch sie ging sowieso freiwillig da sie wusste, dass sie gleich rennen durfte. Ich spannte die Zügel, hielt sie kurz, nahm die Startposition ein, um beim Absprung nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Endlich waren alle drin und Ajith, der als "Bodenpersonal" dabei war, rief uns die Kommandos zum fertig machen zu. Dann sprangen die Türen auf und Paint beförderte uns kraftvoll von Anfang an an die Spitze. Ich hielt mich ein wenig an der Mähne der grossen, schwarzen Stute und war froh um meine Schutzbrille, denn die Morgenluft schlug mir eisig ins Gesicht. Ich wagte beim 500-Meter-Pfosten einen Blick über die Schulter und sah, dass Blüte aufholte. Ich liess sie passieren, denn ich wollte Paints Energie für den geplanten Kopf-an-Kopf Schluss sparen. Auch Felicita kam neben uns und hielt diese Position bis zum 1000m-Pfosten. Nun ging es nochmals in die Kurve, danach folgte die Zielgerade. Alle Pferde schlossen zueinander auf und Blüte und Felicita teilten sich die Spitze. Ich gab Paint etwas Zügel frei, sodass wir auch vorne mitmischen konnten. Kierka hängte sich links an Paints Flanke, nur Capri blieb verschollen. Ich drehte mich nochmals kurz und sah die Fuchsstute in einer Pferdelänge Abstand folgen, Tendenz steigend. Die Stute war noch immer nicht wieder 100%ig fit, da erstaunte dieses Schwächeln auf der Bahn nicht. Ich gab Paint nochmals etwas Zügel frei, sodass sie sich streckte und wir mit einer Nasenlänge gewannen. Ich tätschelte ihren Hals, während ich mich aufrichtete und sie auslaufen liess. Als sie in den Trab, und schliesslich in den Schritt fielen, sammelten sich die Pferde und Reiter wieder und ritten gemeinsam zurück zur Startmaschine. Oliver kam auf Aerith angetrabt. Die Stute wurde mittlerweile als Trackpony ausgebildet und eingesetzt, neben den Westernturnieren, die sie regelmässig lief. Oliver wollte später mit Iskierka und Campina das vom-Pony-aus-geführt-werden trainieren. Doch zunächst war die zweite Gruppe auf der Bahn. Ich reihte Paint und mich neben Caprice ein und wir beobachteten das Schauspiel vom Bahnrand aus. Die Türen flogen auf und alle sechs Pferde schossen aus dem Metallgeflecht hervor. Indiana teilte sich sogleich die Spitze mit Gray. Die erfahrene Stute hatte Tendenzen zum Sprinter, Gray jedoch war ganz klar Steher und sollte am Anfang eher im Mittelfeld bleiben, da sie zu wenig ausdauernd war, um das Tempo durchgehend zu halten. Oliver rief die Anweisung, die mir auf der Zunge lag: David solle sie doch endlich zurücknehmen. Unser Trainer hatte wie immer ein Auge für Feinheiten und war unterdessen zu uns getrabt, um diese Details zu besprechen. "Occu, let her go at approximately 900 meters next time. She is old enough to start early." Ich nickte als Zeichen der Kenntnisnahme und kraulte Paint stolz am Widerrist. In der Bemerkung war nämlich ein verstecktes Lob für ihre raschen Fortschritte gewesen. Campina hatte mittlerweile Gray an der zweiten Position abgelöst und Cassy folgte dicht neben der dunkelgrauen Stute. Zu dicht. "Stay away from Gray, or do you want to trap over her legs!", schrie Oliver in gereiztem Tonfall über die Bahn zu Darren. "I told him last time already, but je won't change a bit until the horse has a broken leg!", meinte er an uns gewandt. Ich schwieg und verfolgte das Training. Der 1000m-Pfosten war passiert, nun wurde es erst richtig heiss. Indiana wurde von Cassy überholt, Sumerian tauchte aus dem Nichts auf und zog an Gray vorbei, Crack schob sich vor Campina. Sumerian konnte das Tempo mangels Ausdauer allerdings nicht lange halten und fiel rasch wieder zurück. Indiana entwickelte zwar guten Schub, konnte mit den leichten Jünglingen jedoch nur schwer mithalten. Gray lieferte sich auf den folgenden Metern einen spannenden Kampf mit Crack, die schliesslich richtig zulegte und sich sogar vor Cassy schob, allerdings nicht lange. Die Palominostute mit den grossen Abzeichen verteidigte die Spitze bis zum Schluss. Wir jubelten den heftig atmenden Körpern von Reiter und Pferden über die Bahn zu, ehe wir selbst auf die Bahn zurückkehrten um ein paar fliegende Starts zu üben. Der Nebel hing immer noch erdrückend über unseren Köpfen, doch immerhin hatte es aufgehört zu regnen. Paint lief etwas zögerlich, vielleicht war sie noch erschöpft vom Rennen. Meine Sorge stieg jedoch, als sie auch nach vier Starts noch nicht gut wegkam. Normalerweise hatte sie mit dem Starten kaum Probleme. Ich rief Oliver, damit er sie sich ansah und tatsächlich: nach einer kurzen Demonstration schüttelte er den Kopf und winkte uns zu sich. "I think there's something wrong with her right foreleg. I'll call the vet." Solche Nachrichten waren in einem Rennstall sehr ungern gesehen, ich hoffte aber natürlich das Beste. Ich liess mich hinuntergleiten und führte die Stute, sorgsam beobachtend, in den Hauptstall zurück. Dort versorgte ich sie mit allem was sie brauchte, schmierte etwas Kühl Gel auf das betroffene Bein und zog ihr die blaue Fleece-Decke an. "Good girl, you'll be back in few days, I'm sure", flüsterte ich, etwas bedrückt. Ich schloss die Boxentür und holte Sheela und Jacky aus dem Haus. Auch die anderen Jockeys waren mittlerweile fertig und versorgten ihre Pferde, ehe sie sich versammelten, um die Hengste aufzuteilen. Ich wählte Sunday, denn ich hatte ihn die ganze letzte Woche Quinn überlassen. Nun wollte ich die Feinheit und Kraft des Hengstes selbst wieder geniessen. Wir trainierten wie zuvor, doch nach den Übungsrennen wurden Gruppen gebildet, um das Abteilungsreiten zu fördern. Die Pferde mussten bei ihrer Gruppe bleiben, selbst im rasenden Galopp. Sie mussten geduldig sein und auf die Hilfen ihres Reiters hören. Ich hängte mich an die Gruppe mit Stromer, Muskat, Winter und Chiccory. Die andere Gruppe bestand aus Fly, Light, Cantastor, Spot und Empire. Was für ein Gefühl das ist, mit fünf bebenden Hochleistungssportlern in einer Reihe über die Bahn zu jagen! Besonders wenn ein Pferd wie mein Sunday so fein mitmacht. Ich beobachtete ausserdem die anderen Pferde mit scharfem Auge, sodass ich mir fast wie Oliver vorkam. Frame war noch immer nicht beim Training dabei. Er war zwar schon mehrfach auf dem Platz kurz von mir geritten worden, doch ich wollte zuerst sicherstellen, dass er gut ausgebildet war und nicht überfordert wurde, ehe ich ihn mit zum Konditionstraining nehmen würde. Auch Oliver hatte mir dabei zugestimmt. Ich musste lachen, als Chiccory sich nach dem letzten Galopp schüttelte, als hätte er Fliegen in den Ohren. Dabei hatte Lisa ihm nur kurz ein Strohstück vom Ohr wischen wollen.



      Nachdem auch diese Trainingseinheit zu Ende war, gab es erst einmal eine Kaffee Pause. Selbstverständlich erst, als die wertvollen Tiere zufrieden in ihrer Box raschelten. Ich hatte Sundays Hufe eingefettet, damit sie nicht brüchig wurden. Dies war eines unserer Rituale, wie das tägliche Bürsten und das Abduschen nach harter Arbeit. Die Stimmung in der Sattelkammer liess nicht den geringsten Zweifel an der Sorglosigkeit der Pfleger zu, sie waren gute Schauspieler. Sie mussten immerhin regelmässig vor Publikum so tun, als ob alles im Griff sei. Schwäche zeigen wollte auf der Rennbahn keiner, es ging den meisten nicht nur um Geld, sondern auch um die Ehre. Die Pferde funkelnd, das Sattelzeug gepflegt und wie neu. Und ein nahtloser Ablauf, ohne sichtbare Kommandos oder Anweisungen. Jeder wusste, was zu tun war. So auch heute, zuhause. Keiner verlor ein Wort über meine Ansprache vor dem Training, alle lächelten. Ich kam mir seltsam verloren vor, in dieser Maskierten Welt. Wem konnte man trauen, wenn das Leben das reinste Gaukelspiel war? Plötzlich ertönte ein lauter Knall, augenblicklich flutete eine erschrockene Stille den Raum. Ein Jäger? Ein Knallen eines Motors? Ich malte mir einige Szenarien aus, während ich mit Ajith und Lewis nach draussen hastete. Stille - wie im Raum zuvor. Dann ein zweiter Schuss, Hilfeschreie. "What the - " Ich stürzte um die Ecke und erblickte unseren Nachbaren, einen sonst so friedvollen, älteren Herren, mit seinem Jagdgewehr in der Hand. Er gestikulierte wild umher und deutete auf einen parkierten Ford, hinter dem jemand kauerte. Lewis und Ajith umstellten den Wagen und packten die Person, ich beruhigte den Bauern. "It is him, he is it! The murderer! I know it!" Der verängstigte junge Bursche stotterte einige unbedeutende Worte, ehe seine Stimme versiegte. Nie und nimmer ist er ein Mörder. Wir klärten das Ganze auf dem Parkplatz, und schon nach einigen Sätzen wusste ich, was tatsächlich vorgefallen war. Der Junge hatte am Morgen wie gewohnt die Arbeit auf dem Lehrbetrieb aufnehmen wollen, doch das Tor war noch verschlossen gewesen, vermutlich als Vorsichtsmassnahme gegen Killer. Daraufhin hatte sich der Junge als Kletterkünstler erwiesen, denn er war kurzerhand auf den Baum neben dem Bauernhaus geklettert, um über den Zaun zu kommen. Der Bauer hatte kaum das raschelnde Laub, die kräftigen Arme und die dunkle Hose des Burschen erblickt, als er schon zur Flinte griff und hinausstürmte. Der Junge, erschrocken über die Reaktion des Bauern, empfand es als klüger, das Weite zu suchen. Dadurch sah sich wiederum der Bauer bestätigt in seiner Annahme und nahm die Verfolgung auf. Ich schüttelte lachend den Kopf, als die Story geklärt war. Die beiden gaben sich noch immer misstrauisch die Hand zur Versöhnung, dann kehrten sie nach einem Beruhigungstee zurück auf ihr Land. Lewis, Ajith und ich sahen uns vor Erleichterung grinsend an. Doch in meinem Kopf sortierte ich die wilden Gedanken der Sorge. Wenn nun schon unser Nachbar so durchdrehte, wie konnten wir dann entspannt hier warten und uns in Sicherheit wägen?

      Alle hatten die Arbeit wieder aufgenommen, einer lag ruhig im Stroh. Lisas Schreie liefen mir kalt den Rücken hinunter. Ich raste mit Jonas zum Schauplatz und bemerkte, wie es ihm fast den Magen umkehrte. Vor uns lag der Elektriker, mit einem verheissungsvollen roten Flecken auf der Brust und im friedlichen, ewigen Schlaf. Ich habe schon schlimmeres gesehen, zum Beispiel zerstückelte Ehemänner, dachte ich bitter. Jonas betreute Lisa, während ich die Polizei rief. Jetzt musste alles schnell gehen - vielleicht waren Spuren auf der Leiche. Etliche Stunden später war klar; der Täter war kein Amateur. Er hatte nicht den geringsten Tipp hinterlassen. Sie jagen ein Phantom, welches uns alle jagt...

      Ich biss mir auf der Unterlippe herum, während ich den Stall der Ministuten ausmistete. Ständig horchte ich auf, in der Erwartung, einen weiteren Schrei zu hören. Doch es blieb still. Totenstill. Nicht einmal die Pferde waren in der Lage, diese erdrückende Stille zu durchbrechen. Sie schnaubten lediglich hin und wieder leise. Als ich mit den Minis fertig war, befasste ich mich mit den dreijährigen Ponys. Sie waren mittlerweile alt genug um eingeritten zu werden. Zwar standen alle drei noch auf der Fohlenweide, doch wir hatten bereits mit Longentraining und Sattelgewöhnung begonnen. Obwohl alle drei etwa gleichzeitig mit dem Training begonnen hatten, waren erhebliche Unterschiede zu erkennen. Lychee machte fast täglich grosse Fortschritte und arbeitete eifrig mit, manchmal fast zu eifrig. Sweets hingegen war etwas zurückhaltender und brauchte länger, um den Gurt zu akzeptieren. Bluebell war unkompliziert und lernfreudig, mochte es aber überhaupt nicht, angebunden zu werden. Ich fasste eines der schwarzen Standardhalfter und streifte es Sweets über die kurzen Ohren. Sie kam brav mit, als ich mit ihr die Strecke zur Halle lief, bloss hin und wieder drehte sie den Kopf und wieherte. Ein Wohlklang in der Einsamkeit an diesem Nachmittag - dachte ich schmunzelnd. Ich schritt zügig voran und schob das Hallentor auf. Drinnen wärmte Rosie gerade Ocean auf, wie vereinbart. Auch Jockeys mussten ab und zu ein wenig Dressur reiten, um nicht aus der Übung zu kommen, und so konnte ich auch gleich die erfahrene Stute als Lehrmeister für Sweets einsetzen. Kaum erblickte sie Ocean, da wurde Sweets auch schon deutlich ruhiger und konzentrierter. Ich hängte zunächst die Longe ein und liess sie im Schritt um mich herum gehen. Sie tat dies nun zum vierten Mal und wusste bereits, dass sie auf der Kreisbahn bleiben musste. Nur die Biegung konnte noch verbessert werden. Nach vier Runden rief ich deutlich "Trot" und machte etwas Druck mit der Longiergerte, sodass sie beides verknüpfen konnte. Die junge Stute lief schwungvoll - sehr schwungvoll, ich musste sie in ihrem Eifer bremsen. Beim angaloppieren kamen dann die berüchtigten Freudensprünge, doch ich hatte damit gerechnet und vorsorglich Handschuhe angezogen. Nun war es an der Zeit, den Gurt und den Sattel zu holen. Sie wirkte auf den Longiergurt wie zuvor skeptisch, blieb aber still stehen und liess mich ohne zu zicken anziehen. Ich lobte sie einige Male, während ich den Gurt löste und wieder anzog. Als ich das Gefühl hatte, dass sie entspannter sei, holte ich den Sattel und den richtigen Gurt. Ohne zu zögern schwang ich ihn auf Sweets' Rücken und zog den Gurt an, ehe ich ihn wieder löste und das ganze Spiel wiederholte. Später ging ich einen Schritt weiter und longierte sie mit Sattel. Zum Schluss führte ich Sweets noch ein wenig durch die Halle und machte Gehorsamkeitstraining. Danach brachte ich sie in den Nebenstall, wo bereits drei Boxen hergerichtet worden waren. Ja, es war Zeit die Terrorherrschaft der drei Ponys über die anderen Fohlen zu beenden. Sweets zögerte etwas, als ich sie in die hinterste Box führte, sie schien zu ahnen, dass ihr leichtes, sorgloses Dasein auf der grünen Wiese vorbei war. Doch sie wird bald herausfinden, dass es gegen ein anstrengendes, aber spannendes Leben eingetauscht wird, dachte ich schmunzelnd und stellte mir einen herrlichen Wintergalopp mit Sweets vor. Ich liess die kleine Stute in der Box zurück, was ihr so gar nicht passte. Sie lief im Kreis und wieherte nach ihren Kollegen. Den frischen Heuhaufen zu ihren Hufen beachtete sie nicht. Aus einiger Entfernung kam eine gedämpfte Antwort, offenbar wurden Lychee und Blue gerade von Jonas und Rosie geholt. Alles verlief reibungslos: auch die beiden wurden in ihre neuen Boxen gebracht. Blue beschnupperte Sweets prüfend durch das Gitter, dann entspannten sich alle sichtlich und Lychee begann zu fressen. Bald senkte sich auch der letzte Kopf dem Heu entgegen und Ruhe kehrte im Nebenstall ein. Jonas nahm mich spielerisch in den Arm, doch ich war nicht in der Stimmung für Flausen; noch immer horchte ich ständig nach Ungewohntem. Ich kam mir vor wie in einem Krimi. Wir schlenderten zum Hauptstall und ich half beim Wischen.



      Die Dunkelheit schlich sich langsam über den Horizont auf die Britischen Inseln zu und mit ihr die Angst. In der Nacht hatte der Killer bisher gejagt, das war auch überaus vernünftig gewesen. Ich sah zumindest die Logik darin, auch wenn das meine und der Pfleger Situation nicht sonderlich zu bessern vermochte. Ich hatte mich überreden lassen, mit Quinn, Rosie, Lily und Lisa im "Pflegeheim", wie es scherzhaft genannt wurde, zu übernachten. Ich musste zugeben, dass mich der Gedanke an mein einsames, dunkles Zimmer nicht gerade gelockt hatte, doch alles war besser als mit Lisa in einem Raum zu nächtigen - was mir leider viel zu spät klar wurde. Sie plapperte den ganzen Abend mit ihrer schrillen Stimme, als wäre dies eine spassige Pyjamaparty, und spätestens mit ihren etwas taktlosen Horrorszenarien über den Tod des Elektrikers verlor sie den letzten Zuhörer. Ich meinerseits litt bereits an Kopfschmerzen und floh in den Gang hinaus. Im Aufenthaltsraum brannte Licht, Lewis, Darren und Jonas sassen auf den Sofas und unterhielten sich gedämpft. Ich setzte mich wortlos auf den erstbesten Platz der mir einfiel: die Armlehne neben Jonas. Er blickte mich einen Moment geheimnisvoll an, dann wandte er sich wieder den anderen beiden zu. "Do you think they'll catch him soon?" "Nay, he seems to be very clever and of course our dear officers are too lazy, they have not had anything like this since they work here", meinte Lewis. Er fuhr sich gähnend mit den Fingern durch die hellrote Mähne, dann grinste er verheissungsvoll. "I'll go to bed now, or I'll be dead tomorrow." Ich lächelte halbherzig und sah Darren und Jonas an, mit der Erwartung, dass sie ebenfalls aufstehen würden. Doch sie fuhren fort mit dem Gespräch. "They must certainly have found something, or at least they will, 'cause nobody is perfect. He'll make mistakes, like people do" brummte Darren. Jonas konterte: "Jack the Ripper blieb auch verschollen." Darren wollte etwas entgegnen, schloss den Mund jedoch, stumm. Jonas sah mir wieder in die Augen, als wollte er meine Meinung hören. Ich überlegte, dann antwortete ich: "Mir war es egal, wann und wie sie ihn fassen. Solange er einen grossen Bogen um Pineforest Stable machte. Aber das hat er nicht getan, also hoffe ich, dass sie ihn schnappen und er in der Hölle schmort." "Woher weisst du, dass es ein 'er' ist?", wollte Darren wissen. "Ich glaube kaum, dass eine Frau genug Kraft gehabt hätte, um den Elektriker niederzuringen... Abgesehen davon wäre eine Frau geschickter vorgegangen und hätte die Leiche gleich verschwinden lassen." Jonas sah mich gespielt böse an und stupste mir in die Seite, ich musste lachen, da ich schon immer zu den eher Kitzligen gehört hatte. Dann schlang er plötzlich seinen Arm um mich, zog mich von meinem Platz auf seinen Schoss und fasste meine Hand. Ich lachte noch immer, versuchte meine Verwirrung zu verbergen. Darren stand auf und murmelte etwas von wegen "Gute Nacht ihr Turteltäubchen" auf Englisch, ehe er grinsend in einem der Zimmer verschwand. Ich protestierte, in der Hoffnung, dass er es noch hören würde. Mir war bewusst, wonach dieses Szenario aussehen musste, doch ich wusste auch, dass Jonas es nicht ernst meinte (das tat er ja anscheinend nie) und ich wollte keine falschen Gerüchte über uns im Umlauf haben. Besonders Lisa fände solch eine Geschichte bestimmt spannend. Ich schauderte bei dem Gedanken. Jonas wollte mich nun hinlegen, indem er mich hochhob. Ich sperrte mich im ersten Augenblick, doch dann gab ich nach. Mein Herz klopfte, trotz all der Zweifel - ich liess mich fallen. Er legte sich ebenfalls hin, Ende des Spiels war, dass wir beide auf dem Sofa ausgestreckt waren, ich an ihn gekuschelt. Ich hatte mich damit abgefunden, mehr noch; ich begann es zu geniessen. Trotzdem da die übliche Vernunftsstimme in meinem Kopf hallte, "Du weisst, das das nichts ernstes ist". Er fragte leise: "Bequem?" Ich nickte. Ich musste zugeben: es war schon warm und angenehm, wie er den Arm um mich legte. Und das sanfte streicheln seiner Finger über meine Hand jagte mir ein Kribbeln quer durch Körper. Wir lagen dort bestimmt eine halbe Stunde, in der zunächst ich ständig prüfend zur Tür starrte, fest entschlossen bei einer Bewegung sofort aufzuspringen. Ich kann das hier jederzeit beenden, und ich werde ihm auch nicht wieder hinterher trauern. Doch auch nach fünfzehn Minuten war kein Lebenszeichen der Tür zu erkennen, also entspannte ich mich vollends. Und dann war der Spuk auch schon vorbei. Aus einem der vorderen Zimmer rief jemand: "Jonas come here, we want to sleep. If you do not, you have to stay outside!" Er zuckte zusammen und ich stand auf, damit er sich aufrichten konnte. Ein letztes Mal durchwuschelte ich seine dunklen Locken, dann liefen wir gemeinsam zum Gang und trennten uns. Etwas wehmütig war ich schon, denn ich hatte es insgeheim sehr genossen, mit dem Ohr auf seinem Brustkorb dem Herzschlag zu lauschen, oder seinen warmen Atem zu fühlen. Doch ich legte mich in eines der leeren Betten, die anderen schliefen bereits, und leerte meinen Kopf von allen Geschehnissen des Tages, ehe ich in einen kurzen, aber tiefen Schlaf sank.
    • Occulta
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      22|1|15
      Heute war ein besonderer Tag. Heute wollte ich alle meinen Pferden einen besuch abstatten, das hieß Putzen, knuddeln und Bewegen. Zur Unterstützung hatte ich heute meinen Freund Simon, der immernoch am grübeln war ob er auf meinen Hof ziehen soll, dann Jojo die zu besuch auf Chattahoochee Hill's war, sowie Stefanie, die mit ihrer Vollblutstute Sympathy ebenfalls auf meinem Hof zu besuch war. Alle zusammen saßen wir am diesen Morgen am Frühstückstisch und besprachen wie wir das heute alles machen. Mein allgemeines Personal hatte ich einen Tag frei gegeben, den sie wirklich verdient hatten. "Also, erstmal alle Füttern. Dann kommen nur Truth, Smel, Sajé, Scoubi und Seattle auf die Weide. Bei den anderen ist das mit zu gefährlich" sagte ich. Anschließend gingen wir zusammen raus und erledigten erstmal dass. Nachdem die bestimmten Pferde ihr Frühstück genießen durften kamen sie auf die Weide. Truth und Smel nahm ich, Simon nahm Sajé, da sie am liebsten war und Jojo nahm Scoubi, sie war immerhin Trainerin und konnte somit Scoubi sicher auf die Weide führen, auch wenn er mal wieder Faxen machte. Wir trafen uns nach dem langen Weg wieder im Stutenstall und holten zusammen Quiet, Cryfirra und Sekuoia aus der Box. Neugierig schauten sie uns an. Die drei waren schön aufgereiht in der Stallgasse angebunden und warteten. Simon ließ ich zu Seattle Slew, da er den Junghengst beäugelte und ihn interessant fand. Außnahmsweise durfte er mit Seattle zum Stutenstall kommen und ihn auch dort anbinden, jedoch an einer Box wo keine Stute drin stand und weit genug von den anderen drei Stuten entfernt. Allerdings waren alle Stuten aufgeregt und schnupperten in Seattle's Richtung. Simon hatte den Putzkasten von Seattle mitgenommen und find ihn schonmal an langsam und behutsam zu striegeln. "So Männerkontakt tut ihm glaub ich auch mal gut" lachte ich als Seattle so ruhig wie nie zuvor in Simons Händen stand. "Schön" sagte ich glücklich und fing nun auch an Cryfirra zu striegeln, Jojo nahm Sekuoia und Stefanie war zufrieden mit der keksfleckigen Stute. Mit Cry hatte ich heute ein wenig zu kämpfen, ihre zickige Laune konnte man kaum übersehen. Sie drängelte, kratze die Hufe und schnappte ab und zu auch mal als ich ihren Bauch striegelte. "Also, ne, so mach ich das nich mit" sagte ich und legte den Striegel hin und ging erstmal für einige Minuten weg. Cry war klar das sie sich falsch benommen hatte und konnte jetz erstmal zuschauen wie die anderen um sie herum geputzt werden, denn sie liebte es verwöhnt zu werden, jedoch mit so einem Verhalten geht das schlecht. Quiet war wie immer sehr schüchtern und ließ sich ohne weiteres von Stefanie putzen. Auch Jojo hatte mit Sekuoia keine Probleme, dies lag aber daran das Sekuoia eine ausgelassene Stute war und dadurch viel gelassener wirkt und Seattle war immernoch mit Simon genug beschäftig, obwohl sie schon mit dem putzen fertig waren. Als Cryfirra genug 'gelitten' hatte kam ich zurück. Mit Freude in den Augen sah sie mich an und ich konnte ohne weiteren Vorfälle auch Cryfirra gründlich putzen. Simon wusste nicht wirklich wie man Reitet, konnte jedoch mit der Longe schon umgehen, also schickte ich ihn mit Seattle in die kleine Reithalle. "Du kannst ihn auch ohne Trense longieren, er ist einfach zu händeln" sagte ich in der Reithalle als die anderen auf die Stuten aufpassten. Ich zeigte ihm noch welche Hilfen er nutzen sollte falls Seattle wieder anfing das Gleichgewicht oder das Rythmusgefühl zu verlieren und ließ ihn dann mit dem braunen nach einiger Beobachtungszeit alleine. "Du schaffst das schon" sagte ich laut. lächelte und lief zurück zu den Stuten und zu Stefanie und Jojo. Die beiden hatten die Vollblutstuten schon gesattelt und getrenst. "Ihr wolltet reiten?" sagte ich verwundert. "Was heißt reiten, wir dachten wir drehen ein paar Runden auf der Rennbahn mit ihnen, das ist wesentlich besser für sie als nur eine halbe Stunde Longieren" sagte Jojo. Ich lachte "Ja, ich weiß, nur können wir das nicht mit jeden Pferden machen, leider. Aber sie bekommen ja genug Auslauf, sowie Bewegung. Dann geht ihr mal ich Longiere dann Cryfirra". Und schon waren die beiden mit den zwei Stuten auf der kleinen Rennbahn verschwunden. In der Zwischenzeit longierte ich Cryfirra, die sich gut anstellte, jedoch nach einiger Zeit keine Lust mehr hatte und ich sie dann auch ließ. "So kleine, da hast du deine gemütliche Box wieder" sagte ich und streichelte die Jährlingstute über den Kopf. Ich nahm Sacramento aus der Box und lief mit ihm über den Hof bis zum Stutenstall. Dort bindete ich ihn in der Stallgasse an und holte Phaeleh raus, die ich einige Boxen weiter stellte. Diese beiden konnte ich gut und schnell putzen. Sie waren kaum dreckig und auch teilweise pflegeleichter wie die anderen Pferde. "Man Pheleh, du bist so groß gworden" sagte ich als ich die schöne Stute putzte. Dann kamen auch schon Jojo und Sefanie mit den Pferden zurück. Sie machten sie Boxfertig und nahmen sich Sacramento und Phaeleh mit. Diese beiden longierten sie und kamen dann zurück, während ich mit in dieser Zeit eine Pause gönnte und Simon zurück holte. Wir machten Seattle fertig und stellten auch ihn wieder in die Box. Das nächste liebste Pferd was ich besaß war Sajé, dieses durfte sich Simon ebenfalls schnappen und das wiederholen was er mit Seattle gemacht hatte. Es macht ihm Spaß, jedoch sah man es ihm an der Seattle es ihm mehr angetan hatte. Stefanie nahm sich die beiden Marwarifohlen und kümmerte sich um diese. Sie putzte sie und ging dann mit ihnen in die kleine Halle zum spielen. Jojo nahm sich Aszu und ich Scoubi. Dieser hatte in letzter Zeit unglaublich viel gelernt und ich konnte ihn fast problemlos putzen ohne hinterher Bisswunden zu haben. Jojo staunte und war froh das er sich gebessert hatte. "Ihr habt ja nicht an ihn geglaubt. Ich hab ja gesagt aus ihm kann noch was werden" sage ich stolz und wir liefen mit den geputzen Hengsten auf den großen Platz wo wir beide Longierten. Mit Scoubi war dies nicht so einfach, jedoch kontrollierbar. Aszu konnte wieder nicht genug haben und Jojo drehte mit ihm noch eine Runde auf der kleinen Rennbahn und ich brachte Scoubi wieder sicher auf die Weide. Auch Simon brauchte in der gleichen Zeit Sajé wieder auf ihre Wiede. "Macht Spaß, oder?" frug ich ihn. Er lachte und wir gingen gemeinsam in den Hengststall wo wir Odyn und Lamperd raus holten. Diese beiden putzen wir gemeinsam und er lernte mit temperamentvolleren Pferde um zu gehen, war er sehr gut konnte. Auch Stefanie brachte nach einiger Zeit die Marwarifohlen wieder in ihre Box und berichtete mir von der wertvollen Spielzeit. Glücklich darüber das die beiden Fortschirtte machten frug ich sie ob sie Odyn longieren würde, was sie gern machte. Mit Lamperd ging ich selbst mit Simon hinaus und gab Simon ein wenig 'unterricht' im longieren. Jojo brachte auch schließlich Aszu in seine Box und gesellte sich zu uns. Doch nicht lange und sie schnappte sich das nächte Jungpferd Taliah. Diese putze sie und ging auch mit ihr in die Halle um einige Sachen zu üben. Lamperd und Simon hatten die Unterrichtsstunde überstanden und Lamperd brachten wir wieder in die Box. Jetzt waren wieder zwei Zicken dran Nyander und Felicita. In der Zeit wo wir die beiden Stuten putzen war Stefanie fertig mit Odyn und frug eifrig nach dem nächsten Pferd. "Gern darfst du Birdcatcher und Amirah nehmen. Die beiden sind sehr unkompliziert" sagte ich und glücklich mit ihrem Auftrag holte sie die Stuten raus, putze sie und ging mit den beiden in die Halle. "Dann sind wir ja fast schon durch" sagte ich glücklich zu Simon, als wir Nyander und Felicita longierten. Jojo brachte Taliah wieder in den warmen Stall und berichtete mir vor ihrer Arbeit mit ihr, als ich mit Simon, Nyander und Felicita wieder in den Stall leifen. "Schön zu hören. Jedes Pferd macht in letzter Zeit große Fortschritte, freut mich" sagte ich und auch Stefanie gesellte sich nachdem sie die Stuten sicher untergebracht hatte zu uns in die Stallgassenecke an der Heizung. "Na, das war dann wohl Heute ein voller Erfolg" sagte ich glücklich. "Ihr seid die besten, ich bin froh das ihr da gewesen seit um mir so unter sie Arme zu greifen" sagte ich und umarmte sie. Leider musste ich mich von Jojo und Stefanie verabschieden, denn beide mussten heute wieder nach hause fahren. "War super, wir können uns ja alle nochmal treffen" sagte Jojo. "Aber dann auch für einen Ausritt" sagte Stefanie. Ich lachte. "Aufjedenfall" und dann fuhren die Beiden vom Hof. Simon schaute mich leibevoll an. "Baby, ich liebe dich. Ich glaube wirklich ich zieh zu dir auf deinen Hof. Es ist wirklich toll und ich kann mir das gut Vorstellen, vor allem mit dir" sagte er und überglücklich stürzte ich mich in seine Arme.

      Besuch von Occulta
      Schon als ich in die Einfahrt bog, sah ich einige hübsche Vollblüter auf den Weiden stehen. Meine Vorfreude stieg, denn ich war nicht nur im Begriff, ein paar alte Bekannte wieder zu sehen, sondern auch gleich viele neue kennenzulernen. Denn heute war ich nicht bloss für ein Teekränzchen hier, sondern für harte Arbeit. Bereits zweimal war ich nach Kanada geflogen, um Cooper zu besuchen; einmal um Phoebe, eine unserer Nachzuchten, vorbeizubringen, und einmal um Cooper auszuhelfen. Nun war die Situation wiederum ein klein wenig anders: Ich war hier um Cooper's Araberhengst Aszu zu trainieren, wie ich es versprochen hatte. Natürlich wollte ich mich bei der Gelegenheit auch gleich ein wenig um Felicita und Phee kümmern. Aber zunächst näherte ich mich neugierig der Hengstweide, meine Jack-Russel Hündin Jacky hüpfte wie immer treu hinterher. Aszu stand mit ein paar anderen draussen und sah mir bereits aufmerksam entgegen - offenbar ahnte er, dass ich wegen ihm gekommen war. Zum Glück lag der Führstrick noch beim Zaun, sodass ich nicht erst noch einen holen musste. Ich betrat die Weide und näherte mich dem Araber, der noch keine Anstalten machte, mich zu begrüssen. Offenbar war er etwas misstrauisch. Na dann muss ich mir das Vertrauen eben erst erarbeiten, stellte ich fest. Ich liess Jacky zur Sicherheit in einiger Entfernung Platz machen und streichelte vorsichtig seinen glänzenden Hals, als ich nahe genug war. Anschliessend führte ich ihn zum Putzplatz und machte mich auf die Suche nach seinem Zubehör. Jacky wartete brav neben dem Eingang zum Stall und ich war einmal mehr froh, die Hündin so konsequent erzogen zu haben. Schliesslich begann ich, das kurze Araberfell mit der Wurzelbürste abzuwischen. Als ich auch die feine Bürste eingesetzt hatte, schimmerte das Fell des Hengstes noch mehr als zuvor und auch die Mähne war nun wieder ordentlich auf eine Seite gelegt, bis auf eine Stelle direkt hinter den Ohren, wo sie sich einfach nicht bändigen liess. Ich musste schmunzeln, als der Hengst vorsichtig an Jacky schnupperte, die mittlerweile doch wieder im Mittelpunkt des Geschehens sein wollte. Ich liess die beiden sich kennenlernen und holte den Rennsattel von Aszu. Ich war zuversichtlich gespannt auf die Bahn und besonders auf seinen Trainingsstand.

      Endlich konnte ich aufsteigen und zur Bahn reiten. Der Schritt des Hengstes war ungewohnt, denn ich war mir die raumgreifenden Tritte meiner Vollblüter gewöhnt, und nicht das Tänzeln des Arabers, wenn ich auf eine Rennbahn ritt. Doch schnell passte ich mich an und lernte Aszu bei jedem Schritt mehr kennen. Jacky hatte ich sicherheitshalber beim Putzplatz angebunden, obwohl sie davon nur mässig begeistert gewesen war. Aber da ich nicht wusste, wie der temperamentvolle Hengst auf einen mitrennenden, gefleckten Fellhaufen reagieren würde, wollte ich das Risiko minimieren. Er schien auch so schon schreckhaft genug, sodass ich ihn immer bei Laune halten musste, damit er nicht zu abgelenkt wurde. Aber das war ich mir ja von gewissen Vollblütern sowieso schon gewöhnt. Nach dem Antraben wurde er rasch heisser, sodass ich schon nach einer Runde auf der Bahn langsam aber sicher mit dem intensiven Teil der Arbeit anfangen musste. Ich liess ihn zunächst über 700 Meter im Canter gehen, dann spannte ich ihn für einen kleinen Sprint von 200 Metern. Er meisterte die Strecke gut und schien auch kein bisschen erschöpft, als ich mich aufrichtete und ihn bremste, also ritt ich im flotten Canter weiter und hängte dann einen weiteren Sprint an, diesmal über 300 Meter. Auch dies schien ihm keine Mühe zu machen. Dennoch liess ich ihn bereits austraben, denn ich wollte ihn auf keinen Fall überfordern. Immerhin waren wir jetzt etwa 2 Kilometer galoppiert. Ich stellte sicher, dass sein Puls wieder normal war und führte ihn dann zurück zum Putzplatz, wo ich ihn abduschte. Er hatte wegen des warmen Wetters ordentlich geschwitzt. Danach liess ich ihn zurück auf die Weide zum Trocknen.

      Nun wollte ich noch nach Felicita und Phee sehen. Feli stand mit ein paar Stuten auf der Weide, darunter Sekuoia, von der ich auch schon einiges gehört hatte. Ich ging zu ihr hin, wobei sie mich sofort wiedererkannte, und streichelte sie ausgiebig. Natürlich hatte ich auch eine Karotte im Sack, das war einfach Pflicht. Ich prüfte bei Gelegenheit noch die Weidetränke und die Zäune, doch es war alles einwandfrei.
      Bei den Fohlen sah es ähnlich aus; sie wirkten gesund und energiegeladen. Phoebe beobachtete mich aus einiger Entfernung und senkte dann den Kopf erneut zum Grasen. Ich beschloss, sie nicht weiter zu stören und mich auf den langen Heimweg zu machen.

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      Monday 20 July 15'
      min: 15°C sunny
      max: 30° sunny
      sunrise: 5:25 am
      sunset: 8:36 pm

      *riiiiiiiiing* *riiiiiiiiiiiing*
      Ich haute den altmodischen Wecker direkt auf die Mitte und schaltete ihn damit aus, ich streckte mich. Es war das erste mal seit langem, dass ich bei mir Zuhause geschlafen hatte und wie sehr hatte ich nur dieses Bett vermisst. Nicht nur das Bett, die Sonne, der Geruch des Holzes und dass wenn ich meine Augen auf machte auf eine grüne große Weide und den Wald dahinter sehen konnte. Simon war schon wach, was untypisch für ihn war, aber ich roch den Geruch von Eiern und Speck und wusste, dass er von seinem Hunger geweckt worden war, anstatt von mir. Ich lief die geräumige und offene Treppe hinunter, einige Treppen gaben ein kleines qietchen von sich, dass ich sogar in den Füßen spüren konnte. Es war so, als würde man durch den Schnee stampfen, nur nicht so stark. Ich kam am Ende der Treppe an und sah nochmal zur Treppe rauf, jedoch ein bisschen weiter rechts. Dort hangen einige Bilder von meinen Pferden, entweder auf Tunieren oder Körungen. Am Ende war ein Bild vonAffiremed, als er einen großen Sieg errungen hatte. Ich schaute das Bild mit einem lächeln an. "Manchmal, da fühlt es sich an als wäre er noch da" sagte ich als Simon zu mir kam und mich in den Arm nahm. "Das stimmt wohl. Komm, ich hab dir auch schon was vorbereitet. Damit du Kraft für den perfekten neuen Anfang hast" sagte er und führte mich zu dem großen Tisch, der auch aus Holz bestand. Auf dem Tisch standen die Blumen die wir gestern zusammen gepflückt hatten, zwei Kannen von verschiedenen Säften eines mehr Orange wie das andere, eine Obstschale, die nur wegen mir mir allen möglichen Früchten gefüllt war, verschiedene Brötchen und Kaffe. "Ich hab natürlich nicht deinen Tee vergessen" sagte er und stellte mir ein Glas kalten grünen Tee, mit Orangen und Zitronen hin. Ich war unglaublich überrascht, nicht das er sowas noch nie getan hätte, aber heute war es einfach perfekt. "Oh, vielen lieben Dank. Wirklich, das hättest du echt nicht machen brauchen" lächelte ich. Simon schlug sich den Finger vor dem Mund und heraus kam nur ein "Psssst", dann lächelte er und setze sich zu mir.

      Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten liefen nach draußen. Kalt war es nicht, jedoch war ich kälteempfindlich und hatte einen grauen Pullover angezogen. "Die Pferde sind schon gefüttert. Schön das du wieder hier bist" sagte mir eine Stallmitarbeiterin und lächelte. ich lächelte zurück. "Na dann können wir sie ja schon auf die Weide tun". Mit vollem Tatendrang ging ich in den Stutenstall wo elf Stuten sehnsüchtig darauf warteten die Sonne zu genießen bevor einige Trainieren mussten. Die ersten waren Sookie, Laarnié die noch ein kleines Fohlen war, Birdcatcher, Felicita, Taliah und Sajé. Simon tat sich nicht mehr schwer damit Pferde auf die Weide zu bringen, doch man sah im trotzdem noch etwas nervosität an. Viele meiner Pferde werden hibbelig und freuen sich sehr wenn sie auf die Wiede kommen, vor allem die, die sich austoben wollen. Meist führt das zu kleinen tänzeln und ziehen, damit muss man erstmal umgehen lernen, wenn man vorher wirklich nichts mit Pferden zu tun hatte. Aber Er machte das super. Nachdem folgte Phaeleh, Sekuoia, Cryfirra, Quiet und Truth. Ich hatte Phaeleh und Cryfirra auf die Weide gebracht die nah am Wald lag, mit viel Schatten und sogar einem winzigen See wo sie sich abkühlen konnten. Ich hatte Phaeleh schon los gelassen und schaute mir Firra an, die in der Zeit wo ich weg war unglaublich gewachsen war. Ich wollte lächeln, es kam jedoch nur eine Seite hoch und dann schossen mir schon die Tränen in die Augen. "Du siehst immer mehr aus wie sein Dad. Du wirst ihn sicherlich irgendwann mal richtig stolz machen, dass weiß ich". Ich rieb mir mir den Handballen die Augen und ließ auch nach eine ganze Weile kuscheln auch sie auf die Weide. Zusammen erledigten wir noch die anstrengende Stallarbeit und machten dann eine kurze Pause.

      Wir setzten uns vor dem Hengststall auf die Bank. Mittlerweile war es 10 Uhr und die Sonne wurde stärker, das spürte man mit jeder Bewegung. "Heute wird es sehr warm" sagte Simon "schau mal nach dem Wetter". Ich zückte mein Handy und schaute nach dem Wetter. "Also, maximal werden es an die dreisig Grad. Das is ziemlich warm" sage ich und steckte das Handy wieder weg. Mein Bein wurde in der kurzen Hose von der Sonne angestrahlt und dem entsprechend warm. "Hmmm, lass uns mal mit der Stallarbeit fertig werden, sonst wird es noch zu warm" sagte Simon als er seine Hand auf meinem Bein plazierte und merkte wie stark die Sonne jetzt schon war. "Da hast du Recht". Wir tranken noch einen Schluck, er wie immer Wasser, ich meinen gekühlten Tee. Im Eingang des Modernen aber schön gehaltenen Stalls regelte ich die Temperatur und schloss alle Lucken, sodass es später eine angemessene Temperatur herrschen konnte, sobald die Pferde wieder in der Box waren. Guinnes, Odyn undAszu waren zurzeit meine einzigen Hengste und sie verstanden sich auch nur mäßig gut. Die drei Herren hatten wir in kurzer Zeit auf die Weide gebracht. Dennoch standen wir noch eine halbe Stunde oben um Absperrungen zu ziehen, damit die drei ihre Herdenkämpfe nicht ausführen konnten. Zumindest hatten wir dort aber ab und an den Schatten der großen Bäume.
      Im Stall angekommen war es angenehm kühl und wir konnten ohne das wir schweißgebadet am Ende waren, in ruhe die Boxen ausmisten und neu bestreuen. "Endlich fertig" sagte Simon und gab mir einen Kuss. Wir räumten alles weg und sortierten noch die Sattelkammern, in denen es nach Leder und Lufterfrischer roch.

      Es war noch einiges an Arbei im Büro zu erledigen. Gemeinsam liefen wir ins Haus, die Treppe hinauf, die wieder einige Geräuche von sich gab und geradeaus in das Zimmer. Die Tür war wie fast alles in diesem Haus aus Holz und darauf war ein Schild mit Büro. Ich zückte meine Augen zusammen und schaute nochmal auf das Schild. "Is es dir schon aufgefallen?" frug Simon und kam wieder um mich zu umarmen. "Ich hab es noch machen lassen bevor wir hergekommen sind. Und, ich habe noch eine Überraschung für dich. Die bekommst du aber erst Morgen" sagte er, setzte sich auf den Bürostuhl und kramte. Ich setzte mich dazu und blätterte durch die Pferdepässe, durch den Termin sowie Trainingskalender.


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      05|11|15'
      Nachdem ich bei den Fohlen war, stattete ich auch den Stuten einen Besuch ab. Sichtliche Aufregung war zu spüren als ich die drei nach langer Zeit mal wieder selbst von der Weide geholt habe. "Ihr süßen. Ich komme jeden Tag vorbei solange ich kann. Es tut mir so leid das ich so wenig Zeit habe" sagte ich traurig und blickte die drei Stuten an, die sicherlich sprachlich nichts verstanden haben, es aber dennoch verstanden durch die Stimmung. Sorgfältig putze ich auch diese Damen und konnte mit allen dreien auf den Platz. Zuerst war ich mit Sekuoia, die nur auf die Rennbahn wollte. Ich ritt sie im Schritt und Trab warm und landete am Ende mit ihr auf der Rennbahn. Lange hatte ich mich nicht mehr so frei gefühlt, geschweige denn verbunden mit meinem Pferd. Feli stellte sich mit einigen Dressureinheiten zufrieden und war einfach nur froh über meine Anwesenheit. Mit Sajé endete ich ebenfalls auf der Rennbahn. Alle Stuten bekam von mir noch selbstgebackene Haferkekse die ich früher fast jeden Tag gemacht habe, heute es aber eher als Seltenheit gilt. Zufrieden konnte ich sie wieder auf die Weide stellen.

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      Pflegebericht | 24..03.16
      Stutenstall
      Es war schon seit einiger Zeit geplant dass ich mich mal einen Tag komplett um die Pferde in den verschiedenen Ställen widme, und heute war dieser anstrengende, aber sicherlich spaßige Tag da. Simon war hingegen nicht sehr begeistert, er hatte sich vorgenommen mit Eskador eine Runde auf der Rennbahn zu drehen, was er aber mit zu liebe nach Hinten verschob.
      Es war der erste richtig sonnige, aber keineswegs warmer, Tag. Trotzdem genoss ich die Sonnenstrahlen und ich beschloss alle Stuten auf die Weide zu stellen. Jede von ihnen bekam aber eine Decke, angefangen mit Cryfirra, dann Sajé, Deadly Ambition, Smelyalata, Phaeleh, Tabita, Felicita und zuletzt Sekuoia. Die einzige die die neuen 'Kuscheldecken' nicht mochte war Sajé. Sie mochte die Decke gar nicht und versuchte sie mit aller Kraft ab zu streifen. "Jetz hör aber auf!". Mein Ton war harsch. Die Marwaristute bemekte dass, wackelte mit ihren Ohren und schaute mich mit großen Augen an. "Du brauchst mich jetzt nicht so an zu sehen. Auch für dich ist das noch viel zu Kalt, wenn du was länger draußen bist". Man wusste ja nie ob Pferde einen Wortwörtlich verstehen, das tun sie denke ich auch nicht. Dennoch sprach mit trotzdem mit Ihnen, wie, als wären es kleine Kinder. Meiner Meinung nach war das auch richtig so. Simon lachte mich, bevor er noch nicht so viel Kontakt mit Pferden hatte, aus. Mittlerweile weiß aber auch er dass man das einfach so macht. Als alle Stuten weidebereit waren, brachten Simon und ich sie zweiweise auf die Weiden, dort fütterten wir auch Frühstück. "Frühstück ist doch ein gutes Stichwort". Simon nahm mich an die Hand und wir verschwanden ins Haus für's Frühstück. Die Küche war groß und super toll eingerichtet sowie ausgestattet. Rachel stieß noch hinzu und wir genossen eine gemütliche morgendliche Runde. "Oh, ich muss los" sagte Rachel als sie um kurz nach zehn auf die Uhr schaute und verschwand nach dem gemeinsamen aufräumen. Auch Simon und ich machten uns wieder auf den Weg in den Stutennstall und misteten dort alles Boxen aus. Einige der Stuten wie, Sekuoia und Phaeleh setzten wir um auf Späne, da sie sich dauerhaft von Heu voll fraßen und das gute Futter dann nicht aßen. Zudem erneuerten wir den ganzen Boxenplan, Futterplan und die Weidezeiten. Alles hatten wir auf eine Pinnwand gehängt, somit jeder Zugriff auf die Unterlagen hatte. Nach der Prozedur, waren unglaubliche drei Stunden vergangen und die Sonne stand hoch am Himmel.
      Nach einer kleinen verdienten Pause holte ich mit drei Stuten hinunter. Sekuoia, Felicita und Tabita. Alle drei waren sehr angenehme Genossinen und vertrugen sich untereinander außerordentlich gut. Ich machte mich daran die drei zu putzen und zu pflegen. Alle drei bekamen zusätzlich ein schönes Öl für das Fell und auch eine nette Frisur. Dann schickte ich einen Mitarbeiter mit ihnen zum Selbsttrainer. "Eine halbe Stunde für jede reicht heute. Es ist Feiertag" sagte ich humorvoll, was es nach seinem Gesichtausdruck zu Urteilen, nicht so wirkte. Die nächsten waren Sajé und Cryfirra, da Simon mit Smelyalata, Deadly Ambition und Phaeleh zuvor genommen hatte. Ich trauerte ein wenig um die Gesellschaft von Yalata und Eleh, dennoch würde ich sie dann einfach am nächsten Tag mal besuchen. Zudem war ich froh, dass Simon sich eingelebt hatte, das machte mich am glücklichsten. Mit Sajé und Cryfirra machte ich das gleiche wie bei der Dreiertruppe von eben. Die beiden genossen es, nur Cryfirra war nach kurzer Zeit schon genervt und ließ sich keine Frisur mehr machen, was aber auch nicht unbedingt nötig war. Ich sattelte und trenste Sajé und beschloss mit ihr noch einen kleinen schönen Ausritt in den Wald zu machen. Ich sagte Simon bescheid und verschwand dann.
    • Occulta
      Kurzer Besuch bei Coopers Pferden | Veija
      Heute hatte ich mir zur Aufgabe gemacht, einmal bei Coopers Pferden vorbei zu schauen. Ich hatte ihr versprochen, dass ich mich um die Tiere kümmern würde, während sie keine Zeit hatte, also tat ich das dann auch.
      Bei den Jungpferden waren es Sorayia, Cyoue, CHH' Elhae, Glamour of Death, Nour, Light up Hell, Aywy, Pantoffelchen, Taliah Cableah und Laarnié, die meiner Aufmerksamkeit bedurften. Ich schaute sie mir alle genau an, kontrollierte ihre Beine auf Verletzungen und ließ sie dann auf der Koppel in Ruhe. Als nächstes folgten jetzt die Stuten von Chattahoochee Hills. Cryfirra, Sajé, Deadly Ambition, Smelyalata, PFS' Phaela, Tabita, Felicita II und Sekuoia brachte ich alle zu erst auf die Koppel, ehe ich die Boxen ausmistete und nach dem Futter schaute. Als ich damit fertig war, folgten die Hengste. So brachte ich Aikon Aszu, Eskador, CHH' Guinness, London Grammar, Losco, Seattle Slew und Odyn ebenfalls auf die Koppel. Danach mistete ich die Boxen und kümmerte mich, genau wie bei den Stuten, um das Futter. Das waren jedoch noch nicht alle Pferde, ein paar fehlten noch. Aldaire, Siropòn, Quiet Giant, Vintage und Moment of Truth brachte ich zuletzt auf die Koppel, bevor ich auch ihre Boxen mistete und nach dem Futter schaute. Dann machte ich mich wieder auf den Heimweg, bis zu einem nächsten Besuch.


      Chattahoochee Hill's | sadasha
      Stuten
      Cryfirra, Sajé, Deadly Ambition, Smelyalata, PFS' Phaeleh, Tabita, Felicita II, Skuoia
      Am zweiten Tag meines Kurzurlaubs in den Chattahoochee Hills sah ich nach den Stuten des Guts. Cryfirra, Sajé, Deadly Ambition, Smelyalata, PFS' Phaeleh, Tabita, Felicita II und Skuoia waren alle top in Form und standen nach wie vor in der Obhut von Pflegern, die die Stuten umsorgten und bewegten. Gerade als ich vorbeilief beschäftigte sich jemand mit der Berberstute Tabita. Da es für mich interessanter war nahm ich mir heute die Vollblutstuten vor. Sechs an der Zahl gab es hier und ich tat mein Bestes sie ordentlich auszulasten, bevor ich sie wieder in ihre Boxen verabschiedete. Besonders angetan hatte es mir Felicita II, die den besten Eindruck hinterlassen und wunderbar mit gearbeitet hatte. Aber auch Phaeleh würde mir im Gedächtnis bleiben, weil sie so auffällig gefärbt war. Im ersten Augenblick hätte ich gedacht, sie sei eine Spotted timeout Tochter. Nach einem Blick auf ihr Boxenschild wusste ich dass ich damit falsch lag. Dieser Zufall wäre wohl zu groß gewesen.


      Chattahoochee Hill‘s Stables
      03.April 2017 | 6459 Zeichen von sadasha
      Pflegebericht für alle Pferde

      Nein, es sieht im Moment noch immer unverändert stressig aus. Es wäre super, wenn du nochmal aushelfen könntest! Du bist der Beste! – Cooper

      Genau diese Antwort hatte ich bereits erwartet. Da für den eigenen Hof endlich eine Aushilfe (die sich gut einfügte und für nichts zu schade war) gefunden wurde, konnte ich mich ohne schlechtes Gewissen auf den Weg machen. Eine Aushilfe, damit man selber aushelfen konnte. Die Ironie wurde mir erst so richtig bewusst, als Isaac mich mit der Nase drauf stieß. Würde ich nicht nach Amerika fliegen und die Pferde von Cooper versorgen, wer tat es dann? Meine Vernunft sagte mir zwar, dass Cooper da schon jemanden finden würde, mein Gewissen redete mir ein, dass ich unabdingbar war um die Situation zu retten. Also packte ich meine Tasche. Eine Woche wollte ich in Amerika bleiben.
      Der Flug nach Georgia war unruhig und an Schlaf war die meiste Zeit nicht zu denken. Entsprechend fertig sah ich aus, als ich endlich auf dem Gestüt ankam. „Ach Hunter!“ seufzte Cooper und umarmte mich herzlich. „Du brauchst Kaffee, oder?“ mitleidig musterte sie mich.

      Cooper gab mir gut drei Stunden Zeit mich zu sortierten, ehe sie mir zeigte, dass sich auf dem Gelände nichts Gravierendes verändert hatte. Sogar die Pferde belegten noch die gleichen Boxen, wenn ich mich recht erinnerte. Dieser Umstand machte es mir leichter mich wieder einzufinden. Für heute jedoch war nicht mehr viel mit mir anzufangen. Das Jetlag hing mir nach und zog mich wie ein schwerer Sack Kartoffeln nach unten. Im Vorbeigehen erhaschte ich aber schon einen Blick auf die Youngsterkoppel und erkannte sofort Glamour of Death wieder. Das erste von mir gezogene Fohlen. Wie immer war ich stolz zu sehen wie gut sich mein Nachwuchs entwickelt hatte. Den Abend verbrachten wir damit die Woche zu planen. Wir waren zu zweit, also konnten wir uns aufteilen. Cooper würde sich jeden Tag um die Fohlen und Jährlinge kümmern, während ich die ausgewachsenen Pferde so gut es mir möglich war bewegte und bestenfalls etwas förderte.
      Nach einer durchgezechten Nacht wachte ich immer noch totmüde auf. Es hatte die Nacht lang heftig Gewittert und draußen war es nass, aber immerhin warm. Als ich das Haus verließ kam mir Cooper mit Sorayia undCyoue entgegen. Sie waren auf dem Weg zur Weide. Wir brauchten nicht viele Worte um abzuklären, dass sie mit den Jungpferden weiter machen würde, während ich schon anfing die Boxen zu misten. Das Misten war mühselig, weckte meine müden Knochen. CHH‘ Elhae beobachtete mich neugierig von der Box gegenüber. Neben ihr drehte Nour schon Kreise, weil er endlich raus wollte. Doch Cooper holte vorher Light up Hellund Aywy ab. Mit dem Misten kam ich gar nicht hinterher so schnell fertigte sie ihre Jungpferde ab. Auch Taliah Cableah und Laarnié waren jetzt schon auf der Weide. Am Ende fehlte nur noch Pantoffelchen, die sogar fast vergessen wurde. „Man, immer wieder das Gleiche!“ beschwerte sich Cooper und beeilte sich etwas um vor 9am noch die Verkaufspferde rausbringen zu können. Mich hatte sie noch gut zwei Stunden beschäftigt bis ich mit dem Misten der Fohlen- und Verkaufspferdeboxen durch war.
      Die einzigen Pferde draußen, die wohl älter als ein Jahr waren, waren Morgaine, Sence of Humor und Neela. Die drei Pferde standen zum Verkauf und standen zusammen mit einem Knabstrupper Stutfohlen sowie einem Paint Horse Jährling auf der Weide direkt am Eingang des Gestüts. Schließlich sollte jeder, der her kam ein Auge auf diese Pferde werfen und vielleicht Gefallen an einem oder zwei finden. Für einen kurzen Moment blieb ich am Zaun stehen und sah den Pferden beim Herumtollen zu. Die nassen Wiesen boten viel Spaß und während ich mir die nach wenigen Minuten bis zum Scheitelverdreckten Tiere ansah überlegte ich mir die restlichen Pferde heute erst zu reiten und sie danach ins Paradies zu entlassen. Cooper hatte wohl den gleichen Gedanken, denn als ich mich wieder dem Stallzuwandte, sah ich wie sie zusammen mit der gesattelten Cryfirra in Richtung Reithalle verschwand. Im Stall hatte ich nun die Qual der Wahl. Ich entschied mich aber einfach der Reihe zu folgen und zuerst Sajé zu reiten. Mittlerweile war es nach 10am. In der Halle plauderte ich ein wenig mit Cooper, die mir erklärte, dass sie gleich bei den Jungpferden weiter machen würde. Den Ritt brauchte sie als kleinen Motivationskick. Eine Stunde später hatte ich Sajé am langen Zügel und ließ sie noch ein paar Runden abkühlen, bevor sie direkt von der Halle auf die Weide kam. Übrig blieb nur ihr Reitzubehör, dass ich zurück in die Sattelkammer brachte. Auf keinen Fall würde ich heute alle Pferde reiten. Das war leider nicht drin. Daher brachte ich eine Hand voll Stuten schon auf die Weide. Deadly Ambition, Smelyalata, PFS‘ Phaeleh, Tabita und Felicita II wirkten soweit ganz zufrieden mit dieser Entscheidung. Sekuoia hingegen fand es nicht so prickelnd jetzt alleine auf der Stallgasse zu stehen und von mir geputzt und gesattelt zu werden. Die Zuchtstute schrie förmlich nach Bewegung und die Stunde in der Halle mit ihr bereitete mich nur schon darauf vor, was mich Nachmittags bei den Hengsten erwarten würde. Als ich die Reithalle verließ sah ich, dass Cooper Aikon Aszu und Eskador schon raus gelassen hatte. Auf dem Weg zur Sattelkammer kam sie mir entgegen. „Ich helfe doch noch kurz bei den Hengsten. Ich nehm CHH‘ Guinness und du London Grammar und danach nur noch die letzten beiden.“ Gesagt getan. Die Hengste waren anspruchsvoller und so beschäftigen wir uns jeweils zwei Stunden mit ihnen, ehe sie in ihre Offenställe entlassen wurden. Auch Losco und Odyn platzten fast vor überschüssiger Energie.

      Am Abend waren wir beide froh, dass alle Pferde soweit versorgt waren. Auch die nächsten Tage wurden nicht ruhiger und wir lernten uns die Zeit noch besser einzuteilen. Wir bauten hier und da kleine Verschnaufpausen ein und schafften es ein gutes Gleichgewicht zu finden, sodass jedes Pferd mindestens alle zwei Tage bewegt wurde. Vor allem die Jungpferde mussten täglich trainiert werden, damit sie nicht auf dumme Gedanken kamen. Nach der Woche war ich froh wieder nach Hause zu fliegen, wo der Alltag etwas ruhiger verlief. Cooper hatte nun wieder die Unterstützung ihres Personals und würde ebenfalls zurechtkommen. Vermutlich würde es nächstes Jahr wieder um exakt die gleiche Zeit eng werden. Sie wusste, dass sie sich auf mich verlassen könnte. Auch dann würde ich wieder zur Stelle sein und ihr über die harte Zeit helfen.

      Chattahooche Hill's Stables
      06. Oktober 2017 | 1512 Zeichen von sadasha
      Chattahooche Hills. Wiedermal. Ich musste mich beeilen nicht zu spät zu kommen, denn die Pferde von Cooper waren seit ein paar Tagen ohne Aufsicht. Als ich auf dem Hof ankam wirkte jedoch alles ruhig. Zuerst ging ich zu den Jährlingen und Fohlen. Aywy, CHH’ Elhae, Cyoue und Glamour of Death kamen mir gleich freudig entgegen getrabt, als ich an der Weide vorbeilief. Auch Laarnié, Light up Hell, Nour und Sorayia wirkten sehr fit auf mich. Doch das Futter war leer und so ging ich gleich durch zum Stall, wo Cryfirra und Deadly Ambition gierig aus ihren Boxen schauten. Vermutlich waren auch hier die Futterkrüge leer. Nachdem die Jungpferde versorgt waren ging ich also bei den Stuten die Boxen ab. Am Ende hatten auch Felicita II, PFS’ Phaeleh, Sajé, Sekuoia, Smelyalata und Tabita neues Futter. Nun waren noch die Hengste übrig. Ian, Losco, Aikon Aszu, CHH’ Guinness, Eskador, London Grammar und Odyn hatten nicht nur Hunger, sie waren außerdem maßlos unruhig. Auch die Showpferde Aldaire, Moment Of Truth, Quiet Giant und Siropòn liefen in ihren Boxen einen Hufschlag ins Stroh. Doch viel Zeit hatte ich dieses mal nicht. Auch die Verkaufspferde brauchten neues Futter und das war erstmal wichtiger als Bewegung. CHH’ Emanaé, Morgaine, Taliah Cableah und Vintage waren die letzten, die ich heute fütterte.
      Nachdem alle Pferde versorgt waren beeilte ich mich Cooper eine Nachricht zu hinterlassen. Ihre Mitarbeiter würden sich ab morgen wieder kümmern, sodass alle Pferde weiter bewegt und gefördert würden.


      Chattahooche Hill's Stables

      Zu Besuch bei Cooper - 26. April - 2141 Zeichen
      An diesem sonnigen Donnerstag im Spätapril, beschloss ich Coopers Vierbeiner auf dem CHH' Gestüt zu besuchen. Sie hatte aktuell nicht so viel Zeit, deswegen dachte ich mir, ein kurzer Besuch um ihr unter die Arme zu greifen, würde sie bestimmt freuen. Ich spazierte als erstes auf dem großen Gelände herum und kontrollierte Zäune und Zauntore. Alles stand wie es sollte - Coopers Abwesenheit war kaum zu bemerken. Zuerst kümmerte ich mich um alle Jungpferde, also Aywy, CHH' Elhae, Light up Hell, Cyoue, Laarnié, Glamour of Death, Nour und Sorayia. Anschließend kümmerte ich mich um die Stuten. Ich mistete die Boxen vonIan und Losco, als ich danach in den Ställen den Gang entlang lief, stellte ich fest, dass Aikon Aszu, London Grammar und Eskador's Futter sich dem Ende neigte. Nachdem alle gefüttert wurden, führte ich CHH' Guinness und Odyn zu den Jungpferden auf die Weide. Auf der Hengstweide galoppierten Cryfirra, Deadly Ambition und Felicita II entspannt umher. Sekuoia stand etwas abseits und graste ruhig vor sich hin. Gegen Vormittag kümmerte ich mich noch um die Boxen von Sajé und PFS' Phaeleh. Als Weidenwechsel anstand, führte ich auch noch Smelyalata, Aldaire, Moment Of Truth und Tabita auf die Weide. Anschließend füllte ich das Futter von Siropòn und Quiet Giant auf. Bei Coopers Verkaufspferden kontrollierte ich nur die Boxentüren und ob noch genug Futter da war. Vintage begrüßte mich freundlich mit einem wiehern und auch Morgaine schaute mich mit großen Augen an. Die Boxentür von Taliah Cableah war nicht gut verschloßen, also half ich nach. CHH' Emanaé ist so zuckersüß, am liebsten hätte ich den Kleinen mitgenommen, leider ging das nicht. Am Ende des Tages waren alle versorgt. Langsam brauch auch schon die Dunkelheit an, also beschloss ich mich auf den Heimweg zu machen. In den nächsten Tagen war Coopers Team wieder da und würde sich um ihre Pferde kümmern. Bevor ich ins Auto stieg, musterte ich den gesamten Hof noch einmal um mir zu versichern, dass ich nichts vergessen hatte. Auf dem Telefon teile ich Cooper mit, dass ich mich um alles gekümmert habe, ehe ich mit dem Auto davon fuhr.
    • Occulta
      24. Juli 2015 by Veija
      Trainingsbericht
      Besuch bei Cooper- Sajé Distanz E nach A, Felicita II Distanz E nach A, Sekouia Distanz E nach A, Odyn Distanz E nach A, Sookie Distanz E nach A, Birdcatcher Distanz E nach A, Aikon Aszu Distanz A nach L, CHH' Guinness Military E nach A, London Grammer Military E nach A, Quiet Giant Galopprennen E nach A, Moment of Truth Western M nach S
      Gut gelaunt fuhren meine 5 Mitarbeiter und ich auf das Gelände von Cooper- Chattahoochee Hills, wie ihr Hof hieß. Wir stiegen aus und machten uns sofort auf die Suche nach ihr. Mich kannte sie ja schon, doch die anderen 5 stellte ich ihr kurz vor, ehe wir den Trainingsplan anfertigten. Wir würden nur eine Woche bleiben, also mussten wir uns an die Arbeit geben. Als erstes waren Sajé, Felicita II, Sekouia, Odyn, Sooki und Birdcatcher an der Reihe, die wir alle in der Distanz von E nach A bringen wollten. Alle zusammen sattelten wir die Pferde und entschieden uns dann, Cooper auch noch auf eines der Pferde zu setzen. Da sie selbst sehr viel Ahnung vom Training von Pferden hatte, konnten wir sie auf Aikon Aszu setzen, den sie in Distanz von A nach L bringen sollte.
      Als wir dann alle Pferde gesattelt hatten, ritten wir sie kurz auf dem Reitplatz und in der Halle warm, gurteten nochmal nach und verließen den Hof- allen voran Cooper, da sie sich am besten hier auskannte. Aus Gewohnheit hatte ich mir in Google Maps zwar die Landschaft ausgedruckt, aber die Karte half ja immer noch, sollten wir uns verreiten. Geplant für heute waren 20km. 10 hin, 10 zurück. Morgen würden es dann 15km sein. Dann einen Tag Pause, wo wir die Pferde nur longierten und auf dem Platz ritten, dann 20km. Cooper würde dann die 25km reiten, das war jedoch auch kein Problem.
      Nach guten 5km fingen alle an zu quasseln und konzentrierten sich nicht mehr wirklich auf die Pferde. "Leute, das hier ist kein Ausritt, das ist Training!", sagte ich, musste aber selbst ein wenig lachen. Nach guten 2 Minuten trabte Cooper zunächst an, gab dann jedoch Galopphilfen, denn wir hatten für die nächsten 2-3km eine schöne, gerade Galoppstrecke vor uns. Wir anderen 6 taten es ihr gleich und galoppierten an. Ich bildete mit Odyn den Schluss, da ich alle meine Mitarbeiter im Blick haben wollte. Zwar konnte jeder von ihnen sehr gut reiten, wir ritten aber fremde Pferde und da konnte man ja nie wissen!
      Irgendwann parierte Cooper dann zum Trab durch und wir trabten bis zu der Stelle, an der die 10km gefüllt waren. "Hier ist ein kleine Bachlauf, da können die Pferde kurz etwas trinken und ein wenig grasen", warf Cüp beiläufig ein. Ich nickte und wir verweilten hier an dieser Stelle eine Weile, ehe wir über einen anderen Weg nach Hause ritten. "Gut, dass du dich hier so gut auskennst Cooper", sagte ich lachend und klopfte Odyns Hals. Er machte seine Sache wirklich gut! Auch die anderen Pferde waren sehr fließig und immer bei der Sache. Zurück am Hof machten wir die Pferde für die Koppel fertig und schnappten uns dann die Militarycracks. Es waren jedoch nur zwei Pferde, CHH' Guinness und London Grammar, die wir von E nach A bringen sollten. Um Aaron ein wenig Abwechslung zu bieten, nahm ich ihn mit auf den Militaryritt und überließ Aliena und Alexis Quiet Giant, um ihn im Galopprennen von E auf A zu bringen. Caleb, mein Westernspezialist, und Riley kümmerten sich derweil zusammen mti Cooper um Moment of Truth, weshalb Aaron und ich etwas mürrisch gelaunt auf den Springplatz gingen. Wir waren beide noch immer sehr sauer auf Aliena und Caleb. Das würde wohl auch noch eine Weile andauern.
      Auf dem Platz angekommen wärmten wir die beiden Pferde zunächst auf, ehe wir ein paar E-Sprünge sprangen. Dann erhöhten wir die Höhe und nahmen ein paar A-Sprünge. Das klappte soweit gut, so dass wir ins Gelände gehen konnten. Ich fand Military immer recht einfach zu trainieren, wenn die Pferde einmal verstanden hatten, dass man durch Hecken durchspringen konnte, ohne dass es den Tieren Schmerzen zufügte. Das schwierigste waren allerdings die Tiefsprünge ins Wasser oder auch auf Land. Das war ein Grund, weshalb ich nur kleine Klassen von Military trainierte. Gegen 16 Uhr kamen wir dann wieder auf dem Hof an. Guinness und London hatten heute die Angst vor den Tierfsprüngen verloren, waren in den Wassergräben plantschen und sprangen solide durch Hecken. Ein großer Fortschritt!
      Beim Abendessen hörte ich mir dann an, wie sich Giant und Moment of Truth machten. Giant war wohl eine Kanone beim Rennen! Sie hatten alle Mühe gehabt, ihn zurück zu halten, weil er einfach nur rennen wollte. In den nächsten Tagen würden sie also trainieren, dass er solide und locker galoppierte, am Ende jedoch nochmal alles rausholen konnte! Auch Moment of Truth machte sich sehr gut. Caleb hatte zwar ein paar Meinungsverschiedenheiten mit ihr, doch zum Schluss hatte sie alles locker gemeistert und sich nicht mehr gegen Caleb gewehrt.
      Am nächsten Morgen ritten wir die Distanzler wieder zu erst- 15km. Hier gab es so viele schöne Wege, so dass Cooper uns sehr viel von der Landschaft zeigen konnte. Am Nachmittag waren die Military-Pferde dran. Auch Giant und Moment wurden am Nachmittag trainiert, so dass alle Pferde am Abend frei hatten. Am dritten Tag hatten die Distanzer alle frei, so dass wir den Focus mehr auf die Military Pferde sowie Giant und Moment legen konnten. Jeden Tag wurden die Pferde besser, so dass wir am Ende der Woche sagen konnten, dass alle Pferde eine Stufe aufgestiegen waren!
    • Occulta
      Cooper
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      Pflegebericht | Mares and Stallions
      Der Tag auf Chattahoochee Hill's begann wie jeder andere Tag auch. Die Pferde wurden um 6 Uhr gefüttert.
      Simon und ich machten unseren Rungang und prüften die Extemitäten der Tiere. Dann wurden die einen auf die Weide gebracht, die anderen genossen ein Training in der Fühmaschine oder hatten Frühsport in den Trainingsringen. Dadurch das die Pferde eigene Reiter und Pfleger haben, konnten wir sicher stellen das wenn ein Problem, physischer oder psychischer Natur auftritt, wir diese sofort beheben können, ohne das es sich weiter verfestigt. Sekuoia und Smelyalata wurden erst vor kurzen gedeckt und erhielten somit Fohlenpause. Ich hatte die beiden heute Morgen untersucht und sie schienen beide Fit zu sein. Nach der morgendlichen Routine erhielt ich von jedem Pfleger Auskunft über den Zustand unserer Pferde und dokumentierte sie. Sajé und Sorayia erhielten heute Konditionstraining, Deadly Ambition und Felicita || durften heute zum ersten mal in den Seawalker, deswegen beschloss ich, sie selbst zu begleiten. Felicita mochte den Seawalker und empfand das Training als sehr angenehm, jedoch ließ ich das Tempo nicht steigern und ließ auch den Strick dran damit wir, falls sie Panik bekommt, Kontrolle über sie hatten. Ambition fand das alles nicht sehr toll. Sie konnte die Situation nicht einschätzen und verfiel in große Hysterie. Wir beschlossen somit das Training doch an Land fortzusetzen. Da sie aber ein Springer war wurde sie auf dem Platz trainiert. Cryfirra war einer der großen Nachkommen von Affirmed. Sie erhielt heute Morgen schon Training und konnte am Nachmittag entspannen. Auch sie ist noch sehr jung, erzielte jedoch schon deutliche Erfolge. PFS' Phaeleh ist im gleichen Alter wie sie und gewann bis jetzt nur erste Plätze in Sprintrennen. Die zwei wurden als Paar trainiert, welches ich heute mit einer Stoppuhr und einen außenstehenden Trainier beobachtete und leitete. Lethal Combination war erst vor einigen Tagen auf CHH angekommen und befindet sich derzeit noch in der Eingewöhnungsphase. Lethal ist allgemein kein einfaches Pferd, wie uns von unseren irischen Freunden gesagt wurde. Sie sollte für die Dressur eingesetzt werden, konnte davon aber nichts umsetzen. Wir erhielten dann vor einigen Tagen einen Anruf, und boten uns die Stute zu einem sehr guten Preis an. Nun wird die Stute behandelt wie eine zweijährige und absolviert zunächst das Pre-Training.

      Bei unseren Hengsten sah die Routine genauso aus. Aikon Aszu ist einer unserer nicht englischen Vollblüter. Er ist ein arabisches Vollblut und begleitet mich schon lange. Aikon Aszu war eines der ersten Pferde die ich mir zugelegt hatte. Damals gab es unseren Rennstall von nicht. Ich hatte ihn damals schon auf vielen Rennen gesehen und war geschockt als er zum verkauf stand. Durch ein Sehnenverletzung wurde er schnell aussortiert. Unser Glück ihn bei uns zu haben. Seine Verletzung ist nun vollends geheilt, jedoch läuft er nur noch in Dressur und dient als Deckhengst für Interessierte. Aszu war heute im Seawalker.
      London Grammar war für uns ein schwieriger Kandidat. Wir sind auf Rennen spezialisiert, jedoch war unser Schimmel in recht vielen Disziplinen begabt. Um dies zu fördern anagierten wir einen speziellen Trainer. Heute hatte Grammer Tempotraining, das ich ebenfalls ein bisschen beobachtete um Fortschritte zu dokumentieren. Eines unserer älteren Pferde Odyn diente uns heute als Leithengst im Pre-Training und gab den unerfahrenen Pferde somit ein bisschen Sicherheit. CHH' Chroma hatte ich besonders unter Beobachtung. Er war in der ersten Woche des Pre-Trainings uns hatte den Tag voll zu tun. Ich lobte den Schecken als die Gelegenheit kam und freute mich darauf ihn laufen zu sehen. Mit Simon lief ich dann über das Gelände. Wir besprachen die anstehenden Aufgaben und trennten uns dann. Er war heute dabei Pferde für Turniere anzumelden und machte neue Trainings und Fütterungspläne. Ich ging weiter um den Pflegern und Trainern beiseite zu stehen. Losco ist einer unserer größten Vollblüter und hatte heute Tempotraining gemeinsam mit CHH' Ian und unserem neuen Marwari CHH' Jeevan. Ich beobachtete die drei, untersuchte sie nach dem Training nochmal und dokumentierte die Fortschitte. Vor allem Ian hatte einen sehr guten Tag. Glücklich mit den dreien ging ich auf die Suche nach Light Up Hell. Der junge Hengst war grade aus dem Pre-Training raus und sah in Bestform aus. Ich besuchte ihn auf der Weide und streichelte ihn für eine Weile. Zwischendrin wurde ich angerufen. Es war einer unserer Trainer, er arbeitet grade mit CHH' Guinness und Nour. Leider hat Guinness die letzten Monate keine großen Erfolge erzielt. Deshalb hatten wir für ihn einen sehr speziellen Trainingsplan erstellt und freuten uns auf das Ergebnis. Ich schaute bei dem Training kurz rein um sicher zu stellen das wir den Hengst nicht überforderten. Guinness schien aber Spaß zu haben und meckerte nicht. Ich lobte ihn und suchte Simon.
      9 Aug. 2018

      Cooper
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      Pflegebericht | Mares
      Ein weiteres Jahr auf Chattahoochee Hill’s neigte sich dem Ende zu und ein neues Jahr begann. Anders als die anderen Jahre hatten wir dieses Jahr nicht wirklich vorgeplant, wir ließen alles auf uns zu kommen. Das einzige interessante war, dass wir mit dem Gedanken spielten Chattahoochee Hill’s umzubenennen, aber ich befand mich mit dieser Entscheidung in einem Zwiespalt und ging davon aus, dass es sowieso so bleiben würde wie es ist. Zudem würden einige unserer Jungpferde bald an den Start gehen und an Wettbewerben teilnehmen und unser Stall füllte sich langsam mit Zuchtfähigen Tieren. Die Klinik lief mäßig gut, aber da das nicht unsere Haupteinkommensquelle ist, ist das auch nicht schlimm.

      Nachdem ich den Tag davor mich um die Fohlen von Chattahoochee Hill’s kümmerte, waren nun die Stuten an der Reihe. Insgesamte hatte ich im Stutenstall neun Tiere zu versorgen, deshalb fing mein Morgen auch um 5:30 an. Zunächst half ich den Mitarbeitern bei den Stalltätigkeiten aus und tauschte mich danach allgemein mit ihnen ein wenig aus während die Tiere ihre üblichen Trainingseinheiten liefen. Ich optimierte mit dem Team die Fütterungen und Traininspläne. “So müsste es jetzt passen” sagte ich motiviert und freute mich. Da es unmöglich ist alle 9 Stuten auf einmal zu bewegen entschied ich mir dazu zwei Mitarbeiter zu schnappen.
      Nach der Fütterungspause und dem etwas gekürztem täglichen Training sattelten wir Glamour of Death, Sekuoia und Smelyalata. Grundsätzlich war Dee noch nicht offiziell eingeritten, jedoch hatte sie mit einem Reiter ohne Sattel kein Problem, was ich natürlich nutze. Es war immer noch sehr kalt und wir achteten sehr darauf die Pferde und uns warm einzupacken. Zudem wollten wir keine Route laufen wo es vereist sein könnte, weshalb wir auch nach knapp ein und halb Stunden wieder die Heimkehr antraten. Für die restlichen 6 Stuten, Sajé, Deadly Ambition, Felicita ||, Cryfirra, PFS’ Phaeleh, Lethal Combination und Sorayia entschied ich mich für eine gute Stunde englisches Reiten. Natürlich teilte ich alle auf einige Mitarbeiter auf, somit konnte alle zusammen in der Halle bewegt werden. Alle Mitarbeiter auf CHH hatten Reiterfahrung, das war aber kein wirkliches Einstellungskriterium. Ich freute mich einigen etwas beibringen zu können und darauf das sie Erfahrung mit den verschiedensten Charakteren machen konnten.

      Im Anschluss ließ ich alle Mitarbeiter ihren wohlverdienten Feierabend machen und nahm mir die Zeit entspannt die sechs Stuten zu putzen. Somit konnte ich auch mit ihnen noch eine ruhige Minute verbringen, welche ich sehr genoss. Zudem war CHH an diesem frühen Nachmittag sehr sehr ruhig, was mir vor allem nach dem stressigen Neujahrsanfang sehr gut tat.
      27 Jan. 2019

      Friese
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      30.01.2019


      Heute ging es für mich auf den Weg zu Cooper Chattahooche und ihrem Hof in Quebec. Ich wollte hier heute zwei Pferde probereiten für das zukünftige Training. Morgen sollte es mit beiden Pferden dann zurück nach Deutschland auf meinen eigenen Hof gehen. Die Besitzerin hatte darum gebeten, dass ich die beiden zu mir nehmen sollte für die Stufenerhöhungen. Dies war sowohl für mich, als auch für die Besitzer meistens leichter, aber für die Tiere oftmals stressig. Dennoch war es auch eine gute Übung für Auswärtstraining oder Turniere. Ich kam nach einem langen und anstrengenden Nachtflug in der Früh am Flughafen an. Dort holte mich einer von Coopers Angestellten ab. Ich freute mich schon, denn im Internet konnte ich bereits ein bisschen etwas über den Hof erfahren. Einige der Pferde waren mir hierbei ganz besonders ins Auge gestochen und auch meine beiden Trainingspferde gefielen mir sehr gut. Zudem freute ich mich ein ehemaliges Pferd von mir wieder zusehen, nämlich Aldaire. Er hatte bei mir auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen und hin und wieder ging er mir doch sehr ab. Auf dem Hof erwartete mich bereits Cooper, welche mir gleich die Pferde zeigen wollte. Unser Zeitplan war sehr straff und ich wollte unseren Flieger heute Nacht noch erwischen. Zudem wollte ich beide Pferde reiten und auch ein bisschen Zeit mit Aldaire verbringen. Ich zog mich ganz flott auf der Toilette um und ging danach zurück in den Stall. Dort stand Cooper bereits mit Sajé. Ich klopfte der Stute den Hals. Heute wollte ich nur schauen wie die beiden unter dem Reiter allgemein so waren. Die erste Einschätzung des Trainingsaufwands würde ich an meinem eigenen Hof vornehmen. Aufgrund einiger privaten Zwischenfälle konnte ich nicht länger bei Cooper bleiben und sie hatte auch keine Zeit gehabt die beiden zu bringen. Zudem wollte ich ja auch Aldaire sehen. Cooper machte gemeinsam mit mir die Marwaridame fertig und erzählte nebenbei von ihrem bisherigen Training. Gemeinsam gingen wir mit der Stute dann in die Halle des Gestütes. Dort führte ich sie erstmal eine Runde um mich mit ihr bekannt zu machen und stieg dann auf. Ich klopfte ihren Hals. Bis jetzt war die Stute sehr brav gewesen, aber immerhin war sie auch ein gut trainiertes Turnierpferd. Während des Reitens kam dann auch hin und wieder das Temperament der Stute durch, dennoch war sie gehorsam und auch wenn sie hin und wieder schneller wurde, trittsicher. Nachdem wir alle Gangarten und ein paar Bahnfiguren durch hatten, ritt ich die Stute wieder ab. Ich ließ die Zügel komplett lang und klopfte ihren Hals. Nach ungefähr zehn Minuten stieg ich wieder ab und führte sie neben Cooper zurück in den Stall. Sie sattelte und trenste neben mir Felicita II, in der Zwischenzeit machte ich Sajé für die Reise fertig. Sie durfte noch ein bisschen auf einen der größeren Paddocks und ich ging gemeinsam mit Cooper und der Englischen Vollblutstute zur Halle. Dort stieg ich auf ihren Rücken und ritt sie in aller Ruhe warm. Klar hatten wir ein bisschen zeitlichen Druck, aber warm und abreiten war einfach wichtig und sollte meiner Meinung nach nicht vernachlässigt werden. Schließlich könnte dieses zu Bänderproblemen führen und sowohl das Training als auch die Gesundheit des Pferdes gefährden. Auch sie ritt ich in allen Gangarten und in ein paar Bahnfiguren. Die Bahnfiguren dienten mir dazu zu sehen, wie gut sie sich bog und auf meine Hilfen reagierte. Das war zwar sowohl bei Galopprennen und Distanz nicht so wichtig, wie bei der Dressur oder im Springen, dennoch war es nicht verkehrt, wenn Pferde sich gut bogen. Das Galopprennen hatte ich auch nur zur Ausnahme angenommen, da wir in einem der Ställe in der Nähe die Rennbahn nutzen durften und hier auch gute Trainier zur Hilfe standen. Eigentlich hatte ich diese Disziplin nämlich aus meinem Sortiment gestrichen. Ohne eigene Bahn war es einfach schwer zu trainieren. Nachdem ich mit den beiden Stuten fertig war, machte ich mir Aldaire noch fertig. Er bekam ein paar Krauleinheiten hier, eine Möhre da und einen Knutscher. „ Ich hadere übrigens aktuell mit dem Gedanken ihm ein neues Zuhause zu suchen, wo er aktiv gefördert wird“ hörte ich Cooper hinter mir zu sagen. Ich seufzte kurz. Ich wusste genau, dass ich ihn nicht nehmen konnte. Das Geld und der Platz fehlten einfach. Joy würde mir den Kopf abreisen. „ Hast du ihn bereits inseriert?“ fragte ich und hatte schon ein bisschen Bammel vor der Antwort. Sie schüttelte kurz den Kopf und ich nickte. Während des Rittes auf dem Berberhengst dachte ich die ganze Zeit nach. Beim Absteigen war mir dann bereits eine Lösung gekommen. „ Ich glaube ich hätte jemand für Aldaire. Ihm habe ich auch einige meiner wirklichen Lieblinge verkauft. Er wohnt in den Niederlanden, also nicht zu weit weg von mir und ich kann immer wieder nach ihm schauen und du kannst mich besuchen und wir fahren zusammen zu ihm“ teilte ich Cooper meinen Gedankengang mit. Sie nickte nur kurz und schien dann im Gedanken versunken zu sein. Gemeinsam gingen wir zum Stallgebäude und sattelten ihn ab. „ Soll ich mal kurz bei ihm anrufen?“ fragte ich dann und sie nickte zustimmend. Ich selber wusste, dass es ja jetzt ganz schnell ging, aber so hätte ich vielleicht die Möglichkeit ihn zu Jan zu bringen. Gesagt, getan. Ich rief bei ihm an und er wollte nur noch kurz die Daten des Hengstes und Coopers Preis. Ich ließ die beiden noch kurz telefonieren und machte mit meinem Handy ein paar Bilder des Hengstes und leitete sie dann weiter an Jan. Er konnte sie sich sofort anschauen, da ich bei ihm im Büro angerufen hatte und Glück hatte, dass er an das Haustelefon ging. Normal war dies in unserer Branche nämlich eigentlich nicht. Da wir viel im Stall waren und mit den Pferden unterwegs waren, war es leichter uns auf den Handys zu erreichen. Er meinte er würde sich das ganze noch überlegen und sich dann melden. Schließlich mussten auch Coopers Pferde wieder heimkommen und dann könnte ich entweder Aldaire mitnehmen oder sie ihn mitbringen. Wir gingen wieder zurück zum Stall, ich verabschiedete mich ausgiebig von Aldaire und holte dann gemeinsam mit Cooper die beiden Stuten von den Paddocks. Wir klopften ihnen die Hälse und verluden sie in den Hänger. Cooper brachte mich zum Flughafen und half mir dort die Pferde "aufzugeben". Wir brachten sie zum Tierverladeabteil und führten sie durch den Tierarztcheck. Dort wurden sie kurz angeschaut und wir übergaben sie den Mitarbeitern. Ich klopfte ihnen nochmal den Hals und verabschiedete mich auch schon von Cooper. Ich selbst checkte ein und holte mir dann noch eine Kleinigkeit zu essen, ehe ich mich zum Gate begab.


      Nach einem langen, aber dennoch entspannten Flug kam landeten wir in Deutschland. Ich holte als erstes meinen Koffer und danach ging ich zum Vetcheck. Hier standen die beiden Pferde bereits in den Boxen und ich musste noch einiges an Papierkram regeln. Joy hatte mir versprochen mich zu holen und ich sah durch die Fenster der Tierabholungsstelle bereits unseren Wagen und den Hänger vorfahren. Sie hatte alle nötigen Papiere von mir mitbekommen und konnte uns somit gleich direkt abholen. Wir luden nach dem Okay des Personals die Pferde ein und fuhren zurück zum heimischen Hof. Dort luden wir die beiden wieder aus und sie durften erstmal in aller Ruhe in die Box und bekamen ihr Heu. Ich räumte ihre Sachen auf und richtete das Futter in die Sattelkammer. Danach ging ich wieder zu den beiden Stuten und deckte sie ab. Wir hatten ihnen für die Reise dünne Abschwitzdecken angezogen und Transportgamaschen. Auch diese entfernte ich von den Beinen und klopfte ihnen die Hälse.


      Die nächsten zwei bis drei Tage hatten sie erstmal ein bisschen Ruhe in der Weide und auf dem Paddock. Sie sollten erstmal in aller Ruhe auf dem Gestüt ankommen ehe es mit dem Ernst des Lebens wieder losging. Heute sollte das Training aber ein bisschen beginnen. Ich wollte ein bisschen mit den Stuten in der Halle arbeiten. In erster Linie sollte es um ein paar Aufbau- und Vertrauensübungen gehen, da ich nicht einfach mit der Stufenerhöhung beginnen wollte ohne die beiden wenigstens ein wenig kennengelernt zu haben. Ich begann mit Sajé und versuchte bereits alle drei Gangarten einzubauen, wobei ich das Hauptaugenmerk eher auf Schritt und Trab legte. Der Galopp diente heute lediglich dazu die Stute ein bisschen auszupowern und ihren Kopf freizubekommen. Nachdem sie sich immer weiter löste und schließlich abschnaubte, lobte ich sie kräftig und ließ ihr die Zügel schlussendlich lang. Sie hatte brav mitgearbeitet und so beschloss ich das Training nun bereits zu beenden. Für sie sollte das Training mit einem positiven Abschluss enden und gleichzeitig schon einen kleinen Erfolg darstellen. Ich klopfte ihr ein letztes Mal den Hals und stieg schließlich von ihrem Rücken. Ich führte sie nach draußen und ging gemeinsam mit ihr zurück zum Trainingsstall. Dort band ich sie vor der Box an und sattelte sie ab. Auch die Gamaschen entfernte ich von ihren Beinen. Nachdem ich komplett fertig war, durfte die Marwaridame nochmal ein bisschen auf die Koppel. Für mich stand nun das erste Kennenlernen mit Felicita an. Ich klopfte auch ihren Hals und band sie vor der Box an. In aller Ruhe putzte ich ihr Fell und ging schließlich in die Sattelkammer. Von dort holte ich ihren Sattel, die Trense und die Gamaschen. Alles verschnallte ich auf ihr und führte danach auch sie zur Halle. Dort führte ich sie erst ein paar Runden warm und stieg danach auf ihren Rücken. Anfangs ließ ich die Zügel nach ein bisschen länger, damit sie sich in Ruhe noch ein bisschen aufwärmen konnte. Ich hielt sie jedoch immer mit beiden Händen fest, dass ich im Notfall auch eingreifen konnte, falls sie erschrecken sollte. Nachdem sie warm war, ritt ich auch mit ihr in allen drei Gangarten auf beiden Händen. Des Weiteren baute ich auch noch einiges an Bahnfiguren ein. Das Hauptaugenmerk legte ich bei ihr jedoch auf den Galopp. Schließlich sollte die Stute eine Stufenerhöhung im Rennen erhalten. Ich lobte sie nach der getanen Arbeit und ritt sie zum Schluss in aller Ruhe ab. Hierfür ließ ich ihr die Zügel lang, damit sie sich auch noch abstrecken konnte. Hin und wieder schnaubte die braune Stute ab und nachdem ihr Fell trocken war, stieg ich von ihrem Rücken. Auch sie führte ich zurück in das Stallgebäude und band sie vor der Box an. Das Reitequipment entfernte ich vorsichtig von ihrem Körper und brachte sie auch nach draußen. Die beiden Stuten bekamen den restlichen Tag Pause auf der Koppel und ich kümmerte mich um meine eigenen Pferde.


      Die erste Woche bestand lediglich aus kennenlernen der beiden neuen Pferden und genauem Grenzen abstecken. Ich wollte, dass sie mir vertrauten und ich zusätzlich auch respektierte. Für mich war es wichtig, dass zwischen mir und den Pferden die Basis stimmte bevor ich mit dem Training begann. Nachdem dies alles geklärt war sollte es langsam mit dem Training losgehen. Mit Feli arbeitete ich sowohl an Kraft als auch an der Geschwindigkeit. Beides trainierte ich vorab in der Halle, auf dem Platz oder im Gelände. An die Rennbahn wollte ich erst, wenn ich mit der Stute wirklich gut klarkam. Hierbei konnte man einfach schnell viele Fehler machen und ein zu hitziges Pferd auf der Rennbahn konnte schnell gefährlich werden. Mit Sajé arbeitet ich an der Ausdauer und Gelassenheit. Sie war bereits auf einem S-Niveau zu mir gekommen und somit war sie eigentlich bereits in sehr guter Verfassung und hatte einen guten Trainingsstand. Dennoch wollte ich für die Aufstufung zu S* erst ein bisschen an der Fitness arbeiten. Dies schadete den Tieren eigentlich nie und war immer wichtig. Nach jedem Training gab es auch eine angemessene Belohnung für die beiden. Schließlich sollten sie immer motiviert bleiben. Ebenso wichtig war es mir, dass sie nicht nur unter dem Reiter liefen, sondern auch mal einen Tag frei hatten oder nur an der Longe arbeiteten. Auch hier konnte man sehr gute Aufgaben zur Kraft- und Ausdauerstärkung einbauen. Ebenso baute ich hin und wieder einen kleinen Bodenarbeitsparcours ein. Für mich war ein möglichst abwechslungsreiches Training einfach sehr wichtig und ich wollte die Pferde vielseitig fördern.


      Nach knapp zwei Wochen ging es für mich mit der Vollblutstute das erste Mal zur Galoppbahn. Da sie schon ein paar Rennen bestritten hatte ging sie relativ brav in die Startbox. Nachdem die Klappen aufgingen schoss die Stute los. Ich trieb sie immer weiter, bis wir schließlich die Markierung erreichten. Ich hatte Hilfe durch einen meiner Bekannten, welcher die Zeit nahm. Aktuell waren wir noch weit entfernt von der angestrebten Zeit, aber ich war mir sicher, dass wir diese erreichen würden. Potential war bei der Stute allemal da. Am selben Tag ritt ich ebenso mit Sajé auf unsere hofeigene Distanzstrecke. Ich freute mich schon die Stute hier mal weiter zu fördern und zu sehen wie sie sich beim Distanzreiten machte. Ebenso wie mit Feli wollte ich als erstes die komplette Distanz gehen und erstmal nur die Zeit nehmen. Beide Stuten hatten in letzter Zeit gut an Ausdauer und Kraft aufgebaut und so konnte ich mir diesen Schritt nun auch erlauben. Immerhin war es auch ganz hilfreich bereits eine Zeit zu haben, um diese dann damit zu vergleichen wo es denn genau hingehen sollte. Ich ließ Sajé den Großteil der Strecke traben. Hin und wieder baute ich ein paar Schrittpausen ein, damit sie wieder verschnaufen konnte. Immerhin ging es mit darum sie zu fördern und nicht zu überfordern. Ich klopfte ihr in aller Ruhe immer wieder den Hals und drehte an der Markierung um. Nun ging es die Strecke wieder zurück. Bis wir wieder am Hof zurück waren, hatte die Stute ganz schön schwitzen müssen. Ich lobte sie ausgiebig und putzte noch über ihr Fell. Zusätzlich bekam sie eine Abschwitzdecke auf und durfte dann erstmal ein bisschen auf den Paddock. Dieser lag Wind geschützter als die Koppeln und während ich aufräumte schadete es nicht, wenn sie dort ein bisschen antrocknete. Nachdem ich komplett fertig war, führte ich sie auf die Weide zu Feli. Ich klopfte ihren Hals und zog die Decke von ihrem Rücken. Sie wälzte sich direkt und ich ging zurück zum Stall. Dort hing ich die feuchte Decke zum Trocknen auf und fegte die Stallgasse.

      Die nächsten Tage befasste ich mich sehr intensiv mit den beiden Stuten. Ich longierte sie und trainierte auf der Rennbahn beziehungsweise der Distanzstrecke.

      Der Rest folgt.
      30 Jan. 2019

      Cooper
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      Pflegebericht | All Horses!
      „Wenig Zeit, wenig Zeit“ sagte ein Mitarbeiter genervt zu mir und verdrehte die Augen, als ich genau diese Worte sagte. Ich ignorierte den Vorfall, würde aber keinen zweiten mehr dulden, obwohl er Recht hatte und ich auch mit der Größe die CHH in den letzten Jahren angenommen hat, überfordert war. Ich überlegte mich demnächst zu verkleinern, eventuell mich auch komplett zurückzuziehen. Diese Entscheidung war aber noch unschlüssig.

      Ich besuchte erst die Fohlen, Newton, CHH‘ Primary Secession, Aywy und Cyoue. Ich streichelte alle einmal durch, schrieb neue Daten in ihr Buch und ging sofort weiter in den Stutenstall.

      Dort stand Glamour of Death, Sekuoia, Smelyalata, Sajé, Deadly Ambition, Felicita ||, Cryfirra, PFS‘ Phaeleh, CHH‘ Lethal Combination und Sorayia. Auch bei ihnen ging ich Box für Box durch, schaute mir Grob ihren Zustand an, ließ mir Leistungen sowie Komplikationen und physische Probleme Berichten. Ich gab jeder Stute einen Apfel, notierte alles in die individuellen Bücher und rannte zu den Hengsten, da ich erneut im Zeitdruck stand. „Ich werde den Tierarztjob aufgeben müssen. Zumindest im Ausland“ sagte ich leise zu mir selbst. Aikon Aszu, London Grammar, Odyn, CHH‘ Chroma, Losco, CHH‘ Elhae, Light up Hell, CHH‘ Guinness, CHH‘ Ian und CHH‘ Jeevan standen auf meine Anweisung hin ebenfalls alle in der Box. Auch hier ging ich die Prozedur wie bei den Stuten durch. „Ich weiß, etwas Herzlos“ sagte ich traurig als eine treue Trainerin der Hengste vorbei lief. Sie schüttelte den Kopf und sagte „Ich werde immer hinter dir stehen, das weißt du. Es ist doch vollkommen nachvollziehbar das auf lange Dauer eine Tierklinik auf der kompletten Erdkugel zu viel wird. Vor allem wenn man sich auch noch einen Namen gemacht hat. Lass die Leute doch hier her kommen wenn sie unbedingt dich als Ärztin haben wollen und nimm nicht unlimitierte Aufträge an sondern reduziere sie auf ein paar im Monat“. Ich schaute sie an, lächelte, bedankte mich und nahm sie in den Arm. Sie hate auch Grundsätzlich einfach recht.

      Die letzte Station war für mich der Stall der Showhorses. Dort standen Quiet Giant, Kholáya und Siropón. Sie waren alle sehr gut trainiert und auch Kholáya hatte Muskelmasse aufgebaut. Ich lobte die Trainer die für diesen Abteil zuständig waren und gab ihnen den Wohlverdienten Mehrlohn. Erneut inspizierte ich alle Tiere und notierte die Daten.

      Zum Ende rief ich alle zu einem Teamgespräch.
      15 Juni 2019
    • Occulta
      Occulta
      Eine Herde bekannter Gesichter

      Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, Piroschka, Riven in a Dream, PFS' Strolch, PFS' Savory Blossom, PFS' Straight Alignment, Corde de la Cerise, Eismärchen, Blue Moon II, Louvré, PFS' Ljúfa, PFS' Lyskra, Raving Hope Slayer, Co Pilot de la Bryére, Moon Kiddy, Dancing Moonrise Shadows, Iskierka, A Winter's Tale, Empire State of Mind, Senda Oscura, Dourada Estrada, One Cool Cat, Unbroken Soul of a Rebel, Daedra, PFS' Counterfire, Phantom, Mikke, Kaythara El Assuad, All Pride, Nosferatu, Drømmer om Død

      Vor gut einer Woche hatte ich das Team informiert, dass heute «besondere Umstände» unsere unsere Zeit in Anspruch nehmen würden. Die Rede war von der Ankunft einer ganzen Horde von Pferden, die wir von Hunter Crowley und dessen Bekannten übernahmen. Es gab auf den jeweiligen Gestüten eine Umstrukturierung und in Folge dessen waren viele der Pferde zum Verkauf gestanden. Schon vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein paar von Hunters Pferden zu mir geholt, unter anderem den von mir heiss geliebten Vollblüter Raving Hope Slayer. Diesmal waren es aber vor allem Pferde, die ich bereits kannte und die zum Teil sogar auf Pineforest ihre ersten Schritte überhaupt getan hatten. So etwa Savory Blossom, die hübsche Blütenzauber-Tochter. Auch zwei Stromer-Nachkommen waren unter den Rückkehrern: Straight Alignment und Strolch. Auf letzteren war ich besonders gespannt, denn vom Hören-Sagen her glich er seinem Vater auf’s Haar, abgesehen von der leicht dunkleren Fellfarbe. Ally war ein stattlicher junger Hengst mit reichlich Potential für Military, wie ich ihn einschätzte. Piroschka kehrte ebenfalls wieder zurück - sie hatte seit ihrem Verkauf irgendwie ihren Weg zu Hunter gefunden, und nun durfte sie ihre alten Kolleginnen, insbesondere Moon, wiedersehen. Ausserdem war da noch Corde de la Cerise - eine Warmblutstute von, wer hätte es gedacht, Co Pilot. Praktische Grösse, hübsch dunkelbraun mit Dapples und ähnlich sensibel wie ihr Vater. Das war auch einer der Gründe, warum ich sie zu mir hatte nehmen wollen; in fremden Händen wäre ihre Zukunft recht ungewiss gewesen. Da ich aber die Launen und Macken dieser Blutlinie nur zu gut kannte, war ich sicher, damit umgehen zu können. Eine weitere Herausforderung bot sich mit Eismärchen, einer halbblinden Ponystute. Womöglich machte ich mir dazu aber mehr Gedanken als nötig, denn die Stute war laut Hunter unkompliziert und ruhig. Ganz neu war auch Mikado, eine Vollblutstute, die mich rein äusserlich ein wenig an Sympathy of the Devil erinnerte, jedoch charakterlich eher auf der scheuen Seite zu sein schien. Und natürlich der kleine Louvré, den ich schon vor einer Weile gekauft hatte, der aber bis anhin noch bei Hunter auf der Fohlenweide einquartiert war. Zu guter Letzt gab es noch einen Rückkehrer besonders zu erwähnen: Riven in a Dream. Die schwarzbraune Stute war auf dem Bear Brook Gestüt liebevoll umsorgt worden und befand sich körperlich in einem top Zustand. Ich freute mich schon darauf, sie wieder unter dem Sattel zu haben.

      Wir waren schon am Vortag nebst den Routinearbeiten eifrig damit beschäftigt gewesen, die Boxen einzurichten. Ich hatte beschlossen, ein paar Verschiebungen in der Boxenreihenfolge vorzunehmen, damit es bei den Neulingen keine Zankereien mit den benachbarten Pferden gab. Natürlich konnte ich nur raten, wer sich am besten mit wem vertragen würde. Aber meistens hatte ich eine Art Gespür dafür – schliesslich hatte ich es schon öfter mit wählerischen Kandidaten wie zum Beispiel der zuckersüssen Iskierka zu tun gehabt, die ihren ersten paar Nachbaren am liebsten durchs Gitter an die Kehle gegangen wäre und erst Ruhe gegeben hatte, als sie die Box mit nur einseitiger Nachbarschaft, verkörpert durch A Winter’s Tale, bekommen hatte. Das lag vermutlich daran, dass Thalia gegenüber anderen Pferden nicht so aufdringlich war wie viele andere der vierbeinigen Genossen. Jedenfalls hoffte ich, dass sich alle irgendwie arrangieren würden. Vor dem Mittag bereiteten wir nun auch die Transporter vor; den vierplätzigen Camion und zwei gewöhnliche Zweier-Anhänger. Die Fahrt nahmen wir kurz nach dem Mittag in Angriff. Im Nachbardorf trafen wir wie geplant auf Rosie, die ebenfalls zwei Pferde abholen wollte. Unsere Karavane kam ohne tragische Verspätung am Zielort, dem Bear Brook Gestüt, an. Dort wurden wir fröhlich in Empfang genommen, sobald wir organisiert-praktisch auf dem Parkplatz verteilt waren. Um die weniger verladefreudigen unter den Pferden nicht unnötigem Stress auszusetzen, planten wir kurz, wem welche Aufgabe zuteilwurde. Leute hatten wir mehr als genug zur Verfügung. So wurde Schlag auf Schlag ein Pferd nach dem anderen in die Transportvehikel geführt und alles gesichert. Weil wir geschickterweise die mutigeren Kandidaten gleich als Vorbilder voraus verluden, gingen eigentlich alle problemlos rein, sogar die zappelige Cerise. Die Klappen wurden schwungvoll geschlossen und es wurden zufriedene High-Fives oder Schulterklopfen ausgetauscht. «Ich hoffe, wir hören trotzdem bald wieder von euch», wandte ich mich leicht besorgt an Hunter. Der beschwichtigte mit einer Handbewegung und einem Zwinkern. «Keine Angst, wir sind ja nicht von der Welt. Aber in nächster Zeit werden wir nur leider sehr beschäftigt sein.» Ich grinste und nickte wohlwissend, dann verabschiedeten wir uns mit einer freundschaftlichen Umarmung.

      Zuhause wurde es doch noch etwas hektisch. Zwischen dem aufgeregten Wiehern der Pferde und dem tänzelnden Hufgetrappel dirigierte ich so gut es ging die Zweibeiner, während ich selber eine schnaufende Cerise am Strick hatte. Es gab Gequietsche zwischen den neuen Boxennachbaren, und manche der Neulinge drehten zunächst unruhige Runden im Stroh. Als der Heuwagen kam, beruhigte sich die Stimmung deutlich. Ich half noch mit, die Transporter zu reinigen und zu versorgen, dann machte ich eine Kontrollrunde, wobei ich zuallererst zur Fohlenweide stiefelte, um nach Louvi zu sehen. Der junge Hengst wurde wie erwartet aufdringlich beschnuppert und sein helles Fell gründlich inspiziert, aber die Begrüssung schien friedlich zu bleiben. Ich bat Lewis trotzdem, ein Auge auf die Gruppe zu halten. Als nächstes lief ich durch den Innenhof des Hauptstalls und warf einen Blick durch die Fenster. Strolch kaute zufrieden auf seinem Heu herum, aber Ally schien noch immer unruhig zu sein und rührte seinen Haufen nicht an. Ich ging ins Innere des Stalls und betrat die Box des Hengstes. «Hey, big boy. It’s allright, you’re home», murmelte ich, und streichelte seinen dunkelbraunen Hals. Er wieherte mir zum Dank direkt ins Ohr. Ich rieb mir symbolisch die Ohrmuschel und verzog das Gesicht. «Got a tinitus?», lachte Ajith, der mit der Schubkarre durchkam. «Almost…» Der Pfleger kam näher und warf ebenfalls einen Blick in die Box. Dann meinte er: «Don’t worry, I’ll check frequently to see if he’s fine.” Er ahnte, dass ich mir mehr Sorgen als nötig machte, weil ich noch zu genau im Kopf hatte, was mit Allys Vater geschehen war. Ich wusste, dass die beiden Pferde trotz ihrer Verwandtschaft völlig unterschiedlich waren und es bei Stromer einfach Pech gewesen war, aber ich konnte nicht anders als daran zu denken, wenn ich die Nachkommen meines Lieblings so aufgewühlt und gestresst sah. Ich bedankte mich bei Ajith – der Pfleger war in solchen Momenten ein Segen. Mikado und Savory waren ruhig, Riven schien sich auf Anhieb wieder wohlzufühlen. Cerise konnte sich kaum entscheiden zwischen Fressen, Nachbaren beschnuppern und in der Gegend herumglotzen. Ich lachte bei dem Anblick der höchst beschäftigten Stute. Typisch junges Pferd. Wenig später ging ich zur Stutenweide, um Ljúfa zu putzen. Ljúfa und ihre kleine Tochter, um genau zu sein. Das Fohlen war seit ein paar Wochen auf der Welt und bereits ziemlich mutig unterwegs. Sie verlief sich auch öfter mal und folgte dann einer anderen Stute, bis Mama Ljúfa sie mit angelegten Ohren zurückeroberte. Besonders frech in dieser Hinsicht war Chanda. Die Criollo Stute war ein ausgesprochener Fan des Föhlchens und lockte die Kleine jeweils fast schon zu sich. Aber natürlich liess Ljúfa nicht zu, dass das graue, flauschige Ding zu lange von ihrer Seite wich. Anfangs hatte ich die Situation besorgt aufmerksam beobachtet, aber nun waren die beiden aus dem gröbsten raus. Die kleine trug übrigens den Namen Lyskra.

      Gegen Abend wollte ich bereits zum ersten Mal eines der neuen Pferde ausprobieren. Ich entschied mich für Strolch. Sein cremefarbenes Fell war besonders beim Hals vorne ganz weich und hatte einen seidigen Glanz, typisch für Champagne. Vom Farbton her war es dem seines Vaters sehr ähnlich, aber die Haut darunter war an manchen Stellen nicht rein rosa, sondern ganz leicht dunkelgrau gesprenkelt. Von weitem erkannte man das kaum, aber als ich direkt neben ihm stand und mit den Fingern den Nüstern entlangstrich, konnte ich die einzelnen Fleckchen zählen. Strolch spielte mit seiner Oberlippe, als ich den Zeigfinger darauf tippte. Wenig später gähnte er ausgelassen und streckte dabei seine Zunge raus, weil ich eine etwas verspannte Stelle beim Kreuzdarmbein mit dem Striegel traf. Ich massierte dort noch etwas länger und er verzog genüsslich das Maul. «Na du Albino-Giraffe», grüsste Jonas laut, und strich dem jungen Hengst ebenfalls kurz über die Stirn. «Was machst du mit ihm?» «Bisschen auf den Platz, dachte ich.» Ich gab ihm einen Begrüssungskuss. «Ich hab ne bessere Idee.» «Die wäre?» «Ich nehm Empire und wir gehen zusammen zu Rosie rüber. Sie hat uns zu einer Tasse Tee eingeladen.» «Mit Strolch? Er ist gerade erst angekommen, ich weiss nicht, ob das schlau ist…» «Ach was. Das ist nicht anders, als wenn er auf einem Turnier wäre. Sagen wir, ein Patrouillenritt. Oder eine Fuchsjagd.» «’Kay, wenn man es so betrachtet…» «Genau. Ich hab immer recht.» «Stimmt doch gar nicht», protestierte ich lachend, und stupste ihm in die Seite. Wir einigten uns auf einen kurzen Besuch und ich machte Strolch fertig, während er Empire sattelte. Wir liessen die beiden beim Aufsteigen einander beschnuppern – es gab nicht einmal ein Gequietsche. Es schien, als würde Strolch den älteren, erfahreneren Hengst ohne Hinterfragen als Chef akzeptieren. «Cleverer Bursche», murmelte ich und klopfte ihm auf den Hals. Wir ritten los und kamen bis zur Holzbrücke, ehe Strolch dann doch ein wenig Unwohlsein zeigte. Die vom Regen der vergangenen Tage noch etwas feuchten Planken schienen ihm nicht geheuer zu sein. Ich ritt ihn geduldig heran und liess ihn den Untergrund untersuchen, doch auch das überzeugte ihn zunächst nicht von unserer Idee. Schliesslich klappte es, als Empire direkt vorausging und er sich quasi hinter dem Schimmel verstecken durfte. Ich lobte ihn ausgiebig und war froh, ein so wohlerzogenes Lehrpferd an unserer Seite zu haben. Empire konnte zwar auch anders, das wusste ich, aber zumindest im Moment war auf ihn verlass. Wir setzten den Weg fort und kamen in ganzen Stücken bei Rosie an. Die junge Stallbesitzerin empfing uns und wir konnten die beiden Pferde wie gewohnt in zwei ihrer leeren Boxen stellen – derer sie auch nicht mehr so viele hatte, wie ursprünglich. Zwei neue Morgan Horses wohnten nämlich nun auf der Wilkinson Farm, zwei prächtige Tiere. Das eine mit goldgelbem, glänzenden Fell und das andere so schwarz wie die finsterste Nacht. «How do you like them? I must admit - I instantly fell in love when I saw them”, schwärmte Rosie. “They are quite handsome, that’s true. The golden one is a champagne, I suppose?” “Of course. Dourada Estrada. The mottled skin and green eyes are unmistakable. I love that green sheen.” “This is kinda funny. Did you take a close look at my new fellow over there?” Wir wechselten zu Strolch und Rosie musterte ihn neugierig. «He’s a son of Stromer, right?” “Jup.” “He sure looks like his daddy…» «Nah, look at his eyes.” “OH!” Wir lachten herzhaft. “I really didn’t notice – must have been the dim light in here…” “What a coincidence, right?” “Yeah!” Wir blieben noch einen Moment im Stall bei den Pferden (Senda Oscura wurde uns auch noch vorgestellt), dann wechselten wir ins Haus und genossen eine Tasse Tee. Bevor es ganz eindunkelte machten Jonas und ich uns schliesslich auf den Heimweg.

      Bei der letzten Stallkontrolle vor dem Zubettgehen hatte Ally seinen Heuhaufen schliesslich auch ratzeputz aufgefressen, und Savory streckte sich diese Nacht sogar schon entspannt im Stroh aus, was man an ihrem reichlich dekorierten Schweif am nächsten Morgen erkannte. Überhaupt hatten sich viele der Neuen über Nacht schon etwas eingelebt. Wir begannen an diesem Morgen, alle in den gewöhnlichen Tagesablauf zu integrieren. Dazu gehörte natürlich auch Bewegung. Ich ritt am Morgen deshalb nebst One Cool Cat, Rebel, Moon und Phantom auch Riven – allerdings nicht auf der Rennbahn, sondern auf dem Sandplatz. So kurz vor dem Mittag war die Luft schon sehr aufgeheizt und wir schwitzten beide so viel, dass wir nach dem Galopp fast frisch geduscht aussahen. Ich wollte Riven (und mich selbst, mit meiner zarten, bleichen Haut) nicht mehr zu lange der Sonne aussetzen, also verzichtete ich auf allzu ausgiebiges Ausschreiten und steuerte schon den Ausgang an, beziehungsweise Waschplatz. Aber so weit kam ich nicht – mein Smartphone klingelte vorher. Überrascht nahm ich ab. «Cooper?» «Hi Occulta. I have to reorganize my barn and prepare for future breeding projects. Would you like to take back Felicita? And there’s Odyn, too – the son of Mikke. And I have a Mare out of Burning Spring that I’m sure you would like.” “Are you kidding me??” “No, why?..” Ich konnte es nicht fassen – noch mehr Pferde? Die Sonne brannte auf meine Oberschenkel, und Riven scharrte ungeduldig. «Coop?», fragte ich, um zu sehen ob sie noch dran war. «Yes?» «I have to think about it – and discuss with Jonas…” “No Problem. Hey – is it so very hot in England, too? We had to train the horses even earlier in the morning than usual. At eight o’clock it was already 77 °F over here…” “Yeah Cooper, I’m drowning in my own sweat right now. That’s why – let’s hang up, I really need to go take a bath together with my horse”, drängte ich. “Oh my, you’re still out? I’m sitting here with an ice cream, enjoying the fan in front of me.” “Whatever. Bye, I’ll call you back later.” Ich hängte lächelnd auf, dann stopfte ich das Smartphone in die Po-Tasche und ritt Riven zügig zum Hauptstall zurück. Ich sprühte sie gründlich von Huf bis Kopf ab und streifte dann das überschüssige Wasser mit dem Schweissmesser ab. Sie schnaubte ein paarmal und hielt den Hals entspannt waagrecht. «That’s much better girl, right?», murmelte ich liebevoll. Ich wusch mir selbst rasch das Gesicht, dann führte ich die Stute in ihre Box, wo sie bis zum Abend bleiben würde – wir stellten die Pferde im Sommer erst Abends auf die Weide, um sie nicht den Bremsen zu servieren. In der Stallgasse des Hauptstalls war es zum Glück etwas kühler als draussen. Alle Fenster waren geöffnet und eine leichte Brise sorgte für gelegentlichen Luftaustausch. Trotzdem machte ich mir natürlich Gedanken, wie man es den Pferden noch angenehmer machen konnte. Eine Klimaanlage im ganzen Stall kam jedoch leider nicht in Frage – die Stromkosten wären nicht tragbar. Etwas Besseres fiel mir momentan auch nicht ein. Ich begab mich ins Haus, um das Mittagessen, ein Birchermüsli mit Früchten, vorzubereiten. Auf etwas warmes hatte niemand Lust. Zum Nachtisch gab’s dann auch ein Eis. Lily hatte im Supermarkt Wassereis gefunden, in das Gummibärchen eingefroren waren. Unerwartet lecker für ein vermutlich überzuckertes, künstlich gefärbtes Produkt. Ich rollte die Augen beim blossen Gedanken daran und schleckte genüsslich weiter. Beiläufig stellte ich mich neben Jonas und lehnte mich leicht an ihn. Er durchschaute mich sofort. «Was führst du jetzt wieder im Schilde?» «Gar nichts. Verdächtige mich doch nicht immer gleich.» «Dann darfst du mir aber keinen Grund dafür geben.» «…Okay, nächstes Mal. Cooper hat angerufen…» Ich brauchte gar nicht weiterzureden. «Noch mehr Pferde??» Ich stiess ein kleinlautes «Ja» aus. Sein Tonfall wurde ernst. «Wir müssen noch mehr anbauen, wenn das so weiter geht. Der Hauptstall hatte noch nie, seit ich hier bin zumindest, alle Boxen besetzt. Zum Glück ist die Besitzerin von Muskat letztens mit ihm umgezogen, sonst hätten wir sogar eine zu wenig gehabt." "Ich weiss ja... Ich hatte auch nicht vor, so viele aufzunehmen. Aber ich kann doch unsere alten Freunde nicht im Stich lassen! Ich meine - Felicita kommt zurück! Ich kann es kaum fassen, dass ich sie nach so langer Zeit wiedersehe. Ich bin so gespannt darauf wie sie jetzt ist. Sie muss inzwischen richtig erwachsen und zuverlässig geworden sein. Aber sie war sowieso immer schon ein Schatz." "Nichts desto trotz müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht zu viel aufhalsen. Vermutlich müssen wir noch einen Pfleger mehr einstellen, und die ganzen Kosten für Tierarztbesuche und Futter darfst du auch nicht vergessen. Bisher kamen wir relativ sorglos über die Runden, aber mit so vielen Mäulern zu stopfen wird das nicht ewig so bleiben." Ich seufzte. Er hatte vollkommen recht, das war mir auch bewusst. Ich sah ihn nicht direkt an, meinte aber: "Die Saison ist noch lange nicht zuende. Iskierka ist dieses Jahr noch stärker als sonst und wir haben mit Counterfire und Daedra gleich zwei ausgezeichnete Jungpferde am Start. Cool Cat und Kaythara sind ebenfalls beinahe ungeschlagen - und vergessen wir mal nicht Raving Hope Slayer, dessen volles Potential wir noch gar nicht kennen. Ich wollte mit Oliver sowieso darüber sprechen, ob wir uns im September mit Counterfire an die St. Leger Stakes in Doncaster wagen können." "Die St. Leger Stakes?? Glaubst du sie hat ne Chance? Das ist ein Gruppe-1 Rennen, und erst noch das älteste der British Classics - Es geht über 2900 Meter! So eine Distanz ist Daedra bisher nie gelaufen." "...und das Preisgeld für den Sieger ist £421,355", stellte ich beiläufig fest. "Und Oliver meint, dass sie das kann?" "Sie ist ungeschlagen, Jonas. Keiner der Zweijährigen konnte ihr das Wasser reichen, und die Dreijährigen können es bisher auch nicht. Oliver wird mir sicher zustimmen."

      "You wanna do WHAT?!?" Oliver sah mich an, als hätte ich mein letztes bisschen Vernunft an die Schwalben unter dem Dach des Hauptstalls verfüttert. "Well, don't you always rave about how she is oh so outstanding and should race group-1?" "That's a completely different story! What you are suggesting ist Great Britain's oldest classic race, the last race of the tripple crown! This is not some freshwater race like the ones that we've done so far. This one is of international importance!" "You fear that she could embarrass you in front of international trainers. You're a coward." "I'm only being realistic!" "I think we should give her a chance to prove herself." "I think you should ask her first, if she wants to run a whole Mile and six furlongs against three-year-olds that were trained specifically for that." "There's still time to train her specifically, too." Schweigen stellte sich für einen Moment ein. Oliver sah nachdenklich aus, und ich überlegte mir, ob ich mit meiner Idee vielleicht doch zu sehr nach den Sternen griff. Schliesslich ergriff Oliver wieder das Wort. "We would have to train hard to achieve this level of stamina. We would have to train her first in the morning, and even then it will still be too warm for that amount of training. You know I will try to fulfill your every wish, but only if you are sure about it. I don't want to hear another harangue from you about how I abuse your precious horsey-babies and about how overambitious I am. You still remember our little discussion after Frame's accident, don't you?" Ich zögerte. "Yes - and you're right, it probably is a stupid idea. I still thought you would be more excited and help me get upbeat about it, too." Er fixierte mich mit ernster Miene. "I AM excited about it. I would gladly try to train a champion horse for a challenge like that. But my experience tells me that you will not let me finish the plan once you realise what you're asking of that horse." Entschieden antwortete ich: "I will. I will agree with whatever you deem necessary, as long as Counterfire does not get hurt in the process. I will keep an eye on you, but I will not blame you if something goes wrong. I promise." "It's decided then. We start tomorrow, we have a lot to catch up on." Ich nickte, unsicher, ob ich erleichtert oder besorgt sein sollte. Auch wenn ich es schönzureden versuchte - ich hatte im Grunde genau das vor, wofür ich so viele andere Rennpferdebesitzer anprangerte: Geldverdienen.

      Später am Nachmittag rief ich Cooper erneut an und bestätigte, dass ich Odyn, Felicita und die Stute namens Deadly Ambition bei mir aufnehmen würde. Ich setzte alle Hebel für den Einflug der drei aus Kanada in Gang, dann ging ich in den Stutenoffenstall, um Shadow zu holen; aber vorher zog ich meine Badesachen an. Die Stute hatte mit ihrem schwarzen Fell noch heisser als die anderen und brauchte dringend eine Abkühlung. Und wo bekam man die besser, als bei der Badestelle im Fluss nebenan? Lily, und auch Lea, die gerade um fünf Uhr gekommen war, stiessen begeistert hinzu. Lea durfte einen Badeanzug von Lily ausleihen. Sie nahm ihren Ponyhengst All Pride, während Lily die ebenfalls dunkle Nosferatu auswählte. Die beiden Ponys kannten sich übrigens bereits von früher: sie hatten ziemlich lange auf dem selben Gestüt gelebt. Kurz bevor wir losreiten wollten, kam Jonas in seinen Badehosen über den heissen Asphalt gejoggt - ausrufend, dass er auch noch mitwolle. Er holte Dod aus dem Nordstall. Wir warteten ungeduldig in der heissen Sonne auf ihn, aber er beeilte sich zum Glück. "Man darf die Ladies nicht warten lassen, stimmt's?" Wir rollten allesamt die Augen, dann machten wir uns auf den Weg. Ich war unglaublich froh, als wir das Wasser erreichten, denn ich klebte förmlich auf Shadows Rücken fest und ihr Fell war richtig heiss zum Berühren. Die Pferde stiegen bereitwillig das Ufer hinunter und auch sofort stampfend ins Wasser. Der Fluss führte trotz der Hitze noch relativ viel Wasser, vermutlich weil es zuvor lange geregnet hatte. Wir genossen die Abkühlung eine ganze Dreiviertelstunde lang, ehe die Vierbeiner ungeduldig wurden und wir uns auf den Heimweg machen mussten. Dort lockte nämlich das Kraftfutter.
      30 Juni 2019

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      Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, PFS‘ A Winter's Tale, Daedra, PFS' Counterfire, tc Miss Moneypenny, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Colours of Life


      „Thinking about the St. Leger Stakes, there is mainly one big problem for us: the distance. 1 mile, 6 furlongs and 115 yards is challenging, and Counterfire never raced that far before. Any stayer-type horses will have a big advantage and we are likely to run out of energy before we get to the final two furlongs. So our focus must lie on training stamina and strength for a massive acceleration at the very end of the race.” Oliver und ich sassen in der Reiterstube und sahen uns auf dem Smartphone Videos von vergangenen St. Leger Stakes an. „Watch him come from way behind there. That’s what we need to aim for.” “But that’s not really Counterfires style, is it? She likes to run at front and stay there rather than wait behind…” “We have to try. She cannot stay in front over such a distance.” Wir erhoben uns entschlossen von unseren Plätzen und begaben uns zum Hauptstall. Die Jockeys und Ajith sattelten bereits. „Everyone feeling good today?“, fragte ich in die Runde, als sie nach draussen zum Aufsteigen kamen. „Aye boss“, klang es von Quinn zurück, wie immer leicht neckisch. „You are exactly the right person to say so, Miss Callahan. Your mount is our St. Leger champion horse to be, after all.” “We’ll see about that”, murrte Oliver, kaum überzeugt. Ich wusste aber, weil ich ihn seit Jahren schon kannte, dass er innerlich brodelte und es kaum erwarten konnte, Counterfire im September rennen zu sehen. Die anwesenden Pferde für die erste Trainingsgruppe waren eben Counterfire, Deadra, Mambo, Sarabi, Dolly und die etwas ältere Miss Moneypenny. Thalia hatte ich für heute in die nachfolgende Gruppe gesteckt, weil wir sonst nicht genug Jockeys hatten. Penny hatte bereits Erfahrung mit weiteren Distanzen und würde dafür sorgen, dass Counterfire sich bis zum Schluss anstrengen musste. Die Fuchsstute war nämlich wie die meisten Rennpferde motivierter, wenn sie im Kopf-an-Kopf Stil trainiert wurde. Ich selbst gesellte mich zu Oliver zu den Rails und beobachtete das Geschehen, ohne selbst mitzumischen. Wir hatten nämlich noch viel zu fachsimpeln und zu diskutieren, während das Training lief. Oliver gab Quinn nach dem Einwärmen ein Mikrofon, das sie sich hinters Ohr klemmen musste. Damit konnten wir während der ganzen Runde mit ihr in Kontakt bleiben und ihr direkt Anweisungen geben. Dann stellten sich die Pferd-Jockey-Paare zu einem freien Start auf. Oliver gab das Zeichen, woraufhin alle losschossen. Wie besprochen galoppierten Penny und Counterfire in einem taktgleichen, für Rennverhältnisse ruhigen Tempo nebeneinander. Die übrigen Jockeys achteten darauf, aus dem Weg zu bleiben und ihr eigenes Intervalltraining ganz normal zu absolvieren. Nach 1‘200 Metern bremsten sie ab und liessen ihre Reittiere in den Trab fallen. Nur Daedra schien sichtlich unzufrieden, als Counterfire und Penny einfach weiterliefen und davonzogen. Ich stellte mit dem Feldstecher schmunzelnd fest, dass Parker alle Mühe hatte, die Rappstute durchzuparieren. Dann suchte ich durch die Gläser wieder Counterfires Position auf. Die beiden Stuten liefen noch immer dicht beieinander und streckten sich rhytmisch. Allerdings schien es spätestens nach 2‘000 absolvierten Metern so, als müsste Counterfire schon deutlich mehr Kraft aufwenden, um sich neben Penny halten zu können. Als die beiden schliesslich ab 2500 Metern zum Endspurt ansetzten, fiel Counterfire hoffnungslos immer weiter zurück. Sie trudelte schliesslich stark atmend drei Längen hinter Penny bei der Zielmarkierung ein. Oliver und ich sahen uns an; wir beide wussten, dass wir noch viel Arbeit vor uns hatten. Counterfire schlich am langen Zügel zurück zum Hauptstall, wo sie sofort abgesattelt und eifrig von Ajith umsorgt wurde. Sie sah ziemlich müde aus, aber das war zu erwarten gewesen. Ich klopfte ihr auf den verschwitzten, orangenen Hals und murmelte „don’t worry baby, it will get easier.“

      Die zweite Gruppe hatte eine interessante Konstellation. Wir liessen nämlich Thalia und Life zusammen mit Felicita, Deadly Ambition und Odyn laufen. Die drei „neuen“ mussten heute ihren Trainingsstand demonstrieren, denn ich hatte keine Ahnung, auf welchem Niveau sie liefen. Klar war hingegen, dass alle drei eher anspruchsvolle Zeitgenossen waren, die vor allem mit ihrem eigenen Charakter zu kämpfen hatten. „Sensibelchen, wie sie im Buche stehen“, meinte Jonas dazu, als er beobachtete, wie die drei draussen schon beim Aufsteigen zappelten. Felicita war diesbezüglich noch ganz die alte. Auch Quinn schwelgte in Erinnerungen. „I still remember the first time I rode her. She freaked out because of a blackbird. I did not exactly love her for that.” “And yet you begged to ride her today”, bemerkte ich zwinkernd. “Of course! Are you not at all curious about her progress?” “I am.” Unsere Gruppe von Zwei- und Vierbeinern lief gemeinsam zur Bahn. Zunächst wurde fleissig aufgewärmt, dann gab es wiederum einen freien Start – die Maschine wollten wir ein anderes Mal mit den Neulingen austesten. Deadly setzte sich sofort an die Spitze der kleinen Herde. Interessiert beobachtete ich, wie sich die blonde Stute kraftvoll streckte. Sie hatte eine schöne Galoppade und griff weit vor. „This is quality“, stellte auch Oliver laut fest. Ich nickte zufrieden. Am Ende überraschte uns aber eher Odyn. Er war mit seinen neun Jahren schon so etwas wie ein Veteran im Rennsport, und ich war mir unschlüssig gewesen, ob ich ihn überhaupt noch rennen lassen wollte. Aber als Oliver und ich sahen, wie der rote Hengst sich mit kraftvollen, mühelosen Sprüngen vor seine deutlich jüngeren Mitstreiter setzte, waren wir uns sofort einig, dass er noch ein, zwei Seasons vor sich hatte, wenn seine Gesundheit es zuliess. „I think I just fell in love“, hauchte ich zum Chef-Trainer von Pineforest Stable. Der lächelte schief und meinte nur: „Careful, or Jonas might get jealous.“ Felicita schwankte ein wenig und kam nicht so richtig in Fahrt – offenbar war sie Grasboden nicht mehr so gewohnt. Ich glaubte zu wissen, dass es in Amerika drüben viele Sandbahnen gab. Ob es allein daran lag, war aber schwierig festzulegen. Sie war nunmal auch schon acht Jahre alt und damit wie Odyn eigentlich eher auf der abnehmenden Seite des Hügels angelangt. Oliver nahm mir die Aussprache der Gadanken ab und schlug vor, die Stute aus dem Rennsport zurückzuziehen. Vielleicht wartete eine neue Karriere als Springpferd und Zuchtstute auf sie. Das heutige Training hatte ihr aber sicherlich nochmal gut getan. Life und Thalia liefen übrigens brav ihre gewohnten Zeiten. Man konnte nicht jeden Tag neue Bahnrekorde erwarten, und bei ihnen ging es ohnehin im Moment eher darum, Muskulatur und Ausdauer aufzubauen.
      30 Juni 2019
    • Occulta
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      Felicita II

      Es war ein herrlicher Sommerabend, den ich nutzte, um Felicita ein wenig im Springen zu fördern. Ich wollte die Stute fit für die bevorstehenden Turniere machen, denn sie musste noch fleissig Erfolge sammeln, damit sie ihre Zuchtzulassung bekam. Ich bürstete die Stute sauber, was aufgrund des guten Wetters der letzten Tage nicht allzu aufwändig war, und kratzte ihre Hufe aus. Sie gab mir alle vier brav. Zufrieden klopfte ich ihr auf die Kruppe und holte den Springsattel aus der Sattelkammer. Beim Gurten machte sie einen unsicheren Schritt nach vorne, blieb dann aber geduldig stehen. Ich achtete darauf, den Gurt noch nicht zu fest zu ziehen, damit es ihr nicht unangenehm wurde. Dann zäumte ich sie, zog mir den Reithelm an und führte sie zum Reitplatz. Eine sanfte Brise durchmischte die schwülheisse Sommerluft, sodass es gerade aushaltbar wurde. Aber vermutlich würden wir nach dem Springen wohl trotzdem beide Baden müssen. So war das nunmal in der heissen Jahreszeit; man konnte ja dennoch nicht die ganze Zeit faul rumstehen. Auf dem Platz gurtete ich nach und stieg auf. Dann ritt ich Felicita warm, ehe ich angaloppierte und ein paar kleine Volten von ihr forderte. Sie machte willig mit und liess sich gut stellen. Schliesslich begann ich mit ein paar niedrigen Hindernissen, um sie auf die kommende Aufgabe einzustellen. Unser erster richtiger Sprung war ein rot-weisser Steilsprung, gestellt auf einen Meter. Danach überwand ich mehrere Einzelhindernisse mit ihr, bis wir auf M-Höhe angelangt waren. Ich begann mit der Zeit auch, Hindernisse aneinander zu hängen und legte dabei ein besonderes Augenmerk auf gebrochene Linien. Die Stute blieb konzentriert, obwohl es schon fast Fütterungszeit war. Ich schätzte das sehr und lobte sie entsprechend ausgiebig, als sie den letzten Parcours, den ich mir am Ende noch ausgedacht hatte, fehlerfrei absolvierte. Es hatte zwar nicht ganz überall perfekt von der Distanz her gepasst, weil sie gegen Schluss nun doch etwas heiss wurde; aber ich kniff ein Auge zu weil ich selbst ganz schön warm bekommen hatte. Ich ritt noch ein wenig Schritt, dann sattelte ich die Stute ab und duschte sie, ehe sie ihr Abendessen bekam.
    • Occulta
      Stutenkörung mit Deadly Ambition und Felicita

      Es war so weit, meine beiden Stuten Deadly Ambition und Felicita, die ich beide erst vor kurzem wieder auf Pineforest hatte begrüssen dürfen, wollte ich heute an einer Stutenkörung vorstellen. Die beiden erwarteten Fohlen für den kommenden Frühling, also musste ich mich beeilen, die nötigen Formalitäten zu klären, damit die Fohlen volle Papiere haben würden. Ich machte mir keine Sorgen über das Resultat der Körung, denn beide waren Musterexemplare von Vollblütern und hatten nicht nur tolle Abstammungen, sondern auch schon einige Erfolge im Sport vorzuweisen. Sie wurden heute beritten vorgestellt.
      Zunächst war Deadly Ambition dran. Die Fuchsstute war nicht gerade dafür bekannt, ein frommes Tier zu sein. Das zeigte sie auch heute wieder. Sie wartete nur ungern auf den Beginn der Kür, und einmal in der Halle angekommen, waren ihr die Tribüne und der Richtertisch alles andere als geheuer. Ich überzeugte sie dennoch irgendwie, dass sie hier nicht gefressen wurde und hielt zum Grüssen vor den Richtern. Ich hatte schon länger keine Kür mehr geritten, deshalb war ich etwas aus der Übung. Aber wir meisterten alle drei Gangarten auf beide Seiten und konnten auch mit einer exakten Schlangenlinie, einem schön geraden Wechsel durch die Mittellinie und einer sauberen Schulterwendung brillieren. Nur den letzten Galopp vereitelte mir die hübsche Fuchsstute leider, indem sie meinte, einen Sprint nehmen zu müssen. Ich fing sie zwar kurz darauf wieder ab, aber dafür würden wir womöglich etwas Abzug in der Rittigkeit bekommen. Ich lobte Deadly Ambition trotzdem ausgiebig, sobald wir uns erneut vor den Richtern positioniert und sie mit Gruss verabschiedet hatten. Draussen bekam sie dann auch noch zwei Leckerlis für ihre Leistung. Danach sattelte ich auf Felicita um.

      Nachdem ich mit Deadly Ambition eine anständige Vorstellung abgeliefert hatte, war nun auch Felicita dran. Sie war nicht geschoren und erinnerte mit ihren Plüschigen Ohren ein wenig einem Teddybär. Ihr Fell war aber immernoch kurz genug, dass sie nicht übermässig schwitzte - jedenfalls war das bisher im Training so gewesen. Ich führte sie vom Parkplatz zur Halle und Stieg auf. Zunächst mussten wir uns noch einen Moment lang aufwärmen; dazu blieben uns etwa zwölf Minuten. Ich machte in dieser Zeit viele Übergänge, damit sie schön durchlässig wurde. Gut vorbereitet betraten wir die Halle und grüssten die Richter. Ich ritt im Trab an und bog zunächst auf eine grosse Schlangenlinie. Danach folgten ein diagonaler Wechsel und eine grosse Mittelvolte. Nach letzterer galoppierten wir an und ich leiss sie auf der ganzen Bahn ein wenig strecken. Sie zeigte einen balancierten, stabilen Galopp und liess sich auch schön durch die Ecken lenken. Wir bogen durch die Breite der Bahn und machten dabei einen fliegenden Wechsel in der Mitte. Auch auf diese Hand zeigte ich den fleissigen Galopp von Felicita. Dann parierte ich sie in den Schritt durch und liess sie die Zügel aus der Hand kauen. Sie streckte sich sofort nach unten und schnaubte zufrieden. Ich musste mich zurückhalten, sie nicht zu offensichlich dafür zu loben. Stattdessen sass ich gerade und wechselte abermals durch die Breite der Bahn. Schliesslich trabten wir wieder an, bogen auf die Mittellinie und beendeten die Kür mit einem erneuten Gruss an die Richter. Ich klopfte Felicita zufrieden auf den Hals und ritt sie am langen Zügel aus der Halle.
    • Occulta
      Neujahr ohne Schnee – oh jehmineh
      Khiara El Assuad, Indiana, Vai Alida, Coulee, Gleam of Light, Caspian of the Moonlightvalley, Spotted Timeout, Shades of Gray, A Winter’s Day, Compliment, PFS’ Stromer’s Painting Gold, Cabinet of Caligari, PFS’ Captured in Time, tc Miss Moneypenny, PFS’ Cryptic Spots, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Snap in Style, Thomas, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer, Estragon Sky, Ljóski, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Halluzination, PFS’ Ravissante, Cinnemont’s History, Eismärchen, Moon Kiddy, Feline, Lovely Summertime, PFS’ Dancin’ to Jazz, Maekja van Ghosts, PFS‘ Dahu

      Die Festtage waren auf Pineforest stressig wie immer gewesen. Wir mussten auch an Weihnachten jeweils die Versorgung der Pferde gewährleisten und trotzdem den Pflegern irgendwie die verdiente Auszeit mit ihren Familien gönnen. Dies erforderte gründliche Planung. Zum Glück war niemand kurzfristig krank geworden, sonst wäre alles durcheinander geraten. Irgendwie hatten wir die besinnliche Zeit überlebt, und der Start ins neue Jahr war ebenfalls gelungen. Schade war nur, dass es die ganze Zeit über nicht geschneit hatte, weder an Weihnachten noch zu Silvester. Ich vermisste die Galopps im weissen Pulver und das Schlitteln inzwischen so sehr, dass ich mir überlegte, einen Trip irgendwo in den Norden zu machen. Aber dazu fehlte mir schlichtweg die Zeit. Inzwischen ging alles wieder seinen gewohnten Gang - zumindest fast. Ein paar Pferde mussten das Gestüt in nächster Zeit verlassen, um Platz zu schaffen für den im Frühling erwarteten Nachwuchs. Ich hatte mich lange mit der Entscheidung gequält, wen das betreffen würde. Sie sind ja nicht von der Welt, erinnerte ich mich immer wieder, doch es tröstete nur bedingt. Schliesslich hatte ich mich dazu entschlossen, dass Felicita, Deadly Ambition, Campina und Savory Blossom nach dem Absetzen ihrer Fohlen an Bekannte von mir verkauft werden würden. Dort erwartete sie ein toller Endplatz mit viel Weidegang und langen Ausritten. Bauchschmerzen bereitete mir, dass ich Lily irgendwie beibringen musste, dass ich White Dream verkauft hatte. Eine Verwandte von Lisa war auf der Suche nach einem Pony für ihre Tochter gewesen, und Dream war einfach perfekt dafür. Aber ich befürchtete, dass Lily alles andere als erfreut darüber sein würde, denn sie hing sehr an Skydives Mama. Merino und Simba sollten kastriert und an ambitionierte Nachwuchsreiter geliehen werden. Bei den beiden schmerzte es besonders, denn ich hatte sie hier aufwachsen sehen und sie lagen mir sehr am Herzen. Aber ich konnte nunmal einfach nicht unbegrenzt viele Pferde unterbringen, und aus züchterischer Sicht war es sinnvoller, Deckhengste anderer Blutlinien einzusetzen. Trost fand ich in der Vorfreude auf das Fohlen von Merino - einen Nachkommen von ihm hatte ich trotz allem gewollt, damit das ganze Theater mit der Körung nicht umsonst gewesen war. Zuerst wurde aber die Geburt von Ronjas Nachwuchs erwartet, und zwar schon in wenigen Tagen. Es handelte sich dabei zugegebenermassen um ein kleines Experiment, denn ich hatte schon seit Jahren überlegt, ein Fohlen aus ihr und Burggraf zu Züchten. Das machte Sinn, um die seltene Farbe der beiden womöglich reinzuzüchten – oder zumindest weiter zu erhalten. Wenn ich Pech hatte, konnte das Fohlen aber auch gewöhnlich braun oder schwarz werden; ausserdem brachte Inzucht natürlich immer ein gewisses Risiko mit sich. Wir hatten die beiden Achal Tekkiner zwar im Voraus zur Sicherheit auf häufige Erbkrankheiten getestet, aber ein Restrisiko blieb immer. Ich war aber zuversichtlich, dass das Fohlen gesund zur Welt kommen würde. Weiteren Nachwuchs erwarteten wir übrigens auch bei den Reitponys: Cinni war tragend von einem schicken Palominohengst namens Feuervogel. Ich war gespannt, welche Farbe das Fohlen bekommen würde. Auch Lily war schon ganz ungeduldig. Und dann erwarteten wir auch noch Nachwuchs von unserer neuen Stute Eismärchen. Der Vater war Navy Sniper, es würde für beide Elternteile das erste Fohlen werden. Ich machte mir aber keine Sorgen, dass die halbblinde Stute eine gute Mutter werden würde - schliesslich hatte sie solch einen goldigen Charakter. Und zuletzt erwartete ich gespannt das Fohlen meiner neuen Isländerstute Maekja, die ich erst vor kurzem erworben hatte. Sie war eine Tochter des bekannten Fuchshengstes Mellamo, dessen heimlicher Fan ich schon seit langem war.

      Ich machte mich an diesem Morgen wie immer zuerst auf den Weg in den Hauptstall, wo ich dem Training der Vollblüter beiwohnte. Allerdings ritt ich nur in einer Gruppe mit, nämlich auf meinem geliebten Winter. Shades of Gray überholte uns beim Kopf-an-Kopf Sprint gnadenlos – offenbar war der schneeweisse Vollbluthengst heute nicht in Bestform. Ich verwöhnte ihn nach der Arbeit trotzdem mit Karotten und brachte ihn mit einer kuscheligen Fleece-Decke in den Freilauftrainer, wo er trocknen konnte. In der kalten Morgenluft dampften die frisch trainierten Pferde richtiggehend. Spotted Timeout und Gleam of Light trieben etwas Blödsinn im Karussell: Spot lief absichtlich langsam und liess sein Hinterteil das Trenngitter berühren, während Light ihn durch das Metallgeflecht angiftete. „Er provoziert ihn regelrecht“, meinte auch Parker augenrollend. Ich lief eine Runde mit und trieb Spot mit fuchtelnden Armen vorwärts, danach benahmen sich die beiden einigermassen. Als ich zurück in die Stallgasse schlenderte, um die Putzsachen von Winter zu verräumen, hätte Zira, die mir seit dem Absteigen wieder wie ein Schatten folgte, beinahe eine Maus erwischt, die sich jedoch gerade noch in die Sattelkammer retten konnte. „Von denen hat es auch wieder zu viele, was meine Süsse?“, murmelte ich an die Malinois Hündin gewandt. Sie sah mich erwartungsvoll an, also knuddelte ich sie rasch. Die nächste Gruppe wurde bereits in der Stallgasse gesattelt. Ich lief an Mambo vorbei direkt zu einem altbekannten Neuling: Snap in Style. Erneut hatte ich ihn von einer Kollegin zurückgekauft, und diesmal hatte ich nicht vor, ihn wieder herzugeben. Er hatte sich inzwischen von dem schlaksigen Jungtier, dessen Bild ich noch klar im Kopf hatte, zu einem kräftigen Rennpferd gemausert. Mambo war jetzt in dieser Gruppe also nicht mehr der einzige Hahn im Korb. A Winter’s Tale, Counterfire, Sarabi und Dolly standen bereits draussen bereit, als ich den Hauptstall verliess, um zum Nebenstall zu laufen. Ich wechselte noch kurz ein Wort mit Oliver, dann öffnete ich Halluzinations Boxentür. Die Fuchsstute schien nicht allzu begeistert von meinem frühen Besuch. Sie rümpfte die Nase und bewegte sich kein Bisschen auf mich zu. „Was ist denn das für eine Begrüssung?“, motzte ich liebevoll. Wenigstens dreht sie sich nicht gleich weg. Ich lief zu ihr hin und bot ihr ein Karottenstück an. Dadurch taute sie sofort auf und liess sich brav aufhalftern. Ich putzte sie im Eilgang durch – das kurz geschorene Fell unter ihrer Decke war ohnehin sauber – und sattelte sie mit ihrem Dressursattel. In der Halle war bereits Lisa mit Artemis. Sie hatte zwei Cavaletti auf der Mittellinie platziert und übte mit dem Schimmel Galoppwechsel. Wenig später stiessen auch Jonas mit Loki und Darren mit Circus Dancer dazu. Eine Weile ritten wir alle stumm und konzentriert, möglichst ohne einander in den Weg zukommen. Man hörte nur die Huftritte im Hallensand und das gelegentliche schnauben eines Pferdes. Beim Ausschreiten plauderten wir dann wieder ausgelassen miteinander, während die Pferde sich strecken durften. Als David mit Thomas reinkam, kratzte ich gerade Hallus Hufe aus. „Ahh, good Timing – we’re already finished, so you have enough space”, scherzte ich als Andeutung auf die Grösse des Scheckhengstes. Hallu bekam ihre Belohnung und eine kurze Rückenmassage. Es wurde langsam hell, als ich mich auf den Weg zum Offenstall der Stuten machte. Offenbar war ich die erste, die die Weide heute betrat, denn das Stalltor war noch geschlossen. Ich schob es auf und liess die Stuten raus auf das spährliche Wintergras. Jazz schob sich vor allen anderen als erste an mir vorbei in die Freiheit und der Stall leerte sich langsam; als letzte Nachzügler folgten Feline und Summer. Nur eine Stute blieb zurück – oder auf den zweiten Blick doch zwei. „Oh my! I didn’t expect to see you already today. Hello little sweetheart!” Neugierig näherte ich mich der schlaksigen kleinen Gestalt, die neben Ronja im Stroh lag. Das Fohlen sah zu meinem Entzücken genau gleich aus wie seine Eltern: es hatte dieselbe seltsame, zweifarbige Scheckung. Der Kopf erinnerte mich sehr an den seiner Mutter, denn er hatte ebenfalls einen hohen Weissanteil und nur ein paar Flecken an Nüstern und Augen. Die kleine war wohl noch nicht aufgestanden, machte aber einen gesunden ersten Eindruck. Begeistert beobachtete ich sie eine Weile, ohne zu nahe heranzugehen. Ich durfte die ersten Momente von Mutter und Tochter nicht stören. Ronja beschnupperte das Fohlen immer wieder, als wollte sie sichergehen, dass es noch da war. Die kleine machte kurz darauf Aufstehversuche – vermutlich hatte sie zuvor schon damit begonnen, war aber durch mein Eintreten unterbrochen worden. Jedenfalls stand sie bereits nach wenigen Minuten auf ihren wackeligen Beinen. Ich hätte den ganzen Tag zusehen können, aber die Arbeit rief, und ich erinnerte mich, weshalb ich eigentlich hergekommen war. „Moon!“ Die Stute wandte mir draussen sofort den Kopf zu, als sie ihren Namen hörte, und kam auf mich zu. Ich streichelte sie und führte sie am Halfter zum Stall. Dort band ich sie an einem der Halteringe and der Wand an und machte sie startklar für einen ausgiebigen Ausritt mit Jonas und Co Pilot. Wir entkamen dabei gerade noch einer ganzen Horde von Pflegern, nämlich Lisa, Anne, Darren, Alan und Jason, die allesamt mit Bacardi, Khiara, Life, Indiana und Sniper auch gerade raus in den Wald wollten. Da sowohl Jonas als auch mir aber gerade eher nach einem entspannten Ausritt zu zweit zumute war, schlichen wir uns vor ihnen weg. Wir kehrten vor dem Mittag zurück und ich kümmerte mich anschliessend noch um Ravissante, ehe ich kochen ging. Die Stute musste ein ausgiebiges Training mit Cavaletti über sich ergehen lassen, dass ihr vielleicht sogar ein wenig Muskelkater beschehren würde. Aber es war wichtig, dass sie ihre Koordination verbesserte und ihre vier Beine in den Griff bekam. Die Cavaletti halfen dabei, ihr einen Takt vorzugeben und ihren (und auch meinen) Sinn für die Abstände zu schulen. Sie wurde im Verlauf des Trainings etwas heftig - ich vermutete, dass ihre Konzentration nachliess. Deshalb wählte ich als letzte Übung nur noch eine Art Slalom mit Seitwärtsverschiebungen im Schritt, damit wir positiv abschliessen konnten. Es war eben noch kein Meister vom Himmel gefallen.

      Nach dem Mittag brachte ich Caspian, Compliment und Cryptic zusammen auf eine der kleineren Weiden. Auf der grossen unteren Weide, die neben dem Stutenoffenstall, durften zuerst Goldy, Ciela, Caligari, Penny und Primo sich austoben. Das war ein wenig zum Problem geworden in letzter Zeit: besonders viel Gras hatte es nicht mehr, dadurch wurde den Pferden rasch langweilig. Sie rannten häufiger herum und spielten ruppig miteinander, nebenbei pflügten sie das letzte bisschen intakten Weideboden um. Wenigstens hatten wir für den Frühling die ganz grossen Weiden ausserhalb. Womöglich würden wir sie dieses Jahr aufteilen müssen, bis die kleineren sich erholt hatten. Als ich summend von den Weiden zurück zum Hauptstall lief, sah ich gerade Oliver mit Vai Alida losreiten. Ich wünschte ihm einen schönen Ausritt. Dann streckte ich mich genüsslich, um mich für die restlichen Aufgaben des Tages zu wappnen. Am Horizont meinte ich, ein paar verdächtig aussehende Wolken zu sichten. Vielleicht endlich der erste Schnee im neuen Jahr?
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  • Album:
    Gnadenweide
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    Occulta
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    30 Juli 2019
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  • Offizieller HG

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    Vom: -

    Aus der: -


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    Rufname: Cita
    Geburtstag: 24.03.
    Alter: 9 Jahre
    Stockmaß: 1.73 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Braun
    (EE,Aat)
    Abzeichen: Halbweisser Fuss HR, weisse Fessel VL, unregelmässige Blesse, weisses Kinn
    Gesundheit: sehr gut


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    Manchmal zickig, scheu, sensibel


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    Felicita ist eine eher schüchterne Stute. Sie lässt sich leicht erschrecken und mag es nicht, wenn fremde Leute mit ihr arbeiten. Sie ist ziemlich sensibel. Aber sie kann auch anders: Wenn sie jemanden gut kennt kann sie ganz schön zickig sein.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Ja
    Nachkommen: PFS' Global Riot
    Decktaxe: nicht leihbar!


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    Galopprennen Klasse: M
    Western Klasse: L
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: S
    Dressur Klasse: M
    Distanz Klasse: M
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Galopprennen, Military
    Eingeritten: Ja


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    [SK 466]
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    1. Platz 275. Dressurturnier
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    1. Platz 154. Militaryturnier
    1. Platz 198. Militaryturnier
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    2. Platz 149. Distanzturnier
    2. Platz 405. Distanzturnier
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    3. Platz 175. Militaryturnier
    3. Platz 196. Militaryturnier
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    3. Platz 265. Dressurturnier
    3. Platz 556. Dressurturnier
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    2. Platz 115. Synchronspringen
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    3. Platz 128. Synchronspringen
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    1. Platz 500. Westernturnier Wertung B
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    2. Platz 500. Westernturnier Wertung A

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    1. Platz 23. Synchronfahren
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    3. Platz 1. Wintercup Champions Rennen von Joelle-Galopp

    3. Platz Anfängerrennen der WCS


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    Cita's Spind​