Occulta

• Farasha, Araber ♀

Stute | Rappe

• Farasha, Araber ♀
Occulta, 13 Apr. 2019
Ezi, Rinnaja, Snoopy und 6 anderen gefällt das.
    • Occulta
      Alte Berichte:
      Monsterflosse
      Ein Prachtstück für Green Hills

      'Da bin ich also', murmelte ich, als der Flieger auf der Landespur des Johannesburg International Airport landete. "Südafrika", seufzte ich glücklich. Witzig war, dass mein Flieger genau dort landete, wo auch die Nationalmannschaft gelandet war, nur das diese wohl weniger in der Buisness-Class unterwegs gewesen war.

      Also wartete ich auf meine Tasche und nahm dann den Bus zu meinem Hotel. 5*-Luxus, ich gönne mir diesen Urlaub mal, wo ich doch die letzten Jahre ohne Unterbrechung täglich nur geackert hatte. Um den Hof musste ich mir keine Sorgen machen - schließlich hatte ich Sam, Jan, Anja und Sonja (sie hatten mich zu diesem Urlaub überredet). Es war wirklich ein tolles Hotel mit allem nur erdenklichen Luxus. Und am Mittwoch hatte ich noch eine Karte für das Spiel Deutschland - Argentinien sichern können. Also war ich rundum glücklich und machte mich erst einmal auf in den Wirlpool, in dem ich mit Jan telefonierte, um zu Wissen, wie es den Pferden ging. "Aalso", fing er an, "Larissa wollte heute nicht so Recht geputzt werden, aber geschafft haben wir es mit vereinten Kräften dann dennoch", er schmunzelte, "und an der Mähne von Ice Splash, bis wir die nach ihrem Schlamm-Wälzer wieder sauber gekriegt haben, oh oh. Über Seth brauch ich wohl nichts weiter zu erzählen - brav wie immer. Jap, und unsere Falabellas werden immer frecher, deshalb bringen wir allen im Moment ein paar Kunststückchen bei. Turn kann ja zum Glück schon ein paar, und den anderen macht es wirklich Spaß, außerdem fahren wir die Süßen auch noch jeden Tag aus. Prince, Caipi und Mysteri waren auch brav. Naja, Else kennst du ja, die Frechdächsin...das waren die Ponys. Jetzt zu den Großpferden: Roxi hing wie immer nur mit Joyna rum, du kennst die beiden ja. Genau wie Vegas, Finja und Freedom, die drei sollte man echt mal trennen, die sind ja noch schlimmer als Roxi und Joyna! Romeo war mal wieder ein Schatz, Sam hat sich sichtlich gefreut als er den Westernsattel in deiner Kammer gefunden hat und mit ihm Barrelracing machen konnte...das hat er übrigens auch mit Joyna, Roxi, Schmuselocke und Happen gemacht, Arriban durfte zusehen. Unsere beiden Tekken und Nori verstehen sich auch prächtig, besonders die beiden Tekken, die lieben sich", er kicherte, "Linara und Liebe wie immer auch unzertrennlich, Love tobt gerade glücklich auf der Koppel rum." Damit hatte er fast alle beschrieben. "Und die anderen Zuchtpferde?", hakte ich nach. "Über die Falabellas und über Löckchen und Joyna hab ich ja schon erzählt, Itchy guckt auf Carenté-Vorstellungen immer Philipp nach. Sali und Cala, einzigartige Dressurasse, das durfte Anja feststellen, und Moonlight hat gerade 'ne Schmusestunde mit Sonja hinter sich. Aber jetzt zum spannenden Teil, den Neuankömmlingen: Debüt ist gekommen, Goldherz hat gefohlt. Ein sehr hübscher Kohlfuchs. Jap, und Findu hat Bluebayou und Cui gebracht, die machen nnur zu gern bei unserem Kunststück-Training mit", man hörte ihm das grinsen an, "Albus der Riese ist auch da. Und bei Khia hast du auf keinen Fall einen Fehlkauf gemacht, die ist arg schnell. Ach, und Maifee und Joyna haben auch gefohlt." - "WAAS?!", kreischte ich ihm überglücklich ins Ohr, "du musst mir unbedingt mal Bilder mailen" - "Ja das mache ich", er lachte, "sind übrigens beide total hübsch, beides Stütchen. My Apocalypse Fohlen ist ein Red Spotted Leopard geworden, und Joyce ist was ganz besonderes. Ein Dark Bay Sabino. Und kein einfacher Sabino, sondern einer von der Stichelhaarigen Art mit der extravagenten Scheckung und viel Weiß" Ich freute mich richtig. "Aber ich muss jetzt wieder an die Arbeit, da will ein Zaun geflickt werden. Hab ja schon gesagt, Else war wieder frech..." Ich lachte laut auf, bevor wir uns verabschiedeten und auflegten.

      Nun hatte ich genug entspannt, ich stand auf, duschte und trocknete mich ab und zog mich an. Schließlich wollte ich noch ein wenig über die Straßen wandern und nicht zuletzt am Hotel unserer Nationalmannschaft vorbeischauen. Nur schauen, nicht fotografieren, nicht reden, nicht klingeln.

      Also schnappte ich mir Sonnenbrille und Handtasche und verließ das Hotel. Meine Haare wehten leicht im Wind und ich war immer leicht am Lächeln - zu glücklich war ich gerade.

      Am Straßenrand sah ich einen Südafrikaner, der gerade einen Sattel hochhob. Ich meinte, den Sattel zu kennen...jetzt war ich neugierig. "Hello", grinste ich, "Do you know where this saddle come from?" Er drehte sich um und meinte: "Hello. It's from Germany. Why do you ask me?" - "Oh, i think i know it" Ich grinste und sah, dass ein wenig der Polsterung abgetragen wurde. Das Pferd, welches ihn jetzt trug, musste einen ziemlich hohen Widerrist haben. Eins erkannte ich eindeutig: Der Sattel war aus meiner Hand. "I've buied it from a woman from Germany. Sadly it don't fit well. What else, anyway I have to sell my stallion", er seufzte traurig, ging dann in eine Gasse und bedeutete mir, mitzukommen. "Shall I try to fit the saddle to him? I''m a saddler. Okay, I seldom make new saddles because my stud is a very hard job." Er lachte - und ich hatte keine Ahnung ob er über mein Englisch lachte oder es nur pessimistisch gemeint war. "I have no money" Also war es pessimistisch gemeint. Na gut. "But I've got enough money so I don't need more." Er sah mich fragend an, worauf ich noch etwas hinzufügte: "I'll fit the saddle for free" Schon war er ein wenig glücklicher. "Thank you! But...you have a stud?" - "Yes, I have. Flair and I change our breeds at the moment so we dont breed any foals now. We search for stud horses at the moment." - "And wich breeds are you going to breed?", er biss sich auf die Lippe, es schien ihm zu schmerzen - warum auch immer. "Heavy Warmbloods, Criollos and Thoroughbreds. Why..?" Nun zeigte er auf einen wunderschönen, rosé-weißen, schlanken Vollbluthengst. "That's my stallion", antwortete er knapp und biss sich erneut auf die Lippe. Ich ging einen Schritt auf den Hengst zu und strich ihm über die Nüstern, während der Mann ihm den Sattel auflegte. 'Wie gut, dass ich für gewöhnlich Nadel, Faden und Nahttrenner dabei habe, ich dachte immer das wäre eine dumme, unnütze Angewohnheit', dachte ich bei mir und sah, wie viel zu hoch der Sattel um den Widerrist herum saß. Schnell bat ich den Mann, den Sattel so zu halten, dass ich an die Naht unterm Widerrist kommen würde. Das tat er und so trennte ich schnell die Naht auf, nahm ein wenig Polsterung herraus, glättete das Leder und nähte die Naht wieder zu. "You can try it if you want", meinte ich und er legte den Sattel auf - er passte perfekt.
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      "Thank you", meinte er aufrichtig, doch es schwang Traurigkeit in seinem Ton mit. "You said that you have a stud with Flair. Are you Monsterflosse...from Green Hills?" - "Yes, I am", ich grinste leicht, doch ich verstand nicht so recht. Was wollte er? Er redete weiter: "And you said that you search for stud horses, too. And you know that I must sell him....", er wollte nicht weitersprechen und lehnte sich traurig an den hübschen Hengst. Ich wusste jetzt was er wollte und begriff meine Chance auf diesen wundervollen Hengst, der anscheinend so sanft und doch recht schnell war. "Has he got papers?", fragte ich und der Mann nickte. "I think you know Saphira, the black Mare from Pharlap? She's his Mum. His Dad is unfamous at the Moment, but he is very fast and talented. He is Empire State of Mind." Ich erinnerte mich an den feingliedrigen, weißen Hengst, den ich für Crazy importiert hatte, als ich noch keine Angestellten hatte und bei dem Jan sich immer beschwerte, dass ich ihn nicht behalten hatte. "Can I do a ride with him?" Ich war tatsächlich sehr interessiert. "Yes, you can. There is a riding place, there can you try it." Er zeigte nach rechts, und tatsächlich, dort war einer. Schnell schnallte er den Sattel fest, ließ mich auftrensen und ich führte Escador - wie der Hengst wohl hieß - zum Reitplatz, bei welchem ich aufstieg. Dann testete ich ihn: Schritt, Trab, Galopp, Renngalopp, Sprung. Und ich musste feststellen, dass Escador ein perfekter Zuchthengst für Green Hills war. "When you like to I'll buy him", teilte ich dem Mann meine Entscheidung mit. Er freute sich, einen guten Platz gefunden haben, doch spielte auch Trauer in seinem Gesicht mit. "How much?", fragte ich, worauf er nur antwortete: "I don't know. He haven't run any races until yet and he isn't trained well. But I've buied him as a foal...when he still was a bay..." - "I make a suggestion: 10.000 Euros...ähh...that are...circa 118.920 ZAR?" Der Mann bekam große Augen: "Thats too much", stellte er fest. Ich lachte. "No it isn't. You don't know whats the price of some other Thoroughbred who are slower than him?" - "No", nun grinste auch er und unterschrieb einen Vertrag, den ich mir daraufhin genau durchlas und dann ebenfalls unterzeichnete. "Now he's yours. The Tack too i think", ich nickte nur kurz dankbar. Im Vertrag war schon abgehandelt, dass ich ihn bis zu meiner Abreise hier, bei seinem alten Stall, unterstelle dürfte. Das mit dem Flug bekäme ich schon geregelt. Also verabschiedete ich mich von dem etwas traurigen Mann, um erst einmal einen Ausritt zu unternehmen. Das Geld hatte ich ihm bereits gegeben.

      Mit meinem riesigen Hengst erregte ich reichlich aufsehen. Klar, er hatte schließlich die Größe eines Shire Horses undich selbst müsste ca. 15cm größer sein, um allein über seinen Widerrist schauen zu können. Plötzlich ref irgentetwas "Ich kack ins Essen, da ruft schon wieder einer an!" Ich lachte und wusste was es war, also griff ich nach meinem Handy und nahm ab. "Hey Jan", grinste ich und brachte Essi (diesen Spitznamen trug Escador seit 15 Minuten) zum Stehen. "Hey Monsta", meinte er, "und, was machst du grad so?" Ich lachte. "Du hast Langeweile, oder?" - "Nein, nur nix zu tun" Auch er lachte. "Nunja, ich reite grad aus." Er war erstaunt. "Mit wem?" - "Unserem neusten Neuzugang, den ich am Donnerstag mitbringe." - "Um was handelt es sich?" - "Ein Prachthengst. 1,90m, Rose Gray, reinrassiges englisches Vollblut mit Papieren und Abstammung: Saphira x Empire State of Mind" Jetzt sah ich ihn förmlich vor mir, die Kinnlade weit offen. Kurz war er sprachlos, dann rang er sich durch zu fragen: "Wo hast du denn den her?" - "Gekauft. Nein, ich hab gesehen wie ein Mann mit einem meiner Sättel unterwegs war und ich hab ihn angesprochen, worrauf er meinte dass er seinen Hengst bald eh verkaufen müsste und ja, dann haben wir über Green Hills gelabert und dann fragte er ob ich denn nicht noch einen Zuchthengst gebrauchen könnte. Und dann zeigte er mir den Escador." - "Ich freu mich schon auf ihn", lachte er, "aber jetzt bin ich erstmal neugierig, wie sieht das Hotel unserer Mannschaft aus?" - "Ou. Keine Ahnung, war noch nicht da, dann reite ich gleich mal drauf los. Bis heute Abend?" - "Jap, bis heute abend, Tschau!" Auch ich verabschiedete mich und brachte Escador nun in einen langsamen Galopp.

      Der Weg war nicht lang und bald durfte ich ein schönes Hotel betrachten. Und den Bus unserer Elf. Und unser Team. Unser Team? Ich brachte Escador zum stehen, um besser sehen zu können. Tatsache. Zum Glück war ich nicht die einige die sich gerade vor dem Hotel befand. Nur ich machte die Rechnung nicht mit Philipp Lahm, der ja selbst ein Vollblut besaß. 'Oh Gott', dachte ich. Schnell stieg ich ab, denn sie kamen direkt auf mich zu und ich wollte nicht von oben herab sprechen müssen. "Thoroughbred?", fragte Philipp Lahm und nickte zu Escador. Ich nickte: "Jap, Vollblut. Ich hab mit ihm noch so einiges vor", und klopfte Essi den Hals, welcher mich darauf sanft anstupste. "Ah, Sie sprechen Deutsch", lachte er, "Sehr ruhig für ein Vollblut. Surabaja wäre bei solchen Menschenmengen schon längst ausgerastet", nun grinste er und ich entgegnete sofort: "Meine Khiara El Assuad auch, die kleine Zicke" - "Riesiger Hengst. Wer sind denn die Eltern?" - "Naja, der Vater ist jetzt nicht sonderlich bekannt, Empire State of Mind. Ist auch eher klein. Seine Größe hat er von seiner Mutter Saphira, die ist aber bekannt." - "Wollte ich gerade sagen, Saphira kenne ich doch", schmunzelte er und hinter ihm räusperte sich Bastian Schweinsteiger. "Philipp, wir sind auch noch da!" Philipp Lahm drehte sich um. "Ou ja, ach was, ich war halt neugierig. So einen Riesen sieht man nicht oft, und Vollblut-Schimmel sind auch nicht so häufig. Außerdem such ich noch nen Hengst der später mal geeignet für ein Fohlen von Sura wäre." - "Schon klar", entgegnete Lukas Podolski und wendete sich dann mir zu, "Wie heißen sie denn?" Sofort antwortete ich: "Monsterflosse" Philipp Lahm wurde hellhörig: "Green Hills? Flair und Sie?" - "Genau", lachte ich. Er redete weiter: "Ich hab gehört ihr wollt demnächst auch Vollblüter züchten, wann macht ihr denn wieder auf und auf welchem Niveau?" - "Wann ist noch unklar, und auf höchsten natürlich", ich grinste in mich hinein, als ich die genervten Gesichter der anderen Spieler sah. Mir viel es schwer, ein losprusten zu verkneifen. "Ich würd ja zu gern mal wissen, wie schnell es sich anfühlt wenn man auf ihm Sitzt, und vor allem wie hoch...", murmelte Bastian Schweinsteiger leise, es war anscheinend nicht für meine Ohren bestimmt. "Im Ernst?", lachte ich. Erst war er ein wenig geschockt, doch dann lachte auch er: "Ja:" - "Dann kommen Sie", meinte ich, stieg auf Essi auf und hielt ihm die Hand hin. Erst war er leicht eingeschüchtert, doch dann nahm er sich ei Herz und sprang hinter mir auf. "Halt dich gut fest. Egal wo, hauptsache gut. Okay, vielleicht nicht gerade so dass es Escador weh tut" Ein wenig Angst hatte der Schweini dann wohl doch, also nahm trieb ich Essi erstmal in den Trab und dann in einen mittleren Galopp. Prüfend sah ich nach hinten - es schien im Spaß zu machen. Also legte ich noch einen Zahn zu und wir rasten einen kleinen Rundlauf. Als wir wieder bei den anderen angekommen waren, stoppte ich und Bastian Schweinsteiger stieg ab. "Schade", grinste er, "ist fast so gut wie Autofahren" Ich schüttelte grinsend den Kopf. "Das ist doch nicht vergleichbar." Und wieder ging mein Handy los:"ICH KACK INS ESSEN, DA RUFT SCHON WIEDER EINER AN!" Oujeh, peinlich. "'Tschuldigung", murmelte ich und ging ans Telefon. Begrüßt wurde ich wieder von Jan. "Hey Jan", grinste ich.

      Er war ganz außer Atem, was mir Sorgen bereitete. "Was ist los?" - "Fallen...sie ist mal wieder ausgebüxt und in ein Loch getreten...und wir können sie nicht fangen, obwohl sie lahmt, und zwar stark, sie schleift das Bein nurnoch..." Meine Miene schlug schlagartig um - von belustigt in angespannt und besorgt. "Sam ist doch Westernreiter? Dann...dann nehmt Khiara, Else und Ice Splash, die drei schnellste, und Sam kriegt Joyna, die ist westerngeritten. Sag ihm, er soll sie mit dem Lasso packen...und dann holt schnell einen Tierarzt" - "Okay", meinte er gehetzt und legte auf.

      "Was ist los?", fragte Mesud Özil. Ich holte tief Luft und antwortete: "Das war mein Freund und Angestellter Jan, er hat mir grad was berichtet. Fallen Immortaliny, ein Araberstutfohlen von mir, ist ausgebüxt und in ein Loch getreten und lahmt jetzt stark. Naja, ich muss dann auch mal zurüch, Bis dann!" Alle verabschiedeten sich und ich brachte Escador zum Stall zurück um darauf hin zurück zum Hotel zu laufen und mir dort ein paar Runden im Pool zu gönnen. "Fallen kriegen die schon wieder hin", versuchte ich mir einzureden, doch die Sorge blieb.
      29 June 2010

      Monsterflosse
      Auf nach St. Moritz!

      "Uff", stöhnte ich, als ich zusammen mit Sam, Anja und Sonja den Tag plante. "Wird stressig", ließ Jan anmerken. Nur Anja und Sonja hatten ein Glitzern in den Augen: "Dürfen wir deinen Hof tatsächlich leiten, so lange du weg bist? Ich lächelte. "Ja, sonst hätte ich das nicht gesagt. Bei Fragen könnt ihr mich ja anrufen und... Ich kam nicht dazu, meinen Satz zu Ende zu sprechen, denn in meiner Hosentasche vibrierte es. Schnell zog ich mein Handy heraus und beantwortete den Anruf. "Hallo?" Es war Flair, die mich überschwänglich begrüßte. "Monsta! Du fährst jetzt also tatsächlich weg?" - "Ja. Ich will doch meine Rennpferde live laufen sehen - Fernsehübertragungen sind doch doof" Flair lachte. "Du hast recht. Ja, ich werde ab und zu mal nach dem Rechten sehen, bevor du fragst. Ich muss jetzt auch weiter, bis dann!" - "Bis dann" Sprachs und legte auf. "Also weiter im Text", wandte ich mich wieder Sam, Anja und Sonja zu. "Heute werde ich zusammen mit den Vollblütern abreisen. Um die Verhältnisse zu klären: Anja, du kümmerst dich um die drei Dicken, also Shine, Freedom und Orodeth. Orodeth musst du ein wenig Aufpäppeln, aber ich denke das schaffst du. Außerdem mache ich dich für Prinz und Herz verantwortlich, vorsicht, Herz versteht sich nicht mit Fallen! Anja, du kümmerst dich um Harmony, Piroschka, Fallen und Albus. Sam, Roxi, Joyna und Moonlight sind deine Aufgabe, außerdem solltest du dich um die Instandhaltung kümmern. Der Rest der Pferde hat zuverlässige Reitbeteiligungen, doch guckt auch bitte bei ihnen. Dieser Plan gilt auch für heute, also, huschhusch! Aber helft mir bitte erst, die Vollblüter transportfertig zu machen und sie zu verladen. Also, ich werde mich zuerst um Khiara kümmern, und später um Gettin'. Trader, Valley, Key, Fuchs, Finja und Essi macht bitte ihr fertig, ich kümmere mich derweil um den Transporter. Also, das wars." Alle nickten zustimmend, wir aßen auf und machten uns an die Arbeit.
      Ich putzte Khiaras glänzendes Fell. Es war nicht viel zu tun, denn sie hielt es diese Nacht wohl nicht für ratsam, sich hinzulegen. Also konnte ich schnell anfangen, ihr die Decke, das Halfter und die Transportbandagen anzulegen. Freundlich wie immer ließ sie alles über sich ergehen, und ich band sie erst einmal in der Stallgasse an.
      Danach holte ich Gettin' aus der Box. Er hatte wenigstens ein wenig Vertrauen gefasst und ließ sich führen - auch wenn er des öfteren nach mir schnappte. Vorsichtig putzte ich auch ihn, um ihn danach unter größter Vorsicht transportfertig zu machen. Auch ihn band ich danach in der Stallgasse an.
      Nun ging ich zu unserem großen Transporter, der Platz für 9 Pferde bot, und fegte ihn gründlich aus. Danach streute ich Stroh in die Boxen und steckte die bereits erworbenen Schleifen der Pferde an das Brett, das ich extra für diesen Zweck anmontiert hatte. Außerdem brachte ich noch das Sattelzeug in die dafür vorgesehenen Boxen. Ich seufzte. Mit diesem dicken Teil musste ich gleich über die Autobahn tuckern. Und das eine ganze Ewigkeit lang. Da kam mir eine Idee: Ich würde einfach den Autoanhänger an den Transporter hängen und meinen GT mitnehmen! Dann musste ich wenigstens in St. Moritz nicht mit diesem dicken Teil rumtuckern...
      Da kamen auch schon Sam, Anja und Sonja mit Escador, Finja und Khiara an der Hand. Schnell fuhr ich die Rampe aus und die Drei brachten die Pferde in die Box. Danach holten wir noch 5 und schlossen den Transporter, nachdem die Pferde ein wenig Futter bekommen hatten. Danach nötigte ich Sam, mir den Anhänger anzuhängen - ich war technisch unbegabt. Danach sprang ich in meinen giftgrünen Sportwagen und fuhr ihn auf den Anhänher, danach sicherte ich ihn ordentlich. "Gut", nickte ich zufrieden. "Ich werde jetzt abhauen, kommt ihr allein klar?" Stilles nicken. "Okay, tschüss!" - "Bis bald"

      Die Fahrt zog sich wie erwartet dahin, doch trotzdem kamen wir gegen Abend in St. Moritz an, wo uns Pharlap schon begrüßte. "Hey Monsta! Und wie gehts dir, und den Pferden?" - "Uns gehts allen gut", lachte ich, "und dir?" - "Ebenfalls. Na, dann lass uns mal deine Pferde in den Stall bringen" Also half mir ein Freund von Pharlap schnell, den Hänger mitsamt Opel GT abzuhängen und wir öffneten die Transportertür. Sofort waren alle Pferdeköpfe auf uns gerichtet. "Na ihr Süßen, Fahrt überstanden?"
      Nach und nach brachten wir die Pferde in die Boxen, Khiara holte ich zum Schluss aus dem Transporter. Als wir diesen verließen, waren sofort alle Blicke auf uns gerichtet. "Wow", klang es aus einigen Ecken - größtenteils waren die "Gaffer" wohl Bewohner von St. Moritz. Einer fragte dann auch "Ist das etwa Khiara El Assuad?" Ich nickte nur grinsend und brachte Khiara in den Stall, da diese vor lauter Blicken schon nervös wurde.
      Nun rief ich schnell zu Hause an. Sam hob ab. "Hallo Sam, ich bins, Monsta", begrüßte ich ihn. "Hallo Monsta! Bist du gut angekommen, alles glatt gelaufen?" Es lag eine unheimliche Euphorie in seiner Stimme. Er freute sich, mich zu hören... Oh Gott. Ja, Jan war weg. Aber trotzdem, er hatte keine Chance bei mir. "Ja, ich bin gut angekommen, und ja, es ist alles glatt gelaufen. Ich wollte nur...sind die Pferde versorgt?" - "Ja, sind sie, mach dir keine Sorgen, bis morgen und...schlaf schön" - "Ja, du auch" Ich seufzte und legte auf.
      Wir Joelle Galopp-Mitglieder besprachen uns noch, bevor wir alle zu Bett gingen. Ich für meinen Teil schlief auch schnell ein.
      30 November 2010

      Monsterflosse
      St. Moritz – Ich komme! - 1. Tag
      Trainingsbericht by littleentchen

      Für Monsta reiste ich nun nach St. Moritz um ihre Vollblüter zu tranieren! Voller Erwartungen die eleganten Blüter endlich zu sehen haste ich aus meinem Auto und als erstes haute es mich „Plumps!“ auf den Boden. „Autsch“, fauchte ich ziemlich angefressen und rappelte mich wieder auf. Monsta kam mir freudestrahlend entgegen: „Hey, na, wie geht’s? Ich bin Monsta, soll ich dir gleich mal die Pferde zeigen?“ „Ähm, Hi, ich bin Isa und bis auf das, dass es mich gerad hingehauen hat geht’s mir gut, und dir? Ja, wär toll“, gab ich etwas überrascht zurück.
      Die Stallungen waren sehr groß und neu gebaut worden. Überall roch es nach frischem Heu während mein Atem in der Luft dampfte. „Also, dass sind meine Süßen, Trader Joe, kurz Trader, Gettin' over you, kurz Gettin, Polarfuchs, Valley Victoria, kurz Victoria, Who got the Key, kurz Key, Escador, kurz Essi und Finja. Alle Pferde blickten mich freundlich an und kamen um sich eine kurze Streicheleinheit oder ein Leckerli zu holen. Nur Gettin fiel mich förmlich an und wollte sofort schnappen. Ein kurzer Tadel beruhigte ihn soweit, dass er sich wieder an das andere Ende seiner Box verzog und mir mit angelegten Ohren das Hinterteil zeigte. „Ja, er ist nicht gerade einfach“, gab Monsta zu als ich sie ein klein bisschen irritiert ansah. „Naja, er wird sich schon wieder einkriegen“, beruhigte ich sie zuversichtlich. „Hoffen wir es“, gab sie schmunzelnd zurück.
      „Okay, ich denke ich hole meine Reitsachen und mache mir zuerst Finja fertig, sie sollte – wie alle anderen Pferde von Monsta – vor dem großen Rennen noch einmal eine Klasse aufsteigen. Es dauete nicht lange, bis ich mein Gepäck vom Auto in eine kleine Pension ganz in der Nähe brachte, mich umzog und wieder zum Stall marschierte. Monsta fing schon einmal an Finja zu putzen. Die edle Rappstute blickte mich mit ihren großen, edlen Augen an und man konnte richtig sehen, wie viel Feuer in dieser Stute steckte. „Wow, tolles Pferd“, lobte ich Monsta. „Danke, sie ist echt ein tolles Pferd, so klug und gut erzogen, ein richtiges Pferd für Profis“, gab sie mit einem Strahlen im Gesicht zurück. „Glaub ich dir gerne, bei solchen Pferden kann man so viel kaputt machen“, antwortete ich ihr. Stumm nickte sie mir um mich bei meiner Aussage Recht zu geben. Schnell sattelten wir die Stute fertig und führten sie auf die eisige Rennbahn, einen zugefrorenen See. Ich saß auf und ging sie ordentlich warm und trabte sie dann eine Runde um den See. Sie stand extremst fein an den Hilfen, ich musste nur denken, wenn ich eine Hilfe geben wollte und sie führte unverzüglich aus. Als wir wieder an der Startlinie angekommen waren strahlte ich Monsta an. „Wow, sie ist echt toll“, schwärmte ich. Gleich danach lies ich sie in einen leichten Galopp fallen. Langsam aber sicher steigerte ich das Tempo und die Stute nahm es mit einer überschäumenden Begeisterung an. Auf der 800 Meter Markierung lies ich ihr schließlich die Zügel locker und trieb sie mit der Gerte an. Mit bahnbrechendem Tempo galoppierte sie durch das Ziel. Monsta staunte nicht schlecht als sie das Ergebnis auf ihrer Stoppuhr sah. „Genial! Absolute Bestzeit von ihr bis jetzt!“, jubelte sie und machte dabei einen Freundensprung. „Morgen lassen wir sie gegen ein paar andere Vollblüter laufen, mal schauen ob sie eine Chance hat“, freute ich mich. „Ja, auf jeden Fall“, jauchzte Monsta vor Freude. Finja schnaubte zufrieden und ich ging zum Abkühlen noch eine kleine Runde um den Stall und als sich ihre Atmung beruhigt hatte brachte ich sie in den Stall, deckte sie mit einer leichten Stalldecke ein und stellte sie wieder in ihre luftige Außenbox, wo sie sich auf ihre Heuration freute. Zufrieden ging ich in die nächste Box zu in der der freundliche Vollblüter Trader bereits auf seine tägliche Bewegung wartete.
      Gedankenverloren putzte ich den wunderschönen, blitzblanken, palominofarbenen Blüter Trader. Entspannt winkelte er ein Bein an und döste, so ein ruhiges verhalten hatte ich noch nie bei einem Vollblut gesehen. „Und gefällt er dir?“, riss mich Monsta aus meinen Gedanken. „Ja, ja, er ist echt toll“, stotterte ich. „Ich hole schon mal das Zubehör und trommle ein paar leute zusammen um Gettin nachher fertig zu machen“, sichtlich genervt verdrehte sie die Augen. „Ist er wirklich so schlimm?“, fragte ich entsetzt. „Nein, nein, es ist nur einfach sicherer, wenn man ihn gut festhält“, beteuerte sie mir. „Okay, dann ist ja gut“, gab ich etwas verunsichert zurück. Schnell war der große Hengst fertig und ich ging genauso vor wie bei Finja. Allerdings war er ganz anders als sie. Er konzentrierte sich so auf seine Aufgabe, dass er fast wie ein Roboter lief. Keine schlechte Angewohnheit, auf gar keinen Fall, doch gewöhnungsbedürftig. Als ein paar andere, schnellere Pferde an uns vorbei galoppierten wollte er nicht sofort kopflos losstürmen, sondern wartete fast ab, wie ich darauf reagieren würde. Ich gab ihm ein bisschen mehr Zügel und er wurde immer schneller. Fast schwebend glitt er über das Eis und sein Abstand zu den anderen Pferden wurde immer geringer. Wieder auf der Zielgeraden lies ich ihn losstürmen, doch er wurde langsamer. Ein bisschen verwirrt gab ich wieder die Hilfen zum schnelle werden und er nahm sie mit großer Freude an. Er war echt wohl erzogen, doch ob er genug Ehrgeiz entwickeln würde, wenn es darauf ankommt? Ich war mir in dem Moment nicht ganz sicher, deshalb sollte er morgen noch einmal starten. Vielleicht war er ja einfach den Boden noch nicht gewöhnt. Nach dem Training kam ein Stallmädchen zu mir und versorgte ihn.
      Plötzlich hörte ich aus dem Stall lautes Poltern und ich lief sofort hinein um zu sehen was los war. Ich erkannte ziemlich schnell was da gerade vor sich ging, 3 Männer und Monsta versuchten Gettin ein Halfter überzuziehen und ihn an eine Führkette zu bekommen. Allerdings sah der Hengst es wohl nicht als gute Idee an. „Kann ich irgendwie helfen?“, fragte ich zaghaft. „Ja, lenk ihn irgendwie ab“, betete Monster mich an. Ein bisschen überrascht schnitt ich ein paar Grimassen, doch das half nichts. Also holte ich Finja aus ihrer Box, der Hengst blickte sich sofort um und war eine Sekunde lang unaufmerksam und genau jetzt konnte Monsta ihm das Halfter überziehen und ihn anbinden. „Na das wird ja lustig“, dachte ich ein wenig verunsichert. Vergleichsweise problemlos verlief das Satteln, er machte sogar erste Annäherungsversuche, indem er für einen kurzen Moment lang an meiner Hand schnupperte ohne die Ohren anzulegen. „Na, komm. Ich tu dir nichts“, flüsterte ich ihm zu. Langsam führte ich ihn auf die Bahn. Er legte zwar die Ohren an, hob das Hinterbein einmal kurz und schien allgemein nicht begeistert zu sein, doch er lies es ohne Attacke auf mich über sich ergehen. Langsam saß ich auf und gab ihm leichte Hilfen Schritt zu gehen. Brav bewegte er sich vorwärts. Nach einer Runde um die Bahn trabte ich ihn an. Seine schlanken, langen Beine schienen kaum den Boden zu berühren und seine kurze, seidig glänzende Mähne wippte im Takt zu seinen weichen, langen Schritten. Er war wohlerzogen, doch als ein anderes Pferd an uns vorbeitrabte wollte er gleich nach ihm beißen und ihn verfolgen. Aber ich glaube nicht, dass er es so böse meinte, nein, Gettin zitterte fast ein wenig, er hatte Angst. Als das andere Pferd weg war galoppierte ich ihn langsam an und seine langen, weichen Galoppsprünge passten gar nicht zu dem sonst so hengstigen Blüter. Die Zielgerade war in Sicht und ich gab ihm die Hilfen zum Spurt. Sofort sprintete er los und schoss wie eine Rakete auf das Ziel zu. Als ich ihn nach dem Ziel bremsen wollte buckelte er ein paar mal kräftig, aber nicht aus Bosheit, sondern aus Freude. Er genoss die Bewegung, so dass ich ihn erst nach und nach durchparierte. Monsta staunte nicht schlecht, als sie uns kommen sah. „Wow, ich hätte nie gedacht, dass er so gut ist!“, schrie sie vor Freude. „Ja, er hat etwas ganz Besonders, er ist ein Gewinnertyp“, freudestrahlend streichelte ich seinen langen, gut bemuskelten, fuchsfarbenen Hals. Beim Ausgehen lies ich mir Zeit und ging noch eine kleine Runde über ein paar Kieswege durch die nahen Wälder. Als ich zurück kam sattelte ich ihn ab, legte ihm eine Abschwitzdecke auf und stellte ihn in seine Box. Kein einziges Mal versuchte er zu schnappen oder Ähnliches. Zufrieden verlies ich den Stall für heute, denn es wurde langsam dunkel und morgen war der nächste Tage meiner 3. tägigen Reise.
      04 December 2010

      Monsterflosse
      St. Moritz – Ich komme! - 3. Tag
      Trainingsbericht by littleentchen

      Am nächsten Tag musste ich erst um sieben im Stall sein, ich kam aber dennoch schon um halb sieben um den Jockys die die Pferde heute ritten genau zu erklären, wie sie die Pferde reiten sollten. Eric bekam Gettin zugeteilt und er freute sich auch noch darüber! Gettin war zwar bei ihm nicht lammfromm, aber verhielt sich einigermaßen normal. Finja würde von Katja geritten werden, die schon viele Jahre mit Arabern zusammen arbeitete und die perfekt zu Finja passte. Stefan würde Polarfuchs reiten, denn er war ziemlich kräftig und konnte ihn besser halten, wenn er mal wieder stur vor sich hingaloppieren wollte und Key bekam Max als Jockey, er war auch eher schüchtern, doch wenn es um Rennen ging bekam er mehr Mut als man dachte und er könnte Key helfen sicherer zu werden. Eric sollte eher langsam anfangen und erst zum Schluss mehr Tempo geben, Katja solte mit Finja ein konstant hohes Tempo gehen und auf jeden Fall bei den ersten Positionen bleiben, Stefan sollte Polarfuchs nichts durchgehen lassen und ihn aber im vorderen Mittelfeld halten und Max sollte mit Key alles geben, denn der Hengst besaß über eine enorme Ausdauer.
      Als die Pferde aus den Startboxen stürmten lief alles nach Plan und es war auf jeden Fall die richtige Strategie, denn die vier errangen die ersten sechs Plätze von 20 Startern. Gettin und Finja lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen um Platz eins und zwei. Polarfuchs wurde ganz knapp vierter und Key schaffte es mit viel Vorsprung auf den Siebten auf Platz sechs. Somit konnte ich mit meiner Arbeit mehr als zufrieden sein. Monsta war außer sich vor Freude und konnte das richtige Rennen schon gar nicht mehr abwarten. Denn nun waren alle eine Klasse höher aufgestiegen. Ein bisschen traurig verabschiedete ich mich von den Pferden, den Jockeys und natürlich von Monsta, aber vielleicht würde ich ja mal wieder zu ihr kommen und ihre Blüter trainieren.
      04 December 2010

      Monsterflosse
      Alte Wunden

      "Piep, piep, piep!"
      Mein Wecker klingelte erbamungslos. Alle 5 Minuten, und das seit 4 Uhr morgens - jetzt hatten wir halb 5. Halb 5? Ich musste aufstehen! Gequält streckte ich. Mein Fuß schmerzte, ebenso wie mein Kopf, also griff ich erst einmal zu der Schmerztabletten-Packung auf dem Nachttisch, holte mir eine heraus, nahm die Zitronen-Limonandenflasche neben meinem Bett, nahm die Tablette in den Mund und spülte sie schleunigst hinunter. Danach schleppte ich mich aus dem Bett und humpelte (ich hatte mir gestern schließlich meinen Fuß verstaucht) zum Fenster und öffnete es. Frische Vorfrühlings-Luft wehte in's Zimmer, es war noch dunkel.
      Im Angesicht der Zeit zog ich mich in großer Eile um und kämmte mir die Haare, um noch rechtzeitig beim Frühstück zu erscheinen. Als ich fertig war, waren schon alle da - Anja, Sonja und Sam hatten ja keinen Urlaub mehr und Wilson hatte sich auch den Wecker gestellt. "Morgon", sagten alle vier syncron und ich grinste, trotz Schmerzen, da die Tablette noch nicht ganz wirkte. "Morgen", grüßte ich zurück und setzte mich - der letzte freie Platz zwischen Sam und Wilson, damals war Wilson's Platz immer der Platz von Jan gewesen. Ich schluckte, fing mich aber schnell wieder. "Ihr kennt euch also alle schon?" Ein Nicken ging durch die Runde, anscheinend hatten alle einen Mordshunger. "Also, ich verteil dann mal die Aufgaben, damit ihr euch gleich an die Arbeit machen könnt. Ich hab ja einen verstauchten..." - "Wissen wir schon", grummelte Sam. Oh nein, nicht schon wieder. Hatte er nicht begriffen, dass ich ihn nicht liebte? Anscheinend witterte er Konkurrenz, aber mal ganz ehrlich, mit Männern hatte ich es nach der Geschichte mit Jan nicht so. Ich redete weiter. "Naja. Auf jeden Fall, ich werd dann mal die Arbeiten verteilen. Am besten kümmert ihr euch alle erst einmal um die Fohlen, nachdem ihr gefüttert habt.
      Sam? Nimm du Dakini, Fallen Immortality und Piroschka, die drei sind schon sehr kräftig geworden. Anja, du nimmst Novio, den ich mir heute Nachmittag auch noch einmal angucken werde, nachdem meine Arbeiten erledigt sind, Angel und Harmony und Sonja, du nimmst Herz, Prinze und Joyce. Okay soweit?" Stummes Nicken. Ich verteilte weiter. "Ich kann heute den Unterricht am Nachmittag nicht betreuen, also wäre es nett, wenn ihr beim Vorbereiten der Pferde helfen könntet und die Reitschüler ein wenig betreuen könntet - die gehen bald ein Turnier, da kann ich die Reitstunde unmöglich absagen. Bitte in die Halle, und lasst Moonlight und Maid stehen, die brauche ich.
      Sam, du kümmerst dich nachher bitte um Calucci, der muss auch noch ein wenig raus, der wird ja noch nicht geritten, Orodeth, Joe, Polarfuchs, Gettin und Escador. Anja, nimm du Joyna, Finja, Freedom, Nieve, Shine und Lady - Lady ist die Falabellastute, der geht es alles andere als gut. Sonja, du bekommst dann Inki, Litzi, Ibiza und Khiara. Und da das ein wenig wenige sind, heute werden drei neue Pferde ankommen, Rokko, ein Fuchslusitano-Hengst, Chramisa, Lusitano-Schimmelstute und die Holsteiner-Fuchsstute Simple Little Melody, kurz Melody. Wäre nett, wenn du dafür sorgst, dass die drei sich wohl fühlen, ich gucke sie mir heute Abend noch mal genauer an. So, wie ich sehe, ihr habt aufgegessen, also, aufauf!"
      Sam, Anja und Sonja erhoben sich und gingen los, um die Pferde zu füttern und zu versorgen. Schnell griff ich mir selbst eine Scheibe Brot und schmierte sie eilig. "Du willst also wirklich arbeiten und vor allem reiten heute?", ergriff Wilson das Wort, der ebenfalls noch am Essen war. "Ein wenig. Ich hab dir schließlich eine Reitstunde versprochen, und so ganz ohne zu arbeiten fühle ich mich...nicht gut, weißt du?" Er grinste.

      Nachdem wir aufgegessen hatten, ging/humpelte ich mit Wilson zum Stall und stattete zuerst der Sattelkammer einen Besuch ab. Wilson guckte sich neugierig um. "Sag mal, habt ihr nur so teure Sättel?", fragte er und strich über das glatte, schwarze Leder von Maid's Westernsattel. Ich grinste. "Wir haben auch nur teure Pferde, also muss das sein." Daraufhin lachte er, und ich drückte ihm schnell ein Halfter in die Hand. Es war eines der größten Halfter die hier hingen, und er schaute ein wenig verdutzt. Ich selbst griff mir das Halfter von Maid. "Komm mit, ich zeig' dir dein Pferd"
      An der Box angekommen, wurde ich zuerst von einer großen, etwas rosa getupften Ramsnase beschnuppert. "Heey Moonlight", meinte ich sanft und kraulte der Stute den dichten Schopf. Erwartungsvoll drückte sie ihren Kopf an meinen Bauch, als wolle sie sagen. "Lange nicht mehr geschmust!" Ich lachte und schob die daraufhin etwas verdutzte Moonlight ein wenig weg, um mich Jan zuzuwenden. "Das hier ist Moonlight, du kannst sie auch Mooni nennen. Eine reine Irish Tinker-Stute, mein erstes eigenes Pferd. Sie hat mir schon viel, viel beigebracht und ist eigentlich das ruhigste Pferd hier. Mittlerweile hat sie schon 2 2. Plätze im Fahren und einen 2. in der Dressur, außerdem ist sie zur Zucht zugelassen." Ich deutete auf die Schleifen an der Box. "Also, weißt du, wie man einem Pferd das Halfter umlegt?" - "Ja, ich hab in meiner Kindheit viel Umgang mit Pferden gehabt, bin aber nie geritten...ist vielleicht ein wenig eingerostet, aber naja." Ich lächelte erleichtert. "Also, Halfter sie auf und bring sie schonmal zum Putzplatz, den drinnen, gegenüber der Sattelkammer." Er nickte kurz und ich ließ ihn mit Moonlight allein, um zu Maid zu gehen. "Hey Süße", meinte ich und kraulte sie ebenfalls am Schopf, um ihr daraufhin schnell das Halfter umzulegen. Daraufhin brachte ich sie zum Putzplatz und band sie ein gutes Stück neben Moonlight an. Danach zeigte ich Wison, wo die Putzkästen waren und wir holten die von Moonlight und Maid.
      Wilson erwies sich im Umgang mit Moonlight als wirklich gut - anscheinend hatte er tatsächlich einige Erfahrung. Er brauchte zwar trotzdem länger als ich, aber bei Moonlight, der alten Schmusebärin, war das erstens kein Problem und zweitens hatte er seine liebe Mühe mit ihrem dicken Behang und ihrer fülligen Mähne.
      Als wir fertig waren, gingen wir wieder in die Sattelkammer und ich zeigte ihm, welcher Sattel und welche Trense von Moonlight waren. Da ich wegen meines Fußes schlecht tragen konnte, vor allem da ich für Maid einen schweren Westernsattel schleppen musste, nahm er Moonlights Sattel und ich begleitete ihn, um ihm alles nötige zu zeigen. Danach trug er mir auch Maid's Sattel und legte ihn auf ihren Rücken, sodass ich ihn nurnoch in die richtige Position rücken und die Schnallen fest verschließen musste. Beim Blick auf die Steigbügel seuftzte ich - eigentlich waren mir diese viel zu lang, und ich konnte sie nicht mehr kürzer schnallen... Als hätte er meinen Gedanken erraten, fragte Wilson: "Sag mal, sind dir die Steigbügel nicht eigentlich viel zu lang?" Ich nickte. "Ja, das ist noch der Sattel vom Vorbesitzer. Eigentlich sollte Jule heute noch kommen, und mir meinen neuen..." Plötzlich ertönte eine andere, weibliche Stimme. "Sagmal, hab ich hier gerade meinen Namen gehört?" Ich lachte. "Hey Jule, ich hab' mich gerade gefragt, wann du mir meinen Westernsattel bringst" Sie grinste breit. "Hier bitte, inclusive Trense und Creme-Braun-Neongrünem Sattelpad." - "Kannt du den mal kurz auf dem Ständer neben der Sattelkammer ablegen? Wir haben Maid gerade gesattelt, mit dem alten Sattel" - "Klar" Sie legte den Sattel schnell ab, wärend ich die Schnallen des alten Sattels löste und Wilson ihn dann abnahm und auf den zweiten Ständer neben der Sattelkammer legte. Daraufhin schnappte er sich schon den neuen Sattel und legte ihn auf Maid's Rücken. "Danke", lächelte ich und schnallte ihn fest. Er sah einfach fantastisch aus. "Wow, den hast du gut hinbekommen Jule", schwärmte ich, "danke. Willst du den alten gleich mitnehmen?" - "Danke für die Lorbeeren", lachte sie, "Klar, dann kann ich ihn in meinen Laden legen und einen Käufer finden, der ist ja auch alles andere als von schlechten Eltern" Ich griff nach Maid's neuer Trense. Auch sie war so fein und gut gearbeitet wie der Sattel, und auch für sie hatte Jule nur feinstes Leder verwendet. Ich lächelte anerkennent. "Die alte Trense kannst du dann ja auch mitnehmen, Moment" Ich ging in die Sattelkammer, holte die alte Trense von Maid heraus und drückte sie ihr in die Hand. "Danke", meinte sie, "ich muss jetzt auch wieder los, ich hab noch einen Termin bei einem Kunden.", sie schnappte sich das alte Zaumzeug von Maid, "Bis dann mal!" - "Bis dann Jule!", ich grinste, "So, weiter im Kontext Wilson. Also, hol dir mal Moonlight's Trense" So erklärte ich ihm auch das auftrensen, trenste selbst Maid auf und wir brachten die beiden auf den Außenplatz.

      Als wir ankamen, band ich Maid zuerst an und hakte die Ausbinder in Moonlights Sattel und Trense und schnallte sie auf die richtige Länge. Daraufhin hakte ich Longierhilfe und Longe ein und machte vorsichtig einen Knoten in die Zügel, sodass diese nicht durch die Gegend flogen. Danach überprüfte ich, ob sich der Angstriemen am Sattel befand, was er zum Glück noch tat. Daraufhin wandte ich mich zu Wilson und bedeutete ihm, den Reithelm aufzusetzen. "Stell dich mal neben Moonlight" Schnell zeigte ich ihm, wie man die Steigbügel einstellt. "Also, du kannst jetzt aufsteigen. Geh auf die linke Seite vom Pferd, steck deinen linken Fuß in den Steigbügel und greif vorne unter den Sattel. Dann kannst du dich mit ein wenig Schwung hochziehen, und probier dein Bein so über das Pferd zu hiefen, ohne den Rücken zu streifen. Bei Moonlight wär's jetzt nicht ganz so schlimm, aber viele Pferde mögen das absolut nicht." Er befolgte meine Anweisungen und saß nach den zweiten Versuch sicher auf Moonlights Rücken. "Rücken gerade, Hacken runter, Knie Richtung Pferdegenick" Das hätte ich ihm eigentlich gar nicht sagen brauchen, er saß schon wie eine Eins auf dem Pferd. "Und los. Scheeritt!" Moonlight setzte sich in Bewegung. Und Wilson saß immer noch wie eine Eins, und das ohne in den Angstriemen zu packen. "Wilson, also, du kannst mir jetzt nicht erzählen, dass du zum ersten Mal auf einem Pferd sitzt." Er lachte. "Stimmt, ich hab letztens schonmal Reitstunden gehabt, aber nicht sonderlich viele. Und nur an der Longe. Ich muss so langsam mal reiten lernen, wollte ich sowieso schon immer und jetzt brauch ich das noch für 'nen Videodreh." Ich war ein wenig verwirrt. "Videodreh?" - "Jap, kommt bald raus, ich bin Musiker. Hab' aber noch nie wirklich was rausgebracht...ich wurde letztens entdeckt, ich weiß nicht, ob du den DJ kennst..." Ich machte große Augen. "Welchen?" Er grinste. "Eigentlich ist er ziemlich bekannt, aber ich hab' dich hier noch nie beim Musik hören oder Musikfernsehen gucken erwischt. David Guetta" Meine Augen wurden noch größer. "Jetzt halt mich nicht für doof, klar kenn ich den." Ich lachte, "Eigentlich bin ich sogar Fan von den Black Eyed Peas, und die machen ja nicht gerade wenig mit dem zusammen, ich komm nur in letzter Zeit nicht so dazu, Musik zu hören, leider ist im Moment viel zu viel zu tun, mit der Neueröffnung von Green Hills." Er grinste nur. Etwas verwirrt setzte ich die Reitstunde fort. "Na gut, dann werd ich mal gucken, wie du so im Trab und Galopp sitzt, vielleicht kannst du dann schon gleich frei reiten. Aber erstmal muss Moonlight ein bisschen warm werden, mach mal den Knoten aus den Zügeln und nimm sie in die Hand, eine ruhige Zügelführung ist auch wichtig." Er befolgte meine Bitte und hatte schon bald die Zügel in seiner, zugegebener Maßen sehr ruhigen Hand. "Also dann los. Moonlight, Teerab!" Moonlight hatte zwar einen ziemlich schwungvollen Trab, doch hatte Wilson keinerlei Probleme, sich einigermaßen ruhig im Sattel zu halten. "Na gut. Bereit für den Galopp?" Er nickte mit einem Lächeln auf den Lippen. Offensichtlich genoss er den Ritt. "Okay. Gaaalopp!" Moonlight verfiel in einen mittleren Galopp und immernoch saß Wilson ohne Probleme gerade, Knie Richtung Genick, Beine am Pferd ohne zu Klammern, Hacken herunter und Hände ruhig und aufgestellt. "Gut, das reicht", meinte ich. "Brr Moonlight...Teeerab....Scheeritt! Wie wars Wilson?" Er lächelte und klopfte Moonlights Hals. "Klasse" - "Gut, dann gehts jetzt mal ans Lenken. Moonlight, steeeh." Er wurde unsicher. "Und..eh..wie?" Ich lächelte. "Das zeig ich dir schon. Maid ist ja zum Glück westerngeritten, da kann ich neben dir her reiten und dir alles erklären und dich berichtigen, ohne zu viel acht auf mich geben zu müssen." Ich humpelte auf Moonlight zu, entfernte die Longe ging zu Maid, welche ich zu einem hohen Stein führte und dieses Mal von Rechts auf, um meinen verstauchten Fuß zu entlasten. Dann setzte ich - etwas verspätet - meinen Reithelm auf und ritt im Schritt zu Wilson. Der neue Sattel war echt viel angenehmer als der alte. "Also, die Zügel hälst du ja schon richtig. Antreiben tust du Moonlight, indem du dich tief in den Sattel setzt, die Kontakt zum Pferdemaul aufrecht erhälst und die Schenkel leicht andrückst. Bremsen tust du mit Paraden - also nacheinander die Fäuste etwas eindrehen. Dazu musst du noch tief im Sattel sitzen und die Schenkel müssen dicht am Pferd liegen. Probiers mal!
      So lief die Reitstunde weiter, und am Schluss wagten wir sogar eine Runde Galopp. Er erwieß sich als wares Naturtalent. Wir putzten die Pferde noch und brachten sie auf die Weide, um darauf in's Haupthaus zu gehen, wo ich sofort in die Küche stürmte, um Mittagessen zu machen.

      Ich war schon ziemlich spät dran, also beeilte ich mich, und Wilson half mir. Trotzdem waren wir noch nicht fertig, als Sam, Anja und Sonja eintrafen. "Sorry, Essen muss noch ein bisschen. Ist aber gleich fertig, setzt euch!" Der Tisch war bereits gedeckt, und ich hörte Anja und Sonja hinter meinem Rücken tuscheln und kichern. Grinsend schüttelte ich den Kopf. "Was grinst du?", fragte Wilson. "Ach, nichts. Da denkt sich nur wer grad was", antwortete ich und warf einen Blick zu Anja und Sonja, die sofort verstummten. Daraufhin lachte ich und servierte das Essen. Sam hatte anscheinend wieder besonders schlechte Laune, doch ich sprach ihn gar nicht erst darauf an - ich konnte mir denken was los war. Also warf ich ihm nur einen mahnenden Blick zu und setzte mich, was auch Wilson tat. "Was ist denn los, Sam?", fragte er und bekam eine gegrummelte Antwort. "Geht dich gar nichts an" Ich schüttelte nur den Kopf. Um den noch eine Krone aufzusetzen, meinte Sam: "Du sitzt übrigens auf dem ehemaligen Platz von Jan." Schön, dass er mich wieder darauf aufmerksam machen musste. "Sam, es reicht!", fuhr ich ihn an, und er zuckte zusammen. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht weinen zu müssen. Ich hatte es immer verdrängt, aber ich liebte Jan immernoch. Jetzt stiegen mir doch noch Tränen in die Augen. "Entschuldigt mich mal kurz", meinte ich, ohne irgendwen anzusehen, und huschte ins Bad. Anja und Sonja schauten mir mitleidig hinterher. Ich hörte noch, wie Anja und Sonja mit Sam schimpften. "Sam, hör endlich auf! Du weißt genau, wie sehr sie die Geschichte fertig macht..." Mehr bekam ich nicht mit, denn ich war im Bad und die Tränen liefen über mein Gesicht.
      Wenig später hatte ich mich gefangen, wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und klatschte mir kaltes Wasser ins Gesicht. Nachdem ich es wieder abgetrocknet hatte. Ging ich zurück in die Küche und setzte mich wieder, ohne Sam auch nur eines Blickes zu würdigen, und aß schweigend auf. Wilson war wohl etwas verwirrt, und Anja und Sonja guckten nur mitleidig. Schweigen.
      Sam verließ den Raum schleunigst, als er aufgegessen hatte. Als Sonja und Anja aufgegessen hatten, warfen sie noch einen vorsichtigen Blick auf mich und gingen dann auch. Nun war ich allein mit Wilson. Vorsichtig, ganz sanft, fragte er: "Was..was ist eigentlich mit diesem Jan?" Ich biss mir abermals auf die Lippe. "Das...das ist doch egal." Er schüttelte leicht den Kopf, wollte mir die Hand tröstend auf die Wange legen, ließ es jedoch bleiben und schaute mir tief in die Augen. "Du kannst nicht alles in dich reinfressen, das bekommt dir nicht gut." Ich senkte meinen Blick, "Lange Geschichte", entgegnete ich ausweichend, in der Hoffnung, er würde sich abbringen lassen, was er jedoch nicht tat. "Bitte", meinte er leise, schon fast flüsternd. Ich entschied, mich ihm zu öffnen. "Na gut", ich seufzte, "es begann alles damals, als mein Hof zu groß wurde, um sich um alles selbst zu kümmern. Damals stellte ich vier Leute ein - Anja, Sonja, Sam und eben..Jan." Es bereitete mir immernoch Schmerz, seinen Namen auszusprechen, aber jetzt musste ich da durch. "Und um ehrlich zu sein, ich mochte Jan. Sehr sogar. Auf jeden Fall, an einem der ersten Arbeitstage war ich mit ihm auf dem Pferdemarkt. Da gab's ein kleines Missverständis, ich dachte er wäre in Maya verliebt, dabei schwärmte er nur für ihren Achal Tekkiner-Hengst und blablabla, auf jeden Fall, am Ende des Tages kamen wir uns ein wenig näher, und kurz bevor es zu einem Kuss kommen konnte, tauchte Sam auf. Naja, auf jedenfall war er ziemlich sauer, anscheinend Eifersüchtig, zum Glück tauchte Norwi auf und rettete die Situation, brachte Sam nach hause und dann haben wir uns doch noch geküsst, Naja, sein Fahrrad wurde gestohlen, da musste er im Gästezimmer übernachten." Ich verstummte kurz und wischte mir eine Träne von der Wange. "Zur Zeit der WM flog ich mal nach Südafrika, kaufte dort Escador und traf unsere deutsche Elf, und es war alles prima mit Jan und mir. Als ich wieder zurück kam, hatte Anja Albus für mich eingeritten - Albus ist ein Shire Horse Hengst, Weißfalbe, mittlerweile nicht mehr in meinem Besitz. Ich ritt mit ihm aus und auf einer Lichtung einen Mann und eine Frau, die miteinander sprachen. Ich belauschte sie und schnitt alles mit meinem Handy mit, glücklicherweise. Die beiden wollten offensichtlich meine Pferde stehlen und meinen Hof anzünden, und ich war ziemlich empört. Nach dem Gespräch knutschten die beiden ziemlich heftig herum, und es ergab sich die Gelegenheit, zu schauen, wer das ist - zumindest die männliche Stimme kam mir bekannt vor. Und...es war.." Ich schluchste tief. "...Jan. Reflexartig schrie ich ihn an, er schaute angeekelt zurück und erklärte mir, mich niemals geliebt zu haben. Daraufhin ging er mit einem Messer auf mich los, ich wurde nur durch Albus' schrilles Wiehern rechtszeitig gewarnt. Ich rannte zu dem Sulky mit meinen sechs Falabellas (die ich mittlerweile verkaufen musste) davor, mit dem Jan gekommen war, schnappte mir Albus' Zügel, sprang in den Sulky und raste mit dem Gespann und Albus an der Hand zum nächsten Polizeirevier. Der Polizei gab ich dann die Aufnahme auf meinem Handy, und sie verprachen, sich um alles nötige zu kümmern und...Jan...wegzusperren. Auf jeden Fall hatte ich danach zum Glück viel Ablenkung, ich hatte Gettin' vor dem sicheren Tod gerettet und kurz darauf hatte er einen Kreuzverschlag, dann ging es mit den Rennpferden nach St. Moritz. Ich hatte alles schön verdrängt, doch dann..." Ich brauchte eine Pause, denn ein heftiges Schluchzen durchfuhr mich. Wilson wusste nicht so recht, was er tun sollte. Er wagte es nicht, mich tröstend zu berühren, nach allem, was mir geschehen war.
      Nachdem ich mich einigermaßen gefangen hatte, erzählte ich weiter. "An dem Tag, an dem ich dich kennen lernte, war ich gerade mit vielen Reitschülern und ein paar Freunden und allen Pferden unterwegs, die meisten davon hast du ja später kennen gelernt. Da trafen wir auf ihn. Ich war ziemlich geschockt, die Polizei hatte mir doch anderes versprochen...auf jeden Fall schickte ich alle auf den Rückweg und machte mich auf eine Auseinandersetzung mit Jan bereit. Er beschwerte sich, dass ich nicht auf meinem Hof gewesen war, und meine Pferde auch nicht, aber ich war ja umgezogen, zusammen mit Flair hierher, was er zum Glück nicht wusste und ich ihm auch nicht erzählen wollte. Er meinte, ich würde ihm noch etwas schulden, da ich ihm die Polizei auf den Hals gehetzt habe. Ich schrie ihn an, wendete Litzi - ich hatte sie auf dem Ausritt geritten - ein wenig rabiat, und er startete seine Mofa. Naja, Litzi ging durch, ich konnte mich nicht halten und landete auf dem Boden. Das hatte Jan zum Glück nicht gesehen, sonst wäre mir vielleicht schlimmeres passiert. Dummerweise fiel ich genau auf mein Handy, das war danach kaputt. Naja, da lag ich eine Weile, und dann kamst du."
      Niedergeschlagen schaute ich auf den Boden, mir liefen Tränen über das Gesicht. Er wollte mich in den Arm nehmen, mich trösten, aber er traute sich nicht. Statdessen flüsterte er nur einfühlsam: "Das tut mir leid" Ich schluckte, guckte auf und sah ihm in die Augen - ich wollte sehen, ob er es ernst meinte. Und er tat es. Ich lächelte leicht, unter Tränen. "Du kannst da nichts zu. Mach dir bitte nicht zu viele Gedanken wegen mir. Und auch nicht wegen Sam." Er guckte leicht verwirrt. Ich lächelte erneut. "Sam wittert Konkurrenz."
      Plötzlich öffnete sich die Tür und Sam, Anja und Sonja platzten herein. "Die neuen sind einfach Prachtstücke, die müsst ihr sehen!", platzte Sonja heraus. Ich grinste verhalten, und wir standen auf, um sie zu betrachten.

      Rokko war tatsächlich ein stattlicher Zuchthengst. Er kam nicht an Nieve heran, dennoch hatte er ein 1A-Exterieur und geschmeidige Gänge. Chramisa kannte ich ja bereits, und ich war bereits damals in sie verliebt. Auch Nieve schien außerstes Interesse an ihr zu haben - sie rosste gerade. Und Melody war einfach ein Traum von Holsteiner, wie bereits ihre Abstammung verriet. Ich begrüßte Göfl, LeFay und Less, die die drei Pferde brachten und lustiger Weise alle drei gleichzeitig erschienen. Göfl hatte ihre liebe Mühe, Rokko von Chramisa fernzuhalten, also bedeutete ich Sam, Anja und Sonja, die drei Pferde schnell in die vorbereiteten Boxen zu bringen. Ich lächelte, so gut es ging, und übergab Göfl und LeFay das Geld für die Zuchtpferde. Melody hatte Less mir einfach so überlassen, und ich liebte sie dafür.

      Abends stand ich noch lange an Moonlights Box, schmuste mit ihr und erzählte ihr meine Bedenken mit Wilson und Sam. Ich konnte den beiden wirklich vertrauen. Ich hatte vergessen, wie gut die große Tinkerstute im Zuhören war, und deshalb schmuste ich besonders lange mit ihr. Auf einmal stand Wilson hinter mir. "Es ist verständlich, wenn du mir nicht vertrauen kannst", meinte er einfühlsam, jedoch hörte ich heraus, dass er leicht gekränkt war. Hatte er mein ganzes Gespräch mit Moonlight mitgehört. Erschreckt starrte ich ihn an. "Hast du..." - "Tut mir leid." Er senkte den Blick. "Ich wollte nicht lauschen, aber ich hab' meinen Namen gehört und naja, ich war halt neugierig." Schuldbewusst zuckte er mit den Schultern und hob den Kopf, schaute mir flehend in die Augen, ich solle ihm doch verzeihen. Erst in seinem Blick sah ich, wie verletzt er durch meine Aussage, ich könne ihm nicht vertrauen, war. "Ich vertraue keinem Mann mehr, es tut mir leid", meinte ich und senkte meinerseits den Kopf. Moonlight stupste mich verständnisvoll an, legte ihren Kof über meine Schulter und knabberte vertrauensvoll an einer langen Haarsträhne von mir. Ich ließ sie gewähren und kraulte sie sanft unter ihrem Schopf. "Es tut mir leid", flüsterte ich erneut, und wieder schossen mir Tränen in die Augen. "Du liebst ihn immernoch, oder?", fragte Wilson sanft, diesmal weniger gekränkt als zuvor. Ich nickte traurig und wandte mich Moonlight zu. Ich schlang meine Arme um ihren Kopf und weinte. Vorsichtig machte sie sich frei und schlabberte mit ihrer Zunge durch mein Gesicht, was mich ein wenig aufheiterte. Wilson beobachtete die Szene und kam einen Schritt näher. Ich hörte, wie die Stalltür auf- und zuging und Sam trat ein. "Was ist hier los? Was hast du ihr angetan?", fragte Sam rau und schubste Wilson würend ein Stück von mir weg. Ich drehte mich um. "Sam, hör auf!", ich weinte noch mehr. "Er hat mir rein gar nichts getan, im Gegenteil, er hat mir geholfen." Sam's Blick, der bisher hasserfüllt auf Wilson lag, wanderte, nicht mehr hasserfüllt sondern sanft und verletzlich, zu mir. Ich redete weiter, vorsichtig, um ihn nicht zu sehr zu verletzen. "Sam, egal was du tust, ich liebe dich nicht...ich liebe..." Sam's Stimme wurde wieder rau. "Wen? Wilson?" Ich schüttelte den Kopf, und zum abertausendsten Mal an diesem Tag füllten sich meine Augen mit Wasser. "Ich liebe immernoch Jan." Sam schüttelte den Kopf und ging schnellen Schrittes aus dem Stall, ich sah ihm nach. "Er macht es nicht gerade besser", stellte ich fest. Wilson nickte mitfühlend. Er kam einen Schritt näher und nahm mich vorsichtig in den Arm. Es tat gut. Ich hatte zwar ein wenig Angst, aber dennoch, es tat gut. Wir standen nicht lange so umschlungen, er wollte es nicht übertreiben und auch für mich war es genug. "Es ist schon spät", flüsterte Wilson. Ich nickte, verabschiedete mich von Moonlight und wir gingen zusammen ins Haupthaus. "Gute Nacht", flüsterte ich, als wir drinnen waren, er erwiederte und ich ging mit gemischten Gefühlen ins Bett.
      07 April 2011

      Monsterflosse
      Wahn

      "Saaaam?", trötete ich, als ich zum Frühstück in die Küche kam. Er guckte mich nur düster an, ich verdrehte die Augen. "Du weißt nicht zufällig, wo der Schlüssel vom Transporter ist?", säuselte ich weiter. Im Gegensatz zu ihm hatte ich nämlich gute Laune. Es waren nun mehrere Wochen vergangen, dass ich Wilson von Jan erzählt hatte. Ich fühlte mich gleich leichter. Aber Sam war auf mich immer noch nur schlecht zu sprechen. Missmutig antwortete er mir. "Hinter der Kaffeemaschine" - "Danke" Also wanderte ich schnell zur Kaffeemaschine, nahm den Schlüssel und machte mir bei der Gelegenheit gleich einen Kaffee. Viel geschlafen hatte ich ja nicht. Glücklich setzte ich mich an meinen Platz zwischen Wilson und Sam, wünschte allen einen guten Morgen und grinste durch die Runde, worauf ich nur verwunderte Blicke erntete. Anja und Sonja fragten sofort. "Sag mal, lange her das du so glücklich warst. Waaaas ist los?" Ich lachte. Ich sah ihnen gleich an, dass sie an eine Romanze dachten. "Ich bin verliebt, das ist alles", grinste ich ohne Rücksicht auf die beiden Männer am Tisch, und Anja und Sonja starrten mich groß an. Daraufhin lachte ich noch mehr und klatschte die Zeitung auf den Tisch, auf der eine Anzeige mit Bild dick eingekringelt war. Es handelte sich um eine weiße Vollblutstute. Anja und Sonja guckten enttäuscht. "War ja klar." Ich grinste euphorisch: "Ja, oder?" Sam zog seine Schlüsse. "Also möchtest du dir eine weitere Vollblutstute anschaffen?" - "Tja, wenn wir eine Rennbahn bauen, brauchen wir auch würdige Rennläufer, oder?" Zustimmendes Nicken. "Also. Sam, wäre nett wenn du dich heute um Shine, Freedom und Joyna kümmerst. Die hatten gestern ganz schön Arbeit mit den Reitchülern, die musst du nur kurz saubermachen und auf die Weide bringen. Achja, und kümmer dich bitte um Roxi, Sea, Prince & Debüt. Anja und Sonja, ihr macht heute einen großen Fohlenbespieltag und kümmert euch um Novio, Piro, Harmony, Herz, Prinz, Joyce, Dakini und Fallen. Ein wenig Erziehung schadet nicht. Achja, und ihr alle drei teilt euch dann noch Back, Rokko, Litzi, Orodeth, Füchschen, Valley, Finja, Maid & Khiara. Achja, und Moonlight, Wilson hat ja heuten den ersten Dreh. Mit Melody mach ich ein paar Übungen, bevor ich fahre um mir die Stute zu besichtigen." Alle nickten. "Ich bin aber erst heute Nachmittag weg, ich meine, Reiten wird dann sowieso nix, aber du hast ja nichts dagegen, wenn ich ein wenig zugucke? Und wann fährst du zur Besichtigung?", sagte Wilson. Ich nickte. "Klar darfst du das, ich fahre so um 10 Uhr los, mit AKU und so bin ich pünktlich zum Essen wieder da" - "Kann ich mitkommen?" Ich freute mich. Selten erlebt man Reitschüler, die so interessiert am Leben auf dem Gestüt sind. "Wenn du noch die Zeit dazu hast, gerne. Eine zweite Meinung kann eh nie schaden" So streuten wir aus, Wilson und ich zuerst zu Melody.
      "Was hast du denn heute vor mit der Hübschen?", fragte er. "Erstmal kommt heute nochmal Jule, ihr neuer VS-Sattel ist fertig. Und dann werde ich mit ihr ein paar Dressurübungen machen, da haperts noch ein wenig" Schnell putzten wir Melody. Prompt platze Jule in die Situation. "Ihr beide könnt euch echt nicht trennen", grinste sie und bevor ich etwas entgegnen konnte, lenkte sie das Augenmerk auf den Sattel. "Wunderschön. Und die grünen Schnallen an der Trense! Und die Decke, so richtig schön plüschig und einmalig schön! Danke Jule", meinte ich begeistert und nahm sie in den Arm. Dann holte ich mein Portemonnaie heraus, zählte die Scheine und drückte sie ihr in die Hand. "Hier bitte. Also, wenn sie älter ist kannst du gerne noch einmal wiederkommen und ihr einen Springsattel, einen Dressursattel und eine Kandarenzäumung anfertigen", lachte ich. Sie nickte glücklich, verabschiedete sich und verschwand. Wilson und ich zäumten Melody und brachten sie auf den Platz, wo ich unter viel Mühe aufstieg - mein Fuß schmerzte immernoch etwas.

      Ich ritt sie ein wenig warm, bis sie schön am Zügel ging, dann machte ich einige Bahnfiguren, versammelte sie, verstärkte ihre Gangarten undundund. Bis wir Halb Zehn hatten, dann musste ich sie absatteln, putzen und auf die Weide bringen, um mit Wilson in den Transporter zu springen und zu dem Hof zu fahren, auf dem es eine Vollblutstute zu verkaufen war. Auf dem Weg sammelten wir meinen Tierarzt ein.
      Angekommen ließen die Hofbesitzer auf sich warten. Der Hof war unaufgeräumt und nicht gerade gepflegt, aber noch nicht so verkommen, dass es den Pferden wirklich schaden konnte. Als die Besitzer dann kamen, waren sie mir gleich ein wenig unsympathisch. Dennoch ließ ich mir die Vollblutstute zeigen. Sie war noch sehr jung, gerade angeritten, aber sie kam mir gleich ein wenig komisch vor, für ein Rennpferd. "Darf ich mal ihre Papiere sehen?", fragte ich. Wiederwillig gaben die Besitzer sie mir. "Super Rennabstammung also, hmmhmm. Für dumm verkaufen können sie mich nicht. Aber ich möchte sie trotzdem gerne einmal rennen sehen, okay? Wäre es evtl möglich, sie einmal zu sehen und dann selbst zu reiten?" Die Besitzer nickten. Auch Wilson guckte ein wenig skeptisch. Die Stute wurde gesattelt und auf die Rennbahn gebracht, dort ein wenig warmgelaufen und dann in die Startbox gestellt. Gespannt sah ich auf. Es klingelte - und sie verpasste den Start. Egal, das konnte man üben. Aber sonderlich schnell war sie auch nicht. "Internationales Rennniveau also?" Die Besitzer nickten. "Besser als Khiara El Assuad?" Ich lachte, die Besitzer nickten. Ich schüttelte den Kopf. "Egal wie schön die Stute ist, sie ist für meine Zwecke zu langsam, außerdem möchte ich kein Pferd von Betrügern kaufen." - "Sie ist aber besser als Khiara El Assuad!", fuhr mich die Frau des Hofbesitzers an. "Sie wissen schon, das Khiara El Assuad mir gehört? Genau wie Valley Victoria, die sich schon mehrfach in der Zucht bewährt hat?" Die beiden wurden kleinlaut und Wilson grinste und schüttelte den Kopf. "Ich bin sicher, die Stute findet noch einen geeigneten Käufer, aber nicht wenn sie so betrügen." Ich schüttelte den Kopf und half, die Stute wegzubringen. Aus einer sehr dunklen Box drang ein tiefes Wiehern. Ich lugte herein und sah einen wunderschönen, braunen Vollblutbox. "Ach der. Der taugt nix, der wird bald gelegt. Oder vielleicht doch besser verkauft oder geschlachtet, mal sehen." Ich sah die Besitzer mit großen Augen kann. DER Hengst sollte nichts taugen? Ich sah eindeutig das Feuer in seinen Augen. "Kann ich nicht mal seine Papiere sehen?" - "Er hat keine gute Abstammung oder so." - "Hier bitte." Ich sah sie drauf und versuchte, mir das Erstaunen nicht anmelden zu lassen. Schmunzelnd beugte ich mich zu Wilson, tippte auf die Abstammung und raunte ihm zu "Valley ist seine Mutter, sein Vater ist Pharlap. Ich glaube, die Leute haben keine Ahnung von Rennpferden" Die Besitzer starrten uns düster an. "Aber wir haben eigentlich keine Zeit mehr, um ihn Vorzuführen." - "Egal, wenn das in Ordnung ginge würde ich ihn auch gerne selbst fertig machen und kurz eine Runde proberennen, Wilson kann dann gucken..." Wilson nickte glücklich und ein wenig stolz, dass ich ihm die Verantwortung überließ. "Jaja, da ist die Sattelkammer, machen Sie das, wir sind im Büro" Und die beiden verschwanden. Wir holten sein Halfter. Angesichts der (teilweise rossigen) Stuten im Stall wieherte er mehrmals dunkel und tänzelte leicht, wobei seine Muskeln gut zur Geltung kamen. Die Stuten warfen ihm erwartungsvolle Blicke entgegen. Schnell gingen wir zum Putzplatz, putzen ihn kurz und sattelten ihn. Er ließ es sich ohne Murren gefallen. Dann ging es auf die Rennbahn, ich ritt ihn kurz warm und stellte ihn in die Startbox. Mit einem Scheppern ging diese auf und der Hengst stürzte nur so heraus. Ich spürte lange, kräftige, schnelle Galoppsprünge, wie ich sie sonst nur von Khiara kannte. Ein Grinsen trat mir ins Gesicht, ich bremste und ritt ihn zu Wilson. Er nickte, ebenfalls grinsend. "Gekauft", lachte ich. "Hälst du ihn mal kurz? Ich hole eben die Besitzer."
      Als ich sie geholt hatte und sie Wilson und mir gegenüber standen, versuchten sie ordentlich zu feilschen. "1.000.000 Joellen." - "Das glauben sie doch wohl selber nicht. Sie finden ihn selbst schlecht, er ist kaum ausgebildet, ist noch nie Rennen gelaufen und hat keine sonderlich gute Abstammung." Unauffällig zwinkerte ich Wilson zu. "Ich mache ein Gegenangebot, 5.000 Joellen." Die Besitzer nickten und ich konnte mein Glück kaum fassen. So untersuchte der Tierarzt den Hengst, und nachdem kein Befund diagnostiziert werden konnte, unterschrieb ich den Kaufvertrag, auf dem ich seinen Namen las. "Hot Toddy, hört sich gut an" Wir luden ihn ein, kauften schnell im nahegelegenem Reitshop Halfter und fuhren nach Hause, wo wir ihn in die frische Box brachten. Die anderen Pferde waren alle auf der Weide, bis auf Khiara. "Sie wollte nicht aus dem Stall", meinte Sam. Imponierend stand Toddy in der Stallgasse neben mir, als ich mich in Bewegung setzte, tänzelte er wieder. Ich schüttelte den Kopf. Khiara war doch noch nimmals rossig! Wilson schien mir den Gedanken von der Stirn ablesen zu können. "Er weiß halt, was gut ist", meinte er und klopfte Khiaras Hals.

      Wir aßen, und schon traf das Filmteam ein. Wilson ging auf sie zu, ich mit ihm. Der Regisseur schüttelte den Kopf. "Rennbahn randaliert worden, Reiter-Modell krank, Pferde nicht schnell und erzogen genug. Wir können's vergessen." David Guetta trat neben den Regisseur, was mir ein wenig peinlich war - ich versuchte, nicht zu auffällig da rum zu stehen. "Keine Alternative?", fragte er. Der Regisseur schüttelte den Kopf. "Ist uns nicht bekannt." Ich nahm mir ein Herz und schaltete mich ein. "Vielleicht...also, ich weiß jetzt nicht wie das Video aussehen soll, aber zusammen mit Flair eben Gestütsbesitzerin und für züchten unter anderem Englische Vollblüter. Momentan ist Flair nicht da und ich kann über ihre Pferde nicht entscheiden, aber ich könnte trotzdem welche zur Verfügung stellen...Je nachdem, was für Anforderungen sie stellen, würden sich dreie bestimmt eignen... Und eine Rennbahn haben wir hier auch, sie ist zwar noch nicht ganz fertig, aber zum Großteil. Dann können sie halt nur (noch) nicht die ganze Bahn filmen..." Na klasse, ich hatte es geschafft, alle Augen ruhten auf mir. Wilson schaltete sich ein. "Und...vielleicht...ich hab ne Idee...Monsta, du magst nicht zufällig in dem Video mitspielen und reiten, wenn die anderen nichts dagegen haben?" Ich machte große Augen - ich war überrumpelt. Das Filmteam und David Guetta nickten einstimmig. Ich war also zu einer Antwort gezwungen. "Na...na gut." Der Regisseur war sichtlich erleichtert. "Die Rennbahn ist dort hinten, wenn sie schonmal dort hin möchten...und was möchten sie für Pferde? Und was für Sattelzeug?" Der Regisseur antwortete: "Am besten wären zwei Stuten, eine hell für Wilson und eine dunkel für David. Und einen Hengst, auf dem Sie dann reiten werden, am besten ein wenig größer als die Stuten und schön imposant, gerne dunkelbraun oder so, und gut bemuskelt. Und dann am besten ganz normale Vielseitigkeitsdecken und Satteldecken, ruhig verschieden Modelle und Farben, der Hengst nur mit Trense" Ich grinste. "Das passt sich. Dann mach ich die drei gleich mal fertig. Bräuchte allerdings ein wenig Hilfe..." Wilson meldete sich, und auch David Guetta wollte helfen. Ich guckte prüfend. "Echt? Haben Sie denn Ahnung von Pferden?" - "Nicht wirklich, aber ich könnte es ja lernen", lachte er. Der Regisseur meldete sich. "Ja, dann macht ihr mal die Pferde fertig, und dann zieht euch um." Ich guckte den Regisseur an. "Ähm. Genau, was soll ich anziehen?" - "Am Besten wär ein Bikini oder so...wie dieser hier", er zeigte einen. Er war schön, ja, aber ich lachte. "Da pass ich nie im Leben rein, da fällt mir alles oben raus" - "Dann sollten sie jetzt vielleicht shoppen gehen. Wir haben einen Vertrag mit der Marke, aber den Bikini gibt's eigentlich fast überall" - "Na gut...Wilson, nimm Valley, Khiara und Toddy. Ist zwar nicht so toll weil Toddy grad neu ist aber gut...ach, und Vorsicht mit denen...und schnapp dir noch Sam oder so, zur Hilfe"
      Sofort schnappte ich mir meinen Opel GT und fuhr in die Stadt. Schnell hatte ich den Bikini gefunden, anprobiert und gekauft, denn er passte. Jetzt nicht in der Größe, die der Regisseur in der Hand hatte, Modellmaße hatte ich halt nicht. Zwar durch Training und Reiten eine gute Figur, aber...

      Als ich wieder da war, hatten Sam, Wilson und David Guetta die Pferde schon fertig, ich kontrollierte noch schnell, befand alles für okay und wir gingen uns umziehen. Aber vorher sprach ich noch das ganze Team an: "Wär vielleicht ganz hilfreich, das Lied erstmal zu kennen" Der Regisseur war verwirrt, gab mir aber sofort seinen MP3-Player und Kopfhörer. Das Lied gefiel mir, also hörte ich es gleich zwei mal und achtete beim zweiten Mal auf den Text. Es ging...um zwei Männer, die um eine Frau kämpften, der eine schon länger und mit unfaireren Mitteln, hatte aber auch schon einmal gegen einen anderen verloren, und der andere erst seit kurzem und fair. Und die Frau liebte immernoch ihren ersten Freund, gegen den der Unfaire schon mal verloren hatte, der sie aber betrogen hatte. Ich nahm die Kopfhörer ab. "JETZT wüsste ich echt gerne, woher die Inspiration für den Text kam", und grinste leicht. Wilson guckte auf den Boden, worauf ich ihn nur prüfend ansah, aber wir wurden aufgescheucht, uns umzuziehen und dann zu den Stylisten zu gehen, die am Auto des Filmteams warteten.
      Also gingen wir uns umziehen und trafen uns dann am Auto. Ich fühlte mich wohl ein wenig nackt, nur so im Bikini, aber meine Bewunderung für Wilsons Oberkörper bließ das weg....
      Dann noch ein Besuch beim Stylisten, der mir gleich einen komplett neuen Haarschnitt und eine neue Haarfarbe verpasste. Und zwar einen tollen Schnitt und eine tolle Haarfarbe.
      Danach gab der Regisseur Anweisungen. "Also, Reitunterricht hattet ihr alle ja schon, jetzt mal rauf auf die Pferde..." Ich unterbrach ihn: "Und zwar vorsichtig, das sind teure und erfolgreiche Rennpferde" Der Regisseur verdrehte die Augen, redete dann aber weiter. "Ja gut, und dann einmal die Rennbahn runter, Monsterflosse mit ein wenig Abstand vorne, Wilson und David nebeneinander hinterher. Denkt an den Gesichtsausdruck! David, du darfst ruhig mal son bisschen, nicht ernst, versuchen, Wilson vom Pferd zu schmeißen. Aber echt nicht ernst, das ist gefährlich! Dann biegt ihr da am Ausgang ab, rennt ihr den Weg entlang, dann denn Fluss entlang und dann am See entlang und das wars dann. Danach springt ihr in den See, am besten nur ein bisschen Abbremsen und direkt runter. Und dann Schnitt. Okay?" Wir nickten und stellten uns auf. Leicht drückte ich die Schenkel an den sattellosen Toddy und er raste los, hinter uns Khiara und Valley. Alle drei Pferde gaben sich sichtlich Mühe, auch wenn sie nicht im vollen Tempo liefen, da Valley doch ein wenig langsamer war als Khiara und Toddy und Wilson und David Guetta auch nicht unbedingt die allerbesten Reiter waren.
      Am See gabs dann einen eleganten Sprung vom Pferd ins Wasser, Toddy wurde von Sam aufgefangen, um Khiara und Valley wollten sich Anja und Sonja kümmern. Ich tauchte wieder auf, und auch Wilson und David waren im Wasser. Ich lachte. Das Wasser war total kalt, und das Gesicht der beiden... "Haha, wir sind hier nicht in LA", gluckste ich und stieg aus dem See. "Das wars für heute", meinte der Regisseur, "meinetwegen könnt ihr euch jetzt abtrocknen und abhauen und euch wieder umziehen" Gesagt, getan. Schon bald standen Wilson und ich wieder bei den Rennpferden, die anderen waren schon weg. "Der Bikini steht dir, solltest du öfter mal tragen", rief Sam herüber. Ich schüttelte nur den Kopf und grinste. Dann dachte ich nach. "Sag mal Wilson, wer hat hier eigentlich den Text geschrieben, und was hat es mit dem auf sich?" Es war ihm sichtlich peinlich. "Ich hab den geschrieben...weißt du, ich verarbeite Dinge meist mit Musik..." Hieß das, das er sich wirklich...in mich verguckt hatte? Ich drehte mich um, legte meine Hand hinter mich auf Toddys Rücken und wartete, bis er sich ebenfalls von Khiara abwandte. Dann sah ich ihm tief in die Augen. Und was ich sah, gefiel mir nicht. Ich glaube, es war wirklich war. Aber das ging doch nicht! Sollte ich einen Freund verlieren? Ich war einfach nicht fähig, mich neu zu verlieben. Zumindest dachte ich das. "Ich weiß", meinte er schmerzvoll, sah auf den Boden und drehte sich dann wieder Khiara zu, um sie energisch zu Striegeln. "scheiße", murmelte er, aber ich hörte es kaum. Ich war zu sehr in Gedanken versunken. Ohne ein Wort zu sagen, brachte ich Toddy in die Box und kehrte dann zu Khiara und Wilson zurück - um Valley hatte sich Sam gekümmert. "Bringst du Khiara gleich weg und kommst dann zum Abendessen?", fragte ich kleinlaut und er nickte nur. Ich verschwand schon einmal in die Küche und bereitete alles für das Abendessen mit den anderen vor.
      Wilson kam dann auch relativ schnell, aber ich war schon fertig. "Ess nicht so viel", raunte er mir zu, als die anderen kamen und wir aßen - ich sehr wenig und Wilson ebenfalls. Ich wunderte mich. Als die anderen fertig waren und gingen, deckten wir den Tisch ab. Und Wilson...deckte ihn wieder? Diesmal mit Kerzen. "Monsta, ich weiß das es dich wahrscheinlich verletzt und ich kann verstehen wenn du das nicht möchtest...aber ich koch uns jetzt erstmal was, okay?" Ich nickte bedrückt. Er hatte recht, ich wollte eigentlich gar nicht. Zu viel war passiert, zwischen Jan und mir. Etwas bedrückt saß ich da, und Wilson merkte das. Er setzte sich neben mich. "Es...es tut mir leid Monsta...ich wollte eigentlich auch gar nicht, dass du es weißt...aber ich war ja zu blöd" Er schüttelte betroffen den Kopf. Ich tat es ihm nach und sah ihm mit Tränen in die Augen. "Das liegt doch nicht an dir...ich...ich kann einfach nicht mehr, es ist zu viel...weißt du, ich kann...niemandem vertrauen, zumindest keinem Mann, es tut mir so leid" Ich brach in Tränen aus und stützte mein Gesicht in meinen Händen. "Warum?", fragte er mit erstickter Stimme. "Jedes...jedes mal, wenn mich jemand liebt, denke ich, er würde das gleiche tun wie Jan. Außerdem...ich weiß nicht wieso, aber ich liebe Jan eben noch..." Ich schluchzte noch lauter, worauf er mich zärtlich in den Arm nahm. Er hatte sich wieder einigermaßen gefangen. Er redete nun ganz sanft, auch wenn man den Schmerz noch raushörte. "Nicht jeder Mensch ist schlecht Monsta, und mit der Zeit wirst du das merken. Bis dahin bin ich immer für dich da, wenn du mich brauchst. Und auch danach, wenn du das willst." Das hatte Jan nie zu mir gesagt. Im Allgemeinen war er der Erste, der das zu mir sagte. Und ich hatte doch Gefühle für ihn. Meine Tränen versiegten langsam. Er ließ ich mich los und sah mir in die Augen. Ich seufzte "Ich...ich...lass mir Zeit, ja?" Er nickte und wendete sich wieder dem Essen zu. Und es schmeckte köstlich. Ich fasste mir ein Herz. "Wollen wir demnächst nicht mal...zusammen ausreiten?" Er grinste breit und freute sich "Ja!" Ich stand auf und nahm ihm diesmal meinerseits in den Arm. "Es tut mir so leid, ich brauche Zeit, das war alles...ein wenig viel für mich. Gute Nacht", meinte ich liebevoll. Er lächelte und wollte mit dem Spülen anfangen. "Ist schon in Ordnung, ich mach das immer morgens früh. Geh ruhig auch schlafen." Er nickte, immernoch grinsend. "Gute Nacht", meinte auch er.
      13.06.2011

      Eddi
      Farasha an der BSK 373 für Paint Horses und Araber

      Ich atmete tief durch und schwang mich dann vorsichtig auf Farashas Rücken. Die hübsche Rappstute gehörte mir noch nicht lange, aber wir kamen richtig gut miteinander klar und so hatte ich mich spontan dafür entschlossen, schon an einer Krönung teilzunehmen, denn das Talent dazu besaß die Stute allemal. "Begrüßen wir jetzt die Teilnehmerin Edfriend, mit ihrer Araberstute Farasha!" tönte es aus den blechernen Lautsprechern und ich nahm die Zügel auf. Farasha war wegen ihrer sieben Jahre schon sehr gelassen. Ich korrigierte noch einmal meinen Sitz, bevor ich meine Stute in den Schritt gehen ließ und in die Halle einritt. Farasha ging schön sauber durch das Genick, bis ich sie abbiegen ließ und sie auf X zuging. Dort parierte ich sie durch und achtete darauf, dass sie geschlossen stand. Dann grüßte ich die Richter. Die nächste Aufgabe war mein Pferd in allen drei Grundgangarten vorzustellen. Farasha machte ihre Sache gut, als ich sie aus dem Stand antrabte. Nach einer ganzen Bahn parierte ich sie wieder zum Schritt durch und ließ sie am leicht längeren Zügel gehen. Schnaubend streckte sie sich leicht nach vorne und ging weich voran. Nach einer weiteren Runde nahm ich die Zügel wieder auf und achtete darauf, Farasha im rechten Moment anzutreiben. Als wir in der Ecke waren gab ich ihr eine vorsichtige Hilfe und saß tief ein. Ein Galoppsprung nach dem anderen folgte, während wir die Bahn ein zweites Mal umrundeten. Farasha lief heute richtig schön und schwungvoll voran. Als wir auf dem oberen Zirkel ankamen, blieben wir darauf. Als wir bei X ankamen saß ich weiter tief ein, nahm den Druck von den Beinen und nahm die Zügel mehr auf. Farasha‘s Übergänge waren einfach ein richtiger Traum. Ich ließ Farasha weiter traben, während ich mit ihr drei Bahnfiguren ritt. Als erstes ritt ich einen großen Mittelzirkel, darauf gefolgt eine Volte auf der gleichen Bahnseite. Als dritte Figur ritt ich auf der kommenden langen Seite eine doppelte Schlangenlinie. Wieder an der Ecke angekommen begann ich das Schenkelweichen. Eine von Farashas liebsten Aufgaben. Ohne Probleme landeten wir auf der gegenüberliegenden Seite. Dort galoppierte ich sie mit einem Sprung an und zeigte einen Handwechsel im Galopp. Als ich diesen mit meiner Stute absolviert hatte, ritt ich erneut einen Mittelzirkel. Ich versammelte Farasha und bog zu X ab. Erst parierte ich zum Trab durch und dann zum geschlossenen Stand. Ich stieg aus dem Sattel, lockerte den Sattelgurt, und nahm den Sattel von Farashas Rücken, während ein Helfer die Stute vorne hielt. Dann kamen die Richter und begutachteten meine Stute gründlich von jeder Seite, Farasha stand kerzengerade und brav da. Als alle drei wieder saßen sattelte ich geschwind wieder auf. Schwang mich in den Sattel, setzte mich zurecht und verabschiedete mich von den Richtern. Im schwungvollen Trab unter Applaus verließ ich die Halle. Draußen wartete schon meine Pflegerin Chrissi erfreut auf uns und warf Farasha sogleich eine Abschwitzdecke über die Kruppe.
      16 Nov. 2011

      Eddi
      Farasha an der 39. Stute des Monats Wahl

      Nach unserem Aufruf gab ich Farasha eine sanfte Schenkelhilfe und die junge Araberstute fiel in ihren weichen Trab. Als wir die Halle betraten, klatschte die Menge uns zu. Meine Hände ruhten ruhig über Farasha‘s Hals, als wir geradewegs auf X zuritten. Zuvor gab ich einige Paraden, nur damit Farasha sauber geschlossen zum Stand durch parierte. Ich grüßte die Richter, immer darauf bedacht ein Lächeln im Gesicht zu haben. Nachdem ich die Zügel wieder aufgenommen hatte, gab ich Farasha sofort wieder die Hilfe zum Trab. Wir bogen auf die linke Hand ab und ich verstärkte Farasha‘s Trabschritte auf der langen Seite. Ich nahm die Zügel noch ein wenig mehr auf und die Rappstute bog ihren Hals schön rund. Vor der kurzen Seite nahm ich Farasha allmählich zurück und bog bei C wieder auf die Mittellinie ab. Durch die feinsten Schenkel- und Zügelhilfen gelang es mir, dass die Stute sofort das Viereck wieder vergrößerte und parallel der langen Seite blieb. Unauffällig lobte ich meine Stute kurz. Bei A gab ich dir Galopphilfe und führte Farasha einen schönen gebogenen Zirkel entlang, den ich von Runde zu Runde langsam verkleinerte und Farasha mit jeder Runde mehr versammelte. Allmählich vergrößerten wir den Zirkel wieder, der auf die Größe einer Volte geschrumpft war. Nach einer großen Zirkelrunde ging ich wieder auf die ganze Bahn und verlängerte Farashas Galopp zum Mittelgalopp. Sofort spürte ich das Energiebündel unter mir noch mehr, während wir schwungvoll vorwärts galoppierten. Nur allmählich nahm ich sie zurück, um dann einen möglichst weichen Übergang zum Trab zu vollführen. Auf der nächsten langen Seite zeigten wir eine doppelte Schlangenlinie, eh ich Farasha zum Schritt durch parierte. Ich ließ ihr ein wenig mehr Zügel, ritt sie dennoch vorwärts. Leicht nahm ich die Zügel wieder auf und ließ die Stute wieder in den Trab verfallen. Genau bei C parierte ich zum Stand durch, richtete Farasha drei Schritte zurück und vollführte sogleich noch eine Hinterhandwendung. Wieder lobte ich meine junge Stute unauffällig und ritt im Schritt wieder an, nur um in der Ecke anzugaloppieren. Farasha’s Übergänge waren wunderbar weich und man merkte es selbst kaum. Im Galopp bogen wir auf die Mittellinie ab und ich parierte Farasha erst zum Trab und bei X dann zum Stand durch. Mit einem leichten Kopfnicken verabschiedete ich mich zufrieden von den Richtern. Die Zuschauer klatschten und am langem Zügel im Schritt verließ ich lächelnd die Halle.
      Farasha sollte die Stute des Monats werden, weil sie einfach sie selbst ist. Sie ist bereit mit ihrem Menschen zusammen zu arbeiten und Probleme gemeinsam zu lösen. Ihr neue Dinge beizubringen macht immer riesigen Spaß und sie ist wie die gute Freundin, die man in manchen Situationen einfach braucht.
      2 Apr. 2012

      Edfriend
      10.08.2012 - Besuch bei den Stuten

      Nachdem ich aus der Stadt wieder da war, wo ich für Mokka neue Reitausstattung bestellt hatte, sah ich noch einmal kurz bei den Stuten vorbei. Ich schnappte mir das Halfter von Apache und ging zu ihrer Box. Die Stute war vor kurzem gekrönt worden, nach langer langer Zeit konnte ich sie nun endlich in meiner neuen Zucht einsetzen. Ich begrüßte die Appaloosastute und streichelte ihr über die Nase. Dann halfterte ich sie auf und führte sie zur Halle, wo ich sie laufen ließ. Sie tobte ein paar Minuten herum, bevor sie sich in den Sand schmiss, um sich zu wälzen. Danach schnoberte sie im Sand herum und drehte ein paar Runden. Ich ließ sie allein, um Rubina zu holen. Auch sie stellte ich mit zu Apache. Rubina Ravenclaw, sie entwickelte sich im Moment hervorragend und erst kürzlich hatten wir nun ihren bekannten Vater auf unserem Hof willkommen heißen dürfen. Ich kraulte sie hinter den Ohren und gab ihr dann einen Klaps auf die Schulter, worauf sie losraste und durch die Halle spurtete. Apache nahm diese Herausforderung gern an und die beiden rangelten ein bisschen, trabten Seite an Seite durch die Halle und fingen danach an, sich zu beknabbern. Ich fand es immer wieder schön, wie der Auslauf in der Halle den Tieren Spaß machte. Doch manchmal waren sie auch unterfordert, selten, aber besonders Antigone litt darunter. Ich band sie vor ihrer Box an und holte ihr Longierset. Nachdem die Stute aufgetrenst und gegurtet war brachte ich sie zum Roundpen, der, weil er im Schatten der Halle und des Stalls stand, zu dieser Zeit besonders angenehm war. Zudem war ich letzte Woche mit einer Harke im Roundpen unterwegs gewesen und hatte den Boden aufgelockert. Ich ließ Antigone erst warmwerden im Schritt und longierte die Stute dann etwas eine Dreiviertelstunde. Sichtlich entspannter brachte ich die Stute danach wieder zurück in den Stall, putzte sie und stellte sie wieder in ihre Box. Dann holte ich Capallonia aus ihrer Box, ging mit ihr zur Halle und ließ sie dort laufen. Apache fing ich wieder ein und brachte sie zum Stall, wo ich die Stute so gut es ging putzte und dann auf ihre Weide brachte. Auch Cappa putzte ich noch gründlich, eh die Rappstute auf die Weide durfte. Der Rest würde heute Nachmittag an die Reihe kommen. Deshalb halfterte ich erst einmal Chaira, Charia und Kürbis auf, um sie auf die Weide zu bringen. Danach folgten Farasha, Joyna und unsere Zicke Khiara. Es dauerte nicht lange und bald standen alle Stuten auf ihren Weiden. Zufrieden begann ich den Stutenstall auszumisten. Ich war schnell damit fertig und konnte noch frisch einstreuen und bereits das Abendheu verteilen. Dann verschwand ich im Büro und schnappte mir einen Zettel. Mein Team sollte wissen, wen ich noch machen würde und wen sie machen sollten. Ich würde noch mit Sonja spazieren gehen und Friendsship reiten, außerdem würde ich auch Little Big Girl für die Bodenarbeit in Anspruch nehmen. Hingegen brauchten aber auch Lapis Lazuli, Napayné und Primadonna Bewegung. Ebenso wie Charia, welche auf ein Turnier vorbereitet werden sollte. Als mein Plan fertig war, riss ich das Blatt ab und pinnte es an unser schwarzes Brett.
      10 Aug 2012

      Rajandra
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      Eilig zog ich meine gefütterten Schuhe an und schlüpfte in die Jacke. Es war Heilig Abend und eisig kalt. Für Weihnachten hatte ich mir Schnee gewünscht und diesen auch bekommen. Nachdem ich die Bescherung und das Weihnachtsessen im engsten Kreis hinter mich gebracht hatte saßen alle im Wohnzimmer vor dem Kamin beisammen. Eine letzte Kontrollrunde wollte ich heut Abend noch drehen und alle Tor verschließen, bevor wir zu Bett gingen. Schnell wickelte ich mir den Schal um, trat heraus und ließ die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Zuerst verschloss ich das Hoftor und machte mich dann auf den Weg in den Stall. Bubis Wiehern erklang, als ich den Stall betrat und ein kleines gedämmtes Licht anschaltete. Seine Box war die erste auf der rechten Seite und ich streichelte liebevoll seine Nase. Die anderen Pferde streckten mir entweder die Köpfe entgegen oder knabberten weiter am Heu. Jedes der Pferde bekam noch einen Weihnachtsapfel von mir bevor ich die Stallgasse verlassen wollte. Die kleine Uhr schlug gerade Mitternacht, als ich aus dem Stall gehen wollte. Verwundert drehte ich mich um. Ich lächelte den vielen zufriedenen Köpfen nocheinmal zu und wollte grade das Licht erlöschen, als es mir so vorkam, als würden die Pferde reden. In einigen der Weihnachtsgeschichten hieß es, dass um Punkt Mitternacht die Stimmen der Tiere erklingen konnten, solang man sie wirklich zu vernehmen mochte. Unsinn! So lansam wirst du schon verrückt, dachte ich. Langsam ging ich nocheinmal die Boxenreihe entlang und schaute in jede Box doch mir viel nichts Merkwürdiges auf. Als ich bei Seference Surprime und Atraxe vorbeikam hörte ich schonwieder eine Stimme, diesmal war es eine andere. Verwundert schaute ich die zwei Stuten an. "Aber das kann doch nicht…“ murmelte ich fassungslos. "Und ob. Du wirst nicht verrückt, glaub mir", schallte es leise aus der großen Fohlenbox, in der Ceredwen, Little Askim, Ravallo und seit neustem ein kleiner Falbhengst namens Piccobello standen. Ihn hatte ich heute von RoBabeRo zu Weihnachten geschenkt bekommen. "Kann ich vielleicht noch einen Apfel haben?", fragte Petes Peppermill und auch Na'im schloss sich seiner Nachfrage an. Wie benebelt verteilte ich also noch eine Runde Äpfel an alle. "Ich schlage vor, jeder darf einen Satz sagen, warum er dich liebt und dann einen, was er sich wünscht!", sagte Post War. "Okay, ja, einverstanden.", erwiderte ich bloß und die Pferde begannen vorn. "Ich liebe dich weil du immer mit mir schmust und dir Zeit nimmst. Und ich wünsche mir mehr Zeit für Ausritte und Spiele.", wisperte Bubi. Andächtig nickte ich. "Du bist immer sehr geduldig und wir möchten mehr Action!", klang es aus Seferences und Atraxes Boxen. Ich lachte nochimmer ungläubig, was hier grad geschah und gab das Wort weiter an Pete, der die Ausritte genoss und länger gestriegelt werden wollte und an Origini, die es toll fand, dass ich ins Training so viel Abwechslung brachte und sich einen bisschen mehr Ruhe wünschte. Die Fohlen waren bis auf ein paar mehr Leckerlis wunschlos glücklich. Auch Rubicon und die drei Mustangs Aerion, Throw a Diva und Have a Cigar waren bescheiden. Sie wünschten sich mehr Streicheleinheiten und lobten die langen Weidezeiten. "Mir gefällt das Training sehr, aber auf der Weide ist es mir echt zu kalt.", lachte die Quarterstute Candy and A Current Bun. "Dein Einfühlungsvermögen ist toll und wir wünschen uns mehr Turniere und du kannst uns ruhig ein wenig mehr fordern." Post War Dream und Obscured by Clouds waren sich da einig. Die zwei Araber Na'im und Farasha langweilten sich ebenfalls manchmal, fanden das Training aber immer gut auf alle zugeschnitten. "Ich hab euch echt lieb, aber ich kann nochimmer nicht glauben, dass das grade passiert!", stotterte ich vor mich hin. Bubi stupste mich vorsichtig an. Ich küsste ihn auf die Nüstern und strich ihm über den hübschen Kopf. Es war Punkt ein Uhr und nun war nichts mehr zu hören. Alles war still, bis auf einige Tritte und zufriedenes kauen. Das kann nicht sein, dachte ich erneut und sank sanft ins Heu. Eine Weile saß ich noch so dort und dachte über das nach, was gerade passiert war. Ein kleines Weihnachtswunder. "Ich liebe euch, meine Süßen! Schlaft gut.", verabschiedete ich mich sprachlos, löschte das Licht und schloss die Türe. Dann schlenderte ich zurück zum Haus, wo ebenfalls grad die letzten Lichter gelöscht wurden.
      24.12.2012

      Rajandra
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      Endlich wieder Wochenende! Die Sonne stand schon hoch am Himmel, was mir sagte, dass dies ein schöner Tag werden sollte. Schnell stand ich auf, duschte, frühstückte und zog dann meine Reitsachen an, und rannte rüber zu den Pferden. Ich nahm mir vor heute alle Pferde zu bewegen. Ich ging also in die Sattlkammer und stellte mich vor die Halfterhaken. Ich entschied mich zuerst Seference Surprime und Atraxe zu putzen. Gesagt, Getan. Nachdem alle beide geputz waren, brachte ich sie nacheinander in die Führanlage, wo sie sich bewegen konnten. Ich stellte ein, dass sie sich ca. 1 Stunde bewegen sollten, im Schritt und Trab auf beiden Händen. Nachdem dort alles geklärt war ging ich weiter zu meinen zwei Freizeitpferden Pete's Peppermill und Origini. Auch die beiden putzte ich, aber ich sattelte und trenste Origini, bevor ich den beiden Gamaschen und Streichkappen anlegte. Dann drehte ich eine recht flotte Runde im Gelände mit dem Wallach Pete als Handpferd. Pete und Origini verstanden sich gut, so war es kein Problem die zwei so zu bewegen, da sie in etwa auch das gleiche Tempo hatten. Wir galoppierten langsam das Feld entlang und trabten viel. Zu schnell waren wir wieder auf dem Hof, wo ich die beiden versorgte und sie auf den Paddock entließ. Anschließend holte ich Seference Surpime und Atraxe aus der Führmaschine, zog ihnen die Regendecken an und stellte auch sie auf den Paddock. Als nächstes war Rubicon dran. Der Braune folgte mir auch brav aus seiner Box. Da er beim Putzen sehr hektisch und enegiegeladen war, machte ich die Prozedur so kurz wie möglich, und striegelte nur die wichtigsten Stellen ausgiebig.Dann sattelte und trenste ich ihn, und marschierte mit ihm schnurstracks in die Reithalle. Dort stieg ich auf, und ritt ihn erstmal im Schritt warm, anschließend trabte, und galoppierte ich ihn, und schließlich übte ich auch noch ein paar Seitengänge und schwierige Übergänge mit ihm. Nach gelungenem Training lobte ich den Braunen und ritt trocken. Anschließend versorgte ich Rubicon und brachte ihn mit Regendecke auf den Paddock. Bubi schaute aus Box freundlich zu mir herüber, und so beschloss ich ihn als nächstes zu holen. Da er morgens schon geputzt worden war und er nicht sehr dreckig war ging ich nur einmal grob über sein Fell und legte ihm einen Halsring an. Dann ging ich mit ihm in die Reithalle, wo ich aufstieg und ihn etwas mit Halsring ritt. Er reagierte sehr fein, und ich konnte auch etwas höhere Dressurlektionen abrufen, sodass ich schließlich noch etwas mit ihm um ein nahegelgenes Feld ausritt. Auch hier benahm sich mein Herzchen gut und zurück am Stall bekam auch er seine Decke an und wurde auf den Paddock neben Rubicon entlassen, bevor ich den Vollbluthengst The Post War Dream holte. Ich ging mit ihm zum Roundpen, und machte etwas Freiheitsdressur mit ihm, und machte Bodenarbeit zur Abwechslung seines Alltags, er machte alles gut mit, nur bei den Planen war er erst etwas irritiert, ließ sich aber am Ende auch gut darüber dirigieren. Ich machte auch ein paar Dressurlektionen vom Boden aus, und ging anschließend noch etwas mit ihm spazieren. Dann kam er ebenfalls auf den Paddock und ich ging zurück zum Stall. Dort traf ich eine Freundin von mir, die gerade ihr Pferd putze und mich fragte, ob ich Lust hätte mit ihr eine kleine Runde im Wald zu drehen. Ich antwortete:“ Ja klar, warum nicht? Ich denke ich werde Obscured by Clouds reiten und Farasha als Handpferd mitnehmen, die verstehen sich ja alle gut!“, antwortete ich lächelnd und Sie erwiderte. „Ja, mach das, das wird bestimmt spaßig. Soll ich auch noch ein Pferd von dir als Handpferd mitnehmen, damit es bewegt wird?“. Ich überlegte kurz, und sagte schließlich: „Das ist eine gute Idee, kannst du Throw a Diva mitnehmen?“,sie bejahte sofort, und wir putzen die Pferde. Dann sattelten wir beide unsere Reitpferde, und legten auch den Handpferden Gamaschen und Streichkappen an, damit sie sich im unebenen Gelände nicht verletzten. Als wir aufstiegen wollte Farasha erst loslaufen, ließ sich aber doch recht gut von mir kontrollieren. Fröhlich quatschend ritten wir los, in einen Ausritt, der sehr schnell, lustig und auch etwas kaotisch werden sollte. Wir hatten viel Spaß und die Pferde liefen wirklich brav, einfach toll! Zurück am Hof bedankte ich mich, bei meiner Freundin, dass sie ein Handpferd mitgenommen hatte, und sie meinte: „Gerne, immer wieder, es war super! Kann ich sonst noch was für dich tun?". Ich sagte ihr, dass alles bis auf die restlichen Pferde bewegen erledigt wäre, und ich das schon schaffen würde. Danach versorgten wir noch die 4 Pferde, die sich den Paddock danach auch absolut verdient hatten. Meine zwei Mustanghengste Aerion und Have a Cigar waren gestern auf Turnier gewesen und hatten sich heute einen freien Tag mehr als verdient, also verfrachtete ich auch diese zwei mit einer Regendecke aufs Paddock. Anscheinend hatten die Zwei trotzdem noch sehr viel Energie, denn sie sprangen wie die wilden auf und ab. Anschließend ging ich Interstellar Overdrive , der aussah wie ein kleines Drecksschweinchen. Ich holte sein Halfter, und ging zu seiner Box. Er stand brav still, während ich ihn aufhalfterte und anschließend auch putze. Es dauerte gefühlte Stunden, bis er wieder halbwegs ansehnlich aussah. Doch meine Arbeit hatte sich gelohnt, ein großer Mistfelck war komplett verschwunden, und halbwegs zufrieden mit seinem Aussehen ging ich mit ihm zum Laufband, wo ich ihn raufführte, ihn festband, und schließlich das Laufband anstelle. Er war diese Prozedur gewöhnt und ging sofort frischen Schrittes los, als das Laufband anfing sich zu bewegen. Der Hengst hatte die vergangenen Tage gut gearbeitet und war sehr belastet worden, deswegen sollte er heute nur etwas auf das Laufband. Ich brachte alle Halfter die noch überall rumflogen zurück, blieb auf dem Weg ein paarmal stehen und ging in die Boxen meiner baldigen Zuchtstuten Your Possible Pasts, On the Turning Away, und Wearing the Inside Out vorbei, um alle zu streicheln und ihnen etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Außerdem bekamen diese Pferde alle ihr Heunetzte mit frischem Futter aufgefüllt, und ich reinigte ihre Tränken. Auf einmal hörte ich das Piepen des Laufbands, das mir signalisierte, dass Interstellar Overdrive nun genug gelaufen war, und ich runterholen konnte. Ich entließ Männi in seine Box wo ich ihm noch ein paar Leckerli und eine Möhre gab, bevor ich ihn alleine ließ und zum nächsten Pferd lief. Ich wollte nun mit Na'im in die Halle gehen, eigentlich hatte ich geplant mit ihm etwas Schrecktraining bei einem Spaziergang zu machen, da es aber nun regnete, verwarf ich diesen Plan, und konzentriere mich darauf ihn in seiner Box sauber zu bekommen. Nachdem mir das gut gelungen war sattelte ich ihn mit einer neuen Schabracke als Unterlage, und den neuen, passenden Bandagen dazu. Mir gefielen die neuen Sachen sehr gut an ihm, und ich war stolz darauf mal wieder den richtigen Riecher bei der Auswahl von neuen Sachen gehabt zu haben. Stolz über sein Aussehen also ging ich mit ihm zur Reithalle, den unüberdachten Weg trippelte ich mit ihm, und er folgte mir brav am durchhängendem Zügel im Trab. In der Halle angekommen schwang ich mich auf seinen Rücken und begann ihn warm zu reiten. Er war sehr angenehm zu reiten, er reagierte gut auf meine Schenkelhilfen, und war die ganze Zeit aufmerksam, und hat auch noch neure Lektionen gut gemeistert. Zum Lob sprang ich am Ende noch etwas mit ihm, was ihm immer sehr viel Freude bereitet. Dann war er aber auch viel geschwitzt, weswegen ich ihn noch trockenritt, und ihn dann in den Stall zurück brachte. Dort nahm ich ihm die ganze Reitausrüstung ab, rieb ihn mit frischem Stroh trocken und gab ihn sein Futter, dann legte ich ihn noch seine Abschwitzdecke an, auf den Paddock kam er heute lieber nicht, so geschwitzt wie er war wollte ich keine Erkältung riskieren. Die letzte im Bilde war Candy and a Currant Bun, die ich am Halfter longieren wollte. Ich holte sie aus der Box und putzte sie ein wenig, danach legte ich Gamaschen und Knotenhalfter an und wir gingen in die Halle. Erst machten wir einige Führübungen, dann lies ich die Stute in allen Gangarten um mich herum laufen und achtete genau darauf, dass sie auf meine Stimmkomandos hörte. Dies tat sie meist brav, und wenn nicht, übten wir es so lange bis es klappte. Am Ende machte sie einen guten Job und ich holte sie wieder zu mir. Einige Runden führte ich noch Schritt, dann ging es wieder auf die Stallgasse. Dort machte ich die Gamaschen ab, legte ihr eine Regendecke an und auch sie durfte jetzt aufs Paddock. Die Fohlen Ceredwen, Little Askim, Ravallo, Piccobello und Burnin Malcolm besuchte ich heute nur auf der Weide. Die fünf standen alle im Unterstand und kauten an ihrem Heu. Die Heuraufen füllte ich auch noch auf und kontrollierte die Tränken, die einwandfrei funktionierten und dann bekam jedes der Fohlen seine Streicheleinheiten. Dabei konnte ich sie praktischerweise auch auf Verletzungen untersuchen und ein bisschen Hufe geben mit ihnen üben. Nachdem ich damit fertig war räumte ich die Stallgasse auf und alles übrige Zeug weg. Die Stallgasse kehrte ich und ordnete dann noch die Sattelkammer. Jetzt hatte ich mir ersteinmal eine Pause verdient und ging zurück ins Wohnhaus. Nachdem ich meine Stallsachen von mir geschmissen hatte kochte ich mir einen Tee und setzte mich aufs Sofa um etwas Fernsehn zu schauen. Später erwartete ich noch einige neue Pferde und musste die Pferde noch reinholen und füttern, doch das hatte noch Zeit, also lehnte ich mich zurück und schlürfte meinen Tee.
      01.04.2013
    • Occulta
      Lynx
      Hufschmiede Quickly Write

      Heute bekam ich meinen ersten Auftrag in meiner Hufschmiede und dazu auch noch einen ziemlich großen. Rajandra hatte mich darum gebeten, die Hufe ihrer Pferde Na'im, Farasha, Fanja, Dante, Rabbani und Late Night Tales auszuschneiden und zu korrigieren und sie mit einem Aluminiumeisen zu beschlagen. Außerdem sollte ich auch noch das Hufbad mit den ätherischen Ölen mitbringen. Ich machte mich sofort auf den Weg, alle Materialien sicher im Kofferraum verstaut, und kam nach einer halben Stunde an. Rajandra hatte die Pferde schon geputzt und angebunden, also konnte ich sofort meiner Arbeit nachgehen. Ich ging erst zu Na'im, der wusste, wie er sich zu benehmen hatte, und mir bereitwillig seine Hufe gab. Ich säuberte sie gründlich und schnitt mit dem Hufmesser dann das überfällige Horn ab, dann feilte ich den Huf noch rund, damit er Form annahm. Natürlich achtete ich darauf, dass der Huf glatt war, damit Na'im sein Gewicht auf alle Bereiche des Hufes verlagern konnte. Dann holte ich das Hufbad und stellte alle vier Hufe hinein, wartete eine viertel Stunde, bis die Öle sich in den Huf gezogen hatten, und beschlug ihn dann mit dem Aluminiumbeschlag, den ich vorher noch angepasst hatte. Dann ging ich zu Farasha, bei der ich das gleiche machte; Erst die Hufe gut reinigen, dann das überschüssige Horn abknipsen und schließlich die Hufe mit der Feile rund machen. Dann bekam auch sie ihr Hufbad und danach beschlug ich sie. Nachdem alle vier Hufe sicher auf dem Boden standen ging ich zu Fanja, die gelassen da stand, während ich ihre Hufe bearbeitete. Nachdem auch sie ihr Hufbad und ihren Beschlag bekommen hatte, gab ich ihr ein extra-Leckerli, weil sie sehr brav gewesen war. Farasha wollte natürlich auch eins, sobald sie bemerkte, was Fanja da kaute, und so bekamen auch Farasha und Na'im eines. Dann ging ich zu Dante, der ein wenig unruhig war. Ich gab ihm ein größeres Stück Karotte und während er mühsam darauf kaute nutzte ich die Ablenkung, um auch seine Hufe zu korrigieren. Dann bekam er sein Hufbad, bei dem er sehr gelassen da stand, und dann beschlug ich ihn. Dabei war er etwas nervös, Rajandra beruhigte ihn aber mit einer kleinen Streicheleinheit. Dann konnte ich zu dem vorletzten Patienten gehen, Rabbani, der mit erhobenem Kopf da stand und zu Farasha und Fanja hinüber schielte. Ich lobte den hübschen Hengst, ehe ich auch bei ihm meiner Arbeit nachging. Schnell war auch er beschlagen und so konnte ich zu dem letzten Pferd, Late Night Tales. Während ich seine Hufe korrigierte machte er kaum Anstalten und auch das Beschlagen verlief ohne Probleme. Das Hufbad schien ihm gut zu tun, da seine Hufe ziemlich hart waren und anfangen könnten, abzubröckeln. Die ätherischen Öle bewirkten aber, dass die Hufe wieder weich wurden - natürlich nicht so weich, dass sie sich verformten - und somit keine Teile des Hufes abfallen konnten. Ich gab auch Rabbani und Late Night Tales ihr verdientes Leckerli und packte dann meine Sachen zusammen. Ich sagte Rajandra Bescheid, dass alle Hufe gesund waren und nun auch beschlagen waren, und fuhr dann nach Hause.
      20.08.2013

      Rajandra
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      3.Pflegebericht - Entspannter Weidetag

      [...] Die nächsten Pferde waren Na’im, Farasha, Bubi, Rubicon und Pete’s Peppermill. Zuerst kratzte ich einem nach dem anderen die Hufe aus, kramte dann aus der Sattelkammer für jeden seine passende Decke raus und legte sie ihnen an. Dann schnappte ich mir Na’im, Bubi und Pete und führte die drei zuerst auf die Koppel. Anschließend brachte ich Rubicon zu den Hengsten und Farasha zu Obscured auf die Stutenweide. Die Hengste widmeten sich eher dem Gras, anstatt zu spielen, lediglich Na’im versuchte einmal die anderen Pferde zum Spielen zu animieren, hatte jedoch keinen Erfolg. Wieder im Stall machte ich Dante und Rabbani fertig für die Koppel, dann brachte ich auch die beiden hinaus. Aus dem Turnierpferdestall fehlten nun nur noch Svea, Fanja und Ravallo. Ravallo wollte ich jedoch heute noch etwas reiten, da der Hengst schon am vorigen Tag frei gehabt hatte. Ich brachte also noch schnell die beiden Stuten hinaus, nachdem ich ihnen die Hufe ausgekratzt hatte, sie neu eingedeckt hatte und ihnen Glocken angezogen hatte. Anschließend machte ich mich auf den Weg zu Ravallo, der wiehernd in seiner Paddockbox umher lief, da er nun der einzige im ganzen Stall war. Als er meine Stimme hörte beruhigte er sich jedoch schnell wieder und stand brav still während ich ihm seine Decke auszog und anfing ihn gründlich zu säubern. Zuerst entfernte ich den groben Schmutz mit der Wurzelbürste aus seinem Fell, anschließend nahm ich mir eine Kardätsche und bürstete auch den Staub aus. Die Hufe kratzte ich gründlich mit dem Hufkratzer aus, bevor ich als letzten Schritt Mähne und Schweif verlas. Dann lief ich schnell in die Sattelkammer und holte von dort Ravallo’s Trense, seine Gamaschen sowie seinen Sattel. Alles legte ich ihm vorsichtig an und ging dann mit ihm in die nahe gelegene Reithalle. Dort angekommen schloss ich schnell wieder das Tor hinter mir um nicht zu viel kalte Luft hinein zu lassen und stieg dann auf. Der erst frisch angerittene Hengst stand noch immer etwas unruhig beim Aufsteigen, ließ mich jedoch gewähren und beruhigte sich beim Schritt reiten auch langsam wieder. Nach zwei Runden außen herum fing ich an einen Zirkel zu reiten, wobei er erst etwas unsicher seitwärts lief, bevor er nachgab, sich bog und den Zirkel brav lief. Ich lobte ihn sofort und machte weiter mit großen Wendungen. Nachdem dieses wieder gefestigt war fing ich an zu traben. Hierbei ließ ich meine Zügel noch halblang und verlangte nur Zirkel als Hufschlagfiguren von ihm, alles weitere würde ihn zu sehr aus dem Gleichgewicht bringen. Ravallo lief jedoch ganz artig und gab sein Bestes. Zum Abschluss dieser Reiteinheit wollte ich ihn heute zum ersten Mal angaloppieren. Sanft saß ich aus und trieb Ravallo weiter bis er – erst etwas unsicher – in den Galopp fiel. Sofort lobte ich ihn und hörte nach einer halben Runde überglücklich auf. Ich trabte ihn noch zwei Runden am komplett hingegeben Zügel ehe ich ihn zum Schritt durchparierte, abstieg und ihn trocken führte. Anschließend ging ich mit ihm zurück in den Stall, wo ich ihm sein Sattelzeug abnahm, ihm eine Abschwitzdecke überwarf und sein Kraftfutter gab, welches er sich redlich verdient hatte. Dann ging es auch für ihn auf die Koppeln. Ich stellte ihn zu Dante und Rabbani, die sich über den Neuzuwachs freuten und wieder anfingen zu spielen. Nun hatte ich den ersten Stall komplett versorgt und schaute auf die Uhr. Mit Erschrecken stellte ich fest, dass Stelli in einer halben Stunde schon zum Ausritt kommen würde. Ich schnappte mir schnell Candy and a Current Bun, Your Possible Pasts und Throw a Diva, band die drei nebeneinander an, kratzte ihnen die Hufe aus und zog allen dreien eine warm Decke an. Schnell waren die drei auf der Wiese und versorgt und ich ging weiter zu On the Turning Away und Wearing the Inside Out. Während ich bei Inside gerade die Hufe auskratzte, hörte ich auf einmal Stellis Stimme von hinten, die mich begrüßte. Ich kratzte noch schnell den Huf fertig aus und umarmte sie dann zur Begrüßung. Stelli bot mir ihre Hilfe beim Hinausbringen der Pferde an, was sehr hilfreich war, angesichts der vielen Pferde die noch auf die Koppeln mussten. Wir teilten uns die Arbeit auf, sodass Stelli die beiden eindeckte während ich noch Turning’s Hufe auskratzte, dann brachten wir die beiden hinaus. Anschließend holten Stelli und ich Chapter 24, Alans Psychodelic Breakfast, Elasso, und The Blister Exists. Schnell hatten wir die vier Hengste versorgt und hinausgebracht. Ich bedankte mich bei Stelli und fragte sie, wen sie nun gerne reiten würde. Sie antwortete mir, dass sie gerne mal die noch recht neue Stute Shattered Glass selber reiten würde, da ich in meinen Erzählungen immer von ihr geschwärmt hatte. Lachend gab ich ihr das Halfter und holte mir dann Interstellar Overdrives Halfter. Da beide mit einer leichten Übergangsdecke in der sauberen Paddockbox gestanden hatten, waren wir zügig mit dem Putzen fertig und befanden und schon kurz darauf beim Satteln. Stelli fand schnell Shattered’s Sattel sowie ihre Trense und rüstete die Stute für den Ausritt aus. Auch ich hatte Männi komplett geputzt und legte ihm nun vorsichtig den Sattel auf bevor ich sorgfältig den Sattelgurt zuzog. Anschließend trenste ich schnell und legte ihm ein Paar Gamaschen an. Auch Stelli hatte fertig gesattelt sodass wir uns in den Sattel schwangen und uns auf den Weg in Richtung Wald machten. Die Paint Horses waren beide gut drauf und gingen flott vorwärts, sodass wir sie anfangs ziemlich zügeln mussten, damit sie im Schritt blieben. Bald schon kam jedoch die erste Trabstrecke in Sicht und die Zwei beruhigten sich während dem flotten Trab am hingegebenen Zügel etwas. Nach weiteren Trabeinheiten kamen wir schließlich zu der ersten Galoppstrecke. Als ich Stelli gerade fragte, ob sie fertig zum galoppieren war schoss Männi unter mir auch schon im Renngalopp los und auch Shattered folgte ihm geschwind. Wir lachten beide und genossen den kühlen Wind, der in unser Gesicht peitschte während die Pferde sich ein Kopf an Kopf rennen lieferten. Am Ende gewann Shattered mit einem knappen Vorsprung und ließe sich auch nur wiederwillig bremsen, dennoch strahlte Stelli übers ganze Gesicht ung schwärmte von der Stute. Wir trabten und galoppierten noch einige Male bevor wir im gemütlichen Schritt zurück zum Hof ritten und dort die beiden versorgten und anschließend zusammen auf die Koppeln brachten. Leider musste Stelli dann schon wegen einiger Tierarzttermine schon wieder fahren, sodass wir uns trennen mussten. Ich gönnte mir nun auch eine kleine Pause und trank einen Kaffee im Haus bevor ich wieder hinaus ging und die beiden Hengste Mejorano und Aerion holte. Rano war erst vor Kurzem angekommen, verstand sich aber auf Anhieb gut mit dem Mustanghengst Rio, sodass ich die beiden heute zum ersten Mal zusammen laufen lassen wollte, in der Hoffnung, dass beide etwas miteinander spielen würden. Zuerst jedoch musste ich beide putzen, was jedoch wie zuvor mit Stelli recht schnell ging und die meiste Arbeit eigentlich aus dem Hufe auskratzten und dem Langhaar verlesen bestand. Als ich beide fertig geputzt hatte lief ich in die Sattelkammer wo ich für beide jeweils ein paar Springglocken holte und sie ihnen anlegte, dann ging ich mit ihnen hinüber zu der Halle. Drinnen machte ich sie los und beobachtete erst mal ihre Reaktionen. Beide quietschten sich etwas an, tobten aber kurz später schon ausgelassen zusammen in der Halle herum. Nach einer guten halben Stunde, in der ich das Spiel der beiden Hengste beobachtet hatte, fing ich beide wieder ein und brachte sie zurück in die Boxen, wo ich ihnen ihre Decken wieder anlegte und ihnen etwas Futter brachte. Nun musste ich noch alle Pferde von den Koppeln wieder hinein holen, bevor die kalte Nacht hinein brechen würde. Ich beeilte mich und hatte nach gut einer Stunde endlich alle Pferde zurück in den Stall gebracht und umgedeckt sowie Hufe ausgekratzt. Ermüdet ging ich nun in das Wohnhaus wo ich noch Abendessen kochte und auf Stelli wartete um mit ihr gemeinsam zu essen.
      01.12.2013

      sweetvelvetrose

      [...]Also setzte ich mich etwa eine Stunde später in den Wagen um zum Gestüt zu fahren - innerhalb einer Stunde war ich bereits da. Um die ganzen Pferde heute noch "abspeisen" zu können hatte ich meinen Kollegen Scott angerufen. Die Arbeit mit Stelli und Rajandra machte Spaß, doch um alle Pferde gerecht zu versorgen, brauchte ich auch einfach Hilfe. Von beiden Frauen wurde ich begrüßt, zuerst ging es in den Stall in dem die Pferde von Rajandra zu versorgen waren. Die ersten beiden Pferde die sie mir aus der Box führte waren zwei junge EV Blüter, einmal War Dream ein hübscher Rappe, den ich als erstes untersuchte. Zunächst machte ich mich mit dem "kleinen" Kerl vertraut - ehe ich seinen gesamten Körper untersuchte und alle Gliedmaßen nach irgendwelchen Verletztungen oder Auffälligkeiten absuchte. In meiner Tasche suchte ich nach dem Fiebertermometer , nahm seinen Schweif beiseite um die Temperatur zu messen - nach einem kurzen Moment ertönte das leise piepen, ein Blick darauf verriet mir, dass die Temperatur im normalen Bereich lag. War ließ diese Prozedur wie ein alter Hase über sich ergehen. Stelli hatte für mich bereits die Spritze aufgezogen, denn sie war seit neustem auch fertige Tierärztin so konnte sie mir ohne probleme unter die Arme greifen. Die Spritzte hatte War schnell intus - und schon waren wir fertig mit ihm. Seine Zähne würde Scott kontrollieren, denn ich war auf diesem Gebiet nicht unbedingt die beste. "Wie die letzten Male schonmal - die Wurmkuren drücke ich euch wieder in die Hand und ihr gebt sie den Pferden in etwa..zwei Wochen." Die nächste war Obscured Clouds eine hübsche Mausgraue Stute ebenfalls ein EVB, mit guten Anlagen. Während der Untersuchung schubberte sie immer wieder an mir, knabberte an meiner Tasche und meiner Jacke, was mich immer wieder zum Lachen brachte. Ihre Temperatur war etwas über dem normalen " Könnte vielleicht ihre Aufregung sein, wenn ihr einfach in ein paar Tagen nochmal nachschaut, wenn sie immernoch erhöht ist, dann ruft ruhig nochmal an." Rajandra nickte - Stelli hatte es noch gar nicht mitbekommen da sie erneut die Spritzte aufgezogen hatte und zuvor schonmal Naim´ durchgecheckt. Schließlich ging auch ich in die Box zu Naim´, der hübsche Araber stand gut im Typ - begutachtete mich erst skeptisch , ehe sich seine braunen Ohren nach vorn legten und er neugierig an meiner Hand schnubberte - die Spritzte bekam er unter den Streicheleinheiten von Raja beinahe nicht mit - Stelli derweil gab Clouds ihre bereitete Spritze. Brummelnd stand in der Nebenbox eine schöne Rappstute, die mir durch die Gitterstäbe ihre Nüstern entgegen hielt, denn ich gab Naim´ gerade ein Leckerlie als Belohnung. Also wechselte ich geschwindt die Box, legte der jungen Stute ein Halfter an um sie vor der Box festzubinden. Als ich die Tür schloss, riss sie einen Moment den Kopf hoch und tat einige Schritte zurück - sanft redete ich ihr zu, lockte sie näher zu mir zu kommen, schließlich nährte sie sich mir wieder Neugierig. Auch sie untersuchte ich wie die Pferde zuvor, sie wollte mir den Bewegungen beinahe folgten und drehte ihren Kopf um mich auch ja genau zu beobachten. Als ich ihre Beine anhob, sie etwas nach vorn und hinten bog um ihre Beingelenke zu testen schien sie etwas wackelig auf den Beinen, also stellte ich ihren Fuß wieder fix auf den Boden. Rabbani war der nächste im Bunde - er stand jedoch etwas weiter entfernt von Farasha, sonst würde ihm die Stute wohl den Verstand rauben. An dieser Stelle war Raja wieder zur Stelle um ihn zu beruhigen, am Kopf zu kraulen um ihn etwas von mir abzulenken. Der Hengst tippelte öfter von einer Seite zur nächsten, brummelte und stampfte etwas mit dem Huf, sodass seine Untersuchung länger dauerte als ich gedacht hätte, aber schlussendlich wurden wir fertig. Gerade als ich mit dem hübschen Fuchs fertig war, kam auch schon Scott in den Stall um die Zahnbehandlungen durchzuführen, also hab ich Rabbani noch fix seine Impfung. Scott bereitete seine Utensielien vor und ich gab dem Hengst gleich auch noch eine kleine Sedierung um ihn etwas "gefühgiger" zu machen. Die Dämmerung setzte langsam ein und meine Uhr zeigte etwa 16 Uhr - traurig dachte ich an den Ausritt den ich und Cayden eigendlich vorgehabt hatten. Dennoch fuhr ich mit meiner Arbeit fort - Fanja eine typvolle Holsteinerstute von besonderer Fuchsfarbe. Mit einer fabelhaften Geduld ließ sie alles über sich ergehen, dann folgte eine Spritze. Noch ein wenig beknuddelte ich die Stute ehe ich auch schon den nächsten Patienten "an die Brust" nahm. Der nächste im Bunde war wieder ein Holsteiner - diesmal jedoch ein Hengst und ein unglaublich riesiger Apfelschimmel - auch hier hatte mir Stelli wieder das durchchecken vorweg genommen. "Hat sich der kleine benommen?" "Ja - etwas schwierig, aber da er mich ja kennt war er weniger aufgeregt, zwar ein Riese, aber sensibel durch und durch - da muss man immer ganz vorsichtig sein." Ich nickte ihr zu, überreichte die Spritze die Stelli dem Schimmelchen verpasste. Als nächstes führte mich Rajandra nach draußen, denn dort wären die nächsten beiden Pferde die ich untersuchen sollte - in einem geräumigen Paddock mit Unterstand standen zwei weitere Ponys. Ein Rapppony und eine Fjordstute. "Die beiden sollen auch einmal durchgecheckt werden - der Rappwallach hat einen kleinen Husten, da wollte ich dich mal raufschauen lassen. Die Norwegerstute trug den Namen Svea - sie ließ sich während der Untersuchung nicht stören, ihr Kopf hing nur auf halber Höhe, die Ohren hingen beinahe und die Augen der Stute waren wohlig geschlossen - als ich ihren Rücken hinab bis zur Schweifrübe tastete ob sie im Rücken irgendwelche Schmerzanzeichen zeigte. Anhand ihrer Reaktion nahm ich an das ihr wohl nicht fehlte, als ich ihr das Fiebertermometer zwischen die "Pobacken" schob, drehte sie mir schon ihren Kopf zu und brummelte ein wenig. "Na - das fand sie wohl nicht so toll" feixte Stelli, die sich schon daran machte mir wieder die Spritze aufzuziehen. Svea bekam sie dann auch fix unter die Haut, was sich etwas schwer darstllte da die kleine eine Rollvene hatte, aber mit Geduld und Spucke hatte ich auch dies fix hinter mich gebracht. In diesem Moment war ich froh darüber, dass der Paddock hier beleuchtet war, denn die Dunkelheit hatte bereits eingesetzt. Zusammen mit Raja holten wir nun Pete zum Anbindeplatz, die Decke des Wallachs nahmen wir gemeinsam herrunter. Schon beim führen hatte der Kleine wieder gehustet. Zuerst kontrollierte ich seine Schleimhäute, diese waren rötlich, aber nicht gefährlich. Das Messen der Temperatur ergab - normale Temperatur. Ich schaute mir den kleinen an, seine Atmung schien normal, ebenfalls die Herfrequenz - ich begann auf meiner Unterlippe zu kauen, denn der kleine schien nicht wie zunächst vermutet eine kleine Erkältung zu haben. "In welchen Situationen fällt euch denn auf das er hustet? Beim reiten,oder? " Raja überlegte einen Moment lang..."Am meisten fällt es auf, wenn wir füttern oder er auf dem Platz läuft..in diesem Sommer war es teilweise recht schlimm." Das kauen auf der Unterlippe wurde nicht unbedingt besser - "Ich würde bei dem kleinen einfach mal pro forma einen Allergietest machen, denn ich glaube Pete könnte eine Heustauballergie haben." Raja nickte zustimmend, ich nahm einen Abstrich seiner Schleimhäute, eine Blutprobe und versetzte ihm noch seine Spritze. Für diesen Tag verabschiedete ich mich von den beiden "Morgen oder übermorgen komme ich dann vorbei für den Rest der Pferde, heute Abend kann ich euch noch sagen was der Test so sagt."
      2 Feb. 2014

      sweetvelvetrose
      Nebelsuppe und ein Krankes Pferd

      Putzmunter schlüfpte ich aus dem Bett wuschelte meinem Hund über den Kopf der noch recht verschlafen aussah und lachte. Ich schlenderte zum fenster machte den Rolladen auf und stellte fest das der Stall die Halle und auch der Hof weg waren – vom Nebel verschlungen , sofort war meinen Gute Laune fast verflogen den das bedeutet die pferde mussten auf den Paddocks bleiben und konnten nicht auf die Winterweide … so ein mist – Naja egal ich schlüfte in die Ski Hose und zog einen Pulli an und die Ski jacke in dem Wissen das ich sie eh später ausziehen würde – das Misten war immer einen Schweiß treibend arbeit – doch da Mike heute frei hatte musste ich ran.
      Kaum hatte ich einen Fuß in den Stall gesetzt wiehrten mir auch schon die ersten zu und freuten sich einen Apfel zu bekommen .
      Wie imemr war ich zuerst bei den Hengsten um sie vom Stuten geruch nicht Kire zu machen.
      Als erstes ging ich zu meinen Beiden Großen Ice und Davinci Halfterte sie auf und führte sie in die Große Halle und ließ sie laufen – freudig Bockend und quitschend machten sie die Halle unsicher.
      Ich ließ die beiden allein was ich schon öferers gemacht hatte und gut klappte und miestet die Beiden Boxen und die Einzel paddox aus.
      Dann holte ich Duke und Antar raus führte sie ebenfalls zu Hall Band sie aber vorher an und holte die beiden Großen wieder aus der Halle und brachte sie in die Führanlage um wieder trocken zu werden den die beiden warn gut geschwitzt. Wieder zurück an der Halle machte ich zuerst Antar los und dann Duke auf die Beiden fetztn sofort los und Duke machten einen auf Wild west Pony mit allen vieren in die Luft kopf shcüttelnd ging ich auch deren Boxen ausmisten und nahm klein shamal mit er konnte noch zu antar und Duke in die Halle.
      Shamals Box war schnell sauber doch holte ich ihn noch nicht rein genau wie Duke und Antar nicht erst holte ich Ice und Davinci wieder rein und machte den Gro0en Paddock auf der von den Boxen weitläufig aufging und mit Sand gefüllt war der leider etwas nass war aeber bersser als nur der kleien paddock + Box, eingestreut hatte ich auch schon und heu hatten sie auch.
      Beide gingen direkt raus zur großen Heu raufe und naschten ein wenig und genossen die Leichte sonne die sich nun durch dne Nebel schleier kämpfte – vielleicht könnten sie doch später auf die Koppel male sehen wie sich das entwickelt .
      Bintu und Tirmaisu und Joker kamen getrennt in die kleienre Halle und durften sie austoben zwischen durch holte ich Duke , Antar und Shamal wieder rein auch die 3 gesellten sich zu ICe und Davinci auf den Paddock .
      Jetzt folgten die beiden neuen Hengste Sayyad und Na´im siek ontne ich auch Porblemlos zusammen laufen lassen standen sie doch shcon einen weile zusammen auf dem andere großen Paddock und es gab noch nie reibereien heute würde ich mal das Tor zum anderen Paddock auffmachen und schauen was passiert .
      Nach dme alle versogt waren machte ich das Tor auf Duke ging gucken quitschte mit Naím rum und fand es dann ok und alle standen sie um die Große Heurauf rum und knabberten zufrieden ihr Heu.
      Also auf zu den Stuten, auch hier wurde ich freudig begrüst von fast allen irgendwas war nicht rihtig hier ..
      Bady , Nara , Cardiac und Farasha schauten aus den Boxen raus nur Harmony nicht eilig ging ich zur Box und da lag sie schwer Atmend und verschwitzt – oh nein Bitte keine Kolik ! allamiert ahm ich das Halfter zog es ihr an und zwang sie mit gutem zureden aufzustehen führte sie raus zur kleinen Longier Halle und Führte sie etwas wobei man ihr an sah das jeder schritt zu viel war – wärend der runden die ich mit ihr lief – rief ich den Tierarzt an mit kloliken war nicht zu spassen . Ich erreichte sie uns sie meinte sie wär so schnell wie möglich da ich sollte sie warm halten und leicht bewegen gute das bewegen tat ich grad das warm halten würde ich gleich mahcen in dme ich sie unter das solarium packe ich band sie recht kurz an das sie sich nicht hinlegen konnte.
      Ich machte mich wieder ans ausmisten und machte das gleiche spiel wie bei den Hengsten nur das ich jetzt alle zusammen Packte und sie rennen ließ.
      Nach dme alles Sauber war und die Stuten wieder im Stall kümmerte ichm ich um Harmony sie schwitze immer noch und machte keinen guten eindruck …
      Seuftzend schaltet ich das Rotlich wieder ein und ging in den schuppen und führ mit dme kleinen traktor in die halle und zog sie neu ab das gleiche machte ich bei der kleinen und der Longierhalle . dann holte ich dne großen Traktor und brachte einen Teil des Misthaufens zur energie analge und „ feuerte sie wieder neu an .
      Wieder zurück brachte ich Harmony in die Longierhalle und wartet auf den Tierarzt … ich ließ sie etwas allein laufen und hoffte das sie sich nicht hinlegt…
      17 Feb. 2014

      Gwen
      Endlich wieder einmal bei Jani zu Besuch!

      Heute verbrachte ich meinen Nachmittag mal wieder auf Janis Gestüt und irgendwie war ich froh, sie endlich mal wieder zu sehen. Momentan war viel los, sowohl bei ihr als auch bei mir, so dass wir uns ein wenig aus den Augen verloren hatten. Doch nun wollte ich mal wieder vorbeischauen. Jani hatte natürlich auch direkt Arbeit für mich, denn ihre Araberzucht stand nie still. Fearie Hills hieß sie und seit meinem letzten Besuch waren doch allerhand neue Tiere dazugekommen! Kurz nach meiner Ankunft und unserem Pläuschen bei einer Tasse Kaffee lud Jani mich zu einem Ausritt ein. Ich durfte ihre hübsche Stute Tothless Harmony reiten und Jani begleitete uns mit ihrem Hengst Sayyad. Wie ich während des Ausritts erfuhr, war Harmony um ein Haar dem Tod entkommen, als sie eines Nachts plötzlich an einer grauenvollen Kolik gelitten hatte. „Zum Glück verlief die OP reibungslos, sonst würde sie jetzt nicht mehr so munter neben uns herlaufen.“ meinte Jani lächelnd und betrachtete ihre dunkle Araberstute. Laut ihren Erzählungen war das ganze nun schon fünf Monate her und trotzdem ging ich kurz darauf vorsichtiger mit Harmony um und versuchte sie nicht zu sehr zu nerven. Doch hier trafen zwei zueinanderpassende Pferde aufeinander: Harmony war aufgeweckt und verspielt und nutzte meine Verlegenheit natürlich sofort aus. Auch Sayyad war nicht ohne, denn er wollte immer gerne der Chef sein. So mussten wir aufpassen, dass die Araber uns nicht auf der Nase herumtanzten. Doch Jani kannte ihre Pferde bestens und nach einem strengen „Nein.“ kehrte schnell wieder Ruhe ein und wir konnten unseren Ausritt genießen. Wer auf dem Hof für mich neu war, war der junge Shamal. Er war ein dreijähriger Dunkelfuchs und äußerst wild. Ich lernte ihn kennen, als ich Jani auf den Weg zu Sayyads Koppel begleitete, denn die beiden Hengste standen zusammen. Obwohl Shamal viel kleiner war, ärgerte er dennoch ständig seinen Weidenachbarn und sah gar nicht ein, den älteren ernst zu nehmen. „Tja das ist Shamal, aber er ist auch was besonderes. Schau ihm einmal in die Augen.“ meinte Jani zu mir und pfiff die Hengste an den Zaun. Verwundert blickte ich den jungen Hengst an und erstarrte kurz darauf, seine Augen waren eisblau und wahrlich faszinierend. Während ich den Hengst anstarrte, nutzte er das natürlich aus und wollte mich zwicken. Nur Janis Aufmerksamkeit hatte ich es zu verdanken, dass ich nun keinen blauen Fleck am Oberarm hatte. Nach den Hengsten zeigte Jani mir ihre vier neuen Stuten und ich wusste gar nicht, wen ich schöner finden sollte. Es handelte sich um drei Scheckinnen und eine Rappin. Wie ich erfuhr, hieß die dunkle Farasha und das nicht ohne Grund, denn sie schwebte wahrlich wie ein Schmetterling über die Weide. Noch toller fand ich die Schecken und konnte mich gar nicht satt sehen. Cardiac war eine Fuchsscheckin und eine wahre Angeberin, denn sie zeigte gerne, was sie hatte. Saddy war eine interessante Braunscheckin und begrüßte uns nur kurz mit angelegten Ohren, ehe sie wieder verschwand. Aber am tollsten fand ich Teasie. Sie war schwarz gescheckt und besaß seidenfeines Langhaar, einfach ein Traum! Sie kam an, schmuste mit uns und starrte Jani erwartungsvoll an. „Dabei war die Gute heute schon dran! Sie ist einfach ein richtiges Arbeitstier.“ lachte Jani und schickte ihre Stute wieder weg, damit sie den schönen Sonnenschein auf der Weide genießen konnte. „Uh, weißt du, wer nun doch in meinem Stall steht?“ meinte Jani glücklich und schleifte mich zu einer der Hengstweiden. Ich konnte hingegen meinen Augen nicht trauen. „Ist das Arsil?“ meinte ich ungläubig und Jani nickte grinsend. Ich hatte das ganze Trara um den hübschen Araberhengst mitbekommen und war der Meinung gewesen, dass Jani bei der damaligen Entscheidung ziemlich ungerecht behandelt worden war. Nun durfte sie den Hengst aber doch ihr Eigen nennen und er war hübscher als gedacht! Anmutig kam er zu uns und ließ sich anscheinend nur zu gerne bewundern. Aber auch sein Weidegenosse konnte sich sehen lassen. Der Braune hieß Nai'im und auch wenn er mir ein wenig zu stämmig war, war er dennoch ein hübscher Kerl. „Deine Araberzucht ist wahrlich gewachsen! Ich bin auf die ersten Fohlen gespannt und vielleicht bin ich ja doch mal noch irgendwann Besitzerin von einem.“ meinte ich lachend und musste mich dann auch schon bald wieder auf den Heimweg machen.
      11 Juli 2014

      Eddi
      Ein Zuchtfohlen der Fearie Hills?

      „Hey Jani!“, rief ich und krakelte aus meinem Auto. Etwas verwirrt schaute Jani mich an. „Was ist denn mit dir passiert?“, fragte sie grinsend zu meinem leicht geduckten Gang. Grummelnd erzählte ich ihr davon, wie ich gestern von meinem liebsten Schecken abgesetzt worden war und natürlich voll auf dem Steißbein gelandet war. „Seitdem laufe ich so“, erklärte ich leidend und folgte Jani in den Stall. Ich war hier, um mit Jani über den Kauf eines eventuellen Zuchtfohlens zu sprechen. Ich hatte großes Interesse daran, auch einen schicken Araber im Stall stehen zu haben und Janis Zucht war dafür schlichtweg ideal. Während wir uns unterhielten, gingen wir an einigen Boxen vorbei, unter anderen an der von Best Look fort my Weekend. „Oh die hast du noch?“, fragte ich neugierig und strich der Ponystute über die Stirn. Jani nickte knapp und erklärte mir, dass sie schon länger einen neuen Besitzer für das Pony suchte. Still liefen wir weiter, bis wir an die Boxen von Shamal und My Lovely Horror Kid kamen. Shamal war mir sympathisch, auch wenn der kleine Kerl es faustdick hinter den Ohren hatte. Die beinahe goldene Stute war mir leider gar nicht sympathisch und so machte ich einen großen Bogen um ihre Box. Dann betraten wir die Zuchtstallungen, wo mich als erstes der Kopf von Tiramisu begrüßte. Er war ein ehemaliges Nasty Past Pferd und ich war so stolz auf das, was aus ihm geworden war. Dann kamen wir zu Janis Liebling: Duke of Darkness und sie strahlte direkt übers ganze Gesicht. Ab da erzählte sie mir zu jedem Zuchtpferd etwas, denn ich wollte die Eltern für mein Zuchtfohlen mit Bedacht wählen. Duke war auf jeden Fall schon einmal eine eventuelle Wahl für mein Fohlen. Dann kamen wir zu Badriyah, die hübsche Schimmelstute, die uns aufmerksam musterte. Ich hatte sie auf ihrer Krönung gesehen und war wirklich fasziniert gewesen. Bintu-al Bahri war auch ein damaliges Nasty Past Pferd gewesen und so richtig glauben mochte ich immer noch nicht, dass er jetzt sogar gekört war. „Er wird der Vater!“, jauchzte ich, während Jani mir schon was zu Arsil und Khadir erzählte, ihren anderen Zuchthengsten. „Öhm, okay“, meinte sie grinsend und wir gingen die Boxen der Stuten weiter ab. Zuerst kam Cardiac, die kleine Stute hatte ich schon als Fohlen ins Herz geschlossen, aber ich wollte ungern einen gescheckten Araber, weshalb sie raus fiel. Farasha war auch interessant, hatte diese Stute sogar damals mal mir gehört, aber irgendwie nicht ganz das richtige. Wir gingen noch die Boxen von Saddy und Teasie ab, auch zwei wunderbare Stuten, die aber beide Schecken waren und deshalb genau wie Cardiac aus meinem Beuteschema fielen. Jani runzelte schon die Stirn. „Also zwei Stuten habe ich noch. Allerdings fällt davon auch eine weg, weil die auch gescheckt ist“, erklärte sie mir und zeigte auf Barakah al Sanaa. „Oh die ist ja aus Sammys Zucht!“, rief ich verzückt und begrüßte die Stute, aber leider ja, sie war gescheckt. „Und wer ist die letzte?“, fragte ich unsicher und wollte mich schon mit dem Gedanken an Farasha oder Badriyah anfreunden, als Jani mir Shády zeigte. „Shády!“, flüsterte ich ungläubig und dann machte es Klick. Na klar! Janina hatte ihre gekrönte Araberstute an Jani gegeben und hier war sie jetzt natürlich auch. „Sie wird es“ Shády und Bintu-al Bahri!“, verkündete ich zufrieden und Jani grinste erleichtert. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Büro, um den Vertrag aufzusetzen und die Termine festzulegen.
      24 März 2015

      sweetvelvetrose
      Prolog

      Leise schlich sich der schwarze Schatten über den Hof zu den Ställen. Der Schatten wollte Schaden anrichten so viel wie möglich.
      In der ausgebeutelten Tasche seines Kapuzen Shirts holte er eine Flasche raus öffnete sie und stopfte einen Lumpen rein, das Feuerzeug Klickte leise und eine Rote wärme spende Flamme flackerte schwach im Wind.
      Es war nur ein Test ob das Feuerzeug Funktionierte denn jetzt musste es schnell gehen, die Pferde durften ihn nicht Wittern.
      Der Schatten huschte gegen den Wind zum Stall , der Zuchtstall , er wusste wo was war und er wollte die Futterkammer und die daneben liegenden Boxen treffen ,das Heu würde brennen wie Zunder , die Pferde waren ihm egal es sollte Schaden angerichtet werden.
      Mit einem Satz war er über den Zaun und kauerte sich unter das Fenster zur Futterkammer sie lag Zentral zu beiden Ställen und war normaler weiße on einem Bewegungsmelder mit Licht gesichert doch diesmal nicht dafür hatte er gesorgt. Erneut flackerte das Feuerzeug mit einem leisen Klick auf diesmal hielt er es an den Lumpen der Augenblicklich anfing lodernd zu brennen mit einer kurzen Bewegung zerschlug er die Scheibe und schmiss den explosiven Cocktail in die Futterkammer und verschwand mit dem Lauten knall in der Dunkelheit.

      Der Morgen des Grauens

      Mit einem Ruck war ich wach, Himmel hatte ich komisch geträumt es hatte eine Explosion geben, sie war so real das ich noch den Geruch in der Nase hatte. Kopfschüttelnd blickte ich auf die Uhr 3 Uhr in der frühe so ein Mist, mein Blick wanderte zum Fenster warum war es draußen schon hell?
      Langsam Dämmerte es mir mein Herz rutschte mir in die Hose mein Hund fing an zu Jammern und zu Bellen oder hatte er das schon die ganze Zeit getan? Mit einem Satz war ich am Fenster, der Stall Brannte!
      Jetzt war ich hell wach und rannte los das Handy in der Hand tippte ich den Notruf und bestellte die Feuerwehr und Polizei her , kaum hatte ich den Anruf beendet tippte ich die Nummer von Eddi, doch nur der Anrufbeantworter ging ran „ Hallo hier ist Jani , du musst so schnell wie möglich kommen bring auch Hilfe mit der Stall brennt ! „ Atemlos legte ich auf und rannte rüber zum stall Öffnete die Tür und Rauch kam mir entgegen die Vorderen Boxen könnte ich fix Öffnen Duke, und Tiri Packte ich in die Halle bis auf Husten war bei ihnen alles gut.
      Bei den anderen sah es nicht so gut aus viele hatten ihre Decken auf die Feuergefangen hatten Die hintern Boxen standen Komplett in Flammen kein Laut kam mehr aus den Boxen von Ice und Davinci ein kurzes schluchzen von mir och die andere Pferde schrien vor Schmerz Antar war nicht mehr zu retten er klappte vor meinen Augen zusammen und bleib regungslos liegen .
      Bintu , Kadihr, Arsil, Holte ich auch raus 3 aufgebrachte Hengste zu führen war gar nicht so einfach doch es lang mir irgendwie sie rauszuholen und Zu Duke in die Halle zu stecken …
      Jetzt spurtete ich Los zu dem Stute Trakt Holte Baraka raus die ganz vorne stand dann Shady, Teasie Saddy, Farasha und Cardiac dann Stockte mir der Atem Badriyah lang am Boden und schnaufte sehr schwer.
      Ich brachte sie alle raus rannte in den Stall nahm einen Wasser Eimer und ein Tuch mit machte das Tuch klitsch nasse und legte es der Stute über Nüstern und Augen redete auf sie ein das sie aufstehen muss und sie tat es sie schwankte doch sie lief mir Blind hinterher draußen angekommen schnappte ich nach Luft der Qualm war unerträglich endlich hörte ich auch die Sirene der Feuerwehr mehr kam alles so Unendlich lang vor doch waren grade mal 10 min vergangen seit meine Anruf. Badriyah war draußen wieder zusammen gebrochen, ich nahm ihr die Decke am die viele Verrannte stellen auf Wies auch das darunterliegende Fell war verbrannt doch nur ein paar wenigen stellen die Haut mit.
      Bahar und Shamal hörte ich rufen sie waren nicht im Stall gewesen sondern auf der Jungspund weide abseits die einen Unterstand besaß.
      Auch sie holte ich zu den Hengsten in die Halle. Dort untersuchte ich die andere Pferde viele hatten tiefe Blessuren von dem treten gegen die Boxenwand und auch leichte Brand Verletzungen, alle Atmenden schwer doch schienen sie soweit ok zu sein.
      7 Pferde fehlten sie waren wohl noch im Stall dieser war aber als solcher nicht wieder zu erkennen …
      Die 4 neuen Pferde Standen auf den Offenen Paddocks und waren gesund.
      30 März 2015

      Eddi
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      Es war früh um vier als plötzlich mein Handy klingelte und das konnte nur eines bedeuten: Notfall! Sofort war ich verhältnismäßig hellwach und ging ran. „Ja? Dr. Canary am Apparat!“, meldete mich und erkannte ein paar Minuten später Janis aufgebrachte Stimme. „Oh mein Gott! Ich komme sofort!“, erklärte ich, legte auf und sprang aus dem Bett. Innerhalb von zehn Minuten war ich angezogen und unten in der Praxis. Ich packte schnell noch allerhand Medikamente ein und mehreren Ersatz, da ich ahnte, dass meine Autoausrüstung nicht ausreichen würde. Dann stieg ich ein und jagte los. Denn jetzt sollte ich so schnell wie möglich vor Ort sein. Jani war die Besitzerin einer schon recht bekannten Araberzucht und leider hatte sie gar keine guten Nachrichten, es waren eher grauenhafte. Der Stall brannte oder eher, hatte gebrannt. Und ich erahnte, dass mich ein schlimmes Bild erwarten würde.
      Eine halbe Stunde später war ich am Stall und blickte mich betrübt um. Schon von Weiten hatte man die Rauchsäule aufsteigen sehen und von nahem sah das alles total schrecklich aus. Auf dem gesamten Hof standen verstreut die Wagen der Feuerwehr und die Feuerwehrmänner selbst. Der Nebenstall war vollkommen abgebrannt und teilweise hatte das Feuer auch auf den Zuchttrakt übergegriffen, obwohl dieser, zumindest von außen, noch recht unversehrt schien. Jani entdeckte ich am Zaun einer Weide lehnend, vollkommen aufgelöst und verheult. Seufzend begrüßte sie mich und drehte sich dann sofort wieder vom Stall weg. Auf der Weide standen einige Pferde, die ich in der Morgendämmerung aber kaum ausmachen konnte.
      Plötzlich rief einer der Feuerwehrmänner nach einem Tierarzt und ich war sofort zu Stelle. Drei Männer begleiteten mich in die abgebrannten Mauern des Stalls und deuteten in eine Ecke. Ich konnte kaum etwas sehen, da es recht dunkel war und der Rauch in den Augen brannte, doch der Geruch von verbranntem Fleisch reichte mir bereits und ich wollte mich am liebsten direkt wieder umdrehen. „Es lebt noch.“, meinte der Feuerwehrmann neben mir knapp, als er meinen Gesichtsausdruck sah. Fassungslos starrte ich in die Ecke und erkannte dort einen bebenden Pferdeleib. Doch statt mich ihm zu nähern, lief ich zurück zum Auto und bereitete eine der Spritzen vor, die das Mittel zur Einschläferung beinhalteten. Danach warf ich sicherheitshalber noch einmal einen Blick mit der Taschenlampe auf das Pferd, doch es war nicht mehr zu retten, nur noch zu erlösen.
      Während ich die Spritze setzte, musste ich selber weinen, denn der hübsche Kerl der da lag war Ice Breaker. Ein wunderschöner Warmbluthengst, den Jani schon seit dem Fohlenalter besessen hatte. Bedrückt stand ich auf, nachdem es gemacht war und fragte kurz nach, wie viele tote Pferde sich im Stall befänden. „Sieben mit ihm“, erklärte mir einer der Feuerwehrmänner und ich nickte nur. Dann kehrte ich zurück zu Jani. „Kann man den Hof irgendwie beleuchten? Ich würde die restlichen gerne untersuchen“, meinte ich knapp und Jani drehte sich kurz um, huschte in den fast ganz geblieben Zuchtstall und testete den großen Scheinwerfer der am Giebel des Stalles angebracht war. Plötzlich wurde der Hof hell und man konnte das ganze Ausmaß erst richtig erkennen.
      Dementsprechend widmeten Jani und ich uns voll den Pferden. Sie holte nach einander die Vierbeiner und ich untersuchte sie. Als erstes kam sie mit Duke of Darkness und Erleichterung stand Jani ins Gesicht geschrieben. Dem Hengst schien es ganz gut zu gehen, er war zwar leicht verstört und besaß eine leichte Schürfwunde am vorderen Fesselgelenk, doch diese war schnell desinfiziert und eingecremt. Auch die beiden Braunen Tiramisu und Bintu-al Bahri hatten tierisches Glück gehabt. Bei Bintu vermutete ich jedoch bereits eine leichte Rauchvergiftung, dementsprechend gab ich ihm auch direkt eine Spritze, die der Vergiftung entgegenwirken sollte.
      Dann kam Jani mit Badriyah und ich erkannte die Stute kaum wieder. „Sie stand ganz hinten.“, erklärte Jani knapp. Badriyahs Flanken waren angesengt und an einigen Stellen sah man deutlich das Fleisch hervor. Generell stand es schlecht um die Stute und die stand keuchend vor mir. Ich nahm sie sehr genau unter die Lupe und versuchte ihr so gut wie möglich zu helfen. Ich verarztete ihre Wunden und verband die, bei welchen es möglich war. Sie hatte es böse erwischt und vielleicht würde sie doch noch mit in die Klinik müssen. Der Rest hatte relatives Glück. Cardiac und Arsil hatten beide einige kleine Verbrennungen und eine Rauchvergiftung, sonst ging es ihnen aber gut. Farasha und Saddy hatten ohne große Wunden überlebt und auch den anderen ging es gut, da sie weiter vorne gestanden hatten.
      Teasie und Shády wirkten recht vital, wenn auch gestresst. Nur Khadir, der weiße Hengst, lief unentwegt auf und ab und war total von allen Sinnen. Dementsprechend verpasste ich ihm sicherheitshalber eine Beruhigungsspritze, nicht dass er sich noch was tat. Und dann zog Jani traurig Bilanz. Wir hatten alle Überlebenden durch und die Toten standen schnell fest: Ice Breaker, Da Vinci, Safiye, Antar, Na’im, Harmony und Nara. Ich blieb noch sehr lange auf dem Gestüt, denn ich wollte Jani keinesfalls alleine lassen.
      1 Apr. 2015

      sweetvelvetrose
      7 Bäume

      Traurig betrachtet ich die Apfel Bäume die ich gepflanzt hatte sie Blühten alle und auch der Birnbaum dieser stand für Ice da er Birnen geliebt hatte.
      Die Verbrannte Stallung war wieder aufgebaut worden und die Verkohlte Erde hinter die Halle transportiert hier auf den Erdhaufen hatte ich die Bäume gesetzt für alle 7 einen.
      Die Polizei sagte es war Brandstiftung , einen Mutmaßlichen schuldigen hatten sie gefangen, der Mensch schien Schizophrene Züge zu haben sprach von sich selbst als „ schatten“ .
      Seit dem Vorfall überprüfte ich nun immer alle Lampen und auch Kameras gab es wieder, einen 100 % Schutz vor so irren würde ich nie haben sagte man mir ,das war sehr beruhigend.
      Gegen meine Vorstellungen und auch gegen mein Gefühl holte ich mir einen Wachhund der draußen lebt und aufpasst – Tagsüber würde er im Obstgarten bleiben und Nacht´s auf den nun eingezäunten Hof kommen.
      Ich seufzte und blickte zu dem großen weißen Hund ein Briar von sich aus Wach und hüte Hund , Hof treu und wenn es sein muss zum äußerten Breit- Teddy.
      All das hatte viel Geld und Zeit gekostet die Versicherung bezahlte nur einen kleinen teil – die Pferde die Stallung musste ich selbst tragen, es war möglich doch hatte ich mich nun entschlossen Einsteller aufzunehmen und somit etwas Geld zu zuverdienen solang meine Zucht kaum Gewinn erbracht.
      Badriyah hatte sich dank der guten Pflege von Eddi schneller als erwartet erholt und war nun rossig wenn alles gut klappte würde ich sie heute oder morgen Duke vorstellen können.
      Duke war fit wie ein Turnschuh, das Inferno hatte er gut überstanden und war mit nur leichten schrammen davon gekommen.
      Tiri, Bintu, Cariac,Frahsha, Saddy,Arsil,Teasie,Kadihr und Shady waren mit einer leichten Rauchvergiftung behandelt worden Baraka hingen hatte nichts sie war auch mit Duke eine der ersten die draußen waren und wie ich feststellen musste wohl auch sehr glücklich darüber den das Stütchen war tragend.
      Shady war gestern von Bintu gedeckt worden, die Wunsch Verpaarung von eddi ich bin sehr gespannt was das Fohlen für eine Farbe bekommen wird.
      Nach dem ich die Bäume Hinter der Halle bewässert hatte ging ich zu Dukes box und holte ihn raus ohne Sattel und mit nur einem Hals Ring ging es entspannt eine Runde raus durch die blühende heile Welt.
      18 Apr. 2015

      sweetvelvetrose

      Leicht verschwitzt und außer atem ging ich in den Hengst Stall und stand vor Dukes Box „ hallo Dicker , jetzt geht’s los „ Sättel/ Trensen und Co war verstaut jetzt sollte es mit dem Transporter und 3 Pferden auf lange Fahrt gehen .Es sollte zu dem Tunier Jolympia gehen in Vielseitigkeit Duke war bestens geeignet dafür doch wen noch ?
      Ich ging im Kopf die Vorzüge meiner einzelnen Pferde durch Triamisu hatte sich sehr gut gemacht ihn würde ich noch mit nehmen und eigentlich wollte ich Badriah mit nehmen doch sie war noch tragend mindestens eine Woche oder länger. Bara war zu Jung auch wenn sie mit viel Ehrgeiz zeigte, überfordern will ich sie aber nicht. Hestia und Asfari waren noch nicht so lang in meinem Stall und sollten sich noch eingewöhnen sie vielen daher auch aus.
      Grübelnd stand ich vor Zanhya sie zeigte viel Potenzial war aber in neuer Umgebung meist etwas unsicher , Famina war auch noch zu frisch bei mir und passte eher zu einem Ruhigen Tunier.
      Rubina war ebenfalls tragend also viel sie auch aus, ich schüttelte den Kopf jetzt hatte ich den ganzen stall voller Pferde und keins Konnte mit zum Turnier.
      Saddy war auch nicht das mädel was ich mit nehmen wollte da sie doch mal zu beißen konnte es musste einfach ein Team sein was passt , das sollte doch möglich sein Teasy hatte erst ein Fohlen und wurde nun erste wieder antrainiert zu viel wäre nicht gut für die kleine.
      Bei der nächsten Box blieb ich stehen und blicke Shady an ja sie sollte mit das würde passen Duke und shady und wen noch ?
      Baraka, Dukes große Liebe eigentlich würde ich sei gern mit nehmen aber dann wäre Duke nicht bei der Sache Farahsha hatte sich den Fuß verstaucht oder geprellt sicher waren wir uns da nicht und Cardiac sollte am Wochenende Rossig werden das wäre ungünstig.
      Bei den Fohlen blieb ich stehen und tütelte ein wenig mit ihnene rum bald würde ich sie trennen müssen nicht das der kleine seine Halbschwester Deckt. Weiter ging es wieder bei den Hengsten Tiramisu war ja schon eigentlich die zweite wahl gewesen aber er war jetzt so oft auf Tunieren gewesen und erst zu letzt die Körung die er erfreulicherweise gewonnen hatte, ich beschloss erst mal weiter zu schauen und zu überlegen.
      „Hey Bintu du Ekelpackt„ begrüßste ich den Hengst, denn dieser schoss hervor mit gebleckten Zähnen das war auch schon mal besser gewesen dachte ich bei mir und setzt ihn auf die Liste für kleine Veranstaltungen.
      Arsil soll Cardiac am Wochenende decken da muss er leider dableiben.
      Kadihr war und ist ein Träumer und ein schatz doch wär es für ihn zu anstrengend (und für mich auch, gestand ich mir schmunzelnd ein).
      Da ich schon auf meiner Runde war ging ich auch zu den Jungspunden Shamal und bahar kraulte ihnen die nasen und meine „ Bals bekommt ihr einen Icebraker sohn zu euch ihn die Runde seit schön lieb zu ihm – Shamal der viel von bahar übernommen hatte war kaum wieder zu erkennen anhänglich und Sanft legte er den kopf auf meine schulter und lies sich Kraulen.
      Auch in den Westernpferde Stall ging ich um zu schauen das alle Fit sind und ich mir keine Sorgen machen musste wenn ich nicht da war. Gerlie, Jade, Caresse, Keep the Faith, Kajano und Shlush standen verstreut in den Boxen oder auf dem Paddock.
      Ich machte mich dran noch eine Ladung Heu in die Raufen zu geben und Füllte den Futter Automat auf Natürlich wären die Pferde nicht allein mein Pfleger war ja auch noch da und würde Misten und alles doch wo man ihm arbeit abnemen konnte tat ich das. Nun holte ich Tiriamisu raus Packte ihn in Reise Decke und Gamaschen ein. Danach folgte Duke den ich ebenfalls gut verpackte , jetzt folgte das stütchen Shady auch sie kleidete ich ein, überblickte noch mal das eingepackte Material und auch den Wanderstrom Zaun hatte ich dabei war ich doch fast einen Tag unterwegs. Futter und auch die Sättel der andere Pferde waren dabei Duke musste mit dem Dressursattel von Triamisu Vorlieb nehmen aber für einmal würde es gehen . Shady hatte Zahays Sattel – Spring und Dressursattel einen VS sattel hatten sie alle selbst.
      Dann ging die große fahrt los ….
      15 Okt. 2015

      sweetvelvetrose
      Ein grauer Morgen und doch ein guter Tag

      Aufgewacht der regen tratschte gegen die Schreibe und ich hatte so gar keine Lust raus zu gehen und doch heute war ich mit stall dienst dran. Nach dem Anziehen ging ich raus in den Stuten stall Mistet den Paddock von Fada Fid ,Hestia, Baraija, Zanyah, Best Look mein gast Pferd , Famia, Rubina Badriyah, Saddy,Teasie, Shady,Farahsa,Baraka Cardiac und meine Jungstute Cassi, bei Moulan meinen Englischen Volli streute ich auch neu ein brachte frisches Heu mit dem Trekker in die paddocks ,dann Kümmerte ich mich um die drei Jung Hengste Shamal und Bahar so wie Ironic, die beiden Pfelgis Cola und Wihte Boy bekamen auch ihre ration Shamal und Bahar und Ironic durften sich im frei speigen aus toben.

      Meine Western Pferde bekamen auch ihre Ration und durften sich in der Kleinen Halle die Beine vertreten brav nach ein andern oder auch mal zusammen. Erst Gerlie Faithe Jade und Caresse dann die beiden Hengste Slush und Kajano, dann ging es zu meinen Araber hengsten Duke, mein neuer und nun bester Freund von Duke Amore , dann Ashqar mit Tiri danach Bitu allei n da er grad wieder eine Phase des ich bin blöd zu anderen hatte danach Asfari mit Kadihr und Arsil danach ging ich mit dem Hund und Amore und Duke noch im Regen spatzieren und freute mich nach einem Anstregenden langen Tag auf ein Heißes Bad und ein Buch.
      5 Jan. 2016

      Sammy
      Pflegebericht für alle Pferde

      „So, jetzt müssten wir eigentlich gleich da sein!“, sagte ich fröhlich zu meinen vier Mitarbeitern, die mit mir in meinem Auto saßen. Wir waren gerade auf dem Weg zum Gestüt Fearie Hills von Sweetvelvetrose. Diese hatte für heute jemanden gesucht, der sich um ihre 38 Pferde kümmerte und ich war der Meinung, dass uns etwas Arbeit mit fremden Tieren auf keinen Fall schaden würde.
      Ich bog in die Zufahrt ein und stellte das Auto ab. Ich war schon ein paar mal hier gewesen, da ich Sweet schon des Öfteren Pferde abgekauft und auch eines verkauft hatte. Kaum waren wir alle ausgestiegen, kam uns die Gestütsleiterin auch schon entgegen und begrüßte uns herzlich.
      „Ich muss leider auch schon weg, ich hoffe ihr findet euch trotzdem zurecht? Du warst ja schon hier, denkst du das geht so?“, fragte Sweet mich. „Klar, das schaffen wir auf jeden Fall! Bis du wieder hier bist, ist alles erledigt!“, versprach ich ihr lächelnd und führte meine kleine Truppe dann auch sofort in den Stall. Es war erst früher morgen, doch da die Pferde ihr Frühstück bereits beendet hatten, begannen wir sofort damit, sie auf die Koppeln zu bringen. Sweet hatte uns netterweise einen Plan da gelassen, damit wir alles richtig machten. Ich bewunderte Sweet`s Tiere, während meine Lieblingsmitarbeiterin Meg erwartungsgemäß bei Barakah al Sanaa hängen blieb. Die junge Stute stammte aus meiner Zucht und Meg war es nicht ganz leichtgefallen, sie gehen zu lassen. „Meg, schau mal hier! Ihre erste Tochter!“, rief ich die junge Frau zu mir, als ich vor der Box einer wunderhübschen Araberstute namens Baraija ankam. Das Stütchen hatte Barakah`s Fellfarbe geerbt und besaß ein ausgezeichnetes Exterieur. Auch Meg war hin und weg von der Süßen.
      Nachdem wir alle Pferde aus dem Stall raus hatten, begannen wir mit dem Ausmisten der Boxen. Zu Hause übernahmen das immer meine Arbeitsreiter und Stallburschen, doch hier legte ich natürlich selbst mit Hand an. Immerhin hatte ich hier und heute Gott sei Dank einmal keinen Bürokram zu erledigen. Wir waren ein absolut eingespieltes Team und kamen daher sehr gut voran. Schließlich hatten wir alle Boxen ausgemistet, frisch eingestreut, Heu hineingeworfen und die Tränken kontrolliert. Ich holte flott die Kühltasche aus meinem Auto und wir schlenderten zu einer Wiese bei den Koppeln, um dort Pause zu machen. Ich tischte Sandwiches, Obstsalat und Eistee auf und es dauerte nicht lange, bis sich Samuel und Donald um das letzte Schinkenbrötchen stritten. Meg und ich rollten nur mit den Augen, während der stille Brian keine Miene verzog. Er hielt sich aus dem Gehabe der anderen Jungs meist raus, was vielleicht auch ganz gut so war. Nachdem Donald und Samuel ihren „Ich-habe-aber-mehr-gemistet-Streit“ um das Brötchen endlich beendet hatten, packten wir zusammen und kehrten in den Stall zurück, um nun mit den Pferden zu arbeiten.
      Nach einem längeren Blick auf die Trainingspläne hatte ich mich entschieden: Wir würden zuerst einmal mit den Hengsten beginnen – dazu zählten White Boy und Asfari Sharin, die beide im Verkaufsstall standen. „Samuel, Donald? Ihr schnappt euch Slush und Kajano. Letzterer ist wohl ein absoluter Westerncrack, deshalb reitest du ihn, Donald. Ihr geht mit den beiden einfach ein bisschen auf den Platz. Meg, Brian und ich schnappen uns die Shettys Ginnies Casanova und Erutan Wishes, sowie das Hengstfohlen Ironic und machen in der Halle ein bisschen Bodenarbeit. Sind alle damit einverstanden?“, ratterte ich den ersten Teil meines Plans herunter. Alle nickten und so machten wir uns wieder auf zu den Koppeln, damit jeder das ihm zugeteilte Pferd holen konnte. Am Putzplatz trafen wir uns alle wieder und machten die Pferde in aller Ruhe fertig. Brian, der sich um Erutan Wishes kümmerte, stöhnte angesichts der langen, dicken Mähne des Ponies. Aber auch Meg hatte mit Casanova`s dickem Fell gut zu tun, während ich mit dem Hannoveraner Ironic vergleichsweise schnell fertig war. So zogen die beiden Jungs mit den Criollos in etwa zeitgleich mit uns los – Donald im Westernsattel, Samuel in gewohnter Dressurmanier. Wir anderen schlugen dagegen den Weg zur Halle ein. Ich war ganz begeistert von dem Hengstchen an meiner Seite. Ironic blieb brav neben mir und war sehr folgsam. Meg musste da mit Casanova schon ein wenig mehr verhandeln und Brian brauchte eine ganze Weile, bis Erutan an seiner Seite ein wenig zugänglicher wurde. Alles in allem verlief das Training aber sehr gut und so trafen wir eine halbe Stunde später wieder mit den beiden Jungs zusammen. Donald war völlig hin und weg von dem hübschen bunten Criollohengst, während Samuel ein wenig geschafft aussah. „Slush hat es mir anfangs ganz schön schwer gemacht, der kleine Sturkopf hat mich wirklich getestet bis aufs Blut. Aber danach ist er dann wirklich schön gelaufen!“, berichtete er. Wir versorgten die fünf Pferde und entließen sie anschließend wieder auf die Koppeln.
      „Okay meine Lieben, weiter geht’s. Ich dachte wir machen einen kurzen Ausritt mit den nächsten fünf Hengsten. Donald nimmt Duke of Darkness, ich selbst werde Tiramisu reiten, Samuel bekommt Bintu Al-Bahri, Meg Ashqar – wegen der Größe und Brian, du holst dir TC Amor Casdove. Bis auf Duke und Amor könnt ihr euch die Reitweise aussuchen, die beiden werden Western geritten.“
      Wieder kamen wir alle am Putzplatz zusammen, säuberten und sattelten die wunderschönen Hengste und schwangen uns anschließend in die Sättel. Ich hatte mich für Tiramisu entschieden, da der Hengst wohl sehr unsicher wurde, wenn man beim Reiten einen klitzekleinen Fehler machte. Meine Mitarbeiter waren zwar alle ausgezeichnete Reiter, doch ich hatte nun einmal die meiste Erfahrung – und das auch mit schwierigen Pferden. Wir verließen den Hof im gemütlichen Schritt und genossen die warme Maisonne auf unseren Rücken. Die Pferde schritten eifrig aus und überzeugten uns alle von ihrem ausgeprägten Arabertemperament. Als wir auf einem recht breiten, ebenen Weg angelangten, gab ich das Zeichen für den Galopp und wir preschten den Weg entlang. Zu meiner Freude ließ Tiramisu trotz seiner anfänglichen Unsicherheit wunderbar reiten und auch auf den Gesichtern der anderen lag ein zufriedenes Lächeln, als wir auf den Hof zurückkehrten. Wir sattelten die Hengste ab und entließen sie wieder auf ihre Koppeln.
      „Auf in die nächste Runde! Danach machen wir dann kurz Pause. Donald du holst dir bitte Shamal und Meg, du nimmst Bahar. Mit den beiden Halbstarken könntet ihr ein wenig spazieren gehen, wenn ihr wollt. Brian schnappt sich Khadir, Samuel du dir Asfari Sharin und ich selbst werde Arsil nehmen. Für die drei hübschen steht heute Dressurtraining an.“, wies ich meine Mitarbeiter an. Es war nicht ganz einfach, das Training so vieler unbekannter Pferde zu koordinieren, doch bisher lagen wir sehr gut im Zeitplan. „Ach, nur damit sich niemand wundert: Ich habe White Boy nicht vergessen, den nehmen wir dann nach der Pause noch dazu.“ Während ich Arsil`s fuchsfarbenes Fell bürstete, überlegte ich mir schon einmal, was wir schönes mit den Stuten anstellen könnten. Wahrscheinlich würde sich der Plan so ziemlich wiederholen, aber nach einer kurzen Pause sollte das machbar sein. Als der wunderschöne Araberhengst glänzte, legte ich ihm die Dressurausrüstung an und schlenderte mit den beiden anderen zum Platz. Dort stellten wir die Hengste auf der Mittellinie auf, gurteten nach und schwangen uns auf die Rücken der Pferde. Während Samuel erst ein wenig um das Vertrauen des jungen Schimmels Asfari kämpfen musste, kam ich mit Arsil sehr gut zurecht. Der schöne Araber arbeitete sehr gut mit und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe wunderbar. Auch Brian kam mit Khadir ausgezeichnet zurecht und wir beendeten die Dressurstunde mit einer kleinen, schnell improvisierten Quadrille. Als wir die drei Hengste gerade zurück auf die Weide brachten, kamen uns Meg und Donald mit Shamal und Bahar entgegen. Beide waren ganz begeistert von den Junghengsten. Shamal war zwar laut Donald sehr aufgedreht gewesen, doch Bahar`s Ruhe hatte sich zu einem guten Teil auf den anderen Hengst übertragen, sodass die vier einen netten Spaziergang gehabt hatten.
      Die anderen setzten sich nun schon einmal an die Stutenkoppeln, während ich die nächste Ladung Sandwiches holte. Die hatten wir uns nach der Arbeit nämlich redlich verdient. Inzwischen war es früher Nachmittag und wir lagen immer noch sehr gut im Zeitplan. „So, ihr Süßen“- ich ignorierte gekonnt, dass Donald, Samuel und Brian bei dieser Anrede die Gesichter verzogen – „lasst uns weiter machen. Wir starten mit einem Ausritt, dann kommt ein weiteres Dressurtraining, noch ein Ausritt, ein bisschen Freispringen und Bodenarbeit. Damit wären wir dann durch für heute. Aber jetzt mal von Anfang an: Meg, du darfst Baraija reiten, ich nehme Badriyah. Donald bekommt Teasie, Samuel Cardiac und Brian Saddy. Auf geht’s!“
      Ca. zwanzig Minuten später hatten wir das Gestüt auf dem Rücken der fünf Stuten wieder verlassen. Ich saß auf der Tochter von meinem preisgekrönten Araberhengst Khamar al Sanaa und war hin und weg von der wunderschönen Badriyah. Auch Meg strahlte auf Barakah`s Tochter mit der Sonne um die Wette und so hingen wir beide völlig unseren Gedanken nach und blendeten das Geplapper der Jungs einfach aus. Zumindest solange, bis Donald lauthals neben mir quengelte, er und Teasie wollten jetzt endlich galoppieren, dieses ewige Schrittreiten sei doch viel zu langweilig. Also nahmen wir alle die Zügel auf und ließen die Pferde angaloppieren. Donald und Samuel lieferten sich auf dem ebenen Weg ein kleines Rennen, während wir anderen einfach die schärfere Gangart genossen. Die Pferde waren zwar alle recht temperamentvoll, ließen sich dabei aber gut händeln, so dass auch dieser Ausritt wirklich schön endete. Als die fünf Stuten wieder auf ihrer Weide waren, schnappten wir uns Zanyah, Rubina, Famiah, Hestia und Fada Fid. Donald murrte ein wenig, da er sehr viel lieber Western als Dressur ritt, aber da musste er jetzt eben durch. Ich wusste ja, dass er es konnte. Meg durfte die wunderschöne Famiah reiten, die früher einmal einer guten Freundin von mir gehört hatte, während ich Donald auf Fada Fid setzte. Samuel bekam Rubina und Brian Hestia, also blieb für mich die hübsche Schimmelstute Zanyah übrig. Sie sah meiner geliebten Little Miss Sunshine wirklich sehr ähnlich und ich war gespannt, ob sie sich auch charakterlich ähnelten. Wir putzten die hübschen Damen und machten sie anschließend fertig fürs Training. Dann zockelten wir mit ihnen zum Reitplatz und begannen mit der Arbeit. Soweit ich das von Zanyah`s Rücken aus beurteilen konnte, arbeiteten alle fünf Stuten sehr gut mit und meine Leute kamen gut mit ihnen zurecht. Wir beendeten das Training mit einer kleinen Schrittrunde um den Hof, damit die Pferde abkühlten und entließen auch sie wieder auf die Koppel.
      Als nächstes stand der dritte und letzte Ausritt dieses Tages an. Ich teilte Donald das Quarter Horse Jade zu, Brian bekam die Criollostute Keep the Faith, Meg die Irish Tinker Dame Magical Touch, Samuel Caresse und ich selbst übernahm deren Tochter Girlie, ebenfalls zwei hübsche Criollostuten.
      Wir machten die Tiere fertig und schwangen uns in die Westernsättel. Diesmal schlugen wir einen anderen Weg ein, der uns in den Wald führte. Diesmal waren wir sowieso mit einer ein wenig ruhigeren Fraktion unterwegs, sodass wir es bei einem gemütlichen Schrittausritt beließen. Immerhin hatten wir nun doch schon einen recht anstrengenden Tag hinter uns und waren ja noch nicht fertig für heute. Wieder auf dem Hof angekommen, sattelten wir die Stuten ab, versorgten sie und schnappten uns die nächsten fünf Pferde. Nun stand wieder Bodenarbeit auf dem Programm und ich teilte als erstes Brian den Hengst White Boy zu. Die beiden sollten in die Halle gehen, während wir anderen mit den Stuten auf dem Platz trainieren würden. Ich selbst übernahm das Hannoveranerfohlen Cassidy, Meg bekam Tiara Al-Bahri, Samuel Best look for my Weekend und Donald die Shettystute My Hope Nymeria. Brian ließ uns den Vortritt und kümmerte sich erst um White Boy, als wir den Putzplatz verlassen hatten. Ich wollte mit fremden Pferden kein Risiko eingehen, deshalb hatte ich diese Trennung vorgenommen. Wir anderen betraten mit den Stuten den Platz, machten ein wenig Führtraining, übten Seitengänge, richteten die Pferde rückwärts und übten zuletzt das Freilaufen. Nur Cassidy bekam natürlich den Schongang, da das Stutfohlen in ihrer Ausbildung selbstverständlich noch nicht so weit war, wie die anderen vier Stuten.
      Als wir später wieder mit Brian zusammentrafen, verteilte ich die letzten drei Pferde. Inzwischen war es auch Abend geworden, es wurde somit Zeit, die Pferde in den Stall zurückzuholen. „Okay, wir werden jetzt ein kleines Freispringen zum Abschluss veranstalten. Dazu nimmt Samuel bitte Shády, Brian bekommt Farasha und ich selbst nehme Barakah al Sanaa. Meg, Donald ihr kümmert euch bitte schon einmal darum, dass die Pferde in ihre Boxen kommen. Wenn ihr schnell genug seid, könntet ihr auch schon mit der Abendfütterung beginnen. Meg machte ein langes Gesicht, doch ich brauchte Leute, die sich mit dem Springtraining auskannten und Meg war nun einmal Rennreiterin. Mit Springen hatte sie wirklich überhaupt nichts am Hut. Wir holten die drei besagten Pferde von der Koppel, putzten sie und schützten ihre Beine mit Gamaschen und Streichkappen. Eine kleine Springgasse hatte ich in der Halle bereits aufgebaut, sodass wir die Pferde zuvor nur noch aufwärmen mussten. Ich war wirklich froh zu sehen, dass Barakah sich hier so gut eingelebt hatte. Die Stute ging mit gewohntem Ehrgeiz ans Springen heran und auch Shády und Farasha machten ihre Sache sehr gut. Letztere war die Mutter von meinem Araberhengst Wüstentänzer, daher kannte ich auch sie bereits. Wir ließen die drei Stuten ein paar Mal über verschiedene Höhen springen, dann führten wir sie trocken und brachten sie anschließend in ihre Boxen. Im Stall herrschte ein ganz schöner Tumult, da Meg und Donald tatsächlich bereits mit der Abendfütterung begonnen hatten.
      Als schließlich jedes Pferdchen seine Ration im Trog hatte, legte sich die uns gut bekannte, wohltuende Stille über den Stall, in der nur das zufriedene Kauen der Pferde zu hören war. Wir drehten eine letzte Runde durch den Stall und machten uns dann nach diesem langen Tag auf den Heimweg.
      14 Mai 2016
    • Occulta
      Ein langer Tag

      Es war ein sonniger Spätsommermorgen und die Natur schien verschlafen zu haben. Es lag viel Tau auf dem Gras, die Luft roch frisch und sauber. Das Gewitter vom Vortag hatte den ganzen Staub von den vergangenen heissen Tagen weggewaschen. Ich streckte mich genüsslich und genoss einen Moment die frühen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Vom morgendlichen Vollbluttraining herkommend befand ich mich gerade auf dem Weg zum Nordstall. Drinnen war es schön kühl. Die Pferde raschelten fleissig in ihrer Frühstücks-Heuportion und ich entdeckte ein paar Mäuse, die gerade den Boxenwänden entlang flüchteten. Jackie spitzte sofort aufgeregt die Ohren und flitzte hinterher, aber natürlich erwischte sie keine. „Wo sind diese verlausten Katzenviecher wenn man sie mal braucht?“, stellte ich sarkastisch an mein Hündin gewandt fest. Sie musterte mich Schwanzwedelnd und erwartungsvoll. „Heh sweetie? No treats until you catch one.“ Ich stellte mich vor Donuts Box und rief seinen Namen. Der Ponyhengst hob den Kopf, spitzte die Ohren und brummelte. Ich schmunzelte, weil seine Stimme wie immer höher als die eines Grosspferdes war und das Geräusch dadurch umso witziger klang. Geputzt und gesattelt hatte ich ihn schnell, denn er war noch sauber von gestern. Das Langhaar bearbeitete ich nochmal mit etwas Glanzspray, damit der Schweif schön fluffig und voluminös war. Dann führte ich Donut auf den Reitplatz, denn was gab es besseres, als die noch kühle Morgenstimmung für eine Dressurstunde zu nutzen? Ich wärmte Donut auf und trabte ihn dann erstmal in Dehnungshaltung auf mehreren Volten. Nach einer Weile nahm ich die Zügel auf und begann, den Hengst mit lockeren Seitengängen zu gymnastizieren. Er war heute fleissig und energiegeladen, was ich sehr mochte. Trotzdem entschleunigte ich ihn anschliessend mit ein paar kleinen Volten, damit er nicht auf die Vorhand kippte. Im Schritt versuchte er immer wieder anzutraben, wie ein ungeduldiges Kind. Doch ich nahm es gelassen und schätzte seinen Eifer. Ich beschloss, jetzt erstmal ein wenig Galopparbeit zu machen, bevor ich mich noch an Travers Lektionen wagte. Er galoppierte schwungvoll und in korrekter Haltung, leicht vor der Senkrechten und schön bergauf. Wie toll es doch war, einen so fein ausgebildeten Hengst zu reiten! Ich versammelte den Galopp und liess ihn auf der langen Seite wieder zulegen, dann wechselte ich durch die Diagonale und machte einen Galoppwechsel bei X. Kein Problem für Donut – als erfahrenes Springpony gehörte das zu seinen Spezialitäten. Nach dem versprochenen Travers machte ich noch ein wenig Schulterherein, dann liess ich es für heute gut sein und brachte Donut zurück in den Nordstall. Ich sattelte ab, bürstete das Fell glatt und kratzte die Hufe aus. Als ich fertig war, entliess ich ihn in seine Box und gab ihm drei Karotten, die er hastig runterschlang. Ich kraulte zum Abschied seinen Hals und den weissen Nasenrücken, wobei er genüsslich den Mund verzog. Er wollte mich gar nicht weggehen lassen, sondern sich gleich hinter mir wieder durch die Boxentür zwängen, was ihm natürlich nicht gelang. Enttäuscht brummelte er mir hinterher und ich bekam beinahe ein schlechtes Gewissen, einfach so davonzulaufen. Aber sein eigentlicher Beweggrund, so war ich mir fast sicher, war die vierte Karotte, die ich noch immer in der Hand hielt um sie nun Ljóski hinzustrecken. Herkir, der in derselben, besonders grossen Box stand, versuchte eifersüchtig seinen Kumpel wegzuekeln. Ich führte Loki in die Stallgasse und putzte ihn ausgiebig. An seinem wolligen Langhaar hatte ich besonders lange. Der Hengst war kitzlig und zuckte die ganze Zeit mit dem Widerrist, als ich mit der weichen Bürste nochmals über seinen Körper strich. Besonders am Bauch mochte er es gar nicht, sodass er vor und zurück zappelte. Ausserdem drehte er mehrfach den Kopf um sich mit der Schnauze an seiner Schulter zu kratzen. Das hibbelige Getue ging auch beim Aufsteigen weiter und ich fragte mich langsam, ob Herkir und er Persönlichkeiten getauscht hatten, denn normalerweise war der Fuchsschecke eher wie ein Sack voller Flöhe. Ich ging mit dem vor Energie überlaufenden Loki ins Gelände und machte ein paar gesunde Galopps, sodass ich ihn am Ende zufrieden und ausgepowert am langen Zügel nachhause reiten konnte. Als nächstes stand Longieren mit Moon Kiddy auf dem Programm, als Abwechslung für sie und mich. Nachdem sie am Sonntag an einem anspruchsvollen Gymkhana mit Darren gestartet war, hatte sie sich eine Pause verdient. Deshalb arbeitete ich mit ihr eine halbe Stunde lang locker im Roundpen, wobei ich nicht mehr als Übergänge und Seitenwechsel verlangte, um ihre Reaktion auf meine Körpersprache weiter zu schulen. Sie war sehr aufmerksam und liess sich gänzlich auf mich ein, was das Training sehr einfach machte. Andererseits kannten wir uns nun auch schon so lange, dass ich alles andere als bedenklich gewertet hätte. Meine hübsche Criollostute mit der mächtigen, schwarzen Mähne, ihr Markenzeichen, kam am Ende des Trainings zu mir in die Roundpen Mitte und holte sich ihre Karottenstückchen ab. Ausserdem wischte sie liebevoll mit der Oberlippe auf meinem Unterarm hin und her, als wollte sie mich kraulen. Ich tat es ihr gleich und massierte ihren Widerrist, dann führte ich sie am Halfter zurück in den Nebenstall. Inzwischen waren die Hengste alle auf die Weiden gelassen worden; die Stuten kamen am Nachmittag raus.

      Ich bekam pünktlich um zehn Uhr einen Anruf, dass mein neues Hengstfohlen, LMR Royal Champion, gesund und munter im Flughafen von Birmingham angekommen war. Der Jährling stammte von der Lake Mountain Ranch, einem noch eher unbekanntes Gestüt, doch seine Abstammung gefiel mir und sein Exterieur hatte mich überzeugt. Er war ein Mix, daher überlegte ich, ihn kastrieren zu lassen, doch das hatte noch Zeit. Erstmal holte ich ihn nun ab und brachte ihn zu seinen neuen Kumpels auf die Hengstfohlenweide. Es gab ein paar Rangeleien, wie das eben war, wenn ein Neuling in die Gruppe stiess. Ich beobachtete das Ganze, bereit, jederzeit mit schwingendem Führstrick einzugreifen. Doch es war wie erwartet nicht nötig: Royal wurde von allen Seiten neugierig beschnuppert und ein bisschen ‚angenagt‘, dann war die Rangfolge fürs erste geklärt und er wurde in Ruhe gelassen. Dass er sich so rasch in das soziale Gefüge eingelebt hatte, sprach für die Haltung des Züchters. Zufrieden widmete ich mich wieder den anderen Stallarbeiten.

      Lily war noch in der Schule, also traute ich mich nicht, etwas mit Thairu, unserem gestreiften ‚Pony‘ zu unternehmen. Sie wollte immer dabei sein wenn ich mit dem Zebra arbeitete, was leider im Moment nicht allzu oft geschah. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass es auch besser für Thairu war, wenn sie nicht zu viel Trainiert wurde. Schliesslich war so intensiver Kontakt zu Menschen noch immer recht viel Stress für sie und ich wollte sie nicht überfordern. Ich beschloss, mir heute Abend eine Stunde für das Zebra freizuhalten.

      Es war nun 11 Uhr und mittlerweile ziemlich warm geworden, sodass ich nur noch im Trägertop rumlief. Zira und Sheela waren treu an meiner Seite, Jackie hingegen hatte sich aus dem Staub gemacht als ich aufgebrochen war um Royal abzuholen. Vermutlich überwachte sie mal wieder gewissenhaft ihr Territorium oder döste irgendwo im Schatten. Ich liess es mir nicht nehmen, rasch mit den beiden Hündinnen zu spielen, als ich unterwegs zur Stutenweide einen nahezu perfekten Stock dafür fand. Er wies schon ein paar Nagespuren auf, also hatten ihn die Hunde wohl von irgendwoher angeschleppt. Ich warf ihn soweit wie meine eher spährliche Armmuskulatur es erlaubte und sah dann belustigt zu, wie sich Sheela und Zira dynamisch darauf stürzten. Sheela, die ja ein wenig älter und deutlich massiger war als die schlaksige Zira, brauchte bloss einmal warnend zu knurren um ihrer jungen Spielgefährtin klarzumachen, dass sie alleine den Stock tragen durfte. Sie brachte ihn mit stolz aufgerichtetem Gang zu mir zurück. Zira trottete hinterher, wie eine hungrige Wölfin die auf eine Gelegenheit wartete, ihrer Rudelgenossin die Beute abzunehmen. Ich lobte beide und warf den Stock nochmal, dann lief ich zum Weidetor. Ich wollte vor dem Mittag noch mit Islah arbeiten. Die Araberstute hatte ihren Babybauch durch die ständige Bewegung auf der Weide und das Training unter dem Sattel vollständig abtrainiert und erfreute sich wieder bester Fitness, was bei ihrem Charakter nicht immer von Vorteil war. Ich mochte es aber, dass sie dieses feurige Temperament zeigte, das man oft als typisch für Araber empfand. Ich brachte sie zum Nebenstall und band sie dort ans Holzgestänge. Dann begann ich, ihr kurzes Fell zu striegeln. Noch während ich dabei war, kamen Ajith, Oliver und Jonas vorbei. „Hey Boss“, grüsste Jonas. „Ajith had an idea“, begann Oliver. „Since some of the thoroughbred stallions now live at Rosie’s farm, we could put the Arabians into the empty stalls inside the Hauptstall.” Ich verstand, worauf er hinauswollte; der Platz im Nordstall war begrenzt, hingegen im Hauptstall gab es eine ganze Reihe unbesetzter Gastboxen. Trotzdem war ich nicht so richtig zufrieden mit dem Vorschlag. Stattdessen überlegte ich laut: „What about we ask Rosie if she wants to take the Arabs in an give us our beloved English Tbs back?“ Ajiths Augen leuteten begeistert – er hing einfach an all seinen Pfleglingen und war ziemlich enttäuscht gewesen, dass die paar Hengste auf der Wilkinson Farm von anderen Pflegern versorgt werden würden. Oliver schien auch nicht abgeneigt von der Idee, nur Jonas war etwas zerknirscht, weil er dadurch künftig Numair und Anubis nicht mehr so oft sehen würde. Ich fragte ihn, ob es sehr schlimm sei, doch er verneinte glücklicherweise. „Solange du mir meinen Herkir dalässt, ist alles gut.“ Ich schmunzelte und schloss: „Dann rede ich nachher mit Rosie, ich wollte ihr sowieso einen Besuch abstatten.“ Die drei zogen zufrieden weiter und ich widmete mich wieder ganz meiner Islah. Ich arbeitete auf dem Sandviereck mit ihr, auf dem noch Stangen von Lisas Trail Training mit Shadow ausgelegt waren. Dies nutzte ich gleich, um die Stute zu gymnastizieren. Über den Stangen und Cavaletti musste sie ihre Beine heben und den Rücken wölben, ausserdem erforderte die Arbeit ein erhöhtes Mass an Konzentration, was bei ihrem Temperament gerade recht kam. Zu lange ritt ich sie aber so nicht, denn die Lektionen waren anspruchsvoll und führten im Übermass zu Muskelkater. Ich liess sie nach etwas mehr als einer intensiven halben Stunde ausgiebig austraben und brachte sie dann zurück auf die Weide.

      Nun meldete sich mein Magen zu Wort und erinnerte mich daran, dass es Mittag war. Lily kam aus der Schule zurück und half mir beim Kochen, verzog sich am Ende aber doch ins Wohnzimmer um mit den Hunden zu spielen. Ich war ihr nicht böse, denn das heutige Menü war nicht aufwendig – Spaghetti mit Tomatensauce und Salat. Ich fragte meine Nichte, ob sie Lust hatte am Abend mit Thairu zu trainieren. „Und das fragst du noch?“, kam die empörte Antwort. Ich grinste zufrieden und konzentrierte mich auf meine Spaghetti, um keine Tomatensauce zu verspritzen. Lily hatte am Nachmittag Schulfrei, also lud ich sie ein, Rosie mit mir zu besuchen. Nach dem Essen und wegräumen begaben wir uns also abermals zur Stutenweide. Ich fing mir Argenté Noir ein, Lily durfte Feline nehmen. Wir putzten die beiden Stuten direkt auf der Weide, indem wir sie an den Zaun banden und das Sattelzeug den ganzen Weg rüber trugen. Unter dem Zaumzeug liessen wir die Knotenhalfter, damit wir die beiden später auch anbinden konnten. Ich war schon ein Weilchen nicht mehr auf dem Welsh Pony gesessen, aber gewöhnte mich rasch wieder an Noirs Bewegungen. Wir ritten zusammen zur Ranch, machten aber einen Umweg durch den Fluss. Bei der Mittagshitze war es eine willkommene Abkühlung, als Feline verspielt im Wasser scharrte und uns beide nass spritzte. Noir zog wenig begeistert ihren Kopf weg und klappte ihre Ohren nach hinten, damit sie kein Wasser abbekamen. Wir wateten ans andere Ufer und trabten dem Waldrand entlang zur Ranch. Der einladende Schotterweg mit dem Kreis erinnerte mich an die Zufahrt zu einem noblen Schloss. Die Gebäude waren neu gestrichen und alles sauber aufgeräumt – von einer Baustelle war beinahe nichts mehr zu sehen. Auch die Zäune standen nun alle; sie waren hübsch weiss und ergänzten das ländliche aber zugleich edle Bild. Von weitem sah ich Cantastor und Muskat auf der Weide grasen. Sie wehrten friedlich mit den Schweifen Insekten ab und schüttelten ab und sahen auf, als sie uns entdeckten. Lily und ich stiegen ab und banden die Pferde an, dann begaben wir uns auf die Suche nach Rosie. Wir fanden sie im Wohnhaus, wo sie gerade Staubsaugte. Sie begrüsste uns herzlich und machte Tee, während Lily freiwillig fertig staubsaugte. Wir plauderten eine Weile bei Tee und Keksen, bevor ich wie versprochen die Idee mit den Arabern ansprach. „That’s funny“, meinte Rosie als ich fertig war, „I bought two Arabians recently, from a place named Fearie Hills. It’s a mare and a stallion, both precious breeding stock, but Fearie Hills is being closed and so their horses are all for sale. I was afraid that those two could end up with some dubious traders, so I kinda rescued them.” “That’s cool, I can’t wait to see them!”, rief Lily begeistert. Rosie meinte lachend: “You don’t have to – they’re arriving today.” “When exactly?”, wollte ich wissen. “I will pick them up at the airport in about an hour.” “So we’re gonna swap? You okay with that?”, hakte ich nach. Rosie überlegte kurz und nickte dann. “Though I’ll miss my little Fly around here, I think I would like to start breeding Arabs.“ Ich nickte zufrieden und wir schüttelten Hände – damit stand der Entschluss fest, dass meine drei Araber hierher ausgelagert werden würden und künftig in Rosies Zucht zum Einsatz kamen. Lily und ich beschlossen unseren Ausritt fortzusetzen und anschliessend gemeinsam mit den Pflegern den Pferdetausch zu vollziehen. Wir galoppierten über die beliebten alten Holzrücker Wege im Wald und waren wohl insgesamt über eine Stunde lang unterwegs. Noir liess ich am Ende am langen Zügel nachhause schlendern; die Stute war ausgepowert und wackelte zufrieden im Takt mit den Ohren. Wir brachten sie und Feline zurück auf die Weide und trommelten Jonas und Lisa als Helfer zusammen. Ich war zwar nicht gerade begeistert davon, mit beiden gleichzeitig zu tun zu haben, aber sie waren gerade als einzige zur Verfügung. Wir holten die drei Araber und sattelten sie. Islah verstand die Welt nicht mehr, als ich sie abermals von der Weide holte und ihr den Sattel auf den Rücken legte. „Don’t worry girl, you won’t have to work again“, murmelte ich liebevoll. Jonas schwang sich auf Numairs Rücken, Lisa übernahm Anubis und nahm Lily vorne mit drauf. Wir hatten auch noch zwei Führstricke dabei, weil drüben auf der Ranch fünf Pferde auf uns warteten. Die Putzsachen von den drei Arabern wollte ich später noch per Auto vorbeibringen.

      Rosie war längst losgefahren, um ihre zwei Neulinge abzuholen. Wir besprachen die Boxenordnung daher mit ihrem Chefpfleger, einem stämmigen, dunkelhaarigen Typen namens Lucas Gordon. Die Araber durften die frisch ausgemisteten Boxen beziehen. Dann holten wir die Englischen Vollblüter direkt von der Weide und sattelten Empire, Muskat und Canto. Fly und Fajir mussten als Handpferde mitkommen, weil ich meiner kleinen Nichte den Umgang mit den temperamentvollen Hengsten noch nicht ganz zutraute. Doch bevor wir loszogen bestand Lily darauf, auf Rosie und die neuen Araber zu warten. Ich willigte ein, weil ich selber auch gespannt auf die beiden war. Zwanzig Minuten Später fuhr der Selbstfahrer auf den Hof und wir halfen Rosie beim Ausladen. Als ich die Klappe mit Jonas zusammen öffnete, sah ich als erstes einen hübschen braunen Hengst, der uns misstrauisch entgegenschielte. Wir lösten die Trennwand und führten ihn ans Tageslicht. Er war nicht besonders gross, Araber eben, aber hatte einen ausdrucksstarken Körperbau mit einem äusserst hübschen Hechtkopf und kräftigem braunem Fell. Seine Beine waren ganz schwarz und er hatte am restlichen Körper zum Teil dunkle Stellen und leichte Dapples. Die lange schwarze Mähne fiel eher wild über seinen gebogenen Hals und den Schweif trug er aufgeregt erhoben. Er blähte die Nüstern und sah sich um. Dann wieherte er stolz, um anschliessend mit gespitzten Ohren auf eine Antwort zu warten. Die kam auch – vermutlich von einem der Hengste im Stall drüben. Bintu Al-Bahri schnaubte neben Lisa lautstark und scharrte ungeduldig auf dem Schotter, während Jonas und ich die Trennwände lösten, die den Weg zwischen ihm und dem zweiten Pferd gesichert hatten. Die Stute war ganz vorne angebunden, damit es keinen Ärger während der Fahrt hatte geben können. Schon jetzt erkannte ich, dass sie eine hübsche Rappstute war, die eine klar definierte, schneeweisse Blesse trug. Sie folgte mir zögernd die Rampe runter und sah sich ebenfalls um. Im besseren Licht erkannte ich, dass sie nicht gerade gut bemuskelt schien und ihre bisherige Zeit als Zuchtstute nicht spurenlos an ihr vorübergezogen war. Rosie bemerkte meinen skeptischen Blick. „She is 10 years old and had already 7 foals. I guess you can tell.” Mitleidig schaute ich in die dunklen, freundlichen Augen und streichelte die Nüstern der Stute. „Her name’s Farasha, it means butterfly. I’m not quite sure, but I even think that she’ll have another foal in spring. I will let the vet check her carefully.” Betroffen nickte ich. Rosie las die unausgesprochene Frage von meinem Gesicht ab und versprach: „I won’t breed her again. If she has another foal, then it will be her last, if not I’d say even better.“ Ich stimmte ihr nickend zu und war froh, dass meine ehemalige Pflegerin sich in erster Linie um das Wohlergehen von Farasha sorgte. „But doesn’t that mean that you still don’t have your own broodmare?” “That does not matter right now; I’m still building everything up.”

      Farasha und Bintu wurden von Rosie und Lucas in ihr neues Zuhause geführt und wir machten uns mitsamt Pferden auf den Heimweg. Canto schien zu spüren, dass es nachhause ging, denn er hatte einen zügigen Schritt drauf und wollte Empire die ganze Zeit überholen. Ich bremste ihn aber auch nicht zu sehr, sondern nahm die Zügel lediglich auf, wenn er antraben wollte. Auch Fly tänzelte ungeduldig nebenher, wobei er seinen Hals schön wölbte und richtig edel aussah. Wir waren um drei Uhr zurück auf dem Hof und brachten die fünf bei ihren alten Kumpels unter, dann ging alles seinen gewohnten Gang. Eigentlich hatte ich meine für diesen Monat zugeteilten Pferde nun schon alle bewegt, aber wie meistens übernahm ich für den restlichen Tag noch ein paar weitere. Die Pfleger konnten sich so den anderen Stallarbeiten widmen und ich hatte nichts dagegen, den ganzen Tag im Sattel zu sitzen – schliesslich waren es meine Pferde, und ich wollte jedem einzelnen von ihnen so viel Aufmerksamkeit schenken wie nur möglich. Ich überlegte rasch, dann suchte ich April und fragte sie, ob Rosenprinz schon bewegt worden war. „Yes Madam, I rode him in Training with Coulee this morning. As you requested in order to keep him fit for cross country.” Ich nickte zufrieden und suchte weiter. Auf dem Weg zum Nordstall begegnete ich Lewis. „Ahh Lewis! Did you already work with Unbroken Soul of a Rebel?“ “Yes Boss, all done. I practised for the horsemanship show on saturday.” “Is that so… Very well”, antwortete ich etwas enttäuscht, lief dann aber fröhlich weiter. Ich entdeckte Lisa beim Dressurviereck – sie räumte gerade die Stangen vom Morgen weg. „Hey Lisa, did you ride Piroschka?“ „Yes, Jonas and I took her and Adrenaline out for a ride today. Sorry, should I have waited until now?” Natürlich, die beiden waren wieder zusammen unterwegs – da hätt ich auch selbst drauf kommen können, stellte ich bitter fest. “Ahh… no, never mind.” Ich wollte schon davonhuschen, als sie mir hinterherrief: „Wait Occu, you could take Summertime! I would be glad, because I… Well I would like to spend some more time with Jonas…“ Ich hielt an ballte die Fäuste, aber nach kurzem Zögern seufzte ich leise, drehte mich dann lächelnd zu ihr um und meinte: „Sure. I’ll take her out for a ride as well.“

      Ich schlurfte zur Stutenweide und schnappte mir Summers Halfter vom Haken an der Wand des Offenstalls. Crap… I hate them both, dachte ich ärgerlich, das Bild von Lisas unschuldigem Grinsen im Kopf. Ich wanderte zu den Bäumen, wo die Paint-Stute stand und streifte ihr das Halfter über. Andererseits habe ich Ajith versprochen, dass ich mir Mühe gebe und sie nicht anders als vorher behandle. Das ist doch sowieso alles kindisch, ich sollte Jonas einfach vergessen und mich auf meine Tiere konzentrieren. Ich führte Summer zum Weidetor, zögerte dann aber und band sie an den Zaun. Ich wollte sie lieber in Ruhe hier unten putzen und ein Weilchen alleine sein. Ihre Ausrüstung musste ich trotzdem noch holen. Jonas war ebenfalls in der Sattelkammer. „Danke Occu, Lisa hat mir vorhin begeistert erzählt, dass du für die Summer bewegst.“ Ich nickte nur und nahm mir kommentarlos was ich brauchte. Du machst es nicht besser. Wenigstens hatte ich meinen Frieden bei den Pferden. Summer stand brav still und verscheuchte entspannt die Fliegen, wann immer sie ihr zu nervig wurden. Ich kratzte ihre Hufe gründlich aus, wobei ich bemerkte, dass sie ganz wenig Fäulnis hinten links hatte. Ich säuberte die Stelle gründlich und beschloss, nach dem Reiten ein Mittel dagegen aufzutragen. Ich sattelte sie und zog ihr das Bosal an, weil ich sie zum Ausreiten lieber damit zäumte. Dann führte ich sie aus der Weide und stieg auf. Gerade als ich durch die Tannen der Ostpassage reiten wollte, hörte ich eine Stimme. „Warte auf uns!“, rief meine kleine Nichte mit ihrem Tinker Areion. Sie schlossen im Trab zu uns auf. „Ich will mitkommen, ich hab den Teddy heute noch nicht bewegt!“ Ich lachte über den passenden Spitznamen des wolligen Tinkers und wir setzten uns in Bewegung. Areion hatte sich gut eingelebt und wurde täglich von Lily ‚bespasst‘, sodass die beiden schon in dieser kurzen Zeit ein Team geworden waren. Zwar hatten sie ab und zu noch Meinungsverschiedenheiten; so zum Beispiel bei der Holzbrücke, wo sich Lily durchsetzen musste, weil der Tinker einfach davor stehen blieb. Aber meine Nichte fand trotz ihres Flohgewichts immer wieder einen Weg ihr Ziel zu erreichen, denn was ihr an Kraft fehlte, machte sie mit austricksen wett. „Hey, du hast dem Teddy ja ein Zöpfchen gemacht! Das hab ich vorher gar nicht gesehen.“ Sie hatte den Zopf mitten in der Mähne gemacht, sodass er zeitweise von den umliegenden Haaren überdeckt wurde. Das muss sie noch etwas üben, dachte ich schmunzelnd, aber das sagte ich ihr natürlich nicht, um ihr Selbstvertrauen nicht zu verletzen. Sie grinste stolz und meinte: „Er ist ja auch das perfekte Übungsobjekt!“ Wir ritten weiter Richtung Osten und nahmen dann die Südlich gelegenen Wege für den Heimweg. Das Highlight war die Galoppwiese, über die wir nochmal ordentlich drüber bretterten, bis fast zum Hofgelände. Summer und Areion waren beide ziemlich verschwitzt als wir zurückkamen, besonders der arme Tinker hatte natürlich mit seiner mächtigen Mähne einen grossen Nachteil bei der Hitze. Wir duschten die beiden daher rasch ab und führten sie dann trocken, wobei sie auch grasen durften.

      Es war nun fast fünf Uhr und begann zu spüren, dass ich wieder den ganzen Tag unterwegs gewesen war. „Tea time!“, rief ich durch den Hauptstall und schlenderte anschliessend zur Reiterstube in der Halle. Die ersten Pfleger folgten mir bereits eifrig, während einige noch die restlichen zusammentrommelten. Wenn wir eine solche ‚Tee Pause‘ machten, besprachen wir auch jeweils was es noch zu tun gab, beziehungsweise was bisher alles gemacht wurde. Ich legte grossen Wert darauf, dass meine Angestellten ehrlich waren und es mir mitteilten, wenn sie in irgendeiner Weise unzufrieden waren. Nur so gelang es dem Team von Pineforest Stable so eng zusammenzuarbeiten. Auch lockerten wir das Arbeitsklima regelmässig mit Grillabenden oder gemeinsamen Ausflügen auf. Bisher hatte ich jedenfalls durchwegs positive Rückmeldungen erhalten was die Zufriedenheit der Mitarbeiter anging. Und gerade weil sie sich hier so wohl fühlten, setzten sie sich so dafür ein, dass auf Pineforest Stable alles reibungslos klappte. Schliesslich hatten wir auch einen Ruf zu verteidigen, und es gehörte ein gewisser Stolz dazu, wenn man hier arbeitete. Als ich fragte, ob noch jemand ein Pferd an mich abtreten wollte, meldete sich David mit einem Räuspern. „I’d be glad if you take Ice Coffee today, because then I could quickly go to town later.” Ich nickte zufrieden und beschloss, etwas Pleasure mit der Stute zu üben. Doch vorher war wie versprochen das Zebra dran. Wir tranken fertig, danach kontrollierte ich rasch die Mini- und Fohlenweiden, ehe ich mich zu Thairu und Dante begab. Für den Esel wollte ich noch einen anderen Namen finden, da mir Dante so gar nicht gefiel. Ich suchte etwas Afrikanisches, aber hatte bisher noch nichts Passendes gefunden. Als ich zum Weidetor lief, spitzte Thairu ihre grossen, runden Ohren. Sie kam sogar auf mich und Lily zu (die mir hinterhergespurtet war) und stellte sich erwartungsvoll vor uns hin. Ihr Schwanz war stets in Bewegung – ein gutes Zeichen in Zebra Sprache. Ich zog ihr vorsichtig ihr breites Lederhalfter über die Ohren und befestigte den Führstrick daran. Sie hielt brav still und folgte mir dann ins Innere der Ovalbahn. Lily schnappte sich Dante und führte ihn hinter uns her. Das gab dem Zebratier zusätzlich Sicherheit. Wir banden die beiden an den Rails an und begannen, sie mit den mitgebrachten bürsten zu putzen. Dante genoss die Prozedur am Kopf besonders. Er verzog genüsslich die Lippe und legte den ganzen Schädel schief. Hufegeben wollte er hingegen erst nach eindringlicher Aufforderung meinerseits – Lily schaffte es nicht den sturen temporär-Wallach zu beeindrucken. Zebra gab ihre Hufe sogar ziemlich vorbildlich, worüber ich positiv überrascht war. Sonst war das mit ihr oft sehr mühsam, weil sie sich durch das auf drei Beinen stehen den Menschen auf eine gewisse Weise hilflos aussetzen musste. Aus ihrer Sicht war es wohl ein Risiko, vergleichbar damit einen festen Standpunkt aufzugeben und so leichter angreifbar zu sein. Ich kämmte die Stehmähne und das Büschel am Ende ihres Schwanzes, dann war ich fertig. Lily musste auf die beiden aufpassen, während ich den Sattel von Thairu holte. Wir hatten bis vor ein paar Wochen oft mit einem Pad und einem Longiergurt trainiert, aber dann war der Sattler gekommen um die Sättel von Bluebell und Sweets zu kontrollieren und ich hatte bei der Gelegenheit gleich noch einen alten Ponysattel aufpolstern lassen. Den legte ich nun entschlossen auf Thairus Rücken und gurtete sanft ins zweite Loch. Ganz angezogen war er so noch nicht, aber genug, dass der Sattel nicht gleich bei der ersten Bewegung verrutschte. So ein Zebrarücken war ziemlich suboptimal für Sättel: kein Widerrist und ziemlich rund, sodass fast kein Übergang zur Kruppe sichtbar war. Thairu hatte deshalb auch einen Schweifriemen und ein elastisches Vorgeschirr, die ich beide gewissenhaft befestigte. Das Zaumzeug war eher simpel gehalten – klassisch englisch ohne Sperrriemen. Es war jedes Mal wieder ein Abenteuer, es über die grossen Ohren zu bekommen. Nun waren wir startklar. Zuerst führte ich das gestreifte Tier warm, dann zog ich den Gurt etwas nach und half Lily hoch. Sie trug zur Sicherheit einen Rückenpanzer, da Thairu doch noch ab und zu etwas wild wurde. Doch ich hatte das Gefühl, dass unser Muskelaufbautraining besser mit Lily funktionierte, weil ihr Gewicht schonender für den Rücken der Zebras war als meines. Eingeritten hatte ich das Tier selbst, aber seit sie einigermassen brav lief war nur noch Lily oben gesessen. Erst sobald Thairu genug Muskeln hatte, wollte ich selber auch wieder auf ihr reiten. Ich liess die Zügel los, Lily ritt nun also frei. Wir übten auf der Ovalbahn Übergänge; die Basics des Gehorsams, damit das Zebra sicherer wurde. Es war auch eine gute Übung für Lily, denn ich gab ihr Unterricht und sie perfektionierte die korrekten Hilfen. Schritt-Trab Übergänge klappten zufriedenstellend, aber galoppiert waren wir noch fast gar nicht und anhalten liess sich das Zebra noch nicht wirklich gut. Genau das übten wir nun eine halbe Stunde lang intensiv; immer und immer wieder. Gegen Ende klappte es schon deutlich besser, jetzt konnte Lily sie immerhin nach spätestens fünf Schritten zum Stillstehen bringen. Wir arbeiteten fleissig mit Lob und Karottenstückchen um Thairu bei Laune zu halten. Denn wir wussten beide – es gab nichts Schlimmeres als ein ‚grumpy zebra‘. Bevor wir für heute Schluss machten, wollten wir noch etwas wagen: eine Runde im Galopp auf rechter Hand. Ich schloss mit Lily spielerisch eine Wette ab, um ihren Ehrgeiz zu entfachen, was bestens funktionierte. „Ich wette du schaffst keine ganze Runde.“ „Just you watch me!“ Sie trabte zuerst und bereitete Thairu sorgfältig vor, wie ich es ihr beigebracht hatte. Dann gab sie die Galopphilfen und trieb, bis das Zebra einsprang. Okay, falscher Galopp – aber immerhin, dachte ich vergnügt. Die beiden galoppierten um die Kurve, da drohte das Zebra bereits wieder durchzufallen. Doch Lily blieb hartnäckig und trieb es mit allem was sie hatte an. Thairu machte einen leichten Bocksprung, sodass Lily den einen Bügel verlor, blieb aber im Galopp und drückte nun ordentlich aufs Gas. Die beiden rasten im Hoppelgalopp an mir vorbei (es sah so witzig aus, wenn das Zebra galoppierte) und absolvierten tatsächlich eine ganze Runde. Lily klammerte sich tapfer am Sattel fest – ich konnte mir gut vorstellen wie schwierig es war, sich so auf dem Zebrarücken zu halten. Thairu bremste schliesslich von selber wieder in den Trab, sodass Lily wieder die Kontrolle übernehmen konnte und zu mir zurück ritt. Wir lobten das Zebra ausgiebig und sattelten sie ab.

      Nachdem Thairu und Dante wieder in Ruhe auf ihrer Weide standen, kümmerte ich mich um Coffee und Lily zog davon um mit Skydive zu spielen. Ich ritt die Paint Stute in der Halle und hörte dazu Musik aus den Lautsprechern. Draussen wurde es zunehmend dunkler und stiller, aber ich war zu konzentriert um viel aus der Fensterwand zu schauen. Das Pleasure Training war für uns beide anspruchsvoll, denn es erforderte Präzision und feines Zusammenspiel. Ich schickte Coffee mal in langsamem Lope, mal in zügigem Canter vorwärts, und parierte sie aus allen möglichen Gangarten und Geschwindigkeiten in den Schritt durch. So konnte ich sie lösen, bis sie vollkommen locker aber in Versammlung über den Rücken lief. Zufrieden beendete ich das Training um halb acht Uhr und versorgte die Stute. Ich verbrachte noch etwas Zeit bei den Miniature Horses, wobei ich dank der hellen Lampe im Offenstall genug Licht hatte um die kleinen Ponys zu putzen. Sie waren zwar schon von Lewis geputzt worden, aber ich tat das auch nicht um sie sauber zu bekommen, sondern um meine Beziehung zu ihnen aufrecht zu erhalten. Das Licht und die Motten, die darum kreisten sorgten für eine romantische Stimmung, während ich im sauberen Stroh zwischen der liegenden Chocolate Chip und Dakota sass. Gedankenversunken liess ich mich nach hinten fallen und lag eine Weile einfach so da, an die Balken der Decke starrend. „Wie soll es weitergehen?“, fragte ich mich leise. „Ich wäre ja gerne glücklich für die beiden, aber ich kann es nicht. Ich bin zu egoistisch…“ Ich seufzte. „Wenn er nur nicht so verdammt gut aussehen würde! Und seine humorvolle, aufgeweckte Art… So spannend und abenteuerlich. Dann wiederum seine ruhigen Momente, in denen er jede Faser meines Körpers zu verstehen scheint, jeden unausgesprochenen Gedanken hört. Wenn er nur nicht zwischendurch so ein Idiot wäre. Aber Lisa scheint das nichts auszumachen…“ Ich kam mir vor wie eine Figur in einem ziemlich komplizierten Film, unsicher, ob ich hier im Stroh auf der Stelle alles hinter mir lassen und glücklich sterben, oder doch eher melancholisch leben würde, bis ich alt und grau war. Vielleicht gab es ja doch eine goldene Mitte? Eine gefühlte Ewigkeit genoss ich mit geschlossenen Augen das Kitzeln des Strohs und stellte mir in meinem Kopf allerlei Zukunftsszenarien vor. Irgendwann schreckte ich hoch und stand auf, weil ich sonst wohl noch eingeschlafen wäre. Ich streckte mich und löschte das Licht, als ich den Offenstall verliess um ins Haus zurückzukehren. Lily sass vor dem Fernseher; ich gesellte mich zu ihr. Sie sah sich ‚der König der Löwen‘ an. Plötzlich meinte sie zu mir: „Occu, ich finde den Namen Zazou cool.“ „Ja, der ist hübsch.“ „Nein, ich meine für Dante! Das würde doch passen, oder?“ Ich überlegte laut: „Du hast recht, das wäre in der Tat hübsch für ihn.“ So war es also beschlossen. „Was würde ich nur ohne meine kleine Nichte machen?“, flüsterte ich liebevoll, als ich ihr einen Gutenachtkuss gab.
      20 Sep. 2016
    • Occulta
      Moonlight Shadows

      Draussen war alles noch dunkel und still. Nebel lag bedrückend dicht über den Feldern und um die Gebäude von Pineforest Stable. Doch ich mochte diese Stimmung, sehr sogar. Es war als loyale Teil-Engländerin wohl mein ideales Klima. Ich hatte mich nie irgendwo mehr zuhause gefühlt als hier, auf diesem Hof mit meinen Pferden. Ein bisschen fröstelte es mich dann aber doch, als ich zum Hauptstall lief. Ich versteckte mein Gesicht in meinem Schal und rieb mir die Hände, bevor ich nach dem kalten Tor griff und es aufschob. Ich betätigte den Lichtschalter und lief zuallererst mit prüfendem Blick durch den Stall, um abzuchecken, ob die Pferde munter waren. Dabei hatte ich ein besonderes Ziel: Dublins Box. In ihr wartete nebst der Scheckstute eine wackelige, schwarze Gestalt, die gerade gierig nach der Milchbar suchte. Daedra war erst wenige Tage alt und trug eine warme Fohlendecke, damit sie einen Schutz gegen die Kälte hatte. Ihr kurzes, flauschiges Fohlenfell war da nämlich noch nicht besonders hilfreich. Liebevoll betrachtete ich die gekrümmten Tasthaare an ihrer Schnauze und die grossen Ohren. Die kleine stammte von Sacramento ab, wodurch sie zwei tolle Blutlinien vereinte. Sie hatte sicherlich eine grosse Zukunft vor sich. Ich lief weiter an den nächsten Pferden vorbei. Bei Pointless‘ leerer Box blieb ich abermals stehen. Sie fehlt mir sehr. Trotz allem Ärger den sie mir bereitet hat, haben wir doch viel zusammen erlebt und ich wollte ihr eine Chance geben. Ich bin gescheitert… Ich unterdrückte den Kloss, der sich in meinem Hals zu bilden drohte und setzte meinen Rundgang fort. Bisher hatte ich es nicht über mich gebracht, die Box von Pointless neu zu besetzen, doch das würde sich heute ändern. Denn heute wollten wir die zweijährigen Nachwuchsrennpferde in den Hauptstall bringen. Sechs Stück waren es, die von diesem Tag an den Ernst des Lebens kennenlernen mussten. Doch erstmal verlangten die bereits durchtrainierten Vollblüter meine Aufmerksamkeit. Die ersten Pfleger trudelten im Hauptstall ein und wir begannen mit den Stallarbeiten. Die erste Gruppe fürs Training machte sich bereit, bestehend aus Campina, Fly Fast, Sunday Morning, Spotted Timeout, Shades of Gray, Gleam of Light und Caspian. Wir hatten die Gruppenzusammensetzung erst gestern wieder den momentanen Rennleistungen der einzelnen Pferde angepasst und diskutiert, wer wo mitlaufen musste. Sympathy for the Devil, Iskierka, Coulee, Chiccory, A Winter’s Day, Painting Shadows und Cassiopeia bildeten die zweite Gruppe. Die Dreijährigen folgten in der dritten Gruppe, bestehend aus Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Kaythara und Captured in Time. Nachdem alle drei Gruppen durch waren (ich selbst durfte immernoch nicht mitmachen, wegen meiner Rippen), war es endlich soweit. Ich liess es mir nicht nehmen, den nicht mehr ganz so kleinen Merino selbst hinauf in seine neue Box zu führen. Auf dem Weg zu den Weiden wechselte ich einen Blick mit Jonas, der im Nebenstall Heu verteilte. „Guten Morgen, Occu“, murmelte er lächelnd, und ich wusste genau, was ihn beschäftigte. Ich hatte ihm noch immer keine Antwort gegeben. Ich zögerte es seit Tagen hinaus und ging ihm aus dem Weg, weil ich mir immer noch nicht sicher war. Ich erwiderte seinen Gruss und stolperte dann rasch weiter, um den Anschluss zu den Pflegern nicht zu verpassen. Ajith schnappte sich Miss Moneypenny, Quinn übernahm Primo Viktoria und Parker fing Riven ein. Bevor die Jungstuten wussten, wie ihnen geschah, wurden sie aus der Weide geführt. Sie kannten die Prozedur, denn wir waren oft genug mit einzelnen Jungpferden aus der Gruppe spazieren gegangen. Trotzdem wieherte Dolly aufgeregt, während Shira, Thalia und Counterfire ihren Kolleginnen aufgeregt neben dem Zaun folgten. Ich beobachtete die Fohlen wie in Trance, dann konzentrierte ich mich wieder auf meine eigene Aufgabe – Merino. Die Junghengste hatten die Aufregung natürlich mitbekommen und waren nun ebenfalls etwas aufgewühlt. Sie bewegten sich dynamisch, sodass ich mir einen Moment lang Sorgen um klein Mambo machte, der als jüngstes Gruppenmitglied oftmals rücksichtslos angerempelt wurde. Wir beeilten uns mit dem Einfangen. Ich ging mit Merino voraus; hinter uns folgten April mit Simba Twist und Charly mit Bring me to Life. Die sechs bezogen ihre neuen Boxen und brauchten erstmal einen Moment um zur Ruhe zu kommen als sie realisierten, dass dies kein Spaziergang war.

      Ich kümmerte mich inzwischen um den ersten Neuzugang, der heute ankam. Es handelte sich um eine Vollblutstute namens Amira, die ich von Verena O’Connor gekauft hatte. Eigentlich hätte sie schon früher zusammen mit Yoomee ankommen sollen, doch sie wurde, warum auch immer, länger in der Quarantäne gehalten. Jetzt hatte sie jedenfalls endlich grünes Licht bekommen und stürmte aus dem Transporter auf den sicheren Boden. Offenbar hatte sie den langen Flug und den Transport bis hierher nicht sonderlich gemocht. Ich prüfte ihre Beine auf Verletzungen und bedankte mich bei Hans, der die kleine vom Flughafen her zu uns gebracht hatte. Die immer noch aufgeregten Stutfohlen waren natürlich gleich wieder voller Bewegung, als ich ihnen den Neuankömmling brachte. Ich beobachtete die Gruppe eine Weile, für den Fall, dass es Schwierigkeiten gab, doch wie immer beliessen die Zicken es bei ein paar Quietschern und Drohgebärden. Amira hatte jedenfalls keine Probleme sich unterzuordnen und so blieb die Atmosphäre friedlich. Ich seufzte erleichtert und begab mich zurück zum Hauptstall. Es war Zeit, mit Empire State of Mind rauszugehen. Ich hatte mir vorgenommen, mit dem Schimmelhengst heute einen ausgiebigen Herbstwald-Galopp zu machen. Also holte ich ihn raus und putzte ihn gründlich. Er mutierte langsam zu einem Teddybär, doch noch war es zu früh für eine Schur. Ausnahmsweise hatte das Schimmeltier mal keinen gelben Fleck, was mich sehr freute. Ich nahm mir Zeit beim Kämmen des gelblichen Schweifes und nahm mir vor, diesen bald einmal zu waschen, damit er wieder etwas weisser wurde. Ich sattelte und zäumte den Hengst, dann machten wir uns auf den Weg. Wenige Minuten vor uns war eine Gruppe mit Mikke, Indiana, Cantastor und Rosenprinz aufgebrochen, doch ich hatte nicht unnötig stressen wollen und ging deshalb gerne alleine. Ganz alleine bin ich ja sowieso nicht, dachte ich schmunzelnd und klopfte Empire liebevoll auf den Hals. Die Blätter raschelten bei jedem von Empires Schritten im Laubwald hinter der Wilkinson Farm. Ich hatte Rosie auf dem Farmgelände nicht gesehen, war mir aber sicher, dass sie um diese Zeit auch irgendwo im Gelände unterwegs sein musste. Und tatsächlich: wenig später trafen wir auf sie und Bintu. Der feurige Araber tänzelte herausfordernd, als er Empire sah. Ich achtete stets auf das Ohrenspiel meines Schimmels, als ich mich den beiden näherte. „Hi Rosie! It’s been a while.“ „Yes, sure has. Everyone’s doing fine at Pineforest?“ “Except for Pointless… yep.” “Ahh… I heard of it. I’m very sorry.” “It’s alright, ‘the show must go on’, haha. Are you busy working with Farasha?” “I am currently only lunging her to get her some new muscles. I don’t think it would be wise to ride her already, would you agree?” “Absolutely. Give her enough time and she will be just fine.” “Oh, and there’s something else - she’s gained a bit of weight, so I will let the vet check her again soon…” “You think she was already pregnant again when you bought her?” “It’s very likely. Tough it’s strange that nobody mentioned it to me – maybe it was an accident and they didn’t even know.” “Or maybe you’re just over-feeding her?”, schlug ich grinsend vor. “No, but seriously – checking her sure is a good thing.” Empire wurde langsam ungeduldig, und auch Bintu konnte kaum stillstehen. Also verabschiedeten wir uns und führten unsere Wege fort. Nach den versprochenen Galopps kehrte ich mit Empire zurück auf meinen eigenen Hof und sattelte ihn ab. Er hatte ein wenig geschwitzt, also bürstete ich ihn gut durch und ging sicher, dass er trocken war, bevor ich ihn ganz wegräumte.

      Gegen Mittag begrüsste ich mein neues Criollo Fohlen, ein Dunkelfuchs namens el Alba Ardiente. Er war ein interessanter zukünftiger Hengstanwärter, denn er hatte gute Abstammung und einen korrekten Körperbau. Besonders seine Beinstellung war makellos und vielversprechend. Nachdem ich ihn mit den anderen Hengstfohlen bekanntgemacht hatte, kümmerte ich mich um die Minis. Miss Mini Dakota und Chocolate Chip sahen sofort auf, als ich die Weide betrat. Seit Alufolie weg war, hatte Daki wieder die Herdenführung übernommen, und Chip war ihr dauernd auf den Fersen, um ihr den Posten streitig zu machen. Ich streichelte die beiden zur Begrüssung, ehe ich von sämtlichen Ponys umzingelt wurde. In solchen Momenten fragte ich mich, ob wir in Zukunft nicht doch lieber ganz auf das Müsli zum reinlocken am Abend verzichten sollten. Die Ponys wussten jedenfalls ganz klar, dass Ich einer der bediensteten Futterspender war. Ich hörte ein Bellen, dann rief meine kleine Nichte nach mir. „Ach ja, es ist ja schon Mittag!“, rief ich überrascht und verstrubbelte Jackys Fell. Die Hündin war zusammen mit Sheela den ganzen Weg vorausgeeilt, während Zira brav bei Lily blieb. Ein Wunder, dass die sonst so Kinderscheue Hündin Lily vertraut, stellte ich zufrieden fest. Aber ich schätze sie hat sich mittlerweile einfach an sie gewöhnt. Wir verschwanden im Haus und machten uns je ein Sandwich, welches wir auf Lilys Vorschlag hin mit zu den Minis nahmen und unterwegs verspeisten. „Du musst es gegessen haben, bevor du die Weide betrittst! Sonst wirst du totgetrampelt“, warte mich das Mädchen. Ich lachte amüsiert und genoss jeden Bissen. Nach dem Essen half mir Lily bei der Fellpflege der neuen Shetty-Stute Snottles Peppermint. Das Shetty hatte mir einfach auf den ersten Blick gefallen, und das obwohl ich eigentlich kein Shetty-Fan war. Zum Glück stach sie unter den Minis nicht allzu sehr hervor. Aber ihre zottelige Mähne war nur schwer zu bezwingen, besonders mit all dem getrockneten Schlamm, der sich darin verfangen hatte. Andererseits sahen Rapunzel und Tigrotto auch nicht gerade wie Engel aus. Um die beiden kümmerten wir uns im Anschluss. Tic-Tac und Kicks-a-Lot konnten es nicht lassen, immer wieder zu uns hinzukommen um an unseren Jacken herumzuziehen. Zu allem Überfluss beobachtete Dressy Miss Allegra das Spiel der beiden Halbstarken aufmerksam, und ich sah es förmlich in ihrem Kopf rattern. Bestimmt würde sie die beiden früher oder später nachahmen. Die Jungen Pferdchen hatten eben nichts als Flausen im Kopf. „Genau wie du“, tadelte ich Lily künstlich. Sie lachte und warf mir ein paar Blätter an. „Bald ist Halloween! Verkleiden wir eines der Ponys? Biiiitteee!“ Ich stimmte seufzend zu und versuchte mir Papillon d’Obscurité als Zombiepferd vorzustellen. Der Gedanke war äusserst witzig, wenn man bedachte, dass die Stute solchen Spielereien eher nüchtern gegenüberstand, besonders wenn Kinder involviert waren. Silhouette of a Rose passte da schon viel besser, wobei ich sie aber eher als Barbiepferd vor meinem inneren Auge sah, genau wie Lady Diva. „Aus Daki lässt sich bestimmt ein tolles Geisterpony machen“, überlegte Lily laut. Wir schmiedeten noch etwas weiter Verkleidungspläne, ehe wir zu den Mini-Hengstchen wechselten. Beck’s Experience, Glenns Caress, Arctic Blue und Nachtfalke kannten keine Scham wenn es darum ging sich einzusauen. Einzig Rumpelstielzchen, der wohl noch nicht lange genug dabei war um angesteckt zu werden, war gnädig mit Lily und mir gewesen. Die anderen mussten wir insgesamt über eine Stunde lang sauber bürsten. Irgendwann legte ich den Striegel beiseite und sagte zu Lily: „Wir lassen es für heute gut sein, morgen sehen die eh wieder genau gleich aus. Ausserdem reicht es sonst nicht mehr um mit dem Zebra zu arbeiten.“ Lily liess sich das nicht zweimal sagen und sprang sofort auf. „Ich geh schon mal voraus, räum du das Putzzeug weg!“ „Danke“, stiess ich empört aus, aber sie war bereits auf dem Weg, gefolgt von Sheela und Jacky. Zira blieb diesmal mir treu. „Du bist wohl immer da, wo die anderen zwei gerade fehlen, hmm?“, murmelte ich belustigt.

      Die Arbeit mit Thairu war heute unspektakulär, denn wir machten nur einen Spaziergang mit ihr. „Siehst du, wie grumpy sie ist? Da willst du dich im Moment nicht draufsetzen, glaub mir“, erklärte ich der enttäuschten Lily während dem Laufen. Ich betrachtete das Zebra, während es neben mir her schlurfte. Bist du krank, oder was ist los? Etwas Sorgen bereitete sie mir schon, andererseits waren keine Krankheitssymptome sichtbar. Vermutlich hat sie einfach einen schlechten Tag, überlegte ich schulterzuckend. Wir waren in zügigem Tempo unterwegs, denn ich musste gleich im Anschluss nochmals zwei Jährlinge abholen gehen. Das Besondere dabei war, dass beide Abkömmlinge meines geliebten Stromers waren. Bisher hatte ich tatsächlich keinen seiner Nachkommen selbst behalten, denn wer hätte gedacht, dass ich ihn schon nach so kurzer Zeit verlieren würde? Nun sah alles anders aus, und ich freute mich darauf, die beiden Jungpferde auszubilden. Ob sie ihrem Vater ähnlich sein werden? Ich hoffte es sehr. Es handelte sich um eine Stute und einen Hengst, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Blossom Magic, die eher schreckhaft und abweisend war, wohingegen Snap in Style vorwitzig und verspielt schien. Die beiden waren übrigens bisher die einzigen Vertreter für den Jahrgang 2015 auf Pineforest Stable, doch ein weiterer Zuwachs war bereits geplant, nämlich ein Jährling von Caprice, den ich auf einer auswärtigen Fohlenweide platziert hatte. Ein Kumpel von mir besass nämlich zwei Vollblutfohlen, für die er einen weiteren Spielpartner gesucht hatte.

      Später arbeitete ich mit Estragon Sky aka Artemis in der Halle. Der weisse Achal Tekkiner taute langsam etwas auf, wenn ich mich mit ihm beschäftigte. Am Anfang war er total unzugänglich gewesen, doch mittlerweile genoss er Streicheleinheiten und arbeitete deutlich williger mit. Trotzdem gab es auch heute wieder etwas Ärger, sobald wir am Fenster der Reiterstube vorbeikamen, denn dahinter versteckten sich die schrecklichsten Monster. Ich versteifte mich nicht zu sehr auf seine Mätzchen und lockerte ihn stattdessen mit vielen Übergängen. Als ich fertig war, und den Hengst wieder zum Nordstall führte, entdeckte ich Jonas vor Halluzinations Box. Er hatte die Stute offenbar kurz zuvor geritten und kümmerte sich nun noch etwas um sie. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich blieb stehen und dachte nach, dann öffnete ich verlegen den Mund. „Hast du Lust, nachher mit Diarado und mir rauszukommen? Du musst Circus Dancer eh noch bewegen.“ „Als ob ich nein sagen könnte…“, murmelte er lächelnd und nickte. Ich erwiderte das Lächelnd erleichtert und versorgte Artemis. Wir holten Diarado und Dancer gleichzeitig raus und begannen sie zu putzen. „Sollte nicht eigentlich ich den Rappen reiten? Ich meine, ich bin doch hier der Bösewicht, der dich in Verlegenheit bringt“, scherzte Jonas nach einer Weile des peinlichen Schweigens. Ich konterte: „Ich dachte, du wolltest der Prinz auf dem weissen Pferd sein?“ Er grinste breit. Überhaupt schien er ziemlich fröhlich und lebhaft. Das steigerte mein schlechtes Gewissen, denn ich dachte wieder daran, dass jetzt so lange hatte zappeln lassen. Andererseits hast du doch auch Jahre lang mit mir gespielt, ist das nicht mehr als fair? Ich entwirrte Diarados Schweif und kratzte seine Hufe aus, dann war er bereit zum Satteln. Ich holte wie immer seinen Springsattel, denn ich ritt am allerliebsten damit. Dressursättel waren nicht so meins. Als wir beide fertig waren, ritten wir vom Hof weg in Richtung Galoppwiese. Wir redeten viel unterwegs; so viel wie schon lange nicht mehr. Die Themen waren für mich zweitrangig, mir tat es vor allem gut, seine Stimme zu hören und von Zeit zu Zeit einen Blick auf diese wunderschönen Augen zu erhaschen. Es wurde schon dunkel, und so langsam kroch der Nebel wieder vom Fluss her über die Landschaft. Wir galoppierten auf Jonas‘ Lieblingsstrecke am Waldrand und bogen dann Richtung Fluss ab. Ein Stück des Weges führte durch den Pinienwald, dessen Boden zwischen den rauen Stämmen nur spärlich bewachsen war. Hier gab es kaum Blätter, nur eine dicke Schicht von Piniennadeln, die das ganze Jahr über den Waldboden bedeckte. Jonas und ich alberten ein wenig herum, sodass ich am Ende im Damensitz auf Diarados Sattel sass, während Jonas wie ein Cowboy einhändig auf Dancer um uns herum trabte. „So Schluss jetzt, du machst Dancer ganz hibbelig!“, rief ich lachend. „Very well milady, then follow me to the old castle”, erwiderte er geheimnisvoll. Wir ritten Seite an Seite zur berüchtigten, kreisrunden Lichtung im Pinienwald mit dem Steinhaufen in der Mitte. „Weisst du, was mich an der Legende immer schon gestört hat? Der Pinienwald steht erst seit siebzehnhundertirgendwas hier, und gehörte damals einem reichen Lord. Ich bezweifle, dass sich Banditen hier einnisten konnten.“ Jonas stieg ab und verknotete Dancers Zügel, damit sie nicht über den Hals rutschen konnten. Währenddessen antwortete er auf meine Bemerkung: „Vielleicht wollte auch einfach jemand etwas Besonderes aus dieser Lichtung machen, um jemand anderen zu beeindrucken. Oftmals ist es romantischer, wenn geheimnisvolle Plätze wie dieser eine interessante Geschichte haben.“ „Da könntest du recht haben“, meinte ich, und liess mich ebenfalls von Diarados Rücken gleiten. Wir setzten uns ins kühle Gras, wobei ich förmlich spürte, wie mein Po dreckig wurde, weil der Boden unter dem Gras feucht war. „Du kannst auch auf meinen Schoss sitzen, wenn dir das lieber ist.“ Crap, bin ich so durchschaubar? Ich zögerte einen Moment, dann folgte ich seiner Einladung tatsächlich. Zum Glück war es dunkel, denn meine Ohren fühlten sich heiss an und ich war mir sicher, dass sie rot angelaufen sein mussten. Wir sassen eine Weile schweigend da und sahen den Pferden beim Grasen zu. Der Mond schien sehr hell, sodass man beinahe die Grashalme zählen konnte. Die Schatten der Pferde waren ebenfalls deutlich zu erkennen. Irgendwann bemerkte Jonas: „Und was war der wahre Grund, dass du mich hier raus entführt hast?“ „Ich schulde dir noch eine Antwort, nicht?“, meinte ich zögernd. Er umarmte mich zärtlich und flüsterte mir ins Ohr. „Dann erlöst du mich endlich?“ Ich spürte meinen Herzschlag laut und deutlich, sodass ich mich beinahe fragte, ob er ihn nicht auch hören konnte. Dann überkam mich ein seltsames Gefühl, wie eine Stimme, die mich dazu aufrief, alle scheu abzulegen und für einmal die hartnäckige Vernunft in mir auszuschalten. Als Resultat drehte ich den Kopf und küsste ihn rasch. Er sah mich überrascht, dann mit einem breiten Lächeln an und bevor ich etwas anderes tun konnte, erwiderte er meine Geste mit einem weiteren, leidenschaftlicheren Kuss. „Tut mir leid, ich schätze, ich bin etwas ausser Übung…“, murmelte ich, als meine Lippen wieder frei waren. „Dann wird es Zeit, diese Übung wieder aufzunehmen.“ Ich genoss jede Sekunde mit ihm. Aber ganz konnte ich meine Vernunft dann doch nicht ausschalten. „Es wird spät, wir sollten zurückgehen, bevor jemand uns vermisst.“ Er setzte einen Hundeblick auf, doch ich strich ihm mit der Hand übers Gesicht und begab mich zu Diarado. Wir ritten zurück zum Hof. Es war mittlerweile fast acht Uhr, aber offenbar hatte sich niemand Sorgen um uns gemacht. Wir versorgten die beiden Hengste und ich gab Diarado zur Belohnung ein paar Karotten. Der Hengst hatte schön warm mit seiner Fleecedecke, die er trug, damit er nicht zu viel Winterfell produzierte. Jonas schlich sich zu mir und legte sein Kinn auf meine Schulter. „Na gut, von mir aus“, lachte ich, denn ich hatte seine Gedanken durchschaut, bevor er etwas sagen konnte. Er grinste zufrieden und folgte mir nach dem Stallrundgang ins Haus. Als wir reinkamen, sah uns Lily vorwurfsvoll vom Sofa aus entgegen, meinte dann aber „wurde auch Zeit“ und „es läuft Harry Potter im Fernsehen“. So landeten wir am Ende wie eine Familie auf dem Sofa und sahen fern. Was für eine Patchwork-Familie, dachte ich schmunzelnd, und lehnte mich liebevoll an Jonas‘ Schulter.
      22 Okt. 2016
    • Occulta
      Neujahrsbesuch auf der Wilkinson Farm

      Den ganzen Morgen hatte ich damit verbracht, Pferde zu reiten und zu Pflegen – wie nunmal jeden Tag. Aber am Nachmittag dieses ersten Januars im neuen Jahr wollte ich Rosie und den Pferden auf der Wilkinson Farm einen Besuch abstatten. Da es wenig Sinn machte, mit dem Auto oder zu Fuss dorthin zu gehen, nutzte ich die Gelegenheit auch gleich, um Drømmer Om Død etwas Auslauf zu gewähren. Ich machte mir nichtmal die Mühe, ihn zu zäumen, sondern knüpfte nach dem Satteln einfach den Anbindestrick an das Knotenhalfter und ritt damit los. Der manchmal etwas sture Hengst schien gut gelaunt und trug mich zügig in Richtung Fluss. Wir überquerten die Holzbrücke und trabten den verschneiten Feldweg hoch zur Farm. Ich sah Rosie schon von weitem bei den Weiden stehen, also ritt ich neben den Gebäuden durch direkt auf sie zu. „Happy new year!“, rief ich ihr zu, was sie dankbar zurückwünschte. „And how are you all doing?“ Ich hüpfte von Dods Rücken und entknotete die Zügel wieder zu einem Führseil. Sie erzählte mir ein paar Neuigkeiten und führte mich auf dem Hof herum. Ich half ihr kurzerhand beim Heu Füttern und stellte zufrieden fest, dass meine drei Araber bestens versorgt waren. Anubis und Numair warteten beide geduldig, bis wir das Heu in die Boxen brachten. Bintu hingegen klopfte etwas ungeduldig an die Boxentür. Auf der anderen Seite des Stalls teilten sich Farasha und Islah eine Offenstall ähnliche Box. Ich war froh, dass sich die beiden Stuten so gut verstanden. Islah war natürlich die Ranghöhere der beiden; sie hatte auch auf Pineforest die Stutenherde dominiert. Farasha schien sich als Herdenmitglied dieser starken Stute wohl und sicher zu fühlen. Sie wirkte ruhig und freundlich, jedenfalls in der Box. Laut Rosie konnte die Stute beim Reiten und Longieren auch mal gehörig aufdrehen. Aber ich schätzte, dass sie es im Moment wegen ihrer Trächtigkeit etwas gemütlicher anging. Nach einer Tasse Tee und viel Geplaudere, machten Dod und ich uns auf den Heimweg.
      29 Jan. 2017
    • Occulta
      Stets auf der Suche

      Ein Bellen weckte mich. „Morgen Occu. Hast du überhaupt ein Auge zugetan?“ Jonas vertraute Stimme drang durch das Tor des Offenstalls. Ich blinzelte verschlafen, richtete mich auf und zupfte etwas Heu aus meinem Schlafsack. Ich hatte die Nacht auf dem Heuboden des Stutenstalls verbracht, weil ich die Geburt von Moon Kiddys Fohlen unbedingt mitverfolgen wollte. „Ein hübscher kleiner Kerl ist das geworden, glaubst du er hat das Splash Gen von Dod?“ Sofort war ich hellwach. „Wie? Was?! Ist er etwa schon da??!“ „Ach du hast es also doch verpasst? Komm schau“, lachte Jonas. Meine Labrador Hündin Sheela stand an seiner Seite und wedelte auch schon fleissig mit dem Schwanz, um mich runterzulocken. „Das gibt es doch nicht! Ich war bis um drei Uhr wach, und sie hat überhaupt keine Anstalten gemacht!“ „Sie hat sicher extra gewartet bis du schläfst“, schmunzelte er. Ich befreite mich aus dem Schlafsack und schielte vorsichtig nach unten, bis zum letzten Moment gespannt, was mich erwartete. Ich war ganz entzückt, als ich das braune Fohlen erblickte. Es hatte auf den ersten Blick grosse Ähnlichkeit mit seiner Mutter, nur das auffällige Kopfabzeichen und zwei weisse Fesseln hinten wich von diesem Eindruck ab. „Täuscht mich meine Sicht oder ist das linke Auge blau?“ „Jup, ist es. Und schau dir die hübsch geschwungenen Ohren an.“ Ich kletterte die Leiter runter und ging zu Moon hin. Ich streichelte sie liebevoll und checkte rasch, ob mit ihr alles in Ordnung war. Dann wandte ich mich dem Hengstfohlen zu und untersuchte es mit prüfendem Blick. Es musterte mich skeptisch, aber da seine Mutter keine Versuche unternahm, sich zwischen uns zu stellen, kam es nach kurzer Zeit neugierig einen Schritt näher gewackelt. Es war noch sehr unsicher auf den langen Stelzen, die sich Beine nannten, aber es machte einen wachen, fitten Eindruck. „Es hat jetzt schon mehr Langhaar als alle bisherigen Fohlen“, bemerkte ich augenrollend, mit einem Seitenblick auf Moons lange Locken. „Was hast du erwartet?“ Spielerisch frustriert steckte ich meine Hände in die Hosentaschen. „Dass ich dabei sein darf, das hab ich erwartet!“ Jonas gluckste amüsiert. Mein Handy fiel mir fast aus der Tasche, also gab ich es Jonas, bevor es noch im Stroh landete. Ich warf einen Blick zu Feline und deren Fohlen, das schon seit zehn Tagen durch die Welt stakste. Es handelte sich ebenfalls um ein Hengstchen, einen wunderschönen, angehenden Schimmel, der das Splash Gen von Papa Drømmer om Død höchstwahrscheinlich bekommen hatte – jedenfalls hatte er viermal hochweiss und eine breite Blesse, was schonmal dafür sprach. Ich hatte bei seiner Geburt beschlossen, dass er einer der Kandidaten sein würde, die ich behalten wollte. Einen passenden Namen hatte der kleine Kerl auch schon: Disparo de Fiasco. Daran hatte ich ganz schön lange herumüberlegt. Feline liess mich wie immer freundlich an ihr Fohlen heran und wartete in respektvollem Abstand, beobachtete uns aber genau. Ich war froh, dass sich die Stute schon bei ihrem ersten Fohlen als zuverlässige, unkomplizierte Mutter herausgestellt hatte. Ich streichelte sie nochmal zum Zeichen, dass ich sie jetzt in Ruhe liess und verliess den Offenstall, Jonas folgend. „Das war wohl vorläufig das letzte, was? Die nächsten Fohlen kommen erst später.“ „Noch mehr von den Dingern?“, scherzte Jonas mit vorgetäuschter Überraschung. „Also auf das von Moonrise Shadows bist du ja wohl auch noch gespannt, oder etwa nicht?“ „Klar. Ich hoffe es wird ein Rappe.“ „Nähh, das wär ja langweilig! Ich hoffe es wird ein Fuchs, schliesslich haben wir noch keinen Paint Horse Fuchs.“ „Bestimmt nicht. Ist das bei den Eltern überhaupt möglich? Ich glaube nicht. Und wenn dann ist die Wahrscheinlichkeit seeehr gering. Ich sage das wird nix mit deinem Fuchs - black for the win.“ „Pfft.“ Er zwinkerte mir zu und ich streckte ihm die Zunge raus, dann bog ich in den Hauptstall ab. Sechs Vollblutfohlen hatte es dieses Jahr für Pineforest gegeben – jedoch war keines davon im Hauptstall zu finden. Die ‚Mütter‘ Campina, Iskierka, Shades of Gray, Sympathy for the Devil, Captured in Time und Cassiopeia mümmelten unbekümmert an ihrer morgendlichen Heuration. Wie das möglich war? Embryotransfer. Ich hatte letztes Jahr passend zur Zuchtsaison ein vergünstigtes Angebot von einem meiner Tierärzte bekommen, und nach Rücksprache mit Oliver hatten wir beschlossen, gleich den kompletten Jahrgang so heranzuziehen. Das hatte den grossen Vorteil, dass wir bereits Fohlen von den Stuten bekommen konnten, die noch aktiv Rennen liefen; ohne deren Karriere zu opfern. Die Fohlen wuchsen auf dem Gestüt auf, auf dem auch die Leihmütter zuhause waren. Im Absetzalter wollten wir die Truppe dann nach Pineforest auf die eigene Fohlenweide holen. In der Vergangenheit hatten wir dasselbe Prozedere auch schon mit Painting Shadows gemacht, und bisher nur positive Erfahrungen gesammelt. Ich prüfte, ob das morgendliche Vollbluttraining voranging, dann setzte ich meinen Rundgang in Richtung Weiden fort. Unterwegs fiel mir auf, dass sich mein Handy nicht mehr in der Hosentasche befand, wo ich es platziert hatte. Also lief ich nochmal zurück zum Offenstall, fest davon überzeugt, es im Heu zu finden. Doch auch nach zehn Minuten Suche blieb es verschollen. „Es muss doch irgendwo sein“, murmelte ich verärgert vor mich hin. Von unten beobachtete mich Lovely Summertime erwartungsvoll mit ihren freundlichen, dunklen Augen. Hinter ihr versteckten sich zwei paar züsätzliche Beine, die jedoch schon ziemlich kräftig aussahen. Immerhin war das dazugehörige Hengstfohlen namens Unclouded Summer Skies auch schon über zwei Wochen alt, doch am ältesten war das Fohlen von Ice Coffee. Die kleine Icy Rebel Soul war am zweiten April zur Welt gekommen, als erstes Fohlen dieses Jahrgangs. Entsprechend mutig und verspielt war sie bereits. Beide Fohlen waren übrigens von Unbroken Soul of a Rebel und hatten von ihm wie erhofft viel Farbe mitbekommen. Ich hoffte, dass er auch ebensoviel von seinem Talent mitgegeben hatte.

      Ich gab die Suche vorläufig auf und überlegte, ob ich das Handy auch irgendwo anders hätte verlieren können. Doch auch auf dem Weg zum Hauptstall war es nirgens zu finden. Ich beschloss, später nochmal mit Jonas zusammen zu suchen, und machte mich nun definitiv auf, um nach den Miniature Horses zu sehen. Auch dort hatte es gleich dreifach Nachwuchs gegegben. Und wie durch ein Wunder waren auch noch alle drei Fohlen am selben Tag geboren worden! Dakotas Fohlen Beck’s Daisy Orchid hatte schon um zwei Uhr morgens auf wackeligen Beinchen gestanden. Wie unschwer zu erraten, war es eine hübsche, erdfarbene Tochter von Beck’s Experience. Auch das zweite Fohlen war vom selben Vater. Es hörte (noch nicht) auf den Namen Beck’s Little Diva und war das erste Fohlen von meiner leuchtend fuchsfarbenen Stute Lady Diva from the Sky. Das Fuchsfell hatte sie von beiden Elternteilen übernommen, wie es anders auch gar nicht möglich gewesen wäre. In einem grauen Kleid präsentierte sich der letzte Fellkäuel, der neben Tigrotto im Stroh lag und erst spät in der Nacht vom 23. zur Welt gekommen war. Offenbar hatte Tigrotto beschlossen, dass sie den kleinen Arctic Tiger nun ebenfalls genug lange mit sich herumgetragen hatte und war deshalb kurzerhand dem Beispiel der anderen beiden Stuten gefolgt. Ich war jedenfalls sehr froh, dass alles so gut vonstatten gegangen war. Auch Chocolate Chip erwartete noch ein Fohlen, allerdings erst später im Jahr. Allegra, die mittlerweile ja zu einem stattlichen Jährling geworden war, freute sich über die neuen Spielkameraden. Auch wenn diese im Moment noch nicht so wild waren wie sie selbst und erstmal vor allem an zwei Dinge dachten: Trinken und Schlafen. Miss Mini Daki hielt Allegra seit Daisys Geburt etwas auf Abstand, aber ich war sicher, dass sich die kleine Familie bald organisiert haben würde. Übrigens war von klein Daisy gerade keine Spur zu entdecken. Ich traute meinen Augen nicht und sah mich gründlich um, doch das Fohlen war weder bei seiner Mutter, noch sonst wo zu entdecken. Alarmiert ging ich zum Stalltor zurück und sah mich draussen um. Das kann doch nicht sein – ist sie unter dem Zaun durch? Fieberhaft suchte ich nach der kleinen. Ich rief Lewis, der bei den Fohlenweiden ausmistete rüber. „Are you sure? She was still there wehen I came to feed them half an hour ago“, meinte er stirnrunzelnd. Wir betraten den Offenstall und ich zeigte ihm, was ich meinte. Doch der Pfleger schüttelte nur amüsiert den Kopf und meinte: „Theres she is. You sure that you’re awake, Occu?“ Tatsächlich, Daisy lag neben Daki im Stroh. Offenbar hatte ich sie zwischen den Halmen glatt übersehen. Beschämt liess ich ihn wieder seiner Arbeit nachgehen und kniete mich neben Daki, um Daisy anzulocken. Stattdessen wurde ich natürlich sofort von Allegra beknabbert, die meine Aufmerksamkeit auf sich lenken wollte. Ich ignorierte sie und streckte die Hand aus, damit Daisy daran schnuppern konnte. Die Miniatur-Fohlenschnauze berührte unsicher zuckend meine Finger, die anschliessend natürlich erstmal zwischen den weichen Lippen verschwanden. Zähne hatte das Tierchen zum Glück noch keine. Ich konnte mich kaum loslösen von dieser Niedlichkeit, besonders, als Tiger sich doch noch aufraffte und an ein paar Bocksprüngen versuchte, stattdessen aber ungelenk durch das Stroh stolperte. Als ich mich doch zum Gehen überwinden konnte, sah ich noch rasch bei den Hengsten vorbei. Arctic Blue und Glenns Caress dösten, der eine jeweils mit dem Kopf zum Popo des anderen. Das war eine Art natürlicher Instinkt, der es ihnen ermöglichte, potentielle Gefahren von allen Seiten her frühzeitig zu entdecken. So blieb auch ich nicht lange unentdeckt; Arco hob aufmerksam den Kopf und brummelte mir zu. Die Motivation zum Zaun zu kommen hatte er dann aber doch nicht. Nachtfalke hingegen kam rüber und prüfte, ob ich nicht vielleicht etwas hartes Brot oder eine Karotte dabei hatte. ‚Red‘, wie ich Becks gerne nannte, bediente sich weiter entfernt noch immer an dem Heuhaufen, den Lewis gebracht hatte.

      Mir fiel auf, dass ich Jacky und Zira diesen Morgen noch nicht gesehen hatte. Wo sie wohl stecken? Ich hielt die Augen offen und Pfiff, machte mir aber nicht die Mühe, nach den beiden zu suchen. Sheela hatte meinen Pfiff gehört und kam im galopp angerannt. Ich lobte sie und machte mich auf zum Nebenstall. Zwei Fohlen warteten noch auf mich: Cranberry und Cloony. Die beiden waren von Halluzination und Satine, Väter waren mein Liebling Co Pilot und dessen Halbbruder Costa de la Bryére. Ich hatte förmlich Freudensprünge gemacht, als ich die Deckanzeige von Costa gesehen hatte – schliesslich hatte ich den Hengst für kurze Zeit auch bei mir im Stall gehabt und er führte dieselben wertvollen Blutlinien weiter wie Pilot. Deshalb wollte ich beide Fohlen auch auf alle Fälle behalten. Registriert waren sie beide als British Warmblood, das hatte ich schon im Voraus so geplant. Als ich so mit verliebtem Blick über die Tür von Hallus Box lehnte, kam gerade eine Gruppe Vollblüter vom Training zurück. Normalerweise ritt ich ja selbst auch sehr gerne mit, aber in den letzten Tagen war ich durch das ständige Wachbleiben und Aufpassen so gerädert gewesen, dass ich freiwillig verzichtet hatte. Meistens hatte ich das Training sowieso verschlafen. Ich lächelte stolz, als ich Coulee beobachtete, die von April geritten den anderen folgte. Die Stute sah grossartig aus. Sie hatte ihre alte Form zurück und war auch psychisch wieder beinahe normal – das hatte sie letztens beim Handicap mit dem 3. Platz und einer hervorragenden Zeit bewiesen. Jetzt konnte ihr Comeback also so richtig losgehen. Auch wenn es immernoch Problemzonen mit der Stute gab; wenn man ihr genug Sicherheit vermitteln konnte, gab sie sich wirklich Mühe. Ebenfalls zu erwähnen war, dass Miss Moneypenny am selben Tag in einem anderen Rennen überlegen gewonnen hatte.

      Doch nicht alles lief so toll: mein Sorgenkind hiess Areion. Ich traf ihn und Lily wie immer am Nachmittag im Nordstall an. Eigentlich waren die beiden ein Herz und eine Seele, doch in letzter Zeit verhielt sich der Tinker zunehmend rüpelig und hengstig – offenbar spürte er den Frühling. Meine zehnjährige Nichte hatte einfach nicht genug Kraft, um gegen das grosse Plüschtier anzukommen, weshalb ihn im Moment meist Lisa ritt. Bei ihr lief er natürlich toll, aber letztendlich war er Lilys Pony. Ich zerbrach mir deswegen aber schon seit Wochen den Kopf, denn so konnte es einfach nicht weitergehen. Beide, er und Lily, waren frustriert und unglücklich mit der Situation. Als einzige rasche und zugleich nachhaltige Lösung sah ich eine Kastration. Doch wir alle taten uns etwas schwer mit dieser radikalen Massnahme. Leise seufzend machte ich mich daran, Lily beim Putzen zu helfen. Sie war auch heute etwas missmutig und bestrafte Areion schon für kleinste Fehltritte. Ich redete ihr ins Gewissen, dass Areion ja nichts dafür könne und nicht absichtlich so unartig war. „Er weiss es einfach nicht besser, und da du eben noch etwas zu wenig Kraft hast, um ihm den richtigen Weg zu zeigen…“ „Er soll aber auch auf mich hören, wenn ich nicht so viel Kraft einsetze! Du sagst schliesslich auch immer, dass ich ihm feine Kommandos geben soll!“ „Ja, aber manchmal reicht das eben doch nicht ganz – manchmal muss man zuerst etwas deutlich sein und kann erst danach wieder sanft werden, dafür dann umso besser.“ „Und du meinst, es wäre wirklich besser, wenn er kein Hengst mehr wäre?“, fragte sie halb murmelnd. „Ja. Dann könnte er sich nämlich wieder auf dich konzentrieren, und müsste nicht all den hübschen Frauen nachsehen.“ Sie schwieg nachdenklich, denn sie war eigentlich bis anhin absolut dagegen gewesen, ihn kastrieren zu lassen. Ich vermutete, dass sie einfach nicht wollte, dass der Tierarzt an ihrem Pony herumschnipselte, wenn es nicht lebenswichtig war. Doch der richtige Beweggrund für ihr Zögern offenbarte sich in ihrer nächsten Frage: „Glaubst du, dass Teddy nach dem Ka…strieren? irgendwie anders sein wird als vorher? Ich habe Angst, dass er dann ganz faul und verfressen wird…“ Ich konnte mir ein Kichern nicht verkneifen. „Wer hat dir das erzählt? Janine?“ Sie nickte. „Janine hat gesagt, dass ihr altes Pony nach dem… du weisst schon, ganz anders war als vorher und sie es deshalb nicht mehr haben wollte. Ich behalte Teddy auf jeden Fall! Aber ich will auch nicht, dass er sich verändert…“ „Keine Angst, er wird höchstens etwas ruhiger und braver werden. Ich mein, sieh dir mal Phantom an – ist der etwa faul und verfressen?“ Wir lachten beide bei der Erinnerung an den letzten Ausritt, auf dem er mir beinahe durchgebrannt war. Sein Training ging stets voran, wenn auch nicht mehr in ganz so grossen Schritten wie zu Beginn, aber trotzdem gab es immer wieder Rückschläge und Momente, in denen er wieder auf seine Instinkte zurückgriff und mich ausblendete. Es war eben nicht leicht, vier Jahre Wildnis und Überlebenskampf zu überspielen.

      Lily und ich einigten uns darauf, das ganze beim Abendessen zusammen mit Jonas nochmal durchzudenken und jetzt erstmal auf einen Spaziergang mit Areion zu gehen. Ich begleitete die beiden mit Ljóski, der nach dem gestrigen Tölt-Training auswärts eine wohlverdiente Pause bekam. Der kleine Ausflug verlief relativ entspannt, jedenfalls sobald wir vom Hof weg waren und Areion sich auf Lily konzentrieren konnte. Loki hatte bereits beinahe vollständig sein Fell gewechselt und sah prächtig aus. Mit dem kurzen Fell sah man seine Muskeln viel besser, und auch die Scheckung kam besser zur Geltung. Areion war noch etwas plüschiger, aber auch er hatte schon ganz schön viel Fell verloren. Doof nur, dass es in den letzten paar Tagen wieder ganz schön kalt geworden war. Die meisten Pferde froren trotzdem nicht, und den Geschorenen legten wir eben die Decken vorsichtshalber nochmal an. Als wir fast wieder Zuhause waren, fing es tatsächlich ein wenig zu schneien an, auch wenn es eher Schneeregen war. Wir retteten uns in den Nordstall und rubbelten die Rücken der beiden Jungs rasch mit Tüchern trocken, dann brachten wir sie in ihre Boxen und gaben ihnen je eine Karotte, wobei Herkir natürlich auch eifersüchtig an meinem Ärmel nippte. „Du kommst später dran, ich hab gehört Jonas plant einen anstrengenden Ausritt im Schneeregen“, sagte ich übertrieben laut, damit Jonas, der gerade hinter mir zu Circus Dancers Box schlenderte, hörte. Empört rümpfte er die Nase und antwortete: „Wer hat denn sowas behauptet? Als ob ich bei dem Hundewetter rausgehen würde…“ „Schön-Wetter-Reiter.“ „Und wie!“ Lily lachte beim Verlassen des Nordstalls über unseren Dialog und verschwand dann in Richtung Nebenstall – ich wusste auch genau, was sie dort vorhatte. White Dream war nämlich heute noch nicht bewegt worden, und Lisa hatte mir am Morgen verraten, dass sie wiedermal mit meiner Nichte abgetauscht hatte. Ich schmunzelte bei dem Gedanken und fand es schön, dass Lily die Ponystute so liebhatte.

      Ich selbst musste nun erstmal weiter zu Empire State of Mind. Auf den Schimmel wartete eine Dressurstunde, in der ich an den Seitengängen feilen wollte, um ihn zu lockern. Ich betrat seine Box und er streckte mir bereits freundlich seine graue Schnauze entgegen. Sein Halfter hing leider nicht wie üblich an seiner Boxentür, und ich hatte keinen Schimmer, wer es entfürt haben könnte. Aber ich wollte es eigentlich schon an seinem rechtmässigen Platz sehen, denn ich mochte es überhaupt nicht, wenn durch Unachtsamkeit Zubehör verloren ging. Also machte ich mich auf die Suche danach. Schliesslich wurde ich in der Führmaschine fündig, wo Cantastor es fälschlicherweise trug. Ich tauschte die Halfter aus und ging zurück zu Empire, um ihn aufzuhalftern und zu einer der Anbindestellen zu führen, wo ich mit dem Putzen begann – oder beginnen wollte, denn die Putzbox war auch weg. „Ajith! Where ist hat damn…“ Ich unterbrach mich selbst, als ich Anne entdeckte, die in der Sattelkammer drüben stöberte. „What are you looking for?“, fragte ich sie verwundert. „Darren told me to help him with the retired thoroughbreds today. I was so excited! I sat on Catastor for the first time!”, berichtete sie stolz.” “Now I’m just looking for some leg wraps.” “Why does he need leg wraps? You didn’t sprint a marathon, did you?“ „No…“ „So he doesn’t need any. Thoroughbreds are not that sensible, don’t worry.“ Daraufhin verschwand sie, um den dunkelbraunen Hengst aus der Führmaschine zu holen und in seine Box zu bringen. Als sie vor mir um die Ecke bog, bemerkte sie stirnrunzelnd „Just now I thought he had a yellow halter on… How strange.“ Ich schmunzelte kopfschüttelnd und erkannte, was los war. „I swaped them ‘cause you took Empire’s halter.” „Oh, I’m sorry, I didn’t know…“ „No problem.“ Mir war es zwar ein Rätsel, wie sie sie hatte vertauschen können, wo doch die Halfter aller Pferde an den jeweiligen Boxentüren hingen, doch ich sagte nichts weiter und kümmerte mich um Empires Putzbox. Nach einigem Suchen fand ich sie neben Sunday’s Spind. Leicht verärgert schnappte ich sie mir und putzte mit ihrem Inhalt meinen mittlerweile etwas ungeduldigen Schimmel. Da seine Beine etwas schlammig waren, stellte ich ihn vor dem Aufsteigen noch beim Waschplatz hin, um sie rasch abzuspritzen. Mir fiel auf, dass seine Vorderhufe schon wieder ein wenig ausbrachen, also beschloss ich, sie nach dem Reiten noch rasch zu feilen, denn natürlich fand ich heute auch die Feile nicht an ihrem angestammten Platz vor. Der Hengst war barhuf, denn er lief ja keine Rennen mehr und war momentan auch nicht im sonstigen Spitzensport tätig. Wir hatten uns mit ihm bisher auf Grundlagen beschränkt, damit er diese nach seinem Karriereende in aller Ruhe hatte erlernen können. Ausserdem waren wir mit ihm immer viel im Gelände gewesen, sodass er mittlerweile äusserst verlässlich geworden war. Also eigentlich hatte er bisher einfach sein Leben nach der Rennbahn geniessen dürfen und war langsam und schonend umgeschult worden. Wie gut er die Grundlagen in der Dressur mittlerweile beherrschte, zeigte sich auch heute. Fleissig und bemüht, alles richtig zu machen, kreuzte er die Beine. Nur das Tempo war noch ein wenig zu hoch. Ich versuchte schon seit einem Weilchen ihn immer mehr zu versammeln und die Lektionen ruhiger zu reiten, aber es dauerte bei ihm halt etwas länger, da er doch eine ordentliche Portion Temperament hatte. Ich war aber ganz schön zufrieden mit unseren heutigen Anstrengungen und lobte ihn entsprechend ausgiebig beim Trockenreiten. Als ich zum Fenster raus sah, entdeckte ich zufällig die beiden seit dem Morgen vermissten Hunde, die auf der Ovalbahn mit einem Ball von Lily spielten.

      Um vier Uhr hatte ich Empire versorgt und putzte bereits den nächsten Kandidaten, nämlich Ronja Räubertochter. Auch für sie stand gewöhnliche, langweilige Grundlagen Dressur auf dem Plan, was einzig dazu diente, sie zu beschäftigen und an Feinheiten zu feilen. Sie war heute etwas stur und aufmüpfig, vermutlich wegen des frischen Wetters. Trotzdem schafften wir eine halbwegs produktive Dreiviertelstunde. Beim Versorgen tastete ich noch ihren Rücken ab, um zu sehen, ob sie irgendwo verspannt war. Im Rücken fand ich nichts, aber bei der Schulter zeigte sie mir mit Scharren ein wenig Unwohlsein. Ich massierte die betroffene Stelle und dehnte die Vorderbeine durch ausstrecken. Sie gähnte vor Entspannung und schüttelte sich, als wäre sie gerade im Staub gelegen. Ich lachte über den treudoofen Blick, den sie danach aufsetzte und dessen Bedeutung ich längst kannte: „Darf ich jetzt bitte meine Karotten haben?“ Ich streckte sie ihr selbstverständlich hin, sobald ich ihr in der Box das Halfter ausgezogen hatte. Linda kam auf mich zu und fragte mich, ob ich ihr helfen könne Darren zu finden. Ich antwortete etwas gereizt, dass ich heute am liebsten nichts und niemanden mehr suchen wollte, gab ihr aber den Tipp, im Strohlager nachzusehen.

      Es war nun fast halb sechs und ich nutzte die Zeit vor dem Abendessen noch, um ein wenig Schrecktraining mit Phantom zu machen. Mir gingen langsam die Ideen aus, weil ich schon so viel mit dem ehemaligen Mustang gemacht hatte und er extrem schnell lernte. Das hing wohl damit zusammen, dass in der Wildnis rasches Anpassungsvermögen überlebenswichtig war. Mit ihm und seinen ausgeprägten Instinkten war es ganz anders zu arbeiten als mit einem Jungpferd das in Menschlicher Obhut aufgewachsen war. Weder einfacher noch schwieriger – einfach anders. Einerseits fiel uns die Kommunikation leicht, weil er ausgezeichnet auf meine Körpersprache reagierte; andererseits wurde alles erschwert durch sein Misstrauen gegenüber neuen Dingen. Aber mit Menschen an sich hatte er mittlerweile keine Probleme mehr. Mittlerweile stand Phantom ja im Offenstall mit den Criollo und Paint Horse Stuten (mit denen er sich übrigens bestens verstand). Als ich auf den Zaun zukam, spitzte er die Ohren und kam einige Schritte auf mich zu. Auch machte er keine Anstalten mehr auszuweichen, wenn ich ihn unerwartet anfassen wollte. Im Moment hatten die Fohlen eine Art Beschützerinstinkt in ihm geweckt, sodass er besonders aggressiv den Hunden gegenüber war. Er mochte sie auch sonst nicht, aber jetzt war es besonders schlimm. Sheela traute sich schon gar nicht mehr auf die Weide, und die anderen beiden blieben einfach in gesundem Abstand zu dem Rappen. Er war zwar nun schon seit Monaten Kastriert, aber sein Hengstverhalten hatte er dennoch nicht ganz verloren. Zum Beispiel erwischte ich ihn manchmal dabei, wie er die Stuten mit der typisch tiefen Kopfhaltung umhertrieb oder sich gegen einen Wallach auf der Nachbarsweide aufspielte. Den Damen schien das zu gefallen, jedenfalls wurde er von ‚seiner Herde‘ immer gleich begrüsst, wenn er vom Arbeiten zurückkam. Wenn ich ihn so beobachtete, hatte ich den Eindruck, dass er sich hier ganz wohl fühlte und sich immer mehr mit seinem neuen Leben anfreunden konnte. Trotzdem sah ich mir manchmal nachdenklich die Fotos an, die ich im Internet von ihm gefunden hatte. Ich fragte mich, was mit all den anderen Pferden darauf geschehen war, oder wie Phantoms Leben ausgesehen hätte, wenn er nicht eingefangen worden wäre. Herausfinden würde ich es nie.

      Jonas hatte bereits angefangen, das Gemüse für unser Abendessen zu rüsten, als ich ins Haus zurückkam. Wir assen meist am Mittag ein Sandwich oder sonst etwas Schnelles, dafür gab es am Abend eine anständige, warme Malzeit. Beim Essen erzählten wir uns von den heutigen Erlebnissen. „Ach ja, ich habe am Morgen mein Handy irgendwo verloren und finde es nicht mehr… Ich muss nachher nochmal suchen gehen, bevor es dunkel wird“, fiel mir wieder ein. Jonas setzte plötzlich ein breites Grinsen auf. „Meinst du das hier?“ Er fasste sich in die Hosentasche und zog auf wundersame Weise besagtes Gerät daraus hervor. „Warum…?“ „Du hast es mir heute Morgen in die Finger gedrückt, weisst du nicht mehr?“ Ich schlug mir symbolisch mit der Hand an die Stirn und lachte ungläubig. „Manchmal ist mein Gehirn einfach ein Löcherbecken…“ Wir schmunzelten und plauderten weiter. Irgendwann kamen wir wieder auf das leidige Thema Areion zurück. „Irgendwas müssen wir machen. Lily, wäre es wirklich so schlimm ihn zu Kastrieren?“ „Ja wäre es!“, rief Jonas empört. „Schon mal den Dicken selbst gefragt, was er davon hält?“ „Still, sonst lasse ich den Tierarzt nächstes Mal wegen dir kommen.“ „Das willst du nicht wirklich…“, murmelte er verheissungsvoll. Ich streckte ihm die Zunge raus und meinte: „Unterschätz mich nicht.“ Lily mischte sich mit einem Räuspern ein. „Wenn du versprichst, dass Teddy danach immernoch derselbe ist…“ „Das kann ich leider nicht versprechen, aber meiner Erfahrung gemäss verändert sich nicht wahnsinnig viel. Denk auch an ihn; er darf danach endlich mit seinen geliebten Mädels auf die Weide und wird nicht mehr von den anderen Hengsten gemobbt.“ Sie zögerte, dann nickte sie. „Na gut. Wenn ihn das wirklich glücklicher macht.“ Jonas verschränkte gespielt trotzig die Arme. Lily und ich mussten bei dem Anblick loslachen, und beim Wegräumen stichelten wir ihn immer wieder zum Spass.

      „Was machst du jetzt noch?“, fragte Jonas, während er sich schon wieder die Jacke anzog. „Ich fahr schnell rüber nach Shatterford und sehe nach unseren Vollblutfohlen.“ „Wann bist du zurück? Wir wollten doch Rosie noch einen Besuch abstatten, weil wir die nächsten Tage keine Zeit dazu haben werden.“ „Ich weiss, ich schaue, dass ich spätestens um neun Uhr zurück bin. Die Fahrt dauert ja zum Glück nur 20 Minuten, und ich nehme an, dass Ella mich nicht lange aufhalten wird, weil sie selbst noch genug zu tun hat.“ Ella Yorke war die Besitzerin des Hofs, auf dem unsere diesjährigen Nachwuchsrenner geboren worden waren. Ich wollte meine Autoschlüssel von der Kommode schnappen, doch sie waren weg. Verärgert rief ich aus: „Das gibt’s doch nicht, vorhin hatte ich sie doch noch in den Fingern!“ Jonas meinte im Gehen gerade noch: „Hast du in deiner Jacke nachgesehen?“ „In meiner Jacke? Das hätte ich gespürt.“ Doch tatsächlich, da waren sie, brav in meiner rechten Tasche. Augenrollend lief ich zum Parkplatz. Wie abgemacht beeilte ich mich und trödelte nicht lange herum, als ich auf dem kleinen Gestüt ankam. Ich klingelte an der Haustüre und wurde von Ellas Mann Steve in Empfang genommen. Er erklärte, dass Ella bereits im Stall hinten sei und führte mich zu ihr, damit ich sie nicht auch noch suchen musste. Wir sahen uns zusammen die sechs Vollblutfohlen an. Ich nahm jedes einzelne genau unter die Lupe und stellte zufrieden fest, dass sie alle vom Exterieur her den Erwartungen entsprachen. Allerdings fiel mir auf, dass eines der dominant weissen Fohlen ein wenig schlapp wirkte und selbst als wir den Offenstall betraten mit aufgestütztem Kopf im Stroh liegen blieb. Ella klärte mich sogleich auf: „Die kleine hatte eine schwierige Geburt, das ist die, von der ich dir auch schon am Telefon erzählt hatte. Sie ist auch etwas kleiner als die anderen und trinkt leider nicht ganz so viel, weshalb wir ihr zusätzlich zweimal am Tag etwas mit der Flasche anbieten.“ „Das das genetische Fohlen von Ciela… Denkst du, es liegt vielleicht daran, dass Ciela selbst noch so jung ist?“ „Gut möglich; es wäre jedenfalls schön wenn es nur das ist.“ Ich nickte zustimmend und sah das beinahe ganz weisse Fohlen nachdenklich an. Sie sah hübsch aus, mit den braunen Ohren und ihren dunklen Augen. Aber eben diese wirkten ungewöhnlich müde und lustlos, was mich wirklich besorgte. „Der Tierarzt war schon da?“ „Nein, kommt demnächst. Ich habe aber schon mit ihm telefoniert und er meinte, wir sollen so fortfahren wie bisher und die kleine gut beobachten.“

      Den ganzen Heimweg über zerbrach ich mir den Kopf, was das weisse Fohlen wohl plagte. Schliesslich wurde ich von meinen Sorgen abgelenkt, als wir auf der Wilkinson Farm von Rosie begrüsst wurden. Jonas und Lily liefen bereits voller Erwartung zum Stall, denn sie waren genau wie ich wahnsinnig gespannt auf Islahs und Farashas Fohlen. „Awww! Es ist ja ganz schwarz!“, kam wenig später der Ausruf von Lily. „Nicht ganz“, ergänzte Rosie, „Sieh dir die hell umrandeten Augen an – es wird ein Schimmel wie sein Vater.“ Entzückt betrachtete ich das Tierchen mit dem edlen Hechtkopf. Die krause Fohlenmähne war etwas dürftig im Vergleich zu der meiner Criollo Fohlen, aber das verlieh ihr schon jetzt ein elegantes Gesamtbild. Die grossen, hübsch geschwungenen Ohren waren neugierig nach vorne gerichtet, als es sich näher zu Lily hin traute und an ihrer Hand schnupperte. Kurz darauf erschreckte sich das Fohlen aber, weil Lily sich zu schnell zu uns umdrehte. Es machte einen übermütigen Seitensprung und verschwand im staksenden Trab hinter Farasha. Wir lachten über die kleine Show und gingen weiter zu Islah. Die kleine Isis, wie ich sie genannt hatte, sah aufgeweckt und munter aus. Sie war eine Schecke, wie ihre Mutter – allerdings hatte sie eine seltsame, grau gestichelte Stelle an der Flanke. Daher fragte ich mich, ob sie nicht doch noch ausschimmeln würde. Eine Schimmelbrille wie Farashas Fohlen hat sie zwar nicht, aber vielleicht ist das ja irgendein Sonderfall, überlegte ich. Jonas fragte Rosie: „Wie hast du nun eigentlich das schwarze Fohlen genannt?“ „First Chant, weil sie das erste Fohlen ist, das auf meiner eigenen Farm auf die Welt kam.“ „Ein toller Name“, bemerkte ich schwärmerisch. „Sie wird zum Verkauf stehen Occu, also wenn du Interesse hast…“, lachte die rothaarige, junge Frau. „Ich überleg’s mir, okay? Ich muss sowieso noch planen, welche unserer eigenen Fohlen ich behalten will. Das wird echt nicht leicht…“ „Doch eigentlich schon“, bemerkte Jonas verheissungsvoll. „Es wird damit enden, dass du alle behälst weil du keines loslassen kannst – und falls doch wirst du wieder jeden Tag hoffen, dass sie aus irgendeinem Grund zurückgegeben werden.“ „Du weisst genau, dass das nicht geht, auch wenn es toll wäre. Dafür haben wir einfach zu wenig Platz.“ Lily sah ich förmlich an, dass sie etwas dazu sagen wollte, aber sie hielt sich zurück und beobachtete nur nachdenklich Isis. Ich ahnte, was in ihr vorgehen musste. Sie konnte sich genau wie ich nicht entscheiden, welches der Fohlen sie am liebsten hatte.

      Wir verabschiedeten uns von Rosie, nachdem wir auch bei Anubis, Numair und Bintu Al-Bahri reingesehen hatten. Es war schon spät und wir mussten morgen wieder früh aufstehen, deshalb hatte es auch nicht für einen Tee bei Rosie gereicht. Den gönnten Jonas und ich uns dafür zuhause noch rasch, während Lily bereits ins Bett kriechen musste. Ich sass auf dem Sofa, streichelte Jacky und starrte nachdenklich an die Wand. Plötzlich überlegte ich laut: „Also bei den Criollos wäre es ja naheliegend, wenn wir Fiasco behalten würden. Er wird später sicher interessant für die Farbzucht.“ „Aber ich sehe dir an der Nasenspitze an, dass du trotzdem lieber Moon’s Fohlen hättest. Oder liege ich da falsch?“, meinte Jonas zwinkernd. Ich seufzte und nickte langsam. „Dann behälst du eben den. Wir haben eh schon Dod für die Farbe, also spielt es keine Rolle.“ „Meinst du wirklich? Also gut, dann bleibt Moon’s Fohlen. Wir brauchen aber noch einen guten Namen für ihn.“ „Dod’s Daydream?“ „Nähh, ich finde etwas Spanisches wie bei Fiasco würde einfach besser passen…“ „Uff… Sueño del Muerte oder sowas? Ich kann kein Spanisch…” “Ich auch nicht wirklich, aber zum Glück gibt es das Internet.” Ich gab in diversen Wörterbüchern Vorschläge ein, die etwas mit der Bedeutung von Dods Namen zu tun hatten. Irgendwann stiess ich zufällig auf das Wort ‚solas‘, so viel wie „alleine“ bedeutend. Ich fand den Klang davon toll, und überlegte, womit man es kombinieren konnte, damit es passte. „Etwas mit träumen wär schon nicht schlecht“, meinte Jonas, „denn sonst hätte es ja doch keinen Zusammenhang mit Dod.“ So wurde es „Soñando Solas“ – ‚alleine träumend‘. Ich war zufrieden mit dem Klang, auch wenn die Bedeutung etwas fragwürdig war. Wir verräumten unsere Tassen und gingen die Treppe hoch ins Schlafzimmer, denn mittlerweile veranstalteten wir fast schon ein Wettgähnen. Als ich mich unter die Decke gekuschelt hatte, konnte ich es doch nicht lassen, weiter über die Fohlen nachzudenken. Ich stellte fest: „Ich glaube ich kann nicht schlafen, bis ich mich entschieden habe…“ „Welches von den Minis gefällt dir am besten?“, fragte Jonas leise. „Ich glaube Orchid. Wir haben ja noch kein buckskin Mini, und ich kann doch keine Tochter von Daki weggeben…“ „Siehst du? Und schon bist du wieder etwas weiter. Was ist mit den Warmblutfohlen?“ „Die behalten wir!“, meinte ich sofort, wie ein trotziges Kind. „Dieser Meinung bin ich auch!“, kam eine Mädchenstimme aus dem Zimmer nebenan. „Horchst du etwa? Ab ins Bett jetzt! Du musst morgen in die Schule.“ „Aber du behälst die beiden definitiv, ja?“ „Ja.“ „Gute Nacht.“ Daraufhin blieb es definitiv still aus dieser Richtung. „…Vollblüter?“, murmelte Jonas. „Cupid. Cupid bleibt, der hat Potential. Er hat sogar schon Oliver auf seiner Seite. Und Simply Priceless gefällt mir einfach wahnsinnig gut, ich möchte sehen, was aus ihm wird.“ „Ich finde Call it Karma süss. Die hat was besonderes, mit ihrem gutmütigen Blick und dem hübschen Bauchfleck.“ „Die beiden Schimmelfohlen von Iskierka und Shades of Gray sind auch vielversprechend… Wir können aber einfach nicht alle behalten…“ „Was ist mit dem zweiten dominant weissen?“ „Challenging Time heisst es, von Ciela. Ich weiss nicht… Es wirkt so schwächlich und lustlos. Ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass es nicht durchkommt…“ „…Aber wenn doch würdest du es auch behalten wollen?“ „Es hat eine tolle Farbe, aber ich weiss nicht, ob es überhaupt zum Rennen geeignet sein wird, wenn es so schwach ist…“ „Naja, verkaufen kannst du es sowieso nicht, wenn es nicht fit ist. Also bleibt dir fast nichts anderes übrig als es zu behalten.“ „Aber zwei müssen definitiv weg. Vier behalten wäre okay, aber alle sechs sind zu viele.“ „Wenn du meine Meinung hören willst: Ich finde, du solltest die beiden Schimmel Snap Cat und Storm Cat abtreten. Ich weiss, du wolltest besonders das Fohlen von Iskierka aufwachsen sehen und trainieren, aber mein Gefühl sagt mir, dass wir die anderen vier behalten sollten, und nicht diese beiden.“ „Ich hoffe dein Gefühl ist verlässlicher als meines damals beim Kauf von Cool Cat. Er war ja ursprünglich nur meine zweite Wahl gewesen, aber er hat sich zu einem echten Glückstreffer gemausert. Glaub mir, die Pferde aus dieser Blutlinie sind vielleicht am Anfang unscheinbar, aber entwickeln sich später zu unerwarteten Talenten.“ „Tja, du musst dich entscheiden. Du hast dir das vier-Vollblüter-Limit selbst gesetzt, nun musst du damit umgehen.“ „Ich weiss… Na gut. Die Schimmel gehen. Aber wehe das war die falsche Entscheidung!“ „So so, das ist natürlich bequem, im Falle eines Falles mir die Schuld zuzuschieben. Aber okay, ich übernehme die Verantwortung.“ Ich gab ihm glücklich einen Kuss und legte meinen Kopf an seine Schulter. Ich murmelte: „Hunter Crowley hat auch schon Interesse an den beiden gezeigt. Wenn er tatsächlich eines davon nimmt, wären sie wenigstens noch in der Nähe von uns.“ „Ich bin sicher, dass er bei den süssen Ohren nicht wiederstehen kann“, gluckste Jonas. „Bleiben noch die Paint Fohlen. Behalten oder weggeben?“ „Unclouded ist schon ein richtiger Pachtskerl…“, meinte Jonas zögernd. „Wirklich. Aber irgendwie… Hach ich weiss nicht, wenn wir Shadows Fohlen dann auch noch behalten wollen… Ich habe das Gefühl, dass ich mich gerade noch so von den beiden trennen könnte.“ „Da stimme ich dir zu.“ Ich horchte noch eine Weile seinem ruhigen Atem, dann fielen mit die Augen zu. Endlich fand ich auch den Schlaf, jetzt wo alles beschlossen war.
      29 Apr. 2017
    • Occulta
      Tanzen lernen
      PFS‘ Dancin‘ to Jazz, Dancing Moonrise Shadows, Lovely Summertime, Ice Coffee, PFS’ Challenging Time, Estragon Sky, Ronja Räubertochter, Burggraf, tc Herkir, Ljóski, Painting Shadows, Cassiopeia, Campina, Sympathy of the Devil, Coulee, Shades of Gray, Circus Dancer, Co Pilot de la Bryére, Diarado, Bintu Al-Bahri, Numair, Anubis, Islah, Farasha, First Chant, Dakota S, Chocolate Chip, Blue Dawn’s Nachtfalke, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Beck’s Daisy Orchid, Silverangel

      Fröhlich pfeifend lief ich an den Ställen vorbei zur Stutenweide. Es war ein sonniger, warmer Tag und eine angenehme Brise versüsste die sonst schon tolle Stimmung. Es war einer dieser Tage, an denen nichts schiefgehen konnte. Am Morgen hatte ich erfahren, dass es der kleinen Chime wieder besser ging. Meinem kleinen Sorgenkind hatte die letzten zwei Wochen zusätzlich zu ihrer sonst schon schwachen Konstitution eine Erkältung zu schaffen gemacht. Der plötzliche Wetterwechsel war wohl hauptsächlich schuld daran gewesen. Mit dem herbstlichen Kälteeinbruch war die Temperatur um mehr als zehn Grad gesunken und es hatte lange geregnet. Chime trug nun vorsorglich eine warme Fohlendecke und bekam ab und zu ein durch den Tierarzt empfohlenes, spezielles Mash zu fressen, das ihre Verdauung unterstützte. Wir hofften, dass sich dadurch ihr Gewicht, das noch immer auf der leichten Seite war, weiter normalisierte. Jedenfalls war ich jetzt erstmal unglaublich erleichtert, dass sie laut Ella nicht mehr hustete und keinen Nasenausfluss mehr hatte. Zusätzlich zu dieser erfreulichen Nachricht hatte mich auch ein lang erwarteter Anruf von einem neuen Mitarbeiter erreicht. Wir hatten nach jemandem für ein Praktikum über den Herbst hinweg gesucht, da Jason für ein paar Monate nach Amerika reisen und dort auf einer Ranch bei Verwandten aushelfen wollte. Der Neue hiess Tobias Leech, wohnte nur zwanzig Auto-Minuten von Pineforest entfernt und hatte laut eigener Aussage schon einige Erfahrung mit Pferden. Wir hatten am Telefon ausgemacht, dass er ab heute nach dem Mittag bis Samstag schnuppern kommen konnte und wir dann alles weitere beschliessen würden. Ich war gespannt, wie er sich anstellen würde und hoffte natürlich, dass alles passte. Bevor ich das herausfinden konnte, gab es aber noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Zum einen wollte ich vor dem Mittag noch Artemis longieren, zum anderen stand ein ‚Gelassenheitstraining‘ mit Dancin‘ to Jazz an. Wir hatten die Stute seit ihrer Ankunft vor ein paar Wochen noch nicht oft geritten, aber es hatte sich schnell herauskristallisiert, dass sie sich alles andere als wohl fühlte unter dem Reiter. Sie war zwar gehorsam und konnte schon relativ viel, aber sie klemmte dauernd den Schweif ein, hatte kaum Vorwärtsdrang und teilte die Neugier der anderen Jungpferde überhaupt nicht. Es kam mir so vor, als hätte sie am liebsten rein gar nichts mit Menschen zu tun, ausser vielleicht wenn sie das Futter brachten. Deshalb wollte ich heute mit ihr Ausreiten und ihr zeigen, dass Arbeit auch Spass machen konnte. Dazu gingen wir mit der Gruppe bestehend aus ihrer Mama Shadow, Summer und Coffee mit.

      Ich holte Jazz von der Weide ab und brachte sie, gefolgt von den anderen, zum Nebenstall. Dort banden wir die Stuten am Holzgeländer fest und begannen mit dem Putzen. Es war einfacher, die Pferde hier oben zu putzen, da wir so die Sättel nicht zur Weide runter schleppen mussten. Jazz war nur ein wenig staubig, trotzdem nahm ich mir genug Zeit für die Fellpflege und kraulte sie dabei auch immer mal wieder. Ich vermutete nämlich, dass man sich früher nie so viel Zeit für sie genommen hatte und alles immer hatte rasch von statten gehen müssen. Beim Satteln legte die junge Appaloosa Stute die Ohren an und senkte zugleich den Kopf mit einem missmutigen Blick. Ich versuchte das Gurten daher so angenehm wie möglich zu machen und massierte zuerst die Gurtregion hinter ihrer Schulter. Am Anfang wurde sie dabei etwas unruhig und ihr Schweif wurde aktiv, doch sie beruhigte sich rasch und begann es zu geniessen. Anschliessend gurtete ich sanft ins erste Loch und verschlaufte den Rest des Westerngurtes. Ich zäumte Jazz, wobei es zuerst ein wenig Überzeugung brauchte, bis sie die Trense in den Mund nahm. Ich beschloss insgeheim, sie in Zukunft vorläufig mit Bosal zu reiten, doch für heute musste sie mit den vorhandenen Mitteln klarkommen. Ich vergewisserte mich, dass die anderen auch soweit waren, dann führten wir die Pferde auf den Kiesweg und stiegen auf. Wir ritten in Richtung Galoppwiese, an den Miniature Horses und den Fohlen vorbei. Die Jungpferde folgten uns beim Durchreiten am Zaun entlang, die Minis hingegen interessierten sich zu wenig und sahen uns nur von weitem zu. Jazz folgte brav Shadow und Coffee, Summer war rechts neben uns. Lisa, Darren, Jonas und ich unterhielten uns über die neue Ausgabe der Rennpferdezeitschrift, während die vier Pferde den Ausritt genossen. Als Jazz aber selbst nach einer halben Stunde Trab und Schritt noch nicht aufgewacht war, sondern weiterhin stumm ihr Pflichtprogramm abspulte, beschloss ich, das Ganze etwas spannender zu gestalten. Wir befanden uns auf einem der gewöhnlichen Waldwege, doch etwas weiter vor uns entdeckte ich einen Trampelpfad, der sich nach links durch das spährliche Unterholz schlängelte und sich dann tiefer zwischen den Bäumen verlor. Mit einem Blick zu meinen Reitgefährten deutete ich auf den Pfad und zog fragend die Augenbrauen hoch. Sie nickten einverstanden, also bogen wir alle brav hintereinander auf die neue Strecke. Jazz schien etwas überrascht und drehte unsicher die Ohren zu mir nach hinten. Ich kraulte sie kurz vor dem Sattel an der Schulter, um ihr zu bedeuten, dass alles in Ordnung war und wir wussten, was wir taten. Je weiter wir kamen, desto aufmerksamer und konzentrierter wurde sie, denn es hatte viele Wurzeln und Äste auf dem Boden, über die sie ihre schlanken Beine heben musste. Wir duckten uns unter tiefhängenden Ästen durch, ritten durch Büsche und machten Slaloms um die Stämme. Ich kam mir ein wenig vor wie auf einer Safari, denn wir begegneten tatsächlich auch einer Gruppe Rothirsche, die Summertime und Jazz ganz aus dem Konzept brachten. Die beiden waren extrem guckig und tänzelten, bis das Wild ausser Sichtweite war. Doch ich war nicht sauer, im Gegenteil; so langsam hatte ich das Gefühl, ein Pferd unter mir zu haben und keinen abgestumpften Roboter. Tatsächlich: Jazz war endlich aufgewacht. Auch auf dem restlichen Ausritt blieb sie wachsam, hatte einen zügigeren Gang und liess sich schneller für neue Aufgaben begeistern, wie zum Beispiel ein rasches Füsse-Baden im Fluss. Sie scharrte und spritzte sogar, als wir im Wasser standen. Ich liess sie die meiste Zeit am langen Zügel laufen, sodass sie sich umsehen und strecken konnte – und sich nicht in irgendeine Form gezwängt fühlte. Irgendwann zwischendrin schüttelte sie ihren Hals, schnaubte laut, kaute und schleckte rasch. Ab diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass sie sich wirklich entspannte. Ihre Ohren wackelten zufrieden mit und sie lief mit einem gesunden Vorwärtsdrang, den Schweif leicht angehoben. Wenn wir trabten, so war es nicht der vorherige, zurückhaltende, schwunglose Trab, sondern ein gehobener, stolzer und ausdrucksstärkerer Gang. Das ist es, mein Mädchen – so tanzt man richtig, dachte ich als Anspielung auf ihren Namen. Ich kam nicht umhin den ganzen Rückweg glücklich zu grinsen. Ziel erreicht. Zumindest den ersten Teil davon. Als ich auf dem Hof abstieg, rieb Jazz ‚frech‘ ihren Kopf an meiner Schulter. Ich liess sie machen und kraulte sie am Hals. Manche hätten das als ‚respektlos‘ abgestempelt, doch das war mir egal. Sie hatte nunmal etwas warm bekommen und wollte sich den vom Schweiss juckenden Kopf reiben – das verstand ich nur zu gut. Ich wollte sie dazu ermutigen, sich mehr solche Dinge zu trauen und offener zu werden, denn ich mochte meine Pferde mit einem gewissen Witz und ein paar Flausen am allerliebsten. Das machte sie einzigartig und spannend; zeigte mir, dass sie fühlende Lebewesen waren, genau wie ich selbst.

      Wir sattelten die Pferde ab, wuschen mit einem nassen Schwamm rasch die Sattellage - mit dem sich entwickelnden Winterplüsch hatten die vier etwas warm bekommen - und brachten sie wieder auf die Weide. Jazz lief zügig in Richtung der anderen Stuten, als ich sie laufen liess. Nicht wie Shadow und Summer, die noch einen Moment bei uns stehen blieben um zu sehen, ob wir vielleicht noch ein Leckerli rausrückten. Als sie sich ein paar Pferdelängen entfernt hatte, hielt sie jedoch nochmal inne und sah zurück. Ich konnte nicht definieren, ob sie einfach auf ihre zurückgebliebenen Weidegenossen wartete, oder ob sie sich überlegte, nochmal zurückzukommen. Aber es gab mir das Gefühl, dass wir heute einen grossen Schritt vorangekommen waren. Wir liessen die Stuten in Ruhe und ich begab mich zum Nordstall, wo ein gewisser Achal Tekkiner auf mich wartete. Artemis hatte sich wiedermal einen hübschen Mistfleck zugezogen und röchelte mir schamlos entgegen. Seufzend warf ich einen beschuldigenden Blick zu Darren, der gerade die Boxen mistete; ich überlegte es mir aber dann doch anders und liess einen scherzhaften Kommentar von wegen ‚nicht schnell/gründlich genug ausgemistet‘ bleiben, weil ich genau wusste, dass der Pfleger seine Arbeit gewissenhaft erledigte. Manchmal waren die Pferde eben einfach schneller, aber ich schätzte die Arbeit meiner Angestellten sehr und war mir sehr wohl bewusst, dass ich ohne solch ein gutes Pflegerteam niemals ein Gestüt wie Pineforest Stable führen könnte. Ich holte Artemis aus seiner Box und begann, den Schimmel wieder grau-weiss zu bekommen, während ich dazu mit dem Stallradio mitsummte. Jacky kam nach einer Weile hereingetrottet und legte sich neben die Putzbox auf den kühlen Stallboden. „Ist dir langweilig geworden?“, fragte ich sie lächelnd, ohne eine Antwort zu erwarten. Normalerweise war sie fast den ganzen Tag damit beschäftigt, den Katzen beim Mäusejagen Konkurrenz zu machen. Die anderen beiden Hunde, Sheela und Zira, streunerten meistens auf dem Hof herum, lagen irgendwo im Schatten oder begleiteten mich auf Schritt und Tritt – je nach dem, wie sie aufgelegt waren. Sheela kam immer gerne mit auf Ausritte, denn sie hatte Power ohne Ende. Sie blieb aber auch ganz gerne bei Jonas, sodass ich manchmal das Gefühl hatte, dass sie eher sein Hund war. Zira klebte an mir, und daran liess sie keine Zweifel aufkommen. Meistens war sie mein Schatten, egal ob auf dem Hof oder ausserhalb. Manchmal vergass ich fast, dass sie da war, denn sie war anders als Jacky und Sheela nicht aufdringlich oder aufmerksamkeitssüchtig. Sie gab sich damit zufrieden, wenn ich von mir aus abends mit ihr spielte und schmuste. Tagsüber war sie ‚on duty‘, hielt Ausschau nach fremden Personen und Tieren, oder war einfach mein stiller Begleiter, vornehm zurückhaltend. Jonas hatte schon ein paarmal angedeutet, dass wir wohl ohne es zu bemerken einen Wachhund angeschafft hatten. Jedenfalls war sie jetzt im Moment nicht bei mir, was mir erst gerade auffiel. Stirnrunzelnd putzte ich weiter, kratzte die Hufe von Artemis aus, kämmte seinen Schweif und zog ihm das Knotenhalfter an. Dann führte ich in an der Longe raus und wollte zum Roundpen laufen. Doch ich hörte Gebell und ein Blick zum Parkplatz verriet mir, woher es stammte. Der potentielle neue Praktikant stand dort, mit hilfesuchendem Blick zu mir, während Zira ihm bellend den Weg versperrte. „Zira, stop!“ Die Hündin drehte sich um, kam zu mir getrottet und stellte sich ruhig neben mich. Ich lobte sie rasch, dann begrüsste ich den jungen Mann. „You are a bit early, I thought we agreed that you come here after lunch?“ “I know, I’m sorry, I can leave again if it’s a problem…” “No, no, it’s fine. You can either go around and see if any of the stablehands have a moment to show you around or accompany me.” Er entschied sich für letzteres und folgte Artemis, Jacky und mir zum Roundpen. Zira trottete uns ebenfalls hinterher, immernoch misstrauische Blicke auf Tobias werfend. „I’m afraid she doesn’t like me…“, meinte dieser nach einer Weile, wohl auch, um ein neues Gesprächsthema aufzugleisen. „Nah, don’t worry – she’s always like this when someone new appears in her territory.”

      Ich longierte Artemis ganz normal eine halbe Stunde lang. Dabei verlangte ich viele Seitenwechsel und Übergänge, damit dem Schimmel nicht langweilig wurde. Er lief willig vorwärts und dehnte immer wieder ausgiebig den Rücken. Am Ende liess ich auch Tobias kurz ans Seil, einfach um zu sehen, wie er mit dem sensiblen Achal Tekkiner klarkam. Artemis war wie erwartet skeptisch und erhöhte sein Tempo, weil Tobias allein mit seiner Präsenz mehr Druck auf den Hengst ausübte. Er beruhigte sich auch nach einer Weile nicht, weshalb ich wieder übernahm und ihn austraben liess. „It’s not because of you, he’s just sceptical with people he doesn’t know – kinda like Zira…“ Ich verzog etwas die Lippen bei dem Gedanken, wie das auf den Neuling wirken musste; gleich zwei Tiere die sich so ungewöhnlich verhielten. Ich hoffte, dass er dadurch nicht zu sehr verunsichert wurde. Aber ich machte mir wohl einfach zu viele Sorgen, denn Tobias machte trotz allem einen fröhlichen Eindruck. Wir versorgten Artemis und ich zeigte Tobias dabei gleich schonmal den Nordstall. „…And here we have Herkir and Ljóski, our two Icelandic stallions. Have you ever ridden tölt?” “Nope…” “It’s really cool, you’ll see – well if it all works out of course.” Ich war etwas erleichtert, als der verspielte Herkir Tobias sofort seine Schnauze ins Gesicht streckte und so gar nicht fremdelte.

      Tobias hatte sein eigenes Mittagessen in Form eines Sandwichs mitgebracht. Ich bot ihm dennoch eine Portion Spaghetti an, die er aber dankend ablehnte. Lily war etwas schüchtern und redete während dem Essen nicht so viel wie sonst. Jonas plauderte mit Tobias über dessen vorherige Jobs. Nach dem Essen begaben wir uns zum Nebenstall. Ich zeigte Tobias die Pferde dort und wir holten Ronja zum Putzen raus. Ich wollte den Praktikanten reiten sehen und mir so ein Bild von seinen Erfahrungen machen. Auch beim Vorbereiten hielt ich mich selbst zurück und beobachtete den Neuen stattdessen genau. Er schien etwas nervös, schien aber zu wissen, was er zu tun hatte und ging auch nicht irgendwie grob mit Ronja um. Er interessierte sich sehr für das besondere Fell der Stute und kam selbst auf die Idee, dass sie mit Burggraf, den wir zuvor im Nordstall gesehen und gestreichelt hatten, verwandt sein könnte. Ich erklärte ihm, dass die beiden Halbgeschwister waren, ihr mittlerweile verstorbener Vater aber leider nicht so bekannt und auch nicht gekört gewesen war. Trotzdem hatten sie ein paar anständige Blutlinien und eben die besondere Farbe. Tobias schien fasziniert und bemerkte, dass wir hier allgemein viele besondere und auch scheinbar wertvolle Pferde hatten. Ich meinte leicht verlegen, dass ich aussergewöhnliche Farben sehr gerne mochte und von meiner Tante anscheinend ein Auge für gute Pferde geerbt hatte. Wir diskutierten noch ein wenig über moderne Stammbäume und berühmte Hengste, während wir Ronja sattelten und zäumten. Anschliessend führten wir die Stute auf den Sandplatz und Tobias stieg auf. Er wärmte Ronja ein, dann gab ich ihm eine Art Reitstunde. Er schlug sich ganz gut; zwar war er offensichtlich kein Profireiter, aber er konnte sich zumindest gut oben halten und kannte die wichtigsten Lektionen. Ronja benahm sich rücksichtsvoll und liess sich quasi von mir fernsteuern – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie eher auf meine Stimme hörte, als auf Tobias‘ Hilfen. Jedenfalls liess er sie nach einer Dreiviertelstunde austraben und lobte sie ausgiebig. Wir versorgten sie und gingen weiter zum Hauptstall. Dort war Misten angesagt. Eine Ideale Gelegenheit für Tobias, sich in Durchhaltevermögen zu beweisen, denn es gab immerhin allein hier 33 Pferde zu versorgen. Ich half auch mit, ausserdem waren Ajith, Parker und Thomas dabei. Charly schlich sich davon, als er merkte, dass schon genug Leute da waren zum Misten. Ich ertappte ihn beim um-die-Ecke-verschwinden und hob schmunzelnd die Augenbrauen, woraufhin er ein Unschuldsgesicht aufsetzte. Ich schickte ihn zu den Weiden, damit er wenigstens Lewis beim abäppeln helfen konnte. Tobias und ich begannen bei den Stuten. Ich schob Cassys Boxentür auf und durchsuchte das Stroh gründlich. Tobias begann direkt bei Shades of Gray. Als er bei Sympathy ankam, fragte er mich nach wenigen Minuten um Hilfe, weil die freche Stute ihn dauernd belagerte und ihn nicht richtig arbeiten liess. Ich erklärte ihm, dass sie sehr schnell die Schwächen von Leuten herausfand und man deshalb sehr konsequent mit ihr umgehen musste. Ich demonstrierte ihm rasch, wie er sie mit deutlicher Körpersprache fernhalten konnte, ohne dabei irgendwie grob werden zu müssen. Etwas Druck in Form von einem entschlossenen Schritt in ihre Richtung reichte bei mir schon, bei ihm brauchte es dann doch noch etwas mehr Einsatz, bis sie überzeugt war. Es schien ihm ziemlich peinlich zu sein, dass er nicht auf anhieb alleine klargekommen war, aber ich fand das nicht schlimm und war froh, dass er gefragt hatte, anstatt einfach irgendwas zu machen. Ich fuhr direkt bei Campina und Paint fort, weil ich bei den anderen vier Boxen schon fertig war. Bei Coulee entdeckte ich eine kleine Wunde auf der Kruppe; vermutlich hatte sie wieder mit Iskierka gezankt. Ich desinfizierte es nach dem Misten rasch, wobei ich Tobias auch gleich zeigen konnte, wo die Medizinischen Hilfsmittel waren.

      Nach dem Misten besuchten wir noch die Miniweiden. Dort halfen wir Linda beim täglichen Bürsten der Minis.Besonders jetzt im Fellwechsel genossen die kleinen Pferdchen das Prozedere und konnten gar nicht genug vom Striegeln bekommen. Auch meine kleine Daki spitzte genüsslich die Lippen, als ich sie am Hals putzte. Bald mussten sie auch wieder geschoren werden, jedenfalls diejenigen, die an Shows teilnehmen würden. Im Kopf hatte ich gerade Falke und Chip, die in zwei Monaten für ein Show Springen gemeldet waren. Aber auch die Fohlen Allegra und Orchid kamen nicht umhin geschoren zu werden, weil sie an Fohlenshows teilnehmen und fleissig Bewertungen sammeln mussten. Tobias war erstaunt als er hörte, dass wir mit den Minis wirklich so aktiv an Shows teilnahmen und sie richtig arbeiteten. Als wir beim Thema Shows waren, fragte er, ob wir denn auch Vollblut Araber auf dem Hof hatten, denn er habe schon oft Shows für Araber besucht. Ich erklärte, dass ich drei Araber besass, diese aber auf der Wilkinson Farm bei Rosie untergebracht waren. Ich hielt rasch inne und liess mir den Zeitplan durch den Kopf gehen, dann schlug ich vor: „We can go and visit them, if you like. I wanted to pay Rosie a visit anyway.“ Er nickte begeistert, also machten wir uns auf den Weg, sobald wir mit den Minis fertig waren. Wir fuhren rasch mit dem Auto rüber, weil das für solch einen kurzen Besuch mehr Sinn machte als extra zwei Pferde zu satteln. Rosie war freudig überrascht mich zu sehen und zeigte uns die Araber. Numair und Anubis sahen prächtig aus; sie waren gut genährt, aber nicht zu dick, hatten ordentliche Muskeln (offenbar machte Rosie ordentliches Distanztraining und Dressur mit ihnen) und waren sofort aufmerksam und motiviert, als wir zu ihnen kamen. „I’m sorry boys, we’re just here to look at you. I’m sure you’ve had a good ride in the morning though”, murmelte ich, als ich Numairs Stirn streichelte. Auch Bintu sah uns gebannt entgegen und seine hübschen, dunkel umrandeten Augen beobachteten erwartungsvoll unsere Bewegungen. Der Hengst war durch und durch stolz; ein richtig prachtvoller Vertreter seiner Rasse. Manchmal beneidete ich Rosie ein wenig, wenn ich ihn beim Ausreiten auf der Weide sah. Wir gingen weiter zu den Stuten. Islah und Farasha röchelten freundlich, als wir in ihre Nähe kamen. First Chant stand in der Box neben Farasha, denn sie war vor kurzem entwöhnt worden. Rosie wollte sie bald zu uns rüber schicken, damit sie auf Pineforest mit den anderen Fohlen in der Gruppe groswerden konnte. Die kleine hatte schon hellere Stichelhaare, die auf das beginnende ausschimmeln hindeuteten, war aber im Grossen und Ganzen noch ziemlich dunkel. Man sah schon jetzt deutlich, dass sie einen wunderschönen Kopf bekommen würde. Als ich sie so schwärmerisch ansah, fragte Rosie „Well, about Chia – did you think about my offer?” “Yes… I think I’d like to take her, as long as she can live here with the other arabs? I mean, I really really like her, she is just gorgeous… Even though I didn’t want to buy more horses.” “I’m glad to hear it. Then the Price is okay, too?“ „Yep. U sure you don’t want more either?“ Sie nickte und murmelte etwas vonwegen ‚Freundschaftspreis‘. Mit First Chants Kauf sponsorte ich Rosie quasi, weil sie die Stute später immernoch für den Sport zur Verfügung haben würde, ich jedoch alle Kosten übernahm. Eigentlich hatte Rosie das ja gar nicht nötig, denn Geld besass sie durch ihre Familie mehr als genug. Aber die junge Frau hatte es sich zum Ziel gesetzt, sich ihr eigenes Vermögen zu verdienen und nicht einfach das ihrer Eltern zu verprassen. Tobias und ich verliessen die Wilkinson Farm bald darauf wieder und kehrten zurück nach Pineforest. Während der Praktikant von den Pflegern eingearbeitet wurde, gingen Jonas, Lily, Alan und ich mit Diarado, Silver, Dancer und Pilot auf einen schönen langen Nachmittagsausritt.
      1 Okt. 2017
    • Occulta
      Herbstausflug und neues Pony
      Nosferatu, Numair, Anubis, Bintu Al-Bahri, Farasha und PFS’ First Chant

      Lily, Jonas und ich hatten heute eine Art Familienausflug geplant. Wir wollten einerseits das Gestüt Milky Way in Deutschland besuchen, andererseits ein wenig wandern gehen, um das Herbstliche Wetter zu geniessen, so lange es noch warm war. Lily war schon ganz hibbelig und wartete draussen auf dem Parkplatz mit den Hunden (die aber mit ausnahme von Jacky zuhause blieben), während ich nochmals rasch mit den Pflegern sprach. Schliesslich musste alles organisiert sein, selbst wenn wir nur einen Tag weg waren. Jonas holte noch rasch seine Jacke, dann waren wir bereit zum losfahren. Es war halb sechs Uhr morgens und ausnahmsweise war ich nicht besonders fit. Das lag wohl an dem Kälteeinbruch in England, der diese Nacht stattgefunden hatte. Die Luft war um einiges kühler als am Vortag und ein feiner Nieselregen begleitete den morgentlichen Nebel. Aber auch die Tatsache, dass Numair, Anubis, Bintu, Farasha und First Chant noch immer verschollen waren nagte an mir. Je mehr Zeit verging, desto mehr befürchtete ich, die Araber nicht wiederzusehen. Ich versteckte mich schaudernd in meinem Schal, der mich einigermassen warm hielt, war aber dann doch froh, als wir endlich ins Auto stiegen. Vor uns lagen etwa neun Stunden fahrt bis in die Vulkaneifel in Deutschland. Lily fand das furchtbar aufregend, während Jonas noch etwas verschlafen den Autositz einstellte und dann ausparkte. Zunächst fuhren wir mehr als drei Stunden bis zum Channel-Tunnel, der England mit Frankreich verband. Dort angekommen, mussten wir uns erstmal auf dem Gelände des Tunneleingangs zurechtfinden. Wir passierten mehrere Schranken und mussten rasch für eine Sicherheitskontrolle halten. Lily klebte förmlich an der Fensterscheibe und schien fasziniert von allem. Es war mittlerweile hell geworden und wir hatten uns unterwegs noch ein kleines Frühstück gegönnt. Nun reihten wir uns hinter den anderen Autos ein und fuhren im Schritttempo eine Rampe zum Zug hinunter. Dieser war zweistöckig, aber wir wurden auf den unteren Stock gelotst. Das Zuginnere erinnerte mich ein wenig an eine Szenerie von Star Wars, aus dem inneren eines Raumschiffs. Wir fuhren bis fast ganz nach hinten im Zug. Die Abteile wurden durch automatische Tore abgetrennt. Wir stellten das Auto ab und, da Lily darauf bestand, stiegen wir rasch aus und sahen uns etwas um. Doch selbst sie stellte nach kurzer Zeit fest, dass es nichts Besonderes zu sehen gab ausser Tunnelwänden, die nun, da der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, an uns vorbeizogen. Die Fahrt dauerte nur eine halbe Stunde, doch in Frankreich angekommen mussten wir zuerst wieder den Ausweg aus dem ‚Bahnhof‘ finden. Von dort aus fuhren wir über die Autobahn quer durch Belgien, was insgesamt etwa nochmal viereinhalb Stunden beanspruchte. Langsam war Lily nicht mehr so aufgeregt, sondern eher gelangweilt und fragte ungeduldig, wann wir denn endlich da sein würden. Als wir auf dem Parkplatz des Gestüts von Kira Esenbeck ankamen, war ich auch froh, meine Beine wieder bewegen zu können. Wir hatten zwar ein paar Pausen eingelegt zwischendurch, aber es war trotzdem ziemlich mühsam gewesen, so lange zu sitzen. Jacky und Lily waren bereits auf Erkundungstour. Jonas und ich folgten ihnen in einigem Abstand und bewunderten die Ställe. Die meisten Ponys waren auf den Weiden, denn hier in Deutschland war das Wetter deutlich angenehmer und auch etwas wärmer als in England.

      Wir waren nicht ohne Grund den langen Weg hierher gekommen. Kira, die ich schon eine ganze Weile kannte und mit der ich über die Jahre auch öfter Kontakt gehabt hatte, gab ihre Zucht auf. Sie verkaufte daher bis auf ein paar ihrer Lieblinge sämtliche Zuchttiere. Sie hatte mich per Mail angeschrieben, ob ich nicht ein Welsh Pony für Lily gebrauchen könnte, da noch einige der Pferdchen ein Zuhause suchten. Natürlich hätte sie mir auch einfach Bilder schicken und ich ein Pony von England aus aussuchen können, doch ich hatte darauf bestanden, das Gestüt zu besuchen. Wir wurden beim Hauptstall empfangen, und es waren auch ein paar andere Besucher dort versammelt. Es war so etwas wie ein Tag der Offenen Tür für Interessenten oder sonst Neugierige. Wir wurden herumgeführt und bekamen das Gestüt in all seinen herbstlichen Farben zu Gesicht. Bei den Weiden angekommen, sahen wir uns dann die einzelnen Ponys an und pickten ein paar erste Favoriten heraus. Kira war ziemlich beschäftigt mit den vielen anderen potentiellen Käufern, also nahmen wir die Ponys selbstständig unter die Lupe. Lily gefiel All Pride, ein brauner Welsh B Hengst, sehr gut. Später stellte sich jedoch heraus, dass er bereits vergeben war. Ich blieb bei einer Rappstute stehen und meinte „die wär doch was“, doch Lily war skeptisch – ihr gefiel der Kopf dieses Ponys nicht so. Sie schien eine ganz bestimmte Vorstellung zu haben, wie ein Welsh B auszusehen hatte. Ich liess etwas wehmütig von der hübschen schwarzen Stute ab und sah mich nach dem nächsten Tier um. Schliesslich fiel uns eine Schwarzbraune auf, die mitten auf der Wiese graste. Sie war sehr dunkel, hatte aber gleichzeitig vereinzelt kräftige Brauntöne in ihrem Fell. Ihre wuschelige, schwarze Mähne war leicht gewellt und der Schweif schön dicht. Ausserdem schnupperte sie sofort neugierig an meinen und Lilys Händen und hatte tatsächlich einen „hübschen Kopf“, laut meiner Nichte. Als das Pony Lily ins Gesicht schnaubte, war diese hellauf begeistert und rief aus „die gefällt mir richtig gut!“ Ich sah mir rasch die Beine und den Rücken des Tierchens genauer an, bevor ich mein Okay gab. Die Stute schien ein gutes Alter zu haben und war ausgesprochen ruhig und sanft im Umgang. Zufrieden nickte ich, meine stillen Gedanken ordnend, und drehte mich nach Kira um. Ein paar Minuten später fand sie rasch Zeit für uns und stellte uns ‚Nosferatu‘ vor. 13 Jahre, 132 Zentimeter gross, Turniererfahrung, gekrönt und mehrfach an Shows ausgezeichnete Zuchtstute. Ich hatte nichts dran auszusetzen und auch Jonas fand es eine gute Idee, also unterschrieben wir den Kaufvertrag. Wir bekamen sie sogar fast geschenkt, aufgrund der Situation und duch den Freundschaftsrabatt. „So einfach geht das, jetzt ist sie deins“, erklärte ich Lily. Meine Nichte umarmte mich übermütig und mit einem zuckersüssen „Daaaanke“. „Das heisst aber auch, dass du dich gut um meine Nossi kümmern musst“, forderte Kira mit einem ernsten Blick zu Lily. „Klaro! Wir machen viiiiele Ausritte und Bodenarbeit.“ Kira schmunzelte, Jonas und ich ebenfalls. Als wir uns verabschiedeten, umarmte Lily Nossi nochmal symbolisch und gab ihr einen Schmatzer auf den Hals. Das Pony schaute irgendwie verschmitzt drein, sodass mich das Gefühl nicht losliess, dass sie ganz genau wusste, dass sie soeben ein neues Zuhause gefunden hatte. Wir gingen weiter auf unsere Wanderung durch die Vulkaneifel und kamen erst um zwei Uhr morgens wieder zuhause in England an. Zum Glück war Wochenende, sodass Lily ausschlafen konnte. Und auch Jonas und mir war dank den Pflegern ein wenig Ausschlafen gegönnt, immerhin bis acht Uhr.
      26 Okt. 2017
    • Occulta
      Herbstbeginn, oder: es gibt Ärger auf Pineforest Stable, Teil II
      Beck’s Experience, Rapunzel, Glenns Caress, Lady Diva from the Sky, Arctic Blue, Silhouette of a Rose, Papillon d’Obscurité, Tigrotto, Snottles Peppermint, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Sarabi, PFS’ Skydive, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, PFS’ Soñando Solas, PFS’ First Chant, PFS’ Cloony, PFS’ Cranberry, PFS’ Cupid, PFS’ Challenging Time, PFS’ Simply Priceless, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Mikke, Khiara El Assuad, Vai Alida, Rosenprinz, Valentine’s Cantastor, Empire State of Mind, Areion, Satine, Moon Kiddy, PFS’ Ljúfa, Feline, Numair, Anubis, Bintu Al-Bahri, Farasha, PFS‘ First Chant

      Das Telefon klingelte, und ich hechtete förmlich darauf zu, nur um gleich darauf enttäuscht die Stimme meiner Mutter zu hören. „Ja Mum, ich hab es nicht vergessen... Selbstverständlich könnt ihr an Halloween zu uns rüberkommen… Ja klar, ihr schlaft wie immer im Gästezimmer… Bye.“ Der Anruf, den ich eigentlich erwartete, war von der Polizei; mit Neuigkeiten über meine und Rosies gestohlene Pferde. Doch der blieb auch an diesem Morgen aus. Ich wurde zunehmend besorgter über den Verbleib von Numair, Anubis, Bintu, Farasha und besonders klein First Chant. Ich hoffte einfach, dass sie bald gefunden wurden und unversehrt zurückkehren konnten. Derweilen konnte ich immernoch nicht glauben, wie dreist der Dieb gewesen war. Unser Vertrauen auszunutzen, um sich zuerst ein Bild von der Anlage und den Pferden zu machen – das wahr ja wohl das Letzte. Und das allerschlimmste ist, dass ich davon nichts gemerkt habe! Auch nicht, als er so grosses Interesse an den Arabischen Vollblütern gezeigt hat. Dabei hätte mir seine gezielte Frage, ob ich denn auch Araber besitze, bereits fischig vorkommen müssen. Er wusste schon vorher von den Pferden, das ist sicher, und hat sich auf diesem Weg nur einen ersten Zugang zum Stall verschafft, um sich umzusehen. Doch sich darüber ärgern half jetzt auch nicht mehr. Alles, was ich tun konnte, war abwarten und Tee trinken – Schwarztee, um genau zu sein. Es war einmal mehr halb sechs Uhr, Frühstückszeit. Jonas, mir gegenüber, sah so aus, als würde er gleich mit dem Gesicht in der Müslischüssel einschlafen. Ich gab ein unterdrückt-amüsiertes Glucksen von mir, woraufhin er ausgiebig gähnte. Die Hunde mampften ihr Futter und Lily lag noch bis halb Acht unter ihrer warmen Bettdecke. Kurz darauf zog ich mir meine schwarze Fleecejacke an und verliess das Haus. Es war ein nebliger Morgen in England (wer hätte es gedacht) und noch versteckte sich die Sonne unter dem Horizont. Brrr, kalt und unheimlich. Ich lief etwas zügiger und machte meine morgentliche Stallrunde. Ich liess das Licht im Hauptstall an, woraufhin die meisten Pferde aufmerksam ihre Köpfe hoben und durch die Boxenfenster in die Stallgasse schauten. Ein paar grunzten hungrig, ein paar waren noch ein wenig verschlafen und liessen die Unterlippe hängen. Ich streichelte im vorbeigehen Rosenprinz‘ Nase. Auch Canto und Empire streckten mir erwartungsvoll ihre Köpfe entgegen. „Be patient, boys - your hay is coming.“ Ich hörte nämlich in diesem Moment Stimmen vom Eingang des Stallgebäudes herkommend, die verdächtig nach Ajith und Quinn klangen. „…you know nothing! You have no idea what kind of person he is, and yet you judge him?” “Quinn, I’m just worried about you…” “Oh please, save your breath. It’s none of your business, so stay out of it.” Das Gespräch brach ab und ich vermutete, dass Quinn davongelaufen war. Stirnrunzelnd begab ich mich in Richtung Eingang, um nach Ajith zu sehen. Der Pfleger stand an die Boxenwand gelehnt und sah ziemlich müde aus. „What was that?“, fragte ich vorsichtig. „You heard? Ahhh… Luck isn’t on my side today, huh…“ „Come on, you know I’ll always listen when you have something on your mind.“ Der Pfleger seufzte leise. “It’s about Quinn’s father. Apparently he has a drinking problem… He depends on her beause he has no work and he is apparently violent when he’s drunk; she had some bruises when she returned from visiting him in Ireland. She pretended to have bumped into something, but I don’t believe her. And now she’s angry with me for trying to help.” “I did know that her father is a difficult person, but I had no idea that it was so bad… Maybe I should try talk to her?” Er zuckte mit den Schultern und sah weg. Offenbar glaubte er, dass es ohnehin nichts bringen würde. Ich legte ihm meine Hand beruhigend auf die Schulter und setzte dann meine Runde durch den Hauptstall fort. Bei den Stuten sah ich, dass Khiaras Box etwas wenig Stroh hatte und rief daher in Richtung Ajith, dass sie heute Nachschub brauchte. Die Stute hatte ein seidiges Winterfell entwickelt, dass zwar nicht besonders lang war, sie aber dennoch schön warm zu halten schien. Sie sah mir freundlich entgegen und beschnupperte interessiert meine Hand. Ich streichelte sie rasch, mit einem liebevollen Lächeln im Gesicht. Zira entdeckte weiter vorne eine Maus und verschwand um die Ecke, während ich einen Blick in die restlichen Boxen warf. Alidas sonst so blutrotes Fell war im Moment eher gräulich, weil sie frisch geschoren war. Es hatte mir fast wehgetan, die schöne rote Wolle wegzurasieren, wo sie doch so zum Herbst passte. Aber die Stute hatte auch im Winter anstrengendes Training vor sich, bei dem sie sonst zu viel schwitzen würde. Dafür hatte Caprice ihren Pelz noch, der in leuchtendem Orange schimmerte. Ich sah sie gerade nur von hinten, denn sie sah zum Fenster raus. Mir fiel auf, wie dicht ihr Schweif geworden war, seit sie auf Pineforest Stable angekommen war. Mit dem dunkleren Streifen Haare in der Mitte und den feinen Löckchen an den kurzen, äusseren Haaren sah es richtig edel aus. Caprice bemerkte mich und drehte ihren Kopf nach hinten; aber ging weiter um sie nicht zu stören, denn ich hatte gerade sowieso nichts in der Tasche und sie wurde erst am Nachmittag von Charly bewegt.
      Dafür kümmerte ich mich um ein anderes orangenfarbiges Tier. Naja, sie war schon eher blutorangenfarbig, denn ihr Fuchsfell war jetzt im Winter besonders dunkel. Ich begrüsste Satine mit einer Karotte, die ich zuvor aus der Futterkammer stibitzt hatte. An ihrem grün gestreiften Halfter führte ich sie aus der Box und band sie beim Holzgitter unter dem Nebenstalldach an. Sie beobachtete mit ihren wachen, eisblauen Augen die vorbeilaufenden Pfleger und Pferde. Langsam wurde es nämlich lebendig auf dem Hof und die erste Gruppe von Rennpferden wurde auf die Bahn geritten. Ab nächster Woche wollten wir das Training wieder auf eine spätere Morgenstunde verschieben, da es jetzt ja nicht mehr so warm war und wir so wieder Tageslicht hatten. Ich bürstete Satine ausgiebig durch, bis nur noch ein bisschen Staub vom letzten Weidegang in ihrem Fell übrig war. Auch die Hufe kratzte ich sauber aus. Jonas führte Feline auf dem Kiesweg vor uns an uns vorbei zum Sandplatz. Ich beeilte mich mit Satteln und wir stiessen zu ihnen. Wir ritten die beiden Stuten nebeneinander warm, arbeiteten danach aber einzeln mit ihnen. Jonas machte mit der Criollostute Dressurarbeit, während ich mit Satine ebenfalls an Takt und konstanter Anlehnung arbeitete. Die beiden waren ähnlich weit in der Dressur – solide ausgebildet, aber nicht hauptsächlich darin gefördert worden. Satine war vor allem im Springen top, während Feline ein vielseitiges Freizeitpferd darstellte. Die Arbeit mit Satine machte heute richtig Spass, da die Stute konzentriert mitarbeitete und sich auch nicht von dem bunten Treiben um uns herum ablenken liess. Nur einmal zuckte sie zusammen, als Jacky sich geräuschvoll durch das Gebüsch, das den Sandplatz zierte, hindurchzwängte. Ich schickte die Jack-Russel Hündin zu Zira, die brav im Gras lag und wartete. Jacky setzte sich eher träge neben ihre jüngere Gefährtin und kam umso freudiger angehüpft, als ich sie nach dem Reiten wieder zu mir rief. Ich zerwuschelte das Fell der beiden Hunde zur Belohnung und führte dann Satine zurück zum Absatteln. Jonas war mit Feline schon vorausgegangen und brachte mir kurze Zeit später Moon Kiddy mit, die ich als nächstes Reiten wollte. Er hatte auch Ljúfa im Schlepptau, denn wir wollten gemeinsam mit Robin Lancaster ausreiten gehen. Die Isländerstute war noch ziemlich jung und früh eingeritten für eine Vertreterin ihrer Rasse. Wir hatten aber bisher nur leichte Arbeit mit ihr gemacht, vorallem Ausreiten im Gelände und ein paar leichte Qualifikationsshows. Galoppiert war sie noch nicht unter dem Sattel, nur Schritt, Trab und Tölt geradeaus. Ausserdem ritten sie nur die leichtesten der Pfleger, damit sie nicht übermässig belastet wurde. Deshalb übergab Jonas Ljúfa auch Robin, die gerade angelaufen kam. Jonas selbst holte hingegen Shira mit dem Knotenhalfter aus ihrer Box und band sie neben mir und Moon an. Die dreijährige Stute wurde gerade eingeritten und war erst einmal richtig unter dem Sattel gelaufen. Wir wollten heute nur eine kleine Runde mit den drei Stuten drehen, wobei Moon als erfahrenes Lehrpferd diente. Die Hunde warteten geduldig, bis wir gesattelt hatten. Sheela war nun auch dabei, denn sie war wiedermal bei Jonas geblieben. Beim Satteln war ‚Prinzesschen‘ noch ein bisschen unruhig, obwohl wir schon einige male geübt hatten. Ich liess die bereits mit dem Bosal gezäumte Moon rasch stehen und vertraute darauf, dass sie nirgens hinging, denn ich wollte Jonas noch bei Shira helfen. Wir zäumten die Ponystute über dem Knotenhalfter und ich nahm sie später beim Aufsteigen zunächst zusätzlich als Handpferd an den Strick. Als alle oben waren, ritten wir eine Runde zur Galoppwiese und dem Waldrand entlang. Zum Glück konnte ich mich so gut auf Moon verlassen, denn die Stute liess sich ausgezeichnet von mir dirigieren und zickte auch nicht, wenn wir Jonas mit Shira helfen mussten. Einmal wollte die unerfahrene Ponystute zum Beispiel nicht an einem Holzhaufen vorbei, sodass ich Moon kurzerhand nutzte, um sie vorwärts zu treiben. Auch mit den frischen Vollblütern war Moon jeweils Gold wert als Trackpony. Ich kraulte sie dankbar durch die dichte Mähne am Hals, als wir das Hindernis geschafft hatten.

      Den ganzen Morgen über ritt oder longierte ich verschiedene Pferde, kurz vor dem Mittag musste ich aber auch noch etwas Buchhaltung für Pineforest erledigen und mich daher in mein Schreibzimmer begeben. Danach hiess es Mittagessen kochen. Lily erzählte uns von nervigen Lehrern und Mitschülern, das Übliche. Sie schien froh, dass sie am Nachmittag keine Schule hatte und zu den Pferden konnte. Sie erklärte stolz, dass sie mit Areion heute Geländesprünge üben wollte. Ich hielt das allerdings für keine gute Idee angesichts des nassen Bodens und weil ich heute keine Zeit hatte sie dabei zu coachen. Es war mir einfach doch noch etwas zu riskant die beiden alleine an den teils massiven Hindernissen üben zu lassen, auch wenn sie nicht hoch eingestellt waren. Lily war natürlich enttäuscht, aber ich munterte sie auf indem ich ihr anbot, dass wir später zusammen mit den Fohlen spielen konnten und überzeugte sie, stattdessen mit Areion heute Abend zu Elliot in die öffentliche Dressurstunde zu gehen. Nach dem Essen nahm ich die Hunde mit zu den Miniature Horses. Die kleinen Pferdchen wollten schliesslich auch gepflegt werden und hatten sich schonmal schön schlammig gemacht, damit sie auch nicht zu kurz kamen. Während die Hunde durch das halbhohe Gras streunerten, begann ich Arco zu putzen. Der silbergraue Hengst hatte jetzt mit dem Winterfell deutlichere Dapples als im Sommer – früher war es manchmal noch fast umgekehrt gewesen. Seine fast ganz weisse Mähne war mit ein paar Dreck-Rastas versehen, welche sich aber gut entfernen liessen. Das wollige Winterfell striegelte und bürstete ich ausgiebig, aber die beine waren nicht gerade einfach sauber zu bekommen, so feucht wie sie waren. Ich putzte sie so gut es ging, verschwendete aber auch nicht zu viel Energie daran, denn er würde ohnehin bald wieder für Shows geschoren werden. Dasselbe war es auch mit Lenny und Becks. Wobei ‚Red’ schon vor dem Putzen von allen noch am besten ausgesehen hatte. Bei den Stuten war Lewis mittlerweile mit dem Misten fertig und bürstete nun ebenfalls fleissig die dichte Wolle der Vierbeiner. Er war mit Rose schon fertig und kümmerte sich gerade um Tigrotto. Ich schlüpfte unter dem Zaun durch und fing Lady ein. Die Fuchsstute folgte mir willig zum Zaun und liess sich genüsslich von mir massieren. Sie sah so edel aus, trotz des Winterfells, wenn sie ihren Hals vor Wohlsein rund machte. Mit den beiden Youngsters, Kiwi und Tiki, wollte ich einen kleinen Spaziergang machen. Lewis nahm bei der Gelegenheit auch gleich Queenie und Papillon mit. Die beiden hatten heute frei (sie waren gestern auf einer längeren Trainingsfahrt gewesen) und so ein Spaziergang war bestimmt lockernd für die beanspruchten Muskeln. Wir gingen mit den vier Ponys zum Fluss und über die Feldwege um Pineforest herum. Auf dem Heimweg begegneten wir Lily, die mit Peppy ohne Sattel und mit dem Stallhalfter unterwegs war. Ich rief ihr nach, dass sie bei der Strasse vorsichtig sein solle und erntete nur ein klangvoll ausgerufenes „Ich we-iss“. Lewis grinste nur belustigt und wir plauderten weiter über die kommenden Fahrturniere.
      Während Lily noch im Gelände herumdümpelte, ging ich schonmal zu Thairu, dem Zebra. Sie und Zazou, den wir ab und zu aus Gewohnheit immernoch Dante nannten, standen Popo-an-Kopf nebeneinander unter dem geschützten Unterstand, den wir für sie gebaut hatten. Beide hatten kaum Winterfell aufgrund ihrer Art, vertrugen die Kälte im Winter aber trotzdem ziemlich gut, solange sie einen Rückzugsort hatten. Ich trainierte im Moment nicht mehr so oft mit Thairu, weil mir die Zeit dazu schlichtweg fehlte. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ihr das schadete. Im Gegenteil; sie vergass kaum etwas zwischen den Trainingseinheiten und war jeweils entspannt, wenn wir wiedermal mit ihr arbeiteten. Ich putzte sie heute nur gründlich durch, ebenso wie den Wildesel neben ihr. Thairu mochte es besonders an ihrem Unterhals gestreigelt zu werden. Aber auch Zazou hatte eine Lieblingsstelle, nämlich hinter seinenen langen Löffeln. Ich klopfte dem Zebra beim Gehen auf den Po und begab mich in Richtung Fohlenweiden. Lily hatte Peppy versorgt und kam angerannt, als sie mich sah. „Was wollen wir mit ihnen üben?“, fragte ich meine Nichte, sobald sie in Hörweite war. „Blachen! Und den Gymnastikball, und vielleicht Flattervorhang?“ „Ich glaube Ball und Blachen reichen für heute, aber wir können noch ein paar Kegel aufstellen und Führtraining machen.“ „Ja!“ Sie lief voraus zur Halle, denn im Bereich vor der Reiterstube hatten wir einen Lagerraum für das ganze Bodenarbeitsmaterial. Ich folgte und gemeinsam trugen wir die Übungsgegenstände zu den Weiden. Die Hunde waren wie immer mit dabei, und bei der Halle waren wir dem Kater Kafka begegnet, der uns von der Treppe zur Tribüne aus scharfäugig beobachtete hatte. Als erstes wurden wir bei den Weiden von Skyrim begrüsst, der Lily sofort seine rosa Schnauze ins Gesicht streckte. Das erstaunte mich nicht sonderlich, so viel, wie sich meine kleine Nichte mit dem Reitpony beschäftigte. Auch die anderen Hengstfohlen kamen neugierig näher, während wir den ‚Parcours‘ aufstellten. Cupid begann sogar frech an der Blache herumzuzupfen und sie mit dem Huf zu bearbeiten. Simply blieb erstmal auf Abstand, traute sich dann aber doch neben Cupid an der blauen Blache zu schnuppern. Übrigens waren die Vollblutfohlen mittlerweile abgesetzt worden und nach Pineforest umgezogen. Das Verladen der halbjährigen war natürlich ein riesen Ereignis gewesen, mit viel Gequietsche und grossen Augen. Aber am Ende hatte alles ohne Zwischenfälle geklappt und die Fohlen waren gut angekommen. Als wir alles bereitgestellt hatten, holte ich zwei Halfter und Stricke damit wir das Führtraining machen konnten. Selbstverständlich behielt ich Lily die ganze Zeit im Auge, während sie zuerst Skyrim und danach Clooney durch die Pylonen führte. Sie hatte die Anweisung den Strick einfach loszulassen, falls sich einer der Halbstarken erschrecken sollte. Ich selbst führte Mambo an den Gymnastikball heran, bis er ihn mit den Vorderbeinen wegschubste. Er erschreckte sich leicht, liess sich aber erneut auf mich ein und war bei den weiteren Versuchen schon viel mutiger. Solas kam natürlich auch dran und zeigte bei den Blachen bereits jetzt Nervenstärke. Ich war sicher, dass er einmal ein hervorragendes Trailpferd werden würde.
      Bei den Stuten lief es ähnlich ab; die meisten waren ziemlich neugierig und untersuchten die Mitbringsel. Besonders die älteren wie Sarabi, Daedra, Snowflake, Fire und Dolly hatten schon einige solcher Spieleinheiten hinter sich und kannten die Gegenstände. Aber auch Cranberry traute sich sofort heran und bearbeitete den Ball mit ihren Fohlenzähnen. Ich war froh, dass Chime jetzt auch auf Pineforest war und ich sie jeden Tag im Blick hatte. Ella hatte zwar gute Arbeit geleistet und sich ausreichend um das schwächliche Stutfohlen gekümmert, aber mir war trotzdem wohler, wenn ich mich selber um sie kümmern konnte. Sie war und blieb ziemlich schmal, man sah auch ihre Rippen recht gut. Aber laut dem Tierarzt war sie soweit über dem Berg und mit genügend Futterzusätzen würde sie auch gross werden. Es war natürlich eine aufwändige Zukunft, die da vor uns lag, doch für das hübsche Stutfohlen wollte ich keine Mühen scheuen. Sie war mir schon so ans Herz gewachsen, dass ich sie keinesfalls loslassen könnte, auch wenn Oliver skeptisch war, ob die kleine jemals eine Zukunft als Rennpferd haben oder überhaupt gesund bleiben würde. Ich wollte es wenigstens versuchen und ihr diese Chance geben. Weniger dramatisch stand es um die dratige, grobknochige Karma. Sie war ein richtiger Brocken, und ich schätzte, dass sie wohl ein ordentliches Stockmass erreichen würde. Wegen ihrer langen Beine sah es lustig aus, wenn sie grasen wollte. Sie stand dann jeweils vorne ganz breit auseinander. Nun fehlte nur noch Indy, die immernoch bei Ella stand, weil sie ungefähr zwei Monate jünger als die anderen Fohlen war. Ich freute mich schon darauf, endlich alle Fohlen auf dem Hof zu haben. Lily und ich versorgten alles wieder in der Halle, sobald wir fertig waren. Danach gingen wir erstmal ins Haus um uns mit einer Tasse Tee aufzuwärmen, denn es war bereits am Vormittag eine kühle Bise aufgezogen, die sich hartnäckig gehalten hatte. Immerhin war der Himmer klar und blau. Lily ging später wie beschlossen in die Dressurstunde und ich kümmerte mich um zwei neue Pensionäre – denn ich hatte beschlossen, die leeren Boxen auf Pineforest zu vermieten. Im Moment standen schon zwei auswärtige Pferde im Stall, und eines davon war unser alter Freund Fajir. Der Besitzer war sofort mit ihm zurück hierhergezogen, als er von den freien Boxen erfahren hatte. Er war ohnehin seit er den Cremello besass zu uns in die Reitstunden gekommen, und nun konnte der begeisterte junge Herr auch von der restlichen Infrastruktur von Pineforest profitieren. Heute waren nun noch ein weiteres mir unbekanntes Pferd, und Majandro angekommen, den ich ebenfalls vor einer ganzen Weile verkauft hatte. Ich war sicher, dass auch noch weitere der Pferde folgen würden, die ich in unsere Nachbarschaft abgegeben hatte.

      Gegen halb Zehn Uhr klingelte das Telefon bei uns erneut. Ich liess Jonas rangehen, da ich gerade Wäsche bügelte, weil unsere Putzfrau (jawoll, so faul war ich seit Jahren) mit Grippe im Bett lag. Ich lauschte mit einem Ohr dem Gespräch und mein Puls schlug schneller, als ich mir zusammenreimte, worum es ging. „Sie haben sie gefunden?“, hauchte ich zu Jonas, der mir grinsend einen Daumen hoch als Antwort gab, während er dem Beamten zuhörte. Ich machte förmlich einen Freudensprung und konnte es kaum erwarten, die Details zu hören. „… Okay, we’ll pick them up right tomorrow, if that is possible. Yeah sure. Thank you so very much.“ Er legte auf und ich umarmte ihn erstmal vor Erleichterung. “Sie wurden in der Nähe von Southampton in einem Schuppen gefunden. Offenbar wollten die Diebe sie demnächst bei einer Nacht und Nebel Aktion per Schiff nach Frankreich und von dort aus mit gefälschten Papieren weiter transportieren. Die Polizei hat die Dokumente beschlagnahmt, es war offenbar alles schon vorbereitet. Wir hatten Glück, denn es wäre schwierig geworden, sie im Ausland aufzuspüren. Wir können sie morgen holen gehen – ach ja, und sie seien in einem recht guten Zustand, also ist ihnen nichts weiter passiert.“ Mir kamen beinahe Freudentränen, was mich erstaunte, weil ich normalerweise nicht so nah am Wasser gebaut war. Vielleicht werde ich doch langsam zu einem normalen Menschen wie alle anderen, überlegte ich im Stillen. Falls ja, liegt das definitiv an dem guten Einfluss meiner grossen Familie hier.
      29 Okt. 2017
    • Occulta
      Jungpferde und ältere Jungpferde
      PFS’ Sarabi, PFS’ Counterfire, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, Daedra, Nosferatu, Areion, Sika, Parányi, Vychahr, Bintu Al-Bahri, Farasha, Islah, Numair, Lindwedel, Circus Dancer, tc Herkir, Ljóski, Vai Alida, Cabinet of Caligari, scs Bluebell, PFS’ Dancin’ to Jazz

      Oliver und ich sassen zusammen in der Reiterstube und beobachteten die Reitstunde durch die grosse Glasscheibe. Lisa stand in der Mitte und dirigierte fremde, sowie unsere eigenen Leute durch verschiedenste Bahnfiguren. Mit einem Lächeln beobachtete ich die kleine Suri, Lilys neue Freundin, die auf Nosferatu leichttrabte. Sie bewegte sich noch etwas unbeholfen und hatte nicht immer ganz denselben Takt wie das Pony unter ihr, aber sie gab sich sichtlich Mühe und versuchte ihren Körper gerade zu halten. Lily, die mit ihrem Tinker Areion ein eingespieltes Team war, ritt ihr natürlich um die Ohren, aber dafür, dass Suri erst seit zwei Wochen im Sattel sass, schlug sie sich richtig gut. Pony Nossi benahm sich ebenfalls tadellos. Sie buckelte nicht, war nicht zu schnell und liess sich von Lisa per Stimmkommandos fast fernsteuern. Ich wandte mich wieder an Oliver, der mich fast gleichzeitig ansah. «So?», fragte ich mit erwartungsvollem Blick, denn der Trainer hatte mich hierherberufen, um über die jungen Vollblüter zu reden. «The Training this morning was okay. But I still worry, because your horses were started about 9 months later than all the others. They missed their complete two-year-old debut.» «And?» «Well, they sure have gained lots of muscles, but they had less time to build bone substance and gain experience.» «Yes, but instead they were able to grow unaffected by rider weight during these extra months. And they had more time to grow mentally aswell», rechtfertigte ich. «I just want to make a suggestion. You may want consider starting the yearlings from last spring, because they would be at an ideal age now.» «Mambo and the others? Isn’t that too early?», fragte ich mit einem mulmigen Gefühl. «Look, it is normal in the racing industry to start them at about 18 to 20 months of age. They are 20 months old right now, plus you don’t have any of your so called ‘more mature’ two-year-olds to train for the coming season. You know we treat them very gentle and Jockeys aren’t lightweight for no reason.» Ich runzelte nachdenklich die Stirn. Weil ich schwieg, fuhr er fort. «The reason why I didn’t complain last year or the year before that was because those two-year-olds had late brith dates and those dates were also too far apart. It would have been impossible to start them at a reasonable time for the racing season, considering their differences in age. I admit that I manipulated you into breeding at a convenient time so that the foals last year were mostly born in march, so this issue wouldn’t come up again. Early training is crucial so that their bone structure can adjust to the strains of racing.» «I don’t know… Not so long ago they were just little foals. I mean, I remember Dollys birth as if it had been yesterday.» «But look at them now. Thoroughbreds grow extremely fast, they were bred like that for exact that reason.» «Give me a little time to think about it.» Er nickte und stand auf. Ich blieb noch eine Weile sitzen und beobachtete die Reitschüler. Sie mussten sich gerade am Schulterherein versuchen. Darren ritt auf Sika, die deutlich dreispurig lief. Zufrieden lächelte ich bei dem Anblick. Darren bemerkte, dass ich ihn beobachtete, als er an der Scheibe vorbeiritt und lächelte verlegen zurück. Bei Lily klappte das Schulterherein noch nicht ganz, also holte Lisa sie zu sich in die Mitte und zeigte ihr, wie sie den Unterschenkel halten musste. Danach waren schon bessere Ansätze erkennbar, aber natürlich noch weit weg von den erfahreneren Reitern. Nosferatu lief zuverlässig zweispurig geradeaus, mit leichter Innenstellung. Aller Anfang war nun mal schwer, aber ich wettete, dass Lisa Suri auch gesagt hatte, dass sie es einfach versuchen solle und noch nicht beherrschen müsse. Für den Galopp nahm die Reitlehrerin ihre jüngste Schülerin dann auch an die Longe, während die anderen auf der A-Volte blieben. Suri musste sich im Moment nur am Sattel festhalten und sich an den Bewegungsablauf gewöhnen, die Zügel hatte Lisa für sie über dem Widerrist verknotet, damit das Mädchen die Hände frei hatte. Nossi war ziemlich gut ausbalanciert und lief zuverlässig im Kreis. Suri musste ihre Hände als Balanceübung vom Sattel lösen und frei nach aussen strecken. Einmal wurde Nossi dann doch etwas schnell, sodass Suri sich kurz erschrocken festhielt, danach aber gleich wieder mutig weiterübte.

      Als sie mit dem Austraben begannen, verliess ich die Reiterstube und begab mich in den Nebenstall. Es war drei Uhr, aber der Himmel war so düster, dass es mir vorkam wie Abend. Der Himmel war mit grossen, bauschigen Wolken bedeckt und ein kalter Wind schlich sich durch meine Jacke hindurch bis zur Haut. Die Stuten im Nebenstall kümmerte das sichtlich wenig. Sie raschelten gemütlich in ihrem Stroh und unterbrachen diese Tätigkeit höchstens, um zu sehen, ob ich ihnen etwas Besseres zu Fressen brachte. So auch Parányi, als ich ihre Boxentür entriegelte. Sie drückte mir erwartungsvoll ihre dunkle Schnauze ins Gesicht, typisch unsanft für ein junges Pferd, wie ich bemerkte. Weil es so windete, hatte die rappfarbene Stute auch wenig später beim Putzen viel zu glotzen. Vorbeiwehende Blätter, galoppierende Fohlen in der Ferne… Die Stute sah sich alles mit aufmerksam hochgestrecktem Kopf an und blendete mich sozusagen aus. Mir war das schnuppe, solange sie mich nicht irgendwie anrempelte oder mir auf die Füsse stand. Das schien sie auch zu wissen, denn trotz der Ablenkung gab sie ihre Hufe brav und stand schön still. Jedenfalls bis eine grosse, weisse Plastiktüte über den Schotterweg fegte. Da fielen ihr die Augen fast aus den Höhlen und sie musste laut rasselnd Luft einsaugen. Ich klopfte ihr beruhigend auf den Hals und stellte sicher, dass sie mich bemerkte. Trotzdem stand sie nach einem folgenden Zusammenzucken etwas breitbeiniger da als zuvor. «Schon gut, Glupschi. Es wird dich nicht auffressen», lachte ich bei dem Anblick. Insgeheim beschloss ich, dass die Stute wiedermal ein wenig Anti-Schrecktraining brauchte. Auch Jonas, der dem Plastiksack hinterherlief, um ihn in die Mülltonne zu schmeissen, bemerkte Parányi und mich. «Haha, freu dich auf nachher; so wie die heute drauf ist werdet ihr’s lustig haben», rief er mir entgegen. Ich meinte lachend, dass das auch meine Sorge sei. Nichts desto trotz sattelte ich Parányi kurz darauf und führte sie fertig gezäumt zum Aufsteigen auf den Kiesweg. Ich hatte tatsächlich einen Ausritt mit ihr vor, allerdings war mir zugegebenermassen unwohl, wenn ich mir den grossen, schwarzen Angsthasen neben mir ansah. Da kam mir Lewis gerade recht, der Vychahr auf den Sandplatz führen wollte. «Hey!», rief ich, «do you want to join me and Parányi instead?» Er hielt an und überlegte kurz, dann gab er mir ein Daumen-Hoch und schwang sich auf den Rücken des Fuchshengstes. Ich erklomm mein Reittier ebenfalls und schloss zu ihm auf. «Wanna visit Rosie?», fragte Lewis. «Sure.» Wir ritten zwischen den Tannen hindurch in Richtung Fluss, trabten nach der Brücke den ganzen Schotterweg bis zur Wilkinson Farm und spazierten auf den Hof. «Good day Mr. Gordon. Is Rosie at home?» Der stämmige Chefpfleger der Farm wischte gerade den Platz vor dem Stall, als wir ihn überraschten. «I will inform her, just a moment.» Er verschwand im Stallgebäude und brachte die dunkelrothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest Stable mit raus. Verwundert begrüsste sie uns. «I didn’t expect you to come today, what brought you here?» «Nothing really, we were just passing by and thought we’d say hello», erklärte ich. Sie meinte daraufhin, dass wir eigentlich gerade recht kämen, weil sie uns etwas zeigen wolle. Gespannt stieg ich ab und band Parányi beim Putzplatz an, Lewis tat es mir mit Vychahr unter Einhaltung genügenden Abstands gleich. Wir folgten Rosie zu den Weiden und entdeckten nebst den beiden friedlich grasenden Araberstuten Farasha und Islah auch noch eine weitere, graue Figur unter den Bäumen. Im ersten Moment dachte ich aus lauter Gewohnheit an First Chant, verwarf die Idee aber augenrollend sofort wieder – das Stutfohlen stand ja inzwischen auf unserer eigenen Fohlenweide zuhause. «That over there is Lindwedel. He’s a Fell pony, I bought him last week. He looked very cute with his curly mane and tail, so I thought ‘why not?’» «He sure is stunning. How old is he?» «16 years» «Really? And still so dark grey?», meldete sich Lewis zu Wort. «Yep. Doesn’t look like he will get much lighter, too.» «Nice. Gelding, I guess?», riet ich mit einem Blick auf die Weide mit den beiden Stuten. Rosie antwortete lachend «Of course.» Wir plauderten noch eine Weile, dann machten Lewis und ich uns wieder auf den Weg. Allerdings verliess ich den Hof nicht, ohne Anubis und Numair ein Leckerli zu bringen – wenn ich schon nicht wegen ihnen hier war. Bintu bekam auch eins, damit er nicht eifersüchtig wurde.

      Als wir von unserem Ausritt zurück waren, musste ich Parányi die Abschwitzdecke anziehen – obwohl sie am Bauch geschoren war. Wir hatten ein paar lustige Galopps und Geisterbegegnungen hinter uns, aber im Grossen und Ganzen war der Ausritt schön gewesen. Vychahr hatte sich von der Rappstute natürlich auch etwas anstecken lassen, war aber längst nicht so verschwitzt. Während ich Die Stute in ihre Box versorgte, hörte ich David und Elliot mit dem Anhänger zurückkommen. Die beiden hatten mit Dancin’ to Jazz ein Trail-Anfänger-Turnier besucht. Gespannt wechselte ich zum Parkplatz, sobald ich die Boxentür geschlossen hatte. Liebevoll lief ich zu Jazz und streichelte die Stute zur Begrüssung. «Heyy my beauty. How was she?» Elliot antwortete verschwörerisch «make a guess.» «…Last?», fragte ich besorgt. «Far off. They were placed second», enthüllte Elliot grinsend, und wurde prompt von meinem fröhlichen «yes!» abgewürgt. Ich umarmte den Hals der Stute und klopfte David stolz auf die Schulter. Meine Freude war gross, denn diese erste Platzierung der Stute zeigte mir, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Nun durfte Jazz aber erstmal zurück in den Offenstall und ihre Ruhe geniessen. Diese Woche war wirklich hervorragend gelaufen, denn es hatten auch gleich drei unserer Stuten ihre Körungen geschafft: Vai Alida, Cabinet of Caligari und meine kleine Bluebell.

      Mit bester Laune ging ich ins Haus und machte mir eine Tasse Tee. Nach der Kälte draussen war das eine weitere Wohltat. Kafka, der bunte Kater, sass draussen auf dem Fensterbrett bei der Küche. Ich beobachtete ihn durch die Scheibe. Er schien irgendwas zu sehen, jedenfalls blickte er tiefgründig in die Ferne. Ich konnte es nicht sein lassen, ihn zum Spass zu erschrecken, indem ich das Fenster aufmachte und «Buh!» rief. Er sprang runter und peitschte mit dem leicht gesträubten Schwanz, dann verschwand er um die Hausecke. «Du hast mich und die Pferde oft genug überrascht, geschieht dir absolut recht», murmelte ich rechtfertigend, hatte aber trotzdem einen Anflug von schlechtem Gewissen. Eine weitere Katze entdeckte ich unweit entfernt unter den Büschen die den Reitplatz säumten. Sie war nichts weiter als ein dunkler Schatten zwischen den Zweigen, nur die grünen Augen sah man deutlich. Es handelte sich um die scheuste der vier Katzen, Moya. Ich wollte sehen, ob Lisa schon Fortschritte dabei gemacht hatte, das wollige Tierchen zu zähmen. Ich öffnete die Haustür und stellte zunächst angewidert fest, dass Kafka mir mal wieder eine Kopflose Maus dagelassen hatte – das schlechte Gewissen von zuvor verflüchtigte sich augenblicklich. Ich schob die kleine Leiche mit dem Fuss von der Terrasse ins Gras und näherte mich dann vorsichtig meinem Ziel. Moya war schon im Begriff aufzustehen und zu flüchten, also kniete ich rasch runter und lockte sie mit allem, was mir einfiel. Sie sah mich mit grossen Augen an, die misstrauischer nicht hätten sein können. Aber sie blieb kauernd unter dem schützenden Gebüsch, und liess mich ganz langsam näherkommen. Ich konnte schon fast den Arm nach ihr ausstrecken, als plötzlich Jonas von hinten rief «Was machst du da, Occu?» Ich zuckte zusammen, und bevor ich es realisierte, erkannte ich nur noch knapp einen schwarzen Schatten bei den Paddocks des Nebenstalls verschwinden. Enttäuscht richtete ich mich auf und strich mir die feuchten Hände an den Hosen ab. «Na toll, ich war so nahe dran», schmollte ich vorwurfsvoll an Jonas gewandt. «Die schwarze Katze? Die kann doch niemand streicheln. Sogar Lisa hat aufgegeben.» «Lisa ist auch dauernd hyperaktiv, da würd ich auch abhauen.» Wir lachten und schlenderten über den Hof. Zira entdeckte mich und kam vom Parkplatz her angerannt, fast an ihrer eigenen Zunge erstickend. Ich knuddelte sie liebevoll durch. «Wenigstens die ist anhänglich», stellte ich fest. «Und was ist mit mir?», meinte Jonas empört und umarmte mich spielerisch. «Ja ja, schon gut. Du brauchst mich nicht gleich zu zerquetschen. Wie war überhaupt dein Tag? Ich hab dich heute kaum gesehen, ausser beim Mittagessen und Plastiksack-Jagen.» «Ich war auch dauernd im Gelände unterwegs. Am Morgen mit Herkir, in Begleitung Ljóski und Lewis –» «Haha, ich vorhin auch. Wir waren mit Vilou und Parányi draussen.» «Ach, ich hab mich schon gefragt wo er steckte; ich war, nachdem du weg warst, mit Dancer auf dem Sandplatz, um Dressurarbeit zu machen und hab seine Sprüche bezüglich meines Stuhlsitzes vermisst.» «Der ist doch schon viel besser geworden, nicht?» Er zuckte mit den Schultern. «Wir können ja heute Abend zusammen zu Elliot in die Stunde gehen, dann wird er’s dir schon sagen. Ach ja, ich muss noch was Wichtiges entscheiden – Oliver hat mir schon Dampf unter dem Hintern gemacht.» «Was denn?» «Ob wir Generation Mambo schon jetzt einreiten sollen.» «Eiiigentlich sehen die ja schon ganz ordentlich aus, da hat der alte Olly schon Recht.» Beim Begriff ‘alter Olly’ musste ich belustigt glucksen. «Lass ihn das nicht hören, ja? Der reisst dir den Kopf ab. Aber ernsthaft, meinst du die sind so weit?» «Komm mal mit.» Wir liefen zu den Weiden und beobachteten die Stutfohlen eine Weile. Ich unterbrach das Schweigen nachdenklich. «Weisst du, Oliver hat schon Recht, wenn er sagt, dass sich der Körper der Vollblüter so früh wie möglich an die Belastung anpassen und entsprechend Substanz bilden sollte. Mit zunehmendem Alter ist der Effekt einfach nicht mehr derselbe, und gerade wenn sie noch im Wachstum sind, können sich mit dem richtigem Training die optimalen Strukturen entwickeln, damit sie später trotz der Rennbelastung lange gesund bleiben.» Jonas sprach zuversichtlich: «Ich meine, wenn du merkst, dass sie überfordert sind, kannst du jederzeit abbrechen und sie wieder auf die Weide stellen. Da könnte auch ein Oliver nichts entgegenhalten. Ausserdem kannst du sie im Voraus und zwischendurch Tierärztlich abchecken lassen, wenn das dein Gewissen beruhigt. Und zuletzt könntest du ja auch einen Kompromiss machen, indem du dich einverstanden erklärst, dass sie zwar schonend trainiert werden, aber nicht an Rennen starten bis sie dreijährig sind. So wäre zumindest der Einwand wegen des Knochenwachstums vom Tisch.» «Die Idee mit dem Kompromiss ist genau das, was ich gebraucht habe», rief ich dankbar aus. «Das Training selber leuchtet mir nämlich wie gesagt gewissermassen ein, aber mir war es ein Dorn im Auge, schon an den Rennen für die Zweijährigen teilzunehmen. Ich finde das einfach zu früh. Aber diesen Vorschlag werde ich Oliver nachher mal unterbreiten. Und sonst zieh ich mit seinem Plan nicht mit, Vogel friss oder stirb.» Mit einem beruhigten Gewissen streichelte ich Thalia, die an den Zaun gekommen war. Die beinahe schneeweisse Stute untersuchte mit ihrer rosa Schnauze meine Hand und schleckte mir die kalten Finger ab. Hinter ihr tauchten auch Dolly und Sarabi auf. Nur Daedra und Counterfire blieben zusammen mit den jüngeren Fohlen in der Mitte der Weide und grasten weiter. Bei Daedra würde ich mit dem Training auf alle Fälle auch noch warten, denn sie war im Herbst geboren und damit ein halbes Jahr jünger als die anderen. Das sah man ihr auch deutlich an.

      Wie beschlossen, redete ich gegen sieben Uhr mit Oliver, den ich in einer der Sattelkammern im Hauptstall erwischt hatte. Er war nicht nur einverstanden mit meinem Vorschlag, sondern wirkte damit sogar sehr zufrieden. Wir beschlossen, die Youngster morgen in den Hauptstall zu verschieben und mit der Gewöhnung an die Ausrüstung zu beginnen. In den nächsten Wochen würden sie noch vollkommen ohne Reitergewicht, an der Longe oder Doppellonge, trainiert werden. Erst dann wollten wir langsam die leichtesten der Jockeys auf ihre Rücken setzen und viel Schritt im Gelände reiten. Wenn alles gut lief, konnten wir danach mit der Trabarbeit beginnen. Ich bestand ausserdem auf die Tierärztlichen Untersuchungen. So konnte ich einigermassen entspannt zu Bett gehen.
      29 Nov. 2017
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    Wilkinson Farm
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    Occulta
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  • "Schmetterling"

    Offizieller HG

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    Vom: Polarfuchs

    Vom: Curly First
    Aus der: Naughty xx


    Aus der: Love is Wicked

    Vom: Lover
    Aus der: Wicked



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    Rufname: Farasha
    Geburtstag: 20.07.
    Alter: 13 Jahre
    Stockmaß: 1.55 m
    Rasse: Arabisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Rappe
    (Ee,aa)
    Abzeichen: Blesse
    Gesundheit: sehr gut


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    Brav, fleissig, umgänglich, klug


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    Farasha ist eine junge kluge Stute, die sich selbst ihre Manieren beigebracht hat. Die Schwarze ist eine harmonische Stute, die sich gerne präsentiert, wie eine echte Diva. Verwöhnprogramm und Leckereien sind für sie Standartmaßnahmen um die kein Weg herum führt. Sie besitzt wundervolle bequeme und weiche Gänge, die typische Eleganz und den Ausdruck der Araber sowie gehöriges Temperament. Sie hört auf die kleinsten Hilfen und arbeitet gerne mit. Sie reagiert auf die leichtesten Hilfen und ist nur ein Pferd für sehr gute Reiter. Ab und an kann sie aber auch recht schreckhaft sein oder einfach einen schlechten Tag haben. Auch ist die Araberstute unkompliziert im Umgang, dennoch ein wenig ungehalten und manchmal unkonzentriert. Mit anderen Pferden versteht sie sich jedoch gut und auch Tierartzt und Hufschmied sind bei der neugierigen Maus gern gesehen.
    Farasha (ehemals Finja) stammt aus einem Privaten Gestüt. Ihre Mutter hat sie schon als kleines Fohlen sehr gut erzogen. Ihre Gangarten waren nicht hart wie bei den anderen Dreijährigen sondern sehr weich und bequem.

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    Besitzer: Occulta (Rosie Wilkinson)
    Ersteller: Citara, umgemalt by Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Ja
    Nachkommen: Aikon Aszu, Hestia, Flea, Felisha, Wüstentänzer, Shakoor, Halik Ibn Hawar, PFS' First Chant


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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: A

    Eignung: Galopprennen, Distanz
    Eingeritten: ja


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    [BSK 373]
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    1. Platz 39. SdMW
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    3. Platz 10. Synchronspringen
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    3. Platz 167. Distanzturnier
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    Farasha's Spind