Occulta

• Chiccory ox, EVB ♂

Hengst | bay splash

• Chiccory ox, EVB ♂
Occulta, 14 Feb. 2017
    • Occulta
      Alte Berichte:
      Chequille, 26 Jan. 2012
      Chiccory an der HK 422 für Braune Pferde

      Heute war es soweit. Unsere erste Hengstkörung stand an!
      Da Chiccory und ich erst seit kurzem ein Team waren, stellte ich den aufgeweckten Junghengst an der Hand vor. Bevor es losging, hatte ich ihn ablongiert, damit er in der Halle später etwas ruhiger war. Gerade legte ich die Longe weg und klipste die Zügel wieder ins Gebiss, als die Stimme des Sprechers erklang. "Das waren ChickenGeorge und Hjalti von Unterwertach. Wir kommen nun zum Ende der heutigen Körung und begrüßen unser letztes Paar, Chequi und ihr englisches Vollblut Chiccory in der Bahn!"
      Aufgeregt atmete ich nochmal durch, tätschelte meinen munter durch die Gegen schauenden Hengst und lief dann strammen Schrittes los. Mein auffällig gefärbter Chicco folgte mir fröhlich und brummelte begeistert, als wir die vollbesetzte, lichtdurchflutete Halle betraten. Übermotiviert trabselte er neben mir her, schüttelte den Kopf wie ein Wildhengst und deutete ein spielerisches Steigen an. Mehr oder weniger sanft bremste ich ihn mit einer Parade und murmelte ein halbwegs strenges "Jetzt nicht!", um ihn dann zu X zu führen, wo ich rasch grüßte und dann im Schritt wieder loslief. Immer noch brummelnd und blubbernd, jetzt allerdings brav in seinem schreitenden, wiet aussgreifenden Schritt, marschierte der Dreijährige neben mir her.
      Ich führte Chicco einmal um die ganze Bahn, dann eine vierbögige Schlangenlinie, mit der ich einen Handwechsel vollführte. Auf der anderen Hand umrundete ich die Halle ebenfalls ein ganzes Mal. Danach ließ ich das englische Vollblut mit einer sanften Parade und einem leisen "Brrr!" anhalten. Lobend tätschelte ich Chicco kurz, was er mit einem zärtlichen Stupser quittierte. Kopfschüttelnd versuchte ich ihn davon abzuhalten, dloch letztendlich huschte mir doch ein Grinsen über mein Gesicht. So war er eben, mein Kleiner!
      Nun klinkte ich die Zügel aus. Ich wusste, dass ich beim Traben nicht mithalten konnte, ganz zu schweigen vom Galopp. Bis Chicco verstanden hatte, dass er frei war, dauerte es einige Sekunden, dann quiekte er plötzlich aus, sprang mit allen Vieren in die Luft und preschte buckelnd los. Entgeistert blickte ich in eine Staubwolke und schluckte. So viel zum Thema ablongieren...
      Da sich mein temperamentvoller Hengst jedoch schnell ausgetobt hatte und dann ganz ordentlich seine Runden drehte -er baute sogar zwei perfekte Galoppwechsel mit ein und präsentierte sich so auf beiden Händen, ohne dass ich etwas tun musste-, ließ ich ihn erstmal machen. Irgendwann war er anscheinend genug galoppiert und er ging zum Trab über. Müde war er wohl immer noch nicht, denn jetzt schwebte er geradezu durch den Sand. Lächelnd schaute ich ihm zu und ließ ihn dann nochmal die Richtung ändern. Als er sich auch hier schön gezeigt hatte, veranlasste ich ihn durch gutes Zureden zum Durchparieren. Langsam und scheinbar sehr glücklich schlenderte er dann zu mir und ließ sich brav einfangen. Ich lobte ihn, führte ihn nochmal zu X um abschließend zu grüßen und verließ dann mit ihm die Halle.


      Chequi, 31.03.2012
      31. März - Frühjahrsputz!

      Da endlich mal wieder schönes Wetter war, die Sonne nur so lachte und sich die Winterkälte wohl endgültig verzogen hatte, war heute ein großer Frühjahrsputz angesagt. Dieser sollte jedoch nicht wie üblich bei mir Zuhause stattfinden, sondern vorallem am Stall. Jedes meiner Pferde sollte heute ausgiebig geputzt und geschrubbt werden, damit sie endlich ihre dicke Wolle und den festgesetzten Staub loswerden und mal wieder richtig glänzen konnten. Weil ich alleine für meine ganze Herde wahrscheinlich bis zum nächsten Winter gebraucht hätte, hatte ich mir ein ganzes Einsatzkommando einberufen: Meine Mama, mein Freund Max, Meine Patentante Simi, meine 7-jährige Cousine Malou, ihr 9-jähriger Bruder Jano und meine Freundinnen Lara und Janina, alle wollten sie heute helfen. So trafen wir uns morgens früh um 10 Uhr auf dem Hof und hielten eine kurze Teambesprechung ab. Hoch motiviert ging es dann an die Arbeit; wir begannen mit den sechs Stuten. Als erstes holte ich Nanu Nana für Jano und Malou, denn sie war die kleinste und liebste meiner Damen. Sofort freundeten sich die Drei an und die Kids hatten viel Spaß mit der gescheckten Ponystute.Lara übernahm Cinnemont's History , Janina pflegte Cassini's Girl und Mama sowie meine Tante, die übrigens Mama's Zwillingsschwester ist, übernahmen gemeinsam Tears in Heaven. Max nahm sich Ocean Water an und ich sorgte mich um Rabenkönigin. Leider war die Reitponystute immer noch relativ scheu und neigte zu aggresivem Verhalten in Situationen, die ihr unbehaglich vorkamen. Aus diesem Grund wollte ich ihr den Tumult am Putzplatz nicht antun und putzte sie kurz auf der Koppel, um dann einen gemütlichen, ruhigen Spaziergang zu machen. Die Sonne schien ihr zu gefallen und so war Rabi ziemlich entspannt. Nach zwanzig Minuten kehrten wir auf den Hof zurück, wo meine Freunde noch voll im Gange waren. Ich brachte meinen Schützling auf die Koppel zurück und half dann hier und da bei den Anderen, bis die Stuten allesamt glänzten und vom größten Winterpelz befreit waren. Als nächsten waren die Hengste an der Reihe. Dass die Kinder Landzauber übernahmen, verstand sich von selbst, immerhin hatten sie schon öfter Bekanntschaft mit dem kleinen Pony gemacht und kannten ihn und seine Späße, wobei die natürlich nie böse gemeint waren und nur noch mehr Vergnügen bei Jano und Malou erzeugten. Wie erwartet kam es fast zum Streit, weil meine Helferlein sich nicht einigen konnten. Alle Hengst -bis auf Monte- waren nahezu Engelchen, sodass ich niemandne zuteilen wollte. Schließlich entschied sich Janina für Horshoe and Handgrenades und Lara für Donut , Mama übernahm Louis und Simi durfteVelino übernehmen, was sie zu einem stolzen Strahlen brachte. Kopfschüttelnd lachte ich und schaute Max mit hochgezogenen Augenbrauen an. Er wusste genau, was gemeint war und erwiderte mein Grinsen. Da nun nur noch Monteund Chiccory über waren, war relativ schnell klar, dass mein Liebster sich um Chicco kümmern würde. Er grummelte ein bisschen vor sich hin, doch fand sich damit ab. Schadenfroh streckte ich ihm die Zunge raus, allerdings war ich mir nicht sicher, ob es anders rum nicht gerechtfetrigter gewesen wäre. Immerhin war Chicco nur ein bisschen zappelig; Monti hingegen war tatsächlich ziemlich fies. Seufzend überließ ich die anderen abermals sich selbst und wandte mich dem auffälligen Schecken zu, der mich schon argwöhnig aus den Augenwinkeln heraus anschielte und mir den Po zu wand. Ich schluckte und wagte mich dann doch, auf den Hengst zuzugehen. Immerhin wusste ich ja, dass er nichts für sein Verhalten konnte und eigentlich auch ein liebes Pony war. Er wusste es nur noch nicht!
      Wie bei Rabi stellte sich jedoch heraus, dass Monte dank dem schönen Wetter wohl besser drauf war, als gewöhnlich. Er versuchte lediglich zweimal nach mir zu schnappen, als ich den Strick in sein Halfter, welches er sicherheitshalber immer trug, einklinkte und unterließ es ganz, nachdem ich ein deutliches 'Nein!' ertönen ließ. Überrascht lobte ich ihn überschwänglich, was er mit einem genervten Seufzen quittierte. Ich kicherte und ließ ihm dann seine Ruhe, in dem ich das Putzen weg ließ und ihn am langen Strick bei einem Spaziergang hinter mir her laufen ließ, ohne ihn auch nur anzusehen. Als wir wieder daheim waren, passierte etwas unerwartetes, was eigentlich nichts Besonderes war, mir jedoch unheimlich viel bedeutete. Als ich Montes Strick löste, rannte der Hengst nicht wie gewöhnlich mit angelegten Ohren, zischendem Schweif und Austreten davon, sondern er lief seelenruhig zwei Schritte weiter, schaute mich kurz an und begann dann zu fressen, ohne die Flucht zu ergreifen. Zwar würdigte er mich keines Blickes mehr, doch für mich war das ein Zeichen der Besserung. Noch fröhlicher als zuvor gesellte ich mich zu den anderen und berichtete von dem schönen Vorfall. Die anderen schienen etwas verständnislos, lediglich Max kannte Monte so wie ich und schenkte mir ein zärtliches Lächeln und einen anerkennenden Blick. Er wusste, wieviel mir dieser Schritt des problematischen Ponies bedeutete. Als die anderen Hengste auch wieder auf der Koppel waren, ging es als letztes an die Fohlen. Meine Cousine und mein Cousin bekamen auch hier wieder den Kleinsten, Inside. Janina entschied sich für Ballerina und Lara nahm sich Come to an End an. Mama und meine Tante kümmerten sich zusammen um die Reitponyfohlen Love is on Fire und Nessaja. Weil ich heute schon so viel gekämpft hatte, überließ Max mir meinen Liebling, Heroin Junkie und er opferte sich für den frechen Made of Steel. Dankbar drückte ich ihm einen Kuss auf die Stirn. Dieses Mal konnten wir alle gemeinsam putzen und es stellte sich als mega lustig heraus. Wir quatschten viel und genossen die Arbeit, die sich eingentlich gar nicht wie richtige Arbeit anfühlte, sondern ein richtiges Vergnügen war. Auch den Fohlen schien die Pflege Spaß zu machen, sie waren alle super drauf und sorgten für eine Menge Lacher. Weil die Zeit wie im Fluge verging und wir rasch mit dem Putzen fertig waren, machten wir noch einen gemeinschaftlichen Spaziergang im goldenen Licht mittlerweile abendlichen Sonne. Es wurde nun jedoch rasch kühl und da wir alle nur T-Shirts anhatten, machten wir und wieder auf den Heimweg.
      Wir brachten die Fohlen auf die Weide, knuddelten noch eine Runde und setzten uns dannach noch zusammen ins Reiterstübchen, um gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen. Noch einige Zeit saßen wir zusammen, ehe wir uns voneinander verabschiedeten, natürlich mit dem Versprechen, so etwas bald zu wiederholen.

      Joyful, 3 Apr. 2012
      Chiccory an der HK 420 für Schecken

      Heute Stellte ich meinen 1,71m großen Englisches Vollblut Hengst Chiccory ox bei der Körung für Schecken vor. Chiccory stand ruhig neben mir und wartete auf unseren Auftritt. Dafür das er ein Vollblut Hengst ist war er ziemlich ruhig. Dann rief der Ansager uns auf. Ich tauschte noch schnell das normale Halfter gegen einen Kappzaum mit kombinierter Trense aus und führte ihn an der Longe herein. Wir stellten uns zusammen auf das X und gingen anschließend zu den Richtern und ich erzählte ihnen was so besonders an Chiccory ist. Ich sagte: Chiccory ist ein 1,71m Englisches Vollblut großer Hengst der einen immer zum lächeln bringt auch wenn er sehr stürmisch ist lässt er sich von jedem händeln.` Nachdem ich das gesagt hatte wuschelte Chiccory mir durch die Haare und ich musste lachen. Dann stellte ich mich in die Mitte des oberen Zirkels und ließ Chiccory los gehen. Als erstes ließ ich ein paar Rundne Schritt gehen dann ließ ich ihn zwischendurch stoppen und Rückwärtsrichten. Dann ließ ich ihn die Hand wechseln und auf zeigte auf der anderen Hand das gleiche. Anschließend ließ ich ihn traben Sein Trab war sehr schwungvoll aber gut kontrollierbar. Ich holte durch `spielen` der Longe seinen Kopf in miene Richtung und trieb siene Hinterhand nach außen. Chiccory kreuzte sie Beine sehr schön und lief ein Schenkelweichen. Dann wechselte ich die Hand und ließ ihn auf der anderen Hand ebenfalls Schenkelweichen zeigen. Anschließend ließ ich ihn galoppieren und ließ ihn auch im Galopp das Schenkelweichen zeigen. Danach ließ ich ihn durch eine Hinterhanddrehung die Hand wechseln. Auf der anderen Hand zeigte neben dem Schenkelweichen auch das Zirkel vergrößern und verkleinern. Dann parierte ich ihn in den Schritt durch und holte ihn zu mir in die Mitte. Ich ließ die Fleißigen Männlein schnell die drei Kreuze auf bauen und ließ dann Chiccory auf beiden Händen rüber springen. Er machte das so gut das ich ihn sogar fast 0,80m große Steilsprünge springen ließ. Dann fing ich ihn wieder ein und stellte ihn auf das X und verabschiedete mich von den Richtern. Ich ließ Chiccory noch ein Paar Kunstücke zeigen und ging dann raus um auf unser Ergebnis zu warten.


      Chequille, 7 Mai 2012
      Chiccory an der BHK 421 für Vollblüter

      Den Sattelgurt anziehen, den Sperrriemen zumachen, die Turnierbluse richten und schon kann es losgehen. Ich hielt mich am Sattel fest, setzte den Fuß in den Steigbügel und hievte mich in den Sattel, wo Ich erst nochmal alles richten musste. Ein Helfer befestigte die Startnummer an der Trense, während Ich die Steigbügel nochmals nachstellte um optimal sitzen zu können. Als der Helfer die Nummer befestigt hatte, wünschte er mir nochmals viel Glück. Ich lächelte und hatte das Tor fest im Blick. Vom Pferderücken aus konnte man alles genauestens beobachten. Den Vorreiter in der Halle, der gerade seine Bahnen zog, die Zuschauer die teilweise wild umherschnatterten, aber auch gebannt zusahen und die Richter, die natürlich alles mit Ihren Augen aufnehmen. Man könnte Nervös werden, aber Ich versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben. Es dauerte nicht lange, da öffnete sich das große, massive Tor und die Vorreiterin kam aus der Halle geritten mit einem leicht geknickten Blick. Ich lächelte Ihr aufmunternd zu, bevor Ich Chiccory zu verstehen gab, in die Halle zu laufen. Ich ließ Chiccory im Schritt auf X gehen, wo Ich Ihn anhielt. Ich begrüßte die Richter, nahm die Zügel wieder auf und ließ Chiccory im Schritt auf dem oberen Zirkel laufen. Als wir wieder bei K angelangt waren ließ Ich Ihn durch den Zirkel hindurch wechseln. Wieder bei K angekommen trabte Ich Chiccory an und ritt Ihn auf der ganzen Bahn. Als wir in der Ecke bei F waren, wendete Ich Chiccory in einer Volte und ritt zum Hufschlag zurück. Nun Galoppierte Ich Ihn an und ritt Ihn eine Runde durch die ganze Bahn, bevor Ich in Schlangenlinien durch die Bahn galoppierte.
      Bei A parierte Ich Chiccory in den Trab durch und wechselte durch die ganze Bahn.
      Bei C angekommen wendete Ich Chiccory und ritt Ihn auf X, wo Ich Ihn anhielt und erstmal lobend den Hals klopfte. In großen Schritten kam einer der Richter auf uns zu und überreichte mir ein Mikrofon, welches Ich dankend annahm. "Erzählen sie uns, wieso sie und Ihr Pferd gewinnen sollten!" sprach einer der Richter am Tisch in sein Mikrofon und gab unseres frei. Ich räusperte mich kurz, weil ich mich wunderte wieso er dachte Chiccory wäre mein Pferd. "Chiccory ist ein Weltklasse Hengst der es allemal verdient hätte, in einem Zuchtbuch zu stehen! Er hat einen Klasse Charakter, ist Liebenswert und hat einen wahnsinnigen Bewegungsdrang den man besser ausfüllen sollte! Chiccory ist auf Aufmerksamkeit aus, zeigt aber keine Hengstmanieren und ein wahrer Gentleman!" sagte Ich und übergab dem Richter sein Mikrofon wieder. Als der Richter wieder Platz genommen hatte, wendete Ich Chiccory und verabschiedete uns von den Richtern. Ich wendete Chiccory zu C und trabte Ihn an. Das Tor öffnete sich und wir konnten aus der Halle heraus reiten. Draußen angekommen lockerte Ich den Sattelgurt, stieg ab und ließ Chiccory trinken.
      Nun hieß es das Ergebnis abwarten.


      Chequi, 15.07.2012
      17. Juli - Endlich mal wieder zu den Pferden!

      Genauso wie das Wetter war heute auch meine Laune; alles andere als sonnig. Wenig Schlaf und zu viel Arbeit sorgten seit Wochen dazu, dass ich enorm erschöpft und ausgelaugt war und es kaum mehr zu meinen Lieblingen schaffte.Heute allerdings wollte ich mich endlich mal wieder meinen Pferden widmen. Anstatt also auszuschlafen, machte ich mich um Acht Uhr schon auf den Weg auf den Hof. Und obwohl ich total fertig war, ging mir das Herz auf und ein freudiges Lächeln huschte über mein Gesicht, als ich die drei Herden auf ihren Koppeln erblickte, friedlich grasend und entspannt, trotz des wolkenverhangenen Himmels. Wie immer war es als erstes
      Cassini's Girl, die mich erblickte und freudig begrüßte. Sie begleitete mich schon seit Fohlenalter und hatte mich noch nie im Stich gelassen. Liebevoll begrüßte ich sie mit einem Küsschen und nahm sie mit an den Putzplatz, um sie ein wenig zu verwöhnen eine gemütliche Runde auszureiten. Mittlerweile vertraute ich ihr blind, sodass ich einfach einen Strick zu Zügeln an ihr Halfter bastelte und mich ohne Sattel auf den gut bemuskelten Rücken meines Lieblings zu schwingen. Wir waren eine Einheit, gaben uns Sicherheit. Der Ausritt half mir, wieder mein inneres Gleichgewicht zu finden und auch wenn er von nicht allzu langer Dauer war, fühlte ich mich gleich besser und fitter. Auch Girlie genoss unseren Ausritt und lief zufrieden am langen Zügel vorwärts. Nach etwa einer halben Stunde kehrten wir auf das Gut zurück und ich brachte meine Schönheit wieder auf die Koppel, natürlich nicht, ohne ihr noch ein Leckerchen zuzustecken. Prüfend schaute ich auf die Uhr. In zehn Minuten sollten meine Reitschülerinnen kommen, denen ich seit einigen Wochen Unterricht auf meinen Pferden gab. Rasch schaute ich auf die Liste, wer heute kommen sollte und entschied, dass ich den Kleinen heute mal die Ponystuten überlassen wollte. Die vier Mädchen saßen mittlerweile sicher, sodass ich nebenbei auch noch reiten konnte. So waren die fünf Damen bewegt, Tears in Heaven würde nachher Besuch von ihrer Reitbeteiligung Jeannie bekommen. Auch
      Horseshoe and Handgrenades hatte eine Reitbeteiligung, Kaja. Die beiden waren 16 Jahre alt und ritten wirklich gut. Ich wusste, dass die beiden Hannoveraner bei ihnen gut aufgehoben waren und freute mich über die Hilfe mit den Pferden. Nicht selten halfen die jungen Mädchen nicht auch noch anderweitig im Stall und griffen mir bei den anderen Pferden unter die Arme. Nun widmete ich mich aber erstmal meinen anderen Reitschülerinnen, die freudig auf mich zugestürmt kamen. Ich hatte gar nicht mitgekriegt, wie sie gebracht worden waren und war deshalb erstmal etwas verdutzt, als mir vier kleine Mädels im Alter von sieben bis zehn am Arm hingen, doch rasch stimmte ich in ihr Gelächter mit ein und schüttelte die Damen ab, um für Ruhe zu sorgen. "Na, na, meine Lieben! Nicht so stürmisch", erwiderte ich grinsend. Als sich die Meute etwas beruhigt hatte, begann ich mit der Pferdezuteilung. Maja, der kleine siebenjährige Engel mit den goldenen Löckchen, durfte wie fast immer ihren Liebling Cinnemont's Historyreiten. Den neunjährigen Zwillinge Jill und Lacey teilte ich Ocean Water undZaubermaus
      zu, und die noch etwas unsichere Älteste, Luisa, Majas Schwester, durfte Nanu Nana reiten. Alle Vier waren glücklich über ihr Pony, sodass wir die Vierbeiner direkt von der Weide holten, ich nahm
      Rabenkönigin für mich mit. Hier und da musste ich beim Fertig machen noch etwas helfen und das Satteln ging größentechnisch natürlich auch noch nicht alleine, aber ansonsten arbeiteten mittlerweile alle ziemlich selbstständig. Als alle ihren Schatz fertig hatten, marschierten wir auf den Platz. Ich half den Kindern hoch und stieg dann selbst auf. Eine dreiviertel Stunde unterrichtete ich und bewegte nebenbei Rabenkönigin, die mehr oder weniger arbeitswillig war und sich relativ gut benahm. Als wir allesamt fertig und geschafft, aber zufrieden waren, machten wir die Ponydamen wieder fertig und entließen sie auf die Koppel. Anschließend kam ich natürlich nicht drum herum, mit meinen Schülerinnen die Jungpferde zu knuddeln. Quietschend stürmten sie auf meine Jünglinge zu, die -bis auf Heroin Junkie - erstmal die Flucht ergriffen. Mit betroffenen Gesichtern und offenen Mündern starrten mich Maja, Jill, Lacey und Luisa an. Ruhig erklärte ich, dass Ruhe bei Pferden doch das A und O war, woraufhin mein Lieblingskind Maja mir bejahend zustimmte und mahnend den Finger symbolisch auf ihren Mund legte und ein "Sschhhh!" von sich gab. Nach und nach näherten sich auch die anderen Fohlen wieder an, sodass wir nicht mehr zu fünft an Junkie hängen mussten, sondern sich jedem seinem persönlichen Liebling zu wenden konnte. Während Maja ihren heißgeliebtenInside flauschte und die Zwillinge an Made of Steel und Love is on Fire hingen, widmete sich Luisa den beiden Stuten, die heute etwas ruhiger waren; Nessajaund Ballerina. Allerdings drängte sich plötzlich Junkie so sehr auf sie, dass sie kaum noch flüchten konnte. Und obwohl sie sonst immer Angst hatte, wenn ein Pferd etwas aufdringlicher war, kicherte die Zehnjährige und beschäftigte sich dann mit meinem kleinen Raudi. Ich hingegen ging zu Talitha , die etwas abseits stand und nicht so recht wusste, was sie tun sollte und streichelte meine kleine Schönheit ein wenig. Schließlich wurden die Mädchen abgeholt und ich merkte, wie sich mein Rücken bemerkbar machte. Seufzend blickte ich zur Hengstkoppel."Tut mir Leid, meine Dicken, ihr werdet bis morgen warten müssen", murmelte ich leise und seufzte abermals. Für heute reichte es, ich konnte es mir nicht leisten, am nächsten Tag auf der Arbeit zu schwächeln und wollte mich deswegen noch etwas ausruhen. Dennoch ging ich nochmal hin und kraulte allesamt. Chiccory und Landzauber hatten mal wieder Macken, die ich noch versorgte und Come to an End bekam noch seinen Hustensaft, da er sich vor Kurzem etwas unterkühlt hatte, als er im Regen gestanden hatte und seitdem ab und an hustete. Velino und Louis wurden mal wieder aufdringlich und wichen mir nicht von der Seite. Mir fiel es schwer, mich von ihnen loszureißen, doch ich musste ja.
      Gerade, als ich unter dem Zaun durchschlüpfte und die Weide verließ, liefen mir Kaja und Jeannie winkend entgegen. Die beiden fragten, ob sie gemeinsam ausreiten dürften, was ich natürlich bejahte. Dann erkundigten sie sich, was es noch zu tun gäbe. Zögerlich erwiderte ich, dass Donut, Douglas, Day by Day undZott Monte noch ein bisschen Zuneigung gebrauchen konnten und sie sich generell an den Hengsten austoben könnten. Freude strahelnd erklärten mir die Mädchen, dass sie heute nichts mehr vorhatten und sich liebend gerne um die Jungs kümmern würden. Erleichtert, dass die männlichen Pferde auch noch etwas mehr Zuneigung bekommen würden, bedankte ich mich bei den fleißigen Helferinnen und verabschiedete mich dann.
      Niedergeschlagen dachte ich über Zeit- und Pferdeverhältnis nach und kam zu dem Schluss, dass ich demnächst eventuell den Bestand verkleinern sollte. 'Aber erst demnächst', dachte ich und schob den Gedanken schnellstmöglich in die hinterste Ecke meines Kopfes.


      Fuchsl, 16 Juni 2013
      Chiccory an der HK 442 für Hengste mit Blauen Augen (irrtümlicherweise)

      Sorgfältig zog ich den Sattelgurt nach und stellte sicher das die Steigbügel eine gute Länge hatten. Chiccory lebte noch nicht lange bei uns im Stall, zeigte sich aber immer von der
      besten Seite. Heute wollten wir unsere erste Körung versuchen. Chiccory hatte enorme Energien, typisch für ein Vollblut. Bei den Reitkindern war er trotzdessen sehr beliebt. Ich nahm Chiccorys Zügel auf und wartete auf unseren Aufruf. Als der Vorreiter aus der Halle kam wusste ich, jetzt war es soweit. Ich trabte Chiccory an und ritt in die Halle ein. Die Zuschauer auf den Tribühnen verstummten sofort. In der Mitte der Halle stellte ich Chiccory auf und begrüßte die Richter. Im Schritt ritten wir gerade auf A zu und wendeten in den Zirkel ab wo es im Schritt weiterging. Nachdem wir eine Runde vollendet hatten wechselten wir auf den unteren Zirkel in der Halle. Nach einer weiteren Runde im Schritt wechselten wir auf die ganze Bahn. Ich legte meine Schenkel eng an Chiccory und trabte ihn an. Chiccory schritt leichtfüßig dahin, den Kopf tief und konzentriert auf dem Gebiss kauend. Im leichttrab vollendeten wir die Runde und wechselten durch die ganze Bahn auf die rechte Hand. Ich gab Chiccory etwas mehr Zügel. Bei F ritten wir eine Schlangenlinie im Arbeitstrab die wir mit einer Volte beendeten, bevor wir wieder auf die ganze Bahn wechselten. Nun war es Zeit für einen Galopp. Ich galoppierte Chiccory an und musste ihn etwas zurückhalten. Am liebsten wäre er sicher im Renngalopp davongezogen, doch das könnte er später auf der Weide mit seinen Pferdefreunden noch machen. Chicorrys Galopp war ein Traum, er war gut auszusitzen und federnd. Mithilfe eines wechsels auf den Zirkel konnten wir auch auf der linken Hand galoppieren. Vollkommen zufrieden parierte ich Chiccory in den Schritt durch und ließ ihn das Gebiss aus der Hand kauen. Während wir im Schritt unsere Runden zogen bauten in der Mitte der Halle 2 Mitarbeiter 3 Sprünge auf. Einen Oxer, ein Rick und einen Steilsprung. Als uns das Signal gegeben wurde das der Parcours frei wäre galoppierte ich Chiccory wieder an und fixierte den Oxer. Chiccory machte sich bereit und nahm den Sprung ohne weitere Probleme. Ich gab ihm die Zügel weit vor damit er sich schön rund machen konnte. Auch das Rick klappte ohne Probleme. Vor dem Steilsprung spürte ich das Chiccory etwas nervös wurde. "Das schaffst du großer!" feuerte ich ihn an, Chiccory zog das Tempo an. Ich versuchte ihn etwas zurückzuhalten, vertraute ihm aber voll. Chiccory meisterte den Sprung erfolgreich. Ich klopfte zufrieden seinen Hals, parierte ihn in den Schritt durch und ritt wieder auf X, wo wir uns von den Richtern verabschiedeten und im leichten Trab die Halle verließen. Chiccory machte seine Sache gut, in ihm steckte mehr als wir Anfangs dachten. Nun hieß es abwarten.



      Fuchsl, 05.09.2013
      5. September - Besuch für Chiccory

      Heute durfte ich mich um Chiccory kümmern. Ich freute mich schon sehr. Jedoch war es heute wieder sehr warm, deshalb nahm ich mir vor, dass ich Chiccory einwenig im Roundpen laufen lasse. Ich stieg in meinen Jeep und fuhr schließlich los. 15 Minuten später kam ich dann auch schon auf dem riesigen Hof an. Mein Blick wanderte direkt auf die schöne große Pferdekoppel, auf der einige Pferde mit grasen und andere mit herumtoben beschäftigt waren. Weiter hinten entdecke ich den wunderschönen braunen Chiccory, der am grasen war. Ich schloss mein Auto ab und ging in den Stall um sein Halfter zu holen. Sein Halfter hing an seiner Box, an der mit großen schwarzen Buchstaben Chiccory stand. Bevor ich jedoch auf die Pferdekoppel ging, nahm ich mir noch einpaar von den Möhren Leckerbissen. ,,Chiccory, " rief ich, als ich an der Pferdekoppel ankam. Chiccory spitze seine Ohren und schaute in meine Richtung. ,,Na komm !Ich hab auch was leckeres für dich. " Langsam kam Chiccory auf mich zu. Als er dann bei mir an kam, zog ich ihm sein blaues Halfter an und gab ihm ein Leckerli. Er schnaubte zufrieden. Dann führte ich ihn von der Koppel in den Roundpen, wo ich ihm sein Halfter wieder aus zog. Nach einigen Minuten ließ ich Chiccory an traben. Ein paar Runden später parierte ich ihn alleine durch meine Stimme wieder durch. ,,Scheeeeritt." Brav parierte Chiccory durch. Als er stehen blieb, ging ich zu ihm und streichelte ihn. Dann ließ ich Chiccory eine kurze Zeit alleine um seine Putzsachen zu holen. Als ich wieder kam, war Chiccory voller Sand. Anscheinend hatte er sich in der Zwischenzeit gewälzt. Ich ging wieder zu ihm und zog ihm erneut sein Halfter an und brachte ihn zu der Putzstelle, wo ich dann mit seiner Fellpflege begann. Als ich fertig war, gab ich ihm das letzte Leckerli und führte Chiccory wieder zurück auf die Wiese. Nachdem ich auch die Putzsachen wieder weg gestellt hatte, stieg ich in mein Auto und fuhr glücklich nach Hause.

      Fuchsl, 03.10.2013
      Vorbereitungen für die nassen Monate

      Der Nebel zog noch sanft über die Weiden, der Tau benetzte die hölzernen Zäune und die ersten Sonnenstrahlen des Tages drangen durch die dicke Wolkenwand als ich mit dem alten, muffigen Jeep meines Vaters durch das Tor unserer Stalleinfahrt fuhr. Heute stand einiges auf dem Tagesplan, weswegen ich schon vor den Stallburschen im Stall auftauchen wollte. Als ich das Auto abgestellt hatte öffnete ich die großen Stalltore und sofort drang ein wiehern durch die kalte Anlage. ''Mensch, da hat mich aber jemand vermisst!'' sagte ich und konnte ein lächeln nicht unterdrücken. Ich schaltete das Licht ein, legte meine Jacke auf einem der Strohballen ab und verschwand in der Futterkammer. Vor kurzem kaufte mein Vater einen Futterwagen, der einer großen, kantigen Schubkarre glich in welchem man 3 verschiedene Futtermischungen einfüllen konnte und einer Halterung für Eimer und Schippen. Ich liebte diesen Wagen, er erleichterte unsere Arbeit enorm. Ich schob den Futterwagen durch die Tür in die Stallgasse und verschwand noch kurz im Stallstübchen um den Sack Äpfel zu holen den ich am Tag zuvor noch gekauft hatte. Bestechungsmittel. Ich ging von Box zu Box, füllte einen Eimer nach dem anderen, gab ein paar Äpfel hinzu und kontrollierte, nachdem ich den Futterwagen weggebracht hatte, welcher der Stallburschen heute erschien und ob Reitstunden gebucht waren. Während ich die Reitpferde einplante ließ ich einen Kaffee durchlaufen. 3 junge Mädchen hatten heute Reitunterricht, ich entschied mich Applejack, Zuckerwatte und Vychahr einzuteilen. Es dauerte nicht lange da kamen Daniel und Markus, unsere Stallburschen in's Büro. ''Guten Morgen, nanu, Markus hast du heute nicht frei?'' fragte ich, stellte den Kaffee beiseite und sah im Kalender nach. ''Ja, aber ich habe erst für heute Abend etwas geplant und dachte das ich euch etwas unter die Arme greifen kann.'' stammelte er und strich sich nervös die Haare am Hinterkopf glatt. ''Dieses Mal kriegst du es aber bezahlt! Ich habe schon ein schlechtes Gewissen das du soviele unbezahlte Überstunden machst!'' sagte ich lächelnd und bot den beiden an sich doch auch einen Kaffee zu machen bevor wir loslegten. Ein paar der älteren Mädchen, mein Vater und Ich spekulierten schon länger ob Markus sich nicht in Daniel verguckt hätte. Während des Kaffeetrinkens plauderten wir über unsere Wochenendpläne, was sich privat in unseren Leben tat und über die Welt. ''Tagesplanung: Ich möchte das die Weiden abgelaufen werden um Gefahrenquellen zu beseitigen und notfalls morsche Zaunstellen zu erneuern, was hoffentlich nicht der Fall sein wird. Die Unterstände sollten alle intakt sein, die Weiden abgekoppelt. Die Wassertränken müssen wir mal kontrollieren das sie auch wirklich Frostfrei sind, die Halle heute nach den Reitstunden einmal durchfahren um den Sand zu lockern. Im Hallendach ist übrigens eine undichte Stelle die sollten wir mal reparieren und sonst... der Hufschmied kommt heute noch vorbei, wann weiß ich aber noch nicht. Ich würde fast sagen wir schauen uns zusammen erstmal das Dach an und dann kümmert ihr beiden euch um die Weiden, ich mache die Pferde fertig und dann schauen wir weiter, oder?" sorgfältig ging ich die Tagespunkte ab. Sowohl Daniel als auch Markus waren einverstanden mit dem Plan sodass wir uns gleich ans Werk machen konnten. In der Halle angekommen suchte ich den sandigen Hallenboden ab, bis ich gefunden habe was ich suchte. ''Hier oben muss irgendwo ein Riss sein, durchaus möglich das ein Dachziegel verrutscht ist, deswegen würde ich sagen einer steigt rauf und sieht sich das ganze an. Sollte nichts erkennbar sein rufe ich einen Service an'' sagte ich und zeigte nach oben. Markus holte einen Eimer und stellte ihn an die nasse Stelle damit wir sie nach der Reitstunde auch wiederfinden würden. "Ich würde sagen wir machen uns dann mal an die Arbeit, ich werde mein Handy dabeihaben falls etwas sein sollte." sagte Daniel, Markus nickte zustimmend und so begaben wir uns an die Arbeit. Nacheinander holte ich die Pferde aus den Boxen und verteilte sie in den 4 großen Paddocks, damit ich in Ruhe die Boxen ausmisten und neu bestreuen konnte. Ich begann mit den Fohlen und Jungpferden Ilviny, Before the dawn, Quicky, Noomie und Love is on Fire, die alle auf einer Koppel landeten. Danach stellte ich die Hengste Cantastor, Vychahr, Chiccory und Zuckerwatte raus, die Stuten Indiana, Applejack, Cassinis Girl und der Hengst Cloudbreaker kam auf den Paddock neben den Hengsten, vorerst allein. Wir integrierten unsere Hengste miteinander damit der Umgang und die einstallung leichter fiel, doch Cloudbreaker war noch neu im Stall und wir wollten keine Rangkämpfe herausfordern. Nachdem ich alle Boxen ausgemistet und neu bestreut hatte, füllte ich die Heunetze auf, legte jedem 2 trockene Brötchen in den Trog und säuberte die Tränken. Gerade als ich fertig war kamen nacheinander die Reitschulkinder an. Ich zog mein Handy aus der Tasche und rief Stefanie an, unsere mobile Reitlehrerin, um ihr Bescheid zu geben das die Mädchen nun da wären. Ich begrüßte die 3 Mädchen herzlich und ging mit ihnen zu den Paddocks um die Pferde zu holen. Lilli, eines der Mädchen, entschied sich für Applejack, sodass wir sie zuerst holten. Bei den Hengsten musste ich den Mädchen helfen, ein junges Mädchen in die Hengstkoppel zu schicken wäre zu gefährlich. Während Lilli mit Applejack am Stick in den Stall ging holte ich Vychahr und Zuckerwatte aus der Koppel und führte sie zusammen mit den anderen beiden Mädchen ebenfalls in den Stall. Zusammen banden wir die Pferde an und putzten sie. Fast gleichzeitig trafen Stefanie, Daniel und Markus am Stall ein. Stefanie holte die 3 Mädchen zu sich und zusammen gingen sie in die Sattelkammer. Stefanie war eine sehr liebenswerte Reitlehrerin, die stets Fragen und Spielchen einbaute um die Reitschüler bei Laune zu halten. "Die Weiden sind alle in Ordnung, die Zäune stabil, keine Gefahrenquellen... es ist alles gut." sagte Daniel und lehnte sich gegen eine der Boxen. "Super, das freut mich. Ich hab mir übrigens überlegt das ich keinen von euch auf das Dach lasse und einfach einen Fachmann hole, das erspart uns arbeit und wir setzen uns keiner Gefahr aus. Der Hufschmied hat mir vorhin eine SMS gesendet das er bald kommt. Ich würde sonst sagen wir helfen ihm noch bei den Pferden, Markus du machst dann Feierabend und Daniel wir machen dann später noch die Halle fertig?" fragte ich und überlegte nebenbei welche Pferde einen Hufschmiedbesuch bräuchten. "Ich denke das geht okay" bestätigten beide fast synchron. "Spitze. Ich würde meinen das... Indiana dringend zum Schmied müsste. Cantastor würde es auch nicht schaden und Cloudbreaker sowieso, der hat sich letztens ein Eisen abgetreten, die können meiner Meinung nach alle runter..." überlegte ich laut und ging zu den Koppeln um die 3 Übeltäter zu holen. Indiana, mein absoluter Liebling, lief brav mit in den Stall. Sie kannte die ganze Prozedur und ließ alles brav über sich ergehen. Cantastor und Cloudbreaker schienen allerdings einen schlechten Tag erwischt zu haben und gifteten sich ständig an, weswegen ich die beiden außeinander stellte beim Schmiedbesuch. Während der Schmied den Pferden die Hufe verschönerte sah ich Stefanie und den Mädchen bei der Reitstunde zu. Als der Hufschmied fertig war rief ich ihn zu mir ins Büro und sagte zu Daniel er könne die beiden Hengste rausschaffen, Indiana möge aber direkt im Stall bleiben. Ich bezahlte den Hufschmied, sprach mit ihm über die 3 Pferde und machte einen neuen Termin aus. Danach verabschiedete ich ihn. "Und, wie liefs?" fragte ich die Mädchen die gerade ihre Pferde aus der Halle führten. Fast gleichzeitig riefen alle 3 laut "Super!". "Das freut mich aber!" sagte ich und fügte hinzu "...Lilli? Du machst dich, du wirst immer besser! Wenn du möchtest kannst du die nächste Reitstunde auf eines der größeren Pferde gehen." und schaute das Mädchen an, deren Augen zu leuchten begannen. "Das wäre Spitzenklasse! Wen dürfte ich denn aussuchen?" fragte sie ganz aufgeregt. "Ich weiß nicht, mit Cantastor gäbst du sicher ein tolles Team ab. Cassi wäre aber auch sicher was für dich, brauchst auch keine Angst haben das ist eine ganz liebe!" sagte ich grinsend und half einem anderen Mädchen dabei den Sattelgurt von Vychahr zu lösen. "Ohja Cantastor! Den mag ich soo gern!" frief Lilli vor Freude aus und sprang in die Luft. "Na dann schreib ich mir das direkt auf das du die nächste Stunde den großen nehmen darfst." sagte ich noch während ich in die Sattelkammer ging um 3 Abschwitzdecken für die Pferde zu holen. Während die Mädchen die Reitstunden bezahlten indem sie das Geld in das Sparschwein in der Sattelkammer steckten und sich von Stefanie verabschiedeten, legte ich den 3 Pferden Abschwitzdecken über und führte sie in die Boxen wo sie sich gierig über Heu und Brötchen hermachten. Stefanie und Ich entschieden uns und auf den Hof zu setzen und eine zu rauchen. Daniel fuhr mit dem Traktor an uns vorbei auf dem Weg in die Halle, Markus verabschiedete sich in den Feierabend und das einzige was ich heute noch vor hatte war Indiana Mähne und Schweif zu schneiden und die Pferde zurück in den Stall zu bringen. So konnte der Herbst seine schlechten Tage zeigen, der Stall war in einems ehr guten Zustand, die Pferde sind zufrieden... könnte es besser laufen?

      Occulta, 10.10.2013
      Erster Besuch bei Indiana und Chiccory

      Heute hatte ich einen besonderen Besuch vor mir: Ich war auf dem Weg zu Fuchsl's Hof um mich um Indiana und Chiccory zu kümmern. Ich arbeitete das erste Mal mit den beiden und war schon gespannt auf ihren Charakter. Ich parkierte mein Auto auf dem kleinen Parkplatz und lief direkt zum Stall, wo ich die beiden Vollblüter rasch fand. Zuerst nahm ich mir Indiana vor. Ich stöberte kurz nach ihrem Putzzeug und holte die lackschwarze Stute aus der Box. Sie liess sich brav führen und zickte auch beim Putzen nicht. Als ich auch mit den Hufen fertig war und das weiche Fell glänzte, holte ich den Spring Sattel. Renntraining wollte ich heute noch nicht wagen, erstmal wollte ich sie kennenlernen. Ich führte sie fertig ausgerüstet nach draussen auf den Platz. Dort stieg ich auf und ritt sie im Schritt ein. Sie hatte weiche Gänge und war sehr fein ausgebildet, ich hatte keinerlei Schwierigkeiten sie zu versammeln. Nach einer halben Stunde intensiver Arbeit stieg ich ab um ein paar Cavaletti bereit zu stellen. Sie wartete brav und bekam ein Leckerli als Belohnung. Dann stieg ich wieder auf und ritt das erste Cavaletti an. Sie zog davor ein wenig an und hüpfte dann sauber darüber. Mir gefiel ihr Springstil, er erinnerte mich sehr an den von Blüte. Nach ein paar weiteren Hindernissen wollte ich es wissen: Ich stieg ab, nahm ihr den Sattel vom Rücken und kletterte von einer kleinen Mauer aus wieder auf ihren Rücken. Sie drehte etwas überrascht die Ohren nach hinten und lief einen Moment etwas angespannt. Sie schien das ohne-Sattel-Reiten jedoch schon zu kennen, oder war wirklich sehr fein ausgebildet worden, denn sie reagierte top auf meine Schenkelhilfen. Ich vergrub meine Hände zur Sicherheit in ihrer Mähne und ritt erstmal zügig ein paar Runden im Trab. Dann galoppierte ich an und durfte freudig feststellen, dass sie sich absolut brav lenken und auch wieder bremsen liess. Ich war begeistert von der Feinfühligkeit dieses Pferdes. Nun ritt ich zielgerichtet abermals auf das erste Cavaletti zu. Sie zog wieder an und - flog darüber. Und danach ging‘s im schwungvollen Galopp über das nächste Hindernis. Freudig tätschelte ich ihren seidigen Hals und liess sie austraben. Als ich abgestiegen war, durfte sie sich noch auf dem Platz wälzen. Danach putzte ich sie gründlich, denn die gute hatte mit dem Sand ganze Arbeit geleistet. Erst als die anfangs staubige Stute wieder überall sauber war - selbst am Kopf - gab ich mich zufrieden und holte Chiccory. Der Hengst frass mich fast vor Liebe, als ich seine Box betrat. Er wollte bis hinter die Ohren gestreichelt werden. Ich verbrachte also einige Minuten mit einem intensiven Wellnessprogramm, bis ich schliesslich doch noch das Halfter an seinen Kopf bekam. Er folgte mir aus der Box nach draussen, wo ich ihn an einem Zaun anband und zu putzen begann. Das war schöner als in der Stallgasse. Er genoss die Aufmerksamkeit, die ich ihm beim Putzen schenkte und stupste mich jedes Mal an, wenn ich abgelenkt war. Als ich - überraschend rasch - fertig war mit Satteln, führte ich auch ihn auf den Platz. Zuerst liess ich ihn locker eintraben, dann arbeitete ich ein wenig mit ihm, indem ich verschiedene Dressurlektionen ritt. Schnell wurde mir klar, dass auch dieses Pferd gut ausgebildet und sehr brav war. Deshalb beschloss ich mit ihm in die grosse, weite Welt zu reiten. Wir verliessen den Platz und ritten auf die Strasse. Von dort aus machte ich eine grosse Runde auf den Strassen um den Hof und kehrte anschliessend zurück. Er liess sich nur einmal etwas erschrecken, als ein Traktor an uns vorbei donnerte. Aber das nahm ich ihm nicht sonderlich übel. In der Stallgasse massierte ich ihm die Sattellage nochmal und anschliessend brachte ich ihn in seine, vom Misten durch die Besitzerin noch saubere, Box. Ich verteilte beiden Pferden die Karotten, die ich mitgebracht hatte und fuhr dann nach Hause. Ich freute mich aber schon auf das nächste Mal.
      3920 Zeichen, by Occu

      Fuchsl, 01.12.2013
      Abschied von Chiccory
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      "Heute ist es soweit mein dicker, heute kommst du in dein neues zuhause mit vielen tollen Stuten die nur darauf warten dich kennenzulernen!" sprach ich beruhigend zu Chiccory während ich ihn von der Koppel in die Stallungen führte. In seiner Box nahm ich ihm Decke und Halfter ab und stellte ihm den Futtereimer rein mit einer Mischung auf Rübenschnitze und geschnittenen Äpfeln, sein Abschiedsmahl. Während Chiccory gierig schmatzte holte ich seine Decke und Gamaschen für den Transport. Gerade als ich mich wieder zu Chiccory machte kam Daniel mit dem Pferdehänger auf den Hof gefahren. Ich stoppte um ihm fix zuzuwinken. "Fährt er allein?" rief Daniel aus dem Wagen nachdem er das Fenster runtergelassen und den Motor abgestellt hatte. "Nein, Indiana wird mitfahren, dann bleibt er artig!" antwortete ich und kehrte zur Box zurück. Während Chiccory fraß putzte ich ihn mit einer Bürste in langen Zügen übers Fell und zog ihm dann die Abschwitzdecke und die Transportgamaschen an. Gerade als ich den letzten Verschluß der Gamaschen schloß kam Daniel mit Indiana in die Stallgasse. Chiccory stieß ein kurzes Wiehern aus und begann zu brummeln. Sanft strich ich ihm über die Nüstern, verließ die Box und schloss die Tür. "Ich denke es reicht wenn du ihr die Hufe auskratzt und die Decke abnimmst, wir fahren nicht lang, hoffen wir das beste das nichts passiert denn für sie kamen die neuen Transportsachen noch nicht an..." sagte ich, legte Chiccory das farblich passende Halfter für die neuen Besitzer um und führte ihn nach draußen. "Ich lade ihn schon ein und hole dann seine Sachen!". Chiccory spitzte die Ohren und tänzelte aufgeregt auf den Hänger zu. "Ganz ruhig mein großer, dir passiert nichts keine Angst!" sprach ich beruhigend auf ihn ein und stieg auf die Rampe. Neugierig rekte er den Kopf gen Rampe und sog die Gerüche scharf ein. Mit dem Vorderhug versuchte er auf der Rampe zu scharren, nahm den ''Aufstieg'' stattdessen aber sofort in Angriff. "Das ging fix!" sagte ich während ich seinen Hals lobend klopfte. Mit einem raschen Knoten band ich ihn an der Mittelstange an, flitzte um den Hänger um die Sicherheitsstange zu schließen damit er nicht rücklings wieder hinausmarschierte. Als er im Hänger nun stand nahm ich den Strick ab und ging wieder nach draußen zurück in die Sattelkammer. Ich nahm seinen Sattel, die Trense und seine Gamaschen + Abschwitz- und Winterdecken, packte alles auf einen mobilen Stallhelfer und fuhr es nach draußen zum Hänger wo ich sie in das Sattelfach einräumte. Seinen Führstrick behielt ich in der Hand. Während ich das Sattelfach schloß führte Daniel Indiana in den Hänger. Auch sie ging Problemlos die Rampe hinauf, ich war stolz auf die beiden! Daniel nahm mir den Satteltrolley ab und brachte ihn zurück in den Stall. Für die Fahrt würden wir keine Heunetze aufhängen, der Stall lag direkt im Nachbardorf. Ich schloß den Pferdehänger, sicherte alle Riegel und setzte mich dann in den Wagen. "Na hoffentlich machen sie keine Anstalten, so ohne Heu..." sagte ich als Daniel ebenso in den Wagen stieg. "Ach was, die 20 Minuten werden die beiden schon überleben. Außerdem schadet es vorallem Chiccory nicht wenn er mal nichts bekommt." antwortete mir Daniel und wir beide konnten uns ein lachen nicht verkneifen. Behutsam fuhr Daniel den Wagen vom Hof. Nun hieß es auf Wiedersehen Chiccory und Hallo neues Heim!
    • Occulta
      Ankunft von Oz

      Aufgeregt stand ich auf dem Parkplatz und blickte dem Gefährt in der Ferne entgegen. Noch waren nur die Lichter zu erkennen, denn es herrschte dichter Nebel. Dabei war es gar nicht mehr so früh am Morgen, 10:50 Uhr um genau zu sein. Als das Motorengeräusch lauter wurde und das Auto schliesslich in die Einfahrt zum Parkplatz bog, erkannte ich im Anhänger bereits den lang ersehnten Inhalt: Chiccory ox. Oder von mir liebevoll Oz genannt. Der Hengst stand ruhig, fast wie eine Statue und das obwohl er normalerweise eher temperamentvoll war. Zuerst begrüsste ich jedoch Fuchsl und Daniel, die gerade ausgestiegen waren. „Ich hoffe ihr hattet eine angenehme Fahrt? Am besten bringen wir Chiccory erstmal rein, damit er nicht kalt hat, dann könnt ihr mit rein kommen um einen warmen Tee zu trinken.“ Die beiden nickten fröhlich, offensichtlich freuten sie sich ebenfalls auf eine Aufwärmung. Als er hinausgeführt wurde verriet nur das regelmässige Aufsteigen feiner Dampfwölkchen aus Chiccory‘s geblähten Nüstern, dass er aufgeregt war. Ich umklammerte mit vor Kälte zitternder Hand den Führstrick und führte den Hengst in den Hauptstall. Er machte ausholende Schritte und hob die Beine hinten extra hoch wegen der Transportgamaschen. Dabei schaute er immer wieder umher und atmete all die neuen Düfte ein, die ihn nun umgaben. Er spitzte die Ohren als aus dem Inneren des Stalls ein Wiehern ertönte. Im nächsten Moment wieherte er direkt neben meinem Ohr zurück, wobei ich kurz zusammenzuckte. Fuchsl grinste etwas schadenfreudig und ich musste auch lachen. Ich strich ihm beschwichtigend mit der kalten Hand über die Nüstern und flüsterte „Hey mein Süsser, ganz ruhig.“ Dann kamen wir auch schon zum Eingang des Hauptstalls. Die Pferde in den Boxen schauten von ihrem Heu auf und beobachteten uns gespannt, kauend und die Halme noch in den Mundwinkeln hängend. Ich führte Oz in die Box neben Quick, wo er sich gleich zu dem Falbhengst umdrehte und ihn durch die Gitterstäbe beschnüffelte. Die beiden heilten einen Moment inne, dann wandte sich Quick wieder dem Futter zu und schien seinen neuen Nachbarn schon akzeptiert zu haben. Auch Oz gewöhnte sich rasch ein und genoss das frische Heu. Anschliessend zeigte ich Fuchsl und Daniel die Stallungen und die Pferde, bevor wir endlich ins Haus gingen. Nach einer warmen Tasse Tee waren schliesslich beide wieder aufgewärmt und bereit für die Heimreise. Wir verabschiedeten uns und ich hoffte, dass sie wiedermal vorbei kommen würden, dann machten sie sich auf den Weg.
      3 Dez. 2013
    • Occulta
      Osterschnitzeljagd

      Donut röchelte mir schon entgegen, als ich den Hauptstall betrat. Ich musste mich jedoch erst noch durch die Stallgasse kämpfen, in der gerade Hochbetrieb herrschte. Die Pfleger waren am füttern und man hörte ungeduldiges Hufscharren und Gewieher. Ich schlängelte mich an den Schubkarren vorbei und wich Empires weicher Schnauze aus, der gerade geputzt wurde und mich im vorbeigehen an stupsen wollte. Endlich war ich bei Donuts Box angelangt und stellte die Putzkiste ab. „Na mein kleiner schicker?“ begrüsste ich ihn, wie ich es immer tat. Trotz dem ich so viele Pferde zu betreuen hatte nahm ich es mir nicht, bei jedem Einzelnen gewisse Rituale einzubauen und ihnen allen so Sicherheit zu vermitteln. Ausserdem ritt ich alle Pferde mindestens zweimal pro Woche selber, den Rest übernahmen jeweils die Pfleger, die schliesslich auch gefördert werden mussten. Ausserdem hatten die Pferde alle einmal in der Woche frei, nämlich immer sonntags. Dann durften sie in Gruppen auf die grossen Weiden und das Pferdeleben geniessen. Ich schnappte mir einen Striegel und warf einen Blick auf die Uhr. „Schon halb eins, Jonas du bist spät dran.“, murmelte ich erbarmungslos, denn der Pfleger war gerade in Baccardis Box geschlichen. „T’schuldigung, ich musste noch Telefonieren….“, antwortete er hastig und kam nochmal raus, um sich ebenfalls einen Striegel zu angeln. Als er aufsah trafen sich unsere Blicke. „Etwas Wichtiges?“ „Jain, meine Tante ist letzte Woche verstorben, die Vorbereitungen für die Beerdigung sind schon in vollem Gange.“ „Das hast du mir ja gar nicht erzählt, tut mir schrecklich leid…“ „Ach ich mochte sie nie besonders, wir redeten seit Jahren nicht mehr zusammen.“ Er erklärte mir während dem Putzen, dass seine Tante mit seiner neuen Berufswahl als Pferdepfleger nicht einverstanden gewesen sei. Sie sei immer schon der Meinung gewesen, dass Pferde gefährlich seien und stinken würden. Ich hörte gespannt zu und entwirrte Donuts Mähne. Jonas unterbrach seine Rede, weil er konzentriert versuchte, Baccardis Mähne zu einem französischen Zopf zu flechten. Ich musste lachen bei dem Anblick und wechselte die Box um ihm zu helfen. Ich übernahm die Haarsträhnen und schob ihn sanft zur Seite. Doch er hielt leicht gegen und legte plötzlich seine Arme um mich. Ich sah ihn verwundert an und stupste ihm in den Bauch, da liess er auch schon wieder los und stupste zurück. Ich beschloss, nicht weiter darauf einzugehen, da es vermutlich wieder nur eine Spielerei seinerseits gewesen war. Ich flocht sie Mähne ruckzuck zu einem ordentlichen Zopf, da ich darin viel Übung hatte. Er sah mir dabei ganz genau auf die Finger, beeindruckt von meiner Geschicktheit. „Naja, manche Dinge werd ich wohl nie beherrschen.“, grinste er als ich fertig war. „Sag niemals nie.“, meinte ich und lächelte verschwörerisch. Wir sattelten endlich und führten die Pferde in den Innenhof. Dort stiegen wir auf und ritten anschliessend zum Dressurviereck, wo wir die beiden erstmal gründlich aufwärmten. Nach einer Weile trabte ich an und begann, Volten und Schlangenlinien zu reiten. Donut löste sich schon nach wenigen Runden und lief locker durch’s Genick. Wenn er versuchte, mit dem Kopf auf und ab zu wackeln, gab ich ihm eine leichte Parade am inneren Zügel. Wir hatten das Headshaking dank der vielen Longenstunden gut in den Griff bekommen, aber ab und zu zeigte er noch Rückfälle. Baccardi schien heute etwas aufgezogen zu sein, er trabte recht zügig und glotze ab und zu wieder das Gebüsch an, als ob dort etwas Gefährliches drin schlummern würde. Als ich an derselben Stelle vorbei kam, fuhr Donut plötzlich zusammen und bockte daraufhin los. Ich war völlig unvorbereitet und plumpste schon nach wenigen Sekunden in den weichen Sand. Donut rannte mir gehobenem Schweif und gespitzten Ohren in Richtung Ausgang, doch Jonas konnte ihm gerade noch den Weg versperren. Da Donut angehalten hatte, konnte er ihn nun leicht am Zügel fassen und mit zu mir führen. „Alles okay?“, fragte er besorgt und stieg ab. Ich stand noch etwas benebelt auf und richtete meinen Helm gerade. „Ja, nix passiert. Irgendwas muss da im Gebüsch sein!“, meinte ich, und lief auf die Stelle zu. Mit triumphierendem Blick richtete ich mich kurz darauf wieder auf und drehte mich zu ihm um. In der Hand hatte ich einen kleinen Korb mit bunten Ostereiern. „Da war jemand fleissig. Ich wette, das war Lisa. Die hat immer solchen Unsinn im Kopf.“ Wir lachten herzhaft und versteckten den Korb wieder, ehe wir weiter ritten. Nach knapp einer Stunde intensiver Arbeit mit den beiden Ponyhengsten stiegen wir zufrieden ab und brachten die beiden in ihre Boxen zurück. Nach dem Absatteln und Bürsten spielte ich noch etwas mit Donut: Ich zeigte ihm ein Handzeichen und sagte ruhig und deutlich: „Lachen“. Daraufhin streckte er seine Oberlippe nach oben und flehmte. Ich lobte ihn und gab ihm Karottenstückchen. Als ich keine mehr hatte kam er mit seinem Maul und fummelte mir an der Stirn herum. Ich stiess ihn lachend zur Seite als es mir zu bunt wurde, um zu Baci zu wechseln und ihn noch etwas zu streicheln. Die Blesse die sich über sein Gesicht zog war elegant den Augen angepasst und liess ihn frech und neugierig wirken. Die kräftigen Hengstpony-Backen und die kurzen Ohren unterstützten dieses Bild. Alles in allem war der Hengst wie Donut einfach ein Traum von einem Pony. Ich wuschelte ihm noch etwas mit der Hand durch die Mähne, und weil Jonas mit seinen dunklen, kurzen Locken gerade daneben stand, ihm ebenfalls.
      Am späteren Nachmittag trommelten uns Lisa und Rosie zusammen. Gespannt hörte ich zu, was die beiden wieder ausgeheckt hatten: Eine Ostereier-Schnitzeljagd. Sie hatte mich zuvor gefragt, ob die Pfleger heute mit den Pferden ins Gelände dürften. Ich schlug vor, dass sie gleich die Vollblüter nehmen sollten, die noch nicht bewegt waren. So suchte sich jeder ein Pferd aus und machte es hübsch für die Jagd nach den Eiern. Lewis nahm Sunday, Quinn nahm Paint, Ich nahm Gray, Jack nahm Fly, Rosie nahm Stromer, Jonas nahm Light, Lisa nahm Empire, Oliver nahm Indiana, Lily nahm Chiccory, Ajith nahm Felicita und Elliot nahm Campina. Die anderen, Smarty, Sumerian, Winter, Spot, Kierka, Crack, Blüte und Cantastor waren schon am Morgen auf der Bahn trainiert oder longiert worden. Gray war artig beim Aufsteigen und blieb schön stehen, während Campina neben uns die ganze Zeit wegen der vielen Pferde zappelte. Immerhin waren wir 11 Reiter! Lisa gab uns den Tipp, wo der erste Posten versteckt war und hielt sich dann zusammen mit Rosie im Hintergrund, denn die beiden kannten die Verstecke ja. Jonas und ich erkannten den ersten Posten auch gleich wieder, denn der Tipp lautete: ‚Der Start beginnt, wo der Schüler im Sommer stunden nimmt.‘ Die anderen berieten sich kurz, ehe die Gruppe auf den Platz ritt und das erste Nest suchte. Es dauerte auch nicht lange, bis Lewis es entdeckt hatte. Darin war ein Zettel, der mir vorher gar nicht aufgefallen war: ‚Wo der Fisch schwimmt, dort die Suche erst recht beginnt.‘ Die Zettel waren auf Deutsch, was mir erst jetzt in den Sinn kam. Ich fragte Rosie deswegen und sie meinte, dass es so spannender für die englisch sprechenden sei, da sie erst noch übersetzten mussten. Wir ritten also zum Fluss, der vermutlich gemeint war. In einer Hecke am Ufer war der zweite Korb aufgehängt, diesmal bekam ihn Jack. Auf dem Zettel stand: ‚Zögert nicht und reitet zum dritten, dort wo sich einst Räuber stritten.‘ Ich wusste sofort, was damit gemeint war. Es gab eine alte Bauern Legende, dass im nahen Pinienwald auf der grossen Lichtung einmal eine Banditenfestung gewesen sei. Sie soll ganz aus Holz gewesen sein. Einmal seien die Räuber jedoch erfolglos von einem Beutezug heimgekehrt und hätten sich aus ärger gegenseitig so lange beschimpft, bis einer die Festung in Brand gesetzt hatte. In ihrer Wut hätten sie nicht bemerkt, wie die Rauchfahne ihren Standort verriet und die wütenden Dorfbewohner anlockte. Die Festung sei komplett ausgebrannt und durch die Flammen sei der Wald um sie herum auch noch fast kreisrund gerodet worden, dies war die heutige Lichtung der Legende nach. Wir ritten also auf meinen Aufruf hin zur Waldlichtung. Tatsächlich fanden wir dort hinter einem Steinhaufen versteckt das dritte Körbchen. Rein aus Neugier sah ich mich ausserdem diesmal genauer auf der Lichtung um. Ich ritt in die Mitte, konnte jedoch auf dem Boden nichts Ungewöhnliches entdecken. Enttäuscht trieb ich Gray wieder zur Gruppe zurück. Was hatte ich überhaupt erwartet? Es war ja nur eine Legende und selbst wenn nicht, musste diese Geschichte schon laaange zurück liegen und es würde keine Spuren mehr geben. Ich schob diese Gedanken beiseite und genoss den Ritt. In meiner Abwesenheit hatte ich den neuen Rätselspruch gar nicht mitbekommen. Ich machte mir jedoch auch keine Mühe, ihn noch herauszufinden. Wir ritten zur Galoppwiese, auf der mitten im Feld ein weiterer Korb versteckt war. Wir mussten uns alle aufteilen, um ihn zu finden. Und so jagten auf der ganzen Wiese Pferde im Galopp durchs saftige Gras, auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Als wir sie nach einer Viertelstunde immer noch nicht gefunden hatten, wurde Lisa um Hilfe gefragt. Zu allem Überfluss wusste sie jedoch nicht mal mehr, wo genau sie den Korb hingelegt hatte. Gerade als wir aufgeben wollten hüpfte Elliot triumphierend vom Pferd. Auf dem Zettel stand: ‚Den zweitletzten Schatz hältst du beinahe schon in der Hand. Um ihn zu finden halte dich am Waldesrand.‘ Wir wunderten uns ein wenig über die Einfachheit dieses Hinweises, doch sagten nichts und ritten weiter. Die suche war schliesslich doch nicht so leicht wie gedacht, denn der Korb hängte am Ende an einem Ast über unseren Köpfen. Quinn musste auf Paints Rücken stehen um ihn zu erreichen. Die Stute hielt zum Glück schön still, weil Ajith sie hielt. ‚Das Ende ist nah und doch noch fern, du findest es im Kern.‘ Im Kern? – Ich hatte keine Ahnung, was damit gemeint war. „Ist das Nest etwa in einem Apfel?“, scherzte Jonas und die Gruppe brach die Stille mit herzhaftem Gelächter. Lisa schüttelte weise lächelnd den Kopf. „Eigentlich ist es ganz leicht.“, stellte sie fest. Auch Rosie nickte eifrig. Wir beschlossen, erstmal zurück zum Hof zu reiten, denn wir vermuteten, dass das Körbchen dort irgendwo versteckt sein musste. Ich schnalzte und trieb Gray in den Galopp, denn wir waren auf einem der sandigen Galoppwege im Wald angelangt und die Reiter vor uns waren ebenfalls angaloppiert. Ich hielt die Zügel gespannt und schnappte mir ein Büschel Mähne, um Gray besser zu stützen. Wir sprangen den Weg entlang, das dumpfe Geräusch aufschlagender Hufe im Sand klang rhythmisch und vor mir wehten die Schweife. Am Ende der Strecke musste ich Gray in ihrem Eifer stark bremsen, denn wir wären fast in Light reingerasselt. Dieser war zum Glück gerade abgelenkt mit einer Wurzel, über die er halb drüber stolperte. Wenige Augenblicke später hatten wir die kurze Schrittpassage überquert (dort durfte man nur im Schritt durch, da ab und an ein Fussgänger durchlief) und die Vordersten sausten bereits wieder los. Ich trieb Gray auch wieder an. Der Wind zerzauste mir die Haare und Gray nahm gewaltige Sprünge, um einen kleinen Rückstand zu den Vorderen Pferden aufzuholen. Wir galoppierten die ganze Strecke bis zum Waldrand. Erst als wir wieder auf freiem Feld waren, parierten wir die Pferde in den Trab durch und ritten so den restlichen Weg zum Stall zurück. Es war herrlich; Die späte Nachmittagssonne und die angenehm aufgewärmte Luft unterstützten die ausgelassene Stimmung perfekt. Wir plauderten und lachten auf dem ganzen Weg und Lewis erzählte immer wieder Witze. Wir durchquerten die Galoppbahn mit ihren grossen Tannen, wobei wir uns leicht unter einem tief hängenden Ast ducken mussten. Als wir an den Weiden vorbei kamen, kamen die beiden Mini Hengstchen aufgeregt angetrabt und begleiteten uns. Die Stuten schienen sich nicht für uns zu interessieren. Nun ging die Sucherei los: Wir teilten uns auf und durchkämmten das Hofgelände nach dem fehlenden Korb. Ich wollte gerade zu Jack reiten, als Jonas an meine Seite kam. Daher bildeten wir beide gleich ein Team. Er schlug vor, dass wir zuerst auf dem Geländeparcours suchen sollten, schliesslich war dieser der ‚Kern‘ der Galoppbahn. Ich fand dies eine gute Idee und wendete Gray in die richtige Richtung. Ich nutzte die Gelegenheit, um Light etwas zu beobachten. Der sensible Hengst mochte keine harte Hand, doch bei Jonas schien er locker und zufrieden. Er war zwar feurig, wie immer, doch Gray hielt gut mit (sie war ebenfalls recht fleissig) und er trat schön ans Gebiss. Ich blieb stumm und wnedete meinen Blick wieder von dem schwarzen Hengst ab, um nach dem Vogel zu suchen, der sein Lied über unseren Köpfen trällerte. Wir überquerten die Galoppbahn und gelangten schliesslich zur Geländestrecke. Zuerst ritt ich zu der vordersten Baum-Insel und suchte das Bodengestrüpp ab. An den Stellen, an denen der Boden kahl war, wuchs nur spärlich Gras und die Erde war hart getreten von den vielen Hufen, die hier durchgekommen waren. Dennoch sahen die mit Schatten und einzelnen Lichtstrahlen überzogenen Flächen harmonisch und geheimnisvoll aus. Da ich nichts entdecken konnte, trieb ich Gray weiter zur nächsten kleinen Baumgruppe. Ich suchte auch in den Ästen über mir, doch selbst dort befand sich kein Korb. Als nächstes sah ich beim kleinen Grabenhindernis, beim Gebüsch-Sprung, beim Baumstamm und beim Hügelchen. Doch nirgends war etwas zu finden. Auch Jonas schien erfolglos geblieben, deshalb ritten wir zurück zu den anderen. Die hatten sich gerade um Elliot versammelt, der soeben den letzten Korb im Innenhof des Hauptstalls gefunden hatte. „Na klar, der Kern ist der Hauptstall mit unseren Engländern!“, Lachte ich und gratulierte ihm. Dann bedankte ich mich formell bei Lisa und Rosie für die hervorragende Durchführung dieser Eier-Jagd und lud alle Teilnehmer zu einem heissen Tee im Garten des Haupthauses ein. Zuerst wurden jedoch natürlich noch die Pferde versorgt. Sie genossen den Sonnenuntergang in Gruppen auf der Weide.
      25 Apr. 2014
    • Occulta
      Life goes on Fortsetzung des Nebenstallberichts 'Having troubles or what'

      Mir wurde ganz schwindlig, als sie Jack auf die Trage legten und wegbrachten. Auf einmal kam der ganze Schock, die Verzweiflung, Angst und Trauer über mich wie eine gewaltige Flutwelle, die mich beinahe zu Boden riss. Jonas, der ebenfalls in den Krankenwagen getragen wurde, beobachtete mich mit sorgenvollen Augen. Ich stützte mich gegen Rosie, die mir eine Umarmung anbot und schluchzte ungehalten in ihre Schulter. Alles um mich herum kam mir so unwirklich vor und ich hörte die Stimmen wie durch eine unsichtbare Wand. Alles, was ich von diesem Abend noch mitbekam war, dass Lisa, Rosie und Quinn mich ins Haus brachten und mit einen Tee kochten. Am nächsten Morgen wachte ich auf und fühlte mich wie ein Stein. Mir steckte die Trauer augenblicklich wie ein Kloss im Hals, als ich mich an den vergangenen Tag erinnerte. Am Morgen war ich noch so sorglos gewesen und dann war alles zerbrochen. Ich versuchte mich abzulenken und sah auf die Uhr. Es war erst fünf und draussen ging gerade die Sonne auf. Seufzend richtete ich mich auf und zog meine Reitsachen an. Die Pferde würden mich jetzt am besten trösten können, besonders meine und Jacks geliebte Vollblüter. Als ich durch die Küche lief sprang Jacky von ihrer Decke auf und folgte mir, jedoch schien sie auf seltsame Weise nicht so energievoll wie sonst. Ich machte mich ohne etwas zu frühstücken auf zum Hauptstall und holte die Putzsachen von Winter aus der Sattelkammer. Als ich die Box des schneeweissen Hengstes betrat, streckte er mir mitfühlend seine rosarote Schnauze entgegen, als wüsste er genau, was in mir vorging. Ich krallte mich in dem weichen Fell fest und legte die Wange an seinen Hals. Seinen warmen Puls zu fühlen, jedes Zucken der Muskeln, tat mir gut. Schliesslich angelte ich mir den Striegel und putzte meinen Liebling. Als ich fertig war, sattelte ich ihn mit seinem kleinen Rennsattel und hängte das Vorgeschirr ein. Ich führte ihn wie in Trance nach draussen und stieg auf. Ich ritt zunächst eine Runde Schritt auf der Galoppbahn und trabte anschliessend eine weitere Runde auf die andere Seite. Dann ritt ich zur Rennbahn und liess ihn laufen. Beim 500m-Pfosten sah ich auf die Armbanduhr und stoppte in der nächsten Runde an derselben Stelle. Mein grosser hatte eine gute Geschwindigkeit drauf und war ordentlich fit, deshalb beschloss ich, gleich noch eine Runde zu trainieren, aber diesmal mit Startbox. Prüfend sah ich mich nach den Pflegern um, schliesslich brauchte ich jemanden der die Boxen öffnete. Gerade als ich zurückreiten wollte um jemanden zu rufen, entdeckte ich Quinn, Lily und Oliver mit Spot, Iskierka und Light, die auf uns zu ritten. Winter spitzte die Ohren und hob den Kopf, um seine Stallgenossen zu begrüssen. Ich freute mich wahnsinnig, meine alten Freunde so anzutreffen, hielt dieses Glücksgefühl aber noch versteckt. Ich ritt ihn in eine der mittleren Boxen und wartete konzentriert auf den Start. Die anderen reihten sich ebenfalls ein und Ajith kam herbeigeeilt um die Boxen zu öffnen. Dann donnerten die Vollblüter auch schon los. Ich hielt mich bei Winters Absprung etwas an seiner Mähne, um von der Wucht nicht gleich aus dem Sattel zu gleiten. Es war ein wundervolles Gefühl, die schnaufenden Pferdeköpfe links und rechts von mir zu sehen und unter mir den gewaltigen Körper des Hengstes zu fühlen. Das rhythmische Aufschlagen der Hufe liess mich all den Schmerz vergessen und holte mich zurück in die Welt, in die ich gehörte; das hier und jetzt. Light gewann zwar das Trainingsrennen knapp vor Winter und mir, doch das war mir schnuppe. Ich hatte einen Entschluss gefasst während dem Galoppieren: Das Leben musste weitergehen. Ich tätschelte Winters Hals und plauderte begeistert mit den anderen über das Training. Anschliessend arbeiteten die restlichen Jockeys noch etwas weiter mit ihren Pferden, während ich Winter austraben liess. Er schnaubte schön ab und streckte den Hals tief zu Boden. Schliesslich brachte ich ihn zurück in die Box und versorgte ihn gründlich, ehe ich mich Stromer widmete. Mit dem cremefarbenen Hengst hatte damals alles angefangen – er war mein allererstes Vollblut gewesen. Nun war er schon ganze sechs Jahre alt und hatte sich prächtig entwickelt. Aus dem einst so zerbrechlichen dreijährigen mit der schlechten Vergangenheit war ein top bemuskelter, aufmerksamer und freundlicher Hengst mit wundervollen Gängen geworden. Jetzt im Sommer schimmerte seine rosafarbene Haut stark durch das Fell, was ihm deutlich mehr Farbe verlieh als im Winter, wenn er mit dem dichteren Fell fast weiss wurde. Ich putzte auch ihn sorgfältig und ritt anschliessend wie schon mit Winter in voller Rennmontur zur Bahn, wo ich ihn zunächst aufwärmte. Er hatte viel mehr Erfahrung als Winter und konnte seine Kräfte gut einteilen. Ausserdem hörte er sehr fein auf meine Hilfen und wurde nicht so heftig wie die jüngeren Genossen. Wenig später hatten auch die drei Jockeys ihre Pferde ausgetauscht; sie ritten nun Pina, Sunday und Felicita. Wiederum lieferten wir uns ein Spassrennen und arbeiteten dann noch etwas für uns auf der Bahn, was aber mit den tollen Pferden genauso viel Spass machte. Ich bewegte an diesem Morgen noch Gray, Crack und Indiana, während Quinn Chiccory und Fly, Oliver Paint und Empire und Lily Blüte und Cantastor übernahmen. Besonders bei Crack musste ich wieder mit den Tränen kämpfen, denn ich hatte sie damals von Jack zum Geburtstag geschenkt bekommen und mich so sehr über sie gefreut. Die Erinnerungen kamen wieder in mir hoch und ich musste daran denken, wie ich ihn so voller liebe umarmt hatte. Und doch war ich zuletzt wütend auf ihn und habe ihn mit eben diesem Gefühl angesehen… Dieser Gedanke schmerzte am meisten von allen. Als ich Diana versorgt hatte bemerkte ich ein grummeln und stellte fest, dass ich durch das ganze Arbeiten doch noch Hunger bekommen hatte. Aber alleine zu kochen würde bestimmt schrecklich werden. Ich schlenderte lustlos in Richtung Haus und bemerkte nicht, wie Lisa sich von hinten anschlich. Sie tippte mir auf die Schulter und rief laut „Buh!“, während Quinn und Ajith, die sich an die kühle Wand des Hauptstalls gelehnt hatten die Augen rollten. Ich vergab Lisa diese Taktlosigkeit angesichts meiner Trauer und sah sie bloss fragend an. „Ich… äehm… Ich meine Quinn, Ajith, Lily und ich wollten dich fragen, ob du vielleicht mit uns in die Stadt kommen willst. Wir dachten, wir gehen Jonas im Krankenhaus besuchen und essen unterwegs zu Mittag…“ Mein Herz machte einen Hüpfer. Jonas! Er lebt ja noch… Beschämt, dass ich meinen treuen Freund in der Not ganz vergessen hatte, willigte ich rasch ein und folgte den Pflegern auf den Parkplatz. Wir fuhren mit Lilys kleinem Toyota, in den wir uns allerdings ziemlich reinquetschen mussten. Wir bestellten wie geplant auf dem Weg zum Hospital ein Falafel für mich und sonstigen Schnellimbiss-Kram für die anderen. Als ich den langen Gang zu Jonas‘ Zimmer entlanglief, wurde mir etwas schwindelig. Wie hatte ich nur nicht an ihn denken können? Immerhin war er genauso wie Jack in Lebensgefahr gewesen und hätte genauso gut auch tot sein können! Langsam öffnete ich die Tür und trat ein. Es war vollkommen Still in dem hellen Raum. Die anderen Patienten schienen zu schlafen und auch Jonas hatte die Augen geschlossen. Die Pfleger folgten mir leise und schlossen die Tür hinter sich. Vorsichtig kniete ich mich neben sein Bett und betrachtete die üblen Verbrennungen, die sich über seine Oberarme zogen. Wie durch ein Wunder war das Gesicht beinahe unversehrt geblieben. Er muss es rechtzeitig mit den armen geschützt haben, überlegte ich und begann, seine Nase zu kitzeln. Seine Augenlieder zuckten, dann musste er niesen und wachte auf. „Occu… und ihr! Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid.“ Ich lächelte verlegen, immerhin wäre ich ohne die anderen nicht hier. Zögernd fragte ich: „Wie fühlst du dich?“ „Den Umständen entsprechend, aber eigentlich nicht allzu schlecht. Bloss mein Rücken tut ziemlich weh. Aber die Ärzte meinten, es sei nichts ernstes, bloss eine Prellung. Wie geht es Jack?“ Ich zuckte zusammen und sah betreten zu Boden. Er weiss es also noch nicht… Quinn fasste Mut und antwortete leise auf die Frage. „Er hat nicht überlebt…“ Ich beobachtete, wie sich seine Pupillen weiteten und er den Mund öffnete, um etwas zu sagen, ihn dann aber ohne einen Mucks wieder schloss und ins Leere starrte. „Tot? D das ist schrecklich. Es tut mir so leid Occulta…“ Ich nickte nur und biss mir auf die Oberlippe, um die Fassung nicht wieder zu verlieren. Ich war froh, als er das Thema wechselte. „Wie geht es den Pferden? Haben sie sich sehr erschreckt als das Flugzeug abstürzte?“ „Nein, ich denke nicht. Heute Morgen liefen die Vollblüter im Training jedenfalls top“, antwortete ich. Er nickte mit einem Lächeln und ich fragte ihn, was denn so amüsant sei. „Ich finde es faszinierend, wie glücklich du wieder wirkst, sobald wir über Pferde reden.“ Nun lächelte ich ebenfalls und stupste ihn zur Strafe in die Seite, worauf er sofort aufschrie. „Au au, pass doch auf!“ „tut mir leid, ich hab gar nicht…“, stammelte ich erschrocken, doch schon grinste er mich wieder breit an und ich erriet, dass er nur mit mir gespielt hatte. Böse sein konnte ich ihm allerdings nicht. Wir plauderten noch etwas, dann machten die Pfleger und ich uns auf den Rückweg zum Stall. Er sah uns gequält hinterher, als wir einer nach dem anderen zur Tür hinausgingen, besonders mir, so kam es mir jedenfalls vor.
      Zuhause half ich Quinn, die mit dem Einreiten von Sumerian und Frame weitermachte. Die beiden waren noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung, machten sich aber alles andere als schlecht. Fröhlich beobachtete ich die Fortschritte von Frame, der Monate zuvor noch so erbärmlich ausgesehen hatte, mit all seinen Wunden und Schrammen. Nun ging er nicht mehr lahm und nur eine Narbe zierte den Hals dort, wo der Pfosten einst ein so grosses Loch hinterlassen hatte. Meine Tierärztin hatte hervorragende Arbeit geleistet. Gegen Abend kam dann noch eine Überraschung auf dem Hof an. Ein Transporter fuhr auf den Parkplatz, beladen mit zwei neuen Vollblütern. Als ich mich fragend an den Fahrer wandte erfuhr ich, dass die beiden von Eddy stammten und Jack sie wenige Wochen zuvor abgekauft hatte, da Eddy ihren Bestand etwas reduzieren wollte. Auch ein Fohlen würde in den nächsten Tagen noch ankommen. Ich ignorierte das Stechen, das sich bei Jacks Namen wieder bemerkbar machen wollte und bewunderte den Hengst, Muskat. Er war bereits gekört und würde sicherlich ein wunderbarer Zuchthengst werden. Die Stute, Cassiopeia, hatte ich auch schon ein paarmal an Rennen gesehen, sie war Jack damals besonders aufgefallen. Ich führte beide in den Hauptstall und half anschliessend den Pflegern beim Füttern. Um halb zehn lief ich endlich müde zum Haus, zögerte aber davor und wandte mich stattdessen im halbdunkeln dem Hof zu. Es kehrte Ruhe ein auf Pineforest Stable, nach all der Aufregung schienen sogar die Pferde erledigt. Die Gebäude lagen still im Zirpen der Insekten da und erste Sterne tauchten am Himmel auf. Ich erinnerte mich daran, wie ich einmal mit Jonas im Gras hinter dem Dressurviereck gelegen und an den dunklen Tannen vorbei die Sternbilder betrachtet hatte. Augenblicklich breitete sich eine Art entspannende Wärme in mir aus und zum ersten Mal am heutigen Tage war ich wirklich glücklich. Glücklich hier zu sein, glücklich, dass Jonas lebte und glücklich, dass noch so viel vor mir lag. Ich murmelte sanft, an die Sterne gewandt: „Auf wiedersehen Jack.“ Dann drehte ich mich um und verschwand im Haus.
      9 Aug. 2014
    • Occulta
      Nachts fürchten die Mäuse den Jäger...

      Ich wachte nach einer unruhigen, mehr oder minder schlaflosen Nacht früh auf und begab mich zum Kühlschrank. Während ich nach einem geeigneten Joghurt kramte, plante ich den Morgen. Es würde alles etwas durcheinandergeraten nach meinem 'announcement', da war ich mir sicher. Doch verängstigte Mitarbeiter zu beruhigen war immer noch angenehmer, als Leichen zu entsorgen. Wenn es denn so weit käme... Vielleicht halste ich mir auch nur zu viele Sorgen auf. Als ich fertig gelöffelt hatte, schmiss ich das leere Gefäss in den Müll und öffnete mit wetterfesten Kleidern die Tür. Es Regnete und war neblig - was konnte es an so einem Morgen sonst sein. Ich seufzte kaum hörbar, aber reichlich genervt und machte mich auf zum Hauptstall. Es war noch finster und die Pferde dösten vor sich hin, als ich vorsichtig das Tor aufschob und eintrat. Winter, in einer der beiden vordersten Boxen, lag mit eingeklappten Beinen im Stroh und sah auf, sobald ich mich näherte. Er blieb jedoch liegen, als ich die Box öffnete und auf ihn zuschritt. Er röchelte sogar leise, und ich kniete neben ihn, um ihn zu kraulen. Es war unheimlich beruhigend, seine dunklen, verschlafenen Augen zu begutachten und seine Lippen entzückt zittern zu sehen. Nach einer Weile öffnete sich das Tor erneut; Quinn und Ajith tauchen in der Öffnung auf. Einen Moment sahen sie sich verwirrt um, dann hörten sie meine Stimme und kamen zur Box. "I woke up earlier. You weren't expecting murderer inside here, were you?" Ajith zeigte sich bestürzt. "What?? No, why?" "Because there's a murderer spraying around in our forests." "No way! And what are we going to do?" Ich schwieg einen Moment. "We inform the others as soon as possible, but then we go on as normally and hope thqt the policemen do their work." Die beiden nickten und ich stand auf, um den besorgten Gesichtern ebenbürtig zu sein. Ich klopfte Winter zum Abschied auf den Hals und verliess seine Box. Wir holten die Schubkarre und füllten sie mit Heu, während nach und nach auch die anderen Pfleger auftauchten. Bald war der Stall erfüllt von munterem Geplapper und dem Scharren und Schnauben der Pferde. Dann hielt ich meine kleine Rede. Und schon war die fröhliche Stimmung ersetzt durch sorgenvolles Schweigen. Keine lustig pfeifenden, witzelnden Pfleger mehr, nur stille Arbeiter. Ich beschloss neutral zu bleiben und lief zu Paints Box - es war Zeit fürs morgendliche Training. Oliver hatte die Pferde ihren Reitern schon am Vorabend zugeteilt, es änderte sich aber kaum etwas im Vergleich zum Wochenplan. Die schwarze Stute begrüsste mich mit ihrer weichen, rosa Schnauze. Ich streichelte das samtige Fell an ihrem Hals und kraulte sie liebevoll hinter dem Ohr, bevor ich ihr das Halfter überzog. Anschliessend band ich sie in der Stallgasse an. Ich öffnete die Schnallen ihrer Fleece Decke und zog sie nach hinten, liess sie jedoch halb auf der Kruppe liegen, denn die Stute war geschoren und um halb sechs war es bekanntlich noch ziemlich frisch, draussen und in der Stallgasse. Ich bürstete das kurze, stoppelige Fell gründlich und entwirrte ihren Schweif. Dann sah ich mir die Hufe an, prüfte ob die Eisen noch hielten und entfernte den Schmutz der Nacht. Weiter vorne in der Gasse richtete Oliver Blüte her, Iskierka wurde gegenüber von mir von Ajith betreut. Auch Gray, Cold, Mikke, Sumerian, Campina, Felicita, Indiana und Cassy wurden geputzt, heute Morgen trainierten wir nämlich alle Stuten zuerst. Diana sah mit ihrem neuen Zaumzeug extrem schick aus. Die Stute nahm zwar aufgrund ihres Alters nicht mehr an grossen Rennen Teil, diente den jüngeren Vollblütern aber als Vorbild und wurde in erster Linie mittrainiert, um sie für's Military fit zu halten. Als alle fertig waren und ihre Pferde nach draussen zum Aufsteigen führten, löste auch ich den Strick von Paint und ging mit der Stute ins Freie. Vor uns hob und senkte sich das muskulöse Hinterteil von Cassy. Ich beobachtete entzückt, wie ihr seidiger, weisser Schweif im Takt dazu Tanzte. Ich war unheimlich froh, die Stute übernommen zu haben, denn sie musterte sich mehr und mehr zu einem talentierten Galopper. Bei ihrer Abstammung war das ja auch kein Wunder. Ich zog den Reissverschluss meiner Fleecejacke höher, trotzdem zitterte ich noch vor Kälte. Bald nicht mehr, dachte ich schmunzelnd. Auch Paint war zappelig, sie kreiste um mich als ich mich in die Reihe stellte um von Oliver auf's Pferd geschmissen zu werden. Mit den kurzen Steigbügeln war es schwer, ohne Hilfe hochzukommen und der kleine Hocker, der bis anhin diese Hilfe geleistet hatte, hatte vor drei Tagen den Geist aufgegeben, sehr zum Pech von Quinn, die danach erschrocken halb am Pferd hing. Ich massregelte Paint und hielt sie einigermassen ruhig, bis ich endlich oben war, dann liess ich sie zügig den anderen zur Galoppbahn folgen. Wir ritten im Gänsemarsch eine Runde schritt, dann trabte die ganze Reihe auf Kommando an. Paint ging schwungvoll und locker, trotz der Temperaturen, aber Grey vor mir zog den Schweif ein wenig ein. Nach einer weiteren Runde wurde es besser. Wir wechselten die Seite und galoppierten schliesslich nach ein wenig linksseitigem Trab an. Nach einem Umlauf verliessen wir die Bahn über den sauber gewischten Kiesweg und ritten zu den Startboxen. Natürlich hatten nur acht Pferde in den acht Boxen Platz, weshalb wir zwei Gruppen bildeten. Per Handzeichen wurde bestimmt, dass Caprice, Felicita, Blüte, Iskierka und Paint zur ersten Gruppe zählten. Ich entschied mich für die dritte Box und trieb Paint hinein, doch sie ging sowieso freiwillig da sie wusste, dass sie gleich rennen durfte. Ich spannte die Zügel, hielt sie kurz, nahm die Startposition ein, um beim Absprung nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Endlich waren alle drin und Ajith, der als "Bodenpersonal" dabei war, rief uns die Kommandos zum fertig machen zu. Dann sprangen die Türen auf und Paint beförderte uns kraftvoll von Anfang an an die Spitze. Ich hielt mich ein wenig an der Mähne der grossen, schwarzen Stute und war froh um meine Schutzbrille, denn die Morgenluft schlug mir eisig ins Gesicht. Ich wagte beim 500-Meter-Pfosten einen Blick über die Schulter und sah, dass Blüte aufholte. Ich liess sie passieren, denn ich wollte Paints Energie für den geplanten Kopf-an-Kopf Schluss sparen. Auch Felicita kam neben uns und hielt diese Position bis zum 1000m-Pfosten. Nun ging es nochmals in die Kurve, danach folgte die Zielgerade. Alle Pferde schlossen zueinander auf und Blüte und Felicita teilten sich die Spitze. Ich gab Paint etwas Zügel frei, sodass wir auch vorne mitmischen konnten. Kierka hängte sich links an Paints Flanke, nur Capri blieb verschollen. Ich drehte mich nochmals kurz und sah die Fuchsstute in einer Pferdelänge Abstand folgen, Tendenz steigend. Die Stute war noch immer nicht wieder 100%ig fit, da erstaunte dieses Schwächeln auf der Bahn nicht. Ich gab Paint nochmals etwas Zügel frei, sodass sie sich streckte und wir mit einer Nasenlänge gewannen. Ich tätschelte ihren Hals, während ich mich aufrichtete und sie auslaufen liess. Als sie in den Trab, und schliesslich in den Schritt fielen, sammelten sich die Pferde und Reiter wieder und ritten gemeinsam zurück zur Startmaschine. Oliver kam auf Aerith angetrabt. Die Stute wurde mittlerweile als Trackpony ausgebildet und eingesetzt, neben den Westernturnieren, die sie regelmässig lief. Oliver wollte später mit Iskierka und Campina das vom-Pony-aus-geführt-werden trainieren. Doch zunächst war die zweite Gruppe auf der Bahn. Ich reihte Paint und mich neben Caprice ein und wir beobachteten das Schauspiel vom Bahnrand aus. Die Türen flogen auf und alle sechs Pferde schossen aus dem Metallgeflecht hervor. Indiana teilte sich sogleich die Spitze mit Gray. Die erfahrene Stute hatte Tendenzen zum Sprinter, Gray jedoch war ganz klar Steher und sollte am Anfang eher im Mittelfeld bleiben, da sie zu wenig ausdauernd war, um das Tempo durchgehend zu halten. Oliver rief die Anweisung, die mir auf der Zunge lag: David solle sie doch endlich zurücknehmen. Unser Trainer hatte wie immer ein Auge für Feinheiten und war unterdessen zu uns getrabt, um diese Details zu besprechen. "Occu, let her go at approximately 900 meters next time. She is old enough to start early." Ich nickte als Zeichen der Kenntnisnahme und kraulte Paint stolz am Widerrist. In der Bemerkung war nämlich ein verstecktes Lob für ihre raschen Fortschritte gewesen. Campina hatte mittlerweile Gray an der zweiten Position abgelöst und Cassy folgte dicht neben der dunkelgrauen Stute. Zu dicht. "Stay away from Gray, or do you want to trap over her legs!", schrie Oliver in gereiztem Tonfall über die Bahn zu Darren. "I told him last time already, but je won't change a bit until the horse has a broken leg!", meinte er an uns gewandt. Ich schwieg und verfolgte das Training. Der 1000m-Pfosten war passiert, nun wurde es erst richtig heiss. Indiana wurde von Cassy überholt, Sumerian tauchte aus dem Nichts auf und zog an Gray vorbei, Crack schob sich vor Campina. Sumerian konnte das Tempo mangels Ausdauer allerdings nicht lange halten und fiel rasch wieder zurück. Indiana entwickelte zwar guten Schub, konnte mit den leichten Jünglingen jedoch nur schwer mithalten. Gray lieferte sich auf den folgenden Metern einen spannenden Kampf mit Crack, die schliesslich richtig zulegte und sich sogar vor Cassy schob, allerdings nicht lange. Die Palominostute mit den grossen Abzeichen verteidigte die Spitze bis zum Schluss. Wir jubelten den heftig atmenden Körpern von Reiter und Pferden über die Bahn zu, ehe wir selbst auf die Bahn zurückkehrten um ein paar fliegende Starts zu üben. Der Nebel hing immer noch erdrückend über unseren Köpfen, doch immerhin hatte es aufgehört zu regnen. Paint lief etwas zögerlich, vielleicht war sie noch erschöpft vom Rennen. Meine Sorge stieg jedoch, als sie auch nach vier Starts noch nicht gut wegkam. Normalerweise hatte sie mit dem Starten kaum Probleme. Ich rief Oliver, damit er sie sich ansah und tatsächlich: nach einer kurzen Demonstration schüttelte er den Kopf und winkte uns zu sich. "I think there's something wrong with her right foreleg. I'll call the vet." Solche Nachrichten waren in einem Rennstall sehr ungern gesehen, ich hoffte aber natürlich das Beste. Ich liess mich hinuntergleiten und führte die Stute, sorgsam beobachtend, in den Hauptstall zurück. Dort versorgte ich sie mit allem was sie brauchte, schmierte etwas Kühl Gel auf das betroffene Bein und zog ihr die blaue Fleece-Decke an. "Good girl, you'll be back in few days, I'm sure", flüsterte ich, etwas bedrückt. Ich schloss die Boxentür und holte Sheela und Jacky aus dem Haus. Auch die anderen Jockeys waren mittlerweile fertig und versorgten ihre Pferde, ehe sie sich versammelten, um die Hengste aufzuteilen. Ich wählte Sunday, denn ich hatte ihn die ganze letzte Woche Quinn überlassen. Nun wollte ich die Feinheit und Kraft des Hengstes selbst wieder geniessen. Wir trainierten wie zuvor, doch nach den Übungsrennen wurden Gruppen gebildet, um das Abteilungsreiten zu fördern. Die Pferde mussten bei ihrer Gruppe bleiben, selbst im rasenden Galopp. Sie mussten geduldig sein und auf die Hilfen ihres Reiters hören. Ich hängte mich an die Gruppe mit Stromer, Muskat, Winter und Chiccory. Die andere Gruppe bestand aus Fly, Light, Cantastor, Spot und Empire. Was für ein Gefühl das ist, mit fünf bebenden Hochleistungssportlern in einer Reihe über die Bahn zu jagen! Besonders wenn ein Pferd wie mein Sunday so fein mitmacht. Ich beobachtete ausserdem die anderen Pferde mit scharfem Auge, sodass ich mir fast wie Oliver vorkam. Frame war noch immer nicht beim Training dabei. Er war zwar schon mehrfach auf dem Platz kurz von mir geritten worden, doch ich wollte zuerst sicherstellen, dass er gut ausgebildet war und nicht überfordert wurde, ehe ich ihn mit zum Konditionstraining nehmen würde. Auch Oliver hatte mir dabei zugestimmt. Ich musste lachen, als Chiccory sich nach dem letzten Galopp schüttelte, als hätte er Fliegen in den Ohren. Dabei hatte Lisa ihm nur kurz ein Strohstück vom Ohr wischen wollen.

      Nachdem auch diese Trainingseinheit zu Ende war, gab es erst einmal eine Kaffee Pause. Selbstverständlich erst, als die wertvollen Tiere zufrieden in ihrer Box raschelten. Ich hatte Sundays Hufe eingefettet, damit sie nicht brüchig wurden. Dies war eines unserer Rituale, wie das tägliche Bürsten und das Abduschen nach harter Arbeit. Die Stimmung in der Sattelkammer liess nicht den geringsten Zweifel an der Sorglosigkeit der Pfleger zu, sie waren gute Schauspieler. Sie mussten immerhin regelmässig vor Publikum so tun, als ob alles im Griff sei. Schwäche zeigen wollte auf der Rennbahn keiner, es ging den meisten nicht nur um Geld, sondern auch um die Ehre. Die Pferde funkelnd, das Sattelzeug gepflegt und wie neu. Und ein nahtloser Ablauf, ohne sichtbare Kommandos oder Anweisungen. Jeder wusste, was zu tun war. So auch heute, zuhause. Keiner verlor ein Wort über meine Ansprache vor dem Training, alle lächelten. Ich kam mir seltsam verloren vor, in dieser Maskierten Welt. Wem konnte man trauen, wenn das Leben das reinste Gaukelspiel war? Plötzlich ertönte ein lauter Knall, augenblicklich flutete eine erschrockene Stille den Raum. Ein Jäger? Ein Knallen eines Motors? Ich malte mir einige Szenarien aus, während ich mit Ajith und Lewis nach draussen hastete. Stille - wie im Raum zuvor. Dann ein zweiter Schuss, Hilfeschreie. "What the - " Ich stürzte um die Ecke und erblickte unseren Nachbaren, einen sonst so friedvollen, älteren Herren, mit seinem Jagdgewehr in der Hand. Er gestikulierte wild umher und deutete auf einen parkierten Ford, hinter dem jemand kauerte. Lewis und Ajith umstellten den Wagen und packten die Person, ich beruhigte den Bauern. "It is him, he is it! The murderer! I know it!" Der verängstigte junge Bursche stotterte einige unbedeutende Worte, ehe seine Stimme versiegte. Nie und nimmer ist er ein Mörder. Wir klärten das Ganze auf dem Parkplatz, und schon nach einigen Sätzen wusste ich, was tatsächlich vorgefallen war. Der Junge hatte am Morgen wie gewohnt die Arbeit auf dem Lehrbetrieb aufnehmen wollen, doch das Tor war noch verschlossen gewesen, vermutlich als Vorsichtsmassnahme gegen Killer. Daraufhin hatte sich der Junge als Kletterkünstler erwiesen, denn er war kurzerhand auf den Baum neben dem Bauernhaus geklettert, um über den Zaun zu kommen. Der Bauer hatte kaum das raschelnde Laub, die kräftigen Arme und die dunkle Hose des Burschen erblickt, als er schon zur Flinte griff und hinausstürmte. Der Junge, erschrocken über die Reaktion des Bauern, empfand es als klüger, das Weite zu suchen. Dadurch sah sich wiederum der Bauer bestätigt in seiner Annahme und nahm die Verfolgung auf. Ich schüttelte lachend den Kopf, als die Story geklärt war. Die beiden gaben sich noch immer misstrauisch die Hand zur Versöhnung, dann kehrten sie nach einem Beruhigungstee zurück auf ihr Land. Lewis, Ajith und ich sahen uns vor Erleichterung grinsend an. Doch in meinem Kopf sortierte ich die wilden Gedanken der Sorge. Wenn nun schon unser Nachbar so durchdrehte, wie konnten wir dann entspannt hier warten und uns in Sicherheit wägen?
      Alle hatten die Arbeit wieder aufgenommen, einer lag ruhig im Stroh. Lisas Schreie liefen mir kalt den Rücken hinunter. Ich raste mit Jonas zum Schauplatz und bemerkte, wie es ihm fast den Magen umkehrte. Vor uns lag der Elektriker, mit einem verheissungsvollen roten Flecken auf der Brust und im friedlichen, ewigen Schlaf. Ich habe schon schlimmeres gesehen, zum Beispiel zerstückelte Ehemänner, dachte ich bitter. Jonas betreute Lisa, während ich die Polizei rief. Jetzt musste alles schnell gehen - vielleicht waren Spuren auf der Leiche. Etliche Stunden später war klar; der Täter war kein Amateur. Er hatte nicht den geringsten Tipp hinterlassen. Sie jagen ein Phantom, welches uns alle jagt...

      Ich biss mir auf der Unterlippe herum, während ich den Stall der Ministuten ausmistete. Ständig horchte ich auf, in der Erwartung, einen weiteren Schrei zu hören. Doch es blieb still. Totenstill. Nicht einmal die Pferde waren in der Lage, diese erdrückende Stille zu durchbrechen. Sie schnaubten lediglich hin und wieder leise. Als ich mit den Minis fertig war, befasste ich mich mit den dreijährigen Ponys. Sie waren mittlerweile alt genug um eingeritten zu werden. Zwar standen alle drei noch auf der Fohlenweide, doch wir hatten bereits mit Longentraining und Sattelgewöhnung begonnen. Obwohl alle drei etwa gleichzeitig mit dem Training begonnen hatten, waren erhebliche Unterschiede zu erkennen. Lychee machte fast täglich grosse Fortschritte und arbeitete eifrig mit, manchmal fast zu eifrig. Sweets hingegen war etwas zurückhaltender und brauchte länger, um den Gurt zu akzeptieren. Bluebell war unkompliziert und lernfreudig, mochte es aber überhaupt nicht, angebunden zu werden. Ich fasste eines der schwarzen Standardhalfter und streifte es Sweets über die kurzen Ohren. Sie kam brav mit, als ich mit ihr die Strecke zur Halle lief, bloss hin und wieder drehte sie den Kopf und wieherte. Ein Wohlklang in der Einsamkeit an diesem Nachmittag - dachte ich schmunzelnd. Ich schritt zügig voran und schob das Hallentor auf. Drinnen wärmte Rosie gerade Ocean auf, wie vereinbart. Auch Jockeys mussten ab und zu ein wenig Dressur reiten, um nicht aus der Übung zu kommen, und so konnte ich auch gleich die erfahrene Stute als Lehrmeister für Sweets einsetzen. Kaum erblickte sie Ocean, da wurde Sweets auch schon deutlich ruhiger und konzentrierter. Ich hängte zunächst die Longe ein und liess sie im Schritt um mich herum gehen. Sie tat dies nun zum vierten Mal und wusste bereits, dass sie auf der Kreisbahn bleiben musste. Nur die Biegung konnte noch verbessert werden. Nach vier Runden rief ich deutlich "Trot" und machte etwas Druck mit der Longiergerte, sodass sie beides verknüpfen konnte. Die junge Stute lief schwungvoll - sehr schwungvoll, ich musste sie in ihrem Eifer bremsen. Beim angaloppieren kamen dann die berüchtigten Freudensprünge, doch ich hatte damit gerechnet und vorsorglich Handschuhe angezogen. Nun war es an der Zeit, den Gurt und den Sattel zu holen. Sie wirkte auf den Longiergurt wie zuvor skeptisch, blieb aber still stehen und liess mich ohne zu zicken anziehen. Ich lobte sie einige Male, während ich den Gurt löste und wieder anzog. Als ich das Gefühl hatte, dass sie entspannter sei, holte ich den Sattel und den richtigen Gurt. Ohne zu zögern schwang ich ihn auf Sweets' Rücken und zog den Gurt an, ehe ich ihn wieder löste und das ganze Spiel wiederholte. Später ging ich einen Schritt weiter und longierte sie mit Sattel. Zum Schluss führte ich Sweets noch ein wenig durch die Halle und machte Gehorsamkeitstraining. Danach brachte ich sie in den Nebenstall, wo bereits drei Boxen hergerichtet worden waren. Ja, es war Zeit die Terrorherrschaft der drei Ponys über die anderen Fohlen zu beenden. Sweets zögerte etwas, als ich sie in die hinterste Box führte, sie schien zu ahnen, dass ihr leichtes, sorgloses Dasein auf der grünen Wiese vorbei war. Doch sie wird bald herausfinden, dass es gegen ein anstrengendes, aber spannendes Leben eingetauscht wird, dachte ich schmunzelnd und stellte mir einen herrlichen Wintergalopp mit Sweets vor. Ich liess die kleine Stute in der Box zurück, was ihr so gar nicht passte. Sie lief im Kreis und wieherte nach ihren Kollegen. Den frischen Heuhaufen zu ihren Hufen beachtete sie nicht. Aus einiger Entfernung kam eine gedämpfte Antwort, offenbar wurden Lychee und Blue gerade von Jonas und Rosie geholt. Alles verlief reibungslos: auch die beiden wurden in ihre neuen Boxen gebracht. Blue beschnupperte Sweets prüfend durch das Gitter, dann entspannten sich alle sichtlich und Lychee begann zu fressen. Bald senkte sich auch der letzte Kopf dem Heu entgegen und Ruhe kehrte im Nebenstall ein. Jonas nahm mich spielerisch in den Arm, doch ich war nicht in der Stimmung für Flausen; noch immer horchte ich ständig nach Ungewohntem. Ich kam mir vor wie in einem Krimi. Wir schlenderten zum Hauptstall und ich half beim Wischen.

      Die Dunkelheit schlich sich langsam über den Horizont auf die Britischen Inseln zu und mit ihr die Angst. In der Nacht hatte der Killer bisher gejagt, das war auch überaus vernünftig gewesen. Ich sah zumindest die Logik darin, auch wenn das meine und der Pfleger Situation nicht sonderlich zu bessern vermochte. Ich hatte mich überreden lassen, mit Quinn, Rosie, Lily und Lisa im "Pflegeheim", wie es scherzhaft genannt wurde, zu übernachten. Ich musste zugeben, dass mich der Gedanke an mein einsames, dunkles Zimmer nicht gerade gelockt hatte, doch alles war besser als mit Lisa in einem Raum zu nächtigen - was mir leider viel zu spät klar wurde. Sie plapperte den ganzen Abend mit ihrer schrillen Stimme, als wäre dies eine spassige Pyjamaparty, und spätestens mit ihren etwas taktlosen Horrorszenarien über den Tod des Elektrikers verlor sie den letzten Zuhörer. Ich meinerseits litt bereits an Kopfschmerzen und floh in den Gang hinaus. Im Aufenthaltsraum brannte Licht, Lewis, Darren und Jonas sassen auf den Sofas und unterhielten sich gedämpft. Ich setzte mich wortlos auf den erstbesten Platz der mir einfiel: die Armlehne neben Jonas. Er blickte mich einen Moment geheimnisvoll an, dann wandte er sich wieder den anderen beiden zu. "Do you think they'll catch him soon?" "Nay, he seems to be very clever and of course our dear officers are too lazy, they have not had anything like this since they work here", meinte Lewis. Er fuhr sich gähnend mit den Fingern durch die hellrote Mähne, dann grinste er verheissungsvoll. "I'll go to bed now, or I'll be dead tomorrow." Ich lächelte halbherzig und sah Darren und Jonas an, mit der Erwartung, dass sie ebenfalls aufstehen würden. Doch sie fuhren fort mit dem Gespräch. "They must certainly have found something, or at least they will, 'cause nobody is perfect. He'll make mistakes, like people do" brummte Darren. Jonas konterte: "Jack the Ripper blieb auch verschollen." Darren wollte etwas entgegnen, schloss den Mund jedoch, stumm. Jonas sah mir wieder in die Augen, als wollte er meine Meinung hören. Ich überlegte, dann antwortete ich: "Mir war es egal, wann und wie sie ihn fassen. Solange er einen grossen Bogen um Pineforest Stable machte. Aber das hat er nicht getan, also hoffe ich, dass sie ihn schnappen und er in der Hölle schmort." "Woher weisst du, dass es ein 'er' ist?", wollte Darren wissen. "Ich glaube kaum, dass eine Frau genug Kraft gehabt hätte, um den Elektriker niederzuringen... Abgesehen davon wäre eine Frau geschickter vorgegangen und hätte die Leiche gleich verschwinden lassen." Jonas sah mich gespielt böse an und stupste mir in die Seite, ich musste lachen, da ich schon immer zu den eher Kitzligen gehört hatte. Dann schlang er plötzlich seinen Arm um mich, zog mich von meinem Platz auf seinen Schoss und fasste meine Hand. Ich lachte noch immer, versuchte meine Verwirrung zu verbergen. Darren stand auf und murmelte etwas von wegen "Gute Nacht ihr Turteltäubchen" auf Englisch, ehe er grinsend in einem der Zimmer verschwand. Ich protestierte, in der Hoffnung, dass er es noch hören würde. Mir war bewusst, wonach dieses Szenario aussehen musste, doch ich wusste auch, dass Jonas es nicht ernst meinte (das tat er ja anscheinend nie) und ich wollte keine falschen Gerüchte über uns im Umlauf haben. Besonders Lisa fände solch eine Geschichte bestimmt spannend. Ich schauderte bei dem Gedanken. Jonas wollte mich nun hinlegen, indem er mich hochhob. Ich sperrte mich im ersten Augenblick, doch dann gab ich nach. Mein Herz klopfte, trotz all der Zweifel - ich liess mich fallen. Er legte sich ebenfalls hin, Ende des Spiels war, dass wir beide auf dem Sofa ausgestreckt waren, ich an ihn gekuschelt. Ich hatte mich damit abgefunden, mehr noch; ich begann es zu geniessen. Trotzdem da die übliche Vernunftsstimme in meinem Kopf hallte, "Du weisst, das das nichts ernstes ist". Er fragte leise: "Bequem?" Ich nickte. Ich musste zugeben: es war schon warm und angenehm, wie er den Arm um mich legte. Und das sanfte streicheln seiner Finger über meine Hand jagte mir ein Kribbeln quer durch Körper. Wir lagen dort bestimmt eine halbe Stunde, in der zunächst ich ständig prüfend zur Tür starrte, fest entschlossen bei einer Bewegung sofort aufzuspringen. Ich kann das hier jederzeit beenden, und ich werde ihm auch nicht wieder hinterher trauern. Doch auch nach fünfzehn Minuten war kein Lebenszeichen der Tür zu erkennen, also entspannte ich mich vollends. Und dann war der Spuk auch schon vorbei. Aus einem der vorderen Zimmer rief jemand: "Jonas come here, we want to sleep. If you do not, you have to stay outside!" Er zuckte zusammen und ich stand auf, damit er sich aufrichten konnte. Ein letztes Mal durchwuschelte ich seine dunklen Locken, dann liefen wir gemeinsam zum Gang und trennten uns. Etwas wehmütig war ich schon, denn ich hatte es insgeheim sehr genossen, mit dem Ohr auf seinem Brustkorb dem Herzschlag zu lauschen, oder seinen warmen Atem zu fühlen. Doch ich legte mich in eines der leeren Betten, die anderen schliefen bereits, und leerte meinen Kopf von allen Geschehnissen des Tages, ehe ich in einen kurzen, aber tiefen Schlaf sank.
      3 Dez. 2014
    • Occulta
      Eowin
      Tierarztbericht für Chiccory ox


      Als nächstes war Chiccory an der Reihe, ein Hengst, der mir gut bekannt war, obgleich ich ihn erst wenige Male persönlich hatte sehen dürfen.
      Ich fand ihn toll, erlebte nun aber, dass er etwas infantil war und nicht nur nach Aufmerksamkeit gierte, sondern auch immer wieder irgendeinen Quatsch anstellte.
      Ich musste lachen, als er Occulta zärtlich in den Pulli biss, dann aber sofort den Kopf zur Seite zog und die Ohren quer zur Seite legte, so als wolle er sagen: „Ich hab nichts gemacht!“
      Als er dann angebunden war, stellter er keck die Kante des linken Vorderhufes in die Fuge der Steine der Mauer vor ihm. Occulta mahnte liebevoll und er nahm den Huf wieder hinunter.
      Bei den Impfungen und der Wurmkur machte er jedoch keine Spirenzchen, sodass wir rasch fertig waren. Ich lobte ihn, indem ich ihm den Hals klopfte, dann konnte er wieder in den Stall.
      7 Jan. 2015
    • Occulta
      Ein schicksalhafter Tag

      Wie gewohnt lief ich morgens um 5 Uhr durch den Hauptstall und hielt vor der weissen Tafel in der Sattelkammer. Auch Lily und April standen bereits dort und suchten ihren Namen. Am Vorabend waren nämlich die neuen Einsatzpläne für den Februar ausgearbeitet worden. Ich hatte wie immer mitgeholfen beim Einteilen und wollte nun sehen, ob die Jockeys zufrieden waren. April fand sich auf der Liste und rief erfreut: „Yes! I hoped I’d get Fly and Sunday!“ Sie hatte ausserdem noch Blüte und Gray zugeteilt bekommen. Lily nickte ebenfalls zufrieden (sie hatte Light, Campina, Chiccory und Cantastor bekommen) und schien sich im Kopfe schon zu überlegen, wie sie diesen Monat Trainieren wollte. Ich selbst hatte darauf bestanden, wieder Winter und Stromer zu übernehmen, ausserdem hatte ich wie immer Frame bekommen, da der sensible Hengst bei mir mit Abstand am besten lief. Ausserdem hatte ich mich für die neue Stute gemeldet, die wir bei einem Ungarischen Pferdehändler gekauft hatten. Es handelte sich um einen Furioso, ein hübsches dunkelrotes Tier, das jedoch in einem recht schlechten Zustand war. Sie würde heute Nachmittag nach einer langen Auto- und Fährenfahrt ankommen. Noch am Morgen würde ein neuer Vollbluthengst ankommen, von dem wir uns viele Erfolge für die Zukunft erhofften. Ausserdem hatte ich beschlossen, Feline wieder zu mir zu holen. Die Stute hatte sich zu einer echten Schönheit gemausert und so wollte ich sie nicht länger verkaufen. Es fiel mir schwer zuzugeben, dass Elliot recht gehabt hatte und tatsächlich Potential in ihr steckte.
      Ich entschied, zuerst zu Stromer zu gehen und mich der ersten Morgengruppe für die Hengste anzuschliessen. In dieser Gruppe liefen bisher anscheinend Muskat, Empire, Light und Sunday mit. Eine gute Gruppe, dachte ich zufrieden, denn Muskat und Empire waren ja schon etwas älter und erfahren, die jungen Pferde konnten viel von ihnen lernen. Sie wurden eigentlich auch nicht mehr offiziell zum Rennen eingesetzt, nahmen jedoch immer noch regelmässig am Training teil damit sie fit blieben und Kondition fürs Springen hatten. Ich löste die Schnallen von Stromers babyblauer Fleece-Decke und faltete sie über der Kruppe. Dann schnappte ich mir die Langborsten Bürste und wischte damit über sein geschorenes Fell. Für den Kopf nahm ich eine kleinere Kopfbürste, denn er mochte die Grossen Bürsten nicht bei den Ohren. Nachdem ich auch mit der Kardätsche und dem Fellhandschuh über den Körper des Hengstes gefahren war, befand sich kein Stäubchen mehr auf dem Stoppelfell. Auch die Mähne wurde schön gekämmt und auf eine Seite gelegt, doch nach einmal schütteln hatte sie Stromer wieder kreuz und quer über den Hals fallend. Ich musste schmunzeln bei dem Anblick, denn er schien sich immer dann zu schütteln, wenn ich einen Bändigungsversuch an dem weissen Langhaar unternommen hatte. Als nächstes holte ich den kleinen Rennsattel und das Zaumzeug, wobei ich zu Empire und Thomas rüber schielte und feststellte, dass der Jockey auch erst am Satteln war. So weit so gut – als ich fertig war, führte ich meinen Cremello nach draussen zum Aufsteigen. Er wartete geduldig bis ich oben war und die Bügel eingestellt hatte. Ich schloss mich Light und Sunday an, sobald die beiden in Richtung Galoppbahn ritten. Wir würden wie immer zuerst dort aufwärmen und danach auf die Grasbahn gehen, die noch immer von einer dünnen Schneeschicht bedeckt war. Stromi war gut drauf und machte schön lange, geschmeidige Schritte. Ich freute mich also auf ein tolles Training. Während dem Schrittreiten plante ich, was heute noch alles zu tun war. Um vier Uhr fand ein Qualifikationsrennen in Nottingham – Colwick Park statt, bei dem the Cold Crack of Dawn und Campina eingetragen waren. Tom und Lily würden sich beim Training unter keinen Umständen verletzen dürfen. Endlich trabte die Gruppe an und ich tat es den anderen gleich. Wir ritten schön hintereinander den Schnitzelweg entlang, dann bogen wir auf den Kiesweg in Richtung Trainingsbahn. Wir starteten heute im Feld und jeder trainierte für sich, wobei wir ab und zu kleine Kopf-an-Kopf Sequenzen einbauten. Einmal rief ich zum Beispiel April, die daraufhin etwas abbremste damit ich aufholen konnte. Sunday gab sich alle Mühe, meinen sechsjährigen Cremello nicht nach vorne zu lassen, doch Stromer streckte sich wie eine geschmeidige Katze und schob sich bei jedem Sprung einige Zentimeter vor. Am Ende des Trainings fiel mir auf, dass Light ein paarmal hustete. Zur Sicherheit sagte ich Oliver Bescheid, der es ebenfalls schon von seiner Beobachterposition am Rand der Bahn bemerkt hatte. Er verordnete einen Ruhetag und eventuell einen weiteren, falls es nach einem längeren Longieren wieder passieren würde. Auf meine Frage hin meinte er, dass es nichts Ernstes sei und sich der fast schwarze Hengst vermutlich etwas erkältet hatte. Ich nickte, beruhigt, dass er dasselbe dachte. Wir verräumten die Pferde, wobei ich Stromer lange mit der Fleecedecke trockenführte, damit er nicht auch noch zu husten anfing. Danach holte ich das Putzzeug von Winter, denn der war als nächstes dran. Mein grosser Schneemann sah mich ungeduldig an und verdrehte die Augen beim ausgiebigen Gähnen. Ich bürstete das weisse Fell liebevoll und kratzte die Hufe aus, ehe ich ihn sattelte und zäumte. In dieser Gruppe liefen Fly, Chiccory und Spot mit, ausserdem einige der Stuten: Paint, Capri und Diana. Dies klappte normalerweise Problemlos, da die Jockeys die Hengste voll im Griff hatten und diese sich sowieso eher auf das Training konzentrierten. Ich beobachtete beim Aufsteigen belustigt, wie Spot herumalberte, als Quinn auf seinen Rücken klettern wollte. Dem Vollblüter mit den lustigen Flecken konnte man einfach nicht böse sein. Er zählte zu meinen absoluten Lieblingen, doch natürlich liebte ich alle meine Pferde. Jedes von ihnen hatte seine eigene Geschichte und seinen eigenen Charakter, was das Reiten immer wieder aufs Neue spannend machte. Es kam auch häufig vor, dass ich mich mit den Pflegern absprach und spontan ein Pferd ritt, welches nicht bei mir eingeteilt war. Ich hatte kein Problem damit, den ganzen Tag im Sattel zu sein.
      Das Training mit Winter verlief wiederrum gut, allerdings war er nicht in Bestform gewesen und hatte seine Zeit vom letzten Mal überboten. Ich lobte ihn trotzdem sehr beim Absteigen, und hielt ihm ab und zu ein Karottenstück hin beim Trockenführen. Ich lief mit ihm hinunter zu den Weiden, liess ihn an den Minis schnuppern und die Nase zu den Hengstfohlen stecken. Die ganze Zeit über machte Winter ein fröhliches Gesicht und hatte die Ohren entspannt nach vorne gerichtet. Das Wetter war auch herrlich: Die Sonne schien und obwohl es noch immer ziemlich kalt war, kam es mir vor wie an einem Frühlingstag. Doch ich liess mich nicht täuschen, es war erst Februar und der Winter würde sich bestimmt nicht so leicht geschlagen geben. Ich brachte meinen Hengst nach zwanzig Minuten zurück in den Hauptstall und schaute, dass es ihm an nichts fehlte, ehe ich die Boxentüre schloss. Ich sah auf die Uhr. Schon acht! Herrjeh, ich muss noch Frame beschäftigen ehe ich den Vollbluthengst und Feline abhole. Ich beschloss, den Hengst zu longieren, denn das hatte ich schon länger nicht mehr mit ihm gemacht. Er war, seit seine Wunden vollständig verheilt waren, intensiv trainiert worden und hatte ordentlich Muskeln und Kondition aufgebaut. Von dem schwächlichen Jährling, den ich damals auf der Wiese gesehen hatte, war äusserlich keine Spur mehr. Innerlich spukten jedoch immer noch die Bilder von damals in dem Hengst, sodass er kaum eine Person ausser mir wirklich nahe an sich heranliess. Immerhin hatten wir ihn so weit, dass er sich auch von anderen Pflegern einigermassen problemlos führen liess. Doch es war noch ein langer, vielleicht unendlicher Weg bis zum nervenstarken, coolen Leistungssportler. Wie Oliver so schön sagte – das beste Rennvermögen nützt nichts, wenn sich das Tier beim Start erschreckt und den Jockey runterbockt. Ich seufzte bei dem Gedanken an den letzten Versuch mit Lily. Das war nun beinahe zwei Wochen her. Frame hatte sich nicht nur geweigert, in die Startbox zu gehen, er hatte sich auch mitten im Trainingsrennen erschreckt und war aus der Gruppe ausgebrochen, wobei er nur haarscharf an Muskat vorbeigestolpert war. Es hätte übel ausgehen können und Lily war danach so wütend, dass sie sich weigerte, wieder aufzusitzen. Bei mir war der Hengst, aus welchen Gründen auch immer, brav wie ein Lamm. Er folgte mir ohne Seil, zickte nicht rum beim Aufsteigen, tat überhaupt alles, was ich von ihm verlangte. Nur ab und zu vermochte ihn ein plötzliches Geräusch oder eine schnelle Bewegung im Gebüsch zu erschrecken. Jedenfalls putzte ich ihn an diesem Morgen rasch, legte ihm den Longiergurt an und hängte die Doppellonge ein. Dann ging ich mit ihm in die Halle, da dort die Ablenkungsgefahr geringer war. Ich übte mit ihm eine halbe Stunde diverse Übergänge, die Biegung und das schwungvolle Schieben aus der Hinterhand. Danach nahm ich mir Zeit, ihn zu versorgen und hastete anschliessend auf den Parkplatz zum Auto. Zuerst fuhr ich mit dem Anhänger eineinhalb Stunden nach Bristol um den Hengst namens Caspian zu holen. Ich hatte ihn direkt von seinem Züchter gekauft, den ich an einer Auktion kennengelernt hatte. Er hatte mir Caspian weit unter seinem Wert überlassen unter der Bedingung, dass seine Tochter, der er sehr ans Herz gewachsen war, ihn später hin und wieder besuchen durfte. Es war ein rührender Abschied vor Ort, denn die 16 Jährige kannte den Hengst seit seinen ersten wackeligen Schritten. Doch so war das nun mal, sie hatte von Anfang an gewusst, dass der Tag kommen würde, an dem sie ihn loslassen musste. Ich für meinen Teil war froh, Caspian nun endlich nach Hause fahren zu können. Doch auf dem Rückweg ging es erstmal noch zu Feli, die mich mit Diana zusammen schon erwartete. Diana wollte auch in Zukunft immer mal wieder rüber auf Pineforest Stable kommen um Feli zu besuchen, doch sie hatte mittlerweile endlich ein eigenes Pferd von ihrem Vater bekommen, sodass sie sicherlich genug zu tun hatte. Zurück auf dem Hof half mir Jonas beim Ausladen und brachte Feli gleich in den Nebenstall, während ich Caspian vorerst in die Box neben Shio stellte. Falls das gut klappen würde, würde er auch dort bleiben dürfen, wenn nicht, dann mussten wir mal wieder eine neue Boxenordnung ausarbeiten. Der Schimmel schnupperte zwar interessiert an Shio, wandte sich dann jedoch gierig dem Heu zu.
      Am Nachmittag kam wie erwartet Satine, die Furioso Stute. Sie sah noch übler aus, als ich sie in Erinnerung hatte, doch wenigstens schien sie unverletzt. Traurig betrachtete ich das ehemalige Zirkuspferd aus der Nähe. Sie hatte kaum Muskeln und war mager bis auf die Rippen. Selbst ihre strahlend blauen Augen wirkten nichts als gestresst und müde. Ich fasste sie etwas näher am Halfter, als die den Kopf vor meiner Hand wegziehen wollte und murmelte beim Streicheln „Everything’s allright, you’re at home now.“ Sie senkte den Kopf etwas und blinzelte, weil sie Angst hatte, dass ich ihr in die Augen fasse. Ich führte sie nach einigen Minuten langsam in den Nebenstall, denn sie lief von der langen Fahrt noch wackelig und unsicher. In der Box machte sie sich nur halbherzig über das Heu her, sodass ich mich gezwungen sah, einen Tierarzt zu rufen. Hoffentlich ist sie nicht ernsthaft krank, betete ich innerlich. Die Diagnose war eine mittelschwere Lungenentzündung. Würden keine Komplikationen auftreten, so konnte sie in etwa zwei Wochen grösstenteils genesen sein. Sie bekam Antibiotika und strikte Stallruhe verordnet. Die Stute tat mir leid, denn sie hustete nun auch hin und wieder, was ihr Schmerzen zu bereiten schien. Wenigstens bestand kein Risiko für die anderen Pferde. Nachdem ich noch eine Weile bei ihr geblieben war und sie besorgt beobachtet hatte, ging ich zum Hauptstall um zu sehen, wie weit Tom und Lily waren. Sie hatten die Sättel und das restliche Zubehör bereits in den Anhänger gebracht und zogen nun gerade den Vollblütern die Transportgamaschen an. Campina stand bockstill und liess Lily an sich herumzupfen, während Crack wie immer vor und zurück zappelte. Ich half kurz, die Stute festzuhalten und streichelte sie liebevoll, während ich das Halfter hielt. Sie bedeutete mir sehr viel, denn ich hatte sie damals von Jack zum Geburtstag geschenkt bekommen, das machte sie unbezahlbar. Endlich waren die Gamaschen fest um die Beine gelegt und die Pferde wurden zum Parkplatz geführt, wo sie ohne zu zicken die Rampe hochliefen. Ich wünschte den fünfen eine gute Fahrt (Oliver ging als Trainer natürlich auch mit, ich hingegen hatte heute noch zu viel zu tun) und viel Glück beim Rennen. Besonders von Campina erhoffte ich mir eine gute Platzierung, denn die Stute war im Training ausgezeichnet gelaufen und schien auch heute in Topform zu sein. Fröhlich summend ging ich zu Rita, die beim Nebenstall Calico sattelte. Ich hatte versprochen, ihr heute eine Reitstunde zu geben. Die junge Frau, die mittlerweile sogar die Ausbildung zum Jockey in angriff genommen hatte, war extrem fleissig und saugte neues Wissen über Pferde auf wie ein Schwamm. Sie hatte sich von der gnadenlos überforderten Anfängerin zur zuverlässigen Pflegerin gemausert und wohnte nun sogar endlich mit den anderen im Pflegerheim. Ihr Vater hatte sich anfangs dagegen gesträubt, doch schliesslich hatte sie gewonnen, da sie ja schon 24 war und damit gedroht hatte, externe Hilfe anzufordern. Sie konnte zwar nun nichtmehr vom Reichtum ihres Vaters profitieren, doch das brauchte sie auch nicht. Sie verdiente sich ihr Geld nun selbst. Ich war anfangs sehr skeptisch gewesen, was ihren Charakter betraf, hatte ich sie doch als verwöhntes einzelkind eingeschätzt. Doch die Pfleger und ich hatten sie nun wirklich lieb gewonnen und sie war ein fester Teil von uns geworden. Als wir auf dem Platz waren stellte ich einmal mehr fest, dass sich das harte Training gelohnt hatte: Rita sass gerade und selbstsicher auf dem Schimmelhengst, hielt die Absätze tief und am rechten Ort. Ich musste sie jedoch ab und zu daran erinnern, die Hände nicht zu hoch zu halten. Calico spielte brav mit. Er hatte gelernt, respektvoll mit seiner ehemaligen Besitzerin umzugehen und lief bei den restlichen Pflegern und mir sowieso wundervoll. Ich hatte recht behalten: der Hengst hatte eine ausgezeichnete Veranlagung und lernte so schnell wie Rita. Nach der Stunde ging ich mit Sorrow ins Gelände. Es wäre eine Schande gewesen, solch wundervolles Wetter nicht zu nutzen. Vor dem Aufsteigen flocht ich dem stämmigen Hengst einen französischen Zopf in die Mähne. Es stand ihm ausgezeichnet. Wir ritten zum Fluss, überquerten die Brücke und dann nach Süd-Osten zu den beliebten Galoppstrecken. Sorrow gab ordentlich Gas auf den grasüberwachsenen Feldwegen, liess sich jedoch stets wieder bremsen. Einmal kam uns eine Frau mit einem schwarzen Hund entgegen, an dem der Hengst interessiert schnupperte. Dann hüpfte der Hund wieder davon und wir setzten unseren Ritt gemütlich fort. Genoss die Sonne und auch Sorrow drehte die Ohren zufrieden in der Umgebung herum. Auf dem Rückweg liess ich ihn etwas Schulterherein laufen und stellte ihn an den Zügel. So hatten wir auch unsere heutige Protion Dressur.
      Als ich auf dem Kiesweg an den Weiden vorbei ritt, klingelte plötzlich mein Handy. Huch, Was ist denn nun wieder los? Ich nahm ab und erkannte erschrocken Olivers besorgte Stimme. „We‘ve had an accident, you must come quickly to decide what to do with the horses.“ Wie in Trance stieg ich ab, rief Rosie, die Sorrow übernahm und rannte zum Parkplatz. Man hatte entschieden mich vor Ort zu rufen, da die Unfallstelle nur zwanzig Minuten entfernt war. Vor Ort fand ich einen Krankenwagen und mehrere Polizeiautos, ausserdem war bereits ein Tierarzt da. Wie sich herausstellte, hatten die drei eine Kollision mit einem betrunkenen Geisterfahrer gehabt. Dabei hatte sich der Transporter überschlagen. Tom, der gefahren war, war bewusstlos und hatte einige Brüche erlitten, sein Zustand war aber so weit stabil. Lily hatte einen gebrochenen Arm und Prellungen und Oliver war mit einer blutenden Nase davongekommen. Doch am schlimmsten hatte es die Pferde erwischt. Campina hatte starke Prellungen und lahmte. Für Crack gab es keine Rettung mehr. Ich stimmte zu, die Stute von ihren Leiden zu erlösen, denn sie hatte mehrere komplizierte Brüche erlitten und konnte nicht mehr aufstehen. Es war ein schrecklicher Augenblick, als der Tierarzt die Spritze aufzog, und ich drehte mich weg zu Pina, vergrub mein Gesicht in ihrem weichen Fell. Meine wunderschöne kleine Crack, das Geschenk von Jack! Es kam mir so unfair vor, dass mir nun auch diese Erinnerung an ihn genommen wurde. Doch es war besser für die Stute, alles andere wäre Quälerei gewesen. Campina wurde in eine Klinik in der Nähe gebracht, wo sie umfassend untersucht und behandelt wurde. Tom landete im Krankenhaus, durfte zum Glück aber schon nach vier Tagen nach Hause zu seinen Eltern. Auf Pineforest Stable würde er erst wieder in ein paar Monaten zurückkehren, wenn er wieder einsatzfähig war. Lily kam noch am selben Tag mit uns zurück auf den Hof, den Arm in eine Schlinge gehüllt. Sie wurde liebevoll von den anderen begrüsst und Ajith übernahm die ihr zugeteilten Pferde für den restlichen Monat. Ich wanderte nach all den aufmunternden und mitleidigen Worten der anderen still ins Haupthaus, wo ich mir erstmal einen Tee machte. Ich starrte während dem Trinken aus dem Fenster und beobachtete, wie Jonas den Kiesweg entlang zur Tür kam und klopfte. Soll ich aufmachen? Eigentlich will ich nicht… Ich bewegte mich nicht von der Stelle und wartete, bis er wieder verschwunden war. Trotzig dachte ich: wenn etwas passiert bin ich gut genug für dich und sonst behandelst du mich wie Luft. Spar dir die Mühe. Dann legte ich mich aufs Sofa und versank bis zum Abend in Melancholie. Der Tag hatte so schön begonnen, und nun das.
      Am Abend schlenderte ich lustlos zur Halle, wo Lisa gerade eine Reitstunde gab. Es waren ein paar Leute von auswärts da und vier Pfleger: Darren mit Herkir, Jason mit Bluebell, Jonas mit Loki und Anne mit Sweets. Ich setzte mich in den Zuschauerraum hinter die Scheibe und sah zu. Blue lief wiedermal zügig, sodass Jason ständig abwenden musste. Sweets ging beinahe konstant in Anlehnung, doch Anne liess sie zwischendurch strecken, damit sie nicht zu müde wurde. Schliesslich waren beide Pferde erst seit kurzer Zeit unter dem Sattel und noch nicht vollständig ausbalanciert. Herkir und Loki liefen mittlerweile richtig toll und nur Herkir gab ab und zu Gas – immer dann wenn Darren angaloppieren wollte. Ich war zufrieden mit den vieren. Nach der Stunde wollte ich mich wegschleichen, doch Jonas erwischte mich. „Warum hast du nicht reagiert, als ich geklopft habe?“, wollte er wissen. „Ich hab dich nicht gehört.“ „Aber ich war echt laut…“ „Kann passieren. Gute Nacht.“ Es schmerzte, so kalt zu sein, doch er hatte es verdient, da war ich mir sicher. Er sollte ruhig sehen, wie sich das anfühlte. Ich lief nocheinmal durch die Ställe und ging sicher, dass alle Pferde eingedeckt waren, dann legte ich mich ins Bett. Was für ein Tag
      8 März 2015
    • Occulta
      The brightest flame casts the darkest shadow

      Pineforest Stable wurde gerade in das Licht der ersten Sonnenstrahlen getaucht, als ich auf dem Weg zum Hauptstall war. Vollblütertraining stand an, wie jeden Morgen. Diesen Monat kümmerte ich mich um Indiana und Stromer, Erstere wollte ich heute zuerst bewegen. Ich holte die lackschwarze Stute aus ihrer Box und begann, sie zu bürsten. Hinter uns machte Lily die ebenfalls rappfarbene Painting Shadows bereit. Paint musterte gerade die dunkelgraue Putzbox am Boden mit ihren eisig blauen Augen. Ich fragte mich einmal mehr, was im Kopf der Stute wohl vorgehen mochte. Ich neigte immer sehr dazu, ihr menschliche Charakterzüge zuzuschreiben, da sie aussergewöhnlich ruhig war und sich alles immer ganz genau ansah. Doch sie wirkte tatsächlich nicht nur intelligent; sie war es auch. Das erkannte man daran, dass Paint schneller als die meisten Pferde neue Dinge lernte und selbst mit schwierigen Aufgaben klar kam. Während Sunday zum Beispiel an der Kartonschachtel mit den Leckerlies nach zehn Minuten erst durch Zufall (er hatte die Schachtel ausversehen mit dem Hinterbein umgekippt, als er sich umdrehen wollte) Erfolg hatte, fand sie schon nach zwei Minuten heraus, dass man die Schachtel mit dem Maul aufstossen konnte. An neue Aufgaben ging die Stute immer neugierig, aber mit gesunder Vorsicht heran, sodass sie sehr leicht zu trainieren war. Ich mochte die Sabinoschecke daher ganz besonders.
      Auch Indiana war eine angenehme Genossin. Sie liess mich in Ruhe ihre Hufe auskratzen, ohne sie extra schwer zu machen, wie es andere Pferdchen zu tun pflegten. In ihrem Schweif war eine Menge Stroh, also hatte sie wohl gut geschlafen. „Dann bist du ja heute sicher fit mein Mädchen“, murmelte ich ihr zu. Ursprünglich hatte die Stute gar nicht so viel mit der Rennbahn am Hut gehabt. Sie war zwar wahrscheinlich als zukünftiges Rennpferd zur Welt gekommen, am Ende aber dann doch an eine mittlerweile gute Kollegin meinerseits verkauft worden. Da diese sie in Dressur und Springen förderte, anstatt sie auf die Bahn zu schicken, kannte Indiana, als sie nach Pineforest Stable kam, nicht einmal die Startboxen. Das war aber kein Problem, denn sie war sehr gut erzogen und geritten worden, sodass wir sie in kurzer Zeit an den Vollblut-Alltag bei uns gewöhnt hatten. Sie war sogar schon bei ein paar kleineren Rennen in die Ränge gekommen. Es schien ihr jedenfalls zu gefallen, wenn sie auf dem kurzen Gras ihre Grenzen ausreizen durfte und mal wieder richtig galoppieren konnte. Heute liessen wir es aber etwas ruhiger angehen: Nachdem Chiccory, Empire, Paint und Indiana allesamt gesattelt draussen bereitstanden, ritten wir auf das grosse Dressurviereck. Ja, auch Rennpferde mussten ab und zu eine Portion Dressur ertragen. Das diente der Rückengymnastizierung, dem Grundgehorsam und – der Abwechslung. Schliesslich durfte das Training den temperamentvollen Vollblütern nicht zu langweilig werden, sonst wurden sie schnell ‚sauer‘. Es herrschte die ganze Stunde über Abreitplatzatmosphäre, denn eigentlich ritt jeder für sich. Nur Oliver, der beim Eingang stand und gelegentlich den Mund öffnete, wenn ihm etwas nicht passte, erweckte durch seine pure Anwesenheit das Gefühl einer Reitstunde. Indiana lief am Anfang etwas verkrampft, doch mit vielen Übergängen und Wendungen konnte ich sie rasch lockern. Danach lief sie in lockerer Anlehnung und zufrieden vor sich hin schäumend. Auch Oliver machte einen zufriedenen Eindruck. Nur Quinn, die auf dem hübschen Schimmel Empire sass, erinnerte er daran, die Hände nicht einzudrehen. Empire nahm’s gelassen und lief trotzdem schön schwungvoll. Der weisse Hengst machte eh immer eine gute Figur, ein typisches weisses Prinzenpferd eben. Oz war sehr fleissig drauf, April musste ständig abwenden. Aber die junge Pflegerin hatte so viel Erfahrung, dass sie ihn gut im Griff hatte und wiedermal das Beste aus ihm herausholen konnte. Und Paint machte sowieso keinen Ärger. Die Stute folgte brav den Hilfen ihrer Reiterin, und zwar eher zum Leid von Lily, denn so sah Oliver sofort jeden noch so kleinen Fehler, den sie machte.
      Nach der Stunde liessen wir die Pferde auf der Galoppbahn abkühlen. Ich war froh um den Schatten der Tannen, selbst jetzt am frühen Morgen. Quinn ritt neben mir und musste Empire ab und zu wieder ermahnen, Indiana nicht zu nahe zu kommen. Wir plauderten ein wenig, tauschten die neusten Gerüchte aus und besprachen Pläne der folgenden Tage. Plötzlich erwähnte Quinn etwas, was mich nachdenklich stimmte. “Did Jonas already talk to you ´bout his journey to Canada?” “Yes, he told me in January already. And yet I wasn’t aware that he will go so soon until you mentioned it…” In fünf Tagen fliegt er. Dann wird er ganze drei Wochen fort sein. Ich konnte mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, ihn so lange nicht zu sehen, selbst wenn ich mich eigentlich für ihn freute. Er wollte dort alte Freunde besuchen gehen und ein wenig durchs Land reisen. Gerade jetzt, wo es so gut läuft, muss er wieder weg. Ich wette, danach ist alles wieder wie vorher
      Wir versorgten die Pferde und verräumten die Dressursättel, dann wurde erstmal gemistet. Ajith und Tom waren schon dabei, die restlichen schlossen sich an. Ich plante im Geiste schon wieder durch, was ich den restlichen Morgen zu tun hatte. Nach dem Misten ging ich zu Stromer und holte den Cremellohengst aus seiner Box. Er zappelte wie immer beim Putzen, doch ich regte mich darüber nicht auf; es war ein interessanter Kontrast zu Indiana. Ich ging diesmal nicht mit der zweiten Morgengruppe mit, sondern arbeitete mit dem Hengst an der Doppellonge. Er lief die meiste Zeit in Dehnungshaltung und trat schön unter, ausser wenn er wieder irgendein Monster im Gebüsch entdeckte. Auch nach all dieser Zeit war Stromer noch nicht zum relaxten Verlasspferd geworden und vermutlich würde er es auch nie ganz werden. Er hatte wohl in seinen jungen Jahren einfach zu viel erlebt. Zumindest hatte ich ihn so weit, dass er sich zwischendurch entspannte und konzentriert mitarbeitete, denn unter der verstörten, unsicheren Oberfläche lag ein überaus ehrgeiziger Schüler. Dieser kam auch heute ans Licht. Besonders schön war es, als ich ihn auf der ganzen Bahn galoppieren liess, indem ich nebendran mitlief und ihn so versammelt hielt. Er fiel nicht einmal in den Trab zurück und vergass sogar, Jonas mit der Schubkarre anzugaffen. Der hatte angehalten und uns beobachtet, um am Ende zu klatschen. Ich schenkte ihm ein Lächeln und liess Stromer im Schritt trockenlaufen. Jonas kam zu uns aufs Viereck und lief nebenher. „Dann ist also alles okay wegen Samstag?“ „Samstag? Ahh ja, Samstag. Alles klar. Mach dir keine Sorgen, wir haben hier alles im Griff. Du kannst die Reise also in vollen Zügen geniessen.“ „Schwingt da ein betrübter Unterton mit?“ „Höchstens, weil Kanada ein tolles Land ist und ich auch schon lange nicht mehr dort war. Aber ich muss hier bleiben und auf dem Hof nach dem Rechten sehen.“ „Aye Occu, das ist das Los des Chefs.“ „Was willst du damit wieder andeuten? Naja egal. Schau her, ich hab dir einen Glücksbringer geschnitzt.“ Ich überreichte ihm eine schlichte Kette mit einem Specksteinanhänger in der Form eines Kleeblatts, den ich in meiner Freizeit geschliffen hatte. Ich mochte solche künstlerischen Kleinigkeiten sehr, ich malte auch ab und zu etwas, wenn ich Zeit dazu fand. Er sah den Anhänger erstaunt an. „Hast du den gemacht? Der ist toll! Danke.“ Ich lächelte verlegen und streichelte Stromers weichen Hals. Er zog den Anhänger über seine andere Halskette an, die er einmal von seinem Cousin geschenkt bekommen hatte. So hatte ich es jedenfalls in Erinnerung. Dann trennten wir uns wieder, denn ich musste Stromer in den Stall bringen und er musste Heu holen.

      Als es dunkel wurde und die Schatten sich in die Länge zogen, klopfte es an meiner Haustür. Zugegeben – mein Herz pochte schon etwas, als ich öffnete und niemand geringeres als Jonas draussen stand. Er gab auch gleich den Grund für sein Erscheinen bekannt. „Occu, auf meiner Reise komme ich auch an der Gips Reminder Ranch vorbei, du weisst schon, der Hof von Verena.“ Ich nickte aufmerksam. „Summer, Flint und Shadow stehen ja dort. Ich dachte mir, ich gehe die drei besuchen und schicke ein paar Fotos rüber, wenn ich schon mal dort bin.“ „Das klingt gut. Ich vermisse besonders Shadow… Würde mich wirklich darüber freuen zu sehen, was aus ihr geworden ist. Ich wette Verena hat sie gut trainiert.“ Er wünschte mir einen schönen Abend und drehte sich zum Gehen um. Mir fiel auf, dass er die Kette seines Cousins nicht mehr trug. „Hey, hast du deine Kette verloren?“ „Nein, aber dein Anhänger hat sich immer wieder darin verheddert, also hab ich sie abgezogen, damit er nicht kaputt geht.“ Während er ging, jubelte ich innerlich auf wie ein kleines Kind. Er hat doch tatsächlich die Kette, die er jetzt über ein Jahr durchgehen trug, gegen meine getauscht! Das muss ihm doch etwas bedeuten! Dann wiederum ermahnte ich mich, rational zu bleiben und beschloss, einfach abzuwarten. Abzuwarten, was die Zukunft bringen würde. In meinen Träumen sah sie leuchtend hell aus.
      9 Aug. 2015
    • Occulta
      Vorbereitungen

      Ich stand gerade mit Jonas auf dem Sandviereck, um Lisa bei ihrem Training mit Feline zuzusehen. Die Stute musste fit sein, denn in wenigen Wochen stand ein grosses Event bevor: Jolympia. Ich hatte beschlossen, auch etwas mitzumischen und kurzerhand Indiana und Feline genannt. Doch damit war es natürlich noch nicht getan – nun mussten die beiden Pferde entsprechend auf das Turnier vorbereitet werden. Indiana war ziemlich gut im Trainingsplan vorangekommen, doch Feline hatte sich vor kurzem auf der Weide einen Fehltritt geleistet und hinten links einen etwas geschwollenen Fesselträger gehabt. Die Schwellung war mittlerweile zurückgegangen, doch dadurch hatten wir einen Trainingsrückstand von etwa zwei Wochen. Feline hatte noch etwas Mühe mit den Schenkelweichen, denn sie kreuzte hinten zu wenig. Indiana machte dafür Probleme im Cross Country: Sie zog vor den Hindernissen extrem an und kam so meist unpassend. Doch an beidem arbeiteten wir nun intensiv. „Nimm das Bein noch etwas weiter nach hinten“ riet ich Lisa, als sie an uns vorbei kam. Sie setzte die Anweisungen um und hatte prompt etwas mehr Erfolg. Nach weiteren zwanzig Minuten beendeten wir das Training und Lisa ging mit der Criollostute auf die Galoppbahn zum Trockenreiten. „Gehst du zu Oliver und sagst ihm, dass Diana morgen nicht im Renntraining mitlaufen soll?“, forderte ich Jonas auf, der noch immer neben mir stand. Er nickte und schlenderte davon. Ich dachte kurz nach, was ich noch alles vorhatte. Stallkontrolle, Springen mit Dream, nach Pointless sehen. Ich begann in ebendieser Reihenfolge. Im Hauptstall duftete es nach frischem Stroh, wie es sich gehörte. Die teuren Rennpferde standen allesamt auf ihrem trockenen Bett und sortierten gelassen die Hälmchen. Manche trugen schon Fleece Decken, denn wir wollten vermeiden, dass sie viel Winterfell produzierten. Ich sah kurz bei Chiccory rein, denn letztes Mal hatte April vergessen, seine Tränke zu säubern. Ich fand zwar noch ein paar Strohhalme darin, doch die schienen frisch zu sein, woraus ich schloss, dass meine Zurechtweisung von gestern Früchte trug. Zufrieden tätschelte ich dem Scheckhengst auf die Schulter. Er war einer der Kandidaten, die ohnehin nicht viel Winterfell hatten. Seine Mähne war noch ganz weich und geschmeidig vom Einflechten am Samstag. Wir hatten mit ihm und Sunday am Jubiläums Cup einer kleineren Bahn im Norden teilgenommen. Der Hengst hatte dabei wiedermal einen hervorragenden Start hingelegt und war knapp Zweiter geworden. Sunday war etwas zu lange im Mittelfeld blockiert gewesen, sodass er erst spät hatte aussen vorstossen können. Trotzdem war er noch Fünfter geworden. Ausserdem hatte Smelyalata am selben Wochenende beim Green Turf in Liverpool gewonnen und war in die nächst höhere Klasse aufgestiegen. Sie brauchte nun nur noch zwei Siege um im kommenden Frühling für das Aufgewichtrennen in Betaque qualifiziert zu werden. Ich schloss Chiccory‘s Boxentür und spazierte durch die sauber gefegte Stallgasse zum Tor. Im Nebenstall wartete Dream bereits am Boxenfenster auf mich und als sie realisierte, dass ich auf sie zukam, röchelte sie erfreut. „Na meine Süsse“, murmelte ich und hielt ihr ein Karottenstückchen hin. Nichts geht über Bestechung. Ich halfterte sie auf und öffnete die Boxentür, dann führte ich sie geradeaus nach draussen zum Holzgitter und band sie fest. Die Schimmelstute hatte es wiedermal gut gemeint mit dem vom Regen feuchten Weideboden. „Hast du’s wenigstens genossen?“, fragte ich sie vorwurfsvoll und begann, die verkrustete Erde aus ihrer Mähne zu lösen. Ich war vorsichtig, denn ich wollte die langen Haare nicht ausrupfen. Nah zehn Minuten hatte ich genug und nahm etwas Glanzspray und eine Wurzelbürste zu Hilfe. Danach wandte ich mich dem fast weissen Fell des Forest Ponys zu. Oder besser gesagt dem fast braunen. Ich schrubbte eine gefühlte halbe Stunde (pro Körperseite) und war erst zufrieden, als das letzte Klümpchen von den Sprunggelenken weggekratzt war. Danach konnte ich endlich satteln, die Geländegamaschen anziehen und zäumen. Nach dem Aufsteigen ritt ich zur Ovalbahn, dorthin wo früher die Grasrennbahn gewesen war. In deren Mitte befand sich noch immer die kleine Geländestrecke, die meine Tante beim Bau von Pineforest Stable in Auftrag gestellt hatte. Sie war, nun da die alte Grasrennbahn weg war, sogar noch etwas ausgebaut worden. Ich ritt zunächst im Trab um die Hindernisse und Büsche, was ich immer wieder praktisch fand, denn hin und wieder gab es kleine Hügel, bei denen Dream die Hinterhand etwas mehr gebrauchen musste. Nachdem die Stute gründlich eingewärmt war, konnte ich mit dem richtigen Training beginnen. Ich übersprang zuerst den grossen Baumstamm, dann aus der Kurve das Buschhindernis. Anschliessend ging’s den künstlichen Hang hoch und auf der anderen Seite über einen Steilsprung nach unten. Nun folgte der Wassergraben. Der machte Dream besonders Spass, denn die Stute liebte das Wasser seit unserem ersten gemeinsamen Strandausflug. Ich hatte manchmal den Eindruck, als würde sie absichtlich stampfen damit es hochspritzt und auch ich etwas von der Erfrischung abbekomme. Jedenfalls waren diese Hindernisse kein Problem für die Ponystute, was aber auch nicht verwunderlich war. Wir hatten diesen Parcours ja schon oft durchritten, da es der einzige auf Pineforest Stable war und die Hindernisse nur bedingt verschiebbar waren. Ich beschloss, spontan in den Wald zu reiten und dort nach ein paar neuen Herausforderungen für Dream zu suchen. Das würde ihr bestimmt auch mehr Spass machen als immer dieselben Hindernisse zu überspringen. Ich ritt also in Richtung Pinienwald und verliess den Sandweg in nach Westen hin. Schon nach wenigen Minuten fand ich einen massiven, umgestürzten Ast, der schräg an einen anderen Baum gelehnt war. Ich ritt prüfend rundherum und holte dann etwas Anlauf. Dream spitzte die Ohren und war zunächst etwas unsicher, ob ich das wirklich ernst meinte. Doch als ich etwas Druck mit den Beinen machte, hüpfte sie willig über den Ast. Im vorsichtigen Galopp ging’s weiter zwischen den Bäumen hindurch, doch schon nach wenigen Metern musste ich wieder bremsen, da die Bäume hier enger beieinander standen. Zum Glück war der Pinienwald abgesehen von ein paar frisch umgestürzten Bäumen frei von Unterholz, da die Parkwächter immer wieder aufräumten. So hatten wir keine Mühe, uns durchzuschlängeln. Ich fand noch ein paar kleinere Abhänge und ein hübsches kleines Bachbett, sodass wir das Klettern und runterrutschen etwas üben konnten. Dream bekam mit der Zeit richtig Freude an den abwechslungsreichen Situationen und ich musste aufpassen, dass sie nicht zu unvorsichtig wurde. Zuletzt übersprangen wir am Ende des Pinienwaldes, wo bereits der anschliessende Wald aus Tannen begann, ein weiteres hervorragendes Hindernis. Es war eine umgestürzte Tanne, deren Äste eine Lücke bildeten, durch die wir springen konnten. Auch hier zögerte Dream etwas, doch mit meiner Überzeugungskraft flogen wir schliesslich höher als nötig über den harzigen Stamm. Danach machte ich mich auf den Heimweg.

      Zuhause schmierte ich zu Sicherheit eine wohltuende Salbe auf die strapazierten Sehnen und versorgte Dream mit frischem Heu. Gerade als ich fertig wurde, kam Ajith, fröhlich pfeifend wie immer, vom Hauptstall herüber. Er tätschelte Dream und fragte mit seinem Indischen Akzent: „And how did she perform?“ „She was very well“, antwortete ich grinsend und wartete auf das, was er mir eigentlich erzählen wollte. Ich war gut im zwischen-den-Zeilen-Lesen. „I wanted to ask if I could possibly leave at five o’clock today“, murmelte er verlegen, als er meinem auffordernden Blick begegnete. „Sure. I think there’s not much left to do today anyway. But… Do you have a date or what? You never leave without extraordinary reason », stichelte ich schelmisch. « Actually… yes. She’s from Ireland, but she works in Liverpool for one year.“ „Oi, I knew it! And how did you meet her then?“, hakte ich neugierig weiter. „I met her the first time this weekend at the Green Turf. Wait, maybe you’ve seen her aswell…“ Er zeigte mir ein Selfie mit einer hübschen Rothaarigen auf seinem Handy. Sie erinnerte mich augenblicklich an Quinn. Er steht wohl auf diesen Typ Frau, dachte ich im Stillen schmunzelnd. Ich wünschte ihm viel Erfolg und er lief emsig zurück an die Arbeit, umso motivierter als zuvor. Eigentlich ist es schade. Die beiden würden gut zusammenpassen, aber irgendwie laufen sie immer aneinander vorbei… Vielleicht will es einfach das Schicksal, dass sie nicht mehr als gute Freunde sind. Dafür sind sie das allemal, so viel wie sie zusammensitzen. Ich schob die Gedanken an Ajith und Quinn beiseite und machte mich auf den Weg zu Pointless. Warum denn das? Ganz einfach: Vor ein paar Monaten (um genau zu sein vor etwas mehr als sechs) hatte ich sie mit meinem Liebling A Winter's Day verpaart. Die Stute hatte ja im Winter eine besonders schlimme Phase gehabt, wodurch Oliver und ich seither die einzigen gewesen waren, die sie trainiert hatten. Wir waren uns beide einig gewesen, dass eine Pause der jungen Stute guttun würde und sie vielleicht durch ihre Aufgabe als Mutter sogar ruhiger werden würde. Zudem erhoffte ich mir, dass sie sich, sobald das Fohlen abgesetzt war, im Training etwas reifer und erwachsener verhalten würde.
      Ich blieb also vor der Box von Pointless stehen und streichelte sie durch die Gitterstäbe. Sie kam mir im Moment so lieb und harmlos vor, doch sie war noch immer schwierig im Umgang. „In der Box ein Engel, draussen ein Bengel“, pflegte ich zu sagen. Sie durfte heute zusammen mit Ronja auf die Weide. Die Achal Tekkiner Stute und Gianna, das Cremello-Criollo-Tier, erwarteten mittlerweile ebenfalls Nachwuchs. Allerdings erst etwas später. Ich zog die Handschuhe an, die in einem kleinen Sack an der Box hingen, und öffnete die Tür um die Führkette einzuhängen. Pointless hielt ausnahmsweise still. Kurz darauf konnte ich sie aus dem Hauptstall zu den Weiden führen. Ich brachte die Stute auf die grosse Weide unter der Stutenweide, da diese als einzige noch frei war. Dann holte ich Ronja aus dem Nebenstall und liess sie ebenfalls laufen. Die beiden beschnüffelten sich kurz, denn Pointless hatte schon wieder am Zaun gewartet. Dann quietschte Ronja, machte einen Freudenbuckler und trabte mit stolz erhobenem Kopf zum Zaun der an die Stutenweide angrenzte. Dort warteten bereits Moon, Gianna und Shadow, um die seltsam gescheckte Genossin zu begrüssen. Sie grasten nach einer Weile Kopf an Kopf, während Pointless auf der anderen Seite der Weide ihr eigenes Grasfleckchen bearbeitete. Einmal mehr hatte ich das Gefühl, dass in der Sozialisierungsphase der Stute etwas schief gelaufen war. Allgemein musste ihre Fohlenzeit sehr unvorteilhaft abgelaufen sein, nur so konnte ich mir das Verhalten der stürmischen und beinahe gefährliche Jungstute erklären. Selbst in dem knappen Jahr, dass sie auf der Fohlenweide von Pineforest Stable verbracht hatte, war sie nie wirklich abhängig von irgendwem gewesen und hatte immer ihren eigenen Kopf gehabt. Ich nahm mir vor, endlich Nachforschungen über ihre Herkunft zu treiben. Und eines war sicher – ich würde nicht zulassen, dass ihr Fohlen denselben Charakter entwickelte. Doch für heute hatte ich noch genug anderes zu tun, schliesslich wartete ein ganzer Hof voller Pferde und Pfleger auf mich.
      1 Okt. 2015
    • Occulta
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      „Hey Occu, herzlichen Glückwunsch, das war ein hervorragendes Rennen!“ Ich drehte mich um, um zu sehen, woher die Stimme kam. „Ahhh Henry, ja ja, ich bin mehr als zufrieden.“ Mein alter Kumpel hatte sich den Weg über die Tribüne zu mir erkämpft. Wir befanden uns wieder mal in Ascot, am jährlichen Bengough Stakes Rennen. Stromer hatte das Rennen für sich entschieden, mit einer traumhaften Zeit von 1:13.20 auf den 1‘200 Metern. Auf dem dritten Platz war Winter gelandet, mit ebenfalls hervorragenden 1:14.80. Chiccory, der auch teilgenommen hatte, war leider nur im Mittelfeld geblieben. „Deine Pferde sind richtige Muskelprotze geworden – richtig schöne Tiere“, schwärmte Henry. Ich lächelte verlegen und meinte: „Da steckt auch viel Arbeit drin. Aber gelohnt hat es sich.“ „Ich weiss noch, als ich einmal bei euch zu Besuch war, bei dir und dem alten Jack… Armes Schwein, ich kann’s auch nach all der Zeit noch nicht glauben… Wie auch immer, damals wart ihr grad mitten im Training und ich war so begeistert von Iskierka, erinnerst du dich?“ „Ja, das war vor etwa zwei Jahren, oder? Kierka war damals noch ziemlich frisch auf dem Hof und ein richtiges Monster. Ich weiss noch, als ich an der Auktion schlussendlich die einzige war, die sich für das wilde Biest interessierte. Und schau sie dir heute an!“ „Also damals als ich zugesehen hab, hat sie sich jedenfalls benommen“, meinte Henry. „An dem Tag haben wir aber auch viel mit Sprints gearbeitet, das mochte sie schon immer. Ganz anders sah es beim Ausdauertraining am nächsten Tag aus – da wollte sie bloss noch durchbrennen.“ „Aber ihr habt ja dann im 2 Meilen Rennen einen Monat später gewonnen, nicht wahr? Da hatte sie auch Ausdauer.“ „Während den Rennen selbst ist sie sowieso immer anders; Sie hat einen gewissen Stolz, der sie zum Gewinnen zwingt. Aber wir haben vorher wirklich hart daran gearbeitet, dass sie nicht schon am Anfang abdampft. Oliver musste mich einige Male anschnauzen, weil ich sie zu wenig zusammenhielt. Erst auf den letzten vierhundert Metern durfte ich sie ziehen lassen.“ „Richtig so. Dadurch lernen sie den Schlusssprint am besten. Sie durfte dann ja auch schon kurz darauf an den höher dotierten Rennen teilnehmen. Ich sag’s dir, der Oliver, der ist Gold wert. Lass den ja nie weggehen, hörst du?“ Ich nickte lächelnd. Oliver hatte zum Glück auch nicht vor, irgendwo anders hin zu verschwinden. Er beharrte immer darauf, dass er nirgends sonst so viele Freiheiten beim Aufstellen der Trainingspläne hatte. Henry fuhr fort: „Wie macht sich eigentlich die zweite Graue?“ „Ganz gut, vor er Weile haben wir etwas Pausiert, weil sie nach dem letzten Rennen etwas warme Gelenke hatte und nicht ganz gerade ging, aber sie läuft im Training mittlerweile schon wieder ganz vorne mit.“ „Sie war damals bei meinem Besuch aber nicht auf der Bahn, oder? Ich glaube, ich habe sie noch gar nie trainieren sehen.“ „Ich glaube damals hatten wir sie schon am frühen Morgen für irgendein Qualifikationsrennen trainiert. Sie schlug sich ganz gut, blieb schön ruhig bis zur Zielgeraden.“ „Hmm, ich bin gespannt, sie einmal im Rennen zu sehen. Wenn sie so viel Power wie Iskierka hat, aber dazu einen angenehmeren Umgang, dann dürfte sie ein ziemlicher Crack sein.“ „Jaaa, leider fehlt es ihr an Power etwas… Jedenfalls muss man sie immer gehörig motivieren - ausser, wir gehen ins Gelände.“ „Ha! Das kenn ich nur zu gut. Mein Hengst braucht auch immer zuerst einen Schubser. Aber sag mal – was wurde aus Blütenzauber?“ „Ich bin ziemlich stolz auf Blüte. Sie war gerade letztens wieder in einem kleineren Rennen platziert; Nur eben für die grossen scheint es nicht ganz zu reichen. Aber wir arbeiten dran. Es war halt nicht gerade leicht, sie nach ihrer Fohlenpause wieder in Form zu bringen.“ „Fohlen? Davon wusste ich ja gar nichts!“ „Wir haben sie, nachdem wir sie übernommen hatten, nicht sofort trainiert, sondern erstmal einleben lassen. Da sie so ein gutes Exterieur hatte, obwohl sie völlig unbemuskelt bei uns ankam, wollte ich in der Zwischenzeit bereits ein Fohlen von ihr. Für den kleinen Hengst hatte ich ein gutes Kaufangebot bekommen, also liessen wir sie im nächsten Jahr gleich nochmal decken, weil ich selber auch noch ein Fohlen von ihr behalten wollte. Diesmal wurden es Zwillinge, was etwas bedenklich war. Aber wie durch ein Wunder haben beide Fohlen überlebt und sich seither prächtig entwickelt. Besonders das Hengstfohlen namens Merino ist ein Kraftprotz geworden. Primo Victoria, das Stütchen, steht seit einer Weile auch wieder bei uns, denn sie war am Anfang an eine gute Kollegin abgegeben worden, weil ich zu wenig Zeit für das Aufpäppeln gehabt hatte. Jedenfalls haben wir danach angefangen, Blüte intensiv zu trainieren. Aber vermutlich wird sie den Vorsprung der anderen Fünfjährigen nie einholen, dafür hat sie einfach zu viel verpasst. Durch ihre Reife und ihre Ausgeglichenheit ist sie aber eine hervorragende Lehrerin für jüngere Pferde. Nach ihrem ersten Erfolg in den Einsteigerrennen, haben wir sie übrigens gezielt für die Handicaps ausgebildet. Weil sie schon älter und kräftiger war, hatte sie kaum Mühe mit den Zusatzgewichten.“ Henry nickte beeindruckt. „Du schaffst es immer wieder Occu. Auch Stromer hast du so weit gebracht.“ „Ach was, jetzt übertreibst du. Stromer ist ein Naturtalent!“ „Schon möglich, aber ich habe noch genau den unsicheren, schlaksigen Cremello vor Augen, der damals am Zweijährigenrennen, genau hier in Ascot, startete. Er war so überfordert, dass er den Start verpasst hat! Du hast ihn zurück auf die richtige Bahn gelenkt.“ Ich sah verlegen umher. „Da, sie kommen raus. Ich muss meinen Champion knuddeln gehen“, scherzte ich. Wir schlenderten gemütlich zu den Pferden, die bereits zum Siegerring geführt wurden. Viele Fotos wurden für die Zeitungen geknipst und Stromer erhielt eine hübsche Schärpe. Winter war übrigens wiedermal der Publikumsliebling, weil er mit seinem weissen Fell ein besonderer Blickfang war. Aber auch sein Geblödel begeisterte die Leute (er war ein echter Clown, wenn er im Mittelpunkt stand). „Winter hast du ja auch ganz schön erzogen, was?“, neckte mich Henry. „Ich wünschte ich hätte es. Aber er war einfach so ein hübsches Fohlen, ich konnte ihm nie lange böse sein, geschweige denn mit ihm schimpfen. Dafür hab ich ihn im Training hart rangenommen. Er musste einmal gefühlte zehn Runden durchstehen, weil er mir die ganze Zeit Zügel klaute und nach aussen driftete, was ich ihm nicht durchgehen lassen wollte. Er hat’s überlebt und lief am Schluss brav innen.“ „Und nebenbei hat er Kondition aufgebaut, nicht wahr?“ „Naja, er war danach schon ziemlich fertig. Er hat seither nie mehr so geschwitzt wie damals. Aber er hat es mit Stolz ertragen, denn er liess es sich nicht nehmen, danach immer noch mit gehobenem Schweif zum Stall zurück zu tänzeln. Ich liebe dieses Pferd einfach.“ „Das kann ich gut nachvollziehen, er ist wahrlich einzigartig.“ „Du würdest lachen, wenn du seine Tochter sähest! Sie ist eine perfekte Kopie von ihm, nur etwas eleganter“, schwärmte ich. „Aber Occu, jetzt interessiert mich doch noch – warum war denn Chiccory heute nicht weiter vorne anzutreffen?“ „Keine Ahnung, jeder hat mal nen schlechten Tag.“ „Also läuft er normalerweise besser?“ „Ja, viel. Im Training ist er meistens im Mittelfeld, aber an den Rennen gibt er sonst immer Gas. Heute war ihm vielleicht das Feld zu langweilig…“ „Zu langweilig? Ha!“ „Vielleicht darf ich ihn auch einfach nicht mehr im selben Rennen wie seine Kumpels laufen lassen, sonst denkt er, es sei auch nur eine Art Training.“ „Ist es das nicht? Ich finde, sie wachsen mit jedem Sieg.“ „Natürlich, da stimme ich dir voll und ganz zu. Mit jedem Mal gewinnen sie mehr Selbstvertrauen und Kampfwille. Wenn man Glück hat, werden sie irgendwann süchtig nach dem Gewinnen.“ Ich sah auf meine Uhr, mit der Absicht, das Gespräch endlich zu beenden und den Jockeys beim Absatteln zu helfen. Henry bemerkte meine Ungeduld glücklicherweise und erlöste mich. Wir hatten uns bestimmt nicht das letzte Mal gesehen, und beim nächsten Treffen würde ich ihm wieder von neuen Siegen erzählen können, da war ich sicher.
      8 Dez. 2015
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  • Album:
    Gnadenweide
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    Occulta
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    14 Feb. 2017
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  • Offizieller HG

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    Vom: Ehrengold

    Vom: Solo
    Vom: Sir Lemon Ice xx
    Aus der: Professional Illusion xx


    Aus der: Shew O'Gold
    Vom: Guaranteed Gold
    Aus der: Shew

    Aus der: Black Pearl



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    Rufname: Chiccory, Oz
    Geburtstag:
    September
    Alter: 8 Jahre
    Stockmaß: 1.71 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Brown Splash Overo
    (Ee,AA,Splspl)

    Abzeichen: Laterne, 4x hochweiss gestiefelt
    Gesundheit:
    sehr gut


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    Verschmust, Quatschkopf, aufmerksamkeitssüchtig, temperamentvoll


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    Chiccory ist ein richtiger Quatschkopf. Er liebt Aufmerksamkeit und muss immer im Mittelpunkt stehen. Hat man mal keine Zeit für ihn, muss er zwanghaft etwas anstellen, um alle Blicke auf sich zu ziehen. Selbst wenn er viel Unsinn treibt, böse sein kann man ihm nie. Spätestens wenn Chicco einem mit seiner weichen Nase durch die Haare wuselt, bringt er einen wieder zum Lachen.
    Dennoch sollte man den schicken Strahlemann nicht unterschätzen. Das Vollblut in ihm bringt natürlich auch eine Menge Temperament und Bewegungsdrang mit sich, dem man auf jedenfall gerecht werden sollte.



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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Chequi, umgemalt by Ivi.Kiwi
    VKR: Ivi.Kiwi/ (Fuchsl)
    Verkäuflich: Nein



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    Gekört: Ja
    Nachkommen: Shades of Gray
    , tc Miss Moneypenny, PFS' Catching Fire, Wildfire, PFS' Challenging Time, Culain, PFS' Counterfire
    Decktaxe: 100J



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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Galopprennen, Springen
    Eingeritten: Ja



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    [BHK 421]
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    Chiccory's Spind