Occulta

• Cassiopeia, EVB ♀

Stute | Palomino

• Cassiopeia, EVB ♀
Occulta, 2 Aug. 2014
Rinnaja und Cooper gefällt das.
    • Occulta
      Alte Berichte:
      Edfriend, 01.07.2013




      01.07.2013 - Die Basse-Normandie




      Ich schluckte meine plötzlich aufkommende Traurigkeit und Angst herunter, als ich mit dem Jeep auf das Gestüt Hayes End fuhr. Ab heute würde dieses schöne Gelände nicht mehr mein eigen sein. Alles war schon längst ausgeräumt, das einzige was noch da war, waren die Pferde. Um es kurz zu machen: wir zogen um, nämlich nach Frankreich, in die Basse-Normandie. Dort würde meine Pferde und mich ein neues Leben auf einem neuen Gut mit einem neuen Team erwarten. Schon heute würde ein Großteil dieser neuen 'Familie' mit anwesend sein und mir helfen. Unserer Weg würde uns in das kleine Städtchen Arromanches-les-Bains führen, welches an der nördlich-französischen Küste lag. Die Fahrt würde lang werden und wir hatten bereits eine Übernachtung eingeplant und auch die Stops waren fest auf der Karte verankert. Meine kompletten Sachen und auch die des Stalles hatten schon längst ihren Weg nach Frankreich gefunden und warteten dort nun auf die Besitzer. Wir würden ein altes Gut beziehen, welches bereits 1643 erbaut worden war und dessen Geschichte sich sehr auf die Falkenjagd und die Zucht für dort gebrauchte Pferde bezog. Nun würden wir uns dort niederlassen, um uns ein neues Leben aufzubauen. Ich musste aus dem jetzigen Alltag heraus und wollte mich ab sofort vollkommen auf die Pferde konzentrieren. Es gab insgesamt acht Fahrer, welche sich heute auf den Weg machten. Für meine Vollblüter hatte ich Theodor Adorno, unser künftiger Rennpferdetrainer, gebeten, diese mit zu umsorgen, während Susan, eine unserer Jockeys, fuhr. Mit diesen begannen wir auch nun mit dem verladen. Ich hatte Quall angerufen und die Tierärztin gebeten, allen eine Beruhigungsspritze zu geben und auch von Jackie hatte ich mir beruhigende Kräuter geben lassen, welche wir unter das Futter in den Pausen mischen würden. Die Hänger waren riesige Luxuswagen, in welche jeweils sechs Pferde an der Zahl ihren Platz fanden. Ideal für die Vollblüter. Zu erst führten wir die beiden Fohlen Cassiopeia und Deadly Ambition hinein. Beide waren seelenruhig und begannen direkt an ihrem Heu zu knuspern. Dann kamen Golden Ebano, Empire State of the Mind und Muskat mit hinein. Außer Muskat muckte keiner von den Hengsten herum. Jedoch wollten wir unsere Stute Khiara El Assuad in einem speziellen Hänger fahren, da sie bereits trächtig war. So hatten wir einen kleineren Hänger mit nur drei Boxen geliehen, in welchen nun unsere drei trächtigen Stuten Khiara El Assuad, Napayné und Nesquik einstiegen. Alle drei hatten eine Beruhigungsspritze hinter sich und wurden von Tom, einem unserer Pfleger, gefahren. Mit hinzu setzte ich Carter, unseren Stallmeister, welche sich mit jeglichen Problemen, welche auftreten könnten, auskannte. Dieses Gespann fuhr bereits los. In den Vollbluthänger stellten wir noch den jungen Altyn mit hinein und schon konnte auch dieser sich auf den Weg machen. Als nächstes würden die restlichen Fohlen ihren Weg in einen Hänger finden. Dieser würde in der Obhut unserer Pflegerin Talulah sein. Gemeinsam bereiteten wir die sechs Jungpferde auf die Reise vor. Dann musste Fairy Bluebird als Erste hinein, kurz darauf folgten Joyce und Tiny Girl ohne Probleme. Die kleine Mississle begann jedoch, uns zu terrorisieren und bockte auf der Rampe herum, so dass wir vor sie noch Limited und Quintesse hineinführten, bis auch sie mit hineinging. Nun konnte der dritte Hänger das Gestüt verlassen und sich auf die Reise machen. Die nächsten Kandidaten waren unsere Zwerge, die kleinen Welsh Ponys. Zuerst verluden wir Weihnachtswichtel und Little Big Girl. Als Puffer zwischen Stuten und Hengsten schoben wir die kleine Little Chocolate Chip ein, ehe dann Heartbreaker, Admiral und Juego folgten. Alle gingen ohne Probleme auf den Hänger, so das dieser wenigstens direkt lostuckern konnte. Nun kamen mehr oder weniger unsere Sorgenkinder, die Sportpferde. Pajero machte direkt zu Anfang Probleme und weigerte sich in den riesigen Hänger zu gehen. Erst mit Hilfe seines Kumpels Alazar bewegte er sich in das dunkle Loch. Zu unserem Erstaunen ging Candle in the Wind ohne zu Zögern in den Hänger, dabei hatte er so schlechte Erfahrungen gemacht gehabt. Auch Ejadon und Dr. Insektor folgten mir brav in den Hänger. So konnte auch dieses Paket losfahren. Für die beiden Tekken-Stuten Sonja und Mokka hatten wir einen normalen Hänger geholt, so dass die beiden Geschwister zusammen fahren konnten. Als die größten Probleme vom Hof waren, kamen wir zu den zweitgrößten, die blütigen Ponys. Zarin und Romance bekamen direkt einen Hänger für sich, dieses Tamtam würde ich mir nicht antun, die beiden würden nur Stunk verbreiten wollen. In den großen Hänger kamen stattdessen BonnyBoy, Vertigo, Allelujah und Lucane. Wenigstens war es hier so aufgeteilt, dass sich immer zwei recht nahe standen, so dass auch hier Frieden herrschte. Die Stuten Smooth'n Angel und Morning Sun kamen in ihren eigenen Hänger zusammen mit Kürbis und Freeway, welche ich kürzlich zu mir zurückgeholt hatte. Nun waren auch diese Tiere weg. Der auffahrende Hänger war für Aristo, Thorondor, Varulv und Guaranà bestimmt und ich liebte diese vier Hengste so sehr dafür, dass sie das Vertrauen in mich zeigten und mir ohne zu Mucken einfach folgten. Die letzten auf der Liste waren noch unsere Westernpferde. Für dessen Transport hatte sich unsere Westerntrainerin Elizabeth bereit erklärt. Zuerst verluden wir Apache's Tomahawk und Rubina Ravenclaw, kurz darauf folgten Joyna und Campéon und als letzter stieg Hidalgo in den Hänger. Nun waren alle Pferde verstaut und wir fuhren alle los. Wir waren schon zwei Stunden unterwegs, als wir den ersten Stop einlegten und alle Pferde kontrollierten. In jedem Hänger herrschte Ruhe, so dass wir die nächsten vier Stunden durchfuhren, ehe wir wieder eine Pause einlegten. Am Abend waren wir kurz hinter der französischen Grenze und schlugen auf einem kleineren Gestüt unser Lager auf. Für die Pferde hatte man provisorische Paddocks gebaut, auf welche wir sie nun einteilten und dann selbst total k.o. ins Bett huschten.
      Am nächsten Morgen waren wir alle früh um sechs bereit zur Abfahrt. Noch diesen Tag und Abends würden wir dann auf dem Gestüt La Fauconnerie stehen. Die Fahrt zog sich elend lang und ich dachte schon, wir würden niemals ankommen, doch als es bereits dämmerte, näherten wir und Bayeux, der nächstgrößeren Stadt und eine Dreiviertelstunde später waren wir in Arromanches-les-Bains angekommen. Einige meiner Mitarbeiter hatte ich bereits in Frankreich gelassen, damit diese alles für die Ankunft hatten vorbereiten können. Zudem lebten schon einige Pferde auf dem Gestüt. Nun luden wir nacheinander aus und brachten die Tiere in ihre Ställe. Diese waren zwischen Stuten und Hengsten aufgeteilt, wobei unsere englischen Vollblüter einen speziellen Stall bezogen, welcher direkt neben der Ovalbahn lag. Dieser Stall war Adornos voller Stolz, außerdem hatte er bestanden, Quartier auf dem Dachboden des Stalles zu beziehen, um immer bei den Pferden zu sein. Wir arbeiteten noch spät bis in die Nacht. Dann schickte ich mein Team schon in unser großes gemeinsames Haus, während ich noch einmal einen Rundgang machte. Ich begann im Rennstall, wo Theodor schon auf mich wartete. „Khiara hat die Fahrt gut überstanden, es gibt keine Probleme.“ ich musterte lächelnd die Rennikone, wie sie friedlich mit ihrem runden Bauch im Stroh lag und an ihrem Heu knabberte. „Ebano und Muskat haben sich tierisch aufgeregt, aber inzwischen haben sie sich mit ihrer Lage abgefunden. Empire war von Anfang an lieb und auch Cassy und Deadly haben keine Probleme gemacht.“ Ich nickte Theodor zu und sagte ihm, dass es gleich Essen geben würde, ehe ich hinüber in den Stutenstall lief. Die bereits in Frankreich angekommenen Stuten waren die Criollostute Curly Sue, welche ich von Sweetvelvetrose übernommen und direkt mitgenommen hatte, dann aber auch Nightfly, eine Reitponystute, welche ich aus schlechten Verhältnissen übernommen hatte, drittere war Oricono Flow, eine wunderbare Hannoveranerstute und die vierte im Bund war mein ganzer Stolz: die Brumby-Stute Lonely. Ich hatte mich riesig gefreut, als ich sie endlich hatte holen können. Diese vier standen schon seit einer Woche in Frankreich und genossen die ausführliche Pflege meines Teams. Neu war aber auch das Fohlen Feuervogel, welchen ich einfach nur wunderbar fand. Auch die dazugekommen Stuten schienen sich wohl zu fühlen. Bei Nessi und Nay schien alles okay zu sein, so dass ich in den Hengststall rüber huschte. Dort schaute ich auch nach den Neuankömmlingen. Diggin in the Dirth und Absinth waren zwei vielversprechende Reitponyhengste und besonders froh war ich über den Welshhengst Auftakt, welchen ich nun in meinen Reihen begrüßen durfte. Aber auch Serafino, ein Trakehner, war neu und mein ganzer Stolz. Ebenso wie Call me a Twist, den ich ebenso wie Sue von Sweetvelvetrose übernommen hatte. Allen schien es gut zu gehen, sodass ich beruhigt ins Haus ging und mitaß.





      Edfriend, 24.07.2013






      24.07.2013 - Morgendliches Training
      - Aus der Sicht von Theodor -




      Punkt 5.30 Uhr klingelte mein Wecker und ich schwang mich mühsam aus dem Bett, um mich fertig zu machen und kurz zu frühstücken. Ich war Eddi sehr dankbar, dass ich direkt über den Pferden wohnen konnte, denn so bekamen die Vollblüter pünktlich 6 Uhr ihr Stehfutter. Auch die beiden Fohlen bekam jeweils einen Arm voll Heu, um sich an den Ablauf zu gewöhnen. Halb sieben kamen Marie, Susan und Roy in den Stall. Wir besprachen kurz den heutigen Trainingsablauf und ich teilte die Pferde zu. Noch immer war ich nicht sicher, welchem Reiter ich welches Pferd zu teilen sollte. Beide Seiten kannten sich noch nicht und so wollte ich erst einmal testen, wer mit wem am besten klar kam. Dennoch hatte ich bereits erkannt, wie gut die junge Marie mit unseren Leistungsstute Khiara klar kam, so dass ich die beiden auch heute wieder zusammen zum Training ließ. Roy gab ich heute den jungen Golden Ebano und Susan setzte ich auf Empire State Of Mind. „Genau um möchte ich euch alle auf der Bahn sehen!“ rief ich streng und schnappte mir mein Klemmbrett, um bereits hinaus zu gehen. Zwar schien schon die Sonne und die Vögel zwitscherten, dennoch war es immer noch herrlich kühl. „Wir beginnen mit einer Viertelstunde Schritt, damit die Muskeln erst einmal wach werden.“ ordnete ich an, nachdem alle Reiter sich eingefunden hatten. Unser junger Dunkelfuchs wirkte heute ein wenig angespannt, weshalb ich Roy sagte, er solle ihn mehr beschäftigen. Empire und Khiara hingegen hatten sich schon wunderbar eingelebt. Nach der Erwärmung gingen wir in die Trabphase und dann zum Galopp über. „Roy, Susan! Wir mimen mal ein Rennen zwischen den beiden Hengsten. Marie, komm her!“ Nachdem die 18-Jährige mit ihrem Pferd neben mir stand und die beiden Hengste nebeneinander am Start, gab ich das Zeichen und drückte auf die Uhr. Empire sah man seine Routine bereits an, während sich Ebano noch sehr auf das Wissen seines Reiters stützte. „Na, was meinst du, Marie? Wer gewinnt?“ grinste ich sie an und sie musterte die beiden Hengste. Deutlich sah man die Muskeln spielen, während sie bereits in die erste Kurve preschten. „Ebano ist heute unruhig, jedoch könnte ihm das auch einen Vorteil bringen.“ murmelte sie und schaute dem Rennen weiter gespannt zu. Ebano liebte es, Kurven zu rennen und genau das war heute sein Vorteil, denn das Ziel lag kurz hinter einer Kurve. Auch machte Roy alles richtig und so sehr Susan und Empire versuchten, sich nicht abschütteln zu lassen, Ebano gab heute einfach Gas, ohne großartig nachzudenken. Mit einer erstaunlichen Zeit lief er in das Ziel ein, aber auch Empire seine konnte sich sehen lassen. „Gut so! Wenn das Training weiterhin so läuft, sind wir für diese Saison super gewappnet!“ lobte ich meine Reiter, obwohl ich das eher selten tat. Zu oft Loben führte eher zur nachteiligen Wirkung. „Die Hengste könnte ihr abreiten und Khiara kann noch ein wenig Galopparbeit vertragen.“ Mit diesen Worten verabschiedete ich mich in den Stall und halfterte Cassiopeia und Deadly Ambition auf, um die Jungspunde auf ihre Weide zu bringen. Danach machte ich das 2. Frühstück von den Großen fertig, welches sie in den Boxen erwartete. Während die Tiere fraßen, mistete ich die Boxen der Fohlen aus, die Reiter kümmerten sich darum, dass ihre Pferde auf die Weide kamen und die Boxen ausgemistet wurden. „Um das Mittagsfutter kümmere ich mich. Aber vergesst euer Abendprogramm heute nicht. 19 Uhr sollen die drei in der Führanlage stehen, aber nur 20 Minuten. Danach wäre es noch schön, wenn ihr einen Schrittausritt an den Strand macht, damit die Pferde sich nochmal die Beine abkühlen können. Die abendliche Stallarbeit und die Jungpferde übernehme ich.“ Damit entließ ich meine Reiter in ihre Freizeit und machte mich daran, mir das Training für die Stutfohlen auszudenken. Cassy würde ich heute noch longieren, während mit Deadly wahrscheinlich ein Spaziergang angenehmer sein würde, dann würde sie vielleicht auch endlich mal wieder entspannter werden. Doch nun gönnte auch ich mir erst einmal mein zweites Frühstück.





      Edfriend, 25.09.2013






      25.09.2013 - Resultate



      „Leute? Ich brauche mal langsam die Berichte der Vollblüter für die Akten, wir haben schon den 25., werdet mal langsam fertig!“ grinste ich und klatschte in die Hände. Ich gab ihnen noch die Frist, dass bis heute Abend die Blätter auf meinen Schreibtisch zu liegen hätten, ehe ich mich verabschiedete. Heute stand mal wieder ein Großeinkauf an, denn alle hatten mir Listen geschrieben, was dringend wieder gebraucht wurde. Ich hatte großes Glück, dass es direkt in der Nähe einen netten Reiterladen gab, der zwar nicht alles auf Lager hatte, dessen Besitzer ich aber einfach die Listen in die Hand drücken konnte und nach einer Woche war alles da. Nachdem ich das erledigt hatte, kaufte ich noch flott ein, da unser Kühlschrank mittlerweile mal wieder aussah wie ein schwarzes Loch. Da ich dann sowieso gerade in der Stadt war, traf ich mich mit einer guten Freundin auf einen Cappuccino. So war ich erst gegen Abend wieder zu Hause auf dem Gestüt, lud den Einkauf aus und machte mich dann auf den Weg ins Büro, das würde heute eine lange Nacht werden! Dort lagen in vorbildlichster Art und Weise auch insgesamt sieben Berichte. Ich setzte mich hin und begann zu lesen.
      Erster Bericht handelte von unserem jungen Fuchs Ebano. Leider konnte er mit seinen momentanen Resultaten keine Erfolge erzielen. Seufzend las ich den Bericht. Seine Zeit hatte sich um ganze drei Sekunden verschlechtert und da er seit Montag ein warmes Bein hatte, war er nun diese Woche auch noch auf Schonfrist. Marie konnte momentan kaum etwas mit ihm machen, außer Spazieren gehen, denn sogar die Führmaschine bürgte ein zu großes Risiko. Doch Marie war für Ebano verantwortlich und so bekam er natürlich auch die Zeit, welche ihm zustand, Problem war nur, dass Marie deshalb kaum noch Zeit für ihre anderen Schützlinge hatte. Ich heftete den Bericht in die Mappe des Vollbluts ein. Morgen würde ich einen unserer Pfleger anheuern, sich um den großen Blüter zu kümmern, damit Marie wieder ihrer Arbeit nachgehen konnte, denn sie sollte nicht für die Rennen ausfallen, nur weil sie keine Zeit zum Trainieren hatte. Generell wusste ich nicht so recht, was ich mit Ebano machen sollte, wir kamen mit ihm auf keinen grünen Ast.
      Nächster Bericht war von Empire State of Mind. Wie nicht anders erwartet verzeichnete der Hengst gute Erfolge. Er konnte sich also immer noch sehen lassen. Seine Zeiten waren äußerst konstant und die nächsten Rennen standen schon fest. Susan ritt den Schimmel auch mit einer besonderen Vorliebe, denn die beiden waren wirklich ein super Team.Ich war schon gespannt, wie der schlanke Kerl die Wintersaison überstehen würde, denn das war ja doch noch einmal etwas anderes. Susan beschrieb mir noch genau, welchen Plan sie momentan verfolgte und ich gab dem nur meine stumme Zustimmung, ehe ich den Bericht weglegte und mir den nächsten schnappte.
      Es ging um unsere Talentstute Khiara El Assuad, die Gute war ein wahres Träumchen! Ihren Zeiten verbesserten sich immer noch und Roy schien äußerst glücklich darüber zu sein, sie reiten zu dürfen. Nun ging es für die Stute aber langsam in den Urlaub, denn die Gute war trächtig, diese Winter würden also die Rennen wegfallen. Ich musterte zufrieden ihre Zeiten und Leistungen und konnte mich glücklich schätzen, so ein traumhaftes Pferd im Stall stehen zu haben.
      Die nächsten Berichte hatte ich schnell durch, denn es waren die der Jungstuten Deadly Ambition und Cassiopeia. Beide machten sich gut, lernten schnell und arbeiteten super mit, mehr brauchte man nicht sagen, denn ich wusste selber, dass die beiden sich prächtig entwickelten. Das Gleiche ließ sich für unsere beiden noch Frischlinge Ace of Spades und Lord of the Rings sagen, welche aber ihrer Rasse schon alle Ehre machten. Ich heftete die Berichte zufrieden ab und verstaute die Mappen wieder in der für sie zugeteilten Schublade, ehe ich mich an die Abrechnungen setzte.




      Edfriend, 27.10.2013






      27.10.2013 - Spaziergang



      Momentan fand man mich meistens im Büro sitzend, denn dort musste ich mich in letzter Zeit oft aufhalten. Doch auch ich brauchte mal eine Pause, so dass ich mich nun streckte und dann aufstand. Flott zog ich meine Stallsachen an und machte mich dann zu den Pferden auf. Es war bereits nach Mittag, dass hieß alle Pferde standen auf den Weiden und die Boxen waren bereits gemistet. Ich wollte mich heute um die Vollblüter kümmern und als erstes kam mein Schimmel Empire State of Mind an die Reihe. Es hatte einen simplen Grund, denn in einer Stunde würde Occulta kommen und den Hübschen abholen. Eigentlich hatte ich ihn nicht direkt verkaufen wollen, aber Occulta hatte Interesse an gekörten Vollblütern gezeigt und da ich wusste, dass es Empire bei ihr an nichts fehlen würde, hatte ich mich gemeldet. Wie immer kam er auf meinen Ruf angetrabt und ließ sich problemlos aufhalftern und zum Putzplatz führen. Doof war aber auch er nicht, denn er merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Dennoch ließ er sich von mir putzen und verwöhnen. Ich putzte ihn ziemlich lange, allerdings hatte er sich auch richtig eingesaut. Zuletzt wusch ich noch den Schweif und flocht ihn dann zusammen, dass war für den langen Transport sowieso angenehmer. Als letztes bekam er die Transportgamaschen drum, seine geliebte Abschwitzdecke drauf und ich wechselte das alte Weidehalfter gegen sein schickes Lederhalfter. Als ich gerade fertig war, hörte ich draußen auch Stimmen. Marie führte Occulta gerade in den Stall und ich begrüßte die beiden lächelnd. Dann bat ich Marie, Empire schon einmal zu verladen, während ich mich mit Occulta noch einmal zusammensetzen würde. Es ging vor allem um die Papiere und den Scheck. Als alles geklärt war, fuhr Occulta auch wieder. „Ich werde ihn vermissen.“ seufzte Marie traurig und ich konnte es nur zu gut nachvollziehen, ich würde ihn auch verdammt doll vermissen. „Ein kleiner Spaziergang mit Cassiopeia und Deadly Ambition?“ fragte ich Marie aufmunternd und sie nickte begeistert. Gemeinsam holten wir die beiden Fohlen, putzten sie kurz und gingen dann durch den Wald zur Küste. Heute war herrliches Wetter und der blaue Himmel spiegelte sich in den Wellen. „Wie willst du das jetzt eigentlich gestalten?“ fragte Marie neugierig und ich wusste sofort was sie meinte. „Ihr werdet wohl alle eine Pause einlegen müssen, denn zwei von euch werden sich ihr eigenes Pferd ausbilden und einer wird sich um Khiara kümmern.“ lächelte ich und Maries Augen wurden groß. Tatsächlich würden bald nur noch vier Vollblüter in meinem Stall stehen, das waren Destiny, Khiara und deren Töchter. „Aber das schafft ihr schon.“ lächelte ich fröhlich und wir machten uns wieder auf den Heimweg. Auch für Cassiopeia und Deadly Ambition suchte ich ein neues Zuhause, falls das nicht klappen sollte, würden sie eben bleiben. Damit konnte ich auch gerade noch so leben. Den letzten den ich heute besuchen wollte, war Golden Ebano. Auch für den hübschen Fuchs war ich auf der Suche nach einem neuen Heim. Ich putzte ihn gründlich und sattelte ihn dann flott auf. Gemeinsam gingen wir auf den Reitplatz inmitten der Ovalbahn und ich wärmte ihn allmählich auf, ehe wir richtig zu arbeiten begannen. Dressur machte ihm zwar öfters nicht gar so viel Spaß, aber es musste sein und es förderte seine Muskeln. Nach einer Stunde waren er und ich verschwitzt und ich schwang mich aus dem Sattel, führte ihn danach noch trocken, ehe er mit einer Decke wieder auf die Weide durfte. Es wurde Zeit, dass die Pferde geschoren wurden, damit sie nicht nach dem Reiten klamm werden würden. Doch für heute reichte es erst einmal, denn es standen noch genug andere Pferde auf dem Plan.





      Edfriend, 21.12.2013





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      © Wolfszeit



      Heute hatte ich wieder einen Termin bei Edfriend. Ich sollte bei Cassiopeia und Deadly Ambition das Gebiss kontrollieren, entwurmen, impfen und allgemein untersuchen. Also packte ich alles ein und fuhr los. Auf dem Gestüt La Fauconnerie angekommen wurde ich schon von Edfriend empfangen. Sie führte mich zu Cassiopeia. Die kleine Stute beschnupperte mich neugierig. Ich bat Edfriend die Kleine fest zu halten. Ich betastete Cassiopeia erst bevor ich sie abhörte, die kleine Stute blieb lieb stehen. Nun bat ich Edfriend das kleine Vollblut im Schritt und Trab zu führen damit ich sehen konnte, wie sie läuft. Sie humpelte nicht, das war gut. Nun nahm ich die Spritze, um sie zu impfen. Auch hier war sie brav, man sah ihr an das sie sich anstrengte. Bevor ich ihr die Wurmkur gab schaute ich ihr Maul an. Die Zähne waren abgenutzt, aber nicht zu schief und auch nicht mit Kanten oder Ecken. Nun gab ich der Kleinen die Wurmkur die sie gut aufnahm."Sie kann auf jedenfall in dem Rennen Starten"sagte ich . Nun brachte Edfriend Cassiopeia zurück und holte Deadly Ambition. Auch die kleine Stute tastete ich erst ab bevor ich sie abhörte. Auch hier bat ich Eddie sie zuführen. Auch hier entdeckte ich keine Mängel. Nun holte ich die Spritze um Deadly Ambition zu impfen. Sie blieb ganz lieb stehen. Ich schaute ihr Maul an auch hier sah alles gut aus. Ich verabreichte ihr noch die Wurmkur die auch sie gut aufnahm. "Auch sie kann starten alles ok mit den beiden"sagte ich bevor ich meine Sachen packte und mich von Eddi verabschiedete.








      Pepe, 21.12.2013




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      Zu Besuch bei Cassiopeia & Deadly Ambition, 21.12.2013




      „Hey Pepe, ich brauche dringend einen Termin bei dir, es handelt sich um zwei Vollblüter, die in wenigen Tagen am Youngster Rennen teilnehmen.“ Ich schlug in meinem Kalender nach und schlug Edfriend einen freien Termin vor. Sie willigte ein und ich legte auf.
      Zwei Tage später fuhr ich mit meinem Wagen auf ihren Hof. Im Stall suchte ich nach Edfriend und fand sie an der Box eines jungen Vollbluts. „Hey!“, begrüßte sie mich und gab mir freundlich die Hand. „Das ist Cassiopeia, eine der beiden Vollblütern. Ich hätte gerne Aluminiumeisen für das Rennen.“ Ich nickte und während Edfriend die Stute aus der Box führte, öffnete ich meine Tasche. Sanft hob ich einen Huf an und kratzte ihn aus. Gleichzeitig überprüfte ich den Zustand der Hufe. Nachdem alle Hufe ausgekratzt waren, griff ich zu meinem Hufmesser und begann die Hufe auszuschneiden. Die Palominostute blieb ruhig und störte mich nicht bei meiner Arbeit. „Die Hufe sind in sehr gutem Zustand, das Horn ist trocken und fest, aber keineswegs brüchig.“ Edfriend lächelte geschmeichelt und streichelte den Hals der Stute. Ich feilte die Hufe glatt und eben und setzten dann den letzten Huf ab. Ich klopfte die Stute und holte vier Aluminiumeisen aus meinem Wagen. „Ich denke, das sind ihre ersten Eisen?“ Edfriend nickte und blieb am Kopf der Stute. Ich hob den ersten Vorderhuf an und legte das Hufeisen auf Cassiopeias Huf. Routiniert schlug ich die ersten Nägel in das Horn, die Stute zuckte nur etwas mit den Hufen, benahm sich aber bestens. Ich feilte den Huf nochmals nach und schraubte Stollen in die Eisen. Danach kam der zweite Huf, auch er wurde beschlagen und mit Stollen bestückt. Nach zwei weiteren Hufen war die Vollblutstute fertig.
      Edfriend brachte mir das zweite Vollblut, die Stute Deadly Ambition. Sie band die zweijährige an und übernahm das Hufe auskratzen. Ich streichelte die Stute und sah sie mir genauer an. „Die Gute kann Rennen wie der Blitz, umso mehr bin ich gespannt wie sie sich beim Rennen schlagen wird.“, meinte Edfriend. „Ich werde dir und den beiden hübschen auf jedenfall die Daumen drücken, alleine ihr Ausdruck gefällt mir ungemein gut.“ Die Pferdebesitzerin lächelte und klopfte die Stute. Ich nahm mein Hufmesser zur Hand und begann die Hufe auszuschneiden, kürzen musste ich nicht. „Auch ihre Hufe gefallen mir, nicht spröde aber auch nicht rissig. Ebenfalls geben sie schön nach und sehen sehr gepflegt aus.“ Nachdem die Hufe der Stute abgefeilt waren, holte ich auch ihr vier Aluminiumeisen und neue Stollen. Ich legte die neben die Stute und hob den ersten Huf an. Sorgfältig schlug ich die Nägel in das Horn und kürzte die Nägel ab. Mithilfe des Hufbocks feilte ich die Vorderhufe nach und räumte die Sachen weg. Zum Schluss nahm ich die Stollen zur Hand und befestigte sie auf den neuen Eisen. Einen Nagel schlug ich noch etwas nach und so war Deadly Ambition auch bereit für ihr erstes großes Rennen.
      Edfriend bedankte sich und ich räumte meine Sachen zurück in meinen Wagen. Die liebe Hofbesitzerin lud mich noch zu einem wärmenden Kaffee ein und so fuhr ich am Abend zurück auf meinen Hof.
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      Edfriend, 21.12.2013






      21.12.2013 - Vorbereitung auf den Wintercup



      „Na meine beiden Schönheiten?“ murmelte ich lächelnd und tätschelte den beiden Vollblutstuten den Hals. „Bald wird es ernst.“ murmelte ich und musterte die jungen Damen. Joelle Galopp war wieder aktiv und so hatte auch mich das Vollblutfieber wieder gepackt. Zu meinem Glück standen auf dem Gestüt neben Khiara auch noch meine beiden Zweijährigen, welche schon in ein paar Wochen drei Jahre alt werden würden. Inzwischen waren sie bereit für die Rennen und die Vorbereitung für den 1. Wintercup der Youngsters liefen auf Hochtouren. Roy und Susan würden die beiden reiten, weshalb ich ihnen die kommenden Tage freigeräumt hatte und sie sich voll und ganz auf sich und die Pferde konzentrieren sollten. Bisher ging mein Plan auch sehr gut auf, denn als ich heute Morgen erneut den Stall unserer Vollblüter betrat, hatten die beiden schon mit ihren Schützlingen zu tun gehabt. „Und wie läuft es bisher?“ fragte ich neugierig und ließ mir einiges erzählen. Meine Hoffnung lag ja auf der jungen Cassiopeia, welche schon von Anfang an mit ihrer Abstammung überzeugte. Aber auch Deadly Ambition hatte viel Talent und Feuer, was ihr eventuell zum Sieg verhelfen konnte. Natürlich spielte bei Galopprennen auch immer viel Glück mit, also hoffte ich das Beste. Von Tierarzt und Hufschmied waren die beiden inzwischen kontrolliert worden, also konnte nichts mehr schiefgehen. Heute wollte ich den beiden Jockeys noch einmal bei ihren Morgentraining zuschauen. Beide sattelten die Pferde und machten sich dann auf unsere Ovalbahn, welche unsere Pfleger schon vom Schnee freigeräumt hatten. Roy und Susan erwärmten die Vollblüter in aller Ruhe, damit sie bei der Kälte ordentlich warm wurden. Dann trabten sie erst eine Runde, ehe sie geordnet eine galoppierten. Für mich war es wichtig, dass beide Stuten erst einmal die Atmosphäre von Turnieren kennenlernten, weshalb ich sie auch gerne mit zum Youngster schicken wollte, damit sie einmal mehr dieses Gefühl kennenlernten. Roy und Susan machten ihre Sache wirklich gut und ich war äußerst zufrieden mit ihnen. Am Ende ließen sie die beiden Stuten auch noch einmal ein wenig mehr galoppieren, damit sie auch ihre Power loslassen konnten. Allerdings wurden sie gezügelt, damit bei dem doch relativ harten Boden nichts schlimmeres geschah. Ich wollte bevorzugt auf Nummer sicher gehen, denn das Laufen im Schnee sollten die beiden erst einmal auf Ausritten kennenlernen, ehe wir sie übermorgen damit konfrontieren würden. „Ein Weihnachtsrennen, vielleicht bekommen wir ja ein schönes Geschenk.“ lächelte Theodor, welcher sich neben mich gesellte und die beiden Jockey beobachtete. „Ich übernehme hier jetzt.“ grinste er und schon machte sich mein Renntrainer an die Arbeit. Ich verabschiedete mich, denn heute wollte ich unbedingt noch einmal auf Nasty Past vorbeischauen.




      Edfriend, 24.12.2013






      24.12.2013 - 1. Wintercup Youngster



      Ich gähnte müde und schluckte den Rest meines Kaffees herunter, bevor ich das Haus verließ und Richtung Rennstall lief. Dort waren bereits Roy und Susan unterwegs, um unter Anleitung von Theodor unsere beiden zweijährigen Stuten fertig zu machen. Heute ging es auf das Gestüt Rosenhof, um dort die beiden Ladies beim 1. Wintercup der Youngsters mitlaufen zu lassen. Gerade eben putzten meine beiden Jockeys die Stuten gründlich, um sie für den Transport fertig zu machen. Theodor, unser Trainer, würde auch mitkommen, so war das Team komplett und wir konnten schon bald losfahren. Meg nahm ich noch als Hilfe mit, um die beiden Vollblüter gemeinsam mit ihr fertig machen zu können und dann ging es auch schon los in Richtung Rosenhof.
      Dort angekommen luden Meg und ich die Vollblüter aus, während Theodor seine Jockeys anleitete und diese sich um das Wiegen, die Nummern und den ganzen Rest zu kümmern. Meg und ich befreiten die Stuten derweil aus ihren Transportgamaschen und den Decken und führten sie ein wenig warm. Denn auch hier lag Schnee und schließlich sollten sie ein wenig lockerer werden, nach der langen Fahrt. Danach sattelten wir sie allmählich und warteten dann, bis Roy und Susan wieder zurückkamen. Susan nahm mir die kleine Cassiopeia ab, während Roy sich Deadly Ambition schnappte. Gemeinsam liefen wir zur Ovalbahn und die beiden schwangen sich in die Sättel, um die Stuten warm zu reiten. Deadly Ambition war sehr aufgeregt und Roy hatte zu tun, dass die Stute nicht stolperte, denn ihre Sinne waren überall, nur nicht bei ihrem Reiter. Cassiopeia hingegen lief ganz entspannt unter Susan und die beiden wärmten sich in aller Ruhe auf. Schneller als gedacht wurde dann schon zum Start aufgerufen. Ich hatte große Sorgen wegen des Untergrunds, aber Theodor beruhigte mich, der Schnee war locker und weich und da unsere Stuten Stollen besaßen, würde nichts schiefgehen. Die Vollblüter bezogen die Startboxen und dann schallte die Startglocke. Deadly Ambition hüpfte wie ein Kaninchen aus der Startbox und kam kaum vom Fleck, bis Roy sie unter Kontrolle hatte und mit ihr vorwärts reiten konnte. Cassiopeia war stattdessen schon im vorderen Feld unterwegs, doch wenn ich Theodors Kommentaren Glauben schenkte, trieb Susan die junge Stute viel zu schnell nach vorne. "Das Tempo hält sie niemals aus." stöhnte er und schüttelte den Kopf. Ich seufzte, denn ich mochte es gar nicht, wenn Jockeys sich den vorherigen Anweisungen des Trainers widersetzten. Das würde noch eine Diskussion geben. Die Pferde liefen in die letzte Kurve ein und Cassiopeia ließ wie erwartet nach. Auf der Zielgeraden packte meine kleine Stute aber anscheinend noch einmal der Eifer, sie wurde sehr motiviert und gab mächtig Gas. Tatsächlich schaffte sie es auf den zweiten Platz! Nur die große Stute Mon Cherie hatte sie nicht überholen können, aber für ihr Alter war sie einfach spitze gelaufen! Deadly war zwar Letzte geworden, aber wir waren stolz auf Roy, denn immerhin hatte er die Stute über die Ziellinie bekommen. Denn Deadly war bekannt für ihr mieses Verhalten und definitiv kein einfaches Pferd. Wir holten unsere Schleife ab und fuhren zufrieden nach Hause.




      Edfriend, 07.01.2014



      07.01.2014 - Training bei Schneefall
      Momentan hielt ich mich schlichtweg am liebsten im Rennstall auf. Seitdem Pawi wieder auf dem Gestüt stand, betüddelte ich ihn rund um die Uhr, aber der eigentliche Grund war Khiara und ihre Tochter. Die beiden waren so süß zusammen und Kaythara war einfach nur zucker! Fröhlich hüpfte sie neben ihrer Mama her und schaute immer ganz neugierig, wenn jemand vorbeikam. Heute sollte es für sie das erste Mal auf die Weide gehen, nachdem wir von der Tierärztin das Okay bekommen hatten. Ich halfterte Khiara auf und führte sie aus der Box und wartete darauf, dass Kaythara uns folgte. Doch nicht nur das Fohlen war voller Energie, auch Khiara strotzte nur so vor Übermut und wollte sich endlich wieder bewegen. Erst draußen blieben beide verdutzt stehen, denn es schneite soeben. „Ach kommt schon!“ lachte ich und führte die Stute weiter. Ich ließ sie direkt auf die kleine Weide hinter dem Stall, dort waren sie gut geschützt vor dem Wind und konnten trotzdem toben. Kaythara war begeistert von dem Schnee und steckte fröhlich ihre Nase immer tiefer in das weiß. Auch Khiara wälzte sich ausgiebig und tobte über die Weide. Ich lächelte zufrieden und ließ die beiden alleine, um wieder in den Stall zu gehen. Als erstes schnappte ich mir Destiny und holte die Hübsche aus ihrer Box. Ich band sie davor an und begann sie gründlich von oben bis unten zu putzen. In der Zwischenzeit kamen auch Roy und Marie in den Stall und begrüßten mich herzlich. Sie machten sich Cassiopeia und Deadly Ambition fertig, meine beiden Jungstuten, welche letzten Monat erfolgreich ihr erstes Rennen bestritten hatten. Wir quatschten eine Weile bis Theodor kam und uns zur Ordnung rief, denn er wartete ungeduldig auf seine Jockeys. Ich verabschiedete Marie und Roy, welche sich auf die Ovalbahn machten, während ich mit Destiny in den überdachten Longierzrikel ging. Ein wenig Arbeit würde der Guten nicht schaden, also wärmte ich sie genügend auf. Ausgiebig streckte sich Madame an der Longe und arbeitete heute auch wunderbar mit. Ich war so froh, sie wieder zurückgenommen zu haben, denn sie machte sich einfach klasse. „Aus dir wird auch noch ein Rennpferd!“ lächelte ich und ließ sie an der Longe noch abgaloppieren, ehe ich ihr die Abschwitzdecke überwarf und sie zurück in den Stall brachte. Dort führte ich sie ein wenig trocken, ehe sie auf ihre Weide durfte. Auf dem Rückweg schaute ich bei der Ovalbahn vorbei, denn ich wollte sehen, wie sich Cassiopeia und Deadly Ambition machten. Beide strotzten nur so vor Energie und Theodor ließ die beiden gerade probegaloppieren. Die Jungstuten sollten sich an alle Witterungen gewöhnen, so auch bei Schneefall zu laufen. Bei Deadly sah es so aus, als ob sie die Augen zu haben würde und sich komplett an Cassiopeia halten würde. Doch Theodor gab den Jockeys ein Zeichen und sie zogen das Tempo immer mehr an, bis Deadly auch schauen musste wo sie blieb. Ich kehrte den beiden wieder den Rücken zu und ging in den Stall, um Pawaneeh aus seiner Box zu holen. Ich putzte ihn gründlich und brachte ihn dann in die Führanlage, damit er sich aufwärmen konnte und sich bewegte. Ich hatte leider nicht gar so viel Zeit ihn selbst zu bewegen, aber die Führanlage war dafür ideal. In der Zwischenzeit verschwand ich ins Büro und kümmerte mich um die Bestellungen für unsere persönliche Rennausrüstung. Als das getan war, holte ich Khiara und ihr Fohlen von der Weide, denn das erste Mal mussten sie nicht so lange im tiefen Schnee verbringen. Dann holte ich auch Pawaneeh aus der Führanlage und brachte ihn auf seine Weide, damit er entspannen konnte. Marie und Joy waren auch gerade mit den Stuten fertig und brachten sie auf die Weide zu Destiny. Ich schaute noch einmal bei den drei Ladys vorbei und dann bei Khiara und ihrer Tochter, ehe es zur Team-Besprechung ging.


      Edfriend, 11.02.2014




      11.02.2014 - Ein wenig Spaß muss sein



      Im Gegensatz zu ihrer Weidegenossin machte Cassiopeia riesige Fortschritte, wobei ich Theodor immer wieder darauf hinweisen musste, dass er es nicht übertreiben sollte. Cassiopeia war noch jung und ich wollte sie auf keinen Fall überfordern. Dementsprechend stellte ich sie für den heutigen Tag frei und wollte auch ihr einmal ein wenig Spaß gönnen. Ich wusste genau, wie sehr die Stute Denkspiele liebte, denn sie wandte gerne ihr Köpfchen an. Deshalb stand heute ein wenig Bodenarbeit auf dem Plan, mit welcher ich der Lady sicherlich eine Freude machen würde.
      Als ich den Stall betrat, sah sie mir neugierig entgegen und begrüßte mich mit gespitzten Ohren. Ich halfterte die Schönheit auf und band sie auf der Stallgasse an, um sie gründlich zu putzen. Dabei ließ ich mir viel Zeit, denn niemand eilte. Zuerst kümmerte ich mich um ihr Fell und bürstete es so lange, bis Cassiopeia wirklich glänzte. Danach sprühte ich das Langhaar mit Mähnenspray ein, ehe ich es vorsichtig kämmte. Danach fiel es seidig und weich in leichten Wellen nach unten und sah einfach nur herrlich aus. Zum Schluss kratzte ich ihre Hufen aus und fettete diese noch ein und schon war Cassiopeia richtig herausgeputzt. Ich lobte sie ausgiebig und schmuste noch ein wenig mit ihr. Danach holte ich ein passendes Knotenhalfter inklusive Rope und Gerte und ging dann mit Cassiopeia in die Halle.
      Dort ritt gerade nur noch Mia unseren Doc ab und danach hatten wir die ganze Halle auch schon für uns. Zu Beginn führte ich Cassiopeia ein wenig warm und machte einige Dehnübungen mit ihr, damit sie locker wurde. Danach longierte ich sie ein wenig, ehe ich sie bat, mir immer und überall hin zu folgen. Cassiopeia verstand das Spiel sofort und auch ohne Rope klappte es wunderbar. Sie blieb stehen, wenn ich es tat und lief los, wenn ich es tat. Sie drehte sich mit mir und es schien, als würden wir tanzen. Sogar die Schlangenlinien machte sie mir nach und wir hatten eindeutig unseren Spaß. Ich übte mit ihr das Weichen, entweder rückwärts oder seitwärts, ohne dass ich sie berührte. Cassiopeia verstand schnell und machte sofort alles richtig mit. Man musste nur aufpassen, dass sie es nicht übertrieb, denn das tat sie gerne einmal. Doch dann arbeitete Cassiopeia wunderbar mit und es machte richtigen Spaß mit ihr zu arbeiten.
      Nach der halben Stunde Training machten wir noch einen Spaziergang durch den verschneiten Wald. Cassiopeia war sichtlich fasziniert von den verschneiten Tannenzweigen und bekam eine Mütze voller Schnee auf den Kopf, als sie unbedingt an einem der Tannenzweige ziehen musste. Als wir wieder auf dem Gestüt waren, brachte ich sie auf ihre Weide und bat dann um ein Gespräch mit ihrem Trainer und Jockey. Beiden erklärte ich, dass besonders die Bodenarbeit für die Stute in diesem Alter wichtig war und dafür mehr Zeit eingeplant werden sollte. Momentan standen sowieso keine großartigen Rennen an und beide waren auch sofort einverstanden. Zufrieden nickte ich ihnen zu und machte mich dann wieder an die Arbeit.




      Edfriend, 22.04.2014






      22.04.2014 - Frühjahrsputz



      Punkt sechs klingelte mich mein Wecker aus dem Schlaf. Gähnend erhob ich mich aus dem Bett und schlafwandelte erst einmal ins Bad, um mir eine Ladung Wasser ins Gesicht zu schütten, damit ich erst einmal wach wurde. Heute war früher aufstehen angesagt, denn wir hatten Großes vor. Inzwischen war es April und das Wetter war nun immer zu 80% wirklich richtig schön, deshalb hatte ich entschieden, dass es so weit war: der Frühjahrsputz stand an. Nachdem ich mich in meine Stallklamotten geworfen hatte, lief ich hinunter in die Küche. Wiedermal war ich nicht die erste, stattdessen war Mia schon auf den Beinen und huschte wie ein aufgeschrecktes Eichhörnchen umher. Der Frühstückstisch war schon gedeckt, so dass ich mich einfach auf meinem Stammplatz niederließ. Auch die darauffolgenden Mitglieder des Gestüts schauten Mia verständnislos an und setzten sich verschlafen an den Tisch. Unsere Dressurreiterin war definitiv die einzige, die schon putzmunter war. Wir frühstückten gemeinsam und planten den heutigen Tag, wobei Mia immer ganz vorne mit dabei war. Sie nahm sich so viel vor, dass es sogar für sie knapp werden würde, dass alles zu schaffen. Als wir fertig waren und der Tisch abgedeckt, ging es in Richtung Stall. Wie jedes Jahr begann für die Pferde zu Ostern die Sommersaison und das hieß 24 Stunden Weide! Die Alteingesessenen hatten es schon im Gespür und waren ganz aufgeregt, als wir als große Mannschaft den Stall betraten. Die Herden hatte ich schon in den letzten Wochen eingeteilt und oft genug wechseln müssen, da die Pferde sehr wählerisch waren. Bei uns war es so, dass man eigentlich alle Hengste zusammenstecken konnte, denn die verstanden sich alle. Bei den Stuten sah das anders aus, denn da war Zickenterror an der Tagesordnung, deshalb hatte ich bei den Plänen besonders lang gebraucht. Am unkompliziertesten waren die Jährlinge und Jungpferde gewesen, wo schnell klar war, wer mit wem konnte und so wurden heute die großen Weiden eingeteilt und dann ging es auch schon an die Arbeit. Der Einfachheit halber brachten wir zuerst die Jüngsten raus, da deren Weiden am nächsten lagen. Außerdem wollten wir den Stuten mit Fohlen den Stress ersparen, also halfterte ich Napayné und Nandalee auf, während Meg sich Nesquik und Applaus holte. Gemeinsam brachten wir die beiden auf die große Weide direkt hinter dem Stall. Da auch Khiaras Fohlen Kaythara mit gleichaltrigen Artgenossen großwerden sollte, hatten wir die Vollblutstute und ihre Tochter in den letzten Wochen immer öfter probeweise zu den Welshs gestellt. Zu meiner Freude verstanden sich die Stuten und Fohlen einwandfrei, weshalb Khiara mit auf diese Weide durfte. Danach waren unsere Jungpferde an der Reihe, welche eine Weide bekamen, die zur Hälfte im Wald verschwand, denn ich war mir sicher, die Jungspunde würden zwischen den Bäumen ihren Spaß haben. Es war eine große Stutengruppe, bestehend aus Hollybrooks stolzer Nachkommin Fairy Bluebird, ihrer besten Freundin Joyce, der kleinen Tiny Girl und dann noch den beiden aufgeweckten Stuten Raunchy’s Limited und Fire of Quintesse. Die fünf waren schon halbe Ewigkeiten zusammen und verstanden sich ausnahmslos prima. Gemeinsam tollten sie ausgelassen über die Weide und ich freute mich sehr, sie so zu sehen. Die beiden Junghengste Prazzy’s Goldbell und Painted Blur standen immer noch in der Junghengstherde von Zaii und ich schaute wöchentlich bei meinen Lieblingen vorbei, ihnen ging es wunderbar! Somit waren Feuervogel und Altyn die einzigen Junghengste auf dem Gestüt und bekamen ihre eigene Weide. Nachdem die jungen Pferde fröhlich über die weiten Wiesen tollten, sollten nun auch die großen an die Reihe kommen. Ab sofort waren wir aufgeteilt und jeder kam stets mit zwei Pferden an der Hand aus dem Stall. „Lasst ihr bitte Pajero, Call me a Twist und Schneeleopard noch im Stall?“ meinte ich lächelnd, als ich soeben einige Pferde aufgehalftert hatte. Das rausbringen zog sich und dann war es plötzlich geschafft. Ich rief Mia und Meg zu mir und wir machten die drei verbliebenen Hengste fertig. Sie wurden kurz geputzt und bekamen dann allesamt nur eine Trense über. Danach schwangen wir uns auf die blanken Rücken, ich saß auf meinem geliebten Pajero, Mia nahm Twist und Meg ritt Leo. Ich wollte mit den beiden nun noch einmal alle Weiden abreiten und die Zäune, Versorgungsstände und Herden kontrollieren. Die ersten Weiden waren schnell gemacht und dann kamen wir an die riesigen Stutenweiden. Die Wiese von den Vollblütern war noch relativ klein im Vergleich zum Rest, dafür standen hier aber auch nur die beiden Tekken Mokka und Sonja, sowie die drei Rennpferde Cassiopeia, Destiny und Deadly Ambition. Zufrieden ritten wir weiter und kamen an die wohl kritischste Stutenweide. Um Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip machte ich mir keine Sorgen und auch Nightfly und Foxglove waren problemlos. Aber die drei Welshsstuten Animby, Alice und Herbsttraum legten es gerne auf Probleme an. Deswegen stand auch die Tinkerstute Freeway mit hier, denn wenn ihr die Zickereien zu weit gingen, zögerte sie nicht, sondern griff ein. Doch im Moment war alles friedlich, genauso wie auf der Nachbarsweide von den Westernstuten. Joyna und Chou grasten friedlich im Schatten, während Caribic Sue und Rubina Ravenclaw herumtobten. Apache’s Tomahawk kam sofort angetrabt als sie uns sah, denn sie schien es eindeutig auf Twist abgesehen zu haben, so dass wir flott weiterritten. Die Hengste hatte ich in drei riesige Herden aufteilen müssen. In der ersten waren unsere Welshzuchthengste Auftakt, BonnyBoy, Fürst der Finsternis und Single Malt vereint. Dabei standen auch Lucane, Vertigo, Pinocchio und Carachillo. Allesamt eine ruhige Truppe, weshalb wir Serafino, Ejadon und Dr. Insektor noch dazugesteckt hatten. Bei der nächsten Weide wurden wir freudig von Heartbreaker begrüßt, der seinen Freund Pajero schon sehnsüchtig vermisst hatte. Ich schwang mich von dessen Rücken, nahm ihm den Zaum ab und ließ auch ihn auf die Weide. Das war die Weide der Jungspunde und frechen Kerle, die sich aber allesamt wunderbar verstanden. Zum einen unsere Unzertrennlichen Zarin und Romance, dann Absinth und Dirth, wozu auch Allelujah. Yerai, Muskat und Mennesse brachten noch ein wenig Blut mit rein, so dass ich Breaker, Pajero und Alazar als Aufpasser mit dazugestellt hatte, nicht dass es die jungen Kerle doch einmal übertrieben. Bei der letzten Weide mussten dann auch Meg und Mia absteigen, denn Leo und Twist durften mit zur Thorondor, Aristo, Guarana, Pawaneeh, Magic Golden Dust, Hidalgo und Campeon auf die Weide und dann hatten wir es auch schon geschafft. Als endlich alle Pferde draußen waren, ging es an den Frühjahrsputz. Wie jeden Tag wurden die Boxen gemistet, aber diesmal nicht mehr eingestreut. Zudem wurden die ganzen Spinnenweben entfernt, die Fenster wurden geputzt und die Stallgasse gründlich gekehrt. Alles erstrahlte im neuen Glanz und die Sattelkammern wurden einmal komplett ausgeräumt, ehe wieder eingeräumt und aufgeräumt wurde. Die Sättel wurden öfters gefettet, doch das wurde heute auch direkt noch einmal gemacht. Ebenso wurden besonders dreckige Decken oder Bandagen gleich in den Wäschekorb geworfen. Zum Schluss war alles ordentlich eingeräumt und die Arbeit für heute geschafft und wie die Pferde, bekamen auch die Trainer heute frei. Die kommenden Wochen würden hart genug werden, denn dann hieß es Boxen und Ställe neu streichen, genauso wie die Zäune. Scharniere mussten neu geölt werden, das ein oder andere frisch lackiert werden oder gar ersetzt werden. Die Paddocks wurden abgebaut und der alte Sand entfernt, damit neuer Sand hingebracht werden konnte. Nach diesem kalten Winter sollte wieder alles auf Vordermann gebracht werden.
    • Occulta
      Edfriend, 29.07.2014

      29.07.2014 - Neuer Stall, wir kommen!
      Als ich heute Morgen aufstand, schien bereits die Sonne leicht durch meine Gardinen. Lächelnd schlug ich die Decke auf und sprang aus dem Bett. Mein Kater war auch direkt wach und folgte mir schnurrend mit ins Bad. Während ich duschte und mich fertig machte, putzte er sich gründlich. Eine halbe Stunde später waren wir fertig und liefen hinunter in die große Küche. Heute waren wir ausnahmsweise mal die ersten. Also gab es für meinen Kater sein Futter und ich schob die Brötchen in den Backofen. Danach machte ich die Kaffeemaschine fertig und machte den Wasserkocher für den Cappuccino an. Nun kochte ich noch die Eier und während alles so verlief wie es geplant war, deckte ich den Frühstückstisch. Pünktlich um acht kam mein gesamtes Team zusammen und wir frühstückten gemeinsam. Mia hatte die Post hineingeholt und verteilte die Briefe an die jeweiligen Empfänger. Ich hatte eine Postkarte meiner guten Freundin Lea erhalten, welche gerade ihren Urlaub an der Ostsee genoss. Lächelnd las ich ihre Worte, wenn sie nur wüsste was momentan hier los wäre. „Wir müssen heute die Jungpferde noch umweiden, sonst können die Bauarbeiten nicht beginnen.“ meinte Tom und ich nickte ihm zu. „Ja das machen wir heute.“ erklärte ich und hatte in Gedanken schon den heutigen Tagesablauf geplant. „Tamzin, Mia? Ihr fahrt heute aufs Turnier, richtig?“ hakte ich noch einmal nach, eigentlich wollte ich nur schauen, dass jeder wusste, was los war. „Ja, genau. Ich nehme Taktlos und Muskat mit.“ meinte Mia. „Talulah wollte wegen der Versorgung mitkommen, ansonsten habe ich eben Alazar und Vertigo dabei.“ fügte Tamzin hinzu. Ich nickte den beiden zu und gähnte leicht. Genüsslich biss ich in mein Brötchen und trank einen Schluck Cappuccino. „Wie geht es den Fohlen?“ fragte ich in die Runde und bekam direkt eine Antwort. „Nüsschen geht es wunderbar und Rosewell ist zwar noch schüchtern, aber ihr geht es bestens.“ erklärte Meg mir. Sie liebte Fohlen und war nur zu gerne bei den jungen Pferden unterwegs. Wir frühstückten zu Ende und dann machten wir uns auch schon an die Arbeit, denn die kommenden Wochen würde auf dem Gestüt viel los sein. Momentan bauten wir nämlich um, so dass es gar nicht so leicht war, für alle Pferde eine neue Weide zu finden, ohne den Bauarbeiten im Weg zu stehen. Aus diesem Grunde mussten die Jungpferde jetzt auch weichen. Also begannen wir unseren Tag mit Weide bauen. Es mussten insgesamt zwei Weiden her, damit wir Hengste und Stuten trennen konnten. Eine Stunde verbrachten wir damit und dann waren die großen Weiden am Rande des Waldes fertig. Nun hieß es die Jungpferde holen. Mit Halftern bewaffnet machten sich Tom, Meg und ich auf den Weg. Ich schnappte mir Prazzy's Goldbell, Feuervogel und Painted Blur, Tom fing sich Altyn und He's called Trüffel und Meg nahm schon die zwei Stuten Hollybrook's Fairy Bluebird und Joyce mit. Der Weg zu den neuen Weiden war weit und das nutzten die Hengste zu gern zum toben aus. Ich war froh, als wir dann endlich die erste Ladung drüben hatten. Nun liefen wir noch einmal um noch Hollybrook's Tiny Girl, Raunchy's Limited, Quintesse of Xaras, Rosewell und Shawneé zu holen. Danach waren wir sogar schon fertig. Während Meg und Tom die alten Weiden abbauten, lief ich zu unserem Stallgebäude. Momentan waren dort alle Mutterstuten mit Fohlen aufgestallt, allerdings wollte ich auch diesen Auslauf gönnen. Als erste halfterte ich Khiara El Assuad auf und brachte sie gemeinsam mit ihrem kleinen Stutfohlen Khaytara El Assuad auf die Weide vor dem Stall. Danach holte ich noch Napayné und Nesquik, unsere Welshstuten. Nandalee und Applaus waren voller Tatendrang und hüpften aufgeregt nebenher und freuten sich riesig auf Khaytara. Fröhlich jagten die kleinen Fohlen über die Weide, während die Stuten friedlich nebeneinander grasten. Nun holte ich noch Mokka mit ihrem frisch geborenen Fohlen Mon petit écrou aus dem Stall und ließ sie heute auf eine der kleineren Weide, denn noch wollte ich die beiden lieber alleine lassen, nur Mokkas beste Freundin Sonja durfte bisher mit zu ihr und dem Fohlen, weshalb ich die drei gerne zusammen stellte. Nachdem auch diese Pferde versorgt waren, nun konnte ich mich nicht länger drücken, denn die Bauarbeiter rückten an und direkt kam der Chef zu mir. Gemeinsam brüteten wir über den Plänen und diskutierten über die Aufteilungen. Ich wollte meinen Pferden ein anderes Leben gönnen und baute deshalb das gesamte Gestüt um. Es sollen zwei neue Paddocktrails und drei Aktivställe gebaut werden. Hinzu kommen sollten fünf Mini-Offenställe, in welchen immer nur 2-3 Pferde leben würden und zu guter Letzt noch einige Doppelboxen mit großen Paddocks für Gästepferde oder auch für unsere Pferde, wenn etwas großes anstand. Mein Team unterstützte mich dabei tatkräftig und schon bald würden die Umbauten fertig sein. Ich musste nur noch die neuen Herden einteilen und dann würden die Pferde auch schon bald auf ihre neuen Weiden ziehen dürfen. Aber heute waren wir davon noch weit entfernt. Lächelnd schlenderte ich über das Gestüt und verabschiedete Mia und Tamzin, sie würden erst heute Abend wieder zurückkommen. Ich entschied mich stattdessen, zu unseren Zwergen zu schauen. Also schnappte ich mir in der Futterkammer sechs Möhren und wanderte zu den Weiden, wo Werina, Mondscheinsonate, Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip standen. Als ich sie rief, kamen sie sofort angesaust und holten sich ihr Leckerchen ab. Danach schaute ich bei den Jungs Heartbreaker und Window vorbei und auch sie bekamen noch eine Möhre. „Guten Appetit, meine Lieben.“ meinte ich lächelnd und ging dann, denn im Stall stand die Teambesprächung an, wer nun was machen würde. Judi wollte heute mit Carachillo und danach mit Capriciasso zur Geländestrecke und die beiden trainieren. Danach würde dann eine Springstunde für ihre jungen Nachwuchsreiter anstehen. „Wen willst du heute mitnehmen?“ fragte ich, um zu wissen, wer dann noch bewegt werden müsste. „Ich wollte gerne Lucane, Nightfly, Pinocchio, Naimibia und Diggin' in the Dirth nehmen.“ erklärte Judi mir und ich nickte. „Alles klar.“ meinte ich lächelnd und verschwand. „Tom? Reitest du heute Absinth und Serafino?“ trug ich ihn auf und suchte dann Meg. „Komm, wir machen einen Ausritt mit Zarin und Death Pop Romance.“ meinte ich lächelnd, damit die junge Auszubildende eine kleine Pause bekam. Heute war sehr angenehmes Wetter und so konnten wir viel traben und galoppieren, was den beiden Hengsten sehr gut tat. Danach bat ich sie noch, sich auf Foxglove zu schwingen. Ich wollte stattdessen Allelujah beschäftigen, für ihn stand heute Longieren an mit viel Stangenarbeit, denn einfach war er immer noch nicht, aber es wurde langsam besser. Als ich mit dem Palomino fertig war, holte ich meinen Liebling Pajero von der Weide, um mit ihm unsere Geländestrecke als lockeren Spaß zu reiten. Wie immer war er super drauf und es war ein toller Ritt. Danach war noch Dr. Insektor an der Reihe. Unser Hengst hatte sehr gute Fortschritte gemacht und vielleicht würde er bald an Turnieren teilnehmen können. Für Ejadon gab es heute frei, denn er hatte die letzten zwei Tage mit Turnieren verbracht. Guaranà ging mit Monty heute eine kleine Runde ins Gelände, um ihn fit zu halten. Mennesse nahm er als Handpferd mit, damit der direkt auch bewegt wurde. Die spanischen Schönheiten Thorondor, Yerai und Aristo hatten heute auch frei, also bewegte ich nur noch Freeway. Danach war erst einmal das Mittagessen an der Reihe. Heute gab es Hefeklöße mit Vanillesoße und Kirschkompott. So kamen wir alle wieder zusammen und konnten eine kleine Pause machen, ehe es mit der Arbeit weitergehen würde. Am Nachmittag war noch genug zu tun und da drei Leute heute fehlten, mussten wir anderen uns besonders ins Zeug legen. Mein erster Gang nach dem Mittagessen war zu Carter, denn ich wollte mich über das Training der Vollblüter informieren. „Wenn es öfter mal ein paar Rennen geben würde, dann könnten Cassiopeia und Deadly Ambition auch einmal zeigen, was in ihnen steckt, aber momentan sieht es dort ja ziemlich mager besetzt aus. Pawaneeh lasse ich jetzt nebenbei aktiv auch in Dressur und Springen trainieren, das braucht er, so kann Susan ihn auch im Rennen besser kontrollieren. Magic Golden Dust macht sich gut im Training und ist topfit. Und Destiny Horror, na ja, ich denke die Dressur wäre eher was für die Hübsche.“ erzählte er mir und ich saugte alles in mir auf. Auch bei unseren Westernpferden tat ich momentan nicht gar so viel, das überließ ich lieber Monte und Elizabeth. Stattdessen schaute ich in die Halle, wo Monte gerade Unterricht gab. Vier junge Menschen hatte er unter seine Fittiche genommen. Heute wurden dadurch Rubina's Ravenclaw, Joyna, Apache's Tomahawk und Caribic Sue trainiert. Wie ich hörte waren Monte und Elizabeth schon mit Schneeleopard und Campéon unterwegs. Call me a Twist hatte momentan frei, denn er verbrachte gerade seine Zeit viel lieber mit potenziellen Stuten auf der Weide. Seitdem er gekört war, hatten wir nämlich äußerst viele Deckanfragen bekommen. Hidalgo wurde gerade von Elizabeth geritten. Die Stuten Chou und Ice Coffee hatten heute frei. Zuletzt standen meine Lieblinge an, die Ponys aus den Wales. Meine kleine Welsh Zucht war inzwischen schon gigantisch und ich freute mich jedes Mal, bei ihnen vorbeizuschauen. Die beiden Hengste Auftakt und Bonny Boy befanden sich inmitten der Turniersaison. Animby, unsere jüngste Stute, wurde hingegen auf ihre Krönung vorbereitet, denn sie sollte auch bald mit in die Zucht einsteigen dürfen. Fürst der Finsternis und Alice von Landwein hatten momentan eine Pause und liefen vermehrt in den Reitstunden der Fortgeschrittenen mit und gingen mit ihren Reitern auch die ein oder anderen Turniere. Die hübsche Herbsttraum hatte sich inzwischen wunderbar eingelebt und ich war ernsthaft am überlegen, mir aus ihr ein Fohlen zu ziehen. Zuletzt war da noch Single Malt, welcher bisher noch Schonfrist hatte. Der Tag ging schneller vorbei als gedacht und abends saßen wir alle beisammen am Tisch zum Abendbrot. Mia und Tamzin waren sehr erfolgreich auf den Turnieren unterwegs gewesen und auch bei den anderen hatte es heute super geklappt. Zufrieden konnten wir so mit dem Tag abschließen.
    • Occulta
      Life goes on Fortsetzung des Nebenstallberichts 'Having troubles or what'

      Mir wurde ganz schwindlig, als sie Jack auf die Trage legten und wegbrachten. Auf einmal kam der ganze Schock, die Verzweiflung, Angst und Trauer über mich wie eine gewaltige Flutwelle, die mich beinahe zu Boden riss. Jonas, der ebenfalls in den Krankenwagen getragen wurde, beobachtete mich mit sorgenvollen Augen. Ich stützte mich gegen Rosie, die mir eine Umarmung anbot und schluchzte ungehalten in ihre Schulter. Alles um mich herum kam mir so unwirklich vor und ich hörte die Stimmen wie durch eine unsichtbare Wand. Alles, was ich von diesem Abend noch mitbekam war, dass Lisa, Rosie und Quinn mich ins Haus brachten und mit einen Tee kochten. Am nächsten Morgen wachte ich auf und fühlte mich wie ein Stein. Mir steckte die Trauer augenblicklich wie ein Kloss im Hals, als ich mich an den vergangenen Tag erinnerte. Am Morgen war ich noch so sorglos gewesen und dann war alles zerbrochen. Ich versuchte mich abzulenken und sah auf die Uhr. Es war erst fünf und draussen ging gerade die Sonne auf. Seufzend richtete ich mich auf und zog meine Reitsachen an. Die Pferde würden mich jetzt am besten trösten können, besonders meine und Jacks geliebte Vollblüter. Als ich durch die Küche lief sprang Jacky von ihrer Decke auf und folgte mir, jedoch schien sie auf seltsame Weise nicht so energievoll wie sonst. Ich machte mich ohne etwas zu frühstücken auf zum Hauptstall und holte die Putzsachen von Winter aus der Sattelkammer. Als ich die Box des schneeweissen Hengstes betrat, streckte er mir mitfühlend seine rosarote Schnauze entgegen, als wüsste er genau, was in mir vorging. Ich krallte mich in dem weichen Fell fest und legte die Wange an seinen Hals. Seinen warmen Puls zu fühlen, jedes Zucken der Muskeln, tat mir gut. Schliesslich angelte ich mir den Striegel und putzte meinen Liebling. Als ich fertig war, sattelte ich ihn mit seinem kleinen Rennsattel und hängte das Vorgeschirr ein. Ich führte ihn wie in Trance nach draussen und stieg auf. Ich ritt zunächst eine Runde Schritt auf der Galoppbahn und trabte anschliessend eine weitere Runde auf die andere Seite. Dann ritt ich zur Rennbahn und liess ihn laufen. Beim 500m-Pfosten sah ich auf die Armbanduhr und stoppte in der nächsten Runde an derselben Stelle. Mein grosser hatte eine gute Geschwindigkeit drauf und war ordentlich fit, deshalb beschloss ich, gleich noch eine Runde zu trainieren, aber diesmal mit Startbox. Prüfend sah ich mich nach den Pflegern um, schliesslich brauchte ich jemanden der die Boxen öffnete. Gerade als ich zurückreiten wollte um jemanden zu rufen, entdeckte ich Quinn, Lily und Oliver mit Spot, Iskierka und Light, die auf uns zu ritten. Winter spitzte die Ohren und hob den Kopf, um seine Stallgenossen zu begrüssen. Ich freute mich wahnsinnig, meine alten Freunde so anzutreffen, hielt dieses Glücksgefühl aber noch versteckt. Ich ritt ihn in eine der mittleren Boxen und wartete konzentriert auf den Start. Die anderen reihten sich ebenfalls ein und Ajith kam herbeigeeilt um die Boxen zu öffnen. Dann donnerten die Vollblüter auch schon los. Ich hielt mich bei Winters Absprung etwas an seiner Mähne, um von der Wucht nicht gleich aus dem Sattel zu gleiten. Es war ein wundervolles Gefühl, die schnaufenden Pferdeköpfe links und rechts von mir zu sehen und unter mir den gewaltigen Körper des Hengstes zu fühlen. Das rhythmische Aufschlagen der Hufe liess mich all den Schmerz vergessen und holte mich zurück in die Welt, in die ich gehörte; das hier und jetzt. Light gewann zwar das Trainingsrennen knapp vor Winter und mir, doch das war mir schnuppe. Ich hatte einen Entschluss gefasst während dem Galoppieren: Das Leben musste weitergehen. Ich tätschelte Winters Hals und plauderte begeistert mit den anderen über das Training. Anschliessend arbeiteten die restlichen Jockeys noch etwas weiter mit ihren Pferden, während ich Winter austraben liess. Er schnaubte schön ab und streckte den Hals tief zu Boden. Schliesslich brachte ich ihn zurück in die Box und versorgte ihn gründlich, ehe ich mich Stromer widmete. Mit dem cremefarbenen Hengst hatte damals alles angefangen – er war mein allererstes Vollblut gewesen. Nun war er schon ganze sechs Jahre alt und hatte sich prächtig entwickelt. Aus dem einst so zerbrechlichen dreijährigen mit der schlechten Vergangenheit war ein top bemuskelter, aufmerksamer und freundlicher Hengst mit wundervollen Gängen geworden. Jetzt im Sommer schimmerte seine rosafarbene Haut stark durch das Fell, was ihm deutlich mehr Farbe verlieh als im Winter, wenn er mit dem dichteren Fell fast weiss wurde. Ich putzte auch ihn sorgfältig und ritt anschliessend wie schon mit Winter in voller Rennmontur zur Bahn, wo ich ihn zunächst aufwärmte. Er hatte viel mehr Erfahrung als Winter und konnte seine Kräfte gut einteilen. Ausserdem hörte er sehr fein auf meine Hilfen und wurde nicht so heftig wie die jüngeren Genossen. Wenig später hatten auch die drei Jockeys ihre Pferde ausgetauscht; sie ritten nun Pina, Sunday und Felicita. Wiederum lieferten wir uns ein Spassrennen und arbeiteten dann noch etwas für uns auf der Bahn, was aber mit den tollen Pferden genauso viel Spass machte. Ich bewegte an diesem Morgen noch Gray, Crack und Indiana, während Quinn Chiccory und Fly, Oliver Paint und Empire und Lily Blüte und Cantastor übernahmen. Besonders bei Crack musste ich wieder mit den Tränen kämpfen, denn ich hatte sie damals von Jack zum Geburtstag geschenkt bekommen und mich so sehr über sie gefreut. Die Erinnerungen kamen wieder in mir hoch und ich musste daran denken, wie ich ihn so voller liebe umarmt hatte. Und doch war ich zuletzt wütend auf ihn und habe ihn mit eben diesem Gefühl angesehen… Dieser Gedanke schmerzte am meisten von allen. Als ich Diana versorgt hatte bemerkte ich ein grummeln und stellte fest, dass ich durch das ganze Arbeiten doch noch Hunger bekommen hatte. Aber alleine zu kochen würde bestimmt schrecklich werden. Ich schlenderte lustlos in Richtung Haus und bemerkte nicht, wie Lisa sich von hinten anschlich. Sie tippte mir auf die Schulter und rief laut „Buh!“, während Quinn und Ajith, die sich an die kühle Wand des Hauptstalls gelehnt hatten die Augen rollten. Ich vergab Lisa diese Taktlosigkeit angesichts meiner Trauer und sah sie bloss fragend an. „Ich… äehm… Ich meine Quinn, Ajith, Lily und ich wollten dich fragen, ob du vielleicht mit uns in die Stadt kommen willst. Wir dachten, wir gehen Jonas im Krankenhaus besuchen und essen unterwegs zu Mittag…“ Mein Herz machte einen Hüpfer. Jonas! Er lebt ja noch… Beschämt, dass ich meinen treuen Freund in der Not ganz vergessen hatte, willigte ich rasch ein und folgte den Pflegern auf den Parkplatz. Wir fuhren mit Lilys kleinem Toyota, in den wir uns allerdings ziemlich reinquetschen mussten. Wir bestellten wie geplant auf dem Weg zum Hospital ein Falafel für mich und sonstigen Schnellimbiss-Kram für die anderen. Als ich den langen Gang zu Jonas‘ Zimmer entlanglief, wurde mir etwas schwindelig. Wie hatte ich nur nicht an ihn denken können? Immerhin war er genauso wie Jack in Lebensgefahr gewesen und hätte genauso gut auch tot sein können! Langsam öffnete ich die Tür und trat ein. Es war vollkommen Still in dem hellen Raum. Die anderen Patienten schienen zu schlafen und auch Jonas hatte die Augen geschlossen. Die Pfleger folgten mir leise und schlossen die Tür hinter sich. Vorsichtig kniete ich mich neben sein Bett und betrachtete die üblen Verbrennungen, die sich über seine Oberarme zogen. Wie durch ein Wunder war das Gesicht beinahe unversehrt geblieben. Er muss es rechtzeitig mit den armen geschützt haben, überlegte ich und begann, seine Nase zu kitzeln. Seine Augenlieder zuckten, dann musste er niesen und wachte auf. „Occu… und ihr! Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid.“ Ich lächelte verlegen, immerhin wäre ich ohne die anderen nicht hier. Zögernd fragte ich: „Wie fühlst du dich?“ „Den Umständen entsprechend, aber eigentlich nicht allzu schlecht. Bloss mein Rücken tut ziemlich weh. Aber die Ärzte meinten, es sei nichts ernstes, bloss eine Prellung. Wie geht es Jack?“ Ich zuckte zusammen und sah betreten zu Boden. Er weiss es also noch nicht… Quinn fasste Mut und antwortete leise auf die Frage. „Er hat nicht überlebt…“ Ich beobachtete, wie sich seine Pupillen weiteten und er den Mund öffnete, um etwas zu sagen, ihn dann aber ohne einen Mucks wieder schloss und ins Leere starrte. „Tot? D das ist schrecklich. Es tut mir so leid Occulta…“ Ich nickte nur und biss mir auf die Oberlippe, um die Fassung nicht wieder zu verlieren. Ich war froh, als er das Thema wechselte. „Wie geht es den Pferden? Haben sie sich sehr erschreckt als das Flugzeug abstürzte?“ „Nein, ich denke nicht. Heute Morgen liefen die Vollblüter im Training jedenfalls top“, antwortete ich. Er nickte mit einem Lächeln und ich fragte ihn, was denn so amüsant sei. „Ich finde es faszinierend, wie glücklich du wieder wirkst, sobald wir über Pferde reden.“ Nun lächelte ich ebenfalls und stupste ihn zur Strafe in die Seite, worauf er sofort aufschrie. „Au au, pass doch auf!“ „tut mir leid, ich hab gar nicht…“, stammelte ich erschrocken, doch schon grinste er mich wieder breit an und ich erriet, dass er nur mit mir gespielt hatte. Böse sein konnte ich ihm allerdings nicht. Wir plauderten noch etwas, dann machten die Pfleger und ich uns auf den Rückweg zum Stall. Er sah uns gequält hinterher, als wir einer nach dem anderen zur Tür hinausgingen, besonders mir, so kam es mir jedenfalls vor.
      Zuhause half ich Quinn, die mit dem Einreiten von Sumerian und Frame weitermachte. Die beiden waren noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung, machten sich aber alles andere als schlecht. Fröhlich beobachtete ich die Fortschritte von Frame, der Monate zuvor noch so erbärmlich ausgesehen hatte, mit all seinen Wunden und Schrammen. Nun ging er nicht mehr lahm und nur eine Narbe zierte den Hals dort, wo der Pfosten einst ein so grosses Loch hinterlassen hatte. Meine Tierärztin hatte hervorragende Arbeit geleistet. Gegen Abend kam dann noch eine Überraschung auf dem Hof an. Ein Transporter fuhr auf den Parkplatz, beladen mit zwei neuen Vollblütern. Als ich mich fragend an den Fahrer wandte erfuhr ich, dass die beiden von Eddy stammten und Jack sie wenige Wochen zuvor abgekauft hatte, da Eddy ihren Bestand etwas reduzieren wollte. Auch ein Fohlen würde in den nächsten Tagen noch ankommen. Ich ignorierte das Stechen, das sich bei Jacks Namen wieder bemerkbar machen wollte und bewunderte den Hengst, Muskat. Er war bereits gekört und würde sicherlich ein wunderbarer Zuchthengst werden. Die Stute, Cassiopeia, hatte ich auch schon ein paarmal an Rennen gesehen, sie war Jack damals besonders aufgefallen. Ich führte beide in den Hauptstall und half anschliessend den Pflegern beim Füttern. Um halb zehn lief ich endlich müde zum Haus, zögerte aber davor und wandte mich stattdessen im halbdunkeln dem Hof zu. Es kehrte Ruhe ein auf Pineforest Stable, nach all der Aufregung schienen sogar die Pferde erledigt. Die Gebäude lagen still im Zirpen der Insekten da und erste Sterne tauchten am Himmel auf. Ich erinnerte mich daran, wie ich einmal mit Jonas im Gras hinter dem Dressurviereck gelegen und an den dunklen Tannen vorbei die Sternbilder betrachtet hatte. Augenblicklich breitete sich eine Art entspannende Wärme in mir aus und zum ersten Mal am heutigen Tage war ich wirklich glücklich. Glücklich hier zu sein, glücklich, dass Jonas lebte und glücklich, dass noch so viel vor mir lag. Ich murmelte sanft, an die Sterne gewandt: „Auf wiedersehen Jack.“ Dann drehte ich mich um und verschwand im Haus.
    • Maleen
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      Der erste Auftrag des Tages machte mich ein wenig nervös. Das erste mal war ich allein als Hufschmied unterwegs und dann waren meine die ersten Pferde die ich Beschlagen sollte auch noch Vollblüter, ich hoffte bloß, dass sie nicht ganz so zapplig wie meine eigene Stute waren. Aber jetzt war es sowieso schon zu spät, schwungvoll öffnete ich die Autotür und stieg aus, bereit um mich meiner Aufgabe zustellen. Mein Elan verblasste aber ganz schnell wieder, denn der Hof war menschenleer, nur auf den Koppeln standen ein paar Pferde und dösten vor sich hin. Also beschloss ich erst mein Werkzeug zu holen und alles für den anstehenden Beschlag vorzubereiten und mich dann auf die Suche nach einem Zweibeiner zu machen.​
      Mit den Gedanken in den Tiefen meines kleinen Transporters versunken, erschrak ich als mich plötzlich jemand von hinten mit einem freundlichen 'Hallo' begrüßte. Ich drehte mich um und erblickte Occulta, sofort erwiderte ich ein 'Hallo' und gab ihr die Hand. Dann bat ich sie das erste Pferd heraus zubringen,während ich noch die letzten Sachen vor das Auto brachte. Und dann stand Cassiopeia auch schon vor mir. Die Stute schien total entspannt, ich strich ihr ein paar mal über die Stirn und klopfte kurz ihren Hals, dann nahm ich mir den ersten Vorderhuf vor. Ich begann damit das zu lange Hufhorn mit meinem Hufmesser auszuschneiden und stellte den Huf anschließend auf den Hufbock um ihn mit der Raspel wieder in Form zu bringen. Auch die anderen drei Hufe waren ohne Probleme schnell wieder in Ordnung gebracht. Ich klopfte Cassiopeia, die die ganze Zeit über brav stehengeblieben war, wieder den Hals und schnappte mir dann das erste Aluminium Eisen. Erhitzen brauchte ich diese zum Anpassen zum Glück nicht und so waren die Vorderhufe im Handumdrehen beschlagen. Bei den Hinterhufen stellte Cassiopeia sich ein bisschen stur, erst nach mehrmaligen Auffordern gab sie mir zögerlich ihren Huf und versuchte beim Festnageln ein paar mal diesen wieder zurück zu ziehen. Aber von diesen kleinen Schwierigkeiten ließ ich mich nicht beirren, ich schlug weiter einen Nagel nach dem anderen in den Huf und am Ende saßen alle vier Eisen bombenfest. Ich bat Occulta die Stute im Trab auf und abzuführen, damit ich sehen konnte ob sie gut lief. Da ich keinerlei Unklarheiten erkennen konnte war Cassiopeia für dieses Mal erlöst und durfte wieder zurück in ihre Box.​
      Während Occulta die nächste Stute holte, legte ich mir vier neue Hufeisen zurecht und machte die Raspel ein wenig sauber. Aus der Ferne sah Shades of Gray nicht viel größer aus als Cassiopeia, aber als die graue Stute dann vor mir stand fühlte ich mich noch viel kleiner als sonst, die Gute überragte mich mit ihrem Stockmaß mit Sicherheit um 10 cm und schien auch noch ein wenig unruhiger zu sein als ihre Vorgängerin. Bevor ich mit der Arbeit begann machte ich mich wieder erst mit der Stute bekannt, ich strich ihr über die Stirn und ließ die meine Hand ablecken, als sie anfing an meinen Haaren zu knabbern schob ich ihren Kopf sanft zur Seite und widmete mich ihren Hufen. Shades of Gray war noch jung und die Hufe waren wie zu erwarten noch sehr gut, ich entfernte mit einer Bürste ein paar Strohhalme und ein den groben Dreck und schnitt dann mit dem Messer vorsichtig nur wenig Hufhorn ab. Die Raspel benötigte ich bei den Vorderhufen so gut wie gar nicht ich nahm sie nur um die Unterseite des Hufes ein bisschen zu glätten damit die Aluminium Eisen anschließend gut auf den Hufen lagen. Die Hinterhufe wurden mir ebenso vertrauensvoll gereicht wie die Vorderhufe und auch hier schnitt ich das Hufhorn mit den Messer ab und ging anschließen kurz mit der Raspeln drüber. Dann war es Zeit für den Beschlag. Ich schlug die Eisen wie zuvor auch mit einem großen Hammer zurecht, sodass sie perfekt auf die Hufe passten, beim Festnageln an den Vorderhufen fing Shades of Gray wieder an, an meinen Haaren zu knabbern und​
      zwickte mir das ein oder andere Mal ins Bein. Ich grinste vor mich hin und versuchte mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Nach drei Hufen gingen mir die Nägel aus und ich musste kurz zum Auto um neue zu holen, Shades of Gray stand in der Zeit ein bisschen schräg auf nur drei Hufeisen aber keine zwei Minuten später war auch das letzte Eisen angebracht und die Stute trabte über den Hof und durfte dann wieder zurück in den Stall.​
      Als letztes brachte Occulta die Stute Campina heraus, das was ihr an Größe fehlte machte sie durch ihr Rumgezappel wieder wett. Erst wollte sie nicht so recht stehenbleiben und dann fing sie an mit den Hufen auf dem Boden zu scharren. Ich ignorierte dies einfach und fasste die Stute nicht an bis sie aufgehört hatte, diese Methode hatte sich für mich bisher als beste herausgestellt, da das Pferd so keinerlei Aufmerksamkeit bekam und von allein merkte, dass es damit gar nichts ausrichten konnte. Nachdem dann wieder Ruhe war und Campina brav da stand, fing ich mit meiner Arbeit an. Die Hufe hatten es wirklich dringend nötig, ich schnitt einige Zentimeter des Horns ab und auch mit der Raspel hatte ich im Vergleich zu den anderen viel zu tun. Aber nach guten 10 Minuten waren alle vier Hufe wieder auf eine ordentliche Länge gebracht, einmal war die Stute zwar so weit zur Seite getreten, dass ich den Huf wieder absetzen musste damit sie nicht umfiel aber im Großen und Ganzen war alles ohne größere Geschehnisse abgelaufen. Die Hufeisen waren da schon eine größere Herausforderung, das Anpassen weniger, aber dafür das Festnageln umso mehr. Immer wieder versuchte Campina ihre Hufe zurück zu ziehen und ich hatte alle Mühe die Nägel im richtigen Winkel in den Huf zu schlagen. Nach der ganzen Prozedur stand die Stute aber wie eine Eins da und ich war vollkommen fertig. Occulta führte auch sie zum Abschluss einmal auf und ab, sie lief zwar etwas ungewohnt mit ihren neuen Schuhen, aber das würde sich in den nächsten Stunden legen. Ich räumte meinen ganzen Kram wieder ins Auto und verabschiedete mich dann ganz herzlich von Occulta und hoffte ich würde noch das ein oder andere Mal auf diesen schönen Hof kommen dürfen, um hier meine Arbeit zu verichten.​
    • Occulta
      Nachts fürchten die Mäuse den Jäger...

      Ich wachte nach einer unruhigen, mehr oder minder schlaflosen Nacht früh auf und begab mich zum Kühlschrank. Während ich nach einem geeigneten Joghurt kramte, plante ich den Morgen. Es würde alles etwas durcheinandergeraten nach meinem 'announcement', da war ich mir sicher. Doch verängstigte Mitarbeiter zu beruhigen war immer noch angenehmer, als Leichen zu entsorgen. Wenn es denn so weit käme... Vielleicht halste ich mir auch nur zu viele Sorgen auf. Als ich fertig gelöffelt hatte, schmiss ich das leere Gefäss in den Müll und öffnete mit wetterfesten Kleidern die Tür. Es Regnete und war neblig - was konnte es an so einem Morgen sonst sein. Ich seufzte kaum hörbar, aber reichlich genervt und machte mich auf zum Hauptstall. Es war noch finster und die Pferde dösten vor sich hin, als ich vorsichtig das Tor aufschob und eintrat. Winter, in einer der beiden vordersten Boxen, lag mit eingeklappten Beinen im Stroh und sah auf, sobald ich mich näherte. Er blieb jedoch liegen, als ich die Box öffnete und auf ihn zuschritt. Er röchelte sogar leise, und ich kniete neben ihn, um ihn zu kraulen. Es war unheimlich beruhigend, seine dunklen, verschlafenen Augen zu begutachten und seine Lippen entzückt zittern zu sehen. Nach einer Weile öffnete sich das Tor erneut; Quinn und Ajith tauchen in der Öffnung auf. Einen Moment sahen sie sich verwirrt um, dann hörten sie meine Stimme und kamen zur Box. "I woke up earlier. You weren't expecting murderer inside here, were you?" Ajith zeigte sich bestürzt. "What?? No, why?" "Because there's a murderer spraying around in our forests." "No way! And what are we going to do?" Ich schwieg einen Moment. "We inform the others as soon as possible, but then we go on as normally and hope thqt the policemen do their work." Die beiden nickten und ich stand auf, um den besorgten Gesichtern ebenbürtig zu sein. Ich klopfte Winter zum Abschied auf den Hals und verliess seine Box. Wir holten die Schubkarre und füllten sie mit Heu, während nach und nach auch die anderen Pfleger auftauchten. Bald war der Stall erfüllt von munterem Geplapper und dem Scharren und Schnauben der Pferde. Dann hielt ich meine kleine Rede. Und schon war die fröhliche Stimmung ersetzt durch sorgenvolles Schweigen. Keine lustig pfeifenden, witzelnden Pfleger mehr, nur stille Arbeiter. Ich beschloss neutral zu bleiben und lief zu Paints Box - es war Zeit fürs morgendliche Training. Oliver hatte die Pferde ihren Reitern schon am Vorabend zugeteilt, es änderte sich aber kaum etwas im Vergleich zum Wochenplan. Die schwarze Stute begrüsste mich mit ihrer weichen, rosa Schnauze. Ich streichelte das samtige Fell an ihrem Hals und kraulte sie liebevoll hinter dem Ohr, bevor ich ihr das Halfter überzog. Anschliessend band ich sie in der Stallgasse an. Ich öffnete die Schnallen ihrer Fleece Decke und zog sie nach hinten, liess sie jedoch halb auf der Kruppe liegen, denn die Stute war geschoren und um halb sechs war es bekanntlich noch ziemlich frisch, draussen und in der Stallgasse. Ich bürstete das kurze, stoppelige Fell gründlich und entwirrte ihren Schweif. Dann sah ich mir die Hufe an, prüfte ob die Eisen noch hielten und entfernte den Schmutz der Nacht. Weiter vorne in der Gasse richtete Oliver Blüte her, Iskierka wurde gegenüber von mir von Ajith betreut. Auch Gray, Cold, Mikke, Sumerian, Campina, Felicita, Indiana und Cassy wurden geputzt, heute Morgen trainierten wir nämlich alle Stuten zuerst. Diana sah mit ihrem neuen Zaumzeug extrem schick aus. Die Stute nahm zwar aufgrund ihres Alters nicht mehr an grossen Rennen Teil, diente den jüngeren Vollblütern aber als Vorbild und wurde in erster Linie mittrainiert, um sie für's Military fit zu halten. Als alle fertig waren und ihre Pferde nach draussen zum Aufsteigen führten, löste auch ich den Strick von Paint und ging mit der Stute ins Freie. Vor uns hob und senkte sich das muskulöse Hinterteil von Cassy. Ich beobachtete entzückt, wie ihr seidiger, weisser Schweif im Takt dazu Tanzte. Ich war unheimlich froh, die Stute übernommen zu haben, denn sie musterte sich mehr und mehr zu einem talentierten Galopper. Bei ihrer Abstammung war das ja auch kein Wunder. Ich zog den Reissverschluss meiner Fleecejacke höher, trotzdem zitterte ich noch vor Kälte. Bald nicht mehr, dachte ich schmunzelnd. Auch Paint war zappelig, sie kreiste um mich als ich mich in die Reihe stellte um von Oliver auf's Pferd geschmissen zu werden. Mit den kurzen Steigbügeln war es schwer, ohne Hilfe hochzukommen und der kleine Hocker, der bis anhin diese Hilfe geleistet hatte, hatte vor drei Tagen den Geist aufgegeben, sehr zum Pech von Quinn, die danach erschrocken halb am Pferd hing. Ich massregelte Paint und hielt sie einigermassen ruhig, bis ich endlich oben war, dann liess ich sie zügig den anderen zur Galoppbahn folgen. Wir ritten im Gänsemarsch eine Runde schritt, dann trabte die ganze Reihe auf Kommando an. Paint ging schwungvoll und locker, trotz der Temperaturen, aber Grey vor mir zog den Schweif ein wenig ein. Nach einer weiteren Runde wurde es besser. Wir wechselten die Seite und galoppierten schliesslich nach ein wenig linksseitigem Trab an. Nach einem Umlauf verliessen wir die Bahn über den sauber gewischten Kiesweg und ritten zu den Startboxen. Natürlich hatten nur acht Pferde in den acht Boxen Platz, weshalb wir zwei Gruppen bildeten. Per Handzeichen wurde bestimmt, dass Caprice, Felicita, Blüte, Iskierka und Paint zur ersten Gruppe zählten. Ich entschied mich für die dritte Box und trieb Paint hinein, doch sie ging sowieso freiwillig da sie wusste, dass sie gleich rennen durfte. Ich spannte die Zügel, hielt sie kurz, nahm die Startposition ein, um beim Absprung nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Endlich waren alle drin und Ajith, der als "Bodenpersonal" dabei war, rief uns die Kommandos zum fertig machen zu. Dann sprangen die Türen auf und Paint beförderte uns kraftvoll von Anfang an an die Spitze. Ich hielt mich ein wenig an der Mähne der grossen, schwarzen Stute und war froh um meine Schutzbrille, denn die Morgenluft schlug mir eisig ins Gesicht. Ich wagte beim 500-Meter-Pfosten einen Blick über die Schulter und sah, dass Blüte aufholte. Ich liess sie passieren, denn ich wollte Paints Energie für den geplanten Kopf-an-Kopf Schluss sparen. Auch Felicita kam neben uns und hielt diese Position bis zum 1000m-Pfosten. Nun ging es nochmals in die Kurve, danach folgte die Zielgerade. Alle Pferde schlossen zueinander auf und Blüte und Felicita teilten sich die Spitze. Ich gab Paint etwas Zügel frei, sodass wir auch vorne mitmischen konnten. Kierka hängte sich links an Paints Flanke, nur Capri blieb verschollen. Ich drehte mich nochmals kurz und sah die Fuchsstute in einer Pferdelänge Abstand folgen, Tendenz steigend. Die Stute war noch immer nicht wieder 100%ig fit, da erstaunte dieses Schwächeln auf der Bahn nicht. Ich gab Paint nochmals etwas Zügel frei, sodass sie sich streckte und wir mit einer Nasenlänge gewannen. Ich tätschelte ihren Hals, während ich mich aufrichtete und sie auslaufen liess. Als sie in den Trab, und schliesslich in den Schritt fielen, sammelten sich die Pferde und Reiter wieder und ritten gemeinsam zurück zur Startmaschine. Oliver kam auf Aerith angetrabt. Die Stute wurde mittlerweile als Trackpony ausgebildet und eingesetzt, neben den Westernturnieren, die sie regelmässig lief. Oliver wollte später mit Iskierka und Campina das vom-Pony-aus-geführt-werden trainieren. Doch zunächst war die zweite Gruppe auf der Bahn. Ich reihte Paint und mich neben Caprice ein und wir beobachteten das Schauspiel vom Bahnrand aus. Die Türen flogen auf und alle sechs Pferde schossen aus dem Metallgeflecht hervor. Indiana teilte sich sogleich die Spitze mit Gray. Die erfahrene Stute hatte Tendenzen zum Sprinter, Gray jedoch war ganz klar Steher und sollte am Anfang eher im Mittelfeld bleiben, da sie zu wenig ausdauernd war, um das Tempo durchgehend zu halten. Oliver rief die Anweisung, die mir auf der Zunge lag: David solle sie doch endlich zurücknehmen. Unser Trainer hatte wie immer ein Auge für Feinheiten und war unterdessen zu uns getrabt, um diese Details zu besprechen. "Occu, let her go at approximately 900 meters next time. She is old enough to start early." Ich nickte als Zeichen der Kenntnisnahme und kraulte Paint stolz am Widerrist. In der Bemerkung war nämlich ein verstecktes Lob für ihre raschen Fortschritte gewesen. Campina hatte mittlerweile Gray an der zweiten Position abgelöst und Cassy folgte dicht neben der dunkelgrauen Stute. Zu dicht. "Stay away from Gray, or do you want to trap over her legs!", schrie Oliver in gereiztem Tonfall über die Bahn zu Darren. "I told him last time already, but je won't change a bit until the horse has a broken leg!", meinte er an uns gewandt. Ich schwieg und verfolgte das Training. Der 1000m-Pfosten war passiert, nun wurde es erst richtig heiss. Indiana wurde von Cassy überholt, Sumerian tauchte aus dem Nichts auf und zog an Gray vorbei, Crack schob sich vor Campina. Sumerian konnte das Tempo mangels Ausdauer allerdings nicht lange halten und fiel rasch wieder zurück. Indiana entwickelte zwar guten Schub, konnte mit den leichten Jünglingen jedoch nur schwer mithalten. Gray lieferte sich auf den folgenden Metern einen spannenden Kampf mit Crack, die schliesslich richtig zulegte und sich sogar vor Cassy schob, allerdings nicht lange. Die Palominostute mit den grossen Abzeichen verteidigte die Spitze bis zum Schluss. Wir jubelten den heftig atmenden Körpern von Reiter und Pferden über die Bahn zu, ehe wir selbst auf die Bahn zurückkehrten um ein paar fliegende Starts zu üben. Der Nebel hing immer noch erdrückend über unseren Köpfen, doch immerhin hatte es aufgehört zu regnen. Paint lief etwas zögerlich, vielleicht war sie noch erschöpft vom Rennen. Meine Sorge stieg jedoch, als sie auch nach vier Starts noch nicht gut wegkam. Normalerweise hatte sie mit dem Starten kaum Probleme. Ich rief Oliver, damit er sie sich ansah und tatsächlich: nach einer kurzen Demonstration schüttelte er den Kopf und winkte uns zu sich. "I think there's something wrong with her right foreleg. I'll call the vet." Solche Nachrichten waren in einem Rennstall sehr ungern gesehen, ich hoffte aber natürlich das Beste. Ich liess mich hinuntergleiten und führte die Stute, sorgsam beobachtend, in den Hauptstall zurück. Dort versorgte ich sie mit allem was sie brauchte, schmierte etwas Kühl Gel auf das betroffene Bein und zog ihr die blaue Fleece-Decke an. "Good girl, you'll be back in few days, I'm sure", flüsterte ich, etwas bedrückt. Ich schloss die Boxentür und holte Sheela und Jacky aus dem Haus. Auch die anderen Jockeys waren mittlerweile fertig und versorgten ihre Pferde, ehe sie sich versammelten, um die Hengste aufzuteilen. Ich wählte Sunday, denn ich hatte ihn die ganze letzte Woche Quinn überlassen. Nun wollte ich die Feinheit und Kraft des Hengstes selbst wieder geniessen. Wir trainierten wie zuvor, doch nach den Übungsrennen wurden Gruppen gebildet, um das Abteilungsreiten zu fördern. Die Pferde mussten bei ihrer Gruppe bleiben, selbst im rasenden Galopp. Sie mussten geduldig sein und auf die Hilfen ihres Reiters hören. Ich hängte mich an die Gruppe mit Stromer, Muskat, Winter und Chiccory. Die andere Gruppe bestand aus Fly, Light, Cantastor, Spot und Empire. Was für ein Gefühl das ist, mit fünf bebenden Hochleistungssportlern in einer Reihe über die Bahn zu jagen! Besonders wenn ein Pferd wie mein Sunday so fein mitmacht. Ich beobachtete ausserdem die anderen Pferde mit scharfem Auge, sodass ich mir fast wie Oliver vorkam. Frame war noch immer nicht beim Training dabei. Er war zwar schon mehrfach auf dem Platz kurz von mir geritten worden, doch ich wollte zuerst sicherstellen, dass er gut ausgebildet war und nicht überfordert wurde, ehe ich ihn mit zum Konditionstraining nehmen würde. Auch Oliver hatte mir dabei zugestimmt. Ich musste lachen, als Chiccory sich nach dem letzten Galopp schüttelte, als hätte er Fliegen in den Ohren. Dabei hatte Lisa ihm nur kurz ein Strohstück vom Ohr wischen wollen.

      Nachdem auch diese Trainingseinheit zu Ende war, gab es erst einmal eine Kaffee Pause. Selbstverständlich erst, als die wertvollen Tiere zufrieden in ihrer Box raschelten. Ich hatte Sundays Hufe eingefettet, damit sie nicht brüchig wurden. Dies war eines unserer Rituale, wie das tägliche Bürsten und das Abduschen nach harter Arbeit. Die Stimmung in der Sattelkammer liess nicht den geringsten Zweifel an der Sorglosigkeit der Pfleger zu, sie waren gute Schauspieler. Sie mussten immerhin regelmässig vor Publikum so tun, als ob alles im Griff sei. Schwäche zeigen wollte auf der Rennbahn keiner, es ging den meisten nicht nur um Geld, sondern auch um die Ehre. Die Pferde funkelnd, das Sattelzeug gepflegt und wie neu. Und ein nahtloser Ablauf, ohne sichtbare Kommandos oder Anweisungen. Jeder wusste, was zu tun war. So auch heute, zuhause. Keiner verlor ein Wort über meine Ansprache vor dem Training, alle lächelten. Ich kam mir seltsam verloren vor, in dieser Maskierten Welt. Wem konnte man trauen, wenn das Leben das reinste Gaukelspiel war? Plötzlich ertönte ein lauter Knall, augenblicklich flutete eine erschrockene Stille den Raum. Ein Jäger? Ein Knallen eines Motors? Ich malte mir einige Szenarien aus, während ich mit Ajith und Lewis nach draussen hastete. Stille - wie im Raum zuvor. Dann ein zweiter Schuss, Hilfeschreie. "What the - " Ich stürzte um die Ecke und erblickte unseren Nachbaren, einen sonst so friedvollen, älteren Herren, mit seinem Jagdgewehr in der Hand. Er gestikulierte wild umher und deutete auf einen parkierten Ford, hinter dem jemand kauerte. Lewis und Ajith umstellten den Wagen und packten die Person, ich beruhigte den Bauern. "It is him, he is it! The murderer! I know it!" Der verängstigte junge Bursche stotterte einige unbedeutende Worte, ehe seine Stimme versiegte. Nie und nimmer ist er ein Mörder. Wir klärten das Ganze auf dem Parkplatz, und schon nach einigen Sätzen wusste ich, was tatsächlich vorgefallen war. Der Junge hatte am Morgen wie gewohnt die Arbeit auf dem Lehrbetrieb aufnehmen wollen, doch das Tor war noch verschlossen gewesen, vermutlich als Vorsichtsmassnahme gegen Killer. Daraufhin hatte sich der Junge als Kletterkünstler erwiesen, denn er war kurzerhand auf den Baum neben dem Bauernhaus geklettert, um über den Zaun zu kommen. Der Bauer hatte kaum das raschelnde Laub, die kräftigen Arme und die dunkle Hose des Burschen erblickt, als er schon zur Flinte griff und hinausstürmte. Der Junge, erschrocken über die Reaktion des Bauern, empfand es als klüger, das Weite zu suchen. Dadurch sah sich wiederum der Bauer bestätigt in seiner Annahme und nahm die Verfolgung auf. Ich schüttelte lachend den Kopf, als die Story geklärt war. Die beiden gaben sich noch immer misstrauisch die Hand zur Versöhnung, dann kehrten sie nach einem Beruhigungstee zurück auf ihr Land. Lewis, Ajith und ich sahen uns vor Erleichterung grinsend an. Doch in meinem Kopf sortierte ich die wilden Gedanken der Sorge. Wenn nun schon unser Nachbar so durchdrehte, wie konnten wir dann entspannt hier warten und uns in Sicherheit wägen?
      Alle hatten die Arbeit wieder aufgenommen, einer lag ruhig im Stroh. Lisas Schreie liefen mir kalt den Rücken hinunter. Ich raste mit Jonas zum Schauplatz und bemerkte, wie es ihm fast den Magen umkehrte. Vor uns lag der Elektriker, mit einem verheissungsvollen roten Flecken auf der Brust und im friedlichen, ewigen Schlaf. Ich habe schon schlimmeres gesehen, zum Beispiel zerstückelte Ehemänner, dachte ich bitter. Jonas betreute Lisa, während ich die Polizei rief. Jetzt musste alles schnell gehen - vielleicht waren Spuren auf der Leiche. Etliche Stunden später war klar; der Täter war kein Amateur. Er hatte nicht den geringsten Tipp hinterlassen. Sie jagen ein Phantom, welches uns alle jagt...

      Ich biss mir auf der Unterlippe herum, während ich den Stall der Ministuten ausmistete. Ständig horchte ich auf, in der Erwartung, einen weiteren Schrei zu hören. Doch es blieb still. Totenstill. Nicht einmal die Pferde waren in der Lage, diese erdrückende Stille zu durchbrechen. Sie schnaubten lediglich hin und wieder leise. Als ich mit den Minis fertig war, befasste ich mich mit den dreijährigen Ponys. Sie waren mittlerweile alt genug um eingeritten zu werden. Zwar standen alle drei noch auf der Fohlenweide, doch wir hatten bereits mit Longentraining und Sattelgewöhnung begonnen. Obwohl alle drei etwa gleichzeitig mit dem Training begonnen hatten, waren erhebliche Unterschiede zu erkennen. Lychee machte fast täglich grosse Fortschritte und arbeitete eifrig mit, manchmal fast zu eifrig. Sweets hingegen war etwas zurückhaltender und brauchte länger, um den Gurt zu akzeptieren. Bluebell war unkompliziert und lernfreudig, mochte es aber überhaupt nicht, angebunden zu werden. Ich fasste eines der schwarzen Standardhalfter und streifte es Sweets über die kurzen Ohren. Sie kam brav mit, als ich mit ihr die Strecke zur Halle lief, bloss hin und wieder drehte sie den Kopf und wieherte. Ein Wohlklang in der Einsamkeit an diesem Nachmittag - dachte ich schmunzelnd. Ich schritt zügig voran und schob das Hallentor auf. Drinnen wärmte Rosie gerade Ocean auf, wie vereinbart. Auch Jockeys mussten ab und zu ein wenig Dressur reiten, um nicht aus der Übung zu kommen, und so konnte ich auch gleich die erfahrene Stute als Lehrmeister für Sweets einsetzen. Kaum erblickte sie Ocean, da wurde Sweets auch schon deutlich ruhiger und konzentrierter. Ich hängte zunächst die Longe ein und liess sie im Schritt um mich herum gehen. Sie tat dies nun zum vierten Mal und wusste bereits, dass sie auf der Kreisbahn bleiben musste. Nur die Biegung konnte noch verbessert werden. Nach vier Runden rief ich deutlich "Trot" und machte etwas Druck mit der Longiergerte, sodass sie beides verknüpfen konnte. Die junge Stute lief schwungvoll - sehr schwungvoll, ich musste sie in ihrem Eifer bremsen. Beim angaloppieren kamen dann die berüchtigten Freudensprünge, doch ich hatte damit gerechnet und vorsorglich Handschuhe angezogen. Nun war es an der Zeit, den Gurt und den Sattel zu holen. Sie wirkte auf den Longiergurt wie zuvor skeptisch, blieb aber still stehen und liess mich ohne zu zicken anziehen. Ich lobte sie einige Male, während ich den Gurt löste und wieder anzog. Als ich das Gefühl hatte, dass sie entspannter sei, holte ich den Sattel und den richtigen Gurt. Ohne zu zögern schwang ich ihn auf Sweets' Rücken und zog den Gurt an, ehe ich ihn wieder löste und das ganze Spiel wiederholte. Später ging ich einen Schritt weiter und longierte sie mit Sattel. Zum Schluss führte ich Sweets noch ein wenig durch die Halle und machte Gehorsamkeitstraining. Danach brachte ich sie in den Nebenstall, wo bereits drei Boxen hergerichtet worden waren. Ja, es war Zeit die Terrorherrschaft der drei Ponys über die anderen Fohlen zu beenden. Sweets zögerte etwas, als ich sie in die hinterste Box führte, sie schien zu ahnen, dass ihr leichtes, sorgloses Dasein auf der grünen Wiese vorbei war. Doch sie wird bald herausfinden, dass es gegen ein anstrengendes, aber spannendes Leben eingetauscht wird, dachte ich schmunzelnd und stellte mir einen herrlichen Wintergalopp mit Sweets vor. Ich liess die kleine Stute in der Box zurück, was ihr so gar nicht passte. Sie lief im Kreis und wieherte nach ihren Kollegen. Den frischen Heuhaufen zu ihren Hufen beachtete sie nicht. Aus einiger Entfernung kam eine gedämpfte Antwort, offenbar wurden Lychee und Blue gerade von Jonas und Rosie geholt. Alles verlief reibungslos: auch die beiden wurden in ihre neuen Boxen gebracht. Blue beschnupperte Sweets prüfend durch das Gitter, dann entspannten sich alle sichtlich und Lychee begann zu fressen. Bald senkte sich auch der letzte Kopf dem Heu entgegen und Ruhe kehrte im Nebenstall ein. Jonas nahm mich spielerisch in den Arm, doch ich war nicht in der Stimmung für Flausen; noch immer horchte ich ständig nach Ungewohntem. Ich kam mir vor wie in einem Krimi. Wir schlenderten zum Hauptstall und ich half beim Wischen.

      Die Dunkelheit schlich sich langsam über den Horizont auf die Britischen Inseln zu und mit ihr die Angst. In der Nacht hatte der Killer bisher gejagt, das war auch überaus vernünftig gewesen. Ich sah zumindest die Logik darin, auch wenn das meine und der Pfleger Situation nicht sonderlich zu bessern vermochte. Ich hatte mich überreden lassen, mit Quinn, Rosie, Lily und Lisa im "Pflegeheim", wie es scherzhaft genannt wurde, zu übernachten. Ich musste zugeben, dass mich der Gedanke an mein einsames, dunkles Zimmer nicht gerade gelockt hatte, doch alles war besser als mit Lisa in einem Raum zu nächtigen - was mir leider viel zu spät klar wurde. Sie plapperte den ganzen Abend mit ihrer schrillen Stimme, als wäre dies eine spassige Pyjamaparty, und spätestens mit ihren etwas taktlosen Horrorszenarien über den Tod des Elektrikers verlor sie den letzten Zuhörer. Ich meinerseits litt bereits an Kopfschmerzen und floh in den Gang hinaus. Im Aufenthaltsraum brannte Licht, Lewis, Darren und Jonas sassen auf den Sofas und unterhielten sich gedämpft. Ich setzte mich wortlos auf den erstbesten Platz der mir einfiel: die Armlehne neben Jonas. Er blickte mich einen Moment geheimnisvoll an, dann wandte er sich wieder den anderen beiden zu. "Do you think they'll catch him soon?" "Nay, he seems to be very clever and of course our dear officers are too lazy, they have not had anything like this since they work here", meinte Lewis. Er fuhr sich gähnend mit den Fingern durch die hellrote Mähne, dann grinste er verheissungsvoll. "I'll go to bed now, or I'll be dead tomorrow." Ich lächelte halbherzig und sah Darren und Jonas an, mit der Erwartung, dass sie ebenfalls aufstehen würden. Doch sie fuhren fort mit dem Gespräch. "They must certainly have found something, or at least they will, 'cause nobody is perfect. He'll make mistakes, like people do" brummte Darren. Jonas konterte: "Jack the Ripper blieb auch verschollen." Darren wollte etwas entgegnen, schloss den Mund jedoch, stumm. Jonas sah mir wieder in die Augen, als wollte er meine Meinung hören. Ich überlegte, dann antwortete ich: "Mir war es egal, wann und wie sie ihn fassen. Solange er einen grossen Bogen um Pineforest Stable machte. Aber das hat er nicht getan, also hoffe ich, dass sie ihn schnappen und er in der Hölle schmort." "Woher weisst du, dass es ein 'er' ist?", wollte Darren wissen. "Ich glaube kaum, dass eine Frau genug Kraft gehabt hätte, um den Elektriker niederzuringen... Abgesehen davon wäre eine Frau geschickter vorgegangen und hätte die Leiche gleich verschwinden lassen." Jonas sah mich gespielt böse an und stupste mir in die Seite, ich musste lachen, da ich schon immer zu den eher Kitzligen gehört hatte. Dann schlang er plötzlich seinen Arm um mich, zog mich von meinem Platz auf seinen Schoss und fasste meine Hand. Ich lachte noch immer, versuchte meine Verwirrung zu verbergen. Darren stand auf und murmelte etwas von wegen "Gute Nacht ihr Turteltäubchen" auf Englisch, ehe er grinsend in einem der Zimmer verschwand. Ich protestierte, in der Hoffnung, dass er es noch hören würde. Mir war bewusst, wonach dieses Szenario aussehen musste, doch ich wusste auch, dass Jonas es nicht ernst meinte (das tat er ja anscheinend nie) und ich wollte keine falschen Gerüchte über uns im Umlauf haben. Besonders Lisa fände solch eine Geschichte bestimmt spannend. Ich schauderte bei dem Gedanken. Jonas wollte mich nun hinlegen, indem er mich hochhob. Ich sperrte mich im ersten Augenblick, doch dann gab ich nach. Mein Herz klopfte, trotz all der Zweifel - ich liess mich fallen. Er legte sich ebenfalls hin, Ende des Spiels war, dass wir beide auf dem Sofa ausgestreckt waren, ich an ihn gekuschelt. Ich hatte mich damit abgefunden, mehr noch; ich begann es zu geniessen. Trotzdem da die übliche Vernunftsstimme in meinem Kopf hallte, "Du weisst, das das nichts ernstes ist". Er fragte leise: "Bequem?" Ich nickte. Ich musste zugeben: es war schon warm und angenehm, wie er den Arm um mich legte. Und das sanfte streicheln seiner Finger über meine Hand jagte mir ein Kribbeln quer durch Körper. Wir lagen dort bestimmt eine halbe Stunde, in der zunächst ich ständig prüfend zur Tür starrte, fest entschlossen bei einer Bewegung sofort aufzuspringen. Ich kann das hier jederzeit beenden, und ich werde ihm auch nicht wieder hinterher trauern. Doch auch nach fünfzehn Minuten war kein Lebenszeichen der Tür zu erkennen, also entspannte ich mich vollends. Und dann war der Spuk auch schon vorbei. Aus einem der vorderen Zimmer rief jemand: "Jonas come here, we want to sleep. If you do not, you have to stay outside!" Er zuckte zusammen und ich stand auf, damit er sich aufrichten konnte. Ein letztes Mal durchwuschelte ich seine dunklen Locken, dann liefen wir gemeinsam zum Gang und trennten uns. Etwas wehmütig war ich schon, denn ich hatte es insgeheim sehr genossen, mit dem Ohr auf seinem Brustkorb dem Herzschlag zu lauschen, oder seinen warmen Atem zu fühlen. Doch ich legte mich in eines der leeren Betten, die anderen schliefen bereits, und leerte meinen Kopf von allen Geschehnissen des Tages, ehe ich in einen kurzen, aber tiefen Schlaf sank.
    • Eowin
      Tierarztbericht für Cassiopeia

      Nun war Cassiopeia – genannt Cassy – an der Reihe. Sie war eine wirklich hübsche, erstaunlich zierliche Stute.
      Mit vollkommener Ruhe trottete sie am langen Strick hinter Occu her und ließ sich ohne Stress anbinden. Von meiner Abwesenheit schien sie nur am Rande mitzubekommen.
      Ich begrüßte sie, dann machte ich die Impfungen fertig.
      Bei der Impfung selbst legte sie kurz die Ohren an, quittierte das Ganze aber ansonsten nicht.
      Ich lobte sie, dann wollte ich ihr die Wurmkur verabreichen. Dabei kam ihre sture Seite zum Vorschein: Sie wollte Partout die Zähne nicht voneinander lösen.
      Wie ich es genau schaffte, weiß ich nicht, dennoch war irgendwann die Wurmkur im Pferd und ich hatte mein Ziel erreicht.
      Nun durfte sie wieder in ihren Stall und mein nächster Patient konnte kommen.
    • Occulta
      White Storm

      Sonnenstrahlen wärmten meinen Rücken, als ich mit Lila den Feldweg entlang töltete. Es war Sonntag, kurz nach dem Weihnachtsball. Ein Blick auf die Armbanduhr unterrichtete mich von der Tageszeit – zehn nach zwei Uhr. Es war ein vollgepackter Morgen gewesen. Zwei neue Pferde hatte ich begrüssen dürfen, und morgen würde nochmals eines folgen. Um fünf Uhr war ich aufgestanden, um beim Füttern zu helfen und anschliessend mit den Rennpferden und Jockeys ins Training zu gehen. Kaum war Cantastor wieder abgesattelt und versorgt gewesen, hatte ich Gini auf dem verschneiten Platz bewegt. Es waren sogar immer noch ein paar Flöckchen gefallen, während ich mit ihr Slaloms, Stops und Seitwärtsgänge geübt hatte. Richtig hübsch hatten die weissen Fetzen sich ihren Weg durch den nebligen Himmel getanzt. Danach hatte ich Amor Casdove vom Flughafen abgeholt. Der Pintoaraber hatte wohl einen echten Kulturschock gehabt, als er vom warmen Australien ins verschneite England verfrachtet worden war. Er hatte sich auch entsprechend verhalten und war trotz seiner Winterdecke extrem zappelig gewesen, als hätte es ihm an die Beine gefroren. Ich nahm es dem temperamentvollen Jungspund nicht allzu übel. Er hatte sich in der Box einige Male gedreht und gewiehert, danach war aber auch schon Ruhe eingekehrt. Ich hatte anschliessend Anubis bewegt, der zum Glück einiges ruhiger gewesen war. Nachdem ausserdem auch Donut und Hallu bewegt gewesen waren, hatte ich mich auf den Weg in den Süden gemacht, um meine neue Paint Stute abzuholen. Sie war ein interessantes Projekt, da sie vollkommen militärisch ausgebildet worden war. Ich hatte zwar gute zwei Stunden bis Bristol gehabt, doch die Fahrt hatte sich gelohnt: Echo war bereits mit einigen anderen Pferden angebunden auf dem Parkplatz gestanden, denn sie war nicht das einzige Pferd gewesen, das heute abgeholt worden war. Der alte Bauer, der aufgrund seiner Demenz seine Hobbyzucht aufgeben musste, war etwas verwirrt in Begleitung seiner Tochterzwischen den Pferden und Anhängern hindurch gewuselt und es war ihm sichtlich schwer gefallen zu verstehen, warum seine Pferde weg mussten. Als ich Echo endlich hatte die Rampe hochführen dürfen, hatte ich ihm versichern müssen, dass ich sie weiterhin kavallerietauglich ausbilden würde. Er hatte mir ihr Zaumzeug geschenkt, da sie dieses in der Ausbildung so gut angenommen hatte. Ich hatte beschlossen, ihm diesen Wunsch zu erfüllen und es für mich als Challenge zu betrachten. Nun war die Stute in ihrer neuen Box und lebte sich ein, während ich auf dem Ausritt mit Lila war.
      Mein Mopho summte, ich bremste die Islandstute. "Hey, bist du noch lange weg?", stand auf dem Display, darüber fand ich das Profilbild von Jonas. Ich verneinte und fragte warum, konzentrierte mich dann aber wieder auf Lila. Mein Pferdchen war fleissig heute: kaum nahm ich die Zügel wieder auf, spurtete sie auch schon im Trab los. Die wollige Mähne tanzte dabei im Takt auf und ab. Überhaupt war alles an ihr wollig. Ich hatte sie noch nicht geschoren, da es so schnell so kalt geworden war, doch nun schien es langsam Zeit zu werden. Sie wird sich sonst zu Tode schwitzen, wenn sie so Gas gibt. Der Schnee war bereits wieder am Schmelzen, doch er stand noch immer knöchelhoch. Und für die nächste Woche war ein Schneesturm angekündigt worden. Ich mochte den Schnee, sehr sogar. Und ich mochte es, gemütlich im warmen Wohnzimmer zu sitzen, während draussen der Wind heulte und der Schnee wirbelte. Alles um mich herum lag still und weiss da, nur hin und wieder lösten sich das schmelzende Pulver von einem Ast und hinterliess einen glitzernden Nebel aus Eiskristallen in der Luft. Irgendwo in der Ferne rief eine Krähe, als ich den Weg beim Flussufer erreichte. An einer steil abfallenden Stelle beim Ufer, dort wo Schmelzwasser in den Fluss lief, entdeckte ich einige wunderschöne Eiszapfen. Ich hielt Lila und liess mich zu Boden gleiten, um einen abzubrechen. Den muss ich unbedingt Lewis zeigen! Er behauptet immer noch, dass 'seiner' bei der Reithalle der grösste sei. Ich sah nochmal auf das Display meines Mophos, ehe ich wieder aufstieg. "Wir wollen Schlitteln gehen. Keine Angst - die Pferde sind schon alle versorgt." Ich lächelte kopfschüttelnd und lenkte mein Pferdchen auf den Heimweg.

      Vor dem Nebenstall stieg ich ab und führte Lila unter das Vordach zum Anbinden. Sie stützte entspannt den Huf auf, während ich den Sattel von ihrem Rücken nahm und das lange Winterfell kurz durchbürstete. Ich schäre sie später gegen Abend. Schon kamen Lewis und Jonas um die Ecke. "Ah, you're back! Okay, let's groom Lila and then go, while it's still sunny", rief Lewis freudig. Ich nickte und die beiden halfen mir kurz beim Hufe Auskratzen und Beine Bürsten. Dann brachten wir Lila rein und holten meinen Holzschlitten aus dem Keller. Rosie, Lisa, Elliot, Darren und Oliver standen schon bereit; Quinn war nicht dabei weil sie sich eine Grippe eingefangen hatte. Ajith fehlte ebenfalls, da er keinen Schlitten hatte und sich nicht so geeignet für den Schneesport fand. Die anderen hatten versucht, ihn zu überreden, doch Ajith bleibt hart Granit wenn er sich einmal entschieden hat. Wir liefen los in Richtung Galoppwiese, dann ein wenig südöstlich. Dort gab es, weit vom Hof entfernt, einen grossen Hügel, den ich letztens mit Numair hochgaloppiert war, um dessen Kondition zu verbessern. Es war mühsam, durch den bereits schmelzenden Schnee zu stapfen. Der Weg auf den Hügel kam mir ewig vor. Doch die Mühe lohnte sich: trotz des klebrigen Schnees fuhren die Schlitten schnell. Dumm nur, dass mein Schlitten bei der zweiten Abfahrt einige Meter neben der Piste eine unliebsame Begegnung mit ein paar Felsen erlitt, die hinterhältig unter der Schneedecke schlummerten. Ich landete unsanft im Tiefschnee und der Schlitten sah mitleidserregend aus. Ich sammelte die linke Kufe und das restliche Holzgestell ein und lief damit die Piste hinunter, wo die anderen halb besorgt, halb lachend warteten. Jonas bot mir an, auf seinem Schlitten mitzufahren, was ich nach einigem Zögern auch annahm. Dankbar hastete ich neben ihm den Hügel hinauf, während er den Schlitten zog. Ich setzte mich vorne hin, er sich hinten, da er so besser lenken konnte. Die Abfahrt war turbulent aber lief gut, bis Lewis uns hinauswarf, indem er den Schlitten hinten packte und herumriss. Wir machten ständig solche Spiele beim Schlittenfahren - das machte es um einiges spannender. Ich lag lachend neben dem Gefährt im Schnee und sah zu Jonas, der sich ärgerlich die Mütze ausschüttelte. Schon entdeckte ich das typische, herausfordernde Glitzern in seinen Augen und wir erklimmten den Hügel erneut. Noch einige Male landeten wir im Schnee, und oft revanchierten wir uns an diesem Nachmittag. Ich genoss es in vollen Zügen und das Beste war, dass Jonas und ich ein hervorragendes Team bildeten. Als der Spass schliesslich zu Ende ging, da es bereits dunkel wurde, liefen wir fröhlich lachend und schnatternd zurück zum Stall. Im Pflegerheim liess ich mich erschöpft aber glücklich mit einem warmen Punsch in der Hand auf die blaue Couch fallen. Jonas setze sich neben mich. Wir redeten eine Weile, ehe wir beschlossen, einen Film zu schauen. Doch zuerst mussten die Pferde versorgt werden. Ich trank aus und zog mich wetterfest an. Es war sechs Uhr und dunkel draussen, ausserdem kam ein starker Wind auf, der eisig durch meine Jacke zog.
      Ich stampfte durch den bloss noch knöchelhohen Schnee zu den Weiden, wo ich Pina und Indiana auf halfterte. Die beiden liefen zügig und aufgeregt schnaubend neben mir den Weg hinauf, offenbar spürten sie den herannahenden Sturm. Ich liess, im Hauptstall angekommen, Diana los, damit sie selber in ihre Box laufen konnte. Währenddessen brachte ich Pina in die ihrige. Auch Jonas kam gerade mit Caprice und Crack angelaufen. Beim Zurückgehen schob ich auch Dianas Tür zu und warf einen Blick in die Box von Cassy, die bereits nass, aber zufrieden am Heu knabberte, dann lief ich erneut los um zwei weitere Stuten zu holen. Beim Eingang wich ich Ajith aus, der Kierka und Blüte hineinführte. Auf dem Weg zu den Weiden hielt mich Lisa auf um zu fragen, wann die Pfleger füttern sollten. Sie schaffte es kaum, Paint und Gray ruhig zu halten. Paint stand breitbeinig da, den Kopf hoch erhoben, und sog hin und wieder geräuschvoll Luft ein. Gray stand mit gespitzten Ohren daneben. Ich beschloss, dass wir das Füttern und Misten gleich erledigen sollten und anschliessend um neun nochmals Heu geben und Kontrolle machen würden. Lewis hatte inzwischen auch Sumerian geholt. Ich kümmerte mich also noch um die letzten beiden, Shio und Pointless. Doch auf dem Weg schüttelte Point die ganze Zeit heftig den Kopf und riss am Strick. Ich massregelte sie mehrfach, Wirkung zeigte es bei der sensiblen Stute kaum. Im Gegenteil: kurz vor dem Hauptstall nahm sie einen gewaltigen Satz in meine Richtung und warf mich beinahe um, sodass ich sie loslassen musste, um nicht überrannt zu werden. Knapp gelang es mir, Shio zu halten. Die gepunktete Stute hingegen raste im gestreckten Galopp zurück in Richtung Weiden. "Spinnvieh!" Ich fluchte vor mich hin und brachte Shio schleunigst in die Box, um gleich darauf ein paar Pfleger zusammenzutrommeln und Pointless zu suchen. Mittlerweile stürmte es fast schon, und es schneite. "Na toll, sie haben den Sturm doch erst für Montag angesagt!", beschwerte sich Lisa. Ich beachtete sie nicht und kniff die Augen zusammen, damit keine Schneeflocke hineingeweht wurde. Ich lief zielstrebig in Richtung Fohlenweide, denn dort vermutete ich die ausgerissene Stute. Die anderen folgten mir. Tatsächlich stand Pointless beim Zaun und sah uns entgegen, doch als wir zu nahe kamen, drehte sie ab und bewegte sich im Stechtrab weiter den Weg hinab. "No chance, she'll run to the field if we try to chase her. We have to block the way down there", rief ich durch den Wind und deutete auf das Ende des Weges zwischen den letzten beiden Weiden. Lewis und ich rannten in einem Bogen über die Weiden nach unten, indem wir uns unter den massiven Holzzäunen hindurch zwängten. Point beobachtete uns hin und wieder misstrauisch, dann wiederum sah sie zu Lisa und Ajith hoch. Als wir unten ankamen, streckten Lewis und ich die Arme aus und blockierten den Weg, von Zaun zu Zaun. Dann trieben wir die aufgewühlte Stute langsam nach oben zu Ajith. Er schaffte es schliesslich, ihr noch immer am Halfter baumelndes Seil zu fassen und ihr zusätzlich einen Strick um den Hals zu legen. Gemeinsam führten wir Pointless in den Stall, was diesmal bis auf einige grunzende Seufzer ihrerseits ereignislos verlief. Als sie endlich in der Box war, atmete ich auf. Wir waren alle vier Total durchnässt und zerzaust vom Wind, der draussen gerade erst seine volle Kraft zu entwickeln schien.
      Wir fütterten die ungeduldig schnaubenden Pferde rasch und säuberten die Boxen, danach machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Pflegerheim. Kaum waren wir da, legte der Sturm richtig los. Es flitzten eine Menge weisser Flocken am Fenster vorbei und der Wind heulte durch die Spalten des Hauses. Drinnen war es dafür umso gemütlicher: die Heizung lief auf Hochtouren und es wurden bereits Decken und heisser Tee verteilt. Ich zog die Jacke aus und stellte fest, dass nicht nur meine Haare, sondern auch meine Hosen durchnässt waren. Ich wickelte mich daher rasch auf dem Sofa in eine der Decken ein und liebäugelte mit einer blauen Tasse auf dem Tisch vor mir. Mit einem federnden Aufschlag liess sich Jonas neben mich fallen, wie ich es mir insgeheim erhofft hatte. Wir starteten den Film und verdunkelten den Raum. Es dauerte nicht lange, da fühlte ich eine Hand sich um meine Schulter legen, und eine sanfte Kraft zog mich weiter nach links. Ich liess es zu, bis ich mit dem Kopf an seine Schulter gelehnt war und wagte es nicht, aufzusehen. Als ich es doch tat, sah er mich mit solch einer Herzlichkeit an, dass ich mir ein glückliches Lächeln unmöglich hätte verkneifen können. Ich liebte seine tiefgründigen Augen, seine feinen und doch kantigen Gesichtszüge und das wollene Haar - alles an ihm war in diesem Moment wundervoll und ich vergass die schmerzenden Monate der Kälte und Nüchternheit. It's so silly, sagte ich zu mir selbst, but if this was a dream, I would never want to wake up. Die Zeit ging viel zu schnell vorüber. Und so kam das unweigerliche Ende der zärtlichen Liebkosungen. Still hatten wir unser Glück für ein paar Stunden gehabt, und ebenso schnell war es wieder vorüber. Das Licht ging an, unsere Wege trennten sich bei den Schlafzimmertüren. Ich lag noch lange wach, während draussen der Sturm an den Schindeln zerrte und alles in Dunkelheit tauchte. Wie wird es wohl morgen sein? Harmonischer Sonnenschein, oder Verwüstung?
    • Abajo
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      Heute an diesen schönen Sommertag war ich auf dem Weg zum Stall von Occu, weil sie mich darum gebeten hatte, die Hufe 3 ihrer Pferde anzuschauen. Als ich mein Auto über den Hof lenkte, sah ich sie auch schon winken und ich musste unwillkürlich lächeln. An so einem sonnigen Tag war wohl jeder gut gelaunt. „Hey Occu!“, begrüßte ich sie, nachdem ich das Auto geparkt und zu ihr gegangen war. „Wer erwartet mich denn Heute?“ Occu führte mich in den Stall, wo auch schon das erste Pferdchen stand, eine schicke Palomino Vollblutstute. „Das hier ist Cassiopeia, danach habe ich noch 2 Hengste, Spottet Timeout und Circus Dancer.“ Occu kraulte der jungen Stute den Nacken, während sie mir dabei zusah, wie ich meine Werkzeuge aus der Tasche nahm. „Sehr gut, dann haben wir ja einiges zu tun und fangen am besten gleich an!“ Voller Tatendrang begrüßte ich Cassiopeia dann erst mal, indem ich ihr ein kleines Stückchen Karotte gab. Während sie dieses dann gleich runterschlang, stellte ich mich neben den linken Vorderhuf der Stute und schnalzte mit der Zunge, zeitgleich führte ich meine Hand das Bein hinab. Brav hob die Stute ihren Huf und ich legte ihn auf meinem Oberschenkel ab. Dann begann die eigentliche Arbeit, die ich immer so gewissenhaft wie möglich erledigte. Zuerst verschaffte ich mir einen ersten Einblick über den Zustand des Hufes und bearbeitete diesen dann mit der Hufzange, indem ich die zu lange Hufwand entfernte. Nach dem Zurechtkürzen entfernte ich abgestorbene Sohle und ein abstehendes Stück vom Hufstrahl. während ich als letztes noch die Unebenheiten und Kanten herausraspelte, genoss die Stute unbeeindruckt die Zuwendung von ihrer Besitzerin Occu. Ein letzter Blick auf den Huf und dann ließ ich ihn vorsichtig herabsinken. Die anderen 3 Hufe konnte ich genau so problemlos bearbeiten und war dann schließlich mit der Stute fertig. „So, dann kommen wir zum ersten Hengst!“, meinte ich motiviert und gab der Stute noch einen leichten Klaps auf den Po, als Occu sie wegführte. Wenig später brachte sie den Hengst Spotted Timeout zu mir und hängte 2 Stricke links und rechts an sein Halfter. „Ah, deshalb also Spotted Timeout!“ Fasziniert betrachtete ich die Färbung des Hengstes und begann dann mit meiner Arbeit. Ich stellte mich neben den ersten Vorderhuf und schnalzte dann mit der Zunge, worauf der Hengst das Bein hob und mir so seinen Huf anbot. „Du hast ja echt gut erzogene Pferde.“, erwähnte ich nebenbei, als ich mich um den ersten Huf kümmerte. Geübt kürzte ich erst die Hufwand um etwa 1-2 Zentimeter und dann bearbeitete ich die Sohle und den Hufstrahl mit dem Hufmesser. Beim Raspeln der uneben Stellen fiel mir dann auf, dass ich noch ein kleines Stückchen von der Hufwand wegnehmen könnte, weshalb die Zange nochmal zum Einsatz kam. Dann aber war ich vollkommen zufrieden und raspelte die korrigierte Stelle glatt. Auch bei den anderen 3 Hufen zeigte sich der Hengst von der angenehmen Seite und ich konnte flott und gründlich die Hufe kürzen, ausschneiden und raspeln. „Alle guten Dinge sind drei.“ Ich bat Occu um den letzten Hengst und reinigte meine Werkzeuge, während sie Spotted Timeout wegbrachte und mit einem Schimmel zurückkam. „Das hier ist Circus Dancer, er ist auch eher einer von den freundlichen, kann aber auch mal frech sein.“, klärte sie mich auf. „Frech? So schaut er gar nicht aus.“ Schmunzelnd streichelte ich dem Hengst über den Hals und fing dann auch schon mit der Arbeit an. Ich platzierte mich neben das linke Vorderbein und schnalzte mit der Zunge. Als der Hengst den Huf nicht hob, führte ich zusätzlich noch meine Hand von der Schultern zum Huf hinab. Dieses mal hörte Circus Dancer und bot mir brav seinen Huf an, den ich dankend annahm und auf meinem Oberschenkel platzierte. Auch hier konnte ich ungestört meiner Arbeit nachgehen. Ich kürzte den Huf, schnitt ihn aus und raspelte ihn dann noch, um die Feinheiten zu erledigen. Bei den anderen Hufen wieherte der Hengst zwischendurch, sodass sich sein ganzer Körper anspannte und ich kurz eine Pause einlegen musste. Draußen wurde ein Pferd vorbeigeführt, weshalb der Hengst nun etwas ungeduldig wurde und mir den letzten Huf beim Raspeln entzog und auf den Boden stampfen ließ. „Ist guuut, wir sind ja gleich fertig.“, versuchte ich ihn dazu zu überreden, mir den Huf nochmal zu geben. Als er schließlich nachgab, wartete er meine Arbeit noch kurz geduldig ab und gerade als ich den Huf zurück auf den Boden ließ, setzte er wieder zum Wiehern an. Occu blickte kurz nach draußen und erklärte mir dann, dass wohl einer seiner Freunde draußen sein musste. „Na wenn es sonst nichts ist.“, meinte ich lachend und räumte mein Werkzeug zurück in die Tasche, während Occu Circus Dancer wegbrachte. Dann bedankte sie sich noch für mein Kommen und begleitete mich nach draußen zu meinem Auto. „Bis zum nächsten Mal!“, rief ich der winkenden Occu zu, als ich mein Auto rückwärts aus der Auffahrt lenkte.​
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    • Occulta
      Of Sudden Deaths and Pointed Beasts

      Als ich am Morgen aufwachte, oder eher feststellte, dass ich noch immer wach war, fielen gerade die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster. Ich beschloss, dass Weiterschlafen keinen Sinn hatte und zog mich an. Im Kühlschrank stand noch eine angefangene Schüssel Birchermüsli, welche ich mir gleich schnappte. Nach diesem göttlichen Mahl verliess ich das Haus in Richtung Hauptstall und half, die erste Kraftfutterportion vorzubereiten. Danach ging ich zu Shio, die mir noch bis Woche zugeteilt war. Die Cremellostute sah mich mit verschlafenen, blauen Augen an und spitzte die Ohren, als ich die Box betrat. Ich streichelte sie zur Begrüssung, dann zog ich ihr das grüne Halfter vor ihrer Box über und führte sie nach draussen. Im Sommer putzten wir die Pferde gerne im Innenhof des Stalls. Ich befestigte den Strick an einem der vielen Halteringe und begann, das weisse Fell gründlich zu bürsten. Sie hatte einen gelben Fleck am Po, da half alles Schrubben nichts. Ich griff zum Schwamm und bearbeitete den Fleck mit Wasser, so bekam ich ihn beinahe weg. "Weisse Pferde", murmelte ich liebevoll, und klopfte Shio uf den Hals. Mein Geisterpferdchen drehte sich neugierig um und beknabberte meine Hand. Die rosa Lippen verzogen sich in die Länge, als ich ein Karottenstück hinstreckte. Quinn war mit Cassy schon fast fertig, also beeilte ich mich mit dem Satteln. Dann stiegen wir alle auf. Blütenzauber, Capri, Cassy und Shio stampften nun im Entenmarsch zur Galoppbahn. Ich ritt heute das erste mal mit Shio bei den richtigen Trainingsgruppen mit, denn die junge Stute war noch mitten in der Ausbildung. Bisher war sie vor allem Longiert und getrabt worden. Auch Cassy war noch nicht allzu lange regelmässig in den Fortgeschrittenen Gruppen, aber sie hielt schon gut mit. Wie immer wärmten wir die Pferde auf der Galoppbahn auf, ehe wir auf die Grasbahn wechselten. Kaum trabte Blüte, die zuvorderst war, an, da dampfte Shio schon los und wollte nach vorne drängeln. Sie war es sich eben noch nicht gewöhnt in der Gruppe zu laufen und dementsprechend heiss. Ich massregelte sie mit einigen Paraden und konnte sie so knapp halten. Cassy, direkt vor uns, schlug zu allem Überfluss auch noch zickig mit dem Schweif, als wir zu nahe kamen. Ich spürte förmlich wie Shio zerknirscht den Hals steif machte und sich erneut auflud, als ich mit ihr schimpfte und sie so schliesslich vorerst ruhig stellte. Wir kündigten uns gegenseitig jeden Tempowechsel durch Zurufen an, wie immer. Irgendwann rief April “Canter!“ nach hinten, woraufhin alle in einen ruhigen Galopp wechselten. So jedenfalls die Theorie, doch Shio hielt davon reichlich wenig. Sie nahm einen Satz nach vorne, den ich kaum abfangen konnte und auf den Cassy mit den Hinterhufen reagierte. Sie traf Shio vorne bei der Brust und beim Vorderfusswurzelgelenk, sodass die junge Stute erschrocken stieg. Ich balancierte die Bewegung geschickt aus und hielt Shio auf der Stelle. Dann stieg ich ab, um die getroffenen Stellen rasch abzutasten. Vorher gab ich den anderen das Okay, dass sie weiterreiten sollten. Ich fand keine Verletzungen, und auch als ich sie kurz im Trab ein paar Meter führte, war am Gangbild nichts ungewöhnlich. Erleichtert stieg ich wieder auf und ritt in grossem Abstand zu den anderen im Trab auf der Bahn. Die anderen Bogen schliesslich auf die Grasbahn, um dort noch einige Sprints zu wagen. Shio und ich blieben jedoch auf der Galoppbahn und bauten noch etwas Kondition auf. Sie verhielt sich die restliche Zeit viel ruhiger, offenbar war sie noch etwas verwirrt von dem Tritt. Schliesslich war das auch fast wie eine Massregelung von Cassy, denn sie ist die ältere und die Kleine wollte sich vordrängeln, dachte ich amüsiert. Nach einer halben Stunde ritt ich im Schritt zurück zum Hauptstall und sattelte die Stute ab. Sie hatte recht geschwitzt, da es trotz der frühen Morgenstunde schon ziemlich warm war und sie ja noch kaum Kondition hatte. Ich wusch die verschwitzten Stellen mit einem Schwamm, da ich sie nicht schon wieder ganz waschen wollte, dann ging ich mit ihr an der Hand grasen, bis sie trocken war. Sie würde gegen Abend noch auf die Weide kommen, wenn es nicht mehr so viele Insekten hatte. Ausserdem war die rosa Haut der Stute empfindlich auf die starke Sonne. Deshalb brachten wir im Frühling und Sommer grundsätzlich alle hellhäutigen Pferde erst abends raus. Zuletzt versorgte ich Shio in die Box und half anschliessend den Pflegern beim Misten. Mittlerweile waren auch Blüte, Cassy und Capri zurück. Capris Fell glänzte so wunderschön, als sie im Innenhof geputzt wurde. Die Fuchsstute hatte sich prächtig entwickelt und strotzte nur so vor Energie. In zwei Wochen würde sie wieder an einem Rennen in Brighton starten, von dem wir uns viel erhofften.


      Nach dem Misten kümmerte ich mich zugegebenermassen etwas widerwillig um Pointless. Nach der Geschichte mit dem Schneesturm war ich vorsichtiger mit ihr umgegangen. Nur Oliver und ich persönlich arbeiteten im Moment mit ihr, alles andere war zu riskant, denn die Stute hatte sich als echte Knacknuss herausgestellt. Als Fohlen war sie zwar zickig und schreckhaft gewesen, jedoch nie böswillig, denn man hatte ja auch nie etwas von ihr verlangt. Nun jedoch, da das leichte Weidenleben vorüber war und der Spass zunehmend dem Ernst wich, wehrte sie sich mit aller Kraft gegen jeglichen Druck. Man brauchte viel Geduld und Konsequenz im Umgang mit ihr, denn bei jedem Fehlschlag, so kam es mir vor, lernte sie ein Stück mehr, dass sie Kraft hatte. Besonders gefährlich war es letzte Woche gewesen, als Oliver mit ihr spazieren gegangen war und sie beinahe auf die Landstrasse gerannt wäre. Seither hatten wir das Training nur auf dem Hof fortgeführt. Seufzend band ich die Stute an und putzte das gepunktete Fell rasch. Sie war kaum schmutzig, also hatte ich nicht viel zu tun. Danach führte ich sie auf eine der leeren Weiden, denn so war sie für den Fall der Fälle eingezäunt. Ich arbeitete mit Pylonen, einem Flattervorhang und Blachen, um irgendwie das Vertrauen der Stute zu gewinnen. Es klappte sogar erstaunlich gut, heute war sie anscheinend freundlich gestimmt. Vielleicht lag es auch am Knotenhalfter, durch das ich etwas mehr Einwirkung hatte. Ich machte eine dreiviertel Stunde lang Bodenarbeit, allerdings mit kleinen Pausen, in denen sie im Schatten eines Baumes grasen durfte.


      Gerade als ich zusammenräumen wollte, kam Ajith über den Feldweg gehastet. “Heh Occu, Phone for you!“ Erstaunt nahm ich unser Stalltelefon entgegen, dass er extra von der Sattelkammer hier runtergetragen hatte. Bei einem knappen Gespräch erfuhr ich, dass Shio’s Besitzer, der Japanische Geschäftsmann, letzte Woche überraschend verstorben war. Es sei noch unklar, was jetzt mit dem Pferd geschehe, man werde uns weiter informieren. Toll, und jetzt? Nachdenklich folgte ich Ajith mit Pointless im Schlepptau zum Hauptstall, wo ich erst einmal das gepunktete Ungeheuer versorgte. Danach erzählte ich Oliver und ein paar anderen, die neben ihm standen, was ich erfahren hatte. Oliver runzelte die Stirn. Keiner war wirklich betroffen, denn wir hatten den Mann kaum gekannt. Er war bloss einmal zu Besuch gewesen um Shio’s Fortschritte zu sehen. Die Stute selbst war hingegen allen ans Herz gewachsen und man wollte sie nicht mehr hergeben, da waren sich alle einig. Nach einer Weile meinte Oliver scherzhaft: “Now we know why he didn’t pay last Monday“ Da hatte ich einen blendenden Einfall. “Exactly, he didn’t pay, so they can give us the horse instead of the money he owes us!” Ich bekam viel Zustimmung, allerdings äusserte Lily ihr bedenken, dass Shio ja deutlich mehr wert sei al seine Monatszahlung. Lewis lachte und meinte: “We’re talking about judges; they hardly even know what a spur is! So they can never discern between a cheap nag and a precious thoroughbred” Ich schmunzelte und stimmte zu, dass man es versuchen sollte. Als ich am Abend desselben Tages schliesslich anrief und den Vorschlag machte, waren alle Beteiligten einverstanden und froh, ein Problem mehr gelöst zu haben. Und ich war froh, Shio von nun an ganz nach meinen Vorstellungen trainieren zu können.
    • Eddi
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      Heute ging es für mich auf die Pineforest Stables. Es war schön, Occulta und ihre Vollblüter mal wieder zu sehen, dementsprechend motiviert machte ich mich auch auf den Weg zu diesem Termin.
      Eine halbe Stunde fuhr ich und dann war ich auch schon da. Occulta empfing mich herzlich und führte mich in den Stall. Wir begannen mit Moon Kiddy, einer hübschen Criollostute, welche uns neugierig aus ihrer Box entgegen schaute. Occulta halfterte sie auf und führte sie aus der Box, denn zuerst wollte ich von Moon gerne Schritt und Trab sehen.
      Nachdem ich mir ein Bild von ihrem Bewegungsapparat gemacht hatte, konnte ich mit der Untersuchung weitermachen. Hierzu schaute ich zuerst in Ohren, Augen und Maul. Alles war bestens und Moon sah mich neugierig an. Also hörte ich Herz und Lunge ab, ehe ich die Stute noch gründlich abtastete und die Temperatur kontrollierte.
      "Perfekt", meinte ich lächelnd zu Occulta und desinfizierte eine Stelle am Hals, denn für Moon gab es jetzt schon die beiden Impfungen Influenza und Herpes. Diese würde sie für die Körung gebrauchen. Danach musste sie noch die Wurmkur schlucken und dann waren wir auch schon fertig.

      Als nächstes stand Cassiopeia auf dem Plan.
      Es war schön zu sehen, was aus meiner kleinen Stute geworden war und sie machte PFS alle Ehre. Auch war sie im Umgang ein Engel und ließ sich vorbildlich von Occulta vorführen. Ihre Gänge waren klar und locker, dementsprechend schien sie unter keinen Verspannungen zu leiden. Wie für ein Vollblut typisch lief sie sehr federnd neben ihrer Besitzerin her und Occulta hatten Mühe, mitzuhalten.
      Dann ging es für Cassiopeia wieder an den Putzplatz, wo Occulta sie anband und ich mit der Untersuchung begann. Die Augen waren klar und die Zähne standen in Reih und Glied, einwandfrei also. Nun hörte ich Cassiopeia noch ab, tastete sie gründlich ab und kontrollierte die Temperatur.
      Auch Cassiopeia war von oben bis unten fit und konnte nun geimpft werden. Sie erhielt ebenfalls zwei Impfungen und dann war sie auch schon fast fertig. Nur noch die Wurmkur und auch Cassiopeia durfte zurück in ihre Box. Ich erneuerte noch die Impfpässe und verabschiedete mich dann auch schon wieder von Occulta.
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  • Album:
    Pensionspferde (Gnadenweide)
    Hochgeladen von:
    Occulta
    Datum:
    2 Aug. 2014
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  • Offizieller HG

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    Vom: Trader Joe

    Vom: Pharlap

    Vom: Night Raid
    Aus der: Entreaty


    Aus der: Far Cry


    Vom: Faszination
    Aus der: Fantastic Sweetness


    Aus der: Manchester's Memory

    Vom: Mr. Manchester

    Aus der: United
    Vom: Marokko

    Aus der: Desecration Smile


    Von: Hack (xx)


    Vom: Hurt Me (xx)
    Aus der: Lousianna (xx)


    Aus der: Dajiena (xx)


    Vom: Londontime (xx)
    Aus der: Darling (xx)

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    Rufname: Cassy
    Geburtstag: unbekannt
    Alter: 6 Jahre
    Stockmaß: 1.62 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Palomino
    (ee,ff,Aa,Crcr)
    Abzeichen: Laterne, 4x hochweiss gestiefelt
    Gesundheit: sehr gut


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    stur, lernfreudig, ruhig, verlasspferd


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    In Cassiopeia wurden der Ehrgeiz ihrer Mutter und die Disziplin ihres Vaters vereint, so dass eine vielversprechende Stute das Licht der Welt erblickte. Cassiopeia ist äußerst lernwillig und eifrig mit dabei, doch ab und an versucht sie noch ihren Sturkopf durchzusetzen. Dennoch merkt man das ruhige und zuverlässige Wesen ihres Vaters, welches immer mehr an die Oberfläche hervordringt. Wir sind schon sehr gespannt, wie das weitere Training mit der Stute aussehen wird. Die idealen Voraussetzungen für ein Profi-Rennpferd besitzt sie, sowohl vom Exterieur als auch vom Interieur her.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Carisi, Grossgemalt by Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Ja
    Nachkommen: PFS' Counterfire, PFS' Cupid (mit Leihmutter), PFS' Vivo Capoeira (mit Leihmutter)
    Decktaxe: nicht leihbar!


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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Galopprennen, Springen
    Eingeritten: Ja


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    [SK 432]
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    [SW407]
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    1. Platz 306. Dressurturnier
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    2. Platz 301. Springturnier
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    1. Wintercup Youngster - 2. Platz


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    Cassy's Spind