Occulta

• Arctic Blue, AMH ♂

Hengst | Silver Dapple

• Arctic Blue, AMH ♂
Occulta, 27 Apr. 2013
    • Occulta
      Tag der Auktion 07.10.2012

      Als ich heute Morgen aufwachte, wunderte ich mich zunächst über die weisse Decke meines Zimmers. – Mein Zimmer hat doch eine gelbe Decke! – dann fiel es mir wieder ein. Wir sind ja schon umgezogen! Sofort stand ich auf und öffnete das Fenster. Die Vögel zwitscherten vom Pinienwald her. Ein herrlicher morgen. Dann sah ich auf den Terminkalender neben meinem Bett. Der heutige Tag war rot umkreist und es stand ganz klein "Auktion" darunter. Heute war die Vollblut Auktion, bei der ich mir erhoffte, ein paar zukünftige Renn- und Zuchtpferde zu kaufen. Wenige Minuten später hatte ich gefrühstückt und öffnete die Haustüre. Mein Mann schlief noch – kein Wunder die Auktion war erst am Nachmittag. Ich beschloss erstmal noch eine Runde Boden Arbeit mit Daki und Sunset zu machen. Da fiel mir plötzlich ein: heute um 11 Uhr würden ja noch die neuen miniature Pferdchen kommen! Mein Mann hatte die beiden auf dem Weg zur Arbeit bei einer kleinen Privatzucht entdeckt und sich sofort in sie verliebt. Da wir ja nun genug Platz hatten, hatte ich zugestimmt die beiden zu übernehmen. Allerdings wollte mich mein Mann überraschen und verriet mir deshalb noch nicht, wie sie aussahen. Wie auch immer; ich lief nun in den Nebenstall wo mich Daki schon ungeduldig begrüsste. Es war ein Ritual, dass sie jeden Morgen als erste raus durfte. Ich nahm ihre Halfter vom Haken der Boxentür und öffnete die Box. Sofort kam sie mir entgegen und prüfte, ob ich auch genügend "Proviant" dabei hatte. Zufrieden schnaubte sie und ich zog ihr das Halfter über. Dann holte ich gleich noch Sunset aus der nachbars Box und band beide nebeneinander auf dem Innenhof des Hauptstalls fest. Zuerst striegelte ich beide gründlich durch, dann ging ich mit der Glanzbürste über’s Fell, bis beide wieder schön glänzten. Schliesslich kratzte ich noch die kleinen Hüfchen aus und löste die stricke wieder. ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es schon viertel nach zehn war. Ich führte Daki und Sunny auf den grossen Aussenplatz. Dort begann ich ein paar Zirkus Lektionen mit ihnen zu üben. Eine halbe Stunde später war Miss Mini Daki fünf Mal abgehauen und auf die galoppbahn gerannt, ich jeweils fluchend hinterher, Sunset hatte gelernt zu steigen, was sie nun jedes Mal tat, wenn ihr etwas nicht passte, und Daki hatte nun endgültig genug, weshalb ich sie beim letzten Ausflug in ihrer Boxe beim Heufressen fand. Nach diesem wunderbaren durcheinander war ich völlig kaputt und wollte schon zurück ins Haus als ein Anhänger auf den Parkplatz fuhr. Ach ja die zwei mini Pferdchen! Ich lief auf den Mann zu der gerade ausgestiegen war und die Rampe des Transporters öffnete. "Guten Tag, haben die beiden die Fahrt gut überstanden?" Er grunzte nur ein knappes "Ja" und führte die Minis die Rampe runter. Dann verabschiedete er sich wieder und fuhr davon. Ich betrachtete die beiden neugierig. Der eine war ein kleines windfarbenes Hengstchen, die andere eine braune Stute. Beide liefen schön brav mit als ich sie in die boxen auf der Weide führte. Das Hengstchen bekam eine eigene grosse Weide, das Stütchen stellte ich daneben, später holte ich dann Daki und Sunset dazu. Sie würden sich vorläufig die Weide teilen. Neugierig beschnupperten sie sich, und das Stütchen – Chocolate Chip war ihr Name – quickte ab und zu aufgeregt. Auch mit Arctic Blue, dem Hengstchen mit den ausgesprochen guten Manieren, verstanden sie sich durch den Zaun super. Zufrieden lief ich zurück zum Haus.
      Nach dem Mittagessen fuhren ich und mein Mann zur Auktion. Es waren nicht so viele Leute da wie erwartet, was ein gutes Zeichen war. Wir Namen Platz auf der kleinen Tribüne in der Auktionshalle und warteten gespannt auf das erste Pferd. Bis zur Pause gefiel mir eigentlich kein Pferd so richtig. In der Pause selbst liefen wir ein wenig zwischen den parkenden Transportern umher und sahen uns die Pferde an. Ein fast gänzlich weisses Fohlen stach mir sofort ins Auge. Ich war fasziniert von seinem eleganten Körperbau, dem schneeweissen Fell und den kleinen schwarzen Punkten auf dem Kronenrand der Hufe. Seine Augen blickten klar und freundlich, und es schien überhaupt nicht aufgeregt. Ich besprach mich kurz mit meinem Mann, dann stand fest: dieses Fohlen wollten wir kaufen. Zurück auf der Tribüne beobachteten wir eine Apfelschimmel Stute, die fast schon über den Hallenboden schwebte. "Nummer 17: Iskierka". Alle schienen begeistert von ihr und es wurde ein Gebot nach dem anderen gemacht. Plötzlich ertönte das Geräusch eines Traktors hinter der Halle. Sofort stieg die Stute, schlug nach allen Richtungen aus, riss sich los und rannte quer durch die Halle. Der Führer lag am Boden und hielt sich mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht das Bein und Iskierka wäre beinahe noch über ihn drüber gerannt. Ich hatte noch nie ein Pferd so toben sehen. Und ich war anscheinend nicht die einzige; fast sämtliche Bieter zogen ihre Gebote augenblicklich zurück und der Besitzer der Stute sah enttäuscht zu Boden. Anscheinend hatte er gehofft, sie würde sich ausnahmsweise benehmen. Ich wechselte einen kurzen Blick mit meinem Mann. Wir hatten beide gesehen, dass sie schwierig im Umgang war, jedoch auch, dass sie grosses Rennpotential hatte. Entschlossen hob ich die Hand und bot für sie. Es bot niemand sonst mehr mit, also bekamen wir sie für einen Schnäppchenpreis. Dann, drei Nummern weiter, kam der nächste unserer Favoriten: eine braune Stute namens Felicita. Auch sie schien etwas unsicher und zuckte einmal zusammen, als jemand seine Jacke auszog. Aber als es dann still in der Halle war, zeigte sie ausgezeichnete Gänge und folgte brav. Diesmal war es nicht so leicht mit zu bieten, aber da wir Iskierka so günstig bekommen hatten, konnten wir nun mehr bieten und bekamen sie schlussendlich doch noch. Nun warteten wir nur noch auf das weisse Fohlen. Mein Herz machte einen Hüpfer als sein Name verkündet wurde. A Winter’s Day – gar nicht so schlecht. Wir boten eifrig und bekamen dann endlich den Zuschlag. Nach der Auktion verluden wir die neuen Pferde. Iskierka wollte zuerst partout nicht einsteigen, deshalb luden wir zuerst die anderen ein, in der Hoffnung dass sie es ihnen gleichtun würde. Winter stieg wie ein Musterknabe ein und auch Felicita folgte, jedoch etwas zögernd. Dann starteten wir einen neuen Versuch mit Iskierka. Es war deprimierend zu sehen, wie die schöne Stute stieg und austrat. Am Ende schafften wir es mit sehr viel Geduld, Ruhe und der Hilfe von 3 anderen Leuten sie doch noch ein zu laden. Dann fuhren wir endlich in den Stall zurück. Beim Aussteigen sprang Iskierka unkontrolliert aus dem Transporter, verletzte aber zum Glück niemanden. Ich führte sie, während mein Mann Felicita und das Fohlen führte. Ich hatte den ganzen Weg einen richtigen Kampf mit der Schimmelstute, denn sie versuchte immer wieder zu drängeln, zu steigen und sich loszureissen. Endlich in der Stallgasse angekommen stellte ich sie in die Boxen neben Stromer und Sunday. Wie erhofft beruhigte sie sich neben Sunday ein wenig, denn er strahlte viel Ruhe und Gelassenheit aus. Felicita kam in die Box neben Iskierka, damit ich die beiden, immerhin Vollblut Hengste, nicht zu sehr herausforderte. Denn mit viel Training hatte ich die beiden daran gewöhnt, dass Stuten neben ihnen standen, ohne dass sie gleich die Box auseinander nahmen. Die Neuankömmlinge wurden sofort neugierig durch die Gitter beschnuppert. Winter brachte ich zu den anderen Fohlen auf die Weide. Am Abend zählte ich meine blauen Flecken von Iskierka, war aber, wenn ich so darüber nachdachte, eigentlich doch glücklich sie vermutlich sogar gerettet zu haben. Wer weiss, was sonst mit der hübschen Stute passiert sein würde?
    • Occulta
      Sammelpflegebericht für alle Pferde: Ein typischer Arbeitstag. 09.11.2012

      Heute war wiedermal ein purer Arbeitstag: zuerst eilte ich zu den Weiden um bei Daki, Sunset und Chip die Weideboxen auszumisten, ausserdem um Wasser und Raufutter nachzufüllen. Neben mir hüpfte meine neue Jack-Russel Hündin Jacky ungeduldig auf und ab. Ich hatte sie mit acht Wochen von der Züchterin abgeholt, was eher früh war, aber sie war jetzt mit 10 Wochen schon neugierig und in keiner Weise ängstlich. Sie hatte sich gut eingelebt und tapste mir brav hinterher. Allerdings hatte sie eine kurze Leine an, damit ich sie anbinden konnte, wenn ich zu den Pferden ging. Ich wollte ja nicht, dass sie getreten wurde. Die drei mini Stütchen bekamen noch etwas dünnere Decken, denn es war wieder etwas wärmer geworden (trotzdem wollte ich nicht, dass sie zu viel Fell bildeten). Als ich die Weide verliess, um zu den beiden mini Hengstchen zu gehen, wollte mir Daki schon hinterher laufen. Ich sagte amüsiert zu ihr: „Zu den Hengstchen kommst du besser nicht mit. Aber…“ nach kurzem Zögern gab ich ihrem treuen Blick nach und öffnete das Weidetor so weit, dass nur sie hinausschlüpfen konnte. Ich wusste genau: Miss Mini Daki kam überall mit mir mit wie ein Hund. Auch ohne Seil. Und wenn sie abhauen würde, dann eh in die Futterkammer. Ich band Jacky vom Weidepfosten los und sie beschnupperte Daki sofort neugierig. Als ich zu den Hengstchen reinging, begann Daki entspannt aussen am Zaun zu grasen, während Jacky ihr zwischen den Beinen hindurch flitzte. Ich machte mir keine Sorgen um sie, weil Daki ja klein war und die Hufe vorsichtig aufsetzte. Ich kümmerte mich nun um Blue und Prinz. Die beiden hatten sich seit Prinz‘ Ankunft prächtig verstanden und dösten oft entspannt nebeneinander. Ich mistete zuerst wieder die Box und streute neues Stroh rein, dann legte ich noch einen Heuhaufen hin und füllte die beiden Wassereimer wieder auf. Jeder hatte einen eigenen, damit sie auch sicher genug tranken. Dann zog ich auch ihnen die leichteren Decken an und lief anschliessend zu den Fohlen. Die sahen, weil es Winteranfang war, besonders pelzig aus. Ich hatte ihnen keine Decke angezogen, da sie diese bloss zerfleddert hätten. Ich lief an Campina vorbei, die mir kurz darauf gelangweilt hinterher lief. Ich wusste, dass sie meine Anwesenheit immer mit Spannung und Abwechslung verbanden, aber heute mussten sie ausnahmsweise verzichten. Auch Flower lief mir hinterher und kniff mir spielerisch ins Hosenbein. Ich packte ihr Ohr um ihr zu signalisieren, dass ich in Ruhe gelassen werden wollte. Währenddessen spielte Jacky mit Fake. Auch Daki fand schnell jemanden zum Zanken: Flower, die sich wieder von mir entfernt hatte. Winter stand auf der Weide nebenan und beobachtete die Anderen. Nach dem ich auch mit der Box der Fohlen fertig war, lief ich zu ihm und kraulte ihn ein wenig. Er taute sofort auf und begann mir frech in den Ärmel zu kneifen. Ich joggte etwas davon und forderte ihn auf, mir zu folgen. Nach einer Weile trabte und galoppierte er mir hinterher. Aber ich musste bald weiter und mich auch noch um die Anderen kümmern. Deshalb verliess ich die Weide und lief mit Jacky und Miss Mini Daki zum Nebenstall. Daki Blieb bei Goia stehen und leistete ihr etwas Gesellschaft, während ich bei der neuen Criollo-Stute Moon Kiddy anfing. Ich hatte sie, Goia, Flint, Summer, Pilot und Love in den Nebenstall umgesiedelt, damit der Hauptstall nun vollkommen für die Vollblüter genutzt werden konnte. Als ich in allen Nebenstallboxen die Einstreu gewechselt und frisches Heu hingelegt hatte, rief ich Daki und lief die kurze Strecke zum Hauptstall. Neugierig erkundeten Daki und Jacky das Gebäude, während ich mich der Reihe nach um Stromer, Sunday, Light und Spot kümmerte. Spot und Light waren ebenfalls neu. Nach ihrer Ankunft hatte ich beschlossen, dass die Stuten im südlichen Teil des Hauptstalles und die Hengste im nördlichen stehen sollten. Als ich mit den Hengsten fertig war, lief ich zu den Stuten wo Daki und Jacky schon warteten und mit Felicita schmusten. Iskierka, die kleine Diva, war etwas speziell und fand Daki anscheinend nicht besonders anziehend. Auch vor Jacky hatte sie eher Angst, weil ihr das kleine, wilde, bellende Ding nicht geheuer war. Ich mistete die Box des Sensibelchens und befasste mich zu guter Letzt mit Felicita. Am Nachmittag durften alle Pferde auf die Weiden.
    • Occulta
      Alltag auf Pineforest Stable 05.03.2013

      Wie jeden Samstag stand ich früh auf und schlang mein Müsli runter, bevor ich dann in den Hauptstall lief und den Stallburschen beim Füttern half. Alle Pferde warteten schon ungeduldig und besonders Spot klopfte mit dem Huf gegen die Boxentür. Er bekam deshalb als Letzter sein Futter. Die Vollblüter im Hauptstall bekamen eine spezielle Futtermischung, die ihnen die nötigen Vitamine und Mineralstoffe für ihre Rennleistungen brachte. Diese Futtermischung schmeckte wohl auch besonders gut, denn wenn Pferde, die aus irgendeinem Grund gerade nicht im Rennsport tätig waren, stattdessen normales Futter, wie das der Nebenstall-Pferde bekamen, assen sie deutlich weniger und langsamer. Auch im Nebenstall wurde die Schubkarre mit dem Futter schon freudig erwartet und viele der Pferde "röchelten" aufgeregt. Anschliessend brachten wir den Pferden auf den Weiden ihre Heu und Stroh Portionen, denn die bekamen wenn überhaupt nur wenig Getreidefutter. Es war schon recht warm an diesem Morgen und der Schnee war fast gänzlich geschmolzen. An manchen Stellen tauchten erste Frühlingsblumen auf und die Gräser begannen sich wieder aufzurichten. Auch die Luft roch nach Frühling und man hörte überall Vögel zwitschern. Da der geschmolzene Schnee die Weiden matschig werden liess, wurden Teile der Weiden zur Schonung des frischen Grases abgetrennt. Die Mini-Pferdchen waren immer süss anzusehen, wenn sie angerannt kamen, sobald der Futterwagen in Sicht war. Arco wieherte schon aufgeregt als wir die Weide betraten. Anschliessend liessen wir erstmal alle Pferde in Ruhe fressen, dann lief ich erneut zur Mini-Pferdchen Weide. Um neun Uhr kamen dann ein paar Kinder, die regelmässig am Wochenende mit den Mini-Pferdchen spielten und sie putzten. Ich blieb zuerst wie immer etwas dabei und half mit. Unsere Minis waren zwar allesamt super lieb im Umgang und sehr menschenbezogen, aber kommunizierten natürlich auch untereinander als Herde und dabei gab es öfter mal kleine Zankereien. Daki’s Nüstern durchstöberten schon wieder meine Hosentaschen nach Leckerlies und Chip versuchte gerade Goldy in den Hintern zu beissen. Ich packte sie am Ohr und ermahnte sie, denn solange die Kinder anwesend waren, hatte sie sich gefälligst zu benehmen. Arco und Prinz wurden separat geputzt, weil sie ja Hengstchen waren. Besonders an Diva’s knallrotem, flauschigen Winterfell hatten die Kids Freude. Die Minis sahen allgemein wie kleine Plüschkugeln aus. Bei Prinz kam man kaum noch durch den dichten Schweif; ein Frisör-Termin stand für alle an. Später am Morgen arbeitete ich mit Light und Stromer auf der Rennbahn, während mein Mann Spot und Sunday bewegte. Auch Felicita und Iskierka waren trainiert worden, allerdings schon am frühen Morgen. Am Mittag ritten ich und mein Mann gemeinsam mit Ronja und Burggraf aus. Der Boden war auf den Feldwegen recht gut, sodass wir auch viel galoppieren konnten. Auf den Feldern war es dafür allerdings zu matschig. Auf dem kleinen Gelände-Parcours in der Mitte der Rennbahn trainierten wir anschliessend noch etwas für die kommenden Distanzprüfungen. Beim Mittagessen liessen wir uns etwas mehr Zeit. Wir assen wie eigentlich immer mit allen Lehrlingen und Stallhelfern gemeinsam im Restaurant in der Halle. Dort wurde über den Tagesplan und die bereits verrichteten Arbeiten geredet, oder auch über allerlei sonstige Themen.
      Danach ritt ich mit Julia und Jonny, zwei der Helfer, auf den Aussenreitplatz. Ich ritt auf Flint, Julia auf Shadow und Jonny auf Summer. Wir stellten ein paar Stangen auf und bereiteten einen kleinen Western-Parcours auf. Während 45 Minuten trainierten wir diverse Bahnfiguren, Stops, Spins und vieles mehr. Flint war langsam richtig gut im Stoppen, er reagierte auf die feinsten Gewichtshilfen. Auch Summer machte gute Fortschritte, sie hatte allerdings ordentlich Winterfell, was das Westernpferde-Image ein wenig verfälschte. Sie sah lustig aus, wie sie mit all dem Teddy-Fell umher galoppierte. Shadow hingegen hatte sehr feines Fell und fror schnell, wenn sie gerade nicht bewegt wurde. Etwa um 3 Uhr nachmittags ritt ich mit Pilot in der Springstunde mit, die immer Samstags auch offen für Leute aus der Nachbarschaft war. Es kamen oft andere Leute mit ihren Pferden um in der grossen Halle zu trainieren. Einer der Helfer, Freddy, ritt mit Costa mit. Wir machten wieder mal Witze und lachten viel, alle waren fröhlich aufgelegt weil der Frühling kam. Nach der Springstunde ritt ich Peace, den ich ebenfalls noch nicht lange hatte. Er war noch sehr schreckhaft und unkonzentriert, was das Training zur Herausforderung machte, allerdings war bereits eine deutliche Besserung bemerkbar. Trotzdem erschreckte er sich vor einer Taube, die vor seiner Nase durch die Halle flog. Der kräftige Dreijährige bockte mich beinahe runter. Als ich ihn wieder beruhigt hatte, war er dann auch ganz schön verschwitzt, obwohl er geschoren war. Ich beschloss noch ein wenig mit ihm Seitengänge zu üben, zum Abkühlen ritt ich ihn dann noch eine Runde auf der Galoppbahn im Schritt. Nun war ein wenig Spass und Abwechslung mit den Criollos geplant: Ich sattelte Moon, nachdem ich Peace zurück in die Box gebracht hatte, und mein Mann holte Feline. Moon zappelte ungeduldig während wir auf Feline und meinen Mann warteten. Als er endlich kam stiegen wir vor dem Nebenstall auf und ritten zur Galoppbahn. Dort wärmten wir die beiden erstmal im Schritt ein. Anschliessend trabten wir an und machten einige Tempowechsel. Auch Schulterherein übten wir ein wenig. Schliesslich galoppierten wir auch. Nun da es schon fast 6 Uhr war kam starker Wind auf und fegte durch die Tannen des Galoppweges. Es war aber trotzdem noch recht warm und die Abendstimmung mit dem rötlich gefärbten Himmel war wunderschön. Wir beschlossen ein kleines Rennen zu machen. Zuerst ritten wir zur Begrenzung der Rennbahn und zogen den Pferden die Sättel aus. Wir legten sie über den Zaun, dann stiegen wir wieder auf und begaben uns auf die Startposition. Auf sein Zeichen hin preschten wir los. Es war ein herrliches Gefühl gegen den Wind zu galoppieren und die Tannen links und rechts vorbeifliegen zu sehen. Am Anfang lag mein Mann in Führung, dann holten Moon und ich aber auf. Nach der halben Runde waren wir Kopf an Kopf, aber Moon wurde langsam etwas müde. Deshalb verloren wir am Ende knapp. Aber das machte nichts, schliesslich war es ein Spass-Rennen. Wir holten die Sättel wieder und versorgten Moon und Feline. Danach ging ich mit Bella in die Halle und mein Mann mit Sparrow ins Gelände. Ich arbeitete mit Bella an der Losgelassenheit und der Balance, dazu liess ich sie auch über Stangen traben. Um 9 Uhr abends lief ich dann erschöpft zum Haus zurück um das Abendessen zu geniessen. Danach schauten mein Mann und ich einen Horror-Film bevor wir um 11 Uhr nochmals zur Kontrolle durch die Stallgassen liefen. Alles war ruhig und viele Pferde schliefen schon. Pilot röchelte mir zu, als ich an seiner Box vorbei lief. Ich ging ein wenig zu ihm in die Box und kraulte ihn an der Stirn. Dann ging ich ins Bett, voller Vorfreude auf den nächsten Tag.
    • Occulta
      Einmal waschen und schneiden bitte! 09.03.2013

      An diesem Morgen trommelte ich alle Lehrlinge und Stallhelfer pünktlich um 10:00 Uhr auf dem kleinen Platz in der Mitte des Hauptstallgebäudes zusammen. Zuvor hatten wir alle gemeinsam die Boxen ausgemistet, die Pferde gefüttert und auf die Weiden gebracht. Ich hob an: "Ihr wisst alle warum wir hier sind, oder?" Ein paar riefen freudig "Jaaa", andere hielten Scheren und Shampoo-Flaschen hoch. "Gut, dann lasst den Spass beginnen!" Wir liefen gemeinsam zu den Weiden der Mini-Pferden. Zuerst wurde allen Pferden Halfter und Strick angelegt. Anschliessend liefen alle gemeinsam mit den Pferden wieder hoch zum Hauptstall. Dort banden wir sie nebeneinander auf dem kleinen Platz in der Mitte an. Nun holte jemand einen Schlauch und alle nahmen sich etwas Seife aus der Waschbox. Chip schien schon zu ahnen worum es ging und versuchte am Strick Herren zu entkommen. Aber nichts da! Im nächsten Moment wurde sie auch schon nass. Alle Pferden wurden gründlich mit spezieller Pferde Seife eingegeben. Prinz zappelte die ganze Zeit, weil er kitzlig war. Daki war zu beschäftigt mit dem Sack Karotten, der neben der Waschbox lag, um sich über die Wascherei zu ärgern. Goldy hingegen genoss es sichtlich, denn das Einshamponieren war gleichzeitig auch eine Art Massage. Sie verzog genüsslich die Lippen und streckte sich. Arco nahm das Ganze gelassen hin, er blieb einfach cool stehen und genoss die warme Frühlingssonne. Diva schnüffelte mit Chip, die sich mittlerweile etwas beruhigt hatte. Nachdem wir das Shampoo wieder ausgewaschen hatten, wurden die Pferdchen trocken gerieben und die Hufe eingefettet. Als das Langhaar auch einigermassen trocken war, begannen wir daran rumzuschnippeln. Wir kürtzten es ordentlich und zupften auch ein wenig, damit es nicht ganz so wuschelig war. Prinz' Schweif war am schwierigsten zum stutzen, denn er war äusserst füllig und es war deshalb schwierig gerade abzuschneiden. Am Ende waren alle Pferdchen wieder trocken, ordentlich gekämmt und seidig. Besonders Divas rotes Fell fühlte sich ganz weich an. Sie hatten alle schon angefangen ihr Winterfell zu verlieren, also würde es wohl bald wieder schön warm werden. Als wir ein wenig aufgeräumt hatten, brachten wir die Minis zurück auf die Weiden und liessen sie für den restlichen Tag in ruhe. Wenigstens war es nicht mehr matschig, sodass sie nicht gleich wieder schmutzig wurden.
    • Occulta
      Der Mini-Tag

      An diesem sonnigen Morgen wurde ich wie immer früh von meinem Mann geweckt, der unten in der Küche schon das Frühstück vorbereitete. Er hatte gerufen „ Das Spiegelei ist fertig! Wenn du nicht aufstehst wird es kalt.“ Ich sprang aber nicht sofort auf, sondern lauschte noch ein wenig den Geräuschen aus der Küche. Was hatte ich doch für ein Glück, dachte ich. Ein wundervoller grosser Hof, viele gute Pferde, ambitionierte und unkomplizierte Pfleger und einen gewissenhaften Mann, der mir am Morgen schon den Tag mit einem leckeren Frühstück versüsste. Schliesslich stand ich doch auf, denn ich konnte dem Geruch von gut gewürztem Spiegelei nicht länger wiederstehen. Fertig angezogen hüpfte ich wie immer die letzten Stufen der Treppe hinab und setzte mich an den Tisch. Als wir fertig gegessen hatten, warf ich einen Blick auf meinen Kalender. Heute war ich wiedermal ein Minipferdchen-Tag, stellte ich fest. Diesen besonderen Tag hatten wir zweimal im Monat eingeplant. Denn an so einem Tag unternahmen wir immer irgendwas Besonderes mit den Minis. Die anderen Pferde wurden zwar auch bewegt, aber im Vordergrund standen für einmal die ganz Kleinen. Ich spazierte gemütlich zu den Weiden, wo ich schon eifrig begrüsst wurde. Ein hohes Wiehern schallte mir von der vordersten Weide entgegen, wo Daki, Goldy und Chip schon neugierig warteten. Auf der Weide dahinter horchten nun auch Prinz und Arco auf. „Hey meine Süssen!“ rief ich erfreut. Die Minis waren etwas ungewöhnlich in ihrem Verhalten, denn meine kleine Gruppe bestand überwiegend aus neugierigen, schnell gelangweilten Individuen. Deshalb freuten sie sich auch jedes Mal riesig, wenn jemand an den Weiden vorbeilief. Sie kamen dann jeweils angaloppiert und streckten neugierig den Kopf über den Zaun. Zugegeben: ein wenig Verfressenheit wirkte da auch noch mit. Ich betrat die Weide und wurde sogleich von allen Seiten belagert. Aber ich machte ihnen schnell klar, dass ich es nicht sonderlich mochte, wenn man mir an den Ärmeln rumzog, denn das war völlig respektlos. Kopfschüttelnd murmelte ich „Ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit Lisa und Lewis reden. Die beiden verwöhnen euch zu sehr.“ Ich lief zum Offenstall und schnappte mir ein paar Halfter, die an der einen Wand des Stalls ausser Reichweite der Minis angehängt waren. Dann halfterte ich nacheinander Daki, Goldy und Chip auf. Dabei fiel mir auf, dass sich Lady noch nickt hatte blicken lassen. Etwas besorgt band ich die Minis kurz am Zaun an und machte mich dann auf die Suche nach Lady. Doch es war keine Spur von ihr zu sehen. Ich wollte schon Ajith anrufen, den ich heute Morgen schon auf dem Weg zu den Weiden gesehen hatte, da hörte ich jemanden rufen. „Heeeey! Hier drüben!“ „Ja, ich seh sie! Schnell!“ Ich erkannte die Stimmen sofort und rannte zu den Tannen der Galoppbahn. Dort bot sich mir ein lachhaftes Schauspiel: Ajith und Lisa versuchten verzweifelt Lady zu fassen, die immer wieder unter den Tannen hindurch flitzte und knapp entkam. Gemeinsam schafften wir es dann, die kleine Dame einzufangen. „Warum war sie überhaupt hier draussen?“, wollte ich auf dem Weg zurück zu der Weide wissen. „Sie ist mir heute Morgen ausgebüxt als ich den Stall mistete. Ich hatte wohl das Tor nicht richtig geschlossen. Sie hat es geschafft, es aufzuschieben und hinauszuschlüpfen.“, erzählte Ajith, immer noch ausser Atem. Lisa meinte: „Ich kam dann wie immer vom Waldweg her dazu.“ Ich schmunzelte und meinte: „schon okay, kann jedem mal passieren.“ Wir schnappten je zwei Pferdchen; ich nahm Daki und Chip, Lisa nahm Goldy und Lady und Ajith schnappte sich die Halfter von Arco und Prinz. „Ich dachte mir, wir könnten zum Fluss, baden gehen.“ Die anderen nickten freudig. Wir spazierten also Richtung Osten auf dem Kiesweg zum Fluss. Als wir an der Rennbahn vorbei kamen, sah ich meinen Mann mit Paint trainieren. Die Lackschwarze Stute mit den Weissen Beinen und dem auffälligen Kopfabzeichen raste an uns vorbei und ein paar Grasstückchen spickten uns entgegen. Lisa starrte ihr beeindruckt hinterher. „Sie macht Fortschritte.“ Bemerkte Ajith mit seinem typischen indischen Akzent. Ich nickte, und beschloss später am Abend auch noch ein wenig mit Sunday zu üben.
      Wenig später liefen wir den kleinen Uferhang zum Fluss hinunter. Zuerst wollten die Pferdchen nicht wirklich ins Wasser, doch schliesslich brachten wir alle ins kühle Nass. Bald waren alle am Scharren, Schwimmen oder einfach nur Herumwaten. Ich hatte Goldy kurz Lisa überlassen, und war nun mit Daki am Schwimmen. Die Kleine hielt sich gut über Wasser, und ich musste auf ihre kleinen Hufe aufpassen, die schwungvoll das Wasser aufwirbelten. Es war lustig anzusehen, wie sie die Nüstern knapp über Wasser hielt, sodass auch ja kein Wasser hinein kam. Als wir schliesslich erschöpft aber glücklich zurück beim Ufer waren und die Minis schon wieder grasten, legten wir Menschen uns noch ein wenig ins Gras, um die Sonne zu geniessen. Prinz und Arco hatten wir an einem anderen Baum angebunden als die Stuten, da sie ja unkastriert waren. Besonders Prinz guckte immer wieder zu den verlockenden Damen hinüber, die da so seelenruhig im Schatten der Bäume grasten.
      Danach schnappten wir uns die Stricke wieder und liefen zurück auf den Hof. Zwischendurch joggten wir noch etwas, damit die Minis auch mal zum Traben kamen. Lady galoppierte sogar neben Lisa her. Die Mini-Stütchen durften den restlichen Tag noch auf den kleinen Grasbereichen zwischen Halle und Nebenstall verbringen, denn so sparten wir uns das Rasenmähen. Sie waren uneingezäunt, aber Ajith und Lewis, der nach dem Mittag auch noch gekommen war, behielten sie im Auge.
    • Occulta
      Kleiner Wanderritt 02.10.2013

      Ich war gerade am Frühstück essen, als ein Spatz durch das Fenster hereingeflattert kam. Er war noch eher jung, konnte aber offensichtlich fliegen. Er flatterte wild in der Küche herum, umso mehr als ich versuchte ihn einzufangen, um ihn rauszubringen. Schliesslich gelang es mir, ein Küchentuch über den zierlichen Vogel zu werfen und ihn beim Fenster wieder fliegenzulassen. Nach dieser kleinen Abwechslung machte ich mich an die eigentliche Arbeit: Pferde trainieren. Ich half wie immer zuerst den Pflegern beim Füttern, dann schnappte ich mir Ronja und Muffin. Ich putzte und sattelte die beiden, denn ich wollte zusammen mit Quinn einen kleinen Wanderritt als Übung für Distanzritte machen. Wir nahmen gewöhnliche Vielseitigkeitssättel und beim einen befestigte ich Satteltaschen für die Karte, Proviant und Wasser. Anschliessend führte ich Muffin nach draussen und stieg auf, während Quinn das Selbe mit Ronja tat. Wir ritten los, vorbei an der grossen Halle und den Weiden, dann an der Rennbahn. Als wir die Galoppbahn gekreuzt hatten und an einem grossen Laubbaum vorbei ritten, umwehten uns ein paar gelbliche Blätter. "Nun ist der Herbst also wirklich hier.", stellte Quinn fest. Ich nickte. "Gestern sah ich bereits Kastanien an den Bäumen und die Äpfel bei Ms Tsubakis Stall sind auch schon reif." Wir ritten eine Weile ruhig weiter, dann bogen wir auf ein Feld ab. Ab und zu vergewisserte ich mich mit hilfe der Karte, dass wir noch auf dem rechten Pfad wandelten. Die meisten Wiesen hier waren weder eingezäunt, noch wurde hier angebaut. Lediglich an manchen Stellen um den Wald musste man eine Schaf- oder Kuhwiese durchqueren, die oftmals mit einfachen Steinmauern abgegrenzt waren. Ronja lief schön ruhig, kam aber nicht so leicht an den Zügel, wenn ich sie aufnahm. Ich liess sie heute aber sowieso eher in lockerer Anlehnung laufen. Wir trabten nun in Richtung Wald, dann auf einem Trampelpfad hindurch. Anschliessend ritten wir weiter in Richtung Fluss, überquerten diesen mittels einer Brücke und galoppierten dann ein Feld hinab. Insgesamt ritten wir eine grosse Runde und kamen schliesslich auch bei Ms Tsubakis Hof vorbei. Dort banden wir die beiden Pferde am Weidenzaun an und gaben ihnen ein wenig Wasser mit den Kübeln von der Weide. Wir durften das, denn Tsubaki war eine gute Freundin. Ich tätschelte Ronja zufrieden, dann lief ich zu Muffin und streichelte seine Stirn. "Wollen wir Tsubaki noch besuchen gehen oder lieber zurückreiten?", fragte ich Quinn. Sie sah in Richtung Sonne und meinte, dass wir besser weiter sollten. Ich nickte und band Ronja wieder los. "Wollen wir für den Restweg Pferde tauschen?", fragte ich. "Jap, why not.", kam die Antwort sogleich. Ich übernahm die Zügel von Graf und hielt Ronja noch kurz fest, damit Quinn gut aufsteigen konnte. Dann schwang ich mich selbst in den Sattel. Muffin war zum Reiten ganz anders als Ronja. Er versammelte sich fast von selbst und präsentierte sich stolz. Ab und an tänzelte er ein wenig, schien vor Energie zu zerbersten. "Der ist ja heute gut gelaunt", bemerkte ich zu Quinn gewannt. Sie murmelte etwas von wegen "wohl schonwieder zu viel Müsli gekriegt" und nickte. Wir genossen den restlichem Ritt in vollen Zügen. Wir pausierten noch einige Male, bis wir schliesslich Zuhause ankamen. Dort wurden wir schon freudig von den Mini Stuten empfangen, die mal wieder freilaufen durften (oder ausgebüxt waren). Wir verräumten Muffin und Ronja und gesellten uns dann zu den anderen Pflegern, die währenddessen ein paar Plastikstühle auf den Grasstreifen vor der vordersten Weide gebracht hatten. Wir tranken selbstgemachte Limonade und beobachteten dazu die Mini Hengste auf der hinteren Weide. Und natürlich liessen auch die Stütchen nicht lange auf sich warten. Kaum ein paar Minuten nachdem wir uns gesetzt hatten, kamen sie vom Nebenstall her angetrabt und bettelten nach Aufmerksamkeit. Goldy stiess mit ihrer feinen Oberlippe fast Lewis Glas um. Zum Glück konnte Quinn dies gerade noch verhindern. "Du hast gute Reflexe Kleine." bemerkte Lewis dankbar. Quinn wurde ein wenig rot und lächelte schüchtern. Ich wandte mich wieder den Minis zu. Die Hengstchen spielten ein wenig, jetzt da sie zu dritt waren, war deutlich mehr Bewegung in der Gruppe. Caress verfolgte Arco im Galopp, während Prinz ihm spielerisch in die Kruppe zu beissen versuchte. Die Stuten waren jetz vollkommen relaxt neben uns am grasen. Ich machte mit dem Handy ein Foto von Queenie und Chip, die Kopf an Kopf das saftige Gras zupften. Schon kam wieder Daki und versuchte an meinem Handy zu knabbern. Offensichtlich wollte sie beschäftigt werden. Also joggte ich mit ihr zum Hauptstall (sie lief mir ohne Seil hinterher), holte dort ein paar Karottenstückchen aus dem Schrank und machte wieder bei den Stühlen ein paar Übungen mit ihr. Die anderen sahen erst begeistert zu, dann sprang Rosie plötzlich auf und holte ebenfalls Karottenscheibchen. Bald darauf hatte sich fast jeder ein Mini geschnappt und trainierte das Kompliment, Absitzen, oder Abliegen. Daki arbeitete super mit und plumpste sofort ins kühle Gras, wenn ich "down" sagte und ihr auf den Rücken tippte. Auch Lady wa brav, hatte aber spätestens beim Steigen keine Lust mehr. Also liessen Jonas und Ajith, die zuvor mit ihr gearbeitet hatten, sie in Ruhe. Auch die anderen hörten nach fünfzehn Minuten auf und liessen die Pferdchen wieder grasen. Wir genossen den restlichen Abend draussen und gingen erst um halb elf nach Hause.
    • Occulta
      Winterwunderland

      Ich schnappte mir den Rucksack, einen Schal, die dicke Winterjacke, die Skihose, ein paar wollige Socken, wasserdichte Handschuhe, eine blaue Mütze und die warm gefütterten Schuhe, dann schlüpfte ich durch die Tür nach draussen. Es hatte so viel Schnee! Alles war weiss und wenn ich einen Schritt tat, sank ich sofort kniehoch im weissen Pulverwasser ein. Die Sonne schien, der Himmel war kitschig blau mit ein paar wenigen Federwolken. Alles war still, die Welt wie eingefroren. Ich stapfte durch die Schneedecke, Jack folgte hinter mir. Jacky hüpfte wie ein Häschen, sonst kam sie nicht voran. Ich hielt und klopfte auf meine Oberschenkel, sodass sie auf meine Schulter hochsprang. So trug ich sie bis zum Hauptstall, wo Lewis, Quinn, Lisa und Ajith bereits warteten. Wir holten uns alle einen Strick und liefen zu den Weiden wo die Minis schon warteten. Jeder schnappte sich ein Pferdchen, ich nahm natürlich meine Daki. Jack schnappte sich Caress, auf den er besonders stolz war, Lisa nahm Queeny mit ihrem Fohlen, Quinn nahm Chip, Ajith Goldy und Lewis nahm Arco. Ich klopfte kurz auf Daki's Rücken, sodass Jacky darauf sprang. Wir hatten das beim Klickern oft genug geübt, sodass die cremello Stute die Hündin auf ihrem Rücken duldete. Jacky machte auf mein Handzeichen hin Platz und wir setzten uns in Bewegung. Wir verliessen den Hof in Richtung Galoppwiese, was sich als mühsam erwies, aufgrund des Tiefschnees. Daki musste ordentlich stampfen und Jacky hatte Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Auch die anderen Minis bevorzugten es, in den Spuren des Vordersten zu laufen. Und natürlich kamen auch die Pfleger ins Schwitzen. Schon nach kurzer Zeit öffnete ich den Reissverschluss meiner Jacke, da ich zu warm hatte. Wir wanderten, auf der Galoppwiese angekommen, durch den Schnee in Richtung Osten, bis wir den Pinienwald erreichten. Der Waldboden war kaum Schneebedeckt und man sah vielerlei Spuren von Kleintieren an den Stellen, an denen er doch etwas Weiss war. Wir tappten nun wieder nebeneinander durch das Unterholz und plapperten fröhlich. Jacky lief jetzt natürlich wieder selber. Die Minis schienen entspannt und alle Ohrenpaare waren nach vorne gerichtet. Ab und zu versuchte Chip nach einem kargen Gebüsch oder so zu schnappen. Jacky bellte sie dann jeweils an, worauf die Stute eine leicht mürrische Mimik auflegte. Bald kamen wir zu einer kleinen Feuerstelle mit selbst gebauten Bänken. Ich packte eine Kanne Tee aus meinem Rucksack und begann, allen etwas in die mitgebrachten Becher einzuschenken. Quinn und Lewis machten in der Zwischenzeit die Feuerstelle bereit zum anzünden. Die Minis hatten wir an den Bäumen rundherum angebunden. Ich stand, als ich mit dem Tee fertig war, auf und brachte ihnen ein paar der kleinen Äpfel, die Quinns Familie uns gesponsert hatte. Sie besassen nämlich selber einen bescheidenen Bauernhof mit Kühen und Schafen und einigen uralten Apfelbäumen. Da die Äpfel zu klein für den Verkauf waren, bekamen wir sie gratis, solange wir sie selber pflückten. Die Minis zermatschten die Äpfel genüsslich und ich ging zurück an meinen Platz, wobei Jacky gleich an getrottet kam und auf meinen Schoss wollte. Ich kraulte mit der einen Hand ihr Ohr, während ich mit der anderen den Tee hielt. Es war Waldbeer Tee. Als es genügend Glut hatte, brätelten wir. Chip kam angelaufen (die Stricke waren lang) und wollte etwas von meinem Brot haben, ich gab ihr aber nur einen Kuss auf die frechen, kleinen Nüstern. "Du hattest deinen Apfel, Madame." Sie ging erfolglos weiter zu Lisa. Jacky döste auf meinem Schoss, denn die junge Hündin war müde vom balancieren. Etwa eine halbe Stunde später machten wir eine Schneeballschlacht am gegenüberliegenden Waldrand. Dann kehrten wir aber in Richtung Stall zurück, da wir alle müde und durchnässt waren. Die Minis genossen das trockene Heu im Offenstall.
    • Occulta
      Ausritt mit Anubis, Burggraf und Donut
      „Occu? Hey Occu!“ Die Stimme von Lisa riss mich aus meinen Gedanken. Ich war gerade dabei, den Rennsattel von Spot zu putzen, als die aufgedrehte Pflegerin hereingestürmt kam. „Wow wow wow, was ist denn mit dir los?“, fragte ich lachend. Sie räusperte sich, dann trällerte sie in übertrieben hoher Stimme: „Jonas fragt, ob du mit uns ausreiten kommst!“ Im Hintergrund hörte ich ein Geräusch und Sekunden später tauchte Jonas verlegen im Türrahmen auf. „Nunja, falls du Zeit hast natürlich. Muffin, Donut und Anu brauchen mal wieder Auslauf.“ Ich überlegte kurz und ging im Geiste meinen Tagesplan durch, ehe ich zufrieden nickte und den Schwamm weglegte. „Ich denke, das dürfte noch reinpassen, wir haben ja nicht gleich 3 Stunden oder?“, meinte ich in herausforderndem Tonfall. Die beiden nickten eifrig und Lisa überflutete mich gleich mit Fragen. „Welchen der drei nimmst du? Welchen Sattel willst du? Oder sogar ohne Sattel? Und Schabracke? Wollen wir bis zum Ende der Galoppwiese oder noch weiter oder in die andere Richtung? Sollen wir nochwartenmitputzenjetztbleibdoch hiiieeer!“ Ich war bereits am Putzzeug holen, nämlich das von Donut. Jonas grinste belustigt und schnappte sich das Halfter von Muffin, so blieb für Lisa nur noch Anu übrig. Wir liefen ‚Somewhere Over the Rainbow‘-summend zu den dreien. Ich band Donut direkt hinter Muffin an, Anu stand weiter vorne. Immer noch vor mich hin pfeifend begann ich, den Rappen durchzubürsten. Zuerst mit dem Striegel, dann mit der groben und schliesslich mit der weichen Bürste. Als ich auch die Hufe und das Langhaar geputzt hatte, holte ich den Sattel und die Trense. Donut machte beim Zäumen einen ganz runden Hals und suchte das Gebiss regelrecht. Auch Anubis liess sich ohne weiteres aufzäumen, Muffin sträubte sich jedoch zuerst ein bisschen, indem er den Kopf hochstreckte. Mit seiner üblichen Geduld schaffte es Jonas trotzdem, den Hengst zum Maul-Öffnen zu bewegen. Ich beobachtete, wie er ihm lobend auf die Schulter klopfte, kaum war das Nackenstück über die Ohren gestreift. „Seid ihr fertig?“, fragte ich rasch, um meinen leeren Blick zu begründen. Beide waren so weit, also liefen wir nacheinander aus dem Stall auf den kleinen Platz im Innenhof des Hauptstalls. Dort stiegen wir wie immer auf und gurteten nochmal nach, dann ritten wir los in Richtung Fluss. Ich hörte eines der Minipferdchen wiehern als wir in die Nähe der Weiden kamen. „Ist denen etwa schon wieder langweilig? Die durften doch erst heute Morgen auf dem Platz mit den Kindern spielen.“, bemerkte ich belustigt. „Mit den Kindern spielen – das ist der richtige Ausdruck!“, lachte Jonas. Lisa begann nach ein paar Minuten der Stille eifrig von ihren Erlebnissen als Trainerin zu erzählen. Jonas und ich sahen uns gleichzeitig an und rollten mit den Augen, um gleich darauf in Lachen auszubrechen. Lisa schwatzte währenddessen munter weiter, als hätte sie es nicht bemerkt, vielleicht hatte sie das ja tatsächlich nicht. Nach dem Fluss bogen wir rechts ein wenig ins Feld und galoppierten an. Es entwickelte sich ein kleines Rennen, bei dem Donut und ich anfangs vorne lagen, jedoch schnell eingeholt wurden durch den temperamentvollen Araber Anubis. Uns blieb auch nicht erspart, dass Muffin aufholte und an uns vorbeizog. „Macht nix mein dicker, die haben nen Vorteil.“, murmelte ich dem Ponyhengst ins Ohr. Am Waldrand bremsten wir wieder in den Trab, dann ritten wir südwärts und schliesslich in einer grossen Schlaufe zurück zum Hof. Dabei mussten wir den Fluss nochmals überqueren, diesmal bei einer Betonbrücke, die Muffin nicht geheuer war. Ich ritt extra nahe vor den beiden, damit Muffin sich anhängen konnte und es klappte; wir schafften es beim dritten Versuch doch noch. Muffin tänzelte zwar auf dem ganzen Weg darüber, aber er blieb bei uns. Da er sich auch auf dem restlichen Rückweg nicht wirklich beruhigte, gab mir Jonas seine Gerte, in der Hoffnung, dass er so etwas ruhiger werden würde. Es klappte leider nicht wirklich, aber Jonas nahm dafür bei unserer Wiederankunft noch ein paar Sprünge auf dem Platz. So konnte er den Achal Tekkiner noch etwas auspowern. Wir verräumten die Pferde in ihre Boxen und liefen anschliessend zu den Mini-Weiden. Ich öffnete das Zauntor und schon kamen die Stütchen angerannt. „Heyy Daki, halllooo, Chip lass das! Ach Queenie das kann man nicht fressen, au!“ Goldy, mit ihrem goldenen Charakter, war die einzige, die nicht versuchte, mich irgendwie zu beknabbern oder meine Schuhbändel aufzumachen. Dann war der Spuk auch wieder vorbei, denn Daki hatte wohl eine Stelle mit etwas frischem Gras unter dem Schnee entdeckt. Sie lief davon und alle anderen folgten ihr eifrig. Jonas schüttelte lachend den Kopf, denn die Hengstchen hatten so gar nicht Freude daran, dass sich ‚ihre‘ Stütchen vom Zaun entfernten. Arco und Caress standen beide mit gespitzten Ohren und geblähten Nüstern da, Arco trug ausserdem den Schweif elegant aufgestellt. In solcher Pose sah er richtig edel aus, fast wie ein zu klein geratener Araber. Plötzlich flitzte etwas Weisses an mir vorbei. Ich drehte mich erstaunt und entdeckte Kiwi, die in Richtung Lewis trabte, der vom Nebenstall her angelaufen kam. Die Kleine hatte sich gut gemacht, sie war kräftig geworden und hatte wolliges Babyfell. Lewis streichelte sie zur Begrüssung wie man es bei einem kleinen Hund getan hätte, und Kiwi verhielt sich auch nicht viel anders als ein solcher. Sie trottete Lewis hinterher, sogar als er weg von den anderen Minis zur Halle lief. Ich rief ihm noch hinterher, dass er auf die Kleine aufpassen solle. „Achja, Lisa, heute kommt noch ein neuer Pflegling für dich an. Eine Ministute namens Alufolie. Wir haben sie…“ Ich wurde durch Jonas‘ Gelächter unterbrochen. „Alufolie? Echt jetzt?“ „Ja, ihr Vater heisst Klofolie.“ Nun lachten wir alle herzhaft, denn die Namen waren nun wirklich etwas… seltsam. Doch nichts desto trotz mussten wir die Stute empfangen, weshalb wir pünktlich um sieben Uhr auf dem Parkplatz standen. Dort wurde sie nun rückwärts herausgeführt, unsere Alu. Der Name war schnell vergessen als wir die toll gefärbte Stute sahen. Ihre Kruppe war komplett weiss gesprenkelt und sie hatte einen ausgezeichneten Körperbau, daher war sie ja auch gekrönt worden. Wir bedankten uns beim Fahrer und führten die Stute erstmal alleine in den Offenstall, die anderen waren ja noch daran, den Hof unsicher zu machen und so konnte sie sich in Ruhe eingewöhnen. Sie machte sich auch gleich daran, mit den überaus neugierigen Hengstchen zu quietschen.
    • Elsaria
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      Meine Pause war nur von Kurzer dauer und da kam Occu schon mit dem kleinen Hengsten an. Artic blue war sein Name. Auch ein wunderschöner Hengst. Auch er sollte brav sein laut occu. „Na dann mal los! Meinte ich. Zuerst kontrollierte ich seine Hufe auch diese wießen keine Probleme auf und dann machte ich mich an die Arbeit. Während des kürzens zog mir Artic sein Beinchen weg und so passierte eine kleine kerbe in seinem Huf. „ Ist nicht so schlimm, das kann ich nacher beim feilen wieder ausbessern!“ sagte ich gleich. Da ich wusste das exaktes Aussehen der hufe ocu sehr wichtig waren. Dann als ich mit dem kürzen fertig war ging es ans feilen der hufe. Diesmal war er auch artig und dafür lobte ich den Windfarbenen Hengsten. Mir gefiel er sehr gut. „ Sollte Dakota S und Er mal ein Nachwuchs haben, würde ich gerne eines als maskotchen haben!“ grinste ich. Ich hab mich kurzerhand in die zwei süßen kleinen verliebt! Occtula versorgte Artic Blue wieder und ich machte mich derzeit bereit hier alles aufzuräumen als ich meine Sachen wieder im VW Bus verstaut hatte kehrte ich die übrigbleibsel zusammen und schmieß sie auf den Misthaufen.
      Da ich kurz zeit hatte ließ ich mir von Occu den hof zeigen. Es hatte sich viel verändert seitdem ich Mystical Star mein Trakhenerstutfohlen bei ihr abholte. Dann verabschiedete ich mich von ihr.


    • Occulta
      Ein lustiger Ausflug

      Über mir zwitscherte eine Blaumeise, träge hob ich den Kopf und blickte zu ihr empor. Ich lag unter dem grossen Laubbaum auf der Hengstfohlen Weide und genoss die kühle Brise, die mir die Haare zerzauste. Am Himmel waren bereits dunkle Wolken zu sehen, es würde wohl bald anfangen zu gewittern. Ganz in der Nähe graste eine kleine Gruppe von Fohlen, die Hengstchen. Sie interessierten sich nicht mehr sonderlich für mich, zu lange lag ich schon hier und beobachtete sie. Am Anfang waren sie jedoch die ganze Zeit gekommen und hatten an meinen Wanderschuhen geknabbert. Neben mir verlief eine dicke Wurzel durch den mit Rindenstückchen gespickten, nur spärlich bewachsenen Boden. Ich fuhr gedankenverloren mit den Fingern darüber, als wäre es der Arm von jemandem. Dann richtete ich mir so plötzlich auf, dass selbst die Fohlen zusammenzuckten. Da war doch was, jemand hat nach mir gerufen – dachte ich mir, und sah mich verwirrt um. Jonas kam vom Nebenstall her angerannt. „Occu! Occu, die Minihengstchen sind ausgebüxt!“ Na toll – dachte ich mir. Die Hengstchen durften zwar auch ab und zu frei auf dem Hof herumlaufen, so wie die Stuten, doch leider musste man sie ständig im Auge behalten, weil sie doch ab und an etwas weiter vom Hof weg wollten. Die Stuten hingegen bleiben immer da, wo es etwas zu fressen gab: Zuhause. Ich sprang auf, wischte mir kurz die Erdklümpchen von den Hosen und lief zum Weidentor. Jonas hielt es mir bereits auf, sodass ich nur hindurch zu schlüpfen brauchte. „In welche Richtung sind sie gelaufen?“, fragte ich schnellen Schrittes. „Das weiss niemand so genau; die Pfleger waren beschäftigt mit dem Füttern im Hauptstall und als sie zurück kamen waren die Hengstchen verschwunden. Auf dem Hof sind sie jedenfalls nicht mehr, wir haben überall gesucht.“ Ich rollte mit den Augen. Die Schuldigen wurden natürlich mal wieder geschützt, ‚die Pfleger‘ waren es, keine Personen mit Namen. Aber ich schwieg und schnappte mir, wie ich es in so einer Situation immer tat, den Sattel von Moon aus der Sattelkammer. Die Stute und ich waren ein eingespieltes Team, ich konnte ihr blind vertrauen und sie auch mir. Ausserdem hofften wir, die beiden Hengstchen mit zwei Stuten anzulocken. Jonas nahm Gini, die zwar noch recht neu auf dem Hof war, aber sich bisher sehr musterhaft benommen hatte und sich sehr fein lenken liess. Wir sattelten die beiden Stuten und zäumten sie mit ihrem Bosal; wir ritten die Criollos fast nur mit gebisslos. Dann trabten wir, mit Halftern und Stricken bewaffnet, ohne grosses Aufwärmen den Kiesweg in Richtung Fluss entlang, denn die beiden waren den ganzen Morgen über auf der Weide gewesen. Bei einer kleinen Waldinsel gleich am Flussufer machten wir halt und überblickten das Gelände um uns herum. Hier waren die Hengstchen schon einmal auf einem Fluchtversuch vorbeigekommen, deshalb hatten wir beschlossen, hier zuerst zu suchen. Und tatsächlich: etwas weiter vorne beim Ufer, durch das Gestrüpp gerade noch erkennbar, zeichneten sich die Silhouetten von zwei kleinen Pferdchen ab. Ich gab Jonas ein Handzeichen, dass er einen Bogen machen solle, sodass wir sie in Richtung Ufer einkesseln konnten. Durch das Wasser würden sie nicht fliehen – hoffte ich zumindest. Zunächst bestätigte sich dies auch, die beiden hoben die Köpfe und spitzten die Ohren (Lenny sah mit seiner langen Mähne fast aus wie ein Wildpferd). Doch dann schien der temperamentvolle Lenny förmlich einen Entschluss zu fassen, drehte sich gegen das Wasser und trabte mitten in die schwache Strömung. Er suchte sich seinen Weg auf einer Sandbank, die sich, wie ich jetzt erst begriff, geradewegs bis zu der Grossen Flussinsel durchzog. Wenige Augenblicke später kletterte der Hengst auf der anderen Seite aus dem Wasser und schüttelte sich. Als würde er uns auslachen, positionierte er sich auf einer mit Gras bewachsenen Uferstelle und gähnte entspannt, ehe er den Kopf zum fressen senkte. Ich konnte es noch immer nicht fassen und achtete nicht auf Arco, der hin und hergerissen zu Lenny starrte. Jonas versuchte mich noch zu warnen, doch da war es auch schon zu spät. Arco hatte ebenfalls einen Hüpfer ins kalte Nass gemacht und stampfte zur Insel. Zu allem Überfluss begann es jetzt auch noch zu regnen. „Na wenigstens sind sie jetzt auf der Insel, dort können wir sie leicht fangen. Kanntest du die Stelle vorher?“ meinte Jonas zu mir. „Nein, mir ist es nie aufgefallen… Aber die müssen wir uns merken, im Sommer können wir so zur Insel gehen und baden!“ antwortete ich begeistert. Insgeheim war ich stolz auf Lenny, der diesen Weg entdeckt hatte. Sonst gab es keinen Weg zur Insel, ausser man schwamm quer durch den Fluss. Nach kurzem Zögern überzeugte ich Moon, ebenfalls hindurch zu waten. Jonas und Gini folgten uns. Auf der Insel angekommen blieb ich mit Moon beim Ufer stehen, um den einzigen Fluchtweg zu versperren. Unterdessen machte sich Jonas daran, die Minis einzufangen. Er stieg ab und band Gini mit dem dritten Bosal-Zügel an den tief hängenden Ast eines Baumes. Dann lief er seitlich auf Arco zu, der sich dank seines gutmütigen Charakters auch gleich berühren und auf halftern liess. Ich beobachtete Jonas gespannt, als er auf Lenny zuging. Lenny sah ihn zuerst misstrauisch an, doch beschloss nach einem kurzen hin und her anscheinend, dass das Weglaufen zwecklos war. Jonas kam grinsend mit den beiden im Schlepptau zurück. Mittlerweile schüttete es wie aus Eimern und wir waren schon völlig durchnässt. Ich Lächelte ihm etwas schief entgegen und ritt auf ihn zu um ihm Arco abzunehmen. Dann wendete ich Moon geschickt und wir wateten zurück durch das Wasser ans andere Ufer.
      Wieder auf dem Hof brachten wir die Minis auf die Weide zurück und versorgten dann Moon und Gini. Dann rannten wir lachend zum Haus und trockneten uns gegenseitig mit frischen Frottiertüchern. Er stupste mich immer wieder an die Nase und ich stupste zurück, eine alte Spielerei bei uns beiden. Als nächstes machten wir uns für die Ankunft von zwei neuen Fohlen bereit, ein kleiner Isländer und ein Vollblutfohlen aus berühmter Zucht. Beide waren eingeflogen worden und vermutlich ziemlich gestresst und müde, daher musste bei ihrer Ankunft alles reibungslos verlaufen. Wir bereiteten zwei Boxen im Hauptstall vor, dort sollten sie sich erstmal einen Tag lang erholen, ehe sie zu den anderen Fohlen kamen. Gerade als wir fertig waren, kam ein Transporter auf dem Parkplatz an. Mittlerweile regnete es schon nicht mehr ganz so stark. Lewis, Lisa, Jonas und ich liefen ihm mit Regenjacken ausgerüstet entgegen und begrüssten den Fahrer. Es war Hans, der nette Bauer der unsere Neuankömmlinge jeweils am Flughafen abholte. Er wurde natürlich gleich zu einem Tee im Haus eingeladen, doch zuerst wollten wir die Fohlen versorgen. Wir öffneten die Klappe. Dies war jedes Mal wieder ein Moment der Spannung, denn man war immer neugierig, was sich in dem Transporter nun verbarg. Schnell wurde klar, dass die beiden Fohlen bei bester Gesundheit waren und uns aufmerksam entgegen schielten. Herkir, der Isländer, war schon ziemlich gross und fast bereit zum Einreiten. Alysheba hingegen war erst ein Jährling und noch sehr schlaksig. Lewis und ich führten beide rückwärts raus, was sie gut meisterten, und brachten sie dann ganz ruhig in den Hauptstall. Natürlich gab es seitens Alysheba ein mächtiges Gewieher, schliesslich wollte er auf sich aufmerksam machen und herausfinden, ob hier irgendwo vielleicht noch andere Fohlen waren. Auch in der Box drehte sich der Junghengst noch aufgeregt, anstatt wie Herkir das Heu zu fressen. Er sah sehr edel aus, trotz seines unfertigen Körperbaus. Herki sah mit seiner Wuschelmähne schon wie ein richtiger Isländer aus. Allerdings war er eher etwas zurückhaltend, fast schon scheu. Vermutlich weil er recht lange einfach auf einer Weide gestanden war. Nun war Hans aber dran, wir waren bereits wieder im Haus und hatten für alle Anwesenden Tassen bereitgestellt. “Aaand? How does business go?“, fragte Hans nach einer kurzen Pause. “Very well indeed, we’re certainly not unlucky. We’ve got several really good horses here and we won lots of competitions since we have this Stable.”, antwortete ich gelassen. Jack kam die Treppe runter und begrüsste Hans, dann schnappte auch er sich einen Stuhl und setzte sich. Wir plauderten etwas über den Hof und über englische Traditionen, bis hin zu militärischen Einsätzen der Pferde im ersten Weltkrieg. Es war äusserst interessant Hans zuzuhören, der noch viel von seinem Vater wusste. Schliesslich war es Zeit, sich zu verabschieden, denn wir mussten um halb sieben noch ein neues Pferd am Flughafen empfangen – Horror Kid. Die Araberstute war wohl manchmal sehr schwer im Umgang, weshalb wir sie lieber selber holen wollten. Eine Stunde später standen Jonas, Jack, Quinn und ich immer noch auf dem Flughafenparkplatz und warteten auf ihre Landung. Der Flug hatte anscheinend Verspätung, wenigstens regnete es jetzt nicht mehr. Es lag noch immer ein Geruch nach nassem Asphalt in der Luft. Quinn langweilte sich sichtlich, auch wenn sie es nicht zugab. Sie spielte die ganze Zeit über mit einer ihrer gelockten Haarsträhnen herum. Jonas und Jack waren im Gespräch über ein kommendes Qualifikationsrennen. Ich stand einfach nur daneben und genoss den Sonnenuntergang. Plötzlich kamen uns ein paar Flughafenhelfer mit einem rot leuchtenden Fuchs entgegen. Dies war unsere Araberstute! Im Licht der untergehenden Sonne glänzte ihr Fell überirdisch schön. Den edlen Kopf hatte sie nach oben geworfen und die Nüstern waren weit gebläht. Ihre lange, feurige Mähne und der buschige Schweif umwehten den dünnen, gebogenen Hals und die Sprunggelenke. Ich übernahm ehrfürchtig den Strick als sie bei uns ankamen und führte die Stute vorsichtig in den Transporter. Sie blieb zuerst unwillig stehen und sträubte sich mit ihrem ganzen Gewicht. Auch nach weiteren Versuchen glückte das Unterfangen nicht; Horror war noch immer nicht in den Anhänger gestiegen. Jonas und Quinn versuchten mit einer Longe nachzuhelfen, während Jack und ich sie lockten. Doch alles half nicht – nach einer halben Stunde stand die Stute noch immer draussen. Keuchend rieb ich mir die Stirn und dachte nach. Jedes mal wenn wir Horror in Richtung Rampe zogen, machte sie einige Schritte rückwärts. Mir kam plötzlich eine Idee: Ich testete, ob sich die Stute auch einfach so rückwärtsrichten liess. Sie spielte mit und trat brav zurück. Also drehte ich sie mit dem Hinterteil in Richtung Rampe und liess sie abermals rückwärts laufen. Es klappte, Schritt für Schritt lief sie die Rampe hoch. Dabei achtete ich darauf, dass sie nicht nach hinten schauen konnte. Schliesslich konnten wir nach hause fahren und die Stute in ihr neues Reich führen. Das Abendessen mit dem köstlichen Fruchtsalat danach hatten wir uns alle reichlich verdient.
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  • Album:
    Gnadenweide
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    Occulta
    Datum:
    27 Apr. 2013
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  • Offizieller HG

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    Vom: -

    Aus der: -


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    Rufname: Blue, Arco
    Geburtstag: 08.02.
    Alter: 7 Jahre
    Stockmaß: 0,81 m
    Rasse: Miniature Horse
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Windfarben, blaue Augen
    (Ee,aa,ZZ)
    Abzeichen: Unregelmässige breite Blesse, halbweiss gestiefelt vl, halbweisse Fessel hr
    Gesundheit: Sehr gut


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    frech, verschmust, brav im Umgang


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    Arctic hat alles, was ein Miniature Horse braucht: Verschmustheit, Witz, einen tollen Charakter im allgemeinen und einen guten Körperbau. Seine interessante Fellfarbe verstärkt dies noch positiv. Im Winter sieht man seine Dapples relativ gut, während sie im Sommer fast verschwinden und das Fell einheitlich hellsilbern schimmert.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Ja
    Nachkommen: PFS' Dressy Miss Allegra, PFS' Arctic Alinghi, PFS' Arctic Silver Lining, PFS' Arctic Tiger, PFS' Arctic Rainstorm
    Decktaxe: 155 Joellen


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    Spring Klasse: L
    Dressur Klasse: E
    Fahren Klasse: S***

    Eignung: Show Jumping, Halter Shows, Fahren (Country Pleasure)


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    [HK 477]
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    1. Platz 229. Fahrturnier
    1. Platz 226. Fahrturnier
    1. Platz 237. Fahrturnier
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    2. Platz 200. Fahrturnier
    2. Platz 233. Fahrturnier
    2. Platz 246. Fahrturnier
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    3. Platz 191. Fahrturnier
    3. Platz 211. Fahrturnier
    3. Platz 243. Fahrturnier
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    1. Platz Fahren des 1. Vereinsturnier
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    1. Platz Fahrturnier des Joelle World-Cup 2015
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    2. Platz Fahrturnier des Harp Stud
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    Arco's Spind