Occulta

• Alufolie, AMH

Stute | Blue roan blanket appaloosa

• Alufolie, AMH
Occulta, 28 Nov. 2015
    • Occulta
      Alte Berichte:
      Der Umzug in die Neue Weilt ; Naja fast!
      Ankunft con Corräs, Asis Baschir und Chardonnay (By Igolf)


      Guten Morgen mein Schatz, meine Mutter schüttelte sanft meine Schultern. Was, warum weckst du mich?, es ist doch noch so früh?, fragte ich sie und reib mir meine schläfrigen Augen. Na hast du es ganz vergessen, wir ziehen doch um, auf das Gestüt Freak Tide, erwiderte meine Mutter. Ach ja stimmt, nachdenklich kraulte ich mich hinter meinen Ohren. WAS ? HEUTE, schrie ich meine Mutter an. Ja heute, sagte sie fröhlich zu mir und zog meine warme Bettdecke weg. Aufgeregt sprang ich auf und umarmte meine Mutter. Ist der kleine Spott schon hier?, fragte ich sie. Ja ist er, er ist viel schöner als du dir es vorgestellt hast, gab sie mir als Antwort. Wo ist der kleine, so kann ich ihn sehen?, fragte ich meine Mutter und rüttelte an ihrer Schulter. Er steht schon mit seiner Mutter auf dem Gestüt Freak Tide, erklärte sie mir. Meine Augen erweiterten sich schlagartig. Hastig joggte ich zu meinem Schrank wo ich mir meine Reithose und ein bequemes T-Shirt anzog. Auf gehts, ich bin fertig, schrie ich als ich gerade die große, dunkelbraune Treppe herunterstiefelte. Geh schon mal raus und verlade die Zuchtpferde, meinte Mum zu mir. Wird gemacht. Mit großen Schritten lief ich auf den Schuhplatz wo ich mir meine Stiefeletten anzog und meine Chaps drüber zog. Elegant öffnete ich die schwere Haustür, sofort überkam mich ein schwüler Windzug. Genüsslich Atmete ich ein, diese Stallluft. Ich begann zu Träumen. Komm, nicht Träumen, meinte meine Mutter zu mir und zog mich am Arm mit in den Stall wo Sanny IV und Tigerseele schon geputzt auf der Stallgasse warteten. Hallo, meine zwei Süßen, flüsterte ich ihnen zu. Ich sah meine Mutter schräg an und meinte: Du hast doch gesagt Zuchtpferde oder?. Ja das sind sie doch, die zwei sind bei der SK für Barockpinto und bei der BSK für Pferde ohne viel Glanz (1D) Prämiert worden, antwortete mir meine Mutter. Meine Pupillen erweiterten sich sofort und ich umarmte meine zwei Barockpinto Stuten die mich mit ihren großen, runden funkelnden Augen ansahen. Wow, sprach ich zu allen die hier im Stall standen. Ich halfterte die Beiden und schwang mich auf den fetten Rücken meiner kleinen Stute Sanny IV. Am Strick daneben hatte ich meine hübsch gescheckte Tigerseele die elegant neben mir her trottete. Fröhlich tätschelte ich den Hals meiner Sanny und danach den Rücken meiner etwas größeren Tigerseele. Als die beiden schon den Hänger sahen blieben sie gleichzeitig wie angewurzelt stehen. Hey, weiter gehts, wir ziehen um, murmelte ich ihnen zu und presste meine Hacken an den Bauch meiner Stute, kurz darauf zupfte ich am Strick von Tigerseele. Als ich wieder auf dem Boden stand überreichte ich Tiger für ein paar Minuten an meine Schwester die das Ereignis beobachtete. Komm Sanny, stell dich jetzt nicht so an, meinte ich mit einem ernstem Ton in der Stimme zu ihr und zog sie ohne sie anzuschauen auf den Hänger. Geht doch, summte ich ihr zu. Sofort steckte sie ihren Kopf in das Heu Netz was ich ihr von ihrer Box geholt hatte. Lass es dir schmecken, meinte ich sanft zu ihr und Band sie an der Gummistange fest. Ich aber ging durch die Seitliche Tür aus dem Hänger und schloss die hinterste Gummistange hinter Sanny. Mal schauen ob du dir es gemerkt hast wie das geht, Tigerseele, meinte ich grinsend zu ihr und nahm den Strick den mir meine kleinere Schwester schon herhielt. Danke, murmelte ich ihr zu. Abermals zupfte ich am Strick wie bei Sanny die schon im Hänger stand. Ohne Tigerseele nur einmal anzuschauen lief ich schnurstracks in den Hänger. Langsam trottete mit Tigerseele hinterher. Fein gemacht ihr beiden, summte ich zu ihnen und tätschelte ihren warmen, von der Sonne erhitzen Hals. Genauso wie Sanny hatte Tigerseele ihren Kopf im Strohnetz. Wenn ihr mal nicht frisst, was macht ihr dann?, überlegte ich mich mit einem grinsen auf den Lippen. Als die beiden verstaut waren rief ich meine Mutter her. Ich zuckte mein Handy und fotografierte die Beiden als sie sich beschnupperten. Mum wann kommst du den endlich, schrie ich in Richtung Stall. Komm schon, kam mir ihre ziemlich kurze Antwort entgegen. Als meine Mutter wieder da war, stieg sie in unseren Jeep und fuhr los. Ich saß neben ihr und war schon total aufgeregt was passieren würde wen wir dort sind? , ob es unseren Pferden gefällt? , ob sie gutmütiger werden?. Es waren so viele Fragen mit denen ich meine Mutter während der Autofahrt durchbohrte. Ruhe jetzt wir sind gleich da, fuhr mich meine Mutter an und deutete auf das Schild. Nach der 30 Minuten langen Autofahrt waren wir endlich angekommen. Freundlich begrüßten uns die älteren Leute den dieses Gestüt noch gehört. Wir gehen jetzt ins Altersheim, aber freut euch nicht zu früh, wir kommen noch mal vorbei, sagten sie zu uns und liefen auf die Straße wo ein kleiner PKW stand. Tschüss, schrieen sie nochmals über die Straße und stiegen dann ein. Hier stinkts, gab ich von mir und lief auf den Stall zu. Bis jetzt war ich noch nicht so begeistert. Ja das war ein alter Kuhstall den sie umgebaut haben und einige Boxen hineingestellt haben, erzählte mir meine Mutter die währenddessen mit ihrem Schlüssel herumspielte. Ich durchsuche mal den Stall, meinte ich zu ihr und entfernte mich von meiner Mutter. Der Stall war schön groß aber außen hingen Spinnenweben und insgesamt sah der Stall ziemlich unbenutzt aus. Ob Spott on schon da ist?, fragte ich mich und öffnete die große hölzerne Stalltür mit einem quietschendem Ton. Im Stall war es düster und ziemlich verstaubt. Ach du Scheiße, da hab ich ja was zu arbeiten, meinte ich total erschrocken zu mir. Ich lief zu den verstaubten Fenstern um sie zu öffnen. Als wenige Sonnenstrahlen in den Stall fielen lief ich hinaus um einen Besen zu hohlen. Mum, lass Sanny und Tiger lieber noch im Hänger oder lass sie mal raus auf die Weide, schrie ich ihr zu und verschwand wieder im Stall, den ich nun putze. Als meine Mutter mir nach einer viertel Stunde eine Flasche Limonade brachte meine sie: Wow, du hast ja schon ganz schön gearbeitet. Dabei zeigte sie auf eine große Stelle die Blitzeblank war. Ich bin gerade dabei Tiger und Sanny auf ihr Paddock zu bringen und dann mich mal im Haupthaus umzuschauen, meinte meine Mutter zu mir und verlies wieder den Stall. Als sie drausen war hörte ich ein lautes Husten. Ich begann zu lachen und putze weiter. Ab und zu nahm ich mal einen Schluck meiner Limo. Nach genau 2 Stunden und 4 leeren Limonaden war der Stall sauber und glänzte wie sie ihn noch nie gesehen hat, jetzt fiel mir erst auf das er riesengroß war. Die 50 Boxen in dem Stall waren sauber nur noch ohne alles. Die Paddocks waren voller Graß und auch riesig. Für die Fohlen gab es einen eigenen Stall. Meine Zuchtpferde bekamen auch einen eigenen Stall. Die Milchküche wurde der Fohlenstall und der Ochsenstall wurde der Zuchtstall. Am Tagesende war alles sauber und meine zwei Barockpintostuten konnten ihre Boxen beziehen. Der dick eingestreute Bodenbelag war Stroh und ein bisschen Sägespähne. Als ich die Tür zu denn einzelnen Paddock öffnete rannten die beiden sofort heraus. Was ich total toll fand, war das ein schmaler weg von jedem Paddock auf die jeweilige Weide führte. Die ersten 25 Boxen und Paddocks führten auf die Stuten Weide Nummer 1. Die andere Hälfte der Boxen auf die Hengst Weide 1. . Nur ein Zaun hinderte die beiden auf die Weide zu rennen die noch ziemlich verdreckt war und zusammengetrampelt, wie ich mir dachte war das Wasser sicherlich auch noch nicht eingefüllt. Als es langsam Düster wurde schloss ich die Paddocks zu und gab meinen zwei Neuankömmlingen Wasser und ihr Abendbrot. Als die beiden Barockstuten mit ihren Köpfen in ihren vollen Trog versanken lief ich zu meiner Mutter die das Gutshaus putze. Ich bin fast fertig, heute können wir hier schon übernachten, zwar noch auf dem Sofa aber wir können uns es ja gemütlich machen, meinte sie zu mir und legte ihren Arm um mich. Ähm ja total gerne, aber ich wollte die Weide noch schnell machen damit sie dann morgen schon hoch dürfen, gehst du mit?, fragte ich sie und nahm ihren Arm von meiner Schulter. Mama nickte und zog ihre Gummistiefel an. Als wir oben auf der Weide waren stockte uns der Atem. Wie lange hier keine Tiere mehr drauf waren?. Das Graß war Kniehöhe und der Boden steinhart. Mit weiten Schritten lief ich auf den Wassertrog zu. Lecker, murmelte ich und strich mit meinem Finger über den verstaubten Stein. Mum, hohl mal Wasser und am besten einen Riesen großen Anhänger voller Wasser, schrie ich ihr zu und begann mit der kleinen Kehrschaufel den Trog aus zu putzen. Hier liebes, meinte meiner Mutter zu mir die mit dem Wasser schlauch ankam. Feuer marsch, brüllte ich runter zu meiner Mum die den Wasserhahn betätigte. Plötzlich spitze Eiskaltes Wasser aus allen Enden des Schlauches heraus. Oke kannst wieder ausmachen, schrie ich abermals herunter als der Trog mit Wasser überfüllt war. Hier bin ich fertig, meinte ich zu meiner Mum als ich mich auf den Weg runter machte. Ich geh noch mal schnell zu meinen zweien, um zu schauen wies ihnen geht, ich komm gleich nach, meinte ich zu meiner Mutter die zielstrebig auf das Haus zu lief. Na ihr zwei Süßen, murmelte ich ihnen zu und tätschelte sanft die Köpfe meiner beiden. Leise schnaubten sie gleichzeitig und senkten abermals ihre Köpfe. Dann will ich euch lieber nicht stören, gute Nacht, meinte ich liebevoll zu ihnen und warf ihnen einen Luftkuss zu. Ich lief zum Gutshaus, wo ein helles Licht brannte. Bin wieder da, den beiden gehts gut, meinte ich zu meiner Mutter und lief ins Wohnzimmer um mich Schlafen zu legen. Die 3 Couchs waren schön groß und ich konnte mich richtig breit machen, die Decken waren auch super anpassungsfähig. Gute Nacht, meinte ich schläfrig zu meiner Mutter und gab ihr einen Kuss. Ich schloss meine Augen und schlief ein.

      2ter Tag.

      Ich öffnete meine Augen. Wo bin ich ?, Was such ich hier?, fragte ich meine Mutter und rieb meine Augen. Wir sind hier auf dem Gestüt Freak Tide, weist du nicht mehr?, sagte meine Mutter mit einem lächeln zu mir. Ja klar, gab ich von mir und stand auf um mich umzuziehen. Heute hohlen wir noch Brushes und Chitika, damit die sich hier auch einleben, meinte sie zu mir und warf mir eine Jogginhose zu. Als ich diese Hose anhatte und ein T-Shirt drübergezogen hatte lief ich in die Küche um erstmal mir Schüsseln zu suchen, wo ich mein Müsli essen konnte. Als ich die Schüsseln hatte suchte ich Milch, Löffel und das wichtigste die Cornflakes. Mum wo sind die Cornflakes ?, meinte ich zu ihr und sah sie schief an. Hier sind sie doch, meinte meine Mutter zu mir und deutete auf die Helle Packung der Nougat Bits, meine liebsten. Als ich alles bereit hatte machte ich mir mein Müsli und begann es zu essen, als ich nach einer halben Stunde, samt suchen fertig war lief ich hinaus zum Auto wo meine Mutter schon auf mich wartete. Gedulde dich, ich muss den beiden noch ihr Frühstück geben, meinte ich zu ihr und wendete auf dem Absatz um in die Futterkammer zu laufen. Finde es aber schneller, sagte sie lachend zu mir. Ich nickte gelangweilt und joggte zu der Futterkammer um ihre Ration Heu und Hafer zu hohlen. Hier esst es ruhig auf, ich hohle schnell mit Mama Chitika und Brushes, meinte ich zu den beiden die, als sie ihr Essen hatten sofort begannen zu fressen. Ach ja ignoriert mich, meinte ich zu ihnen Stur, kurz darauf lief ich hinaus zum Auto und sprang auf den Beifahrersitz. Es kann los gehen, murmelte ich meiner Mutter zu und schnallte mich an. Wie gefällt es dir hier?, wie gefällt es den Pferden?, fragte meine Mutter mich. Also mir gefällt es hier super, ich mag die Landschaft und das Riesen Große Gelände, den Pferden denke ich auch das es ihnen hier gefällt, was die hier haben ist ja wirklich Luxus pur, Paddocks für jedes einzelne die Weiden sind super schön und das Graß ist hier sicherlich ziemlich saftig, die Boxen sind auch ziemlich groß und ich glaube den Fohlen gefällt es am meisten, ein total Spielplatz mit viel Graß und alles anderem, gab ich ihr als Antwort. Ja so sehe ich es auch, obwohl wir sicherlich eine Heiden Arbeit haben werden, wie gefällt dir eigentlich die Idee einen Reiterhof mit Reiterferien, Kutschfahrten und Ponyführen zu machen?, fragte sie mich. Was wirklich, so was willst du machen, ja ich freu mich total, das wird sicherlich super und den Pferden gefällt es auch wenn sie jeden Tag betüttelt werden, mit der Arbeit hast du aber recht, wir müssten uns wenn Bungalows bauen wo die Kinder dann übernachten können, am besten einmal Mädchen und einmal Jungs, meinte ich zu ihr. Ich war gerade total in meinem Element, sodass wir fast unsere Ausfahrt übersehn hatten. Als wir an unserem alten Gestüt ankamen sah ich schon die Käufer die es kaufen wollten. Hallo, sagte ich nett zu ihnen. Guten Tag, meinte auch das Junge Ehepaar zu mir die aus dem Stall eine Tannenbaumzucht machen wollten. Ich schob meine Mutter zu dem Paar und lief in den Stall wo Chitika und alle anderen mich fröhlich begrüsten. Ich brauch dich, Chitika und dich Brushes, meinte ich zu den Beiden Stuten die nicht weit auseinander Standen. Meine kleine Schwester kam angerannt und half mir sofort bei Putzen der beiden. Anschie, kommst du mal bitte, schrie mich meine Mutter her. Ja was los ?, fragte ich sie die immer noch am reden war. Die Familie Mayer, meint gerade das sie ein Auto haben das auch 2 Pferde ziehen kann, dann sind wir schneller fertig und ihr könnt dann mit dem Pflanzen der tannenbäume anfangen, meinte sie zu mir. Ja super Idee, ich lass schnell Alufolie und Angel Eyes putzen, die können sie dann mitnehmen, meinte ich zu der Familie Mayer, die mir ziemlich Sympathisch rüber kam. Gina, putz mal bitte Angel und Alu, meinte ich zu ihr und stieß sie sanft weg und meine Chitika und die hübsche Brushes zu putzen. Als die beiden glänzten packte ich sie in ihre Transportgamaschen ein und flechtete ihre Mähne zu kleinen Kringeln. Als Chitika als erstes fertig war brachte ich sie in unseren Hänger. Die Familie Mayer war auch schon wieder da und ich betrachtete mit geübtem Auge den Boden des Hängers. Als Chitika in dem Hänger stand tätschelte ich ihren warmen Hals und band sie an der Gummistange fest, kurz darauf schloss ich die andere Gummistange hinter ihr. Kurz gab ich ihr einen klaps auf ihren Po und lief in den Stall um Brushes zu hohlen, die auch schon fertig geputzt und eingeflochten war. Als auch sie Mühelos in den Hänger marschierte und alles verriegelt und verschlossen war tätschelte ich auch sie und hing den Beiden ihr geliebten Heunetz in den Hänger. Lasst es euch schmecken, rief ich ihnen zu. Genau in diesem Augenblick kam meine kleine Schwester mit Alu und Eyes zum Hänger gelaufen. Alu kannst du rein führen, die liebt Hängerfahrten, meinte ich zu ihr und nahm Angels Eyes aus ihrer Hand. Wie auch bei meinen Beiden waren die Mähnen eingeflochten und die Schweife hochgesteckt. Die Transportgamaschen waren auch richtig herum drauf und ziemlich Fest. Ich tätschelte die Schulter meiner Schwester die wieder aus dem Hänger gelaufen kam. Hast du Alu festgebunden?, fragte ich sie und starrte auf den Hänger. Ja hab ich Ansch, gab sie als antwort, Darf ich Angels auch noch reinführen?. Ich nickte und sah nochmals ob auch wirklich alles fest war. Als Eyes auch endlich im Hänger stand lobte ich die beiden und hing auch wie bei den zwei Großpferden das Heunetz herein. Ruhe dadrüben, murmelte ich den Chitika und Brushes zu die wie wild in dem Hänger rumarbeiteten. Ich klatschte mit der flachen Hand gegen den Hänger und stieg dann auch schon in das Auto von der Familie Mayer ein. Ich unterhielt mich mit der Marina, die auch Frau Mayer hieß. Also was wollt ihr alles machen?, fragte sie mich. Also eine Zucht auf jeden Fall, und dann noch einen Ferienhof, Ponyreiten und Kutschfahrten, was uns halt noch so einfällt, meinte ich zu ihr. Ach, Ponyreiten, Kutschfahrten und Sommerferien, sind ja Interessant, meine Tochter würde da sicherlich mal hin, und die Kutschenfahrt können wir als Hochzeitskutsche nehmen, meinte sie zu mir und fuchtelte wie wild mit ihren Armen herum. Ja das ist ja ne total coole Idee, von mir aus würde das klappen, ihr könnt euch ja mal mit meiner Mutter in Verbindung setzten, wir brauchen gute Kunden, die uns bei guter Arbeit sicherlich auch mal weiterempfehlen, meinte ich zu ihnen. Die beiden fingen an zu lachen und meinten: Super Kauffrau. Ich grinste und zeigte ihn den Weg zu unserem Hof. Als wir endlich ankamen berichtigte ich meiner Mutter das Ereignis im Auto. Auch sie begann zu lachen und wendete sich wieder zu der Familie Mayer. Ich dagegen lud Chitika, Brushes, Eyes und Alufolie aus. Als die vier Pferde endlich wieder auf festem Boden standen klopfte ich sie und brachte sie in ihre Boxen die auch schon fett eingestreut waren. Dankeschön Herr und Frau Mayer, meinte ich zu ihnen und lief in die Futterkammer um meinen 4 Zuchtstuten ihr Essen zu geben, wie auch die zwei Barockstuten bekamen sie Heu und Hafer. Mama, willst du wieder welche hohlen?, fragte ich sie und bohrte mit meinem Fuß in dem Schotter herum. Ja, welche wünscht du denn?, fragte sie mich. Fee, Yanetha und Shopping, meinte ich mit einem freudigen Ton zu ihr. Da muss ich ja zweimal fahren, oder du vertraust Shopping Marina an. Ja kann sie gerne machen, sagte ich in die Runde. Marina nickte und stieg wieder mit ihrem Freund in das Auto ein. Mama stieg auch in ihren Jeep ein. Kurz darauf waren die Autos weg, sie hatten eine riesen große Staubwolke hinter sich gelassen. Fröhlich hüpfte ich wieder in den Stall, diesmal sah ich mich mal genauer bei den Paddocks um. Tigerseele und Sanny IV lies ich auf ihre Paddocks, meine anderen vier Stuten sahen ganz eifersüchtig rein. Ihr dürft doch auch noch raus, immer mit der Ruhe, flüsterte ich ihnen zu. Die großen Paddocks meiner zwei Schecken waren super sauber, und die beiden hatten genügend Graß und Wasser. Jetzt seid ihr dran, murmelte ich Alufolie und Angels Eyes zu. Die zwei Ponies sahen mich mit großen Augen an als ich ihre Paddocks begutachtete. Als ich auch bei diesem Paddock feststellte das alles super war, und genügen Wasser in den Trogen war lies ich als erstes meine kleine Alufolie heraus. Die Miniature Horse Stute blähte ihre Nüstern und tänzelte verwirrt auf der Stelle. Stell dich nicht so an, hob raus mit dir, grummelte ich ihr zu und gab ihr einen Klaps auf die Hinterhand. Die Pupillen meiner Stute erweiterten sich Schlagartig. Mach mal kein so ein Aufwand hier, brummte ich ihr zu und kraulte die warme Stelle unter ihrer Mähne. Ich merke am Hals wie sie sich entspannte und den ersten Fuß auf das Graß stellte. Geht doch, ganz fein, meinte ich zu ihr und kraulte sie weiter, bis sie mit allen Beinen auf dem Paddock stand. Alu senkte ihren Kopf und begann kraftvoll das Graß aus dem Boden zu reisen. Ich lass noch schnell deine Eyes raus, murmelte ich ihr zu und kletterte unter dem Zaun durch in das andere Gehege. Eyes scharrte schon aufgeregt mit ihrem Huf, und hämmerte gegen die Boxentür. Aufhören!, schrie ich zu ihr und patschte gegen ihre Stirn. Ängstlich warf sie ihren Kopf hoch, kurz darauf senkte sie ihn wieder und sah sich um. So bist du eine Feine, meinte ich zu ihr und öffnete die Boxentür, somit sie auf ihr Paddock kann. Sofort bockte sie und schüttelte ihren Kopf wild herum. Du bist mir schon so ein Witzpony wirklich, meinte ich zu Alufolie die nun gerade so abspackte wie Angel Eyes. Tüüüüüt Tüüüüüüüüüt, ertönte es aus der Hofeinfahrt. Mit großen Schritten sprang ich dorthin, meine Mutter und Das Paar Mayer waren wieder da, ich hörte auch schon das ruhige schnauben und wiehren meiner geliebten Stuten. Hastig begrüßte ich die drei und joggte dann kurz danach in den Stall um die Boxen zu öffnen und das Stroh etwas zu verteilen. Die drei sind draußen, kommst du bitte abholen, schrie mir meine Mutter zu. Gleich, entgegnete ich ihr und öffnete die Paddockboxen. Hastig lief ich zu den Trögen und sah wie viel Wasser in diesen war, es war genügend drin. Die Sonne hatte dann trotzdem nicht so viel aufgenommen wie ich dachte. Als ich bei meiner Mutter angekommen war nahm ich Fee, die wieder wunderschön glänze und Yanetha in die linke Hand, in die Rechte nahm ich meine etwas komplizierte Warmblut Stute I Like Shopping. Bei allen dreien standen die Ohren senkrecht nach Oben und die Augen waren weit aufgerissen, sowie die Nüstern in voller Pracht gebläht. Als ich meine zwei Gangpferde in ihre Boxen gebracht hatte tätschelte ich den Schweißgebadeten Hals meiner veredelten Stute. Alles oke, hier ist dein neues Heim, summte ich ihr zu und brachte sie dann auch in ihre Box. Als ich das Halfter abgemacht hatte sprang Shopping sofort hinaus auf ihr eigenes Paddock und begann zu fressen. Fee und Yanetha begutachteten noch eine Weile ihre Box bis sie den Ausgang gefunden hatten und nun die Paddock Welt begutachteten. War die fahr ordentlich, oder haben sich meine kleinen angestellt wie sonst was?, fragte ich meine Mutter. Alles oke, jetzt brauchen wir nur noch die Ponies, Hengste und unsere Stallpferde, entgegnete sie mir. Ich hab eine Idee, flüsterte ich meiner Mutter zu und begann ihr von meiner Idee zu erzählen. Als ich fertig war mit reden nickte sie fröhlich und deutete auf den Hänger und die Pferde. Aber heute machen wir das nichtmehr, es ist schon so späht, ruf doch morgen mal deine Freunde an, meinte sie zu mir und wendete sich ab zu dem Stutenstall. Ich nickte und meinte noch zu meiner Mutter das sie die Stuten in die Boxen steckten sollte und ihnen das Essen und die Heuballen geben soll. Als meine Mutter in dem Stall verschwand huschte ich in unser Haus und zog mein Handy heraus. Lea, wo steht Lea verdammt, ich drückte wie wild auf meinen Handytasten herum, bis ich sie ziemlich weit oben in meinem Adressbuch fand. Hey Lea, hast du morgen Zeit?, fragte ich sie, dabei legte ich mich schon mal auf die Couch. Ja hab ich, entgegnete sie mir, warum denn?. Ich grinste verlegen. Nach ein paar Wortwechseln erzählte ich ihr dann meinen Plan. Da bin ich dabei, meinte sie Schlüssig. Wir beredeten noch wann und wo. Als meine Mutter wieder durch die Tür kam verabschiedete ich mich von ihr und lag auf. Wer war dass?, fragte sie mich neugierig. Lea, antwortete ich ihr kurz. Hektisch schrieb ich noch eine Massen SMS an Jenny, Gina, Kim, Franzi und Sophie. Hey meine lieben, habt ihr Morgen Zeit, ich brauch eure Hilfe, bei dem Umzug von meinen Zuchtpferden, stand in der SMS. Als ich gerade mein Handy ausschalten wollte kam die erste Rückmeldung von Jenny : Ich hab Zeit, die Idee ist Hammer mäßig. Gute Nacht, murmelte ich meiner Mutter zu die noch wild in der Küche herumhantierte. Ich zog meine Decke höher und schloss meine Augen. Ich liebe es hier, summte ich in meinen Gedanken bis ich einschlief.

      3ter Tag.


      Diesmal war ich schon richtig früh auf den Beinen. Oh man, Angie, weist du wen wir vergessen haben ?, meinte meine Mutter mit trauriger Stimme zu mir. Wen ?, fragte ich sie sofort. Na Kotzelinchen, meinte sie zu mir und tätschelte meinen Kopf. Shit, schrie ich und hüpfte zum Kleiderschrank. Kurz darauf hatte ich schon eine Jogginhose und ein T-Shirt an. Diesmal wusste ich sogar wo mein Müsli war. Als ich die ganzen Utensilien hatte begann ich mein Müsli zu verspeißen. Ich fahr mal Kotzi hohlen, entgegnete mir meine Mutter und verlies das Haus. Durch das gekippte Fenster sah ich wie sie zu dem Auto lief und wegfuhr. Ich sah auf die Uhr. Es war 9:12. Die perfekte Zeit mein Handy an zu schalten. Ich lachte. Ziiiieeeeeeep Zieeeeeeeep, mein Handy vibrierte. Geschockt sah ich auf das Display. Sie haben 4 neue Nachrichten. Ich riss meine Augen auf und las den Text nochmals. Sie haben 4 neue Nachrichten. Ich grinste verlegen und klickte die erste an, diese war von Sophie. Klar komm ich, ich freu mich drauf dich zu sehen ;*. Fröhlich lachte ich los und öffnete die zweite die von Franzi war Heey, Mausi, ich freu mich total. Kommt Sophie und Jenny auch ?. Wird sicherlich voll Cool, bis später. Ich liebe dich ;*. Ich musste mehr grinsen. Das wird sicherlich total lustig, dachte ich und las die andere SMS vor. Challow, Anschay, Deine Kimy kommt, sie hat sehnsucht nach dir, Wie gehts dir so ?, Urlaub war schön, bis dann ;*. Ich lachte los. Immer diese Küssmunde. Jetzt las ich die letzten von Gina vor. Hey, ja ich komm, liebe dich :*. Ja alle kommen, das wird so schön, meinte ich und sprang vom Essstuhl auf. Hastig verlies ich das Haus und rannte in den Stall wo meine Stuten schon Sehnsüchtig auf ihr Frühstück warteten. Jetzt Essen, danach Arbeiten, murmelte ich jeder Stute zu als ich sie liebevoll mit einem Kuss begrüßte. Wie jeden Tag bekamen sie auch heute eine Hand voller Hafer und ganz viel Heu. Als die Pferde versorgt waren öffnete ich die Paddocktüren. Wie angewurzelt blieben alle stehen und aßen ganz relaxt weiter. Gleich kommt Kotzi, dann mach ich schon mal ihre Box. Ich öffnete die dritte Box und streute sie mit einer ziemlich Dicken Schicht Stroh ein, ziemlich weit vorne schüttete ich etwas heu rein und dann füllte ich ihren Trog mit Hafer. Als die Box fertig war, begutachtete ich nochmals die Tränke und säuberte diese. Ja in diesem Moment war mir wirklich gerade ziemlich langweilig. Auf dem Weg zur Stallgasse öffnete ich die Boxentür von Kotzelinchens Box. Wie lang dauert den dass, grummelte ich vor mich hin. Ich lief auf die Paddocks, hoch zu Weide. Kurz darauf öffnete ich das Weidengatter und lies meine Stuten hinaus auf die Weide. Elegant hopsten diese Ihr Paddock ganz hoch , als sie bemerkten das das Gatter offen war preschten sie ziemlich temperamentvoll auf die Weide, alle außer meine Kleine Alufolie. Na komm schon, Weiden kennst du doch, flüsterte ich ihr zu und zog sie an ihrem weichen Maul etwas voran. Stur stemmte sie ihre Hinterbeine in den Boden. Bist du jetzt Shopping ?, also Neeiiin, murmelte ich ihr zu und gab ihr einen Klaps auf den Po. Alufolie erschrak und sprang regelrecht in die Weide. Ich grinste und verschloss das Gatter. Abermals sah ich meinen Stuten hinterher. Viel Spaß, ihr Sturren Esel, schrie ich auf die Weide und sah dabei ganz besonders Alufolie an die mit Angel Eyes herumtollte und I like Shopping die sich gerade richtig schön in einer Matschpfütze welzte. Shopping, ich putz dich nicht, drohte ich ihr. Genau in diesem Augenblick kam meine Mutter mit Kotzelinchen an. Fröhlich sprang ich meiner Lewitzerstute an den Hals und kraulte ihr weiches Fell. Die Box ist schon gemacht, alles fertig, meinte ich zu meiner Mutter und riss ihr voller Freude den Strick aus der Hand. Na Kotzi, komm schon, flüsterte ich ihr zu und zupfte an ihrem Strick. Fröhlich wieherte sie und lief dann eifrig vorwärts. Als Kotzi in ihrer Box stand und sich mit großen Augen umschaute, deutete ich auf ihren Trog der bis oben hin gefüllt war. Abermals tätschelte ich den warmen Hals meiner Stute. Je Taime, flüsterte ich ihr lachend zu. Du hast hier auch ein Paddock wo du raus kannst. Ich sah sie an und kurz darauf die offene Tür. Mami, ich hab mal die Stute auf die Koppel gelassen, schrie ich ihr zu und verlies Linchens Box. ok, entgegnete mir meine Mutter. Hey Anschi, begrüßte mich meine Freundin Sophie, die wohl jetzt schon angekommen war. Schön hast dus hier. Ja ich weis, mir gefällts hier auch total, und den Stute bis jetzt auch. Also was machen wir hier noch mal?. Wir?, fragte ich sie. Naja ich hab Franzi, Lea und Jenny gesehen, die sind noch auf der Hauptstraße mit ihren knalligen Fahrrädern unterwegs. Achso, na dann kann es ja nicht mehr lang dauern, meinte ich zu Sophie. Welches Pferdchen willst du dann eigentlich reiten?, fragte ich sie und stellte mich fröhlich neben Sophie doch überlegte. Also, ähhhhhm, naja ich weis nicht so genau, aber ich glaube mal dass ich die Slim Shady reiten will, gab sie als Antwort zurück. Oke können wir machen, dann soll meine Mutter Close To Hell und Magic Eye im Hänger rüber fahren, murmelte ich ihr zu. Endlich kamen meine anderen Freundinnen an und wir fuhren los auf unseren Alten Hof. Die Autofahrt war sicherlich auch ziemlich mit das beste vom Tag. Da nicht alle in unseren Jeep passten mussten manche illegal im Kofferaum oder im Hänger mitfahren. Alles oke Franzi, schrie ich ihr zu. Franzi war die einigste die im Kofferaum war. Jap alles in Ordnung, und danke der Nachfrage, mir gehts gut. Wir begannen lautstark zu lachen. Mum schreist du mal bitte was in den Hänger, durch das Mikrophon. Wir hatten den neusten Hi-tech Hänger der auf dem Markt war. Mit eingebauter Kamera und Mikrophon. Mach du doch, murmelte sie mir zu und streckte mir das kleine, süße, schwarze Mikrophon in die Hand. Hey ihr Luschen, wie gehts euch, nicht wackeln Atmen, uns gehts gut, wir haben hier Dounats und lecker Cola, na was habt ihr, haltet es doch in die Kamera, gab ich von mir. Als ich das kleine schwarze Ding wieder an seinen Platz stellte drückte ich auf den Video Knopf, um zu sehen was die drei da hinten machten. Wie wild, winkten sie in die Kamera und verteilten Luftküsschen. Verrückte Hühner, summte ich meiner Mutter und Franzi zu und lehnte mich in meinen Sitz. Ich war ziemlich erstaunt wie schnell das Ging, das letzte Mal hat die fahrt viel länger gedauert. Ich rieb meine Augen und joggte zum Hänger um meine 3 wilden Pferde heraus zu lassen. Wüühüühüü, gab Sophie von sich und scharrte mit ihrem Fuß. Als Lea mitmachte, lies Jenny auch nicht mehr lang auf sich warten. Ihr habt Probleme, meinte ich zu den dreien als sich mit Hand auf dem Bauch, vor lachenherausspazierten. Komm auf gehts, wir müssen die Pferde putzen und einflechten, dann teil ich die mal schnell ein. Also ich nehme Muemmi, Sophie wollte Slim Shady, dann bekommt Jenny Patience und Franzi und Lea nehmen Achaté und Winie, Casanovas Wife nehme ich noch, da sie dann mein Handpferd wird. Und was ist mit den zwei Pasos, fragte mich Lea. Die nimmt meine Mutter mit, gab ich zurück. Aber die können wir doch als Handpferd nehmen und dann kann deine Mutter die Fohlen hinfahren, meinte Jenny die sich nun auch mit einmischte. Das ist eine Idee, summte ich und lief zu meiner Mutter um ihr Ah Hobbit und Sure Voice anzudrehen. Super Idee, putz doch mal eure Pferde und dann kann es los gehen, meinte meine Mum zu mir. Auf gehts putzen ist angesagt, schrie ich meinen Freunden zu. Alle liefen zu ihren Pferden. Ich lief mit großen Schritten auf meine edle Muemmi zu. Leise schnaubte sie mich an und ich fühlte ihren warmen Atem an meiner Schulter. Gutmutig strich ich über ihren schönen dunklen Kopf und gab ihr einen sanften Kuss auf ihr Samtweiches Maul. Sie schloss die Augen und schnaubte nochmals. Fein, du bist die beste, schmunzelte ich ihr zu und lief in die Sattelkammer um ihren bequemen Sattel und das weiche Gebiss und die Trense zu hohlen. Jetzt gehts los, meinte ich zu ihr und Sattelte sie. Mit Sattel aber immer noch gehalftert stand sie auf der Stallgasse. Seit ihr fertig?, fragte ich meine Freundinnen die auch schon mit ihren gesattelten Pferden da standen. Jo, aber ich muss noch wegen meinen Handpferd schauen, meinte Franzi zu mir und lief auf Casanova zu die noch in ihrer Box stand. Dann helft mir mal bitte alle, dann sind wir schneller fertig und der Ausritt kann länger dauern, meinte ich zu ihnen und lief hinter Franzi zu Casanova um sie zu putzen. Sophie lief in die Sattelkammer um den Sattel und die Trense meiner Stute zu hohlen. Lea und Jenny halfen mir beim Putzen und wir waren ruckzuck fertig. Als wir alle auf unseren Pferden saßen und ich Casanovas Wife mit dem ganzen Zubehör neben mir stehen hatte tätschelte ich nochmals den Hals meiner Beiden Stuten und nahm den langen Strick von Casanova in die Hand. Auf gehts, meinte ich zu meinen Freundinnen und trieb Muemmi und Casanova auf den Hof und auf den schönen, Graßbedeckten Trampelpfad der an einen schönen Fluss vorbeiging. Wir hatten alles dort was wir brauchten, sogar eine Rennstrecke, einen Wald und natürlich den Fluss. Wollen wir starten?, fragte ich meine Freundinnen die die Zügel ihrer Pferde aufnahmen und sie in den Trab trieben. Ja logisch, ich will rennen, schrie Sophie mir zu und zupfte an dem Zügel ihrer Schwarzen Stute. Alle nahmen Tempo auf und als wir auf einer gleichen Höhe waren drehte ich mich noch mal um. Meine Mutter rollte gerade weg. Tschüss alter Hof, murmelte ich und konzentrierte mich auf meine zwei Pferde. warum Tschüss, die Ponys sind doch noch da, widersprach mir Jenny. Wollen wir die mitnehmen, fragte ich meine Freundinnen die wieder die Zügel locker ließen und schon ihre Pferde abwendeten. Ja dann sind wir schneller fertig. Wir wendeten unsere Pferde rum und trabten auf den Hof. Mama hohlt mich gleich ab, meinte meine kleine Schwester zu mir die auch schon reiten konnte. Nein ruf du mal bitte Mam an und sag ihr das du mit uns gehst, flüsterte ich ihr zu und stieg ab um in den Ponystall zu rennen. Meine Freundinnen folgten mir schnell. Dann lass uns mal die Pferde putzen und nur Winterlove Satteln, meinte ich groß zu ihnen und deutete auf den hübschen Welsh. Mama hat gesagt wir sollen dann nicht so schnell machen, aber ist doch egal, ich kann ja galoppieren wenn du mir Winter gibst und irgendein Handpony, widersprach sie meiner Mutter und joggte auf die Box zu um uns zu helfen die Pferde zu putzen. Dann nimmst du noch Glenn oke?, meinte ich zu meiner kleinen Schwester die heftig nickte. Dann teil ich mal die Handponys ein, ich würde sagen dass du Franzi Plastikmesser und Lisha nimmst, da du auch Achaté hast die ziemlich schnell ist würde das ja passen, wenn dir die zwei rum zicken lass den Strick los, die folgen uns, Dann nimmt Sophie Cica und Weltmeyer, die sind auch ganz brav, aber bei denen darfst du wenn den Strick von Cica loslassen, wenn du den von Weltmeyer loslässt sind die weg, Nun haben wir noch Lea und Jenny, Lea nimm du doch bitte Did it Again und Kommandant Jay-Jay, hier bitte wenn nur von Did loslassen, da Jay noch nicht so ganz alt hier ist und meine Jenny nimmt dann wohl Amiably und Eratic hier am besten gar keinen loslassen, meinte ich zu den Mädchen die zu ihren Box rannten. Und was ist mit Glenns Caress?, fragte mich meine Schwester. Ja den nimmst du, aber du musst aufpassen, am besten du bekommst eine Longe an den Sattel von Winter gebunden, erzählte ich ihr und lief mit ihr zu der Box von Glenn um ihr beim putzen zu helfen. Winterlove stand schon gesattelt auf der Stallgasse und die anderen Ponys waren auch schon fertig geputzt und bepackt mit ihrem Halfter und dem Strick. Ich sah mich noch mal um und half dann meiner Schwester hoch auf ihr Ross, dem kleinen Winter. Fröhlich bedankte sie sich bei mir und half mir die Longe um den Sattel zu binden. Als alles setzte und meine kleine die Longe in der einen hand hatte und die Zügel in der anderen lief sie im Schritt mit den beiden vor. Als wir nun alle auf unseren Pferden saßen und die Zügel aufgenommen hatten trabten wir auf den Waldweg. Das Wetter spielte heute wunderbar mit, schöner Sonnenschein, aber nicht zu heiß, perfekte 26 °C. Die kleinen Ponys trotteten uns liebevoll hinterher. Ansch, darf ich neben dir reiten?, fragte mich meine kleine Schwester und trieb Winterlove an. Ja komm her, aber jetzt wo du es sagst, komm wir schauen mal wie jeder mit seinen Pferden umgehen kann, schrie ich fröhlich in die Runde und meinte zu meiner Schwester: Trab doch mal an, das du mit Winter zurechtkommst weis ich ja aber ich weis nicht wie du mit Winter und Glenn zurechtkommst. Wie gesagt trieb meine Schwester Winterlove in den Trab. Glenn reagierte sofort auf ihren Schnalzer und fiel auch in den Trab. Sofort war sie im Leichttraben und Glenn hatte auch das Tempo von Winter geschafft. Dreh mal um und galopiere mal, schrie ich meiner Schwester zu. Wie als ob sie es hören würde wendete sie Winterlove und trieb ihn mit einem Heftigen Schnalzer und Wadendruck in den Galopp. Caress galopierte an und war nun auf der Gleichen Höhe wie Winter, in einem ziemlich zügigen Galopp preschten die zwei auf uns zu. Kurz vor uns stockten sie und trotteten im Trab wieder zu uns. Oke ihr habt das drauf, meinte ich zu meiner Schwester und gab Franzi das Signal das gleiche zu tun. Ihre drei Pferde reagierten super und waren stehts bei der Sache, sie konnten Sogar das Tempo von Achatés schnellem Galopp halten. Als sie wieder ankamen ließ ich mal Lea und Jenny vor. Ich, meine Schwester und Franzi ritten im Trab weiter. Bei meinen beiden wusste ich es ja das sie nichts machten. Auch bei den beiden die gerade vor uns trabten sah alles in Ordnung aus. Auch bei dem Galopp zurück war alles super. Lust auf die Galoppstrecke?, fragte ich die Herde die hinter mir hertrabte. Meine blicke Schweiften über die Gesichter der Reiter, die heftig nickten und lachten. Als jeder die Zügel etwas kürzer hatte und den Strick länger gelassen hatte fielen als erstes ich und Lea in den Galopp, kurz darauf folgten meine Schwester und Franzi. Jenny war die letzte. Mit großen Sprüngen bahnte sich Jenny von hinten an, bald hatte sie uns überholt. Wie ein Moderator berichtete ich über das Geschehen. Franzi mit Achaté und den zwei kleinen Schlingeln war nun an Platz eins und hielt sie da auch tapfer, bis aufeinmal wie aus dem nichts Winterlove und Glenns Caress anpreschten. Im leichten Sitz und einem Strahlen auf den Lippen überholte und meine kleine Schwester. Franzi reit vor und parier die durch, hier gehts gleich runter, schrie ich ihr zu und parrierte Casanova und Muemmi in den Trab. Ich kniff meine Augen zusammen um besser zu sehen was sich da vorne breitmachte. Franzi lenkte ihre Achaté vor Winter und parrierte sie in den Trab. Mist gleich ist sie vorne an dem kleinen Hügel, schrie ich mit zitternder Stimme meinen Freundinnen zu die Spannend das Ereignis verfolgten. Franzi mit Lisa kamen wieder und gesellten sich zu uns. Wir waren schon alle con unseren Pferden abgestiegen und saßen auf der schönen graßgrünen Wiese. Auch meine Pferde fanden das hier ziemlich saftig. Elegant breitete ich die Picknick Decke aus die ich in meinem Rucksack verstaut hatte. Ich hab Hunger, murmelte mir Lea zu und zog die Brotbox aus dem Rucksack, der halb offen auf dem Grad lag. Erleichtert schnaubten unsere Pferde und sanken wieder die Köpfe um etwas Graß zu fressen. Ich liebe diesen Ausritt, gab Jenny von sich und begann zu schwärmen. Fröhlich grinste ich ihr zu und bist Herzhaftig in mein Käse-Sandwich. Irgendwie hatte Jenny recht, dieser Ausritt war wirklich der schönste, Lilli gefällt es bis jetzt auch. Wollen wir weiter?, schlug Lea vor die sich genüsslich ihren Mund abwischte. Finde ich auch, ich will langsam mal ankommen, wir wollen doch sicherlich nicht die ganze Zeit galoppieren, gab Lilli von sich und stand auf, sie lief auf Winter und Caress zu die immer noch fröhlich das Graß aus dem Boden rupften. Ja, lass uns lieber los, stimmte Lea ein. Als auch Jenny und Sophie einstimmten gab ich mich geschlagen und lief ihnen gelangweilt hinterher. Als wir wieder in den bequemen Sätteln saßen lobten wir erstmal unsere Pferde. Wer will vorreiten?, fragte ich in die Runde. Sofort schwenkte Lea wie wild ihren Arm in der Luft herum und schrie dabei: Ich, Ich, Ich. Nun begann ich an zu lachen und lies mich auf den zweiten Platz fallen. Natürlich gefiel das meiner Muemmi gar nicht. Aufgeregt schnaubte sie und warf ihren Kopf wie ein Headbanger hin und her. Casanova schnaubte neben mir aber reagierte sich schnell wieder ab. Hooohla, summte ich meiner Stute zu und entspannte mich, mit der Hoffnung das Muemmi auch etwas runter kommt. Nach einigen Paraden und ein Paar Volten lief meine kleine wieder wie Geschmiert. Wollen wir unsere Pferde mal rennen lassen?, fragte ich meine Freundinnen und Lilli. Ja Gerne. Ja super Idee. Oh ja wirklich total gerne, ertönte es hinter mir. Auch von vorne hörte ich ein Ja. Also ließ ich den Strick von Casanova etwas länger und die Zügel meiner Stute auf. Kurz danach presste ich meine Waden gegen ihren bauch und trieb die beiden Stuten mit Stimme, Schnalzten und Auffordern in den Trab und als das Pärchen vor uns hinter einer großen Staubwolke verschwand auch in den Galopp. Nun waren alle im Galopp und der schöne Dreitakt der wie in einem Kanon ertönte war wunderschön, trotzdem musst ich mich auf meine zwei Stuten konzentrieren die mir genug Mühe machten. Schau mal, ist das schon das Gestüt, schrie plötzlich Lea mir zu die die Spitze machte. Ja das ist es, gleich sind wir da, meinte ich zu ihr und zu meinen Genossen hinter mir. Bei jedem Schritt näher zu dem riesigen Gestüt wurde mein Lachen immer größer. Lilli und alle anderen hinter mir gesellten sich nun zu mir und in die Erste reihe. Natürlich wollten sie auch das Gestüt betrachten. Endlich waren wir da, aufgeregt schnaubten meine Süßen schon. Neue Luft ?, bessere?, murmelte ich ihnen zu und tätschelte beruhigend ihren Hals. Auch die anderen Pferde wurden etwas hibbelig und mussten auch nur durch Stimmte und Maulkontakt beruhigt werden. Endlich waren wir da, das schrille Wiehern der Fohlen und des laute Gebrumme von ihnen ertönte bis hierher. Als wir alle dort ankamen und unsere Pferde und Ponys in ihre jeweilige Boxe gebracht hatten, erfrischten wir uns mit einer Eiskalten Limonade. Als wir diese ausgebechert hatten standen wir wieder auf und liefen zu dem Stall. Wo nun alle Pferde da waren, sogar die Hengste, die meine Mutter geholt hatte. Ich lief etwas herum und begutachtete die Ställe um zu schauen ob alles drin lag, Viel Heu, dazu genügend Frisches Wasser und die Koppeltür sowie das Paddock musste offen sein. Nun lief ich über den Hof. Meine Freundinnen stiegen gerade in das Auto von Sophies Mutter ein. Fröhlich winkte ich c ihnen noch nach und lief dann zu dem Unkraut, was dort steht wo eigentlich schöne Tulpen blühen sollten. Mit einigen käftigen rupfern Zog in das Unkraut heraus und warf es auf einen Haufen. Mir fiel auf dass ich ganz alleine war, meine Mutter und Lisa waren Einkaufen gefahren, und meine anderen Schwestern sind im Urlaub auf La Palma, wo es ihnen sicherlich gerade ziemlich gut geht. Ein lauten Automotor Geräusch nahm mich wieder aus meinen Träumen. Es war das Auto von Arija, das mit einem ziemlich großen Hänger Geschmückt war, ob das mein Fohlen was ?. Fröhlich lief ich ihr entgegen. Heeey, Fee, begrüßte sie mich und umarmte mich dazu. Nach der kurzen Begrüßung lud sie Corräs und Chardonnay aus, zwei ziemlich Wertvolle Hengste die beide erstmal erfreut um uns tänzelten. Ich hab Wild Lady noch dabei, ich weis ja nicht wie der kleine sich benehmen wird, schmunzelte sie mir zu und hämmerte mir nett gegen die Hüfte. Ich begann zu lachen und kraulte den Kopf des Hengstes danach strich ich Chardonnay über seine muskulöse Schulter. Du ich bin in Zeitdruck, ich muss wieder, flüsterte sie mir zu und sprang in ihren PKW. Ich nahm den Hellroten Strick von den Hengsten und führte als erstes das kleine Fohlen in seine Box. Spott on, Ah Hobbit und Sure Voice begutachteten den Hengst der sich schon voll eingelebt hatte. Auch ihm streute ich reichlich heu in seine Box und öffnete das Paddock, das er sich mit Hobbit teilen musste. Eigentlich ist Hobbit ziemlich eigen aber wenn er was neues sieht dann spielt er immer groß. Ich sah den beiden noch etwas zu und drehte mich dann um, um Chardonnay in seine Box zu bringen. Genau wie orräs fühlte er sich sofort wohl und sprang wie wild in seiner Box herum. Wie ich sah verstanden sich die beiden ziemlich gut. Ohne weitere Bedenken lief ich wieder auf den Hof und sah hinüber zu der Weide wo meine Stuten wild herumspielten. Auch die Ponys sausten herum. Die Hengste standen langweilig da und grasten was das Zeig hält. Abermals kam ein Auto auf den Hof gefahren, aber wieder was es nicht meine Mutter. Mit großen Augen starrte ich Fleur an die mit einem Hänger zu mir fuhr. Hey Igof, brummte sie mir zu und winkte mich an. Sie wendete sich uns lief zu ihrem Hänger um einen Araber Hengst heraus zu holen. Mit großen Augen starrte ich den Hengst an, ein unbeschreiblich schöner Araber mit einer absolut wunderschönen Scheckung stand von mir. Desto komischer mein Gesicht wurde desto mehr fing Fleur an zu lachen. Das is Asi, er ist dein, summte sie mir zu und drückte den Strick in meine Hand. Absulut freundlich, meinte ich mit einem strahlen in meinem Gesicht zu ihr und umarmte sie, er jetzt nahm ich den Hengst. Beruhigend tätschelte ich seinen Hals. Willst du noch was, trinken, Essen?, fragte ich sie und lief eine Runde mit dem Hengst um sie und um den Hänger. Ne du danke, aber ein schönes Örtchen hast du hier, schmunzelte sie mir zu und stieg in ihren Jeep mit dem sie kurz danach weg brauste. Schönes Örtchen?, fragte ich mich und sah mich um. Ich lief mit Asis Basir zu den Hengstboxen. Der gekrönte Hengst hatte die Box neben Giacomo Casanova belegte. Als ich sein Strick entfernte und seine Paddocktür öffnete, interessierte sich der Hengst erstmals nicht für mich, das Essen war viel wichtiger. Als ich weg lief sah ich wie der Hengst fröhlich hinaustrottete. Wieder stand ich auf dem großen Hof und saß auf der Bank die eine alte Eiche umgab. Nun kam wieder ein Auto, aber diesmal war es meine Mutter. Mama ich bin so fertig, ich geh schlafen. Bring du bitte alle Pferde rein, wir haben drei Neuankämmlinge, zischte ich ihr zu und joggte in das Gutshaus um mich in meinem Zimmer auf das weiche Bett zu werfen. Ich hörte nurnoch die Tür schlagen und dann schlief ich auch schon ein.
    • Occulta
      Pferdefreuden

      Ich stand bei Frame in der Box und streichelte den mehrheitlich weissen Hengst. Er hatte sich gut gemacht in den Wochen seit er bei uns war; Die meisten Wunden waren geheilt und von dem klaffenden Loch in seiner Schulter war nur noch eine grosse Kruste sichtbar. Die Tierärztin war bei der Nachkontrolle mit dem Stand der Dinge zufrieden gewesen und hatte uns grünes Licht für die Zukunft gegeben. Wir hatten deshalb schon ein wenig mit dem Training begonnen. Er wurde im Moment longiert, als Vorbereitung auf das Einreiten. Er hatte mittlerweile auch etwas mehr Vertrauen zu uns gefasst. Dies reichte so weit, dass er sich auf der Weide einfangen liess und auch beinahe schön geführt werden konnte. Bloss beim Auftreten eines plötzlichen Geräusches oder einer schnellen Bewegung erschrak er regelmässig und testete unsere Führerqualitäten. Etwas hatte mich sehr erstaunt an ihm: Seit seiner Ankunft hatte er sich extrem an mich gehängt. Wenn ich bei ihm war, wich er nicht von meiner Seite und wenn jemand anderes ihn führte, machte er regelmässig Probleme, ausser wenn ich nebendran lief. Mit seiner eher schreckhaften Natur hatte er sich wohl mich als Chef ausgesucht, der ihn nun vor allerlei Gefahren beschützen sollte. Ich spielte meine Rolle gewissenhaft, beispielsweise stellte ich mich zwischen ihn und eine Schubkarre, als diese unseren Weg kreuzte. Mein anschliessendes Berühren eben dieses Monsters hatte ihn sogar dazu bewogen, mit der weichen Schnauze daran zu stossen, um gleich darauf zusammenzuzucken und den Rückwärtsgang einzulegen. Bei diesem Anblick musste ich jeweils schmunzeln – wie er dastand mit weit geöffneten Augen, sich beinahe berührenden Ohrenspitzen und geblähten Nüstern. Ich seufzte und sah ihn an, worauf er beinahe fragend zurückstarrte und den Kopf senkte um laut hörbar zu schnauben. „Du seltsamer Vogel.“, schloss ich und entfernte mich mit einem Klaps auf seine Kruppe aus der Box. Das grelle Sonnenlicht blendete mich einen Moment lang, als ich aus dem Hauptstall ins Freie trat. Die Schwalben kreisten hoch in der Luft, es würde also heute vermutlich nicht mehr regnen. Ab und an hörte man wieder das freudige Zirpen der Jungen, wenn ein Elternvogel mit reich beladenem Schnabel an Nest flog. Beim Eingang zum Nebenstall entdeckte ich Jonas, der gerade auf dem Beton davor wischte. Ich lief auf ihn zu und er lächelte mir mit seinen braunen Augen entgegen. „Na, läuft‘s gut?“, fragte ich frech. „Spinnst du? Es läuft doch nicht alles gut hier! Wennschon rennt alles gut!“, antwortete er, wobei er sein meisterhaftes ich-habe-dich-reingelegt-Grinsen aufsetzte. Ich lächelte amüsiert und machte mich auf zum Parkplatz, weil ich das vertraute Geräusch von Reifen hörte. Das müssen Argenté und Miami sein – dachte ich mir, und beschleunigte gespannt meinen Schritt. Tatsächlich wurde bald darauf die Klappe geöffnet und eine hübsche Welsh-Stute und ein kleines Mix-Fohlen hinaus geführt. Ich streichelte zur Begrüssung den Kopf der Stute und bewunderte ihre schönen Augen und die lange Mähne. Ihre Farbe war wundervoll dunkel und die dicken Haarsträhnen auf ihrer Stirn boten einen tollen Kontrast dazu. Sie sah sich ziemlich selbstsicher um und reckte ihren dicken Hals in alle Himmelsrichtungen. Das Fohlen schien ebenfalls ganz ruhig, es folgte auch gleich brav, als ich loslief um die beiden in ihre Boxen zu bringen. Das Fohlen kam natürlich mit den anderen Hengstchen auf die Weide, Noir kam hingegen in den Nebenstall.

      "Was ist denn hier los??", rief ich ungläubig, als ich die Halle betrat. Dort waren Lewis, Rosie und Lisa zusammen mit den Ministuten und Jacky. Sie hatten Kegel, Stangen, die bunten, aufblasbaren Bälle und ein Fahrrad in der Halle aufgestellt, wobei alles ein wenig chaotisch wirkte. Lewis machte eine elegante Handbewegung, als wollte er einen Bühnenauftritt einleiten. Daraufhin sprang Lisa geschickt zum Fahrrad und Rosie packte Goldy am Halfter. Was sich nun vor meinen Augen abspielte, liess die Zweifel von vorhin verfliegen: Lisa fuhr los, hatte zwar sichtlich mühe gegen den Hallensand anzukommen, schaffte es aber dennoch irgendwie. Rosie rannte kurz neben Goldy her, liess sie dann los und gab ihr einen Klaps auf den Po damit die Stute auch ja weiter hinter Lisa her trabte. Nun kam Jacky ins Spiel: sie jagte auf Lewis' Signal hin hinter Goldy her und sprang der Stute geschickt auf den Rücken. Dort balancierte sie, indem sie sich runter duckte, wie ich es auch schon im Winter mit ihr geübt hatte. Die beiden folgten Lisa weiterhin, die eine grosszügige Kurve fuhr und durch den Stangengang, den ich erst jetzt erkannt hatte, bog. Goldy folgte und berührte die Stange kein einziges Mal. Nun ging es weiter in einen Kegel-Slalom und danach zu den Bällen. Bei letzterem hüpfte Jacky runter und schob gemeinsam mit Goldy einen der Bälle durch ein Kegel-Goal. Als sie fertig waren rannte Rosie herbei und gab ihnen Leckereien zur Belohnung. Danach verbeugten sich die drei Pfleger symbolisch vor mir. Ich klatschte begeistert und fragte, wie lange sie schon trainiert hätten. "Approximately four months. But not every day." Ich nickte beeindruckt und fragte mich insgeheim, warum ich nie etwas bemerkt hatte. Ich fand es eine witzige Idee, und es schien eine gute Beschäftigungsmöglichkeit für die Minis darzustellen. Ich hatte zwar auch schon mit ihnen Tricks geübt, doch nie wirklich intensiv. Und natürlich für Jacky. "Können die anderen Ponys auch etwas?", hakte ich neugierig nach. "Daki lernt gerade, auf Kommando zu steigen und Queenie auch einen Ball zu rollen. Die anderen können alle lächeln.", antwortete Lisa auf Deutsch. "So so, nur lächeln.", meinte ich neckend und stellte mich vor Alu. "Dann lächle mal." und tatsächlich, mit dem entsprechenden Handzeichen von Lewis bog Alu geschickt die Oberlippe hoch und zeigte ihre schönen Zähne. Ich kraulte die hübsche Stute und fuhr mit den Fingern den Ohren entlang. Dann hüpfte Lewis in die Hallenmitte und dirigierte die Stuten vor sich in eine Reihe. Auf sein Kommando hin liefen Daki, Goldy, Alu, Diva, Queeny und Chip jeweils im Slalom nacheinander durch ihre Herdenmitglieder. nur die neue Shetty-Stute Coco schien verwirrt. "Sie ist noch nicht lange im Training dabei, genauso wie Diva, die ja eine Weile weg war.", rechtfertigte Rosie die Stute. Daki kniff ihr herrisch ins linke Ohr, als wollte sie sie anspornen. Lewis lockte Coco schliesslich aus der Reihe und kraulte sie, während die anderen nun auf Rosies Kommando hin gemeinsam rückwärts gingen. Ich klatschte und streichelte die Minis, als sie auch diesen Trick beendet hatten. Natürlich holte sich jeder noch rasch seine Belohnung bei Lewis ab. Anschliessend wurde ihnen die Halfter wieder übergestreift und ich schnappte Daki und Chip, um sie zu den Weiden zurück zu führen. Die beiden liefen brav mit und Dakis Mähne hüpfte lustig auf und ab, mit jedem Schritt. Ich beobachtete ein wenig Alus Schrittfolge, denn die hübschen, grauen Beinchen schwangen so rhythmisch im Takt. Bei den Weiden angekommen liessen wir die Minis laufen und sahen zu, wie sie sich nach und nach etwas verteilten um zu fressen. "Es ist Zeit das neue Stütchen zu holen.", fiel mir plötzlich ein. Wir hatten Goldy schweren Herzens an eine Kollegin verkauft, damit wir uns diese Anschaffung erlauben konnten. Wir wollten die Zahl der Minis nämlich eigentlich klein halten. Doch diese Stute hatte uns alle sofort überzeugt, sowohl die Pfleger, als auch mich und Jack. Rosie hatte sie an einer landesweiten Show für American Miniature Horses entdeckt und sie uns auf den Fotos gezeigt, die sie geschossen hatte. Die Stute hatte den dritten Platz im Final gewonnen und hatte eine ausgezeichnete Ahnenlinie. Ausserdem sah sie unheimlich schön aus mit ihren fast violetten Dapples. Goldy würde sich bestimmt wohlfühlen auf Jual‘s Hof, da waren wir uns sicher. Und falls sie doch aus irgendeinem Grund nicht mehr dortbleiben könnte würden wir sie wie schon Lady Diva zurücknehmen.
      Mit diesen und weiteren Gedanken fuhr ich auf der Autobahn. 'Narnia' stand irgendwo im Norden in einem bekannten Mini-Zuchtgestüt. Ich fand das Anwesen nach etwa eineinhalb Stunden fahrt und war beeindruckt von den fein säuberlich geschnittenen Büschchen und dem kurzen Rasen, aus dem kein Halm hervorzuragen schien. Ich stieg aus und sah mich um, ehe ich mich auf die Suche nach dem Hofbesitzer begab. Auf dem Gelände standen mehrere kleine Stallgebäude, deren Fassade in lebhaften Rot- und Blautönen bemalt war. Die zu ihnen führende Kiesstrasse war beinahe weiss und frei von Blättern oder ähnlichem. Es gab ausserdem einen hübschen kleinen Dressurplatz mit sehr hellem Sand. Nun betrat ich das vorderste Stallgebäude und lief durch die Gasse. Alles war vollkommen 'tidy' und aus den grosszügigen Boxen reckten mir bunte, kleine Pferdchen ihre Nüstern entgegen. Als ich etwas weiter ins Miniaturreich vordrang, entdeckte ich Narnia. Ihr Name war in kunstvoll geschwungener Schrift auf ein kleines Boxenschild geschrieben. Ausserdem hatte ich die Stute auch so gleich erkannt, denn mit ihren deutlichen Dapples stach sie aus der bunten Vielfalt besonders heraus. Ich streichelte ihre weiche Schnauze und betrachtete lange die dunklen Augen. "She's pretty, heh?", bemerkte plötzlich eine Stimme hinter meinem Rücken. Der Hofbesitzer schüttelte mir kräftig die Hand und stellte sich vor, ich tat es ihm gleich. Danach holte er Narnia aus der Box und führte sie mir vor, sodass ich mir ihr Exterieur nochmal ansehen konnte. Als ich bestätigte, dass ich immer noch grosses Interesse an ihr hatte, stellte er sie zurück in ihr Reich und wir begannen, über das Geschäftliche zu reden."And, how much does that pretty lady cost?" Wir handelten einen fairen Preis aus, darin war ich mittlerweile erfahren. Er schien, ganz zu meinem Vergnügen, etwas überrascht über meine Hartnäckigkeit und Ausdauer. Die Stute hatte natürlich ihren Preis, doch das war sie auch durchaus Wert. Zu guter Letzt schüttelten wir uns kräftig die Hand und ich unterschrieb den Kaufvertrag. Als ich alles ausgefüllt hatte, führte er mir die Stute zum Auto, wo ich bereits die Klappe des Anhängers öffnete. Narnia stieg etwas wiederwillig ein - daran würden wir noch arbeiten müssen. Doch während der Fahrt verhielt sie sich sehr ruhig. Zuhause sah sie sich erstmal aufgeregt um und wieherte nach ihren Weidegenossen. Stattdessen gaben die beiden Hengstchen Antwort, sobald wir in Sichtweite kamen. Besonders Arco schien interessiert an der hübschen Stute und folgte uns auf der anderen Seite des Zauns. Caress hingegen, wandte sich erneut dem zarten Gras zu. Die Stuten kamen uns ebenfalls neugierig entgegen, so wie die Pfleger, die aus allen Winkeln des Hofes angeschlichen kamen, um Narnia zu begutachten und dann jeweils so taten, als ob sie schon immer dagestanden hätten. "What a little beauty." "Yea, just like the others!" "Nooo, I think she is even prettier with those dapples." "She's not as pretty as Daki!" Ich schüttelte lächelnd den Kopf und beobachtete, wie Narnia Diva beschnupperte und anschliessend quietschte. Als sich die Lage entspannte, löste ich den Strick und liess die Kleine laufen. Sie trug den Hals noch immer übertrieben rund und tänzelte ein wenig, als die anderen sie umringten, doch bald lief die ganze Gruppe am Offenstall vorbei in Richtung der beiden Bäume, wobei Narnia gemütlich hinterher trottete. Zufrieden lief ich mit den Pflegern zusammen wieder nach oben, schliesslich gab es noch jede Menge zu tun. 6 Juni 2014
    • Occulta
      Saturday Night

      "Vollmond. Definitiv." Ich schüttelte müde den Kopf, als Reaktion auf eine von Spots Hüpfereien. Der Hengst war heute richtig mühsam; erschrak andauernd vor irgendwelchen Kleinigkeiten und buckelte, anstatt seine Energie für die Galopparbeit einzusetzen. Wenigstens erging es Quinn neben mir mit Fly nicht besser. Der sensible Vollblüter hätte sie beinahe von seinem Rücken befördert, als Katze Sushi aus dem Gebüsch geschossen kam. Spot mochte die Katzen, daher hatte es ihn recht wenig interessiert. (Die Kazen schliefen sogar hin und wieder auf seinem Rücken, wobei sie über die oberen Ränder der Boxen balancierten, um dann geschickt auf seiner Kruppe zu landen. Dieses Spektakel hatten wir Lewis zu verdanken, der den kleinen Miezen jeden Unsinn beibrachte.) Zugegebenermassen war es niedlich zuzusehen, wie Spot an der Katze schnüffelte, die Nüstern in ihr weiches, halblanges Fell drückte und die Ohren spitzte. Die Katze nahm dies vollkommen gelassen, legte jedoch die Ohren platt wenn es ihr zu viel wurde.

      Wir arbeiteten eine halbe Stunde intensiv mit kleinen Sprintgalopps und trabten danach Seite an Seite um die Gehorsamkeit zu schulen. Die Pferde mussten ihr Tempo angleichen und auf gleicher Höhe bleiben. Es klappte ganz gut, trotz der angespannten Atmosphäre. Nach dem abkühlen im entspannten Schritt, bei dem wir insbesondere die immergrünen Nadeln der Tannen von weitaus kürzerer Distanz hatten betrachten durften, als dies angenehm üblich gewesen wäre, und uns auch ausserordentliche Grasstudien nicht verwehrt geblieben waren, brachten wir die Vollblüter in den Stall, um sie königlich zu versorgen. Sie bekamen ihr wohlverdientes Heu, ihre weiche Fleece-Decke und hübsch eingefettete Hufe. Ich schwang die schwarze Standard Abschwitzdecke über Spots Wiederrist und bewunderte einmal mehr die ausgebildeten Schultermuskeln beim zuknüpfen. Ein letztes Mal strich ich über die seidige Halspartie, beendete die Bewegung in einem freundschaftlichen Klaps und verliess dann das Territorium des Vollblüters. Auch Quinn kam mir bereits entgegen, sich mit dem Arm symbolisch über die Stirn wischend. "So what are we gonna do now?" Anstelle einer Antwort bedeutete ich ihr mit dem Zeigefinger und einem gespielt bedrohlichen Blick, mir zu folgen. Ich führte Quinn zu den Weiden und schliesslich in den Offenstall der Mini-Stuten. Dort schnappte ich mir zwei der schwarzen Halfter und gab Quinn das eine. "Take a pony, we're gonna have a bit fun." Belustigt über meinen Tonfall sah sie mich an und lief dann zu Goldy. Ich dachte ebenfalls kurz nach und entschied mich für Lady Diva. Sie sahen beide etwas zerzaust aus, aber wir werden sie später noch schick machen, beschloss ich im Stillen. Wir liefen mit den beiden Pferdchen zum gepflegten englischen Rasen neben dem Haus, eben dort wo wir letztens die gekörten Hengste des Nebenstalls für ein Fotoshooting aufgestellt hatten. Die kleinen Hufe konnten dem Gras nicht viel anhaben und der Untergrund war schön weich, optimal für Zirkuslektionen. Ich begann damit, mit Lady am langen Seil zwischen den Büschen hindurch Slalom zu joggen. Quinn tat es mir in die andere Richtung gleich. Nachdem wir auch einen (aufgrund meiner Ausdauer) nur kurzen Galopp nicht verschmäht hatten, hielt ich im Schatten des Kirschbaumes und nahm Ladys Vorderbein, um es nach vorne zu ziehen. Sie gab es willig und zog es auch nach einigen Sekunden nicht zurück. So weit, so gut - dachte ich und liess das Bein los, bedeutete ihr aber durch Anstupsen der Schulter, es weiterhin vorzustrecken. Es klappte, sie hielt das Bein vor und bekam ein Karottenscheibchen. Nun wollte ich sehen, ob sie das Kompliment noch beherrschte. Ich gab ihr die Stimmhilfen und das entsprechende Touchier Zeichen an der Brust, worauf sie so rasch reagierte, dass sie beinahe hingefallen wäre. "Abliegen kommt erst später", murmelte ich lachend. Ein Blick in Richtung Sunny verriet mir, dass es bei ihr nicht ganz so eifrig lief. Quinn gab sich alle Mühe, doch die Stute wolle nicht auf den Knien bleiben. Immer wieder lief sie rückwärts. Ich legte Divas Seil auf den Boden und eilte zu Hilfe. Vorsichtig nahm ich das linke Vorderbein der Stute und zog es sanft nach hinten, während Quinn die Hilfen gab und Sunny lobte. Wir übten dies einige Male, ehe wir zufrieden waren und Goldy in Ruhe liessen. Ich wandte mich wieder Diva zu, die friedlich am Gras zupfen war und sich nicht weit wegbewegt hatte. Spielerisch hüpfte ich auf sie zu und warf die Arme hoch, sodass sie den Kopf hochriss und stieg. "How many tricks does she know?", fragte Quinn mit leicht neidischem Unterton. Ich grinste nur und warf einen Blick auf die Uhr an meinem Handgelenk. Dann liess ich Lady Diva abliegen, setzte mich neben sie und legte den Kopf auf ihren Bauch, als wäre sie ein übergrosses Kopfkissen. Es war durchaus bequem; Lady konnte weiterfressen während ich sie halbwegs umarmend kraulte. Auch Goldy konnte schliesslich zum Abliegen gebracht werden, sie wirkte dabei jedoch noch deutlich unbehaglicher als Diva.

      Nach zehn Minuten hatte sogar Lady genug und versuchte mir in den Arm zu zwicken, weil sie aufstehen wollte. Ich strafte dies zärtliche einklemmen meiner Haut nicht, schliesslich war ich die gewesen, die sie genervt hatte. Um ihr dennoch zu zeigen, dass sie besser nicht zu ungehobelt mit ihrem Chef werden sollte, schickte ich sie einige Schritte rückwärts, sobald sie sich aufgerappelt hatte. Wir begaben uns zurück zu den Weiden. Dort angekommen hängte ich das Seil aus, öffnete das Zaun Tor der Mini-Stuten-Weide und gewährte der ganzen Herde ein wenig Freilauf. Alufolie, die Älteste der Stütchen und gegenwärtige Leitstute, drängelte sich zuerst durch die Öffnung und begrüsste Goldy und Diva mit einem kurzen Schnüffeln. Als sie sicher war, dass ihr alle Herdenmitglieder hinausgefolgt waren, lief sie zügigen Schrittes den Weg hinauf zum breiteren Kiesweg. Bei einem kleinen Baum am Wegrand stoppte sie, senkte den Kopf und begann, das saftige Gras zu bearbeiten. Ich warf einen Blick zu den Hengstchen und beschloss, kurz Arco kraulen zu gehen. Er kam sofort an getrottet und beschnüffelte mich, während ich kraulte. Auch Lenny wollte seine Schmuseeinheit nicht missen. Die Tränken sahen sauber aus, die Boxen ebenfalls – die Offenstallverantwortlichen erledigten ihren Job also trotz des Events gewissenhaft. Quinn und ich waren der bescheidenen Herde gefolgt, als würden wir dazugehören. Wir hatten tatsächlich gerade nichts Besseres zu tun, und das trotz der beinahe 70 Pferde, die auf dem Gestüt lebten. Der Grund dafür war, dass es genug Pfleger auf Pineforest Stable gab. In den letzten Monaten hatten wir insgesamt sechs neue Angestellte eingearbeitet, sodass nun drei Pfleger für die Offenställe (einer davon speziell für die Fohlen) verantwortlich waren und die restlichen jeweils drei oder vier feste Pfleglinge hatten. Mittels eines Monatsplans wurde hierbei immer etwas abgewechselt, sodass es Pferden und Pflegern nicht langweilig wurde. Elliot hatte das Aufstellen und Verwalten des Plans freiwillig und begeistert übernommen. Jeder Pfleger musste so zwar sieben Tage in der Woche für ‚seine‘ Pferde da sein, wenn er die tägliche Arbeit mit ihnen aber rasch und gründlich erledigte hatte er viel Freizeit dazwischen. Zudem hatten die Pferde immer sonntags Ruhetag, ausser wenn an diesem Tag Rennen oder Turniere stattfanden. Quinn hatte Paint und Kierka schon am Morgen bewegt, Fly eben noch mit mir zusammen. Sie hatte jetzt bis zur nächsten Fütterung nichts mehr zu tun, denn die Boxen waren auch schon sauber.
      Gerade wollten wir uns wieder in den Hauptstall verkrümeln, da hob Alu den Kopf und trottete langsam hinter uns her – woraufhin die ganze Gruppe natürlich folgte. Ich drehte mich zu der Stute um und kraulte ihr die Stirn unter dem flauschigen Schopf. “So you want to come with us? Okay then, let‘s discover the world!“, rief ich lachend. Quinn und ich waren uns einig und so liefen wir voran in Richtung Geländeparcours, die Minis hinter uns her lockend. Kiwi hatte etwas Mühe mitzuhalten, denn die kleine Stute liess sich dauernd ablenken und blieb stehen, doch Queenie zwickte ihrem Fohlen immer mahnend in die Kruppe, sodass sie nicht verloren ging. Narnia und Papillon hatten sich seit ihrer Ankunft sehr aneinander gehängt, die beiden konnte man fast immer zusammen beobachten. Chip drängte sich ab und zu wieder zu Alu vor um sie in Frage zu stellen. Die junge Stute war sehr dominant und aufmüpfig, doch Alu liess keine Diskussionen zu. Daki lief direkt hinter mir, sie war immer schon besonders anhänglich gewesen. Als wir die Rennbahn überqueren wollten, schrie uns plötzlich jemand von den Startboxen her entgegen. Ich erkannte Oliver, der mit fuchtelnden Armen und tief rotem Kopf auf uns zu stampfte. Ich zuckte zusammen und half Quinn rasch die Minis auf die andere Seite der Bahn zu scheuchen, denn Thomas und Lily standen mit Sunday und Light in den Startboxen und hatten eigentlich gerade trainieren wollen. „Sorry Ollie!“, rief ich peinlich berührt quer über die Bahn und schob Chip die letzten Zentimeter zu den anderen. Ich hatte ganz vergessen, dass es schon sechs Uhr war. Quinn und ich sahen uns einen Moment schweigend an, ehe wir in lautes Gelächter ausbrachen und uns ins Gras fallen liessen. Die Minis verteilten sich um den grossen Baumstamm mit den Büschen an beiden Enden, der als eines der Naturhindernisse diente, und grasten wieder friedlich. Quinn und ich beobachteten das Trainingsrennen mit dem spannenden Kopf-an-Kopf Part gegen Ende und genossen die letzten strahlen der Herbstsonne, die zu untergehen begann und den ganzen Hof in goldenes Licht tauchte.
      Langsam wurde es kühl. Ich zog Quinn mit einer edlen Geste auf die Beine und wir lockten die Minis fröhlich witzelnd zurück zu den Weiden, wo wir gleich den Offenstallpflegern dabei halfen, sie für die Nacht einzusperren. Heute mussten sie schon etwas früher rein, denn wir hatten in dieser Nacht einen besonderen Event.

      Quinn und ich schlossen uns um neun Uhr der fröhlich schnatternden Gruppe von Pflegern vor dem Hauptstall an. Es war bereits recht dunkel, doch der Mond erhellte die Nacht so sehr, dass man beinahe die säuberlich geschnittenen Grashalme am Rand zählen konnte. Unser Gärtner hatte sich mal wieder mächtig ins Zeug gelegt, obschon ihm die Minis einen Grossteil der Arbeit abnahmen. Auf ihren täglichen Streifzügen über das Hofgelände wirkten sie besser als jeder Rasenmäher. "Where are Lewis and Jonas?", murmelte ich eher zu mir selbst. Quinn zuckte mit den Schultern. Sie hatte letztens eine Auseinandersetzung mit Lewis gehabt, seitdem redete sie kaum noch mit - geschweige denn über ihn. Die Basis dieser plötzlichen Feindschaft war ebenso lächerlich wie rätselhaft, zumal Quinn und Lewis unter gewohnten Umständen den rationalen Denkern angehörten: eine Stoppuhr. Lewis hatte die Zeit gestoppt als Quinn mit Paint trainierte und dabei versehentlich die Reset-Taste gedrückt, sodass Quinn nochmals dieselbe Strecke neu hätte reiten müssen. Sie hatte sich darüber furchtbar aufgeregt, anstatt Paint, die gut in Form war, einfach nochmals laufen zu lassen. Mein Eingreifen in das daraus resultierende, unschöne Wortgefecht hatte wohl auch nicht zu einer Stimmungsbesserung unter den beiden geführt.
      Ich wollte mich schon umdrehen und nach den beiden suchen gehen, als Jonas und Lewis mit einem Sack voller Knicklichter auf uns zukamen. „Wo zum Teufel habt ihr denn die jetzt her?“, wollte ich freudig überrascht wissen. Wir hatten schon damit gerechnet, es den Event mit Windlichtern oder ähnlichem durchführen zu müssen. „Wir sind extra nach Birmingham gefahren und haben es gerade noch vor Ladenschluss geschafft. Die gab’s in ‘nem Bastelladen.“ Lewis erzählte dasselbe den rein englischsprachigen Pflegern, dann trat Elliot vor um den Event zu erklären:
      Er und Lisa würden die Knicklichter auf dem ganzen Hofgelände verstecken. Manche Verstecke waren sehr schwer zu finden, manche eher leicht. Es gab sogenannte Lager, das Ziel war, die Knicklichter dorthin zu bringen. Die Lager waren Hula-Hoop-Reifen, welche im Innenhof des Hauptstalls verteilt waren. Es gab zweier Teams, jedes Team hatte ein eigenes Lager. Ausserhalb der Lager war alles erlaubt: Man durfte den Gegnerischen Teams die Knicklichter gewaltsam (in gesundem Masse) entreissen. Wem das zu ruppig war, der konnte auch jemanden mittels Schere-Stein-Papier herausfordern (eine solche Herausforderung durfte man nicht ausschlagen), oder sich Challenges ausdenken. Alle Hilfsmittel waren erlaubt, solange niemand dabei zu Schaden kommen konnte. Man durfte immer nur 5 Knicklichter gleichzeitig auf sich tragen. Die überflüssigen mussten liegen gelassen werden. Am Ende gewann das Team mit den meisten Knicklichtern. Das Ende des Events war für zwölf Uhr festgelegt, danach würde es noch einen kleinen Brunch und eine warme Tasse Tee geben. Elliot und Lisa spielten nicht mit, da sie ja schon alle Verstecke wüssten. Dies alles klang vielleicht etwas merkwürdig und manch einer würde verwirrt auf solche Spiele in einem seriösen Renngestüt reagieren, doch den Menschen von Pineforest Stable war dies egal. Die Pfleger und hatten ein sehr freundschaftliches Verhältnis und pflegten dieses auch mit Abwechslung und vielen kreativen Ideen. Zweimal im Jahr hielten wir einen sogenannten ‚Rat der Pfleger‘, ein gemeinsames Essen an dem Rückblicke, Verbesserungen und Vorschläge aufgeführt wurden. Dort entstanden auch meist die grossartigen Event-Ideen. Wer nicht mitmachen wollte, der konnte beruhigt schlafen gehen, doch selbstverständlich waren auch diesmal alle sofort begeistert dabei gewesen, als Elliot den Vorschlag gemacht hatte.

      Ich hatte meine Geheimwaffe schon die ganze Zeit über neben mir liegen: Jacky. Ich hatte vor, sie nach den Knicklichtern suchen zu lassen, das entsprechende Kommando kannte sie schon lange. Nun wurden aber erstmal die Teams bestimmt. Wir konnten selber Gruppen bilden, aber das entpuppte sich als schwieriges Unterfangen. Ich hatte mir bisher kaum Gedanken darum gemacht, doch nun da es so weit war überlegte ich fieberhaft, mit wem ich gute Chancen gehabt hätte. Quinn! War der erste Gedanke, doch bevor ich reagieren konnte wurde sie von Rosie gefragt. Sie sah mich fragend an und ich zuckte mit den Schultern zum Zeichen der Gleichgültigkeit, konnte die Enttäuschung allerdings nur schwer verbergen. Okay, dann eben…Lewis? Ich sah mich hoffnungsvoll um und lief suchend geradeaus. Im nächsten Moment stiess ich mit Jonas zusammen. „Sorry! Ich hab dich nicht ge… Wollen wir?“ Ich unterbrach mich selbst bei der plötzlichen Entzückung, die aus dieser Idee folgte. Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Vielleicht war es eine zu grosse Überwindung gewesen zu fragen… Warum eigentlich? Er war schliesslich ein Pfleger wie jeder andere auch. Kein Grund für mulmige Gefühle. Ich glaubte mir selbst nicht so recht und erschrak beinahe, als er den Kopf schief legte und meinte „Why not.“ Ich jubelte innerlich und begann, mit ihm Pläne zu schmieden.
      „Ich habe hier meine Geheimwaffe – Jacky. Was für eine Idee hast du?“
      „Wir könnten uns Herkir und Loki schnappen, sobald der Startschuss fällt. Mit ihnen sind wir schneller und trotzdem sind sie schön klein und wendig.“
      „Gute Idee, aber die beiden sind noch nicht lange Eingeritten und spielen bei dem ganzen Trubel vielleicht nicht mit… Ausserdem wette ich, dass die anderen sich auch schon zu solchen Gedanken vorgearbeitet haben.“
      „Besserer Vorschlag?“
      „Ne, aber wir müssen das genauer planen. Was tun wir, wenn die beiden durchbrennen?“
      „Wir bringen sie zurück und kleben ein Tape mit dem Schriftzug ‚Achtung Angsthase - in der Box lassen!‘ auf die Boxenwand.“
      Ich lachte und nickte.
      „Na gut. Wie kommen wir vor den anderen zu ihnen?“
      „Wir gehen gleich am Anfang zu den Boxen, der kürzeste Weg ist es, den unteren Eingang zu benutzen. Danach suchen wir je 5 Knicklichter und bringen sie ins Lager, erst dann planen wir weiter, denn ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie gross das Gewusel hier sein wird.“
      „Gut, ich versuche Jacky vom Pferd aus zu dirigieren, aber das dürfte schwer werden… Vielleicht verlassen wir uns doch besser auf unsere Augen. Du gehst zuerst in Richtung Startboxen, ich zu den Offenställen. So wie ich Elliot und Lisa kenne, haben die bestimmt sogar bei den Minis etwas versteckt.“
      „Hoffentlich fressen die Biester nichts davon!“, lachte er.
      Wir sahen gespannt zu den anderen, denn langsam verebbte das Gemurmel und alle Blicke richteten sich wieder auf Elliot. Die Teams waren erfolgreich verteilt, also konnten die Lager zugewiesen werden. Jonas und ich hatten Glück – wir bekamen eines in der Nähe des Durchgangs zum Kiesweg. Es blieben uns noch einige Minuten Zeit um Vorbereitungen zu treffen oder etwas zu trinken, während die Leuchtstäbe versteckt wurden. Jonas und ich schlichen uns geschwind zu den Boxen der Isis und zogen ihnen schon mal ihr Zaumzeug an. Auf Sättel verzichteten wir der Sicherheit halber. Wir einigten uns darauf, dass ich Loki nehmen würde. Ich verflocht die Zügel etwas miteinander, damit er beim Fressen nicht hineintreten konnte, dann eilten wir zurück zum Lager.
      Das Spiel startete pünktlich um zehn Uhr. Elliot gab den ‚Startschuss‘ mit einer Trillerpfeiffe, woraufhin alle Teams in verschiedene Richtungen auseinanderstoben. Jonas und ich und Jacky sprinteten wie geplant sofort zum Nebenstall, es schien uns niemand zu folgen. Ich riss die Boxentür von Loki auf und führte ihn eilig hinaus. In diesem Moment kamen Lewis und Lily um die Ecke und schrien enttäuscht auf als sie sahen, dass wir schneller gewesen waren. Wusst ich’s doch! Triumphierend beobachtete ich, wie sie zu Ale stolperten. Draussen holte ich kurz Anlauf und schwang mich dann auf Lokis blanken Rücken. Als auch Jonas sicher auf Herkir sass, nickten wir uns kurz zu, dann trieb ich Loki in den trab in Richtung Weiden. Die Nebenstallpferde hatten ja zum Glück alle Laufboxen, so waren sie immer etwas in Bewegung und das Wegfallen des Einwärmens nicht allzu tragisch. Trotzdem wollte ich nicht gleich galoppieren. Auch die anderen teilten diese Einstellung. Jacky hüpfte aufgeregt umher, als ich schon auf dem Weg ein Knicklicht fand und mich an Lokis Seite baumeln liess um es hochzuheben. Ich streckte es ihr hin und liess sie dran schnuppern, dann rief ich „Such!“, grosse Hoffnung hatte ich jedoch nicht. Die Hündin sah sich ein wenig um, hüpfte weiter umher, suchte jedoch nicht wirklich. Ich zuckte mit den Schultern und trieb Loki weiter. Der Hengst war feurig durch das immerwährende Rufen der Leute und die vielen schnellen Bewegungen. Seine Mähne wirbelte wild, als ich mit ihm zum Offenstall von Gianna und Piroschka töltete. Auch dort fand ich nach einer kurzen Suche tatsächlich zwei Lichter, eines zwischen den Balken eingeklemmt und eines im Gras neben dem Zaun getarnt. Fieberhaft dachte ich nach, wo sonst noch gute Verstecke wären. Ich klapperte noch drei Offenställe ab, ehe ich fünf Knicklichter hatte und nun im Galopp zurück zum Lager jagte. Jonas war ebenfalls dort und warnte mich gerade rechtzeitig vor Rosie, die um die Ecke kam und auf mich zu rannte. Ich schaffte es vor ihr zum Ring und schmiss alle fünf Stäbe hinein, dann erst verschnaufte ich. Jonas hatte ein erfreutes und ehrgeiziges Funkeln in den Augen. Wir besprachen uns kurz und entschieden, gemeinsam weiterzumachen, da dies sicherer war. Wir trabten (Loki töltete lieber) zur Halle, voller Anspannung was uns dort erwarten würde. Darren, Ajith und April waren bereits da und suchten das Gebäude ab. Jonas beugte sich zu mir und murmelte: „Bestimmt sind ein paar drinnen vergraben.“ Ich nickte und wir ritten durch den Eingang nach drinnen. Dort riskierten wir es, Loki und Herkir stehen zu lassen um im Hallensand zu wühlen. Tatsächlich war dies eine wahre Goldgrube: gleich sechs Stück fanden wir. Doch als sich Jonas umdrehte um nach den Pferden zu sehen, sahen wir gerade noch Herkirs bunten Po im Eingang verschwinden. „Na toll! Schnell hinterher!“ Ich rappelte mich auf und stolperte auf den Eingang zu. Als die beiden Isis wieder in mein Sichtfeld kamen sah ich, dass Darren und Ajith sie führten und soeben aufstiegen. Jonas wollte schon in ihre Richtung rasen, doch ich hielt ihn zurück und meinte: „Lass gut sein, die holst du eh nicht ein und wenn dann nehmen sie dir im schlimmsten Fall die Knicklichter ab. Wir haben ja noch Jacky.“ Die kleine Hündin stand mit heraushängender Zunge und aufgerichtetem Schwanz da und sah mich erwartungsvoll an. Er starrte noch einen Moment zu Ajith, dann senkte er den Blick und nickte. „Weitersuchen oder ins Lager bringen?“, fragte ich herausfordernd. „Ins Lager, sonst ärgern wir uns umso mehr wenn wir voll beladen überfallen werden.“ Ich stimmte zu und wir joggten zu unserem Ring. So weit so gut, wir hatten nun schon 16 Knicklichter. Diesmal gingen wir in Richtung Haupthaus und dann zu den Büschen daneben, denn beim Haus selbst waren bereits etwa vier Leute versammelt. Wir suchten rasch in den Gebüschen. Ich Kroch in den grossen Rhododendron Busch, dort drin war es finster wie in einem Katzenmagen. Ich tastete mich vorsichtig voran, denn ganz am Ende des Buschs sah ich das verräterische Glimmen eines grünen Knicklichts. Plötzlich durchfuhr ein stechender Schmerz meine Hand und ich stiess ein wütendes „Au!“ aus. Jonas fragte von aussen, ob alles okay sei. Ich murmelte: „Nur eine Dorne, aber schau her, ich hab ein Knicklicht!“ Es raschelte und die dunkle Gestalt eines Kopfes erschien in einer Lücke des Gebüschs. Ich grinste und streckte ihm das leuchtende Stäbchen entgegen. Er streckte die Hand aus und zog mich aus dem Gebüsch. Dankbar klopfte ich mir die Erde von den Hosen und wischte ihm ein Blatt von den Schultern. Wir sahen uns kurz an und lachten, dann eilten wir in Richtung Hauptstall, denn Jonas hatte auch noch drei Stäbchen gefunden. Doch weit kamen wir nicht: plötzlich kamen David und Anne von der Seite her auf uns zu gerannt. Anne stiess mich unsanft zu Boden und wollte mir die Knicklichter aus der Hosentasche nehmen, doch sie hatte sich verschätzt, denn ich war recht wehrhaft. Ich rollte mich weg und zog sie nach unten, dann warf ich mich seitlich über sie und fixierte ihre Arme über dem Kopf. Keuchend lächelte ich sie an, sie versuchte sich frei zu zappeln. Jonas hatte etwas mehr Mühe mit David, denn dieser war nicht gerade klein und ein ebenbürtiger Gegner. Nach einer fast zweiminütigen Rangelei lag Jonas keuchend am Boden, Anne war geflohen und David hatte die meisten unserer Knicklichter. Ich stand auf und zog Jonas auf die Beine. „Na das war wohl nix… Wir brauchen eine neue Strategie“, meinte ich mürrisch. „Gehen wir in die Offensive?“ „Aber sicher!“, antwortete ich. Wir machten uns in der folgenden Stunde auf die Suche nach guten Opfern und eroberten auf diese Weise ganze 20 Knicklichter. Langsam wurde es schwer noch etwas zu finden, denn es waren kaum mehr Stäbchen versteckt.
      Um zwölf Uhr ertönte die Trillerpfeife; ich war zu dieser Zeit gerade auf der Galoppbahn und schlenderte nach dem Pfiff mit den Händen in den Hosentaschen zurück zum Lager. Als Jonas mir fragend entgegenkam zuckte ich mit den Schultern, dann grinste ich und angelte 3 Knicklichter aus der Hosentasche. Er legte den Arm über meine Schultern und wir tanzten übermütig zu Elliot und Lisa, die gerade am durchzählen waren.
      Wir hatten zwar nicht gewonnen, doch waren auch nicht die schlechtesten gewesen. Wir hatten uns alle versammelt zum Brunch, leider hatte es zu wenige Sitzplätze. Jonas, der sich einen Gartenstuhl ergattert hatte, lud mich ein auf seinen Schoss zu sitzen, was ich dankend annahm. Wir waren allesamt müde und trotz des ganzen Spasses froh, dass wir nun endlich im Begriff waren in die Betten zu kriechen. Den Tee genoss ich aber zuvor noch in vollen Zügen. 6 Okt. 2014
    • Occulta
      Signs and Sins

      Dieser Morgen war ebenso kalt wie der Letzte. Es fiel mir aufgrund des offenen Fensters auf, durch das ein schneidend kalter Hauch drang, sodass ich meinen Arm mit unter die Decke nahm. Erst jetzt wurde ich richtig wach. Es war noch dunkel, wie immer wenn ich mich im Winter aus dem Bett quälen musste. Ich stutzte. Warum ist das verdammte Fenster sperrangelweit offen? Ich richtete mich auf und wollte Quinn in die Seite stupsen, um sie zu wecken. Da fiel mir ein kleiner Umschlag auf dem Teppichboden auf. Misstrauisch rutschte ich von der Bettkante und hob ihn auf. Ehe ich ihn genauer betrachtete, schloss ich das Fenster, denn ein erneutes Schaudern hatte mich durchschüttelt. Dann setzte ich mich halb unter die Bettdecke und wendete den Umschlag in meiner Hand. Er war vollkommen weiss, ohne jegliche Beschriftung. Vorsichtig riss ich ihn auf und sah hinein. Darin befand sich ein getrockneter Pinienzweig. Ein Schaudern durchfuhr mich, doch diesmal hatte es nichts mit der kühlen Luft zu tun. Auch Quinn war unterdessen aufgewacht und sah den Zweig verwirrt an. Es musste eine Botschaft sein, vermutlich vom Killer. Von wem denn sonst? Wir zeigten allen den Zweig und rasch breiteten sich die wildesten Gerüchte wie ein Feuer aus. "He wants to play with us, he will kill us all!", verkündete Lisa hysterisch. Ajith versuchte, sie zu beruhigen, doch es half nichts. Ich stand zwischen Lewis und Jonas, der mich nichteimal ansah. Was ist jetzt wieder los? Bin ich nun wieder Luft? Das ist ja zu erwarten gewesen. Dennoch ertappte ich mich bei einem enttäuschten Stirnrunzeln. Ich hielt es hier drin nicht mehr aus, also huschte ich durch den Türspalt und rief die Polizei an. Draussen herrschte die allmorgendliche Dunkelheit mit leichten Nebelschwaden.

      Als ich alle Fragen der Beamten bezüglich des morgentlichen Fundes geklärt hatte, lief ich zu den Weiden und setzte mich unter den grossen Baum auf der Ministutenweide. Ein paar Mitglieder der mittlerweile beachtlichen Herde gesellten sich zu mir und streiften als dunkle Silhouetten durch das nasse Gras. Ich erkannte bei genauerem Hinsehen Daki und Lady Diva, weiter hinten war ausserdem Goldy. Beim Anblick der schnaubenden und graszupfenden Pferdchen huschte mir ein Lächeln über die Lippen, das jedoch augenblicklich der stillen Leere in meinem Kopf wich. Ich war nicht jemand, der sich leicht geschlagen gab, und schon gar nicht ein Melancholiker; doch packte mich in letzter Zeit seit Jacks Tod oft eine unerklärliche Sehnsucht - vielleicht nach einem anderen Leben.
      Ich besitze ein wundervolles Gestüt mit prächtigen Pferden und viel Land. Ich bin weder arm, noch so reich, dass ich besonders viele Neider hätte. Dennoch bin ich verbittert, schweigsam und immer wieder den Tränen nahe. Ich dachte, es würde mit der Zeit besser werden, verfliegen wie der Nebel am Nachmittag. Aber meine Gedanken wurden bloss grauer. Wenn ich nachdenke, was mich wirklich, wirklich beschäftigt – die ganze Verantwortung die auf mir lastet, die Erinnerungen an Jack und natürlich die Leere, die er zurücklässt. Seit er weg ist, bin ich wieder mein altes Ich, die gefühlskalte, langweilige Individualistin. Die Geister in meinem Kopf sind wieder eingezogen und haben es sich bequem gemacht. Sie hinterfragen alles, was ich tue und sehe. Sie flüstern mir zu, dass alles keinen Sinn hat und Menschen ohnehin nur eine selbsterschaffene Lüge leben, mit dem Ziel, irgendwie ein Bisschen Glück zu finden, nur um am Ende festzustellen, dass sie bloss ein Tropfen auf dem glühenden Stein sind. Der einzige, der mich in diesen Tagen noch zu einem ernstgemeinten Lachen verführen kann, ist Jonas. Jeden Abend denke ich an seine Sanfte Stimme, an seine klaren, und doch geheimnisvollen Augen. In meinen Träumen stelle ich mir zärtliche Gesten vor - nichts Ernstes, denn danach strebe ich gar nicht mehr. Ich scheine ihn nicht für seinen Körper zu lieben, sondern für das, was er wirklich ist. Es ist schwer zu beschreiben; als währe ich in seinen Charakter verliebt. Im Traum begegne ich dem Jonas, den ich zwischen den Scherzen und den Alltagssituationen zu erkennen glaube. Eine seriöse, aufrichtige, feinfühlige und wunderschöne Version von ihm. Mag sein, dass meine Fantasie mit mir durchgeht. Wenn ich aufwache, bin ich jedenfalls allein. Ich habe so viele Leute um mich, doch alles was sie sagen verschwimmt und erscheint mir wertlos. Alle Taten, Ziele und Gewohnheiten; ich stelle sie in Frage, ohne eine Alternative zu wissen. Äusserlich mag es mir gut gehen, doch innerlich bin ich zerfressen. Jedes Mal wenn die Standardfrage auftaucht: "Geht's gut?" möchte ich sarkastisch loslachen, aber sie würden es nicht verstehen. Niemand könnte das, denn niemand denkt und fühlt wie ich. Ich bin einzigartig - das sagte meine Mutter immer. Doch es macht mich einsam. Will ich mich nicht doch der grauen Menge anschliessen und jeden Tag Lebensfreude vorspielen? Ich kann mich längst nicht mehr wirklich an den täglichen 'Glücksmomenten' erfreuen. Irgendwie hat die Realität ihren Reiz verloren. Das einzige, was das Kartenhaus zu stützen scheint, sind ein paar wenige Dinge, an denen ich mich festhalte. Meine Familie, die Pferde, Jonas... Würde er mich genauso quälen, wenn er dies alles wüsste? Würde er mich auslachen? Für verrückt und egoistisch erklären? Wo es doch so viel Leid auf dieser Welt gibt. Und doch - dies ist der Schmerz den ich fühle. Kein anderer muss ihn ertragen. Sie alle haben ihre eigenen Sorgen; meine Nervenzellen verspüren nur die meinigen. Vielleicht, aber nur vielleicht, würde er mich ja verstehen. Mich lieben. Wenn es denn dieses sagenumwobene Etwas wirklich gibt. Aber ich fühle mich als Verräter, wenn ich mir eine glückliche Zukunft mit ihm vorstelle. Eine Zukunft, die Jack nicht erleben kann. Dennoch… Ich muss meine Einsamkeit brechen, irgendwie zurück finden.
      In meinem Kopf spielten sich Szenen aus dem Alltag mit ihm ab. Und unsere besonderen Momente. Eigentlich war es doch recht offensichtlich, oder etwa nicht? Die Art wie er mich ansah, wie er mich umarmte und mich wieder neckte. Aber ich konnte mich genauso gut irren, und das war der Punkt. Ich wäre zu stolz für solch einen Fehltritt - ich müsste Jonas wegschicken, wenn es schieflaufen würde. Und das war das Letzte, was ich wollte. Da ertrug ich lieber weiterhin schweigend meine Last.

      Endlich wurde ein rötliches Leuchten am Horizont sichtbar. Ich seufzte und stand auf, um mit der Arbeit zu beginnen: Offenställe misten, Wiesen Säubern, Heu nachfüllen, wollige Minis striegeln und bürsten, Tränken reinigen und Weidezäune kontrollieren. Als ich auch mit den Fohlenställen fertig war, holte ich ein Mini nach dem anderen nach draussen, um es an den Zaun zu binden und das Langhaar zu stutzen. Besonders Papillon hatte es nötig, der schokobraunen Stute reichte der Schweif fast bis zum Boden. Viele Minibesitzer scherten ihre Pferde, doch ich tat dies jeweils erst kurz vor einer Show oder einem Fahrturnier, denn Winterfell war immerhin noch immer besser als jeden Tag eingedeckt zu werden. So kam es, dass im Moment nur Queenie und Alu geschoren waren. Sie waren beide letzten Samstag an einem Showspringen gewesen, wobei Alu sogar den vierten Platz geholt hatte. Rose, deren mit deutlichen, hellen Punkten durchsetztes Fell besonders schick aussah, wollte einfach nicht stillhalten. Sie zog den Schweif immer wieder weg und streckte den Hals in alle erdenklichen Richtungen. Aber auch sie entkam der Schere nicht. Narnia, deren Fell etwas heller war, hatte ebenfalls eine viel zu lange Mähne, die ich prompt auf etwas mehr als handbreit kürzte. Bei Tiki und Kiwi hingegen hatte ich nichts zu schneiden. Sie hatten zwar langsam eine ordentliche Mähne bekommen, aber die war noch kurz genug. Nun musste ich auch noch zu den Hengstchen überlaufen, denn auch diese beiden Fellkugeln warteten schon ungeduldig. Arco war fast einheitlich silbern im Winter; man sah seine Punkte kaum mehr. Glenns Aalstrich zeichnete sich hingegen umso stärker ab. Chip kam neugierig zum Zaun um zu sehen, ob es 'ihren' beiden Herren noch gut ging. Bloss, um gleich wieder die Ohren anzulegen und zickig mit dem Vorderbein zu stampfen, als sie und Lenny die Nüstern zusammensteckten. Schliesslich war ich fertig und klopfte erleichtert auf Arcos Hals, ehe er in die Freiheit entlassen wurde.

      Einen Moment stand ich tatsächlich ratlos da, bis mir in den Sinn kam, was ich als nächstes vorhatte. Ein neuer Hengst würde heute ankommen! Nicht irgendeiner, nein - Daydreaming Sorrow war es. Ich hatte schon immer grosses Interesse an dem Welsh Hengst gehabt, doch nie geglaubt, ihn tatsächlich einmal kaufen zu können. Mittlerweile müsste er schon fast beim Flughafen sein, spekulierte ich aufgeregt. Doch bevor Hans ihn abholte, musste er noch einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Pointless. Sie war kurz nach Sweets, Lady und Bluebell zu den erwachsenen Pferden in den Stall gekommen und nun bereitete ich sie auf das Einreiten vor. Gegen Abend würde eine weitere Vollblutstute fürs Training ankommen, jedoch gehörte sie einem Japanischen Geschäftsmann, der seit Jahren in England sein Unwesen trieb. Ich schmunzelte jedes Mal, wenn Lewis dies so beschrieb. Point war mürrisch heute. Anscheinend war ihr der Umzug gegen den Strich gegangen. Als ich die Boxentür aufschob, sah sie mir zwar entgegen, doch sobald ich ihren Hals berührte, um die Deckenschnallen zu öffnen, legte sie die Ohren platt und wollte mich in den Arm kneifen. Sofort reagierte ich und gab ihr einen lauten Klaps auf den Nacken, woraufhin sie erschrocken zurückwich. Sie legte danach die Ohren zwar seitwärts nach hinten, jedoch zögerlich und ohne aggressive Anstalten. Ich arbeitete nach der Massregelung wieder ganz normal mit ihr, denn nachtragend zu sein nützte bei Pferden bekanntlich überhaupt nichts. Nach einer halben Stunde, in der ich sie an der Longe um den Hof und in der Halle geführt hatte, liess ich es auch schon gut sein und bürstete sie gründlich. Sie kannte das Geführtwerden wie es in jedem Rennstall üblich war seit Fohlenalter, jedoch nur im Beisein der Mutter. Danach war sie auf Pineforest Stable nur hin und wieder geführt worden. Auch das Anbinden musste ich üben. Bei den ersten Versuchen hatte sie zwei Halfter zerrissen, trotz Panikhaken. Ich fragte mich noch immer, wie das hatte geschehen können, denn meine Anweisung an die Pfleger war ausdrücklich langsames, geduldiges Vorgehen gewesen. Jedenfalls klappte es jetzt schon besser: die Stute stand locker angebunden an der Boxenwand und schien die Striegelei sogar zu geniessen. Immerhin waren die Ohren jetzt locker zur Seite baumelnd. Nur der Schweif verriet hin und wieder eine gewisse Unruhe, wohl auf Ungeduld gründend. Ich packte sie zum Schluss wider warm ein, jedoch nur mit einer Netzdecke, denn ich hatte mich bisher nicht getraut, Point zu scheren. Sheela und Jacky, die mir schon den ganzen Morgen um die Beine wuselten, rauften sich gerade. Sie tollten spielerisch knurrend durch die Stallgasse und schubsten dabei fast eine Putzbox an der Wand um. Ich pfiff sie zu mir, als ich mit Point fertig war. Dann lief ich zum Parkplatz um Sorrow zu empfangen.
      Jonas schlich mir unterwegs hinterher und erschreckte mich, er hatte wohl, diesmal eher geschmacklos, wie ich fand, Mörder spielen wollen. Ich war erst etwas verwirrt, musste aber mehr lachen als mir lieb war, da er mich halb auskitzelnd in die Arme nahm. Augenblicklich stieg ein warmes Glücksgefühl in mir auf, ohne dass ich es unterdrücken konnte. Elliot, der sich über die Holzstangen vor dem Nebenstall lehnte, sah uns amüsiert zu. Ich sah ihn im Augenwinkel und erwartete jeden Moment einen dummen Kommentar - er kam auch. "You'd be an amazing couple, wouldn't you?" Ich wollte gerade den Mund aufmachen und etwas entgegnen, da antwortete Jonas plötzlich gespielt ernst: "Yes, surely. We are together – since yesterday." Stirnrunzelnd sah ich ihn an. "And why did I not know that?" "You’re clueless anyway", meinte Jonas frech. Wir lachten, ich jedoch eher schief. Dann liess er mich los und ich verschwand endgültig in Richtung Parkplatz. Was bedeutet das denn jetzt? Ernst gemeint war es sowiso nicht. Aber vielleicht insgeheim? Oder ich interpretiere schon wieder zu viel? Die Verwirrung war komplett, doch eine seltsame Zufriedenheit gleichermassen genährt. Ich lächelte heimlich und wollte gerade zum Hauptstall gehen, als der bereits erwartete, silberne Transporter vorfuhr. Hans schüttelte mir nach dem Aussteigen heftig erfreut die Hand, dann luden wir den bildschönen Welsh Hengst aus. Seine wuschelige Mähne fiel ihm wild über beide Seiten des mächtigen Halses und feine Wölkchen stiegen aus den geblähten Nüstern empor. Er musterte die Umgebung mit seinen kleinen, schwarzen Augen und spitzte die hübsch gebogenen Ohren in Richtung Hauptstall. Beim Führen wurde sofort klar, dass er total brav und gut erzogen war, denn er folgte wie ein Lamm, trotz der vielen Eindrücke. In seiner Box angekommen, tätschelte ich ihm zuerst den Hals, dann löste ich das Halfter und liess ihn fressen. Er hatte grossen Hunger vom langen Flug und würde sich einige Tage akklimatisieren müssen, immerhin kam er aus Kanada. Doch er sah top fit aus: sein Fell schimmerte in kräftigen Farben, die Hufe waren in makellosem Zustand und frisch beschlagen, der Behang war zwar mit Stroh bespickt, aber sonst sauber und der Schweif fiel wollig über seine Sprunggelenke. Ich schob zufrieden die Boxentür zu und gönnte dem Hengst seine Ruhe.

      Draussen erkannte ich Jonas und Lisa bei den Büschen vor dem Pflegerhaus. Ich blieb beim Eingang stehen und beobachtete die Szene einen kurzen Moment. Jonas stupste sie, und sah sie zwischendurch lange an. Was machen die beiden da? Reden natürlich, was sonst… Lisa lachte herzhaft und strich sich die blonden Haare aus dem Gesicht. Auf einmal wurde mir klar, wie hübsch sie doch war. Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Rippen. Ist das etwa Eifersucht, Occu? Sei nicht dumm, die beiden kennen sich schon ne ganze Weile und sind gute Kollegen. Selbst wenn mehr dahinter stecken sollte, ginge es dich nichts an... Eigentlich müsstest du dich doch sogar darüber freuen oder? Hast du dir nicht nach Jack geschworen, frei und unabhängig zu bleiben? Ich wandte mich dennoch leicht bitter ab, an die schöne Illusion von zuvor denkend. Ich lief gespielt fröhlich zum Nebenstall, wo ich Herkir rausholte und am Holzgatter anband. Dann begann ich ihn gründlich zu putzen. Der Nachteil war, dass ich die ganze Zeit über das Gelächter dieser glücklichen Menschen ertragen musste. Ab und zu wagte ich einen Blick, um ihn dann nur schmerzlich betrübt wieder auf Herkirs hellrotes Winterfell zu richten. Fast hätte ich die beiden angefahren, sie sollen doch wieder zur Arbeit gehen. Ich biss die Zähne zusammen und sattelte, so schnell ich konnte, um dieser Situation zu entfliehen. Schliesslich töltete ich auf der Galoppbahn, um den Kopf frei zu bekommen. Herkir lief toll: geschmeidig und taktvoll. Seine Wuschelmähne tanzte lustig zur Bewegung seiner Schultern, während ich still sass. Der Galopp war noch etwas schwieriger, denn er sprang nicht gleich ein. In der Tat musste ich den Isländer eine viertel Runde bearbeiten, bis er angaloppierte. Sheela raste die ganze Zeit neben uns her und hatte eine riesen Freude an meiner Reitgerte.

      Nach diesem Ritt war es bereits Mittag. Ich gesellte mich mit meinem Sandwich zu den Pflegern, zusammen mit Sheela und Jacky. Als Jonas die Sattelkammer betrat, versuchte ich, nicht aufzusehen. Er blieb bei ein paar anderen stehen, wie ich aus dem Augenwinkel beobachten konnte. Schliesslich waren plötzlich alle am selben Gespräch beteiligt, und ich schien mich ausversehen durch mein in-der-Ecke-Stehen selbst zum Thema gemacht zu haben. Das ging so weit, dass Rosie irgendwann warum auch immer den Einwurf brachte, man müsse endlich einen neuen Mann für mich finden. Die meisten stimmten lauthals zu. Ich entgegnete ironisch, mich endlich auch der Gruppe zuwendend, dass ich ja anscheinend schon mit Jonas zusammen sei, worauf der mit dem Zeigefinger auf mich deutete und "exactly" meinte. Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte, also schwieg ich fortan, doch nicht ohne ein erneut aufflauendes Lächeln.

      Später am Abend kam die japanische Stute an. Sie wurde von ihrem Pfleger liebevoll Shio genannt, was wir natürlich weiterführten. Als danach langsam Ruhe auf dem Hof einkehrte, kam die alte Angst vor dem Mörder wieder auf. Ich schlief abermals im Pflegerheim. Wir unterhielten uns noch etwas in gemütlicher Atmosphäre im Aufenthaltsraum, ehe wir zu Bett gingen. Jonas sass etwas entfernt auf einem einsamen Sessel. Ab und zu erwischte ich ihn, wie er in meine Richtung sah, bis mir klar wurde, dass Lisa direkt neben mir sass. Mir pochte der Kopf immer mehr, je später es wurde. Ein Anflug von unglaublicher Müdigkeit war die Ursache. Im Verlaufe des Abends wollte Lewis plötzlich schwerzhaft wissen, wie Jonas und ich denn nun zueinander gefunden hätten. Ich bat Jonas lächelnd zur Erklärung, selbst gespannt darauf. Doch die Antwort war ernüchternd. Wir seien natürlich nicht zusammen. Ich grinste stur mit, auch wenn es ein wenig mehr weh tat, als ich erwartet hatte. Lisa und Quinn kontrollierten alle Türen und Fenster, ehe sie die Lichter löschten. Ich lag bald als letzte wach auf meiner Matratze und starrte die Decke an. Dann drehte ich mich um und schloss die Augen, eine feine Träne rollte mir die Wange hinunter.
      16 Dez. 2014
    • Occulta
      Der Weihnachtsball

      Last christmas I gave you my heart…“ Ich schaltete das Radio murrend aus. Immer diese Weihnachtslieder – sie gingen mir allmählich auf die Nerven. Was nützte das Fest der Liebe, wenn man niemanden zum lieben hatte? Ich seufzte, als ich an den Ball heute Abend dachte. Es war ursprünglich Jacks Idee gewesen, diesen zu veranstalten. Er hatte ihn bisher jedes Mal an Weihnachten durchgeführt und war Tagelang mit der Planung beschäftigt gewesen. Eigentlich hatte ich ihn dieses Jahr ausfallen lassen wollen, doch die Pfleger hatten die Planung kurzerhand selbst übernommen und mich überredet. Auch unsere Nachbaren und Verwandte oder Freunde aus ganz England waren eingeladen. Es würde wie jedes Jahr ein grosses Fest werden. Mir graute es schon jetzt bei dem Gedanken, den ganzen Abend rumzustehen und mit den anderen über Dinge zu plaudern, die mich eigentlich gar nicht interessierten. So zu tun, als hätte ich Spass, um niemandem den Abend nicht zu vermiesen… Ich fand es sowieso makaber ein solches Fest zu veranstalten, während draussen ein Mörder frei herum lief.
      Ich verräumte meinen Teller und lief nach draussen zur Reithalle. Dort waren Ajith, Lisa, Oliver, Elliot, Thomas und Rosie schon fleissig damit beschäftigt, die Holzplatten auf dem Sandboden zu fixieren. Wir hatten extra Bodenplatten zum Tanzen gemietet, denn auf dem Hallensand würde der Abend sonst nicht besonders angenehm werden. Zunächst musste ein etwa 30 cm hohes Metallgitter auf dem Boden zusammengebaut werden, dann konnten die Platten darauf fixiert werden. Sie glichen Parkettboden – ich war erstaunt, dass sie so schön neu und glänzend aussahen und dachte daran, dass wir sie auch so zurückgeben mussten. Es würde bestimmt viel Arbeit werden, sie am nächsten Tag zu reinigen. Ich beschloss, mich nützlich zu machen und packte mit an. Die Platten waren nicht besonders schwer, aber man musste auf die Finger aufpassen, die beim Ablegen leicht eingeklemmt werden konnten. Langsam nahm das Ganze Form an; Quinn, April und Lily brachten überall an den Hallenwänden Tannenzweige mit Weihnachtsschmuck an und Lewis installierte zusätzliche Lichterkettenbeleuchtung. Alle waren am helfen – nur Jonas fehlte, wie mir plötzlich auffiel. Ich fragte Oliver möglichst beiläufig nach ihm, während ich mit ihm gemeinsam die nächste Platte zum Gitter trug. “Jonas? Well, I haven’t seen him this mornin’, but ask Rosie. She’s made the operation schedule.” Ich nickte und lief nach dem Ablegen der Platte zu ihr. Ihre dunkelroten Locken fielen ihr wie immer seidig über die Schultern, ich beneidete sie darum. Meine viel helleren Haare wollten sich einfach nicht so ordentlich locken. Ich verdrängte dies und erfuhr, dass Jonas den ganzen Tag mit der Familie unterwegs war und vermutlich auch am Abend nicht aufkreuzen würde. Ein enttäuschter Stich durchbohrte meine Gedanken, ich liess mir jedoch nichts anmerken. Ich werde also nicht einmal mit ihm reden können, um der Menschenmenge auszuweichen und die Zeit totzuschlagen. Aber da war noch mehr als das, irgendeine tiefere Leere drohte sich auszubreiten. Hatte ich etwa insgeheim gehofft, dass er kommen würde, nur um seine Anwesenheit zu geniessen? Nein, das hatten wir doch alles schon. Ich bin darüber hinweg. Er würde so oder so nur mit Lisa rumhängen. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf und lief rasch zu den Weiden um die Ministuten rauszulassen. Auf dem Weg kreisten meine Gedanken. Er hatte mich immer sehr freundschaftlich behandelt, um nicht zu sagen aussergewöhnlich. Mir kam es so vor, als hätte er mit den anderen kaum solche Blicke getauscht und auch nicht so viel mit ihnen herumgeblödelt. Also musste doch etwas dahinter stecken, oder? Ich war mir nur noch immer nicht sicher, was er wirklich empfand und solange er mich, wie in letzter Zeit, immer wieder auf rätselhafte Art und Weise ignorierte, würde ich auch nicht auf irgendein naives Gefühl eingehen. Vielleicht spielte er ja nur mit mir. Vielleicht war es eine von Lewis‘ und seinen dummen Wetten, wäre ja nicht das erste Mal. Aber würde er mir das wirklich antun? Er musste doch bemerkt haben, wie sehr ich darauf eingegangen war. Wie dumm von mir. Oder hatte er es sehr wohl bemerkt und versuchte nun, mich wieder abzuhängen, weil ihm das Ganze zu viel wurde und er lieber mit Lisa zusammenwähre? Vielleicht habe ich ihn ja auch von Anfang an missverstanden, vielleicht waren die ganzen Umarmungen und Andeutungen für ihn nur harmlose Spielereien… Oder er hatte mich in der Zwischenzeit aufgegeben und sich stattdessen an Lisa gehängt. Immerhin redete er mittlerweile viel häufiger mit ihr als mit mir. Und wenn es tatsächlich so war, dann war dieser Gefühlsumschwung nur ein weiterer Beweis dafür, dass er es nicht ernst meinen konnte.
      Die Minis trabten an mir vorbei aus dem Weidetor und verteilten sich auf der verschneiten Grasfläche um das Roundpen herum. Sie scharrten etwas in der kühlen, weissen Masse, bis sie auf ein paar zarte Grashalme stiessen, die sie dann genüsslich auszupften. Chip verscheuchte Lady von einer besonders guten Stelle, Papillon und Silhouette hingegen grasten Kopf an Kopf. Wir hatten inzwischen herausgefunden, dass die Stute nicht Dornröschen war, daher hatte ich ihr in Anlehnung daran den Namen ‚Silhouette of a Rose‘ gegeben. Die beiden Fohlen, Tiki und Kiwi, blieben nahe bei Queenie. Die Scheckstute hatte Tiki gut akzeptiert, worüber ich sehr froh war. Ausserdem spielten die beiden Fohlen immer freudig miteinander. Goldy, Alu und Daki standen ebenfalls nahe beieinander. Sie waren alle drei wollig wie Schäfchen. Nur Narnia stand etwas abseits. Ich überquerte den Weg zum Offenstall der Stuten und Prüfte, ob die Pfleger neben all den Vorbereitungen auch ihre normalen Arbeiten nicht vernachlässigt hatten. Ein wenig schmutzig waren die Tränken schon, aber noch nicht völlig verdreckt, und das Stroh sah auch noch okay aus. Natürlich hatten sie nicht Zeit für alles, aber die Pferde mussten als erste versorgt werden. Ich säuberte die Tränken kurz mit der Hand und prüfte danach den Stall der Hengstchen. Auch bei ihnen war das Stroh noch frisch, immerhin waren sie ja noch immer nur zu zweit. Arco und Caress waren übrigens aussergewöhnlich angenehme Hengste, die kaum Probleme machten. Das lag vermutlich daran, dass ‚ihre‘ Stuten gleich nebenan und immer in Sichtweite waren. Sie zankten sich auch selten, aber hin und wieder hatte trotzdem einer der beiden eine Schramme. Ganz ohne ging es eben doch nicht.

      Als es einzudunkeln begann, wurden gerade noch die letzten Kugeln an den Weihnachtsbaum in der Mitte der Tanzfläche gehängt. Auch das Essen war schon auf den Tischen aufgestellt und der Geruch nach heissem Apfelpunsch wehte mir süss entgegen. Nur der Christmas Pudding zerstörte das Bild meiner Meinung nach, denn ich mochte das Gebäck überhaupt nicht. Ich hatte mich trotz anfänglichem Zögern hübsch gemacht. Ich trug ein türkisfarbenes, relativ enges Kleid, welches mir bis etwa Mitte Oberschenkel kam und mitteldünne Träger hatte. Dazu hatte ich elegante schwarze Ballerinas an, denn ich hasste hohe Absätze, und kleine Perlenohrstecker. Die Haare hatte ich hochgesteckt zu einem komplizierten, aber unauffälligen Dutt.
      Die ersten Gäste kamen, auch meine Eltern. Wir redeten ein wenig, doch richtig amüsieren konnte ich mich nicht. Nach einer Weile zog ich mich in eine Ecke neben dem Eingang zurück und nippte an meinem Punsch. Etwas fehlte an diesem Abend, und im Stillen wusste ich ganz genau was. „Jonas!“ Ich liess beinahe mein Glas fallen, als mir jemand von hinten an die Nase fasste. Noch ehe ich mich umgedreht hatte wusste ich bereits, wessen Hand das war. „Und was ist mit deiner Familie? Ich dachte, ihr seid den ganzen Tag unterwegs…“ „Sie sind natürlich auch hier. Ich kann dich doch hier nicht im Stich lassen, nicht wahr? Der Abend hat noch gar nicht richtig angefangen und du stehst hier schon alleine im Dunkeln.“ Verlegen sah ich in mein Glas. Wenigstens war es dunkel genug um meine rosigen Backen zu verstecken. Wenn du wüsstest, wie sehr ich mich über deinen Anblick freue… Erst jetzt wagte ich es, ihn genauer zu betrachten. Er sah elegant aus in seinem schwarzen Anzug mit der ebenfalls schwarzen Schleife. Die Haare hingegen waren noch immer ungezähmt, doch genau so gefielen sie mir am besten. Ich zupfte mit schiefgelegtem Kopf ein wenig an seiner Schleife herum, als wollte ich sie geraderichten, sah ihm dabei nicht in die Augen und murmelte: „Du hast dich ja zur Abwechslung richtig in Schale geworfen.“ „Du siehst auch nicht übel aus.“ Ich drehte mich um, als Elliot das Mikro nahm und zu sprechen begann. “Dear guests, welcome to our yearly Christmas ball! We hope you will enjoy the evening and fill up the dance floor.” Als er fertig geredet hatte, ertönte Cha Cha Musik aus den Lautsprechern. Jonas tippte mir sanft auf die Schultern. „Lust zu tanzen?“ Tanzen? Das hat mir gerade noch gefehlt… Ich konnte zwar ein paar einfache Tanzschritte, doch besonders gut war ich nicht. Wenigstens füllte sich die Tanzfläche bereits, so würde niemand auf mich achten. Ich folgte ihm zögerlich und wir stellten uns in einer kleinen Lücke auf. Zum Glück schien er ebenso übel zu tanzen wie ich, so musste sich keiner von uns schämen. Nach dem Cha Cha folgte ein rassiger Foxtrott, bei dem ich mehrfach aus dem Takt geriet, danach lief zum Glück ruhigere Musik. Es kamen immer mehr Leute auf die Tanzfläche um den Baum, weshalb wir uns enger zusammenstellen mussten, um nicht ständig gegen die Nachbaren zu stossen. Durch die Nähe wurde mir schnell ziemlich warm, bis ich es nicht mehr aushielt und zum Eingang ‚flüchtete‘. Dort war es angenehm kühl, denn draussen verwirbelte ein frischer Wind den Schnee. Jonas war mir nicht gefolgt. Stand mit dem Rücken in meine Richtung neben Rosie, Lewis und Lisa. Sie schienen sich prächtig zu amüsieren, nur ich schluckte schwer. Ich drehte mich um und lief hinaus in den Schnee, bis ich die Musik nur noch leise hören konnte. Noch vor wenigen Sekunden war alles wie im Märchen gewesen. Ich wandelte, da ich sowieso schon so weit gekommen war, müde zur Weide der Hengstfohlen und lehnte mich an den Feldahornbaum. Die kalte Rinde fühlte sich rau an unter meinen Fingern. Ich fuhr die feinen Risse entlang und schloss die Augen. Ich bin so verwirrt… Einfach verwirrt. Ich verstehe es nicht. Vielleicht muss ich das auch nicht. Was spielt es für eine Rolle? Ich habe mich daran gewöhnt, alleine zu sein. Ich war es vor Jack, und ich werde es auch nach ihm sein. Plötzlich stupste mich eine weiche Schnauze an. Ich hatte nicht bemerkt, wie Simba näher gekommen war. Offenbar hatte jemand vergessen, das Offenstalltor zu schliessen. Er knabberte an meinem Arm, vermutlich wollte er spielen. Ich kraulte liebevoll die Stirn mit dem feinen Stern darauf und strich den langen Fohlenohren entlang bis an deren Spitze. Der Atem des Fohlens stieg in Wölkchen aus den Nüstern. Zum Glück hatte er seine schwarze Decke an. Auch mir wurde langsam kalt, Zeit zurück zu gehen. Ich lockte den goldenen Löwen zurück in seine Höhle und kontrollierte, ob die restlichen drei auch da waren. Simba streckte mir die Nase ins Gesicht als ich ihm zum Abschied darüber strich und ich murmelte leise „Ich bin gar nie alleine. Danke…“ Dann drehte ich mich um und schloss das Tor. Ich lief zügig zur Halle zurück. Als ich sie betrat wurde die Musik rasch lauter, sie war mir zuvor gar nicht mehr aufgefallen. Das Licht und das warme Geplauder der Leute umfluteten mich und irgendwie kehrte eine gewisse Freude und Genugtuung in mich zurück. Ich wurde sogleich von Quinn und Ajith empfangen, die mich besorgt umringten. “We already thought the killer took you! Don’t do that again“, scherzten sie. Wir liefen zu Darren und Lily. Ich dachte nicht einmal daran, zu Jonas hinüber zu schielen, warum auch. Er ist mir heute egal. Den restlichen Abend war ich aussergewöhnlich gut gelaunt und lachte viel, lenkte mich selbst ab und liess los. Loslassen – klingt gut.
      26 Dez. 2014
    • Occulta
      Der Gewohnte Ablauf inmitten von Trümmern

      Als wir bei den Hengstchen fertig waren, schlängelte ich mich geschickt durch den Zaun und schob das Tor der Stuten auf. Sofort war ein kleiner Kopf im Spalt zu sehen, und neugierige, grosse Augen prüften die Umgebung. Der Kopf gehörte zu Chip, die nun ihre Pelzohren nach hinten klappte und sich umdrehte um Goldy zu kneifen, die von hinten gedrängelt hatte. Die Stuten hatten eine Strenge Hierarchie, und Chip hatte Daki letztens von der Spitze verdrängt. Schliesslich öffnete ich das Tor ganz und die kleinen Pferde verteilten sich gemächlich im Schnee. Nur Kiwi zögerte. Sie hob vorsichtig den linken Vorderhuf und tauchte ihn in die kalte, weisse Masse, dann ging sie wieder rückwärts und suchte eine andere Stelle, an der der Schnee vielleicht tiefer lag. Schliesslich kämpfte sie sich doch noch zu Queenie vor, die bereits Tiki den Weg pflügte. Es war amüsant diese kleine Entenfamilie zu beobachten. Lewis begann bereits, den Stall zu misten, also eilte ich hinzu um ihm zur Hand zu gehen. Wir arbeiteten rasch aber gründlich und streuten zuletzt eine Schicht frisches Stroh ein, sodass der Stall wieder einmal wundervoll duftete. Die Minis sammelten sich unterdessen im Schnee ihre Eisklümpchen an den Beinen zusammen und holten sich weisse Schnauzen. Ich beobachtete eine Weile, wie Rose unter dem Apfelbaum scharrte und sich so einige Grashalme eroberte. Lady stand daneben und starrte in die Ferne, ehe sie ebenfalls zu scharren begann. Alu schien nicht so begeistert. Die graue Stute war in der Nähe von mir geblieben und beäugte den tiefen Schnee skeptisch. Ich ging zu ihr hin und kraulte sie etwas. Die Show würde um 17:00 beginnen, ich hatte also noch reichlich Zeit, Papillon und Chip vorzubereiten. Da Lewis und ich mit dem Misten nun fertig waren, machte ich einen Abstecher zur Galoppbahn, um zu sehen wie das Morgen-Workout lief. Aufgrund des vielen Schnees konnten die Jockeys nicht auf der Grasbahn Trainieren. Unter den Tannen der Galoppbahn hatte es hingegen dank der dichten Äste weniger Schnee, weshalb die Vollbluthengste sauber in einer Reihe die Bahn entlang donnerten. Die Stuten kamen in der Trainingseinheit danach dran.

      Um zwei Uhr holte ich Papillon und Chip von der Weide und brachte sie in den Innenhof des Hauptstalls zum Schären. Die dicke Wolle war ganz schön hartnäckig. Ich arbeitete mich vom Kopf nach hinten. Chip hielt schön still, da sie sich diese Prozedere schon gewöhnt war. Papillon hingegen zappelte vor und zurück, um dem nervig lärmenden, kleinen Ding zu entkommen. Bald lag haufenweise Fell am Boden und die beiden hatten kurzen aber weichen Stoppelpelz. Ich wusch bei beiden noch den Schweif und die Mähne, dann flocht ich die nassen Schweife, strich die Mähne ordentlich zu Recht und fettete die Hufe. Zuletzt nahm ich ganz wenig Öl und strich damit Augen und Nüstern ein. Ich verwendete wirklich nicht viel, da ich den Glanz eigentlich hässlich fand, den Richtern gefiel dies jedoch. Nun musste ich den frierenden Minis ihre schwarzen Fleece-Decken anziehen und sie vorübergehend in den Hauptstall stellen. Ich band sie vor Gleams Box an, damit ich in aller Ruhe den Anhänger vorbereiten konnte.
      Eine Stunde später befand ich mich zusammen mit Lisa auf dem Parkplatz vor der Showhalle. Es herrschte reges Treiben und alle Teilnehmenden entfernten emsig das letzte Bisschen Staub von ihren perfekten kleinen Barbiepferdchen. Ich hielt nicht viel von diesem extremen Aufhübschen, schliesslich waren die Pferdchen auch von Natur aus perfekt. Dennoch hatte die Stimmung in der Halle etwas magisches, zumal es draussen auch schon wieder schneite und drinnen alle fröhlich beieinander versammelt am Plaudern waren, mitsamt den Pferdchen. Ich fand ein paar befreundete Züchter und gesellte mich zu ihnen. Chip schnüffelte an einer Scheckstute, die knapp erreichbar neben ihr stand. Wenn sie nachher auch so nen schönen Hals macht, dann haben wir gute Chancen. Lisa hielt Papillon. Die junge Stute war ziemlich nervös, denn es war ihre erste Show. Wir starteten mit den beiden in der Halter Class, wo Aussehen und Bewegungen beurteilt wurden. Als es endlich losging, stellten wir uns hinter dem mit weissen Plastikbanden abgegrenzten Showbereich auf und liefen dann mit den anderen Teilnehmern im Gegenurzeigersinn hinein. Zunächst mussten wir antraben und eine Dreiviertelrunde laufen, dann in den Schritt parieren und auf die Mittellinie abbiegen. Anschliessend stellten wir die Minis im Halbkreis auf und positionierten sie für die Präsentation. Ich lief einen Schritt auf Chip zu und schnalzte etwas, damit sie, wie einstudiert, einen Schritt rückwärts trat. Anschliessend zupfte ich fein am feinen Lederhalfter, sodass sie die Vorderbeine ein wenig weiter vor nahm. Nun musste ich sie ein wenig beschäftigen, damit sie den Kopf schön oben hielt, einen hübschen Hals machte und die Ohren nach vorne richtete. Dazu tat ich so, als hätte ich ein Leckerli in der Hand. Es klappte, die Richter liefen durch die Reihen und begutachteten kritisch. Ich schielte zu Papillon und Lisa. Sie hatte sichtlich mehr Mühe, die aufgeregte Stute ruhig zu halten. Immer wieder machte sie einen Schritt vor, sodass Lisa sie neu hinstellen musste. Dennoch war ich zufrieden mit dem Ergebnis, das kurz danach verkündet wurde. Mit Chip hatte ich wieder einmal den zweiten Platz belegt, Sieger war eine Rappstute geworden. Papillon hatte es immerhin noch auf den siebten Platz von insgesamt 13 Teilnehmern geschafft. Wir lobten unsere Pferdchen eifrig und stellten sie für die Fotos auf, dann fuhren wir so schnell wie möglich nach Hause, damit sich die beiden ausruhen konnten.
      9 Feb. 2015
    • Occulta
      Die Feder im Sturm

      Endlich hatte ich mir den Traum eines weiteren Miniature Hengstes erfüllt! Er war ein wunderschöner Silver Buckskin, 3 Jahre jung und mehrfacher Youngster-Showsieger. Ich hatte ihn gestern abgeholt und über Nacht, da der Wetterbericht gut ausgesehen hatte, auf die Weide neben der Mini-Hengstchen Weide geschmissen. Die Nacht ohne Unterstand hatte ihm anscheinend nicht geschadet, denn er war aufmüpfiger denn je, als ich ihn zum Tor der Weide seiner zukünftigen Weidekumpels führte. Der kleine Mann, der auf den Namen ‚Darkwood‘s Storm Dancing Feather‘ hörte, drängelte sich immer wieder vor und schüttelte den Kopf. Die anderen beiden Rabauken sahen sich das Schauspiel zunächst aus einiger Entfernung an, doch als ich zum Tor kam, trottete uns Caresse mit ausgesprochenem Imponiergehabe entgegen. Unglaublich, wie sich so ein kleiner Fellball aufplustern kann! Dachte ich amüsiert. Ich liess die drei (Arco war mittlerweile auch aufgekreuzt) nochmals durch den Zaun aneinander schnuppern, dann öffnete ich das Tor vorsichtig. Ehe jemand entwischen konnte, hatte ich es wieder geschlossen. Als nächstes blieb ich neben ‚Stormy‘ stehen und schlichtete so aufkommende Unruhe. Es klappte gut, sodass ich ihn schon nach wenigen Minuten laufen liess. Sofort schoss die Truppe im Trab davon. Caresse jagte den Neuling einmal quer über die Weide und kniff ihm in die Flanke, bis dieser ausschlug. Aber schon bald unterwarf er sich und folgte Caresse zurück zu Arco, der schon nach wenigen Metern zum Fressen stehengeblieben war. Noch graste Storm etwas abseits, doch das würde sich bald ändern, da war ich mir sicher. Die Tränken der Minis waren laut Lisa schon am Morgen kontrolliert worden, auch gemistet war bereits.

      Als nächstes wollte ich noch bei den Stuten vorbeischauen. Die kleine Herde sah so schön bunt aus von weitem, dass ich gleich mit dem Mopho ein Foto schiessen musste. Daki begrüsste mich wie immer mit ihrer rosa Schnauze an meiner Hosentasche, während Chip an meinen Schuhen schnupperte. Lady und Rose blieben hinter den beiden dominantesten Stuten und sparten sich so Ärger. Chip war immer sehr gereizt wenn es darum ging, wer zuerst die Besucher begrüssen durfte. Ich lief nach einigen Minuten, in denen ich Daki liebevoll den Hals kraulte, worauf sie dasselbe bei Chip anfing, zu Sunny, Alu und Queenie, die noch immer entspannt unter dem Baum lagen. Ich kniete mich neben Alu und streichelte ihr sanft über den Rücken. Nach einer Weile kam Papillon mit Kiwi und Tiki im Schlepptau angelaufen. Ich war erstaunt, dass die beiden halbstarken der ebenfalls noch sehr jungen Stute anstatt ihrer Mutter bzw. Ziehmutter folgten, bis ich den Grund dafür verstand: Papillon verwarf aufgedreht den Kopf und quietschte, als Kiwi ihr spielerisch in die Seite kniff. Daraufhin trabten alle drei ein paar Meter, dann stieg Tiki und neckte Papillon so ebenfalls weiter. Sie spielen! Ich beobachtete die drei eine Weile begeistert und lehnte mich unterdessen gegen Alu, die sich das total cool gefallen liess. Die Sonne warf durch das Blätterdach des Apfelbaumes Lichtflecken auf das spärliche Gras darunter. Ich hätte den ganzen Tag daliegen können, denn man vergass leicht die Zeit und alle Sorgen der Welt, wenn man dem rhythmischen Kauen der Pferde zuhörte. Doch natürlich musste ich spätestens nach einer halben Stunde wieder meinen Pflichten als Pferdebesitzerin und Leiterin eines ganzen Gestüts nachgehen.
      21 Juni 2015
    • Occulta
      Halloween Special auf Pineforest Stable

      Heute war es besonders Neblig, als ich zum Fenster raus blickte. Ich musste augenblicklich grinsen als ich feststellte, dass es Halloween war und die Szenerie perfekt passte. Doch richtig lustig würde es erst abends werden. Sheela kam schwanzwedelnd die Treppe rauf geschossen, als ich die Zimmertür öffnete. Sie schleckte mir die Hand ab, während Jacky kurz um mich wuselte, und dann wieder runter in die Küche hüpfte. Morgens war die kleine Jack-Russel Hündin nicht so liebevoll, da sie vor allem eines wollte: Futter. Das bekamen die beiden nun auch.
      Den Tag über war ich an einer Kostümparty und einer Halloween Show mit Unbroken Soul of a Rebel zu finden. Ich hatte den Paint-Hengst so bemalt, dass es aussah, als wäre er beim Übergang seiner Scheckung Frankenstein-mässig aus zwei verschiedenen Pferden zusammengenäht. Lewis hatte diese lustige Idee gehabt, und mir die Farben besorgt.
      Auf Pineforest Stable selber war nicht viel los; die Pfleger wollten ihre Arbeit möglichst früh erledigt haben, damit sie am Abend ausgehen konnten, also waren sie nicht sehr gesprächig. Ausser Ajith und Quinn, die ich erwischte, wie sie aufgeregt kichernd und flüsternd in Sundays Box standen. Sie gingen jedoch sofort wieder ihrer Arbeit nach, als sie sahen, dass ich sie beobachtete, sodass ich die beiden gar nicht erst auffordern musste. Ein zufriedenes Grinsen huschte mir dabei übers Gesicht – wie gut ich meine Mitarbeiter doch erzogen hatte. Ich genoss die Ruhe, wenn ich zuhause war, denn Feststimmung gab es auf der Party genug. Als ich gerade bei Burggraf stand und den Hengst sattelte, kam Jonas auf mich zu. „Hey Boss, heute Abend schon was vor?“ Ich hob erstaunt die Augenbrauen. „Nein… Warum?“ „Ach, ich hab grad überlegt, ob du mit an die Party in Birmingham kommen willst, aber mir ist eingefallen, dass ja jemand auf den Hof aufpassen muss.“ Mir klappte der Mund auf und ich wollte empört etwas erwidern, aber er verschwand schon wieder durch das Stalltor. Frechheit! Von wegen gut erzogen… Ich wandte mich wieder Muffin zu und zog den Gurt an.
      Als ich mit ihm, Jacky und Sheela vom Gelände zurückkam, hatte ich einen Entschluss gefasst. Quinn hatte am Morgen deutlich gemacht, dass sie weder an eine Kostümparty, noch an sonst irgendeine Saufveranstaltung mitkommen würde. Sie hatte sogar versucht, die Leute zu überzeugen, auf Pineforest Stable selbst zu feiern, anstatt alle auszugehen. Sie würde also bestimmt hier sein, um aufzupassen. Deshalb wollte ich nun doch auch nach Birmingham. Aber nicht dorthin wo Jonas ist, dachte ich mit einer herrlichen Genugtuung. Ich erzählte ihr von meinem Plan, sobald ich Burggraf versorgt hatte. Zu meiner Überraschung reagierte sie verstört. „No, you cannot…. I mean, you should stay here“, stammelte sie. „Why? You stay, right? I leave Sheela here to protect you, and If something happens you can always call me.“ „Probably, but what if some drunken people come here and mess things up?“ Ich verstand ihren Punkt; ich wollte auch nicht alleine im Dunkeln einer besoffenen, verkleideten Meute begegnen. „Fine, I’ll stay.“ Sie sah sehr erfreut aus und lief in Richtung Halle, bevor ich etwas Weiteres sagen konnte. Ich hingegen, machte mich auf den Weg zu den Minis. Die meisten von ihnen mussten heute für die Herbstshows geschoren werden, was ein ganzes Stück Arbeit war. Zum Glück halfen Lewis und Lisa mit. Wir führten zuerst Arco, Lenny, Storm und Caillean in den Innenhof des Hauptstalls. Dort banden wir die Flauschkugeln an und begannen, mit den Schermaschinen die dichte Wolle zu trimmen. Beim Kopf war ich besonders vorsichtig, aber auch der musste ein wenig bearbeitet werden. Alle hielten schön still, denn sie waren schon als Fohlen auf das Scheren vorbereitet worden. Auch Caillean stand Schulbuchmässig da und spielte mit dem Strick, anstatt sich um das lärmende Ding zu kümmern. Wir waren rasch fertig und konnten auch gleich die nächsten Kandidaten holen: Papillon, Daki und Lady. Letztere zappelte etwas, als ich die Maschine am Bauch ansetzte, doch mit etwas Geduld konnte ich sie auch dort von ihrem Pelz befreien. Nun fehlten noch Chip, Queen und Sunny. Ach, und natürlich die neue; Tigrotto. Ich hatte sie wenige Wochen nach Dante, dem Esel, übernommen, denn sie war eine hervorragende Showstute und hatte gute Bewertungen an den Fohlenschauen bekommen, an denen sie teilgenommen hatte. Um sie kümmerte ich mich als letztes. Dabei war ich zunächst eher vorsichtig, weil ich nicht wusste, wie gut sie an das Scheren gewöhnt war. Doch sie zickte nicht, sodass ich ebenfalls schon nach zwanzig Minuten fertig war. Nun hatten wir einen Berg aus Fell vor uns, und auf der Weide standen viele nackte Miniaturpferdchen. Lewis und ich machten uns daran, ihnen allen eine Decke anzuziehen, damit sie nicht kalt hatten, Lisa hielt unterdessen Sheela davon ab, den Fellhaufen auseinanderzunehmen. Es handelte sich um stabile, wasserabweisende Decken mit guten Verschlüssen, die sie in Position hielten. Sie waren ganz schön teuer gewesen, aber die Anschaffung hatte sich definitiv gelohnt. Tic-Tac, Rose, Alu und Kiwi durften ihren Pelz noch behalten, denn mit ihnen wollte ich erst im Frühling wieder starten. Zufrieden kraulte ich Daki, als alles erledigt war. Die kleine Stute knabberte mir liebevoll an der Regenjacke, als wäre ich ein anderes Pony.

      Am Nachmittag unterrichtete ich Rita auf Dod, damit sie auch ein Gefühl für Westernpferde bekam. Das klappte erstaunlich gut – naja, so erstaunlich war es doch nicht, denn sie brauchte nur einigermassen gerade zu sitzen, den Rest erledigte der fein ausgebildete Dod von selbst. Jedenfalls solange er kooperativ war. Als die Pflegerin zum dritten Mal auf dem Zirkel angaloppieren wollte, hatte der Hengst genug und beschloss kurzerhand, den Platz zu verlassen. Rita konnte kaum etwas tun, denn wenn Dod ein Ziel im Kopf hatte, musste man schon verdammt gut reiten können, um ihn wieder in den Griff zu bekommen. Ich eilte ihr zu Hilfe und fing ihn kurz vor dem Weg wieder ein. Danach arbeiteten wir noch etwas vom Boden aus weiter, das gefiel ihm deutlich besser. Ich überliess es Rita, ihn zu verräumen und ging direkt weiter zu Numair. Ich wollte mit ihm ebenfalls auf dem Platz arbeiten, allerdings zusammen mit Anubis und Lisa, die bereits in der Stallgasse des Nordstalls bereit standen. „Sorry, I’m late“, keuchte ich, denn ich war den Weg hochgerannt. „It’s okay, du kannst Deutsch mit mir sprechen, schon vergessen?“, meinte Lisa lachend. Ich schlug mir symbolisch mit der Hand gegen die Stirn und grinste, dann holte ich Numi aus der Box. Wir ritten eine Art Pas-de-Deux mit den beiden sonst Western gerittenen Hengsten. Sie machten gut mit, aber schaukelten sich nach dem ersten Galopp gegenseitig hoch und zeigten ihr südliches Temperament. Am Ende bauten wir mehr Galopp in die ‚Kür‘ ein als uns lieb war, doch wenigstens waren die beiden danach müde. Auch die anderen beiden Araber auf dem Hof, Islah und Amor, mussten noch bewegt werden. Allerdings konnte ich Amor nicht besonders gut mit Stuten laufen lassen, da er sich dann nicht mehr konzentrierte. Also schickte ich Lisa und ihn zusammen mit Donut unter David und Baccardi unter Jonas raus. Islah übernahm ich ebenfalls nicht selbst, sondern übergab sie Lewis, um stattdessen mit Blue Lady Liquor zu arbeiten. Mit ihr sprang ich einen leichten Parcours und übte dabei insbesondere das Springen aus der Kurve. Die junge Stute war noch nicht lange unter dem Sattel, also musste ich ihr Schritt für Schritt alle Tricks beim Springen zeigen.
      Später ging ich wieder mit Halluzination und Satine als Handpferd ins Gelände. Das hatte beim ersten Mal so hervorragend geklappt, dass ich es seither immer wieder versucht hatte – mit Erfolg. Die beiden Stuten schienen miteinander zu harmonieren. Auch auf der Weide standen sie oft beisammen. Satine machte mir trotzdem immer noch Sorgen. Sie nahm einfach kaum zu, egal wie viel ich zufütterte. Den Tierarzt hatte ich auch schon mehrfach bestellt, aber er meinte jedes Mal nur, ich solle weitermachen wie bisher. Während ich die beiden nach dem Ritt versorgte, berichtete mir Lewis, dass Islah wiedermal etwas faul, dafür umso schreckhafter gewesen war. Darren, der mit Piroschka mitgegangen war, hatte weniger Mühe gehabt.

      Als es dunkel wurde, verschwanden auch nach und nach die Leute, bis Quinn und ich als einzige im Hauptstall standen. Ich schlug vor, dass wir uns auch einen gemütlichen Abend machen sollten. Sie nickte erfreut und meinte, man könne ja ins Strohlager. Ich holte eine Taschenlampe, Tee in einer Kanne, Snacks und ein paar Brettspiele aus dem Haus. Dann öffneten wir die Luke zum Dachboden des Hauptstalls, wo das Stroh gelagert wurde. Sheela winselte, als wir ohne sie nach oben kletterten, doch sie war mittlerweile einfach zu gross, als dass ich sie hätte nach oben tragen können. Fairnesshalber liess ich auch Jacky unten. Ich legte den beiden eine alte Abschwitzdecke auf den Boden, auf der sie sich auf mein Zeichen hin platzierten. Der Dachboden war ein durchgehender Raum, nicht besonders hoch und vollgestopft mit Strohballen. Es hatte zwar Lampen hier oben, aber sie leuchteten nur dämmrig. Alle paar Meter gab es eine neue Luke, durch die das Stroh nach unten in die Stallgasse befördert werden konnte. Quinn und ich machten es uns im weichen Stroh neben den grossen Quadern gemütlich und begannen mit einer Partie Mühle. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging, denn als ich beim nächsten Mal auf die Uhr sah, war bereits halb zwölf. Ich gähnte demonstrativ und fragte, ob Quinn noch etwas Tee wolle. Sie bejahte, also kletterten wir die Leiter hinunter und wollten gerade zum Haus, als ich Schritte vernahm. „Guess you were right with those drunken guys“, flüsterte ich mit besorgter Stimme. Ich hielt es für das Beste, nachzusehen und die Eindringlinge zu verscheuchen. Wir schlichen mit Sheela, die gerade mitten in der Ausbildung zum Schutzhund war, um den Hauptstall herum zum Roundpen, doch ich konnte niemanden sehen. Plötzlich sah ich zwischen den Tannen der Galoppbahn ein Licht auf und ab tanzen. „There! Sheela, go!“ Ich schickte die Hündin wie im Training auf das Ziel los, da ich mir sicher war, dass das Licht von einer Taschenlampe stammte. Sie flitzte los, bellte ein paarmal, doch dann wurde es still. Ich schluckte leer. „…Sheela?“ Keine Reaktion. Quinn und ich sahen uns an, dann liefen wir langsam in Richtung des Lichts. Als wir kurz davor waren, verschwand es jedoch. Von Sheela war keine Spur. „Oh no, she must have followed them – or they dognapped her!“, meinte Quinn, wobei sie bei dem Wort ‚dognapped‘ grinsen musste. Wie kann sie auch noch Scherze darüber machen? Wir müssen weiter, dachte ich aufgebracht. Schon sah ich ein neues Licht, diesmal beim Offenstall der Minihengstchen. Sofort rannte ich in die Richtung, denn ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Typen den Minis etwas antaten, auch wenn ich mich mit Händen und Füssen würde wehren müssen. Als wir dort ankamen, war das Licht aber bereits wieder ausgegangen. Im Dunkeln stolperte ich über etwas im feuchten Gras liegendes und fiel beinahe ausgestreckt auf den Boden. Ich sah nicht, was der Gegenstand war, denn ich rappelte mich erschrocken wieder auf und rannte zur Halle, wo das nächste Licht aufflackerte. Quinn rief irgendwas von „there’s something hanging in the tree“, aber ich achtete mich nicht, zu fokussiert war ich auf mein Ziel. Schliesslich erreichte ich die Halle, und Quinn wenige Sekunden nach mir ebenfalls. Wir schlichen, abermals in völliger Dunkelheit, um das grosse Gebäude herum, auf der Suche nach irgendwelchen Gestalten. Warum ist es nur so dunkel? Ohne den Nebel würde ich sie bestimmt sehen. Plötzlich schrie Quinn kurz auf, es folgte ein kurzes Glucksen, dann Totenstille. Mittlerweile tatsächlich ängstlich drehte ich mich um und rief nach ihr, doch bekam keine Antwort. Das ist nicht möglich, der Mörder ist doch längst hinter Gittern! Ich wollte mein MoPho aus der Jackentasche holen, um endlich der Polizei anzurufen, doch es war weg. Ich suchte überall, sicher, dass ich es wie immer rechts gehabt hatte, doch es war nirgends zu finden. Als nächstes torkelte ich durch die Dunkelheit zum Haus, doch die Tür war verschlossen. Wie ist das möglich? Ich hatte sie doch offen gelassen, als ich Tee geholt hab... Langsam kam ich mir vor wie eine Geistesgestörte, die sich alles nur einbildete, denn auch den Schlüssel fand ich nirgends. Bestimmt bin ich im Strohlager eingeschlafen und träume alles nur, beschloss ich. Doch mit einem Kniff in den Arm wachte ich nicht auf. Unentschlossen blickte ich umher und sah dabei abermals das Licht, diesmal beim Nebenstall. Ich änderte meine Strategie und schlich mich darauf zu, immer im Schutz der Gebäude bleibend. Es schien zu klappen; diesmal verschwand das Licht nicht. Beim Näherkommen hörte ich aufgeregtes Getuschel und ein „shhh!“ An den Stimmen erkannte ich Lisa, Lewis, Jonas, Rosie und Ajith, doch da waren auch die Umrisse von weiteren. „What is happening?“, fragte ich, als ich nahe genug war, und erschreckte sie damit erfolgreich. Jemand machte Licht, sodass ich alle Gesichter erkannte. Es waren fast sämtliche der Pfleger. „Happy Halloween!...“, lachte Lewis, und die anderen stimmten mit ein. „Aber wie… Wo ist Sheela?“ Kaum hatte ich gefragt, kam die Labradorhündin Schwanzwedelnd auf mich zugehüpft. Sie haben mir also nur einen Streich gespielt, stellte ich erleichtert fest. Wir liefen alle zum Hauptstall und kletterten ins Strohlager, wobei Jonas mir Sheela hochhob und Jacky von Ajith mitgenommen wurde. Die beiden Hunde sahen sich sofort neugierig in diesem unbekannten Teil ihres Territoriums um, während die Pfleger mir erzählten, wie sie das Ganze geplant und durchgeführt hatten. Nachdem zuerst jeder gleichzeitig seine Sicht schildern wollte, sorgte Oliver für Ordnung und gab Jonas das Wort. „Aaaalso; wir haben die Idee schon vor Wochen gehabt, aber Quinn ist es hauptsächlich zu verdanken, dass wir es wirklich durchgeführt haben, sie hat die Leute zusammengetrommelt und hierbehalten. Zuerst mussten wir sicherstellen, dass du auch hier bleibst.“ „Ach deshalb warst du so frech“, unterbrach ich ihn. Er strich mir grinsend mit der Hand übers Gesicht, zum Zeichen, dass ich schweigen solle. „Jedenfalls war ich erfolgreich, oder?“ „Auf keinen Fall! Ich war sogar fast so weit, aus Trotz extra wegzugehen. Quinn war diejenige, die mich überzeugt hat zu bleiben.“ „Wie auch immer; wir anderen gingen also nach und nach, versteckten uns aber tatsächlich in der Halle. Als du ins Haus gegangen bist und den Schlüssel hast stecken lassen, hab ich ihn mir geschnappt, um später die Tür zu schliessen, damit du, nachdem dir Quinn hier oben so erfolgreich das Handy geklaut hat, nicht auf die Idee kommst, doch noch die Polizei zu rufen oder so. Dann haben wir uns mit den Taschenlampen positioniert und sind jedes Mal ein paar Meter weiter ins Gras gelegen, wenn ihr zu nahe kamt.“ „Ach deshalb hat Sheela nicht angegriffen – sie hat euch natürlich gleich erkannt…“ „Jap, und Elliot hat sie fixiert, damit sie nicht bellt. Über unseren abgetrennten fake-Arm beim Offenstall bist du leider nur drübergefallen, und auch den hängenden Mann hast du nicht gesehen.“ „Even as I wanted to call you back!“, warf Quinn ein. „Danach mussten wir uns einen Plan B überlegen, denn eigentlich war geplant gewesen, dass du es dabei natürlich merkst. Also haben wir Quinn bei der Halle entführt.“ „Dann wusstest du vom letzten Teil auch nichts?“, fragte ich Quinn lachend. „Nein, daher hatten wir auch Mühe, sie festzuhalten und vor allem zu verhindern, dass sie vor Lachen platzte!“, antwortete Lisa für sie. „Doch zuletzt hast du uns doch überlistet. Wir waren so abgelenkt, dass wir gar nicht bemerkt haben, wie du näherkommst…“ Ich stiess ein triumphierendes „yes!“ aus, und wir lachten alle herzhaft. „Nun hätte ich aber gerne meine Schlüssel und mein MoPho zurück“, sagte ich auffordernd. Quinn gab mir das Handy, doch Jonas hielt die Schlüssel nur grinsend auf. Ich stürzte mich auf ihn und nahm sie mir etwas unsanft, wobei er mich festhielt, sodass wir nebeneinander im Stroh lagen. Wir amüsierten noch etwas mit Brettspielen und Tee, ehe wir endlich alle zu Bett gingen.
      30 Okt. 2015
    • Occulta
      Silhouetten im Nebel

      Ich befand mich gerade bei meiner neuen, gestreiften Freundin, als Lily wieder angerannt kam. Sie war schon den ganzen Morgen so hibbelig drauf und ich machte mir langsam Sorgen, dass in ihrem Müsli zu viel Zucker drin sein könnte. Thairu liess sich auch ein wenig anstecken und trabte den Kopf verdrehend von mir weg, nur um einige Meter entfernt einen kräftigen Buckler zu machen und danach wieder zu mir zu glotzen. „Komisches Tier“, murmelte ich grinsend, dann sah ich mich nach meiner kleinen Nichte um. Wenigstens hatte sie von dem kleinen Drama mit Golden Sunset nicht viel mitbekommen, das sich vorgestern ereignet hatte. Ich konnte es noch immer kaum ertragen, daran zu denken, wie die kleine Stute geschwitzt und sich gewälzt hatte. Sie hatte eine schwere Kolik bekommen, vermutlich, weil Spaziergänger ihr überreife Früchte gefüttert hatten. Wir hatten sofort den Tierarzt gerufen als Lewis es bemerkt hatte, aber es war auch gegen Abend trotz der ausgezeichneten Betreuung in der Tierklinik nicht besser geworden. Ich hatte daraufhin schweren Herzens mein Einverständnis gegeben, die Palominostute zu erlösen. Noch am selben Abend brachten die Pfleger Schilder an den Weidezäunen an, die das Füttern der Tiere verboten. Lilys Stimme brachte mich zurück in die Gegenwart. „Tante Occu, darf ich heute auf White Dream reiten?“ Ich seufzte erschöpft. Lily hatte die ganze vergangene Woche immer wieder danach gefragt und ich überlegte langsam ernsthaft nachzugeben, alleinschon, damit ich endlich Ruhe hatte. Das Mädchen war nun seit zwei Wochen hier und mindestens einmal am Tag auf dem Pferd gesessen; Trotzdem schien sie nie genug zu haben. „Biiiite“, las ich von ihren runden, dunkelbraunen Augen ab. „Na gut, aber nur in der Halle, und nur nachdem Lisa mit ihr gearbeitet hat.“ Das reichte anscheinend schon völlig, denn ich bekam eine kräftige Umarmung und musste augenblicklich lächeln. So nervig Kinder auch manchmal sein konnten, so waren sie doch immer sehr ehrlich und zeigten einem, was sie fühlten. Nicht so wie manche Erwachsene… Jonas winkte uns von der Halle her zu. „Hey Boss, warst du schon mit Empire draussen?“ „Vergiss es, ich hab mich schon mit Quinn verabredet“, murrte ich zurück, was sogar der Wahrheit entsprach. Er zuckte mit den Schultern und verschwand wieder um die Ecke. „Und was soll ich in dieser Zeit tun?“, fragte Lily erwartungsvoll. „Uhhm, what about… Du hast heute frei, darfst selbst entscheiden.“ Sie nickte fröhlich und lief zu den Mini Weiden. Na wer hätte das gedacht, schmunzelte ich und stand ebenfalls zum Gehen auf. Ich pfiff nach Zira, die durch das nasse Gras angehoppelt kam. Ihr Bauchfell kräuselte sich schon vor Feuchtigkeit und sie hatte dreckige Pfoten, mit denen sie an mir hochstehen wollte. Ich stiess sie etwas unsanft weg und liess sie sitzen, dann lobte ich sie. Ich musste die junge Hündin erst noch erziehen, aber die Grundkommandos klappten schon ganz gut. Auch die anfänglichen Stubenreinheits-Probleme hatten wir bereits überwunden. So konnte ich sie auch ohne Bedenken im Haus lassen, als ich zum Hauptstall ging, um Empire zu putzen. Stromer stand bereits in der Stallgasse angebunden und drehte sich nach mir um, als er das Stalltor knarren hörte. Ich streichelte ihn liebevoll und entdeckte im selben Moment Quinn, die mit der Wurzelbürste seine matschigen Beine bearbeitete. Ich meinte zu ihr, dass das nicht viel bringe und man die Beine auch morgen noch waschen könne, weil er ja sowieso wieder dreckig von der Weide käme. Daraufhin befasste sie sich in erster Linie mit der Sattellage. Ich führte unterdessen Empire aus seiner Box und band ihn ebenfalls an. Der völlig ausgeschimmelte Hengst hatte wiedermal ein paar schöne Mistflecken, die ich am liebsten mit Bleichmittel bearbeitet hätte, aber das wäre wohl keine gute Idee gewesen. Daher beschränkte ich mich auf einen Kuhstriegel und mehrfaches durchbürsten, bis nur noch ein paar hellgelbe Flecken übrig waren. Das Langhaar war ebenfalls verdreckt, aber ich entwirrte es nur etwas und löste die gröbsten Klumpen, den Rest würde ich morgen machen. Dafür kratzte ich die Hufe gründlich aus, damit keinerlei Steinchen mehr darin verklemmt waren. Weil er so schön geduldig dastand und die Beinchen artig hob, bekam Empire ein Karottenstückchen. Natürlich musste ich daraufhin auch Stromer eines geben, der schliesslich auch stillgestanden war. Endlich konnten wir satteln, zäumen und die beiden Hengste nach draussen führen. Ich war gut eingepackt in meine Winterjacke, mit Mütze, Handschuhen und Schal. Auf Empires Fleecedecke hatte ich aber diesmal verzichtet, da wir heute viel galoppieren wollten. Quinn und ich ritten los in Richtung Dorf, bogen dann nach Norden und kamen endlich zu einem Laubwald. Der Nebel als dicke Suppe über der Landschaft und man sah nur ein paar Meter weit. Wir liessen Stromer und Empire auf dem Waldweg lange traben, dann bogen wir auf einen Trampelpfad und jagten durch die Gebüsche bis zum Waldrand. Dort trabten wir wieder kurz, bevor wir zu einem geeigneten Feld kamen und die beiden Blüter erneut ziehen liessen. Es machte unheimlich Spass, durch den dichten Nebel zu preschen. Wir konnten es auch nicht lassen, auch ein kleines Rennen daraus zu machen, wer zuerst am Feldende ankam. Natürlich gewann Quinn mit Stromer überlegen, denn im Gegensatz zu Empire war er noch deutlich leichter. Empire hatte dafür länger Ausdauer, doch solch kurze Feldgalopps konnten die beiden Vollblüter ohnehin nicht erschöpfen. Nach einer halben Stunde im Gelände waren die zwei erst richtig fit und liessen sich kaum mehr zügeln in ihrem Eifer. Aber ich erinnerte Empire jeweils durch halbe Paraden daran, dass ich auch noch da war. Der Hengst versammelte sich schön und machte einen runden Hals, kombiniert mit feinstem Spicktrab. “Oi, I’m not used to this behaviour of yours, you could do that more often. “Though we’re not in a dressage competition right now, ‘kay”, meinte ich lachend. Empire drehte bloss die Ohren zurück um zu hören, ob ich etwas Wichtiges gesagt hatte. Dann stolzierte er weiter. Ich wollte dieses Jahr mit ihm an einem Weihnachts Dressurturnier teilnehmen und war daher glücklich, ihn so toll laufen zu fühlen. Es war, als würden wir über den Feldweg tanzen, mit einem immer gleichbleibenden Takt. Stromer hatte mittlerweile auch kaum mehr Mühe, den Takt zu halten und ausbalanciert zu traben. Das war früher ganz anders gewesen, als er frisch auf Pineforest Stable gewesen war. Die meisten Vollblüter wurden in erster Linie auf Geschwindigkeit getrimmt, Balance und versammeltes Tempo wurden oft unterschätzt, obwohl die meisten Pferde erst dadurch ordentlich Kraft in der Hinterhand entwickelten.

      Wir kehrten nach fast eineinhalb Stunden auf den Hof zurück und sattelten die Pferde ab. Als wir sie versorgt hatten, suchte ich Lily und fand sie noch immer mit einer Bürste bewaffnet bei den Mini-Hengstchen. Sie erzählte mir stolz, dass sie bisher Daki, Alu, Diva, Chip, Papillon und auch noch Tigrotto geputzt hatte. Ich prustete los vor Lachen, als ich die Frisuren bemerkte, die sie Arco mit ihrem Haargummi verpasst hatte. „Das ist nur zum hochstecken, damit ich besser an den Hals rankomme! Lach doch nicht so!“ Ich entschuldigte mich, noch immer Tränen in den Augenwinkeln. Die kleine lachte nun aber selbst auch herzhaft. „Okaaay, es sieht bescheuert aus. Aber es hilft!“ Plötzlich wurde sie leiser und senkte den Blick. „Sunny hatte auch so ne schöne, helle Mähne…“ Ich klopfte ihr tröstend auf die Schulter und fragte, ob ich ihr ein paar schöne Flechtformen zeigen solle, um sie abzulenken. Sie nickte eifrig. Wir nahmen uns gleich Arco als Modellpferdchen. Mein kleiner Schatz hatte kürzlich die Körung bestanden und war als drittplatzierter aus der Gesamtwertung hervorgegangen. Ich war unglaublich stolz, nun einen weiteren hervorragenden Miniature Zuchthengst zu besitzen. Und nächsten Frühling würden auch schon seine ersten Fohlen auf die Welt kommen, was ich bereits frühzeitig geplant hatte. Ich zeigte nun aber Lily erstmal einen Französischen Zopf mit der Mähne des kleinen Charmeurs. Es ging leider nicht ganz so gut, da ich seine Mähne erst kürzlich wieder geschnitten hatte, aber Lily sah trotzdem beeindruckt aus und die Sache mit Sunny war vorerst wieder verdrängt. Wir gingen zu den Stuten und fingen uns Rose ein, denn sie hatte noch ihre volle Haarpracht. Daran durfte Lily nun üben. Sie bekam am Anfang noch leicht ein Durcheinander mit den verschiedenen Strähnen, aber nach einer Weile klappte es ganz gut. Ich zeigte ihr auch noch das Einflechten des Schweifs, dann machten wir uns auf den Weg zum Haus um zu Mittag zu essen.

      Am Nachmittag war Lisa mit Dream in der Halle und Lily drängte mich, mein Versprechen zu halten. Schade, dass sie es nicht vergessen hat, dachte ich augenrollend, doch dann nickte ich und wir sahen Lisa bis sie fertig war zu. Lily klebte förmlich an der Scheibe der kleinen Reiterstube in der Halle. Dream lief durchaus hübsch und artig, aber ich machte mir dennoch Sorgen, ob die kräftige Ponystute das richtige Modell für meine kleine Nichte war. Die kleine schien sich jedenfalls keine Sorgen zu machen. Der von grauen Strähnchen durchzogene Schweif der Forest Stute wehte wie eine Fahne hinter ihr her, als sie über die Kombination sprang. Lisa hatte einen kleinen Parcours aufgebaut, weil sie für das Adventsspringen nächste Woche trainierte. Ich nickte zufrieden, als Dream auch das In-Out und den Oxer überflog. So würden die beiden garantiert gewinnen. Als sie fertig war, winkte uns Lisa zu sich. Offenbar hatte ihr Lily bereits von ihrem Vorhaben erzählt, denn sie stieg ab, als wir näher kamen und übergab dem kleinen Mädchen die Zügel. Lily strahlte wie ein Kleinkind, das gerade einen riesigen Lolli in den Fingern hielt. Sie streichelte die Stute liebevoll, dann half ich ihr in den Sattel. Wenigstens ist Dream kein Riese, dachte ich noch immer skeptisch. „Soll ich dich zuerst führen?“ Ich bekam ein bestimmtes „Nein!“ als Antwort. Lily nahm die Zügel auf und trieb Dream in den Schritt. Die Stute streifte mit ihrem blauen Augen meinen Blick und ich flüsterte kaum hörbar: „Sei lieb.“ Augenblicklich richteten sich die kleinen weissen Öhrchen auf, als hätte sie mich verstanden. Lily ritt zunächst im Schritt eine Runde auf der ganzen Bahn, bis sie sich an den Schritt der Stute gewöhnt hatte, dann machte sie eine Volte und liess Dream dehnen, wie ich es ihr gezeigt hatte. Die Stute begann, den Kopf zu senken und zu schnauben. Es wirkte, als sei sie total entspannt. Als Lily die Zügel wieder aufnahm (wobei sie ein wenig ein Durcheinander bekam), machte Dream sofort einen runden Hals und lief am Zügel. Ich musste schmunzeln, denn die Stute kam normalerweise nicht so freiwillig zurück. Vielleicht, weil Lily nur ein Federgewicht ist und daher wie ein Ausbinder wirkt, überlegte ich mir. Plötzlich trabte die Stute an und ich sah Lily bereits am Boden liegen, aber alles war okay: Dream zockelte brav auf dem äusseren Hufschlag, während sich Lily an ihren Takt anpasste und leichtritt. Nach einer Runde klappte es schon hervorragend. Nun musste selbst ich zugeben, dass die beiden ziemlich harmonisch wirkten. Vielleicht passt es auch einfach, stellte ich lächelnd fest. Lily tastete sich immer mehr an die Stute heran und begann, sie ein wenig anzupacken. Sie ritt ein paar Schlangenlinien und galoppierte am Ende sogar auf der Volte an. Dann musste ich sie aber bremsen und daran erinnern, dass Dream ja schon müde von der vorherigen Stunde war. Lily sah kurz enttäuscht, akzeptierte es dann aber grinsend und liess sich vom Rücken der Stute gleiten. „Das war richtig toll! Sie ist soooo lieb“, berichtete sie vergnügt. Lisa sah mich lächelnd an und meinte: „Ich verstehe wirklich deine Bedenken nicht. Dream war schon immer sehr brav und ausgeglichen.“ „Ja, aber im Parcours und im Gelände gibt sie immer extra Gas“, antwortete ich verteidigend. „Welches Pony schon nicht? Ich bin sicher, dass Paulchen sogar schlimmer war.“ Ich gab mich geschlagen und erlaubte Lily, fortan auch auf Dream Stunden zu nehmen. Wenn ich so darüber nachdachte, kamen mir meine anfänglichen Sorgen wirklich schon fast übervorsichtig vor. Aber ich war nunmal verantwortlich für das Wohl meiner Nichte und hatte mit Rachel genau geplant, welche Pferde sie reiten durfte. Mit einem Schaudern wurde mir klar, dass Rachel von diesem Planwechsel nicht sehr begeistert sein würde. Sie war von Anfang an nicht begeistert von dem Projekt gewesen, hatte aber ihrer Tochter zuliebe zugestimmt. Einerseits verstand ich die sorgenvolle Mutter, denn sie hatte auch selbst immer erfolgreich geritten, bis sie eines Tages einen üblen Unfall gehabt hatte und seither die meisten Pferde mied. Sie hatte sich aber hin und wieder dazu überreden lassen, auf Pineforest Stable auszuhelfen, wenn auch ohne sich selbst auf’s Pferd zu schwingen. Als ihre Tochter begonnen hatte, sich für die Vierbeiner zu interessieren, hatte sie ihr erlaubt, sich mit Shettys und kleinen Ponys abzugeben. Doch Lily reichte das auf Dauer nicht, also hatten wir vereinbart, dass sie einen Monat lang hier bleiben durfte. Rachel wusste, dass ich gut auf ihre Tochter aufpassen würde. Sie vertraute aber auch darauf, dass ich mich an die Spielregeln hielt. Dream ist ja wirklich lieb, da wird sie schon nicht ausflippen…, beruhigte ich mein Gewissen. Lily führte Dream selbstsicher zum Nebenstall und versorgte sie. Die zwei boten einen niedlichen Anblick, weil Lily die Stute immer wieder liebevoll kraulte und Dream genüsslich die Lippe verzog. Danach half mir Lily dabei, Die Stuten rauszubringen. Sie musste sicherstellen, dass der Weg überall mit den Zaunstücken abgegrenzt und das Weidetor offen war. Als sie mir rief, öffnete ich die Boxen der Stuten im Hauptstall und liess sie selber zur Weide laufen. Unterstützend lief ich hinterher und klatschte in die Hände, wenn die Gruppe irgendwo Halt machte.

      Als auch das erledigt war, halfen wir kurz beim Misten und kümmerten uns dann gemeinsam um Herkir. Das wollige Islandtier hatte sich so dermassen eingesaut, dass wir ihn duschen mussten, um ihn je wieder sauber zu bekommen. Da er am Abend noch mit April in der Dressurstunde laufen sollte, hatten Lily und ich uns die Aufgabe gestellt, der beschäftigten Pflegerin vorsorglich unter die Arme zu greifen. Ich machte das Shampoo und die Putzkiste bereit, während Lily dem Hengst das Halfter überstreifte. Danach führten wir ihn gemeinsam zum Innenhof des Hauptstalls, wo wir ihn anbanden. Ich weichte das lange Winterfell erstmal gründlich ein, bevor Lily es mit Shampoo und Wurzelbürste bearbeitete. Leider war Herkir ungeschoren, was die Prozedur nicht gerade erleichterte. Die Mähne und den Schweif mussten wir dreimal neu einweichen und ausspülen, bis sie wieder einigermassen blond waren. Wir badeten ihn übrigens mit warmem Wasser, was für alle Beteiligten angenehmer war. Herkir gefiel das baden trotzdem nicht so wirklich. Um uns zu strafen, schlug er mit dem Schweif hin und her, als wollte er eine Fliege verscheuchen, und spritzte uns so nebenbei nass.

      Am Abend kümmerte ich mich um Caprice. Die feuerrote Stute drehte sich sofort zu mir, als ich ihre Box betrat, denn sie wusste, dass ich immer ein paar Karottenstücke dabei hatte. Beim Putzen war sie dann aber doch wieder zickig und legte die Nüstern in Falten. Vielleicht war das auch einfach ihre Art zu zeigen, dass sie sich wohl fühlte, denn eigentlich fehlte es der Stute an nichts. Seit sie vor einem Jahr hier angekommen war, hatte sie sich prächtig entwickelt. Sie wurde zwar mittlerweile vor allem zur Zucht eingesetzt und nicht mehr zum Rennen, aber dazwischen förderten wir sie im Springen und insbesondere in der Dressur, worin sie ein Naturtalent zu sein schien. In der ganz grossen Liga konnten wir aber natürlich trotzdem nicht mithalten. Ich strich nachdenklich mit der Hand über das Seidige, aber stoppelige Fuchsfell. Wie wohl das diesjährige Fohlen wird? Wir hatten alle grosse Erwartungen in den kommenden Jahrgang, sowohl was den Rennsport, aber auch was die Farbenpracht anging. Ich hoffte, dass ihr Fohlen denselben, wunderschönen Kopf wie die Mutter haben würde. Mit ihren dunkel umrandeten Augen und der eleganten Blesse, kombiniert mit einer edlen Kopfform und feinen Ohren, war die Stute einfach ein Bild von einem Vollblut. Ich longierte sie eine halbe Stunde lang in der Halle und arbeitete dabei besonders an der Stellung und dem lockeren Gang. Die Stute neigte noch immer dazu, ihren eigenen Sturkopf durchsetzen zu wollen und nach aussen zu ziehen. Aber wenigstens lief sie in letzter Zeit schön ruhig auf dem Zirkel. Ausser, wenn es wieder ans Angaloppieren ging; dann folgten, wie auch heute, erstmal ein paar Bocksprünge. Solange sie dabei nicht gegen mich zielte, hatte ich nichts dagegen. Soll sie sich ruhig auspowern, dann läuft sie hinterher schöner. Gerade, als sie richtig schön zu dehnen anfing, hörte ich auf und liess sie austraben. So konnte sie das Training in guter Erinnerung behalten. Ich lobte sie ausgiebig und führte sie zurück zum Hauptstall, um sie zu versorgen. Ich packte sie für die Nacht in ihre warme Stalldecke, da ich nicht das Gefühl hatte, dass sie noch grossartig nachschwitzen würde. Dann ging ich weiter zum Nordstall, wo der Neuankömmling Skyrim auf mich wartete. Ich hatte den gekörten, sechsjährigen Reitponyhengst kürzlich von einer Bekannten erworben und unter meine Fittiche genommen, um ihn weiter zu fördern. Er zeigte Potential für die ganz hohen Klassen, weshalb er in Zukunft auch für die Zucht eingesetzt werden sollte. Der hübsche Hengst bestach ausserdem mit seiner tollen Scheckung und einem makellosen Charakter. Er war erst gestern angekommen, weshalb ich noch sachte mit ihm umging. Lily kam mit Zira, Jacky und Sheela angehüpft, kaum hatte ich Skyrim in der Stallgasse angebunden. „Ahhh, der Hübschling. Ich mag ihn“, meinte sie beiläufig, und streichelte Sky am Hals. „Er hat so einen lieben Gesichtsausdruck.“ Ich lächelte und drückte ihr eine Bürste in die Hand. „Da, wenn dir langweilig ist, kannst du mir gleich helfen.“ „Nur, wenn ich dann auch eine Runde auf ihm reiten darf!“ Ich rollte die Augen. „Nur im Schritt, du darfst mich auch zur Sicherheit führen“, meinte sie unnachgiebig. „Fine. Aber wehe du bürstest nicht sauber!“, scherzte ich. Wir hörten während dem Putzen noch etwas Musik und summten mit. Die Stimmung war hervorragend, auch die Pfleger, die vorbei liefen machten mit. Nur Jonas schien etwas kurz angebunden. Ob er wohl beleidigt ist wegen heute Morgen? Ich führte Sky in die Halle zum Aufsteigen. Eine halbe Stunde lang erprobte ich intensiv, was der Hengst schon alles kannte. Auch ein paar kleine Hindernisse übersprang ich, um zu sehen, wie er sich handeln liess. Ich hatte ihn nicht probegeritten, sondern auf das Urteil der alten Besitzerin vertraut, was ich nicht bereute. Er lief sehr fein und fast konstant am Zügel. Dressurmässig war er etwas weiter als im Springen; er hatte auch eher die Veranlagung für diese Richtung. Am Ende führte ich, wie versprochen, Lily ein paar Runden Schritt (okay, zugegebenermassen nahm ich es mit dem Führen nicht ganz so genau und lief eher einfach nebenher). Dem Mädchen gefielen die weichen Gänge des Ponys. Sie schwärmte später noch den ganzen Abend davon. Auch begann sie sich auszumalen, wie ein Fohlen von ihm und Dream aussehen würde, wozu ich vorerst nur schmunzelte. Denn was Lily nicht wusste war, dass Dream schon längst ein Fohlen von Sky erwartete. Deshalb war sie auch so ‚untrainiert‘, wie Lily gleich zu Beginn bemerkt hatte. Wir genossen den restlichen Abend drinnen bei einer Tasse heissem Kakao und einem Krimi, aber natürlich erst nachdem wir um neun Uhr nochmal nach den Pferden gesehen hatten.
    • Occulta
      Geschäftiger Dienstag - Teil 2

      Eigentlich hatte ich für diesen Monat und damit für den heutigen Nachmittag nur noch Rebel, Echo und Paluche auf dem Plan. Aber ich wollte in der übrigen Zeit die Miniature Horses für ein paar kommende Frühjahrsshows vorbereiten. Dazu gehörte auch, sie zu scheren und gründlich zu waschen. Ich wollte das ganze bei Tageslicht abschliessen, auch deshalb, weil sie so besser trocknen konnten. Also schlenderte ich gegen ein Uhr gemütlich zu den Offenställen. Zuerst waren die Hengste dran. Lewis, der ja einer der Pfleger für die Offenställe war (auch wenn er genauso oft in den anderen Gebäuden des Hofs herumstreunte) half mir bei meinem Unterfangen. Wir fingen Lenny und Arco ein, was gar nicht mal so leicht war, und nahmen auch gleich den Jungspund Caillean mit, damit er nicht ganz alleine warten musste. Zunächst banden wir sie im Innenhof des Hauptstalls an, um sie von ihrem wolligen Winterpelz zu befreien. Arctic Blue war schon Anfangs Winter einmal für eine Show geschoren worden, daher hatte er nicht so viel Pelz wie Caillean und Caresse. Ich mochte es, die kleinen Pferdchen zu scheren – man war so schnell fertig! Zwei oder drei Striche mit dem Akku Scherer und das halbe Pferd war nackig; naja, wenigstens ging’s wirklich zügig voran. Da wir mit dem grauen Hengst schon als Fohlen geübt hatten, liess er die ganze Prozedur geduldig über sich ergehen und hielt auch still, als ich die empfindlichen Ohren bearbeitete. Caillean sah interessiert dabei zu, wie Caresse ebenfalls seinen rötlichen Pelz verlor. Ob er wohl weiss, dass der Hengst sein Vater ist? Ich lächelte amüsiert über den Gedanken und entfernte das letzte überstehende Fellbüschelchen von Arcos Bauch. Nun war er einheitlich mit hellsilbernen Stoppeln überzogen. Die Dapples sah man trotzdem noch ein wenig. Ich trimmte mit der Schere ein wenig den Übergang zu Mähne und Schweif, sodass alles perfekt war. Lewis tat dasselbe mit Lenny. Dann nahmen wir uns gemeinsam Caillean vor. Lewis kraulte das Hengstfohlen, während ich mich mit dem Scherer vorsichtig voran arbeitete. Er trampelte zwar ein wenig herum, aber ich konnte trotzdem alles einigermassen showtauglich präparieren. Wir waren zufrieden mit dem Resultat, also ging’s nun ans waschen. Wir schamponierten das ganze Stoppelfell mit einer Wurzelbürste bewaffnet. Auch das Langhaar und die Schweife wurden eingeschäumt. Beim Shampoo handelte es sich um ein speziell hautverträgliches, das auf Enzymbasis wirkte und so den Schmutz zuverlässig entfernte. Als wir fertig waren, trockneten wir die drei gründlich mit Frottiertüchern vor und packten sie dann in Abschwitzdecken ein, damit sie sich nicht erkälteten. Dann brachten wir die Hengste zurück auf die Weide.
      Als nächstes waren die Stuten dran. Wir konnten sie diesmal in zweiergruppen hochbringen, was das Unterfangen vereinfachte, weil wir nicht noch auf ein drittes Tier achten mussten. Zuerst holten wir Papillon, die kleine Allegra und Mami Daki, dann Lady und Chip, Tigrotto und Alufolie, anschliessend Queeny und Kiwi. Zuletzt waren dann noch Tiki und Rose dran. Miss Allegra wurde natürlich nicht geschoren, dafür war das erst ein paar Wochen alte Fohlen noch viel zu jung. Aber sie konnte gleich zusehen, wie brav ihre Mutter stillhielt und sich an das Geräusch gewöhnen. Daki war schon wieder gut in Form, man sah ihr die Trächtigkeit kaum mehr an. Demnächst wollte ich mit den beiden an ein paar Fohlenschauen teilnehmen, wobei ich mir grosse Hoffnungen machte. Allegra hatte die elegante Bauweise ihres Vaters (er hatte als Fohlen fast genau gleich ausgesehen wie sie) und den neugierigen, frechen Charakter ihrer Mutter. Ausserdem hatte sie eine sehr ansprechende, dunkelsilberne Farbe, die am Bauch in ganz helles Fell überging und den Richtern bestimmt gefallen würde. Um Ladys feuerrotes Fell trauerte ich wohl am meisten, denn die Stoppeln waren nun matt und gräulich. Aber schon in wenigen Tagen würden sie wieder oranger sein, das wusste ich aus Erfahrung. Tiki wollte kaum stillhalten, sodass Lewis sie förmlich in den Arm nehmen musste. Als wir sie zurückbrachten, flitzte sie im Galopp buckelnd in die hinterste Ecke des Offenstalls, kam aber kurz darauf wieder angetrabt, weil ihre Belohnungskarotte lockte.
      Gegen fünf Uhr waren wir mit allen Minis durch, sodass ich mich endlich Rebel widmen konnte. Der Paint Hengst hatte gerade gestern eine Körung bestanden, auf die wir lange hingearbeitet hatten. Entsprechend stolz war ich. Nun stand den ersten Paintfohlen von Pineforest Stable nichts mehr im Weg. Aber das würde noch etwas warten müssen. Ich holte den Hengst aus seiner Box im Nordstall und begann ihn zu putzen. Dazu hörte ich wiedermal Radio. Jonas putzte weiter hinten gerade Skyrim zusammen mit Lily. Die beiden schienen viel Spass miteinander zu haben; das freute mich sehr. Als Lily zu mir kam, um zu fragen, ob sie anstelle von Jonas Skyrim reiten dürfe (dieser habe sein Okay gegeben) nickte ich. Rachel wäre zwar skeptisch gewesen, aber ich hatte in den letzten Wochen gesehen, wie viele Fortschritte Lily gemacht hatte, also hatte ich keine Bedenken, dass sie mit dem umgänglichen Pony klarkommen würde. Als einzige Bedingung nannte ich jedoch, dass Jonas stattdessen mit Majandro mitreiten müsse und ein Auge auf sie haben solle. Ich informierte Lisa später auf dem Weg zur Galoppbahn, dass Mano schon bewegt wurde. Mir Rebel machte ich Trot-Übungen auf dem Galoppweg. Dabei ging es vor allem um die Temporegulierung, die mit feinsten Hilfen möglich sein sollte. So wechselte ich immer wieder von zügigem Arbeitstrab zum langsamen Jog. Dasselbe galt für den Galopp. Rebel durfte selbst bei den langsamen Gangarten nicht auf die Vorhand kippen und musste sich jederzeit im Gleichgewicht befinden. Überprüfen konnte ich seine Haltung mit Galopppirouetten, für die er sehr gesetzt laufen musste. Es lief wiedermal nicht alles ganz so gut, wie ich es gerne gehabt hätte. Zweimal versuchte der Hengst nach vorne zu schiessen und sein eigenes Tempo durchzusetzen, und die Pirouetten klappten auch erst gegen Ende der Trainingseinheit wirklich gut, obwohl er sie eigentlich schon beherrschte. Ich lobte Rebel trotzdem mit einem Apfel, als ich ihn versorgte.
      Als nächstes ging ich zu Echo, mit der ich kürzlich ein neues Projekt angefangen hatte: hunter under saddle. Ich wollte nicht an HUS-Wettbewerben mit ihr teilnehmen, aber ich fand es eine nette Disziplin für sie, da sie ja sowieso ein Mischmasch aus Western und Englisch war. Ich zog auch nicht alle Inhalte des HUS konsequent durch, sondern brachte ihr einfach die Grundlagen bei. Zum Beispiel versammelte ich sie eher auf die englische Art in aufgerichteter Manier, anstatt sie mit waagrechtem Hals voranzuschicken. Den ruhigen, konstanten Gang und die Leichtigkeit der HUS Pferde wollte ich ihr aber sehr wohl antrainieren. Mit dem konstanten Gang klappte es noch nicht so ganz. Ich konnte zwar schöne Übergänge mit der jungen Stute reiten, aber sie hatte noch Mühe mit dem Takt und der Konzentration. Kaum sah sie etwas Ungewöhnliches jenseits der kniehohen Hecke, die das Dressurviereck umgab, verlangsamte sie, oder blieb gar plötzlich stehen. Wenigstens lief sie mit ihrem breiten Kavalleriezaum entspannt und losgelassen. Ich beendete das Training nach einer Dreiviertelstunde und sah geschockt auf die Uhr. „Schon fast acht!“, rief ich aus und führte Echo zügig zur Stutenweide zurück. Ich musste unbedingt noch mit Paluche raus ins Gelände, das hatte ich dem Hengst versprochen. Er hatte vergangene Woche kein einziges Mal raus gedurft, weil es entweder zu stark gestürmt hatte oder er mir zu wild gewesen war. Ich wollte nicht riskieren, dass ich mit dem frisch eingerittenen Pferd kämpfen musste, also passte ich das Training seiner Stimmungslage an. Er kannte noch nicht viel unter dem Sattel, aber die drei Gangarten klappten ganz gut. Als ich den langen Feldweg zum Dorf entlangritt merkte ich deutlich, wie sehr er noch schwankte. Wir ritten eher eine Schlangenlinie, weil er sich an der Gegend fast die Augen ausstarrte. Ich schmunzelte, weil ich ihn nur zu gut verstand. Für einen Jungspund gab es hier draussen ganz schön viel zu entdecken, und ich war froh, dass er eher neugierig und nicht ängstlich reagierte. Nur vor einem Fahrrad erschreckte er sich, weil er es nicht gesehen hatte und der Fahrer plötzlich klingelte um uns, eigentlich nett gemeint, zu warnen. Dies äusserte sich zum Glück nur in einem Vorwärtssprung und einem lauten grunzen. Ich kraulte den Hengst, als er sich wieder beruhigt hatte und setzte meinen Ritt wie zuvor fort. Als ich wieder unter den Tannen hindurch auf das Hofgelände ritt, sah ich Lisa und Thomas mit Shadow und Noir auf dem Viereck. Neugierig, was bei ihnen heute auf dem Programm stand, versorgte ich Paluche rasch und stellte mich dann zum Eingang, um den beiden zuzusehen. Lisa übte den Spin mit Shadow. Sie hatte letztens berichtet, dass die Stute immer noch ab und zu ein durcheinander mit den Beinen bekam und aufgrund dessen nicht ganz taktrein drehte. Ich sah kurz darauf, was sie meinte: Shadow stolperte beim Drehen ab und zu über ihre eigenen Vorderbeine, fing sich aber jeweils geschickt auf, sodass man fast nichts davon bemerkte. Trotzdem musste auch dieser Fehler noch ausgebügelt werden. Und das funktionierte nur durch Training, bei dem die Stute ihre Füsse besser zu kontrollieren lernte. Wie erwartet klappte es auch am Ende dieser Trainingseinheit noch nicht, aber die beiden waren auf gutem Wege. Ich wollte Lisas Ansatz auch nächsten Monat weiterverfolgen, falls ich die Stute dann wieder selbst übernahm. Aber genau hatte ich für den kommenden Monat noch nicht vorausgeplant, der jetzige hatte schliesslich auch erst begonnen. Noir und Thomas übten Seitengänge – jap, in dieser Reihenfolge. Noir glotzte nämlich so ziemlich jede der vier Gebüsch Ecken an und überkreuzte jeweils Bilderbuchmässig, während Thomas erfolglos versuchte, sie geradezurichten. Ich schlug ihm vor, kleine Volten mit konsequenter Innenstellung zu reiten. Ausserdem sollte er Noir mit vielen Seitenwechseln und Übergängen beschäftigen, sodass sie die Ecken vergass. Ich wusste aus eigener Erfahrung, dass das klappte. Die Stute kam mir manchmal vor wie ein Goldfisch, aber das hatte auch seine Vorteile. Immerhin war ziemlich treudoof, wenn alles stimmte und das machte sie zu einem angenehmen Rietpferd. Ich mochte die etwas pummelige Stute, die auch immer gut genährt war, wenn sie nicht gerade ein Fohlen erwartete. Ab nächsten Monat wurde sie nicht mehr geritten, bis das Fohlen da war.
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  • Album:
    Gnadenweide
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    Occulta
    Datum:
    28 Nov. 2015
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    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Offizieller HG

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    Vom: Klofolie

    Aus der: Aluminiumpapier


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    Rufname: Alu
    Geburtstag: 17.02.
    Alter: 10 Jahre
    Stockmaß: 0,98 m
    Rasse: Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: blue roan blanket appaloosa
    (Ee,aa,Rnrn,Lplp,PATN-1,patn-1)
    Abzeichen: Keilstern
    Gesundheit: Sehr gut


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    Temperamentvoll


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    Alufolie ist eine sehr liebe aber temperamentvolle Stute. Die kleine hat atmemberaubende Gänge und setzt diese auch sehr gut ein. Alufolie hat die Dressurgene ihres Vaters geerbt.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: HuskyJenny, umgemalt by Occulta
    VKR: HuskyJenny
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Ja
    Nachkommen: Pull my Daisy, Weighed down with sorrow, Hollybrooks Tiny Girl, PFS' Caillean, PFS' Arctic Alinghi
    Decktaxe: nicht leihbar!


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    Spring Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Fahren Klasse: E

    Eignung: Halter Shows, Fahren (Country Pleasure), Langzügelarbeit


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    [BSK 288]
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    Alu's Spind