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Occulta

• ♦ Rosenprinz, EVB ♂

Hengst | Dunskin

• ♦ Rosenprinz, EVB ♂
Occulta, 19 Nov. 2018
    • Occulta
      Alte Berichte:
      Occulta - 17. November 2013
      Ankunft von Rosenprinz und Coulee

      Ich war gerade am misten, da vernahm ich ein entferntes Motorengeräusch. Ich sah mit gerunzelter Stirn auf meine Armbanduhr und murmelte nachdenklich: „Hmm, sie sind früh…“ Dann stellte ich die Heugabel an die Wand und lief nach draussen auf den Parkplatz. Es hatte vergangene Nacht das erste Mal geschneit und der Boden war von einer feinen, weissen Schicht überzogen in der man die Reifenspuren deutlich sah. Ein Kumpel von Jack stieg aus und wir schüttelten uns zur Begrüssung die Hand. „Verlief die Reise gut?“, fragte ich besorgt. „Ja, das Flugzeug kam früher als erwartet, deshalb sind wir schon hier, aber die beiden waren absolut brav.“ Antwortete er. Ich nickte erleichtert und lief nach hinten um die Klappe des Anhängers zu öffnen. Hans war ein guter Freund von uns, der nahe am Flughafen wohnte und mit seiner Familie eine kleine Farm etwas ausserhalb der Stadt betrieb. Mit Pferden hatte er nicht viel zu tun, aber er holte oft für uns die Pferde am Flughafen ab und brachte sie uns dann auf den Hof, denn wenn Flüge zu spät oder zu früh kamen, konnte er schneller dort sein und die Pferde gleich in Empfang nehmen. Als Gegenleistung liehen wir ihm ab und zu den grossen Transporter, damit er seine Rinder herumfahren konnte. Ich warf einen Blick in den offenen Anhänger und entschied, die beiden Pferde gleich in den Stall zu bringen. Es handelte sich um zwei alt bekannte: Quick und Coulee, die ich als zweijährige eingeritten und dann an Ofagwa verkauft hatte. Nun hatte sie anscheinend keine Verwendung mehr für die beiden. Ich führte Coulee die Rampe runter, Hans übernahm Quick. Als ich die beiden am Licht sah fiel mir auf, dass besonders Coulee ein wenig Stresskuhlen gebildet hatte und sich nicht mehr am Kopf anfassen liess. Ich führte sie in ihre alte neue Box, auch Quick wurde hereingebracht. Dann zog ich ihr die Transportgamaschen aus und wechselte die Decke. Sie war noch etwas nervös von der Reise, beruhigte sich aber rasch. Quick war cool wie immer und machte sich gleich über das frische Heu her.
      Gegen Nachmittag putze ich Empire gründlich durch, denn der weisse Hengst hatte sein Schlammbad sichtlich genossen. Als er endlich wieder einigermassen weiss war, sattelte ich ihn und führte ihn in die Halle, Oliver begleitete mich mit Fly. Wir ritten ein wenig Dressur mit den beiden, jedoch nicht zu lange, denn die beiden hatten am Morgen schon Bewegung gehabt. Zum Abschluss ritten wir nebeneinander auf der Galoppbahn. Empire war ein wundervoller Hengst, total feinfühlig und brav. Ich hatte mich schon längst in dieses Pferd verliebt.

      Osterritt 2014

      Fröhlich pfeifend stand Amy (Jackie) mit ihrem Pferd Panino auf den Hof des schönen Reitstalls Ekine. Da Jackie vor einiger Zeit einen ziemlich schlimmen Unfall hatte, würde sie Panino an der Hand führen. Wie lange würde es wohl dauern bis die ersten User kamen um bei den Osterusertreffen teilzunehmen ? Das Mädchen brannte schon vor Neugierde ihre Freunde endlich mal live zu sehen. Und da ... tatsächlich da kam auch schon der erste 'User'...
      Nachdem das Abladen gut verlaufen war, stand Jual mit ihrer Trakehnerstute Petit Jayaparada etwas unschlüssig auf dem Hof herum.
      Schließlich entdeckte sie Amy, welche den Ritt organisierte. Lächelnd ging Jual auf sie zu und grüßte mit einem Lächeln.
      "Noch keiner weiter da?", fragte sie, nachdem sie sich auf dem Hof kurz umgesehen hatte. Jaya beäugte ihre Umgebung neugierig und beschnupperte anschließend Panino.
      "ACHTUNG!", schrie Eowin so laut sie konnte, als ihre Reitponystute Katniss im vollen Galopp auf den Hof gerannt kam, die Ohren flach angelegt, die Zähne gebleckt und auf Panino los ging.
      Irgendwie gelang es ihr, den Roan im letzten Augenblick herum zu lenken, was sie mit einem Steigen quittierte. Just einen Augenblick später lag sie im Sand, stand jedoch sofort auf, packte die Zügel der Stute und meinte: "Nichts passiert, ich bin sowas gewohnt!", und schielte ihre kleine Stute funkelnd an.
      Anschließend stellte sie sich zu den anderen, stets darauf bedacht, Katniss in einem Sicherheitsabstand von Panino entfernt zu halten.
      Nach Eowin kam Ostwind12 dann auch endlich mit Prinsessa auf dem Hof an,Ostwind12 begrüßte erstmal alle.
      Dann lud sie Prinsessa ab und ihre Stute wieherte erstmal Kräftig.Ostwind12 stellte sich dann mit Prinsessa neben Panino und Jaya.
      Die Pferde beschnupperten sich und Prinsessa grummelte etwas.Also warteten sie auf die anderen die noch kommen sollten.
      Ofagwa fuhr eine staubige Straße entlang, und kam auf ein Gestüt. Ostwind, Eowin und ein Paar andere standen schon da.Zuckerwatte rumorte im Hänger, sofort holte sie ihn hinunter. Der Hengst wieherte und plusterte sich erstmal ganz nach Hengstmanier auf. Ofagwa sattelte ihn und legte ihm Gamaschen an. Dann folgte noch die Trense und sie führte den aufgeregten Hengst zu den anderen. Er begrüßte Panino, mit dem er offenbar kein Problem hatte, sie stieg auf und plauderte etwas mit den anderen.
      "Hey! Lass den Blödsinn!", ermahnte Samarti die großgewachsene Reitponystute Ace of Clubs, welche gerade versuchte, die junge Frau am Strick über den Hof zu ziehen, nachdem sie ausgeladen worden war. Seufzend hielt Samarti ihr Pony zurück und schaffte es irgendwie, dass die Stute neben ihr zum Stehen kam, während sie sich darum kümmerte, die Laderampe des Hängers wieder zu verschließen. Die Anreise aus ihrer Heimat bis zum Reiterhof Ekine hatte sich als eine wahre Hölle herausgestellt, denn das Pony konnte einfach nicht ruhig sein und ließ sich ständig irgendetwas Neues einfallen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
      Mit einem erfreuten Lächeln auf dem Gesicht und der Ponystute neben sich lief Samarti zu den wenigen anderen der Gruppe, welche bereits in einem kleinen Kreis versammelt standen und begrüßte sie.
      "Ruhig Großer!", sprach Snoopy zu ihren Reitponyhengst Delicius, der sich interessiert umsah. Sanft zupfte die Dame an den Strick des Hengstes, bis Deli sich zu ihr wand und ihr folgte. Mit großen Schritten gingen die Beiden über den Hof, ehe in der Ferne ein paar bekannte Gesichter zu sehen waren. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging sie samt Pony zu den Anderen. "Hallo .", grüßte Snoopy die Anderen.
      Auch Waldvoegelchen ließ dann nicht mehr lang auf sich warten. Aus dem Auto ausgestiegen, begrüßte sie erstmal alle anderen ganz herzlich, bis sie ihr Jungpferd Heimerdinger aus dem Hänger holte. Der große Hengst stimmte sich mit einem schrillen Wiehern auf seine Artgenossen ein, was die anderen Pferde ihm nachtaten. Lachend kraulten alle ihre Pferde.
      Auch Jenny war dabei ihren Transporter Quer über den Parkplatz zu parken, und bevor sie ihr Pferd hinausführte stürmte sie zuerst zu uns und umarmte und nach der Reihe ganz herzlich. Sie hielt einen kleinen Smalltalk bis sie dann anschließend wieder zu dem Transporter ging um ihr Pferd hinauszuführen. Der Andalusier hieß Cadence und war ein prachtvoller Apfelschimmel. Jenny zog ihr ein schwarzes Halfter an und stellte sie uns vor.
      Hailey ließ sich die Möglichkeit ebenfalls nicht entgehen und war gerade dabei, ihren EVB-Hengst Odyn aus dem Hänger zu führen. Er war ein ziemlich kräftig farbener Fuchs und stand mit gespitzten Ohren auf dem Parkplatz, während Hailey den Hänger wieder schloss und auf die anderen zu ging - Natürlich wurden erst einmal alle nach einander umarmt und begrüßt, ehe sie Odyn den anderen Pferden vorstellte. Bei den meisten blieb er freundlich, nur bei den Hengsten kniff er ein wenig.
      Doch auch Vina war schon auf den Weg mit ihrem Hengst Nico. Nicht mal sie hätte gedacht, dass es mal so weit kommt. Bereits auf dem Weg mit Hayles berieten sie sich, was nun wohl passieren könnte. Immer wieder ein trablen aus dem Hänger. Doch es wird jetzt schon nichts passieren. Vina selbst war recht aufgeregt, weil sie keine Ahnung hatte, wer alles kommt.
      Schließlich rief Amy über die Menschenmenge "Lasst uns schon mal losgehen, die anderen können entweder auf uns warten oder nachkommen." Es herrschte ein Reger Tumult, offenbar konnte es keiner mehr abwarten den schönen Waldweg entlang zu reiten. Amy die Panino an der Spitze führte, dirigierte die Reiter in einen schönen belichteten Waldweg. Von weitem hörte man einen schmalen Fluss plätschern.
      Während die anderen alle weiter vorne ritten, hielt sich Elisa vorerst etwas weiter hinten auf, da Ace of Clubs sich noch immer nicht ganz beruhigt hatte. Auch, wenn die Stute es hasste, am Ende einer Truppe laufen zu müssen, so wurde sie jetzt förmlich dazu gezwungen. Das Gebüsch raschelte kurz, und zum Vorschein kam ein Eichhörnchen, welches aber ebenso schnell wie es gekommen war auch wieder verschwand. Ungewöhnlicher Weise betrachtete die Farbwechsler-Stute das Kleintier nur kurz und wandte sich dann wieder ab, um etwas schneller zu werden. Das Plätschern des Wassers wurde immer ein wenig lauter, und je näher sie der Quelle kamen, desto hibbeliger wurde das Reitpony.
      "Haaalt, wartet!", rief CatyCat den ungeduldigen Reitern zu. Sie trieb ihrem Hengst Lines bestimmt vorwärts und stieß zu den anderen. "Ihr wolltest doch nicht etwa ohne mich los, oder?", fragte sie lachend und ordnete sich bei den anderen ein. Freundlich grüßte CatyCat die anderen und ritt neben Amy her. "So ein Ausritt war schon lange fällig!" Sie grinste sie an und streichelte Lines Hals. "Na mein Guter, freust du dich auch schon? Das wird ein Spaß!"
      Gerade noch sah Zaii den letzten Pferdepopo hinter einer Kurve verschwinden. Mit leichtem Druck brachte sie ihre übergroße Tinkerstute in den Trab und ritt den anderen hinterher.
      Als sie aufgeschlossen hatte, rief sie ein kurzes Hallo in die Menge, dann konzentrierte sie sich wieder vermehrt auf Imadama, welche interessiert die Ohren kreisen ließ und den Kopf hoch erhoben trug.
      Verwirrt schaute sich Fynja um - niemand war mehr zu sehen. Sie war etwas spät dran und erwischte so grade noch einen Stallhelfer, der ihr sofort bereitwillig erklärte, wie sie zu den anderen aufschließen könnte. Sie bedankte sich und schwang sich dann in den Sattel. Flott ritt sie Bailey vorwärts, bis sie aufgeschlossen hatten. Die anderen begrüßten sie freudig und dann ging es auch schon weiter durch den wundervollen Wald.
      Sarah kam - wie immer etwas später, da sie die Umgebung des Hofes durch ihren letzten Besuch kannte, sie hatte sich ein Fohlen bei Amy angesehen - sowie einen kleinen Ausritt mit ihr gewagt. Also wusste sie in etwa wo der Ritt lang gehen würde, mit den Fersen trieb sie Cap zu einem kleinen Galopp an, an der Wiese vorbei, von hinten in den Wald, denn dieser würde nur allzu bald enden. Mit der flatternden Mähne ihres Falbschecken im Gesicht, genoß sie den Wind im Gesicht. Dann bog sie auf einen Waldweg, von weitem und über das zurren des Windes hinweg hörte sie die Stimmen vieler anderer "Na., da haben wir es wohl gleich geschafft" freudig begrüßte sie Amy, reihte sich dann bei Vina und Finja mit in die Reihe. "Hey ihr beiden" winkte sie begeistert.
      Blue hatte nach langen Überreden Ty dazu bewegen können, sie auf diesen großen Ausritt gehen zu lassen. Blue hatte Sunnivah mitgenommen, da sie eine ruhige Stute war und längere Ausritte vom Distanzsport aus gewöhnt war. Das Alter machte sich dann doch irgendwann bemerkbar. Blue versuchte, sich einen Überblick über die Truppe zu verschaffen und eventuell bekannte Gesichter zu entdecken. Sarah erkannte sie auch- die beiden hatten sich ja erst letztens getroffen. Blue trieb Sunny an, damit sie etwas aufschloss und sie bei der Gruppe blieben.
      Schnell sattelt auch Vina ihren Hengst und setzt sich drauf. Im Sand kann man noch die Hufspuren, der Truppe, sehen. Nach kurzem warm reiten setzt sie Nico in den Tölt und gibt gas. Nicht lange und sie kommt von hinten an die Truppe ran. "Hey, sorry, dass wir zu spät sind. Hab die Zeit komplett verpeilt!", ruft sie von hinten, während der Hengst bremst. Zufrieden lobt Vina den Hengst.
      Amy lachte von vorne über die Gruppe hinweg. "Das ist doch kein Problem Vina!". So langsam wurde der Spaziergang Amy aber doch zu anstrengend, also bat sie die anderen kurz zu warten. "Ich beeil mich auch." rief sie nervös und knotete den Führstrick an das Halfter von Panino um ihn als Zügel zu verwenden. Mit großer Mühe schaffte sie es auch sich auf den Rücken des Knabstruppers zu schwingen. "Wir werden wahrscheinlich noch eine Stunde unterwegs sein - jetzt wo ich Panino nicht mehr führe könnten wir auch früher da sein." sagte sie außer Atem und wischte sich zwei Schweißperlen von der Stirn.
      Elvish Beauty trabte gemütlich unter Eileen, die ohne Sattel ritt. Nun wo nun auch Amy ritt ging es etwas schneller. Aber wir würden vermutlich trotzdem noch ca. 1 Stunde brauchen. Sie ließ Beauty nun zurück fallen so das sie nun neben Vina ritt. "Bist ja ganz schön spät" lachte die junge Dame und ihre Schimmelstute schnaubte zufrieden.
      Zaii konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, denn obwohl sie bereits etwas zu spät dran gewesen war, war sie doch nicht die letzte gewesen, die zu der Gruppe gestoßen war.
      Imadama unter ihr zuckte merklich zusammen, als ein Eichhörnchen den Weg der Gruppe kreuzte, doch trotz der Tatsache, dass die beiden ihren gemeinsamen Weg erst vor kurzem fortgesetzt hatten, ließ sich der Schecke schnell wieder beruhigen. Zaii atmete seufzend aus, denn innerlich hatte sie bereits mit einem wildem Galopp quer durch die Gruppe gerechnet. Sachte tätschelte sie ihrer Stute den Hals, die gerade den Weg in die Tiefe suchte, wofür Zaii ihr die Zügel kurzzeitig hingab.
      Auch Stelli genoss den Ausritt mit ihrem Pferd ÉdC's Velino sichtlich. Velino war heute etwas flotter unterwegs, wahrscheinlich tag es an der riesigen Reitgruppe. "Mach dich mal locker mein Guter!", lachte Stelli und tätschelte ihrem Scheckhengst den Hals. "Er hat es heute echt eilig.", fügte sie lächelnd und kopfschüttelnd hinzu und ließ die Zügel lang. "Nicht das wir noch den Osterhasen umrennen", grinste sie. Sie trabte ihren Ponyhengst an und wechselte die Position in der Gruppe.
      Freundig lächelte Rajandra und winkte Stelli zu sich. Sie wartete bis Stelli mit ihrem Scheckhengst neben ihr und ihrem Braunen Hannoveraner Bubi angekommen war und fing dann ausgiebig an mit ihr zu Quatschen, bis Bubi anfing spielerisch nach Velino zu schnappen und sie ihn ermahnen musste. Der Hengst gab beleidigt klein bei und irgendwer rief "Wie sieht's aus Mädels - Stoppelfeld voraus.". Vor der Gruppe lichtete sich der Wald langsam und so beschlossen Stelli und Rajandra sich den anderen anzuschließen und das letze Stück Waldweg im Trab hinter sich zu lassen. Als die Gruppe auf dem Stoppelfeld ankam ging es in den Galopp.
      Wie immer war Eileen viel zu spät gewesen und trabte jetzt den Weg, welcher abgemacht wurde. Nach langer Zeit hatte sie die Gruppe, dann auch eingeholt und ritt als erstes zu Amy. "Tut mir leid, dass wir so spät sind, aber Rosenprinz wollte mal wieder nicht auf den Hänger." Sie lächelte nur nett und ich galoppierte ihn dann neben den anderen an.
      Ich blickte unentschlossen umher. Ich stand mit Moon an einer Kreuzung und hatte keine Ahnung, wo die Gruppe entlang geritten war. Plötzlich entdeckte ich ein paar Pferdeäpfel auf dem Weg links von mir. Ich beschloss, mein Glück zu versuchen und trieb Moon in einen zügigen Trab. Und tatsächlich: Nach etwa zehn Minuten kam eine bunte, fröhlich schnatternde Gruppe in Sicht. Ich schloss zu den vielen Reitern auf und gesellte mich zu Vina und ihrem Isi Nico. "Ich musste den späteren Flug nehmen.", antwortete ich auf die Frage, warum ich erst jetzt gekommen sei. Moon hielt gut neben den anderen Pferden mit und wirkte entspannt, ihre Ohren waren jedenfalls locker nach vorne gerichtet.
      Als die ersten Pferde zu galoppieren anfingen, gab auch Zaii ihrer Stute Imadama die Galopphilfe. Die große Stute wechselte sogleich in die schnellere Gangart, doch Zaii musste das Tempo verringern, da Imadama mit ihren weiten Tritten sonst ihrem Vordermann aufgelaufen wäre. "Ist ja gut!", fügte Zaii mit einem Lachen auf den Lippen bei, als Imadama unwillig die Ohren nach hinten beugte, ehe sie das Tempo drosselte.
      Nun ging es im gesitteteren Galopp aus dem Wald hinaus und auf dem Stoppelfeld hatte dann die ganze Gruppe ihre Pferde in den Galopp getrieben.
      Am Ende war der Ausritt ein voller Erfolg. Ich erlebte zwar nur die zweite Hälfte mit, doch selbst dafür hatte es sich noch gelohnt, herzukommen. Nach zahlreichen Galopps und schönen Waldwegen, kam die ganze Gruppe heil wieder auf dem Hof an. Ich verabschiedete mich von den anderen Reitern und machte sich mit Moon auf den Heimweg.

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      Friese - Juni 2014

      Heute machte ich mich auf den Weg in den Stall. Seit Wochen standen nun schon die Kartone in der Gegend rum und eigentlich wollten wir schon lange im neuen Stall sein, doch es kam immer wieder etwas dazwischen und wir konnten einfach nicht umziehen. Ich sah mich im Stall noch kurz um und ging dann in die Sattelkammer und streckte mich. Die Schränke waren schon soweit leer und alles verstaut. Ich ging auf eine der Putzboxen zu und holte sie dann. Als erstes lief ich zu Galawayn und holte den Hengst aus seiner Box. Dann band ich ihn an und begann ihn zu putzen. „Na Großer?“ fragte ich den Hengst. Er war nun schon ein paar Monate bei uns und hatte sich wirklich gut eingelebt. Nachdem ich ihn geputzt hatte brachte ich ihn auf die Weide und ging wieder in den Stall, wo ich Walking the Damon aus seiner Box holte. Sanft lobte ich den jungen Hengst und begann dann auch ihn zu putzen. Er war nicht besonders dreckig und so konnte ich ihn schnell auf seine Weide stellen. Ich sah nochmal kurz nach Gala, bevor ich in den Stall ging. Dort warteten die anderen Hengste geputzt zu werden und ich putzte Hall of Fame und General Jack. Dann brachte ich sie zusammen auf eine Weide, da die beiden Hengste sich sehr gut verstanden. Auch im neuen Stall sollten die beiden zusammen stehen. Als nächstes folgten meine drei Tinker King of Night, A Brave Heart’s Freedome und Time to go, Darling, welche ich auch schnell putzte und dann auf eine Weide stellte. Ich lobte sie alle drei und ging dann in den Stall um mich an Dashings Blade Fell zu machen. Sein Fell war auch nicht gerade dreckig und so stellte ich ihn nach kurzer Zeit zu Walking the Damon. Beide rannten wild über die Weide und kämpften ein bisschen. Nun folgte der kleinste der Gruppe, mein DRP Hengst. Ich putzte Heart of Ocean und brachte ihn zu seinem Weidenpartner Galawayn. Ich hatte leider nicht viel Zeit für die Pferde, da ich zuhause nun auch anfangen wollte die Kartons zu packen. Da wir schon lange ausziehen wollten, war das auch dringen nötig. Ich ging nochmal in den Stall und putzte dann die Fohlen Khaleb, Bottle of Jack und Paluche. Ich lobte sie sanft und brachte sie dann alle auf eine Weide. Als letztes putzte ich nun Rosenprinz und brachte ihn dann zu den anderen EVB Hengsten. Auch er mischte bei den beiden ein bisschen mit. Ich ging in den Stall und mistete dann die Boxen aus und streute sie neu ein. Ich streckte mich kurz und fegte den ganzen Stall kurz. Ich holte Galawayn wieder rein und putzte ihn nochmal, dann ging ich eine kleine Runde mit ihm spazieren. Gala machte sich echt gut und er folgte mir brav. Ich brachte ihn nach dem Spaziergang wieder in die Box und holte Heart of Ocean rein. Ich lobte ihn nochmal und ließ ihn dann auf dem Platz laufen. Er sprang ein bisschen rum und stieg. Ich rief ihn und der kleine kam zu mir. Ich lobte ihn nochmal und brachte ihn dann in seine Box. Als nächstes holte ich Hall of Fame rein. Ich putzte ihn nochmal und sattelte und trenste ihn dann. Seine Sachen waren eine der Wenigen die noch nicht eingepackt waren. Ich stieg auf seinen Rücken und ritt dann los. Ein entspannter Ausritt war jetzt genau passend. Ich lobte ihn nochmal und bog dann auf den Weg direkt neben den Weiden ein. Ich streckte mich kurz und trabte den Hengst an. Er streckte sich sanft und wolbte seinen Hals. Ich lobte ihn und bremste ihn dann ein bisschen. Ruhig trabte er weiter und ich galoppierte ihn kurz an. Ich drehte ihn um und ließ ihn dann Schritt gehen, damit er ein bisschen abkühlen konnte. Im Stall angekommen brachte ich ihn in seine Box und holte General Jack von der Weide. Ich putzte den Hengst nochmal und machte dann ein bisschen Bodenarbeit mit ihm. Der Hengst machte gut mit und ich brachte ihn wieder in seine Box. Ich schaute auf die Uhr. Wirklich viel Zeit blieb nicht mehr um mit den anderen Pferden zu arbeiten, also holte ich als erstes die Kaltblüter wieder rein und dann die Fohlen. Danach holte ich die Englischen Vollblüter rein und ließ sie noch ein bisschen auf dem Platz rennen. Ich putzte die drei nochmal und lobte sie dann. Nun gab ich ihnen zu fressen und verabschiedete mich dann von allen. Ich machte das Licht aus und begann dann meine Koffer zu packen. Daraufhin ging ich total erschöpft ins Bett und dachte über den Umzug nach.

      Friese
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      Friese - 05. Dezember 2014

      Ein weiteres Mal machte ich mich auf den Weg in meinen eigen Stall. Heute ging es in den Vollblütertrakt zu Wild Reflex, Classic Gold, Ice Black, Norther Dancer, Walking The Damon, Pride, Riverside, Rosenprinz, Khaleb und Dashing Blade. Meine Vollblüter waren zur Zeit eindeutig zu kurz gekommen. Ich stellte die Pferde erstmal auf die Weiden und mistete dann die Boxen aus. Ich streute sie neu ein und richtete dann das Futter. Danach holte ich Rosenprinz, Ice Black und Riverside in den Stall. Dort wartete bereit Joyce und Rachel auf mich. Ich hab jeder ein Pferd und begann dann meinen Rappen Ice Black zu putzen. Wir wollten heute zusammen auf die Rennbahn gehen und die drei testen. Dort angekommen, stiegen wir auf und ritten an den Start. Das Rennen zwischen den drei Hengsten war bis zum Schluss spannend und es hatte nur knapp Joyce auf Rosenprinz gesiegt. Ice Black und Riverside waren die meiste Zeit gleich auf. Die beiden satteleten am Hof alle drei Pferde ab, sodass ich die Fohlen gleich reinholen konnte. Ich putze sie und wir gingen mit ihnen spazieren. Die Hengste hatten wir wieder in ihre Boxen gebracht. Nach dem Spaziergang holten wir Wild Reflex, Classic Gold, Dashing Blade und Walking The Damon rein. Wir putzen die Pferde und sattelten dann alle. Dann stieg ich auf Dashing Blade, Joyce auf Wild Reflex und Rachel auf Walking The Damon. Classic Gold war mein Handpferd. Wir machten einen größeren Ausritt. Am Hof angekommen versorgten wir alle Pferde mit ihrem Futter und fuhren dann heim.

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      Eddi - 26. März 2015

      Heute machte ich mal einen kurzen Abstecher zu Elena. Lange war ich nicht mehr bei ihr gewesen und war deshalb recht neugierig, was sich alles auf der Last Base Ranch getan hatte. Elena war gerade bei der Morgenfütterung im Vollblutstall, als ich kam. Ich begrüßte kurz Riverside und Classic Gold, welche beide neugierig den Kopf über die Boxentür streckten und auf ihr Futter warteten. Elena begrüßte mich kurz und reichte mir direkt vier Eimer. Also durfte ich Northern Dancer, Wild Reflex, Prides Heart and Perfektion und Ice Black füttern. Da alle Pferde gut erzogen waren, wichen sie zurück als ich die Box betraten und warteten geduldig mit dem Fressen bis ich gegangen war. "Schön, dass du mir hilfst!", meinte Elena grinsend und fütterte noch fix Rosenprinz und Walking the Damon. Danach waren alle fertig und wir konnten uns für einen kleinen Plausch eine Pause gönnen. Ich erkundigte mich über Coulee, welche noch bis vor kurzem bei uns gestanden hatte und Friese zeigte sie mir direkt. Zufrieden futternd stand die Scheckstute in ihrer Box und ließ sich auch nicht von ihrer zickigen Boxennachbarin Dashin Blade stören. Dann erzählte mir Elena noch von dem letzten Training, bei welchem Coulee die beiden Hengste Brookton und Magic Attack verwundert am Start hatte stehen lassen und alleine davon gesaust war. Grinsend hörte ich ihr zu, während wir uns auf dem Weg zum nächsten Stall machten.

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      Sevannie und Friese - 23. September 2015

      Prolog
      Mittlerweile waren wir schon bald einen Monat auf dem neuen Hof. Ich zusammen mit meinen Zuchtpartnerinnen Elena Delgardo und Rachel Wincox, sowie ihren Stallhelfern, Bereitern und anderen Angestellten oder Freunden. Obwohl wir vorher in die Türkei wollten waren wir heute dann doch in den USA. Die Briar Cliff Stables waren somit voll im Gange aufzublühen. Der Brand von unserem Hof in der Türkei war das schlimmste gewesen. Ich war damals noch nicht dazu gezogen aber ich wollte vielleicht eine Woche später auch dort hin. Der Hof war aber bis dahin schon längst abgebrannt und einige Pferde verloren ebenfalls ihr Leben. Somit schöpften wir neue Hoffnung auf dem neuen Hof, im neuem Umfeld! In den Staaten würde das alles ja hoffentlich nicht so werden, sondern erfolgreich! Bis jetzt waren schon einige Pferde auf bestem Wege gekrönt oder gekört zu werden. Die Pferde hatten sich auch schon gut eingelebt und wir Menschen in diesem großem Haupthaus hier auch. Hier fand jeder Platz und wir hatten sogar noch einige Zimmer frei, vielleicht für Gäste? Oder für neue Mitarbeiter? Naja für mich waren Elena und Rachel gar keine Kollegen sondern Freundinnen und wir erfüllten uns hier alle zusammen den Traum! Den Traum der eigenen Zucht und der Selbstständigkeit. Den Traum für und vorallem mit Pferden zu Leben.
      Zwei Tage voller Stress..
      Früh morgens wachte ich auf, gähnte lauthals wie ich es immer tat, ehe ich in das Badezimmer schlürfte. Rachel und Elena schliefen generell länger wie ich nur Tyler nicht. Mein Stallbursche aus Deutschland gleich mit importiert. Dieser war es von früher noch gewohnt früh aufzustehen. Aber wir hatten keine Probleme uns das Bad zu teilen. Heute war ein großer Tag, meine liebste Alice Cullen wollte ich an einer Stutenkrönung teilnehmen lassen, in der Hoffnung das sie dort auch einen Gewinn erzielte, dann könnte sie auch bald in der Zucht starten. Wir wollten erst einmal genug Zuchtpferde beisammen bekommen bevor die Zucht auch wirklich 'eröffnet' und wir Zuchtfohlen verkauften. Dabei hatten wir ja schon einige Zuchtpferde zustande bekommen. Während ich eher die Kaltblüter, Hannoveraner und einige kleinere Nebenrasse vertrat.. Vertrat Rachel vor allem die Albaner, Elena wollte die Quarter und Paint Horse etwas ankurbeln. Somit hatten wir unsere drei Hauptrassen der Briar Cliff Stables. Nachdem ich im Bad fertig war lief ich hinunter in die Küche, dort deckte ich den Tisch für alle und machte mir dann mein Toast. Ich wusste ja nicht wann die anderen zum Fühstücken kamen. Wir hatten jeder seine Zeiten und ich hatte kein Problem zusammen mit Tyler morgens zu füttern – er auch nicht. Also konnten die anderen ruhig länger schlafen. Dank unserem Futterwagen dauerte das Füttern ja auch nicht so arg lange. Ich bestrich mir mein Toast mir Marmelade als gerade Tyler hereingeschneit kam. ,,Du schon wieder.''',murmelte er in einem verachtendem Ton und grinste danach. ,,Dich zu sehen.. immer wieder eine Qual.'',murmelte ich zurück und biss in mein Toast. Tyler setzte sich lächelnd zu mir und frühstückte mit. Die Unterhaltung fiel noch relativ gering aus, da wir meist erst bei der Futterpause miteinander ins Gespräch kamen. Sicherlich weil jeder von uns schon zwei Kaffees intus hatte. Nachdem ich dann auch fertig gegessen hatte murmelte ich ein leises ,Bis gleich' – ehe ich dann meine Schuhe anzog und mich aus dem Haupthaus machte. Ich lief zum großen Stalltrakt und öffnete die ebenso großen Türen. Ich ließ sie weit offen denn bis jetzt waren zwar nur graue Wolken am Himmel aber dennoch regnete es nicht. Da konnte mal etwas Durchzug im Stall nicht schaden. Immerhin waren unsere Pferde aj robust und waren nicht aus Zucker! Schmunzelnd lief ich durch den Stall bis zum Ende hin, schaltete im Vorbeigehen das Radio an und lief zum Futterwagen. Mit dem Eimer füllte ich das Müsli, Hafer und Pellets auf, ehe ich dann die große Apfeltüte darauf legte und zwei Schaufeln nahm. Tyler kam gerade hereinspaziert und schaltete die Kaffeemaschine im Stall an, ehe wir dann durch die Gänge liefen und die Futtertröge auffüllten. Rachel's Mustangs standen auf der Sommerweide derzeit, diese brauchten also kein Zusatzfutter. Die Pferde begannen zu fressen und ich setzte mich in unser kleines 'Reiterstübchen' im Stall. Tyler gesellte sich zu mir und wir tranken erneut einen Kaffee.
      Als ich nach einiger Zeit ein Bellen vernahm stutzte ich. ,,Huch?'' - ,,Das ist bestimmt Aika.'',murmelte er und stand auf. Er lief aus dem Stall und aus reiner Neugierde folgte ich ihm. Tatsächlich, es war Aika. ,,Aika!'',rief ich laut und pfiff kurz, ehe die Jackrusseldame an gesprintet kam. Jung und dynamisch, für jeden Ausritt zu haben. ,,So ich mach schon mal Alice fertig, zu den Hänger?'',fragte ich nach und er nickte. Schmunzelnd knuffte ich ihn kurz, ehe ich mich in den Stall machte. Ich bog ab zu Sattelkammer und holte aus Alice' Schrank ihre Putzkiste. Immerhin sollte sie ja schick aussehen für die Körung. Da wir noch genug Zeit hatten konnte ich alles in Ruhe machen und Alice konnte dabei fressen. Stören tat ich sie ja eh nicht. Also halfterte ich die Stute auf, zog den Strick vom Halfter ab und zog die Bogentüre zu. Ich begann damit sie zu putzen, erst schaute sie verdutzt drein, ehe sie dann brummelte und weiter fraß. Sanft lobte ich sie kurz und putze ihr schwarzbraunes Fell bis es wieder seinen Glanz zurück erlangte. Nachdem das Fell wieder glänzte begann ich die Mähne einzuflechten, was aber nicht allzulange dauerte. Der Schweif wurde noch mal auf Vordermann gebracht und auch die Hufe ausgekratzt und etwas abgebürstet. Nachdem Alice wieder richtig hübsch war, denn hübsch war sie ja sowieso immer, und sie fertig gefressen hatte, brachte ich sie hinaus auf den Putzplatz wo ich sie anband. Tyler kam gerade mit dem Volkswagen Tiguan vorgefahren und dem Hänger hinten dran. ,,So wir können.'',lächelte er und da sah ich gerade Rachel und Elena aus dem Haupthaus stampfen. Ich schmunzelte, ehe ich Alice dann auch die Transportgamaschen anlegte und sie auf den Hänger führte. Brav wie sie war machte sie keine Murren. Ich bereitete drinnen alles vor und Tyler machte die Klappe hinter Alice dann zu. Sanft lobte ich sie und blickte auf das Heunetz das drinnen hing an, ehe ich mich aus dem Hänger machte. ,,So wir brechen dann auch gleich auf.'',meinte ich zu meinen Freundinnen, welche nun bei uns angekommen waren. ,,Hast du auch alles? Sattel,Trense, Bandagen, Satteldecke, Fliegenohren..'' - Elena hörte ja gar nicht mehr auf. ,,Ja Maus, ich hab alles.'',versicherte ich ihr schmunzelnd und drückte beide kurz, ehe ich mit Tyler in den Wagen einstieg und wir vom Hof fuhren. Die Beiden stellten nun die Pferde raus und dann würden sie sicherlich auch schon anfangen die ersten zu Bewegen. Heute Mittag wenn wir drei zurück kehrten würde es für mich und Tyler nicht anders aussehen, immerhin hatten wir ja einige Pferde auf dem Hof die versorgt werden mussten.
      Nach einiger Fahrzeit kamen wir endlich auf dem Hof an, wo die Krönung stattfand. Es waren bereits einige am Reiten und ich hing immer noch hinter her. Oh weh. So sprang ich schnell aus dem Auto und holte meine Stute aus dem Hänger. Kurz putzte ich noch einmal über sie drüber, ehe ich sie dann sattelte, während Tyler die Bandagen um ihre Beine wickelte. Natürlich war sie heute ganz in weiß bekleidet und bekam auch noch Fliegenohren auf. Als sie dann auch getrenst war und ich meinen Helm, sowie die Handschuhe anhatte begab ich mich in den Sattel und ritt sie auf dem Platz warm.
      Die Kür:
      Heute war es endlich soweit, ich war auf einer Krönung zusammen mit Alice. Meine schwarzbraune Stute lief ruhig auf dem Abreiteplatz wo ich sie gerade noch warm ritt. Sie lief im Schritt umher, während ich im Kopf unsere Kür Revue passieren ließ. ,,Nun Joyce McConnor mit Alice Cullen bitte!'' - Ja ihr Name war etwas.. komisch, dennoch war dieses Pferd wundervoll. Daher nannte man sie eigentlich auch nur Alice aber der volle Name musste ja angegeben werden bei solchen Sachen. Wir ritten zum Halleneingang und als die vorherigen Teilnehmer draußen waren, ritten wir im schwungvollem Trab in die Halle hinein. Schmunzelnd wendete ich die Stute zu dem Punkt X, wo ich sie aus dem Trab anhielt und die Richter grüßte. Sie nickten mir ebenfalls zu, was das Zeichen dafür war das ich loslegen konnte. Ich trieb Alice leicht an und sie fiel wieder in ihren Schritt. Wir ritten auf die Bande zu und steuerten dann rechts ab, ehe wir auf den Zirkel ritten. Sie zeigte ihren starken Schritt, was sie heute wieder fein machte, dafür das es sonst ihre Schwäche war. Sanft lobte ich sie, wendete dann aus dem Zirkel und wechselte somit auf den anderen. Hier liefen wir ebenfalls eine Schrittrunde, bevor ich die Zügel einen Ticken mehr aufnahm und sie in ihren starken Trab trieb. Dieser war ihre größte Stärke, somit musste diese auch gezeigt werden. Alice war eine Stute dessen Dressurniveau auf S lag. Das durfte man ja in solchen Momenten sicherlich auskosten. Ich ritt mit ihr die ganze Bahn entlang und an der kurzen Seite fing ich sie mir zum versammelten Trab. Wir ritten wieder die Mitte der Bahn entlang, wo ich mit ihr eine Passage absolvierte. Ja ein kleiner Fehler war drin, aber welches Pferd ist schon perfekt? Sanft lobte ich sie und ritt mit ihr auf den mittleren Zirkel. Dort galoppierte ich sie an und ritt mit ihr zwei Runden, ehe ich sie die ganze Bahn entlang gleiten ließ. Ende der kurzen Seite steuerte ich sie durch die ganze Bahn und absolvierte mit ihr einen Galoppwechsel, bevor es wieder auf den mittleren Zirkel ging und sie auch hier ihren Galopp präsentieren durfte. Sanft lobte ich sie wieder und parierte sie zu Trab. Wir trabten die Bahn entlang und wendete zu guter letzt zum Punkt X ab. Bei X parierte ich sie durch zum Stand und verabschiedete mich von den Richtern. Lächelnd und lobend verließ ich im Schritt und am langen Zügel die Halle mit meiner Hannoveranerstute Alice Cullen!
      Die Kür war geschafft und so hieß es auf das Ergebnis warten. Dies würde aber in einigen Tagen erst kommen, somit konnten wir auch wieder Heimfahren als Alice wieder für den Transport bereit war. Also ging es auf die Heimreise und den gleichen Weg wieder zurück. Wie es jedem bekannt war, dauerte die Rückreise nicht mal annähernd so lange wie die Hinreise, zumindest gefühlt. Als wir auf dem Heimathof wieder ankamen brachten wir Alice zu den anderen Stute auf die Weide, als Transportgamaschen ab waren. Tyler und ich halfen den anderen beiden Mädels noch schnell die letzten Boxen auszumisten, wobei die anderen beiden mich auch ausfragten wie es gewesen sei. ,,Ich bin überzeugt davon das wir gewinnen!'',lächelte ich und blickte zu ihnen, ehe wir die Boxen fertig einstreuten. ,,So ich mach mich an mal an Geoffrey's Training. Heute geht’s etwas in die Dressur!'',schmunzelte ich und stiefelte dann zur Kaltblüterweide los. Ja auch wenn alle Pferde in einem Stall standen, Besitzer-getrennte Weiden hatten sie trotzdem immer noch. Kein Pferd von Elena stand bei mir ebenso standen von unseren Pferden keine bei Rachel. An der Weide angekommen holte ich meinen Apfelschimmelkaltlbüter von dieser uns brachte ihn auf den Putzplatz. ,,So wir tüdeln heute nicht durch's Gelände, weil es erstens ekliges Wetter ist und zweitens wir auch mal was anders machen müssen als nur Faulenzen.'',erklärte ich dem Tinker und schmunzelte als er die Ohren kurz anlegte, also würde er mich verstehen. Mein knuddeliger Freund versuchte mich immer wieder umzustimmen beim Putzen indem er mich immer wieder anstupste. ,,Nein Geoffrey!'',murmelte ich nun etwas bestimmter und begann dann ihn zu satteln. Ich machte ihn für's Training fertig, ehe ich aufstieg und mit ihm zur Halle ritt, in dieser befand sich Tyler welcher gerade auf Admiral Wings seine Runden drehte. Er machte gerade eine Schrittpause, also gesellte ich mich einfach dazu und wir ritten nebeneinander her und plauderten etwas. Nach gut fünf Minuten fing er wieder an zu traben und ich begann mit leichten Übungen wie dem Biegen. Als Geoffrey dann warm war, begann ich ebenfalls zu traben, doch der Tinker bekam seinen faulen Po nicht in Bewegung. ,,Ich will mir keine Gerte holen müssen, Geoffrey!'',warnte ich etwas sauer und schon ging das ganze besser – war eben genauso wie im Gelände nur dort konnte ich im Notfall keine Gerte herbei zaubern. Rachel kam vorbei und auf meine Bitte hin legte sie einige Trabstangen zurecht, ehe sie verschwand und wenig später mit einem ihrer Pferde zum Longieren wieder kam. Ich ritt mehreremale über die Trabstangen und nach und nach wurde Geoffrey lockerer. Auch Tyler nutzte die Stangen und nach einer guten Dreiviertelstunde schien der soll für Geoffrey erfüllt und auch Tyler war am Abreiten. ,,Zwei Pferde weniger für heute.'',murmelte ich geschafft vom Tag. Naja gut es war mittlerweile auch schon recht spät also wollte ich nur noch alle Pferde reinholen und dann füttern und ins Bett. Naja duschen war auch noch drin. Zusammen mit Tyler und den Pferden verließen wir die Halle und im Stall sattelten wir dann ab, immerhin war es mittlerweile schon recht spät und auch dunkel. Als Geoffrey und Admiral fertig waren, verfrachteten wir sie in ihre Boxen und holten zusammen die anderen Pferde von den Weiden. Als alle drin waren, fütterten Rachel, Elena und ich noch. Tyler machte sich schon rein in das Haupthaus und duschte. ,,So das wäre es.'',murmelte ich und schloss die Türen des Stalles, ehe wir drei zusammen in das Haupthaus gingen. Morgen ein neuer Tag wo wir sicherlich mehr schaffen würden, immerhin hatte die Krönung auch einiges an Zeit gefressen gehabt. Nachdem ich geduscht war machte ich mich auch in mein schönes, gemütliches Bett.
      Ich führte The Circle of Unbroken neben Hall of Fame über die Stallgasse. Ich hatte die Lichter schon sehr früh heute angemacht und war nun schon mit meiner Arbeit in vollem Gange. Verschlafen schlürfte Rachel neben der fitten Joyce zu mir in den Stall. Beide sahen mich sahen mich total geschockt an. „Guten Morgen“ meinte ich dann fröhlich zu den zweien. „ Du meintest ja gestern du willst die Pferde umstellen, aber wir haben jetzt acht. Warum bist DU da schon wach?“ fragte mich Joyce lachend. Die zwei sahen sich um und staunten dann noch mehr. Ich hatte alle Boxenschilder bereits an die neue Box gehängt und den Großteil von unseren Pferden auf die Weide gebracht. Sie sahen sich weiter um. „ Wo sind denn die anderen Pferde?“ Ich ging an ihnen vorbei und meinte dann „ Draußen auf den Koppeln. Simon hat mir geholfen“ Dieser war mittlerweile jedoch duschen, weil er zu seiner Freundin fahren wollte. Meine zwei Freundinnen folgten mir nach draußen. Gemeinsam standen wir an der Weide der Hengste und sprachen weiter drüber ab, welches Pferd wo stehen würde. „ Wir sollten uns auch nochmal über die nächsten Turniere und die weitere Planung der Zucht unterhalten“ sagte ich mit ein bisschen Nachdruck in der Stimme. Wir kamen mit allem sehr gut voran seitdem wir auf dem neuen Hof waren. In kurzer Zeit hatten wir viele Zuchtpferde begrüßen dürfen und auch selbst ein paar gekört bekommen. „ Was muss heute noch alles gemacht werden?“ fragte Joyce und riss mich mal wieder aus meinen Gedanken. Rachel erklärte, dass sie mit ein paar ihrer Pferde für das nächste Turnier trainieren wollte. Ich stimmte ihr zu und gemeinsam gingen wir wieder in den Stall. Das Ausmisten war schnell erledigt, da wir drei gut zusammen halfen und schon ein eingespieltes Team waren was die Aufgaben anging. Joyce mistete, ich fuhr den Mist weg und brachte dann neues Heu und Rachel verteilte es in den Boxen. So waren bei uns immer mindestens zwei Schubkarren in Gebrauch und man hörte zwischen durch ein Knallen oder Knarren. „ Wir sollten die letzten schönen Tage eigentlich noch nutzen bevor es dann Winter wird. Das Sattelzeug einiger Pferde müsste nämlich auch mal gefettet werden“ meinte sie dann und ich nickte kurz. Ich stand auf dem Gang und bohrte die letzten Namensschilder an die Boxen während die anderen das Futter richteten. „Mal schauen wie die Hengste ihre neue Boxenordnung so finden. Auf den Koppeln stelle ich sie auch gleich noch in andere Gruppen. Ich wollte nur, dass sie erstmal noch ein bisschen entspannen können.“ Mit diesen Worten ging ich aus dem Stall und zu meinen Hengsten. Ich hatte bereits eine der leeren großen Koppel in kleinere unterteilt, da die Gruppen nun überschaubarer werden sollten und nicht mehr alle 18 Hengste zusammen stehen sollten. Als erstes holte ich Circle und Hall von der großen Weide und ging mit ihnen zu den vier abgegrenzten Stücken. Gemeinsam stellte ich sie auf die erste, welche auf der linken Seite lag. Zwischen den vier Stücken hatte ich ein Stück frei gelassen, damit ich sie zwischen durch führen konnte. Ich lobte die zwei und ging dann wieder zur Weide. Von dieser holte ich San Diago und Coming Home. Sie stellte ich zu den anderen zweien. Ich musste nicht damit rechnen, dass es zu arge Kämpfe gab, da sie ihre Rangfolge untereinander schon ausgemacht hatten. Der ein oder andere würde die Rangfolge durch die neuen Gruppen vielleicht in Frage stellen, aber auch dies würde sich bald geregelt haben. Im Gedanken holte ich Hrafn von der großen Weide. Ihn brachte ich auf die kleinste der vier Weiden. Fahd und Mökkur folgten Hengst und irgendwie tat der Araber mir schon leid, dass er mit zwei Fohlen auf einer Weide stand. Ich hatte es mir auch lange überlegt, dennoch war ich zum Entschluss gekommen, dass es für ihn so am besten war. Er hatte sich in der Gruppe zwischen den anderen Hengsten nicht sonderlich wohl gefühlt, da er doch wahnsinnig sensibel war. Ich war der Meinung, dass deswegen der schüchterne Mökkur zu ihm passte. Als nächstes holte ich meinen schwarzen Berber. Ich brachte ihn auf seine neue Weide, welche neben der meiner anderen vier Hengste lag. „ Brav Ameer“ meinte ich zu ihm und ging dann wieder auf die große Weide zurück. Riverside und Rosenprinz holte ich zu ihm auf die Weide und ging ein weiteres Mal zurück. Müde streckte ich mich. Auf der Weide angekommen, klinkte ich den Strick in das Halfter meines Hengstes. Ich führte Lambardo zu den dreien auf die Weide. Bis jetzt waren alle noch ruhig und ich musste mir noch keine Sorgen machen, dass etwas passiert. Die letzte Weide war am schwierigsten. Sie war auch die größte mit 5 Pferden. Ich holt Flopp oder Hopp wieder von der Weide und stellte ihn dann auf die große abgetrennte Weide. Nun waren es nicht mehr viele Pferde, welche auf die Weide mussten. Während ich wieder an der alten Weide ankam, hörte ich schon ein paar laute Wieherer. Mit Dashing Blade an der Hand ging ich wieder zu den neuen abgetrennten Stücken. Dort sah ich wie sich Circle und Sanny stritten. Die beiden machten anscheinend gerade ihre neue Rangfolge aus. Ich war mir ganz sicher, dass Circle sich nicht einfach so von ihm unterdrücken lassen würde. Ich brachte Dashing auf die Weide zu Flopp oder Hopp. Dann sah ich kurz nach den zwei Streithähnen und den anderen Koppeln. Ich ließ die zwei einfach ihren Kampf selbst austragen und ging dann wieder zu der großen Weide. Von dort holte ich Magic Attack und Ice Black. Auch sie kamen auf die größte der vier Weiden. Bei ihnen blieb ich kurz stehen. Ice Black legte seine Ohren tief in den Nacken und ging so auf die anderen zu. Er wollte anscheinend seine Position in der Herde klar stellen und nicht wieder im Mittelfeld der Herde sein. Bis jetzt war aber der eigentliche Chef der Herde auf der Weide. Ich holte Brookton von der Koppel. Er war der vorletzte der Gruppe und bei ihm hatte ich mir eigentlich keine Sorgen. Zwei Hengste fehlten insgesamt noch. Diese holte ich auch zusammen. Walking the Damon stellte ich zu der einen Gruppe und Galawayn zu der ersten Gruppe. Zwischen Circle und Sanny wurde es nun auch schon ruhiger und ich machte mir keine Sorgen, dass es zwischen den beiden nicht klappte. Als ich mich umdrehte sah ich wie Damon auf Ice Black zuging. Er schnappte nach ihm und beide galoppierten über die Weide. Immer wieder buckelte Ice Black nach ihm. Ich seufzte kurz und ging dann in das Haupthaus. Die anderen zweien saßen dort bereits auch schon. „ Ich war gerade mit Café Latte beim trainieren. Er hat so toll mitgemacht“ erzählte uns Joyce und Rachel fügte hinzu, dass sie es gesehen hatte, als sie mit Zot auf dem Platz war. Die zwei hatten anscheinend schon mehr erledigt wie heute. „ Ich muss morgen die Hengst dann genauer anschauen und die Wunden versorgen. Soll ich mich um eines eurer Pferde dann auch noch kümmern und untersuchen?“ sagte ich zu den zweien. Rachel antwortete mir, dass sie ihre selbst erst ein bisschen angeschaut hatte und keiner was hatte. Joyce fügte hinzu, dass sie morgen mithelfen würde und ihre Pferde auch gleich anschauen würde. Ich lächelte und nickte dann. „Ich schau mal schnell nach den Stuten und hol sie dann auch schon rein“ meinte ich und stand dann auf.
      Als Elena wieder weg war verabschiedete ich mich auch für's erste von Rachel. ,,Ich muss noch einige Pferde machen. Mit CaféLatte war ich auf dem Platz geritten und hatte auch wie mit Geoffrey gestern etwas Stangenarbeit gemacht. Er hatte gut mitgemacht, also durfte er den restlichen Tag ruhen. Nun wollte ich mir Millenium's Pride schnappen und mit ihr in das RoundPen gehen. So holte ich mir die junge Stute von der Koppel. Die schüchterne Stute hatte sich mittlerweile recht gut eingelebt und so wollte ich sie etwas an das Longieren bzw. an die RoundPen-Arbeit gewöhnen. Ich war ja ein großer Fan von RoundPen's jedoch hatte ich früher keines gehabt, umso mehr nutzte ich seit neustem dieses auf dem Hof. Ich schmunzelte und putzte die Rappstute, bevor ich den Strick abmachte und sie mit zum RoundPen führte. Dieses öffnete ich und schloss hinter uns das Gatter. Ich machte den Strick vom Halfter ab und sie blickte verwirrt drein. ,,Na auf schau dich um.'' - aber so wie die schüchterne Stute war, wurde dies auch nichts. Sie blieb auf der Stelle stehen und wollte sie am liebsten hinter mir verkrümeln, also ging ich vor und sie mir nach. Nach und nach lief sie dann frei herum und fand auch etwas gefallen an dem ganzen. Als sie dann am Rande stand und ich in der Mitte begann ich zu schnalzen, was sie richtig auffasste und sie vorwärts ging. ,,So ist's brav.'',lobte ich sanft, doch sie legte die Ohren an. Sicherlich vermisste sie die Longe. Nach einigen Runden fiel sie wieder in den Schritt. Naja auch gut. Allzu viel wollte ich eh nicht machen, da sie sich recht langsam an neues gewöhnte. Ich ließ sie noch einmal auf der anderen Seite entlang traben, was wieder ein wenig ungewohnt war, ehe ich den Strick einhakte und sie wieder auf die Weide brachte. ,,Fein hast du das gemacht, meine kleine Prinzessin.'',lobte ich sie und entließ sie wieder auf die Weide. Gerade kam Tyler mit Gino und Scottland Yard wieder. Er hatte mich gefragt ob er die beiden für einen kleinen Ausritt sich ausleihen dürfen. Ich wusste zwar nicht wie man bei diesem trüben Wetter ausreiten konnte, doch natürlich hatte ich zugewilligt. Er hatte Gino als Handpferd mitgenommen und so wie Tyler strahlte hatte er seine Sache gut gemacht. Er berichtete mir das es gut geklappt hatte und er es auch öfters probieren würde, damit Gino sich daran gewöhnte, doch das nächste Mal wollte er lieber einen Tinker nehmen, da Gino so gemütlich drauf war und man Scotti doch anmerkte das er ein Hannoveraner war. Sie waren eine kleine Weile getrabt, aber nicht galoppiert. Ich meinte zu ihm das dies nicht schlimm sei, denn immerhin waren sie etwas bewegt und hatten auch sichtlich Spaß gehabt – so voller Matsch wie sie waren. Also spritzten wir die beiden Buben nochmal ab und ließen sie gleich in den Boxen drin. ,,Tyler nimmst du dir nochmal ShinySunlight mit und ich schnappe mir Gameover.'',erklärte ich kurz und lächelte. Rachel hatte vorhin mit erzählt sie wollte etwas Freispringen machen, also dachte ich mir ich könnte die Sprünge doch noch nutzen die noch darum standen. Tyler holte Shiny aus ihrer Box und ich mir meine zickige Gameover, wobei sie sich auch schon sehr gebessert hatte. Gameover blieb eben MEIN Pferd, denn sie ließ nicht wirklich wen anders heran. Ich war froh das es sich bei mir gebessert hat, den Dark sweet Temptation hatte sich damals als junges Fohlen abgekupftert wenn sie mich gebissen hat oder es versucht hat. Das sollte bei den zukünftigen Fohlen ja nicht passieren, aber auch Dark hat das ja nun wieder raus bekommen. Mittlerweile sind beide, zumindest bei mir, totenbrav. So hatte ich auch keine Probleme damit Gameover zu putzen. Shiny war ebenfalls brav bei Tyler und so liefen wir zusammen mit den Stuten in die Halle. Dort waren die Freisprünge noch aufgebaut, also ließen wir Gameover und Shiny von den Stricken und sie trabten fröhlich umher. Mit Peitschen dirigierten wir sie sorgsam in die Richtung der Sprünge nachdem sie dann warm waren. Gameover sprang zuerst und nahm keine Stange mit, bei Shiny sah es etwas anders aus. Gut sie wurde bis dato eher in Distanz gebildet als im Springen, aber das würde auch noch kommen. So trabten die Stuten umher und sprangen ab und an mal über die Hindernisse. Als die Hallentür aufging hatten wir die Stuten dann auch schon wieder an den Stricken, denn es war schon mehr als eine halbe Stunde vergangen. Elena und Rachel brachten und noch netterweiße The Invincible und Belstaff vorbei. Ich sagte zu Rachel das sie doch bitte hier bleiben möge, da Gameover eben so ein Fall für sich war. Also brachten Elena und ich die beiden Pferde weg in ihre Boxen und Tyler sowie Rachel machten Invi und Staff etwas fertig. Als wir wiederkamen sprangen die beiden Hengste nach einander brav geordnet über die Sprünge und machten das auch richtig gut. ,,Ihr habt das im Griff?'',fragte ich und beide nickten, also lief ich wieder in den Stall zu Irritable und Elena machte ihre Weiden fertig. Irritable und ich vollzogen noch etwas RoundPen-Arbeit, sowie Bodenarbeit. Sie drehte einige Runden um warm zu werden, dann gab es einige Gymnastizierungen und dann durfte sie weiter traben und galoppieren. Danach kamen ein paar Zirzensikaufgaben, ehe wir es für heute sein ließen. Somit war mein soll an Pferden erfüllt und als Irri und ich den Stall betraten, stellten Rachel und Tyler die anderen beiden gerade in die Boxen. ,,Danke.'',lächelte ich ihnen zu und auch Irritable kam in ihre Box. Tyler und ich brachten noch die anderen Pferde rein..
      Bei den Stuten war alles in Ordnung. Mein erster Weg wieder in den Stall war mit Face Down und Gabi, welche nebeneinander in den ersten zwei Boxen standen. Ich ging wieder raus und holte Cup Cake und Easy Going. Ich ging mit ihnen rein und stellte sie gegenüber den anderen zwei Westernpferden. Ihnen folgten Spotted Face, Luna, Hollywood Undead und Kristy Killings. Ich ging ein weiteres Mal auf die Weide und holte meine Englische Vollblutdame Coulee. Die Stute folgte mir lieb und schnaubte auch lieb ab. Die nächsten waren Shay Petit und Lysanne. Sie folgten auch lieb und ich brachte sie in ihre neuen Boxen. Ich empfand die neue Stallordnung und Boxenordnung als viel besser. Die letzten zwei die noch in ihre Boxen mussten waren Prides Heart and Perfektion und Northern Dancer. Sie kamen in die letzten zwei Boxen auf der rechten Seite. Bis die zwei dann verstaut waren hatte der Großteil meiner Stuten schon gefressen. Ruhig kehrte ich den Gang draußen. Nun waren die Hengste an der Reihe. Bei ihnen war es die ganze Zeit ruhig gewesen während ich die Stuten in den Stall gebracht hatte. Als erstes brachte ich Mökkur und Hrafn in ihre Boxen. Ihnen folgte in die dritte Box des Hengstkomplexes mein Araber Fahd. Somit war die erste Koppel schon leer. Die zweite Koppel war auch mit zwei Gängen leer, da ich beim ersten Mal Riverside und Rosenprinz in ihre Boxen führen konnte und dann Lambardo und Ameer. Sie standen den anderen drei Hengsten gegenüber. Die nächste Weide war nun die schwierigste. Ich holte als erstes die zwei Kämpfer rein. Walking the Damon und Ice Black hatten beide ihre Ohren tief in den Nacken gelegt und ich führte den einen auf die rechte Seite und schließlich den anderen auf die linke. Schnell ging ich wieder nach draußen, da es langsam dunkel wurde. Ich holte Dashing Blade und Magic Attack rein und stellte sie beide auf die linke Seite. Brookton und Flopp oder Hopp nahmen den Platz ihnen gegenüber an. Müde gähnte ich und war froh, dass es jetzt nur noch 5 Hengste waren. Als erstes holte ich Galawayn und San Diago herein. Der eine kam auf die rechte Seite und der andere auf die linke. Die zwei fraßen wie die anderen und ich holte meine letzten drei Hengste rein. Diese drei nahm ich auf einmal mit rein. Circle und Coming Home kamen auf die linke Seite. Der letzte war dann Hall of Fame, welcher auf die rechte Seite kam. Auch die Hengste hatten schon gefressen und so fegte ich nur noch schnell. Dann ging ich ins Haus und duschte.
      (c) Friese
      (c) Sevannie
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      Catalina - 20. Dezember 2015

      Military S-S*
      Der Buckskinhengst protestierte lautstark in seiner Box. Gerade einmal vor zwei Stunden angekommen, verlangte er nach mir. Wenig später war er auch schon aufgesattelt. Rosenprinz musste immer überall dran rumschnuppern, tänzelte ein wenig auf der Stelle rum und schüttelte sich ausgiebig, als ich seine Hufglocken anlegte. Dann war der Spaß auch schon vorbei und am langen Zügel ritten wir erst einmal auf dem Vorplatz des Stalles herum, bis wir dann zur Militarystrecke B ankamen. Die insgesamt 4 Strecken wurden dem Alphabet nach geordnet, wobei A die 'einfachste' und kürzeste und D die mit der größten Schwierigkeitsstufe war. Obwohl der Hengst auf S*-Niveau trainiert werden sollte, war B für uns beide zum Antesten eigentlich ideal. Zumal ich, um genau zu sein, lange nicht mehr auf den Strecken war. Für Rosenprinz war das allemal ein kleiner Spaziergang, denn nachdem wir die Strecke abgeritten waren, scheute er sich nicht davor, laut zu bekunden weiter machen zu wollen. Da sich mein Rücken nicht bemerkbar machte, hatte ich nichts einzuwenden.

      Auch nach zwei Tagen machte das Training mit dem Hengst recht viel Spaß. Obwohl seine Laune tageszeitabhängig war und man ihn vor, während und nach der Mittagspause am Besten in Ruhe lassen sollte, wusste Rosenprinz sich zu benehmen. Die Damen wussten schon, wer sich ihnen näherte, als wir an den Weiden entlang zum Wald ritten, und so wiederholte sich diese Prozedur ca zweimal täglich, bis die Damen nicht mehr zu beeindrucken waren. Nach und nach arbeiteten wir uns auf das C-Niveau hinauf, dass schon an unserer Grenze nagte. Die vielen Steigungen waren eine kleine Herausforderung an sich, aber der ausdauernde Buckskin schaffte es jedes Mal. Nach drei Tagen Training gab es ein Ruhewochenende mit einer Bodeneinheit. Zu viel Training hintereinander förderte nicht unbedingt die Muskeln. Auch Rosenprinz war von dem freien Wochenende angetan, und es kam zu unserem finalen Ausritt.
      Der Vollbluthengst schnaubte und guckte mir zu während ich den Sattel zu ihm hinbrachte. "Du könntest mir dabei wenigstens helfen.", sagte ich lachend, als ich ihn fertig machte und zur letzten Kontrolle den Sattel ein wenig zurechtschob. Ich war auch soweit, sodass wir binnen zehn Minuten am Startpunkt der D-Strecke waren. Da ich noch wusste, dass auf den ersten zwei Kilometern nur kleinere Hindernisse kamen, die Steigungen aber jenseits von gut und böse waren, fingen wir im Trab an. Ohne sich ablenken zu lassen schafften wir die nächste halbe Stunde auch in einigen Galoppsequenzen, dann stieg die Schwierigkeit. Für ihn kein Problem; ich musste mich mehr und mehr darauf konzentrieren, ihn korrekt an die Hindernisse anzureiten. Die Luft war klar, und würzig, und obwohl dieser Umstand den Ritt sehr vereinfachte, spürte ich, wie Rosenprinz die Vorderhand weiter vorgab als erwartet. Dennoch; ich verspürte einen kleinen Hauch von Sieg in mir aufsteigen, als mittags dann Elena Delgardo ankam, um ihren Hengst abzuholen und mich lobte, wie gut ausgelastet ihr Pferd aussah.
      (c) Catalina
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      Friese
      Heute machte ich mich auf den Weg zu meinen Hengsten. Als erstes brachte ich Overo nach draußen. Dann Rosenprinz. Die beiden dürften auf der Weide ein bisschen spielen. Ich machte die Boxen sauber.
      31 März 2016

      Friese
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      Heute standen wieder Pferde von Joyce an der Reihe. Dieses Mal nur vier Stück und so konnte ich danach noch etwas mit meinen eigenen Pferden machen. Ich holte Massacre Boy und Neskur aus ihren Boxen und ging dann wieder nach drinnen. Ich holte Calero und Staccato aus den Boxen und brachte sie nach draußen. Die beiden freuten sich genauso wie die anderen, dass sie wieder nach draußen durften. Ich nahm den Schubkarren und ging in den Stall. Dort mistete ich die Boxen aus, ging zum Misthaufen und lehrte ihn aus. Ich ging wieder nach drinnen und streute dort die Boxen wieder ein. Ich füllte noch die Heunetzte und hängte diese dann in die Boxen. Ich ging zu meinen Pferde, welche gerade nicht im Training waren. Als erstes holte ich Overo aus der Box und brachte ihn auf seine Weide. Der Hengst fing wie so oft an, wie ein verrückter zu buckeln. Ich ging wieder nach drinnen und holte dann Rosenprinz und Zokni auf die Weide. Die zwei schienen sich auch wie die anderen zu freuen. Denn auch sie buckelten über die Weide. Nachdem sie sich beruhigt hatten und wieder fraßen, ging ich nach drinnen. Dort nahm ich mir Hall of Fame und Galawayn mit nach draußen. Ich stellte sie zu den anderen Hengsten und lobte sie dann noch kurz. Overo konnte wie so oft keine Ruhe geben und musste jeden der Hengste zum kämpfen herausfordern. Ich ging ein letztes Mal nach drinnen und holte von dort Almost Illegal. Der Welsh B Hengst hob den Kopf weit nach oben und wieherte laut los als er die anderen sah. Ich ließ ihn direkt am Tor laufen und er preschte zu den anderen. Ich ging wieder nach drinnen und machte dort auch die Boxen meiner Hengste sauber. Den Mist brachte ich nach draußen und streute danach die Boxen wieder ein. Ich füllte die Heunetzte meiner Hengste auf und kontrollierte dann nochmal alle Tränken. Ich füllte sowohl bei meinen als auch bei Joyce Pferden das Kraftfutter auf. Danach fing ich schon mal damit an die Hengste nach drinnen zu holen, da dies auch wieder einiges an Zeit brauchen würde. Als erstes kamen Joyce Pferde rein und schließlich meine. Alle stürzten sich auf das Fressen und ich fegte die Stallgasse zum Abschluss noch. Ich kontrollierte die Boxentüren und ging dann wieder in unser Haupthaus.
      26 Mai 2016
    • Occulta
      Heisse Gemüter

      Es waren zwei Wochen vergangen, seit Rosie die ‚Wilkinson Ranch‘, wie sie nun alle nannten, übernommen hatte. Rosie hatte sich eigentlich zuerst gegen den Namen gewehrt, doch am Ende siegte der Gruppendruck, indem die Pfleger etwas Geld für ein grosses Holzschild mit dem entsprechenden Schriftzug zusammengelegt hatten. Sie hatten die Nachricht von dem gelüfteten Geheimnis um Rosies Herkunft gar nicht so erstaunt wahrgenommen. Lisa hatte sogar steif und fest behauptet, sie habe die ganze Zeit über so etwas vermutet – was ihr natürlich keiner glaubte. Jedenfalls war Rosie mittlerweile täglich auf ihrer Ranch und schuftete ebenso viel wie die Arbeiter, die sie bestellt hatte. Auf Pineforest vermisste man sie inzwischen schon etwas. So erwischte ich zum Beispiel Oliver beim organisieren des Morgentrainings, ausnahmsweise auf Deutsch: „Quinn reitet statt Cool Cat Spotted Timeout, ich weiss nicht welche Idiot das wieder falsch eingetragen hat. Rosie kann Cat stattdessen übernehmen.“ „Ehmm Boss, Rosie is, ehh…“, meldete sich Thomas scheu. „Yes yes, fine. Ich kann mir auch nicht alles merken hier. Na gut, dann nimmt eben April Cool Cat.“ „But I already ride Caspian!“ „All of you – you drive me nuts! And just because of a certain lady that thinks that she can quit and leave all of a sudden – and a certain boss here doesn’t even stop her!“, rief Oliver aufgebracht aus. Alle schwiegen, bis er sich beruhigt hatte und fortfuhr. Ich wusste ganz genau, dass er es in Wirklichkeit einfach sehr bedauerte, dass Rosie nun nicht mehr 100% für Pineforest zur Verfügung stand. Aber geschäftsorientiert wie er war, versuchte er einfach darüber hinwegzusehen und weiterzumachen. „However. Rita, if I remember it correctly, you have no horse to ride in the first group, have you?“, fragte Oliver mit sarkastischer Stimme. Rita nickte unsicher. “Good. Then go get Cool Cat. All of you – move! Before I make you!” Ich sah ihn streng an, doch wenn er schlechte Laune hatte (was heute mehr als offensichtlich der Fall war) liess man ihn am besten einfach in Ruhe seinen Job machen. Ich begab mich zu Sundays Box. Viel zu lange hatte ich den Braunen nicht mehr im Training geritten, weil ich immer andere Pferde auf der Liste gehabt hatte. Doch diesen Monat waren wir endlich wieder zusammengewürfelt worden. Ich führte den braunen Hengst in die Stallgasse und stellte ihn zwischen Gleam of Light und Spotted Timeout. Dann begann ich wie immer damit, sein Fell gründlich durchzustriegeln. Heute wollte er anscheinend nicht besonders gekrault werden, denn er verzog weder die Lippe, noch legte er den Kopf schief, wie er es sonst so oft tat, wenn ich beim Widerrist angelangte. Ich zuckte mit den Schultern und machte weiter. Das Fell des Braunen war kurz und schimmerte schon nach wenigen Bürstenstrichen wieder wie frisch ein gesprayt. Auch der Schweif liess sich ohne grossen Widerstand kämmen. Ich sortierte ein paar Strohhalme aus dem ordentlich geschnittenen, schwarzen Langhaar heraus, dann ging ich zu den Hufen über. „Occu, can you have a quick look? Sumerian has a scratch…“, rief Thomas um die Ecke. Ich liess den Hufkratzer liegen und ging nachsehen, was er meinte. Innerlich betete ich: bitte nicht noch ein Pferd das verletzt ist! Es reicht schon, dass Winter und Iskierka den ganzen letzten Monat ausgefallen sind! Doch meine Sorge wurde gelockert als ich sah, dass es sich tatsächlich nur um eine oberflächliche Blessur am Sprunggelenk handelte. Vermutlich hatten die Stuten auf der Weide wieder miteinander gezickt. Trotzdem besprühte ich die Wunde mit etwas Silberspray, um die Fliegen und den Dreck fernzuhalten. Dann widmete ich mich wieder Sunday, der bereits ungeduldig scharrte. „Du kriegst nix, Kumpel. Erst nach der Arbeit“, stellte ich mit gehobenem Finger klar, aber natürlich nützte das nichts. Ich stupste ihn an und sagte deutlich „stop it“, woraufhin er tatsächlich aufhörte. Nun konnte ich bereits Satteln und zäumen. Die Anderen waren ähnlich weit, sodass wir alle etwa gleichzeitig das Gebäude verliessen und die Pferde zum Aufwärmen auf die Galoppbahn ritten. Hier blieben wir erstmal fünf Minuten im Schritt, danach folgte zehn Minuten lockerer Trab und schliesslich begaben wir uns zur Rennbahn. Einer nach dem anderen wurde in die Startboxen geführt. Bei dieser Gruppe fand das Training eigentlich bloss noch zur Erhaltung, nicht mehr zum Neuaufbau von Muskeln statt. Diese Pferde waren schon so gut ausgebildet und durchtrainiert, dass man gar nicht mehr viel steigern konnte. Deshalb erlaubten wir uns mit ihnen auch öfter spassige Ausritte anstelle anstrengenden Trainings. Während den ausgiebigen Galopps im Gelände oder dem Schwimmen im Bach wurden die Muskeln schliesslich auch fit gehalten. Trotz des zum Teil jahrelangen Trainings hatte aber immer noch der ein oder andere unangenehme Macken, an denen wir wohl doch noch bis zum Ende der Rennkarriere feilen mussten. Beispielsweise zeigte sich mein Sunday wieder von seiner besten Seite: Ajith wollte ihn wohl für seinen Geschmack etwas zu hastig in die Startmaschine führen, sodass der Versuch damit endete, dass der Hengst stieg und sich beinahe den Kopf anstiess. „Dass du immer gleich Männchen-machen musst, sobald dir etwas nicht passt“, tadelte ich laut, zum Vergnügen der anderen Jockeys. Beim zweiten Versuch klappte es, indem Ajith dem Hengst genug Zeit gab, sich alles anzusehen. Als hätte er es nicht schon 1000 mal gesehen… Aber auch Sumerian hatte mal wieder nen Zickenanfall, und das ausgerechnet beim Start. Anstatt anständig abzudrücken, schoss sie aus der Box und keifte Campina an, die prompt erschrak und einen Seitensprung gegen Cool Cat machte, der durch den Zusammenprall wiederum beinahe stürzte. Wir brachen ab und bremsten die Pferde. Oliver schüttelte genervt den Kopf. „Thomas, what was that? Weren’t you supposed to control your horse? Instead you are dreaming again! I saw that coming since you entered the box!” Und warum hast du dann nichts gesagt? Diese Frage stand Tom förmlich ins Gesicht geschrieben, doch er wollte nicht noch mehr Ärger provozieren und murmelte bloss „sorry Oliver“. Ich war froh, dass er sich unter Kontrolle behielt, denn er zählte normalerweise auch zu den eher heisseren Gemütern auf dem Hof. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden wollte ich nicht erleben.

      Beim zweiten Anlauf klappte es: Sumerian musste ganz aussen Starten und Tom hielt die Zügel straff genug, dass er sofort reagieren konnte, falls die Stute erneut den Kopf drehen wollte. Die Klappen flogen auf und die Pferde sprangen los. Ich krallte mich in Sundays Mähne fest, als der Hengst mit ein paar gewaltigen Galoppsprüngen beschleunigte. Zu sehr liess ich ihn aber noch nicht vor, denn die Kraft musste er sich für den Finish sparen. In jedem Trainingsrennen achteten wir auf dieselben Spielregeln wie bei einem richtigen Rennen, damit sich die Pferde an den Ablauf gewöhnten und später besser kontrollierbar waren, wenn es mal drauf ankam. Wir blieben alle dicht beieinander bis wir eine ganze Runde um die Bahn durchritten hatten, dann folgte die letzte Gerade. Aus der Kurve heraus liess ich Sunday ziehen. Dicht neben mir gab auch Parker Light den Kopf frei. Ich konzentrierte mich so sehr auf diese Seite der Bahn, dass ich nicht bemerkte, wie Cool Cat auf der anderen überholte. Als ich wieder nach vorne sah, sah ich seinen Schweif direkt vor uns wehen und erkannte, dass Rita uns blockieren wollte. Ich zog Sunday auf eine Bahn weiter aussen und duckte mich tief in seine Mähne, doch den Abstand konnte ich in der kurzen Zeit bis zur Zielmarkierung nicht mehr wettmachen. Light konnte sich noch etwas weiter vorschieben, also kamen wir als dritte ins Ziel. „Not bad Rita, it was clever to block Occu and Sunday. But if you try this over a longer distance you probably won’t come away so easily. They were already catching up again and Cat lost all his power during that sprint”, wertete Oliver kurz darauf beim Abkühlen aus. “Sumerian and Spot have to start the final run earlier; they have enough strength to do that. And Campina plus Caspian need a little bit more condition.”

      Wir brachten die erste Gruppe in den Freilauftrainer, damit sie noch etwas länger Schritt laufen konnten. Dann holten wir die nächsten sechs Kandidaten: Chiccory, Winter, Iskierka, Painting Shadows, Sympathy und Shades of Gray. Mein Liebling Winter und Zicke Iskierka liefen wegen besagtem Trainingsrückstand hier mit. Winter hatte sich auf der Koppel bei einem Gerangel mit Neuankömmling Rosenprinz eine üble Schramme am Vorderbein zugezogen, durch die er einige Tage etwas unsauber lief. Ich gab ihm daraufhin gleich einen ganzen Monat Pause, denn Beinverletzungen waren bei den Rennpferden immer heikel. Iskierka hingegen hatte erhöhte Temperatur und Nasenausfluss gehabt, vermutlich eine leichte Grippe, die sie sich bei einem Handicap in London eingefangen hatte. Ärgerlich – aber jetzt ging es ihr dank der führsorglichen Pflege von Ajith wieder gut. Sie hatte uns allen richtig Sorgen gemacht, denn sie war so aussergewöhnlich lieb und ruhig gewesen. Ich musste jetzt noch schmunzeln, obwohl es ja eigentlich nicht lustig gewesen war. Sympathy wurde wie versprochen vorsichtig wieder hochtrainiert, jetzt da ihr Fohlen entwöhnt war. Sie machte sich besser als ich gedacht hatte und kam langsam aber sicher zu ihrer alten Form zurück. Trotzdem war es mit dem ganzen Trainingsverlust und in ihrem Alter nicht mehr ganz so einfach, mit den jungen Fliegengewichten mitzuhalten, die jetzt immer mehr aufstiegen. Paint war schlicht und ergreifend in dieser Gruppe dabei, damit überall etwa gleich viele Pferde liefen. Das Trainingsrennen entschied Gray für sich, und bewies mir damit, dass sie reif für die geplanten Einsätze am Wochenende war.

      Die letzte Gruppe bestand aus den Jungspunden Caligari, Kaythara, Ciela, Cassiopeia, Pointless und Framed in History. Wir bereiteten sie vor, während die vorherige Gruppe in die Führanlage kam; ausser Iskierka – die durfte unter’s Solarium, was sie sichtlich genoss. Cassy war bei weitem noch die pummeligste, denn sie hatte ja auch als eine der letzten abgefohlt. Auch ihre Kondition liess etwas zu wünschen übrig, sodass sie heute als abgeschlagene Letzte ins Ziel bretterte. Kaythara hingegen hatte ein absolutes Formhoch und gewann mit unglaublichen vier Längen Vorsprung und einem neuen persönlichen Bahnrekord. Und dann war da noch Pointless. Sie ging nicht zuletzt durchs Ziel, aber ihre Leistung war nicht gerade schön anzusehen gewesen. Schon bei der Startbox hatte das Gezanke wieder angefangen, und die darauffolgenden 500 Meter waren für mich, die sie abgesehen von Oliver als einzige reiten durfte, ein unangenehmer Kampf gewesen. Doch danach hatte die Stute der Ehrgeiz gepackt; anders konnte ich es mir nicht erklären. Sie hatte die Ohren nach hinten geklappt und sich plötzlich gestreckt, als würde sie verfolgt werden. So waren wir mit dem für ihren Trainings(rück)stand unglaublichen vierten Platz durchgekommen. Doch kaum wollte ich sie bremsen, war alles wieder beim alten: sie schüttelte den Kopf, schlug unwillig mit dem Schweif und stampfte unzufrieden, sobald ich sie in den Schritt gebremst hatte. Oliver war erstaunlich zuversichtlich: „I think it was much better than last time. The foal-break was definitely the right thing to do with her.” Ich nickte nur und dachte insgeheim: das lässt sich leicht sagen, wenn man nicht selber oben sitzt. Wir versorgten auch diese Gruppe. Es wurde jetzt langsam warm, denn es war bereits acht Uhr morgens.

      Am Abend schickte ich dann Coulee zusammen mit Rosenprinz auf die Bahn. Quinn und Parker ritten die beiden. Ich hatte das Gefühl, dass Coulee durch Quicks Anwesenheit viel ruhiger und selbstbewusster war. Die beiden waren quasi zusammen aufgewachsen und hatten sich anscheinend furchtbar vermisst. Jedenfalls grunzte Coulee dem hübschen Falben bei jeder Gelegenheit zu, und meist bekam sie auch eine Antwort. Coulee war auch auf der Bahn wie ausgewechselt, seit Quick mit ihr trainierte. Sie hatte wieder mehr Ehrgeiz, mehr noch, als nach meinen unzähligen Motivierungsversuchen. Ich war sichtig glücklich, wenn ich den beiden zusah. Das einzige, was meine Stimmung noch immer trübte, war die ehemalige Box von Stromer. Caspian stand jetzt darin – überhaupt hatten wir die Boxenordnung etwas umgestellt, weil in Zukunft Cantastor, Empire, Fly Fast, Fajir und Muskat bei Rosie untergebracht werden würden. Sie gehörten noch immer mir, aber sie durften aus praktischen Gründen dorthin ziehen. Fly ging auf Wunsch von Rosie mit, denn er war immer schon ihr Liebling gewesen.

      Ich sah noch rasch nach Mikke und Indiana. Die beiden waren ausgeritten worden und machten einen zufriedenen Eindruck. Den ‚Verlust‘ ihrer Fohlen hatten sie wohl einigermassen überstanden. Auch Dublin war heute nicht mitgelaufen, wie schon die letzten paar Wochen. Grund dafür war, dass sie ein Fohlen von Sacramento erwartete und ich ihr das Training langsam nicht mehr zumuten wollte. Zufrieden löschte ich das Licht um zehn Uhr und verschwand ins Haus.
      25 Aug. 2016
    • Occulta
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      “Occu, Paint has remarkably improved in both speed and strength. I almost believe she was never better“, überlegte Oliver laut. „Guess you’re right. See, back then I told you it would be too early to retire her just because of that weak leg.“ „Das geht nicht, ein Rennpferd kann kein Comeback nach Beinproblemen haben. Das ist einfach nicht möglich“, hatten sie gesagt. „Sie wird nie mehr dieselben Leistungen bringen wie zuvor.“ Ich sah in die eisblauen Augen der Stute. Ihr Blick war kein bisschen müde oder ausgebrannt, sondern entschlossen wie eh und jeh. Sie zuckte gelangweilt mit der Unterlippe und stampfte zwischendurch ungeduldig. Ihre Vorderbeine waren schlank und wohlgeformt, die Sehnen frei von Knubbeln und schön strukturiert. Defying the odds? Challenge accepted. „It was mainly your hard training, that made this possible.“ Oliver klopfte mir auf die Schulter und meinte scherzend: „Of course. She’s one of my favourite athletes – those are the ones, who suffer the most.“ Ich grinste und klopfte der Stute Mitleidvoll auf den Hals. „You’re gonna ride her by your self today, right?“, fragte Oliver, die Antwort bereits kennend. „Schau, dass du sie wirklich forderst, sie darf ruhig an ihr Konditionslimit kommen. Wir müssen sie weiterhin hart rannehmen, damit sie trotz ihres zunehmenden Alters mit den Jungspunden mithalten kann.“ Ich nickte, erstaunt, dass er sich die Mühe machte auf Deutsch mit mir zu reden. „You wanna practise your language skills or what? I can speak perfect English u know”, neckte ich ihn. Wir lachten und ich wandte mich wieder Painting Shadows zu. „Alright baby, we’ll do this.“, sagte ich leise und liebevoll zu ihr. Ich striegelte und bürstete sie gründlich; auch am Bauch, wo sie etwas kitzlig war. Das Langhaar pflegte ich, bis man mit den Fingern ohne hängenzubleiben hindurchfahren konnte und es wieder seidig glänzte. Die paar weissen Strähnen die sie im Schweif hatte, sahen ein wenig aus wie altersbedingte Grauheit, aber irgendwie passten sie doch ganz gut ins Gesamtbild der jungen Stute. Sie liess mich ihre Hufe ohne Probleme auskratzen und hielt auch still, als ich ihre Nüstern mit dem Schwamm reinigte. Obwohl es erst halb sechs Uhr war, fühlte ich mich fit und wach nach unserem Entscheid. Auch Paint war es gewohnt, früh aufzustehen und dafür über den Mittag noch ein wenig zu dösen, wie es die allermeisten meiner Vollblüter taten. Ich massierte die Schulter des nachtfarbenen Vollbluts, um allfällige Verspannungen zu lösen und es fit für die bevorstehende Anstrengung zu machen. Die intelligente Stute drehte den Kopf und zeigte mir mit der Schnauze, dass eine Stelle am Vorderbein sie juckte. Ich kratzte und knetete; die Stute verzog genüsslich die Oberlippe. Ich prüfte auch gleich, ob ihre Hufe schön kühl und die Strukturen alle intakt waren. Dann bandagierte ich alle vier Beine mit Paints anthrazitfarbenen Bandagen, sodass sie schön gleichmässig und fast wie aufgemalt aussahen. Ich fand, dass sie ihr äusserst gut standen, doch in erster Linie dienten sie natürlich dem Schutz der Beine. Im Training trugen die meisten der Rennpferde Bandagen, mit Ausnahme derjenigen, die sie nicht mochten und dadurch abgelenkt wurden. Nun holte ich Paints Sattel und Zaumzeug. Es war ziemlich neblig draussen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und wegen des nahen Flusses. Auch kam es mir heute Morgen zum ersten Mal wieder richtig frisch vor, sodass ich beschloss, die Nierendecke mitzunehmen. Als erstes legte ich das Gelpad auf Paints Rücken. Dann warf die königsblaue Decke darüber, darauf achtend, dass nichts verrutschte. Ich zupfte sie zurecht, dann legte ich den Trainingssattel auf, der etwas schwerer und stabiler als der richtige Rennsattel war. Ich befestigte den elastischen Gurt auf der rechten Seite und legte dann von links her die Schaumstoffunterlage darunter, ehe ich den Gurt anzog. Nun folgte der Übergurt, der ein Verrutschen des Sattels verhinderte. Er wurde ordentlich über die Mitte des Sattels und den ersten Gurt gelegt, sodass man von aussen fast nicht sah, dass zwei elastische Bänder vorhanden waren. Nun legte ich noch den Lederriemen um ihren Hals, an dem ich mich beim Start und zwischendurch festhalten konnte. Ich holte meinen Helm und die Jockeybrille und kleidete mich damit ein, bevor ich Paint zäumte und rausführte. In unserer Gruppe waren auch Iskierka und Winter, die nach ihren Wehwehchen wieder voll einsatzfähig waren; ausserdem Sympathy of the Devil, Coulee, Rosenprinz und Pointless. Rosenprinz war nur dabei zum Konditionsaufbau für seine Military Karriere, von ihm erwartete ich keine Bestzeiten. Wir stiegen alle auf und folgten Lisa und Moon, die heute als Trackpony im Einsatz war, zur Bahn. Beim Galoppweg bogen wir ab und trabten an. Zunächst wärmten wir die Vollblüter auf einer ganzen Runde im Trab auf, allen voran ging wieder Moon. Dann folgte eine Runde flotter, aber kontrollierter Canter auf der richtigen Rennbahn, wobei wir in Zweiergruppen nebeneinander blieben. Es war auch eine Gehorsamkeitsübung für die Pferde, die wohl am liebsten einfach im Renngalopp davongeschossen wären. Moon war inzwischen wieder verschwunden – Lisa und sie gingen heute noch ins Gelände. Wir formierten uns nun, noch immer im Galopp, zu einer Front, bis alle etwa auf gleicher Höhe waren. Ein ‚freier Start‘. Auf Olivers Kommando hin, der neben der Null-Marke der Bahn stand, starteten wir das Trainingsrennen. Es ging weniger darum, wer dabei gewann, sondern vielmehr um die individuellen Intervallziele der einzelnen Pferde. Wir ritten in einem ordentlichen Grundtempo und bauten alle paar Hundert Meter Sprints ein, die die Vollblüter in einer gewissen Zeit durchlaufen mussten. Kontrollieren taten wir das mit Gefühl und mit Armbandstoppuhren. Über die letzten zwei furlongs, also 400 Meter, wurde nochmal alles gegeben, wobei es auch hier eine Mindestzeit gab, die wir einzuhalten versuchten. Gemäss dem aktuellen Trainingsstand kam Iskierka als erste durchs Ziel. Danach folgten Winter und Paint. Pointless war mal wieder am rumzicken, schaffte es aber trotzdem, vor Devil im Ziel zu sein. Potential hatte sie eben doch genug, nur an der Einstellung mussten wir arbeiten. Devil war noch immer rasch ausser Puste und hatte ordentlich geschwitzt, trotz der kühlen Temperaturen. Von Coulees Leistung war ich begeistert, denn die Stute hatte sich deutlich gesteigert, was für mich bedeutete, dass sie sich wieder zunehmend wohler fühlte auf der Bahn. Rosenprinz trudelte als letzter ein, hatte aber seine Leistung bestens erfüllt. Wir trabten die Pferde aus und ritten zum Hauptstall zurück. Der Nebel war verschwunden und die Morgensonne begann damit, die frische Luft langsam aufzuwärmen. Es war erst halb sieben, aber die Natur erwachte bereits in allen Ecken des Hofes. Es würde bestimmt wieder ein schöner Tag werden. Wir sattelten die Pferde ab und übergaben die Ausrüstung gleich der nächsten Gruppe, die schon in der Stallgasse blitzblank geputzt bereitstand. Ich ritt bei denen nicht mit, aber musste Coach spielen, weil Oliver diesmal im Sattel von Frame mit dabei war. Ausser Ihm waren noch Spotted Timeout, Chiccory, Shades of Gray, Cassiopeia und Sumerian mit dabei. „Die Nicht-Invalidengruppe“, scherzte Jonas, der Trackpony Calico ritt. Wir setzten jetzt wieder mehr auf die ‚Ponys‘, weil es gerade die Jungpferde deutlich beruhigte und einfach praktisch war. Ich folgte der Gruppe, die im Gänsemarsch zum Galoppweg ritt, nachdem ich Paint wie die anderen in die Führanlage zum Auskühlen gebracht hatte. Während sie sich eintrabten, plauderte ich mit Ajith, der es ebenfalls liebte, seinen Schützlingen beim Training zuzusehen. Er hatte während der ersten Trainingseinheit die meisten der neuen Pferde geputzt. Ohne ihn lief hier gar nichts. Das Training der zweiten Gruppe verlief reibungslos. Ich war immer froh, wenn alles so gut klappte, denn im Hinterkopf hatte ich immer die Bilder von stürzenden Pferden und wüsten Beinverletzungen. Der Rennsport war ein Risiko, das konnte niemand bestreiten. Aber Pineforest war bisher von solch dramatischen Bildern verschont geblieben, was sicherlich auch mit unseren sorgfältigen Trainingsmethoden zu tun hatte. So legten wir beispielsweise grossen Wert darauf, dass die Jungen Pferde genügend Muskeln aufgebaut hatten, bevor sie in höheren Rennen starteten, auch wenn sie die nötigen Geschwindigkeiten schon erreichten. Auch das Skelett und das gesunde Wachstum waren mir sehr wichtig, weshalb Tierärzte und Osteopaten regelmässig zu Routineuntersuchungen bestellt wurden. Mein Ziel war es nicht, möglichst viele Erfolge in kurzer Zeit zu erzielen, sondern vielmehr kontinuierlich ein ganzes langes Pferdeleben hindurch gute Leistungen zu sehen. Daher wurden Pineforests Rennpferde auch öfter Dressur geritten als andere – nämlich um die Grundlage für später und eine solide Ausbildung trotz Rennkarriere aufzubauen.

      Sumerian stach heute besonders hervor. Das Kraftpaket von Stute war mittlerweile so gut, dass Oliver und ich beschlossen, sie wie Caspian und Cool Cat in den höchstdotierten Rennen starten zu lassen. Mit ihren geschmeidigen, raumgreifenden Galoppsprüngen schien sie spielend leicht den Abstand zwischen sich und den anderen zu vergrössern. Nach dem Training lobte ich April dafür, dass sie Sumerian heute so gut geritten hatte. Auch diese Pferde wurden noch im Führkarussell abgekühlt, Cassy und Chiccory durften danach ausserdem unter die beiden Solarien.
      31 Aug. 2016
    • Occulta
      Ein langer Tag

      Es war ein sonniger Spätsommermorgen und die Natur schien verschlafen zu haben. Es lag viel Tau auf dem Gras, die Luft roch frisch und sauber. Das Gewitter vom Vortag hatte den ganzen Staub von den vergangenen heissen Tagen weggewaschen. Ich streckte mich genüsslich und genoss einen Moment die frühen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Vom morgendlichen Vollbluttraining herkommend befand ich mich gerade auf dem Weg zum Nordstall. Drinnen war es schön kühl. Die Pferde raschelten fleissig in ihrer Frühstücks-Heuportion und ich entdeckte ein paar Mäuse, die gerade den Boxenwänden entlang flüchteten. Jackie spitzte sofort aufgeregt die Ohren und flitzte hinterher, aber natürlich erwischte sie keine. „Wo sind diese verlausten Katzenviecher wenn man sie mal braucht?“, stellte ich sarkastisch an mein Hündin gewandt fest. Sie musterte mich Schwanzwedelnd und erwartungsvoll. „Heh sweetie? No treats until you catch one.“ Ich stellte mich vor Donuts Box und rief seinen Namen. Der Ponyhengst hob den Kopf, spitzte die Ohren und brummelte. Ich schmunzelte, weil seine Stimme wie immer höher als die eines Grosspferdes war und das Geräusch dadurch umso witziger klang. Geputzt und gesattelt hatte ich ihn schnell, denn er war noch sauber von gestern. Das Langhaar bearbeitete ich nochmal mit etwas Glanzspray, damit der Schweif schön fluffig und voluminös war. Dann führte ich Donut auf den Reitplatz, denn was gab es besseres, als die noch kühle Morgenstimmung für eine Dressurstunde zu nutzen? Ich wärmte Donut auf und trabte ihn dann erstmal in Dehnungshaltung auf mehreren Volten. Nach einer Weile nahm ich die Zügel auf und begann, den Hengst mit lockeren Seitengängen zu gymnastizieren. Er war heute fleissig und energiegeladen, was ich sehr mochte. Trotzdem entschleunigte ich ihn anschliessend mit ein paar kleinen Volten, damit er nicht auf die Vorhand kippte. Im Schritt versuchte er immer wieder anzutraben, wie ein ungeduldiges Kind. Doch ich nahm es gelassen und schätzte seinen Eifer. Ich beschloss, jetzt erstmal ein wenig Galopparbeit zu machen, bevor ich mich noch an Travers Lektionen wagte. Er galoppierte schwungvoll und in korrekter Haltung, leicht vor der Senkrechten und schön bergauf. Wie toll es doch war, einen so fein ausgebildeten Hengst zu reiten! Ich versammelte den Galopp und liess ihn auf der langen Seite wieder zulegen, dann wechselte ich durch die Diagonale und machte einen Galoppwechsel bei X. Kein Problem für Donut – als erfahrenes Springpony gehörte das zu seinen Spezialitäten. Nach dem versprochenen Travers machte ich noch ein wenig Schulterherein, dann liess ich es für heute gut sein und brachte Donut zurück in den Nordstall. Ich sattelte ab, bürstete das Fell glatt und kratzte die Hufe aus. Als ich fertig war, entliess ich ihn in seine Box und gab ihm drei Karotten, die er hastig runterschlang. Ich kraulte zum Abschied seinen Hals und den weissen Nasenrücken, wobei er genüsslich den Mund verzog. Er wollte mich gar nicht weggehen lassen, sondern sich gleich hinter mir wieder durch die Boxentür zwängen, was ihm natürlich nicht gelang. Enttäuscht brummelte er mir hinterher und ich bekam beinahe ein schlechtes Gewissen, einfach so davonzulaufen. Aber sein eigentlicher Beweggrund, so war ich mir fast sicher, war die vierte Karotte, die ich noch immer in der Hand hielt um sie nun Ljóski hinzustrecken. Herkir, der in derselben, besonders grossen Box stand, versuchte eifersüchtig seinen Kumpel wegzuekeln. Ich führte Loki in die Stallgasse und putzte ihn ausgiebig. An seinem wolligen Langhaar hatte ich besonders lange. Der Hengst war kitzlig und zuckte die ganze Zeit mit dem Widerrist, als ich mit der weichen Bürste nochmals über seinen Körper strich. Besonders am Bauch mochte er es gar nicht, sodass er vor und zurück zappelte. Ausserdem drehte er mehrfach den Kopf um sich mit der Schnauze an seiner Schulter zu kratzen. Das hibbelige Getue ging auch beim Aufsteigen weiter und ich fragte mich langsam, ob Herkir und er Persönlichkeiten getauscht hatten, denn normalerweise war der Fuchsschecke eher wie ein Sack voller Flöhe. Ich ging mit dem vor Energie überlaufenden Loki ins Gelände und machte ein paar gesunde Galopps, sodass ich ihn am Ende zufrieden und ausgepowert am langen Zügel nachhause reiten konnte. Als nächstes stand Longieren mit Moon Kiddy auf dem Programm, als Abwechslung für sie und mich. Nachdem sie am Sonntag an einem anspruchsvollen Gymkhana mit Darren gestartet war, hatte sie sich eine Pause verdient. Deshalb arbeitete ich mit ihr eine halbe Stunde lang locker im Roundpen, wobei ich nicht mehr als Übergänge und Seitenwechsel verlangte, um ihre Reaktion auf meine Körpersprache weiter zu schulen. Sie war sehr aufmerksam und liess sich gänzlich auf mich ein, was das Training sehr einfach machte. Andererseits kannten wir uns nun auch schon so lange, dass ich alles andere als bedenklich gewertet hätte. Meine hübsche Criollostute mit der mächtigen, schwarzen Mähne, ihr Markenzeichen, kam am Ende des Trainings zu mir in die Roundpen Mitte und holte sich ihre Karottenstückchen ab. Ausserdem wischte sie liebevoll mit der Oberlippe auf meinem Unterarm hin und her, als wollte sie mich kraulen. Ich tat es ihr gleich und massierte ihren Widerrist, dann führte ich sie am Halfter zurück in den Nebenstall. Inzwischen waren die Hengste alle auf die Weiden gelassen worden; die Stuten kamen am Nachmittag raus.

      Ich bekam pünktlich um zehn Uhr einen Anruf, dass mein neues Hengstfohlen, LMR Royal Champion, gesund und munter im Flughafen von Birmingham angekommen war. Der Jährling stammte von der Lake Mountain Ranch, einem noch eher unbekanntes Gestüt, doch seine Abstammung gefiel mir und sein Exterieur hatte mich überzeugt. Er war ein Mix, daher überlegte ich, ihn kastrieren zu lassen, doch das hatte noch Zeit. Erstmal holte ich ihn nun ab und brachte ihn zu seinen neuen Kumpels auf die Hengstfohlenweide. Es gab ein paar Rangeleien, wie das eben war, wenn ein Neuling in die Gruppe stiess. Ich beobachtete das Ganze, bereit, jederzeit mit schwingendem Führstrick einzugreifen. Doch es war wie erwartet nicht nötig: Royal wurde von allen Seiten neugierig beschnuppert und ein bisschen ‚angenagt‘, dann war die Rangfolge fürs erste geklärt und er wurde in Ruhe gelassen. Dass er sich so rasch in das soziale Gefüge eingelebt hatte, sprach für die Haltung des Züchters. Zufrieden widmete ich mich wieder den anderen Stallarbeiten.

      Lily war noch in der Schule, also traute ich mich nicht, etwas mit Thairu, unserem gestreiften ‚Pony‘ zu unternehmen. Sie wollte immer dabei sein wenn ich mit dem Zebra arbeitete, was leider im Moment nicht allzu oft geschah. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass es auch besser für Thairu war, wenn sie nicht zu viel Trainiert wurde. Schliesslich war so intensiver Kontakt zu Menschen noch immer recht viel Stress für sie und ich wollte sie nicht überfordern. Ich beschloss, mir heute Abend eine Stunde für das Zebra freizuhalten.

      Es war nun 11 Uhr und mittlerweile ziemlich warm geworden, sodass ich nur noch im Trägertop rumlief. Zira und Sheela waren treu an meiner Seite, Jackie hingegen hatte sich aus dem Staub gemacht als ich aufgebrochen war um Royal abzuholen. Vermutlich überwachte sie mal wieder gewissenhaft ihr Territorium oder döste irgendwo im Schatten. Ich liess es mir nicht nehmen, rasch mit den beiden Hündinnen zu spielen, als ich unterwegs zur Stutenweide einen nahezu perfekten Stock dafür fand. Er wies schon ein paar Nagespuren auf, also hatten ihn die Hunde wohl von irgendwoher angeschleppt. Ich warf ihn soweit wie meine eher spährliche Armmuskulatur es erlaubte und sah dann belustigt zu, wie sich Sheela und Zira dynamisch darauf stürzten. Sheela, die ja ein wenig älter und deutlich massiger war als die schlaksige Zira, brauchte bloss einmal warnend zu knurren um ihrer jungen Spielgefährtin klarzumachen, dass sie alleine den Stock tragen durfte. Sie brachte ihn mit stolz aufgerichtetem Gang zu mir zurück. Zira trottete hinterher, wie eine hungrige Wölfin die auf eine Gelegenheit wartete, ihrer Rudelgenossin die Beute abzunehmen. Ich lobte beide und warf den Stock nochmal, dann lief ich zum Weidetor. Ich wollte vor dem Mittag noch mit Islah arbeiten. Die Araberstute hatte ihren Babybauch durch die ständige Bewegung auf der Weide und das Training unter dem Sattel vollständig abtrainiert und erfreute sich wieder bester Fitness, was bei ihrem Charakter nicht immer von Vorteil war. Ich mochte es aber, dass sie dieses feurige Temperament zeigte, das man oft als typisch für Araber empfand. Ich brachte sie zum Nebenstall und band sie dort ans Holzgestänge. Dann begann ich, ihr kurzes Fell zu striegeln. Noch während ich dabei war, kamen Ajith, Oliver und Jonas vorbei. „Hey Boss“, grüsste Jonas. „Ajith had an idea“, begann Oliver. „Since some of the thoroughbred stallions now live at Rosie’s farm, we could put the Arabians into the empty stalls inside the Hauptstall.” Ich verstand, worauf er hinauswollte; der Platz im Nordstall war begrenzt, hingegen im Hauptstall gab es eine ganze Reihe unbesetzter Gastboxen. Trotzdem war ich nicht so richtig zufrieden mit dem Vorschlag. Stattdessen überlegte ich laut: „What about we ask Rosie if she wants to take the Arabs in an give us our beloved English Tbs back?“ Ajiths Augen leuteten begeistert – er hing einfach an all seinen Pfleglingen und war ziemlich enttäuscht gewesen, dass die paar Hengste auf der Wilkinson Farm von anderen Pflegern versorgt werden würden. Oliver schien auch nicht abgeneigt von der Idee, nur Jonas war etwas zerknirscht, weil er dadurch künftig Numair und Anubis nicht mehr so oft sehen würde. Ich fragte ihn, ob es sehr schlimm sei, doch er verneinte glücklicherweise. „Solange du mir meinen Herkir dalässt, ist alles gut.“ Ich schmunzelte und schloss: „Dann rede ich nachher mit Rosie, ich wollte ihr sowieso einen Besuch abstatten.“ Die drei zogen zufrieden weiter und ich widmete mich wieder ganz meiner Islah. Ich arbeitete auf dem Sandviereck mit ihr, auf dem noch Stangen von Lisas Trail Training mit Shadow ausgelegt waren. Dies nutzte ich gleich, um die Stute zu gymnastizieren. Über den Stangen und Cavaletti musste sie ihre Beine heben und den Rücken wölben, ausserdem erforderte die Arbeit ein erhöhtes Mass an Konzentration, was bei ihrem Temperament gerade recht kam. Zu lange ritt ich sie aber so nicht, denn die Lektionen waren anspruchsvoll und führten im Übermass zu Muskelkater. Ich liess sie nach etwas mehr als einer intensiven halben Stunde ausgiebig austraben und brachte sie dann zurück auf die Weide.

      Nun meldete sich mein Magen zu Wort und erinnerte mich daran, dass es Mittag war. Lily kam aus der Schule zurück und half mir beim Kochen, verzog sich am Ende aber doch ins Wohnzimmer um mit den Hunden zu spielen. Ich war ihr nicht böse, denn das heutige Menü war nicht aufwendig – Spaghetti mit Tomatensauce und Salat. Ich fragte meine Nichte, ob sie Lust hatte am Abend mit Thairu zu trainieren. „Und das fragst du noch?“, kam die empörte Antwort. Ich grinste zufrieden und konzentrierte mich auf meine Spaghetti, um keine Tomatensauce zu verspritzen. Lily hatte am Nachmittag Schulfrei, also lud ich sie ein, Rosie mit mir zu besuchen. Nach dem Essen und wegräumen begaben wir uns also abermals zur Stutenweide. Ich fing mir Argenté Noir ein, Lily durfte Feline nehmen. Wir putzten die beiden Stuten direkt auf der Weide, indem wir sie an den Zaun banden und das Sattelzeug den ganzen Weg rüber trugen. Unter dem Zaumzeug liessen wir die Knotenhalfter, damit wir die beiden später auch anbinden konnten. Ich war schon ein Weilchen nicht mehr auf dem Welsh Pony gesessen, aber gewöhnte mich rasch wieder an Noirs Bewegungen. Wir ritten zusammen zur Ranch, machten aber einen Umweg durch den Fluss. Bei der Mittagshitze war es eine willkommene Abkühlung, als Feline verspielt im Wasser scharrte und uns beide nass spritzte. Noir zog wenig begeistert ihren Kopf weg und klappte ihre Ohren nach hinten, damit sie kein Wasser abbekamen. Wir wateten ans andere Ufer und trabten dem Waldrand entlang zur Ranch. Der einladende Schotterweg mit dem Kreis erinnerte mich an die Zufahrt zu einem noblen Schloss. Die Gebäude waren neu gestrichen und alles sauber aufgeräumt – von einer Baustelle war beinahe nichts mehr zu sehen. Auch die Zäune standen nun alle; sie waren hübsch weiss und ergänzten das ländliche aber zugleich edle Bild. Von weitem sah ich Cantastor und Muskat auf der Weide grasen. Sie wehrten friedlich mit den Schweifen Insekten ab und schüttelten ab und sahen auf, als sie uns entdeckten. Lily und ich stiegen ab und banden die Pferde an, dann begaben wir uns auf die Suche nach Rosie. Wir fanden sie im Wohnhaus, wo sie gerade Staubsaugte. Sie begrüsste uns herzlich und machte Tee, während Lily freiwillig fertig staubsaugte. Wir plauderten eine Weile bei Tee und Keksen, bevor ich wie versprochen die Idee mit den Arabern ansprach. „That’s funny“, meinte Rosie als ich fertig war, „I bought two Arabians recently, from a place named Fearie Hills. It’s a mare and a stallion, both precious breeding stock, but Fearie Hills is being closed and so their horses are all for sale. I was afraid that those two could end up with some dubious traders, so I kinda rescued them.” “That’s cool, I can’t wait to see them!”, rief Lily begeistert. Rosie meinte lachend: “You don’t have to – they’re arriving today.” “When exactly?”, wollte ich wissen. “I will pick them up at the airport in about an hour.” “So we’re gonna swap? You okay with that?”, hakte ich nach. Rosie überlegte kurz und nickte dann. “Though I’ll miss my little Fly around here, I think I would like to start breeding Arabs.“ Ich nickte zufrieden und wir schüttelten Hände – damit stand der Entschluss fest, dass meine drei Araber hierher ausgelagert werden würden und künftig in Rosies Zucht zum Einsatz kamen. Lily und ich beschlossen unseren Ausritt fortzusetzen und anschliessend gemeinsam mit den Pflegern den Pferdetausch zu vollziehen. Wir galoppierten über die beliebten alten Holzrücker Wege im Wald und waren wohl insgesamt über eine Stunde lang unterwegs. Noir liess ich am Ende am langen Zügel nachhause schlendern; die Stute war ausgepowert und wackelte zufrieden im Takt mit den Ohren. Wir brachten sie und Feline zurück auf die Weide und trommelten Jonas und Lisa als Helfer zusammen. Ich war zwar nicht gerade begeistert davon, mit beiden gleichzeitig zu tun zu haben, aber sie waren gerade als einzige zur Verfügung. Wir holten die drei Araber und sattelten sie. Islah verstand die Welt nicht mehr, als ich sie abermals von der Weide holte und ihr den Sattel auf den Rücken legte. „Don’t worry girl, you won’t have to work again“, murmelte ich liebevoll. Jonas schwang sich auf Numairs Rücken, Lisa übernahm Anubis und nahm Lily vorne mit drauf. Wir hatten auch noch zwei Führstricke dabei, weil drüben auf der Ranch fünf Pferde auf uns warteten. Die Putzsachen von den drei Arabern wollte ich später noch per Auto vorbeibringen.

      Rosie war längst losgefahren, um ihre zwei Neulinge abzuholen. Wir besprachen die Boxenordnung daher mit ihrem Chefpfleger, einem stämmigen, dunkelhaarigen Typen namens Lucas Gordon. Die Araber durften die frisch ausgemisteten Boxen beziehen. Dann holten wir die Englischen Vollblüter direkt von der Weide und sattelten Empire, Muskat und Canto. Fly und Fajir mussten als Handpferde mitkommen, weil ich meiner kleinen Nichte den Umgang mit den temperamentvollen Hengsten noch nicht ganz zutraute. Doch bevor wir loszogen bestand Lily darauf, auf Rosie und die neuen Araber zu warten. Ich willigte ein, weil ich selber auch gespannt auf die beiden war. Zwanzig Minuten Später fuhr der Selbstfahrer auf den Hof und wir halfen Rosie beim Ausladen. Als ich die Klappe mit Jonas zusammen öffnete, sah ich als erstes einen hübschen braunen Hengst, der uns misstrauisch entgegenschielte. Wir lösten die Trennwand und führten ihn ans Tageslicht. Er war nicht besonders gross, Araber eben, aber hatte einen ausdrucksstarken Körperbau mit einem äusserst hübschen Hechtkopf und kräftigem braunem Fell. Seine Beine waren ganz schwarz und er hatte am restlichen Körper zum Teil dunkle Stellen und leichte Dapples. Die lange schwarze Mähne fiel eher wild über seinen gebogenen Hals und den Schweif trug er aufgeregt erhoben. Er blähte die Nüstern und sah sich um. Dann wieherte er stolz, um anschliessend mit gespitzten Ohren auf eine Antwort zu warten. Die kam auch – vermutlich von einem der Hengste im Stall drüben. Bintu Al-Bahri schnaubte neben Lisa lautstark und scharrte ungeduldig auf dem Schotter, während Jonas und ich die Trennwände lösten, die den Weg zwischen ihm und dem zweiten Pferd gesichert hatten. Die Stute war ganz vorne angebunden, damit es keinen Ärger während der Fahrt hatte geben können. Schon jetzt erkannte ich, dass sie eine hübsche Rappstute war, die eine klar definierte, schneeweisse Blesse trug. Sie folgte mir zögernd die Rampe runter und sah sich ebenfalls um. Im besseren Licht erkannte ich, dass sie nicht gerade gut bemuskelt schien und ihre bisherige Zeit als Zuchtstute nicht spurenlos an ihr vorübergezogen war. Rosie bemerkte meinen skeptischen Blick. „She is 10 years old and had already 7 foals. I guess you can tell.” Mitleidig schaute ich in die dunklen, freundlichen Augen und streichelte die Nüstern der Stute. „Her name’s Farasha, it means butterfly. I’m not quite sure, but I even think that she’ll have another foal in spring. I will let the vet check her carefully.” Betroffen nickte ich. Rosie las die unausgesprochene Frage von meinem Gesicht ab und versprach: „I won’t breed her again. If she has another foal, then it will be her last, if not I’d say even better.“ Ich stimmte ihr nickend zu und war froh, dass meine ehemalige Pflegerin sich in erster Linie um das Wohlergehen von Farasha sorgte. „But doesn’t that mean that you still don’t have your own broodmare?” “That does not matter right now; I’m still building everything up.”

      Farasha und Bintu wurden von Rosie und Lucas in ihr neues Zuhause geführt und wir machten uns mitsamt Pferden auf den Heimweg. Canto schien zu spüren, dass es nachhause ging, denn er hatte einen zügigen Schritt drauf und wollte Empire die ganze Zeit überholen. Ich bremste ihn aber auch nicht zu sehr, sondern nahm die Zügel lediglich auf, wenn er antraben wollte. Auch Fly tänzelte ungeduldig nebenher, wobei er seinen Hals schön wölbte und richtig edel aussah. Wir waren um drei Uhr zurück auf dem Hof und brachten die fünf bei ihren alten Kumpels unter, dann ging alles seinen gewohnten Gang. Eigentlich hatte ich meine für diesen Monat zugeteilten Pferde nun schon alle bewegt, aber wie meistens übernahm ich für den restlichen Tag noch ein paar weitere. Die Pfleger konnten sich so den anderen Stallarbeiten widmen und ich hatte nichts dagegen, den ganzen Tag im Sattel zu sitzen – schliesslich waren es meine Pferde, und ich wollte jedem einzelnen von ihnen so viel Aufmerksamkeit schenken wie nur möglich. Ich überlegte rasch, dann suchte ich April und fragte sie, ob Rosenprinz schon bewegt worden war. „Yes Madam, I rode him in Training with Coulee this morning. As you requested in order to keep him fit for cross country.” Ich nickte zufrieden und suchte weiter. Auf dem Weg zum Nordstall begegnete ich Lewis. „Ahh Lewis! Did you already work with Unbroken Soul of a Rebel?“ “Yes Boss, all done. I practised for the horsemanship show on saturday.” “Is that so… Very well”, antwortete ich etwas enttäuscht, lief dann aber fröhlich weiter. Ich entdeckte Lisa beim Dressurviereck – sie räumte gerade die Stangen vom Morgen weg. „Hey Lisa, did you ride Piroschka?“ „Yes, Jonas and I took her and Adrenaline out for a ride today. Sorry, should I have waited until now?” Natürlich, die beiden waren wieder zusammen unterwegs – da hätt ich auch selbst drauf kommen können, stellte ich bitter fest. “Ahh… no, never mind.” Ich wollte schon davonhuschen, als sie mir hinterherrief: „Wait Occu, you could take Summertime! I would be glad, because I… Well I would like to spend some more time with Jonas…“ Ich hielt an ballte die Fäuste, aber nach kurzem Zögern seufzte ich leise, drehte mich dann lächelnd zu ihr um und meinte: „Sure. I’ll take her out for a ride as well.“

      Ich schlurfte zur Stutenweide und schnappte mir Summers Halfter vom Haken an der Wand des Offenstalls. Crap… I hate them both, dachte ich ärgerlich, das Bild von Lisas unschuldigem Grinsen im Kopf. Ich wanderte zu den Bäumen, wo die Paint-Stute stand und streifte ihr das Halfter über. Andererseits habe ich Ajith versprochen, dass ich mir Mühe gebe und sie nicht anders als vorher behandle. Das ist doch sowieso alles kindisch, ich sollte Jonas einfach vergessen und mich auf meine Tiere konzentrieren. Ich führte Summer zum Weidetor, zögerte dann aber und band sie an den Zaun. Ich wollte sie lieber in Ruhe hier unten putzen und ein Weilchen alleine sein. Ihre Ausrüstung musste ich trotzdem noch holen. Jonas war ebenfalls in der Sattelkammer. „Danke Occu, Lisa hat mir vorhin begeistert erzählt, dass du für die Summer bewegst.“ Ich nickte nur und nahm mir kommentarlos was ich brauchte. Du machst es nicht besser. Wenigstens hatte ich meinen Frieden bei den Pferden. Summer stand brav still und verscheuchte entspannt die Fliegen, wann immer sie ihr zu nervig wurden. Ich kratzte ihre Hufe gründlich aus, wobei ich bemerkte, dass sie ganz wenig Fäulnis hinten links hatte. Ich säuberte die Stelle gründlich und beschloss, nach dem Reiten ein Mittel dagegen aufzutragen. Ich sattelte sie und zog ihr das Bosal an, weil ich sie zum Ausreiten lieber damit zäumte. Dann führte ich sie aus der Weide und stieg auf. Gerade als ich durch die Tannen der Ostpassage reiten wollte, hörte ich eine Stimme. „Warte auf uns!“, rief meine kleine Nichte mit ihrem Tinker Areion. Sie schlossen im Trab zu uns auf. „Ich will mitkommen, ich hab den Teddy heute noch nicht bewegt!“ Ich lachte über den passenden Spitznamen des wolligen Tinkers und wir setzten uns in Bewegung. Areion hatte sich gut eingelebt und wurde täglich von Lily ‚bespasst‘, sodass die beiden schon in dieser kurzen Zeit ein Team geworden waren. Zwar hatten sie ab und zu noch Meinungsverschiedenheiten; so zum Beispiel bei der Holzbrücke, wo sich Lily durchsetzen musste, weil der Tinker einfach davor stehen blieb. Aber meine Nichte fand trotz ihres Flohgewichts immer wieder einen Weg ihr Ziel zu erreichen, denn was ihr an Kraft fehlte, machte sie mit austricksen wett. „Hey, du hast dem Teddy ja ein Zöpfchen gemacht! Das hab ich vorher gar nicht gesehen.“ Sie hatte den Zopf mitten in der Mähne gemacht, sodass er zeitweise von den umliegenden Haaren überdeckt wurde. Das muss sie noch etwas üben, dachte ich schmunzelnd, aber das sagte ich ihr natürlich nicht, um ihr Selbstvertrauen nicht zu verletzen. Sie grinste stolz und meinte: „Er ist ja auch das perfekte Übungsobjekt!“ Wir ritten weiter Richtung Osten und nahmen dann die Südlich gelegenen Wege für den Heimweg. Das Highlight war die Galoppwiese, über die wir nochmal ordentlich drüber bretterten, bis fast zum Hofgelände. Summer und Areion waren beide ziemlich verschwitzt als wir zurückkamen, besonders der arme Tinker hatte natürlich mit seiner mächtigen Mähne einen grossen Nachteil bei der Hitze. Wir duschten die beiden daher rasch ab und führten sie dann trocken, wobei sie auch grasen durften.

      Es war nun fast fünf Uhr und begann zu spüren, dass ich wieder den ganzen Tag unterwegs gewesen war. „Tea time!“, rief ich durch den Hauptstall und schlenderte anschliessend zur Reiterstube in der Halle. Die ersten Pfleger folgten mir bereits eifrig, während einige noch die restlichen zusammentrommelten. Wenn wir eine solche ‚Tee Pause‘ machten, besprachen wir auch jeweils was es noch zu tun gab, beziehungsweise was bisher alles gemacht wurde. Ich legte grossen Wert darauf, dass meine Angestellten ehrlich waren und es mir mitteilten, wenn sie in irgendeiner Weise unzufrieden waren. Nur so gelang es dem Team von Pineforest Stable so eng zusammenzuarbeiten. Auch lockerten wir das Arbeitsklima regelmässig mit Grillabenden oder gemeinsamen Ausflügen auf. Bisher hatte ich jedenfalls durchwegs positive Rückmeldungen erhalten was die Zufriedenheit der Mitarbeiter anging. Und gerade weil sie sich hier so wohl fühlten, setzten sie sich so dafür ein, dass auf Pineforest Stable alles reibungslos klappte. Schliesslich hatten wir auch einen Ruf zu verteidigen, und es gehörte ein gewisser Stolz dazu, wenn man hier arbeitete. Als ich fragte, ob noch jemand ein Pferd an mich abtreten wollte, meldete sich David mit einem Räuspern. „I’d be glad if you take Ice Coffee today, because then I could quickly go to town later.” Ich nickte zufrieden und beschloss, etwas Pleasure mit der Stute zu üben. Doch vorher war wie versprochen das Zebra dran. Wir tranken fertig, danach kontrollierte ich rasch die Mini- und Fohlenweiden, ehe ich mich zu Thairu und Dante begab. Für den Esel wollte ich noch einen anderen Namen finden, da mir Dante so gar nicht gefiel. Ich suchte etwas Afrikanisches, aber hatte bisher noch nichts Passendes gefunden. Als ich zum Weidetor lief, spitzte Thairu ihre grossen, runden Ohren. Sie kam sogar auf mich und Lily zu (die mir hinterhergespurtet war) und stellte sich erwartungsvoll vor uns hin. Ihr Schwanz war stets in Bewegung – ein gutes Zeichen in Zebra Sprache. Ich zog ihr vorsichtig ihr breites Lederhalfter über die Ohren und befestigte den Führstrick daran. Sie hielt brav still und folgte mir dann ins Innere der Ovalbahn. Lily schnappte sich Dante und führte ihn hinter uns her. Das gab dem Zebratier zusätzlich Sicherheit. Wir banden die beiden an den Rails an und begannen, sie mit den mitgebrachten bürsten zu putzen. Dante genoss die Prozedur am Kopf besonders. Er verzog genüsslich die Lippe und legte den ganzen Schädel schief. Hufegeben wollte er hingegen erst nach eindringlicher Aufforderung meinerseits – Lily schaffte es nicht den sturen temporär-Wallach zu beeindrucken. Zebra gab ihre Hufe sogar ziemlich vorbildlich, worüber ich positiv überrascht war. Sonst war das mit ihr oft sehr mühsam, weil sie sich durch das auf drei Beinen stehen den Menschen auf eine gewisse Weise hilflos aussetzen musste. Aus ihrer Sicht war es wohl ein Risiko, vergleichbar damit einen festen Standpunkt aufzugeben und so leichter angreifbar zu sein. Ich kämmte die Stehmähne und das Büschel am Ende ihres Schwanzes, dann war ich fertig. Lily musste auf die beiden aufpassen, während ich den Sattel von Thairu holte. Wir hatten bis vor ein paar Wochen oft mit einem Pad und einem Longiergurt trainiert, aber dann war der Sattler gekommen um die Sättel von Bluebell und Sweets zu kontrollieren und ich hatte bei der Gelegenheit gleich noch einen alten Ponysattel aufpolstern lassen. Den legte ich nun entschlossen auf Thairus Rücken und gurtete sanft ins zweite Loch. Ganz angezogen war er so noch nicht, aber genug, dass der Sattel nicht gleich bei der ersten Bewegung verrutschte. So ein Zebrarücken war ziemlich suboptimal für Sättel: kein Widerrist und ziemlich rund, sodass fast kein Übergang zur Kruppe sichtbar war. Thairu hatte deshalb auch einen Schweifriemen und ein elastisches Vorgeschirr, die ich beide gewissenhaft befestigte. Das Zaumzeug war eher simpel gehalten – klassisch englisch ohne Sperrriemen. Es war jedes Mal wieder ein Abenteuer, es über die grossen Ohren zu bekommen. Nun waren wir startklar. Zuerst führte ich das gestreifte Tier warm, dann zog ich den Gurt etwas nach und half Lily hoch. Sie trug zur Sicherheit einen Rückenpanzer, da Thairu doch noch ab und zu etwas wild wurde. Doch ich hatte das Gefühl, dass unser Muskelaufbautraining besser mit Lily funktionierte, weil ihr Gewicht schonender für den Rücken der Zebras war als meines. Eingeritten hatte ich das Tier selbst, aber seit sie einigermassen brav lief war nur noch Lily oben gesessen. Erst sobald Thairu genug Muskeln hatte, wollte ich selber auch wieder auf ihr reiten. Ich liess die Zügel los, Lily ritt nun also frei. Wir übten auf der Ovalbahn Übergänge; die Basics des Gehorsams, damit das Zebra sicherer wurde. Es war auch eine gute Übung für Lily, denn ich gab ihr Unterricht und sie perfektionierte die korrekten Hilfen. Schritt-Trab Übergänge klappten zufriedenstellend, aber galoppiert waren wir noch fast gar nicht und anhalten liess sich das Zebra noch nicht wirklich gut. Genau das übten wir nun eine halbe Stunde lang intensiv; immer und immer wieder. Gegen Ende klappte es schon deutlich besser, jetzt konnte Lily sie immerhin nach spätestens fünf Schritten zum Stillstehen bringen. Wir arbeiteten fleissig mit Lob und Karottenstückchen um Thairu bei Laune zu halten. Denn wir wussten beide – es gab nichts Schlimmeres als ein ‚grumpy zebra‘. Bevor wir für heute Schluss machten, wollten wir noch etwas wagen: eine Runde im Galopp auf rechter Hand. Ich schloss mit Lily spielerisch eine Wette ab, um ihren Ehrgeiz zu entfachen, was bestens funktionierte. „Ich wette du schaffst keine ganze Runde.“ „Just you watch me!“ Sie trabte zuerst und bereitete Thairu sorgfältig vor, wie ich es ihr beigebracht hatte. Dann gab sie die Galopphilfen und trieb, bis das Zebra einsprang. Okay, falscher Galopp – aber immerhin, dachte ich vergnügt. Die beiden galoppierten um die Kurve, da drohte das Zebra bereits wieder durchzufallen. Doch Lily blieb hartnäckig und trieb es mit allem was sie hatte an. Thairu machte einen leichten Bocksprung, sodass Lily den einen Bügel verlor, blieb aber im Galopp und drückte nun ordentlich aufs Gas. Die beiden rasten im Hoppelgalopp an mir vorbei (es sah so witzig aus, wenn das Zebra galoppierte) und absolvierten tatsächlich eine ganze Runde. Lily klammerte sich tapfer am Sattel fest – ich konnte mir gut vorstellen wie schwierig es war, sich so auf dem Zebrarücken zu halten. Thairu bremste schliesslich von selber wieder in den Trab, sodass Lily wieder die Kontrolle übernehmen konnte und zu mir zurück ritt. Wir lobten das Zebra ausgiebig und sattelten sie ab.

      Nachdem Thairu und Dante wieder in Ruhe auf ihrer Weide standen, kümmerte ich mich um Coffee und Lily zog davon um mit Skydive zu spielen. Ich ritt die Paint Stute in der Halle und hörte dazu Musik aus den Lautsprechern. Draussen wurde es zunehmend dunkler und stiller, aber ich war zu konzentriert um viel aus der Fensterwand zu schauen. Das Pleasure Training war für uns beide anspruchsvoll, denn es erforderte Präzision und feines Zusammenspiel. Ich schickte Coffee mal in langsamem Lope, mal in zügigem Canter vorwärts, und parierte sie aus allen möglichen Gangarten und Geschwindigkeiten in den Schritt durch. So konnte ich sie lösen, bis sie vollkommen locker aber in Versammlung über den Rücken lief. Zufrieden beendete ich das Training um halb acht Uhr und versorgte die Stute. Ich verbrachte noch etwas Zeit bei den Miniature Horses, wobei ich dank der hellen Lampe im Offenstall genug Licht hatte um die kleinen Ponys zu putzen. Sie waren zwar schon von Lewis geputzt worden, aber ich tat das auch nicht um sie sauber zu bekommen, sondern um meine Beziehung zu ihnen aufrecht zu erhalten. Das Licht und die Motten, die darum kreisten sorgten für eine romantische Stimmung, während ich im sauberen Stroh zwischen der liegenden Chocolate Chip und Dakota sass. Gedankenversunken liess ich mich nach hinten fallen und lag eine Weile einfach so da, an die Balken der Decke starrend. „Wie soll es weitergehen?“, fragte ich mich leise. „Ich wäre ja gerne glücklich für die beiden, aber ich kann es nicht. Ich bin zu egoistisch…“ Ich seufzte. „Wenn er nur nicht so verdammt gut aussehen würde! Und seine humorvolle, aufgeweckte Art… So spannend und abenteuerlich. Dann wiederum seine ruhigen Momente, in denen er jede Faser meines Körpers zu verstehen scheint, jeden unausgesprochenen Gedanken hört. Wenn er nur nicht zwischendurch so ein Idiot wäre. Aber Lisa scheint das nichts auszumachen…“ Ich kam mir vor wie eine Figur in einem ziemlich komplizierten Film, unsicher, ob ich hier im Stroh auf der Stelle alles hinter mir lassen und glücklich sterben, oder doch eher melancholisch leben würde, bis ich alt und grau war. Vielleicht gab es ja doch eine goldene Mitte? Eine gefühlte Ewigkeit genoss ich mit geschlossenen Augen das Kitzeln des Strohs und stellte mir in meinem Kopf allerlei Zukunftsszenarien vor. Irgendwann schreckte ich hoch und stand auf, weil ich sonst wohl noch eingeschlafen wäre. Ich streckte mich und löschte das Licht, als ich den Offenstall verliess um ins Haus zurückzukehren. Lily sass vor dem Fernseher; ich gesellte mich zu ihr. Sie sah sich ‚der König der Löwen‘ an. Plötzlich meinte sie zu mir: „Occu, ich finde den Namen Zazou cool.“ „Ja, der ist hübsch.“ „Nein, ich meine für Dante! Das würde doch passen, oder?“ Ich überlegte laut: „Du hast recht, das wäre in der Tat hübsch für ihn.“ So war es also beschlossen. „Was würde ich nur ohne meine kleine Nichte machen?“, flüsterte ich liebevoll, als ich ihr einen Gutenachtkuss gab.
      20 Sep. 2016
    • Occulta
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      Es war Freitag und heute stand wieder viel auf dem Plan. Zuerst wollte ich ein Spezialtraining ausserhalb der Rennbahn mit den Vollblütern machen. Es ging dabei um ein ausgezeichnetes Training für die Hinterhand und den Gehorsam: Springen. Dran kamen One Cool Cat, Framed in History, Kaythara, Cabinet of Caligari, Sumerian, Sympathy of the Devil und Rosenprinz. Sie alle (ausser Rosenprinz natürlich) waren bisher nur beim Einreiten ein paarmal über Cavaletti gesprungen, also noch völlig unerfahren. Wir hatten deshalb für den Anfang ein paar niedrige, einfach anzureitende Steilsprünge und Kreuze aufgestellt. Wir ritten in der Halle, damit die jungen Pferde durch nichts abgelenkt wurden. Doch zuerst mussten wir natürlich Putzen und Satteln. Ich holte Sympathy aus ihrer Box und begann, dass grau gesprenkelte Fell zu bürsten. Die blauen Augen der Stute musterten mich dabei immer mal wieder – vielleicht hatte ich ja ein Leckerli in der Tasche. „Nach der Arbeit, meine Süsse“, murmelte ich nach einer Weile schmunzelnd. Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte das Langhaar, dann holte ich auch schon den Sattel. Ich sah, dass Quinn und Rosie, die heute endlich auch mal wieder bei uns mitritt, auch schon fast fertig waren. Wir führten Sympathy, Frame und Kaya zur Halle. Vor dem Aufsteigen liefen wir noch eine Weile am Boden neben den Pferden mit und plauderten miteinander, denn wir hatten es ja nicht eilig, bis die anderen auch hier waren. Frame wollte immer wieder abbiegen und zu mir kommen. „Tut mir Leid, mein Grosser, du musst heute wiedermal bei Tante Quinn bleiben“, murmelte ich liebevoll zu dem Schecken. Ich wusste, dass er am liebsten mit mir arbeitete – das zeigte er allen anderen Pflegern immer überdeutlich. Aber ich konnte in nunmal nicht 365 Tage im Jahr babysitten. Ich hatte ausser ihm noch viele andere Lieblinge, die meine Aufmerksamkeit verlangten. Wenigstens akzeptierte er Quinn als Reiterin, nachdem sie mühsam sein Vertrauen gewonnen hatte. Charly, April, Parker und Rita kamen schliesslich ebenfalls in die Halle und wir stiegen allesamt auf, um unsere Pferde einzuwärmen. Elliot gab uns schon jetzt lockernde Lektionen vor. Bei ihm wurde jede Minute des Trainings ausgenutzt. Sympathy ging fleissig vorwärts und streckte sich sofort in die Triefe, wannimmer ich sie liess. Wir drehten Volten und übten ein paar Seitengänge. Ausserdem mussten wir viele Übergänge reiten und die Pferde in den Ecken korrekt biegen. Als auch das letzte Pferd entspannt mit den Ohren wackelte und ans Gebiss trat, begannen wir mit einem Kreuz. Rita und Rosenprinz machten es allen vor, denn der buckskin farbene Hengst kannte das Springen natürlich schon vom Military her. Trotzdem war es auch für ihn etwas anderes, den begrenzten Platz in der Halle ausnützen zu müssen. Ich ritt den beiden in gesundem Abstand hinterher, damit sich meine Stute gleich anhängen konnte. Sympathy wusste gar nicht so recht, wie ihr geschah: ich trieb sie darauf zu und versuchte, einfach mitzugehen ohne sie zu behindern. Ich begrenzte sie jedoch trotzdem ausreichend seitlich, damit sie nicht ausweichen konnte. Sie hüpfte etwas zögerlich über die bunten Stangen und machte danach ein paar Galoppsprünge, dann parierte ich sie in den Trab zurück und lobte sie ausgiebig. Hinter uns folgten Charly und Caligari. Kaythara wollte zuerst vor dem Kreuz abbremsen, doch Rosie trieb sie weiter, bis sie im Schritt darüber stolperte. Sie ritt danach gleich nochmal heran und diesmal klappte es. Manchmal scheint es, als müssten sie zuerst eine unsichtbare Mauer durchbrechen, überlegte ich schmunzelnd. Auch Frame wollte zögern, doch Quinn reagierte rechtzeitig und schickte ihn vorwärts. Er nahm einen etwas unschönen Satz über das eigentlich total niedrige Hindernis, aber immerhin landete er sicher auf der anderen Seite. „Aus dir wird wohl kein Springtalent“, bemerkte ich lachend an Quinn und den Schecken gewandt, als sie zu uns stiessen, um den anderen nicht im Weg zu sein. Nachdem alle das erste Hindernis überwunden hatten, fuhren wir mit einem Steilsprung fort. Danach folgten bereits zwei Steilsprünge hintereinander. Mehr mussten die Pferde heute noch nicht leisten; das reichte Elliot und mir für’s Erste. In den folgenden Wochen würden wir sie langsam an einen kleinen Parcours gewöhnen und uns danach wieder auf die Dressur konzentrieren.

      Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Lewis, Lisa, Jason und Linda kamen mit fünf der Miniature Horses in die Halle. Lewis übergab Nachtfalke an Elliot, der ein überraschtes Gesicht machte. „Now it’s your turn. Show them how you do it“, erklärte Lewis grinsend. Er trabte mit seinem Lieblingsmini Kicks-a-Lot ein paar Runden auf der Volte, dann führte er sie auf das erste Hindernis zu und hüpfte mit ihr darüber. „Sehr elegant, Lewis!“, kommentierte ich lachend. „Kannst du das nachmachen, Elliot?“, meinte Lisa herausfordernd, und lief mit Lady Diva from the Sky hinterher. Auch Silhouette of a Rose und Papillon d’Obscurité waren dabei. Wir sahen noch eine Weile zu und bewerteten Elliots Springstil, dann versorgten wir die Vollblüter, die das Geschehen ebenfalls interessiert beobachtet hatten. Die Minis blieben noch in der Halle für ein ernsthafteres, halbstündiges Training.
      30 Sep. 2016
    • Occulta
      Moonlight Shadows

      Draussen war alles noch dunkel und still. Nebel lag bedrückend dicht über den Feldern und um die Gebäude von Pineforest Stable. Doch ich mochte diese Stimmung, sehr sogar. Es war als loyale Teil-Engländerin wohl mein ideales Klima. Ich hatte mich nie irgendwo mehr zuhause gefühlt als hier, auf diesem Hof mit meinen Pferden. Ein bisschen fröstelte es mich dann aber doch, als ich zum Hauptstall lief. Ich versteckte mein Gesicht in meinem Schal und rieb mir die Hände, bevor ich nach dem kalten Tor griff und es aufschob. Ich betätigte den Lichtschalter und lief zuallererst mit prüfendem Blick durch den Stall, um abzuchecken, ob die Pferde munter waren. Dabei hatte ich ein besonderes Ziel: Dublins Box. In ihr wartete nebst der Scheckstute eine wackelige, schwarze Gestalt, die gerade gierig nach der Milchbar suchte. Daedra war erst wenige Tage alt und trug eine warme Fohlendecke, damit sie einen Schutz gegen die Kälte hatte. Ihr kurzes, flauschiges Fohlenfell war da nämlich noch nicht besonders hilfreich. Liebevoll betrachtete ich die gekrümmten Tasthaare an ihrer Schnauze und die grossen Ohren. Die kleine stammte von Sacramento ab, wodurch sie zwei tolle Blutlinien vereinte. Sie hatte sicherlich eine grosse Zukunft vor sich. Ich lief weiter an den nächsten Pferden vorbei. Bei Pointless‘ leerer Box blieb ich abermals stehen. Sie fehlt mir sehr. Trotz allem Ärger den sie mir bereitet hat, haben wir doch viel zusammen erlebt und ich wollte ihr eine Chance geben. Ich bin gescheitert… Ich unterdrückte den Kloss, der sich in meinem Hals zu bilden drohte und setzte meinen Rundgang fort. Bisher hatte ich es nicht über mich gebracht, die Box von Pointless neu zu besetzen, doch das würde sich heute ändern. Denn heute wollten wir die zweijährigen Nachwuchsrennpferde in den Hauptstall bringen. Sechs Stück waren es, die von diesem Tag an den Ernst des Lebens kennenlernen mussten. Doch erstmal verlangten die bereits durchtrainierten Vollblüter meine Aufmerksamkeit. Die ersten Pfleger trudelten im Hauptstall ein und wir begannen mit den Stallarbeiten. Die erste Gruppe fürs Training machte sich bereit, bestehend aus Campina, Fly Fast, Sunday Morning, Spotted Timeout, Shades of Gray, Gleam of Light und Caspian. Wir hatten die Gruppenzusammensetzung erst gestern wieder den momentanen Rennleistungen der einzelnen Pferde angepasst und diskutiert, wer wo mitlaufen musste. Sympathy for the Devil, Iskierka, Coulee, Chiccory, A Winter’s Day, Painting Shadows und Cassiopeia bildeten die zweite Gruppe. Die Dreijährigen folgten in der dritten Gruppe, bestehend aus Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Kaythara und Captured in Time. Nachdem alle drei Gruppen durch waren (ich selbst durfte immernoch nicht mitmachen, wegen meiner Rippen), war es endlich soweit. Ich liess es mir nicht nehmen, den nicht mehr ganz so kleinen Merino selbst hinauf in seine neue Box zu führen. Auf dem Weg zu den Weiden wechselte ich einen Blick mit Jonas, der im Nebenstall Heu verteilte. „Guten Morgen, Occu“, murmelte er lächelnd, und ich wusste genau, was ihn beschäftigte. Ich hatte ihm noch immer keine Antwort gegeben. Ich zögerte es seit Tagen hinaus und ging ihm aus dem Weg, weil ich mir immer noch nicht sicher war. Ich erwiderte seinen Gruss und stolperte dann rasch weiter, um den Anschluss zu den Pflegern nicht zu verpassen. Ajith schnappte sich Miss Moneypenny, Quinn übernahm Primo Viktoria und Parker fing Riven ein. Bevor die Jungstuten wussten, wie ihnen geschah, wurden sie aus der Weide geführt. Sie kannten die Prozedur, denn wir waren oft genug mit einzelnen Jungpferden aus der Gruppe spazieren gegangen. Trotzdem wieherte Dolly aufgeregt, während Shira, Thalia und Counterfire ihren Kolleginnen aufgeregt neben dem Zaun folgten. Ich beobachtete die Fohlen wie in Trance, dann konzentrierte ich mich wieder auf meine eigene Aufgabe – Merino. Die Junghengste hatten die Aufregung natürlich mitbekommen und waren nun ebenfalls etwas aufgewühlt. Sie bewegten sich dynamisch, sodass ich mir einen Moment lang Sorgen um klein Mambo machte, der als jüngstes Gruppenmitglied oftmals rücksichtslos angerempelt wurde. Wir beeilten uns mit dem Einfangen. Ich ging mit Merino voraus; hinter uns folgten April mit Simba Twist und Charly mit Bring me to Life. Die sechs bezogen ihre neuen Boxen und brauchten erstmal einen Moment um zur Ruhe zu kommen als sie realisierten, dass dies kein Spaziergang war.

      Ich kümmerte mich inzwischen um den ersten Neuzugang, der heute ankam. Es handelte sich um eine Vollblutstute namens Amira, die ich von Verena O’Connor gekauft hatte. Eigentlich hätte sie schon früher zusammen mit Yoomee ankommen sollen, doch sie wurde, warum auch immer, länger in der Quarantäne gehalten. Jetzt hatte sie jedenfalls endlich grünes Licht bekommen und stürmte aus dem Transporter auf den sicheren Boden. Offenbar hatte sie den langen Flug und den Transport bis hierher nicht sonderlich gemocht. Ich prüfte ihre Beine auf Verletzungen und bedankte mich bei Hans, der die kleine vom Flughafen her zu uns gebracht hatte. Die immer noch aufgeregten Stutfohlen waren natürlich gleich wieder voller Bewegung, als ich ihnen den Neuankömmling brachte. Ich beobachtete die Gruppe eine Weile, für den Fall, dass es Schwierigkeiten gab, doch wie immer beliessen die Zicken es bei ein paar Quietschern und Drohgebärden. Amira hatte jedenfalls keine Probleme sich unterzuordnen und so blieb die Atmosphäre friedlich. Ich seufzte erleichtert und begab mich zurück zum Hauptstall. Es war Zeit, mit Empire State of Mind rauszugehen. Ich hatte mir vorgenommen, mit dem Schimmelhengst heute einen ausgiebigen Herbstwald-Galopp zu machen. Also holte ich ihn raus und putzte ihn gründlich. Er mutierte langsam zu einem Teddybär, doch noch war es zu früh für eine Schur. Ausnahmsweise hatte das Schimmeltier mal keinen gelben Fleck, was mich sehr freute. Ich nahm mir Zeit beim Kämmen des gelblichen Schweifes und nahm mir vor, diesen bald einmal zu waschen, damit er wieder etwas weisser wurde. Ich sattelte und zäumte den Hengst, dann machten wir uns auf den Weg. Wenige Minuten vor uns war eine Gruppe mit Mikke, Indiana, Cantastor und Rosenprinz aufgebrochen, doch ich hatte nicht unnötig stressen wollen und ging deshalb gerne alleine. Ganz alleine bin ich ja sowieso nicht, dachte ich schmunzelnd und klopfte Empire liebevoll auf den Hals. Die Blätter raschelten bei jedem von Empires Schritten im Laubwald hinter der Wilkinson Farm. Ich hatte Rosie auf dem Farmgelände nicht gesehen, war mir aber sicher, dass sie um diese Zeit auch irgendwo im Gelände unterwegs sein musste. Und tatsächlich: wenig später trafen wir auf sie und Bintu. Der feurige Araber tänzelte herausfordernd, als er Empire sah. Ich achtete stets auf das Ohrenspiel meines Schimmels, als ich mich den beiden näherte. „Hi Rosie! It’s been a while.“ „Yes, sure has. Everyone’s doing fine at Pineforest?“ “Except for Pointless… yep.” “Ahh… I heard of it. I’m very sorry.” “It’s alright, ‘the show must go on’, haha. Are you busy working with Farasha?” “I am currently only lunging her to get her some new muscles. I don’t think it would be wise to ride her already, would you agree?” “Absolutely. Give her enough time and she will be just fine.” “Oh, and there’s something else - she’s gained a bit of weight, so I will let the vet check her again soon…” “You think she was already pregnant again when you bought her?” “It’s very likely. Tough it’s strange that nobody mentioned it to me – maybe it was an accident and they didn’t even know.” “Or maybe you’re just over-feeding her?”, schlug ich grinsend vor. “No, but seriously – checking her sure is a good thing.” Empire wurde langsam ungeduldig, und auch Bintu konnte kaum stillstehen. Also verabschiedeten wir uns und führten unsere Wege fort. Nach den versprochenen Galopps kehrte ich mit Empire zurück auf meinen eigenen Hof und sattelte ihn ab. Er hatte ein wenig geschwitzt, also bürstete ich ihn gut durch und ging sicher, dass er trocken war, bevor ich ihn ganz wegräumte.

      Gegen Mittag begrüsste ich mein neues Criollo Fohlen, ein Dunkelfuchs namens el Alba Ardiente. Er war ein interessanter zukünftiger Hengstanwärter, denn er hatte gute Abstammung und einen korrekten Körperbau. Besonders seine Beinstellung war makellos und vielversprechend. Nachdem ich ihn mit den anderen Hengstfohlen bekanntgemacht hatte, kümmerte ich mich um die Minis. Miss Mini Dakota und Chocolate Chip sahen sofort auf, als ich die Weide betrat. Seit Alufolie weg war, hatte Daki wieder die Herdenführung übernommen, und Chip war ihr dauernd auf den Fersen, um ihr den Posten streitig zu machen. Ich streichelte die beiden zur Begrüssung, ehe ich von sämtlichen Ponys umzingelt wurde. In solchen Momenten fragte ich mich, ob wir in Zukunft nicht doch lieber ganz auf das Müsli zum reinlocken am Abend verzichten sollten. Die Ponys wussten jedenfalls ganz klar, dass Ich einer der bediensteten Futterspender war. Ich hörte ein Bellen, dann rief meine kleine Nichte nach mir. „Ach ja, es ist ja schon Mittag!“, rief ich überrascht und verstrubbelte Jackys Fell. Die Hündin war zusammen mit Sheela den ganzen Weg vorausgeeilt, während Zira brav bei Lily blieb. Ein Wunder, dass die sonst so Kinderscheue Hündin Lily vertraut, stellte ich zufrieden fest. Aber ich schätze sie hat sich mittlerweile einfach an sie gewöhnt. Wir verschwanden im Haus und machten uns je ein Sandwich, welches wir auf Lilys Vorschlag hin mit zu den Minis nahmen und unterwegs verspeisten. „Du musst es gegessen haben, bevor du die Weide betrittst! Sonst wirst du totgetrampelt“, warte mich das Mädchen. Ich lachte amüsiert und genoss jeden Bissen. Nach dem Essen half mir Lily bei der Fellpflege der neuen Shetty-Stute Snottles Peppermint. Das Shetty hatte mir einfach auf den ersten Blick gefallen, und das obwohl ich eigentlich kein Shetty-Fan war. Zum Glück stach sie unter den Minis nicht allzu sehr hervor. Aber ihre zottelige Mähne war nur schwer zu bezwingen, besonders mit all dem getrockneten Schlamm, der sich darin verfangen hatte. Andererseits sahen Rapunzel und Tigrotto auch nicht gerade wie Engel aus. Um die beiden kümmerten wir uns im Anschluss. Tic-Tac und Kicks-a-Lot konnten es nicht lassen, immer wieder zu uns hinzukommen um an unseren Jacken herumzuziehen. Zu allem Überfluss beobachtete Dressy Miss Allegra das Spiel der beiden Halbstarken aufmerksam, und ich sah es förmlich in ihrem Kopf rattern. Bestimmt würde sie die beiden früher oder später nachahmen. Die Jungen Pferdchen hatten eben nichts als Flausen im Kopf. „Genau wie du“, tadelte ich Lily künstlich. Sie lachte und warf mir ein paar Blätter an. „Bald ist Halloween! Verkleiden wir eines der Ponys? Biiiitteee!“ Ich stimmte seufzend zu und versuchte mir Papillon d’Obscurité als Zombiepferd vorzustellen. Der Gedanke war äusserst witzig, wenn man bedachte, dass die Stute solchen Spielereien eher nüchtern gegenüberstand, besonders wenn Kinder involviert waren. Silhouette of a Rose passte da schon viel besser, wobei ich sie aber eher als Barbiepferd vor meinem inneren Auge sah, genau wie Lady Diva. „Aus Daki lässt sich bestimmt ein tolles Geisterpony machen“, überlegte Lily laut. Wir schmiedeten noch etwas weiter Verkleidungspläne, ehe wir zu den Mini-Hengstchen wechselten. Beck’s Experience, Glenns Caress, Arctic Blue und Nachtfalke kannten keine Scham wenn es darum ging sich einzusauen. Einzig Rumpelstielzchen, der wohl noch nicht lange genug dabei war um angesteckt zu werden, war gnädig mit Lily und mir gewesen. Die anderen mussten wir insgesamt über eine Stunde lang sauber bürsten. Irgendwann legte ich den Striegel beiseite und sagte zu Lily: „Wir lassen es für heute gut sein, morgen sehen die eh wieder genau gleich aus. Ausserdem reicht es sonst nicht mehr um mit dem Zebra zu arbeiten.“ Lily liess sich das nicht zweimal sagen und sprang sofort auf. „Ich geh schon mal voraus, räum du das Putzzeug weg!“ „Danke“, stiess ich empört aus, aber sie war bereits auf dem Weg, gefolgt von Sheela und Jacky. Zira blieb diesmal mir treu. „Du bist wohl immer da, wo die anderen zwei gerade fehlen, hmm?“, murmelte ich belustigt.

      Die Arbeit mit Thairu war heute unspektakulär, denn wir machten nur einen Spaziergang mit ihr. „Siehst du, wie grumpy sie ist? Da willst du dich im Moment nicht draufsetzen, glaub mir“, erklärte ich der enttäuschten Lily während dem Laufen. Ich betrachtete das Zebra, während es neben mir her schlurfte. Bist du krank, oder was ist los? Etwas Sorgen bereitete sie mir schon, andererseits waren keine Krankheitssymptome sichtbar. Vermutlich hat sie einfach einen schlechten Tag, überlegte ich schulterzuckend. Wir waren in zügigem Tempo unterwegs, denn ich musste gleich im Anschluss nochmals zwei Jährlinge abholen gehen. Das Besondere dabei war, dass beide Abkömmlinge meines geliebten Stromers waren. Bisher hatte ich tatsächlich keinen seiner Nachkommen selbst behalten, denn wer hätte gedacht, dass ich ihn schon nach so kurzer Zeit verlieren würde? Nun sah alles anders aus, und ich freute mich darauf, die beiden Jungpferde auszubilden. Ob sie ihrem Vater ähnlich sein werden? Ich hoffte es sehr. Es handelte sich um eine Stute und einen Hengst, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Blossom Magic, die eher schreckhaft und abweisend war, wohingegen Snap in Style vorwitzig und verspielt schien. Die beiden waren übrigens bisher die einzigen Vertreter für den Jahrgang 2015 auf Pineforest Stable, doch ein weiterer Zuwachs war bereits geplant, nämlich ein Jährling von Caprice, den ich auf einer auswärtigen Fohlenweide platziert hatte. Ein Kumpel von mir besass nämlich zwei Vollblutfohlen, für die er einen weiteren Spielpartner gesucht hatte.

      Später arbeitete ich mit Estragon Sky aka Artemis in der Halle. Der weisse Achal Tekkiner taute langsam etwas auf, wenn ich mich mit ihm beschäftigte. Am Anfang war er total unzugänglich gewesen, doch mittlerweile genoss er Streicheleinheiten und arbeitete deutlich williger mit. Trotzdem gab es auch heute wieder etwas Ärger, sobald wir am Fenster der Reiterstube vorbeikamen, denn dahinter versteckten sich die schrecklichsten Monster. Ich versteifte mich nicht zu sehr auf seine Mätzchen und lockerte ihn stattdessen mit vielen Übergängen. Als ich fertig war, und den Hengst wieder zum Nordstall führte, entdeckte ich Jonas vor Halluzinations Box. Er hatte die Stute offenbar kurz zuvor geritten und kümmerte sich nun noch etwas um sie. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich blieb stehen und dachte nach, dann öffnete ich verlegen den Mund. „Hast du Lust, nachher mit Diarado und mir rauszukommen? Du musst Circus Dancer eh noch bewegen.“ „Als ob ich nein sagen könnte…“, murmelte er lächelnd und nickte. Ich erwiderte das Lächelnd erleichtert und versorgte Artemis. Wir holten Diarado und Dancer gleichzeitig raus und begannen sie zu putzen. „Sollte nicht eigentlich ich den Rappen reiten? Ich meine, ich bin doch hier der Bösewicht, der dich in Verlegenheit bringt“, scherzte Jonas nach einer Weile des peinlichen Schweigens. Ich konterte: „Ich dachte, du wolltest der Prinz auf dem weissen Pferd sein?“ Er grinste breit. Überhaupt schien er ziemlich fröhlich und lebhaft. Das steigerte mein schlechtes Gewissen, denn ich dachte wieder daran, dass jetzt so lange hatte zappeln lassen. Andererseits hast du doch auch Jahre lang mit mir gespielt, ist das nicht mehr als fair? Ich entwirrte Diarados Schweif und kratzte seine Hufe aus, dann war er bereit zum Satteln. Ich holte wie immer seinen Springsattel, denn ich ritt am allerliebsten damit. Dressursättel waren nicht so meins. Als wir beide fertig waren, ritten wir vom Hof weg in Richtung Galoppwiese. Wir redeten viel unterwegs; so viel wie schon lange nicht mehr. Die Themen waren für mich zweitrangig, mir tat es vor allem gut, seine Stimme zu hören und von Zeit zu Zeit einen Blick auf diese wunderschönen Augen zu erhaschen. Es wurde schon dunkel, und so langsam kroch der Nebel wieder vom Fluss her über die Landschaft. Wir galoppierten auf Jonas‘ Lieblingsstrecke am Waldrand und bogen dann Richtung Fluss ab. Ein Stück des Weges führte durch den Pinienwald, dessen Boden zwischen den rauen Stämmen nur spärlich bewachsen war. Hier gab es kaum Blätter, nur eine dicke Schicht von Piniennadeln, die das ganze Jahr über den Waldboden bedeckte. Jonas und ich alberten ein wenig herum, sodass ich am Ende im Damensitz auf Diarados Sattel sass, während Jonas wie ein Cowboy einhändig auf Dancer um uns herum trabte. „So Schluss jetzt, du machst Dancer ganz hibbelig!“, rief ich lachend. „Very well milady, then follow me to the old castle”, erwiderte er geheimnisvoll. Wir ritten Seite an Seite zur berüchtigten, kreisrunden Lichtung im Pinienwald mit dem Steinhaufen in der Mitte. „Weisst du, was mich an der Legende immer schon gestört hat? Der Pinienwald steht erst seit siebzehnhundertirgendwas hier, und gehörte damals einem reichen Lord. Ich bezweifle, dass sich Banditen hier einnisten konnten.“ Jonas stieg ab und verknotete Dancers Zügel, damit sie nicht über den Hals rutschen konnten. Währenddessen antwortete er auf meine Bemerkung: „Vielleicht wollte auch einfach jemand etwas Besonderes aus dieser Lichtung machen, um jemand anderen zu beeindrucken. Oftmals ist es romantischer, wenn geheimnisvolle Plätze wie dieser eine interessante Geschichte haben.“ „Da könntest du recht haben“, meinte ich, und liess mich ebenfalls von Diarados Rücken gleiten. Wir setzten uns ins kühle Gras, wobei ich förmlich spürte, wie mein Po dreckig wurde, weil der Boden unter dem Gras feucht war. „Du kannst auch auf meinen Schoss sitzen, wenn dir das lieber ist.“ Crap, bin ich so durchschaubar? Ich zögerte einen Moment, dann folgte ich seiner Einladung tatsächlich. Zum Glück war es dunkel, denn meine Ohren fühlten sich heiss an und ich war mir sicher, dass sie rot angelaufen sein mussten. Wir sassen eine Weile schweigend da und sahen den Pferden beim Grasen zu. Der Mond schien sehr hell, sodass man beinahe die Grashalme zählen konnte. Die Schatten der Pferde waren ebenfalls deutlich zu erkennen. Irgendwann bemerkte Jonas: „Und was war der wahre Grund, dass du mich hier raus entführt hast?“ „Ich schulde dir noch eine Antwort, nicht?“, meinte ich zögernd. Er umarmte mich zärtlich und flüsterte mir ins Ohr. „Dann erlöst du mich endlich?“ Ich spürte meinen Herzschlag laut und deutlich, sodass ich mich beinahe fragte, ob er ihn nicht auch hören konnte. Dann überkam mich ein seltsames Gefühl, wie eine Stimme, die mich dazu aufrief, alle scheu abzulegen und für einmal die hartnäckige Vernunft in mir auszuschalten. Als Resultat drehte ich den Kopf und küsste ihn rasch. Er sah mich überrascht, dann mit einem breiten Lächeln an und bevor ich etwas anderes tun konnte, erwiderte er meine Geste mit einem weiteren, leidenschaftlicheren Kuss. „Tut mir leid, ich schätze, ich bin etwas ausser Übung…“, murmelte ich, als meine Lippen wieder frei waren. „Dann wird es Zeit, diese Übung wieder aufzunehmen.“ Ich genoss jede Sekunde mit ihm. Aber ganz konnte ich meine Vernunft dann doch nicht ausschalten. „Es wird spät, wir sollten zurückgehen, bevor jemand uns vermisst.“ Er setzte einen Hundeblick auf, doch ich strich ihm mit der Hand übers Gesicht und begab mich zu Diarado. Wir ritten zurück zum Hof. Es war mittlerweile fast acht Uhr, aber offenbar hatte sich niemand Sorgen um uns gemacht. Wir versorgten die beiden Hengste und ich gab Diarado zur Belohnung ein paar Karotten. Der Hengst hatte schön warm mit seiner Fleecedecke, die er trug, damit er nicht zu viel Winterfell produzierte. Jonas schlich sich zu mir und legte sein Kinn auf meine Schulter. „Na gut, von mir aus“, lachte ich, denn ich hatte seine Gedanken durchschaut, bevor er etwas sagen konnte. Er grinste zufrieden und folgte mir nach dem Stallrundgang ins Haus. Als wir reinkamen, sah uns Lily vorwurfsvoll vom Sofa aus entgegen, meinte dann aber „wurde auch Zeit“ und „es läuft Harry Potter im Fernsehen“. So landeten wir am Ende wie eine Familie auf dem Sofa und sahen fern. Was für eine Patchwork-Familie, dachte ich schmunzelnd, und lehnte mich liebevoll an Jonas‘ Schulter.
      22 Okt. 2016
    • Occulta
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      An einem Tag wie dem heutigen konnte man beinahe das Gefühl bekommen, dass der Herbst schon bald seine Koffer packen wollte. Der Himmel war zwar perfekt blau und wolkenlos, doch es war bitterkalt und am Morgen war so viel Reif auf den Feldern gelegen, dass ich zuerst an Schnee gedacht hatte. Zum Glück hatte ich warme Handschuhe, welche die Arbeit hier auf dem Sandplatz gleich viel angenehmer machten. Jetzt bräuchte ich nur noch einen anständigen Schal, denn unser Fahrtwind ist echt brutal… Ich trabte Cantastor gerade warm. Wir drehten ein paar Volten und machen viele Seitenwechsel, damit der Hengst locker wurde. Auf dem Viereck herrschte Abreitplatz-Stimmung, denn ausser uns waren auch noch Lisa, Quinn und Charly mit Mikke, Caspian und Empire da. Wir wärmten uns alle für die bevorstehende Springstunde auf, die uns diesmal Elliot unterrichtete. Der erfahrene Reitlehrer hatte ein scharfes Auge für allerlei kleine Fehlerchen, die sich bei uns einschlichen. Zum Beispiel war es mir ganz schön peinlich, als er mich unbarmherzig laut darauf hinwies, dass ich wiedermal die Schultern eindrehte. „Occu sit straight. You’re not a potato bag.“ Ein kleiner Trost war, dass die anderen genauso strikt gemassregelt wurden. Canto lief schwungvoll vorwärts und blieb konstant in der Dehnungshaltung, während wir unsere Runden drehten. Es hatte lange gedauert, dem Hengst diese Losgelassenheit und Konstanz anzutrainieren. Als er vor zwei Jahren zu uns zog, war er zwar bereits ein erfahrenes Reitpferd gewesen, aber er hatte sich ein paar Tricks angewöhnt, um der Arbeit zu entkommen und manchmal unter dem Sattel wegzurennen. Ich merkte relativ schnell, wenn er wieder versuchte, die Hinterhand abzuhängen. Wenn er es versuchte, motivierte ich ihn jeweils mit der Gerte und versuchte, den Schwung zu erhalten, ohne das Tempo zu sehr zu steigern. Doch um die Dressur ging es heute eigentlich gar nicht: Es war ein Springtraining, das wir anstrebten. Passende Hindernisse auf geringer Höhe standen noch vom Vortag bereit, also konnten wir gleich loslegen, sobald alle warm waren. Es ging heute darum, Sprünge aus Wendungen anzureiten und mehrere Hindernisse flüssig nacheinander zu überwinden. Canto wurde ziemlich heiss und ich war damit beschäftigt, ihn in einem anständigen Tempo zu halten, während Empire etwas mehr Schwung hätte vertragen können. Mikke und Caspian waren gleichermassen unkompliziert und konzentriert bei der Sache. Nur einmal verschätzte sich Caspian und machte einen seltsamen Hüpfer, der eher an ein erschrockenes Schaf erinnerte.

      Nach dem wir alle Elliot zufriedengestellt hatten, liessen wir die vier Pferde austraben und ritten noch etwas Schritt, während die nächsten bereits auf den Platz kamen. Es handelte sich dabei um Campina, Rosenprinz, Donut und White Dream, die alle bereits etwas höhere Hindernisse meistern mussten. Ich sah ihnen beim aufwärmen zu, folgte danach aber den anderen, die beschlossen hatten, noch eine Runde im Schatten der Tannen auf dem Galoppweg zu drehen. Danach versorgten wir die Vollblüter und ich begab mich gemächlich zu den Weiden. Die Miniature Horses waren heute ebenfalls mit Springtraining dran, war natürlich nicht mit demjenigen der grossen Pferde vergleichbar war. Bei diesen kurzbeinigeren Rasenmähern ging es vielmehr um den Spassfaktor als um Perfektion. Lewis und Lisa halfen mir dabei, die Stuten zu putzen. Daki, Chip, Diva, Rose und Papillon nahmen wir nach dem Putzen mit zum Sandviereck. Wir mussten noch rasch Geduld haben, bis Dream, Quick, Pina und Donut fertig waren. Ich konnte gerade noch zusehen, wie Pina ihre Runde absolvierte. Die Stute war zwar noch etwas hastig unterwegs, aber sie liess sich von April dirigieren und sprang auch ohne zu Zögern, sofern sie genug geradegerichtet war.

      Nun kam der Part der Minis. Während die anderen austrabten, joggte ich ein paar Runden mit Chip. Lisa tat dasselbe mit Rose und Lewis mit Papillon. Die anderen beiden Ponys mussten noch bei Elliot warten. Papillon hatte von den anwesenden Stütchen am meisten Erfahrung und bewies dies auch. Sie folgte Lewis‘ Handzeichen und liess sich über die Hindernisse führen, als wären sie eine Selbstverständlichkeit. Etwas später bei Diva sah das anders aus, denn die kleine Dame mit dem Fuchsfell wich lieber mal aus, wenn man ihr nicht klare Signale gab. Chip und Daki waren beide noch etwas zögerlich, aber auf dem richtigen Weg. Rose machte Fortschritte was die Entschlossenheit anging, streifte die Stangen aber manchmal noch. Ich war zufrieden mit den Minis und erklärte das heutige Training für erfolgreich beendet.
      19 Nov. 2016
    • Occulta
      Ionia
      Cavanagh Hufschmiede


      Strahlend steckte ich mein Handy in die Tasche, nachdem mich Occulta Smith angerufen hatte. Wird hatten uns mit der Zeit wirklich gut angefreundet und ich freute mich endlich mal wieder zu ihr zu fahren, wenn auch nur geschäftlich. Ich stieg in meinen bereitstehenden Wagen ein und düste los. Es war heute ein eher unruhiger Tag es regnete zwar nicht, aber der Wind tobte und ich hoffte, dass es heute nicht allzu kompliziert werden würde. Ich war etwas erkältet und meine neue und erste Stute machte mich etwas verrückt, aber natürlich darf die Arbeit nicht hängen bleiben! Ich war froh als ich die Einfahrt zum Stall sah und drückte nochmal etwas auf die Tube. Daraufhin kam ich sicher auf dem Parkplatz an, wie das letzte mal auch kam Occulta zu mir herunter und begrüßte mich freudig. „Was haben wir heute?“, fragte ich neugierig und stolz erzählte sie mir von ihrem fünf jährigem Vollbluthengst namens Rosenprinz. Ich erfuhr, dass er ein eigentlich unkompliziertes Pferd war, außer dass er gerne den Clown spielte und sich gegenüber ihm behaupten muss. Ich schnappte mir mein Zeug: „Ich glaube, dass bekomme ich hin.“ Ich folgte ihr in die Stallungen, wo der junge Hengst angebunden und bereit zur Behandlung stand. „Na, machst du gerne faxen?“ Ich gng seitlich auf ihn zu er starrte mich an und guckte neugierig. Ich hielt ihm meine Hand hin, worauf er anfing daran zu sabern. Direkt mussten Occulta und ich lachen, worauf hin Rosenprinz nur verwirrt guckte. Ich schnappte mir mein Werkzeug und legte bereits das Eisen mit den Stohlenlöchern heraus. Dann begann ich jeden einzelnen Huf von dem jeweiligem Eisen zu entfernen, was er noch ziemlich interessiert verfolgte, doch als es daran ging seine Hufe ausszuschneiden fingen die Faxen an. Er stubste mich von hinten an, was natürlich nicht so gut war, daraufhin ließ ich de Huf los und schaute ihn böse an. Er schien zu verstanden haben, denn nachdem ich weiter machte angelte er sich ein Stück Stroh und kaute darauf herum. Das Korrigieren und Kürzen ging ziemlich schnell, da Rosenprinz ziemlich kleine Hufe hatte, weshalb auch das Eisen direkt perfekt passte und ich es nur noch an den Hufen anringen musste. Das passte dem Herrn jedoch gar nicht und er probierte andauernd die Hufe wegzuziehen, als er jedoch merkte, dass die nicht klappte gab er auf und ließ den Rest über sich ergehen. Als Belohnung gab ich ihm einen Apfel und sagte Occulta, dass sie mit ihm gleich noch spazieren gehen sollte damit er sich einlaufen konnte. Meine Arbeit war hiermit erledigt, dieses mal trank ich noch einen kleinen Kaffee bevor ich mich verabschiedete und vom Hof fuhr.
      20 Nov. 2016
    • Occulta
      Eddi
      Tierärztliche Klinik Caen

      Heute ging es für mich noch nach Pineforest. Dort hatte ich meine beiden letzten Patienten für dieses Jahr. Occulta Smith hatte noch einen Termin für mich und so begrüßte ich sie nun auch herzlich, ehe wir auch direkt in den Stall gingen. Wir begannen mit ihrem Vollbluthengst Rosenprinz, welcher einfach kurz durchgecheckt werden sollte. Deshalb führte Occulta ihn mir auch als erstes im Schritt und Trab vor, damit ich mir ein Bild von dem Hengst machen konnte.
      Danach horchte ich Herz und Lunge ab und nahm Augen und Zähne genauer unter die Lupe. Rosenprinz schien aber rundum fit zu sein, so dass ich ihn guten Gewissens impfen und entwurmen konnte. Dann war er auch schon fertig, ich erneuerte nur noch den Impfpass und schon konnte Occulta den zweiten Patienten holen gehen. Dabei handelte es sich um Estragon Sky. Auch ihn sollte ich allgemein untersuchen, weshalb er erst einmal vorgeführt wurde, ehe ich auch ihn abhörte.
      Occulta hatte mir bereits gesagt, dass der Hengst unter Husten litt, aber seine Lunge klang frei, dementsprechend war es nur ein leichter Infekt. Aus dem Grund verzichtete ich vorerst auf Antibiotikum, da Estragon Sky auch keiner von Occultas Rennern war, sondern durchaus auch eine Pause machen konnte. Stattdessen gab ich ihr Globuli, welche entzündungshemmend und schleimlösend wirken sollten.
      "Sieben Tage lang morgens und abends eine. Wenn es dann noch nicht besser ist, ruf mich an", erklärte ich lächelnd und reichte ihr das kleine Döschen. Estragon Sky schaute direkt neugierig, als er das Geräusch der kleinen Pillen hörte. Die meisten Pferde fraßen Globuli sehr gerne, sie waren sowieso sehr klein und schmeckten eigentlich nach nichts.
      Mein Dienst bei Occulta war nun getan, weshalb ich ihr einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschte und mich dann auch schon auf den Heimweg machte.
      29 Dez. 2016
    • Occulta
      Stille Nacht

      Es war der Morgen des 24. Dezembers – und noch immer kein Schnee in Sicht. Enttäuscht wandte ich meinen Blick vom Fenster ab und zog mich an. Jonas lag noch immer zusammengekugelt unter der Decke. Ich stupste ihn unsanft und drängte „aufstehen, du Siebenschläfer!“ „Wenn es wenigstens schon sieben Uhr wäre…“, grummelte er und drehte sich um. Ich lächelte verständnisvoll und ging schonmal voraus in die Küche. Lily liessen wir wie immer noch etwas länger schlafen. Ich machte Frühstück für Jonas und mich, in Form einer Tasse Breakfast Tea und einer Schüssel Müsli. Für ein wärmes Frühstück war ich zu faul; vielleicht am nächsten Morgen. Ich hörte Schritte auf der Treppe, offenbar hatte es Jonas auch aus dem Bett geschafft. Wir tranken unseren Tee und hörten leise Radio, um Lily nicht zu wecken. Ich fütterte noch die Hunde, dann begaben wir uns nach draussen zu den Ställen. Als erstes machte ich meine Morgenrunde im Hauptstall, während Jonas den Nordstall übernahm. Ich warf in jede Box einen Blick und stellte sicher, dass alle Pferde in Ordnung waren. Auch draussen bei Phantom sah ich vorbei. Für ihn begann heute ein neuer Alltag. Ich wollte endlich mit seinem Training anfangen, dass ich seit meiner Heimkehr vor zwei Tagen noch nicht in Angriff genommen hatte. Eigentlich hatte ich schon viel früher beginnen wollen, bevor er sich zu sehr eingewöhnen und in Sicherheit wägen konnte. Doch nun hatte es sich eben so ergeben. Noch ahnte er nichts und spitzte wie immer alarmiert die Ohren, als ich durchlief. Die Pfleger begannen mit dem Heufüttern und ich half bei den Offenställen mit. Auch hier warf ich ein prüfendes Auge auf sämtliche Vierbeiner. Die Hengstfohlen stürmten freudig nach draussen, als Lewis und ich das Tor aufschoben. Royal Champion schwebte dabei beinahe über die Wiese. Ich bewunderte die tollen Bewegungen des halbstarken in letzter Zeit immer mehr, denn er wuchs ja auch immer weiter und bekam mehr Ausdruck. Im Moment war er noch sehr schlaksig und hatte einen dünnen Hals, aber seine Beine sahen elegant und lang gefesselt aus, was mit seinem Gangbild zusammenpasste. Auch Skydive bewegte sich schön, ähnlich wie sein Vater. Nur hatte er nicht so viel Knieaktion wie Royal. Stop Making Sense hatte kaum Winterfell entwickelt, ganz anders als El Alba Ardienté, der im Moment einem Alpaka glich. Bei den Stuten gab es wiederum auch kaum Wolle, denn Counterfire, Subyndromal Symptomatic Depression, Sarabi, A Winter’s Tale und Shadows of the Past waren allesamt ziemlich heissblütig. Blossom Magic und Snap in Style würden uns bald wieder verlassen, denn ihre alten Besitzer hatten einen neuen Hof gefunden und konnte sie daher beide zurücknehmen. Daedra war noch immer bei ihrer Mama, wie es sich gehörte. Sarabi wurde gerade von Snowflake getrieben, die sich mit geplätteten Ohren zwischen sie und Fire schob. Die Rangfolge war offenbar noch immer nicht ganz geklärt, denn Sarabi war ja noch relativ neu in der Gruppe. Das hell cremefarbene Stutfohlen trottete missmutig ein paar Meter weiter in Richtung Bäume. Shira war im Moment das unangefochtene Leittier, obwohl Sarabi die Ponystute jetzt schon überragte. „Do you think the new Pony will fit in?“, fragte plötzlich Lewis. “New… Ah yes, Ljóski’s Daughter. Of course she will. She is already a bit older, so she will most likely not be bullied.” Die kleine rappfarbene Isländerstute hiess Ljúfa, passend zu ihrem bisherigen Charakter, der sich schon als Fohlen in Richtung brav und gut händelbar entwickelt hatte. Sie würde erst nach Weihnachten ankommen, aber ich freute mich schon unheimlich darauf. Sie war bisher mit anderen Isländern auf einer Weide gestanden.

      Während das Raufutter noch verzehrt wurde, folgte für die Sportpferde bereits eine kleine Portion Kraftfutter, über die sie sich gierig hermachten. Danach wurden die ersten Pferde aus ihren Boxen geholt. Training fand heute erst gegen Mittag statt, bis dahin durften die Pferde in Gruppen auf die Weiden. Zuerst kamen nur alle Stuten raus, damit es keine Probleme mit den Hengsten gab. Sie waren aufgeteilt in eine Gruppe Vollblutstuten, die Nebenstallstuten und diejenigen von der Stutenweide. Letztere durften ab und zu auch raus auf die grosse Weide, um das Gras auf der Stutenweide etwas zu schohnen. Oft liessen wir aber auch einfach eine der drei grossen Weiden übrig, sodass dort wieder Gras wachsen konnte. Ich durfte beim Raustreiben feststellen, dass unsere Strategie funktionierte und die Weiden grün und gesund aussahen. Die letzte Gruppe, die Nebenstallpferde, galoppierten freudig den abgezäunten Weg entlang und durch das Tor der Weide. Sie bewegten sich noch weiter bis zum Pinienwaldrand, sammelten sich dort und begannen zu fressen. Diese Gruppe war im Moment ziemlich einheitlich, anders als bei den Vollblütern und den Stutenweidepferden. Dort bildeten sich immer wieder kleinere Grüppchen, weil sich nicht alle Pferde verstanden und sie sich auf der grossen Weide aus dem Weg gehen konnten. In letzter Zeit hatte sich herauskristallisiert, dass zum Beispiel Mikke eine sehr dominante Leitstute war. Coulee, Cabinet of Caligari und Indiana hatten sich ihr angeschlossen und genossen die Sicherheit, die von der erfahrenen Fuchsstute ausging. Auch Cassiopeia beobachtete ich ab und zu in dieser Gruppe, meistens war sie jedoch alleine mit Primo Victoria unterwegs. Iskierka hatte ihre Halbschwester Shades of Gray auf ihre Seite gezogen, oder eher Gray hatte entschieden, nicht von der Seite ihrer Zickigen Schwester zu weichen. Die beiden hatten eine seltsame Beziehnung, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Einerseits war Kierka sehr abweisend und legte missmutig die Ohren platt, wenn Gray ihr zu nahe kam oder sie ärgerte, andererseits liess sie sich von ihr kraulen und röchelte ihr manchmal sehnsüchtig zu, wenn sie von einem Ausflug zurückkam. Ihr hatten sich auch noch Painting Shadows und deren Tochter Captured in Time angehängt. Paint war quasi der ruhige Gegenpol zu Kierka und Ciela eine pure Mitläuferin. Dann blieb noch die Gruppe von Sympathy of the Devil. Sie hatte Sumerian, Campina, Kaythara und Miss Moneypenny um sich geschahrt, wobei letztere zwei unzertrennlich waren und fast immer beieinander standen. Es machte mir Spass, die Gruppendynamik der Pferde zu beobachten. Es erinnerte mich immer daran, dass die natürlichen Instinkte eben doch noch vorhanden waren und auch gelebt wurden, wenn es die Möglichkeit dazu gab. So extrem wie bei den Wildpferden, die ich in den USA beobachtet hatte, war es aber bei weitem nicht. Meine domestizierten Vierbeiner waren verweichlichter und auf eine gewisse Weise gleichgültiger – die Herden waren eher lose zusammengewürfelt und die einzelnen Pferde hatten nicht gleich Todesangst, wenn sich die Gruppe ohne sie fortbewegte. Es gab immer wieder Nachzügler beim Reintreiben, oder Einzeltiere, die sich von den Gruppen absonderten und alleine in einer Ecke der Weide frassen. Aber eine gewisse Rangfolge und Zugehörigkeit war nicht abzustreiten. Ich war gespannt, ob Phantom etwas Bewegung in die Herde der Stutenweide bringen würde, denn ich plante, ihn dort dazuzustellen. Ich hielt es für geschickter, da er durch seine Wildinstinkte vielleicht eher Ärger mit den anderen Hengsten bekommen würde. Vielleicht würde ich aber bei diesem Unterfangen auch gleich die Stutenweidengruppe etwas verkleinern und die Painthorses in den Nebenstall wechseln, damit die restlichen etwas mehr Platz hatten.

      Wie auch immer; als nächstes stand ein Ausritt mit Burggraf und Artemis auf dem Plan. Ich überliess Artemis diesmal Robin, denn ich schuldete es Muffin, ihn wiedermal selbst auszureiten, nachdem ich so lange mit seinem Stallgenossen unterwegs gewesen war. Ich war gespannt auf den Ausritt, denn ich war noch nie alleine mit Robin unterwegs gewesen. Sie war noch nicht lange Pflegerin und meistens sehr still. Anfangs hatte ich sogar das Gefühl gehabt, dass sie mich nicht mochte, aber mittlerweile hatte mir Charly erklärt, dass sie einfach schüchtern war. Wir putzten und sattelten die beiden Achal Tekkiner. Für Muffin nahm ich den bequemen Stocksattel, den ich auch immer für’s Distanzreiten benutzte. Anstatt dem Biotan Zaum legte ich ihm aber diesmal Flints Bosal an, das ungefähr passte. Er kannte das gebisslose Reiten schon und reagierte brav auf die Hilfen, aber er war ja auch ohnehin unkompliziert und leichtrittig. Robin nahm gleich Artemis‘ ganze Distanzausrüstung. Die neue dunkel-beerenfarbene Satteldecke sah an ihm so schick aus, ich starrte immer wieder verliebt zu ihm rüber. Als wir beide fertig waren, stiegen wir draussen auf und ritten los in Richtung Galoppwiese. Zira begleitete uns und hüpfte durch das mit Reif bedeckte Gras. Es war zwar ausnahmsweise nicht neblig, dafür bitterkalt. Ich war einmal mehr froh um meinen Schal und meine Handschuhe. Robin schien ebenfalls etwas steif auf ihrem Schimmel zu sitzen. Wir ritten eine Weile wortlos, dann versuchte ich, ein Gespräch aufzubauen. Es war gar nicht so leicht, denn meistens gab die junge Pflegerin nur knappe Antworten und sah sich dann wieder in der Gegend um. Irgendwann gab ich auf und genoss das rascheln der trockenen Blätter am Boden. Burggraf lief freudig voran, er schien die Kälte trotz seines feinen Fells nicht zu spüren. Wir trabten über ein paar Feldwege und galoppierten auf einem Wanderweg durch den Wald, dann kehrten wir langsam in Richtung Hof zurück. Endlich machte Robin von selbst den Mund auf. „I think Artemis has a stone in his hoof…“ Tatsächlich lief der Hengst etwas lustig. Wir hielten und Robin stieg ab, um die Hufe zu checken. Sie fand den Stein und löste ihn heraus, dann kletterte sie wieder auf den Schimmelrücken. „Everything alright?“ Sie nickte, und fügte nach kurzem Zögern hinzu: „My old pony, Merlin, once had a stone in his hoof, too. But I didn’t know, and I was afraid that he got somehow seriously injured. It was ridiculus, but I was so relieved, when Charly showed me the stone.” “You two really rely on eachother”, bemerkte ich. “Yes, I don’t know what I would do without him.” “I think it’s amazing that you have such a good relationship. I wish Lily had a brother or a sister to rely on…” “I think she has a very big family on Pineforest Stable. I’m sure she is very happy.” “I hope so… After all she went through…” Robin lächelte zuversichtlich und ich konnte nicht anders, als miteinzustimmen. Wir brauchten den restlichen Weg hindurch nicht mehr zu reden, denn es lag eine seltsam beruhigte Stimmung in der Luft, als wäre alles bereits gesagt. Nur Zira konnte es nicht lassen, eine freche Krähe am Waldrand anzubellen.

      Bis um neun Uhr longierte ich Cantastor im Roundpen, weil die Halle und der Reitplatz bereits besetzt waren. Der edle dunkelbraune Zuchthengst machte elastische und fleissige Bewegungen, wozu auch ein paar Bocksprünge zählten. Ich nahm es ihm nicht übel, denn das lockerte auf eine gewisse Weise auch den Rücken – dachte ich jedenfalls. Canto war etwas pummelig geworden. Während Ajith von harmlosem Winterspeck redete, wollte Oliver den Braunen schon auf Diät setzen… Ich sah das ähnlich wie Ajith – spätestens im Frühling, wenn die Pferdchen richtig lebendig wurden, würde sich das von selbst auflösen. Zufrieden mit Cantos Arbeit lobte ich ihn und brachte ihn anschliessend zurück in seine Box. Damit er mit seiner Schur nicht kalt hatte, legte ich ihm seine Fleecedecke über. Nachts kam dann die dickere Stalldecke drauf, aber tagsüber reichte diese. Ich klopfte ihm lächelnd auf die Kruppe und verliess sein Residium.

      Nun stand Dressur auf dem Plan, und zwar mit Diarado und Circus Dancer. Jonas und ich wollten eine Art Pas-De-Deux machen – „hach wie romatisch!“ Natürlich war das ein Kommentar, der von Augenrollen meinerseits begleitet wurde. Wir scherzten und lachten während dem Putzen. Ich genoss einfach jede Sekunde, die ich mit Jonas und den Pferden verbringen konnte. Im Moment schien mein Leben seit langem wiedermal vollkommen perfekt zu sein. Liebevoll kämmte ich Dancers lange Mähne und zupfte Strohstückchen daraus hervor. „Soll ich ihm ein Zöpfchen machen?“ „Warum nicht“, meinte Jonas, und fügte dazu: „Würdest du mir auch eines machen, wenn meine Haare lang genug wären?“ „Denk nichtmal dran, ich sorge persönlich dafür, dass die kurz bleiben!“ „Warte, von welchen Haaren reden wir?“ „Jonas!“ Wir brachen wieder in Lachen aus und beschlossen, das Thema lieber nicht weiter zu ziehen. Ich holte Dancers Dressursattel und legte ihn vorsichtig auf den Rücken des Hengstes. Dann gurtete ich ins zweite Loch, sodass der Sattel zwar nicht gleich verrutschte, aber trotzdem noch relativ locker drauf lag. Auch Dancer und Diarado waren geschoren, weshalb wir die Fleecedecken vorläufig auf den Popos der beiden liessen. Wir brachten sie in die Halle und wärmten sie zuerst zehn Minuten im Schritt auf, dann begannen wir mit der Trabarbeit. Wir nutzten dazu Cavaletti und Stangen, um den Raumgriff und den Schwung zu fördern. Dann folgte das eigentliche Pas-De-Deux, bei dem wir synchron höhere Lektionen abfragten. Die beiden Hengste waren ziemlich weit in Dressur und es war einfach toll sie zu reiten. Dancer war besonders in der Piaffe angenehm und leicht zu dirigieren. Die Musik, die dazu im Radio lief, schien ihn weiter anzuspornen. Auch Diarado machte geschmeidige Bewegungen, trotz dem er eher ein Springpferd war. Er kannte noch nicht so viele Lektionen wie Dancer, aber er war sehr intelligent und eifrig, sodass er schon nach wenigen Widerholungen neue Bewegungen verinnerlicht hatte. Genau diese Intelligenz kam ihm auch im Parcours zu Hilfe, und ich hoffte, dass er sie auch an seine Nachkommen weitergab. Natürlich brachte es nicht nur Vorteile, ein solch aktiv denkendes Exemplar von Pferd unter sich zu haben; denn so schnell wie Diarado lernte, so nachtragend war er auch bei reiterlichen Fehlern. Er hatte durchaus einen gewissen Stolz und brauchte daher eine sichere, konsequente Führung, sonst tanzte er seinem Reiter ganz schön auf der Nase herum. Er konnte sehr rasch erkennen, wie sein Reiter tickte und ob er sich Spässchen erlauben durfte. Trotzdem mochte ich diese Art von Pferd sehr und genoss das fordernde, aber erfolgreiche Training.

      Um halb Elf waren wir mit den beiden fertig und ich konnte weiter zu Dod und Calico. Mit den zwei Jungs stand wieder ein Ausritt an, wobei ich Calico als Handpferd mitnehmen wollte. Auch die drei Hunde nahm ich diesmal mit, damit sie am Abend schön ausgepowert waren. Ich putzte und sattelte Dod, dann bürstete ich den zweiten im Bunde ebenfalls gründlich durch. Die beiden Hengste waren in den letzten paar Monaten ziemlich zusammengewachsen und auf der Weide immer gemeinsam unterwegs. Vermutlich hatte das damit zu tun, dass wir sie auch meistens zusammen trainierten. Jedenfalls hielt diese Freundschaft so sehr, dass Calico Dod zuverlässig folgte. So konnte ich es manchmal auf Ausritten wagen, den Schimmel frei neben uns laufen zu lassen – jedenfalls solange wir fern von Stuten waren. Wenn uns andere Reiter begegneten nahm ich ihn jeweils frühzeitig wieder ans Seil, um ganz sicher zu gehen. Das tat ich nun auch zu beginn des Ausritts, bis wir ein Stück vom Hof weg waren. Denn ich hatte das Gefühl, dass der Schimmel sonst einfach in die Futterkammer abgebogen wäre. Auf der Galoppwiese löste ich schliesslich den Haken und wir trabten ein Stück auf einem schmalen Trampelpfad. Calico hielt sich natürlich nicht so brav an den Weg und lief stattdessen neben uns durchs Feld. Manchmal ging er auch voraus und machte Schabernack, sehr zum Ärger von Dod, der eigentlich ranghöher war. Ich spürte förmlich, wie der erfahrenere Hengst unter mir brodelte, weil er den Jungspund während der Arbeit nicht korrigieren durfte. Calico nutzte das voll aus und streunerte um uns herum. Für den Fall, dass ich ihn nicht mehr zu fassen bekam, hatte ich übrigens noch ein Lasso am Westernsattel befestigt; auch wenn meine Wurfkünste bisher noch bescheiden waren und ich längst nicht jedesmal traf. Aber meistens war Calico sowieso gut abrufbar, weil er stets eine Belohnung erwartete. Fast besser als Sheela, die immer mal wieder zwischen den Büschen verschwand, wenn ich nicht aufpasste. Ich machte mir diesbezüglich Sorgen, weil es im Park auch immer wieder Wild gab und die Labrador Hündin einen ausgeprägten Jagdtrieb hatte. Daher behielt ich sie stets im Auge, bereit um sie bei einer Begegnung mit Wild rechtzeitig zurückzurufen. Ein kalter Wind stach unbarmherzig durch meine Handschuhe und ich hatte das Gefühl, dass mehr Wolken am Himmel waren als zuvor. Schnee?, überlegte ich hoffnungsvoll. Doch als ich mittags mit den beiden zurück auf dem Hof war, fiel noch immer kein einziges Flöckchen. Lily kam gerade von der Schule, als ich Dod versorgt hatte.

      Wir assen zu Mittag, dann war es endlich so weit. Nachdem die Hunde gefüttert waren, zog ich mich wieder warm an und holte aus der Sattelkammer ein stabiles, langes Führseil. Ich zog mir ein paar gute Handschuhe an, mit denen ich warm hatte und gleichzeitig genügend Grip. Ausserdem überlegte ich rasch, ob ich einen Rückenpanzer anziehen sollte, entschied mich dann aber dagegen, weil er mich womöglich in meiner Beweglichkeit eingeschränkt hätte. Ich nahm noch eine Hand voll Heu mit zu Phantom’s ‚Gehege‘, um mich ein wenig attraktiver zu machen. Zunächst betrat ich den Innenbereich der Führanlage und lehnte mich an die Wand, um zu beobachten, wie die Stimmung des Mustangs war. Er hatte bereits etwas Abstand zwischen uns gebracht und stand nun wie angewurzelt auf der gegenüberliegenden Seite, mich stets im Auge behaltend. Bisher waren hier nur Pfleger reingekommen, um ihm Futter zu bringen, weshalb er Zuversichtlich genug war, nach einigen Sekunden zögerlich ein paar Schritte näher zu kommen und abzuchecken, ob sich das Risiko für die Hand voll Heu lohnte. Ganz vorsichtig machte ich einen Schritt auf ihn zu. Er wandte den Kopf ab, bereit um abzudrehen, hielt aber inne, als ich mich nicht weiter bewegte. Ich drehte die Schulter ein, um mich möglichst einladend und harmlos aussehen zu lassen. Nach einer Weile tastete ich mich weiter vor, doch es wurde ihm rasch zu viel, also zog er sich einige Schritte zurück und trabte der Wand entlang. Ich schnitt ihm den Weg ab und liess ihn die Seite wechseln, bis er mich direkt ansah. In diesem Moment machte ich einen Schritt zurück und kreierte so einen draw. Er leckte sich die Lippen, bewegte sich aber nicht von der Stelle. Also ging ich wieder ein wenig auf ihn zu, bis er sich erneut in Bewegung versetzte. Gleiches Spiel – sobald er sich mir zuwandte, machte ich einen Schritt zurück und gab ihm release. Er begriff schnell, dass es angenehmer war, sich mir zuzuwenden und sich mit mir zu beschäftigen, als wegzulaufen. Nach wenigen Minuten konnte ich auf ihn zugehen, und er machte sogar ein, zwei Schritte in meine Richtung. Schliesslich war ich nahe genug und berührte ich in vorsichtig einige Male, jeweils sofort wieder den Druck wegnehmend. Sein ganzer Körper war angespannt, jeder Muskel bereit, im Zweifelsfall eine Flucht einzuleiten. Er atmete auch etwas schwerer als zuvor und machte einen misstrauisch gebogenen Hals, aber seine Ohren und Augen drückten eine gewisse Neugier aus. Ich streckte ihm das Bisschen Heu hin, das ich dabeihatte. Er zupfte ein paar Halme daraus hervor und wurde sofort etwas zutraulicher und entspannter durch das Kauen. Ich nutzte den Moment, um das Führseil durch die Schlaufe seines Knotenhalfters zu ziehen. Er machte einige Ausweichschritte, aber ich hatte es bereits geschafft. Nun Begann ich, ihn am Hals zu kraulen. Ich arbeitete mich Stück für Stück weiter nach hinten, stets nach einer Stelle suchend, die er besonders mochte. Wenn es ihm zu viel wurde und er Anstalten machte sich zu bewegen, nahm ich den Druck etwas zurück und verschob meine Hand wieder Richtung Widerrist. Nach ein paar Sekunden machte ich einige Schritte rückwärts und zupfte am Seil. Sobald er einen Schritt auf mich zu machte, beendete ich den Zug. Immer wieder ging ich zu ihm hin, kraulte ihn, ging seitlich von ihm zurück und liess ihn sich zu mir drehen oder einen Schritt machen. Man merkte, dass er der Sache immer noch nicht ganz traute, aber er wurde immer mutiger und zuckte immer weniger zusammen, wenn ich ihn berührte. Ab und zu schickte ich ihn wieder etwas um mich herum, denn Bewegung half auch, Stress abzubauen. Ich machte Richtungswechsel mit ihm, indem ich mich vor seine Schulter verschob und liess ihn mit seiner Hinterhand weichen, wenn ich neben ihm stand. Immer wieder dazwischen beruhigte ich ihn mit Kraulen. Er begann langsam, es zu geniessen und die Oberlippe zu spitzen. Das ging so weit, dass er mich fragend ansah, wenn ich aufhörte. Ich redete beiläufig mit ihm, um ihn an meine Stimme zu gewöhnen. Nun wagte ich schon etwas mehr: Ich tastete mich an seine Beine heran, gab ihm sofort Lob und release wenn er sie hob und gewöhnte ihn an etwas schnellere Bewegungen meinerseits. Ich hüpfte etwas auf und ab, bückte mich oder klopfte ihm auf den Hals, sodass er sich an das Geräusch gewöhnen konnte. Das reichte mir auch schon für heute. Er hatte mit seinem dichten Winterfell bereits ein klein wenig geschwitzt und seine Konzentration liess etwas nach, ausserdem wollte ich es beim ersten Mal nicht gleich übertreiben. Also löste ich das Führseil und verliess den Roundpen, wobei er mir sogar noch einige Schritte folgte. Ich brachte ihm noch mehr Heu, damit er das soeben gelernte mit dem Futter zusammen verdauen konnte.

      Es war nun halb zwei Uhr und ich hatte noch eine Menge vor. Zum Beispiel eine Springstunde mit Halluzination. Auch Anne war mit dabei, sie ritt auf Vychahr. Wir sattelten die beiden Pferde und trafen uns in der Halle, wo Lisa bereits wartete. Weiberreitstunde also, stellte ich schmunzelnd fest. Schon beim Aufwärmen stellte ich fest, dass Hallu fit war und mich heute wohl etwas fordern würde. Auch Vilou schien etwas guckig und hatte mehr Tempo drauf als sonst. Anne liess sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und befolgte Lisas Anweisungen. Wir machten viele Wendungen und Übergänge, ausserdem ein paar Biegeübungen in Form von Schulterherein und Traversalverschiebungen. Als beide Pferde schön locker und gelöst waren, begannen wir mit Gymnastiklinien. Hallu, die erfahrene S***-Springstute, machte es Youngster Vychahr vor. Sie konnte so leicht nichts mehr beeindrucken, daher übten wir auch nur ab und zu ein paar Hindernisse zur Aufrechterhaltung der Muskeln und der Gewohnheit. Sie wurde tatsächlich in letzter Zeit viel mehr Dressur geritten. Vychahr hingegen musste noch viel lernen und war noch am Anfang seiner Karriere. Er nahm daher regelmässig an Springstunden teil um Erfahrung zu sammeln. Die Theorie bestätigte sich kurz darauf wiedermal bei einem offenbar etwas unheimlich aussehenden Oxer. Ich entdeckte die Anzeichen schon, als Anna in die Kurve bog und auf das Hindernis zuritt: Sie hatte die Beine zu wenig dran und sah auf den Sprung hinab. Es kam wie es kommen musste; Vilou parkierte vor dem Hindernis und Anne flog prompt über seinen Hals nach vorne. Sie landete auf den Stangen, blieb aber dank dem Rückenpanzer bis auf ein paar blaue Flecken unversehrt. Vilou drehte sich unsicher vom Hindernis weg und trabte ein paar Meter, dann liess er sich von Lisa einfangen. Anne stieg wieder auf und musste den Oxer erneut anreiten. Diesmal warnte Lisa sie vor und erklärte, dass sie Vilou gut einramen musste und nicht zu viel Schwung verlieren durfte. Anne machte im entscheidenden Moment nochmal etwas mehr Durck und es klappte. Sie lobte den Fuchs ausgiebig und wir beendeten die Stunde mit Austraben. Beim Trockenreiten diskutierte ich mit ihr über Stürze und meine eigenen Erfahrungen, während die Pferde am langen Zügel durch die Bahn schlenderten. Wir redeten auch über das kommende Neujahrsturnier auf dem Gestüt Wolfsgrund, für das wir schon eifrig trainierten. Da würde auch Hallu starten, diesmal unter Jonas.

      Nun kümmerte ich mich um Yoomee, die sich ganz schön eingelebt hatte. Mit ihr wollte ich am kommenden Glühweinritt teilnehmen, darauf musste ich sie natürlich zuerst vorbereiten. Wir übten deshalb heute im Gymkhana Stil über Blachen zu laufen, Slaloms zu machen oder Dinge hinterherzuziehen. Ich hatte Dosen an einem Seil befestigt und gewöhnte Yoomee zunächst an das Klappern, bevor ich sie hinter ihr her über den Boden zog. Am Anfang klappte sie etwas nervös die Ohren zurück und klemmte den Schweif zwischen die Pobacken, aber schon nach kurzer Zeit senkte sie den Kopf und merkte, dass ihr nichts böses passierte. Am Schluss konnten wir die schäppernden Dinger sogar im Galopp hinter uns herziehen. Auch die Blache hob ich auf und legte sie über ihre Kruppe. Sie streiffte beim Laufen über den Boden, aber das schien Yoomee nichts mehr auszumachen. Ich beschloss, die Übung zu beenden und belohnte die Connemarastute ausgiebig. „Wenn du dich so benimmst, dann wird das null problemo.“ Ich versorgte sie und brachte ihr ein paar Karotten.

      Ich sah auf die weisse Tafel in der Reiterstube. Ich hatte schon fast alles hinter mir, was ich heute geplant hatte, also wollte ich rasch nachsehen, was die Pfleger noch machen mussten. Heute wollten schliesslich alle rechtzeitig fertig sein, damit sie nach Hause zu ihren Familien konnten. Tja, Pferde kannten eben kein Weihnachten, und wollten genaugleich umsorgt werden, wie auch auch sonst immer. Ich beschloss, rasch beim Training von Coulee und Rosenprinz zuzusehen. Die beiden waren mit Quinn und Charly auf der Rennbahn, wobei eigentlich-Militarypferd-Rosenprinz genauso gefordert wurde wie Coulee. Beim Geländespringen war Geschwindigkeit schliesslich auch eintscheidend. Da er aber nicht jeden Tag auf der Bahn laufen musste, konnte er mit der Stute natürlich nicht wirklich mithalten. Zufrieden verfolgte ich das Training und genoss die Pause, bevor der eigentliche Weihnachtsstress anfing. Denn kurz darauf hiess es nochmal gründlich misten und alle Pferde füttern, damit für heute Abend ausgesorgt war. Die ersten Pfleger verabschiedeten sich um sechs Uhr, die die näher am Hof wohnten blieben noch etwas länger. Zuletzt waren nur noch Ajith, Quinn und Lisa da. Letztere zwei blieben heute Abend hier, weil sie nicht extra für einen Abend nach Irland und in Lisas Fall die Schweiz reisen wollten. Sie hatten dafür nächstens ein verlängertes Wochenende frei, während die anderen anpacken mussten. Die Pfleger hatten durch das Jahr hindurch ihre Ferien so aufteilen müssen, dass immer genug Leute auf dem Hof waren. An besonderen Tagen wie heute, mussten wir einfach sichergehen, dass die grösste Arbeit erledigt war, bevor alle verschwanden – für den Rest waren dann noch Jonas und ich zuständig. An Silvester würde es nochmals dasselbe Theater werden, aber ich machte mir deswegen keine Sorgen. Ajith blieb noch, weil er sowieso gleich im Nachbardorf wohnte und jeweils gar nicht im ‚Pflegeheim‘ schlief, sondern jeden Morgen mit dem Fahrrad hierherkam. Und natürlich, weil er Quinn noch etwas Gesellschaft leisten möchte, vermutete ich im Stillen. Ich hatte Quinn vor meinem Trip in die USA tatsächlich endlich gefragt, was denn nun mit ihrer Schwimmbad-Affäre lief. Sie hatte mir erklärt, dass das nie etwas Ernstes gewesen sei und auch nie etwas werden würde – tatsächlich sei der Typ bereits wieder in Schottland bei seinen Verwandten. Auch hatte ich sie gefragt, was sie denn von Ajith halte. Ihre Antwort war ausweichend gewesen und sie hatte versucht, darum herumzureden, aber ich war mir sicher, dass sie schon darüber nachgedacht hatte. Seit ich Ajith davon erzählt hatte, wie versprochen, hatte er wieder neuen Mut gefasst und bemühte sich darum, möglichst oft mit Quinn zu reden. Ich war gespannt, wie sich das ganze entwickelte und hoffte insgeheim, dass Ajith heute, an Weihnachten, einen ersten Schritt wagen würde. Wir sassen in der Reiterstube und wärmten uns mit einer Tasse Tee auf. Jonas und Lisa gingen sich noch immer eher aus dem Weg, was gut verständlich war. Ich versuchte daher immer, Lisa möglichst in die Gespräche zu involvieren, dass sie nicht den Eindruck bekam, irgendwie fehl am Platz zu sein. Es polterte und Lily kam die Stufen zur Reiterstube hoch, in Begleitung von Sheela. Jacky und Zira lagen bereits zu meinen Füssen und hoben bloss müde den Kopf, als die Labradorhündin sich dazu gesellte. „Occu wann fangen wir mit dem Kochen an?“, fragte meine Nichte ungeduldig. Wir wollten zusammen ein etwas aufwändigeres Weihnachtsmenu zubereiten. „Gleich, ich trinke noch meinen Tee fertig. Du kannst aber schonmal den Tisch decken gehen.“ „Nö, ich warte auf dich“, meinte sie nur, setzte sich auf den Platz neben mir und lehnte sich an mich. „Du hast ja ganz kalte Finger. Gewöhn dir endlich an, Handschuhe anzuziehen“, stellte ich fest, als ich ihre Finger prüfend knetete. Sie grummelte nur etwas und ich hatte den Eindruck, dass sie, gleich wie die Hunde, ganz schön müde war. Sie war ja auch den ganzen Tag unterwegs gewesen; Schule, dann reiten, Ponys beschäftigen und nochmals reiten. An Bewegung mangelte es ihr jedenfalls nicht. Als ich endlich aufstand und vor die Halle trat, bemerkte ich ein paar feine, weisse Flöckchen, die den dunklen Himmel runter segelten und im gedämpften Licht der kleinen Lampe über dem Hallentor den Boden erreichten. Sofort war Lily wieder wach und hopserhüpfte begeistert zum Haus. Sie hatte wie ich die ganze Zeit auf den Schnee gewartet und gehofft, dass er noch vor Weihnachten kommen würde. Nun fühlte es sich richtig festlich an. Wir bereiteten alles für das Essen vor und schoben den Braten in den Ofen. Dann schmiss ich mich auf die Couch und legte mich ein wenig hin, denn nun packte die Müdigkeit auch mich. Lily spielte unterdessen in ihrem Zimmer. Jonas kam kurze Zeit später auch rein, mit ein paar Schneeflocken im Haar. „Schneit es schon so stark?“ „Schau aus dem Fenster“, meinte er und zog den Vorhang beiseite, dass ich es besser sehen konnte. Tatsächlich rieselte eine Flocke nach der anderen runter, und es wurden immer mehr. „Lily wird sich freuen. Das Essen ist bald fertig.“ Er legte sich spielerisch über mich und gab mir einen Kuss. „Oi, du bist schwer“, rief ich lachend aus. „Willst du damit sagen, dass ich dick bin?!“, antwortete er empört und rollte zur Seite, sodass er knapp nicht herunterfiel. Wir kuschelten, bis der Backofentimer zu piepsen begann. Unser Weihnachten vierlief ruhig und gemütlich. Wir sassen alle zusammen auf dem Sofa und schauten einen der alten Star Wars Filme. Ich genoss jede Sekunde.
      17 Jan. 2017
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  • Album:
    Gnadenweide
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    Occulta
    Datum:
    19 Nov. 2018
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  • Offizieller HG

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    Vom: -

    Aus der: -


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    Rufname: Quick
    Geburtstag: 14.08.
    Alter: 8 Jahre
    Stockmaß: 1.67 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Dunskin
    (Ee,Aa,Crcr,Dd)
    Abzeichen: vorne halbweiße Kornränder, hr weiße Fessel, hl halbweiße Fessel
    Gesundheit: sehr gut


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    Temparamentvoll, ist schnell unaufmerksam, feinfühlig


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    Rosenprinz ist ein kleiner Rabauke. Er schaut immer so niedlich und könnte keiner Fliege was zu leide tun. Aber der kleine Vollblut Hengst hatte immer schon so seine Tücken, selbst als er noch nicht lange eigeritten war. Seine Aufmerksamkeitsspanne war nicht gerade hoch und er schaute sich lieber stundenlang einen Schmetterling an, anstatt dem Reiter die Aufmerksamkeit zu schenken. Daran hat sich nicht viel geändert, ausser, dass er nun ein ausgewachsener Hengst ist, der genau weiss was er will. Aber durch das viele Training hat der Hengst gelernt, auch auf seinen Reiter zu hören (sofern dieser 'würdig' ist) und respektvoll zu sein. Ein liebenswürdiger Clown mit einem unwiederstehlichen Hundeblick ist und bleibt er trotzdem. Der Hengst lief früher auf der Rennbahn, hatte aber kein herausragendes Talent dafür. Stattdessen glänzt er nun im Militarybereich, denn das Springen in der Natur scheint ihm zu gefallen.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Ja
    Nachkommen: Rouge Trap, PFS' Riptide
    Decktaxe: 150J


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    Galopprennen Klasse: A
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: M
    Military Klasse: S**
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Military, Springen
    Eingeritten: Ja


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    [HK 488]
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    [2. BZSP]
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    1. Platz 377. Springturnier
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    2. Platz 382. Dressurturnier
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    2. Platz 224. Militaryturnier
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    3. Platz 231. Militaryturnier
    3. Platz 236. Militaryturnier
    3. Platz 170. Militaryturnier
    3. Platz 220.Militaryturnier
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    Quick's Spind