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Mohikanerin

Ófeig | Ungekört

10 Jahre | by Ivi.Kiwi | 8 Punkte | P1 - W1

Ófeig | Ungekört
Mohikanerin, 3 Aug. 2016
    • Mohikanerin
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      Pflegeberichte (1)

      Hufschmied
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      Mai 2014 | (c) Hufschmiede Heißes Eisen
      2247 Zeichen | - Unbekannt

      Aufgeregt wachte ich an diesem Morgen auf. Ein Besuch bei Svartur stand an. So hatte ich mich bei meinem letzten Pferdekauf bei ihr in den Quarterhengst Possibility verliebt. Aufgrund eines Umzuges hatte sie sich entschieden, den Hengst doch noch abzugeben und mich daraufhin angerufen. Heute war der große Tag, „Possy“ sollte abgeholt werden. Doch nicht nur das, nein, auch das neue Isländerfohlen von ihr sollte heute seinen ersten Schmiedbesuch bekommen.

      Auf dem Hof angekommen kümmerte ich mich also zunächst um das Fohlen namens Burnin' Ófeig. Svartur hatte bereits damit begonnen, das Fohleneinmaleins zu üben. Sie führte Ofeig am Halfter zum Putzplatz. „Anbinden brauchst du sie nicht, lass ihr lieber ein bisschen Bewegungsspielraum“, meinte ich zu Svartur. Danach begrüßte ich die kleine braune Stute. Erst dann ging ich zu meinem Auto, legte mir die schwere Lederschürze um und bestückte diese mit Messer und Feile. Zurück bei Ofeig, ließ ich sie erstmal an der ungewohnt knarzenden Schürze und den Arbeitsutensilien schnuppern, während ich sie kraulte und streichelte. Beiläufig hob ich einen Vorderhuf an, um mir ihre Hufe genauer anzusehen. Das Hufegeben hatte Svatur schon mal geübt und so blieb Ofeig dabei recht ruhig. Natürlich konnte sie noch nicht so lange die Balance halten, aber ich stellte die Hufe auch schnell wieder ab. „Eigentlich muss nicht viel gemacht werden, die Hufe sehen sehr gut aus. Da sie bisher so gut mitgemacht hat, würde ich gerne noch einen Schritt weitergehen und mal ein paar Millimeter mit der Raspel abtragen, um sie daran zu gewöhnen“, meinte ich zu Svartur. Sie war damit einverstanden und nahm das Fohlen am Kopf, während ich noch einmal die Hufe anhob und leicht mit der Raspel darüber strich. Beim ersten Huf zuckte das Fohlen mit dem Bein, so war ihr die Berührung doch sehr ungewohnt. Nach ein paar beruhigenden Worten blieb das Stütchen jedoch wieder brav stehen. Währenddessen wurde sie von Svartur ganz überschwänglich gelobt, sodass die Behandlung gar nicht schlimm war. Natürlich gab es nach dem letzten Huf einen dicken Apfel für die Kleine. „Ich denke, sie wird deinen Besuch sehr positiv in Erinnerung behalten!“, sagte Svartur und brachte das Fohlen wieder zurück auf die Fohlenweide.

      Neuanfang
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      Mai 2014 | (c) Svatur
      8848 Zeichen | - Fynja

      Direkt zu Anfang: Einfach war es nicht! Schon lange fühlten Fynn und ich uns nicht mehr wirklich wohl. Jeden Tag mussten um die zwanzig Pferde trainiert, versorgt und gepflegt werden. Einige Jahre ging das alles gut, doch inzwischen waren auch wir gereift und verstanden nun langsam, dass wir das alleine nicht mehr alles packen könnten. Zwar halfen uns Vina mit ihren Helfern wo es nur ging, doch der Drang wuchs immer mehr einfach das alte Leben hinter sich zu lassen und nochmal komplett neu anzufangen. Durchringen dazu konnten wir uns doch nie, bis wir bei dem Verkauf von Hnakki auf Zasa trafen. Auf Anhieb war die junge Dame Fynn symphytisch und auch ich kannte sie bereits, da ich mal eine Zeit lang zusammen mit ihr gelebt hatte. Wir erzählten ihr von unseren Ideen und so gestand auch sie uns, dass sie oft ihr altes Leben hinter sich lassen wollte. Tagelang telefonierten wir miteinander bis feststand: Gemeinsam würden wir den Neuanfang wagen! Einige Monate vergingen noch bis wir uns wirklich dazu entscheiden konnten die Pferde zu verkaufen und vor allem eine neue Bleibe ausgesucht hatten. Schließlich entschieden wir uns für einen ganz kleinen Hof in Estland, der einige Weiden hatte, an der Küste lag und auch Paddockboxen, ein Sandpaddock und einen Reitplatz bereit hielt. Für das weitere Training konnte man in den Nachbarort fahren, wo man eine Ovalbahn und eine Halle vorfinden konnte. Nachdem die Unterkunft geklärt war, wussten wir aber noch immer nicht so recht, welche Pferde eigentlich bleiben würden, fest stand, dass es nur sechs Pferde mit nach Estland schaffen würden. Fynn wollte unbedingt seine geliebte Fjörgyn und Alesco mitnehmen, wo hingegen ich auf Bailey und Glymur bestand. Anschließend entschieden wir uns noch für zwei der Fohlen, die wir gerade erst gekauft hatten. Es handelte sich um Cody, einen tollen Roansplash Quarterhengst und um eine kleine Isländerstute namens Ófeig, die später Fjörgyn Gesellschaft leisten sollte. Die übrigen Pferde wurden schweren Herzens verkauft – jedoch nur in allerbeste, uns bekannte Hände. Viele Tränen vergossen wir beim Abschied, aber dennoch fühlte es sich richtig an. Besonders bei Pferden wie Possibility und Erutan versetze es mir immer wieder einen Stich ins Herz… Freki und Hnakki fanden dagegen glücklicherweise eine neue Besitzerin in Zasa, die gemeinsam mit uns auswandern würde und somit am Hof blieben. Nach Monaten der Planung hieß es dann endgültig Abreise! Die Pferde wurden alle vom Tierarzt untersucht und als gesund empfunden – auch der Hufschmied war bei fast allen nochmal da gewesen um die Hüfchen zu überprüfen. Unsere ganzen Möbel und Habseligkeiten waren bereits mit dem Umzugswagen auf den Weg und Fynn und ich machten nun die Pferde fertig. Etwas müde noch gingen wir in die Ställe, befüllten die Heunetzte und hingen sie in den großen Transporter. Langsam wurden wir an der kalten Luft immer wacher, auch wenn die gestrige Abschiedsparty der absolute Hammer gewesen war und wir viel Spaß hatten, besonders Vina würde ich sehr vermissen! Diese machte gerade netterweise noch Lunchpakete für die lange Fahrt fertig während ich mir nun als erstes meinen Liebling Bailey schnappte. Wir hatten bereits gestern alle Pferde gründlich geputzt und dann für den heutigen Tag eingedeckt, sodass ich nur die Decke abnehmen, nochmal kurz drüberputzen, Hufe auskratzten und den Schweif bandagieren musste. Anschließend legte ich ihm schon die Transportgamaschen an und führte ihn zu dem Pferdehänger, wo ich ihn anband. Freudig wieherte er schon, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass wir ein Turnier besuchen würden, welche er liebte. Doch dazu würde es heute nicht kommen. Fynn hatte unterdessen Fjörgyn fertig gemacht und band sie neben Bailey an. Als nächstes schnappte er sich Glymur und ich beschäftigte mich mit dem ältesten der Jungpferden: Alesco. Der junge Hengst hatte sich als sehr verlässlich heraus gestellt und machte keine Probleme während ich ihn in der Hektik fertig machte. Auch er bekam Transportgamaschen angezogen, mit denen er dann zum Hänger stakste. Lachend zeigte ich ihm Fynn, der ebenfalls sofort begann los zu prusten und mit Glymur hinterher eilte. Der Hengst war für seine Verhältnisse sehr unruhig – er schien zu merken, dass etwas Wichtiges passieren würde statt dass es normal zu einem Turnier ging. Doch weiter konnte ich mir keine Sorgen um ihn machen, da ich noch den neuen Hengst Cody fertig machte. Er war noch etwas scheu und so kam ich nur schwer an ihn ran um ihn aufzuhalftern. Kaum war er angebunden fing er auch schon an zu zappeln, sodass ich die Putzprozedur möglichst kurz hielt. Fynn hatte auch Ófeig fertig gemacht und so luden wir die beiden Fohlen als erstes ein. Ófeig ging sofort entspannt in den großen Transporter, wo hingegen Cody ganz angespannt vor dem großen Wagen stand und sich nicht bewegte. „Komm schon Großer, es wird dir nichts passieren“, sagte ich leise und ging dann mit festen, sicheren Schritten voran. Wieder blieb er stehen und sträubte sich weiter zu gehen. Es brauchte einige Anläufe und Massen von Leckerlis bis wir Cody dazu bewegen konnte die Rampe zu erklimmen und sich in seinen Abteil zu stellen. Kaum war er oben lobte ich ihn ausführlich, stopfte ihn noch etwas mit Leckerlis voll und zeigte ihm dann sowohl die vorhandene Tränke als auch das Heunetz. Nach und nach entspannte der kleine Hengst sich immer mehr, bis er erleichtert abschnaubte und ich ihn dann anband. Ich ließ ihn ganz locker, damit er sich während der langen Fahrt auch etwas bewegen konnte, schloss dann die Tür hinter seinem Abteil und ging nach draußen. Alesco kam nun noch neben Cody. Auch ihm zeigte ich wo alles war, tätschelte ihm nochmal den Hals und schloss dann auch seine Tür. Daneben kam Glymur, neben ihn Bailey und schließlich in das letzte Abteil Fjörgyn. Die drei erwachsenen Pferde machten keine Probleme und so rief ich nur noch schnell in den Hänger: „Gute Reise euch – bis zur ersten Pause!“, dann schloss ich die Klappe und widmete mich Vina und allen Helfern, die bereits hinaus gekommen waren um uns ein letztes Mal zu verabschieden – es wurde ein tränenreicher Abschied, doch schon jetzt stand fest, dass ich alle ganz bald wieder besuchen kommen würde! Selbst Fynn standen die Tränen in den Augen, als er sich von seinem besten Kumpel Thor verabschieden musste. Wir lagen uns noch lange in den Armen bis wir die schweren Schritte in den Transporter gingen. Fynn wischte sich die Tränen am Pulli ab und setzte sich hinters Lenkrad, ich trauerte neben ihm auf dem Beifahrersitz.
      -?

      Nach einigen Stunden machten wir die erste Pause. Wir aßen und tranken etwas ehe wir nach den Pferden gucken gingen. Alle waren relativ entspannt und genossen die frische Luft, als ich die Abteilfenster jedes Pferdes öffnete. Nach einer guten Stunde ging es weiter. Es dauerte noch einige weitere Stunden bis wir endlich ankamen.
      „Das ist es nun Fynn – unser neues Leben…“, sagte ich mit einer leichten Wehmut in meiner Stimme, denn auch wenn ich mich riesig freute, so war der Abschied noch immer in meinem Kopf.. Fynn nahm mich in den Arm und gab mir die Nähe, die ich nun brachte. Nach einigen Minuten hatte ich mich beruhigt und wurde mit zunehmender Zeit immer vorfreudiger. Wir luden nun gemeinsam nacheinander die Pferde aus, nahmen ihnen Gamaschen und Halfter ab und brachten sie alle zusammen auf eine der großen Koppeln, wo sie sich etwas die Beine vertreten konnten. Sofort liefen sie in einer großen Herde los und wir schossen ein Erinnerungsfoto ehe wir schnell sechs Boxen im großen Stall einstreuten. Alle Boxen hatten einen Paddock nach außen und waren über Türen verbunden, die geöffnet werden konnten um den Pferden Kontakt zu ermöglichen. Die Ausläufe waren mit Paddockmatten bestückt und auch die Ställe selber waren aus einem weichen Material. Bei den Fohlen ließen wir die Verbindungstüren offen, damit sie gemeinsam die neuen Ställe erkunden konnten, die erwachsenen Pferde würden nachher erstmal jeder alleine in seine Box kommen. Während die Pferde noch etwas grasten schauten wir uns das Haus an. Das Umzugsunternehmen hatte bereits alles an den Platz gestellt, wie wir es in einen Plan eingezeichnet hatten – wir konnten also direkt mit dem Auspacken beginnen. Zuerst räumten wir das Nötigste in der Küche, dem Bad und im Schlafzimmer ein, der Rest würde nach und nach folgen. Dann luden wir das ganze Pferdezubehör aus dem Transporter in die kleine Sattelkammer und reinigten den Transporter anschließend bevor ich ihn schnell auf den Parkplatz fuhr. Wieder da war Fynn bereits dabei die Pferde herein zu holen. Ich half ihm schnell und gemeinsam schauten wir uns dann an, wie die Pferde das neue Heim begutachteten. Da alles ruhig blieb und es auch schon anfing zu dämmern, schlossen wir den Stall dann ab und machten uns auf in das Wohnhaus, wo wir direkt schlafen gingen.

      Fynn als Turnierreiter?
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      Juli 2014 | (c) Svatur
      12173 Zeichen | - Fynja

      „Guten Morgen Fynja!“, rief Fynn mir zu als ich gerade aus dem alten Wohnhaus trat und in Richtung Stallungen taperte. „Ach hier bist du. Ich hab dich schon gesucht!“, antwortete ich ihm. Wie ich nun herausfand hatte er bereits alle sieben Pferde gefüttert und wollte nun aufbrechen um bei einem Futterhändler in der Nähe neues Heu zu kaufen. „Mach’s gut, bis heute Nachmittag!“, sagte ich noch schnell ehe er mir zum Abschied winkte und losfuhr. Ich ging nun in den Stall wo ich prompt mit einem Wiehern begrüßt wurde. Einzig Ófeig war so ins Fressen vertieft, dass sie mich erst später merkte. Lachend gesellte ich mich zu ihr und kraulte das junge Fohlen etwas. Spontan beschloss ich dann auch die Kleine als erste zu versorgen. Sie war mir noch immer ein Rätsel, den einen Tag benimmt sie sich vorbildlich und ist total neugierig und am nächsten schon wieder eher scheu – eine schwer zu knackende Nuss, doch wir würden das schon schaffen! Auch heute schien sie wieder etwas vorsichtiger zu sein und zuckte schon zusammen als ich ihr das Halfter anlegte. Beruhigend redete ich ihr zu und band sie dann vor ihrer Box an. Dort putzte ich sie über, wirklich dreckig war sie nicht. Das Hufeauskratzen bereitete ihr noch immer ein paar Schwierigkeiten, doch im Gegensatz zu ihrem Zustand bei der Ankunft hatte es sich schon deutlich gebessert. Nachdem sie komplett sauber war, lobte ich sie und führte sie zum Roundpen. Zögerlich folgte sie mir und kaum hatte ich sie im Roundpen losgemacht schoss sie auch schon davon. Ich versuchte möglichst ruhig zu bleiben und beachtete einige Tipps, die Vina mir damals in Holland gegeben hatte. Dank ihr konnte ich meinen Körper besser bewegen und war mir meiner Körpersprache bewusst geworden, mit welcher ich nun auch Ófeig wieder in den Schritt brachte. Aufgeregt musterte sie mich genau, wie mir ihr nach innen gerichtetes Ohr verriet. „Alles gut kleine Maus, wir machen heute nichts mehr!“, sagte ich mit ruhiger Stimme ehe ich langsam zu ihr trat. Ófeig blieb nun stehen und schien sich langsam zu beruhigen. Ich führte sie noch ein paar Runden und als dies problemlos klappte lobte ich sie und brachte sie nochmal zurück in den Stall. Dort kraulte ich sie noch ein wenig und gab ihr ein Stück Brot ehe ich leicht enttäuscht ihr Halfter weghang – das Training war nichts gewesen.

      Als nächstes schnappte ich mir Alesco. Der junge Hengst war erst gestern beim Tierarzt gewesen und wurde geimpft, sodass ich heute nicht viel mit ihm machen durfte – bei dem Wetter hätten wir eh nicht viel gearbeitet, es war einfach viel zu warm! Beim Putzen benahm er sich wie immer vorbildlich, lediglich die Leckerlis wollte er noch nicht wirklich annehmen. Er war ein recht kluger Hengst und nachdem es gestern zusammen mit einem Leckerli die Wurmkur gegeben hatte, traute er mir nicht mehr. Da ich mich aber auch nicht auf sein Theater einlassen wollte beließ ich es dann dabei, dass er kein Leckerli bekam, er muss ja schließlich nicht fressen wenn er nicht will. Nach dem Putzen führte ich ihn in die Waschbox. Dort band ich ihn auf beiden Seiten an, damit er möglichst wenig herumtänzeln konnte. Da er noch nicht oft gebadet worden war, tippelte er trotzdem noch etwas herum als ich den Schlau aufdrehte. „Das ist nur Wasser Alesco, das bringt dich nicht um!“, sagte ich lachend zu ihm ehe ich ihm den Schlauch nochmal zeigte. Genau untersuchte er ihn mit der Nase und fing plötzlich an daraus zu trinken. Lachend ließ ich ihn gewähren bis er genug hatte und fuhr dann fort. Er war nun deutlich ruhiger und schien das kühle Bad zu genießen. Während dem ein shampoonieren gab es eine kleine Massage automatisch dazu und Alesco fing sogar an zu entlasten. Ich lobte ihn und wollte gerade wieder zum Schlauch gehen als er sich plötzlich schüttelte. „Alesco du Schwachkopf!“, rief ich empört als ich an mir herunterblickte – ich war klatschnass. „Musste das sein..?“, setzte ich noch, schon wieder halb lachend, hinterher. Unschuldig schaute er mir ins Gesicht und schnell war wieder alles vergessen. Ich wusch das Shampoo noch aus, fütterte ihm eine Karotte und holte dann Ófeig erneut aus der Box. Gemeinsam mit Alesco führte ich die Stute dann auf die Koppel, wo beide zusammen etwas spielen durften. Alesco konnte unterdessen trocknen und Ófeig würde sich eventuell etwas ablenken.
      Ich gönnte mir nun eine kleine Pause und ins ins kühle Wohnhaus, wo ich etwas von der gekühlten Cola trank. Anschließend kümmerte ich mich etwas um den Verwaltungskram bis Fynn plötzlich wieder kam. „Was machst du denn schon hier?“, sagte ich erstaunt. „Es ging alles recht schnell, ich war der einzige Kunde, der gerade da war“ erwiderte er. „Super, dann kannst du mir ja gleich helfen!“, antwortete ich ihn daraufhin leicht neckend. Doch Fynn liebte die Arbeit mit den Tieren genauso wie ich und stimmte direkt zu. Er würde ein wenig Fjörgyn reiten während ich gleich Glymur reiten würde. Mit ihm musste ich noch einiges trainieren, da bald eine Körung stattfand, die wir hoffentlich erfolgreich bestreiten würden. Fynn freute sich schon auf den Ritt mit Fjörgyn, sie war einfach sein Lieblingspferd und auch Fjörgyn liebte ihn abgöttisch. Mit mir kam sie zwar auch super klar, doch ich überschätzte sie oft, da sie für ihr junges Alter super mitarbeitete – Fynn konnte sie da noch besser einschätzen, sodass er das Training der Stute hauptsächlich übernahm. Quatschend gingen wir in den Stall und fingen an die beiden Pferde zu putzen. Beide waren für ihre Rasse sehr groß und standen mehr im Reitpferdetyp, wie die moderne Isländerzucht es verlangte. Besonders stolz war ich auch auf Glymur, schließlich war er der erste Hengst, der komplett aus meinen eigenen Pferden gezogen war, doch auch bei Fjörgyn war Vina und mir die Auswahl der Eltern gut gelungen, sodass sie eine fröhliche Stute mit guter Gangveranlagung geworden war. Die beiden benahmen sie wie fast immer vorbildlich und auch beim Satteln gab es keine Probleme. Ich überlegte kurz ob ich Glymur seinen neuen Westernsattel auflegen sollte, entschied mich dann aber doch für den Gangpferdesattel, da ich vor hatte den Pass heute etwas weiter anzutesten. Fynn entschied sich für die Dressurvariante und nachdem alles fertig war gingen wir auf den Reitplatz. Dort stieg ich direkt auf, während Fynn Fjörgyn erst etwas warm führte. Ich setzte von Anfang an mein Training zum lockern des eher steifen Hengstes durch und begann mit großen Biegungen. Nach der ersten Schrittphase trabte ich an und ritt Glymur etwas vorwärts, abwärts. Dieser kannte das inzwischen und hatte gelernt sich gut auszubalancieren, sodass er gelöst und flott vorwärts ging. Ich ritt einige Schlangenlinien und Zirkel bevor ich langsam die Zügel aufnahm. In einer Schrittpause übte ich ein paar Seitengänge bevor ich zwei Runden flott außen herum galoppierte. Für die Versammlung im Galopp fehlte ihm noch immer etwas der Schub aus der Hinterhand, er war nunmal sehr passlastig und tat sich mit dem Galopp schwer. Da er jedoch gut außen herum lief lobte ich ihn und machte eine Pause, bei der ich ihm die Zügel hingab. Er nahm das Angebot sofort an und streckte sich in die Tiefe. Währenddessen schaute ich etwas Fynn zu, der mit Fjörgyn gerade an Seitengängen im Trab arbeitete – sie passten einfach super zusammen. Die Stute arbeitete aufmerksam mit und ging flüssig. Es war einfach toll den beiden zuzusehen. Dennoch musste auch ich nun weiterarbeiten und töltete Glymur an. Er fand sofort seinen Takt und hielt diesen auch gut als ich anfing Volten und Übergänge in den Schritt zu reiten. Nach einigen Übergängen erweiterte ich diese in den Galopp. Hier kamen immer wieder einige Passtritte dazwischen, bis der reine Tölt kam, doch er verbesserte sich stetig. Zum Abschluss galoppierte ich nochmal an der kurzen Seite an und gab ihm dann zur langen Seite hin eine Aufwärtsparade. Automatisch fiel er in den Pass und hielt diesen super als ich Gas gab. Er schmiss seine Beinchen nur so in die Luft und schien sichtlich Spaß zu haben. Nur mühsam konnte ich ihn am Ende der langen Seite bremsen. Auch von Fynn ernteten wir einen anerkennenden Blick – die Körung würden wir schon hinbekommen, da war ich mir nun sicher. Am langen Zügel trabte ich noch etwas locker bevor ich ihn in Ruhe trockenritt, zurück in den Stall brachte und dann absattelte. Als ich ihn gerade auf die Koppel gebracht hatte war auch Fynn fertig. Er gab Fjörgyn direkt ihr Kraftfutter, sodass es etwas länger dauerte bis er fertig war.
      Ich putze unterdessen den kleinen Cody. Mit diesem hatte ich erst gestern gearbeitet, sodass er heute frei hatte, ein Fohlen sollte man schließlich noch nicht zu viel beanspruchen. Er genoss die Pflege und tobte kurz später schon gemeinsam mit den beiden anderen Fohlen auf der Weide, als ich ihn hinaus brachte. Für Fynn und mich ging es nun ins Wohnhaus um etwas zu trinken und auch ein Brot zu essen. Wir unterhielten uns noch weiter über die Turnierpläne. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass Kempa eindeutig noch mehr gefördert werden sollte. Da ich auf Turnieren aber schon genug Pferde vorstellen musste schlug ich vor, dass doch auch Fynn langsam mal auf Turniere gehen könnte statt mich immer nur zu unterstützen. So wirklich begeistert war er nicht, versprach mir aber eine Runde auf Kempa mit mir und Bailey ausreiten zu gehen um die kleine Palominofalbstute kennenzulernen. Ich machte mir keine großen Gedanken, schließlich war Fynn ein guter Reiter und Kempa eine erfahrene Stute – die beiden würden sicher gut harmonieren!
      Kaum hatten wir den Entschluss gefasst ging es auch schon wieder hinaus zu den Pferden und wir machten die beiden Pferde fertig. Fynn machte sich beim Putzen mit Kempa weiter bekannt, zwar kannte er sie aus dem täglichen Stallleben, doch er hatte sie noch nie geputzt, geschweige denn geritten, da ich die kleine Stute in letzter Zeit dressurmäßig viel gefördert hatte. Nach einer guten halben Stunde waren beide Pferde fertig geputzt und gesattelt, fertig für den Ausritt. Wir stiegen auf und ritten los. Bailey war wie immer super unterwegs – er war und bleibt einfach mein Liebling! Fynn musste sich erst an die kleinen Schritte der Stute gewöhnen, doch spätestens als es an die erste Trabstrecke ging und er bemerkte, dass Kempa eine Naturtölterin war, war er vollends begeistert. Lachend stellte ich fest, dass mein Gefühl mich nicht im Stich gelassen hatte – sie passten klasse zusammen! Bailey trabte gelassen neben der kleinen Stute nebenher und genoss den für ihn entspannten Ausritt. Auch ich ließ meine Gedanken nun abschweifen und genoss den Wind in meinen Haaren. Ich war noch immer mächtig stolz auf Bailey, der erst kürzlich bei dem ersten Versuch ihn zu kören sofort gewann und nun zur Zucht einsetzbar war. Wir wurden direkt an der Körung selber von einigen Gestüten angesprochen, die Interesse hatten ihn in die Zucht zu nehmen und ich hatte mich für das Gestüt von Elii entschieden, sie züchtete mit viel Herzblut und traf gute Entscheidungen was die Nachzucht betraf – fast hätte ich noch ein kleines Fohlen mitgenommen, doch leider war die kleine Stute, die ich mir dort ausgeguckt hatte, schon verkauft gewesen. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen als Fynn einfach angaloppierte. „Sag mal träumst du?!“, rief er mir breit grinsend zu während er davon galoppierte – ich hatte tatsächlich den Start der Galoppstrecke verpasst. Sofort galoppierte ich auch Bailey an und machte mich auf die Verfolgung. Schnell waren beide Pferde wieder gleichauf, Bailey war einfach größer und athletischer. „Pff, ich muss gar nicht wach sein, Bailey holt das alles wieder raus, auf ihn ist Verlass!“, schrie ich nun lachend zu Fynn und zog an ihm vorbei. Doch Kempa war eine kleine Kämpferin und hielt wacker mit, was bei ihren kurzen Beinen echt beachtlich war. Viel zu schnell war die Strecke zu Ende und wir parierten die Pferde wieder durch. „So macht reiten Spaß!“, stellte ich lachend fest. Wir ritten noch eine halbe Stunde im Schritt und Trab ehe es zurück zum Hof ging. Dort sattelten wir beide Pferde ab und brachten sie noch etwas auf die Koppel. Ich half Fynn noch bei der Fütterung bevor ich in das Haus ging um weiter den Papierkram zu erledigen.

      Frischer Wind und tatkräftige Unterstützung
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      September 2014 | (c) Svatur
      11945 Zeichen | - Vriska

      „Guten Morgen ihr Lieben“, sagte ich fröhlich als ich aus der Küche kam. Während Fynn schon relativ fit war saß Freya noch verschlafen am Tisch und wurde erst langsam wach. „An das frühe Aufstehen gewöhnst du dich noch Freya, das ist irgendwann kein Problem mehr.“, setzte ich mit einem Zwinkern hinterher. Die junge Frau arbeitete nun seit zwei Wochen bei uns und schien sich wohl zu fühlen. Mehr durch Zufall war sie an uns geraten als sie am Hof hielt und fragte ob sie ein paar Fotos der Pferde machen dürfte, da diese ihr damals schon direkt gefallen hatten. Nach und nach kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie eine Ausbildung als Pferdepflegerin hatte und noch eine Job suchte. Spontan kam Fynn und mir die Idee sie zu uns einzuladen, damit sie sich das Leben als Stallpflegerin mal genauer anschauen konnte, da wir beide so oder so auf längere Dauer eine Pflegerin gebracht hätten, da auch ich meinem Ausbildungsberuf wieder nachkommen musste. Nachdem einige Bedenken aus der Welt geschaffen waren hatte sie sich dazu entschieden zu uns zu ziehen und bis jetzt hatte keiner von uns dreien es bereut!

      Nach dem ausgiebigen Frühstück war Freya auch schon ein wenig wacher und spätestens die noch frische Morgenluft weckte sie vollkommen auf als wir zu dritt gemeinsam die Pferde auf die Koppel brachten. Kaum waren die drei Fohlen auf ihrer Koppel angekommen tobten sie gemeinsam los und spielten. Eine Weile lang stand ich nur dar und schaute mir das Spiel der Kleinen an – es war einfach faszinierend wie schnell sie wuchsen. Seufzend wandte ich meinen Blick ab und stiefelte zurück zum Stall. Dort stattete Fynn gerade Fjörgyn mit Gamaschen und Glocken aus. „Halt Fynn, warte mal kurz! Was hälst du davon wenn wir gleich mit Freya zusammen mal eine Runde über die Stoppelfelder drehen?“, fragte ich ihn grinsend. Sofort kam die Antwort: „Von mir aus gerne, sofern ich Kempa nehmen darf….“. „Aha Schatz, vor ein paar Wochen klang das aber noch gaaaanz anders du…“, antwortete ich mit einem triumphierenden Grinsen. Ich hatte beide öfter beim Training gesehen und musste zugeben, dass sie echt gut harmonierten. Kempa blühte richtig auf und zeigt immer höhere Bewegungen im Tölt, sollte es so weiter gehen haben die beiden auf Turnieren in der Zukunft gute Karten! Ich nahm Fynn nun schnell Fjörgyn ab und rief Freya her. Diese freute sich über das Angebot und strahlte letztlich übers ganze Gesicht als ich ihr Vorschlug die Isländerstute Fjörgyn heute im Gelände zu reiten. Die Stute war eher eine der schnelleren Sorte und bereitete ihrem Reiter meist viel Freude, sodass eigentlich jeder, der sie ritt, ihr nicht widerstehen konnte und sie einfach lieben musste. Nachdem auch diese Stute nun verplant war überlegte ich zunächst auf Bailey selber noch mitzukommen, verwarf die Idee doch schnell wieder, da dieser bereits zwei Tage frei hatte und dementsprechend bei seiner Power sicher ein wenig zu schnell für die beiden Isländer wäre. Also schnappte ich mir stattdessen den dritten reitbaren Isländer im Bunde. Der noch junge Hengst in Sonderlackierung war einer meiner absoluten Lieblinge am Hof und ich freute mich auf den anstehenden Ausritt. Kaum war der Entschluss gefasst befand ich mich auch schon vor seiner Boxentür und begrüßte ihn. Glymur empfing mich mit einem freundlichen Brummeln und fraß genüsslich die trockenen Brotscheiben, die ich ihm mitgebracht hatte. Währenddessen legte ich ihm das Halfter an und führte ihn dann zu den anderen beiden an den Putzplatz. Wirklich dreckig war er nicht, sodass ich ihn schnell vom Schmutz befreit hatte und mich Mähne und Schweif widmete. Sorgfältig verlas ich das Langhaar während Glymur gelassen am Putzplatz stand und die Prozedur brav über sich ergehen ließ. Anschließend kratzte ich noch die vier kleinen Hufe aus und gesellte mich dann zu den anderen beiden, die noch ein wenig Zeit brauchten, da besonders Kempa sich ziemlich eingesaut hatte. Kurzfristig beschloss ich Glymur in der Zeit noch die Hufe ordentlich zu waschen. Gesagt – getan! Wenig später glänzten die Hufe wieder und freuten sich sicherlich über die Pflege, die sie in Form von Kräuterhuföl empfingen, welches Rasha mir bei ihrem Schmiedbesuch für ihn mitgebenden hatte. Kaum war ich fertig hörte ich die lachende Freya rufen: „Fynja, wo bleibst du denn? Bist du etwa noch nicht fertig?“. Auch ich lachte nun, stellte schnell das Huföl an Seite und lief in die Sattelkammer, wo ich so gerade noch einem Zusammenstoß mit Fynn ausweichen konnte, der gerade Kempa’s Sattel geholt hatte. „Na das kann ja was geben heute – hoffentlich ist der Ritt nicht ganz so chaotisch“, sagte ich noch schnell mit einem Lachen im Gesicht ehe auch ich mir meinen Sattel holte und Glymur fertig machte. Nachdem alle drei Ponys komplett fertig waren schwangen wir uns in den Sattel und ritten los in Richtung Felder. Dazu mussten wir etwas ins Landesinnere reiten, brauchten jedoch nicht allzu lange, da alle drei Pferde topfit waren und sichtlich Spaß am Laufen hatten. Bald kamen wir auch schon an den ersten Feldern an, ritten aber noch ein Stück weiter um an größere Felder zu gelangen, auf denen einem kleinen Wettrennen nichts im Wege stehen würde. Plötzlich zuckte Glymi unter mir zusammen und starrte entgeistert in das Feld, welches neben uns lag. Kaum hatte ich in seine Richtung geschaut wusste ich auch schon was los war. „Was macht ihr denn plötzlich mitten im Feld, sitzt du nicht auf dem braven Reitschulpferd?“, rief ich Fynn prustend zu. Auch der konnte sich vor Lachen kaum noch auf dem Pferd halten und rief nur: „Eigentlich dachte ich das auch, haben wir zufällig noch einen anderen Palominofalben neuerdings im Stall?“. Aus der guten Laune heraus beschlossen wir das Feld gleich zu nutzen und das Wettrennen zu starten. Kaum schrie Freya von der Seite, dass alle bereit wären, rasten die Pferde auch schon lost. Der Wind peitschte uns ins Gesicht während wir unsere Pferde zu ihrem schnellsten Galopp antrieben. Viel zu schnell kam das Ende des Feldes in Sicht und wir bremsten aus. Einen wirklichen Tempounterschied gab es bei den dreien kaum, wobei man Fjörgyn und Glymur doch angemerkt hatte, dass sie ab und zu auch mal in Richtung Galopprennen trainiert wurden, sie hatten insgesamt einfach noch mehr Ehrgeiz als Kempa. Nach dem flotten Galopp kehrten wir um und ritten ruhig zum Hof zurück. Dort angekommen zog Freya ihr persönliches Fazit: „Also einen so spaßigen Ausritt hatte ich glaube ich noch nie!“. Immernoch lachend versorgten wir in Ruhe die Pferde und stellten sie anschließend auf die Koppel.
      Freya ging nun ins Haus um Mittagessen fertig zu machen und Fynn widmete sich dem misten der Ställe, sodass ich nun alleine mit einem Pferd arbeiten können würde. Mein erster Impuls war es meinen Liebling Bailey nun zu beschäftigen, doch nach einigem hin- und her überlegen beschloss ich, dass ich mit ihm lieber gegen Nachmittag, beziehungsweise Abend, arbeiten würde und mir stattdessen nun Alesco von der Koppel zu fischen. Der junge Hengst machte momentan eine enorme Entwicklung durch und zeigte sich immer dressurbegabter – die spätere Ausbildung von ihm würde uns sicher allen viel Freude bereiten! Noch war er jedoch eindeutig zu jung für eine richtige Ausbildung und so putzte ich ihn heute nur gründlich und ließ ihn dann etwas an der Hand grasen. Genau beobachtete ich dabei sein Verhalten und musste schmunzeln als er auf das Wiehern seiner Kumpels auf der Wiese sofort reagierte indem der Kopf nach oben schnellte, er die Ohren aufmerksam spitzte und mit bebendem Körper zurückwieherte. Innerlich begann ich nun abzuschweifen und überlegte, wie die Kommunikation unter Pferden wohl genau funktionierte, ob sie wohl auch wie wir eine Art Sprache hatten neben der Körpersprache? Allzu lange sollte ich darüber allerdings nicht nachdenken können, denn nach einer knappen halben Stunde, die ich mit dem Junghengst draußen verbracht hatte, kam ein Ruf aus dem Haus: „Das Essen wäre jetzt fertig, ist es möglich, dass du dich von deinem Nachwuchs trennst?“. Schnell bejahte ich die Frage, brachte Alesco zurück auf die Koppel und lief dann schnell ins Haus.
      Das Mittagessen schmeckte mal wieder vorzüglich und nachdem alle gut gestärkt waren ging es mit der Arbeit am Hof weiter. Da wir später noch einen Filmeabend mit Freunden geplant hatten um Freya’s Einzug nochmal gemütlich zu feiern, teilten wir die übrigen Pferde unter uns auf. Ich meldete mich direkt für Bailey und erhielt keine Widersprüche, sie wussten bereits, dass diese bei dem Pferd keinen Zweck hätten. „Warum war das nur klar?“, kommentierte Fynn meinen Satz. Ich konterte direkt: „Hmmh… vielleicht aus demselben Grund weswegen du heute Morgen so unbedingt Kempa reiten wolltest?“. Und das stimmte: So gern ich alle Pferde am Hof hatte, der absolute Liebling von mir würde immer Bailey bleiben. Freya und Fynn schnappten sich also kurzerhand Cody und Ófeig um mit den beiden einen Spaziergang zu machen. Bevor ich Bailey holen gehen würde, lief ich mit den beiden um Alesco zurück in die Stallungen zu führen, da dieser sonst alleine auf der Koppel wäre und so wie wir ihn kennengelernt hatten wieder durch alle Zäune gehen würde. Kurz nachdem ich ihn in den Stall gebracht hatte holte ich dann aber endgütlig meinen Hengst. Liebevoll streichelte ich ihm über den Hals als ich ihn begrüßte. „Na mein Großer, ist alles ok bei dir?“ Und auch wenn er nicht in Worten antworten konnte, so meinte ich doch zu spüren, dass er mich verstand. Ich brachte ihn zu den beiden Fohlen an den Putzplatz und putzte gleichzeitig mit Fynn und Freya. Ófeig stand vorbildlich dar und ließ die ganze Prozedur über sich ergehen, der weitaus quirligere Cody hingegen lief die ganze Zeit hin und her und stellte für Fynn eine echte Herausforderung dar. Zum gefühlt Hundertesten Mal an diesem herrlichen Tag lächelte ich wieder und widmete mich wieder Bailey. Nach dem ausgiebigen Putzen sattelte ich ihn und ging dann mit ihm hinaus auf den großen Reitplatz. Dort baute ich zwei kleine Sprünge auf ehe ich aufstieg und anfing Bailey warmzureiten. Der Hengst fühlte sich frisch an und ging fleißig vorwärts. Nach und nach baute ich einige Hufschlagfiguren und schließlich auch Trab-Schritt-Übergänge ein bis ich langsam merkte, dass er den Rücken aufwölbte und locker wurde. Um ihn noch weiter zu lockern ritt ich ein paar Tritte pro lange Seite Schenkelweichen bevor ich mit der Galopparbeit begann. Auch hier achtete ich darauf ihn stets zu biegen und ihn vorwärts/abwärts laufen zu lassen, schließlich hatte er zwei Tage gar nicht gearbeitet und war dementsprechend zu Anfang etwas steif gewesen. Nach gut einer halben Stunde ritt ich dann das erste Mal auf die kleinen Sprünge zu. Bailey machte einen gekonnten Satz über die Stangen und galoppierte danach ruhig und im Rhythmus weiter – für ihn waren solche Höhen absolut kein Problem, doch da ich ihn lediglich ein wenig gymnastizieren wollte beschloss ich den Sprung nicht höher einzustellen und segelte stattdessen noch einige Male über den kleinen Sprung. Bailey war voll konzentriert dabei und genoss den bald schon wieder langen Zügel. Lange hatten wir nicht gearbeitet, doch angesichts der noch recht warmen Temperaturen würde das für heute reichen. „Hast du super gemacht mein Großer!“, flüsterte ich ihm zu während ich meine Arme um seinen breiten Hals schlang. Ich genoss ein wenig die Wärme des Hengstes ehe ich ihn ordentlich abritt und dann versorgte. Fynn und Freya waren inzwischen auch zurück gekehrt und waren sichtlich zufrieden mit den beiden Jungpferden. Zwar habe Cody sich wohl noch einige Male erschreckt, insgesamt seien aber wohl beide Fohlen ruhig geblieben. Gemeinsam holten wir noch die restlichen Pferde von den Koppeln und verteilten sie in ihren Ställen, wo wir auch direkt Kraftfutter und Rauffutter verteilten. Kaum war dies erledigt schloss ich die Stalltür ab und lief dann hinüber zum Haus um mich für den Filmabend fertig zu machen.

      Ein nicht unbekannter Neuankömmling
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      November 2014 | (c) Svartur
      12603 Zeichen | - Fynja

      „Morgen Freya – magst du heute Morgen die erste Fütterung übernehmen? Fynn und ich müssen die Stute abholen…“, fragte ich unsere Stallhelferin. Direkt kam die Antwort: „Was denn für eine Stute? Warum hab ich davon denn gar nichts mitbekommen? Wenn du mir sagst was es mit ihr auf sich hat, übernehme ich die Fütterung gerne, aber erstmal musst du mit der Sprache rausrücken – ich dachte wir nehmen keine Pferde mehr auf?!“. „Weißt du Freya, das ist etwas kompliziert…es geht um Elding, die Stute stand bereits einige Zeit bei mir und lief unter mir ihre erfolgreiche Krönung..ich hab sie echt gemacht, habe sie dann aber bei meiner ehemaligen Zuchtpartnerin gelassen als ich nach Estland gezogen bin, da ich dachte, dass sie dort super versorgt wird und wir unseren Bestand ja eh reduzieren wollten. Leider hat Vina momentan einige Probleme und muss ihren Bestand stark verkleinern und fragte mich so ob ich Elding wieder zurücknehmen würde um ihr einen Endplatz zu geben…und da hab ich natürlich sofort zugesagt – ich vermisse die Kleine eh ziemlich…“. Ich redete noch eine Weile mit Freya und erklärte ihr einiges zu der Stute bis ich mich von ihr verabschiedete und ihr noch einen Auftrag mitgab, dass sie für Elding eine Box fertig machen sollte.

      Fynn kam nun auch endlich aus dem Haus und so hängten wir schnell an und düsten dann los in Richtung Flughafen. Gerade rechtzeitig kamen wir an, Vina hatte schon eine gute halbe Stunde mit der Stute am Flughafen gewartet und musste gleich schon wieder zurückfliegen. Viel Zeit blieb uns leider nicht mehr, sodass wir nur schnell den Papierkram erledigten, ein wenig von unseren Höfen erzählten und dann die Stute verluden. Der Abschied verlief etwas stressig, doch dann saß Vina pünktlich in ihrem Flugzeug nach Hause und wir hatten Elding neben uns, die den Flug gut überstanden hatte und geduldig wartete. „Na Große - dich herzugeben war ein großer Fehler! Ich bin echt froh, dass wir dich nun wiederhaben…“, flüsterte ich ihr leise zu während ich meinen Kopf in ihre füllige Mähne drückte. „Kommst zu jetzt Fynja? Wir müssen losfahren!“, hörte ich plötzlich Fynn aus dem Auto schreien. Ich steckte Elding noch ein Leckerli zu und verschloss dann sorgfältig die Hängerklappe ehe ich ins Auto einstieg. Knapp zwei Stunden später kamen wir wieder Zuhause an, wo uns direkt Freya empfing, die unbedingt wissen wollte wie Elding aussah, schließlich kannte sie Elding noch nicht, da wir die Stute vor dem Umzug nach Estland verkauft hatten und Freya erst in Estland zu uns stieß. Sie machte sofort den Hänger auf und gesellte sich zu der Stute, die es ihr offensichtlich angetan hatte. „Na, gefällt sie dir? Sie war die erste Stute, die ich erfolgreich auf einer Körung vorgestellt hatte…einfach ein tolles Tier..“ sagte ich zu ihr. Freya bejahte meine Frage ohne Zögern und führte Elding dann aus dem Hänger. Entspannt schaute sie sich um – das Reisen war sie inzwischen wirklich gewohnt – und folgte, nachdem Freya mir die Stute gegeben hatte, mir dann zur Stutenkoppel. Da nebenan die Hengste standen erkannte sie als allererstes Glymur, der ihr wiehernd entgegenlief. Glymur war der erste Sohn von Elding gewesen und unter anderem auch der erste, erfolgreiche Hengst, den ich selber gezüchtet hatte. Die beiden hatten fast zwei Jahre zusammengestanden und liebten sich abgöttisch. Ich ließ die beiden sich beschnuppern ehe ich kurz am Strick zupfte und Elding somit zur nächsten Koppel lotste. Auch hier traf sie direkt eine alte Freundin: Fjörgyn. Sie war gemeinsam mit Glymur aufgewachsen und hatte ebenfalls mehrere Jahre mit Elding gemeinsam in einem Stall gestanden, wo es nie Probleme gab. Ich zog Elding schnell das Halfter aus und stellte sie dann auf die Koppel. Auch Kempa und Sun kamen direkt an und beschnupperten den Neuzugang. Kurz gab es etwas Gequietsche, doch das war es dann auch schon. Fjörgyn gesellte sich direkt zu Elding und beschützte sie ein wenig vor den anderen beiden. Aufgrund der friedlichen Zusammenführung ließ ich die Stute nun erstmal alleine und lief zurück zum Stall, wo ich Eldings Halfter in die Sattelkammer hängte und von dort direkt das Halfter von Tasty mitnahm. Der 7-jährige hatte sich enorm entwickelt und ging nun immer höhere Dressurlektionen, sodass bald die ersten Turniere anstehen würden, wo er, so war ich mir sicher, gut abschneiden würde. Erst vor Kurzem hatten wir eine Trainerin am Hof, die uns die Starterlaubnis für die Klasse A erteilte, die er problemlos schaffte. Heute hatte ich vor ihn ein wenig im Gelände zu trainieren, wobei Spaß und Training super verbunden werden konnten. Zuerst holte ich den großen Hengst jedoch in den Stall und band ihn dort vor der Box an um ihm die Decke abzunehmen. Unter der warmen Decke war das Fell so gut wie sauber, sodass ich nur mit der Kardätsche kurz überputzte ehe ich die Hufe auskratzte. Zum Schluss kämmte ich noch Mähne und Schweif, dann sattelte ich ihn in Ruhe um schließlich aufzusteigen. Im gemütlichen Schritttempo verließen wir den Hof und bogen zu den Feldwegen ab. Nach einer Weile trabte ich ihn in einer schönen Dehnungshaltung an und nahm sein eher flottes Tempo an. Er dehnte sich schön an den Zügel heran und trat von hinten nach vorne an. Der Weg schien schier endlos zu sein, was ich sofort nutzte um mit dem Training ein wenig zu beginnen. Ich ritt ihn ein paar größere Schlangenlinien auf dem breiten Weg ehe ich die Zügel langsam aufnahm und meinen Schenkeldruck etwas verstärkte. Der junge Hengst reagierte sehr gut und kam in Anlehnung. Nach einer Weile kamen wir auch zum ersten Galopp, den wir nach und nach versammelten, bevor ich wieder in den Trab wechselte um dort ein paar Tempoverstärkungen zu reiten. Wie schon so oft stellte ich fest, dass die Entscheidung diesen Hengst zu kaufen goldrichtig gewesen war – er reagierte fein, jedoch nicht hysterisch und passte einfach zu mir. Nach zwei guten Trabverstärkungen beendete ich das Training und trabte ihn noch ein bisschen locker am langen Zügel ehe ich im Schritt wieder zurück zum Hof kehrte. Dort stieg ich ab und nahm ihm Sattel, Trense und Gamaschen ab, bevor ich ihm die Abschwitzdecke auflegte und zurück zu den anderen Hengsten auf die Koppel brachte. Damit ich es später nicht vergessen würde, mischte ich schonmal das Müsli fertig und schüttete es ihm in den Trog seiner Box. Das selbe tat ich mit der Kraftfutterportion für Elding bevor ich nochmal zur Koppel lief und Bailey holte. Der Hengst war inzwischen zu meinem besten Pferd geworden. Als Jungpferd kam er damals zu uns und hatte sich super entwickelt, sodass er heute Militaryprüfungen der Klasse S* bestritt und auch im normalen Springen sowie der Distanz an der Klasse S teilnehmen durfte. Immer wieder zeigte er mir, dass sich die ausführliche und auf Vertrauen basierende Ausbildung eines Pferdes lohnt – auch wenn sie manchmal länger dauert als eine Ausbildung, in der mit Druck gearbeitet wird. In der Stallgasse angekommen zog ich Bailey die Decke aus und begann ihn gründlich zu putzen. Mit ihm hatten wir heute noch etwas besonderes geplant: Eine gute Freundin würde kommen um uns endlich mal wieder bei der alltäglichen Arbeit zu fotografieren. Ich freute mich schon sehr drauf und polierte Bailey auf Hochglanz. Am vorigen Tag hatte ich ihn bereits gebadet und anschließend eingedeckt, sodass das Fell noch immer gesund glänzte. Bevor das Sattelzeug auf’s Pferd kam fettete ich noch die Hufe ein und kämmte Mähne und Schweif. Anschließend holte ich den frisch geputzten Sattel aus der Sattelkammer und legte ihn mit einer grünen Schabracke auf’s Pferd. Bailey stand brav still während ich vorsichtig den Gurt anzog. Anschließend trenste ich ihn auf Kandare, bandagierte alle vier Beine ein und legte ihm als letztes Hufglocken an. Kaum war ich fertig kam auch schon meine Freundin. Wir begrüßten uns mit einer ausgelassen Umarmung bevor ich ihr Bailey zum festhalten gab und selber schnell ins Haus lief um mir etwas ordentliches anzuziehen. Kaum war ich wieder zurück beim Pferd gingen wir zum Reitplatz hinüber und ich ritt Bailey ein wenig warm. Wir machten einige Bilder von dem aktuellen Dressurausbildungsstand bevor wir in Zirzensik und vor allem das ausdrucksvolle Stiegen des Hengstes übergingen. Bailey arbeitete wie immer konzentriert mit und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen, sodass einige tolle Bilder entstanden. Gemeinsam versorgten wir den Braunen und brachten ihn dann zurück auf die Koppel. Als Dankeschön für das kleine Shooting holten wir als nächstes Glymur und Alesco von der Koppel. Ausnahmsweise würde ich heute mal jemanden meinen geliebten Isländerhengst reiten dürfen, was ehrlich gesagt sehr selten vorkam, da Glymur einfach, wie der Name schon sagt, mein Schatzi war und ich ihn ungern abgab. Bei meiner Freundin machte ich mir jedoch keine Sorgen und sie freute sich sichtlich als sie erfuhr, dass sie den kleinen Racker heute reiten dürfte. Sie putzte ihn in Ruhe während ich Alesco säuberte. Der Hengst war inzwischen schon sehr ausdrucksstark geworden und wurde langsam ausgebildet, da er aus dem Fohlenalter raus war. Zwar war die Arbeit noch sehr einfach und wir arbeiteten ihn auch nur zwei bis drei Male die Woche, doch so langsam wurde es für ihn ernst. Heute würde ich ihm zum zweiten Mal überhaupt eine Trense anlegen. Ich wählte hierzu wie immer bei meinen Jungpferden ein AppleMouth-Gebiss, welches sehr angenehm im Maul war und durch den Apfelgeschmack die Pferde davon überzeugte, dass Gebiss besser anzunehmen. Beim Trensen selber zappelte Alesco noch ziemlich und es dauerte eine ganze Weile bis das Gebiss in seinem Maul verschwunden war und ich den Nasenriemen zumachen konnte. Auch Glymur war fertig gesattelt, sodass wir gemeinsam in die Reithalle gingen. Draußen dämmerte es schon und es wurde langsam Abend, weshalb ich als erstes das Licht anmachte. Dann führte ich Alesco einige Runden am Gebiss während meine Freundin Glymur warm ritt. Ich gab ihr noch ein paar Tipps mit auf den Weg wie der Hengst in Sonderlackierung zu händeln war bevor ich mich komplett auf meinen Junghengst konzentrierte. Da ich heute vorhatte ihn ein wenig zu longieren hakte ich die Longe ein und schickte ihn, wie er es schon von der Halfterlonge kannte, auf die Zirkellinie. Auf das Gebiss reagierte er noch mit Kopfschlagen und einigen Schlangenlinien, die sich jedoch im Verlauf des longierens reduzierten. Ich arbeitete ihn rund zwanzig Minuten in allen drei Gangarten bevor ich das Training beendete und ihn trocken führte. Glymur würde noch ein wenig länger laufen müssen, doch Alesco brachte ich schon zurück in die Stallgasse. Da er mit den anderen Jungpferden in einem Offenstall stand bekam er direkt nach dem Training schon Kraftfutter, welches er genüsslich fraß. Nachdem ich ihn versorgt hatte legte ich ihm noch eine Abschwitzdecke auf, damit er sich nicht erkälten würde und brachte ihn in den Offenstall. Als nächstes holte ich Ófeig und Cody von der Weide. Die beiden waren noch sehr jung und deshalb noch nicht im Training. Ich kontrollierte sie nur auf Wunden und putzte sie etwas bevor ich sie zu Alesco in den Offenstall brachte. Als nächstes bereitete ich das Kraftfutter für Bailey, Glymur und Kempa vor. Kempa war heute morgen von Freya longiert worden und bekam deshalb eine kleine Portion in den Trog ihrer Box. Die anderen beiden bekamen eine größere Portion, da sie heute stark beansprucht worden waren. Während ich allen Boxen noch Heu brachte kam auch Glymur mit meiner vor Freude strahlenden Freundin zurück. Beide schauten erschöpft aber zufrieden aus. In Ruhe versorgte sie Glymur und stellte ihn dann in seine Box. Sofort machte er sich über das Kraftfutter her und kaute die Möhren und Äpfel, die ich dazu gelegt hatte. Nun schnappte ich mir noch drei Halfter und holte Kempa, Fjörgyn und Elding herein. Die drei Stuten standen noch gemeinsam auf der Koppel und wurden nun von mir in ihre Boxen gebracht. Elding folgte den beiden Stuten entspannt und schaute sich neugierig im als sie ihre Box betrat. Kaum hatte sie jedoch den Trog mit Kraftfutter entdeckte fing sie an zu fressen und ließ die neue Umgebung links liegen. Auch Fjörgyn fraß zufrieden ihr Futter und Kempa, die heute wegen der Zusammenführung mit Elding frei gehabt hatte, mümmelte an ihrem Heu. Sun war die letzte Stute, die ich herein holte und in ihre Box brachte bevor ich Tasty und Bailey in ihre beiden, nebeneinander liegenden Boxen brachte. Schließlich standen alle Pferde zufrieden fressend in ihren großen Boxen. Als letztes für den heutigen Tag nahm ich Alesco noch die Abschwitzdecke ab, verstaute sie und ging dann in das Wohnhaus.

      Ein kleiner Shoppingtrip
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      Dezember 2014 | (c) Svartur
      10714 Zeichen | - Fynja

      „Morgen Freya, hast du Lust heute mit mir zum Reitgeschäft in der Stadt zu fahren? Wir müssen, beziehungsweile ich will, mal wieder neue Sachen für die Pferde kaufen!“, fragte ich unsere Pferdepflegerin während dem gemeinsamen Frühstück. Prompt kam die Antwort: „Klar, bei Shopping bin ich immer dabei!“. „Super, dann können wir ja gleich losdüsen!“, sagte ich daraufhin und wandte mich an Fynn: „Schatz? Kannst du dann eventuell heute morgen die Ställe füttern und später die Pferde auf die Koppeln bringen?“. Wirklich erfreut war er nicht darüber, dass er die Arbeit heute Morgen alleine erledigen musste, doch gemeinsam mit Freya bekam ich ihn überredet. Wir frühstückten noch zu dritt in Ruhe zu Ende bevor Freya und ich uns umziehen gingen und Fynn zu den Pferd ging. Kaum waren wir beiden Mädels umgezogen liefen wir zum Auto und fuhren los. Schon im Auto wurde über die neuesten Kollektionen geredet und welche Farbe wohl welchem Pferd am besten stehen würde – doch eine Sache dürften wir nicht vergessen: Endlos Budget hatten wir ja leider nicht…Trotzdem betraten wir etwa eine halbe Stunde später gut gelaunt den Laden und schauten uns erstmal in Ruhe um. Schnell entschieden wir uns bei Bailey und Tasty für jeweils eine Schabracke, Bandagen und Ohrenhauben in einem Türkiston und schauten dann noch ein wenig weiter. Auch für die Fjörgyn sprang eine neue Schabracke in einem Beerenton heraus, die Freya mir so begeistert zeigte, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Bevor wir uns allerdings komplett bei den Schabracken verloren würden sagte ich zu Freya: „Eigentlich reicht das ja jetzt schon an überflüssigen Kram, lass uns noch nach zwei neuen Winterdecken und einer neuen Trense für Glymur gucken, dann müssten wir alles haben“. Leider, oder wohl glücklicherweise, lief es nicht ganz so wie geplant, zu den Decken und der Trense kamen „spontan“ noch eine Abschwitzdecke und eine weitere Schabracke hinzu bevor wir alles zur Kasse transportierten. Die Rechnung war weniger schön anzusehen, aber da wir die letzten Monate viel gespart hatten, durften wir uns das auch mal erlauben!

      Wenig später kamen wir zurück an den Hof, wo wir Fynn direkt unsere Ausbeute zeigen wollten, ihn jedoch nirgendwo auffinden konnten. Erst ein Blick in den Stall, wo eigentlich Kempa stehen sollte, verriet uns, dass er wohl eine Runde mit der kleinen Stute im Gelände war. Auch für Freya und mich ging es nach dem spaßigen Morgen jetzt an die Arbeit! Während Freya anfing die Boxen zu misten schnappte ich mir Fjörgyn. „Na meine Kleine, alles in Ordnung bei dir?“, fragte ich sie flüstert während ich sie zur Begrüßung ein wenig kraulte. Lange verharrten wir so jedoch nicht, da Fjörgyn schonmal beschloss loszugehen und ich nur aus der Box hinterher stolperte. „Hey, lass das! So hab ich dich aber eigentlich nicht erzogen“, motze ich mit einem versucht ernsten Ton, was mir jedoch spätestens ab dem Zeitpunkt misslang, an dem ich in ihr Gesicht schaute. Gut gelaunt band ich sie vor ihrer Boxentür an und nahm ihr die Decke ab. Darunter befand sich das noch recht frisch geschorene, saubere Fell, welches ich nur kurz überputzte. Anschließend kratzte ich die Hufe aus und kämmte Mähne und Schweif. Um sie für das heutige, recht entspannte Training auszustatten legte ich ihr nur ein Paar Glocken an und tauschte den Strick gegen eine Longe. So ging es dann in die Reithalle, wo ich die quirlige Stute erstmal etwas warm laufen ließ. Da es draußen doch schon recht kalt war gestaltete ich die Aufwärmphase etwas länger und verkürzte stattdessen die Arbeitszeit ein wenig. Fjörgyn schritt entspannt auf der Zirkellinie entlang und ließ es sich nicht zweimal sagen, als ich sie in den Trab schickte. Wie immer war sie absolut motiviert dabei und trat im flotten Trab an. Da ich heute wegen dem Shoppingtrip nicht ganz so viel Zeit hatte, longierte ich sie nur um ihr Bewegung zu verschaffen, wirklich Kopfmäßige Arbeit stand heute nicht an, sodass wir bald auch schon fertig waren. Während ich sie trockenführte lobte ich sie noch einige Male und brachte sie dann in den Stall, wo ich ihr die Glocken abnahm und sie, mit einer Abschwitzdecke ausgestattet, in ihre Box stellte. Auch Fynn war inzwischen zurück gekommen und hatte Kempa auf die Weide gebracht. Laut seinen Erzählungen sei die Stute heute gut gelaufen und hätte immer wieder gute Phasen auch am langen Zügel im Tölt gezeigt. Zufrieden arbeiteten wir, nun alle gemeinsam weiter. Da wir ja nicht so viel Zeit hatten teilten wir die Pferde auf, die noch bewegt werden mussten. Fynn schnappte sich als erstes seine eigene Stute Sun, Freya kümmerte sich um Elding und ich holte mir Tasty von der Koppel. Wir putzten alle zusammen die drei Pferde und teilten uns dann auf das Trainingsgelände auf, um uns nicht gegenseitig im Weg zu sein. Fynn ging mit Sun in den Roundpen und machte etwas Bodenarbeit mit ihr, da die Stute erst letzten Monat in Ausbildung war und anstrengende Wochen hinter sich hatte. Freya ritt Elding etwas im Gelände und ich wollte Tasty auf dem Platz reiten, sodass ich ihn nach dem Putzen sattelte. Unter dem Sattel befestigte ich die neue Schabracke, die Freya und ich gemeinsam an ihm bestaunten bevor ich ihn auch trenste und auf den Platz ging. Dort saß ich auf und ritt Tasty zuerst etwas im Schritt und Trab am langen Zügel warm, wobei ich darauf achtete, dass er sich schön vorwärts, abwärts dehnte. Nach einem flotten Galopp auf jeder Hand nahm ich die Zügel auf und brachte ihn in die Anlehnung. Auch wenn ich ihn heute nur auf normaler Trense ritt, ließ er sich gut stellen und machte die verlangten Lektionen. Mit vielen Biegungen und Tempowechseln lockerte ich ihn, bevor es an die komplizierten Lektionen ging. Im Schritt begann ich mit Seitengängen und führte sie mit Traversalen im Trab und schließlich im Galopp fort. Da dies auf beiden Händen problemlos klappte, schloss ich noch ein paar einfache Galoppwechsel an bevor ich ihm im Trab die Zügel aus der Hand kauen ließ und ihn dann trockenritt. Währenddessen schnappte ich mir eine Abschwitzdecke vom Zaun und legte sie ihm über, damit er in der Kälte nicht auskühlte. Ich war ganz in Gedanken als ich plötzlich Pferdetritte hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah Freya mit Elding, die gerade auf den Platz geritten kamen. Die Stute hatte während der Geländerunde noch nicht genug abgeschwitzt, sodass Freya sie noch etwas trocken reiten musste. Wir unterhielten uns über das Training bevor die beiden Pferde zurück in den Stall brachten und versorgten. Dort stand ebenfalls Fynn, der Sun schon fertig gearbeitet hatte und nun Bailey putzte. „Ich hoffe es ist ok, dass ich ihn mir als nächsten geholt habe?“, fragte er mich. Ich antwortete ihm, dass alles so klasse sein und ich mich nun noch ein wenig um Glymur kümmern würde. Fynn hatte vor den Hannoveranerhengst im Roundpen frei etwas springen zu lassen und ich wollte mit Glymur in die Halle gehen und ihn dort etwas am Halsring reiten. Als ich Glymur von der Koppel holte brachte ich direkt Alesco mit und Freya schnappte sich die anderen beiden Jungpferde Ófeig und Cody. Wir banden alle vier in der Stallgasse an und ich konzentrierte mich auf Glymur. Viel war dank der Decke nicht dreckig, sodass ich schon bald fertig war. Unterdessen hatte Freya auch angefangen die Jungpferde zu putzen, die wir nachher zu dritt etwas in der Halle laufen lassen würden, da es nun schon recht spät war, alle aber noch Bewegung brauchten. Schnell holte ich aus der Sattelkammer ein Paar Glocken und den Halsring. Alles legte ich Glymi an, der dabei brav still stand und ging dann mit ihm in die Halle. Dort nahm ich ihm erstmal die Abschwitzdecke ab, die ich ihm in der Stallgasse noch schnell übergelegt hatte und schwang mich dann auf seinen Rücken. Schnell trat Glymi an – man merkte ihm an, dass er in der letzten Woche nicht so viel gearbeitet hatte. Trotzdem ließ er sich brav mit dem Halsring bremsen und reagierte gut auf die Stimmkommandos, die ich ihm von oben gab. Damit er nicht doch noch auf dumme Ideen kommen würde und durchstarten würde beschäftigte ich ihn mit vielen Wendungen und Travers sowie Renvers, was am Halsring alles gar nicht so einfach war. Glymur musste sich sehr konzentrieren um meine Anweisungen umsetzten zu können, sodass seine überschüssige Energie bald verpuffte. Als ich das Gefühl hatte, dass Glymi nun wieder komplett klar im Kopf war trabte ich an. Ich setzte das Programm mit vielen Biegungen fort bevor ich auf beiden Händen ein wenig galoppierte. Anschließend versuchte ich den Hengst mit Hilfe des Halsrings zu tölten. Ich setzte den Halsring etwa weiter vorne am Hals an, sodass er in die Aufrichtung kam und trieb dann mit Schenkeln und Kreuz. Es brauchte einige Versuche, doch schließlich verstand Glymir was ich von ihm wollte und machte einige Tölttritte. Ich lobte ihn sofort ausgiebig und trabte etwas locker bevor ich erneut töltete. Diesmal klappte es schon deutlich besser, doch allzu lange wollte ich es auch nicht probieren um den Hengst nicht zu überfordern. Ich galoppierte ihn nochmal kurz und ließ ihn dann in der Dehnungshaltung austraben. Im Schritt ritt ich anschließend noch eine Runde um den Hof bevor ich direkt in die Stallgasse ritt. Da der Hengst nicht so groß war konnte ich das Tor von oben öffnen und gelang so auf dem warmen Pferd sitzend in den Stall. Kaum war ich abgestiegen vermisste ich schon das warme Fell an meinem Hintern, konnte mich doch dazu überreden ihn in Ruhe fertig zu machen und zurück in die Box zu stellen. Anschließend half ich Freya noch mit den letzten Feinschliffen an den drei Jungpferden, als auch Fynn zurück kam. Bailey hatte trotz der Schur ziemlich geschwitzt, sodass Fynn ihn etwas unter unser erst neu angeschafftes Solarium stellte und ihn dort mit Stroh weiter trocken rieb. Unterdessen gingen Freya und ich schonmal vor in die Reithalle. Ich nahm Alesco und Cody zusammen und Freya führte Ófeig in die Halle. Dort führten wir die drei im Schritt noch etwas warm bevor wir die Stricke von den Halftern lösten und beide in die Mitte der Halle gingen. Mit etwas schnalzen brachten wir die Jungtiere in Bewegung und schon bald hatten wir unser Ziel erreicht: Die drei tobten gemeinsam durch die Halle und bewegten sich so selbst. Nach einer Weile stoß auch Fynn zu uns und schaute sich gemeinsam mit uns das Spiel an. Es war einfach toll zu sehen wie die Kleinen sich vom Fohlen langsam zum erwachsenen Pferd entwickelten, besonders Alesco und Cody waren enorm gewachsen und auch nicht mehr so „unförmig“ wie noch vor einem halben Jahr. Nach einer guten halben Stunde fingen wir die drei wieder ein und versorgten sie bevor wir die Ställe fütterten, den Stall abschlossen und dann gemeinsam ins Wohnhaus gingen.

      Die Suche beginnt…
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      Januar 2015 | (c) Svartur
      10839 Zeichen | - Fynja

      Das Erste was ich erblickte als ich aus dem Haus ging waren die vielen Sonnenstrahlen, die vom Himmel herab schienen. Reflexartig senkte ich meinen Blick zu Boden – so viel Sonne war ich eindeutig nicht mehr gewohnt! Doch es fühlte sich gut an die wärmende Kraft der Sonne zu spüren und zu sehen wie alles in ein goldgelbes Licht getaucht wurde. Viel zu lange hatte es nur Regen, Schnee und Kälte gegeben, sodass mich der seltene Anblick der Sonne nun noch fröhlicher stimmte. Doch nicht nur mir schien es so zu gehen, auch die Vierbeiner, die im Stall auf mich warteten liefen unruhig in den Boxen umher und schienen nur darauf zu warten endlich nach draußen auf die Koppeln zu dürfen. Als erstes erlöste ich Bailey und Tasty. Beiden nahm ich zum ersten Mal in diesem Jahr die dicke Winterdecke ab und ersetzte sie durch eine dünne Abschwitzdecke, anschließend folgten für beide noch ein Paar Hufglocken und dann brachte ich beide nach draußen. Die beiden sonst so artigen und ruhigen Hengste wurden schon einige Meter vor der Weide hibbelig und ließen sich nur mit Mühe halten. Auf der Weide angekommen war es mit der Geduld der Beiden endgültig vorbei, so schnell wie möglich streifte ich die Halfter vom Kopf und sah dann nur noch die Hintern der beiden Hengste, die vergnügt über die Weide bretterten. Lachend schloss ich das Weidetor und hängte die Halfter an den Haken, dann ging ich eilig zurück zum Stall und öffnete die Offenstalltür der drei Fohlen. Cody und Alesco preschten sofort hinaus und rannten den Gang entlang zur Koppel, Ófeig blieb noch eine Weile stehen, stürmte dann jedoch auch den anderen hinterer. Schnell schloss ich noch das Weidetor und machte die nächste Koppel auf, die von einem Gang, der zum Stalltrakt führt. Im Stall öffnete ich dann die Boxen von Fjörgyn, Sun, Kempa und Elding – die vier kannten den Weg nur zu gut und gingen direkt raus. Auch bei ihnen schloss ich das Tor und widmete mich dann zuletzt Glymur. Der Hengst hatte aktuell leider keinen Spielgefährten, da er sich mit Tasty und Bailey absolut nicht verstand. Wir hatten schon einiges probiert, doch meistens endeten die Versuche die drei Hengste zusammenzustellen nur in Keilerein – und die konnten wir wirklich nicht gebrauchen! Auch bei den Jungpferden wirkte er immer etwas verloren, sodass er sich doch alleine noch am wohlsten fühlte, auf Dauer konnte es so jedoch nicht weitergehen. Nun brachte ich ihn erstmal auf eine Koppel neben die beiden Warmblüter, sodass er Sichtkontakt zu den anderen hatte aber dennoch seine Ruhe behielt. Ich beschäftigte mich noch eine Weile mit ihm und kraulte ihn etwas bevor ich nochmal zurück ins Haus ging. Wie jede Woche schaute ich im Internet ob es Anzeigen für Islandpferdehengste gab, die zum Verkauf standen. Lustlos scrollte ich durch die Seiten und fand einfach keinen Hengst, der zu unserem Hof und Glymi passen würde. Ein paar Hengste sahen zwar auf den ersten Blick recht interessant aus, besaßen dann aber entweder kein gutes Gangwerk oder einen guten Charakter, waren schlichtweg zu weit entfernt oder sie waren mir einfach unsympathisch. Mit einem Seufzen klappte ich den Laptop schließlich zu und begab mich wieder nach draußen. Beim Anblick der zufrieden grasenden Pferde wurde ich schon wieder etwas fröhlicher und absolut motiviert bereitete ich am Außenputzplatz alles für das folgende Training vor. Neben einem Putzkasten brachte ich noch Bailey’s Trense, seine Gamaschen und eine Longe zum Putzplatz, damit ich später nicht nochmal zwischen Putzplatz und Sattelkammer hin- und herlaufen musste, dann holte ich den Hannoveraner auch schon von der Koppel. Wie immer kam er brav mit und blieb auch lieb stehen während ich ihn kurz überbürstete. Da er eingedeckt war musste ich nicht viel tun und begann schon kurz darauf ihn zu trensen. Anschließend folgten noch die Gamaschen bevor wir auch schon auf den Reitplatz gingen. Dort hakte ich die Longe ein und schickte Bailey auf die Zirkellinie. Der Hengst schien das Wetter zu genießen und trat im flotten Schritt an, sodass ich einige Male eingreifen musste, damit er nicht antrabte. Nach gut zehn Minuten fing ich mit der Trabarbeit an, zu viel wollte ich heute mit ihm nicht machen, da er die letzten Tage viel gearbeitet hatte und somit eine Pause verdient hatte. Es folgte noch eine kurze Galoppsequenz ehe ich das Training auch schon beendete und ihn noch etwas Schritt führte bevor er wieder zurück auf die Koppel zu Tasty durfte.

      Als nächstes waren die drei Jungpferde dran, die ich zu dritt in die Führmaschine bringen wollte. Cody und Ófeig kannten das Ganze schon, doch für Alesco würde es das erste Mal in der Führanlage sein, doch auch das musste er lernen, denn gerade an so warmen Tagen wie heute war ein wenig leichte Bewegung gut für die Pferde. Nacheinander putze ich alle drei, legte ihnen Hufglocken an und zog Cody noch eine Trense an. Inzwischen nahm der junge Hengst das Gebiss schon recht gut an und gewöhnte sich langsam an das Gefühl. Dann stellte ich zuerst Cody in sein Abteil in der Führanlage, ließ diese dann ein Stück weiter drehen, stelle Ófeig in das nächste Abteil und ging dann gemeinsam mit Alesco in das letzte der drei Abteile. Die erste Runde führte ich Alesco noch, der unruhig tänzelte. Es war ihm anzumerken, dass er noch nie in der Fünlage gewesen war, doch dank seiner beiden Freunde, die ebenfalls bei ihm waren wurde er schnell ruhiger, sodass ich schließlich aus der Führanlage gehen konnte um mich dem nächsten Pferd zu widmen.
      Dieses war Tasty Ass. Der Dressurnachwuchs hatte sich super entwickelt und baute auch immer mehr Kondition auf, wodurch er im ganzen Umgang jedoch auch etwas stärker und frecher wurde, sich jedoch mit leichten Ermahnungen gut händigen ließ. Da wir am Nachmittag noch einen großen Ausritt alle gemeinsam geplant hatten, bewegte ich auch ihn nur kurz. Ich longierte ihn wie Bailey zuvor, baute jedoch ein paar Cavalettis auf dem Zirkel ein um den Hengst etwas aufzuwecken und das Training effektiv zu gestalten. Tasty reagierte gut und aufmerksam, lediglich einmal ging er mir durch. Nachdem diese kleine Auseinandersetzung überwunden war lief er wieder wie ein Lämmchen und konzentrierte sich auf seine Arbeit. Nachdem ich ihn fertig versorgt hatte stellte ich ihn wieder zurück zu Bailey auf der Koppel, der sich sichtlich freute, dass sein Kumpel wieder da war. Bevor ich gleich mit Fynn und Freya ausreiten gehen würde holte ich die drei Jungpferde Alesco, Cody und Ófeig aus der Führmaschine. Wie ich es erwartet hatte war Alesco die restliche Zeit ruhig geblieben und hatte sich damit abgefunden, dass er sich bewegen musste. Ich stoppte die Anlage und brachte die Jungpferde dann nacheinander zurück auf die Weide. Hinter ihnen schloss ich das Tor sorgfältig und ging dann schnell ins Wohnhaus um Fynn und Freya Bescheid zu geben. Die beiden freuten sich, dass ich endlich fertig war und liefen sofort mit mir hinaus in den Stall.
      „Wer nimmt eigentlich wen?“, fragte ich noch schnell bevor wir gleich einfach irgendwelche Pferde geholt hätten. „Dass Fynn Sun nehmen wird ist ja wohl ziemlich klar, oder?“, erwiederte Freya nur grinsend. Auch ich musste lächeln, denn auch wenn Fynn es nicht zugeben wollte, man merkte ihm an, dass er sehr an der Stute hing und wohl nur sehr ungern einen von uns beiden auf sie drauf lassen würde. Fynn sagte nur: „Also wenn sie sonst keiner reiten möchte würde ich mich wohl erbarmen sie zu nehmen…nimmst du dann Fjörgyn Freya?“. Diese nahm das Angebot gerne an und ich teilte beiden noch mit, dass ich dann wohl Elding reiten würde und Kempa als Handpferd mitnehmen würde, da wir nachher wohl nicht mehr so viel Zeit haben würden um die Pferde noch alle zu bewegen. Gemeinsam holten wir die Stuten von ihren Koppeln und machten sie gleichzeitig fertig. Da wir vorhatten ans Meer zu reiten und dort auch etwas im Meer zu planschen lief ich bevor wir losritten nochmal schnell ins Wohnhaus und zog mir meinen Bikini an und warf mir nur schnell ein lockeres T-Shirt darüber. Auch die anderen beiden zogen ihre Badesachen an und gingen dann zurück zu den Pferden. Damit es beim reiten nicht scheuern würde verzichtete ich auf den Sattel und trenste dann nur mit einer Biothanetrense, damit kein Leder im Wasser zu Schaden kommen würde. Für Kempa reichte ein Knotenhalfter als Zäumung, da die Stute eh super lieb war und super als Handpferd lief. Dann ritten wir auch endlich los. Schon von Anfang an gestaltete sich der Ausritt sehr spaßig und wir lachten eine Menge – das gute Wetter wirkte einfach sofort! Schnell kamen wir dann auch am Meer an, welches nicht weit von unserem Hof entfernt lag. Dort angekommen trabten und galoppierten wir erst etwas am Strand bevor wir uns eine Abkühlung gönnten. Alle Pferde kannten das Wasser nur zu gut und stürzten sich sofort mit uns hinein. Ich stieg von Elding kurzerhand ab und warf mein T-Shirt noch schnell ans Ufer, damit das nicht nass werden würde. Elding und Kempa ließ ich alleine etwas am Strand, da ich mir sicher war, dass solange alle Pferde beisammen blieben sie nicht wegrennen würden. Es dauerte jedoch nicht lange bis Kempa und Elding mir in das kühle Nass folgten und selber etwas schwimmen gingen. Kurzerhand fingen Freya und Fynn noch eine Wasserschlacht an, zu der ich mich auch gerne gesellte. Allzu lange konnten wir leider doch nicht bleiben, da der Hof auch noch versorgt werden wollte und die Sonne leider noch immer früh unter ging. Dennoch hatten wir viel Spaß gehabt und auch auf dem Heimweg wurde viel gelacht. Zurück am Hof versorgten wir die Pferde und rieben sie trocken, beziehungsweide nacheinander brachten wir diese auch ins Solarium damit sie komplett trockneten und wir sie anschließend wieder eindecken könnten. Nur Elding war nicht eingedeckt und konnte somit direkt wieder auf die Weide.
      Fynn und Freya kümmerten sich um die übrigen drei, sodass ich mich schon Glymi widmen konnte. Da die Sonne schon langsam unterging machte ich mit ihm nur etwas Freiarbeit, bei der ich einige Zirkuslektionen wiederholte und weiter am Liegen arbeitete. Auch einige Trailhindernisse wie das Stangen-L bauten wir in die Arbeit ein, sodass sich diese vielseitig und abwechslungsreich gestaltete. Nach einer halben Stunde war ich fertig und brachte Glymi zurück auf die Koppel. Mein nächster Weg führte nun in den Stall, wo Freya und Fynn heute den Stalldienst übernommen hatten, sodass alle Boxen schon sauber gemistet waren und ich nur noch füttern musste. Neben dem normalen Rauffutter verteilte ich auch die einzelnen Kraftfutterportionen in die Tröge, damit alle Pferde bestens versorgt waren. Als letztes holte ich alle Pferde von der Koppel wieder zurück in den Stall, schloss diesen ab und ging dann in das Wohnhaus um dort gemeinsam mit den anderen beiden nochmal nach einem Freund für Glymur zu suchen, die Hoffnung stirbt schließlich nie.

      Ein Ende der Suche?
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      Mai 2015 | (c) Svartur
      11250 Zeichen | - Fynja

      „Fyyyyyyyyyynn, kommst du mal bitte?“, rief ich laut während ich vor dem Computer saß. Etwas genervt kam er zu mir und erblickte recht schnell den Grund warum ich ihn gerufen hatte. Ich hatte eine Verkaufsanzeige geöffnet, die von einer jungen Frau stammte, die bei mir bereits einige Pferde erfolgreich trainiert hatte. Sie wollte aus Zeitmangel so gut wie alle ihre Pferde abgeben, darunter auch ein Trakehner Scheckhengst, der mir durch seine auffällige Zeichnung ins Auge gesprungen war. Eigentlich hatte ich weiterhin nach einem Kumpel für Glymur gesucht, und die Anzeige erst weggecklickt, konnte dann jedoch einfach nicht wiederstehen und hatte mir die Anzeige näher angeguckt, was dazu führte, dass ich umso begeisterter von dem Hengst war. Fynn dagegen war es aktuell noch absolut nicht, eher im Gegenteil. „Warum willst du noch einen Trakehner kaufen? Wollten wir nicht eigentlich nach einem Isländer Ausschau halten? Irgendwann sind unsere Ställe voll..:“, sagte Fynn leicht verärgert. Nach einigem guten Zureden hatte er sich zumindest für eine Besichtigung bereitschlagen lassen, sodass ich die Besitzerin anrief und wir kurz darauf losfuhren und ihn anschauten. Nach einer guten halben Stunde Fahrt hatten wir das Ziel erreicht und wurden direkt von der netten Besitzerin begrüßt. Sie hatte Jacson bereits auf Hochglanz geputzt und führte uns zu ihm. Der Hengst schaute uns freundlich entgegen und genoss die folgenden Streicheleinheiten sichtlich. Wir redeten ein wenig über die Qualifikationen und Begabungen des Hengstes bevor ich anfing ihn zu satteln. Das Satteln wollte ich auf jeden Fall selbst übernehmen um eventuelle Verhaltensauffälligkeiten hierbei festzustellen. Das einzige Auffällige jedoch war ein gut sitzender Sattel und ein aufmerksames Pferd, welches jedoch brav stillstand. Fynn’s Interesse hatte der Hengst langsam auch geweckt, sodass er sich unterdessen die Hufqualität und das Gebäude des Hengstes näher anschaute. Anschließend gingen wir in die Reithalle wo ich ihn in Ruhe probe ritt, erst etwas dressurlastiger und zum Abschluss noch ein paar Sprünge. Der Hengst war sehr fein im Maul und sensibel am Schenkel, was es einerseits etwas kompliziert gestaltete ihn zu reiten aber andererseits auch ein absolutes Vergnügen war da eine kleinste Hilfe reichte und sofort reagierte Jacson willig. Zum Schluss setzte sich noch Fynn auf ihn und ritt eine kleine Runde ins Gelände um zu testen wie er sich dort verhalten würde. Nach einer guten viertel Stunde kam er leicht grinsend zurück und erzählte mir, dass alles prima war. Ich war sehr erleichtert, dass auch Fynn ihn scheinbar überzeugend fand und befand mich schon kurz danach in den Verhandlungsgesprächen mit der Besitzerin. Wir einigten uns schnell auf einen Preis und beschlossen dann Jacson sofort mir zum Gestüt zu nehmen, da wir einen Hänger dabei hatten und somit nicht zwei Mal fahren mussten. Gemeinsam verluden wir ihn, verabschiedeten uns von der Besitzerin und fuhren dann zurück nach Hause. Auf der Fahrt war Fynn noch immer etwas still, schien jedoch nicht mehr ganz so verärgert über den Kauf zu sein, schließlich würde er sicherlich auf sein Vergnügen mit dem Hengst haben und ihn auch auf dem ein oder anderen Turnier vorstellen können. Zurück am Hof luden wir Jacson sofort aus und ich brachte ihn auf eine der Koppeln neben Tasty und Bailey, mit denen er später mal zusammenstehen würde. Danach lief ich sofort zu Freya und teilte ihr mit, dass sie bitte eine Box fertig machen sollte für den Neuankömmling. Sie war sehr überrascht schließlich war kein Pferdekauf geplant gewesen doch nach einem kurzen Blick auf die Weide zu dem Hengst freute sie sich sehr auf das neue Pferd und kümmerte sich um die Box.


      Ich wollte nun auch mit der Alltagsarbeit beginnen und machte mich auf den Weg zu Glymur. Weit kam ich jedoch nicht bevor mein Handy klingelte. „Hallo Fynja, ich bin’s Jessica. Sag mal du fandest doch immer Snoppa so toll, oder?“, klang es von meiner Hufschmiedin und Freundin. „Ähm ja, wieso denn?“, entgegnete ich ihr leicht verwirrt, schließlich war die Stute immer einer ihrer absoluten Lieblinge gewesen und ich wusste nicht ganz warum sie mich anrief. „Möchtest du sie eventuell bei dir aufnehmen? Ich finde leider einfach keine Zeit für sie und sie ist viel zu schade um nicht weiter gefördert zu werden.“, sagte sie als nächstes. Das Telefonat dauerte nicht allzu lang, für mich war schnell klar, dass Snoppa zu uns ziehen würde, sie war wirklich eine bildschöne Stute und ich hatte bereits die Möglichkeit gehabt sie zu reiten, auch dort war sie einfach traumhaft. Sofort vereinbarte ich mit Jessica eine Uhrzeit um sie abzuholen und sagte dann Fynn Bescheid. Gegen die Stute hatte er absolut nichts einzuwenden, denn auch er war von ihr und ihrem Können überzeugt. Gemeinsam hängten wir wieder an und bereiteten ein Heunetz vor. Bevor wir losfuhren gab ich noch Freya Bescheid, dass sie direkt beide Boxen vorbereitete und dann fuhren wir los. Schnell waren wir am Hof von Jessica angelangt, wo uns leider nicht viel Zeit zum quatschen blieb da wir Zuhause noch alle Pferde versorgen mussten. Snoppa verhielt sich wie gewohnt brav beim verladen und stand auch während der Fahrt ruhig im Hänger. Bald waren wir wieder zurück am Hof, wo ich die Stute auslud und ihre Box brachte wo sie sich etwas von der stressigen Fahrt erholen sollte.

      Fynn hängte den Hänger wieder ab und kam dann zu mir an die Box, wo wir gemeinsam Snoppa beobachteten. Sie war etwas unruhig fing jedoch schnell an am Heu zu mümmeln, sodass ich beschloss, dass wir sie alleine lassen könnten und ich mit den nächsten Pferden weitermachen konnte. Da der Tag inzwischen leider schon etwas fortgeschritten war würde ich keine Zeit mehr für alle Pferde haben, sodass ich beschloss mir für die Fohlen eine andere Beschäftigung auszudenken. Vor kurzem erst hatte ich einen großen, bunten Gymnastikball gekauft, der sich hervorragend für Pferdefußball eignete, aber mit dem bestimmt auch die Kleinen Spaß haben würden. Ich brachte den Ball auf das große Sandpaddock und holte dann zuerst Cody und Alesco. Beide waren inzwischen schon im Jungpferdealter angelangt doch noch sehr verspielt und jugendlich, sodass sie bestimmt Spaß an dem neuen Gegenstand finden würden. Zuerst jedoch putze ich sie gründlich und säuberte die Hufe, dann ging es für beide auf das Sandpaddock. Cody scheute im ersten Moment etwas vor dem Ball, doch Alesco ging mutig voran und stupste den Ball vorsichtig an. Auch er sprang erschrocken zur Seite als der Ball sich daraufhin bewegte. Ich stand lachend am Rand und schaute den Beiden kurz zu bevor ich noch Ófeig aus dem Stall holte. Schnell putzte ich die kleine, braune Stute und stellte sie dann zu den beiden anderen. Diese hatten inzwischen die Angst vor dem Ball verloren und tobten ausgelassen damit über das Paddock. Für Ófeig war es nun leichter sich an den Ball zu gewöhnen, da die anderen beiden ihr vermittelten, dass vom Ball keine Gefahr ausging. Es dauerte nicht lange und alle drei galoppierten gemeinsam mit dem Ball durch die Gegend. Am liebsten hätte ich ihnen Stunden zugeguckt doch leider wartete noch einiges an Arbeit auf mich.

      Schon am Vormittag hatten Fynn, Freya und ich eigentlich einen Ausritt ans Meer mit den drei Isländerstuten geplant, doch daraus wurde wegen Jacson und Snoppa morgens nicht. Da wir alle drei jedoch noch Lust auf den Ausritt hatten holten wir nun Elding, Kempa und Fjörgyn uns dem Stall und putzen sie in Ruhe. Wie gewohnt saß jeder auf seinem Lieblingspferd, sodass Fynn Fjörgyn reiten würde, Freya würde Kempa nehmen und für mich blieb dann noch Elding übrig, was mich freute, da ich die Stute sehr gerne hatte und sie ja auch erst seit kurzem wieder bei uns war. Durch den Fellwechsel waren wir einige Zeit mit dem Putzen beschäftigt bevor es an das Satteln ging. Ich trenste Elding nur, da wir es noch nicht geschafft hatten einen Sattler herzubestellen seit sie angekommen war und ich ihr keinen halbwegs passenden Sattel zumuten wollte – wenn sollte da ein Fachmann drauf schauen und ihr einen ordentlichen Sattel anfertigen. Die anderen beiden waren jedoch auch schnell fertig, sodass wir bald losritten. Glücklicherweise lag der Hof nicht weit vom Meer entfernt, sodass wir nach gut zehn Minuten am Strand ankamen. Wir genossen das schöne frühsommerliche Wetter mit einigen, längeren Galoppstrecken. Es war einfach schön den Wind in den Haaren zu spüren und auch gerade Elding vermittelte mir ein enormes Gefühl von Kraft und Sicherheit, obwohl wir ohne Sattel unterwegs waren. Vollkommen zufrieden kamen wir nach einer guten Stunde zurück an den Hof, wo wir die drei Stuten noch etwas gemeinsam auf die Koppel brachten.

      Da es langsam schon dunkel wurde mussten wir auch die restlichen Pferde untereinander aufteilen, damit alle die verdiente Bewegung bekommen würden. Freya würde noch etwas Sun longieren, Fynn würde etwas Springen trainieren indem er Bailey in der Halle ritt und ich longierte Tasty. Glymur brachte ich unterdessen auf das Laufband, damit auch er seine tägliche Bewegung bekam. Während Freya und Fynn schon ihre Pferde fertig machte holte ich die Jungpferde vom Sandpaddock rein. Sie waren noch immer fleißig am spielen, doch langsam war es genug, sonst würde der Ball irgendwann langweilig werden. Schnell waren die drei in ihren Offenstall gebracht, sodass ich mich ganz Tasty widmen konnte. In letzter Zeit hatten wir viel mit ihm an der Dressur gearbeitet, sodass lockeres Longieren oder Bodenarbeit öfter auf der Strecke geblieben waren. Umso mehr freute er sich nach dem ausgiebigen putzen und anlegen des Kappzaums, als er sich an der Longe mal nach Herzenslust austoben durfte. Ich ließ ihm die Freiheit und ließ ihn etwa fünf Minuten bockend umher rennen- das hatte er sich nach den strengen Trainingswochen verdient! Anschließend arbeitete ich ihn jedoch noch ernsthaft und nutze meine Einwirkung durch den Kappzaum um eine Stellung und Biegung herzustellen. Nach gut einer halben Stunde waren wir fertig, sodass ich ihn zurück in die Box brachte. Auch Freya war mit Sun fertig und erzählte mir, dass es Sun heute sehr schwer gefallen war die richtige Stellung zu finden und den Hals fallen zu lassen – daran würden wir wohl in der nächsten Zeit noch arbeiten müssen. Fynn brauchte mit Bailey noch etwas, sodass ich Freya und ich alleine anfingen die restlichen Pferde wieder von den Koppeln in den Stall zu bringen und das Kraftfutter für alle Pferde zu mischen. Kaum hatten wir das Futter in den Trögen verteilt kam auch Fynn zu uns. Er war total begeistert vom Training mit Bailey – dem merkte man einfach seine sehr gute Ausbildung und seinen tollen Charakter an, nicht umsonst war er einer meiner absoluten Lieblinge und noch dazu mein erfolgreichstes Pferd! Fynn kümmerte sich nun um die Heufütterung während ich mich nochmal speziell Jacson und Snoppa widmete. Snoppa war noch immer etwas unruhig, wobei sie sich wohl einleben würde. Jacson dagegen schien sich schon recht wohl zu fühlen und ließ sich gerne streicheln – die nächsten Wochen und Jahre mit den beiden würden sicherlich viel Spaß bringen! Als Fynn fertig war gingen wir alle gemeinsam ins Wohnhaus um dort noch etwas zu kochen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
    • Mohikanerin
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      Pflegeberichte (2)

      Pflegebericht
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      September 2015 | (c) Sosox3
      1615 Zeichen | - Unbekannt

      Nachdem ich nun Turnierreiterin von Fynja’s Fjörgyn wurde, hatte ich mich neben der Isländerstute in die andere Stute Burnin‘ Ófeig verliebt. Ab und an durfte sie mal die Turnierluft beschnuppern, während ich Fjörgyn auf den Gangturnieren ritt. Immer mal wieder trat ich mit der Braunen Stute in Kontakt und langsam langsam wuchsen wir zusammen. Ab und an machte ich einen Spaziergang mit ihr und kuschelte Stunden mit ihr. Irgendwann hatte auch Fynja bemerkt wie gut wir beiden auskamen und stellte mir eine sehr wichtige Frage, nämlich ob ich Ófeig nicht übernehmen wolle, da sie mit ihr nicht so richtig warm wurde. In diesem Moment war ich sehr verwundert aber ich stimmte glücklich und überrascht zu.

      Es dauerte nicht lange, da hatten wir einen Termin ausgemacht an dem sie mit zu mir nach Briar Cliff in den USA mitkommen konnte. Die Import von Estland nach Nordamerika dauerte etwas an, aber Òfeig hatte es gut überstanden. Nur in den Hänger wollte sie nicht ganz so schnell und so gönnte ich ihr einen Tag Pause von der langen Fahrt und am nächsten Morgen ging dann alles ganz schnell. Die Fahrt dauerte ein paar Stunden mit einigen Pausen, aber wir kamen gut bei uns am Stall an und ich konnte sie zunächst mit Slaufa, meiner anderen Isländerstute auf eine Weide stellen und in der Zeit ihre Box fertig machen für die Nacht. Ich füllte ihr ein Heunetz und nahm so Abby ein wenig Arbeit ab, was weder mir, noch ihr was ausmachte. „Abby? Kannst du am Abend Ófeig hier in die Box stellen, ich muss noch Bürokratie machen“, seufzte ich spielerisch genervt auf und sie lächelte nur. „Alles klar, kein Problem.“

      Einreiten
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      Oktober 2015 | (c) Samanta
      4687 Zeichen | - Unbekannt

      "Hallo, hier ist nochmal Rachel Wincox. Ich würde gerne ein weiteres Pferd bei dir ins Training geben. Ich hoffe es ist noch was frei. Ruf doch bitte zurück."Diese Nachricht fand ich auf meinem Anrufbeantworter, nachdem ich von draußen reingekommen bin. Ich rief sofort zurück und machte einen Termin mit ihr aus. Bereits am nächsten Tag setzte ich mich ins Auto und machte mich auf den Weg zu ihr. Am Hof angekommen, wurde ich auch schon von Rachel erwartet."Hi, schön dich zu sehen",begrüßte ich sie und schenkte ihr ein breites Lächeln. Sie erwiderte das Lächeln und wie bei meinem ersten Besuch, richtete ich mich erst einmal ein und ließ mir ein bisschen etwas über die Isländerstute erzählen. Es war immer gut, wenn der Besitzer etwas über das Pferd erzählte, damit man schon mal einen ersten Eindruck hatte. Bisher habe er keinerlei Probleme gemacht, erzählte sie mir,wies aber darauf hin, dass sie etwas scheu war, wenn es um Fremde, aber auch um bekannte Personen ging. Außerdem würde sie ab und zu einen Gangsalat produzieren, den es auszubessern gab. Ich nickte.Das waren doch schon mal Informationen, mit denen ich etwas anfangen konnte. Wir gingen gemeinsam hinüber zum Stall. Ich merkte schnell, dass sie etwas zurückhaltend gegenüber mir war und etwas nervös mit den Ohren spielte. Ich hielt ihr erst einmal meine Hand hin und ließ sie daran schnuppern. Sie wurde etwas entspannter und so ließ ich sie erstmal meine Hand und danach alle anderen Körperteile ausgiebig beschnuppern. Schließlich schien sie sich soweit an mich gewöhnt zu haben, dass ich versuchte sie aufzuhalftern. Es klappte beim zweiten Versuch und ich lobte sie ausgiebig dafür. Heute wollte ich mich nur einmal mit ihr bekannt machen. Also putzte ich sie ausgiebig und versuchte sie an meine Anwesenheit zu gewöhnen. Nachdem ich sie geputzt hatte, führte ich sie ein bisschen über den Hof und unterhielt mich dabei mit ihr. Es war wichtig, dass sie sich an meine Stimme und meine Anwesenheit gewöhnte und mir vertraute. Rachel blieb dabei, damit sie immer eine bekannte Person bei sich hatte. Schließlich brachten wir sie wieder in die Box. "Ich denke damit kann ich arbeiten",sagte ich lächelnd. Gemeinsam aßen wir zu Abend und nachdem wir uns noch eine Weile unterhalten hatten, ging ich zu Bett. Die nächsten Tage arbeitete ich jeden Tag mit Burnin Ofeig am Vertrauen und man merkte immer mehr, dass sie mir zu vertrauen fand. Respekt und Vertrauen waren das wichtigste in Bezug auf ein junges Pferd. Man musste eine Verbindung aufbauen, um es einreiten zu können. Jedenfalls war das meine Philosophie. Es wurde jeden Tag besser und nach einer Weile begann ich die Stute zu longieren. Zu Anfang noch mit Rachel oder einem ihrer Angestellten und schließlich auch irgendwann alleine. Die Stute machte gute Fortschritte und gewöhnte sich mit der Zeit auch an Sattel und Trense. Den Gangsalat produzierte sie immer noch teilweise, aber alles in allem waren ihre Gänge schon viel besser. Schließlich war der große Tag gekommen. Ich wollte mich zum ersten Mal über ihren Rücken legen. Dazu bat ich Rachel mir hochzuhelfen und einen anderen, die Stute vorne festzuhalten.Beruhigend redete ich auf sie ein und ließ mir dann langsam hochhelfen. Die Stute machte einen Schritt zur Seite und prustete nervös. Ich ließ mich langsam wieder runterrutschen, hing ja wie ein Kartoffelsack über ihrem Rücken und streichelte sie beruhigend. Wir wiederholten das Ganze noch zweimal und ließen es dann für heute gut sein. Jeden Tag wurde die Stute entspannter und als ich das erste Mal mein Bein über den Rücken schwang, blieb sie entspannter, als noch vor wenigen Tagen. Ausgiebig lobte ich sie. Jeden Tag trainierte ich mit ihr und schließlich war ich soweit, dass ich aufrecht auf ihrem Rücken sitzen konnte und sie im Schritt mit mir - noch geführt - durch die Bahn ging. Ich lobte sie und wir trainierten weiter, solange bis es auch ohne Strick funktionierte und sie begann meine Hilfen anzunehmen. Ich war sehr stolz und nach einigen weiteren Trainingseinheiten war sie soweit, dass auch Sarah ohne Probleme auf ihr reiten konnte.Ich verabschiedete mich von den beiden und wünschte ihnen viel Erfolg bei ihrem weiteren Weg. Der Gangsalat war fast verschwunden, aber natürlich würde er erst mit der Zeit ganz weg sein. Sie war noch jung und da kam es vor, dass man sich mit den Gängen noch nicht ganz sicher war. Vor allem bei Isländern war das am Anfang öfter ein Problem, aber es war nichts, was sich nicht durch Training rausreiten ließ. Schließlich war ich wieder zu Hause in meinen vier Wänden und wirklich froh darüber, erst einmal eine kurze Verschnaufpause zu haben, bevor es schon zum nächsten Pferd gehen würde.

      Tierarzt
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      November 2015 | (c) Eddi
      2883 Zeichen | - Eddi

      Nach einer kleinen Mittagspause stieg ich wieder ins Auto und machte mich auf den Weg zum nächsten Patienten. Es ging aufs Gestüt Briar Cliff, wo ich zwei Pferde meiner Hufschmiedin Rachel untersuchen sollte. Der Weg verlief relativ ruhig und so war ich schnell angekommen, wo mich Rachel auch schon in Empfang nahm. Heute war herrliches Wetter und so entschieden wir uns, die Untersuchungen auf den Außenputzplatz zu verlegen.
      Während ich mein Zeug auspackte, holte Rachel den ersten Patienten. Dabei handelte es sich um eine junge Isländerstute namens Ófeig. Ich kannte sie sogar vom Hören und Sehen, denn sie entstammte einer relativ bekannten Zucht und dementsprechend konnte sich auch ihr Stammbaum sehen lassen. Nur inzwischen war sie schon fünf Jahre und nicht mehr das kleine Fohlen von damals.
      Ófeig war klug und konnte durchaus einen Dickkopf haben. Das machte sie direkt deutlich, als Rachel mir die Stute im Schritt und Trab über den Hof führen sollte. Ich erahnte bereits, dass Ófeig traben konnte, aber gerade zeigte sie uns vorzugsweise den Tölt. Nach einer Anstandsrunde im Trab, damit sich die Stute nichts falsches angewöhnte, kam Rachel mit ihr zurück und band sie wieder am Putzplatz an.
      Für Ófeig stand heute eine große Untersuchung an, also hatten wir allerhand vor uns. Zuerst warf ich aber einen Blick in ihre Augen und kontrollierte jeweils den Pupillenreflex. Ófeig hatte hübsche blaue Augen, in denen aber auch ständig der Schalk aufblitzte. Danach warf ich noch einen Blick ins Maul, kontrollierte die Farbe der Schleimhäute und warf einen kurzen Blick über ihre Zähne.
      Danach begann ich mit dem Abhören von Herz und Lunge und kontrollierte die Werte. Alles war im grünen Bereich, so dass ich mit dem Abtasten weitermachen konnte. Zuerst die Wirbelsäule, dann noch die Gelenke und Sehnen. Ófeig blieb brav stehen und hielt still. Da auch ihre Körpertemperatur im Idealbereich lag, konnte ich offiziell sagen, dass die Stute körperlich fit war.
      Nun machten wir uns an das Röntgen. Ich holte das mobile Röntgengerät aus seiner Tasche und baute alles auf. Da Ófeig still stand, ging das Ganze auch wirklich schnell und ich hatte die Bilder im Kasten, die ich brauchte. Nun musste ich ihr noch Blut abnehmen. Es war nicht viel, aber es war natürlich unangenehm.
      Als dann das geschafft war, konnte ich mit den Impfungen weitermachen. Ófeig bekam insgesamt vier Spritzen: Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Alle vier hielt sie tapfer aus, heute war sie wirklich vorbildlich. Abschließend gab es noch die Wurmkur ins Maul und schon waren wir fertig. Ófeig durfte zurück in ihre Box und ich erneuerte den Impfpass.

      Röntgenbilder:
      Ófeig lässt sich in die Röntgenklasse I-II einteilen. Die Aufnahmen zeigten keine Auffälligkeiten, sondern liegen nahe am Idealbereich des Exterieurs.

      Kleines Blutbild:
      Alle Werte liegen im Normalbereich, Ófeig ist kerngesund.

      Pflegebericht
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      März 2016 | (c) Sosox3
      297 Zeichen | - Unbekannt

      Auch mit Ofeig ritt ich heute aus. Die kleine machte sich immer besser unterm Sattel und ich lobte sie fast am laufenden Band. Auch wenn sie ihren eigenen Kopf hatte, benahm sie sich. Zuhause angekommen gab es für sie eine Möhre und sie kam auf die Weide. Gegen 20 uhr kam sie wieder in ihre Box.
    • Mohikanerin
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      Training

      Gangreiten E-A
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      27. Dezember 2015 | (c) BellaS
      12840 Zeichen | - Fynja

      Eine bunte Mischung von Reitern und Pferden verschiedenster Ausbildungsstände erwartete mich für meinen Wochenendkurs. Vier Reiter, vier Pferde, eine Ovalbahn, drei Stunden Unterricht. Das Ziel war ein Reiterlicher Fortschritt sowie eine Aufstufung der Pferde. Während Rachel, auch bekannt als meine Hufschmiedin und Alicia Grey, eine Stammkundin, mit ihren eigenen Pferden anreisten, würden Mio Michalski und Verena O'Connor, beide selber Trainerinnen, nur eben nicht im Bereich des Gangtrainings, Pferde von mir reiten. Ich trat aus dem Haus. Zwei Autos samt Anhänger standen auf dem Hof und ein Taxi setzte soeben Mio am Hoftor ab. Verena war bereits heute Vormittag angekommen. Ich trat in die Runde und das große Begrüßen begann. Dann verfrachteten wir Ófeig auf die Wattweide und Haru auf den leeren Hengstpaddock, damit die Pferde sich wenigstens den Vormittag über etwas ausruhen konnten. Aus dem Transporter direkt auf die Bahn tat bekannterweise keinem Pferd gut. Auch mit dem kurzen Eingewöhnungstraining am Nachmittag war es schon etwas drastisch, aber beide Pferde waren robust und würden das verkraften. Ich zeigte den Neuankömmlingen ihre Gästezimmer über den Haupthaus, dann lud ich sie zu einem späten Frühstück ein. Am Nachmittag würde es dann zum ersten Mal an diesem Wochenende auf die Bahn gehen. Das intensive Training war für den morgigen Samstag geplant. Am Sonntag war nur eine kurze Wiederholung angesetzt und wenn sich die vier gut machen, würden wir danach an den Strand gehen. Davon hatte ich bisher allerdings noch nichts gesagt. Ich war gespannt auf was für Reiter ich hier überhaupt getroffen war. Zwar nannte ich sie alle meine Freundinnen und hatte sie längst im Sattel gesehen, doch nicht auf einem Gangpferd.
      Am Nachmittag kam der erste listige Teil des Tages. Verena und Mio durften nun nämlich ihre Trainingspartner für das kommende Wochenende kennenlernen. Vinkona zeigte sich, wie immer, von ihre besten Seite. Allerdings war Verenas Gesichtsausdruck unbezahlbar, als Snót sich das erste mal weigerte durch eine Pfütze aus matschigem Schnee zu gehen. In den letzten Tagen hatte es getaut. Eine Tatsache, die das Stattfinden dieses Kurses überhaupt ermöglichte. Auf einer vereisten Ovalbahn wäre ein Training eher nicht so gut gewesen. Schon während des Sattelns erwies sich die Paarung Verena – Snót als leicht schwierig. Die Plüschteddy-Seite hatte die Stute heute wohl abgeschaltet, dafür trat die Diva nun deutlich ans Tageslicht. Erst als Verena ihr mit einigen, zielgerichteten Handgriffen den schweren Westernsattel auf den Rücken pflanzte, wurden die Zickereinen von großen Augen abgelöst. Einen wirklich geübten Westernreiter kannte Snót bisher gar nicht. Umso erstaunter war sie jetzt. Glücklicherweise führte dies dazu, dass sie mit ihren Mätzchen aufhörte und schließlich waren wir startbereit.
      Zweimal Viergang, zweimal Tölt waren vertreten. Allerdings klafften die Ausbildungsstände auch bei den Reitern weit auseinander. Nach etwas Schritt zum aufwärmen, wurden die Übungen differenzierter. Verena sollte mit Snót direkt antölten, denn ich wusste, dass sie bereits auf ihrem Skrudi im Tölt eine brauchbare Figur machte. Alicia wies ich an vor dem Tölt Volten und Handwechsel zu machen, stehen zu bleiben und Rückwärtszurichten, um ihrem Mix Haru das Tölten zu erleichtern. Mio und Rachel mussten mir erst einmal vorführen was sie bereits konnten, also gab ich auch hier die Anweisung zum Antölten. Ein kurzer Blick zu Verena sagte mir, dass ich mir hier keine Sorgen machen musste. Sie ritt selbstständig und gut und Snót war noch immer zu geblitzdingst um zu zicken. Auch Rachel machte keine schlechte Figur, denn ihre Ófeig töltete sicher und weich. Mio hingegen schwebte beinahe ein großes rotes Fragezeichen über dem Kopf. Zwar töltete Vinkona, aber sie wusste offensichtlich genauso wenig wie ihre Reiterin was sie tun sollte. „Mio. Gewicht in die Bügel. Sitzen. Absätze federn nach unten. Zügel kürzer. Treiben.“ Ich kurzen Worten machte ich ihr klar was sie zu tun hatte, ehe ich meinen Blick wider auf Alicia richtete. Ich hatte Haru bereits selbst trainiert und wusste: Er war ein Trabtölter der übelsten Sorte. Ganz genau dieses Problem hatte Alicia jetzt. Nach zwei Metern Tölt wechselte ihr Hengst nämlich eigenmächtig in den Trab, einfach weil er den Takt nicht halten konnte. „Versuch es mal mit kleinen Paraden. Mit dem Ringfinger am Zügel. Die müssen außerdem viiiel kürzer.“ Das „viel“ zog ich in die Länge um ihr klar zu machen, dass sie bei einem Trabtölter den Kopf ziemlich hoch nehmen musste. „Pass auf, dass er seinen Kopf gefälligst selber trägt!“ Die Stunde, die ich für heute vorgesehen hatte war schneller um als gedacht und so war es schon bald Zeit die Pferde abzusatteln und den Rest des Tages irgendwie, in unserem Fall an meinem Küchentisch mit ein bisschen Reiter-Klatsch, totzuschlagen. Immerhin hatte Mio heute die Grundlagen des Töltens begriffen, Alicia ihren Haru zu einer vernünftigen Distanz im Tölt gebracht, Verena hatte meine kleine Zicke ruhiggestellt und Rachel, nun ja, Rachel war um einige Erfahrungen reicher geworden. Morgen war dann der Tag an dem die Pferde richtig würden arbeiten müssen, denn Morgen wurden die Grundsteine für ihre jeweiligen Aufstufungen gelegt.
      Am nächsten Morgen ging es schon früh zu den Pferden. Nun, zumindest früher als Gestern. Das gemeinsame Frühstück hatte doch länger gedauert als geplant, aber wir hatten ja den ganzen Tag Zeit. Allerdings konnten es uns unsere Pferde natürlich nicht leicht machen. Heute verursachte allerdings nicht Snót die schlechte Laune, sondern Ófeig, die wir in einer handfesten Beißerei mit meiner Stute Fjara antrafen. Sie über Nacht in der fremden Herde zu lassen war wohl doch keine ganz so gute Idee gewesen. Wieder einmal musste ich mein altbewährtes Drachenblutfplaster aus der Sattelkammer holen und kleine Bisswunden an beiden Stuten versorgen. Ófeig würde für die nächste Nacht in jedem Fall in der Box stehen müssen. Rachel's Stute schien heute grundsätzlich auf Krawall gebürstet zu sein, denn schon beim gemeinsamen Putzen schnappte sie nach links und rechts, bis wir sie so weit an Rand anbanden wie nur möglich. Alle anderen Pferde hatten heute die Ruhe weg, nur Ófeig versuchte die Runde aufzumischen. Wieder ging es auf die Ovalbahn und wider begannen wir zum aufwärmen im Schritt. Verena und Alicia mussten heute ausschließlich Tölt reiten, während Mio und Rachel Viergang trainierten. Trotzdem begannen wir alle gemeinsam mit dem Tölt, was vor allem bei Mio heute richtig schön anzusehen war. „Du sitzt richtig gut.“, teilte ich ihr erfreut mit. Auch Verena hatte es heute leicht. Snót war noch immer fasziniert von ihr, sodass das Tölten, auch unter dem Westernsattel, erstaunlich gut klappte. Da Verena auf dem Pferd saß wie angegossen, musste ich mir um sie keine Sorgen machen. „T8 ist wohl jetzt ein bisschen wenig für dich.“, grinste ich sie später am Tag an. Jetzt hatte allerdings Alicia zu kämpfen. Zwar töltete Haru jetzt immerhin eine halbe Runde auf der Ovalbahn, aber nur mit biegen und brechen. Überstrichene Zügel, wie in der T6 verlangt, waren hier so gut wie undenkbar. Trotzdem arbeitete Alicia verbissen, denn sie glaubte offensichtlich an ihren jungen Hengst. Und Rachel? Nun ja, Rachel rang mit Ófeig, die zwar töltete, aber immer wieder aus dem Takt kam um die fremden Pferde anzugiften. „Normalerweise ist sie nicht so.“, rief sie mir ein wenig verzweifelt zu. Schließlich verpflanzte ich die beiden zum traben und galoppieren auf die Passbahn, denn für Viergang waren, wie der Name schon sagt, alle vier Gänge gefordert. Als ich zur Ovalbahn zurückkehrte, tölteten alle drei Reiterinnen noch immer fleißig. „Mio. Gönn' Kona mal eine Pause und dann lass sie traben. Für Viergang musst du nicht nur tölten.“ Mein Blick glitt über eine sehr bemühten Alicia auf einem angenervten Haru weiter zu Verena und Snót. Letztere hatte wohl gerade beschlossen die reiterischen Grenzen ihres Gepäcks zu testen. Snót wetzte los als wären alle Teufel der Hölle hinter ihr her. Natürlich im Tölt, das musste man der Stute lassen. Der Takt war einwandfrei, sogar in derart überhöhter Geschwindigkeit. „Mio. Alicia. Anhalten.“, schallte meine Stimme über die Bahn, während Verena versuchte das Tempo zu kontrollieren. Leider hatte sich Snót gerade die Reiterin ausgesucht, die ihr Leben lang gelernt hatte tief zu sitzen. Western eben. Jeden anderen Reiter hatte meine Stute gnadenlos verunsichert, doch Verena saß felsenfest, obwohl sie das Tempo nicht kontrollierte. Schließlich kam Snót zu der Einsicht, dass ihr so nicht beizukommen war und sie fand von einer Sekunde zur anderen in den normalen Trainingsmodus zurück. „Gut geritten. Richtig gut.“ Mein Kompliment ging im erleichterten Gelächter der anderen Reiter unter. Auch Ófeig schien sich in der Zwischenzeit wieder ein wenig akklimatisiert zu haben, sodass Rachel und ihre Stute wieder zu uns stießen. Auch Mio und Vinkona waren erfolgreich, nachdem ich den Übergang vom Trab zum Tölt noch einmal erklärt hatte. Verena hatte Snót unter Kontrolle und Rachel schaffte es ihre Stute bei Laune zu halten. Sogar Alicia hatte ihr Tagesziel erfüllt, als ich das heutige Training schließlich für beendet erklärte. Ihr Haru war ein ganze Stück mit überstrichenem Zügel getöltet. Auf die Uhr geguckt hatte heute keiner. Aber sowohl Pferde als auch Reiter waren erschöpft und auch ich hatte bestimmt zwei Stunden an der Bande verbracht. Ich konnte nur hoffen, dass meine Stimme mich morgen nicht für das ständige Schreien am heutigen Tag strafen würde. Vorsichtshalber wickelte ich mir einen Schal um den Hals, denn während die anderen sich nun entspannen konnten, hatte ich meine tägliche Arbeit zu erledigen.

      Dass schon Sonntag war, konnte ich eigentlich gar nicht glauben. Nach dem gestrigen Training war mein Tag wohl doch nicht mehr so lang gewesen wie einst befürchtet. Nun ja, reiten war eben ein zum Beruf gemachtes Hobby. Heute hatte ich mehr Zeit eingeplant und so starteten wir erst am späten Vormittag mit den letzten Runden auf der Ovalbahn. Das Putzen und Satteln verließ ausnahmsweise glatt. Nur das ich mir auch ein Pferd fertig machte, stieß auf Verwunderung. Meine Stute Laufey,eine kleine Ziege, aber ein Verlasspferd, würde uns heute an den Strand begleiten. Von diesem geplanten Ritt hatte ich allerdings noch nichts gesagt.
      Ich gestaltete das letzte Training wie eine Prüfung. Einzeln kamen die Reiter auf die Ovalbahn, die anderen mussten auf der nahegelegenen Passbahn abreiten. Auf die Reihenfolge hatten die Vier sich untereinander geeinigt, sodass ich nicht wusste, wer als erstes komme würde. Schließlich ritt Mio auf Vinkona auf die Bahn. Sie führte erst einen schönen Schritt, dann den Tölt vor. Zwar konnte man an ihrem Sitz noch arbeiten und ich korrigierte entsprechend, doch fand sich heute kein Fragezeichen mehr auf ihrem Gesicht. Auch der, oft heikle, Übergang in den Trab gelang und vom leichten Galopp über die Bahn muss ich hier nicht reden. „Eine von vier erfolgreich.“, hakte ich die Liste in meinem Kopf ab. „Wunderbar.“, rief ich laut. „Reite bitte noch ein bisschen auf der Passbahn, ich habe nachher noch etwas geplant.“ Als nächstes kam Rachel mit Ófeig, die uns wieder Viergang vorführte. Schritt und Tölt waren wunderbar, das Antraben klappte erst beim dritten Anlauf, als ich ihr geraten hatte im Entlastungssitz anzutraben. Galoppieren klappte wunderbar. Nun fehlten noch Alicia und Verena. Letztere zuerst. Ihre Vorstellung für die T7 war Turnierreif und ich stellte fest, dass es bei Verena eher am Sattel als an den Gängen lag. Im Westernsattel ritt sie sicher, egal was das Pferd unter ihr veranstaltete. Den größten Erfolg dieses Wochenendes hatte allerdings Alicia vorzuweisen, die mir mit stolz erfüllter Miene schnelles und langsames Tempo Tölt präsentierte und es nach zwei Anläufen sogar schaffte, Haru am überstrichenen Zügel tölten zu lassen. Ich war zufrieden, denn der Kurs hatte alle Reitern und Pferde Fortschritte machen lassen. Nun verkündete ich die Belohnung und erlöste Laufey, die es hasste lange zu stehen. Zu fünft ging es hinunter zum Strand und natürlich mussten wir den harten, feuchten Sand zum galoppieren nutzen. Dass sich ein handfestes Rennen entwickelte, störte uns wenig. Wir flogen förmlich über den Strand und meine Lieblingsstute war trotz ihrer Trächtigkeit die Schnellste. Die Zeit in der ich Laufey nicht mehr würde reiten können rückte unaufhaltsam näher und so freute ich mich doppelt über Momente wie diese.
      Der Abschied am Abend fiel und allen schwer. Vor allem Verena und Mio hatte die dreitägige Arbeit an ihre Leihpferde gewöhnt und sie zusammengeschweißt. Für mich war das Ganze ein voller Erfolg gewesen. Der „Gangtraining mal anders“-Kurs, würde nicht der letzte seiner Art sein, der hier auf Rømø stattfand.

      Dressur E-A
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      März 2015 | (c) Samanta
      5131 Zeichen | - Unbekannt

      Nach dem Auftrag bei Joyce McConnor hatte ich erstmal eine Woche 'Urlaub' genommen und viel mit meinen Pferden gemacht, bevor ich mich zum nächsten Auftrag begab. Diesmal machte ich mich auf den Weg zu Rachel Wincox. Natürlich nicht ohne das Lunchpaket von Isabella. Da brachte es auch nichts, ihr zu sagen, dass ich ja nicht lange fahren würde. Dennoch musste ich es mitnehmen. Als ich schließlich auf Chattahoochee Hills ankam, wurde ich von Rachel bereits erwartet. Auch sie wurde mit einer Umarmung begrüßt. Ich kannte sie ziemlich gut, weil sie ab und zu meine Pferde beschlug und auch schon das ein oder andere Pferd bei mir im Training gehabt hatte. Nachdem ich mich eingerichtet hatte, ging ich mit Rachel zur Koppel um Ófeig einzufangen. Und damit meinte ich wirklich Fangen. Rachel drückte mir eine Apfelscheibe und das Halfter samt Strick in die Hand und sagte:"Hier, versuch dein Glück." Ihr Grinsen konnte ich mir zunächst nicht erklären, aber schon wenige Sekunden später, wusste ich wieso sie gegrinst hatte. Die Stute peste fröhlich über die Koppel und ließ sich nicht einfach so ans Halfter nehmen. Erst als sie der Apfelscheibe gewahr wurde, die ich ihr entgegenstreckte, kam sie angelaufen und ließ sich das Halfter anziehen. Rachel lachte vergnügt, als ich mit der Ponydame am Halfter zum Koppeleingang kam. Es hatte gut 15 Minuten gedauert, bis ich sie eingefangen hatte. "Läuft das jedes Mal so", fragte ich und Rachel nickte. "Ja, sie liebt es einfach." Ich schmunzelte und wollte gerade etwas sagen, als Ófeig anfing nervös neben mir herzutänzeln. Sofort packte ich den Strick fester und konnte so verhindern, dass sie an mir vorbei schoss. "Was zum ..." Sie beruhigte sich wieder. Fragend sah ich Rachel an."Sie hat Angst vor Traktoren und Autos. Wenn sie sie nur hört, bekommt sie Panik." Ich nickte und gemeinsam führten wir die Stute zum Anbindeplatz. Dort angekommen putzte ich sie gemeinsam mit Rachel. Anschließend machten wir sie zum Reiten fertig und ich beschloss mit ihr in die Halle zu gehen. Dort hatte sie sicher mehr Ruhe, als draußen. Nachdem wir sie fertig gemacht hatten, gingen wir mit ihr in die Halle. Ich gurtete nach und stieg dann auf. Ófeig war eine tolle Stute. Sie hatte zwar einige Macken, aber beim Reiten war sie aufmerksam und feinfühlig. Zwischenzeitlich schoss sie auch mal los, wenn sie einen Motor hörte, aber das war nichts, womit ich nicht fertig wurde. Nach dem ersten Kennenlernen brachte ich die Stute wieder auf die Koppel. Die nächsten Wochen fingen immer wieder mit der morgendlichen Routine, die Stute von der Koppel zu fangen, an. Anschließend trainierte ich mit ihr. Sie war schon etwas ruhiger beim Reiten und ich eher gefasst darauf, dass sie auch mal los schoss oder nicht mehr weiter wollte und Kurzkehrt machte. Trotz diesere Ängste war sie ein sehr gelehriges Pferd und verstand schnell, was ich von ihr wollte, als ich begann die unterschiedlichen Tempi - Mitteltrab und Mittelgalopp - und den Übergängen - Galopp-Schritt, Schritt-Galopp - zu trainieren. Sobald sie einmal etwas gelernt hatte, schien sie es nicht mehr zu vergessen und man konnte es jederzeit abrufen. Es war wirklich angenehm die Stute zu trainieren, da sie zudem auch noch sehr feinfühlig war und sich gut an den Zügel heranreiten ließ. Ich war begeistert von der Stute. Nach drei Wochen begann ich mit Viereck verkleinern und vergrößern, sowie Rückwärtsrichten. Letzteres schien sie schon zu können,weshalb mir das keine größeren Schwierigkeiten bereitete. Bei Viereck verkleinern und vergrößern brauchten wir etwas länger, aber nachdem sie auch das verstanden hatte, war auch das direkt verinnerlicht bei ihr. "Sie ist wirklich toll", sagte ich an einem Abend zu Rachel,"und auch sehr talentiert. Das mit dem Schreckhaften könnte man eventuell durch Schrecktraining wegbekommen, falls du das überhaupt willst." Es störte eigentlich nicht weiter, weil man die Stute relativ schnell wieder beruhigen konnte. Ich trainierte noch zwei weitere Wochen mit der Stute, bevor ich vollends zufrieden mit ihr war. Sie hatte die Lektionen teilweise enorm schnell gelernt und auch sofort verinnerlicht. Trotzdem riet ich Rachel die Lektionen auch weiterhin zu trainieren, um sie eben zu festigen. Ich ließ Rachel Ófeig mir vorreiten, um zu sehen, ob die beiden mit den neuen Lektionen zurecht kamen und das taten sie. Sie machten das beide wirklich toll und nachdem wir die Stute wieder auf die Koppel gebracht hatten, verabschiedete ich mich von Rachel. "Wir sehen uns hoffentlich bald wieder", sagte ich zum Abschied, bevor ich mich auf den Nachhauseweg machte. Dort angekommen wurde ich schon von Juan erwartet. Er grinste und meinte:"Und Boss. Wieder ein Pferd mitgebracht?" Er zog mich immer wieder damit auf, dass ich ständig ein Pferd anschleppte, obwohl ich vorher immer wieder sagte, dass ich jetzt wirklich keins mehr wollte. Ich grinste und sagte:"Nein. Du weißt doch, ich kaufe jetzt keine mehr." Natürlich hieß das nicht, dass ich nicht doch eines kaufte, wenn ich irgendwo ein Traumpferd sah oder eines fand, das dringend einen Besitzer brauchte. Ich hatte eben ein zu weiches Herz.
    • AliciaFarina
      Kurzer Besuch bei Vriska



      Heute statte ich Vriska einen kurzen Besuch ab, sie hatte momentan viel um die Ohren, sodass ihre Pferde derzeit etwas kurz kamen.

      Nachdem ich angekommen war suchte ich die Isländer. Auf der einen Weide sah ich schon von weiten viele Isis mit ihren typischen voluminösen Langhaar. Auf der Stuten Weide standen: Willa, Òfeig, Throwa, Fjara, Grima, Kvika und Aska. Die hübschen Stuten standen einträchtig auf der Wiese und fraßen, sie kuckten hoch als ich sie alle kurz unter die Lupe nahm, aber fraßen schnell weiter. Nun besuchte ich die Hengte, hier standen: Mökkur, Dáti und Hervir. Die drei Herren machten ebenfalls einen guten Eindruck, sodass ich mich wieder auf den Weg nach Hause machte.



      717 Zeichen by AliciaFarina
    • Eddi
      Verschoben am 20.07.2017
      Grund:
      6 Monate Pflege.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Mohikanerin
    Datum:
    3 Aug. 2016
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    Burnin' Ófeig
    Stute

    Isländer, *0405
    Dunkelbrauner (Splash), EeAAnSpl
    140 cm

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    Ófeig ist ein ziemlicher Einstein, hoch intelligent und hat Lektionen und neue Sachen schnell erlernt. Diese Sachen vergisst sie niemals und sind immer abrufbereit bei ihr wieder zu finden. Obwohl sie als Fohlen öfter schon beim Schmied brav da stand, hat sie nun eine Macke entwickelt die einem Schmied die Arbeit nur sehr erschwert: Sie steht nicht mehr still, weder beim Ausschneiden, noch beim Raspeln oder Feilen. Vom Hufeisen anbringen ganz zu schweigen. Sie ist ein ziemliches Herdentier und klebt bei Ausritten sehr an ihren Pferdefreunden, sodass man kaum voran oder am Schluss reiten kann. Ebenso wenig kann man mit ihr diese Gruppe dann verlassen, sondern man muss ihr nachgeben, da sie sonst keine Sicherheit mehr verspürt. Sollte man alleine unterwegs mit ihr sein, ist die junge Stute brav und benimmt sich super. Eine Angst hat sie jedoch... und das sind Auto's jeglicher Art und Traktoren. Wenn sie diese sieht oder auch nur hört, spinnt sie sich Hirngespinnste und ist kaum Händelbar, weshalb sie nicht von Kindern geritten oder geführt werden sollte. Auf der Weide versucht sie immer wieder die Führung zu erlangen und legt sich immer wieder mit dem Leittier an. Es scheint so, als würde sie den Posten als ranghöchstes Tier um alles in der Welt erhaschen wollen. Ebenso macht sie auf der Weide ein Theater wenn man sie von dieser herunter nehmen möchte und so kann man sich auf ein langes Fangspiel einlassen und dieses bei Terminen mit einplanen. Bei Äpfeln wird die Gute allerdings dann auch mal schwach und zum liebsten Pferd der Welt, was den Fang von ihr auch reichlich vereinfacht und man sie mit Apfelstückchen gut belohnen kann.

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    Glóblesi

    Vater | Mutter

    Old God on New Street
    Vater | Mutter

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    Nachkommen | Vater

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    Thema
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    Gangreiten A | M

    Dressur A | L
    Springen E | A

    Ganveranlagung 4 Gänge

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    GT 47 | GT 53 | GT 55 | GT 60

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    Ausbildungsdaten
    Führen | Anbinden | Sattel | Trense | Hufe geben
    Reiter | Grundgänge | Eingetöltet | Tempounterschiede

    Zirkuslektionen
    Kompliment | Bergziege

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    Tierarzt | Unbekannt
    Influenza Ja
    Tetanus Ja
    Herpes Ja

    keine Beschwerden

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    Hufschmied | Unbekannt
    Hufeisen Ja

    keine Beschwerden

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    PSD | Weide | Tagebuch