Elii

Ékes* -- Furioso-North Star

*2004; im Besitz seit: 03. Dezember 2012

Ékes* -- Furioso-North Star
Elii, 20 Juli 2015
Zaii und Samarti gefällt das.
    • Elii
      Trainingsbericht 20. Januar 2014 - Fahren A-L
      12257 Zeichen, von Sammy

      Einheit 1
      „Hallo Schönheit, na wie geht’s?“, begrüßte ich mein Trainingspferd Èkes. Die hübsche Fuchsstute von Elii sollte im Fahren nun auf die Klasse L trainiert werden und heute wollte ich mit dem Training beginnen. Es war noch recht früh, doch ich hatte momentan einen ziemlich straffen Zeitplan und so musste ich meine Aufträge sehr genau planen, damit alles reibungslos ablief. Èkes Ausrüstung hatte ich bereits in die Stallgasse gebracht und die leichte Kutsche stand draußen vor dem Stall. Wie auch beim letzten Mal würden wir mit dem Dressurfahren beginnen. Dabei hatte ich vor, die neuen Dinge heute zu erarbeiten und sie dann während der nächsten Zeit zusammen mit Elii zu vertiefen. Anschließend konnten wir dann mit dem Hindernisfahren beginnen.
      Ich holte Èkes aus ihrer Box, band sie in der Stallgasse an und begann damit, ihr seidiges Fell zu bürsten. Da Elii’s Pferde im Winter geschoren wurden und eine Decke trugen, war ich jedoch schnell fertig. Nachdem ich dann auch noch Èkes Hufe ausgekratzt, die Mähne gekämmt und ihren Schweif verlesen hatte, konnte ich ihr die Ausrüstung anlegen. Wie gewohnt hielt Èkes brav still und ich kraulte ihr lobend den Hals. Sie war wirklich ein sehr angenehmes Pferd, was meine Arbeit natürlich um ein vielfaches erleichterte. Als ich fertig war, zog ich mir meine dicke Jacke und meine Handschuhe an und führte Èkes dann nach draußen, wo ich sie anspannte. Dann setzte ich mich auf den Kutschbock und fuhr im Schritt zu unserem Übungsplatz. Dort angekommen wärmte ich die hübsche Stute zunächst im Schritt und Trab auf und wiederholte dann die Lektionen der Klasse E und A. Ich ließ Èkes ihre Tritte verlängern, Schlangenlinien durch die ganze Bahn gehen, übte das Rückwärtsrichten, das Stillstehen und die Kehrtwendung. Anschließend konnten wir mit den neuen Lektionen beginnen. Èkes arbeitete wieder super mit und ich war mir ziemlich sicher, dass die Stute den Aufstieg zur Klasse L gut meistern würde. Heute standen die einfache Schlangenlinie, die 20- Meter- Volte, Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen und Tempowechseln, der halbe Mittelzirkel und das Anfahren im Trab nach dem Rückwärtsrichten auf unserem Plan. Außerdem war der versammelte Trab verlangt, doch diesen beherrschte Èkes auf Grund ihrer Dressurausbildung bereits, sodass ich ihn nur noch in die Übungen einbauen musste.
      Nach kurzem Überlegen begann ich mit den Hufschlagfiguren. Die kannte Èkes selbstverständlich alle, aber es war eben etwas ganz anderes, wenn man die Aufgaben fahren statt reiten musste.
      Ich wendete Èkes auf den Mittelzirkel ab und ließ sie dabei die Zügel aus der Hand kauen. Dabei achtete ich darauf, dass Takt, Anlehnung und Biegung erhalten blieben. Gleich darauf ließ ich die Fuchsstute im versammelten Trab gehen und übte nun die einfache Schlangenlinie. Allerdings ritt ich sie erst weniger steil aus, um Èkes langsam auf die Wendung vorzubereiten. Als wir schließlich die vorgeschriebenen 10 Meter Entfernung zum Hufschlag erreicht hatten, war ich sehr zufrieden mit meinem Trainingspferdchen. Ich parierte Èkes zum Schritt durch und widmete mich der Volte, die einen Durchmesser von 20 Metern hatte. Auch hier begann ich mit einer größeren Volte, die ich dann bei jedem Durchgang ein wenig kleiner anlegte, bis wir bei den 20 Metern angekommen waren. Anschließend probierte ich das ganze Auch im Trab. Nun waren die Schlangenlinien durch die Bahn an der Reihe. Èkes kannte sie ja bereits von unserem vorherigen Training, doch diesmal stand vor jedem Bogen ein Gangartenwechsel auf dem Plan. Ich ließ Èkes im Gebrauchstrab gehen und fuhr so durch den ersten Bogen. Kurz vor dem zweiten parierte ich die schöne Fuchsstute zum Schritt durch und vor dem dritten ließ ich sie im versammelten Trab laufen. Unser erster Versuch war noch ein wenig holprig, da Èkes die Figur ja kannte und es nicht gewohnt war, mitten in der Ausführung die Gangart zu wechseln. Doch als wir es noch einmal probierten, funktionierte das Ganze schon deutlich besser und ich lobte die Stute fröhlich. Somit fehlte nur noch eine Aufgabe: Das Rückwärtsrichten mit sofortigem Anfahren im versammelten Trab.
      Ich parierte Èkes also zum Halten durch und ließ die Stute einige Tritte rückwärts gehen. Während sie den letzten Schritt machte, gab ich ihr bereits die Hilfen zum Antraben und Èkes reagierte tatsächlich sofort. Mit einem Pferd, das in der Dressur noch nicht soweit war, hätte diese Lektion mit Sicherheit viel mehr Zeit in Anspruch genommen. Ich probierte das Ganze noch einige Male, wobei ich daran arbeitete, den Übergang zu verfeinern. Als ich zufrieden war, beschloss ich noch ein wenig Galopparbeit mit Èkes zu machen. In den meisten Aufgaben zum Dressurfahren kam kein Galopp vor, doch später auf der Geländestrecke wurde durchaus auch im Galopp gefahren. Und genau das wollte ich nun noch ein wenig vorbereiten. Ich ließ Èkes also angaloppieren und fuhr einige Bahnfiguren – natürlich in entsprechender Größe. Das Galoppieren vor der Kutsche war zunächst etwas ungewohnt für die liebe Stute, doch sie machte sich trotzdem sehr gut. Nach und nach konnte ich auch engere Wendungen und kompliziertere Hufschlagfiguren fahren. Als ich rundum zufrieden war, parierte ich Èkes zum Schritt durch und fuhr zurück zum Stall. Dort angekommen spannte ich die Stute ab, befreite sie von dem Fahrgeschirr und legte ihr ihre Abschwitzdecke auf. Dann führte ich sie Runde um Runde über den Hof, bis sie völlig abgekühlt war.
      „So meine Süße, jetzt hast du es geschafft. Die nächsten Male wiederholen wir nur und dann geht es bald mit dem Hindernisfahren weiter. Und weißt du was? Ins Gelände gehen wir dann auch schon mal!“, sagte ich zu dem Stütchen, während ich Èkes in ihre Box brachte. Ich gab ihr noch einen letzten liebevollen Klaps und suchte dann Elii, um ihr von den Fortschritten ihres Pferdes zu erzählen und sie außerdem über den weiteren Ablauf des Trainings zu informieren. Als alles geklärt war verließ ich fröhlich den Hof. Das Training mit Èkes machte wirklich jedes Mal aufs Neue Spaß!

      Einheit 2
      Eine Weile später stand ich wieder auf Elii’s Hof, um nun mit der zweiten Einheit unseres Trainings zu beginnen. Elii und ich hatten viel mit Èkes geübt und was das Dressurfahren anging, konnte der Stute niemand etwas vormachen. Sie entwickelte sich wirklich prächtig und ich freute mich sehr auf das heutige Training.
      Bevor ich zu Èkes ging, bereitete ich auf dem Übungsplatz die Kegelhindernisse vor. Neben den normalen Durchfahrten baute ich auch eine Volte, ein U-Hindernis, ein Eckenhindernis und ein Box-Hindernis auf.
      Als ich fertig war, lief ich zurück zum Stall, begrüßte Èkes liebevoll und begann sie fertig zu machen. Heute war es ziemlich kalt und graue Wolken bedeckten den Himmel. Ich hoffte wirklich sehr, dass wir nicht in den Regen kamen. Das Hindernisfahren konnte ich zur Not auch in die Halle verlegen, doch da ich heute auch kurz mit Èkes ins Gelände wollte, käme mir Regen oder gar Schnee überhaupt nicht gelegen. Ich spannte mein Stütchen an, kletterte auf den Kutschbock und fuhr zum Platz. Dort wärmte ich Èkes wie gewöhnlich zuerst gut auf, bevor ich mich unserer eigentlichen Aufgabe widmete. Zunächst fuhr ich wieder durch die einzelnen Kegelpaare. Diese waren statt 40cm nun nur noch 30 cm breiter als die Wagenspur, sodass wir noch präziser hindurch fahren mussten. Als wir die Kegel in einem recht flotten Trab fehlerfrei durchfahren konnten, war die Volte an der Reihe. Erst danach würden wir uns den Mehrfachhindernissen widmen. Die Volten in der Klasse L mussten einen Mindestdurchmesser von 15 Meter haben. Ich hatte mehrere Volten aufgebaut, damit wir uns dem langsam annähern konnten. Èkes lief eifrig vorwärts und reagierte auf die leichtesten Hilfen, sodass wir schon bald die 15-Meter-Volte schafften. Ich lobte die hübsche Fuchsstute. Nun ging es an das Eckenhindernis. Dies hatte die Form eines Ls und war noch die leichteste, der nun folgenden Aufgaben. Ich lenkte Èkes wieder erst im Schritt in das Hindernis hinein, damit sie sich das Ding einmal anschauen konnte. Erst als wir ein paar Mal auf beiden Händen durch das L gefahren waren, trabte ich an. An den äußeren Kanten war das Hindernis neun Meter lang, an den inneren sechs. Ein- und Ausfahrt betrugen drei Meter. Nach einigen Anläufen schafften wir das Hindernis in einer guten Zeit und vor allem auch stilistisch ziemlich einwandfrei. Ich wollte Èkes ja immerhin auf alle möglichen Aufgaben vorbereiten und dazu gehörte auch das Stil-Hindernisfahren.
      Unsere nächste Figur war nun das U-Hindernis. Es wurde auch Sackgasse oder Kehre genannt. Dieses Hindernis war gelegt wir ein Quader, mit dem Unterschied, dass eine Seite offen war. Drei Meter von der ersten äußeren Stange entfernt, lag eine weitere Stange, die senkrecht auf die nächste Begrenzung des Hindernisses zeigte. Somit war die Einfahrt drei Meter, die Ausfahrt vier Meter breit. Zum Kehren – also im Bogen des Hindernisses – hatten wir vier Meter Platz. Wieder durchfuhr ich das U erst im Schritt und erhöhte das Tempo nur ganz allmählich. Èkes lief sehr umsichtig und vor allem für den Bogen brauchten wir anfangs noch viel zu lange. Ich steigerte das Tempo dieses Mal noch in viel kleineren Etappen, sodass es eine ganze Weile dauerte, bis wir das Hindernis in einer guten Zeit durchfahren konnten. Doch dies war ja auch unsere erste Übung und dafür klappte es schon ziemlich gut. Als nächstes und letztes Hindernis war nun die Box an der Reihe. Sie war fast genauso aufgebaut wie das U, nur lag diesmal noch eine fünfte Stange da, sodass man zur Ein- und Ausfahrt ebenfalls einen Bogen fahren musste.
      Auch für dieses Hindernis ließ ich Èkes so viel Zeit wie sie brauchte, da sie es perfekt beherrschen musste, falls Elii vorhatte, sie irgendwann noch eine Klasse höher trainieren zu lassen. In der Klasse M standen dann nämlich das Doppel U und das Doppel L auf dem Programm.
      Ganz zum Schluss fuhr ich noch einmal alle Hindernisse aneinander gehängt durch und war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Mit etwas mehr Übung würde Èkes die Hindernisse mit Sicherheit noch schneller schaffen und unsere Zeit war bereits jetzt recht gut. Ich lobte die Stute, stieg ab und führte sie vom Platz. Dann stieg ich erneut auf den Kutschbock und holte Elii auf dem Hof ab. Ich hatte sie gebeten, zu unserer Geländefahrt mitzukommen, da ich so etwas - vor allem beim ersten Mal – einfach nicht gerne alleine machte.
      Die heutige Übung diente jedoch nur dazu, Èkes an die verschiedenen Gangarten im Gelände, verschiedene Strecken usw. zu gewöhnen. Das richtige Geländefahren mit Hindernissen und verschiedenen Teilstrecken folgte erst im Training zur Klasse M.
      Nachdem Elii bei mir auf der Kutsche saß, fuhren wir einen breiten Feldweg entlang, bis wir irgendwann auf eine Wiese abbogen. Da das Gras so kurz war, konnte man Unebenheiten und Löcher ohne Probleme sehen und wenn sie zu groß waren, lenkte ich Èkes daran vorbei. Während wir so durchs Gelände fuhren, erzählte ich Elii von unserem heutigen Training und das dies hier wohl erst einmal meine letzte Übung mit Èkes war. An der Verbesserung der Zeiten konnte Elii auch alleine arbeiten, da Èkes was das anging, die Klasse L bereits erreicht hatte. Elii freute sich natürlich riesig und meinte, dass sie schon sehr gespannt wäre, selbst zu erleben, welche Fortschritte Èkes gemacht hatte. Die hübsche Fuchsstute benahm sich auch im Gelände absolut vorbildlich, so dass ich sie schon bald galoppieren ließ. Außerdem trabten wir eine recht hügelige Strecke entlang, um Èkes an die Anforderungen fürs Geländefahren zu gewöhnen. Als wir nach einer Weile auf Elii’s Hof zurückkehrten, waren wir beide sehr zufrieden mit den heutigen Trainingsergebnissen. Elii verabschiedete sich schon einmal von mir, da sie noch etwas zu erledigen hatte. Ich versorgte Èkes und schmuste noch eine Weile mit der Stute. Anschließend verfasste ich wie immer eine Nachricht für Elii, die sie sich aufheben konnte.
      „Liebe Elii,
      herzlichen Glückwunsch! Deine Èkes ist nun im Fahren auf die Klasse L trainiert. Was das Dressurfahren angeht, brauchst du die Lektionen eigentlich nur noch ab und an wiederholen. Im Hindernisfahren kann Èkes ihre Zeiten mit etwas mehr Training aber sicherlich noch steigern.
      Viele Grüße,
      Sammy“
    • Elii
      Pflegebericht 22. Juni 2014 - Teilnahme an der 57. SdM-Wahl
      2935 Zeichen

      Aufmerksam schaute Ékes sich um, sodass auch ich meine Blicke durch das rege Treiben schweifen ließ. Ich hatte sie schon ordentlich aufgewärmt und war die Kür nochmal mit ihr durchgeritten, jetzt warteten wir gemeinsam vor dem Eingang zur Halle um die Kür den Richtern präsentieren zu dürfen. Dann endlich kam auch schon unsere Vorreiterin glücklich aus der Halle geritten und kurz darauf erschallte es auch schon durch die ganze Halle: „Bitte Elii mit ihrer Furioso North-Star Stute Ékes in die Halle zur Kür kommen!“. Sofort ritt ich im Trab los und eine Runde in der Halle außen herum, ehe ich auf die Mittellinie abbog und bei X zum geschlossenen Stand kam. Für meine Stute kein Problem, die in der Dressur bis zur Leistungsklasse M ausgebildet war und auch erfolgreich Turniere lief. Mit einem Lächeln im Gesicht grüßte ich die Richter und ritt dann erneut im Trab an. Direkt an der nächsten langen Seite zeigten wir eine, wie ich erahnen konnte, tolle Trabverstärkung, bei der ich die Vorderbeine nur so nach vorne fliegen sah. Ich zwang mich jedoch geradeaus zu gucken, anstatt auf Ékes Beine und fing ihr Tempo vor der Ecke wieder ein und gestaltete einen Übergang zur Passage, in der ich nun einen Zirkel zeigte. Anschließend trabte ich wieder normal weiter und wechselte dann durch Trabtraversalen durch die ganze Bahn. Zuverlässig überkreuzte Ékes bei jedem ihrer Schritte ihre Beine und ging dabei flüssig seitwärts. Auf der neuen Hand stellte ich sie wieder gerade, lobte sie kurz und konzentrierte mich dann weiter und galoppierte an. Die Stute galoppierte schön mit einer bergauf Tendenz und ging dabei schön über den Rücken, den Kopf kurz vor der Senkrechten tragend. Nun zeigte ich erneut einen Zirkel, bevor ich aus diesem wechselte und punktgenau bei X einen fliegenden Galoppwechsel ausführte. Dieser gelang Ékes einwandfrei und ich war in diesem Moment einfach wieder glücklich eine so tolle, feine Stute reiten zu können. Träumen konnte ich jedoch später noch, jetzt musste ich die Kür noch ordentlich beenden, sodass ich nun zum Schritt durchparierte, ihr die Zügel länger ließ, auf die Mittellinie ritt und dort das Mikrofon in Empfang nahm während ich abstieg. Nun fing ich an zu reden: „Ékes ist einfach eine wundervolle Stute, was nicht nur ihr Name, der soviel wie geschmückt beziehungsweise glänzend bedeutet, verrät, sondern auch ihr wundervoller feiner, verlässlicher Charakter sowie ihre einmalige, kupfrige Farbe. Auch heute ist sie wieder enorm gelassen, jedoch dabei nicht abwesend, sondern stets darauf bedacht fast schon meine Hilfen zu suchen um sie dann super umzusetzen. Doch nicht nur charakterlich ist sie eine außergewöhnliche Stute, auch im Sport ist sie super einsetzbar, so ist sie sehr stark in der Dressur und vor der Kutsche – eine solche Stute gibt es nur einmal, und ich bin froh, sie bei mir haben zu dürfen!“. Dann grüßte ich die Richter wieder und führte Ékes lobend aus der Halle.
    • Elii
      Pflegebericht 29. November 2014 - Fütterung
      2272 Zeichen

      Heute war es gefühlte zehn Grad kälter als sonst, weshalb ich das erste Mal meine dicken Winterjacke aus dem Schrank nahm, bevor ich in den Stall ging. Als ich die Stallgasse betrat, lugten schon einige der Pferdeköpfe aus den Boxen. Schnell sammelte ich die Eimer in der Futterkammer auf und stellte sie in eine Schubkarre. Langsam schob ich diese die Stallgasse entlang und hielt immer nach drei bis vier Boxen, um den Pferden das Frühsück zu servieren. Zuerst waren Unwritten, Jumina und Jewel an der Reihe, die beglückt brummelten als ich an das Tor kam. Danach waren Saphir und Falada an der Reihe. Beide waren zwei hübsche Knabstrupper, die ich erst vor eine Weile für meine Zucht erstanden hatte. Alors on Chante, Altbekannte und Neuzugang zugleich, bekam anschließend ihr Futter. Furmint und Ostara kamen erst von ihren Paddocks, als sie das Futter in den Trog rieseln hörten, während Pipcas und Ékes ungeduldig hin und her tippelten. Als die zehn Stuten versorgt waren, lief ich zu den Hengsten, die mir, wie gewohnt, kaum Beachtung schenkten, als ich die Stallgasse betrat. Zuerst kamen Dark Firestorm und Decission an die Reihe, die neben Tiny und Diome, unglaublich quengelig wurden, wenn ich nicht schnell genug war. Flavio bekümmerte es recht wenig, dass ich etwas länger brauchte und Story sich erst von seinem Paddock runter begab, als ich bereits an der nächsten Boxentür stand. Dann bekamen Fekete und Kalzifer ihr Futter, gefolgt von den Jungspunden Csiny, Cressi Patjás. Der Nachwuchs bekam morgens kein Futter, nur nach der Arbeit gab es ein paar Krümel als Belohnung. Fagy, Undisclosed Desires, Dajeen und Baila standen zusammen im groß geratenen Offenstall direkt am Hof. Kedves war momentan außerhalb in einer Hengstgruppe, bis er im Frühjahr zum Antrainieren zurück kommen sollte. Eine gute halbe Stunde später waren die Pferde fertig mit ihrem Frühstück und kamen auf die Koppeln. In ihren gefütterten Decken konnte ihnen trotz Schur die Kälte nichts anhaben und gegen den Regen gab es Unterstände. Die Stuten kamen in Gruppen auf die Koppel, während die Hengste einzeln standen. Da ich heute einiges außerhalb des Hofes zu tun hatte, gönnte ich den meisten Pferden eine Ruhetag. Nur wenig würden später noch von Jack und Mel bewegt werden.
    • Elii
      Pflegebericht 05. Februar 2015 - Schlittenfahrt
      2800 Zeichen

      Um das Training bei den Minusgraden abwechslungsreich zu gestalten, holte ich seit langem wieder den Pferdeschlitten aus dem Schuppen, in dem er fast das komplette Vorjahr verstaubte. Nachdem ich kurz über das dunkelbraune Holz des Schlitten gewischt hatte und fettete ich das dunkelrote Leder ein und holte die dicken Lammfelle aus der Sattelkammer, die auf den Sitzplätzen lagen. Auch die dunkelroten, kuschelweichen Decken aus dem Haus holte ich, da später meine Mutter und meine Schwester mitfahren würden.
      Ékes und Fekete standen schon am Putzplatz bereit und warteten ungeduldig auf ihren Einsatz. Das Putzen war eine kurzwiedrige Aufgabe, schließlich standen beide mit Decke auf der Koppel und hatten kaum eine Chance sich einzusauen. 
Beide Pferde waren alte Profis, sodass ich sie ohne Probleme kurze Zeit später anspannen konnte. Da Fekete und Ékes am liebsten sofort los wollten, half mir Mel und hielt Fekete fest, während ich an Ékes die letzten Handgriffe vornahm. Natürlich musste noch der Riemen mit den Glöckchen an die Pferde, damit wir ganz genau wie im Lied „Jingle Belle" durch den Schnee sausen konnten. Als ich soweit fertig war, suchte ich mir meine Fahrhandschuhe und eine warme Mütze aus der Sattelkammer, um damit dann auf den Kutschbock zu steigen. Meine Mutter und meine Schwester saßen bereits warm eingekuschelt auf ihren Plätzen. Ich wickelte ebenfalls einen dicken Teppich um meine Beine und schnalzte anschließend einmal, um die Pferde in den Schritt fallen zu lassen. Gemütlich fuhren wir den eingeschneiten Feldweg direkt am Hof entlang, um so in den Wald zu gelangen. Dort waren die Zweige voll mit Schnee behangen und neigten sich, fast schon wie in einem romanischen Film, in den Weg hinein.
      Im Trab kam das helle Klingeln der Glöckchen erst voll zur Geltung, auch wenn die Pferde laut ihrem Ohrenspiel immer noch leicht irritiert von dem Geräusch, das von ihrem Hals ausging, waren.
      Gut eine Stunde waren wir im Trab, aber vor allem im Schritt im Schnee unterwegs, bevor wir wieder am Hof ankamen. Kurz vor dem Tor spannte ich die Pferde wieder ab und gab Ékes dabei gleich an meine Schwester ab, damit sie ihr schon einmal das Geschirr abnehmen konnte. Fekete wartete geduldig, bis ich ihn aus den Leinen befreit hatte. Dann bekamen beide eine dicke Abschwitzdecke auf, um sie etwas aufzuwärmen, während ich den Schlitten wegbrachte.
      „Stell ihn nicht zu weit weg, wenn es weiter schneit, brauchen wir den nächste Woche noch einmal!“, rief meine Mutter, während sie beiden Pferden jeweils eine Karotte zuschob. Ich grinste und kam mit den Decken und Lammfellen zurück, da beides in die Sattelkammer gehörte.
      Nach einer Weile bekamen die Pferde wieder ihre Winterdecken auf und durfte zurück auf die Koppel, um das schöne Wetter noch eine Weile zu genießen.
    • Elii
      Pflegebericht 21. April 2015 - Umzug Teil 2
      2771 Zeichen

      „Hast du alles?“, fragte Mel die die letzten Kartons in mein Auto packte. „Ich denke schon, ja…“, antwortete ich mit einem Seufzer und umarmte sie herzlich. Wir würden uns so schnell nicht wieder sehen, aber sie hatte mir versprochen schon im Sommer zu mir zu kommen.
      Heute stand der letzte Flug an, danach würde ich nicht mehr so schnell nach Deutschland zurückkehren. Die letzten Pferde, Pajtás, Csíny, Kalzifer, Ostara und Ékes, waren bereits am Flughafen, da sie schon vorher vom Tierarzt dort gecheckt werden mussten. Auch meine beiden Katzen waren dort, auch wenn sie mich dafür am liebsten zerfetzt hätten. Minuten später ging es auch für mich zum Flughafen und relativ direkt auch in den Flieger.
      Zwölf Stunden später stand ich am Flughafen in Winnipeg und wurde wild winkend von Jojo, Gwen und Elisa begrüßt. Natürlich mussten sie ein riesengroßes Schild mit meinem Namen in die Höhe halten und auch dieses völlig verrückt hin und her schwingen. Peinlich betreten lief ich vorsichtig in ihre Richtung und ließ mich dann von allen Seiten umarmen. Nach ein wenig SmallTalk gingen wir zu meinen Pferden, die endlich durch den Check waren und schon bald ihr neues Heim erkunden konnten.
      Der große Transporter war bald beladen und und unsere Reise ging los. Nach Dauphin dauerte es noch eine Weile, aber die machten wir durch sehr viel Gequatsche (vor allem von Elisas Seite) wett.
      Als wir endlich an meinem Hof ankamen, stieg ich völlig begeistert aus, konnte mir allerdings nur wenig ansehen, da die Pferde aus dem Transporter mussten. Diese durfte vorerst auf die Sandpaddocks, um sich ihre Beine nach der langen Zeit endlich zu vertreten.
      Als das geschafft war stand Gwen schon an der Eingangstür die mit einem roten Band geschmückt war und hatte sowohl Schere, als auch den Champagner in der Hand. Ich lachte, nahm die Schere entgegen und durchschnitt das Band feierlich. Währenddessen hatte sich Elisa die Champagnerflasche geschnappt und schüttete mir den Champagner direkt ins Gesicht, als sie es schaffte diese zu öffnen. Am liebsten hätte ich ihr die Schere dafür ins Auge gestochen, aber Jojo warf sich heldenhaft in den Weg und riss sie mir aus der Hand. „Warts nur ab, das nächste Mal ist niemand da um dir zu helfen“, zischte ich böse und band schnell meine Haare zusammen. Das machte es zwar nicht besser, aber so musste ich mir wenigstens nicht die klebrigen Strähnen aus den Augen fischen.
      Als ich endlich die Haustür öffnen konnte, flogen mir gefühlte 1000 Luftballons entgegen. Natürlich. Elisa, Jojo und Gwen freuten sich wie noch was, das ich so verwirrt dreinschaute und noch dazu wie ein begossener Pudel aussah.
      „Können wir jetzt wirklich Champagner trinken?“, fragte ich leidend in die Runde, da mich langsam doch mein Jetlag einholte.
    • Elii
      Pflegebericht 3. Juli 2015 - Verrückte Nachbarn
      7644 Zeichen

      „Warum habt ihr denn nicht aufgepasst, dass Matthew schon bevor ihr losgeht säuft?“, fragte ich, als meine beiden Angestellten endlich am Frühstückstisch saßen. „Ach, der war nicht aufzuhalten“, grummelte Nate, der anscheinend immer noch nicht ganz wach war. Er stand schlaftrunken an der Kaffeemaschine, drückte gefühlte hundert Mal zu viel auf den Startknopf, sodass seine Tasse überlief.

      Ich wendete meinen Blick von diesem Elend ab und sah dann Colin an. Auch er war mit den anderen „Männern“ unterwegs gewesen, kam aber, im Gegensatz zu den anderen, recht nüchtern an.

      „Hast du eigentlich nichts getrunken?“, fragte ich ihn schließlich, meine Neugier konnte ich mittlerweile nicht mehr verstecken.

      „Hm? Naja, die anderen wollten irgendwann keine Shots mehr mit mir trinken, nachdem Matthew so abgeschifft war. Und das andere Zeug hatte kaum Alkohol.“ Nach einem kurzen Blick zu Nate, der inzwischen bei uns am Esstisch saß und nickend zustimmte, musste ich mein Kinn mit meiner Hand abstützen, damit es nicht herunter klappte.

      Stille Wasser sind tief und Colin war anscheinend der Mariannengraben. Eine sehr niedliche Version davon. Durch den strahlenden Sonnenschein traten seine Sommersprossen deutlicher hervor und ich konnte meine Augen kaum von ihm lassen, auch wenn ich dafür tausende böse Blicke kassierte.

      „Wir sollten ein Wetttrinken machen.“, sagte ich schließlich zu Colin und ließ es wie eine Kriegserklärung klingen. „A-Aber… Aber ich kann doch nicht… Muss das sein?“

      Ich nickte nüchtern, presste meine Augen zusammen und ließ ihn nicht aus den Augen, während ich einen Schluck aus meinem Glas trank.

      Nate schaltete daraufhin seinen Beschützerinstinkt ein und versuchte seinen Kollegen aus der Situation zu retten. „Was steht heute an?“, fragte er mich schließlich, nachdem er mich mehrmals in die Seite gepikst hatte, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

      Ich seufzte kurz auf, wurde mein Duell so unfair unterbrochen und erklärte anschließend den Tagesplan. „Elisa hat übrigens ihr Einverständnis für Cressi gegeben. Du kannst dich also schon mal mit ihm bekannt machen.“, erklärte ich Colin grinsend, auch wenn er den Part mit Elisa nicht so recht verstand. Aber wer tat das schon, schließlich war ihre Liebe für den Hengst für die meisten völlig verrückt. Neben den Stuten, die dem jungen Mann zugeteilt waren, stellte Cressi eine schöne Abwechslung dar, auch wenn er hauptsächlich unter meiner (und Elisas) Fuchtel stehen würde.

      Nachdem die Aufgaben verteilt waren, wurde ich auch schon von einem völlig verzweifelten, ungestillten Etwas überrannt. Dass man sich so auf meinen Hof traute war schon schlimm genug, mich dann aber zu tackeln und wild schreiend ins Gras zu werden, überstieg alles.

      „WIESO ZUR HÖLLE HAST DU MICH NICHT AUFGEHALTEN?!“, fragte, oder viel mehr schrie, Elisa und zog so die Aufmerksamkeit der anderen auf sich. Während Nate schnell weiter lief, sah Colin uns nur verängstigt an und war jetzt wahrscheinlich für immer geschädigt. „Wieso sollte ich dich aufhalten? Was hast du schon wieder für Mist gebaut?“ Ich stieß sie von mir runter und setzte mich auf, um mir anschließend den Dreck vom T-Shirt zu klopfen. „Irgendwie hat sich der Weg zu meinem Schlafzimmer verändert, wieso bin ich sonst in Matthews Bett aufgewacht?! Und DU bist die einzige, die zu so etwas fähig ist.“, erklärte sie mir völlig verzweifelt und schüttelte mich an den Schultern.

      Anstatt den Fehler bei sich zu suchen, schob Elisa die Schuld wieder auf mich. Dabei sollte sie froh sein, endlich kam ihre Fast-Beziehung-aber-irgendwie-auch-nicht-Beziehung voran und wenn es im Bett klappte, konnte es beim Alltag auch nur gut laufen. „Gut, aber warum regst du dich so auf? Matthew tut es bestimmt gut nicht mehr so untervögelt zu sein.“, sagte ich und befreite mich dann völlig aus Elisas Griff. Für mich war das ganze kein Problem, schließlich hingen die Beiden viel zu oft aneinander um nicht zusammen zu sein. So prüde wie sich Elisa manchmal gab (ihr erschreckter Gesichtsausdruck spiegelte das gerade perfekt wieder), war sie auch nicht und so schlecht sah Matthew nicht aus, dass man ihn von der Bettkante schubsen musste.

      „Meine Güte, dass ist nicht das erste Mal und mir gehen die Ausreden aus. Kannst du mich nicht ein zwei Tage… Noch besser, Wochen! Bei dir verstecken?“

      Auf ihre völlig verrückte Frage, folgte mein emotionsloses Kopfschütteln und ein leises „Geh jetzt heim“, was sie allerdings mit Freude ignorierte. Stattdessen hängte sie sich an mein T-Shirt und folgte mir in den Stall. Als Colin mit Cressi um die Ecke kam, ließ sie Gott sei Dank los und beobachte in peinlichst, um jede kleinste Bewegung genau im Blick zu haben.

      Ich seufzte erleichtert und schnappte mir dann Ékes, die nah am Zaun der Koppel graste. Die Stute und ich hatten ein einfaches Dressurtraining auf dem Plan, vor den Turnieren am Wochenende war es besser, nicht allzu viel zu machen.

      Geputzt war sie schnell und auch der Sattel lag in kürzester Zeit auf ihrem rotbraunen Rücken. Als ich gerade vom Putzplatz gehen wollte, fuhr Matthew auf den Hof und kam direkt auf mich zu. Oh Gott. Jetzt hieß es schnell sein oder der Gefahr ins Auge sehen. Ich hätte mich für das erste entschieden, wäre der Kerl nicht so unglaublich schnell gewesen. „Elisa ist… ist…“, ich suchte nach einer Ausrede, „nicht hier. Also bei mir. Ich meine auf dem Hof. Ich muss los!“

      Ich war so gut darin, es war unglaublich. Nach einer Runde um den Hof sah ich, wie Matthew neben Elisa am Reitplatz stand und ihr zusah, wie sie zusah, wie Cressi und Colin verschüchtert die Beiden ansahen. Eigentlich wollte ich mich nicht einmischen, aber mein Mund arbeitete wieder von alleine und ich konnte gegen das ‚Was geht, Turteltäubchen?‘ nicht ankommen. Der Blick den ich kassierte, sorgte dafür, dass ich ängstlich umdrehte und doch lieber in der Halle reiten würde. Ich hatte in das Wespennest gestochen und musste nicht dabei sein, wenn es auseinander bricht.

      Nach meinem Ritt, bei dem sich Ékes wieder von ihrer besten Seite gezeigt hatte, standen Colin, Cressi, Matthew und Elisa gemeinsam am Waschplatz.

      „Vorsichtig mit dem Schlauch nach oben. Langsam. Langsamer. Gaaaaanz Langsam. Cressi ist sensibel“, bevormundete Elisa meinen Angestellten, bevor sie ihm den Schlauch grinsend aus der Hand nahm und sich selbst um den Hengst kümmerte. Dass Matthew die ganze Zeit ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte, ignorierte sie gekonnt und reagierte erst recht nicht, als er sie ansprach.

      „Schon ok, Colin. Mir hat sie den Schlauch früher auch immer weggenommen“, beschwichtigte ich ihn und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. Er kannte sie noch nicht so gut und wusste nicht, dass sie nur halb so arrogant war, wie sie rüber kam. Manchmal etwas mehr, aber meistens weniger. Auch Ékes bekam nun ihre Dusche und durfte danach wieder auf die Koppel, um sich dort einzupanieren.

      Als ich zurück am Stall war, konnte ich Elisa beobachten wie sie sich in Cressis Box mehr schlecht als recht versteckte. „Wieso tust du das?“ - „Wieso hast DU mich nicht aufgehalten gestern?“

      Anscheinend hatte sie mir immer noch nicht für meinen nicht begangenen Fehler verziehen, also konnte ich Matthew in ihre Richtung lotsen. Das hatte sich verdient, schließlich wollte ich endlich ein Pärchen in der Umgebung haben. Da waren die Zwei die einzige Anlaufstelle die ich hatte. Jojo und Declan waren davon noch weit entfernt und ich? Naja, darüber musste man nicht sprechen.

      Um nicht noch einen Anschiss von Elisa zu bekommen, ging ich mit Nate auf Pajtás und Csíny ins Gelände. Irgendwann musste ich ihm ja die Geländestrecke zeigen und jetzt war die Gelegenheit perfekt.
    • Elii
      Pflegebericht 30. August 2015 - Grillparty
      11381 Zeichen

      „Es ist zu warm.“, seufzte ich genervt, als ich am Rand der Stutenkoppel stand. Ich stand schon bestimmt eine halbe Stunde vor dem Tor und wartete darauf, dass es kühler wurde, damit ich doch noch reiten konnte. Doch natürlich geschah das nicht. Im nächsten Moment brachte Colin Ékes zurück zu den anderen. Sie waren die letzte Stunde im Wald unterwegs gewesen, dort war es zwar schattig, aber trotzdem sahen beide so aus, als könnten sie eine Pause vertragen.
      Ostara und Furmint mümmelten eng beieinander das Gras, während Poppysmic sich unter einen Baum in den Schatten gelegt hatte und alle vier Beine von sich streckte. Hin und wieder hob sie den Kopf und sah sich, so gut es eben möglich war, um.
      „Nate und ich gehen demnächst einkaufen. Kommst du auch…?“, fragte Coling vorsichtig und tippte mich an der Schulter an, um mich aus meinen Gedanken zu reissen. Ich nickte eifrig und streichelte Ékes zum Abschied über die Stirn.
      Während Colin unter die Dusche sprang und Nate sich auf dem Sofa ausruhte, machte ich mich an den Einkaufszettel.
      Mit Stift und Papier bewaffnet, öffnete ich den Kühlschrank und sah konzentriert hinein. Die Kälte die mir entgegen kam, veranlasste mich dazu, den Kühlschrank nur noch mehr zu lieben. Ganz oben auf meinem Zettel stand ein ‚HAUPTSACHE ESSEN‘ in Großbuchstaben, was dort seit meinem letzten geplatzten Mitternachtssnack zu lesen war. Ich vervollständigte meine Liste mit jeder Menge Obst und ein wenig Gemüse, dann noch Kartoffeln und schließlich das Fleisch für meine geplante Grillparty. Nach einem zufriedenen Nicken schloss ich den Kühlschrank und ging weiter zu der Bar. Diese hatte durch die ganzen „Feste“ (andere würden es Alkoholexzesse nennen) stark abgenommen und musste gefüllt werden.
      Da es dieses Mal Cocktails, und nicht nur wildes Zusammengemischtes, geben sollte, klappte ich ein dickes Buch auf und schlug jene Seite auf, die von den anderen mit Post-it Notizen markiert worden waren. Das letzte Mal war so ziemlich jeder „leicht angetrunken“, doch Gwens rosarote Notizzettel überwiegten stark. Neben allen Getränken, die Tequila beinhalteten, hatte sie auch Bloody Mary, Pina Colada und Long Island Ice Tea markiert - auch wenn dort Elisa ihre Finger im Spiel hatte, sofern ich mich richtig erinnerte. Diese hatte nur eine Seite mit einem ihrer grünen Zettel markiert: Sex on the Beach. Den Zettel zierte ein Herz und ein klitzekleines M, was mich dazu veranlasste den Kopf zu schütteln und das Buch zufallen zu lassen.
      Würde ich alles einkaufen, was die Anderen sich in den Kopf gesetzt hatten, könnte ich Insolvenz anmelden, sie würden sich also mit einer viel kleineren Auswahl zufrieden geben müssen.
      Als Colin endlich fertig war und seine Haare frisiert waren, warf ich Nate vom Sofa und packte Beide ins Auto.
      Nach über einer Stunde und mindestens drei Nervenzusammenbrüchen von Nate, waren wir wieder zuhause und ich konnte alles in den Kühlschrank verfrachten. Nate und Colin legten sich sofort aufs Sofa und ließen mich ganz allein in der Küche. War schon ok. DIE würden später als letztes ihr Essen bekommen. Während ich die Spare Ribs marinierte und die Gewürze liebevoll in die Steaks massierte, kochten auf dem Herd bereits die Kartoffeln, die ich später weiter zubereiten würde. Auch der Kopfsalat war wenig später gewaschen und trohnte in seiner Glasschüssel. Sein Dressing würde er erst kurz vorher bekommen.
      Weiter ging es mit ein paar Gemüsespießen, auf die ich abwechselnd Paprika, Mais und Pilze steckte und schließlich mit einem Stück Käse krönte. Ich bestreute sie mit Salz und Pfeffer und stellte sie dann wieder in einer Tupperdose in den Kühlschrank. Die zig Soßen, die ich nur für Nate machte, waren zum Glück schnell zusammen gerührt, auch wenn etwas Hilfe gut gewesen wäre. Nachdem ich drei Mal gerufen hatte, hatte ich es aber aufgegeben, dass Nate mir zu Hand gehen würde und bewarf ihn mit einem Topflappen, bevor ich ihn zum Bäcker schickte. Von der Kräuterbutter hatte ich zum Glück genug im Gefrierschrank, diese zog nur in den Kühlschrank um, damit sie bis zum Abend servierfertig war.
      „Ich glaube ich hab alles“, bemerkte ich zufrieden, als ich endlich den letzten Punkt meiner Liste abhakte. Auch die Zutaten für die Cocktails waren im Getränkekühlschrank bereit gestellt und hatten einen Aufkleber mit dem Namen des Cocktails bekommen. Ich konnte nur noch hoffen, dass niemand meine Ordnung zerstörte, ansonsten musste es Tote geben.

      Die nächsten Stunden verbrachte ich mit Tischdeko, Duschen, Haare machen, Schminken, Eyeliner immer wieder neu ziehen und mehrmaligem Umziehen, um endlich das perfekte Outfit zu finden. Zufrieden stand ich vor dem Spiegel, als Nate herein kam und mir erklärte, dass Elisa und Matthew früher als geplant da waren. Wenig später hörte ich beide im Wohnzimmer diskutieren, anscheinend war sich einer der Beiden nicht mehr sicher, auf wann ich eingeladen hatte.
      „Wenn ich es dir doch sage, sie hat sieben Uhr gesagt.“
      „Jetzt stell mich nicht so dumm hin, sie hat uns ganz klar um Sechs eingeladen, solange hält sie es nie und nimmer ohne Essen aus. Und das Gwen und Jojo noch nicht da sind beweist nur, dass die genauso wenig zugehört haben wie du.“
      „Natürlich. Was auch sonst.“
      „Hör bloß auf mit dieser sarkastischen Tonlage, Matthew!“
      Mein Mund verzog sich zu einem geraden Strich, als ich sie wie ein streitendes, altes Ehepaar vorfand und ich hatte plötzlich das dringende Verlangen, rückwärts aus dem Haus zu rennen.
      „Endlich kommst du!“, rief Elisa genervt und zog mich am Arm zwischen sie und Matthew. „Jetzt erklär ihm mal, wann wir eingeladen sind.“
      „Sieben“, nuschelte ich und schaute zur Seite. Wenn Elisa wieder ihren Todesblick auspackte, wollte ich nicht als erstes Sterben. Schließlich war das meine Party und die wollte ich wenigstens solange genießen, bis ich auch Gwen und Jojo zu Gesicht bekam.
      Schließlich wurde mir von meiner liebenswerten Freundin ausgiebig erklärt, dass sie nur nicht zu spät kommen wollte und genau wusste, welche Uhrzeit die Richtige war. Damit sie nicht untätig rumstand, drückte ich ihr das Brotmesser in die Hand und stellte sie vor die Baguettes. Die Beschäftigungstherapie schlug hervorragend an, sodass Matthew zu Nate und Colin fliehen konnte. Zu dritt saßen sie, nutzlos wie gewohnt, auf der Terrasse und tranken Bier. Natürlich.
      Den Grill durfte ich somit alleine anheizen und auch beim Tisch decken, wurde ich allein gelassen.
      Elisa hatte den Getränkekühlschrank entdeckt und alles heraus geholt, was ein „Pina Colada“-Zettelchen aufgeklebt hatte. Etwas unbeholfen stand sie vor dem Thermomix und mischte alles zusammen. Ihr zufriedener Blick zeigte aber, dass alles nach Plan verlief und es tatsächlich schmeckte.
      Als Gwen eintraf, war sie so gütig und trug ein paar Salate nach draußen, bis Elisa sie abfing und ihr ein Glas von ihrer Mixtur in die Hand drückte. Jojo traf als letzte ein, ging allerdings nur kurz ins Haus um sich ebenfalls etwas von dem Kokos-Cocktail zu holen.
      Das Essen verlief relativ entspannt, auch wenn ich gefühlt alle zwei Minuten aufsprang, um den nächsten Cocktail zu mixen. Die Bar hatte ich zwar nach Draußen verfrachtet, trotzdem konnte anscheinend keiner außer mir mit dem Shaker umgehen. Matthew, Nate und Colin wurden zum Abräumen verdonnert, damit ich wenigstens fünf Minuten meine Ruhe hatte. Zumindest so lange, bis Elisa losnörgelte: „Ich will Sex on the Beach!“ „Dann solltest du heim. Zwar ist da nur ein Pool, aber wir hören dich und Matthew nicht mehr“, zischte Jojo und nippte an ihrem Cocktail. Elisa starrte sie nur emotionslos an und hatte ausnahmsweise kein sarkastisches Kommentar auf Lager.
      Gwen war mittlerweile außer Rand und Band und warf Nate vom Stuhl, um neben Colin zu sitzen. So konnten die Zwei gleich viel besser die Shotgläser voll Tequila trinken und sich fröhlich angrinsen.
      Matthew nutzte die Chance und setzte sich neben Elisa, so dass ich keinen Platz mehr hatte, als ich mit den Mojitos für Nate, Matthew und mich wieder kam. Ich grummelte ein paar Beleidigungen in mich hinein, setzte mich dann neben Nate und behielt alle drei Gläser bei mir. „Diebe bekommen nichts!“, erklärte ich Elisas Fast-aber-doch-nicht-Freund, als dieser wieder zickte. „Du hättest meinen Platz verteidigen sollen!“, bekam Nate zu hören, als er gerade den Mund öffnen wollte.
      Jojo legte die Schulter um mich, zog mich ran und klaute mir dann eines der Gläser. Schließlich zeigte sie Loyalität, da war es das mindeste einen Cocktail abzudrücken.
      Der Abend wurde später und Matthew und Elisa lagen sich immer mehr in den Armen. Auch Nate und ich, saßen immer näher neben einander, auch, weil wir mittlerweile zu Zweit gegen Colin im Wetttrinken antraten. Davor hatte Gwen tapfer gekämpft, aber der Tequila hatte schließlich dafür gesorgt, dass sie auf der Sonnenliege schlief. Jojo lag aus Solidarität neben ihr und versuchte ihr irgendwas über Sternbilder und Sternzeichen zu erzählen. Vor allem über das Sternzeichen Löwe, dem auch sie angehörte. So erzählte sie immer wieder wie toll Löwen waren und wie tapfer, und vor allem, wie beliebt sie doch waren. Dass Gwen sie nicht hören konnte, interessierte sie nicht, solange sie ununterbrochen reden konnte.
      Als Elisa Gwen bemerkte, hatte sie die glorreiche Idee, ihr einen Bloody Mary einzuflößen, der war genau richtig wenn man zu viel getrunken hatte und wie man sehen konnte, war das bei der schlafenden Tequilatrinkerin der Fall. Schnell zog sie mich aus Nates Umarmung und zerrte mich in die Küche. Unglücklicherweise hatte ich alle Zutaten im Haus und Elisa mixte wild drauf los. Am Ende glich es einer Hexenküche und wenn ich nichts getrunken hätte, könnte ich schwören, dass weißer Dampf aus dem Glas voll mit Tomatensaft und anderem ekligen Zeug aufstieg.
      „Aufstehen, wir haben was für dich!“, rief Elisa aufgeregt und schubste Gwen Richtung Tisch. Sie stellte das Glas vor sie hin, stopfte ihr das Röhrchen in den Mund und begann sich im Kreis drehend ‚Bloody Mary‘ zu kreischen. Bevor sie es ein drittes Mal sagen konnte, hielt ihr Jojo den Mund zu und ließ ihre Hand solange dort, bis sie sich beruhigt hatte. Gespannt starten alle Gwen an und warteten ihre Reaktion ab. Als sie dann hustend das Glas wegschubste und nur schwer ein leises „scharf“ rausbrachte, lachten alle. Elisa verschluckte sich dadurch an ihrer eigenen Spucke und musste von Matthew aufgefangen werden, der sich darüber nicht so sehr wie sonst zu freuen schien.
      Nach einer letzten Runde Shots, zu denen uns Colin verdonnert hatte, gingen alle nach Hause. Jojo wurde von Gwens Mutter mitgenommen und Elisa ließ sich von Matthew heimtragen. Anders schaffte sie es nicht mehr. Colin ging auch kurz darauf ins Bett, da niemand mehr mit ihm trinken wollte. Nate und ich hingegen saßen noch eine Weile auf der Terrasse und quatschten, dank des Alkohols konnte ich das noch besser und schneller.

      Am nächsten Morgen ritt ich mit Baila Conmigo los, schließlich stand der übliche After-Alkohol-Ausritt an. Elisa kam mir mit Goldherz putzmunter entgegen und begrüßte mich euphorisch. Auch dass Gwen und Jojo kurz darauf absagten (von Gwen kam nur ein ‚alkhol ist scheise‘ als Nachricht) störte uns nicht. So konnten wir viel entspannter quatschen und uns über die Beiden lustig machen. Nicht dass wir das sonst nicht machen würden, die Kommentare von Gwen und Jojo fehlten uns nämlich schon nach kurzer Zeit.
    • Elii
      Pflegebericht 27. September 2015 - Wikipediageschichte
      3598 Zeichen

      Mehr oder weniger begeistert stand ich in der Stallgasse und sah alle paar Minuten auf meine Ohr. Nicht nur, dass mein Begleitungen mal wieder viel zu spät waren, nein - ihre Pferde musste ich auch noch allein fertig machen. Zugegeben, Colin und Nate waren mir etwas zur Hand gegangen, aber das spielte keine Rolle, schließlich war das die Aufgabe von Jojo, Gwen und Elisa gewesen!
      Als sie dann gemeinsam auf dem Hof auftauchten, bewaffnet mit Sicherheitsweste und Helm, konnten wir auch bald schon starten.
      „Jojo musste uns noch unbedingt etwas geschichtliches erzählen“, entschuldigte sich Gwen und schnappte sich Pajtás. „Unterstützung - Akzeptanz - Ignoranz“, sagte Jojo gedankenverloren auf, „und daraus folgt..“ „Halt die Fresse!“, zischte Elisa und unterbrach den Vortrag unserer Geschichtsdozentin. Schnippisch warf sie ihren Kopf zur Seite und stieg in Csínys Sattel. Netterweise hatte ich ihr den kleinsten zugeteilt, auch wenn er sie immer noch gut zehn Zentimeter überragte. Glücklich stieg auch Elisa auf, sie hatte mit Dark Intention das größte Pferd und konnte so alle überragen, um ihr Ego zu pushen.
      Obwohl ich langsam keine Lust mehr auf die verrückte Mannschaft hatte, setzte ich mich auf Ékes und führte den Trupp an. Nach unserer Aufwärmrunde im Gelände mit Schritt, Trab und Galopp, steuerten wir auf den Geländeplatz zu. Während immer zwei gleichzeitig auf dem Platz unterwegs waren, mussten die anderen Zwei an der Seite warten. Ich hatte das Glück mit Jojo hier zu stehen, die mir nun seit geraumer Zeit das Ohr abkaute. „Völkermord war eine ziemlich komplexe Sachlage, aber es gab Informationen darüber von Soldaten oder Wachpersonal, die auf Fronturlaub aus den besetzten Ländern kamen. Nicht zu vergessen ist auch..“ Ich blendete aus. Wieso sie schon wieder freiwillig (!) Wikipediaseiten auswendig lernte wusste niemand, vor allem weil es nicht Elisas Towscend Acres-Möchtegern-Professionelle-Seite war, die absolut und zu hundert Porzent der Wahrheit entsprach. Diese winkte uns nun hektisch mit beiden Händen entgegen und verdeutlichte uns so, dass wir starten konnten. Auch wenn Jojo enttäuscht war, dass sie sich nichtmehr auf ihren Vortrag konzentrieren konnte, ritt sie brav hinterher und schaffte es tatsächlich mit ihrem riesengroßen Pferd durch den Parcours.
      Zum Abschluss gingen wir noch mit großen Abständen über die Strecke im Wald, die (leider) alle unbeschadet überstanden. So mussten wir uns auch auf dem Rückweg Jojos Wikipediaseitenvortrag anhören und auch noch mitmachen, wenn sie uns Fragen stellte. Endlich daheim warf ich alle von den Pferden und war gerade dabei alle vom Hof zu schieben, als Elisa sich aus meiner Umarmung wand und ins Haus rannte. Die anderen beiden zaten es ihr gleich, auch wenn Jojo sich bei ihrem Vortrag verhaspelte und aus „Verfolgung" „Verfolung“ wurde und sie dafür viel Spott von Elisa abbekam.
      Nate, der gerade mit Fekete aus dem Stall kam, schaute kurz die Weiber an, dann mich und lief im nächsten Moment mit dem Hengst so schnell weg wie er konnte. Anscheinend hatte er zu viel mit Matthew unternommen, mittlerweile wusste er zu gut, wann er abhauen sollte.
      Nachdem ich also völlig allein und verlassen die Pferde absattelte und wieder zur Koppel brachte, schlappte ich ins Haus um die drei Grazien faul auf dem Sofa sitzend zu finden. Elisa musste auch wiedermal ihrer völlig irrationalen Rache verfallen sein, denn sie hatte die gesamte Schüssel Himbeernachtisch vor sich stehen und löffelte diese mit einer Schöpfkelle aus. Für heute hatte sie gewonnen, aber ihr nächster Kühlschrankinhalt würde mir gehören.
    • Elii
      Pflegebericht 10.Oktober 2015 - Rapidol
      3502 Zeichen

      „ICH CHILL MIT NUTTEN AM POOL. WAS BITTE, WAS WILLST DU HU..“ - „Fresse, Elisa!“
      Seit wir Türkisch für Anfänger angeschaut hatten, hielt sich für einen Goldketten-Adidasjogginganzug-Rapper und lies jeden daran teilhaben. Auch wenn es niemand wollte. Weder sehen, noch hören. „Nur weil du von Rap keine Ahnung hast, brauchst du mir nicht den Mund verbieten“, nervte sie und wedelte mit erhobenem Zeigefinger vor meinen Gesicht herum. „Ich bin hier um auszureiten, nicht um im Bikini am Pool zu liegen, um deinen… Gesang… zu untergraben“, erklärte ich ihr zum hundertsten Mal und schleppte sie dann nach draußen.
      Ékes wurde immer noch von Matthew festgehalten. Dieser warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu, wahrscheinlich hätte ich ihn nicht so lange warten lassen sollen. Aber es war schließlich Elisas Schuld!
      Als sie sich dann noch Beverly für den Ausritt aussuchte, durfte sie sich von ihrem Fast-aber-doch-nicht-Freund eine Standpauke anhören, die sie wie immer gekonnt ignorierte.
      „Was soll schon schief gehen?“, fragte sie genervt und schwang sich schließlich in den Sattel. „Sie ist so toll auf dem Platz und in der Halle, da muss es doch auch im Gelände klappen. Ékes ist doch auch brav, Bee wird sich schon ein Beispiel daran nehmen“, plapperte sie ohne Pause, sodass ich irgendwann ausblendete. Stattdessen lenkte ich sie geschickt in den Wald, wo wir dann einen geschotterten Weg entlang galoppierten. Bee kommentierte das ganze mit waghalsigen Bocksprüngen, bei denen ihrem Reiter nichts anderes als Augen zu und durch übrig blieb. Während ich mit Ékes am Ende des Weges wartete, kam das Duo im Stechtrab angeflitzt. Elisa lag auf dem Hals und hatte die Füße fast schon auf der Sitzfläche des Sattels. „Es ist nichts passiert!“, schrie sie mir entgegen, bevor sie zurück in den Sattel kletterte und mit hoch erhobenem Kopf weiter ritt. Wenn sie glaubte, ich würde das Matthew verschweigen, hatte sie sich geschnitten. Das nächste Mal würde ich gleich ein paar Fotos machen, Elisa war zu gut im Leugnen und ohne Beweise oder ihren Anwalt beharrte sie darauf, unschuldig zu sein.
      Auf dem weiteren Weg benahm sich die junge Stute vorbildlich, auch wenn sie vor den ein oder andern Ästen aus Furcht zur Seite sprang und Elisa aus dem Sattel warf. Tatsächlich konnte sie sich oben halten, auch wenn ich gerne etwas anderes gesehen hätte. Auf dem Restweg passierte leider auch nichts mehr, nur Matthew stand bereits an der Hofeinfahrt und sah uns mit hochgezogener Augenbraue an.
      „Bee war so brav!“, kreischte Elisa und schlug mir in den Arm, damit ich es mit einem Nicken bestätigte. Nur blöd, dass das Bee zum Erschrecken animierte und Elisa unsanft auf dem Boden landete. Die Stute trabte darauf mit hocherhobenem Schweif zu Matthew, der sie mit einem Ich-habs-dir-doch-gesagt-Blick einfing und zum Stall führte.
      „Naja, jetzt schaffst du es auch ohne mich nach Hause. Bis dann.“
      Schneller als sie antworten konnte, ritt ich davon. Auch Ékes wollte Feierabend, besonders nachdem sie so ein verrücktes Pony an ihrer Seite ertragen musste. Als ich sie auf die Koppel verfrachtet hatte, sah ich noch schnell bei Dajeen und Weltwunder vorbei, die nebeneinander unter einem Baum standen und dösten. Die Möhren, die ich aus der Jackentasche zauberte konnte die Zwei dann doch noch dazu animieren vorbeizuschauen. Als die beiden Jungstuten ihre Extra-Vitamine verputzt hatten, machte ich mich zurück ins Haus, um mich aufzuwärmen. Und um Matthew von Elisas Galoppkatasprohe im Wald zu erzählen.
    • Elii
      Pflegebericht 22. November 2015 - Wintereinbruch
      7546 Zeichen

      Mal wieder hatte ich mich dazu breit schlagen lassen einen Monopolyabend bei mir Zuhause zu veranstalten. Das ganze hatten „wir“ auf einem Ausritt beschlossen, bei dem ich meine Schimmelstute Dahiba und ihre Tochter Dajeen ausführte. Auch wenn ich erst Nein sagen wollte, schaffte Elisa mit ihren Drohgebärden mich irgendwie zu überreden. Eigentlich wollte ich Gwen auf meine Seite ziehen, doch diese jammerte nur davon, dass es keinen Spaß machen würde immer wieder Monopoly zu spielen. Vor allem weil Elisa alle abzockte und außerdem die Bank ausräumte. Leider konnten wir es ihr bisher nicht nachweisen, sonst hätte sie schon lange Spielverbot bekommen. „Man ist so lange unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen wird!“, zitierte sie auch heute, nachdem wir mal wieder darauf zu sprechen kamen. Gwen murmelte mir unbekannte Schimpfworte, die mit Sicherheit weit über FSK 18 waren.
      Wir versprachen Gwen also, dass sie 2000 Mark mehr bekommen würde, damit sie wieder mit einer weniger schlechten Laune mit uns durch die Gegend streifte. Anderthalb Stunden später kamen wir wieder am Stall an, wo ich sogleich absattelte und das Mutter-Tochter-Gespann zurück auf die Koppeln stellte.
      Nicht nur, dass ich als Spielelocation ausgesucht wurde, auch für die Snacks war ich zuständig. Mir war zwar so, dass diese Aufgaben sonst auf zwei Personen wurden, aber bevor ich wieder in der nächsten Diskussion landete, nickte ich es einfach ab. Sogleich setzte ich mich in mein Auto und machte mich auf den Weg in die Stadt. Da der Wocheneinkauf anstand, hatte ich Nate im Schlepptau, der nörgelnd auf dem Beifahrersitz saß. Müsste ich keine neuen Getränke mitbringen, hätte ich ihn erst gar nicht mitgenommen, denn von Nörgeleien hatte ich heute schon genug gehabt. Mit zwei Kisten Bier konnte ich ihn wieder zur Raison bringen, so dass er halbwegs gut gelaunt hinter mir durch den Supermarkt schlappte.
      Nachdem ich eine Stunde mit einem Kleinkind unterwegs war, konnte ich endlich mit einem vollgepackten Auto zurück nach Hause fahren. Vor meiner Haustür warteten Gwen und Elisa schon wie bestellt und nicht abgeholt. Laut ihnen warteten sie schon seit einer Ewigkeit und wurden nur noch wütender, als sie drinnen Colin vor der Konsole sitzen sahen. Er hatte Kopfhörer an, doch das entschuldigte nichts, weshalb er die ganzen Abend die bösen Blicke der zwei Mädels auf sich hatte. Zum Glück war das Spiel spannender, sonst hätten sie ihn vermutlich ständig mit irgendetwas abgeworfen.
      Elisa hatte einen schweren Start und kam am Anfang drei Mal hintereinander auf bereits verkauften Straßen. Alle waren ins Gwens Hand, weshalb diese immer wieder schäbig lachte. Es war gruselig eine so nette Person in Abgründe stürzen zu sehen. Unauffällig schnappte ich mir die Bahnhöfe und die Schloßallee, sowie einige andere Straßen. Heute war ich bereit zum Gewinnen und niemand würde mich daran hindern! Bis ich auf Gwens Hotel in der Bahnhofstraße kam. Dreimal.
      „Ich geb dir die Bahnhöfe, ok?“, handelte ich resigniert, nachdem ich nicht noch einmal die unmögliche Summe aufbringen konnte.
      „Die und 2000 Mark“, entgegnete sie knallhart und spielte mit ihrer Sonnenbrille. Da ihre anderen Angebote nur noch unverschämter waren, willigte ich schließlich ein und würfelte erneut. Das musste man leider bei einem Pasch. Ein Glück landete ich nur auf Elisas Badstraße.
      „HA, ich bekomme 80 Mark von dir!“, schrie sie lauthals und hüpfte aufgeregt auf ihrem Stuhl auf und ab. Ich gab ihr einen Hunderter und ließ ein lässiges „Behalt den Rest“ raus. Auch wenn ich am Existenzminimum hing, die Freude ließ ich mir nicht nehmen. Während Multimillionär Gwen ihre Spielfigur gekonnt nur auf ihren Straßen landen ließ, zehrte auch Elisa an ihren letzten Scheinen. Straßen hatte sie fast keine abbekommen, dafür gehörten ihr beide ‚Du kommst aus dem Gefängnis frei‘ Karten. Die ihr nichts brachten außer zusätzliche Frustration.
      Gwen und ich wechselten ständig die Positionen, während McMoneysack ausnahmsweise auf dem Zahnfleisch kroch. Richtig verlieren wollte sie allerdings auch nicht. Das könnte noch eine Weile dauern...

      Nachdem wir gestern noch bis halb 3 Monopoly gespielt hatten, fiel es mir unglaublich schwer um kurz vor sieben aus dem Haus zu gehen. Die Fensterläden öffnete ich erst gar nicht, denn auch draußen würde es noch dunkel sein. Gähnend öffnete ich die Tür, woraufhin mir sofort ein eiskalter Wind entgegen kam. Anscheinend hatte es gestern Nacht geschneit und nicht mehr aufgehört, kein Wunder bei den -5° Celsius die das Thermometer anzeigte. Ohne zu zögern schloss ich die Tür wieder, stapfte zurück ins Ankleidezimmer und zog die dicke Winterjacke aus dem Schrank. Auch ein zweiter Pullover und ein Stirnband kamen mit, ebenso ein zweites paar Socken.
      In der Küche begrüßte mich Colin, der mit nassen Schuhen und Schnee in den Haaren vor der Kaffeemaschine stand.
      „Die zieht man aus!“, zischte ich und zeigte auf die von den Schuhen verursachten Spuren. Während ich zum Ausgang ging drohte ich ihm noch einige Male, ihn zusammen mit Cressi zu Elisa zu schicken. Das letzte Training bei ihr hatte er knapp bestanden, da er einmal den inneren Zügel zu sehr aufgenommen hatte und Elisa um das Wohlergehen ihres Lieblingsponys fürchtete. Ein zweites Mal würde sie das nicht durchgehen lassen.
      Mit den Gummistiefeln an den Füßen stapfte ich durch den Schnee. Die Pferde waren dank Colin schon auf der Koppel, das war auch das mindeste, dafür dass mich ins Messer von zwei durchgefrorenen Zicken hat laufen lassen. Poppysmic stand bereits am Koppelzaun und schaute mir aufmerksam entgegen, als ich ihr entgegen ging. Die kleine Stute hatte nur noch am Kopf und an den Beinen ihre goldgelbe Farbe, ansonsten hatte sie sich durch das Scheren silbergrau gefärbt. Brav folgte sie mir in den Stall, wo ich sie auch gleich von ihrer Decke befreite. Während des Putzens im kalten Stall bekam sie eine Abschwitzdecke über den Rücken, die auch nach dem Satteln dort verweilte. Während ich mir meine Lammfellstiefel anzog, kam Nate mit Tavasz und Furmint vorbeigestiefelt. Mit den beiden Stuten waren er und Colin schon vor sieben unterwegs gewesen. Nun durften sie zurück auf die Koppel zu den anderen Stuten, von denen jetzt Ostara und Ékes an der Reihe waren. Inzwischen unen stieß auch Colin mit zwei Thermoskannen voll Kaffee zu uns.
      Nachdem ich mich auf Poppys Rücken geschwungen hatte ging es zuerst einmal durch die weiße Winterwunderwelt, bevor das Training in der Halle anstand. Heute standen Seitengänge und das Verstärken auf dem Plan, sollte die Stute doch schon so gut wie möglich vorbereitet sein, bevor Elisa ihre „Arbeit“ tat. Meistens war es eher ein Draufsitzen und kurz Überprüfen, ob Poppy bereits alle Lektionen kannte - Natürlich kannte sie die, was auch sonst.
      Auch jetzt schon konnte ich sie bequem von Arbeitstrab in de n starken Trab versetzen und auch das Tempo zurückführen. Im Galopp hatte sie ihre größten Schwierigkeiten war es doch ihre schwächste Gangart. Zu meinem Verwundern klappten dort die Traversansätze am besten.

      „Seid ihr am Putzplatz eingeschlafen?“, rief ich Colin und Nate entgegen, als die Beiden mit ihren Stuten entgegen kamen. Daran dass sie besonders ordentlich bandagieren wollten, lag es auf jeden Fall nicht, denn Ékes und Ostara hatten nur Dressurgamaschen an. Sie murmelten irgendwelche Gründe vor sich hin, doch da war ich mit Poppy bereits fast aus der Halle. Nach einer weiteren Runde um den Hof packte ich die Stute wieder in ihre Winterjacke ein und brachte sie zurück zu ihren Freundinnen.
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  • Album:
    1.8 Stuten in der Zucht
    Hochgeladen von:
    Elii
    Datum:
    20 Juli 2015
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    Kommentare:
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    Rufname: //
    geboren: März 2004

    von: Karcag – Furioso-North Star
    aus: Eva – Furioso-North Star

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    Rasse: Furioso-North Star
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Dunkelfuchs
    Stockmaß: 167 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Die gelehrige Stute Ékes (dt. geschmückt, glänzend) besticht nicht nur äußerlich mit ihrer herbstlichen rotbraunen Farbe; auch unter dem Sattel, oder vor der Kutsche braucht sie sich nicht zu verstecken. Bis jetzt wurde die Stute meist zweispännig gefahren, jedoch kennt sie es auch allein vor der Kutsche zu stehen. Die Stute bietet sich sehr schnell beim Reiten an und geht bereits ohne Probleme am Zügel, obwohl sie erst seit wenigen Monaten dauerhaft geritten wird. Im Gelände bleibt die Stute ruhig und auch in schwierigen Situationen händelbar. Sie ist sehr aufmerksam im Gelände, aber keineswegs schreckhaft. Viel mehr versucht sie alles zu erkunden und zeigt sich sehr aufgeschlossen neuem gegenüber.

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    Erfolge

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    [BZSW 2] Weihnachten
    [BSW 2] Zirkuslektionen

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    1.Platz 252. Dressurturnier (Pas de Deux)

    Dressur M – Fahren L

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    [SK 415] Dressurorientierte Stuten

    3. Platz 54. SdM-Wahl
    2. Platz 57. SdM-Wahl
    1. Platz 64. SdM-Wahl
    1. Platz 65. SdM-Wahl
    2. Platz 71. SdM-Wahl

    Decktaxe: 126 Joellen
    Zuchtverleih: //
    Nachkommen:
    Császári* / Furioso-North Star [2011] -- von Csíny / Furioso-North Star
    Éllovas / Furioso-North Star [2015] -- von Kalzifer / Furioso-North Star