Elii

Ékes* -- Furioso-North Star

*2004; im Besitz seit: 03. Dezember 2012

Ékes* -- Furioso-North Star
Elii, 20 Juli 2015
Zaii und Samarti gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 04. Dezember 2012 - Ankunft
      1373 Zeichen

      Heute sollte eine original ungarische Furioso ankommen. Ich hatte mir die Kleine mehrere male im Internet angesehen, bevor ich anrief und nach Ungarn fuhr, um sie zu besichtigen. Da sie zu diesen Zeitpunkt gerademal zwei Wochen unter dem Sattel war, gestaltete sich das Probereiten schon schwieriger. Keine Anlehnung, ignorierte mal mehr, mal weniger meine Hilfen und sprang erst nach einigen Malen in den Galopp. Das ich sie tatsächlich zu mir nahm, grenzte zu diesem Zeitpunkt fast an ein Wunder. Durch ihre Farbe war sie eben doch etwas ganz besonderes und da ich einen deutschen Trainer hier in Ungarn kannte, gab ich sie in seine Obhut. Anderthalb Monate später fuhr die Stute mehrere Stunden lang, bevor sie in meinem Hof stand. Viel mehr konnte sie zu war nicht, aber die Basics saßen erheblich besser. An der Anlehnung würde ich auch selbst mit meiner Trainerin arbeiten können, aber ganz von vorne wollte ich bei einer acht jährigen Stute auch nicht anfangen. Als ich sie auslud, verfrachtete ich Ékes, so hieß sie, wie ich vor kurzem aus den Papieren erfuhr, in die Halle und führte die nervöse Stute zuerst ein paar Runden bevor ich sie laufen ließ. In einem Höllentempo rannte sie los, tobte sich aus nach der langen Fahrt und schnaubte hörbar ab. Zufrieden schaute ich ihr noch eine Weile zu, bevor ich sie in ihre Box machte und ihr Heu zur Verfügung stellte.
    • Elii
      Pflegebericht 04. Februar 2013 - Alle Pferde
      7772 Zeichen

      Es war erst kurz nach sieben, als ich mit meinem Thermosbecher in den Stall trottete. Jack und Mel hatten die Pferde bereits gefüttert und waren schon dabei auszumisten. Da meine Furiosodamen Ékes, Furmint und Ostara, sowie Unwritten, Spotted und Jumina, erst am Nachmittag geritten wurden, brachte ich die Sechs gemeinsam auf die Koppel. Schnell holte ich mir dann noch die Hengste Kalzifer und Whole, und brachte diese ebenfalls nacheinander auf getrennte Koppeln. Whole hatte heute seinen Ruhetag und konnte den ganzen Tag im Grünen verbringen. Als das geschafft war, half ich noch kurz Mel und Jack und holte dann Puriosa aus dem Offenstall, da ich spazieren gehen wollte, bevor die anderen mit Decission und Dark Firestorm sprangen. Das Stütchen war schnell geputzt und genoss es, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch das Hufegeben klappte wie gewünscht und so dauerte es nicht lange bis wir aufbrachen. Munter lief Puriosa neben mir und schaute sich neugierig um. Als jedoch ein paar Vögel aus dem Busch flogen, schreckte sie kurz zur Seite und suchte bei mir Schutz. Ich lief zügig weiter und schon war die kleine Scheckstute wieder voller Mut und Abenteuerlust. Unsere Runde dauerte nicht lange, ich wollte die Kleine schließlich nur weiter ans Führen gewöhnen. In dem Moment als wir ankamen, fingen Mel und Jack gerade das Abgaloppieren mit den beiden Hengsten an. Eilig kratzte ich dem Tinkermädchen die Hufe aus, brachte sie zurück in ihren Stall und lief dann zum Springplatz. Während ich die Sprünge aufbaute, positionierte ich mich in der Mitte und gab hin und wieder Anweisungen, da vor allem Mel noch nicht ganz mit Deicission klar kam. "Lass ihn einfach ein bisschen mehr laufen, sonst rennt der dir nachher nur über die Sprünge und hebt seine Beine nicht. Er braucht einfach ein bisschen mehr Tempo, sonst schafft er es nicht, Dark ist da schon routinierter. Schon besser, ruhig weitertreiben!" Jack musste ich kaum verbessern, er wusste einfach wie er mit dem Hengst umgehen musste und verstand sich mit ihm auch ohne Worte. "Sieht gut aus, Jack; Bei dir auch Mel, läuft immer besser mit dem Kleinen.". Decission und Dark Firestorm sprangen beide sehr souverän über die Hindernisse, nahmen sie aber nicht für voll, wie man deutlich sehen konnte. Ich konnte die Sprünge relativ schnell hochziehen, da auch Mel ihr Pferd immer besser unter Kontrolle hatte. Nach kurzer Zeit hatten wir die normale Höhe der Beiden erreicht und die Hengste sprangen voller Elan. Für Dark wurden die Sprünge noch einmal erhöht, während Deci bereits trocken geritten wurde. Schnell warf ich ihm die Abschwitzdecke über, da es immer noch recht kalt war. Als auch Dark fertig war, verschwand ich wieder in den Stall, um dort Dark Heart und Diome fertig zu machen. Beide sollten heute Freispringen, um ihre Technik etwas zu verbessern. Die Hengste waren schnell geputzt und auch die Gamaschen und Streichkappen waren schnell angelegt. Als Heart und Diome aufgezäumt waren, schnallte ich die Führleinen ein und übergab Diome an Mel, die mit mir die beiden Freispringen lassen wollte. Jack machte unterdessen die anderen Hengste für die Box fertig. Diome und Heart liefen ruhig nebeneinander, zum Glück verstanden sich beide so blendend. In der Halle übernahm Mel beide und ich baute kurz die Sprunggasse auf. Danach durfte auch schon der erste Springen. Diome lief ordentlich zum Cavaletti hin, sprang aber eher zögerlich, da er noch nicht so ganz wusste, wohin mit seinen Beinen. Auch beim zweiten Mal klappte es noch nicht so richtig, aber danach schaffte er es sich besser zu sortieren. Wir zogen die Höhe etwas an und langsam klappte es bei Diome immer besser. Wie sein Vater konnte wohl auch er, nur ab einer bestimmten Höhe die Sprünge überhaupt für voll nehmen. Bei Heart war es umgekehrt. Die kleinen Sprünge nahm er ohne Probleme, sobald diese aber hochgezogen wurden, strampelte er unbeholfen mit seinen Beinen und wusste nicht wohin damit. Doch langsam klappte es auch bei ihm immer besser und er konnte schon ein wenig höher springen, ohne aus der Konzentration zu geraten. "Lassen wir Diome noch einmal hüpfen, nicht das uns Heart noch im Sprung landet." Gesagt – Getan. Schon war der Palominoschecke wieder in der Bahn und galoppierte frohen Mutes auf die Hindernisse zu. Wir konnten noch ein wenig anziehen und beendeten dann das Training damit, beide Hengste nacheinander Freilaufen zu lassen. Nachdem Diome sich austoben konnte, wurde er von Mel zurück in die Box gebraucht und der Fuchs durfte loslaufen. Unterdessen brachte Jack bereits Fekete in die Halle, da auch er heute laufen wollte. In der ersten Zeit sollte er noch nicht zu stark belastet werden, schließlich war er nur ein paar Tage hier. Er trabte munter durch die Halle und galoppierte kurz darauf einmal quer durch die Halle. Der pechschwarze Dressurhengst war einfach umwerfend, wenn man ihm zusah, ich konnte gar nicht genug von ihm bekommen. Nach einer Viertel Stunde fing ich ihn ein und brachte ihn in die Führanlage, wo er noch eine Weile laufen sollte. In dieser Zeit ging ich ins Haus und machte das Essen fertig. Nach der Mittagspause ging es direkt weiter mit Unwritten, Ékes und Kalzifer, welche heute alle ins Dressurtraining gehen sollten. Als ich auf die Koppel ging, um Kalzifer zu holen, schaute ich noch schnell bei Cressi vorbei, der heute ebenfalls seinen freien Tag hatte. Kalzifer trottete brav hinter mir her und wartete brav am Putzplatz, bis ich den Putzkoffer geholt hatte. Um ihn kümmerte sich von nun an Jack, während Mel und ich Ékes und Unwritten bereits warmritten. Kurz darauf kam auch Jack in die Halle und begann der Hengst warm zu machen. Es brauchte eine Weile bis sich dieser beruhigen konnte und nicht mehr von den Stuten völlig abgelenkt war. Das weitere Training war relativ ruhig, Unwritten machte wie immer eine gute Figur und auch die dunkefuchsige Ékes versuchte Mel alles recht zu machen. Nach einer knappen Stunde ritt ich Unwritten trocken und stieg dann schnell ab, da noch andere Pferde an der Reihe waren. Mel und Jack folgten kurz darauf. Als nächstes ging Mel mit Furmint ausreiten, Spotted mimte das Handpferd und ging brav die Runde mit.
      Jack und ich sattelte währenddessen Ostara und Jumina, um im Wald die Militarystrecke zu reiten. Beide Stuten waren schrecklich aufgeregt, kurz bevor wir die Strecke erreichten. Jumina wusste zwar nicht was folgte, wurde von Ostara dafür umso mehr gepusht. Als wir ankamen versuchte ich möglich ruhig zu bleiben, ein paar Mal tief durchzuatmen und dann Jack vorzuschicken, da Jumina einfach schneller war als Ostara. Ostara musste ich sehr zurück halten, ich hatte schon bedenken das im nächsten Augenblick die Zügel rissen, so schwer legte sich die Stute auf das Gebiss. Als Jack dann endlich mir das Zeichen zum Start gab, ging alles schneller als gedacht. Ostara preschte los und lief fast unkontrolliert zum ersten Hindernis. Glücklicherweise kam sie passend an und konnte ohne zu Stolpern springen. Beim zweiten Sprung war ich gefasster und hielt die Stute um einiges stärker zurück, wodurch wir schon viel besser zum Hindernis kamen. Der Stamm war schnell geschafft und auch die nächsten Beiden machten keine Probleme. Beim Wassergraben scheute mir Ostara fast, allerdings konnte ich noch das schlimmste vermeiden, indem ich weiter trieb. Jack hatte dabei nicht zu viel Glück gehabt, wie ich später erfuhr. Hinter der Strecke trafen wir uns wieder und klapperten die Feldwege noch etwas im Trab ab. Am Ende trafen wir sogar Mel wieder, die mit ihren zwei Stuten gut ausgekommen war. Zusammen sattelten wir ab und brachten die Pferde wieder in ihre Boxen, wo sie ihr Abendessen bekamen. Zu Dritt gingen wir dann zurück ins Haus und machte uns einen schönen Feierabend mit Cocktails und Pizzabrot.
    • Elii
      Pflegebericht 08. Juni 2013 - Dressur
      3276 Zeichen

      “Ékes! Komm Süße.”, rief ich der fuchsfarbenen Stute zu, die gerade ihren Kopf vom Gras abgewendet hatte und zu mir sah. Sie schüttelte kurz ihren Kopf, um die Fliegen loszuwerden und trottete dann im Schritt auf mich zu. Als sie die 15 Meter geschafft hatte, streichelte ich ihr über die Stirn und halfterte sie auf. Brav folgte sie mir zum Ausgang, jedoch musste ich noch Ostara abschütteln, die ihre Freundin kaum gehen lassen wollte. Nachdem das geschafft war, führte ich Ékes zum Stall und band sie beim Putzplatz an, um sie dort zu säubern. Sie machte das gut mit und genoss die Massage mit dem Striegel sichtbar. Ihre weißen Beine bekam ich nur mit Mühe vom Stau frei, also blieb es bei einem leicht schmutzigen Weiß. Ich holte schnell den Sattel mit der Schabracke und das Zaumzeug aus der Sattelkammer, sowie die farblich passenden Bandagen. Seit langem waren wir wieder in olivegrün unterwegs.
      Schnell ging ich zum Aufwärmen im Schritt noch eine Runde um den Hof und dann auf den Dressurplatz, da die Halle sich durch die immer stärker scheinende Sonne wie ein Ofen aufgeheizt hatte. Wieder zurück begann ich locker mit der Arbeit, in dem ich Schenkelweichen und Schulterherein von Ékes abverlangte. Für die dressurbegabte Stute waren dies unglaublich leichte Übungen, für die die kleinsten Hilfen reichen. Als die Stute fleißig ans Gebiss heran trat, trabte ich an und ritt die ersten Schritt-Trab Übergänge. Als dies gut klappte, folgten Trab-Halt Übergänge und schließlich Tempounterschiede im Trab. Ékes gab wieder einmal ihr Bestes und machte sich sogar schneller als sonst rund. Darauf folgte eine Schrittpause am langen Zügel, um ihr eine Denkpause zu ermöglichen. Fünf Minuten später nahm ich die Zügel wieder auf und nutzte die bereits vorhandenen Trabstangen für die Arbeit. Sie lagen auf dem Hufschlag und ich ritt auf dem Mittelzirkel über die Stangen. Direkt dahinter parierte ich die Stute zum Halten durch, ließ sie dann einige Schritte im Schritt gehen und trabte dann wieder an, um erneut über die Stangen zu reiten. Dieses Mal hielt ich direkt vor ihnen und trabte direkt an, damit sie ihre Beine höher nahm. Beide Übungen wiederholte ich jeweils noch ein weiteres Mal und wechselte dann die Hand, um das Ganze erneut zu reiten.
      Als das klappte, begann ich direkt nach den Stangen anzugaloppieren, um dann nach einem Viertel des Zirkels zum Trab durch zu parieren, wieder anzugaloppieren und vor den Stangen wieder zu traben. Nach zwei Malen wechselte ich die Hand und wiederholte das Ganze.
      Danach folgten Halt-Galopp Übergänge, sowie der fliegende Galoppwechsel, den die Stute auf beiden Händen mit Bravour meisterte; auch wenn sie danach sehr feinfühlig auf den Schenkel reagierte und sofort angaloppierte, wenn man ihn auch nur einen Zentimeter zurück legte. Ich musste mich unheimlich konzentrieren, damit die Stute nicht umsonst angaloppierte und beendete das Training, nachdem ich die Travers von Ékes gefordert hatte. Da dies eine ihrer Lieblingsübungen war, war es der perfekte Abschluss für ein Training. Ich trabte noch einige Runden leicht, parierte dann zum Schritt durch und beendete nach 10 Minuten das Ganze.
      Am Putzplatz nahm ich der Stute die Ausrüstung ab und führte sie zurück zur Weide, wo ich im Austausch Ostara mitnahm.
    • Elii
      Pflegebericht 09. August 2013 - Gesamtbericht
      14608 Zeichen

      Auch wenn heute die Temperaturen unter die 30° fallen sollten, stand ich bereits um kurz nach 5 Uhr im Stall und ließ die Pferde auf die Koppel. Findings Neverland und Shakoor kamen zusammen mit Cresant Moon auf die kleine Koppel direkt am Stall. Direkt daneben durfte es sich Diome bequem machen. Csíny und sein Vater The Whole Story brachte ich in die gegenüberliegenden beiden Koppeln. Die Stuten kamen alle zusammen auf die Koppel am Stall, auch wenn sich beim Weg dorthin Ostara und Pipcas wieder einmal zankten und ich schon Angst hatte, dazwischen zu geraten. Furmint und Ékes begannen gleich zu grasen, als sie ihre Halfter los hatten, weshalb Unwritten genervt die Ohren anlegte, da sie wegen den beiden kaum vorwärts laufen konnte. Jumping to Conclusions und Dark Jewel trotteten hinter Unwritten her und begannen weiter hinten zu graßen.
      Schnell schloss ich das Koppeltor und lief zurück zum Stall, da noch einige Hengste auf die Koppeln gehen sollten. Zwei der größten Koppeln waren mittlerweile unterteilt, damit jeder Hengst seinen eigenen Bereich haben konnte. Dark Decission und Dark Intention kamen nebeneinander in die erste Koppel. Direkt dahinter kamen Flavio und Kalzifer. Rechts daneben konnte Fekete seine Freiheit genießen und ganz am Ende war Dark Firestorm’s Koppel.
      Als ich wieder zurück war, ging ich noch einmal ins Haus, um mehrere Kisten an Sprudel in den Stall zu bringen, damit niemand verdursten musste.
      Da der Stallbursche momentan im Urlaub war, und Melanie und Jack erst um 7.30 Uhr anfingen, begann ich alleine die Boxen zu misten. Nach einer Stunde hatte ich bereits einen Großteil geschafft, da durch die langen Aufenthalte auf der Koppel, die Boxen kaum genutzt wurden. In der letzen halben Stunde mistete ich noch die große Gemeinschaftsbox von Shakoor und Nevi, sowie die Boxen von Diome, Csíny und Cressi.
      Als ich die letzte Box neu einstreute, kamen erst Melanie und dann Jack durch die Stalltür und begrüßten mich. Nachdem wir den Ablauf des Tages bei einem Kaffee besprochen hatten, ging es auch schon los mit der Arbeit.
      Da die beiden Azubis, die seit heute auf dem Hof mitwirken sollten, erst um halb 9 kommen würden, hatte ich noch Zeit Kalzifer zu reiten. Der Fuchshengst sollte heute wieder etwas auf dem Platz gearbeitet werden, in letzter Zeit hatten wir das Training wegen der hohen Temperaturen schleifen lassen. Melanie nahm sich in der Zwischenzeit Ékes vor, die heute ebenfalls dressurmäßig geritten werden sollte. Jack hatte somit genügend Platz auf dem Springplatz, um niemand durch Flavios Eskapaden zu gefährden.
      Nachdem alle Pferde geputzt und gesattelt waren, gingen wir zusammen zu den Plätzen. Jack verabschiedete sich als wir am Springplatz ankamen, so dass Melanie und ich alleine zu Dressurplatz gingen. Während Melanie bereits im Schritt losritt, legte ich vier Stangen beim Mittelzirkel hin und stieg danach auf Kalzifers Rücken. Gemeinsam mit Mel drehte ich meine Runden auf dem Platz, bevor es mit der Arbeit losging.
      Nach zehn Minuten begann ich dann erst über die Stangen und dann in Volten um sie herum zu reiten. Danach wechselte ich die Hand und ritt die gleiche Übung noch einmal. Kalzifer arbeitete heute besonders gut mit, auch das Schenkelweichen, wo er sonst immer versuchte zu schummeln, klappte auf Anhieb. Mel hatte mit Ékes auch keine Probleme, aber die Stute machte sonst ja immer brav mit.
      Im Trab musste ich Kalzifer vermehrt mit dem äußeren Bein treiben, damit er auch wirklich über die Stangen lief. Auch wenn ich ein wenig kämpfen musste, trabte der Hengst dann doch über die Stangen und nicht daran vorbei. Melanie tat es mir gleich, da Furmint etwas maulig war und immer wieder den Kopf in die Höhe warf.
      An der langen Seite ließ ich meinen Hengst im Trab zulegen und fing das Tempo kurz vor der kurzen Seite wieder ab. Danach folgte eine kurze Schrittpause am langen Zügel, um dem Hengst etwas Erholung zu bieten.
      Als ich die Zügel wieder aufnahm, trabte ich noch eine Runde auf dem Zirkel und galoppierte dann an. Die Stange, die auf dem Zirkel lag, nahm ich gleich im Galopp mit. Nach zwei Runden parierte ich durch, wechselte die Hand und galoppierte erneut an. Auch hier ritt ich Kalzifer wieder über die Stange. Wieder parierte ich durch und galoppierte dann auf dem Mittelzirkel über alle vier Stangen. Kalzifer galoppierte fleißig, und ich hatte Mühe mich bei seinem Schwung im Sattel zu halten. Auch das Verstärken des Galopps an der langen Seite, klappte einwandfrei, auch wenn Kalzifer kurz ins Stolpern geriet.
      Ich parierte durch und trabte leicht, gleichzeitig gab ich dem Hengst die Zügel hin und lobte ihn ausgiebig. Auch Melanie hatte gerade das Training beendet und ritt bereits im Schritt ihre Runden. Damit die beiden Pferde noch etwas raus kamen, ritten wir eine Runde um den Hof zum Abschluss. Jack war bereits fertig und hatte den Schimmelhengst schon zum Putzplatz gebracht. Als Melanie und ich ankamen, war Flavio bereits abgeduscht und mit Jack auf den Weg zurück zur Koppel. Ich übernahm Ékes als sie abgesattelt wurde und duschte sie und Kalzifer zusammen ab.
      Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir, dass unsere Azubis jede Minute kommen würden, also beeilte ich mich die beiden Pferde auf die Koppel zu führen. Als ich zurück kam, kamen mir auch schon zwei junge Mädels entgegen. Celine, dunkelbraune Haare und 21 Jahre, und Marleen, rote Haare und 18 Jahre, hatten bereits beide ein Praktikum auf unserem Hof hinter sich, dies fand allerdings noch vor dem Umzug, weshalb die Beiden etwas verloren im Eingang standen.
      „Habt ihr gut hergefunden? Wir liegen jetzt ja etwas weiter außerhalb.“, sagte ich lachend und führte Celine und Marleen gleich weiter zu den Koppeln. „Wenn ihr wollt könnt ihr euch gleich aufs Pferd schwingen, das ihr Reiten könnt, weiß ich ja. Furmint und Ostara müsstet ihr ja noch kennen, oder?“, fragte ich während wir zur Koppel gingen, was mir durch ein Nicken bejaht wurde. Ich grinste und freute mich, da mir so auch einiges an Arbeit abgenommen wurde. Schnell halfterte ich Ostara und Furmint auf, und übergab sie dann Celine und Marleen. Während die Beiden die Stuten putzten, bequatschte ich mit ihnen den künftigen Tagesablauf und sagte, welche Pferde sie in Zukunft reiten würden. Neben den beiden Stuten sollten auch Diome und Tiny zu ihren Aufgaben gehören, sowie hin und wieder eins der anderen Pferde, wenn Jack, Mel und ich nicht genügend Zeit hatten. Während ich mich um die Azubis kümmerte, gingen Mel und Jack auf Pipcas und Jewel zusammen ausreiten.
      Um kurz vor 9 Uhr ging es dann in die Halle, da der Himmel begann sich zu verdunkeln und in Kürze der Regen folgen würde. „Fangt schon einmal an im Schritt, ich bau solange noch ein paar Sachen auf:“, rief ich Celine und Marleen zu, bevor ich in der kleinen Kammer verschwand und mit Stangen zurück kehrte. An der langen Seite legte ich drei Stangen schräg auf den dritten Hufschlag, so dass man sie mit einer einfachen Schlangenlinie oder beim Handwechseln über reiten konnte. An der anderen langen Seite baute ich noch ein Cavaletti auf, das später als Gymnastiksprung dienen sollte. „Die Sachen könnt ihr nutzen, ich muss mir jetzt kurz selbst ein Pferd fertig machen und dann komm ich wieder hier her.“
      Schnell holte ich Fekete von der Koppel und putzte kurz über sein ohnehin sauberes Fell, bevor ich ihm den Kappzaum anlegte und die Longe in den mittleren Ring einklinkte. Ich führte ihn so zurück zur Halle und begann dort ihm im Schritt den Hufschlag entlang führte. Marleen und Celine arbeiteten bereits fleißig im Trab mit ihren Stuten und nutzten auch die Stangen mit. Fekete konnte seine Augen kaum von den hübschen Stuten lassen, diese ließen sich von seinem sehnsüchtigen Wiehern aber nicht aus der Fassung bringen. „Treib Furmint weiter voran, die schläft dir fast ein. Und Ostara braucht ein bisschen mehr Abwechslung als Zirkel. Reite ein paar Schlangenlinien, Volten oder Tempowechsel, sonst macht die dir bald dicht.“, rief ich Celine und Marleen zu, während ich Fekete um mich kreiseln ließ. Auch er musste über die Stangen laufen und auch das Cevaletti kam zum Einsatz. Im Galopp rannte er etwas zu schnell drauf zu, konnte sich aber kurz davor noch abfangen und gesetzter Springen. Er war einfach ein Dressurpferd durch und durch. Immer wieder Handwechsel führten dazu, dass der Rapphengst sich fallen ließ und fleißig vorwärts-abwärts lief. Locker ließ ich ihn noch einige Runden traben und parierte ihn dann zum Schritt durch. Marleen und Celine ritten bereits einige Runden im Schritt, weshalb ich vorschlug noch eine Runde um den Hof zu reiten; die dunklen Wolken waren bereits vom Himmel verschwunden.
      Während des kleinen Rundgangs erklärte ich meinen Azubis das Gelände und wo sie die besten Galoppstrecken finden konnten. Wieder am Hof angekommen, zeigte ich den Waschplatz und übernahm dann die beiden Stuten, um sie auf die Koppel zu bringen.
      Währenddessen machte sich Mel mit den beiden Mädchen bekannt und nahm sie als Helfer bei Cressi mit, der heute seinen Reiter das erste Mal im Trab an der Longe tragen sollte.
      Bei mir stand als nächstes Unwritten auf der Liste, mit der ich ins Gelände gehen wollte. Nachdem ich sie geputzt hatte, sattelte ich meine Lieblingsstute schnell und stieg dann auf. Ich ritt den Wiesenweg am Reitplatz entlang und verfolgte dann die Landstraße weiter geradeaus, bis ich in den Wald kam. Dort trabte ich locker an und sorgte mit dem Schulterherein für die tägliche Portion Dressur. Für meine Scheckenstute war das kein Problem, schließlich kannte sie die Übung schon ewig. Fleißig lief die Stute voran, zuckte aber kurz zusammen, als es im Gebüsch raschelte. Jedoch hatte ich sie schnell wieder beruhigt und konnte gemütlich weiter reiten. Als es den Berg hinaufging galoppierte ich die Stute an, welche sofort lospreschte. Weiter im Wald gelangte ich zur Vielseitigkeitsstrecke, wo momentan Jack mit Deci und einem Trainer arbeitete, dieser hatte nämlich am kommenden Wochenende ein Turnier und sollte dafür Top in Form sein. Da ich nicht stören wollte, ritt ich eilig weiter und trabte die Stute ein weiteres Mal an. Ruhig setzte sie sich in Bewegung und trabte den Waldweg entlang. Kurz darauf verließen wir den Wald wieder. Als wir die Straße überquert hatten, und ich wieder in den Feldern war, galoppierte ich Unwritten erneut an. Als wir in die Nähe des alten Bauernhofs kamen, parierte ich zum Schritt durch. Kurz darauf trabte ich wieder an und parierte erst kurz vor der Brücke, die über den Fluss führte, durch. Den übrigen Weg ritt ich im Schritt, denn schon nach zehn Minuten kamen wir wieder am Stall an. Dort nahm ich Unwritten die Ausrüstung ab und duschte sie, wie die anderen Pferde, ab. Melanie und die beiden anderen hatten bereits begonnen, die anderen Pferde zu putzen, mit Cressi hatte nach Melanie alles bestens geklappt.
      Schnell brachte ich die Stute zurück zu den anderen auf die Koppel, bevor ich mir Jumina schnappte und zum Putzplatz führte. Melanie würde mit Story und Celine auf Diome, sowie Marleen auf Tiny noch eine Runde ins Gelände gehen. Ich hingegen holte für Jack noch Fire von der Koppel, da wir zusammen mit dem Trainer noch auf den Springplatz gehen wollten.
      Jack rief gerade an, als ich die Pferde satteln wollte, um mir zu sagen, dass er länger brauchen würde und ich davor noch Csíny longieren könnte.
      Daraufhin packte ich Jumina und Fire mit einem Arm voll Heu in ihre Boxen und holte mir dann den Furioso Hengst von der Koppel. Er sollte ebenfalls an die Longe, allerdings wollte ich mit ihm hauptsächlich Stangenarbeit machen. Geputzt war er in Windeseile und auch der Kappzaum saß schnell an seinem Kopf. Wieder hängte ich die Longe in den mittleren Ring und führte ihn dann in die Halle. Nach dem Aufwärmen begann ich den Hengst über die Stangen zu schicken und auch das Schenkelweichen seitwärts über die Stangen klappte einwandfrei mit ihm. Über die Stangen schnalzte ich immer wieder, damit mein Kleiner auch seine Beine hieb. Im Galopp sprang er erheblich besser über das aufgestellte Cavaletti und gab sich deutlich mehr Mühe bei der Stangenreihe. Wieder durchpariert übte ich noch einmal das Schulterherein im Schritt an der langen Seite und auch das Schenkelweichen ohne Stange klappte. Mit einer Runde um den Hof beendete ich das Training und konnte auf dem Weg sogar Jack einsammeln. Während er Csíny und Deci abduschte und in die Boxen brachte, da die Pferde über Mittag rein kamen, sattelte ich Jumina und Fire, die letzten beiden Pferde für heute. Jack hatte noch genug Zeit, um auch die Stuten in die Boxen zu bringen, dann mussten wir auch schon auf den Springplatz. Während wir im Schritt die Pferde warmritten, rief ich noch bei Melanie an, damit sie wusste, dass die Pferde noch in die Boxen sollten.
      Jumina und Fire wurden schnell warm, aufgeheizt durch die vom Trainer aufgebauten Hindernisse. Nach dem Abgaloppieren, fingen wir an zu springen, erst niedrig, wobei beide Pferde eher mäßig sprangen und man sie kaum passend reiten konnte. Hauptsache Laufen und locker Springen, war die Devise, damit Jumina und Fire warm werden konnten, auch wenn sie lieber sofort auf höchstem Niveau springen wollten.
      Als es endlich in die Höhe ging, wurden die beiden Pferde munterer und man hatte es schwer, sie überhaupt noch in Zaum zu halten. Jumina war flott unterwegs, vor den Hindernissen gab sie noch ein bisschen mehr Gas, um den nötigen Schwung für den Sprung aufzubringen. Nach dem Sprung musste sie leicht abgebremst werden, um das nächste Hindernis nicht zu verpassen. Fire hingegen war kaum zu halten, schließlich konnte er die letzten Wochen auch nicht wie sonst über den Springplatz heizen, da es schlichtweg zu heiß war. Jack hatte keine andere Möglichkeit den Hengst laufen zu lassen, aber dieser war mittlerweile auch so selbstständig, dass es kein Problem darstellte.
      Nach einer guten dreiviertel Stunde beendeten wir das Training und ritten, wie gewohnt, noch eine Runde um den Block. Daran hatten wir, und auch die Pferde, mehr Freude, als auf dem Platz zu kreiseln.
      Als unsere Pferde Frisch geduscht in ihren Koppeln standen und ihr Heu mümmelten, kamen auch Mel, Celine und Marleen auf ihren Pferden eingetrudelt. Ich half beim Verstauen der Ausrüstung, damit die Pferde schnell geduscht werden konnten und dann in ihre Box zum Heu fressen durften.
      Mittlerweile war es auch so heiß, dass Arbeit nicht mehr möglich war. Der Hunger kündigte sich zudem auch noch an, weshalb ich die gesamte Mannschaft zum Essen in mein Haus holte. Gegen Abend würden die Pferde wieder auf ihre Koppeln kommen, da es dann nicht mehr so heiß war.
    • Elii
      Trainingsbericht 09. September 2013 - Dressur von E auf A
      9770 Zeichen, von Samarti

      Ein brummender Automotor riss mich aus meinen Gedanken, als ich völlig lustlos an meinem Schreibtisch saß und versuchte, mich um den Papierkram zu kümmern. Gestern erst hatte ich Figaros Training abschließen können und direkt danach war bereits ein neuer Auftrag eingereicht worden. Diesmal sollte Ékes von Elii trainiert werden, eine Furioso North-Star-Stute. Laut den Angaben arbeitete sie beim Training schnell und gut mit, sodass ich eigentlich keine Probleme mit ihr bekommen sollte. Zugegeben, ich freute mich auf das Training mit Ékes. Auch, wenn Dressur normalerweise die Disziplin war, die mich am wenigstens ansprach, war es doch mal wieder etwas Anderes als das Springtraining, das ich in letzter Zeit mit verschiedenen Pferden beinahe täglich absolviert hatte.
      Ich erhob mich von meinem Bürostuhl und begab mich auf den Weg nach draußen. Sorgfältig schloss ich dir Tür hinter mir, nachdem ich auf dem Haus herausgetreten war und atmete tief durch, bevor ich zu Elii ging. Sie hatte ihr Auto bereits abgestellt und die Klappe des Hängers geöffnet. Von innen war ein leises Schnauben zu hören. Wir begrüßten uns kurz, klärten alles Wichtige und schließlich holte Elii ihre Stute aus dem Hänger. Sie war vielleicht 170 Zentimeter groß, höchstens. Ein kehliges Wiehern erklang aus dem Hengststall. Es kam von Bloody Autumn – er war der Einzige, der momentan im Stall stand. Anscheinend hatte er bemerkt, dass wir einen Neuzugang bekommen hatten.
      Nachdem Elii mir Ékes übergeben und alles Mögliche über sie erzählt hatte, was ich mir eh nicht merken konnte, verabschiedete sie sich auch schon wieder, da sie einen Termin hatte. Ich blickte ihr noch hinterher wie sie mitsamt Auto und Pferdehänger die Hofzufahrt herunterfuhr, bis der Morgennebel sie schließlich vollständig verschlungen hatte.
      Ékes scharrte ungeduldig mit dem Voderhuf auf dem Boden. Ich ermahnte sie sofort streng, was dazu führte, dass sie in der Bewegung anhielt und sich mit einem neugierigen Blick umsah. Das gesamte Gelände war ihr fremd, ihre Neugier war nicht unbegründet.
      Ich brachte Ékes in ihre Box und öffnete das Tor zum Paddock, sodass sie nicht ganz abgeschottet vom Rest der Herde war. Dennoch war es mir noch zu früh, um sie mit den Anderen auf eine Weide zu lassen. In einigen Tagen oder Wochen vielleicht, wenn sie sich eingewöhnt hatte. Noch wollte ich auf Nummer Sicher gehen.

      Die ersten Tage verliefen für Ékes ruhig und problemlos. Sie hatte sich inzwischen schon ein wenig angewöhnt und auch mit Dahiba zusammengetan. Da Ékes noch immer nur ihren Paddock zur Verfügung hatte, stand sie den ganzen Tag dort, wenn es gerade kein Futter gab. Dahiba hatte sich im Laufe der Zeit dann immer öfter zu ihr gesellt und in der Nähe von Ékes Paddock gefressen. Öfter mal hatten sie sich über den niedrigen Zaun beknabbert. Da die Beiden sich schon flüchtig aus der Zeit, als Dahiba noch als Zuchtstute bei Elii tätig war, kannten, war es kein Wunder, dass sie sich nicht mehr völlig fremd waren.
      Froh darüber, dass der Furioso North-Star sich so gut einlebte, trat ich vom Fenster weg und schloss es. Der Regen prasselte auf den Boden und die Regentropfen donnerten schon beinahe so laut gegen die Fensterscheibe, dass ich die Befürchtung hatte, die Fensterscheibe würde dem Druck bald nachgeben.
      Morgen würde das Training mit Ékes beginnen, dessen war ich mir sicher.

      Der Außenplatz war noch durchnässt vom gestrigen Gewitter, weshalb das Training für heute in die Reithalle verlegt werden musste, was für mich kein Problem darstellte. Matthew jedoch musste sich dann darum kümmern, dass die Reithalle frei war – aufgrund dessen musste er alle Hindernisse beiseite räumen, was selbst für ihn kein Zuckerschlecken war.
      Nachdem ich Ékes warm geritten hatte, konnten wir mit dem eigentlichen Training beginnen. Da für eine A-Dressur keine Vielzahl an neuen Lektionen benötigt wurde, fing ich mit dem Training dieser an. Dann würden wir später eine Aufgabenstellung der FN mit ihr durchgehen, um zu überprüfen, ob Ékes den Anforderungen gewachsen war.
      Zuerst wollte ich ihr den einfachen Galoppwechsel beibringen, was sich als ziemlich einfach herausstellte. Da Ékes konzentriert mitmachte und versuchte, es mir so Recht wie nur möglich zu machen, war es kein Problem, ihr diese Lektion spielerisch beizubringen.
      Indem wir zuerst ein wenig galoppierten, dann in den Schritt durchparierten und nach drei bis vier Schritten wieder in den Galopp wechselten, der diesmal auf der anderen Hand stattfand, war die ganze Übung nicht von ziemlich großer Schwierigkeit. Während wir uns im Schritt weiterbewegten, stellte ich Ékes um und gab dann schließlich eine halbe Parade, während ich gleichzeitig den äußeren Schenkel ein Stück zurücknahm und die Hüfte nach vorn schob. Ein wenig verwirrt schien der Dunkelfuchs anfangs zu sein, doch dies legte sich nach einiger Zeit. Schließlich gab ich mit dem jetzigen inneren Zügel nach, damit die Stute in den Galopp wechseln konnte.
      Ékes verstand bereits nach einigen Versuchen, was ich von ihr verlangte und führte alles so korrekt, wie sie nur konnte, aus. Bereits nach einer guten Stunde beherrschte sie diese Lektion, sodass wir mit der Nächsten fortführen konnten.
      Die nächste Lektion bestand daraus, das Viereck zu verkleinern und zu vergrößern. Da Ékes das Schenkelweichen anscheinend schon beherrschte, brauchte ich ihr dies nicht mehr beizubringen. Dies erleichterte mir das Lehren der neuen Lektion ungemein – und es sparte einiges an Zeit.
      Diese Übung diente eigentlich nur dazu, dem Pferd beizubringen, zu gehorchen, wann es das sollte und nicht erst dann, wenn es Lust hatte. Auch dies stellte bei Ékes kein Problem dar. Mit Hilfe des Schenkelweichens verkleinerten wir das Viereck und vergrößerten es danach wieder. Dies wiederholten wir einige Male, bis wir es auf beiden Händen mehrmals durchgeführt und geübt hatten und es wirklich gut klappte.
      Zusätzlich zu den beiden bereits gelehrten Lektionen brachte ich Ékes noch das Rückwärtsrichten bei. Außerdem kam noch dazu, dass ich mir die Zügel aus der Hand kauen ließ. Auch dies stellte keinerlei Probleme dar.

      Seit 28 Tagen stand Ékes nun bereits auf meinem Hof zum Training und heute war der letzte Tag, bevor sie ihre Heimreise antreten würde. Zu diesem Anlass hatte ich mir aus dem Aufgabenheft der FN eine Aufgabenstellung einer A-Dressur ausgesucht und ein wenig verändert, sodass wir noch ein letztes Mal so tun konnten, als würden wir tatsächlich eine A-Dressur reiten.

      Die siebenjährige Stute stand geschlossen vor dem Eingang des Dressurvierecks und wartete darauf, dass ich ihr Befehle gab. Im nächsten Moment hatte ich sie schon in den Arbeitstrab getrieben, sodass wir über die Mittellinie zu X ritten und dort erneut zum Stehen kamen, um die imaginären Richter zu grüßen. Auch hier stand Ékes ziemlich geschlossen und war ziemlich ruhig. Sie zappelte nicht herum oder wendete sich von mir ab, ihre ganze Aufmerksamkeit gab sie mir.
      Nach dem Grüßen der Richter trieb ich das Pferd erneut in den Arbeitstrab, diesmal trabten wir eine ganze Bahn auf der rechten Hand und führten schließlich eine Volte mit einem Durchmesser von zehn Metern aus. Daraufhin wechselten wir durch die Länge der Bahn. Lobend klopfte ich Ékes den Hals, bis jetzt machte sie noch ziemlich gut mit. Ich parierte sie wieder in den Mittelschritt durch und wir wechselten in einem angemessenen Tempo durch die ganze Bahn, während ich mir die Zügel aus der Hand kauen ließ. Als wir an der Bande ankamen, nahm ich die Zügel wieder auf und wir wechselten wieder in den Arbeitstrab. Jetzt verlangte ich eine Lektion von Ékes, die sie normalerweise schon beherrschen müsste. Sicher war ich mir nicht, denn geübt hatte ich sie mit ihr nicht. Dennoch klappte die einfache Schlangenlinie verhältnismäßig gut. Auf die Schlangenlinie folgte das Rückwärtsrichten, welches insgesamt einer Pferdelänge entsprach.
      Irgendwann traf Elii ein und gesellte sich zu Matthew an die Bande, der mir wie immer zusah. Er hatte sie ankommen sehen und sofort hierher geholt, sodass sie sich ihre Stute selbst anschauen konnte.
      Wir ritten im Mittelschritt weiter, bevor ich Ékes wieder in den Arbeitstrab trieb und wir aus dem Zirkel wechselten. Wir ritten noch ein paar Figuren und bauten auch noch ein, zwei Mal einen einfachen Galoppwechsel ein, bevor ich Ékes wieder in den Mittelschritt zurückfallen ließ. In diesem Tempo bewegten wir uns ein zweites Mal zu X, wo wir uns diesmal von den imaginären Richtern verabschiedeten. Im Mittelschritt und am langen Zügel verließen wir die Bahn.
      Draußen kam Elii und strahlend entgegen und ergriff sofort Ékes Zügel, um die Stute ausgiebig zu loben. „Danke“, sagte sie an mich gewandt und ich nickte ihr lächelnd zu.

      Gemeinsam hatten Matthew und Elii die Stute transportfertig gemacht, während ich mich ins Haupthaus verzogen und eine Dusche genommen hatte. Schließlich trat ich zu Ékes, Elii und Matthew heraus und drückte Elii eine CD-Hülle in die Hand.
      „Hier, dort sind alle Trainingsaufnahmen zu sehen. Außerdem findest du in der Hülle noch eine Liste mit den Dingen, die ihr am Besten noch verfeinern und intensivieren solltet, damit alles wirklich reibungslos klappt. Viel Übung braucht Ékes allerdings nicht mehr.“ Ich lachte leise und Elii nahm die Hülle an sich. Wir redeten noch ein wenig über das Training, bevor Elii mir meine Bezahlung übergab und sich mit Ékes auf dem Hänger verabschiedete. Der Motor heulte leise auf und schnurrte dann vor sich hin, während Elii vom Hof fuhr. Schon bald war sie von der Bildfläche verschwunden. Triumphierend drehte ich mich zu Matthew um. Er grinste mich ebenfalls an.
      „Wieder ein Erfolgserlebnis mehr!“, brachte er begeistert heraus und ich lachte, angesteckt von seiner Begeisterung. „Ja“, stimmte ich ihm zu, „da magst du Recht haben.“
    • Elii
      Trainingsbericht 12. September 2013 - Dressur von A auf L
      6417 Zeichen, von Samarti

      „Hallo, Elii“, begrüßte ich die Frau am Telefon und verstummte dann, um sie sprechen zu lassen.
      „Ich würde gerne Ékes bei euch in Dressur auf L trainieren lassen. Meinst du, das würdet ihr momentan zeitlich schaffen?“ Ich brauchte gar nicht erst nachzudenken. „Da rufst du zum passenden Zeitpunkt an“, sagte ich und lachte leise, „wir haben seit heute wieder einen Platz zu vergeben. Wenn du magst, kannst du Ékes schon heute vorbeibringen.“ „Das klingt super! Ich denke, wir sind heute Abend gegen 18 Uhr dann da. Bis später!“ Ich verabschiedete mich ebenfalls von ihr und stellte das Telefon wieder in die Ladestation, bevor ich aufstand und mich in den Stutenstall begab, um Ékes Box herzurichten.

      Um kurz nach sechs rollte ein Auto mit Pferdehänger auf den Hof. Am Kennzeichen erkannte ich, dass es Elii war, die Ékes vorbei brachte. Mit großen Schritten ging ich nach draußen, um die Beiden in Empfang zu nehmen. Da Elii schon einmal bei mir einen Auftrag aufgegeben hatte, musste ich ihr Nichts mehr erklären und bereits nach einigen Minuten war alles so weit abgeklärt und Elii fuhr wieder vom Hof. Ich brachte Ékes noch in ihre Box, dann ging ich wieder ins Haus und kümmerte mich um den Papierkram, den ich noch zu erledigen hatte.

      Einige Tage später begann das erste Training, was abermals aus dem Lehren der neuen Lektionen, die in der Klasse L angefordert wurden, bestand. Ékes und ich waren bereits fertig für's Training und drehten unsere Runden auf dem Dressurplatz, damit die Stute sich warm laufen konnte und sich keine Verletzungen zuziehen konnte.
      Wir begannen mit den neuen Tempos, die angefordert wurden. Diesmal waren es die versammelten Gangarten, also der versammelte Trab und der versammelte Galopp.
      Um den versammelten Galopp zu üben, galoppierten wir zunächst im Arbeitsgalopp an und drehten einige Bahnen, bis ich Ékes verlangsamte, mich mit dem Kreuz fest daran setzte und schließlich weiter antrieb, sodass Ékes nicht in den Trab fiel. Diese verstand schon recht schnell, was ich von ihr wollte und der versammelte Galopp war schon bald ein Thema, das wir nicht mehr üben mussten.
      Weiter ging es mit dem versammelten Trab, bei dem wir zunächst antrabten. Ich spannte mein Kreuz erneut an, schloss den Oberschenkel und gab mehrere kurze Paraden am inneren Zügel. Ékes nahm die Paraden bereitwillig an, weshalb ich den Oberschenkel öffnete, mein Kreuz entspannte und weitertrieb. Wir wiederholten dies ebenfalls einige Male, bis ich mir sicher war, dass der versammelte Trab keine Übung mehr benötigte.
      Daraufhin wendeten wir uns den Lektionen zu, die in der L-Dressur gefordert wurden. Das waren die Kurzkehrt, die Hinterhandwendung und der Außengalopp.
      Den Außengalopp hatten wir bereits nach einigem Üben drin, sodass wir zur Kurzkehrt übergingen.
      Ich parierte Ékes in den Schritt durch und sorgte dafür, dass sie sich nach links bog. Dazu verlagerte ich mein Gewicht nach links und trieb mit dem inneren Schenkel. Mein äußerer Schenkel wanderte eine Handbreit hinter den Sattelgurt, während ich gleichzeitig mit dem äußeren Zügel ein wenig nachgab. Ékes trat daraufhin vorwärts-seitwärts, sodass ich mein Kreuz und meine Oberschenkel anspannte und am äußeren Zügel eine kurze Parade gab. Daraufhin folgten noch einige Hilfen und einige Wiederholungen, bis die Stute endlich verstand, was ich von ihr verlangte und wir eine Kurzkehrt erreichten, wie sie sein sollte.
      Als Nächstes war die Hinterhandwendung an der Reihe, wozu ich zuerst auf der Mittellinie ritt und schließlich aus dem Schritt heraus wendete. Wir hatten zum Üben dieser Lektion zwei Stangen im 90° Winkel auf den Boden gelegt, die als Begrenzung dienen sollten. Ich ritt in die Ecke hinein und wir orientierten uns an den optisch begrenzenden Stangen, woraufhin Ékes sich um das innere Hinterbein drehte. Wir übten es noch einige Male in der Ecke, schließlich vollführte Ékes auch ohne die Stangen eine Hinterhandwendung, sodass wir uns dieser zufrieden abwenden konnten.

      Ékes schnaubte unter mir ungeduldig und schüttelte ab und zu den Kopf, während ich auf Matthew wartete. Wir befanden uns vor dem Eingang des Dressurvierecks und warteten darauf, dass Mat zu uns zrückkehrte und uns Bescheid gab, dass wir mit der Kür loslegen konnten. Schließlich erschien er dann und setzte sich auf einen Stuhl, wo er uns zusehen konnte.
      Als er saß, trieb ich Ékes in den Arbeitstrab und wir trabten auf der Mittellinie zu X, wo wir anhielten und die Richter – in diesem Falle war dies nur Matthew – grüßten. Schließlich wechselten wir wieder in den Arbeitstrab und ritten bis C, wo wir auf der rechten Hand weiterritten und eine halbe zehn Meter-Volte nach rechts vorführten, um dann noch eine halbe 10 Meter-Volte nach links zu reiten. Schließlich ritten wir von A bis zum Bahnpunkt F im versammelten Trab, daraufhin wechselten wir im Mitteltrab durch die ganze Bahn und fielen schließlich wieder in den versammelten Trab. Daraufhin folgten einige Übergänge vom versammelten Trab in den Mitteltrab und andersherum, bevor wir wieder bei X ankamen und anhielten. Ich gab Ékes die Hilfen für das Rückwärtsrichten, die sie sofort annahm und ausführte. Zufrieden machte sich ein Lächeln auf meinem Gesicht breit, bevor ich sie wieder antrieb und wir diesmal auf der linken Hand im Mittelschritt ritten. Bei A folgte eine Kurzkehrt nach links. Nach der Kurzkehrt galoppierten wir im versammelten Tempo rechts an und machten aus der Ecke bei H kehrt, ohne gleichzeitig einen Galoppwechsel durchzuführen. Aus der nächsten Ecke nach M machten wir wiederum kehrt, diesmal ebenfalls ohne einen Galoppwechsel. Wir ritten nun im Außengalopp, woraufhin ein einfacher Galoppwechsel folgte, wie ich ihn Ékes bei ihrem letzten Aufenthalt bei uns beigebracht hatte. Schließlich folgten noch einige Tempowechsel, bevor wir wieder auf die Mittellinie abwendeten und anhielten. Dann verabschiedete ich mich von meinem Richter Matthew und verließ mit Ékes im Schritt am langen Zügel die Bahn.

      „Hallo, Elii. Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass du Ékes abholen kannst. Sie ist nun L-fertig. Bitte ruf mich zurück, wenn du diese Nachricht abgehört hast. Bis bald.“ Matthew legte den Telefonhörer wieder in die Ladestation und drehte sich dann zu mir um. „Du warst schon mal besser“, meinte er mit ernster Miene und ich sah ein wenig bedrückt zu Boden. „Ich weiß. Aber wir haben das geschafft, was wir schaffen wollten und das Alleine zählt.“
    • Elii
      Hufschmiedbericht 25.November 2013
      1479 Zeichen, von Pepe

      „Hallo Pepe, hättest du Zeit für eine meiner Stuten?“ Es war Elii die mich anrief. Ich sagte zu und wir vereinbarten einen passenden Termin. Nachdem wir noch etwas gequatscht hatten, legte ich auf und trug den Termin in meinem Kalender ein.
      Wenige Tage später schüttelte ich Elii die Hand und sie führte mich zu ihrer Furioso North-Star Stute Ékes. „Das ist die Gute!“, rief sie mir zu während sie die Stute auf der Stallgasse anband. Die Stute beschnupperte neugierig meine Hand und ließ mich ihre Hufe anheben. Ich hob den ersten Vorderhuf von Ékes an und kratzte ihn aus. Mit der Zange entfernte ich alle vier Hufeisen, was relativ schnell ging, da Ékes die Eisen bereits seit knapp 2 Monaten trug und sie sich schon etwas gelockert hatten. Mit dem Hufmesser schnitt ich anschließend alle Hufe aus und kürzte sie ein kleines bisschen. Als die Hufe ausgeschnitten waren, machte ich mich ans Feilen. Auch beim Feilen blieb das Pferd gelassen. Während ich abfeilte kontrollierte ich die Hufe – keines war auffällig warm oder das Horn verformt. Anzeichen auf Krankheiten gab es nicht. Nachdem die Hufe gefeilt, glatt und auf gleicher Höhe waren, bat ich Elii die Stute über den Hof zu führen. Im Schritt und im Trab lief die Furioso North-Star Stute ausbalanciert und gleichmäßig. „Alles super, du kannst sie wieder zurück in die Box bringen.“ Elii nickte und ich packte meine Sachen zusammen. Bereits in der Dämmerung verließ ich ihren Hof und markierte den Termin als Erledigt.
    • Elii
      Pflegeberticht 15. Dezember 2013 - Sk-Vorbereitung
      3859 Zeichen

      „Fordere mehr Trab bei Ékes!“, rief ich Mel vom Rand des Reitplatzes zu. Durch den Wind hatte ich keine andere Wahl als so laut zu werden, Mel hatte auf der Stute schon genug Schwierigkeiten. Natürlich hätten wir in die Halle gekonnt, aber Jack war dort gerade mit Dark Jewel und sprang mit ihr.
      Da wir die Furioso Stute für die kommende Körung vorbereiten wollten, brauchten wir ihre volle Konzentration, welche nicht gegeben wäre, wenn ein weiteres Pferd mit lief und dann auch noch über Hindernisse donnerte.
      „Langsam hast du es! Aber sie kann noch mehr, wenn du jetzt nicht loslegst, schleicht sie nur noch im Galopp.“, rief ich wieder und gestikulierte ihr dann, dass ich in der Halle vorbeischauen würde.
      Jack war bereits am Ende der Aufwärmphase und ließ Jewel am langen Zügel flott auf dem Zirkel galoppieren. „Und, wie läuft sie heute?“ Jack parierte zum Schritt durch, grinste mich an und kam auf die Tribüne zu. „Ganz nett, die ersten Sprünge haben wir schon hinter uns… Aber vom Temperament ihres Vaters ist sie noch weit entfernt.“, sagte er lachend und tätschelte der Fuchsstute den Hals. Er war ganz verrückt nach Dark Firestorm, weil er so viel Feuer im Hintern hatte, wenn es ums Springen ging.
      „Ich bin ganz froh, dass sie etwas ruhiger ist, als der Rest. Wenn du mich brauchst, klingel einfach kurz durch, ich mach mich wieder auf den Weg zu Mel.“ Ich winkte zum Abschied und verließ dann die Halle wieder.
      Mel galoppierte Ékes gerade ab, als ich zurück zu ihr kam. „Wie schaffst du es nur, dass sie immer so fleißig durch springt am langen Zügel?! Ich kann treiben wie ich will, und nichts funktioniert.“, sagte sie genervt zu mir und parierte zum Stehen durch. „Nimm beim angaloppieren die Zügel ein wenig mehr auf und lockere sie dann nach und nach. Normalerweise ist sie dann fleißiger und auch williger Gas zu geben.“, erklärte ich und huschte schnell zwischen der Reitplatzbegrenzung durch. „Versuch es noch einmal und wenn sie nicht locker macht, setz ich mich schnell drauf.“
      Mit den Tipps klappte es bei Mel einwandfrei. Sie grinste über beide Ohren und zeigte mir den Daumen nach oben. „Das reicht auch für heute, morgen arbeiten wir etwas mehr an der Anlehnung und Aufrichtung und gehen auch eine oder zwei L-Lektionen durch für die Sk.“
      Ich zwängte mich wieder durch die Begrenzung und ging zurück zur Halle.
      „Jetzt kann ich voll und ganz für dich da sein.“, rief ich Jack entgegen, als ich in die Halle kam. „Du kommst gerade richtig, um die Sprünge hoch zu stellen.“, sagte er grinsend, wahrscheinlich freute es ihn, dass er es nicht machen musste. Schnell hatte ich die ersten beiden Hindernisse höher gestellt, sodass Jack schon einmal drüber konnte. Während ich noch zwei andere für einen kleinen Parcours aufbaute, betätigte ich mich immer wieder an den ersten beiden und erhöhte sie.
      Als ich fertig war, bewegte sich Jack auf einer soliden L-Höhe und versuchte sich am Parcours. Jewel galoppierte, wie ihr Vater und ihre Brüder, flott darauf zu und sprang mit genauso viel Power. „Sie macht es super mit dir!“, feuerte ich Jack und die Stute an. „Geht ihr noch ein bisschen höher?“ Jack nickte und ich verstellte die Stangen. Für Jewel war es kein Problem, genauso wenig für Jack. Beide lebten für das Springen, vor allem im schnellen Galopp.
      Nach zwei Runden parierte er durch und galoppierte eine Runde im leichten Sitz, damit Jewel sich strecken und abschnauben konnte. Im Leichttrab danach hatte sie ihre Schnauze fast am Boden. „Sie wird jedes Mal besser, wirklich. Aber sie braucht etwas mehr Kontrolle, sonst kommt sie aus der Balance.“, sagte ich Jack, woraufhin er verständnisvoll nickte. „Sie lässt mich leider nicht viel eingreifen, wenn sie einmal angefangen hat.“
      „Das wird schon.“, entgegnete ich schmunzelnd und öffnete die Halletür für ihn. „Geh noch eine Runde mit ihr raus, das hat sie sich verdient.“
    • Elii
      Pflegebericht 02. Januar 2014 - Neujahrstag
      11192 Zeichen

      „Ein Glück ist das vorbei.“, murmelte ich genervt, als ich mich aus dem Bett hievte. Mein Kopf schmerzte, weshalb ich ins Bad schlich und mir eine Aspirintablette aus dem Medizinschrank holte. Ich wunderte mich es nach dem gestrigen Abend tatsächlich noch in mein Bett geschafft zu haben, vielleicht war es doch ein wenig zu viel Alkohol gewesen.
      Als es klingelte schlüpfte ich schnell in meine Jogginghose und lief die Treppe hinunter. „Du bist schon hier?“, fragte ich verwundert, als plötzlich Mel vor der Tür stand. Sie war auf der selben Feier gewesen, hatte meines Wissens mindestens genau so viel getrunken, stand aber fit wie ein Turnschuh vor mir. „Ach, ich konnte nicht schlafen und mir war langweilig. Dachte es wäre ganz geschickt, gleich zu dir zu kommen und mitzuhelfen.“, antwortete sie mit einem breiten Grinsen auf den Lippen.
      Mit einer Geste lud ich sie ein, erst einmal reinzukommen. Ohne einen Kaffee würde ich sowieso nicht wirklich wach werden. „Auch was?“, murmelte ich und zeigte zuerst auf meine Tasse und dann auf die neue Kaffeemaschine, die ich zu Weihnachten bekommen hatte. „Wenn möglich einen Chai Latte, der war richtig klasse letztens.“, sagte ich und ließ sich auf die Couch fallen. Meine zwei Kater zuckten daraufhin kurz zusammen, einer von beiden stand dadurch sogar auf und ging zur Tür. Mel eilte zu ihm und öffnete sie, damit er nicht anfing uns die Ohren voll zu miauen.
      Bevor sie zur Couch zurück kam, hatte ich ihr schon ihr Getränk serviert und setzte mich mit einem Cappuccino in den Händen hin. „Glaubst du Jack kommt heute überhaupt noch?“, fragte ich lachend. Er hatte sich am Silvesterabend kein Trinkspiel durch die Lappen gehen lassen und bekam dementsprechend ordentlich Alkohol mit. Mel schüttelte lachend den Kopf, griff aber gleich zum Handy. „Ich versuch ihn mal anzurufen, die Pferde haben heute sowieso Pause, nicht wahr?“
      Ich nickte und trank schnell die letzten Schlucke aus meiner Tasse. „Ich zieh mich noch schnell um, genieß die Pause solange es geht.“, sagte ich zu ihr und lief die Treppe nach oben. Ich holte die frisch gewaschene Reithose aus der Waschküche, holte einen Pulli aus dem Schrank und zog zuletzt noch ein paar Socken über die Füße. Eilig ging ich wieder hinunter, was meinen Kater, der sich an Mel schmiegte, aufschreckte. „Ach Kleiner, langsam müsstest du mich doch kennen.“, lachte ich und hob ihn auf meinen Arm. „Wo ist eigentlich unser Kätzchen?“, fragte ich, da sie mir plötzlich in den Sinn kam und setzte den nun quengelnden Kater ab. Kaum hatte ich ihren Namen ausgesprochen, kam die rot-weiß-getigerte Jungkatze aus ihrem Versteck und rannte auf mich zu. Kurz vor mir stoppte sie und stellte sich auf die Hinterbeine. Liebevoll streichelte ich ihr über den Kopf und nahm sie kurz hoch. Sie drückte ihren Kopf gegen meinen und schnurrte glücklich. „Kommst du mit ihn den Stall?“, fragte ich sie dann und hielt sie etwas weiter weg. Sie miaute leise, was mich und Mel zum Lachen brachte. „Dann gehen wir jetzt!“, entgegnete Mel und öffnete die Tür. Mein Kater hatte sich in der Zwischenzeit hinter dem Sofa vor dem, zugegebenermaßen fast ausgewachsenen, Kätzchen versteckt und kam langsam hervor, als sie mit uns nach draußen trabte.
      Da das Wetter schön war, sollten die Pferde auf die Koppeln, nachdem wir sie gefüttert hatten. Das Ausmisten würden wir heute auch selbst übernehmen, da die Stallburschen frei hatten.
      Mit dem Futterwagen ging es zuerst in den Stutenstall. Unwritten und Jewel waren die ersten in der Stallgasse und bekamen somit auch zuerst ihr Futter. Beide standen ruhig in der Box, machten aber große Augen, als sie sahen, wie wir die Tröge füllten. Jumina hingegen, die als nächste an der Reihe war, tänzelte nervös von rechts nach links, scharrte mit den Hufen und prustete laut, bis sie an ihr Futter konnte.Pipcas und Ostara waren auch aufgeregt, Ékes und Furmint dafür umso ruhiger. Es war einer der vielen Gründe wieso ich mich in Furiosos so verliebt hatte.
      Weiter ging es mit dem Wagen weiter zu den Hengsten. Wieder waren es die Hannoveraner die kaum noch warten konnten, wer konnte es ihnen auch verübeln? Fire und Deci waren schnell versorgt und mit Tiny und Diome war die ganze Familie versorgt. Flavio bekam als nächstes seine Portion und schmatze genüsslich, als er die ersten Bissen im Mund hatte. Danach waren Story und seine beiden Söhne Csíny und Pajtás an der Reihe. Alle drei waren furchtbar ruhige Pferde und warteten brav ab, bis die Tröge gefüllt waren. Fekete und Kalzifer machten den Abschluss.
      Auch der Nachwuchs sollte nicht leer ausgehen, auch wenn bis auf Cressi alle mit Heupellets und etwas Aufzuchtsfutter Vorliebe nehmen mussten. Kedves und Shakoor fraßen das zum Glück ohne Probleme, auch wenn sie es anfangs gerne haben liegen lassen. Fagy war schon eine ganze Weile in einem kleinen Stall mit mehreren Jungstuten untergebracht, in dem sie täglich auf die Koppel kam und dort auch eine Rundumversorgung genoss.
      Als wir zurück bei den Stuten waren, konnten wir diese schon auf die Koppeln bringen, da alle vor den geleerten Trögen standen. Während ich Jewel und Pipcas übernahm, führte Mel zunächst Furmint und Ékes auf die Koppel. Unwritten lief frei neben mir her, sie wusste schließlich ihren Weg und war so auf mich koordiniert, dass sie sich kaum zwei Meter entferntes. Ein leises „Komm!“ reichte schon aus, um sie vom Gras am Wegesrand wieder zu mir zu locken. Als wir die Koppel erreichten, öffnete ich das Gatter und nahm den Stuten die Halfter ab, Unwritten spurtete sie zum Galopp an und so ging es flott zu fünft ans andere Ende der Koppel. Wir gingen wieder zurück in den Stall, wo Mel sich um die beiden übrigen Stuten, Ostara und Pipcas, kümmerte. Ich machte mich daraufhin zum Hengststall auf und schnappte mir Fire. Mit ihm an der Hand konnte ich keinen zweiten Hengst nehmen, außer ich hatte einen Todeswunsch. Mit der Führkette über der Nase brachte ich ihn ins Freie, wo er schon den Stuten auf der anderen Koppel schöne Augen machte. Er tänzelte und ich war heilfroh, als ich an der Koppel war. Als nächstes waren Deci und Diome an der Reihe, die an der Hand furchtbar gut miteinander auskamen. Mel übernahm Kalzifer. Dieser wieherte unersättlich den Stuten entgegen, auch wenn von ihnen nur Furmint antwortete. Auch diese Drei waren schnell in ihrem eingezäunten Bereich. Nun nahmen wir uns die beiden Brüder Csíny und Pajtás vor, die gelassen nebeneinander herliefen und deren Koppeln sich auch nebeneinander befanden. Weiter ging es mit Story und Fekete, ich nahm zusätzlich zu dem Rapphengst auch noch Tiny. Ein letztes Mal liefen wir zum Stall, Mel übernahm Flavio, der nun ganz allein mit Cressi im Stall stand. Den Reitponyhengst halfterte ich kurzerhand auf und so machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg.
      Kedves und Shakoor würden sich heute auf eine Reise machen, sie sollten heute zu Zaii fahren, da diese auf ihrem Hof eine Junghengstherde gründen wollte und ich es für eine klasse Idee empfand, den Beiden neue Eindrücke zu ermöglichen. Auch wenn ich sie etwas wehleidig für den Transport vorbereitete, vor allem bei Shakoor machte ich mir große Sorgen, da er immer noch sehr skeptisch neuem gegenüber ist und recht lange gebraucht hatte, um sich mit Kedves zu verstehen. „Hey.. Das wird schon gut gehen, keine Sorge.“, munterte mich Mel auf und legte ihre Hand auf meine Schulter. „Wenn es nicht klappt, kommen die Beiden eben wieder zurück. Es ist doch nur bis April und besuchen können wir sie sowieso jederzeit.“ Ein Glück hatte ich sie an meiner Seite, sie hatte einfach immer die richtigen Worte für mich parat. Ich nickte und erkämpfte mir ein Lächeln. Mel half mir, den beiden Transportgamaschen anzulegen und stopfte ein Heunetz, während ich ihnen eine Abschwitzdecke auflegte. Wehmütig führten wir sie zusammen in den Hänger und schlossen hinter ihnen vorsichtig die Klappe. „Du fährst jetzt und ich werde solange die Boxen ausmisten.“, deklarierte Mel und schob mich zum Wagen. Verdutzt stieg ich ein, willigte dann aber ohne Widerworte ein.
      Nach einer Stunde kam ich an Zaii’s Hof an und stieg aus dem Wagen. Ich begrüßte sie und Edfriend, die auch gerade angekommen war und half dann zuerst beim Ausladen ihrer Pferde. Ich durfte Painted Blur, einen wunderschönen Rapphengst zur Koppel führen, welcher sofort losgaloppierte, als das Halfter ausgezogen war.
      Als nächstes kamen meine eigenen Pferde an die Reihe, welche sich seelenruhig ausladen ließen. Kedves übergab ich so gleich an Zaii, er hatte keine Probleme auch mit ihm fremden Personen zu gehen. Shakoor hingegen übernahm ich selbst, da er schon zitternd aus dem Anhänger kam. Schnell nahm Edfriend die Abschwitzdecken und die Gamaschen von meinen Hengsten ab, bevor wir sie dann zur Koppel führten. Shakoor brummelte leise, als ich mit ihm sprach, tänzelte dann aber sofort wieder mit hocherhobenem Kopf um mich herum. Ich ließ Zaii mit Kedves voraus gehen. Dieser trabte schnell auf die Koppel, als er die anderen Pferde erblickte und machte sich kurzerhand bekannt mit den anderen. Mit Shakoor stand ich bisher noch außerhalb des Zaunes. „Er hat ein paar Probleme mit neuen Dingen, vor allem Ortswechsel machen ihm zuschaffen, da er schon so oft verkauft wurde.“, erklärte ich Zaii und Edfriend, die verständnisvoll zuhörten. Langsam reagierte Shakoor auf die Rufe der anderen und als Kedves schließlich im Schritt entgegen kam, wurde er munterer und ich führte ihn auf die Koppel. Dort löste ich das Halfter und streichelte ein paar Mal über seine Stirn. Eilig steckte ich meinen Beiden noch ein paar Leckerlies zu, sie würden die nächste Zeit zwar ihre Ruhe von mir haben, aber so würden sie mich bis dahin immer in guter Erinnerung haben. Zu dritt sahen wir der kleinen Herde noch eine Weile zu, bevor wir ins Haus gingen, wo sich auch die Besitzer der übrigen Hengste schon befanden. Ich begrüßte alle freundlich und aß auch einen Bissen, aber so ganz konnte ich mich nicht damit anfreunden, meine beiden Hengste allein zu lassen. Auch die anderen kämpften mit Wehmut, doch Zaii beruhigte uns alle. Da ich noch einiges zu tun hatte, machte ich mich recht schnell auf den Heimweg, auch wenn ich es nicht lassen konnte, mit eine von den leckeren Schneckennudeln für den Weg mit zunehmen.
      Obwohl es mir nicht so lang vor kam, war ich wohl ewig unterwegs gewesen, denn als ich wieder zu Hause an kam, waren bereits alle Boxen gemistet. Ich wunderte mich, dass es Mel so schnell geschafft hatte, allerdings lag es an Jack der kurz nach meiner Abfahrt doch noch auf den Hof gekommen war. „Und dir geht’s gut?“, fragte ich ihn lachend und stupste ihn in die Seite. „Klar, das bisschen Alkohol halte ich doch locker aus.“, prahlte er lachend. „Wie wäre es wenn wir uns mit der Neujahrsbrezel die ich mitgebracht hab ins Haus setzen und du uns etwas über das neue Heim der beiden Hengste erzählst?“, schlug er im gleichen Atemzug vor, woraufhin ich eifrig nickte.
      Zusammen schlenderten wir zum Haus und während ich eine große Kanne Tee machte, schnitt Jack die Neujahrsbrezel an und Mel bespaßte Kätzchen, die ihr schon die ganze Zeit am Rockzipfel hing.
      „Auf das 2014 erfolgreich wird.“, sagte ich munter und stieß mit den Beiden an.
    • Elii
      Trainingsbericht 31. Dezember 2013 - Fahren E-A
      12668 Zeichen, von Sammy

      Einheit 1
      Leise vor mich hin summend stieg ich aus meinem Auto, zog meine Reitjacke enger um mich und legte leichtfüßig den Weg zu Elii’s Stall hinüber. Ich öffnete das große Stalltor und atmete erleichtert aus, als die Wärme des Stalls mich einhüllte.
      Während ich auf Elii’s Büro zuging, begrüßte ich jedes Pferd, an dem ich vorbei kam. Dann stieß ich die Tür zum Stallbüro auf.
      „Hey Sammy! Du bist ja ganz schön früh dran!“, begrüßte Elii mich lächelnd.
      „Ja, ich war zu Hause früher fertig als erwartet. Und da es ja jetzt schon so früh dunkel wird, dachte ich, ich komme ein bisschen eher her. Ich hoffe das macht nichts?“, fragte ich.
      „Nein ach was. Ich hab leider nur wenig Zeit, deshalb dachte ich, ich zeige dir schnell Èkes und erzähl dir ein bisschen was über sie. Wo du die Ausrüstung findest weißt du ja schon, oder?“
      Ich nickte lächelnd und folgte Elii hinaus auf die Stallgasse. Nachdem ich bereits ihre Furioso North-Star Hengste Fekete und The Whole Story trainiert hatte, hatte Elii mich gebeten nun auch eine ihrer Furioso Stuten auszubilden. Diesmal ging es allerdings ums Fahren. Da ich was diese Disziplin betraf noch nicht viel Erfahrung hatte, hatte ich mich erst einmal weiterbilden müssen. Doch nun fühlte ich mich meiner Aufgabe gewachsen und freute mich schon auf die bevorstehenden Trainingseinheiten. Ich würde mit Èkes jeweils die Anforderungen des Dressur- und Hindernisfahrens erarbeiten. Der dritte Teil im Fahren war die Geländestrecke, doch die trainierte ich immer erst für die Klasse M, da es einfach schon sehr viel Können und Zuverlässigkeit des Kutschpferdes verlangte. Zwischen den Einheiten hatte ich Pausen eingeplant, in denen Elii und ich das Gelernte mit Èkes vertiefen und festigen würden.
      Mittlerweile waren wir vor der Box einer hübschen, recht großen Fuchsstute stehen geblieben.
      „Darf ich vorstellen? Das ist Èkes. Noch ist sie nicht gekrönt, aber ich hoffe sehr, dass sie sich bald in einem Stutbuchwettbewerb beweisen kann“, stellte Elii die neunjährige Stute vor.
      „Mensch du hast wirklich tolle Pferde hier. Muss ich denn irgendwas Wichtiges über die Hübsche wissen?“, sagte ich bewundernd, während ich der Fuchsstute sanft über die samtweiche Nase strich.
      Elii grinste: „Danke, ich weiß! Sie sind auch alle etwas ganz besonderes. Èkes ist ziemlich gelehrig, neugierig und gut händelbar. Sie beherrscht die E-Lektionen im Fahren schon gut. Ich habe sie bisher meist zweispännig gefahren, aber sie stand auch schon alleine vor der Kutsche. Ansonsten gibt es eigentlich nur noch zu sagen, dass sie in der Dressur bereits auf M-Niveau trainiert ist.“
      Ich sog alles in mir auf was Elii mir berichtete. Dass Èkes bereits bis zur Klasse M in der Dressur trainiert war, war für mich auf jeden Fall von Vorteil. Zumindest für das Dressurfahren, mit welchem ich heute auch beginnen würde. Elii verabschiedete sich mit einem bedauernden Lächeln und wünschte mir viel Spaß bei der Arbeit mit ihrer Stute. Ich lief zur Sattelkammer und bereitete erst einmal alles vor. Zuerst brachte ich Èkes‘ Putzkoffer und einen Teil des Fahrgeschirrs hinaus, dann holte ich auch den Rest. Der leichte Einspänner stand bereits auf dem Hof bereit. Ich ging wieder zurück in den Stall und legte Èkes das Halfter an. Anschließend führte ich die hübsche Stute zum Putzplatz, band sie an und begann mit gleichmäßigen Strichen ihr rötliches Fell zu bürsten. Dabei redete ich leise mit ihr, um sie mit meiner Stimme vertraut zu machen. Die schöne Stute hatte mir ein Ohr zugedreht und ließ sich entspannt putzen. Sie drehte nur ab und an den Kopf und tastete mit ihren weichen Nüstern meine Jacke ab.
      „Tut mir Leid meine Süße, deine Leckerchen sind im Stall. Die gibt’s erst nach der Arbeit!“, sagte ich lachend zu der neugierigen Stute.
      Nachdem Èkes‘ Fell in der kalten Mittagssonne glänzte, ihre Hufe ausgekratzt, die Mähne gekämmt und der seidige Schweif verlesen waren, konnte ich mit dem Anschirren beginnen. Als alles richtig saß, führte ich Èkes zu der sportlichen Kutsche und spannte sie in aller Ruhe an. Da ich so früh dran war, hatten wir alle Zeit der Welt.
      Anschließend führte ich die Fuchsstute zum Übungsplatz. Dieser war ein wenig größer als ein normales Dressurviereck, da ja die Kutsche miteinberechnet werden musste.
      Nachdem ich das Gatter geschlossen hatte, kontrollierte ich die Ausrüstung nochmals und setzte mich dann auf den Kutschbock. Als erstes wollte ich sehen, wie Èkes sich anstellte. Ich ließ die hübsche Fuchsstute im Schritt losgehen und fuhr erst einmal um die ganze Bahn. Èkes reagierte gut auf die Zügelhilfen und teilweise auch auf Stimmkommandos. Die Schritte der Stute waren lang und gleichmäßig. Nun ließ ich die schöne Stute antraben und wiederholte die Lektionen der Klasse E, um sie aufzuwärmen und um zu sehen, wie sie bei den verschiedenen Hilfen reagierte. So fuhr ich also im Gebrauchstrab Zirkel, wechselte durch die ganze Bahn, verlängerte Èkes Tritte und ließ sie Schritt-Trab-Übergänge ausführen. Außerdem ließ ich die Schönheit 10 Sekunden still stehen und fuhr Schlangenlinien mit drei Bögen. Da Èkes wunderbar mitarbeitete, konnte ich schon bald darauf mit den neuen Lektionen beginnen.
      Dies waren die Kehrtwendung, die Kehrtvolte, und das Rückwärtsrichten. Außerdem wurden eine halbe Volte, ein halber Mittelzirkel und die einfache Schlangenlinie verlangt.
      Die Bahnfiguren würden wir heute nur ein oder zweimal durchfahren, relevant wurde die saubere Ausführung dann aber vor allem im nächsten Abschnitt: dem Hindernisfahren.
      Ich begann mit dem halben Mittelzirkel. Der einzige Unterschied zum Zirkel war hierbei, dass Èkes die Begrenzung der Bande nicht hatte. Die hübsche Fuchsstute reagierte jedoch gelassen auf meine Hilfen, sodass wir keinerlei Probleme hatten. Auch die halbe Volte und die einfache Schlangenlinie klappten wunderbar, nachdem ich sie zunächst einmal im Schritt gefahren war.
      Als nächstes folgte das Rückwärtsrichten. Da Èkes in der Dressur ja bereits bis Klasse M ausgebildet war, konnte ich davon ausgehen, dass sie das Rückwärtsrichten unter dem Sattel bereits beherrschte. Ich brachte die hübsche Stute also zum Stehen, nahm die Zügel an und sagte: „Back“. Èkes trat sofort artig einen Schritt nach hinten, blieb dann jedoch verdutzt wieder stehen. Das Kommando an sich war ja nichts neues, doch die Fuchsstute musste ja auch die Kutsche nach hinten bewegen. Ich probierte es nochmals und als Èkes zögerlich einen Schritt nach hinten machte, lobte ich sie sofort. Beim nächsten Versuch, gab ich mit den Leinen weiter leichte Paraden, damit Èkes trotz dem Gewicht der Kutsche weiter rückwärts ging. Tatsächlich bewegte sie den Wagen ein kleines Stück nach hinten, bevor sie abermals stehen blieb. Ich lobte sie wieder überschwänglich, ritt ein paar Runden Trab und übte dann abermals mit der schicken Stute. Langsam aber sicher verstand Èkes, dass ich wollte, dass sie trotz der Kutsche weiterhin zurück ging und nach einigen weiteren Anläufen klappte es auch prima. Da Èkes in ihrer Dressurausbildung bereits gelernt hatte, gerade zurück zu gehen, brauchte ich darauf nur kurz eingehen und konnte mich dann der letzten Aufgabe für heute – der Kehrtwendung widmen. Die Kehrtwendung gehörte eigentlich ebenfalls zu den Bahnfiguren, erforderte zuweilen aber etwas mehr Arbeit. Die Vorbereitung dafür war die halbe Volte gewesen. Kehrtwendungen wurden bis zur Mittellinie gefahren, doch anstatt dann geradeaus zu fahren, musste man zurück zum Hufschlag. Somit musste das Pferd einen engeren Winkel gehen, was mit Kutsche erst einmal ungewohnt war. Wie üblich probierte ich das Ganze erst einmal im Schritt. Ich wendete Èkes bei E ab, fuhr in einem Bogen zu X und stellte sie dann wieder Richtung H – zum Hufschlag. Nun mussten wir in etwa einen 45°-Winkel beschreiben, um die Figur richtig auszuführen. Èkes bewegte sich zunächst ein wenig zögerlich, merkte dann jedoch, dass die Lektion durchaus zu schaffen war. Da ich den Winkel fürs erste ein wenig vergrößert hatte, tasteten wir uns nun Schritt für Schritt an die 45° Grad heran und fuhren die Kehrtwendung anschließend auch im Trab. Zum Abschluss dieser Trainingseinheit probte ich nochmals alles was wir heute erarbeitet hatten und lobte Èkes dann ausgiebig. Die hübsche Fuchsstute hatte toll mitgearbeitet und ich freute mich bereits darauf, das nächste Mal mit dem Hindernisfahren zu beginnen.

      Einheit 2
      „Hallo du Hübsche! Heute machen wir mal wieder was Neues, ich bin echt schon gespannt, wie dir das gefällt!“, sagte ich fröhlich zu Èkes. Es war eine Weile her, seit ich das Dressurfahren mit der Stute trainiert hatte. Elii und ich hatten in dieser Zeit fleißig weiter mit Èkes geübt, sodass sie die neuen Anforderungen nun nahezu perfekt beherrschte. Nun stand endlich das Hindernisfahren auf dem Plan. Dabei mussten verschiedene Kegelpaare und –figuren so schnell wie möglich durchfahren werden. In Klasse A standen die Kegelpaare 40-50 cm weiter auseinander, als die Kutsche breit war. Dieser Abstand würde sich später auf bis zu 20 cm verringern. Somit kam es vor allem auf eine sauber Ausführung der Bahnfiguren an, denn wenn Kegel umfielen, gab es Strafpunkte.
      Ich führte Èkes aus ihrer Box und putzte die Stute gründlich. Währenddessen redete ich unablässig mit ihr. Èkes stand entspannt da und ließ sich die Zuwendung gefallen. Als die schicke Stute blitzblank geputzt war, bandagierte ich ihre Beine und führte sie nach draußen auf den Hof. Dort legte ich ihr die Fahrausrüstung an und spannte sie anschließend vor die Kutsche, die schon bereit stand. Das Wetter meinte es zum Glück wieder gut mit uns – es war zwar kalt, aber immerhin trocken.
      Nachdem ich nochmals alles kontrolliert und mir meine Handschuhe angezogen hatte, stieg ich auf den Kutschbock und fuhr den kurzen Weg zum Übungsplatz. Dort hatte ich bereits einen Parcours aus Kegeln aufgebaut. Èkes beäugte die weiß-orangenen Dinger etwas misstrauisch, ließ sich jedoch schnell davon überzeugen, dass sie nicht beißen würden. Somit konnte ich die hübsche Fuchsstute ganz in Ruhe im Schritt und Trab aufwärmen, bevor wir mit der heutigen Arbeit begannen.
      Ich fuhr zunächst durch einfache Kegelpaare, einfach um Èkes und auch mich daran zu gewöhnen. Es war recht einfach das Stütchen präzise zu lenken, was mit Sicherheit nicht zuletzt an ihrer guten Dressurausbildung lag. „Na gut, dann legen wir jetzt richtig los, meine Süße!“, sagte ich zu Èkes und lenkte sie im Schritt auf den Anfang einer Kegelformation zu, die Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen darstellte. Die Figur an sich kannte Èkes bereits aus dem Dressurfahren, doch nun musste sie noch genauer gefahren werden. Sie war auch die einzige Kegelkombination, die wir heute meistern mussten. Figuren wie Volten, U-Hindernisse usw. folgten erst in der Klasse L. Dies hier war sozusagen die Einführung ins Hindernisfahren. Ich lenkte Èkes umsichtig durch die Schlangenlinien und passte vor allem in den Kurven gut auf, dass wir genau in der Mitte der Kegelpaare blieben. Als dies auf beiden Händen gut klappte, brachte ich Èkes in einen gemächlichen Trab und fuhr so wieder erst durch die freistehenden Kegelpaare. Gleich darauf widmete ich mich wieder den Schlangenlinien. In der schnelleren Gangart war es für mich schon deutlich schwieriger, Èkes genau in der Spur zu halten und einmal touchierten wir einen Kegel. Dieser fiel auch um, doch das hübsche Stütchen zuckte nur kurz mit den Ohren und interessierte sich nicht weiter für den Kegel. Ich lobte Èkes und probierte es nochmals. Als wir die Formation ein paar Mal fehlerfrei durchfahren hatten, begann ich das Tempo zu erhöhen. Der Galopp kam beim Hindernis- und Dressurfahren so gut wie nie vor, doch in einem flotten Trab könnte das ganze durchaus zu schaffen sein. Ich ließ Èkes also weiter zulegen und konzentrierte mich voll und ganz darauf, die Stute so genau wie möglich zu lenken. Als wir schließlich den letzten Bogen bewältigt hatten, ohne auch nur einen Kegel umzuwerfen, sprang ich vom Kutschbock und lobte Èkes überschwänglich. Dann führte ich die Süße zurück zum Stall, machte die Kutsche los und tauschte das Fahrgeschirr gegen Halfter und Abschwitzdecke, womit ich Èkes noch eine Weile über den Hof führte, bis sie vollkommen trocken war. Erst dann stellte ich sie zurück in ihre Box, gab ihr noch eine Möhre und verabschiedete mich von ihr. Anschließend hinterließ ich wie immer eine Nachricht für Elii:
      „Liebe Elii,
      deine Èkes ist nun im Fahren bis zur Klasse A trainiert, herzlichen Glückwunsch!
      Sie hat sehr gut mitgearbeitet und alle Aufgaben toll gemeistert. Ich freue mich bereits darauf, weiterhin mit ihr zu arbeiten.
      Liebe Grüße
      Sammy“
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    1.8 Stuten in der Zucht
    Hochgeladen von:
    Elii
    Datum:
    20 Juli 2015
    Klicks:
    1.469
    Kommentare:
    32

    EXIF Data

    File Size:
    297,1 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • [​IMG]

    Rufname: //
    geboren: März 2004

    von: Karcag – Furioso-North Star
    aus: Eva – Furioso-North Star

    [​IMG]

    Rasse: Furioso-North Star
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Dunkelfuchs
    Stockmaß: 167 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Die gelehrige Stute Ékes (dt. geschmückt, glänzend) besticht nicht nur äußerlich mit ihrer herbstlichen rotbraunen Farbe; auch unter dem Sattel, oder vor der Kutsche braucht sie sich nicht zu verstecken. Bis jetzt wurde die Stute meist zweispännig gefahren, jedoch kennt sie es auch allein vor der Kutsche zu stehen. Die Stute bietet sich sehr schnell beim Reiten an und geht bereits ohne Probleme am Zügel, obwohl sie erst seit wenigen Monaten dauerhaft geritten wird. Im Gelände bleibt die Stute ruhig und auch in schwierigen Situationen händelbar. Sie ist sehr aufmerksam im Gelände, aber keineswegs schreckhaft. Viel mehr versucht sie alles zu erkunden und zeigt sich sehr aufgeschlossen neuem gegenüber.

    [​IMG]

    Erfolge

    [​IMG] [​IMG]


    [BZSW 2] Weihnachten
    [BSW 2] Zirkuslektionen

    [​IMG]

    1.Platz 252. Dressurturnier (Pas de Deux)

    Dressur M – Fahren L

    [​IMG]


    [​IMG] [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]

    [SK 415] Dressurorientierte Stuten

    3. Platz 54. SdM-Wahl
    2. Platz 57. SdM-Wahl
    1. Platz 64. SdM-Wahl
    1. Platz 65. SdM-Wahl
    2. Platz 71. SdM-Wahl

    Decktaxe: 126 Joellen
    Zuchtverleih: //
    Nachkommen:
    Császári* / Furioso-North Star [2011] -- von Csíny / Furioso-North Star
    Éllovas / Furioso-North Star [2015] -- von Kalzifer / Furioso-North Star