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Occulta

Álædis, Isländer

Stute | Fuchsschecke

Álædis, Isländer
Occulta, 6 Okt. 2016
sadasha gefällt das.
    • Occulta
      Alte Berichte:

      Umweiden, die Dritte

      So jetzt ist die nächste Gruppe von Pferden dran. Ich hole nun das erste Pferd, welches Alædis ist. Die Scheckstute konnte leider an der eine Körung teilnehmen, weil ne Impfung fehlte bzw, der Tierarzt sie nicht eingetragen hat. Egal ich laufe mit ihr an der Zuchtstutenkoppel vorbei und dann die nächste Weide ist es schon. Ich mache ihr den Strick ab und geh wieder zum Stall. Der Weg wird immer länger. Leider.
      Aber egal. Ich hole Kempa raus und geh mit ihr zur Koppel wo jetzt auch schon die Fuchsscheckin steht. Die übergewichtige Stute oläuft mir hinter. Als wir an der Weide sind, mache ich den Strick und gucke noch kurz. Kempa geht zu Álædis und beschnuppert sie. Kurz gequitschen, aber dann ist auch wieder ruhe.
      Vom Hof hole ich Lila. Gemeinsam laufen wir auch zur Weide. Sie reibt die ganze Zeit ihren Kopf an meiner Jacke. Sie merkt sicher, dass essen drin ist. Doch ich schubse sie weg und geh weiter. An der Weide bekommt sie ein Leckerlie und lass sie laufen.
      Aus dem Stall hole ich das letzte Pferd für die Weide und ich geh mit Luna zur Weide. Sie läuft wieder mal mega langsam, aber sie dann nicht geritten werden. Sie hat was mit den Beinen, deshalb muss sie stehen. Leider. Ich lasse sie dann auch langsam auf die Weide gehen. Sie tappelt auf die Weide und Lila läuft neben ihr. Ein Blick zurück und ich geh wieder zum Hof.


      Snoopy, 25.10.2013
      Ankommensbericht Korn, Glymur und Alaedis

      Warmer Sonnenschein begann den Herbsttag und ich gähnte ausgiebig. Heute würden wieder mal Pferde kommen. Zufrieden sprang ich ausdem Bett und verschwand unter der Dusche, ehe ich mir die Zähne putzte und mich anzog. ,,Auf Auf!´´, lächelte ich und stapfte über den Sandweg.
      Zu erst sollte Korn kommen ein Schicker Knabstrubberhengst. Daher beschloss ich mich zu erst um die Boxen im Hengststall zu kümmern. Sie waren noch leer, also fegte ich sie grob sauber und legte frisches Stroh auf den Boden. Dann füllte ich den Wassertrog mit frischen Wasser auf und gab auch gleich in den Futtertrog ein Wilkommensmash. Auch Glymur's Box nebenan, begann ich zu säubern und mit Stroh zu füllen. Der Wassertrog war auch shcnell mit frischen Wasser gefüllt und das Futter im Futtertrog. ,,Na also! Dann können die beiden ja kommen!´´, grinste ich und ging zum Stutenstall, da ich auch hier jemanden neues erwartete. Álædis Box musste ich auch erstmal etwas fegen, das es nicht zu staubig wäre und die Spinnenweben musste ich auch noch wegmachen. Nach gefühlten zwei Minuten, war alles sauber und ich holte frisches Stroh, dass ich gleich in die Box schüttete und verteilte. Das Mash war auch shcnell zubereitet und im Trog, sowie der Wassertrog mit frischen Wasser gefüllt.
      Ein Hupen ertönte von draußen und ich schreckte zusammen, doch jagte gleich darauf aus dem Stall. ,,Huhu Ponyfreak!´´, grüßte ich sie und wir quatschen etwas, dann holten wir den ungeduldigen Hengst aus dem Hänger. Brav ließ sich korn rausführen und an der Hand zum Stall bringen. ,,Schön Schön.´´, meinte Ponyfreak zu der hergerichteten Box. Ich lächelte nur und brachte Korn in die Box, machte ihm das Halfter ab und hing es samt Strick draußen hin. Zufrieden sah ich mir den Hengst an und verabschiedete mich von Ponyfreak. ,,Na du!´´, ginste ich und reichte ihm liebvoll die Hand. Doch ich war nicht lange ungestört und hörte das nächste Auto auf den Hof fahren. Schon bewegte ich mich wieder nach draußen und erblickte Eli... ,,Heyho!´´, grüßte ich sie lächelnd als sie aus dem Auto stieg. Während wir Glymur holten beredete sie noch ein wenig mit mir und verabschiedete sich dann. Ich brachte daraufhin erstmal den Schecken zum Stall. Dort angekommen führte ich ihn zu seiner Box und stellte ihn rein. Korn blickte neugierig rüber, aber verlor schnell das Interesse, da Glymur sich gleich über das Fressen her machte. Nach einer knappen Stunde kam auch schon der nächste Kanidat und ich grüßte mKay lächelnd. Sie half mir Álædis raus zu holen und zum Stall zu führen, damit sie sich ein Bild machen konnte vom neuen Zuhause. Mit zufriedenen Gesichtsausdruck verabschiedete sie sich dann und ich kümmerte mich um die Stute. Ich stellte sie in die Box und beobachtete wie sie genüsslich das Futter fraß.
      Nun wa alles getann und ich fegte nochmal durch die Stallgassen, ehe ich is Haus ging.
      [2857.Zeichen]

      Eowin, 20.11.2013
      Hufschmied bei Svartur (Stuten & sonstige)

      Nach den Hengsten machten wir bei den Stuten weiter, nach dem Kaffee ging ich frisch und wieder etwas ausgeruht ans Werk.
      Als erstes war Fairytale Silvermoon an der Reihe. Die Scheckstute war sympathisch und nett, sodass ich schnell an die arbeit gehen konnte. Zunächst tätschelte ich ihr kurz den Hals, dann löste ich die Eisen von den Hufen und kürzte selbige dann, nachdem ich alle Stellen mit der Zange abgetastet hatte.
      Die Stute blieb artig stehen und ließ die Prozedur über sich ergehen. Sie hatte auch keinen Grund zu motzen, denn ihre Hufe waren gut und so kam ich schnell voran.
      Rasch passte ich die Hufeisen auf ihre Hufform an und nagelte sie dann adäquat an. Auch dieser Vorgang funktionierte frei von Problemen.
      Als ich die Eisen fest hatte, ließ ich sie mir noch einmal vorlaufen. Alles war in Ordnung, Svartur konnte das nächste Pferd holen.
      Das nächste Pferd war Fauta.
      Svartur band die Windfarbene an und so konnte ich nach kurzer Begrüßung der Stute anfangen, die Hufeisen zu entfernen. Hierbei hatte ich keine sonderliche Mühe, denn sehr fest saßen die guten Stücke nicht mehr. Generell hatte sie sehr weiches Hufhorn, auf da man in Zukunft aufpassen müsste.
      Ich kürzte anschließend die Hufe und kontrollierte sie auf Fehler, es war aber alles okay.
      Mit der Feile brachte ich die Füße von Fauta in Form und passte ihr dann ihre Hufeisen an, die ich dann auf den huf presste und annagelte, während Rauch in der Stallgasse aufstieg, in der es ohnehin schon viel zu sehr nach verbranntem Hufhorn stank.
      Fauta war schnell fertig und das nächste Pferd konnte folgen.
      Nun war Elding an der Reihe. Eigentlich hatte ich nie sonderlich viel für Isländer übrig, auch wenn ich selbst einen im Stall hatte, doch sie waren nie meine Lieblingsrasse gewesen. Dennoch überzeugte mich langsam das ruhige, gutmütige Wesen, welches sich bei offenbar allen Tieren in Svarturs Stall zeigte. So war es auch bei Elding, die mich artig an ihren Hufen herumfummeln ließ. So löste ich die alten Eisen, kürzte die Hufe und korrigierte die Stellung leicht, da die Vorderhufe unterschiedlich wuchsen. Auch sie bekam normale eisen und durfte dann wieder in die Box.
      Anschließend war Where I Belong an der Reihe.
      Auch diese Kleine war artig und verzieh es mir auch, dass ich mich erst einmal ordentlich strecken musste – Ponies gingen irgendwann ganz schön auf den Rücken.
      Doch danach löste ich ganz normal bei ihr die Eisen, kürzte, kontrollierte und feilte die Hufe und brachte dann neue Eisen in Form, um sie nun wieder neu zu beschlagen.
      All das beeindruckte die Stute in keiner Weise. Sie war schnell fertig.
      Kveðja war das nächste Pferd. Auch bei ihr verlief alles normal, es fiel mir jedoch auf, dass sie hier und da kleine Stellen im Huf hatte, wo sie trotz Eisen Horn abgetreten hatte. Ich entschloss also, sie mit eisen mit zwei seitlichen Anzügen zu beschlagen, um ihr mehr Stabilität zu gewähren.
      Als vorletzte Stute stand das Shetty Biene Maya auf dem Plan.
      Auch sie war nett, wogleich man schon einen Unterschied zu den Isländern merkte. Manchmal war sie doch etwas frech.
      Doch bei ihr hatte ich die Hälfte der Arbeit, da sie nicht beschlagen wurde und ihre Hufe so gut waren, dass ich kaum etwas zu schneiden hatte.
      Sehr schnell stand sie dementsprechend wieder korrekt auf den Beinen.
      Auch das Shetty Cakepop musste ich nur ausschneiden. Sie war ebenfalls etwas frech und biss mir einmal leicht in den Arm, aber ich kam zurecht und war froh, als ich die Kleine geschafft hatte. Zudem war es schwierig nach einem so langen Tag noch so extrem genau, wie es so kleine Hufe nun einmal verlangten, auszuschneiden.
      Daraufhin standen noch ein paar Hengste auf dem Plan, als erstes Glymur.
      Ich musste mich kurz wieder auf Hengste mitsamt deren Manieren einstellen – ich fand Stuten einfach viel angenehmer im Umgang.
      Doch er war wirklich artig.
      Ich löste bei ihm die alten Eisen und kürzte die Hufe.
      Der Hengst bekam ebenfalls Gummieisen, die schnell angepasst und auf dem Huf angebracht waren. So konnte er wieder in die Box.
      Ähnlich war es bei Loftsteinn, den ich jedoch erst einmal ordentlich überreden musste, mir seine Hufe zu geben.
      Doch als wir die Fronten einmal geklärt hatten, verlief alles tutti. Auch er bekam normale Eisen.
      Bei Maxi war es leider etwas anders. Zwar war er absolut lieb und artig, aber seine Hufe waren von den Nägeln der alten Eisen etwas eingerissen, sodass ich einiges zu tun hatte, dass ich die neuen eisen ans halten bekam. Ich gab mir Mühe und am Ende waren sie schließlich doch so fest, dass ich zuversichtlich war, dass sie hielten.
      Nun waren wieder ein paar Stuten an der Reihe, angeführt von Alaedis.
      Die Scheckstute sollte ebenfalls normale Eisen bekommen. Das Kürzen stellte jedoch ein Problem dar, da die Hufe generell sehr kurz waren und offenbar ein schlechtes Wachstum aufwiesen, sodass ich kaum etwas wegschneiden konnte.
      Ich beschlug die Stute dennoch mit normalen Eisen und riet Svartur, sie demnächst viel auf hartem Boden zu reiten, damit das Hufwachstum angeregt würde.
      Als letztes Pferd für heute stand Palimé auf dem Plan.
      Diese Stute gefiel mit ebenfalls ganz besonders gut und sie war auch sehr nett – und bekam so ein wundervolles Fell, dass ich stundenlang hätte da stehen und sie streicheln können. Aber die Arbeit rief und ich begann, die alten Eisen von ihren Hufen zu entfernen, die hufe zu kürzen und zu korrigieren. Dann feilte ich noch ein paar Kanten zurecht und dann, endlich, bekam Palimé ihre neuen, frisch für sie angepassten eisen.
      Als die Laufprobe ergab, dass die Stute gut auf dem neuen beschlag lief, konnte sie wieder in die Box.
      Nun war ich endlich fertig. Ich verabschiedete mich von Svartur und ließ mich erschöpft in den Bully fallen. Beinahe hätte ich meine Sachen vergessen – ich stieg wieder aus, aber Svartur brachte sie mir bereits hinterher. Wie nett!
      Ich lachte, lud alles ein und fuhr dann endgültig nach Hause.

      Svartur, 06.12.2013

      Australien – Ein Traum wird wahr!

      Aufgeregt ging ich von Pferd zu Pferd und überprüfte ob alle in einer guten gesundheitlichen Verfassung waren um den langen Flug zu überstehen. Besonders bei den erst neu angekommenen Pferden Mellamo und Bailey hielt ich mich lange auf, um zu gucken wie sie die Hinfahrt überstanden hatten. Bailey hatte sich schon relativ gut eingelebt und mümmelte etwas an seinem Heu, Mellamo dagegen war erst gestern spontan von einer befreundeten Züchterin gekommen, da sie ihre Zucht umstellen würde und wusste wie sehr ich ihren Hengst immer geliebt hatte. Spontan kam er also mit und war noch immer etwas unruhig und der lange Flug würde ihn auch noch stressen, aber er war ein starker Hengst und würde den Stress gut aushalten können. Weiter ging ich nun zu Maxi und Loftsteinn. Beide standen gemeinsam in einer großen Paddockbox und kraulten sich ganz entspannt gegenseitig. Ich tastete nochmal alle Gelenke ab, konnte jedoch nichts auffälliges finden und ging nun zum letzten Hengst in diesem Hengststall, Glymur. Auch er schien vollkommen in Ordnung zu sein und so fing ich an allen fünf Hengsten Transportgamaschen sowie eine leichte Transportdecke anzulegen. Hier war es zwar noch kalt, und alle Pferde waren geschoren, doch in den circa zwanzig Stunden Flug, die sie vor sich hatten, würden es geheizt sein und in Australien herrschte so oder so ein ganz anderes Klima wie hier, sodass die Pferde dort so oder so komplett von den Decken befreit werden. Langsam wurden die Pferde auch unruhig, da sie merkten, dass etwas los war, da ich ihnen allen das Transportzubehör anlegte, jedoch wurde kein Hengst zu einem ernsthaften Problem. Nun kam auch der erste von vielen Helfern, die ich für heute bestellt hatte, da ein Umzug mit 28 Pferden ans andere Ende der Welt kein Zuckerschlecken war. Extra für uns würden heute zwei extra Frachtenflieger nach Australien fliegen, die die Pferde und ihr ganzes Zubehör transportieren würden, in dem einen Flugzeug würde mein Freund und treuer Begleiter mitfliegen, in dem anderen würde ich sitzen. Wir hatten die Flugzeuge so aufgeteilt, dass die Hengste im einen Flugzeug fliegen würden und die Stuten mit den Jungpferden im anderen, damit es zu keinen Auseinandersetzungen während dem Flug kommen würden. Nun hieß es aber die ersten fünf Pferde in den geliehenen Pferdetransporter einzuladen, die der Helfer dann zum nahe gelegenen Flughafen bringen würde. Dort hatte ich alles mit den Angestellten der Flugfirma geklärt und so wussten sie Bescheid, dass die Helfer die Pferde direkt in das Flugzeug einladen konnten, um den Stress für die Pferde möglichst gering zu halten. Nachdem alle eingeladen waren machte ich mich auf den Weg zum zweiten Hengststall, in dem sich momentan acht Pferde befangen. Zuerst ging ich zu den beiden Warmbluthengsten Boy of Love und Azzurro, beide waren in einer guten Verfassung und würden den Flug sicherlich gut überstehen. Ich legte auch ihnen die Transportgamaschen und eine leichte Decke an, bevor ich die Selbe Prozedur bei Blettur und Freki wiederholte. Anschließend checkte ich die beiden Islandpferdehengste Djarfur und Hýreygur durch. Hýreygur hatte eine kleine Bisswunde vom Spielen an der Kruppe, die jedoch kein Problem darstellen sollte. Schnell behandelte ich die Wunde mit einer Salbe und deckte ihn dann ein. Auch Djarfur deckte ich ein und legte ihm die Transportgamaschen an, ehe ich die acht Hengste in den größten der vier gemieteten Transportet führte. Sie wurden dann von Fynn, meinem Freund, zum Flughafen gefahren, von wo aus er mit den Hengsten zum Flug nach Australien starten würde, sobald das Flugzeug bereit war. Ich verabschiedete mich von ihm, wünschte ihm viel Glück und ging dann zum ersten Stutenstall, in dem nur Alaedis und Palimé standen. Beide standen einträchtig nebeneinander und dösten als ich kam, beide waren in einem guten gesundheitlichen Zustand, und würden Australien gut erreichen. Ihnen legte ich wie den vorigen Pferden das Transportzubehör an und führte sie in den kleinen 2-er Hänger hinein. Routiniert folgten mir die Stuten und entfernten sich kurz darauf mit einem meiner Helfer am Steuer vom Hof. Ich gönnte mir nun eine kurze Pause und trank noch einen Kaffe, während ich etwas wehmütig zurück dachte. Ich hatte noch immer nicht ganz realisiert, dass das, was mein Zuhause war, nun bald Vergangenheit war und ich nun bald in Australien sein würde. Dennoch freute ich mich schon sehr darauf, da ich dort mit meiner Freundin Zasa zusammen unsere beiden Lieblingsrassen züchten könnte und es auch sonst toll auf dem Gestüt war, wie ich bei mehreren Besuchen gemerkt hatte. Und dennoch – so ganz glücklich war ich in dem Moment nicht, denn schließlich musste ich auch viel zurücklassen, meine Freunde, meine Familie, das Gestüt und auch viele Pferde musste ich vor dem Umzug verkaufen. Plötzlich stand unser Stallbursche, Sebastian, neben mir. Ich hatte ihn gar nicht kommen gehört und er schien auch schon eine ganze Weile neben mir zu stehen. Er schaffte es mich aufzumuntern und mir wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, indem er mir erzählte, wie viel wir in Australien erleben würden und, dass die Pferde und das Gestüt sicherlich auch in guten Händen seien. Ich bedankte mich bei ihm und war einfach nur froh ihn zu haben, auf ihn war immer Verlass und so würde auch er mit nach Australien kommen. Nun aber hieß es die restlichen Pferde zu verladen. Zusammen mit Sebastian ging ich in den Stutenstall, wo ich mir zuerst die beiden Shettystuten Biene Maya und Cakepop anschaute. Beide schauten kräftig und gesund aus, sodass ich sorglos Sebastian den Auftrag gab den beiden ihre extra für sie angefertigten, kleinen Transportgamaschen anzulegen und ihnen anschließend eine leichte Decke anzuziehen. Sofort machte er sich ans Werk während ich unterdessen Kvedja, Where I belong und Elding untersuchte. Auch Belong hatte eine kleine Bisswunde, die ich schnell eincremte bevor ich alle drei fertig für die Abfahrt machte. Dann lud ich die insgesamt fünf Stuten ein und ließ einen Helfer mit ihnen zum Flughafen fahren, wo sie direkt in das zweite Flugzeug eingeladen werden konnten. Als ich nun zu Fairytale und Fauta gehen wollte, erreichte mich ein Anruf von Fynn, dass der in einer knappen viertel Stunde losfliegen würde. Ich wünschte ihm nochmal viel Glück, dass alles gut gehen würde und widmete mich dann den beiden Stuten, die vor mir standen. Auch sie bekamen Transportgamaschen und eine Decke angelegt bevor sie zu zweit den anderen Stuten hinterherfuhren. Zu guter Letzt musste ich nun noch die fünf Jungpferde transportfertig machen. Zuerst ging ich zu Blossi und Enjoy Nature. Beide waren topfit, hatten jedoch bis in den Abend hinein getobt und hatten einige, kleine Wunden, die ich schnell versorgte. Dann ging ich weiter zu den drei Stuten Bruna, Fjörgyn und Black Bird, die mich alle erwartungsvoll anschauten, als ich den großen Laufstall betrat. Alle drei waren in einem guten Zustand, sodass sie sofort für den Transport fertig gemacht werden konnten und dann eingeladen wurden. Zusammen mit Sebastian fuhr ich nun zum Flughafen, wo all unsere Freunde und Verwandten standen um uns zu verabschieden. Mit Tränen in den Augen wurde sich umarmt, nochmal vorsichtshalber alle Handynummern gesichtet und dann hieß es Abschied nehmen. Die Helfer hatten unterdessen alle Stuten und Jungpferde in das Flugzeug gebracht und schweren Herzens trennte ich mich von Familie und Freunden und ging zusammen mit Sebastian in das Flugzeug. Während der Fahrt schlief ich etwas, beschäftigte mich aber meist mit der Frage: War dies die richtige Entscheidung?...Dann endlich nahte der erste Zwischenstopp. Die Pferde mussten leider in den engen Boxen bleiben, bekamen jedoch wieder frisches Wasser und ich füllte alle Heunetzte neu auf. Keines der Pferde schien sehr nervös zu sein, zwar standen sie nicht so ruhig wie sonst, aber es war auch nichts Ernsthaftes. Kurz darauf kam Sebastian mit etwas zu Essen zurück, welches wir schnell verschlangen. Dann ging es auch schon wieder zurück in Flieger, wo ich nun noch etwa acht Stunden verbringen musste. Ich spielte etwas Stadt, Land, Fluss mit Sebastian und versuchte dann noch etwas zu schlafen. Auf einmal merkte ich wie mein Körper geschüttelt würde. Müde schlug ich die Augen auf und blickte in Sebastians Gesicht, der mir gerade vermittelte, dass wir angekommen seien. Sofort war ich hellwach und rannte aus dem Flugzeug hinein ins Terminal, wo Zasa uns bereits erwartet, nach der Begrüßung kümmerten wir uns sofort um die Pferde und brachten sie aus dem Flugzeug. Zasa hatte sich hier schon um alles gekümmert, sodass wir kurz darauf schon quatschend im Auto saßen, mit einigen Pferden im Hänger, die anderen fuhren in einem großen LKW. Fynn war wohl mit den Hengsten schon am Hof angekommen und hatte sie alle auf die Koppeln gestellt, wo sie sich etwas die Beine vertreten konnten. Bei dem Flug sei alles gut gegangen, lediglich Hýreygur wäre so nervös gewesen, dass er eine Beruhigungsspritze benötigt hatte. Und dann waren wir da – dort wo ich nun hoffentlich den Rest meines Lebens verbringen würde. Doch lange blieb mir nicht Zeit zum Träumen, schließlich wollten alle Jungpferde und Stuten ebenfalls auf die Weiden. Hier traf ich auch Fynn wieder, der sofort eifrig mithalf, den Pferden die Transportgamaschen und Decken abzunehmen und sie anschließend auf die Koppeln zu bringen. Als alle versorgt waren setzten wir uns zu viert ins Haus und tranken dort eine kühle Cola, denn auch mich nahm das veränderte Klima sehr mit. Den Pferden ging es recht gut, da alle geschoren worden waren und in Dänemark nur mit Decke draußen waren, hier hatten sie nun keine Decken mehr an, da es ja deutlich wärmer war. Nach einer guten Stunde ging ich nochmal nach den Pferden schauen, die die Nacht auf den Koppeln rund um den Hof verbringen durften, dann viel ich müde, aber dennoch sicher den richtigen Schritt gewagt zu haben, in mein Bett im neuen, noch etwas fremden Zuhause.

      Svartur, 02.01.2014
      Die Neuankömmlinge finden Freunde:

      Schnell holte ich Álædis aus der großen Stutenherde und führte sie auf eine andere Koppel, wo sie vorerst alleine stand. Als nächstes schnappte ich mir Glymur und führte auch ihn auf eine einzelne Koppel. Da er ein sehr starkes Herdentier war, lief er nervös am Zaun auf und ab, doch ich wusste, dass ich guten Gewissens wieder hinüber zum Hofeingang gehen konnte, da er so oder so nicht über den Zaun springen würde und auch gleich ein neues Pferd zu ihm kommen würde. Ich dachte an die beiden Pferde, die gleich eintreffen würden. Sie kamen beide von der Selben Züchterin, von der ich bereits einige Pferde bei mir stehen habe und mit allen sehr zufrieden bin. Da der Flug von Holland nach Australien sehr lang ist, hatte ich auf ihr Gespür vertraut und darauf, dass sie die richtigen Pferde für mich finden würde, ich hatte beide also bis jetzt nur von Fotos, Videos und Erzählungen gekannt. Dennoch war ich sehr zuversichtlich, dass beide sehr gut zu mir passen würden. Hryðja würde eine kleine Herausforderung werden, da sie den Erzählungen nach, oft Phasen hatte in denen sie plötzlich losrennt oder bockt, Skrúður dagegen soll ein ganz ausgeglichener, junger Hengst mit enormem Potential sein. Während ich noch nachdachte fuhr ein geräumiger Transporter in die Einfahrt und riss mich mit einem Hupen jäh aus den Tagträumereien. Jetzt musste alles schnell gehen, da der Fahrer nur gebucht war um die Pferde zum Hof zu bringen, anschließend würde er die nächsten Pferde wegbringen. Zuerst lud ich die Rappwindfarbene Stute Hryðja aus dem Hänger und band sie an den Putzplatz. Sie wieherte schrill und lief nervös hin und her, doch ich musste nun Skrúður ausladen. Der Hengst war mir sofort sympathisch mit seiner Art, wie er gelassen aus dem Hänger ging. Auch ihn band ich an, bezahlte den Fahrer schnell und ging dann wieder zu der Stute, die sich noch immer nicht beruhigt hatte. Ich nahm ihr vorsichtig, beruhigend auf sie einredend, die Transportgamaschen ab und ersetzte diese durch ein Paar Springglocken, die gleich vor heruntergetretenen Hufeisen beim ersten Zusammentreffen mit Álædis schützen sollte. Kaum war ich fertig führte ich sie auch schon zur Koppel. Sie drängelte unterwegs, ließ sich aber dennoch kontrollieren, sodass ich ihr an der Koppel angekommen schnell das Halfter ausziehen konnte, ehe sie zu Álædis lospreschte. Die beiden Stuten quietschten sich an und rannten gemeinsam über die Koppel. Da es jedoch nicht so aussah, als würden beide sich ernsthaft bekriegen ging ich in der Zwischenzeit zurück zu Skrúður. Der Hengst stand noch immer ruhig am Putzplatz und schaute sich etwas die neue Umgebung an. Ich begrüßte ihn ausgiebig und nahm ihm dann die Transportgamaschen ab. Anschließend bekam auch er ein Paar Sprungglocken um die Vorderhufe und ich brachte ihn zu Glymur. Beide Hengste waren sehr aufgeschlossen und gingen sofort aufeinander zu. Kurz zwickten sie sich etwas gegenseitig ins Fell, trabten dann aber friedlich nebeneinander auf der Koppel her – die Zusammenführung war äußerst gelungen. Ich schaute nun nochmal nach den beiden Stuten. Die hatten sich in der Zwischenzeit auch beruhigt und grasten nun, wenn auch noch nicht dicht nebeneinander, und schienen sich doch relativ gut zu verstehen. Erleichtert verstaute ich das Zubehör der Neuankömmlinge und ging dann weiter zu den nächsten Pferden.

      Svartur, 28.01.2014

      Stress vorprogrammiert!

      Tja, wie soll man anfangen? Seit heute leben wir (Fynn, die Pferde und ich) wieder in der Nähe Deutschlands, genauer gesagt in Holland, auf dem Hof einer guten Freundin, mit der ich bereits von Australien aus über gefrorenes Sperma der Hengste gezüchtet hatte. Leider haben wir in Australien besonders mit einigen Isländern und Shettys starke Probleme bekommen, was das Klima betrifft. Da es nun langsam Hochsommer wird, verkraften einige die Hitze einfach nicht – es musste also schnell eine Lösung her. Sofort boten Vina und Hayley mir ihre Hilfe an und liehen mir sogar spontan Geld, da ein ganzer Umzug mit allen Pferden und dem ganzen Gepäck sehr teuer ist und nicht mal eben so bezahlt werden kann. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür! Für die Zucht ist es so oder so besser, wenn die Zuchtpferde beieinander stehen und so fing das Chaos schon vorgestern schnell bei uns an. Zuerst wurden mit Hilfe von vielen Einheimischen alle Möbel, Klamotten ect. in Umzugskisten gepackt und zum Flughafen transportiert, wo die Sachen bis zum nächsten Tag lagerten. Unterdessen legten wir bereits alle Pferdesachen raus, verpackten sie und schauten uns den gesundheitlichen Zustand aller Pferde an – besonders Fjörgyn ging es nicht so gut, ich hoffte, dass sie den Flug gut überstehen würde. Bis spät in die Nacht schufteten wir und kamen sage und schreibe circa zwei Stunden zum Schlafen ehe wir die ersten Pferde fertig machten. Im ersten Flugzeug waren einige Hengste sowie Zuchtpferde untergebracht, die Fynn und ich nun fertig machten und alle in verschiedene Transporter luden. Fynn übernahm Alvari, Boy of Love, Azzurro, Hákur, Glymur und Skrú, während ich Filou, Erutan, Bailey, Inside und Biene Maya fertig machte. Alle Pferde bekamen ein gut gepolstertes Halfter sowie ihre Transportgamaschen angezogen, von denen glücklicherweise noch alle vom letzten Flug vorhanden waren. Schnell stopfte ich noch die ganzen dicken Winterdecken in die jeweiligen Transporter bevor diese auch schon mit freundlichen Helfern zum Airport fuhren. Als nächstes machte Fynn Blettur, Freki, Elding und Hýreygur fertig. Ich unterdessen übernahm Promise, den erst gerade neu eingetroffenen Lemontree, der noch Probleme mit der Situation hatte, sich in Holland aber hoffentlich gut einleben würde, Palimé, Mellamo und Maxi. Allen ging es soweit gut, dass ich sie problemlos mit den Helfern zum Flughafen fahren lassen konnte. Große Sorgen machte ich mir hingegen um Skelfing, der ich gerade versuchte die Transportgamaschen anzulegen. Die Stute mit der besonderen Farbe war ebenfalls noch neu am Hof und reagiert dem Menschen gegenüber äußerst aggressiv. Sie war ein Fall für sich und in Holland würde ich hoffentlich in Ruhe mit ihr viel Vertrauensarbeit machen können, damit sie mir bald folgte, doch gerade versuchte sie nach mir zu beißen und zu treten, sodass ich schließlich aufgab und ihr erstmal eine Spritze mit Beruhigungsmittel gab. Bis dieses wirkte würde es allerdings etwas dauern und so verlud ich zuerst noch Belong, Álaedis, Kvedi, Cakepop und Hrydja. Anschließend brachte ich die nun ruhige Skelfing dazu und fuhr mit diesem Trupp zum Flughafen. Fynn fuhr kurz nach mir mit Fjörgyn, Blossi, Bird, Hvítasunna und Tvífari. Am Flughafen ging der Stress weiter, da alle Pferde, die sich noch nicht in einem der Flugzeuge befanden ebenfalls noch hinein mussten und alle auch noch ihre Beruhigungstabletten bekommen mussten. Erleichtert ließ ich mich in den Sitz anschließend fallen und dachte über diese Entscheidung nach, wieder von Australien wegzugehen. Ich entschied, dass es richtig war, da es einfach zum Wohl der Pferde war, und dieses lag mir nunmal am meisten am Herzen. Besonders freute es mich, dass Fynn mich wie immer unterstützte und sofort mithalf, zwar war der Abschied in Australien schwer, doch insgeheim freute ich mich auch auf eine schöne Zeit in Holland, wo die Pferde hoffentlich besser zurecht kommen würden. Dann schlief ich, wenn auch unruhig, für die nächsten Stunden ein. Schon kurz nachdem ich wieder aufgewacht war, war es auch schon Zeit für die Landung. Am Airport erwarteten uns bereits Hayley, Vina und ihre ganzen Helfer, die wir in den nächsten Tagen genauer kennen lernen würden. Nun hieß es aber erstmal alle Pferde auf dem Gestüt unter zu bringen. Da alles spontan war, wurden die Pferde auf Boxen, Paddocks und Weiden aufgeteilt, an manchen Stellen war es etwas eng, doch in mehreren Tagen würden auch mehr Weiden und Paddocks zur Verfügung stehen und so lange, würden alle gut miteinander auskommen. Die Pferde waren alle wohl auf, zwar erschöpft, aber ansonsten war alles im Lot. Wir deckten schnell noch alle Pferde dick ein und dann gingen wir hinüber in unser neues Heim, indem schon alles für unseren Empfang hergerichtet war. Ich bedankte mich besonders bei Vina und gemeinsam stießen wir auf eine hoffentlich schöne, gemeinsame Zeit an!

      Svartur, 01.03.2014

      Die geballte Kraft von vier Isländern:

      Da der Tag sich langsam dem Ende zu neigte musste ich das Training der letzten vier Damen leider etwas verkürzen. Zuerst holte ich Dissy und Fauta vom Paddock. Da beide eingedeckt waren ging das Putzen recht schnell und nachdem das Fell gepflegt war, das Langhaar entknotet und auch die Hufe ausgekratzt waren ging ich Kvedi und Hryd holen. Die beiden putzte ich ebenfalls schnell über, bevor ich dann mit allen vieren gemeinsam auf den Reitplatz ging. Dort machte ich alle vier nacheinander los und schon kurz darauf tobten sie gemeinsam über den Reitplatz. Der Boden schien zu beben als die 16 Pferdehufe im Galopp an mir vorbei donnerten. Fasziniert schaute ich den vieren zu und genoss das Spiel der Muskeln unter dem Fell in der untergehenden Sonne. Was etwas kitschig klingen mag war in diesem Moment Realität. Die Stuten schienen mich und ihre Umwelt kaum noch wahr zu nehmen, sodass ich beschloss sie einfach etwas weiter alleine auf dem Reitplatz zu lassen und mich in der Zwischenzeit um die Koppel der vier zu kümmern. Ich schnappte mir eine Schubkarre und einen Mistboy, dann ging es los auf die Koppel. Dort sammelte ich Haufen für Haufen ein, bis die Weide wieder komplett sauber war. Schnell fuhr ich die Schubkarre zum Misthaufen, kippte sie ab und stellte sie dann zurück. Als nächstes befüllte ich zwei Heunetze. In diese füllte ich jedoch kein Heu, da die Pferde ja auf der Wiese standen, sondern stopfte sie mit Stroh aus, damit die Pferde auch auf der Weide an das Wichtige Stroh kamen, welches Nährstoffe enthielt. Nachdem diese befüllt und an einen der Bäume gehängt waren machte ich zu guter Letzt noch etwas Kraft- und Mineralfutter für alle vier fertig. Anschließend ging ich zurück zum Reitplatz, wo einige der Pferde sich schon gewälzt hatten und fing sie an. In der Stallgasse führte ich die Pferde nacheinander zu ihren Fressplätzen, wo ich sie anband. Während sie fraßen kratzte ich nochmal die Hufe aus und deckte die Pferde dann wieder ein, bevor ich sie zurück auf die Koppel zu den anderen brachte.

      Svartur, 14.04.2014

      Stutentag! (Fynn erzählt)

      Gut gelaunt machte ich mich nach einem köstlichen Frühstück an die Arbeit. Mittlerweile hatten wir uns auf dem neuen Hof gut arrangiert und wurden direkt mit eingeplant. Während Fynja heute für einen Teil der Hengste und Jungpferde verantwortlich war, so musste ich mich um unsere eigenen Stuten kümmern. Helfen würde mir dabei heute Tjarda, eine der Stallhelferinnen. Um wirklich alle Pferde zu schaffen, musste es zügig gehen und so brachte Tjarda schon einige der Stuten auf die Koppel während ich mir als erstes die etwas schwierige Stute Skelfing. Fynja und ich hatten es inzwischen geschafft, dass die Stute willig mit einem mit kam und langsam anfing dem Menschen zu vertrauen. Doch es war nicht einfach mit ihr und es gab immer wieder Rückschläge. Auch hatten wir sie bis jetzt noch nicht wieder geritten, da wir erst ihr komplettes Vertrauen am Boden haben wollten und davon waren wir noch weit entfernt. Am Putzplatz schnappte ich mir eine Wurzelbürste und putze sie damit grob über bevor ich dann auch schon nach dem Hufe auskratzen mit ihr im Roundpen verschwand. Ich arbeitete sie auf jeder Hand gute fünfzehn Minuten ehe Tjarda auch schon fertig war und mich nach weiteren Aufgaben fragte. Ich wies ihr an als nächstes schonmal Hrydja für mich fertig zu machen. Ehe sie ging bedankte ich mich schnell und arbeitete dann noch fertig mit Skelfing. Diese hatte gut mitgearbeitet, auch wenn sie immer wieder mal nach mir austrat wenn ich sie antrieb – im Gegensatz zu früher war dies eine tolle Entwicklung, denn dort ging sie nur auf dem Menschen los. Nach dem Training deckte ich die geschwitzte Stute ein und übergab sie an meine Helferin, die mit ihr etwas grasen ging, denn auch das förderte ihr Vertrauen in den Menschen. Ich schnappte mir unterdessen Hrydja vom Putzplatz und ging mit ihr eine Runde spazieren. Sie hatte in den letzten Tagen problemlos mitgemacht und hatte sich die Auszeit verdient. Ich wählte einen Weg durch den Wald und ließ meiner Stute den Strick lang. Zwar vertraute ich ihr nicht zu hundert Prozent, dass sie den ganzen Spaziergang über ruhig bleiben würde, doch wenn man sie zu sehr einengt wird die Stute nur noch nervöser. Nach gut zehn Minuten schnaubte sie genüsslich ab und wurde langsam lockerer. Ich beschloss ein Stück mit ihr zu laufen. Brav trottete sie neben mir her und fing sogar freiwillig an zu traben, was für Hrydja sehr ungewöhnlich war und mich direkt positiv stimmte. Ich ging noch eine ganze Weile mit ihr ehe ich umdrehte und zurück zum Hof ging. Dort gab ich ihr etwas Kraftfutter und stellte sie dann zu den anderen Stuten auf die weitläufige Koppel. Sofort stürmte sie davon und rannte zu den anderen. Lachend ging ich hinfort und suchte Tjarda. Es war schwer sie zu finden, doch schließlich entdeckte ich sie und fragte sie, ob sie nicht Lust auf einen kleinen Ausritt hatte. Sie freute sich und nahm das Angebot dankend an. Da Tjarda mit unruhigen oder jungen Pferden oft nicht so gut klar kam wies ich ihr Dissy zu. Sie freute sich, denn die Stute war einer ihrer Lieblinge. Ich holte mir unterdessen Fauta und Kvedja. Gemeinsam machten wir die drei Pferde sauber und unterhielten uns dabei ausgelassen. Alles verlief problemlos und auch beim Satteln von Dissy und Fauta gab es keine Komplikationen. Bevor es los ging zog ich Kvedi noch ihre Trense an und befestigte eine Longierbrille an den Gebissringen. Dort wiederrum machte ich den Strick fest und stieg dann auf Fauta auf. Zügig schritten alle drei Pferde an und schienen voller Vorfreude zu sein. Der Ausritt verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle und Tjarda und ich hatten viel Spaß. Viel zu schnell kamen wir nach einigen rasanten Galopps wieder am Hof an, wo es schnell weitergehen musste. Die drei Stuten wurden abgesattelt, gefüttert und dann auf die Wiesen gestellt. Als letze Stute für heute holte ich mir eine meiner Lieblinge: Fjörgyn. Die Stute war noch gar nicht so lange unter dem Sattel und hatte sich doch prima gemacht. Ich kannte kaum ein Pferd, welches so fein auf die Hilfen reagierte ohne hektisch zu werden. Schon als ich sie von der Koppel holte pfiff ich fröhlich umher und machte sie dann mit großer Freude fertig. Nach einer langen Putzeinheit, die die Stute wie immer genoss sattelte und trenste ich sie – dann ging es hinaus auf die Ovalbahn. Gemütlich ritt ich die Stute dort warm und begann sie mit Schlangenlinien und Volten zu biegen. Schließlich ging ich für etwas Dressurarbeit in die Mitte der Bahn und erst nachdem ich merkte, wie sie locker wurde ging ich wieder auf die Bahn hinaus und töltete etwas. Sie verfügte über eine erstaunliche Tempovarianz und ich hatte viel Spaß. Auch Fjörgyn schien Spaß am Training zu haben und arbeitete ausgezeichnet mit. Langsam fing ich inzwischen auch an das Zügelüberstreichen im Tölt mit einzubauen. Zwar hingen die Zügel erst leicht durch doch sie überzeigte mich schon jetzt mit einer tollen Selbsthaltung. Nach einer dreiviertel Stunde beendete ich das Training und versorgte die Stute. Bevor es dunkel wurde mistete ich noch den Stutenstall und fuhr mit dem Hoftruck einen Ballen neues Heu in eine der zwei Raufen. Die andere war noch gefüllt und musste nicht gereinigt und befüllt werden. Abends half Tjarda mir dann beim Hereinholen aller Pferde bevor wir gemeinsam zu den anderen in das Wohnhaus gingen.

      Willkommen zurück und weitere Worte

      Gerade eben noch hatte ich meine Glace ausgepackt und wollte sie geniessen, doch wie so oft im Leben kommt es erstens anders – und zweitens als man denkt. Mein Mopho machte mir den Strich durch die Rechnung. Es klingelte mit derselben nervigen Melodie wie immer und riss mich unsanft zurück in die harte Wirklichkeit. „Hello?... Ah Hallo Zasa… Lady? Ja klar, wir haben noch Platz auf der Weide… Ja, dann kommt sie in zwei Wochen an… Okay, bye und danke.“ Na gut, zugegebenermassen liegt dieses Gespräch nun schon genau eine Woche und sechs Tage zurück und das Wassereis ist auch schon lange geschmolzen. Ich weiss gar nicht, warum ich das hier überhaupt schreibe, ich habe schliesslich vorher auch nie Tagebuch geführt… Aber eigentlich weiss ich es doch. Im Moment habe ich ein solches Durcheinander in meinem Kopf, dass ich mir dachte, es könnte irgendwie psychologisch interessant sein. Daher möchte ich festhalten, wie ich mich fühle, was ich erlebe und tue. Am besten fange ich gleich mit heute Abend an, mittlerweile ist es schon halb zwei morgens. Mein Tag war nicht sonderlich streng, schliesslich geniesse ich die Arbeit mit den Pferden. Aber Jack war wiedermal schlecht gelaunt – das kommt in letzter Zeit häufig vor. Ich frage mich, ob er errät, was sich in meinem Kopf abspielt. Er kennt mich gut. Ich ihn auch. Jonas hat mich heute nach dem Füttern in den Arm gezwickt und danach wieder umarmt. Er hat sich sehr verändert, irgendwie geniesse ich diese eher ungewöhnlichen neuen Angewohnheiten sogar. Ich weiss allerdings noch nicht, was er damit bezwecken will… Ob er tiefere Gefühle hegt? Ich bleibe jedenfalls vorläufig vorsichtig und halte zu Jack. Obwohl er mir in letzter Zeit ordentlich auf den Senkel geht.
      Das Geräusch von Schritten auf der Treppe liess mich aufschrecken und das Buch rasch zuklappen. Ich verstaute es sicher unter meiner Matratze und stellte mich schlafend, als Jack rein kam. Er legte sich wortlos neben mich und schlief nach kurzer Zeit ein, während ich wach lag und aus dem nahen Fenster starrte.
      Am nächsten Morgen weckten mich bereits die ersten Sonnenstrahlen. Ich zog mich leise an und schlich in die Küche, um Jack ein Überraschungsfrühstück vorzubereiten. Ich kochte Rührei, dies war seine Lieblingsspeise am Morgen. Ausserdem wärmte ich Wasser für seinen Lieblingstee. Als er runter kam machte er ein angenehm erstauntes Gesicht und gab mir einen Kuss auf die Wange. Wir besprachen den Tagesablauf und die Ankunft der neuen Pferde. Dann lief ich zum Nebenstall, um mit Moon ausreiten zu gehen. Am späteren Vormittag kam die erste neue Stute an: Àlaedis. Sie war ein Isi und hatte hübsche Fuchsflecken auf weissem Untergrund – oder natürlich weisse Flecken auf schönem fuchsfarb Untergrund. Die Stute war sehr umgänglich und liess sich ohne Probleme in die Box im Nebenstall führen. Ich stellte sie neben Lila, in der Hoffnung, dass sich die beiden gut verstehen würden. Als nächstes war Vollbluttraining angesagt, ehe dann auch Coco ankam. Sie war ein Shetty, schneeweiss mit strahlendblauen Augen. Zunächst sperrte sich die Gute und wollte nicht aus dem Anhänger steigen. Ich musste mit meinem ganzen Gewicht am Strick ziehen, ehe sie einen Schritt machte. Danach rannte sie förmlich zur Weide. Dort angekommen, schnüffelte sie erstmal mit den anderen Ministuten. Da sie kaum grösser war als diese, hatten wir beschlossen, sie in die Herde zu integrieren; Jedenfalls vorläufig. Wir wussten noch nicht genau, ob wir sie behalten würden. Gegen Abend hiess es dann endlich ‚Welcome back‘ für Divalein. Die Stute hatte eine lange Reise hinter sich und war müde, erkannte jedoch den Hof sofort wieder und rief den anderen schon von weitem. Ich hatte entschieden, dass sie nun bleiben dürfe, nochmal würde ich sie nicht weggeben. Den restlichen Abend verbrachte ich bei den Minis auf der Weide. Ab und zu kam Diva vorbei und ich kraulte sie hinter den Ohren, ganz wie sie es so gerne mochte
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      Buntes Treiben

      „OOOOCUUUU!“ Ich musste augenblicklich mit den Augen rollen und drehte mich widerwillig um. Lisa hatte anscheinend wiedermal eine ‚aufregende Entdeckung‘ oder so ähnlich gemacht. Ich kannte ihre Singsang-Stimme inzwischen zu gut und konnte jeweils schon von weitem erraten, was sie mir im nächsten Moment berichten würde. „Was ist denn?“, fragte ich und versuchte dabei meinen leicht genervten Unterton nicht allzu stark mitschwingen zu lassen. Sie hatte wohl nichts bemerkt denn die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus. „Im Strohlager im Hauptstall sind kleine Kätzchen! Und sie sind so sühüüüss!“ Ich sah sie verdutzt an. „Kätzchen?! Was haben denn die da zu suchen?“ „Keine Ahnung, aber das ist doch auch egal, komm und sieh sie dir an!“ ‚wie kann man nur so naiv sein?‘ – fragte ich mich kopfschüttelnd und folgte ihr im Laufschritt in den Stall. Tatsächlich: dort lagen vier ca. drei Wochen alte Kätzchen im Stroh, ganz versteckt im hinteren Teil des Raumes. Es waren zwei weiss gescheckte, ein graues und ein fast schwarzes Fellbündel. Zugegebenermassen fiel es mir schwer, beim Anblick der süssen kleinen Pfötchen den strengen Ton beizubehalten. „Ich werde Jack heute Abend darauf ansprechen, er wird im Tierheim anrufen.“ „Ooooch, aber können sie denn nicht hier bleiben? Wir haben noch keine Hofkatzen und Platz ist hier ja reichlich und die Mäuse sind eine echte Plage und…“ „Wo ist überhaupt die Mutter der kleinen?“, unterbrach ich die aufgeregte Pflegerin. Ihre Stimme brach überrascht ab und sie schien angestrengt nachzudenken. „Ich habe letztens eine Schildpattkatze bei der Galoppbahn gesehen, dachte es sei die der Nachbaren…“ „Hmm, wir sollten sie suchen, die Kätzchen sehen etwas dünn aus.“ Sie stimmte mir zu und so machten wir uns auf um die anderen Pfleger zu informieren. Ich holte ausserdem eine Kamera aus dem Haus und befestigte sie an den Gitterstäben von Crack‘s Box, sodass sie den Eingang zum Strohlager aufnahm. Dann wandte ich mich anderem zu: Huhn hatte am Morgen angerufen und berichtet, dass mein Fohlen zur Welt gekommen war. Ich lief zum Haus und setzte mich mit meinem Laptop auf die Hängematte im Schatten der Bäume vor dem Haus. Da das Fohlen noch bei seiner Mutter in Irland war, konnte ich es natürlich nicht persönlich besuchen gehen, ohne eine längere Reise in Kauf zu nehmen. Daher hatte Hühnchen eine Stall-Cam eingerichtet, sodass ich das Fohlen von Zuhause aus beobachten konnte. Ich loggte mich ein und startete die Live-Cam. Das Bild hatte mässige Qualität, war aber gut genug um zu erkennen, dass die kleine Stute gerade die Ohren spitzte, weil jemand die Box betrat. Gespannt beobachtete ich, wie anscheinend ein Pfleger frisches Heu brachte und die kleine kurz kraulte. Sie liess sich ohne Probleme anfassen und auch die Mutter, Manchester’s Memory, blieb entspannt und lief zum Heu. Zufrieden und fasziniert von der hübschen Farbe und dem ausgezeichneten Körperbau des Fohlens klappte ich den Laptop zu und machte mich auf zum Nebenstall um Ale zu putzen. Ich hatte eine gefühlte Ewigkeit, bis die wuschelige Mähne entwirrt war. Doch als ich fertig war und sie eingeflochten hatte, sah Ale sogar richtig gepflegt aus. Ich verzichtete gleich auf einen Sattel und nahm ein Knotenhalfter aus dem Schrank. Dann führte ich die Stute nach draussen und schwang mich mit etwas Anlauf auf den niedrigen Rücken. Beinahe wäre ich wieder auf der anderen Seite heruntergepurzelt, aber ich konnte mich noch an der geflochtenen Mähne halten. Ale stand schön ruhig, bis ich oben war und lief sofort los, als ich sie vorwärts trieb. „So ist’s fein“ murmelte ich, und sah mich entspannt in der idyllischen Frühlingsumgebung um. Alles war herrlich grün und saftig, die Felder und Büsche zuckten vor Leben. Ale hielt den ganzen Ritt über die Ohren fröhlich nach vorne, sie schien diesen Ausflug ebenso sehr zu geniessen wie ich. Auf einem kleinen Trampelpfad wagte ich einen zügigen Galopp. Ich konnte mich gut oben halten, denn die Stute hatte ein gutes Taktgefühl und bockte nicht. Sie liess sich auch schnell wieder bremsen. Ich tätschelte ihr den Hals und genoss einmal mehr, nicht auf einem temperamentvollen Vollblüter oder tänzelndem Reitpony zu sitzen. Beim kleinen Fluss hielt ich im Schatten der Bäume an und liess mich von ihrem Rücken ins weiche Gras gleiten. Es war wundervoll einfach nur dazuliegen und in die Blätter über mir zu starren. Ale blieb brav in der Nähe und zupfte die grünen Halme sorgfältig aus. Irgendwann kam sie zu mir und schnupperte an meinem Gesicht, als wollte sie prüfen, ob ich noch da war. Ich spürte ihren warmen Atem und die weichen Lippen. Nach etwa einer halben Stunde war der Zauber vorbei – ein Gewitter zog auf. Dunkle Wolken schwebten bedrohlich über uns und ein starker Wind zerzauste die Baumwipfel. Ich beschloss zurückzureiten, ehe wir nass wurden. Wir tölteten den meisten Weg, was ein ausgezeichnetes Training für Ale und ein Spass für mich war. Wir schafften es sogar, vor dem Regen zurück zu sein. Zuhause kam uns Jonas entgegen. „Da bist du ja! Kaum warst du weg ist ein Transporter angekommen. Hans hat Liuski… ähh, Liauski, ich meine Lio…“ „Schon gut, ich weiss wen du meinst.“, lachte ich, und brachte Ale in den Stall. Anschliessend zeigte mir Jonas, in welche Box sie den Hengst gebracht hatten. Es war zum Glück die Richtige gewesen. Der Isländer sah mir mit grossen, aufmerksamen Augen entgegen. Er war bildschön mit seinen Flecken, die grau mit deutlich verzweigten Dapples waren. Nur hinten, ab der Flanke hatte er plötzlich keine mehr dieser Flecken. Dort war das Fell einheitlich dunkel und lediglich mit Stichelhaaren bestückt. „Er sieht wirklich einzigartig aus.“, bemerkte Jonas schwärmerisch. Ich nickte sprachlos und blieb noch einige Augenblicke bei ihm, bis Lisa wieder angebraust kam. „Occuuu! Wir haben die Katze gefunden!“ Ich erriet im Stillen, dass sie den ganzen Tag damit beschäftigt gewesen war, anstatt den anderen zu helfen. Ich unterdrückte ein Kopfschütteln und versuchte, interessiert zu klingen. „Wo war sie denn?“ „Auf der Strasse… Sie ist tot.“ Nun war ich doch überrascht und betroffen, denn der Pflegerin schien diese Geschichte sehr aufs Gemüt zu schlagen. Die sonst so übliche Lebensfreude war einem traurigen Blick gewichen, der mich betreten zu Boden sehen liess. „Und was jetzt?“, fragte ich langsam, die Antwort bereits wissend. „Wir müssen die kleinen aufziehen!“ Ich nickte widerwillig und erlaubte ihr, neben der Arbeit ab und zu die kleinen zu füttern. Dann verliess ich die Box und lief nochmal zu Ale, um ihr eine Abschwitzdecke anzuziehen. Wir waren immerhin den ganzen Rückweg zackig unterwegs gewesen und so hatte sie ein wenig warm bekommen. Als sie schliesslich glücklich und bestens versorgt an ihrem Stroh knabberte, lief ich zum Haus und genoss eine Eis-Tee-Wasserglace. Während es draussen hagelte. So geht das!


      Having troubles or what?

      Die ganze letzte Woche über war wundervolles, aber verdammt heisses Wetter gewesen. Die Sonne strahlte auch an diesem Morgen unbarmherzig auf den rissigen Boden, als hätte sie es sich zum Ziel gemacht, auch das letzte Tröpfchen Wasser zu verdunsten. Besorgt betrachtete ich meine Topfpflanze auf dem Fenstersims, die einst saftig grün gewesen war – jedoch beruhte ihr jetziges Aussehen mehr auf meiner Faulheit als auf der Witterung. Ich seufzte leise und hüpfte die Stufen hinab in die Küche. Dort machte ich mir schnell noch ein Sandwich, ehe ich in die schwüle Mittagsluft trat. Ich beobachtete belustigt Rosie, die absichtlich von Schatten zu Schatten eilte, um ihre empfindliche Haut zu schützen. Ich musste selbst auch immer aufpassen, dass ich nicht zu einem tomatenähnlichen Etwas wurde. Ich betrat den Nebenstall, der zum Glück einigermassen kühl war und kontrollierte die Arbeit der Pfleger. Moon, Lila, Álaedis, Noir, Halluzination, Horror, Ljóski, Herkir, Bandit, Numair, Dod, Dancer und Pilot hatten allesamt duftend frisches Stroh und einen ordentlichen Haufen Heu in der Box, den sie sichtlich genossen. Ajith und Quinn hatten wie immer gute Arbeit geleistet. Ich erwischte sie dabei, wie sie im Schatten hinter dem Nebenstall ein Schokoeis genossen und gönnte es ihnen von ganzem Herzen. Ich schlich mich schnell wieder davon um sie nicht zu stören und machte mich daran, das Putzzeug von Hallu zu holen. Die hübsche Stute sah mich vorwurfsvoll an als sie bemerkte, dass ich kein Leckerli dabei hatte. Ich führte sie dennoch nach draussen um sie unter dem Dach des Nebenstalls an den Holzbalken anzubinden. Heute schien die launische Gesellin gut gelaunt, jedenfalls hob sie brav alle Hufe und war auch nicht so kitzlig wie sonst. Als Jacky angebraust kam und zwischen ihren Beinen hindurchwuselte legte sie trotzdem ein wenig die Ohren platt. Ich liess Jacky in sicherer Distanz Platz machen und hielt Ausschau nach Jack, der vom Einkaufen zurück sein musste wenn die Hündin auch wieder hier war. Tatsächlich sah ich ihn gerade noch durch die Haustür schlüpfen. Etwas enttäuscht, dass er mich nicht begrüsst hatte bürstete ich kräftig weiter. Er musste mich sicherlich gesehen haben, vielleicht kam er ja gleich wieder raus. Ich glättete Hallus Fell mit einem Lammfellhandschuh bis sie richtig schön schimmerte und holte eine Schere um die Mähne wieder ein wenig zu stutzen. Schliesslich sah sie wie ein Showpferd herausgeputzt aus und hatte den linken Hinterhuf entspannt aufgestützt. Einen leichten Schrumpelmund machte sie allerdings trotzdem noch. Das war der standard Ausdruck der Stute, egal ob zufrieden oder nicht. Ihr Beinabzeichen vorne leuchtete richtig im grellen Sonnenlicht und auch der Stern der ihre Stirn zierte wirkte noch weisser als sonst. Ich löste den schwarzen Führstrick und brachte Hallu zurück in ihre Box. Als nächstes war Noir dran, zum Arbeiten war es allerdings immer noch zu heiss. Also beschloss ich, mir ihr zum Fluss zu gehen und einen Badeausflug zu machen. Rasch hatte ich auch Lisa und Rosie mit der Idee angesteckt; Sie rannten begeistert in die Sattelkammer um ihre Badesachen zu holen (auch ich ging mich kurz umziehen), sattelten Herkir und Ljóski und folgten mir nach draussen. Die Sättel brauchten wir nicht nasszumachen, da waren wir uns einig, also schwangen wir uns im Bikini auf den blanken Pferderücken. Ich liebte es, barfuss zu reiten, denn so spürte ich Noirs weiche Fell an meinen Zehen kitzeln. Ich hielt mich etwas an ihrer dichten Mähne als wir das Ufer hinunter ritten und sie sich einen Schritt nach dem anderen ins Wasser vorarbeitete. Sie scharrte und stampfte im Wasser, sodass ich froh war, den Bikini anzuhaben. Ich trieb Noir weiter rein, Ljóski hinterher. Herkir und Lisa folgten uns nur langsam. Lisa hatte noch etwas Mühe mit dem jungen Hengst, denn er wurde erst eingeritten und kannte viele Hilfen noch gar nicht wirklich. Auch Loki war frisch eingeritten, aber immerhin schon etwas länger unter dem Sattel. Schliesslich waren wir so weit drin, dass Noir schwimmen musste. Ich klammerte mich an die nasse Mähne und achtete darauf, ihr nicht in den Weg zu kommen. Es lief alles glatt und wir genossen den Ausflug richtig.

      Als wir auf dem Rückweg waren, ertönte plötzlich ein lautes Knattern über unseren Köpfen. Erschrocken beobachteten wir ein kleines Motorflugzeug, welches bedrohlich tief über den Hof hinweg brauste und nur knapp die Tannen beim Hofeingang verfehlte. Noir scheute augenblicklich und stieg kerzengerade in die Höhe als ich sie zurückhalten wollte. Ich klammerte mich verzweifelt an den panisch hochgerissenen Hals und versuchte, mich oben zu halten. Es gelang mir knapp, ich hätte keine Sekunde länger genügend Kraft gehabt, als sie endlich einigermassen ruhig stand. Rosie, Lisa und ich wechselten kurz einen Blick um uns zu vergewissern, dass alle noch unversehrt oben sassen. Dann vergass ich das eben geschehene und galoppierte mit den anderen sofort zum Nebenstall, wo wir unsere Pferde anbanden und in Richtung Parkplatz rannten. Jack, Jonas, Ajith und Quinn standen bereits völlig entgeistert da und warteten auf uns, Quinn hatte das Mopho noch in der Hand da sie bereits die Ambulanz gerufen hatte. Gemeinsam liefen wir auf der Strasse in Richtung Westen und sahen schon von weitem die unheilverheissende, schwarze Rauchsäule aufsteigen. Das Flugzeug war auf einem der grossen Felder abgestürzt und schien zu brennen, jedenfalls sah man hin und wieder eine leuchtende Stichflamme auflodern. Gerade als ich auf das Feld abbiegen wollte um dabei zu helfen, den Piloten vielleicht noch zu retten, hielt mich Jack grob zurück und die Gruppe machte auf sein rufen hin Halt. „Ihr bleibt hier, das ist viel zu gefährlich! Jonas und ich gehen alleine nachsehen und ihr lauft der Ambulanz entgegen und zeigt ihnen den Weg!“ Zu gefählich, pha! Ich war augenblicklich sauer und wollte seine Anweisungen schon ignorieren, doch dann fiel mir ein, dass ich so die Rettung eher behindern würde. Ich wandte mich schnaubend ab und lief die Strasse weiter entlang um den Krankenwagen an der Kreuzung zu empfangen. Während ich wartete, sah ich nervös zum Flugzeugwrack und betete, dass den beiden nichts passierte. Ich sah, wie Jonas verzweifelt um das Wrack herumrannte und nach einem Zugang suchte, während Jack geradewegs auf das Cockpit zusteuerte. Plötzlich zerriss ein Ohrenbetäubender Knall das leise Knistern und Zischen in der Ferne und Flugzeugteile wurden in einer orangen Glutwolke quer über die Wiese geschleudert. Entsetzt schrie ich auf und rannte so schnell wie meine Beine mich trugen durch das hohe Gras. „JACK!! JONAS!!!“ Auch Ajith hatte sich von den anderen losgelöst und ignorierte die Rufe, die ihn zurückhalten wollten. Eine weitere kleine Explosion erfolgte, nicht so stark wie die erste aber stark genug, um mich und Ajith zur Vorsicht zu zwingen. Wir näherten uns nun langsamer und hielten Ausschau nach den beiden Rettern. Grauenvolle Szenen spielten sich in meinem Kopf ab, eine blutrünstiger als die andere. Ich hatte die Hände vor Aufregung zu Fäusten geballt und suchte das versengte Gras nach irgendeinem Menschlichen Zeichen ab. Bitte lass ihn leben! Lass beide leben! Endlich bog ich um das Heck des ehemaligen Motorflugzeugs und entdeckte einen Kopf mit krausen, dunklen Haaren zwischen den Trümmern. Ich zögerte einen Moment, angstvoll, dass noch etwas im inneren des Wracks explodieren könnte, und rannte dann zu dem am Boden liegenden Körper. „Jonas!“, wimmerte ich beinahe schon und untersuchte ihn rasch auf ein Lebenszeichen. Als er seinen Namen hörte, stöhnte er und drehte mir den Kopf zu. Ich schloss einen Moment erleichtert die Augen und riss sie im nächsten wieder auf um konzentriert zu bleiben und ihn nach lebensgefährlichen Wunden abzusuchen. Die Zeit drängte – immerhin waren wir mitten in der Gefahrenzone. Bis auf ein paar üble Verbrennungen am Oberkörper konnte ich nichts entdecken, weshalb ich mich sogleich daran machte, ihn über die Wiese weg vom Wrack zu schleifen. Er versuchte, sich aufzurappeln und mir zu helfen, doch ich gebot ihm ruhig zu liegen, das würde mir schon Hilfe genug sein. Als wir in sicherer Distanz waren, liess ich ihn, so weh es mir tat, alleine zurück und rannte nochmals zum Wrack um Ajith zu helfen. „Have you found him!?“ er schüttelte verzweifelt den Kopf. Fieberhaft durchkämmte ich auf einen Gedankenblitz hin das umliegende Gras. Er konnte durch die Wucht der Explosion auch weggeschleudert worden sein. Tatsächlich entdeckte ich kurz darauf ein Bein – doch daran hing kein Körper. Entgeistert starrte ich es an und begann noch stärker zu zittern, bis mir auffiel, dass ich die verkohlte Hose nicht erkannte. „This is not Jack!“, rief ich voller Hoffnung zu Ajith, der neben mich gestürmt war. Es musste der Pilot sein. Der arme Kerl, dachte ich verbittert, und riss mich los um weiterzusuchen. Plötzlich schrie mir Ajith von der Rückseite des Flugzeugs zu. Ich stolperte zu ihm und kniete mich neben den leblosen Körper meines Mannes. Ajiths Gesichtsausdruck verdüsterte sich schlagartig, als er den Puls von Jack prüfte. Mir stockte der Atem. Das kann nicht sein… Das darf nicht sein!

      To be continued…
    • Occulta
      Eddi
      Besuch bei medy

      Momentan ging es im Joelle-Tal drunter und drüber, und das eher zum Leid vieler. Ich befand mehr oder weniger mitten in dem Chaos drin und wurde wie ein Ball hin und her geworfen. In einer freien Minute machte ich mich dennoch auf den Weg zu medy. Ich hatte leider nicht viel Zeit, aber für einen kleinen Plausch reichte es immer. „Oh, ich muss heute noch so viel machen und heute Abend ist eine Familienfeier!“, stöhnte medy und wirkte plötzlich ziemlich müde und geschafft. Dementsprechend bot ich ihr direkt meine Hilfe an. Lächelnd dankte medy mir und gemeinsam machten wir uns auf dem Weg zum Stall. Dort war erst einmal Shetlandponys betüddeln angesagt. Ich fand diese kleinen flauschigen Knäule ja absolut liebenswert und besonders My Hope Nymeria hatte es mir sofort angetan. Wir holten sie und Lady Gina von der Weide, um beide Stuten ordentlich zu putzen und dann eine kleine Runde spazieren zu gehen. Dabei nahmen wir auch den kleinen Zwerg Songbird mit, der fröhlich neben uns her hopste und das frühlingshafte Wetter genoss. Nach den Stuten waren die Hengste Avero und Erutan Wishes an der Reihe. Auch die beiden putzten wir und gingen dann eine Runde in die Halle, um ein wenig Bodenarbeit zu machen. Es war äußerst witzig, mit zwei Hengsten gleichzeitig zu arbeiten! Nachdem die Zwerge wieder wohlbehalten auf ihrer Weide standen, durfte ich einen von medys Isländern reiten. Anfangs hatte ich ja eine regelrechte Abneigung gegen diese Rasse gehabt, aber seitdem ich selbst Besitzerin einer solchen Stute war, vergötterte ich die Isländer! Ich durfte die Stute Álædis reiten, während medy auf Uhrzeigersinn ritt und Högni als Handpferd nahm. Und so machten wir einen schönen Ausritt durch die herrliche Umgebung rund um medys Hof. Wieder da versorgten wir die drei Isländer und hatten es auch bald geschafft. „Wer nun?“, fragte ich grinsend und medy warf mir fröhlich ein Halfter zu. Bei der Größe und Masse von Barrymore's Holy Boy und Edward's Dusk till Dawn war ich erst einmal sprachlos, aber die beiden Zossen waren wirklich lieb. Wir putzten sie und ritten dann etwa eine Stunde in der Halle und dabei durfte ich die ungemeine Bequemlichkeit von Edward kennenlernen. Fünf Ponys wollten wir nun nur noch machen. Nilfhel's Kind longierte medy, während ich mit dem kleinen Little Rocketti ein wenig Bodenarbeit machte. Dann schnappten wir uns Windy Shelty, Kleiner Moritz und Wild One und gingen noch eine größere Runde ins Gelände, natürlich zu Fuß! Als wir wieder da waren, wurde es auch schon Zeit die Pferde in den Stall zu bringen und zu füttern. Dann neigte sich die Sonne auch allmählich dem Horizont zu, aber medy und ich hatten eine Stunde rausgeholt! Und so hatte medy nun noch genug Zeit sich fertig zu machen und zur Feier zu fahren.
      24 März 2015

      BellaS
      Notfallpflege für Medy's Isis

      Mit Schrecken hatte ich die Nachicht vernommen, dass Medy's Isländer momentan ohne Zuwendung auf dem Hof hausen. Dementsprechend machte ich mich schläunigst auf den Weg, denn schnell mal drei Isländer zu reiten weil ihre Besitzerin vorübergehen außer Haus war, war doch nun wirklich kein Problem. Auf dem Hof angekommen, fand ich mich schnell zurecht. Die besagten Isländer standen zu dritt auf einer recht abgegrasten Weide. Ich suchte und fand einen Ballen Heu, von dem ich mittels einer Schubkarre reichlich bei den Pferden aufhäufte. Frisches Wasser gab es zum Glück genug. Da ich nicht wusste, in wie weit die Pferde bereits verwildert waren, suchte ich mir ein Halfter und einen Strick. Ich begann mit Högni und säuberte den Hengst gründlich, dann führte ich ihn auf einen Reitplatz und machte ein bisschen Bodenarbeit mit ihm. Auch Uhrzeigersinn, einem hübschen Rappschecken und Álædis, einer niedlichen Stute ließ ich diese Behandlung angedeihen. Schließlich standen nach einem arbeitsreichen Tag, drei gepflegte Isländer wieder auf ihrer Weide.
      (Ich hoffe, du hast nichts dagegen)
      5 Sep. 2015

      Occulta
      Viele viele bunte…

      „Occu, Blütenzauber bekommt ihr Fohlen!“, rief Lisa mir vom Hauptstall entgegen. Ich hastete dorthin um nach dem Rechten zu sehen. Im selben Moment rief Lily hysterisch vom Nebenstall: „Ich glaube Skydive hat gehustet, Tante Occu! Komm schau ob er krank ist!“ So ging das nun schon seit Wochen; ein Fohlen nach dem anderen kam zur Welt. Naja, eigentlich war ja auch absichtlich geplant gewesen, dass die Fohlen fast alle März kommen sollten. Ich rollte die Augen und drehte um. Ich wusste schliesslich genau, dass mir meine kleine Nichte keine Ruhe lassen würde, bis ich mich um ‚ihr‘ Fohlen kümmerte. Wie erwartet hatte sich Skydive aber nur beim Trinken verschluckt, sonst fehlte ihm absolut nichts. Das Hengstchen war kräftig und verspielt, und manchmal überlegte ich skeptisch, ob er nicht schon fast etwas zu moppelig war. Als Lily mich endlich gehen liess, lag Blütenzaubers Fohlen schon als feuchtes Bündel neben ihr im frischen Stroh. Ich betrachtete die beiden liebevoll und versuchte zu erkennen, welches Geschlecht das Tierchen hatte. „Eine Stute!“ Über einen Namen würde ich mir später Gedanken machen. Das Fohlen war das erste von Spot und dementsprechend neugierig war ich auf seine Qualitäten. Ich sah ein paar Boxen weiter nach Caprice und ihrem wolligen braunen Hengstchen, das Gestern in der Frühe geboren worden war. Die Fuchsstute war entspannt und kümmerte sich liebevoll um ihr Erstgeborenes. Sogar noch besser war es vor zwei Wochen mit Pointless gelaufen. Das gepunktete Monster hatte uns alle überrascht und sich als hervorragende Mutter entpuppt. Ausserdem war ihr Fohlen eine unglaublich hübsche, dominant weisse Stute mit ganz feinen, braunen Fleckchen auf dem ganzen Körper. An der Schnauze und um die Augen hatte sie ebenfalls dunkle Flächen, die aufgrund des dort feineren, weissen Fells noch etwas deutlicher zu sehen waren. Auch sie hatte noch keinen Namen, aber ich spielte mit der Idee ‚A Winter’s Tale‘. Ausserdem hatte ich bereits beschlossen, sie definitiv zu behalten, denn ich war neugierig, wie sie sich entwickeln würde. Ich wusste noch nicht genau, welche Fohlen dieses Jahrgangs wir sonst noch zur Ausbildung hier behalten würden; das wollte ich in den kommenden Tagen zusammen mit Oliver bestimmen. Ausser den drei bereits erwähnten Babys hatten noch ein Welsh von Noir, ein Mini von Alu und ein Criollo Fohlen von Gini das Licht der Welt erblickt. Ja, nun war der Frühling definitiv gekommen. Ich freute mich schon auf die letzten Geburten, die noch bevorstanden. Bei Indiana und Islah konnte es jetzt auch jeden Tag so weit sein. Doch nicht nur solch junge Neuankömmlinge hatten wir in letzter Zeit begrüssen dürfen; auch sonst hatte sich viel verändert. Zum Beispiel stand nun in Box Nummer 14 der wunderschöne Fajir El Assuad, ein knapp sechsjähriger Halbbruder von Kaythara. Ich erhoffte mir, ihn später erfolgreich als Zuchthengst einsetzen zu können, denn seine Abstammung war ausgezeichnet. Der einzige Haken daran war, dass er sozusagen keine Rennleistung hatte. Er war früh aus den Rennen zurückgezogen und stattdessen in Dressur oder Springreiten trainiert worden, sodass ich nicht mit Sicherheit sagen konnte, wie gut seine Nachkommen auf der Bahn sein würden. Vom Körperbau her schien er aber alle Voraussetzungen für einen guten Galopper zu erfüllen. Ausser Fajir waren noch Shattered Glass, eine Paint Horse Stute, und Dante, ein Holsteinerhengst übergangsweise hier. Ich hatte die Beiden von einem Rettungshof übernommen und bereits neue Besitzer gefunden, doch solange der Papierkrieg um die Ausfuhr noch andauerte, blieben sie hier. Auch Álaedis hatte den Weg zurück nach Pineforest Stable gefunden: ich hatte die Stute zurückgekauft, weil sie vernachlässigt worden war. Nun überlegte ich, ob ich sie vielleicht als zukünftige Zuchtstute behalten wollte, doch es hatten sich auch für sie schon wieder Interessenten gemeldet, also würde ich sie wohl weiterziehen lassen. Der letzte Neuling, der heute ankommen sollte, war ein prächtiger Andalusierhengst, den ich im Frühsommer zusammen mit den meisten Fohlen dieses Jahrgangs versteigern wollte. Ich hatte ihn ebenfalls von einem Schutzhof freigekauft und wollte ihn nun aufpäppeln. Er war laut den Tierschützern in Spanien bereits Gekört worden und hörte auf den Namen Negresco. Seine Ankunft war für fünf Uhr geplant, also hatte ich noch etwas Zeit, mich um die Minis zu kümmern.
      Es war drei Uhr, die Sonne schien und die Vögel wollten gar nicht mehr ihren Schnabel halten. Ich schlenderte Barfuss und mit hochgekrempelten Hosen durch das saftige Gras am Wegrand zu den Weiden. Nur im Schatten der Tannen war es noch etwas zu kalt, sodass ich leichte Gänsehaut bekam. Ich hüpfte über den Schotterweg zum Weidetor und betrat das Reich der Stuten. Meine Hornhaut ist auch nicht mehr das, was sie mal war, stellte ich angesichts meiner nun etwas schmerzenden Füsse fest. Aber das wird sich bald wieder ändern. Chip, Daki und Allegra kamen angetrabt, die restlichen glotzten mich nur von weitem an, weil sie genau wussten, dass es nicht Futterzeit war. Ich wich Dakis Hufen geschickt aus, als sie mir fast auf die Füsse trampelte, mit dem Resultat, dass ich fast über Allegra stolperte. Der winzige Fellball versteckte sich erschrocken hinter ihrer Mutter, nachdem sie mir einen warnenden Tritt verpasst hatte. Na zum Glück ist sie noch so klein und schwächlich, dachte ich augenrollend, und rieb mir die Wade wo sie mich getroffen hatte. Ich konnte ihr aber nicht wirklich böse sein, weil es ja meine Schuld gewesen war. „Stupid humans shouldn’t come here barefoot, right?“, rief ich lachend. „That’s probably right“, rief eine Stimme hinter mir zurück. Lewis stand mit der Mistgabel beim Offenstall; ich hatte ihn zuvor gar nicht bemerkt. Er grinste und machte sich wieder an die Arbeit. Ich lief zu den restlichen Stuten, die in der Nähe der Bäume grasten. Alu und ihr kleines Anhängsel wurden von Papillon beschützt, die sehr Herdenorientiert war und sich anscheinend dazu verpflichtet fühlte. Ich machte mir aber ein wenig Sorgen, dass Papillon das Kleine vielleicht stehlen könnte. Daher bat ich Lewis später ‚to keep a close eye‘ was die beiden anging. Bei den Minis musste nur noch Rapunzel abfohlen. Sie war ein richtiges Fass auf zwei Beinen und ich fragte mich, wie lange sie noch brauchen würde. Eigentlich war der errechnete Termin schon vor über einer Woche gewesen. Andererseits hatte die Stute bei ihrem letzten Fohlen auch etwas länger gebraucht, und am Ende war trotzdem alles gut gegangen. Wo wir schon vom Teufelchen sprachen - Kicks-a-Lot und Tigrotto lieferten sich gerade dem Zaun entlang ein Wettrennen, mit anschliessendem Gerangel. Tic-Tac sah ihnen bloss verschlafen zu, denn sie lag zusammen mit Lady und Rose im Schatten. Ein wenig Training würde ihnen wiedermal guttun, beschloss ich bei Kiwis pummeligem Anblick. Ich hatte in letzter Zeit mehr mit den ausgewachsenen Minis trainiert und die Halbstarken etwas vernachlässigt. Dafür war Lady Diva was das Country Pleasure Fahren betraf nun in die höchste Turnierklasse aufgestiegen.
      Bevor ich wieder zum Nebenstall schlenderte, sah ich kurz bei den Hengstchen rein. Die Langweiler dösten alle im Offenstall, anstatt das tolle Wetter draussen zu geniessen. Ich ging nicht näher heran, um Arco, Caress und Caillean nicht zu stören. In einer Ecke des Stalls lag Becks, den ich vor ein paar Tagen gekauft hatte. Er brachte frisches Blut in meine Zucht und war bereits ein erfahrenes Showpferd. Rapunzel hatte sogar schon einmal Bekanntschaft mit ihm gemacht – das Fohlen von den beiden war damals aber an einer Krankheit gestorben. Immer noch barfuss begab ich mich zu Dreams Box, weil ich Lily suchte. Doch sie war ausnahmsweise nicht hier. Erstaunt sah ich mich um und rief nach den Hunden, die jeweils auch ein gutes Indiz für den Aufenthaltsort meiner Nichte waren. Sheela und Zira kamen hinter der Halle hervorgeschossen, Jacky folgte ihnen humpelnd. Sie war letztens ziemlich übel gestolpert und hatte sich die Pfote dabei verstaucht; nichts Ernstes, aber es würde noch ein/zwei Wochen dauern, bis sie wieder ganz normal lief. Ich lobte die drei für ihr rasches Auftauchen und lief dann, von ihnen verfolgt, auf dem Schotterweg zur Ovalbahn. In der Ferne sah ich Ajith und Quinn beim Osteingang zum Hof stehen. „What’s going on?“, fragte ich, sobald ich bei ihnen war. „Muskat broke free from Charly, when he was trying to get him and Cantastor back to the barn. At first he was able to hold back Canto, but then he fell and Canto got away too. They both ran in this direction; Lily and Charly are following them. We’re standing here in case they manage to chase them back.” Ich entgegnete wütend: “What was he thinking by taking them both at once? He must have known It’s springtime and the horses are all very jumpy!” Ajith zuckte mit den Schultern und Quinn schüttelte den Kopf. Ich nahm Quinn mit zum Nordstall, wo wir Calico und Dod sattelten, um die Ausbrecher einfangen zu gehen. Ich konnte nicht gut mit einem Lasso umgehen, weshalb ich darauf hoffte, nahe genug an die beiden heranzukommen, um die Führstricke zu fassen, die noch immer an den Halftern hängen mussten. Quinn und ich ritten an Ajith vorbei raus und trabten schon nach einer kurzen Einwärmzeit an, um die Verfolgung aufzunehmen. Zunächst mussten wir Charly und Lily finden. Nach langem Rufen begegneten wir ihnen weiter oben am Flussufer. „Where are they?“, fragte ich hoffnungsvoll. „We last saw them somewhere over there, but they’re hidden behind the bushes now.“ Charly deutete zu den Büschen weiter oben. Wir teilten uns auf und ritten, beziehungsweise liefen um das Gebiet herum, sodass wir die Pferde von Norden her einfangen konnten. Mit dieser Strategie wollte ich verhindern, dass sie noch weiter weg liefen. Vorsichtig streiften wir an den Büschen vorbei, bis ich Cantastor entdeckte. Der Dunkelbraune sah mich und Dod mit gespitzten Ohren an. Er blieb zum Glück ruhig stehen, sodass ich mich nähern konnte und sein Seil zu fassen bekam. Ich lobte ihn erleichtert und band sein Seil am Sattelhorn fest. Dann trabte ich weiter auf der Suche nach Muskat. Die anderen hatten ihn inzwischen aufgespürt und umkreisten ihn, doch er suchte bereits nach einer Lücke zum entwischen. Als Quinn auf ihn zuritt, drehte er ab und bretterte mit Fahnenschweif in Richtung Pineforest Stable zurück. Canto tänzelte etwas und rief seinem Kumpel lautstark, versuchte aber nicht, sich wieder loszureissen. Ich befahl Charly, sich auf Cantos Rücken zu schwingen und an der Mähne zu halten, während die kleine Lily bei Quinn vorne mit aufstieg. Wir trieben Muskat in die Richtige Richtung, sodass Ajith einen entscheidenden Versuch hatte, ihn zu fassen zu bekommen. Der dunkelhäutige Pfleger warf die Arme hoch und liess Muskat abbremsen, dann schnappte er sich zielsicher den Strick des Hengstes. Wir jubelten ihm zu brachten dann die beiden Vollblüter gemeinsam zurück zum Hauptstall. Quinn meinte lachend zu Ajith: „That was not bad, he had no chance!“ Er winkte ab, grinste aber übers ganze Gesicht. Charly hatte seine Lektion gelernt und versprach, in Zukunft zumindest die Hengste einzeln zu führen. Kurz darauf kam Negresco an und wurde von Jonas in seine vorläufige Box im Nordstall gebracht. Der Braune hatte einen wunderschönen Kopf und ich konnte mich nur schwer davon abhalten, mit dem Gedanken zu spielen, ihn hier zu behalten.
      Am Abend sassen wir alle auf Gartenstühlen und Bänken unter den drei Bäumen zwischen dem Pflegerheim und dem Haupthaus. Nur Elliot, Lisa und Oliver waren noch unterwegs, um ausserhalb von Pineforest Stable Reitstunden zu geben. Es gab Tee und Kekse, was nach dem langen Arbeitstag eine verdiente Wohltat war. Wir überlegten uns Namen für die Fohlen, war gar nicht so leicht war. Sie mussten nicht nur gut klingen, sondern auch zu den Namen der Eltern passen und später von den Sprechern bei Rennen oder Turnieren gut genannt werden können. Für Pointless‘ Fohlen setzte sich ‚A Winter’s Tale‘ durch, denn uns fiel ausser ‚Surely no Spots‘ und ‚Snowbutt‘ nichts mehr ein (Lewis machte einen Schmollmund, als ‚Snowbutt‘ einstimmig abgelehnt wurde). Blütes Fohlen wurde dank Rosie vorläufig ‚Savory Blossom‘ genannt. ‚Gamble Away‘ wurde es für Mikkes Fohlen. Das kleine Welsh-Tier nannte ich ‚Daydream of Money‘, als Anspielung auf Noir’s französischen Namen. Ginis Fohlen hiess fortan ‚Dreams of Revenge‘ und das Mini-Fohlen von Alu ‚Arctic Alinghi‘. Bei der anschliessenden Stallkontrolle entdeckten wir ausserdem, dass bei Indiana die Wehen eingesetzt hatten. Die Geburt verlief Problemlos und ohne unser Eingreifen. So stand eine Stunde später auch Spots zweites Fohlen, ‚Stop Making Sense‘, zum ersten Mal auf wackeligen Beinen. Ich mochte dieses Kerlchen schon jetzt ganz besonders, weil es fast dieselben wilden Sprenkel wie sein Vater trug. Ausserdem hatte es einen Bildschönen Kopf.
      19 Apr. 2016
    • Occulta
      "Guten Tag, ich hoffe sie haben gut hergefunden?", fragte ich die junge deutschsprechende Frau, die mir eifrig die Hand schüttelte. "Ja sicher doch, Pineforest ist ja kaum zu übersehen. Ich bin froh, dass ich Alaedis nun hier unterbringen kann - der alte Stall hatte keine Halle, geschweige denn eine Ovalbahn..." "Die Box ist schon vorbereitet, soll ich beim Ausladen helfen?" "Gerne." Ich öffnete die Klappe, während die Besitzerin ihre Isistute losband. Alaedis schien einen Moment zu brauchen, um zu merken wo sie gelandet war. Doch nach wenigen Augenblicken stiess sie ein lautes Wiehern aus und bekam eine Antwort aus dem Nordstall, vermutlich von Loki. Die beiden mussten sich noch kennen von früher, denn Loki war damals nicht lange nach Ale angekommen. Ich schmunzelte und wir brachten die Stute in ihre neue Box in ihrem alten Zuhause.
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    Gnadenweide
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    Occulta
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    6 Okt. 2016
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    Rufname: Ale
    Geburtstag: 01.05.
    Alter: 14 Jahre
    Stockmaß: 1,35 m
    Rasse: Isländer
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Fuchsschecke
    Abzeichen: Scheckungsbedingt an Kopf und Beinen
    Gesundheit: sehr gut


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    Lieb, umgänglich, anfängertauglich


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    Álædis ist eine ruhige, gelasse Stute die sich nur selten erschreckt. Zu Kindern ist sie lieb und im Umgang brav. Sie ist einfach zu reiten und besonders im Reitschulbetrieb gut. Die Schüler lieben Álædis. Die Stute fängt aber auf der Weide öfters Streit an. Doch stark ist sie nicht.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: E
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: E
    Gangreiten: E

    Eignung: Gangreiten, Freizeit
    Eingeritten: Ja


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