Auf einem Auge blind - wieviel geht noch?
#1
Geschrieben 28 February 2010 - 07:34 PM
Es gibt bei uns am Reitstall ein 5-jährige Stute - sie wird i-mom noch (eher halbherzig) angeritten und hat noch nicht viele Erfahrungen. Jetzt hat sich rausgestellt, dass sie auf einem Auge so gut wie blind ist. Das Auge wird noch behandlet, aber richtig sehen wird sie wohl nie wieder (vielleicht noch hell-dunkel und Bewegungen, aber mehr nicht).
Wie sehr ist das eine Beeinträchtigung für sie? Da sie noch relativ jung ist, denke ich, wird sie sich dran gewöhnen. Aber da das Pferd ja bekanntlich ein Fluchtier ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass es 'nicht so schlimm' ist. Was könnte das für Auswirkungen beim Reiten haben?
Beim Longieren ist meine Sorge, dass sie, wenn sie mit dem blinden Auge zur Mitte ist und sich erschreckt, mich evtl über den Haufen rennt - weil sie mich nicht sieht. Muss man sie noch mehr auf Stimmkommandos trainieren? Mir ist schon aufgefallen, dass sie gerne mal beim longieren 'hereinkommt' weil sie die Mitte nicht sieht. Kann man einem Pferd beibringen auf Stimme nach außen zu gehen und da zu bleiben (und wie macht man das)? Springen wird sicher auch schwierig (von wegen Abstände einschätzen)? Erschrecken sich 'halbblinde' Pferde öfter, als 'nicht-blinde', weil plötzlich etwas in ihrem Blickfeld auftaucht? Wie viel darf ich ihr beim Reiten durchgehen lassen? Weil einerseits soll sie sich umgucken dürfen (weil ihr eben das halbe Blickfeld fehlt) andererseits soll sie schon vorran gehen, auch wenn ihr etwas unheimlich ist.
Ich denke, dass es allgemein schwierig werden wird, weil sie nicht wirklich 'eine' Bezugs- und Vertrauensperson hat, was in dieser Situation sicher hilfreich wäre.
Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen in diese Richtung?
lg Youngster
#2
Geschrieben 28 February 2010 - 07:38 PM
#4
Geschrieben 28 February 2010 - 07:53 PM
Dann hatte ich eine RB auf einer komplett (!) blinden Stute. Die sah echt garnix mehr. Ich bin immer mit ihr Ausgeritten und hab viel Dressur gemacht. Sie war fast garnicht schreckhaft und ich hab sofort seeehr viel Vertrauen aufbauen können.
Dieser Beitrag wurde von Witless bearbeitet: 28 February 2010 - 07:53 PM
#5
Geschrieben 28 February 2010 - 07:53 PM
naja beieinträchtig wurde er nicht und er geht noch auf tuniere und ist bei der LVM auch gesprungen
also beeinträchtigt ist er 100pro nicht aber man muss halt darauf achen das man wenn er mit aufm putplatz ist und auf seiner blinden seitesteht das man mehr redet etc. damit er nicht durch ein plötzliches geräusch erschrickt, unterm sattel und in der halle (die bei uns eher ein überdachter round pen ist XD) ist er auch total normal und ruhig auf beiden händen, oft ist es für das pferd leichter halb blindzusein als für die reiter/meschen um das pferd herum

#6
Geschrieben 28 February 2010 - 07:53 PM
Reite auch immer eine Stute,die auf einem Auge blind ist,garkein problem.
Allerdings muss man vorsichtiger in der Box sein,und sie muss einen anfangs auch sehen können,bevor sie jemanden an sich ran lässt.

Arbeite ruhig hart,aber arbeite mit Liebe.
©Stefanie92 von GB
#8
Geschrieben 28 February 2010 - 08:21 PM
#10
Geschrieben 28 February 2010 - 08:26 PM
man muss ja bedenken,das Pferd sieht etwas,nur auf dem einen Auge nicht,und selbst damit sieht es ja noch ein Hinderniss was vor ihm liegt. ^^
Ist ja nicht so,als würde es total orientierungslos herum irren.
Einfach nur anfangs Gewöhnungszeit geben,ist ja auch eine kleine Umstellung.

Arbeite ruhig hart,aber arbeite mit Liebe.
©Stefanie92 von GB
#11
Geschrieben 28 February 2010 - 08:35 PM
Natürlich kommt es auch ein Stück weit auf das Pferd an, denn jedes reagiert unterschiedlich doch bei dem Pferd was ich kannte - welches nur ein Auge besaß, welches dazu auch noch fast blind war - war das alles kein Problem. Wie weit es damit aufgewachsen ist weiß ich jetzt leider gar nciht, da es schon 12 Jahre alt war, als ich ihn kennengelernt habe. Der war so lieb und zutraulich, dass man ihn noch als Pony-reiten-Pferd auf kleinen Festen benutzen konnte, Gelände- und Straßentauglich war der auf total. Also, im Endeffekt wird die Kleine wohl keine nennenswerten Nachteile haben.
Saved by love.
#12
Geschrieben 28 February 2010 - 08:54 PM
Sasii, on 28 February 2010 - 08:26 PM, said:
Auch wenn die Augen vom Pferd sehr seitlich am Kopf liegen, gibt es doch einen Bereich, wo sich die Blickfelder der beiden Augen überschneiden - vor dem Pferd. Also können Pferde direkt vor sich schon dreidimensional sehen. Ich dachte bisher, dass das wichtig fürs Springen ist (um Entfernungen abzuschätzen), was ihr ja jetzt fehlt. Darum hab ich gefragt ^^
#14
Geschrieben 01 March 2010 - 11:57 AM
Ich kenne ein Pferd, welches S (und international) erfolgreich ist und auf einem Auge blind ist
#16
Geschrieben 02 March 2010 - 08:31 PM
Es kann sein, dass du das Pferd völlig "vergessen" kannst, wenn es schreckhaft ist. Damit meine ich im Reit- und vorallem im Tuniersport.
Aber in der Regel sollte das dem Pferd nicht viel ausmachen, vielleicht ist es manchmal irritiert oder so, aber ich denke, man kann trotzdem noch vieles bis alles mit ihr machen.
Das wegen dem Umrennen kann nicht sein. Das Pferd weiss ja, dass du da bist, auch wenn es vollblind ist. Das spüren Pferde, und hören und riechen.
LG

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