Steckbrief: TRAKEHNER

Dieses Thema im Forum "Pferde Steckbriefe" wurde erstellt von danieell, 4 Dez. 2005.

  1. danieell

    danieell Guest

    Aussehen: Zwischen 160 und 170cm groß, gelten die Trakehner als die edelsten deutschen Warmblüter. Ihren Vollblut-Vorfahrenverdanken sie die edlen Köpfe mit den großen Augen und die trokene Textur, die sie drahtig und elegant erscheinen lässt. Trakehner giebt es in allen gängigen Farben und, nachdem sie schon fast verschwunden waren, neuerdings auch wieder Schecken- immer noch selten, aber gerade darum hoch begehrt. Charakter: Trakehner gelten als die sensibelsten und temperamentvollsten unter den Deutschen Reitpferden, dafür aber mit sagenhaften Durchhaltevermögen und viel Intelligenz. Sie sind nicht einfach zu reiten, doch wer mit ihnen umgehn kann, hat in ihnen ein vielseitiges Pferd mit Talent für alle Reitsportdisziplinen.
     
  2. danieell

    danieell Guest


    Der Trakehner


    Als ungeheuer leistungsfähige Gebrauchspferde für alle Zwecke machten einst Vertreter einer Zucht Furore, deren Hoheslied noch heute gesungen wird - die Warmblüter Trakehner Abstammung.
    Pferde wurden in Ostpreußen schon früh gezüchtet. Als 1232 der deutsche Ritterorden in das Land kam und sein gewaltiges Kolonisationswerk begann, brachte er natürlich auch die für seine gepanzerten Reiter erforderlichen Streitrosse mit. Diese leichten bis mittelschweren Kaltblüter deutschen und dänischen Ursprungs vermehrte er dann in zahlreich angelegten Ordensgestüten in Reinzucht. In Ostpreußen gab es neben Wildpferden aber auch eine aus kleinen, flinken und zähen Individuen bestehende bodenständige Rasse, die Schweike, die von den Ureinwohnern, den heidnischen Pruzzen, schon seit eh und je gezüchtet wurde. Damit bestanden in Ostpreußen zwei getrennte Zuchten, deren Vertreter zu jener Zeit auch nicht miteinander gekreuzt wurden. Als die Macht des Ritterordens nach der Schlacht bei Tannenberg 1410 verfiel, ging es auch mit der Pferdezucht nicht mehr recht weiter. Erst dreihundert Jahre später brachte Friedrich Wilhelm I. Ordnung in die preußische Pferdezucht. Er ließ ein Reihe von Krongestüten, die aus der Ritterzeit erhalten geblieben waren, zum staatlichen Stutamt Trakehnen zusammenlegen.
    Trakehnens Belegschaft bestand zunächst aus einem Stamm von 1100 Pferden, der ein für die damaligen Verhältnisse ziemlich beachtliches züchterisches Niveau besaß. 1739 schenkte der König das Stutamt seinem Sohn, dem spätere König Friedrich dem Großen. Dieser hielt die Trakehner zwar für unfromm, gab ihnen als Wagenpferden aber schon deswegen den Vorzug, weil sie den Weg von Potsdam nach Berlin um eine halbe Stunde schneller zurücklegten als die Gespanne anderer Zuchten. Auch Friedrich Wilhelm von Seydlitz, der geniale Kavallerieführer Seiner Majestät, wählte für seinen persönlichen Beritt mehr als einmal Pferde des Königlichen Stutamtes. Obwohl diese Tatsachen der Leistungsfähigkeit der Trakehner das schönste Zeugnis ausstellen, konnte in Ostpreußen von einer klaren Zuchtpolitik allerdings noch nicht die Rede sein.
    In dieser Hinsicht kam es erst ab 1786 zur Wende. Friedrich der Große hatte testamentarisch nicht über das Gestüt verfügt, so dass es nach seinem Tod 1786 in den Besitz der preußischen Krone überging. Nun wurde Trakehnen Hauptgestüt und übernahm damit gleichzeitig seine Rolle als Zentrum und Blutquell der ostpreußischen Landespferdezucht. Ihr zu dienen, war nämlich seine vorrangigste Aufgabe, deren Bedeutung vor allem auch darin lag, dass Ostpreußen bis 1918 der größte Remontenlieferant für die preußische Kavallerie war. Um Trakehnen zu regenerieren, rangierte der Oberlandstallmeister Graf Lindenau zunächst den größten Teil der Hauptbeschäler und fast die Hälfte aller Mutterstuten aus und setzte schließlich als Zuchtziel "fortschreitende Veredelung" fest. Als Folge dieser Direktive deckten in den nächsten Jahrzehnten dann auch eine Reihe von Orientalen und englischen Vollblütern sowie deren Söhne in Trakehnen, wobei vor allem 12 Nachkommen des im Friederich-Wilhelm-Gestüt in Neustadt an der Dosse wirkenden Achal Tekkiners TURK MAIN ATTY zu großen Erfolgen kamen.
    Ab 1787 wurde die siebenzackige Elchschaufel als Brandzeichen eingeführt, mit dem anfangs nur die Vertreter des Reitschlages, ab 1815 aber alle im Hauptgestüt geborenen Pferde auf dem rechten Hinterschenkel gezeichnet wurden.
     
  3. danieell

    danieell Guest

    Ebenfalls 1787 gründete die preußischen Gestütsverwaltung in Ostpreußen das erste, sogenannte Litauischen Landgestüt, das 1840 einen Bestand von 300 Hengsten besaß, die jährlich rund 15000 ausgesuchte bäuerliche Stuten deckten. Zur gleichen Zeit entstanden aber auch mehr als hundert zum Teil große Privatgestüte, die fast duchwegs bis 1944 bestehen blieben. Nach und nach wuchs auf den Weiden Trakehnens dank dem züchterischen Können von Männern wie v. Burgsdorf, v. Schwichow, v. Oettingen und v. Sponeck eine Warmblutrasse heran, die in der Welt einmalig war und sich dem Beschauer in vier farblich unterschiedlichen Gruppen präsentierte, nämlich in der gemischtfarbenen und braunen Herde sowie der Rapp- und der weltberühmten Fuchsherde. Bereits seit 1926 wurden die potentiellen Beschäler hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit, ihres Charakters und Temperamentes in der Hengstprüfungsanstalt Zwion/Georgenburg auf Herz und Nieren geprüft. Das einjährige Training des im Alter von zweieinhalb Jahren dorthin überstellten Hengstnachwuchses endete stets mit einer Abschlußprüfung im Trakehner Gelände. Nachdem im 19. Jahrhundert in der Zuchtrichtung wesentliche Schwankungen kaum stattgefunden hatten, begann am Anfang des 20. Jahrhunderts unter Landstallmeister Burchard von Oettingen die Epoche der rigorosen Veredelung, der nach dem Ersten Weltkrieg die Umstellung auf ein edles, mittelschweres und vielseitig verwendbares Warmblutpferd folgte. Zum großartigen Gelingen beider Vorhaben trug der 1903 für 20000 Goldmark in England gekaufte Vollblüter PERFECTIONIST XX wohl das meiste bei.
     
  4. danieell

    danieell Guest


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    PERFECTIONIST XX - der Sohn des Triple-Crown-Siegers PERSIMMON XX und Enkel des großen ST. SIMON XX stand nur drei Jahre im Deckeinsatz, weil er danach aufgrund eines Beckenbruchs getötet werden mußte. In dieser kurzen Zeit lieferte er aber fast ausschließlich hervorragendes Zuchtmaterial



    Von seinen männlichen Nachkommen wurden 56 zu Beschälern gekört, unter denen sich auch der legendäre, 1905 geborene dunkelbraune TEMPELHUETER befand.TEMPELHUETER - Dieser Hengst ist heute noch das Symbol Trakehnens
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    TEMPELHUETER ist zusammen mit seinem Vater PERFECTIONIST XX und den Hauptbeschäler-Kollegen DAMPFROSS und PYTHAGORAS der bedeutendste Vererber der letzten und großartigsten Epoche des Hauptgestüts.
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    DAMPFROSS
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    PYTHAGORAS


    Im Herbst 1944 mußte Trakehnen vor der anrückenden Roten Armee innerhalb von drei Stunden geräumt werden, wobei mit dem großen Treck nicht nur eine Leistungsprüfung von unvorstellbare Härte, sondern auch der Weg in eine ungewisse Zukunft angetreten wurde. Von 25000 eingetragenen Stuten und 800 gekörten Hengsten erreichten nur knapp 900 die westlichen Teile Deutschlands. Die Weiterzucht war schwierig, gelang aber. Dabei wurde auf die Erhaltung des klassischen Rassetyps besonderer Wert gelegt, der sich infolge der Zuchtentwicklung durch großen Adel auszeichnet.
    1982 waren beim Trakehner Verband Deutschland knapp 4000 Stuten mit dem Elchschaufelbrand registriert. Dieses Stutbuch ist übrigens geschlossen. Der Trakehner wird außer in Deutschland auch in anderen Ländern, wie z.B. in Dänemark, der Schweiz , den USA und in ÖSTERREICH gezüchtet.
     
  5. tix

    tix Neues Mitglied

    Ich finde Trakehner soooooooooooooooooooooo süß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
     

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