Steckbrief: ACHAL - TEKKINGER

Dieses Thema im Forum "Pferde Steckbriefe" wurde erstellt von danieell, 28 Dez. 2005.

  1. danieell

    danieell Guest

    Der Achal-Tekkiner ist ein in den Oasen Turkmenistans lebendes Wüstenpferd. Wie der Iomud, ein verwandter Schlag des Achal-Tekkiners, der in den Gräbern von Pazyryk gefundenen Pferden stark ähnelt, ist auch der Achal-Tekkiner eng mit dem Turkmenen verwandt. Möglicherweise sind Achal-Tekkiner und Turkmene nicht mehr als Varianten einer alten Rasse und leben heute in aneinandergrenzenden Gebieten.
    Die Ursprünge der Achal-Tekkiners sind relativ geheimnisumwittert und deshalb auch nicht völlig zu klären. Schon 1000 Jahre vor Christus waren die in Aschkhabad (noch heute ein Zentrum der Achal-Tekkiner-Zucht) gezüchteten Pferde als Rennpferde berühmt. Etwa 500 Jahre später ritt die baktrische Garde des König Darius von Persien Pferde dieses Typs in Turkmenistan und in den Nachbarländern. Russischen Angaben nach ist der Achal-Tekkiner reinrassig, was aber nur sehr schwer zu beweisen ist.
    Manche sagen gar, die Rasse des Achal-Tekkiner sei ebenso alt wie die der Araber. Ob das nun stimmt oder nicht, eine gewisse Ähnlichkeit der Rasse mit dem Renntyp des Arabers, dem Muniqui, ist durchaus festzustellen. Ebenso stellt sich dann die Frage, ob der Muniqui-Araber die Wüstenpferde aus Turkmenistan beeinflußte oder umgekehrt. Sicher ist jedenfalls, daß es sich beim Achal-Tekkiner um eine einzigartige Pferderasse handelt. Sie sind ebenso ausdauernd wie hitzeunempfindlich ist wie der Araber. Der Achal-Tekkiner kann daher weite Strecken bei nur minimaler Wasserration zurücklegen.
    Nach westlichem Standard betrachtet ist der Achal-Tekkiner nicht perfekt, eine in der Rassebeschreibung durchaus annerkannte Tatsache. Bei seiner durchschnittlichen Größe von 1,57m hat der Achal-Tekkiner sehr oft einen langen Rücken und neigt zudem zu einer gespaltenen Kruppe. Auch die oft von westlichen Reitern geliebten ausgeprägten Unterschenkel kann er nicht aufweisen. Seine Rippen sind relativ flach, aber seine Muskulatur dafür ungewöhnlich gut entwickelt.
    Sein Kopf und der lange Hals tragen zum interessanten Erscheinungsbild des Achal-Tekkiners bei. Seine Haut ist äußerst dünn und das Fell sehr fein, die typische Merkmale eines Wüstenpferdes. Das Fell der Braunen, Füchse oder Falben hat oft einen metallenen Goldschimmer bzw. Kupferschimmer. Ein besonderes Merkmal dieser Rasse (im Westen eher wenig geschätzt) ist die hohe Kopfhaltung über der Reiterhand.
    Rennen sind Tradition bei den Turkmenen. Durch Einkreuzungen von Vollblütern wurden die Rennpferd-Qualitäten des Achal-Tekkiner verbessert, jedoch wurde aber auch seine extreme Hitzeunempfindlichkeit verringert. Diese Zuchtmaßnahmen sind daher wieder geändert worden und die Züchter zu den reinen Linien zurückgekehrt.
    Die Achal-Tekkiner sind sehr bekannt für ihre Ausdauer über weite Strecken unter schwierigen klimatischen Bedingungen, noch mehr als für ihre Rennleistungen. Ein berühmter Ausdauertest fand im Jahre 1935 mit Achal-Tekkinern und Iomud-Pferden statt. Es war ein Ritt von Aschkhabad nach Moskau, die Strecke war 4128km lang, davon 960km durch die Wüste, wo es nahezu kein Wasser gab. Die Pferde mußten die meiste Zeit ohne Wasser auskommen. Nach schon 84 Tagen war der Ritt beendet. Diese Meisterleistung ist bisher nicht wiederholt worden.
    In den Ländern der ehemaligen UdSSR werden Achal-Tekkiner heutzutage für eine Vielzahl von Tuniersportdisziplienen eingesetzt (z.B. Springen, Distanzreiten und Dressur).
    In den letzten Jahren gab es daher immer häufiger Teilnehmer aus den ehemaligen russischen Republiken auf den internationalen Tunierplätzen, obwohl noch kein beständiges Niveau erreicht worden ist. Unausweichlich hatten die Kontakte mit ausländischen Teams und dem reiterlichem Gedankengut hinter dem Eisernen Vorhang großen Einfluß auf die Zucht von Sportpferden. Um auf westlichen Turnieren mit Aussicht auf Erfolg teilnehmen zu können, mußten die Pferde die anerkannten Anforderungen der Prüfungen erfüllen. Daher wird sogar der individuelle Achal-Tekkiner weiterentwickelt, um neue Kriterien zu erfüllen und sich langsam dem Exterieur des europäischen Turnierpferdes anzunähern. Ob dies gut ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.


     

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