Schöne Geschichten^.~

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Rara, 6 Juli 2006.

  1. Rara

    Rara Guest

    Hier könnt ihr alle möglichen Geschichten reinschreiben, die ihr gut findet oder selbst welche erfinden! Ihr könnt die Geschichten dan auch bewerten wenn ihr wollt.;)
     
  2. Salamandra

    Salamandra Guest

    also diese hier finde ich total traurig...
    hab ich aber nicht selbst geschreiben...

    Gegangen, ohne Abschied zu nehmen

    War es ein Tag wie jeder andere? Gleichgültig – und ich muss gestehen, dass meine Erinnerung mich ein wenig im Stich lässt. Die Nacht jedoch wird mir ewig in Erinnerung bleiben:

    War es Fügung, das in jener Nacht mein Handy klingelte und mich aus dem Schlaf erwachen ließ? „Hast du angerufen, Sandra?“ Nein, dass hatte ich nicht und ein Blick zur Uhr bestätigte mir diese Tatsache. 0:30 Uhr in der Nacht und morgen früh wieder zur Schule. Nein, ich hatte sicherlich nicht angerufen, doch warum war Beate noch wach?

    Autogeräusche im Hintergrund und ein seltsam unterdrückter Unterton in ihrer Stimme. Etwas war nicht in Ordnung, dafür musste man kein Hellseher sein. „Was ist los?“ Ein tiefer Seufzer und dieses schaurige Zittern in der gesenkten Stimme: „Sandra, die Pferde...“ Ein seltsames Gefühl in der Brust, als würde das Herz für einige Schläge aussetzten und Gedanken, die in einem wilden Chaos von Spekulationen vor dem inneren Auge hin- und herhuschen.

    „Was? WAS ist passiert?“ Manchmal wünsche ich mir, ich hätte diese Frage nie gestellt, denn dann würde jene Wut in meinem Innern nicht existieren auf jene Menschen die in dieser Nacht den Tod meiner Pflegepferde verursacht haben. Man erzählte mir folgendes: Dusty (Deutsches Reitpony) und Max (Welsh-Shetty-Mix) waren ca. gegen 22 Uhr von der Weide aus unerfindlichen Gründen geflohen und auf der B27 in Richtung Osten gelaufen.

    Zuerst war es der Kleine, der von einem LKW gestreift wurde. Der Fahrer gab an, dass er einen schwarzen Schatten von der Unfallstelle hatte wegrennen sehen. Daraufhin geriet Dusty in Panik und wendete auf der Bundesstraße. Seine Hufe trugen ihn ca. 200 Meter weit, bevor ein Jeep ihm entgegenkam. Er stieg vor dem Auto und schlug mit dem Kopf zuerst durch die Windschutzscheibe. Zum Glück wurde die Beifahrerin nur leicht verletzt.

    Die Fahrerin erlitt einen Schock. Einige Zeit später erfuhr ich von dem Unfall, der nun fast direkt ‚vor meiner Haustür’ geschehen war und ebenfalls, dass unsere Feuerwehr noch immer nach Max suchte, der noch als ‚verschollen’ galt. Die Polizei weigerte sich die Straße freizugeben, bevor das entlaufene Pferd nicht eingefangen war. Also zog ich meine Kleidung an, schlich mich hinaus und suchte die Stellen ab, an denen sich das Pferd hätte befinden können.

    Nichts, nur die Feuerwehrmitglieder, die auf dem Weg nach Hause waren. Mir blieb nichts anderes übrig als umzudrehen und mich wieder ins Bett zu legen. Am nächsten Morgen zögerte ich, bevor ich mein Handy in die Hand nahm, um nach dem Verblieb von Max zu fragen. Schlussendlich war auch er nicht mehr am Leben und sein Tod schmerzt mich am meisten. Die falschen Angaben des LKW-Fahrers hatten die Suche in eine falsche Richtung geführt, dabei hatte das Pferd keine zwei Meter entfernt im Graben gelegen. Das linke Vorderbein gebrochen. Außerdem hatte man feststellen können, das er aus der Nase geblutet hatte. Der Kleine ist wohl in diesem Graben qualvoll verendet, während alle nach ihm suchten und dieser Gedanke treibt mir heute noch Tränen in die Augen.........
     
  3. Salamandra

    Salamandra Guest

    und die hier...

    Der Herr der Pferde

    Für jedes Pferd steht im Paradies ein große Truhe mit tausend goldenen Perlen. Behandeln die Menschen das Pferd auf der Erde gut, wird bei jeder Wohltat eine Perle herausgenommen. Wenn das Pferd gestorben ist und auf die ewige Weide kommt, zählt der Herr der Pferde die übriggebliebenen Perlen. Wer bei den Menschen Schlimmes erlebt hat, wird dann für die schlechte Erdenzeit entschädigt.

    Eine schöne Holsteiner Schimmelstute kam eines Nachmittags am Gatter des Paradieses an. "Deine Truhe ist fast leer”, sagte der Herr der Pferde, "du musst ein gutes Leben gehabt haben.” Die Stute nickte bedächtig. “Meine Besitzer haben alles für mich getan. Als ich Probleme mit den Hufen bekam, haben sie mich auf die Weide gestellt, damit meine Beine geschont wurden. Sie haben dafür gesorgt, dass ich jeden Tag laufen und toben konnte, und so wurde ich mit ihnen zusammen sehr alt. Und als die Stunde des Abschieds gekommen war, sind sie bis zur letzten Minute an meiner Seite geblieben.” Die Stute schwieg einen Moment. "Ja, ich habe es sehr gut gehabt da unten.”

    "Such dir eine Weide aus”, schlug der Herr der Pferde vor. "Ich brauche keine große Wiese”, entgegnete die Stute, "gib die großen Weiden meinen Kollegen, die auf der Erde nicht so viele gute Tage gesehen haben.”

    Als nächstes stand ein großer Friesenwallach vor dem Paradies-Gatter. Auch er war sehr, sehr alt. So alt, dass seine schwarze Mähne grau geworden war, was man nur ganz selten sieht. "Auch bei dir finde ich nur noch wenige Perlen in der Truhe”, sagte der Herr der Pferde. "Ich habe es sehr gut gehabt”, sagte der Friese. "All die Jahre bin ich mit Liebe umsorgt worden. Und als die Stunde des Abschieds kam, ist mein Mensch bis zur letzten Minute an meiner Seite geblieben.”

    Dann kamen zwei braune Schulpferde angetrabt. "Wie ist es euch ergangen in der Reitschule?”, fragte der Herr der Pferde. "Ich wundere mich, dass ich in eurer Truhe nur noch wenige Perlen sehe.” "Das muss dich nicht wundern”, sagten die Schulpferde, "unser Stallbesitzer hat uns helle Boxen bauen lassen, statt sich ein neues Auto zu kaufen. Weil wir bessere Trensen brauchten, hat er sogar auf den Urlaub verzichtet.”

    "Gab es denn nie Reitschüler, die hässlich zu euch waren?” - "Manchmal schon”, gaben die Schulpferde zu. "Aber die Liebe der Kinder hat uns immer wieder Mut gemacht.” Die Braunen sahen den Herrn der Pferde an und sagten: "Wir haben es wirklich gut gehabt da unten. Und als die Stunde des Abschieds kam, hat uns der Stallbesitzer auf unserem letzten Weg begleitet.”

    Ein zierlicher, schwarzer Traberwallach kam jetzt auf das Paradies zu, kaum älter als vier Jahre. Sein Fell glänzte wie Seide, aber seine Augen waren müde und ohne Glanz.

    "Warum bist du hier, mein Freund?”, fragte der Herr der Pferde. "Du bist noch zu jung zum Sterben.”
    "Ich war keine gute Geldanlage”, antwortete der Traber. "Auf der Trabrennbahn war ich zu langsam. Sosehr ich mich anstrengte, ich konnte nicht schneller laufen. Mein Besitzer sagte, ich sei zu teuer zum Durchfüttern und hat mich zum Schlachter bringen lassen.” Der Herr der Pferde öffnete die Truhe des Trabers und fand sie noch fast gefüllt bis zum Rand. "Das muss ein trauriges Leben gewesen sein”, sagte er, "hast du nicht einmal eine schöne Kindheit gehabt?”
    "Kindheit - was für ein wundervolles Wort”, sagte der Traber versonnen. "Was bedeutet es?” "Kindheit”, sagte der Herr der Pferde, "das heißt mit anderen Fohlen über Wiesen galoppieren, im Spiel die Kräfte messen, sich wälzen und in Seen baden, seinen Platz in der Herde suchen und Freunde finden. Man lässt doch die Pferde drei Jahre lang Kind sein, bevor die Arbeit beginnt. Hast du das nicht erlebt?”
    "Nein”, sagte der Traber, “für mich fing das Training mit einem Jahr an. Sie haben mir den Kopf mit Lederriemen zurückgezogen und die Zunge festgebunden, damit ich nicht galoppieren konnte. Als ich zu langsam war, haben sie mich mit Peitschen aus Stacheldraht geschlagen.” "Warum tun sie das?”, fragte der Herr der Pferde zornig. "Man kann viel Geld mit Wetten auf der Trabrennbahn verdienen”, sagte der Traber, "mit einem schellen Traber kann man reich werden. Ich war leider ein schlechtes Geschäft.”

    Da führte der Herr der Pferde den kleinen Traber auf die große Paradiesweide mit Seen, die gefüllt war mit schimmerndem Himmelstaub, mit Plätzen aus goldenem Sand zum Wälzen und endlosen Wiesen zum Galoppieren. Alle Traber und die anderen Pferde, die von ihren Besitzern als Sportgerät missbraucht worden waren, vergnügten sich darauf. Fasziniert blieb der Traber stehen. "Ist das Kindheit?”, fragte er entzückt. "Lauf los und genieße sie”, sagte der Vater der Pferde.

    Er war voller Empörung über die Menschen, aber es kam noch schlimmer. Ein polnisches Schlachtpferd schleppte sich auf das Paradies zu, ein Bild des Jammers. Ein gebrochenes Bein hing schlaff herab, Blut sickerte aus vielen Wunden im Gesicht und an der Schulter. Das Maul war grausam geschwollen, weil das Pferd sich im Pferdetransporter halb wahnsinnig vor Durst die Zunge an den Wänden wund geleckt hatte.
    Als der Herr die Truhe des Schlachtpferdes öffnete, fehlte nicht eine einzige Perle. "Wer hat es zugelassen, dass man dich so quält?”, fragte er erzürnt.
    "Die Politiker”, antwortete das Schlachtpferd mit matter Stimme. "Sie könnten die Gesetze ändern, aber es interessiert sie nicht. Es geht nur ums Geld. Man verdient viel mehr, wenn man Pferde von Polen zum Schlachten bis nach Südfrankreich oder Italien bringt.” Der Herr der Pferde führte das Schlachtpferd auf seine größte und schönste Weide mit klaren, frischen Wasserquellen und Kräutern, die jede Wunde heilen. "Was ist das für ein prächtiger, goldener Ball über der Weide?”, wollte das Schlachtpferd wissen.
    "Das ist die Sonne. Kennst du sie nicht?” "Nein. Aber ich habe die Menschen davon reden hören”, sagte das Schlachtpferd glücklich und ging zu den Quellen, um seinen Durst zu löschen.
    Da versammelten sich die Privat- und Schulpferde, die es gut gehabt hatten auf der Erde, und sagten zum Herrn der Pferde: "Es ist gut, dass unsere armen Freunde es hier so paradiesisch haben. Aber kommen ihre Peiniger ungeschoren davon?”

    “Sie bekommen ihre gerechte Strafe.” "Welche?”, wollten die Pferde wissen. "Sie müssen als Pferd zurück auf die Erde. Dort haben sie das Gleiche zu erdulden wie die Tiere, die sie gepeinigt haben.”
    Der Herr der Pferde winkte ihnen, ihm zu folgen. Sie gingen lange Zeit über einen schmalen Pfad, bis sie an einen großen Platz gelangten, auf dem eine gewaltige Waage aufgebaut war. Jeder Mensch wurde vor diese Waage gerufen, und es wurden zwei Fragen gestellt. Ein Rennstallbesitzer stand gerade vor dem höchsten Gericht.
    "Wer hat etwas Gutes über ihn zu berichten?”, hieß die erste Frage. Es fanden sich einige, die auf der Trabrennbahn gewonnen hatten, die mit ihm gemeinsame Sache gemacht hatten, und sein Kampfhund, der von ihm gut behandelt worden war. Dann kam die zweite Frage: "Wer von den Trabern hat etwas gegen ihn vorzubringen?”
    Da galoppierten alle seine Traber heran. Die, die hohe Preise gewonnen hatten und die, die er zum Schlachter geschickt hatte.
    "Was habt ihr ihm vorzuwerfen?”, fragte der Richter. "Er hat uns die Kindheit gestohlen”, klagten die Traber. Sie stiegen auf die andere Waagschale und drückten sie mit ihrem Gewicht ganz nach unten.

    Danach sahen die Pferde einen Politiker vor dem Gericht. Er fand eine ganze Anzahl von Menschen, die für ihn aussagten.
    "Er wird sich geschickt herausreden - wie auf der Erde”, befürchteten die Pferde, "da sind viele, die er mit Geld bestochen hat und die ihm wichtige Posten zu verdanken haben. Mindestens fünfzig Menschen. Wer wird gegen ihn aussagen?”
    "Fünfzigtausend Schlachtpferde”, sagte der Herr der Pferde, "er wird keine Chance haben...”
     
  4. Sadmoon

    Sadmoon Fliegen wie ein Vogel!

    Ist wirklich ´ne traurige Geschichte. Ich mein die erste.
     
  5. Rara

    Rara Guest

    ja...
    *snief*
    finde ich auch...
     
  6. Rara

    Rara Guest

    Eine Geschichte über Freundschaft

    Alina geht mit ihrer Mutter zum Kinderarzt. Sie hatte eine Erkältung und der Arzt möchte noch einmal in ihre Ohren sehen. Damit auch alles in Ordnung ist. Als sie in der Praxis ankommen, ist im Wartezimmer jeder Platz besetzt. "Dann müssen wir ganz schön lange warten", sagt Alinas Mutter leise zu ihrer Tochter. "Mama, das ist nicht schlimm. Ich gehe schon mal in die Spielecke", antwortet die Kleine. Inzwischen hängt ihre Mutter die Mäntel auf.
    In der Spielecke ist viel los. Viele Kinder beschäftigen sich hier. So wird es niemandem langweilig. An einer Seite steht ein kleines Mädchen. Ein wenig größer ist es als Alina. Das glaubt zumindest Alina. Sie kann es nicht richtig erkennen, denn das andere Mädchen sitzt in einem Rollstuhl. Sie nimmt sich ein Bilderbuch, muss das fremde Mädchen aber immer wieder ansehen. Plötzlich spricht eine ältere Frau sie an: "Das tut man aber nicht, kleines Fräulein. Man schaut einen so armen Menschen nicht ständig an". Alina wird rot und schämt sich ein wenig. Dann schaut sie das Rollstuhlmädchen an und beide lächeln sich zu. Die Frau schaut pikiert an die Seite. Alina blickt das Mädchen fragend an. Es nickt zurück und Alina steht auf, um zu der Kleinen zu gehen. Neben ihr ist ein Kinderstühlchen frei. Dorthin setzt sich Alina jetzt. "Ich heiße Nele", fängt die Fremde an zu reden. "Wie heißt du?". "Ich heiße Alina", antwortet diese. Bald schon sind sie sich nicht mehr fremd. "Ich habe dich hier noch nie gesehen". "So oft muss ich nicht zum Arzt. Ich bin ziemlich gesund", antwortet Nele.
    Alina überlegt. Wenn jemand im Rollstuhl sitzt, ist der doch krank? "Hast du keine Schmerzen?" fragt sie Nele. "Nein", lacht diese, "mir tut nichts weh. Ich kann nur nicht laufen. Der Doktor muss nur manchmal nachsehen, ob alles in Ordnung ist". Alina staunt das Mädchen an. "Meine Krankheit heißt Spina bifida. Was das genau ist, weiß ich nicht. Aber ich bin damit geboren". "Das hört sich ja lustig an. Wie Spinat", sagt Alina. Beide Mädchen prusten los. Alinas Mutter hat sich zu Neles Mutter gesetzt. Die beiden schauen jetzt herüber, was ihre beiden Kleinen so lustig finden. "Schön, dass unsere Töchter sich so gut verstehen", sagt Neles Mutter. Die Arzthelferin kommt und ruft Nele zum Doktor. "Ach, wie schade", sagt Nele. "Tschüß, Alina. Vielleicht treffen wir uns mal wieder". "Ja, vielleicht. Tschüß, Nele", antwortet Alina. Schade, denkt sie. Das wäre eine Freundin für mich. Einige Tage später geht Alina mit ihrer Mutter zum Supermarkt. "Mama, darf ich draußen bleiben. Drinnen ist es immer so voll. Ich bin auch vorsichtig. Hier sind so viele Vögel, denen kann ich zusehen".
    "Gerne, meine Kleine", antwortet diese. "Aber lauf nicht auf die Straße". Vier Tauben laufen auf dem Gehsteig. Alina beobachtet sie und möchte ihnen nachlaufen. Sie fliegen aber leider weg. Als Alina der letzten Taube hinterher sieht, kommt Nele mit ihrer Mutter zum Einkaufen. Das ist eine Freude! "Wie schön, dass wir uns so schnell wieder treffen", lacht Nele.
    "Mama, darf ich hier draußen bei Alina bleiben? Drinnen ist es so eng. Du weißt doch, dass wir mit dem Rollstuhl immer vorsichtig sein müssen, damit ich nichts umfahre".
    "Na gut, ihr beiden. Sicher habt ihr euch auch etwas zu erzählen", lacht Neles Mutter und geht in den Laden. "Gehst du auch in einen Kindergarten?", fragt Alina. Zaghaft fragt sie das, weil sie nicht weiß, ob Kinder im Rollstuhl in einen Kindergarten können. "Aber ja", antwortet Nele. "Ich gehe gleich dort hinten in den Waldorf-Kindergarten. Die sind alle sehr nett dort. Es macht mir viel Spaß". "Schade, dass du nicht in meinen gehst. Dann würden wir uns immer sehen", entgegnet Alina. "Ja, das wäre lustig", lacht Nele. Sie erfährt, dass Alina 5 Jahre alt ist. "Ich bin schon 6. Im Sommer komme ich in die Schule", erzählt Nele.
    "Darauf freue ich mich schon sehr". "Ich komme nächstes Jahr auch in die Schule", antwortet Alina. Viel haben sie zu reden. Als die Mütter aus dem Laden kommen, erzählen sie den beiden Mädchen, dass Alina mit ihrer Mutter morgen zu Besuch zu Nele und ihrer Mutter gehen werden. "Wie schön", rufen beide Mädchen. "Dann bis morgen", verabschiedet sich Alina, und alle winken sich zu. Am nächsten Morgen ist Alina ganz aufgeregt. "Muss ich heute in den Kindergarten, Mama?", fragt sie beim Frühstück. "Natürlich, mein Mädchen. Aber nachmittags gehen wir Nele besuchen". Alina freut sich schon darauf. Nachmittags machen sich beide auf den Weg. Nele und ihre Familie wohnen eine Straße weiter. Sie sind erst vor kurzem hierher gezogen. Als sie zu dem Haus kommen, in dem Nele wohnt, staunt Alina.
    "Mama, sieh nur. Dort kann Nele aber wunderbar hochfahren. Das macht sicher Spaß, dort runterzurollen". Vor dem Hauseingang ist eine Rampe festgemacht, so dass Rollstühle und Kinderwagen gut hoch- und runterfahren können. Die Familie wohnt in einem Einfamilienhaus, so dass Nele mit dem Rollstuhl sicher ins Haus kann. Alina klingelt und Nele öffnet die Tür. "Schön, dass du kommst. Komm, ich zeig dir gleich mein Zimmer", ruft sie.
    Mama geht mit Neles Mutter ins Wohnzimmer, und Alina folgt Nele ins Kinderzimmer. Vorsichtig sieht sie sich um. Viele Spielsachen hat Nele. Genauso wie sie selbst. Was steht aber dort in einer Ecke? Groß und weiß? "Ist das ein Klavier?" fragt Alina mit großen Augen.
    "Ja natürlich", lacht Nele. "Das siehst du doch. Hast du noch nie eines gesehen?" fragt sie. "Doch, in einem Geschäft. Bei uns kann niemand Klavier spielen. Meine Mutter kann aber gut singen. Sie singt in einem Chor", erzählt Alina. Zögernd geht sie zum Klavier. "Ich könnte das sicher nicht. Ist es nicht furchtbar schwer, Klavierspielen zu lernen?" fragt sie. "Ich weiß nicht", antwortet Nele. "Meine Klavierlehrerin kommt hierher und zeigt mir immer, was ich machen muss. Sie sagt, ich bin ein Naturtalent". Beide lachen über dieses lustige Wort. Nele läßt sich nicht zweimal bitten und rollt zum Klavier. Sie muss erst die Bremsen am Rollstuhl feststellen, dann spielt sie Alina etwas vor. Die kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
    "Was du kannst. Echt toll hört sich das an", sagt Alina. Anschließend klimpert auch Alina ein wenig auf dem Klavier. "Dafür kann ich nicht Ballett tanzen", sagt Nele. "Das könntest du aber". Alina überlegt. "Meine Mama hat auch schon gedacht, ob ich in eine Ballettschule gehen sollte", antwortet sie verträumt. "Dazu hätte ich wohl Lust". "Das wäre doch total lustig", freut sich Nele. "Wir werden dann ganz berühmt. Du bist die Tänzerin und ich spiele Klavier dazu". Beide amüsieren sich köstlich über diesen Plan. "Ich werde meine Mama fragen, ob ich bald in die Ballettschule gehen kann", überlegt Alina. Viel Spaß haben die beiden Mädchen an diesem Nachmittag miteinander. Als Alina sich später verabschiedet, hat Nele eine Idee. "Übermorgen muss ich wieder zur Krankengymnastik. Mama, kann Alina nicht mitkommen? Du weißt, dass Danni nichts dagegen hat, wenn ich jemanden mitbringe", fragt sie ihre Mama. "Ja, warum nicht?", antwortet diese. "Wer ist Danni?", fragt Alina neugierig.
    "Das ist meine Krankengymnastin. Eigentlich heißt sie Daniela. Aber die ist echt nett", antwortet Nele. Es wird besprochen, dass Nele und ihre Mutter Alina übermorgen abholen werden. Mit ihrem Auto. Als es am übernächsten Tag an der Tür klingelt, springt Alina sofort los. "Mama, sie sind da. Tschüssi", ruft sie ihrer Mutter zu. Die Mutter bringt ihre Tochter an die Tür. Sie begrüßt Nele und deren Mama, während Alina staunend das Auto umkreist.
    "Ihr habt aber ein großes Auto", staunt sie. "Es muss so groß sein, Alina", antwortet Neles Mutter. "Neles Rollstuhl muss hinten hineingeschoben werden. Dann muss sie nicht immer aussteigen". Das findet Alina sehr praktisch und setzt sich in den Kindersitz auf den Autorücksitz. Unterwegs unterhalten sich beide Mädchen angeregt. "Bist du nicht traurig, dass du nichts machen kannst?", fragt Alina ihre neue Freundin. "Du siehst doch, was ich alles kann", antwortet Nele. "Okay, ich kann nicht laufen. Aber dafür kann ich Klavier spielen. Wenn ich groß bin, gehe ich in einen Korbballverein. Das macht sicher viel Spaß", überlegt sie einen Moment. Dann erzählt sie weiter: "Viele Erwachsene, die auch im Rollstuhl sitzen, spielen Korbball. Das habe ich in der Rehabilitationsklinik gesehen. Ich hab oft dabei zugesehen. In einer riesengroßen Sporthalle". Nele erzählt noch mehr von dieser Klinik, als sie vor der Krankengymnastikpraxis halten. Alina staunt, wie leicht Neles Rollstuhl aus dem Auto gefahren werden kann. In dem Haus der Therapeutin ist ein Fahrstuhl, so dass es für Nele im Rollstuhl einfach ist, in die Praxis hinein zu kommen. Als sie oben ankommen, öffnet Alina die Tür und Nele rollt hinein. "Huhu, Danni! Ich bin da", ruft sie. Eine junge Frau kommt aus einem Zimmer und begrüßt Nele und ihre Mutter. "Wen hast du denn heute mitgebracht?", fragt Danni und gibt auch Alina die Hand. "Das ist meine neue Freundin. Sie heißt Alina. Wir haben uns beim Kinderarzt getroffen", antwortet Nele. "Schön, dass du mitgekommen bist, Alina. Du kannst gerne die Übungen mitmachen", lädt sie die Kleine ein.
    "Na, dann wollen wir mal", lacht die nette junge Frau und schiebt Nele in einen Behandlungsraum. Ihre Mutter bleibt inzwischen in einer Sitzecke und liest eine Zeitschrift.
    "Viel Spaß, ihr beiden", ruft sie den Mädchen hinterher. Neugierig folgt Alina Danni und Nele. Sie sieht zu, wie die nette Therapeutin Nele aus dem Rollstuhl hebt und sie auf eine rote Matte legt, die schon auf dem Fußboden ausgebreitet ist. "Setz dich dazu", bittet sie Alina.
    Die zieht sich ihre Schuhe aus, krabbelt zu Nele auf die Matte, und beide albern erst ein wenig herum. Dann macht sie die Übungen mit, die Danni ihrer kleinen Patientin zeigt. Am Ende der Behandlung spielen die drei miteinander noch mit einem Gymnastikball Fangen. Das macht Spaß. "Puh, das geht ganz schön schwer, was Nele machen muß", sagt Alina zum Schluss zu Danni. "Ja, mein Kind, zum Spaß ist Nele nicht hier. Sie macht die Übungen aber auch schon eine ganze Weile", antwortet diese und setzt Nele wieder zurück in den Rollstuhl.
    Alle verabschieden sich voneinander. Die Mädchen fahren mit Neles Mutter wieder heim.
    Dort angekommen, fällt Alina noch etwas ein, als sie sich verabschieden will.
    "Ich habe Sonntag Geburtstag und möchte dich einladen. Magst du um drei Uhr kommen?", fragt sie Nele. "Mama, darf ich?", fragt diese ihre Mutter. "Natürlich darfst du", antwortet ihre Mama. "Mit deinem Rollstuhl wird es ganz gut gehen, weil in Alinas Haus ein Fahrstuhl ist. Bei den letzten vier Stufen kommen wir gemeinsam zurecht". Beide Mädchen freuen sich auf Sonntag und verabschieden sich voneinander. Alina erzählt ihrer Mutter von dem aufregenden Besuch in der Krankengymnastik. "Hast du auch nicht vergessen, Nele zu deinem Geburtstag am Sonntag einzuladen?", fragt Alinas Mutter. "Wo denkst du hin", lacht die Tochter.
    "Ich freue mich schon sehr, dass sie kommt. Die anderen Kinder werden staunen, was ich für eine tolle Freundin habe". Als Alina an diesem Abend ins Bett geht, denkt sie an ihre Freundin. Und an die Behandlung vom Nachmittag. Sie überlegt, ob sie Krankengymnastin werden soll, wenn sie größer ist. Wie Danni. Das würde ihr Spaß machen. Oder ich werde Ärztin. Dann kann ich Nele vielleicht wieder ganz gesund machen, denkt sie, bevor sie einschläft...............


    dritte^^








    das wars^^
    lol
     
  7. Rara

    Rara Guest

    noch eine^^

    Anna und ihr Kälbchen



    Anna wohnt mit ihren Eltern in einem Dorf. Die meisten Menschen in der Nachb*****aft kennen sie. Sie ist ein verträumtes Mädchen und hört gerne zu, wenn ihr jemand Geschichten vorliest. Am liebsten hört sie etwas über Tiere, Blumen und Elfen. Und über Engel. Seitdem sie größer ist, darf sie auch allein auf die Straße gehen. Am Ende der Straße ist Annas Lieblingsplatz, eine große Wiese. Gerne ist sie dort. Im Sommer liebt sie diese Wiese besonders, weil dort viele bunte Blumen blühen. Viele kleine Tiere kann sie dort beobachten. Auch Schmetterlinge fliegen umher, mit denen sie Fangen spielt. Auf ihrer Wiese hat sie schon mal eine Elfe gesehen. Aber das will ihr niemand glauben. Wenn sie davon erzählt, heißt es, sie habe zu viel Fantasie. Anna weiß aber, daß es Elfen gibt. Auf dem Weg zu ihrer Wiese kommt sie an einem Bauernhof vorbei. Die Bauersleute kennen Anna seit ihrer Geburt. Gerne sieht sie sich auf dem Hof und im Stall die Tiere an. Sie bekommt immer ein Glas frische Milch. Oft schon hat sie zugesehen, wie die Kuh Lise gemolken wurde. Lise mag Anna und muht freudig, wenn sie zu Besuch kommt. Anna mag Lise auch. Eines Tages, als Anna wieder auf dem Weg zur Wiese ist, besucht sie Lise. Die Bäuerin und der Bauer sind heute ein wenig traurig und erzählen Anna, warum. Die Kuh erwartet ein Kälbchen und ist vor der Geburt recht unruhig. Lise hat schon Kälbchen geboren, nie sei sie dabei so unruhig gewesen. Alle machen sich Sorgen. Der Tierarzt ist schon auf dem Wege. Anna stromert ein wenig über den Hof. Die Bäuerin hat sie weggeschickt, aber zu ihrer Wiese will sie jetzt nicht laufen. Sie geht in den Hühnerstall zu den kleinen Küken. Die mag sie besonders leiden. Unter einer Wärmelampe liegen die Kleinen und fühlen sich recht wohl. Die Hofkatze hat auch kleine Kätzchen bekommen, die springen recht lustig umher. Anna nimmt eines und streichelt es. Hoffentlich geht es der Lise bald wieder besser, denkt sie. Die Kätzchen wohnen im Stall. Anna ist sehr müde und legt sich ins Heu. Sie schläft ein, so daß die Bäuerin sie wecken muß. Das Kälbchen ist geboren, erzählt sie, sieht dabei aber gar nicht glücklich aus. Anna geht mit ihr in den Kuhstall. Sie ist ganz aufgeregt, hat sie doch noch nie ein neugeborenes Kälbchen gesehen. Lise sieht ihr mit großen Augen entgegen. Ganz vorsichtig schaut Anna in das Gatter. Ein kleines schwarz-buntes Kälbchen liegt im Stroh. Es hat riesige Kulleraugen, und Anna schließt es sofort in ihr Herz. Ein kleines Muhen gibt es von sich und blickt Anna an. Der Bauer erzählt, das Kälbchen sei mit einem kranken Bein auf die Welt gekommen. Kranke Tiere können auf einem Bauernhof nicht gebraucht werden. Es würde wohl sterben müssen, weil niemand richtig Zeit habe, sich um das kranke Tier zu kümmern. Anna ist sehr traurig.Ich kann mich doch kümmern, schlägt sie vor. Jeden Tag kann ich vorbeikommen, um das Kälbchen zu pflegen. Dicke Tränen kullern ihr die Wangen entlang. Nein, sterben soll das kleine Tierchen nicht. Das könnte sie nicht ertragen. Ganz traurig geht sie nach Hause. Die Bauersfrau unterhält sich mit Annas Mutter. Diese erlaubt, daß Anna sich um das Kälbchen kümmern darf. Weiß sie doch, daß ihre Tochter Tiere sehr gerne hat. Anna ist glücklich und verspricht, alles richtig zu machen. Abends überlegt sie sich einen Namen für ihr kleines Kälbchen. Es soll Annalise heißen. Benannt nach ihr und der Mutterkuh. Lächelnd schläft sie ein.

    Annalise

    Annalise hat ein steifes Bein, das bei der Geburt auch noch verletzt wurde. Aufstehen kann das Kleine schon, aber das kranke Bein stellt es nicht auf. Anna überlegt, wie sie ihrem Kälbchen helfen kann.Geht Anna zu ihrer Wiese, kommt sie an einem kleinen roten Häuschen vorbei. Darin wohnt eine ganz alte Frau. Viele Leute nennen sie die Kräuterhexe. Anna sieht sie oft, weil sie manchmal vor ihrem Garten stehen bleibt. Dort blühen so viele bunte Blumen, wie Anna sie noch nie gesehen hat. Sie hat keine Angst vor der Frau, lächelt sie ihr doch immer zu, wenn sie vorbei kommt. Anna eilt zum Haus der alten Frau. Ein bißchen Herzklopfen hat sie schon, weil sie die Frau nicht kennt. Weil keine Klingel an der Tür vorhanden ist, klopft sie an. Die alte Frau kommt und läßt Anna herein. Sie heißt Kräuter-Vroni und hört sich Annas Geschichte an. Viele, gute Ratschläge kann sie ihr geben, damit Anna das Kälbchen behandeln kann. Sie mischt ihr eine Salbe für Annalises Bein. Wenn die Wunde verheilt ist, soll Anna wiederkommen. Sie bedankt sich und läuft davon. Mama gibt ihr ein paar Läppchen, damit sie die Salbe auf Annalises Bein streichen kann. Die hält auch ganz still, als wüßte sie, daß Anna ihr helfen will. Jeden Tag wiederholt Anna die Behandlung, so daß die Wunde bald verheilt. Alle sind zufrieden. Selbst der Bauer freut sich, daß Anna sich so um das Kälbchen bemüht. Nach einiger Zeit kann Annalise laufen. Sie hinkt mit dem kranken Bein, aber das stört sie fast gar nicht. Wie ein Hund trottet sie hinter Anna her. Gemeinsam gehen sie schon bald zu Annas Wiese. Dort kann Annalise sich gut ausruhen. Anna erzählt ihr viele Geschichten von Blumen und Tieren und Elfen. Annalise hört genau zu, und kaut und kaut. Denn hier wächst das beste Gras. Davon wird sie groß und stark. Als die Wunde am Bein des Kälbchens geheilt ist, geht Anna wieder zur Kräuter-Vroni. Annalise darf mit und wird am Zaun festgebunden. Kräuter-Vroni gibt Anna aus ihrem Garten ein bestimmtes Kraut. Sie zeigt Anna, wie sie ein Blatt auf das Bein von Annalise legen muß. Kind, dazu brauchst du viel Geduld, erzählt sie ihr, aber das Bein kann viel besser werden. So ist es auch. Viele Blätter sind nötig, bis selbst die Bäuerin und der Bauer erstaunt bemerken, daß Annalise viel besser laufen kann. Das Bein ist nicht mehr so steif, wie nach der Geburt. Alle freuen sich, daß Anna so viel Geduld und Liebe für das kleine Kälbchen aufgebracht hat. Aus dem kleinen Kälbchen ist ein wunderschönes, großes Kalb geworden. Bald steht es mit den anderen Kühen auf der Weide. Weiterhin geht Anna es jeden Tag besuchen und bringt ihm eine Handvoll seiner Lieblingsblätter mit. Anna freut sich jedes Mal, daß Annalise fast ganz gesund geworden ist. Sie beschließt, wenn sie groß ist, Tierärztin zu werden.
     
  8. Sadmoon

    Sadmoon Fliegen wie ein Vogel!

    Interessant ^^
    Ich kenn leider keine schöne Geschichten =(
     
  9. Rara

    Rara Guest

    vielleicht weis ich noch eine...
    *überleg* ja, die hier^^

    Auf der Suche nach dem Frühling



    Als Andreas heute Morgen wach wird, möchte er gar nicht aufstehen. So müde ist er noch. Dabei singen die Vögel draußen schon herrlich. Richtig laute Vogelmusik klingt durchs Fenster. Das ist der Frühling, hat Papa ihm gestern erklärt.

    Langsam schlurft er in die Küche. Er stutzt, denn auch seine Eltern gähnen noch um die Wette. Fragend schaut er seine Mutter an. In der Frühe ist ihm noch gar nicht nach Sprechen. Viel redet er sonst auch nicht. Seine Familie versteht dennoch, was er zu sagen hat. Oh ja, bemerkbar machen kann er sich recht gut. Überhaupt ist er sonst quietschfidel und puppenlustig.

    "Du möchtest wissen, warum wir alle noch müde sind?", fragt Mama.

    Er nickt heftig bejahend mit dem Kopf, kann er die allseitige Müdigkeit doch nicht verstehen. Sonst ist er doch hell wach um diese Zeit.

    "Das nennt man Frühjahrsmüdigkeit", sagt seine Mutter und gähnt erneut.

    `Frühjahr, Frühjahr`, denkt Andy, wie ihn die Familie liebevoll nennt. `Alles heißt im Moment Frühjahr. Oder Frühling`.

    Er setzt sich an den Frühstückstisch. Ganz in Gedanken versunken ist er. `Wo mag der Frühling sein?`, überlegt er.

    Seine große Schwester Miriam kommt gähnend zum Frühstück. "Guten Morgen", sagt sie lahm. Sonst ist sie ein rechter Wirbelwind.

    `Vielleicht hat sie auch die Frühjahrsmüdigkeit`, vermutet Andy und betrachtet sie erstaunt. Was ist mit ihr los?

    Miriam spricht jetzt die Mutter an: "Mum, haben wir vielleicht Möhren im Haus?"

    Mutter und Vater sehen sich an und lächeln ein wenig. Sie wissen doch, dass ihre Tochter normalerweise nicht viel von Obst und Gemüse hält.

    "Ja, im Kühlschrank sind welche. Aber was willst du denn damit? Du gehst doch erst heute Nachmittag zum Reiten", entgegnet die Mutter.

    Möhren, die die Kinder den Reitpferden mitnehmen, stehen nämlich in der Speisekammer. Das weiß Miriam.

    "Ach, weißt du", zögert die Tochter ein wenig unsicher und stochert in ihrem Frühstück. "Ich habe gelesen, dass man im Frühjahr viele Vitamine braucht. Die machen wach. Und eine schöne Haut", fügt sie noch schnell hinterher.

    Die Familie wundert sich. Verträumt sitzt Miriam am Tisch und malt mit dem Löffel Figuren auf die Decke. Sind es gar Herzen, die sie dort kritzelt? Als Miriam den Blick der Mutter erhascht, wird sie rot.

    `Sie wird doch nicht ...?`, überlegt Mama. `Aber sie ist doch erst elf. Sie kann noch nicht verliebt sein.`

    Papa stellt das Radio an. Inzwischen sind die Eltern von ihrem Morgenkaffee wach geworden. Ein Lied erklingt, als Mama plötzlich aufhorcht. "Stell bitte ein wenig lauter", bittet sie ihren Mann. Sie lächelt und fängt leise an mitzusingen.

    "Das ist der Frühling, das ist der Frühling, das ist der Frühling in Paris", hört Andy. `Eine schöne Melodie ist das`, denkt er und tanzt ein wenig in der Küche umher. Schon wieder hört er vom Frühling. Irgendetwas muss doch an ihm dran sein.

    Nach dem Frühstück überlegt Andy: `Ich mach mich jetzt auf die Suche nach dem Frühling. Irgendwo wird er schon sein. Ich werde ihn finden. Ganz bestimmt!`

    Der Kleine geht nach unten in den Garten. Vor der Tür liegt sein Kätzchen L..., nein Fredy, und räkelt sich genüsslich in der Helligkeit.

    `Du bist wirklich keine Lady`, denkt Andy.

    Diesen Namen hatten die Kinder ihm gegeben, bevor sie wussten, dass die Katze ein Kater ist. Nun heißt Lady eben Fredy. Andy amüsiert sich nachträglich immer noch darüber.

    Träge schaut das Tierchen zu seinem Freund, dem Jungen, hoch. Tiere, wie auch Pflanzen, verstehen ihn sehr genau. Er braucht gar nicht viel zu reden.

    "Du willst wissen, wo der Frühling ist? Bestimmt hier in der Nähe, denn ich fühle mich so wohl hier. Miau!", schnurrt Fredy.

    "Okay, dann suche ich weiter", macht Andreas Fredy klar und streichelt ihn hinter den Ohren.

    Als er in den Garten kommt, schaut er sich suchend um. Hier irgendwo findet er garantiert den Frühling. Er freut sich immer, wenn er im Garten sein kann. Jetzt tanzt er voller Übermut um die Bäume herum. Einen Nussbaum sieht er sich ganz genau an. "Ist hier der Frühling?", fragt er ihn insgeheim.

    Der Baum antwortet leise: "Frühling herrscht überall. Wir Bäume müssen viel Sonne aufnehmen, damit wir Saft und Kraft bekommen zum Ausschlagen. Die frischen Blätter sollen doch ein kräftiges Grün haben."

    `Genau`, denkt Andy.

    Am Ende des Gartens sieht er Papa und Opa an einigen Büschen arbeiten. Als er gerade hineilen möchte, läuft ihm ein Igel vor die Füße auf dem Weg ins Gebüsch.

    "Wohin des Weges?", fragt er Andy.

    "Ich suche den Frühling", hört der Igel Andy aus seinem Kopf antworten.

    "Der ist doch hier überall. Ich mache jetzt Frühjahrsputz in meinem Geäst. Habe wieder viel zu lange Winterschlaf gehalten. Jetzt wird's aber Zeit, bevor meine Kinderchen zur Welt kommen." Hurtig macht sich das Igelchen auf den Weg.

    Bei Opa und Papa angekommen, schaut Andy den beiden ein wenig bei der Arbeit zu. Mit scharfen Scheren schneiden sie alte Äste ab.

    "Das macht man im Frühling so, damit die neuen Triebe kräftiger wachsen können", erklärt ihm sein Vater.

    Andy schwingt ein abgeschnittenes Stöckchen, summt dazu und schaut sich weiter um.

    In einer Tanne ist ein Eichhörnchen beschäftigt. Es säubert sein Nest. "Es ist Frühling. Bevor die Jungen kommen, muss ich das Nestchen ordentlich aufräumen", erklärt es Andy. "Stör mich jetzt bitte nicht mehr. Ich habe noch viel zu tun."

    "Na gut", antwortet dieser und sucht weiter, denn den Frühling hat er immer noch nicht gefunden.

    Aber was ist das? Zwischen den abgeschnittenen Ästen, die sein Vater und Großvater auf einen Berg gehäuft haben, sitzt ein Vögelchen. Es hat einen Zweig im Schnabel.

    "Wohin?", fragt Andy.

    "Auch wir Vögel müssen Nester bauen, damit wir unsere Eier hineinlegen können. Schließlich machen wir das jedes Jahr im Frühling. Ich brauche noch viel Baumaterial", piepst der Vogel und fliegt davon.

    "Was mache ich jetzt?", überlegt Andy.

    In dem Moment ruft seine Mutter aus dem Fenster: "Kommst du bitte nach oben, Andreas. Wir müssen zur Reitstunde."

    Andreas rennt los. Flugs die Treppen hoch.

    "Einen Moment. Ich bin gleich soweit", ruft die Mutter ihm zu.

    Das Radio läuft noch. Andy hört, wie die Ansagerin ankündigt: "Jetzt folgt der Frühlingsstimmenwalzer."

    Eine fröhliche Melodie erklingt. Er tanzt nach der Musik durch den Flur. Schon wieder das Wort Frühling!

    Nachdem Mama und Andy ihre Jacken angezogen haben, m*****ieren sie los. Auf dem Weg zum Reitstall kommen sie an einer Weide vorbei. Die Schafe dort kennen den kleinen Jungen gut. Sie haben schon Nachwuchs. Bald ist Ostern, es sind Osterlämmer geboren worden. Das hat Miriam ihrem Bruder erzählt. Niedlich sind die Kleinen.

    "Wir kriegen unsere Kinder immer im Frühling", lässt ihn ein weißes Schaf wissen. "Ich muss jetzt ganz viel Gras fressen, damit ich kräftig werde und gute Milch für meine Lämmchen habe."

    Andy macht nach, wie das Lämmchen hüpft. Lustig ist das.

    Mama ruft, und sie gehen weiter. Der Reitstall kommt in Sicht. Andy saust los, denn er weiß, dass sein Pony Vacca sich freut, wenn er kommt. Doch nicht Vacca steht am Zaun, sondern Prinz, ein großes Pferd. Aber was macht es? Die Trainerin kommt angelaufen, begrüßt den Jungen und seine Mutter. Andy schaut fragend.

    "Tja, Andy, dein Prinz hat wohl Frühlingsgefühle. Schau, er springt herum wie Vacca."

    Tatsächlich! Andy traut seinen Augen kaum. Prinz, der sonst ein ruhiges Pferd ist, springt mit Vacca, der jetzt aus einer Ecke kommt, um die Wette. Andy begrüßt seine Pferde und hält ihnen ein Zuckerstück entgegen. Doch sie haben nur Freude am Toben und Wiehern. Andy hüpft mit ihnen mit. Hat auch er Frühlingsgefühle? Schon wieder dieses Wort.

    "Jetzt wollen wir aber mal anfangen", ruft seine Trainerin und der Reitunterricht beginnt.

    Für Andys Krankheit ist sein geliebter Sport Therapie. Sie tut ihm sehr gut. Am liebsten würde er jeden Tag reiten. Dazu hat er aber gar keine Zeit. In den Kindergarten geht er schließlich noch. Und manchmal zur Ergotherapie.

    Nach der Reitstunde gehen Andy und seine Mama wieder nach Hause. Von weitem schon sieht er, dass die Oma im Garten ist. Er sieht die Mutter fragend an.

    "Lauf nur vor. Ich seh dich ja und komme gleich nach", sagt sie.

    Der Kleine rennt zur Oma. Er sucht sich ein Schattenplätzchen, denn die Sonne mag er nicht besonders. Die tut seinen Augen weh. Was macht die Oma?

    "Ich setze junge Pflänzchen, damit sie im Sommer blühen. Das macht man immer im Frühling", erklärt sie ihm.

    Er schaut sich um. "Blüht schon", antwortet er.

    "Ja, Andy, vieles blüht jetzt schon. Zu Ostern gehen viele Knospen auf, damit wir Freude daran haben. Schau, die Osterglocken."

    Andy schaut sich die gelben Glöckchen genau an. Hört er ein leises Läuten aus einer Blüte? Dann springt er weiter im Garten herum, als suche er etwas.

    "Suchst du immer noch den Frühling?", fragt die Oma lächelnd, nachdem sie ihn eine Weile beobachtet hat. "Mama hat mir erzählt, dass du ihn finden möchtest."

    "Jaha", antwortet der Kleine und überlegt angestrengt. Wo mag er nur sein, der Frühling? So oft hat er das Wort jetzt gehört. Er muss doch zu finden sein.

    Seine Oma zieht sich die Gartenhandschuhe aus und sagt zu dem Jungen: "Komm, setz dich einen Moment zu mir."

    Beide gehen zu einer Gartenbank unter dem Pfirsichbaum, doch Andy setzt sich lieber ins Gras.

    "Weißt du, mein Kind, du kannst den Frühling nicht finden. Er ist in dir drin. Ganz tief innen. Wenn du die Natur hörst und siehst und alles in dir aufnimmst, dann ist er dort. Du lächelst vor Zufriedenheit, wenn du die Osterglocken siehst. Freust dich, wenn ein Vögelchen ein Zweiglein in sein Nest trägt."

    Gespannt hört Andy die Worte seiner Großmutter.

    "Wo zwischen den Menschen Frieden und Liebe in der Familie herrscht, auch dort ist der Frühling", redet die Oma weiter. "Und all das empfindest du. So vieles hörst du, was andere nicht mitbekommen. So vieles siehst du, was andere nicht einmal ahnen. Du hast ihn in dir, den Frühling."

    Ganz verlegen wird Andy, als er so schöne Worte von der Oma hört. Wie im Märchen hört sich das an. Und er hört doch so gerne Märchen.

    Der Junge seufzt ein wenig. Dann läuft er zurück ins Haus. Über vieles hat er nachzudenken. Aber er weiß, dass er den Frühling nicht mehr suchen muss. Er hat ihn gefunden ...

    An diesem Abend hört er im Radio den Ansager sprechen: "Meine lieben Zuhörer, bitte denken Sie daran, die Uhren umzustellen. Morgen beginnt die Sommerzeit."

    Das versteht Andy nun wiederum überhaupt nicht. `Ich denke, es ist Frühling`, überlegt er. `Muss es nicht heißen: Frühlingszeit?`

    Auch an die Osterzeit denkt er und freut sich mächtig. Viele, viele gelbe Blüten. Und Ostereier ...

    Als er abends ins Bett geht, summt er die Melodie, die er im Radio gehört hat. Wie hieß die noch? Ach ja, er erinnert sich:

    Frühlingsstimmenwalzer ...
     
  10. Sadmoon

    Sadmoon Fliegen wie ein Vogel!

    Gott, da hat es aba viel zum lesen! =)
     
  11. Rara

    Rara Guest

    lol stimmt...
    naja , aber so richtig gute geschichten kenne ich leider auch nicht...
     
  12. Rara

    Rara Guest

    habe NOCH mehr!!
    *gg*

    EINE INTERESSANTE VALENTINSTAGSGESCHICHTE...
    (Aus dem Englischen übersetzt von Thorsten Helbing)
    John Blanchard stand von seiner Bank auf, rückte seine Armeeuniform zurecht und studierte die Masse der Leute, die ihren Weg durch die Grand Central Station gingen. Er hielt nach dem Mädchen Ausschau, dessen Herz er kannte, aber nicht ihr Gesicht, das Mädchen mit der Rose eben. Sein Interesse an ihr begann 13 Monate zuvor in einer Bibliothek Floridas.
    Ein Buch aus dem Regal nehmend, ertappte er sich selbst der größeren Neugier, nicht durch die Wörter in diesem Buch, sondern mit den Bleistiftnotizen an dessen Rand. Die sanfte Handschrift verriet eine nachdenkliche Seele und einen wachen Verstand. Auf der Vorderseite des Buches entdeckte er den Namen des vorherigen Besitzers, eine Miss Hollis Maynell. Nach einiger Zeit und Mühe bekam er ihre Adresse heraus. Sie wohnte in New York City. Er schrieb ihr einen Brief, in dem er sich vorstellte und sie zu einer Korrespondenz ermunterte. Am nächsten Tag wurde er nach Übersee eingeschifft für seinen Kriegsdienst während des zweiten Weltkrieges.
    Während des nächsten einen Jahres und einem weiteren Monat lernten sich die zwei immer besser kennen. Jeder Brief schien auf fruchtbare Erde zu fallen, eine Romanze entstand. Blanchard bat um ein Foto, aber sie lehnte dies ab. Sie war der Meinung, wenn er es wirklich ernst meinte, dann könnte es egal sein, wie sie aussah. Als der Tag seiner Rückkehr aus Europa endlich kam, vereinbarten sie ein erstes Treffen um 19:00 Uhr in der Grand Central Station in New York.
    "Du wirst mich an der roten Rose erkennen", schrieb sie, "Ich werde sie an meinem Revers tragen". So war er nun in diesem Bahnhof und hielt Ausschau nach einem Mädchen, dessen Herz er liebte, aber ihr Gesicht noch nie gesehen hatte. Ich werde jetzt Mr. Blanchard erzählen lassen, was sich nun abspielte:
    Eine junge Frau kam geradewegs auf mich zu, mit einer langen und schlanken Figur. Ihr auf dem Rücken liegendes blondes Haar war gelockt abwärts ihrer süßen Ohren, und ihre Augen waren himmelblau. Ihre Lippen und das Kinn hatten eine freundliche Bestimmtheit, und ihr schlichter grüner Anzug war wie der lebendig gewordene Frühling. Ich begann mich zu bewegen, allerdings gänzlich vergessend, daß sie gar keine Rose trug. Als ich vorwärts ging, streifte ein kleines, provokantes Lächeln ihre Lippen. "Kreuzen sich unsere Wege, Matrose?" murmelte sie. Ich ging noch einen Schritt auf sie zu, da sah ich Hollis Maynell. Sie stand gerade fast direkt hinter dem Mädchen. Eine Frau, weit jenseits der 40, ihr ergrautes Haar unter einem abgetragenen Hut gesteckt. Sie wirkte mehr als plump, ihr dicker Fussknöchel mündete in Niedrigstöckelschuhen. Das Mädchen im grünen Anzug machte sich schnell davon.
    Ich fühlte mich wie in zwei Teile zerborsten, so wild war ich darauf, ihr zu folgen, und so tief war meine Sehnsucht nach der Frau, deren Elan mich wahrhaft kameradschaftlich begleitet und aufgemuntert hatte. Und da stand sie. Ihr schlichtes, plumpes Gesicht war freundlich und empfindsam, ihre grauen Augen hatten ein warmes und freundliches Zwinkern. Ich zögerte nicht. Meine Hände umklammerten den kleinen, abgetragenen Lederumschlag des Buches, an dem sie mich erkennen sollte. Das würde keine Liebe werden, aber vielleicht etwas Einzigartiges, möglicherweise etwas besseres als Liebe, eine Freundschaft, für die ich dankbar war und sein mußte. Ich straffte meine Schultern, salutierte und hielt das Buch der Frau entgegen, wobei mich gerade beim Sprechen die Bitternis meiner Enttäuschung überkam. "Ich bin Lieutnant John Blanchard, und Sie müssen Miss Maynell sein. Ich bin froh, daß Sie mich treffen konnten. Kann ich Sie zum Essen einladen?"
    Das Gesicht der Frau ging über in ein großzügiges Lächeln. "Ich weiß nicht, was es damit auf sich hat, Sohn," antwortete sie, "aber die junge Dame im grünen Anzug, die gerade vorüberging, bat mich, diese Rose auf meinem Kleid zu tragen. Und sie sagte, wenn Sie mich zum Essen einladeten, sollte ich ausrichten, sie würde in dem großen Restaurant gegenüber der Straße auf Sie warten. Sie behauptete, es wäre so eine Art Prüfung".
    Es ist nicht weiter schwierig, Miss Maynell's Weisheit zu verstehen. Die wahre Natur eines Herzens kann man an seiner Reaktion auf das Unansehnliche erkennen. "Sag mir, wen du liebst", schrieb Houssaye, "und ich sage dir, wer du bist".


    noch eine

    DIE GRILLENGESCHICHTE (THE CRICKET STORY)
    (Original in Englisch von Martha Bricksom, Texas, USA)
    (aus dem Englischen übersetzt von Thorsten Helbing)
    Eines Tages, als ich in einer Stadt wohnte, wollte ich mit einer Freundin Essen gehen. Es war gerade Mittagszeit und wir gingen eine der belebtesten Strassen hinunter. Es waren alles mögliche an Getöse in der Stadt - Autos hupten, man hörte Fussgetrappel und die Gespräche der Leute. Und inmitten all dieses Getöses wandte sich meine Freundin an mich und sagte: "Ich höre eine Grille!"
    "Keineswegs", sagte ich, "du kannst unmöglich eine Grille in all diesem Getöse hören. Du musst es Dir einbilden. Ausserdem habe ich nie eine Grille in der Stadt gesehen"
    "Nein, wirklich - ich höre eine Grille. Ich werde es Dir zeigen."
    Meine Freundin hielt eine Weile inne, führte mich dann über die Strasse zu einer Betonfläche mit einem Baum darin. Und dort, unterhalb des Laubes war eine Grille!
    "Das ist verblüffend", sagte ich, "du musst ein übermenschliches Gehör haben. Was ist Dein Geheimnis?"
    "Nein, mein Gehör ist echt das gleiche wie deins. Da gibt es kein Geheimnis. Schau, ich zeige es dir."
    Sie griff in ihre Tasche, holte etwas loses Kleingeld heraus und warf es auf den Bürgersteig. Und inmitten des Getöses in der Stadt drehte sich jeder Kopf innerhalb von 7 Metern danach um, woher das Geräusch gekommen war.
    "Siehst du", sagte sie, "es hängt nur davon ab, wonach du lauschst".
    Übernommen von Rona Leventhal.
     
  13. Rara

    Rara Guest

    und noch welche^^

    Exoten im Stall!

    Wie kommt ihr damit klar...oder neues aus dem Irrenhaus! Hereinspaziert, hereinspaziert... Menschen, Tiere, Sensationen....gutes Reiten schlechtes Reiten....immer wieder neu...immer wieder schön... Exclusivnachrichten von Flunkes Ponyhof!!! Es ist mal wieder soweit, es muß raus oder ich platze!!!!!!! Wieso immer ich???? Jetzt muß ich schon wieder drüber lachen aber erzählen muß ich das! Ihr erinnert euch an die Esotheriktante die alles auspendelt????? Je nach Witterung empfängt sie stärker oder schwächer inrgendwelche „Schwingungen“. Vorgestern war es wohl besonders schlimm. Ich komme in den Stall, sie sieht mich an und sagt: Bea...es kommt etwas schreckliches auf dich zu.....noch binnen 24 Stunden....gehe nicht aus dem Haus. Alles klar, meine Liebe....gut dass es den Eismann gibt.....

    (Ist ja nicht so dass nicht andauernd irgendwelche schrecklichen Dinge passieren können) Dann gibt es noch einen weiteren Einsteller bei uns, den Schweinemann, der ein Zwerghängebauchschwein namens Herr Doktor und eine Lamastute namens Susi besitzt. Diese beiden Exoten teilen sich einen Bauwagen, der etwas abseits liegt und haben eine nette Weide nur für sich. Der Schweinemann ist ein netter älterer Herr, der niemanden etwas tut, der niemandem zur Last fällt, der mir Susi und Herrn Doktor durch den Wald spazieren geht, der irgendwo noch Bienenvölker betreut und ein Hobbyimker ist und uns gelegentlich mit vorzüglichem Honig beköstigt. Seine Frau sagt zwar er würde spinnen, aber das sagt mein Mann gelegentlich von mir auch.

    Dann haben wir seid einiger Zeit eine neue Einstallerin die mein Mann die „Bolero-Olle“ nennt. Im wirklichen Leben heißt die Dame Anja, aber wir haben schon eine Anja und deshalb nennt mein Mann sie so, weil sie einen Andalusierwallach hat und den spanisch reitet und meist bei schönem Wetter im prächtigen andalusischen Outfit erscheint, ihrem Pferd bunte Bänder in die Mähne flicht (dauert .ca ne Stunde, sieht aber wirklich hübsch aus) und dann zu den Klängen spanischer Musik aus dem mitgebrachten Ghettobluster mit ihrem Pferd reitet und von Auftritten im Zauberwald träumt. Ole!

    Nun trug es sich gestern zu, dass Esotheriktante und Schweinemann sich mit TA zum impfen verabredet hatten. Susi und Herr Doktor bekommen wohl auch irgendwelche Impfen gegen Schweinepest und Maul- und Klauenseuche und Tollwut und Tetanus und was weiß ich. So standen denn Schwein, Lama und Esotherikfriese nebeneinander am Balken angebunden, das heißt Herr Doktor war nicht angebunden sondern spielte mit unserem Hund.

    Der TA kam, impfte Lama und Pferd und den empört quiekenden Herrn Doktor und ließ sich dann auf einen friedfertigen Plausch mit dem Schweinemann ein. Mein Mann, meine Tochter und ich saßen auf der Bank vor unserer Waschküche und genossen das Schauspiel. In diesem Augenblick erschien die voll ausstaffierte Bolero-Olle auf Bühne und meinte wohl den jugendlichen TA beeindrucken zu müssen, indem sie mit ihrem Andalusier im Seitwärtsstep über dessen abgelegtes Jacket laufen ließ, die Augen strahlend auf den tierärztlichen Held geheftet!

    Dem Held fiel eher die Kinnlade runter und stammelte nur mein Handy, mein Handy..... die Bolero-Olle, sich inzwischen seiner vollen Aufmerksamkeit bewusst, demonstrierte ein paar feine spanische Schritte über den Asphalt und zurück übers Jacket, welches sie offensichtlich aufgrund ihrerer hormonellen Gesamtsituation nicht bemerkte. Mein Mann gluckste inzwischen schon wieder fast haltlos vor sich hin. Der Veterinär sprang geschwind auf sie zu, griff sein Jacket wenig begeistert vom Boden auf und stellte erschüttert fest, dass sein gutes Nokia für andalusische Bolerotänze nicht ausgelegt ist. Was er der feinen spanischen Esmeralda auch in recht bitteren, unedlen Worten zu verstehen gab.

    Dieses ließ wiederum das Strahlen in ihren Augen erlöschen, was wildem ebenfalls undamenhaften Gekeife wich. Wütend ging sie in den Stall und machte ihren Kassettenspieler an und beschallte unser kleines gemütliches Gehöft mit den fetzigen Rhytmen eines ekstatischen Gitarreros und zog ein Gesicht, dass Prosper Merimee vor Augen gehabt haben muss, als er Carmen schrieb. Inzwischen zog Susi ungeduldig am Strick und wollte dem Herrn Doktor folgen, der sich inzwischen weit ab vom Geschehen in eine Pfütze suhlte.

    Der Veterinär erlaubte sich dann den Rekorder leiser zu machen und Boleroweibchen mal auf ihre Haftpflicht anzusprechen, worauf diese sich dann knurrend auf den Weg zu ihrem Auto machte, um ihm da was aufzuschreiben. Sie ging an der inzwischen fassunglos dreinschauenden Susi vorbei und es machte : RRRROOTZ!!!!!! und Susi hatte die Bolero-Olle mit einem satten Gelben bedacht. Gezeter und Geschrei! Mein Mann hatte inzwischen Tränen in den Augen war rot angelaufen im Versuch nicht rauszuplatzen. Er verfolgte mit seinen Augen eine hysterische Esotheriktante, die wie ein aufgescheuchtes Batteriehuhn gackernd über den Hof rannte, das inzwischen uns allen vertraute Pendel aus seinem Innern zog und mit wichtiger Miene über den Hof stolzierte, und mehr als besorgt in meine Richtung sah.

    Der Schweinemann tupfte inzwischen sehr betreten mit einem bunten Herrentaschentuch am Bolerowestchen der Zauberwaldanwärterin rum, mehrfach um Entschuldigung heischend. Mein Mann hatte inzwischen alle Fassung verloren und jappste haltlos nach Luft, stammelte zwischendurch nur: Irrenhaus, ich sach nur Irrenhaus. Susi platzierte inzwischen wohlgezielt einen Gelben auf dem Rücken der Pendelschwingerin und der TA ergriff rasant die Flucht, steuerte sein Auto mit einem Kavalierstart vom Hof, um dann in einer Pfütze ne Vollbremsung zu machen, um den armen friedlich nuffelnden Herrn Doktor nicht das Leben zu nehmen.

    Mein Mann war inzwischen vor die Bank gefallen, lag auf den Knien, hochrot im Gesicht und hatte sich an seinem Kaugummi verschluckt, rang verzweifelt nach Atem. Ich war eigentlich unterwegs gewesen Susi vom Balken abzubinden, hatte diese schon am Strick und eilte zurück zu meinem Gatten, um diesem den Rücken zu klopfen. Die Pendeleule eilte ebenfalls herbei und bekam erneut einen Gelben von Susi ab, allerdings war der nicht mehr so reichhaltig wie die vorher. So trug es sich zu, gestern, und der Tumult löste sich erst auf, ale ein Platzregen niederging, der uns alle davonzuschwemmen drohte. Jetzt ist natürlich wieder Vollalarm und alle hacken auf dem armen Lama rum. Dabei kann das doch nichts dafür. Mein Mann und ich finden es dagegen voll O.K.. Mein Mann hat übrigens überlebt! Gibt es bei euch auch solche Exoten im Stall?

    ^^

    Eingesperrt

    Sie starrte die Wand an. Minutenlang. Sie wirkte vollkommen abwesend, fast dachte man, sie schliefe. Doch sie schlief nicht. Im Gegenteil: Sie spürte ein starkes Verlangen, zu rennen. Einfach nur um ihre Kraft zu spüren. Doch da es hier nicht ging, stand sie nur da, während man ab und zu ihre Muskeln unter der Haut zucken sah.

    Schließlich bemerkte sie etwas Warmes auf ihrem Rücken. Es war die Sonne, die durch ein kleines Fenster fiel. Sie hatte das Bedürfnis ihren Körper in der Sonne zu wärmen, doch sie wusste, dass das Fenster viel zu wenig Sonnenlicht durchließ, um ihren ganzen Körper zu bedecken. Schließlich drehte sie sich doch um, schwerfällig und langsam. Ihre Beine waren so steif und fühlten sich irgendwie schwer und geschwollen an.

    Sie wusste nicht, warum das so war. Sie konnte sich nicht erinnern, dass es sich früher jemals so angefühlt hatte. Mühsam reckte sie den Hals um durch die vom Schmutz trübe Scheibe zu blicken. Sie hasste die Scheibe. Warum riss man sie nicht einfach heraus, so dass wenigstens frische Luft hereinkäme. Und Sonne. Und vielleicht sogar Wind und Regen. Selbst das vermisste sie hier drin. Am Anfang hatte sie sich noch gewehrt.

    Sie war trotz der Enge hin- und hergelaufen, bis ihr die Beine schmerzten und ihr schwindelig wurde. Sie hatte gegen die Tür geschlagen und sich gewundert, warum es ihr kein anderer gleichtat. Sie hatte protestiert. Doch irgendwann resignierte auch sie. Sie wusste nicht, warum sie hier drin war. Und noch schlimmer: Sie kam hier nicht raus. Wieder überkam sie die Müdigkeit. Es war seltsam. Obwohl sie den ganzen Tag kaum körperliche Arbeit leisten musste, fühlte sie sich kraftloser als je zuvor. Sie hätte sich gern hingelegt, doch der Boden war dreckig. Sie ekelte sich davor. Sie trat von einem Bein aufs andere, nahm, nur um sich zu beschäftigen, etwas von der letzten Mahlzeit, die ihnen gebracht worden war, aber es schmeckte ihr nicht. Es war nicht das gleiche wie draußen.

    Sie seufzte tief und lang. Dann hob sie den Kopf. Hinter der gekalkten Wand hörte sie ein Geräusch. Sie überlegte, ob sie Kontakt aufnehmen sollte, doch sie wusste, dass das so gut wie sinnlos war. Die Mauer war hoch. Nur oben war ein schmaler Spalt gelassen. Sie sehnte sich so nach den anderen. Neben dem Eingesperrtsein war das Alleinsein das Schlimmste. Ab und zu ging jemand vorbei. Die Vorderseite war vergittert. Lange Eisenstangen. Bestimmt 50 Stück nebeneinander. Es machte einen wirr, hindurch zu sehen. Sie hatte sich erst daran gewöhnen müssen. Von dort wurde ihnen das Essen gebracht. Nach dort war der einzige Weg raus. Aber die Tür wurde von außen verschlossen und sie konnte sie nicht öffnen. Sie ließ ihren Kopf sinken. Er war so schwer. Da hörte sie Schritte.

    Zwei Menschen näherten sich und blieben schließlich vor ihr stehen. Es war ein Vater mit seinem Kind. "Schau Lisa. Ist das nicht ein schönes Pferd? Möchtest du es mal streicheln?" Das Mädchen guckte interessiert in die Box und fragte schließlich:" Papa. Das ist genauso ein Gitter, wie im Gefängnis, stimmt's?" Der Mann umfasste eine der Eisenstangen. Er sah die blassen Schatten, die die wenigen Sonnenstrahlen auf die Stallgasse warfen. Er begann zu verstehen, was eigentlich offensichtlich war.

    das wars^.~
    *glubsch*
     
  14. Rara

    Rara Guest

    Die Legende des Lichts
    Teil 1: Saraliya

    Prolog

    "Die größte Macht die es je gab wurde von den Göttinnen irgendwo im Universum versteckt und keiner weiß mehr wo.", plötzlich hörte das kleine, schwarzlila haarige Mädchen ein Geräusch, das von draußen kam. Jemand näherte sich dem Raum, wo sie auf einen kleinen Hocker saß und in einem sehr alten dunkelbraunen Buch mit gold verschnörkelten Schrift, auf dem Umschlag, las. Schnell ließ sie es fallen und schaute sich verzweifeltet um.
    Endlich fand sie ein gutes Versteckt, sie rannte zu einen kleinen Bett und kroch darunter. Noch gerade rechtzeitig denn die Tür schwang in den Moment auf, als ihre Füße unterm Bett verschwunden waren. Sie sah nur die Füße der Person die gerade das Zimmer betreten hatte. Dunkel grüne Stiefel, die aus einer Art Leder zu bestanden schienen, die mit dunkel braunen Schnüren an den Waden zusammengebunden waren.
    Verdammt Pluto, wenn die mich jetzt hier findet bin ich Tod, dachte das kleine Mädchen unter dem Bett ärgerlich. Doch Pluto bemerkte sie nicht, sie hob nur das Buch vom Boden auf und murmelte etwas. Dann wandte sie sich um und ging wieder hinaus. Als die Tür geschlossen wurde wartete das kleine Mädchen noch etwas, doch dann kam sie wieder hervor. Stand auf und klopfte den Staub von ihrem schlichten kleinen hell blauen Kleid, das ein paar goldene Schnörkellungen aufwies wenn man genauer hinsah. Sie wollte gerade zum Buch gehen und es wieder neben, als die Tür mit einen Ruck aufgerissen wurde. Erschrocken drehte sie sich um und sah die Person die gerade das Zimmer verlassen hatte. Elegant kam Pluto auf die Kleine zu. Ihr langes, grünes Haar, das sie offen trug und das ihr bis zu den Po reichte, schwang bei jeden Schritt, den sie machte, mit. Ärgerlich blieb sie vor ihr stehen und stützte ihre Hand, die schöne lange Finger hatten, auf ihre Hüpften. Pluto trug einen kurzen schlichten dunkel grünen Rock und eine ebenso schlichte weiße Bluse. Besonders stach ihre Kette hervor die einen goldenen Anhänger hatte. Dieser Anhänger bestand aus Gold, doch seine Form war eigenartig. Erst konnte das kleine Mädchen das Zeichen nicht erkennen obwohl sie es schon hundert mal gesehen hatte, es schien als ob der Anhänger nicht wollte das man ihn erkannte, doch dann mit etwas Anstrengung sah sie ein verschnörkeltes X auftauchen oder glaubte sie es?
    Ihr Blick wanderte höher. Das etwas längliche Gesicht von Pluto war glatt und glänzte etwas. Man konnte unmöglich sagen wie alt es sein mag. Die Lippen waren schmal aber mit einem schönen Rot belegt. Dann sah sie in die dunkel grünen Augen von ihr, und musste Schlucken. Die Augen in der sie sah, waren voller Bösartigkeit erfühlt, das man nicht glauben konnte das sie jemals etwas fröhlich aussehen konnten. Die Puppillen waren zu Schlitze mutiert und richteten sich auf das kleine Mädchen. Eine Spannung lag in der Luft das man sie beinahe knistern hörte, dann endlich begann Pluto zusprechen, doch nicht wie erwartet in einen bösen Ton sondern in einen sehr mütterlichen und leisen Ton: "Hier bist du, meine kleine Prinzessin, ich hab dich schon überall gesucht." Ein Lächeln war nun auf Plutos Gesicht zu sehen und ihre Augen waren nun auf einmal sehr freundlich. Das Lächeln war so anstecken dass das kleine Mädchen auch lächelte, doch kaum hatte sie es auf den Lippen wurden Plutos Augen wieder ärgerlich und sie schrie nun in lauten und fast schrillen Ton sie an: "Sag mal was denkst du dir? So einfach zu verschwinden? Ich hab das ganze Schloss nach die abgesucht, und wo finde ich dich? In einen alten Zimmer das nicht mehr benutzt wird, und du weißt das du hier nicht rein sollst. Ich hab das ewige Versteckspiel mit dir satt Saraliya."
    Kaum hatte sie den Namen ausgesprochen machte sie einer Bewegung nach vorne und wollte sie schnappen, doch Saraliya war zu schnell für sie, und wich einfach nach hinten aus. Frech streckte sie Pluto ihre hellrosa Zunge entgegen und meinte etwas spiest: "Na und? Haste eben Pech gehabt! Ich bin die Prinzessin und du musst eben mal auf mich aufpassen."
    Pluto machte noch einen Schritt nach vorne, doch wieder war Saraliya zu schnell für sie. Doch diesmal trat sie zur Seite, winkte kurz ihr zu und rannte dann aus der Tür. Seufzend blieb Pluto zurück. "Dieses Kind bringt mich noch mal ins Grab."
    Doch diese Worte hörte das kleine Mädchen nicht mehr. Sie rannte den Gang, der mit einen weißen Teppich belegt war entlang, bog links in einen kleineren Gang ab, dann wieder rechts und zum Schluss wieder links. Vor ihr war nun eine kleine dunkel braune Holztür, auf der Mitte der Tür war in silberner Farbe ein abnehmender Silbermond zu sehen etwas darunter schimmerte eine Feder, die ebenfalls aufgemalt war. Saraliya lächelte leicht, denn sie kannte das Zeichen, eigentlich kannte jeder das Zeichen, es war das Zeichen des weißen Mondreichts, das weiße Mondreicht mit der Königin Siriliya, ihre Mutter. Es war im ganzen Universum bekannt, man sagte es sei das stärkste Reich das es gibt, ob das stimmte wusste Saraliya nicht, aber sie war trotzdem stolz auf das Reich ihrer Mutter und das sie Prinzessin war.
    Doch eins gefiel ihr ganz und gar nicht, nämlich das sie Pluto, ihre Aufpasserin, den ganzen Tag am Hals hatte. Sie wollte immer das Saraliya ihre Pflichten erfüllte, die für eine Prinzessin so üblich waren. Das waren zum Beispiel wie man sich benimmt, wie man sprach und was man macht wenn sie eins Königin wurde. Doch das war Saraliya zu langweilig und so versuchte sie sich Tag ein Tag aus davor zu drücken, in dem sie sich Versteckte und umher lief, und sie schaffte es immer wieder das Pluto sie manchmal stundenlang suchen musste. Das lächelte verschwand auf den blassen roten Lippen. Saraliya griff nach dem goldenen Türgriff, musste sich dabei auf den Zehnspitzen stellen, und drückte ihn gerade so runter. Die Tür schwang nach Außen auf, und gab den Blick auf einer grünen Wiese frei. Schnell lief sie raus und schob die Tür zu, in dem sie sich dagegen warf.
    Zufrieden sah sie auf die Wiese vor ihr. Sie war groß und überall blühten die Blumen in unterschiedlichen Farben. Sie hopste einen schmalen Sandweg entlang, der durch einen kleinen Wald fürchte. Der Wald war hellgrün und mit Licht durchflutet. Schmetterlinge flogen an ihr vorbei, die lustige und farbenfrohe Mustern auf ihren Flügeln hatten, und sie hörte die unterschiedlichsten Vögelstimmen die es gab, von lieblich leise bis hin schrill Laut gab es alles. Dann endlich war sie das. Vor ihr sah sie einen kleinen Hügel, sie rannte ihn hoch und schaute von dem Hügel umher. Nicht weit von ihr entfernt war eine kleine Gruppe. Sie warf nur einen flüchtigen Blick dorthin, es war eine Gruppe die Kampftechniken lernten, doch von weiten konnte man nur ein paar Bewegungen sehen. Sie sah sich weiter um und erblickte ein paar Dörfer, doch die waren zu weit weg, und ihre kleinen Füße würden es nie bis dahin schaffen. Ihr Blick blieb am Horizont hängen, da wo sich eine dunkle schwarze Wand erhobt. Die großen Bergen waren dort, sie ziehen sich einmal quer durch den Planeten und schienen für Saraliya unerreichbar. Viel zu gerne würde sie einmal dort hin gehen und sich diese großen Berge mal aus der Nähe anschauen. Doch das würde Pluto niemals erlauben.
    Ein starker Windstoß unter bracht ihre Gedanken. Ihre kinnlangen Haare wehten ihr ins Gesicht und sie taumelte etwas nach vorne. Beinahe wäre sie vorn über gefallen doch eine Hand zog sie mit einen sanften Ruck zurück. Sie plumpste nach hinten, wischte ihre Haare aus den Gesicht und sah zur Seite. Sie wollte wissen wer sie da gerade zurückgezogen hatte. Und ihre Ahnung wurde bestätig. Neben ihr hockte ein etwa 17 jähriges Mädchen die sie freundlich anlächelt. Man sah ihre weißen Zähne. Die schwarzen, rückenlangen Haare, die zu einen Zopf gebunden waren, sahen zersaust aus. Das Gesicht war schön, eben und etwas braungebrannt, das einzige was auffiel war eine kleine Narbe unter dem Linken, dunkel braunen Auge. Sie war ungefähr zwei Zentimeter groß und zog sich von links oben bis rechts unten. Saraliya lächelte sie an und musterte ihre Kleidung. In Gegensatz zu ihr hatte sie schwarze Lederhosen und ein braunes T-Shirt, das schon einige Löcher hatte, an. An der linke Seite konnte sie ein schmales, langes Schwert sehen, das in einer dunkel braunen Scheide steckte. Auch auf der Scheide war das Zeichen des Mondreichs drauf, und zwar in der gleichen Farbe wie auf der Tür.
    "Staand was machst du denn hier? Solltest du nicht deine Truppe unterrichten?"
    "Wie wäre es erstmal mit einem Dankeschön Staand? Und außerdem was machst du hier?", Staand sah Saraliya mit einem breiten Grinsen an, sie wusste nämlich was die kleine Prinzessin hier machte. Mit einen Ruck sprang Saraliya auf und sah sie, mit einer etwas hochnäsigen und doch lieben Art an, und meinte:" Ich bin hier, weil ich einen Auftrag bekommen habe um zu sehen ob du deine Aufgabe machst. Und ich muss leider feststellen das du dies nicht machst." Mit einen Lächeln stand nun auch Staand auf, sie war um einiges größer als Saraliya und sah zu ihr runter: "Na ja eine kleine gewisse Prinzessin hat mich leider abgelenkt." Beide schauten sich an und verfielen gleichzeitig in ein kindliches Lachen. Sie lachten regelrecht um die Wette. Dann ließen sie sich auf das grüne Gras plumßen, eine Weile verging so, indem sie sitzen und nach vorne zu den schwarzen Bergen schauten. Dann endlich fragte Saraliya mit etwas leiser Stimme: "Erzähl..................
     
  15. Rara

    Rara Guest

    Ein seufzend kam als Antwort auf die Frage dann mit gleicher leise Stimme:
    "Was soll es neues geben? Die Dämonen greifen uns immer noch an, meine Truppe ist die schrecklichste die es gibt. Jeder der da drinnen ist, ist nicht für das Kämpfen geboren, sondern zu was anderes."
    "Und warum müssen sie dann kämpfen? Warum machen sie nicht etwas was sie können?"
    Wieder hörte man ein kurzes seufzen von Staand kommen: "Ja das ist eine gute Frage Kleine. Aber dafür müsste das ganze System geändert werden. Und dazu hat leider keiner Zeit. Die Königin, deine Mutter, hat viel mit den Krieg zu tun. Und Pluto muss auf dich aufpassen", mit einen schnellen tje unterbrach Saraliya sie: "Pluto passt nicht immer auf mich auf, manchmal ist sie tagelang weg!"
    Staand sah lächelnd zu ihr rüber und legte liebevoll einen Arm um sie, leicht drückte sie die kleine Prinzessin, die so frech war das sie jeden um den Verstand brachen konnte, aber auch so unheimlich süß das keiner ihr je böse sein konnte.
    "Pluto hat noch eine andere sehr wichtige Aufgabe, die aber sehr streng geheim ist, zu erfüllen. Irgendwann wenn du groß bist wird sie dir das erzählen und wenn ganz lieb und brav bist und deine Pflichten machst kannst du ja das System ändern.", sie hatte nicht mal den Satz richtig beendet da sprang Saraliya, wie von einer Biene gestochen, in die Höhe und schrie laut: "Ich werde nie brav sein, das ist stinklangweilig!"
    Der Anblick sah so süß und lustig aus, das sie Staand nicht beherrschen konnte und in ein lautes Gelächter ausbrach.
    "Ich... das kann ich mir auch nicht vorstellen, du wirst wohl immer meine kleine freche Prinzessin sein!" Saraliya sah Staand an und musste auch lachen: "Und du wirst immer meine aller beste Freundin sein. Staand Halbelb und Halbengel!" Darauf hin zog Staand sie zu ihr runter und kitzelte sie, und dies einige Stunden lang. Dann waren sie zu erschöpft um irgendetwas zu machen, und so lagen sie auf den Hügel und beobachten den blauen Himmel über ihnen.
    Obwohl ich fast zehn Jahre älter bin als sie, sind wir doch die besten Freundinnen, dachte Staand, doch was sie dachte sprach sie nicht aus. Sie wusste wie verrückt das war, aber sie konnte es nicht ändern und eigentlich wollte sie es auch gar nicht.
    "Du Staand, kannst du mir den unterschied zwischen Zeittor und Himmelstor erklären?", fragte Saraliya sie plötzlich, dabei drehte sie sich auf die Seite und sah sie mit ihren Kinderblick an, den Staand unmöglich widerstehen konnte. Staand drehte sich zu ihr und wischte sich eine lange schwarze Haarsträhne aus dem Auge, die während des Tobens in ihr Gesicht gerutscht war.
    "Man du stellst vielleicht fragen, aber nagut ich versuch es", sie holte Luft und versuchte ihr es leicht verständlich zu erklären, "Wie du weißt benutzen wir diese beiden Tore um uns durch das Universum zu bewegen. In dem wir es einfach aufrufen. Doch das Himmelstor benutzen wir nur wenn wir nicht wissen wo wir hin wollen, das Zeittor benutzen wir hingegen wenn wir genau wissen zu welchen Platz wir reisen wollen. Denn es öffnet sich genau an der Stelle wo wir uns es in Gedanken vorstellen. Bevor du fragst wie das geht, sage ich dir, ich habe keine Ahnung. Und bevor du gleich fragst ob unsere Feinde es benutzen können, sage ich dir nein. Sie können es nicht, nur wer aus dem Mondreich ist kann diese Tore aufrufen. Aber Dämonen können in die Tunnel, wo wir uns durch bewegen eindringen. Das geht beim Himmelstor viel einfacher, weil wir ja nicht wissen wo wir aussteigen wollen und so viele Tunnel entlang gehen. Und wenn man viele Tunnel hat ist die Wahrscheinlichkeit größer und leichter dort einzudringen. Denn keiner kann alle Zeittunnel die es gibt überwachen, das wäre vollkommen unmöglich."
    Sie sah Saraliya an und ein kleines Lächeln kam ihr über die Lippen, als sie sah dass das kleine Mädchen darüber angestrengt Nachdachte, was sie gerade gehört hatte. Und zwar so angestrengt das sie nicht einmal bemerkte wie Staand aufstand und verschwand, und wie sich mit leisen Schritten Pluto näherte. Sie merkte es erst als es zu spät war, nämlich als sie Pluto schon unter ihren Arm geklemmt hatte und mit ihr zum Palast zurück gang, und sie in ihr Zimmer absetzte.
    "Und hier bleibst du endlich, sonst gibt es ärger!", mit diesen Worten ging Pluto aus ihren Zimmer und schloss die Tür. Doch Saraliya dachte nicht an den Gedanken wieder weg zulaufen. Sie ging zu ihrem Bücherregal das aus dunklem Holz bestand und nahm sich ein eben so dunkel braunes, in Leder geschlagen, Buch. Und setzte sich auf ihr weißes Himmelbett. Die weißen Seidekissen legte sie sich um sie herum und kuschelte sich in die ebenfalls weiße und aus Seide bestandene Seidendecke ein. So eingepackt schlug sie das Buch auf, vorne, auf der ersten Seite, stand mit schwarzer Schrift "Das weiße Licht oder Der ewige Krieg zwischen dem weißen Engelreich und dem schwarzen Dämonenreich" geschrieben. Sie las lange, so lange bis sie darüber einschlief, und nach hinten, auf die weißen Seidekissen, fiel. Die Kissen waren so weich und dufteten so gut, das sie fest schlief.
    Stunden gingen vorbei, dann ging leise, so leise das nicht mal ein Knarren zuhören war, die Tür auf und eine große Gestalt kam herein. Die Gestalt bewegte sich so elegant und geschmeidig das man sie für einen Geist halten könnte. Das lange weiße Kleid schmiegte sich mit den Boden zusammen, man hörte absolut nichts von dieser Gestalt, langsam und behutsam setzte sie sich neben Saraliya. Nahm ihr vorsichtig das Buch weg und lächelte als sie den Titel las. Zärtlich streichelte die Gestalt mir ihren weichen Finger die Wange der kleinen Prinzessin. Sie Deckte sie zu und sah sie an.
    "Schlaf meine kleine Prinzessin, schlaf. Ausgeruht musst du sein, es werden noch viele große Gefahren auf dich zu kommen. Schlaf meine kleine Saraliya.", sie beugte sich vor und gab Saraliya einen zärtlichen Kuss auf die Stirn, er war so leicht das sie es nicht merkte. Dann stand sie wieder auf, und verschwand so leise wie sie gekommen war.

    Ein gelblicher Sonnenstrahl ließ Saraliya auf wachen. Sie rieb sich die Augen und schaute sich schläfrig um. Etwas benommen stand sie auf und ging hinaus. Sie war noch zu müde um das hastige Treiben auf den Gang richtig wahrzunehmen. Viele Leute liefen an ihr vorbei, die irgendetwas murmelte, doch sie hörte nicht darauf, das einzige was sie wollte war etwas zu Essen. Plötzlich knallte sie mit jemand zusammen, oder war es nur ein Gegenstand? Sie schaute hoch und musste erkennen dass es kein Gegenstand war.
    "Na nu!? So früh auf den Beinen, kleine Prinzessin? Und dann noch so langsam! Das ist gar nicht üblich für Euch.", sie rieb sich die Augen um zusehen, wer vor ihr stand. Dann endlich nahm die geschwommene Gestalt klare Konturen an. Sie trug dunkel Lederstiefel, und darüber war ebenso eine dunkel braune Hose, das gelbliche Hemd war schmucklos, nur eine Kette mit einem dunklen grünen Kristall, als Anhänger trug die Gestalt. Ein langer grüner Umhang war auf den breiten Schulter zu sehen. Als sie endlich das Gesicht erkannte musste sie lächeln, wie jedes mal wenn sie in dieses wunderschönes Elbengesicht sah. Das blasse schmale Lippen und eine etwas längliche Nase besaß, besonders schön fand sie die dunkel braunen Augen, sie erinnerten Saraliya immer an Baumrinde. Die langen sonnenblonden Haare, waren offen, aber ganz glatt und glänzten etwas. Zwei kleine Haarsträhnen waren an den Schläfen zusammen geflochten und am Hinterkopf zusammen gebunden.
    "Legon!", schrie sie mit einem Freudenschrei.
    "Ich hab Hunger!"
    Sie lächelte ihn breit an, denn er schaute etwas verstutzt drein, als er die Begrüßung hörte, dann aber lächelte er und nahm sie auf seine Schulter.
    "Dann wollen wir mal sehn was es für eine hungrige kleine Prinzessin so gibt.", mit einen Lächeln auf seinen schmalen Lippen ging er los. Er lief durch zwei kleine Gänge die dunkel und etwas schwül war, dann stand er vor einer massiven Holztür. Mit Leichtigkeit machte Legon sie auf und trat in den Raum dahinter ein. Essenduft, von Waffel und frischen Brot kam den beiden entgegen. Ein Dienstmädchen, mit brauner Hose, weißer Bluse und weißer Schürze kam ihnen entgehen, so sahen alle aus die das Essen brachten. Legon war direkt in die Küche des Palastes gegangen, wo das Essen für die Krieger und Kriegerinnen zubereitet wurde. Mit einen Ruck sprang Saraliya von seinen Arm und setzte sich auf eine alte Holzbank die an einen ebenso alten Holztisch stand.
    "Hunger!", schrie sie, so laut sie nur konnte, und alle die sich in der Küche befanden drehten sich mit einen Lächeln um. Aus einer Dampfwolke kam eine etwas rundliche Frau, die ganz ins weiß gekleidet war, nur das ihre, eigentlich, weiße Schürze schon so mit Flecken beschmiert war das sie fast gelblich aussah. Sie kam mit einen großen runden Teller an. Schnell stellte sie diesen Teller vor Saraliya ab, und murmelte: "Jeden Morgen das gleiche mit dir!"
    Dann drehte sie sich um, denn sie musste wieder an ihren Herd um weiter zu kochen. Doch das interessierte Saraliya nicht, vor ihr stand ein Berg voller frischen und aromatischen duftenden Waffel. Der Sirup lief an beiden Seiten der Waffelränder hinunter. Die Augen von Saraliya wurden größer und sie leckte sich voller Vorfreude ihre Lippen, dann nahm sie eine Gabel und Messer und stopfte so schnell wie sie nur konnte die köstlichen Waffel in sich hinein.

    is des ok???
     
  16. Rara

    Rara Guest

    (ach ja, hab auch nicht ich geschrieben, finde ich aber gut^^)

    "Wenn du erstickst ist es deine Schuld...", meinte eine vertraute Stimme über sie. Saraliya blickte auf und sah an der gegen überliegende Wand Staand, die sich sichtlich über Saraliya amüsierte. Im Gegensatz zu Gestern hatte sie diesmal ein heiles rückenfreies rotes Top an, das am Nacken durch zwei Schnüre zusammengeknotet war. Doch schnell viel ihr was neues auf. Sie schluckte die Waffeln runter und lächelte kurz dann nahm, sie wieder einen neuen großen Stück von den Waffeln, dabei lief ihr etwas Sirup über den Mundwinkel heraus. Sie blickte noch mal zu Staand. Doch diesmal stand auch Legon neben ihr, beide schienen sich gut zu unterhalten. Seid wann hat Staand eine Kette? Und genau die gleiche wie Legon, ich dachte sie hasst Schmuck, dachte die verwirrte kleine Saraliya und dann sprach sie mit vollen Mund: "Wann isnt die Hochsnzeit?"
    Staand wollte gerade mit einer frechen Antwort ansetzen als eine andere Stimme die Antwort gab.
    "Die wirst du nicht mehr miterleben, wenn du so viele Waffeln in dich hinein stopfst!"
    Erschrocken drehte Saraliya sich um, sie ahnte wer diese Antwort von sich gab, und betete gleichzeitig das sie sich irrte. Doch dies war nicht so. Elegant schreiten kam Pluto durch den Türrahmen hinein. Ohne eine Fluchtmöglichkeit schnappte sich Pluto sie am Kragen und schleppte sie hinaus. Saraliya schluckte die letztes Bissen runter, und schaute traurig zurück zu den Teller von noch mindestens drei Waffel drauf lagen. Dann sah sie Staands Grinsen das sie aufgesetzt hatte. "Och menno....", das waren die einzigen Worte die Saraliya heraus brachte.
     
  17. Rara

    Rara Guest

    Begrüßung und Abschied

    Erst am Nachmittag, nach unendlich langweiligen Stunden der Benimmregel, konnte Saraliya Pluto entwischen. Sie streifte in einen kleinen Nebengang umher. Doch irgendwie brachte ihr das auch nichts, denn Saraliya langweilte sich immer noch. Auf einmal fiel ihr das Gespräch mit Staand von Gestern wieder ein. Ein kleines Lächeln machte sich auf ihren Lippen breit. Sie schaute sich noch mal um, um sicher zu gehen das auch wirklich keiner da war. Konzentriert sah sie nach vorne und rief dann: "Zeittor"
    Doch nichts geschah. Verdutzt und traurig starrte sie in die Luft. Was hatte sie falsch gemacht? Sie war ein Mitglied des Mondes, und zwar ein sehr wichtiges, warum also erschien das Tor nicht vor ihr?
    Ach, ich bin doch auch dumm! Ich weiß doch gar nicht wo ich hin will. Also ein zweiter Versuch. Sie holte Luft und konzentrierte sich wieder: "Himmelstor!"
    Sie hoffte das etwas passierte und tatsächlich, vor ihr kam ein strahlen goldenes Tor zum Vorschein. Es war kreisrund und der Durchmesser war fast dreimal so lang wie sie selbst. Der Rand glänzte golden, doch in der Mitte war es nur schwarz. Nun war vor ihr ein Himmelstor, sie zögerte etwas, doch dann gewann die Neugier in ihr und sie stieg durch das Tor. Kaum war sie auf der anderen Seite schloss sich das Tor hinter ihr wieder. Sie schaute nach vorne. Und erstarrte. Vor ihr war ein regelrechtes Farbenmeer. Jede Farbe die man sich vorstellen konnte war hier. Sie schaute etwas genauer hin und konnte sehen wie sich an einigen Stellen die Farben zu langen Farbtunnel formten. Nur langsam löste sich die Starre von ihr. Sie ging Schritt für Schritt los, denn sie hatte Angst irgendwo runter zufallen. Mit großen Augen blickte sie sich um. Man sah nur Farben, es war wunderschön mit anzusehen, stellte Saraliya nach einiger Zeit fest.
    Und wie komme ich wieder hier raus?, dachte sie etwas ängstlich. Denn sie wollte nicht so lange warten bis sie jemand aus dem Mondreich fand, oder sogar ein Dämon auftauchte. Nein sie wollte wieder aus den Farbenmeer raus. Sie blieb stehen und drehte sich nach links. Vor ihr war eine Wand aus Farben. Zittert streckte Saraliya die Hand nach der Farbenwand aus. Und sie griff ins Leere, nein eher gesagt sie griff durch die Wand durch. Erschrocken zog sie ihre Hand zurück.
    Mmmhh, vielleicht klappt es ja so!, Saraliya nahm all ihren Mut zusammen und kniff die Augen zu. Dann machte sie einen Schritt gerade aus. Dann noch einen. Sie merkte nichts. Sie machte noch zwei. Immer noch spürte sie nichts. Enttäuscht, dass es doch nicht geklappt hatte, machte sie ihre Augen auf, und sah eine blühende Wiese vor sich. Schnell drehte sich Saraliya zurück, doch sie sah nur die Wiese, um sie herum war alles voller Gras und Blumen.
    Also es hat geklappt, bloß wo bin ich jetzt? Auf den Mondplaneten nicht mehr. So viel ist sicher.
    Langsam ging sie gerade aus, blickte sich zögern um, und lauschte ob sie was hören konnte. Doch sie nahm nichts war, alles war still. Immer weiter ging sie, es schien als ob die Wiese niemals enden würde doch dann sah sie einen Waldrand auftauchen. Und nun hörte sie auch Vögel, die im Wald sangen, und dies beruhigte sie etwas. Sie blieb stehen und musterte den dunklen Waldrand, doch so dunkel schien er nicht zu sein. Denn Sie konnte gut drei Meter in ihn hinein schauen dann erst wurde er schwarz und die hohen Bäume verschwanden im Schatten. Saraliya ließ ihren Blick schweifen und sah plötzlich eine Gestalt, die sich gegen einen kleineren Baum lehnte. Es kam ihr so vor als ob diese Gestalt erst eine kurze Zeit dastand, denn vorher hatte sie Saraliya nicht wahrgenommen, oder irrte sie sich einfach? Da es keine Deckung gab, ging sie sehr langsam auf die kleine Gestalt zu. Schnell konnte sie erkennen das es ein Junge war der ungefähr ihr Alter hatte. Er trug ein weißes Stoffhemd und eine schwarze, lange Stoffhose, ein Gürtel, der aus blauen Stoff war, war um seine Hüpften geschlungen. Was ihr auffiel war das das Gesicht des Jungen nicht kindlich erschien sondern sehr ernst. Schmale blasse Lippen, und sehr dunkle Augen, sein schwarzes Haar war kurz geschnitten.
    Saraliya bemerkte gar nicht das sie sich immer weiter auf ihn zu bewegte, wie von etwas gezogen das sie sich nicht erklären konnte. Erst dachte sie dass der Junge sie gar nicht bemerkt hatte, doch sie musste sich verbessern. Der Knabe hatte sie wohl bemerkt und er beachtete jeden Schritt den sie machte, es kam ihr vor als, dachte er das sie ihn gleich anfallen würde wenn er sie nicht im Auge behielte. Saraliya hielt erst zwei Meter vor ihm an, irgendwie musste sie lächeln, zwar wusste sie nicht warum aber ihr war dazu. Das schien dem Jungen gar nicht zu gefallen, denn er sah sie einen kurzen Moment böse an. Dann herrschte Stille. Beide blickten sich nur an und sprachen nicht, doch dann begann er die Stille zu brechen.
    "Du hast vielleicht Nerven! Weißt du wer ich eigentlich bin?"
    Saraliya war etwas überrascht und brauchte einige Zeit um die Frage zu verstehen, dann meinte sie mit gut gelaunter Stimme: "Meine Nerven muss ich leider verloren habe, tja und leider weiß ich auch nicht wer du bist! Und darum frage ich einfach mal, wer bist du denn?"
    Der Junge war sichtlich überrascht oder auch schockiert über diese Antwort dass er Saraliya musterte. Dann richtete er sich auf und drehte sich zu ihr, stützte die Hände in die Hüpften und meinte ernst: "Na hör mal! Ich bin Whais der Sohn von Werus und ist der König der Saiys."
    Bei den Wort Saiys leuchteten Saraliya Augen kurz vor Freude auf. Wie viel hatte sie schon von dem großen Königreich der Saiys gehört und ihre spannende Kriege. Im Allgemeinen sagte man die Saiys seien sehr Stolz und dazu noch sehr arrogant, welche waren auch unhöflich zu anderen, sie liebten es zu kämpfen und zu töten. Alle Saiys hatten pechschwarze Haare, egal ob Mann oder Frau, alt oder jung. Saraliyas Herz hüpfte wie wild denn endlich traf sie einen Saiys, obwohl man auch sagte das sie keine Freundschaften mit anderen Lebewesen aufbauten, ja man bezweifelte sogar das sie wussten was Freundschaft war. Ein breites Grinsen war auf Saraliyas Gesicht zu sehen. Ein Grinsen der Freude.
    "Wow! Du bist ein Saiys ich wollte schon immer einen Saiys treffen. Ich heiße Saraliya meine Mutter ist Siriliya die Königin des weißen Mondreichts, und bin somit ein kleiner Engel."
    Auf so eine freudige Antwort war Whais wirklich nicht vorbereitet gewesen, nein er hatte nicht mal daran gedacht das Saraliya jemals so antworten würde. Voller Zweifel musterte er sie noch mal ganz genau.
    "Du und ein Engel!? Das ich mich nicht totlache, wo sind den deine Flügel?"
    Zwar hatte er erwartet das Saraliya nun etwas ärgerlich reagierte aber so war es nicht. Mit einen Hops war sie bei im und drückte ihren langen, schmalen Zeigefinger gegen seine raue Stirn und meinte mit einen Ton, wie eine Mutter die zu einer lieblich dummen Frage die ihr Kind gestellt hatte antwortete: „Du Dummerchen, Die Flügel eines Engels brauchen Zeit um zu wachsen und so lange verstecken die jung Engel ihre kleinen Flügel aber wenn du willst kann ich sie dir mal zeigen." Whais wich zurück und schlug ärgerlich ihre Hand von sich weg.
    "Ich will sie nicht sehen! Und weißt du was? Mir doch egal ob du ein Engel bist, verschwinde doch einfach vonhier.", dies schrie er so laut wie er nur konnte und drehte sich darauf hin auch um, sodass Saraliya nur noch seinen Rücken sah. Er hoffte das so der kleine nervige Engel verschwand. Doch das war nicht der Fall. Denn Saraliya tauchte vor ihn wieder auf.
    "Du bist unhöflich, weißt du das?"
    Whais sah sie ärgerlich an und ohne zu antworten ging er weiter: "Ich weiß. Aber du hast ja keine Ahnung."
    Mit einem fragenden Blick blieb Saraliya zurück, doch dann gewann ihre Neugier und sie folgte ihn, ob er wollte oder nicht.
    "Mh ich weiß wirklich nicht viel über euch nur was die anderen erzählen oder was geschrieben steht. Aber so was muss ja nicht der Wahrheit entsprechen. Vieles ändert sich ja im Laufe der Jahre, man sollte sich immer selber darüber in Kenntnis setzen wenn man was Wissen will."
    Whais blieb stehen und drehte sich langsam zu ihr um. In seinem Gesicht war ein Ausdruck von Staunen und einer Art Bewunderung.
    "Meinst du das wirklich?", fragte er leicht zögern und etwas leise.
    "Natürlich mein ich das, sonst hätte ich es nicht gesagt.", sie sah ihn lächelnd an.
    "Ihr Engel seit wirklich sehr komische Wesen, ich dachte ihr könnt uns nicht ausstehen."
    "Na ja, viele Engel können euch wirklich nicht ausstehen,", als sie dies sagte ging sie langsam um ihn herum, und sie versuchte das so elegant wie möglich zumachen, „aber ich bin ja noch kein richtiger Engel. Und außerdem habe ich meinen eigenen Kopf ich lasse mir nicht sagen wer nett und wer böse ist, davon überzeuge ich mich schon selber."
    Whais musste schlucken und er überlegte ernsthaft ob dies ein junger Engel von zarten acht Jahren war, oder eine uralte Königin die ihr feines Netz aus Weisheit und Fallen webte. Nun war Saraliya einmal um ihn herum gewandert, sie blieb direkt vor im stehen und schaute in seine dunklen braunen Augen. Und er schaute in ihre dunklen lila Augen. Immer größer wurde seine Verzweiflung, denn er wusste nicht was er machen sollte. Außerdem war Whais immer noch mit der Frage beschäftig wer nun wirklich vor ihm stand. Währendessen zog Saraliya zwei Ketten aus ihrem Kleid, die sie schon ewig dabei hatte. Es war ein Geschenk von Legon zu ihren sechsen Geburtstag, und er meinte nur dass sie sehr wertvoll waren. Die zwei Ketten waren aus Silber und Jede hatte einen schlichten, glänzenden Kristall als Anhänger, die zu einer Art Blatt geformt waren. Wenn man genau hinsah konnte man eine fein eingravierte Schrift sehen, die aus Strichen und Bogen zu bestanden schien. Die Kette mit den dunklen blauen Saphir Stein band sie sich um den Hals, die anderen die einen dunklen roten Saphir hatte legte sie schnell und ohne das er es merkte um seinen Hals. Erst Sekunden später wich er zurück und betastete die Kette mit seinen Fingern.
     
  18. Rara

    Rara Guest

    "Die Ketten sind wertvoll und sie besitzen magische Kräfte. Bislang hab ich nicht viel darüber finden können aber soviel weiß ich wer die beiden Ketten trägt ist mit anderen verbunden. Das heißt er weiß ob es den anderen gut geht, auch Gedanken kann man hin und hertauschen, man braucht nur Augenkontakt. Außerdem verschwinden sie automatisch wenn Gefahr droht und tauchen erst wieder auf wenn man es will." Mit einen kleinen Lächeln auf den Lippen stand sie vor ihn. Stolz und Anmutig wie eine Göttin aber auch gleichzeitig zierlich und kindlich, wie ein kleines Mädchen das zu zerbrechen drohte wenn man sie anfassen würde. Noch einmal musste Whais schlucken, dann endlich verneigte er sich vor ihr, denn ein Dankwort zusagen, dazu war er viel zu schockiert.
    Mit einen freundlichen Lächeln nahm Saraliya seine Hand und ging mit ihn, Hand in Hand, weiter. Man hörte ein kurzen Seufenz von Whais, der es anscheinen aufgeben hatte sich zu widersetzen. Ein kleines Summen von einer leichten Melodie hörte man von Saraliya.
    Doch dieses Summen wurde urplötzlich durch einen Knall übertont. Ängstlich drehte sich Saraliya zu ihrer linken Seite. Dort wo noch vor wenigen Sekunden ein kleiner, junger, mit sarftgrünen Blätter bewachsender, Baum stand, war nun ein großes schwarzes Loch zu sehen. Nicht nur der Baum war verschwunden auch das Gras in seiner Umgebung war in pechschwarz verbrannt. Es war so als ob sie in ein schwarzes Loch sah, das sie langsam aber sicher verschlingen würde. Doch Whais brachte sie dazu nach oben in den Himmel zu sehen, als er fluchend zurücktrat und mit seinen Elenbogen sie etwas rammte.
    Was sie da sah lies ihr Blut regelrecht erstarren, auch ihr Herz, denn es schien zwei Schläge auszusetzen dann erst begann es seine Arbeit wieder aufzunehmen. Denn fast über ihnen schwebte, keuchend ein mit blutüberströmter Dämon. Seine rechte Hand, die eher eine große Pranke war, hielt seine linke Schulter. Beim genauen hinsehen konnte man das dunkle rote Blut, das fast sogar schien schwarz zu sein, unter seiner Pranke hervorquellen sehen, das sich dann mit seinen Nacken und seinen gut muskulösen Oberköper vermischte, den seine Hautfarbe war beinahe wie die Farbe des Blutes. Aber immer mehr kleinere Wunden sah nun jetzt Saraliya deutlicher, am ganzen Körper und auch an den Waden, da wo seine hell braune Stoffhose auf gerissen war und in Fetzen nach unten hing, sah man kleine feine Linie von Blut die sich ihren Weg nach unten bahnten. Auch sein Gesicht war Blut besudelt. Seine kinnlange dunkel orangen Haaren waren zersaust und mit Blut und Schweiß vermischt. Seine hell stechende blauen Augen sahen so hasserfüllt aus, das sie unscheinbar wirkten, doch etwas in diesen Hass war auch unsagbarer Freude, oder täuschte sich Saraliya etwa? Aufjedenfall verfiel der Dämon in ein graues Lachen. Mit einen ärgerlichen murren trat Whais ein Stück vor und murmelte: "Elender Dämon, hat es doch einer geschafft durch das Abwehrsytem zu kommen, aber mit dir mache ich jetzt kurzen Prozess." Als dies Saraliya hörte erschrak sie etwas. Was!? Stimmt ja, der Planet der Saiys wird eine ganze Weile von Dämonen angegriffen, meine Mutter wollte doch ein paar Truppen zu ihnen schicken oder?
    Sie sah zu den Dämon hoch, und ihr wurde schlagartig klar dass sie verloren waren. Zwei Kinder gegen einen ausgewachsen, zwar schwer verletzt, Dämonen? Und weit und breit sah man keinen anderen Krieger. Doch da fiel ihr blick auf Whais der seine Hände vor seiner Brust zusammen gefaltet hatte, hatte er etwa vor den Dämon mit einer Attacke anzugreifen? Bevor Saraliya noch irgendwas fragen konnte
    öffnete Whais, mit einen breiten Grinsen, seine Hände, und aus den inneren kamen etwa zwei dutzend kleine weißgelbe Energiebälle angeflogen. Alle waren zielsicher auf den Dämon ausgelegt, und sie trafen. Eine Rauchwolke und ein entsetzlichen Schrei hörte man, dann Stille. Und die beiden Kinder verfielen fast gleichzeitig in Jubel, sie hüpften im Kreis umher und lachten vor Freude.
    Die Staubwolke verzog sich und hinterließ ein Schatten auf der grünen Wiese, beide blieben sofort stehen und schauten langsam nach oben. Da war er, fast unversehrt nur mit ein paar kleinen Kratzer mehr, und einen Grinsen das sein ganzes Gesicht ein zunehmen versuchte und seine hässlichen spitzen und unförmigen gelbgrauen Zähne zeigte.
    "Glaubt ihr wirklich ein kleines Kind könnte mich mit ein paar lachhaften Energiebällen töten?", sagte er mit einer dunklen und raue Stimme zu ihnen und lachte danach sofort los. Doch auf einmal explodierte der Dämon vor ihren Augen in seine Bestandteile, und die fielen auf den Boden wo sie sofort zu Asche wurden. Ein bestialischer Geruch breitete sich kurz an, und war so widerlich das Saraliya sich beinahe übergab, doch dann verzog sich dieser Geruch schnell und wo die Asche sich mit dem Wind vermischte stand nun ein großer schlanker Schatten.
    "Ein Kind nicht, aber ich kann es.", sagte dieser Stimme mit scherzhafter Leichtigkeit.
    Fauchend trat Whais vor Saraliya um sie zu schützen und fragte zischend: "Wer bist du? Freund oder Feind?"
    Saraliya rieb sich etwas die Augen dann blickte sie wieder zum Schatten und schrie laut: "Staand!"
    Whais zuckte zusammen und hielt sich das Ohr zu, anscheinen war dieser Freudenschrei etwas zu laut gewesen für den kleinen Prinzen. Kurz guckte er Saraliya giftig an, dann zum Schatten der sich nun in Staand verwandelte, weil sie zu den beiden hinging. Als sie dann direkt vor den beiden Kleinen war beugte sie sich runter: "Sag mal habt ihr einen Knall oder was? Was treibt ihr euch hier rum wo Krieg herrscht! Und wie bist du eigentlich hier her gekommen kleines Biest!", sie sah Saraliya ernst an. Whais der völlig geschockt war das jemand so sprach mit ihm, taumelte etwas zurück, oder war es nur die Lautstärke mit der Staand sprach. Er sah zu Saraliya, die wie er hoffte ausrasten würde, weil diese Kriegerin sie kleines Biest genannt hatte. Doch sie schaute nur etwas verlegen zu Boden und kickte mit ihren rechten Fuß einen kleinen grauen Kieselstein weg.
    "Naja mit den Toren so wie du es mir erklärt hast."
    Mit offenem Mund richtete sich Staand auf und fuhr mit ihrer Hand sich einmal quer durch das Gesicht.
    "Na super nun bin ich auch noch Schuld daran, Pluto wird mich umbringen wenn sie das erfährt."
    Schnell trat Saraliya vor und meinte: „Ich werde es Pluto nicht erzählen."
    Anscheinen hatte sie Staands Worte ernst genommen und nun wollte sie alles Mögliche machen dass es nicht in die Tat umgesetzt wurde. Mit hoch gezogen Augenbraunen blickte sie zu Saraliya runter und lächelte
    "Und was ist mit deinen kleinen Freund da hinten? Hält der auch die Klappe oder soll ich ihn lieber die Zunge vorher rausreißen?"
    Nun sichtlich gekränkt trat Whais zu den beiden und meinte: "Wenn Ihr dies tut werdet ihr ärger mit den König haben, denn ich bin sein Sohn Whais, der Prinz dieses Landes."
    Mit vorgetäuschter Erschrockenheit trat Staand zurück und verneigte sich.
    "Oh verzeiht, ich habe Euch nicht erkannt, aber Ihr müsst wissen das ich mich an Regeln nie besonders gehalten habe oder an so was ähnliches." Sie sah auf und war so schnell, das Whais oder Saraliya sich unmöglich wehren konnte. Sie klemmte beide unter ihren Schulter und flog los, der Atmosphäre entgehen. Nur ein Seufzen hörte man von Saraliya und sie blickte nach unten, immer kleiner wurde die Landschaft und dann sah sie schon den Horizont mit seiner Rundung. Doch Whais brummte nur: "Das werdet ihr noch büssen, ich bin der Prinz."
    Doch das nahm Staand gar nicht war, immer weiter stiegen sie nach oben und plötzlich fiel Saraliya wieder eine Geschichte ein die sie gar nicht glauben konnte.
    "Du Staand, stimmt dass das es eine Rasse geben soll die nicht im All Atmen können?"
    Staand Antwort war ein kurzes heiteres Lachen dann aber sah sie kurz zu ihrer kleinen Begleiterin und nickte.
    "Ja so eine Rasse gibt es, sie leben auf den Erdplaneten und nennen sich Menschen,", Staand sprach das Wort 'Menschen' auf eine komische weise aus, als ob sie dieses Wort nicht begreifen konnte, und dabei schüttelte sie sogar leicht den Kopf, "Es ist ein dummes und unwichtiges Volk. Sie wissen dass es im All keinen Sauerstoff gibt, aber leider haben sie den Sonnen und Planetenstaub nicht beachtet, den wir anstatt Sauerstoff benutzen. Na ja ihre Lungensysteme sind dafür auch nicht ausgebildet. Sie können nicht mal fliegen! Sie brauchen dafür Maschinen oder so was."
    Saraliya dachte darüber nach, aber sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen wie man mit Maschinen fliegen konnte, Fliegen war doch das einfachste der Welt.
    "Mh, warum Erdplaneten?"
    "Weil es mehr als eine Erde gibt, alle andere Planeten wo Menschen leben nennen wir Erdplaneten.", und wieder sprach Staand das Wort 'Menschen' auf diese Art wenn Missbilligung aus.
    "Aber wenn sie so unwichtig sind, wie du meinst, warum also beschützen wir sie?"
    Staand seufzte als ob sie sich das auch schon oft gefragt hätte.
    "Tja Kind; das kommt weil in einigen der Menschen die Seelen der gefallenen Krieger des Reiches wohnen. Fragt mich aber nicht warum die da drinnen sind. Sie sind nun mal in einige Menschen und diese müssen wir dann vor den Dämonen schützen, weil diese die Seelen haben und somit stärker werden wollen. Wir nennen diese Menschen 'Schützlinge'. Aber sie merken nicht mal das wir sie beschützen, man kann froh sein wenn einer zu früh stirb. Aber Schluss jetzt wir sind gleich da, und Pluto ist wirklich etwas sauer."
     
  19. Rara

    Rara Guest

    "Wer ist Pluto?", fragte Whais, der bislang nur geschwiegen hatte und ihren Gespräch etwas gefolgt war. Mit einen Seufzer und einen fast bösen Blick, der aber nicht Whais galt, sondern das fliegende schwarzgraue Plato das direkt vor ihnen aufgetaucht war. Mit einen etwas verkrampften nicken in die Richtung meinte Saraliya: "Meine ach so liebe Aufpasserin die mir meine Mutter aufgebrummt hat. Sie nervt tierisch und darum breche ich immer aus, ich weiß gar nicht was sie bei uns sucht, sie ist zwar sehr schlau aber ansonsten.." Sie seufzte und sah zu Whais der ihr Nicken gefolgt war und nun die Frau mit den langen grünen Haaren, die einen grauen Stab, auf der eine kleine blinkende rote Kugel befestig war, sah. Er musterte sie sehr strengt, an seinen Gesichtausdruck sah man, das er Pluto Aufahnhieb nicht mochte. Gerade wollte er zu einer spöttischen Antwort ansetzen, warum ihre Haare so grün waren wie Erbsensuppe, doch Staand kam ihn zu vor und meinte mit ernster und fester Stimme: "Ja Schlau ist sie aber auch sehr, sehr stark. Sie ist die Wächterin der Zeit und somit außer Mächtig."
    Verdutzt sah Saraliya zu ihrer Aufpasserin und fragte sich was wohl eine Wächterin war, sie hatte schon ein paar mal das Wort gehört aber bis jetzt nichts darüber gelesen, bislang dachte sie diese Wächterinnen oder Wächter beschützen die Menschen aber Pluto war ja immer bei ihr, wenn Saraliya ihr nicht mal wieder entwischt war. Und dann noch was anderes, dachte Saraliya, warum Wächterin der Zeit? Sie verstand gar nichts mehr und auch Whais sah nur fragend zu ihr als ob sie die Antwort wüsste. Dann sah sie zu Staand rüber aber von ihr kam bestimmt nichts, denn sie setzte zur Landung an und so musste wohl Saraliya sie später fragen was nun eine Wächterin war. Kaum hatte Staand mir ihren schwarzen Stiefel das schwebende Plato betreten, da stieß sich Whais von ihr ab, und landete mit einer eleganten Rückwertsrolle auf seinen Füßen. Umso gleich sich um zu drehen und sich ganz am Ende des Plato sich nieder zulassen und mit finstere Miene auf den Planeten zu starren. Doch Saraliya kam nicht mal Ansatzwiese so weit wie Whais, denn schon stand Pluto vor ihr und die sah nicht gerade so aus als wollte sie mit Saraliya fröhlich zurück zum Palast zu fliegen. Sie hatte ihre Arme verschränk und schaute Saraliya mit so bösen Blick an, das sie innerlich zusammen zuckte, aber das zeigte sie nicht. Hilfe suchen blickte sie zu Staand doch die stand bei Legon und sah sie mitfühlend an. So musste wohl Saraliya alleine die gewaltige Predigt von Pluto, die bestimmt gleich über sie kam, überstehen. Sie atmete noch mal tief ein, um sich darauf vor zubereiten. Dann stand auf ihren Lippent ein Lächeln und mit gut gelaunter Stimme und einen Gesicht als ob sie gar nichts gemacht hätte und von gar nichts wusste, sagte sie zu Pluto: "Hallo! Hast mich wohl gefunden, aber das war unfair Staand nach mir suchen zu lassen, nur weil du mich nicht finden konntest."
    Für einen Augenblick dachte sie Plutos Gesicht wurde etwas heller doch sie musste sich getäuscht haben, den anstatt etwas freundlicher zu werden, wurde es nur noch düsterer und bedrohlicher. Hörbar musste Saraliya schlucken und eine entsetzende Stille trat ein. Als Saraliya nichts sagte und Pluto etwas etwas Luft holte danach sagte sie mit so einer dunklen Stimme, das Saraliya dachte sie wäre ein Mann geworden: "Du Hast ja wohl Nerven! An liebsten würde ich dir jetzt die Zunge raus schneiden und den Wölfen zum Fraß vor werfen! Aber dann hätte ich wohl Probleme mit deiner Mutter!"
    Saraliya erschrak förmlich zu Stein, war das noch Pluto? Die, die immer förmlich gesprochen hatte, egal ob sie mal sauer war. Noch nie im Leben hatte sie von Pluto eine so drohende Strafe gehört. Nicht zu ihr und noch zu keinen anderen. Nach einer weile senkte Saraliya ihren Blick und das für nie mögliche gehaltene trat ein, sie Entschuldigte sich kleinlaut bei ihr. Doch das war wohl eher ein Fehler denn nun legte Pluto erst richtig los. Ihre dunkle Stimme wurde lauter und sie ging um Saraliya herum wie bei einen Verhör.
    "Es tut dir Leid?", schrie sie," weißt du was du angerichtet hast? Ein halbes Chaos. Wir haben nach dir gesucht und fanden dich nur per Zufall hier. Auf den Planeten der Saiys, der mitten im Krieg steht mit den Dämonen. Eigentlich hatten wir vor ihn den Dämonen zu überlassen, aber nein, da musst du uns ja einen Strich durch die Rechnung machen und ausgerechnet hier landen. Was wäre nur passiert wenn dich ein Dämon getötet oder entführt hätte? Du weißt es vielleicht nicht, aber das Universum wäre zusammengebrochen und die Dämonen hätten die ganze Macht um uns alle zu Töten. Ihr seid nicht irgendeine Prinzessin! Ihr seid die Tochter der Mondköniging Siriliya! Die über alle weißen Engelrassen und allen anderen hellen Rassen herrscht, die, die einmal die Göttin des Glanzes war und im Schattenkriegt gekämpft hat. Saraliya verstehe doch, du könntest, nein du wirst eines Tages ihr Erbe Antreten das unvorstellbar ist! Du hast ihr Blut in dir und auch eine Macht die keiner weiß wie groß sie ist. Dir darf nichts passieren sonst ist es das Ende des Universums." Und dies war wohl noch untertrieben, aber das konnte Pluto noch nicht wissen.
    Doch sie stockte, als ob sie erst jetzt begriff was sie gesagt hatte. Sie sah zu Saraliya runter. Die mit verstörtem Blick zu Staand sah. Was hatte sie gehört? Erbe? Das Ende des Universums? Das alles war viel zu viel für sie. Nagut das mit der Kriegerin war noch ganz gut, aber das andere? Sie, eine kleine Prinzessin die nur Unsinn im Kopf hatte, sollte so viel Macht oder sonst was besessen!? Noch immer sah sie zu Staand. Und zu ihren Schrecken nickte sie nur traurig und auch Legon nickte. Jetzt gibt das alles nur einen Sinn warum ich nicht raus darf und Pluto immer auf mich aufpasst, dachte Saraliya und dann kam ihr noch ein Gedanke der ihr gar nicht gefiel, vielleicht sind Staand und Legon auch nur Aufpasser von mir und haben mir ihre Freundlichkeit nur alles vor gespielt weil das meine Mutter so befehlt hat.
    Wenn das so war, was sie sich nur schwer vorstellen konnte, hatte sie überhaupt niemanden der ihr Freund war, denn alle waren nur da um sie zu beschützen. Sie sah zu Whais, der immer noch wie besessen den Planten anstarrte, und erkannte zum Glück das er von all dem Gerede nichts mit bekommen hatte.
    Wenn Whais das erfährt dann wird er bestimmt kein Freund von mir, dachte sie, er ist zu Stolz, Saiys sind so, alles was stärker ist als sie mögen sie nicht.
    Dieser Gedanke war so grausam das Saraliya auf die Knie sank und in Tränen ausbrach. Pluto seufzte hörbar und wollte sie in den Arm nehmen doch sie besann sich und ging einfach fort, und auch Staand und Legon kamen nicht zu ihr. Sie weinte bitterlich, doch die Tränen brachten für sie keine Erlösung nur weiterer Schmerz. Aus den Augenwinkel nahm sie war, das Whais sich nun endlich von seinen Heimatplaneten los gerissen hatte, und zu ihr sah. Er stand auf und ging etwas zögerlich auf sie zu. Sie wischte sich die Tränen ab, doch gleich neue kamen wieder hinzu, verzweifelt blickte sie ihn an. Keine Ahnung wie sie es schaffte aber sie rappelte sich auf und brachte sogar die Kraft auf zu ihn hin zu laufen. Sie wollte nichts mehr von Pluto, Legon oder Staand, die sie alle hintergangen hatten und nur ihre Freundschaft vor gespiel hatten, wissen. Nein sie wollte zu Whais, den einzigen der nicht wusste welche Macht sie besaß.
    Saraliya klammerte sich so an ihn das er keine andere Wahl hatte, als seine Arme um ihren Körper zu legen. Man sah ihn an das er das nicht oft gemacht hatte, und es gefiel ihm auch nicht, aber er machte es trotzdem. Denn es war Saraliya die weinte, und die war ihn auf einer Art irgendwie sehr wichtig, und so drückte er sie sogar etwas an sich um sie zu trösten. Wären sie wohl Zehn Jahre älter so hätten sie glatt als Liebespaar durch gehen können. Doch das war nicht so. Sie waren jung, kleine Kinder die sieben und acht waren, die keine Kindheit kannten nur ihre Pflichten. Und obwohl sie sich fast fremd waren hatten sie eines gemeinsam, sie waren Einsam. Sie hatten Macht, ja aber was nützte es ihnen? Sie waren Kinder die keine Freunde hatten, nur die Diner und Mägde die sie betreuten. Nicht mal ihre Eltern hatten Zeit für sie. Und so fassten sich beide im selben Augenblick den gleichen Entschluss: Sie wollten keine Sklaven ihrer Macht mehr sein, sie wollten frei sein und endlich so Leben zu können wie sie es wollten. Zittern und völlig verheult sah sie Whais in die Augen und beide nickten.
    "Ja das machen wir.", meinten sie gleichzeitig. Doch dann erstarrte Saraliya als sie hinter Whais sah. Sie konnte es kaum glauben. Und im ersten Moment dachte sie ihre Augen wollen ihr einen Strecih spielen, aber das war nicht so. Ein Schatten kam so schnell zu ihnen geflogen das sie nicht wusste was sie machen sollte. Dieser Schatten war riesig und er kam immer näher, Saraliya schluckte und die Starre entwich ihrem Körper. So schnell sie nur irgendwie konnte drehte sie sich um, nahm Whais Hand und rannte mit ihn los. Whais verstand nicht warum sie nun zurück lief, zu jene die sie verraten hatte. Er blickte zu ihnen, mittlerweile hatte sich ein ziemlich lauter Streit entfesselt. Pluto und Staand schrien sich andauernd an, anscheinen beschuldigte Staand Pluto, und der arme Legon versuchte beide zu beruhigen. Doch keiner der drei merkte die Gefahr die lautlos auf sie zu jagte.
     
  20. Rara

    Rara Guest

    Saraliya rannte so schnell wie nur möglich, ihre Stimme verweigerte ihren Dienst immer noch, sie sah Whais an, der noch nichts begriffen hatte warum sie rannten. Dann sah Saraliya nach hinten und nun endlich folgte Whais ihren Blick: Hörbar zog er die Luft ein und auch Saraliya musste Luft holen. Der Schatten der noch vor wenigen Augenblicken weit weg zu seinen schien, war nun sehr nah, zu nah. Es war ein Dämon aber kein Vergleich zu dem Dämon den sie unten auf den Planeten getroffen hatten. Jede seiner schwarzen Schwingen musste ungefähr drei Meter lang sein, und auch sein peitschender Schwanz war von beachtlicher Lämge, seine Haut war vollkommen schwarz, sodass er im All nicht auffiel. Nur eins stach leuchten hervor, und das waren seine Augen, falls es Augen waren, den sie sahen eher nach Schlitze aus, zwei rote Schlitze die auf den beiden ruhten. Nun endlich beschleunigte Whais, und zog somit Saraliya mit.
    "Hey Ihr! Scheiße wir brauchen eure Hilfe!", schrie er aus voller Kraft doch weder Legon mit seinen guten Gehör, noch Plutos oder Staands Gespür nahmen ihn war. Wieder blickt Saraliya hinter sich und musste mit traurigen Gemüt feststellen das sie nie rechtzeitig bei ihnen seien würden. Sie holte tief Luft, lies Whais Hand los und schubste ihn mit aller Kraft die sie noch hatte weg. Er schrie vor Schreck auf, verstand zu spät was sie vorhatte, und knallte hart mit den Rücken auf den Boden. Wenige Sekunden später ergriffen Saraliya zwei starke Arme die sie fest an den Brustkorb drückten. Sodass ihr die Luft wegblieb. Der Dämon hatte sie und wendete mit einer scharfen Rechtkurve die Richtung. Alles was sie sah war der beschuppte Panzer des Dämons, sie konnte sich nicht bewegen nicht mal die Finger, so fest hielt er sie. Saraliya hörte nur das er was murmelte, etwas mit Tor und Dämonenwelt. Dann plötzlich schrie der Dämon und krümmte sich, sodass Saraliya kurz was sehen konnte. Staand hatte sich an den Schwanz des Dämons geklemmt und stach nun mit ihren Schwert auf ihn ein. Das letzte was sie sah, war Whais der von Legon festgehalten wurde, und Pluto die mit ihren Stab schwang und ihnen erschrocken nach sah, dann wurde es schwarz um sie herum.

    *snüffl*
     

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