Entstehung

Dieses Thema im Forum "Pferde ABC" wurde erstellt von Geronimo, 25 März 2006.

  1. Geronimo

    Geronimo Neues Mitglied

    [​IMG] Ein Pferd im sumpfigen Regenwald???

    Das erste Tier von dem wir annehmen, dass sich das Pferd daraus entwickelt hat, war nur 25 bis 45cm gross. Es hatte eine geduckte Körperhaltung und lief auf vorne vier und hinten drei Zehen, die das Einsinken in sumpfigen Boden verhinderten. Sein Lebensraum war sumpfiger Regenwald in Europa, Nordamerika und vermutlich auch Asien, seine Nahrung vorwiegend Blätter und Beeren. Zum Schutz vor Feinden versteckte es sich im dichten Unterholz. Heute nennen wir dieses Tier Hyracotherium oder Eohippus, was Morgenröte-Pferd bedeutet. Das Hyracotherium lebte vor etwa 50 bis 60 Millionen Jahren im Zeitalter des Eozäns.
    Der Beginn einer langen Geschichte

    Im Miozän (vor 24 bis 5 Millionen Jahren) begann sich das Klima auf der Erde zu verändern und somit veränderte sich auch der Lebensraum des Hyracotheriums. Aus dem dichten Urwald und den Sümpfen wurden langsam offene Graslandschaften, die sich im Verlaufe weiterer Millionen Jahre zu Steppen entwickelten. Um zu überleben, musste sich das Hyracotherium anpassen. Die Nahrung bestand nicht mehr aus Blättern sondern aus harten und rohfaserreichen Gräsern. Diese Anpassung führte dazu, dass die Backenzähne grösser wurden, was sich auf die Kopfform auswirkte. Doch dies war nicht die einizge Veränderung. Im offenen Grasland konnte sich das Tier nicht mehr im Unterholz vor Feinden verstecken. Die einzige Möglichkeit den Raubtieren zu entkommen lag in der Flucht. Eine weitere Anpassung an das Leben in der Steppe war die Herde. Sechs Augen- und Ohrenpaare sehen und hören mehr und ermöglichen es dem Einzeltier auch, sich auszuruhen, während die übrigen Herdenmitglieder aufpassen. Die Zehen des Hyracotheriums bildeten sich zurück, bis das Tier nur noch auf der Mittelzehe lief. Dies war eine entscheidende Veränderung, denn durch die kleinere und härtere Auflagefläche wurde es viel schneller. Auf den Bildern unten siehst du, wie sich aus dem Hyracotherium das Pferd entwickelte. Neben jedem Tier siehst du jeweils die Knochen seines Vorderbeines.

    Nach dem Hyracotherium erschien vor 40 bis 25 Mio Jahren das Mesohippus, welches etwa 60cm gross war. Vor 25 bis 10 Mio Jahren folgte das etwa 1m grosse Merychippus und darauf vor 10 – 1Mio Jahren Pliohippus (ca. 1,25m).

    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] Die Entwicklung der verschiedenen Pferdeformen

    Die Nachkommen des Pliohippus aus Amerika wanderten zu Beginn des Pleistozäns (vor 1 bis 2 Millionen Jahren) über Landbrücken nach Asien und von dort aus nach Europa und Afrika. Aus bis heute ungeklärten Gründen starb der Pliohippus in Amerika aus, während er sich in Eurasien und Afrika an seine Umwelt anpassen konnte. Hier entwickelten sich Esel, Zebras und Pferde. Während der Eiszeit gab es eine einzige Wildpferdeart, die sich über den Allohippus zu verschiedenen Formen des Equus entwickelten. Wissenschaftler vermuten, dass es dann zu einer langen Isolation verschiedener Pferdepopulationen kam, die dazu führte, dass sich drei Unterarten bildeten: Das Solutrépferd in West- und Zentraleuropa, der Tarpan in Süd- und Mittelrussland und das Przewalskipferd in Nordchina und der Mongolei. Das Solutrépferd und der Tarpan sind ausgestorben, das Przewalskipferd lebt heute fast nur noch im Zoo. Es gibt aber auch ein Forschungsprogramm, wo Przewalskis wieder in einem Reservat in der Mongolei ausgewildert werden. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen (Klima und Lebensraum) unterschieden sich diese Unterarten in ihrer Körpergrösse und in ihrem Erscheinungsbild.
    In manchen Büchern findest du noch Theorien, laut denen die verschiedenen Pferdetypen auf mehrere Stammformen zurückgehen und nicht auf eine mit verschiedene Unterarten. Eine Theorie ist, dass es vier Stammformen gab: Nämlich das Nordpony, das Tundrenpony, das Ramskopfpferd und den Urvollblüter. Einer anderen Theorie zufolge waren die Stammformen Tarpan, keltisches Pony und Kaltblut. Diese Theorien sind jedoch mehr als 50 Jahre alt und beim heutigen Wissensstand nicht mehr haltbar.
     

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